|tr.433. S6.f aljTf. Bezugspreis: Lierteljährl. 8/— Ml. monatl. 8,— XL ftti ins bau», voraus zahlbar. Post» bezug: Monatlich Ml. nB. zu» ftellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungar» «LS Ml. für da» fibctge Ausland IQ 25 ML, bei täglich einmal. Zustellung SLö ML Postbestellungea nehmen au Dänemarl, Holland. Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen w die Polt-Zej'.uugs-Pretslilte. Der.Borwärts" mit der Sonntag«- bellage»Boll u. geit� erscheint wache»- täglich zweimal. Sonntag» etumal. Telegramm-Adresse t «Sozialdemolra» 0 erlin-. Abend-Ansgabe. Verlinev VolksblAkt. ( 15 Pfennig� Anzeigenpreis: Dt» achtgelpaUene Nonparelllezeiw kostet ILQ ML„Uleine Unzeigen", da» letlgedruckie Wort SO Psg.(zulässig I settgedruckte Wortes, sede» weiter« Wort tQ Psg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen dos erste Wort •) Pfg. lebe« weitere Wort SQ Pfg. Borte über lS Buchstaben zählen wr zwei Worte. Teixxrungszuschlag 50°/». ffamllien- Anzeigen, polnische un» gewerkschaftliche Verein»- Anzeigt» ILO ML die geile. Anzeigen für Ott nächste Nummer müssen bis S Uhe nachmittag» tm Hauptgeschäft, Berlin SW SS, Lindenstraße 3, abgegeben werde». Geöffnet von S Uhr früh bi» 6 Uhr abend». Zentralorgan der rozialdcmokratifcbcn Partei Deutfcblande. Neüaktion und Expedition: SW. vS, Lindenstr. Z. isernivrrcher: Amt Morivplat». Nr. ti» 1 90— 151 97. Montag, den ÄS. August 1919. Vonvärts-Verlag G.m.b,H., SW. HS, Lindenstr.Z. Feruivrecher: Amt Moristplatz, Nr. 117 53—54. Wahlorönung zum Mbeiterrat. In Ausführung des vom zweiten Rätekongreß erteilten Auftrages.hat der Z e n t r a l r a t die nochstehende Wahl- ord n u n g beschloffen: Wahlgebiet. 1. In jedem wirtschaftlich und politisch fellbständigen Gebiet find Arbeiterräte zu wählen. 2. Als wirtschaftlich und politisch selbständige Gebiete im Sinne dieser Wahlordnung gelten die Stadt- und Landkreis« in Preußen bzw. die entsprechenden VerwalrungSgebiete in den außerpreußischen Ländern. Im Einoernehmen mit dem Vollzugsausschutz der Arbeiterräte im Kreise können der Kreisoenvaltung unterstehende größere Orte sowie Bezirke, die wirtschaftlich zusammengehörende Orte umfassen, als selbständige Wahlgebiete bestimmt werden. Wahlkörper. 3. Die Räre gehen aus Wahlen hervor, die betriebSweise, d. h. nach einzelnen Betrioben oder nach berufsweise zusammen- gelegten Betrieben erfolgen. 4. Vorübergehend Arbeitslose und Invaliden der Arbeit werden, nach Berufen(Gewerben) gegliedert, Wahlkörpern ihres Gewerbes zugeteilt. Wahlrecht. 5. Wahlberechtigt sind alle gegen Lohn oder Gehalt be- schäftigten Männer und Frauen sowie die Invaliden der Arbeit und vorübergehend Arpeirslose, die das IL. Lebensjahr vollendet haben. 6. Wählbar sind alle dem Wahlkörper als Wahlberechtigte angehörenden Männer und Frauen, die das 21. Lebensjahr voll- endet haben. 7. Aus 1000 Wahlberechtigte entfällt ein Vertreter. In jedem Wahlkörper müssen soviel Wahlberechtigte vor- Händen sein, daß mindestens 3 Vertreter gewählt werden können. Bei Wahlkörpern, in denen das volle Tausend Wahlberechtigter um mindestens 500 überschritten wird, entfällt aus diese, das volle Tausend überschreitende Zahl ein weiterer Vertreter. Wahlsystem. 8. Die Wahl ist geheim, sie findet noch den Grundsätzen der Verhältniswahl statu Wahlvorschläg« müssen mindestens von 28 dem Wohlkörper an» gehörenden Wahllberechtigten unterschrieben sein. Wahlhaudlupg. 9. Die Wahl findet, wenn der Wahlkörper nur einen Betrieb umsaßt, im Betriebe, wenn der Wahlkörper mehrere Betriede umfaßt, än einem der den Wahlkörper bildenden Betriebe oder in sonstigen, innerhalb des Wahlgebiets liegenden Wahlräumen statt. 10. In Bezirken, die ein Wahlgebiet bilden, kann die Wahl- Handlung an einem Ort, aber auch in den einzelnen Orten des Bezirks in Wahlräumcn während einer bestimmten Zeitdauer vor- genommen werden. O ertliche Arbciterräte. 11. In Orten, in denen nach den Vorschriften dieser Wahl- ordnirng keine oder weniger als ö Arbeirerräre gewählt sind, sollen, unter Verständigung mit dem.Vollzugsausschuß des 51 reifes, durch örtliche Wahlen Arbeiterräte bis zur Höchstzahl von 5 Mit- gliedern zur Erledigung örtlicher Ausgaben gewählt bzw. hinzu- gewählt werden. Diese Ardeiterräte können von dem Vollzugsauszchutz des Kreises für die Aufgaben des Kreises mit herangezogen werden. In diesen Orten soll die Wahl möglichst berussweise, wo- bei ähnliche und oerwandte Berufe zusammenzufassen sind, vorge- nommen werden. Wahlberechtigt zu diesen örtlichen Wahlen sind alle 18 Jahre, wählbar alle 21 Jahre alten ortsansässigen gegen Lohn oder Gehalt beschäftigten Männer und Frauen, sowie Invaliden der Arbeit und vorübergehend Arbeitslose. Grganisationsstatut. 1. Oertliche Obleute bzw. Vollzugsausschüsse. Die Arbeiterräte jedes Ortes wählen einen Obmann, in Uröp.ercn Orten einen Vollzugsausschuß. . Der Vollzugsausschuß soll in der Regel, auch in den großen Ltädten, die Zahl von 11 Mitgliedern nicht überschreiten. 2. Vollzugsausschüsse der Kreise. Der Vollzugsausschuß de« Kreises ist die oberjtt Inst a» Z für die Arl-eiterräte de» KreiseS bzw. der entsprechenden Verwaltungsgebiete in den nichtpreußischen Ländern. Die Wahl ist geheim und findet auf Grund des Ver» hältniswablsystems in Versammlungen der Arbe'terräte der Wahlgebjete des Kreises statt. Die nach Ziffer 11 der Wahlordnung hinzugewähkten örtlichen Astbeiterräte beteiligen sich an dieser Wahl nicht. 3. Vollzugsausschüsse der Bezirke. Der Vollzugsausschuß des Bezirks ist die oberste Instanz für die Arbeiterräte des Regierungsbezirks bzw. des ent- sprechenden Verwaliungsgebiets in den nichtpreußischen Ländern. Die Wahl ist geheim und findet auf Grund des Verhält- n i S w a h l s y st e m s in Versammlungen der Arbeiterräte des Regierungsbezirks statt. Die nach Ziffer 11 der Wahlordnung hinzugewählten ort- lichen Arbeiterräte beteiligen sich an dieser Wahl nicht. 4. Vollzugsausschüsse der Provinzen bzw. LandcSausschüsse in den nichtpreußischen Ländern. Der Vollzugsausschuß der Provinz(bzw. der LandeSaus- schuß in den nichtpreußischen Ländern) ist die oberste Instanz der Provinz bzw. der nichtpreußischen Länder. Die Wahl ist geheim und findet auf Grund deS Verhält- n i S w a h l s y st e m s in Versammlungen der Arbeiterräte der Provinzen bzw. der nichtpreußischen Länder statt. Die nach Ziffer 11 der Wahlordnung hinzugewählten Lrt- lichen Arbeiterräte beteiligen sich an dieser Wahl nicht. Ter Zentralrat. Der Zentralrat ist die oberste Instanz aller Ar. beiterräte der deutschen Republik. Seine Wahl findet aus einem allgemeinen Rätekon- greß statt. Ter Rätekongreß wird nach den Grundsätzen der Verhältniswahl von den auf Grund der Wahlordnung gewählten Arbeiterräten in der Weise beschickt, daß auf eine bc- stimmte vom Zentralrat festzusetzende Zahl der Bevölkerung j e ein Vertreter entfällt. Die nach Ziffer 11 der Wahlordnung hinzugelr-ählten ort- lichen Arbeiterräre beteiligen sich an dieser Wahl nicht. Die Neuwahl von Arbciterrätcn aus Gnmd der Wahlord- nung des Zcntralrats richtet sich nicht gegen die Reichsversassung bzw. gegen die seitens der Reichsregie. rung zu treffenden Maßnahmen zur Durchführung des Artikels 163 der Reichsversassung. Tie neugewiihltcn Arbeiterräte sind berufen, eine Brücke zwischen dem gegenwärtigen und dem zu erwartenden verfassungsmäßigen Zustand aus dem Ge° biet der Räteorganisation zu bilden. Zentralrat der deutschen Arbeiterräte. gez. Cohen. gez. F a a ß. versailler Arbeitsbericht. Der Oberste Rat btr, Alliierten bestimmte in seiner Sonnabend» sitzung, daß die Kosten für die Volksabstimmung in Schleswig zu gleichen Teilen von Deutschland und Dänemark getragen werden sollen. Weiter beschäftigte er sich mit dem Ssterrrichischen FriedenSver- trag, dessen Fertigstellung beschleunigt werden soll, weil Tit- wni Paris am 1. September verläßt. Als nächster Punkt folgte der Bericht Loucheur über das Kohlen- Problem. Nach seiner Ansicht erklärt sich die Schwierigkeit nicht nur aus der Förderungs Verminderung, sondern auch auS der Transportlage. Es bestehe» auch Trans- Portschwierigkeiten im Saargebiet und im Pas de Calais lagern l 00 000 Tonnen, die nicht abgefahren werden können. Weiter beschloß er, der rumänischen Rcgiening eine Note zu überreichen, in der sie aufgefordert wird, genaue Aufklärung zu geben über alle Requisitionen und Vcschlagnahmungen in Ungarn. Der Betrag dieser Beschlagnahmen werde später bei der Abrechnung der Entschädigungssumme, die Ungarn zu zahlen habe, verrechnet. Nach„I n t r a n s i g e a n t" soll der Oberste Rat Rumänien auch mit der Einstellung der'Lieferungen von Kriegsmaterial gedroht haben, wenn«s sich nicht den Anordnungen des Obersten Rates füge.„T e m p s" veröffentlicht auch eine Erklärung, die Minister- Präsident B r a t i a n u seinem Bukarester Korrespondenten zur Per- öffentlichung übergeben hat. Darin kommt zum Ausdruck, daß Bru- tianu der Regierung Friedrich nicht ganz traut und glaubt, sie könne vielleicht im Einverständnis mit Bela Kun eingesetzt worden sein, wie die Regierung Bela Kun im Einverständnis mit Karolyi zur Herrschast gelangt sei. Die ungarische Frage müsse jetzt endgültig geregelt werden, denn wenn Anarchie in Budapest herrsche, greife sie nach Wien über und könne auch andere Hauptstädte bedrohen. Die rumänische Armee habe dem Chaos ein Ziel gesetzt, und ihre Requisitionen hätten sich in den Grenze« gehalten, die die unga- vischen Lebensinteresfea nicht bedrohten. Maßnahmen ffege« die Kohlennot. Die österreichische Regierung beabsichtigt, zur Behebung der Kohlennot mehrer« Kohlen- lager in Deutschösterreich neu zu erschließen. Es handelt sich in der Hauptsiche um die Wolftggstraunkaler Gruben, wo unter Be- testigung des Staates 15 Millionen Kronen investiert worden sind. Naumanns Tod. Die Demokratische Partei hatte aus ihrem letzten Par- teitag einen Mann zu ihrem Vorsitzenden gewählt, dent nie- niand, wie er sich auch sonst zu ihm stellen mag, ein warmes Empfinden für die Bedrängten und Unterdrücken absprechen kann. Diese Wahl, die den ehemaligen christlichsozialen Schwarnigeist Friedrich Naumann an die Spitze der großen bürgerlich-liberalen Partei stellt, war ein neuer Beweis dafür, wie schlver es ist, die komplizierte politische Ent- Wicklung in den engen Nahinen gedanklicher Schablonen zu spannen. Naumann hatte seine äußere Parteistellung mehr- fach gewechselt, aber selbst die gröbste Schlagwortpropaganda würde vor der Behauptung zurückschrecken, daß Naumann ein Knecht des Kapitalismus, ein Gdldsackpolitikcr geworden wäre. Eine solche Behauptung wäre ein Unrecht an dem Mann, der nur seinen Ideen und nicht seinem Vorteil gelebt hat, ein Unrecht aber auch an der Wahrheit, die uns nötiger ist denn je. Naumann hat nicht nur seine äußere Parteirichtimg gewechselt, er hat auch manche seiner Ideen revidieren müssen, manche keiner Illusionen zerrinnen seben. Aber treu blieb er sein Loben lang den sozialen tsi r u n d-g e d a n k e n seiner Politik, den zu verleugnen ibn kein taktisches Augen- blicksbedürfnis verleiten konnte. So blieb er, noch lange nachdem er seinen U ebergang von der nationalsozialen Partei zur Freisinnigen Vereinigung und dann zur geeinig- ten Fortschrittlichen Volkspartei vollzogen hatte, unter seinen neuen Parteigenossen ein Eingänger, den die alten Führer mit Mißtrauen betrachteten. Man mußte den Mann, der der alten Partei den sÄtenen Schatz neuer Gedanken brachte und der in der Kunst mündlichen und schriftlichen Ausdrucks ein Meister war, wohl als einen wertvollen Gewinn gelten lassen, wurde aber das Gefühl, einem fremden, nicht ganz unbedenklichen Zuzügler gegenüberzustehen, sobald nickst los. Es ist kennzeichnend, daß nur einer von den bekannten alten Führern des Liberalismus zu�dem neuen Mann in ein engeres Verhältnis trat, und das war gerade einer, der in seiner geistigen Entwicklung schon vom Liberalimns ging als Naumann zu ihm kam. Theodor Barth, der aufrechte Demokrat, der innerlich den Bruck mit dein Ntanckesterlibe- ralismus vollzogen hatte und an seiner Aufgabe verzweifelte,, aus dem alten Liberalismus eine moderne, sozialpolitischen Gedanken zugängliche, aktionssähige demokratische Partei zu macken, sah in Naumann eine Hoffnung. Als ihn auch diese enttäuschte, ging er. Der Bruch vollzog sich in der Zeit des konservativ-liberalen Blocks, den Naumann mehr ertrug, als er ihn mitmachte, während Barth in seiner demokratischen Forderung starr bkieb und für sich persönlich die Konseqnenzen zog. Heute ist es schwer zn sagen, wer von den beiden Männern damals richtig gehandelt hat. Aber gewiß ist es. daß der bürgerliche Liberalismus, der jetzt Deutsche Demo- kratischc Partei heißt, arm geivorden ist, da er diese beiden Männer verlor. Barth kam von der Freihandelslebre, Naumann von Stöcker und Adolf Wagner. Ein schärferer Gegensatz läßt sich gar nicht denken. Der hochanfgeschessene blonde Paste? aus Sachsen, dessen Frankfurter Predigten wegen ihres so- zialen Inhalts und ihrer Formschönheit Aufsehen erregten, stellt einen ganz anderen Typ dar, als der sprunghaft streitbare Snndikus aus Bremen, der vom freien Spiel der Kräfte das Glück der.Menschheit erwartete. Für die Sozialdemokratie waren sie natürlich beide Gegner, der gefährlichere aber oder wenigstens der mehr in die Augen fallende war zweifellos Friedrich Naumann von dem Augenblick an, da er sich von der christlichsozialen Partei ablöste,»m die n a- tionalsoziale Partei zu gründen. Heute wundert sich niemand mehr darüber, daß diese Partei zerfiel, höchstens könnte man sich darüber wundern, daß kluge Menschen sie für lebensfähig hielten.'In der Arbeiterschaft konnten ihre Lehren keinen Boden finden, da war das Bedürfnis, sich erst einmal von allem Alten und Heber- lebten loszureißen, viel zu groß, als daß eine Partei mit reichlich pastoralem Einschlag, die die Versöhnung mit der Monarchie predigte, Aussicht ans Erfolg gehabt hätte. A.ls eine Partei von Arbeitern und für Arbeiter wollte aber Naumann die nationalsoziale Partei begründen, er hat unter Schmerzen um die Proletärierseele gerungen, und erst spät seine ungeheuren Fehler und die Ursachen des Fehlschlags erkannt. Als die nationalsoziale Partei an ihren Wahlmißerfol- gen zugrundegegangen war und zerfiel, wandte sich ein Teil von ihr zur Sozialdemokratie, der andere zum Libera- l i s m u s. Zum Liberalismus ging auch Naumann, er erregte damit das schmerzlichste Erstaunen settier bisherigen Parteigänger, die im Kampfe gegen den manchesterlich ge- richteten antisozialen Liberalismus die Hauptausgabe des Nationalsozialismus erblickt hatten. Solche Enttäuschungen hat Naumann seinen Anhängern oft bereitet, und daß dem so Mar. liegt an der Eigentümlichkeit des Politikers, der mehr in Synthesen als in Gegensätzen zu denken gewohnt war. � Naumann war mehr Bildner als Kämpfer und suchte Verbindungen zu knüpfen, wo andere nur Trennendes sahen. So hatte er schon vom Konservatismus die Hand jzu den revolutionären Arbeitern hin ausgestreckt, so suchte er De- mokratie und Kaisertum zu vereinigen, und jetzt, nachdem der nationalsoziale Traum ausgeträumt war, reizte ihn die Aufgabe, den bürgerlichen Liberalismus mit neuem sozialen Geist zu erfüllen und so für die bürgerliche Demokratie und die sozialistische Arbeitcrdemokratie eine möglichst breite gemeinsame Aktionsbasis zu schaffen. Für die Zukunft der innerdeutschen Politik ist es eine Frage von nicht geringer Bedeutung, wie sich die Demokra- tische Partei nach dem Tode?hres Vorsitzenden weiter ent- wickeln wird. Es wind sich zeigen müssen, ob Naumanns Wirken dauernde Spuren in ihr hinterlassen wird oder ob nach dem Verschwinden dieser starken Persönlichkeit wieder die Zeit für diejenigen anbricht, für deren Gefühl Naumann nie etwas anderes als Fremdkörper und Episode gewesen ist. Das ist auch für das� V c r h ä lt n i s der Sozial- demokratie zu ihr, denn Naumann als Vorsitzender war eine starke persönliche Garantie dafür, daß die Demokratische Partei sich nicht zu einer reinen kapitalistischen Interessen- Vertretung, zu einer Partei des bürgerlich-republikanischen Geldsacks entwickelte. Eine solche Entwicklung würde das Zusammenarbeiten mit der Sozialdemokratie unmöglich machen und das innerpolitische Leben Teutschlands mit schweren Krisen bedrohen. Naumanns Tod ist ein Verlust nicht mir für die Demokratische Partei, sondern» für unser ganzes politisches Loben, für unser Schrifttum, das in ihm einen der besten Stilisten, für das Parlament,' das einen seiner glänzendsten. Redner verliert. Naumann war kein geborener Führer der Massen, kein hinreißender Prophet einer neuen Lehre, aber er war eine eigenartige schöpferische Persönlichkeit, wie sie in un- serem. politischen Leben selten sind. Er war ein großer An- reczer, und es war unmöglich, gegen ihn zu kämpfen oder mit ihm zu arbeiten, ohne aus Kampf oder Mitarbeit eine gewisse geistige Bereicherung zu ziehen. Er hat sehr oft geirrt, aber er bat das unleugbare Verdienst, Hunderttau- sende zum politischen Nachdenken gezwungen zu haben. Die Gefährten seines Weges haben oft gewechselt, manche Strecke mußte er allein gehen, aber an seinem Grabe wenden sich alle in ehrlicher Trauer zusammenfinden, die ihn als Führer ge- liebt und die ihn als Gegner geachtet haben. polen in Gberfthlesien. Die Polen suchcn mit allen Kräften aus dem ober- schlesischen Aufstand Gewinn für sich herauszuschlagen, wie aus folgenden Meldungen hervorgeht: Nach Meldunftcn der polnischen Presse entfalten Warschauer politische Kreise infolge des oberschlesischen Aufstandes«ine fieberhafte Tätigkeit. Sowohl die Presse als auch die Oeffenilichieit ruft nach einem sofortigen militärischen Einschreiten in Ober- schlesien. Der Zentrawollzugsrat der polnischen sozialistischen Partei hat sogar eine Kundgebung an die Arbeiter erlassen, in der diese aufgefordert werden, für eine Vereinigung mit den schlesischen Gebieten zu manifestieren. Nach einer Meldung der„Nowa Reform«' au» Warschau ist eine Deputation von Insurgenten au? Oberschiesien beim Mi- nisterpräsidenten PaderewLki eingetroffen und auch vom Staats- obevharcpt Prlsudski«npfangcn wouden. Die Deputation fvr- dert, daß den Aufständischen sofort Hilfe geleistet werde, um so eher, als sich das polnische Heer nach einem Kampfe mit den Deutschen sehnt. Die Warschauer Presse erklärt ebenfalls, daß man nicht ein« Entscheidung der Entente abwarten könne, und fordert die Regierung zu energischen Schritten auf. Die Meldung besagt nichts darüber, wie Paderewski sich zu diesen Forderungen der Aufständischen stellt. Die deutsche Regierung ist jedenfttfls gcwillt, jeden Eingriff in ihre Staatsaberhohcit mit allen Mitteln abzuwehren. Ein Zeichen dafür ist die Aburteilung der Inftirgentensührer. die unbeirrt eingesetzt hat. Wir erfahren darüber:_ Cm zeitgelnäKes Such. (Fichtes Reden an die deutsche Nation.) Von Dr. Victor Engelhardt. Damals, als die ersten KriegSstürme tobten, hat sich mancher FichteS Reden an die deutsche Nation gekauft. Auf der Universi- tat war für den Winter 1914/15 ein Kolleg über den französisck)en Modephilosophen angekündigt gewesen, und als der Winter kam, dieser erst« Kriegswinter, wurde es ein Kolleg über Fichte. Ja, damals haben viele FichteS Reden gelesen, aber nur wenige haben sie verstanden. Sie lasen wohl„Irgendwo hat die Selbstsucht sich selbst vernichtet", und waren stolz. Denn wie alle zu den Fahnen eilten, schien jede Selbstsucht gestorben, wie alle zu den Fahnen eilten, gab es nur„Deutsche schlechtweg", ganz so, wie Fichte eS wollte. Mit hohen stolzen Gefühlen durchflogen sie das Buch. Sie losen wohl:„Irgendwo hat die Selbstsucht sich selbst vernichtet", und vergaßen den Zwischensatz„durch ihre vollständige Entwick- �Dann war das Büchlein in der Not der Jahre lange im Schrank vergraben, bis die Tage d?s Zusammenbruchs es dem und jenem wieder in die Hände kpielten. Manch einer dachte— halt! war CS damals nicht ähnlich um Preußen bestellt, wie jetzt ums deutsche Reich? Nach der unglücklichen Schlacht von Jena und Auerstädt, nach dem unentschiedenen Kamps bei Preußisch- Evlou und der russischen Niederlage bei Friedland wurde zu Tilsit ein verhängnisvoller Friede geschlossen. Preußen war unter Na- poleons Gewalt. In diesen Tagen, als französische Basonette Berlin regierten, war im stillen ein neuer Geist erwacht, und hatte Sprache gewonnen in Fichtes feurigen Reden. Hätten diese in den dunklen Tagen der Vergangenheit g-.- prägten Worte-in den dunklen Tagen der Gegenwart gar nichls zu sagen? So dachte mancher und griff wieder zum Buch und las es plötzlich wie mit aufwachenden Sinnen.- Fichte ist ja gar nicht der nur„Deutschnationale", zu welchem ihn die Begeisterung vieler gestempelt. Nein, Fichte ist ein deut- MW— Sozialist. Nun erst wurden die Worte klar: Die Selbst- sucht hat sich vernichtet„durch ihre vollständige Entwicklung". In ihnen liegt eine tiefe Ahnung von de.m, was Marx später wissen- schaftlich ausgeführt hat. Eine Gesellschaftsordnung, die sich auf Selbstsucht gründet, gräbt sich selbst das Grab, führt mit Natur- Notwendigkeit zu einem völligen Umsturz und zu neuen Tagen. Die Zeit des Umsturzes ist eine schwere, eine traurige Zeck, aber sie ist auch eine Zeit der höchsten Aufopferung, der höchsten Be- geisterung: denn in ihr werden die Keime einer besseren Zukunft empfangen. Lesen wir so mit offenen Augen und Sinnen dies Buch, dann Wird us uaä an vielen Stellen Trost bringe», wird Wegweiser Da» außerordentliche Kriegsgericht Hat am Sonnabend bereits mit der Aburteilung von oberschlesischen Aufrührern begonnen. In der einen Verhandlung wurde ein Grubenarbeiter wegen Aufruhrs zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt. 4 weiiere Insurgenten, die in der Schlesiengrube Soldaten der Reichswcbr von den Fenstern der Häuser aus beschossen hatten, wurden, weil es sich teilweise um noch jugendliche handelt, zu 15 Jahren und 5 Jahren Zuchthaus sowi« zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt. Die au? Oberschlesien wach Polen geflüchteten Insurgenten sind nach Kräften bemüht, nach Oberschlesien zurückzukehren. Die in Kattowitz erscheinende.Jskra" bestätigt dies- Tatsache mit dem Bemerken, daß die Aufständischen deshalb nach Oberschlesien zurückkommen, um erneut in die Reihen der polnisch«« Kämpfer einzutreten. Angesichts der fortbestehenden Aufstandsgefahr infolge der Warsckviuer Hetze müssen wir uns sichern. Dazu gehört die Un- schädlichmachnng der Rädelsführer. So bedauerlich die Vcrur- teilung dieser Leute ist, die meist nur irregeführte, von Tema- goßen, die sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht haben, aufge- peitschte Leute sind. Wir müssen Ruhe und Ordnuno haben, wollen wir aus dem Elend und dem Niederbruch wieder hoch- kommen. Die Gberflächlichkeit der U. S. p. Als vor kurzer Zeit die Generalversammlung unserer Ber- liner Parteigenossen stattfand, stürzte sich die„Freiheit" mit der Gier eines Raubvogels auf die Verhandlungsberichte, um daraus etwas Spöck für die Demagogensuppe zu gewinnen, die sie alltäglich ihren anspruchslosen Lesern serviert. Die Ausbeute war zwar äußerst mager, dafür hat aber doch die„Freiheit" einige Tage ihr geistiges Budget davon bestritten. Sie hätte aber allen Grund, vor der eigenen Türe zu kehren. Die In- konsequenzen der Uebcrkonsequentcn bieten der„Freiheit" Swsf genug, ihre geistigen Qualitäten zu offenbaren. Es sei nur an den Bericht erinnert, der heute morgen über die General- Versammlung der Berliner Wahlkreise der U. S. P. in der„Freiheit" zu finden ist. Da geht es nämlich in bezug auf die grundlegenüsten politischen und wirtschaftlichen Fragen nach dem bekannten Signal: Rin in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln! L e u p o l d z. B. verlangt reinliche Scheidung zwischen Parlamentarismus und Rätcsystcm und meint, die Abgeord- neten der U. S. P. in den Parlamenten täten besser daran, zur ?lgitation aufs Land zu gehen. L a u k a n t fühlt Plötz- lich, wie es tut, was er so oft anöeren getan liat, und polemisiert gegen Leupold. In logischer Abwechselung behauptet Neu- mann, daß der Parlamentarismus nicht mehr in Frage komme. Krause wiederum meint, mit.der Parole„Alle Macht den Räten", sei es noch lange nicht getan.„Wir haben ja noch nicht einmal in den Industriestädten die Mehrheit der Arbeiter für uns".(Wenn so etwas ein M.'hrheitssoziasist sagt, schwindelt er.) Zu guter Letzt aber stellt Redakteur P r a g e r bei der Versammlung einen erheblichen Grad von Oberflächlichkeit in der Beurteilung der politischen und wirtschaftlichen Streitfragen fest, und wir baben keinen Grund. ihm zu widersprechen. Nian greife nach einem Fetisch, sagt er. Alles, was nicht nach Nätesystem aussehe, eristiere für die U. S. P. nicht mehr. Bisher habe aber die Erfahrung nicht gezeigt, daß die Politik der Räte die Arbeiter mehr revolutio- niert und die Einigung des Proletariats näher ge- rückt habe als die Politik der Partei. Weder der Parlamcnta- rismus noch das Nätesystem seien als einzige Mittel zu betrach- ten, sondern alle Mittel müßten in Anspruch genommen werden zur Befreiung des Proletariats vom Joche des Kapitalismus. Die Oberflächlichkeit ihres politischen Wirkens wird also der II. S. P. von eigenen Führern bestätigt. Die Unent- wegten aber werden sich hüten, der einzigen Eigenart zu entsagen, der sie überhaupt ihren politischen Bestand verdanken. Eine Iälschung. In einem Beschkuß, der gegen die Auflösung des unabhängigen VollzugSrat» von den Unabhängigen gefaßt wurde, erlauvt sich die.Freiheit" ein« F ä is w n n g, die in ihrer Dreistigkeit sogar bei diesem Blatt noch auffällt. Sie unlerschreibr den Protest nämlich als einstimmigen Beschluß der Verbandsversammluiig der sozialdemokratischen Wahlvereine Berlin», anstatt ihren Lesern davon KennrniS zu geben, daß es sich seibsiderständlich nur um die u n a b h ä n g i a e n W.rhlvereine handelt. So ganz wohl sein. ES wird uns scheinen, als seien die meisten Sätze heute geschrieben, für uns gesprochen, damit wir auS der Wirrnis der Tage wieder herausfinden. Zunächst— keine Verzweiflung! „Ich setze voraus solche Zuhörer, welche nicht etwa mit allem, was sie sind, rein aufgehen in dem Gefühle deö Schmerzes über den erlittenen Verlust und in diesem Schmerze sich wohige- fallen..."—„ES läßt sich der strenge Beweis führen,... daß kein Mensch und kein Gott... uns helfen kann, sondern daß allein wir uns selber helfen müssen, falls uns geholfen werden soll." Die Hilfe ist schwer— aber„Sollte eine so gesunkene Nation den- noch sich retten können, so müßte dies durch ein ganz neues, bis- her noch niemals gebrauchtes Mittel, vermittelst der Erschaffung einer ganz neuen Ordnung der Dinge, geschehen." Diese neue Ordnung kann aber nur erreicht werden durch die„Erziehung der Nation... zu einem ganz neuen Leben..., mit einem Worte, eine gänzliche Veränderung de? bisherigen Erziebungs- wesenS ist eS, was ich als das einzige Mittel, die deutsche Nation im Dasein zu erhalten, in Vorschlag bringe." Allgemeine Erziehung tut not, denn„... die große Mehrzahl.. auf welcher da? gemeine Wesen recht eigentlich ruht, das Volk, wurde von der Erziehungekunst fast ganz vernach- lässigt und dem blinden Ohngefcihr übergeben. Wir wollen durch die neue Erziehung die Deutschen zu einer Gesamtheit bilden... so wir aber etwa hierbei abermals einen gebildeten Stand... absondern wollten von einem ungebildeten, so würde dieser letzte ... gegen uns dienen, von uns abfallen und uns verloren gehen. ES bleibt sonach uns nichts übrig, als schlechthin an alles ohne Ausnahme, was deutsch ist, die neue Bildung zu bringen.. Dieselbe große Bedeutung hat eine Neugestaltung des Er- ziehungswesenS in unseren Tagen gewonnen, und unsere Ein- heitsschule will ähnliches, wie Fichte wollte. Ihr letztes Endzweck ist es, jedem auf dem Gebiet, das seiner Fähigkeit entspricht, zu einem wirklich schöpferischen Menschen zu bilden. Das ist nur möglich, wenn das Kind schon in der Schule selbsttätig schaffend ist und nicht wie bisher mit Gedächtniskram überladen wird. „... selbsttätig zu entwerfen wäre das erste, wovon die Bildung des Geschlechts durch die neue Erziehung ausgehen müßte." Dann wird auch das Lernen leicht, denn„der Zögling lernt gern und mit Lust, und er mag... gar nichts lieber tun, denn lernen; denn er ist selbsttätig, indem er lernt, und dazu hat er unmittel- bar die allerhöchste Lust." Zu dieser Selbsttätigkeit gehören„auch noch körperlicki« Hebungen und die mechanischen, aber hier zum Ideal veredelten Arbeiten de» Ackerbaues und die von mancherlei Handwerken.. Man könnte das Wesen der modernen„Ar- beitsschule" kaum besser darlegen, als es hier geschieht. Ja— sogar in Einzelfragen hören wir durchaus vertraute Klänge, vertraut au» den Kämpfen, die jetzt um Schule und Er- ziehung geführt werden.„Dem Tyrannen steht e» wohl an, reli- muß doch der guten.Freiheit' bei dem Gedanken an die kommenden Wahlen nicht zumuie lein, da sie doch ionst kaum zu dem Miüel einer derarlig pkumpen Fälschung greifen dürfte. Wir haben mit dem Teil der Berliner Arbeiter'lbaft, der in dieser gemeinen Weise belogen und beirogen wird, oufrichtigeS Mitleid und fragen uns nur, wie lange er noch dieser Gesellschaft Gefolgschaft zu leisten gewillt ist. öürgerliÄe hetze. Die in der heutigen Morgenausgabe des„Berliner Lo?al-A:i- zeigers" angekündigt« Sensationsmeldung vom Sturmzeichen in Bayern stellt sich genau so wie die Ankündigung des„Berliner Tageblatts" von einem bevorstehenden Streik der Berliner Mc- tallarbeitcr als eine Unwahrheit dar. Wir halten die er- breitung derartiger Mitteilungen in dieser an sich schwer erregten Zeit für eine große Gefahr und möchten beide Blätier bitten, he- vor sie derartige Meldungen in die Oeffentlichkeit bringen, sich an zuständiger Stelle zu informieren, auch auf die Gefahr hin, daß ihren Abonnenten beim Lesen des Blattes ein Schauer weniger über den Rücken läuft. Die Lage üer Lanöwirtsthastsbeamten. Zu den Kreisen, an denen die Revolution vorübergegangen ist. ohne ihnen eine wesentliche Aufbesserung ihrer Lage zu bringen, gehören die landwirtschaftlichen Beamten. Immer niehr häufen sich die Klagen, daß die Verdienste der Beamten außerordentlich gering sind und daß sie, soweit sie verheiratet sind, überhaupt k e iri e A n st e t l n n g finden. Um die Richtigkeit dieser Behauptung festzustellen, braucht man nur den Inseratenteil der„Deutschen Tageszeitung" zu verfolgen, in dem in den meisten Fällen nur unverheiratete Land- ivirtichaitsbeamte gesucht werden. Vor uns liegt der Brief eines Beamten, in dem dieser seine bittere Not klagt und darauf hinweist, daß er im Winter dem Hunger ausgesetzt sei. Er fragt, auf welchem Wege der größten Not gesteuert iverden könne. Wir können den landwirtschaftlichen Beamten nur den dringenden Rat erteilen, sich zu festen O r g a n i- sati onen zusammenzuschließen, die allein in der Lage siud, der agrarischen Willkür erfolgreich die Spitze zu bieten. Was Organisationsarbeit zu leisten vermag, das kann den Be- amten die Geschichte der. deutschen Gewerkschafts- bcwegung beweisen._ Nietzsche und wir. In einer Abschiedsbetrachtring von ZZeimar zitiert Herr A. Zimmermann in der„Deutschen Zeitung" den Geist von Weimar. Tagegen ist freilich nicht viel einzuwenden. Wir haben das in den letzten neun Monaten von rechts und links oft genug gehört. Was dl er Beklemmungen zu erregen geeignet ist, ist die Tatsache, daß er nicht den Geist Goethes und Schillers aus dem Grabe beschwürt, sondern den Geist Friedrich Nietzsches. Auch da» ist nicht ganz neu; denn schon vor ihm haben konservative GeistcShelden uns mit den Gedankengängen des großen Einsamen zu töten gesucht; mit welchem Erfolge, hat die Novemberrevolution bewiesen. SchmerZlich ist nur,.daß Herr Zimmermann nichts Besseres zu tun hat, als aus den 15 Bänden, die Nietzsche geschrieben, zu unserer Zerschmetterung vier Zitate herauszuholen. Gehört er nun zur„Herde", zu den„Vielzuvielen" oder nicht? Der einzig fruchtbare Gedanke ist die Erkenntnis, baß die D e u t s ch n a t i o- nalen noch nichts sind. Möge Nietzsches Geist Herrn Zimmer- manns Hoffnung unterstützen, txch sie mittels des„Willens, zur Macht" noch etwa? werden. Wir haben— nach diesen Gedanken- ergüssen— die Hoffnung hierauf ausgegeben. Gute �rbeitskage in Gberscklesien. Das R v b n i k e r Revier arbeitet voll, das P l e s s c r Revier zu 7V Proz., das Zentralrevier zu 80 Proz. Im Zentralrevier ist die Arbeitsaufnahme eine ziemlich durch- greüende biö auf die A n t o n i e n h ü t t e n g r u b e n. wo die Quote der Arbeitenden sich nur auf etiva 20 Proz. stellt. Von den staatlichen Gruben arbeiten voll die Berg- infpcktionen ein«, zwei und drei, die Berginspsktion vier ar- bcitet nur teilweise. Tarifänderungcn im Güterverkehr. Wie unS die Eisenbahn- direktion mitteilt, werden die Eülerverkehrtarife ab 1. September dieses Jahres geändert, und zwar tritt eine Erhöhung der Ge- bühren ein.« __________...------------ iJ giöse Ergebung zu predigen und die, denen er aus Erden lein Plätzchen verstatten will, an den Himmel zu verweisen." Die alte „Rtligion, die offenbar eine. Dienerin der Selbstsucht war, soll allerdings mit der alten Zeck zugleich zu Grabe getragen werden; denn in der neuen Zeit bricht die Ewigkeit nicht erst jenseits des Grabe? an. sondern sie kommt ihr mitten in ihre Gegenwart hin- ein.... Die Erziehung zur wahren Religion ist somit das letzte Geschäft der neuen Erziehung." Wer hörte aus diesen Worten nicht die Heilsbotschaft, die unS heute aus dem Sozialismus entgegen tönt? Die Organisation der Schule ist die Gemeinschaft— die Schulgemeinde— ähnlich vielleicht, wie wir heute eine in Wickers- darf haben: Die Zöglinge werden ,„.. untereinander in Gemeinschaft leben und so ein abgesonderte? und für sich selbst bestehendes Gemeinwesen bilden, das seine genau bestimmte, in der Natur der Dinge gegründete Verfassung habe." So hat Fichte damals erkannt, was wir heute wieder und wieder erkennen, daß zum neuen Staate neue Menschen gehören. Und diese kann nur die Erziehung schaffen:„Nur diejenige Na- tion, welche zuvörderst die Aufgabe der Erziehung zum volltomuie- nen Menschen durch die wirkliche Ausübung gelöst haben wird, wird sodann auch jene des vollkommenen Staates lösen." Diese Aufgabe wird Deutschland lösen, wenn es den Mut nicht verliert.„Besiegt sind wir;, ob wir nun sogleich auch ver- achtet und mit Recht verachtet sein wollen, ob wir zu allem andern Verluste auch noch die Ehre verlieren wollen, das wird noch immer vor uns abhängen. Der Kampf mit den Waffen ist beschlossen; es erhebt sich, so wir wollen, der neue Kampf der Grundsätze, der Sitten, des Charakters." Notizen. — Di« En t de cke r i n des Radiums in ihr« Heimat berufen. Nach polnischen ZeitungSmeldungen ist Frau Curie, die bisher in Paris wirkte, zum ordentlichen Professor der Radio- logie an der Warschauer Universität ernannt worden — Theater. TaS Lesiing-Theater wird als erste Neuheit dieser Spielzeit die Komödie„Die letzten Ritter" von Hein- rich Pfeiffer zur Uraufführung bringen. Das Stück war wäbrcnd de? Krieges„aus Rücksicht auf das Korpsstudententum" verkoten. — Aus der akademischen Welt. Die Vorlesungen von Dr. Hcrring und Dr. Karstäbt über„Soziologie des Staate»" und„Sozialismus" werden am Dienstag, den 26. August, in der Handeishochschule fortgesetzt. — Vorlesung. In der Literarischen Vereinigung des Berliner LehrervereinS liest F. W. Murnau vom Deutschen T beater am Mittwoch im Saale des Lessing-Museums, Brüderstr. 13, de» „Sohn" von Hasenclever vor. Jedermann bei freiem Eintritt will- kotiuneu. Inöustrie und Handel. Börse. Obwohl die Stimmung an der Börse infolge der weiteren Besserung des MarkkurseS im Auslände recht freund- l i ch war, konnte sich doch ein nennens-wsrtes Geschäft nicht entwickeln. Auf einzelnen Gebieten fanden sogar Abgaben statt. jo namentlich am Mo ntanaktienmarkt, da gerücktweise von einer neuerlichen Streikbewegung im Kohlenrevier ver- lautete. Bochumer und Phönix gaben nach. Schiff- fahrtsaktien waren fest, namentlich Hansa. Auch Färb- und Elektropapiere waren etwas höher bewertet. V a- l u r a p a p i e re waren still, Kolonialwert« verkehrten unge- fähr auf letztem� Stand. Petroleumpapiere gaben un- wesentlich nach. Schwächer waren auch ausländische Noten, namentlich rumänische Lei. Gute Meinung bestand für Kolo- n. a l p a p i e r e. Von heimischen Anleihen notierte Kriegsanleihe mit 79 P r o z., die älteren heimischen Anleihen Zogen mäßig an. GroMerlln Millionenschiebungcn im Spnndnucr Traindepot. Tie Spandauer Kriminalpolizei ist augenblicklich bemüht, eine Schiebung aufzudecken, durch die Millionen an Werten dem Reich verloren gegangen sein sollen. Eine Lokalkorrespondenz teilt darüber mit: Die Berliner Kriminalpolizei hatte vor einiger f�eit festgestellt, daß ein in.der Rosenthaler Straße wohnender'Althändler große Mengen von Pferdegeschirren, Sätteln, Zaum- zeug, Lederde ck?n usw. auf Lager hatte, deren Herkunft er nicht einwandfrei nachweisen konnte. Man teobachtete ihn und konnte in derselben Nacht feststellen, daß ein Lastkraftwagen gegen 4 Uhr morgenö vor dem Haus Geschirre und Lederzeug ablud. Die Kriminalbeamten griffen sofort zu und verhafteten sowohl den Hehler als auch den 5traftfahrer und zwei auf dem Wagen befindliche Arbeiter. Es wurde festgestellt, daß das Auto dem Train- depot Spandau zugeteilt war. Die Spandauer Kriminal- Polizei wurde sofort benachrichtigt und beobachtete nun das Train- depot in unauffälliger Weise. Dabei stellte es sich heraus, daß fast Nacht für Nacht Lastwagen und Pferdefuhrwerke mit Heeresgut nach Berlin gingen, wo sie bei Älthändlern und Schiebern abge- laden wurden. Ferner wurde festgestellt, daß große Kisten mit Material durch das Verladekommando des Traindepots in Span- dau nach Magdeburg gingen. Tie Spandauer Pqlizei teilte dem Führer des Traindepots. Rittmeister v. Lein, ihre Beobachtungen mir und es wurde zugleich eine Revision der Bücher und Auf- tragSerledigungen vorgenommen. Es ergab sich, daß zahllose Lieferzettel, die.be, den Akten lagen, gefälscht waren. Man ver- hafreie die Arbe�iterräte Herzog und Taube, die S ch i r r in e i st e r S a I o m o n und B r e d o w sowie den frühe- reu Feldwebel Hagedorn. Herzog bat die Unterschrift des Rittmeisters d. L. auf zahllosen Ausgangsbescheinigungen und ebenso den Tienststempel des Traindepots gefälscht. Die Liefe- rungsbescheimgilnaen lauteten auf den Namen von Truppen- teilen der Reichswehr, die jedoch, wie bisher festgestellt worden ist, niemals in den Besitz der Waren gelangt lind. Herzog verschob mit Hilfe Hagedorns, der in Berlin und Magde- bürg den Verkehr mit den Hehlern aufrecht erhielt, geradezu riesenhafte Mengen von Hecresgut. Soweit sich bis jetzt über- sehen läßt, liegen �je Diebstähle schon bis zu Beginn der Revolution zurück. Mehrere Mitglieder des Arbciterrates und Arbeiter, welche im Depot angestellt waren, wurden ebenfalls verhaftet, da ihnen nachgewiesen werden konnte, daß sie an den dunklen Ge- schäftcn teilgenommen haben. Das Kommandanturgericht Span- dau ist zurzeit bemüht, den Umfang der Diebstähle noch weiter aufzuklären. Welche Summen die Diebe verdient haben, geht daraus hervor, daß einige, die inzwischen das„Geschäft" aufge- geben hatten, sich in Spandau und Berlin Geschäfte kaufen konn- ten. Ein Teil der Waren konnte bei den Althändlern beschlag- nahmt werden. Der gesamte Arbeiterrat deS Train- depo 16 wurde sofort seines Postens enthoben. Immer noch Schulnot in Berlin. Mit einem Notschrei wenden sich Parteigenossen aus Berlin- Nord an die Lesfentlichkeil. Sie klagen darüber, daß im Stadt- teil Gesundbrunnen ein« Schule obdachlos ist, weil ihre Räume von der Erwerbslofenfürforge benutz, werden. Im Frühjahr l9lg mußte in dem ToppelscyulhauZ an der� Gothenburgec Straße die 5:t,>r- Ecke Donaustraße, ver- koren worden. Es wurde beobachtet, daß der Finder die Takche auf ihren Inhalt prüfte; kurze Zeit darauf wurde sie vermißt. Der Finder ist erkannt und wird gebeten, die Tasche gegen Belohnung im Zahlstellenlotal oder beim Eigentümer abzugeben. DrcPtow Zternwarte. Mittwoch.?>/, Nhr, Vortrag von Ferd. Alkolai: „Frukllngstage in A n d a I u l i c n mit zahlreichen farbigen Lichtbildern. Mit dem aroßen sternrobr: die Wega. Ringnebel in derLehir und Clcnihaujcn im Hertuies. Kleinere Fernrohre stehen kostenlos zur Beisügung. vortrage, vereine und Versammlungen. Versamiiilniig der Kriegsbescliädidten des Wernerwertö Freitag, den LS. August mg. Nonnendamm-Allee, bei Lange. Groß-öerliner parteinachrichten. 1. Slbteilung. Miitwach, 27. August, S Nbr, in den Roland-Feltsälen. Elfosser Ttr. 26: UnteiballuiigS ibend. Reichkaltiges Programm. Ebarloitenburg. 14. Gruppe. Fraucnabcnd Dicnstaa, 26. August, 7st, Uhr, bei Arndt,«antstr. St. Res. Gcn. Moeglich.„Die Foiderungeii der modernen Fraueilbewegung". Die Frone» der Geiioffei, sind besonders eingeladen.__ SewerkschaflsbewVlmg Ver Reichstarif in öer holzmönstrie. Die große Tarifbewegung in der Holzindustrie geht nun ihrem Ende entgegen. Nach langwierigen Verhandlungen zwischen den Zentralvorständen war auf Wunsch der Arbeitgeber ein Schieds- gerickit beim ReichSarbeitSministerium zusammengetreten, um über die strittige Arbeitszeit z» entscheiden. Der Schiedsspruch fiel im Sinne der Arbciterforderungen aus und wurde, wie der „Vorwärts" im Morgenblatt vom 24. Juli berichtet bat. von den Unternehmern abgelehnt. Was vorauszusehen war, trat nun ein. Nachdem so die zentralen Verhandlungen zum Scheitern gebracht waren, setzte eine umfangreiche Streik- beweg ung e>n. Tie Holzarbeiter versuchten an den einzelnen Orten das zu erreichen, was sie durch zentrale Verhandlungen nicht hatten erringen können. Vielfach kam es nun zu örtlichen Verhandlungen und Vereinbarungen, durch die Streiks verhütet, zum Teil auch ausgcbrochene Streiks beendet wurden. In manchen Teilen des Reicycs scheint die vom Zeulialvorstand oes Arbeitgebcr-Schutz- Verbandes geübte Taktik auch bei den Unternehmern kein Ver» ständnis gefunden zu haben. Auf Grund gepflogener Verband- � lungen wurden nicht nur örtliche Verträge, sondern solche f ü r ganze Bezirke abgeschlossen. So�z. B. ein Bert rag iür Württemberg, ein anderer für wachsen; auch für B a- den wurde ein Landestarif abgeschlossen, während Verhandlungen zum Abschluß eines Landestarifs für Bayern vorerst nicht von Erfolg gekrönt waren. Dagegen wurde, allerdings mit einer ande- ren Arbeitgeberorganisation, ein Vertrag für Rheinlaud« W e st f a l e n abgeschlossen. So standen die Tinge, als das Tarifamt für das Holzgewerbe am 11. August zusammentrat. Es war von verschiedenen Stellen augerufen worden, um örtliche Differenzen zu schlichten. Es gelang auch, eine Basis zu finden, die es dem Tarifamte gestattete, die beiderseitigen Zentratvorstände zur Wiederaufnahme der Verhandlungen einzuladen. A w 20., 21. und 22. August hat nun die zentrale V e r h a n d i u n g S» k o m m i s s i o n getagt, und es ist ihr gelungen, sich sp- weit zu einigen, daß die sofortige Aufhebung der schwelen- den Streiks und Aussperrungen beschlossen werbe» konnte. Die größten Schwierigkeiten hatten die materiellen Forderun- gen der Arbeiter verursacht. Hinsichtlich der ArbeitSzeii machten die Arbeitcrvertreter das Zugeständnis, daß die Arbeitszeil nach dem gefällten Schiedsspruch erst ab 15, November eingeführt wird. Demnach geht die nun getroffene Abmachung dahin, daß die wöchentliche Arbeitszeit beträgt: Tariiklasse... I II IH IV V VI Sofort.... 40 47 48 48 48 48 Std. ab 15. Nov 1919 48 48 47 47 43» 48. An Teuerungszulagen war bereits bei Beginn der Verhandlungen im April d. I. zugestanden morden, daß die Löbne der Facharbeiter in den beiden ersten Tarifklaffen um 50 Pf., in der dritten und vierten Klasse um �45 Pf., in der fünften und sechsten Klasse um 40 Pf. erhöht werden. Im Laufe der weiteren Verhandlungen waren weitergehcttde Forderungen erholwn'worden. Jetzt bei Abschluß der Perhandlungen wurde an neuen. Teuerungszulagen bewilligt: Tarifllasse... I II III IV V VI Facharbeiter.. 85 35 30 30 25 25 Pf. Hitisarbeiicr.. 30 30 25 25 20 20, Arbeileriiinen und jugensl, Arbeiter 25 25 20 20 15 15, Diese Zulagen werden in zwei Raten bewilligt, von denen die größere sofort, die zweite, meist in Höhe von 10 Pf., am 13. November in Kraft tritt. Im Gegensatz zu dem seitherigen Brauch wurden jetzt zwei Lohnnormen eingeführt, nämlich Durchschnittslöhne und M i n d e st l ö h n e. Für Facharbeiter betragen dieselben: Tarifklasse... I.11 III lV V VI M. M. M. M. M.' M. Durchschnittslohn 2,85 2,55 2,30 2,15 200 1,90 Mindestlohn.. 2 45 2,25 2,10 2 00 1,90 1,80 Hierbei ist zu bemerken, daß diese tariflichen Lohnnormen �in vielen Orten zurzeit nur eine theoretische Bedeutung haben. In Berlin beträgt z. B, der Durchschnittslohn zürzcit fchätzuiigSwepe etwa 4 Mk,, während der Mindesllohn kaum weit unter 3,50 Ml heruntergehen dürfte. Zu diesen tatiächlich gezahlten Löhnen kom- men nun die vereinbarten Teuerungszulagen. An Ferien wurden im Reichstarif zugestanden 3 Tage nach halbjähriger Beschäftigungs steigend jedes Jahr um einen Tag bis 6 Tage. Aus dein umfangreichen Bertragswerk sei noch er- wähnt, daß in ihm zum ersten Male eine Regelung SeS tungsvoll ist auch die jetzt durchgeführte Einteilung aller Städte in L e h r l i ng s w e s e n s in Angriff genommen wird. Bstdeu- die sechs Tarifftassen, Bis auf einige. kleine Reste ist der Reichstarif fertiggestellt. Tiefe Streitfragen werden in den nächsten Tagen vom Tariiamt unter dem Vorsitz eines Unparteiischen entschieden, und beide Parteien haben im voraus ihre Zustimmung zu der Entscheidung gegeben. Ter Abschluß des Reichstarifs'bedeutet einen großen Fort- schritt in dem Tarifvcrtragswesen in der Holzindustrie, wo es bisher nur zahlreiche Einzclverträge gegeben hat. Aus eine Ver- einheitlichung der Tarife hat der Deutsche Holzarbeiter- Verband schon seit Jahren planmäßig hingearbeitet. Dieses Ziel ist nun durch den Abschluß des Reichstarifs erreicht. Wiederaufnahme der Arbeit in den Hamburger Banken. Ein Telegramm aus Hainburg meldet, daß die Zentralstreik- leitung in einer in den heutigen Morgenblättern veröfsenilichten Bekanntmachung die streikenden Angestellten der Hamburger Giro- banken auffordert, ihre Tätigkeit beroUs am Montag früh wieder aufzunehmen. Diese Maßnahme fti in dem Verhalten des Reichs- Ministeriums begründet. Die Zentralftreikleitung halte nach wie vor an ihren Forderungen fest, die durch zwei Schiedssprüche be- stätigt seien und sich auf die Dauer durch Machtmittel nicht auä d» Welt schaffen ließen._ Achtung! BolkSkonzcrtedcS Phklharmonischen OrchesterS! Der Andrang zum Verkauf der Eintrittskarten zu den Volks» konzerten deS Philharmoniswen Orchesters war am ersten Tage de» bereits so stark, daß sämtlidbe Eintrittskarten für alle Konzerte aus- verkauft worden find. Damit haben die VolkSkonzerte des Phu» harmonischen Orchester? für das Jahr 1919 ihr Ende erreicht. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommissio«. Tie Beamtcnmufiker. Vom Vorstand des Deutschen Musikerverbandes er- halten wir folgende Zuschrift: Di« neugegründete Beamtcnmusiker- Vereinigung kündigt in einigen bürgerlicben Tageszeitungen ein Musikdemonstrationskonzert der Beamtenmusiker an, das als Prolest gegen die vom Reichsarbeiismiiiifteriuln erlassene Verfügung eine» Verbots des gewerblichen Musizierens der Be- amten gelten soll. Wir möchten darauf hinweisen, daß die Zivil- musikerschaft jahrzehntelang durch das � gewerbliche Musizieren der Beamten auf daS Empfindlichste geschädigt worden ist. Die Beamten waren stets Lohndrücker, jederzeit bereit, bei Lohnkämpfen dcr Mu- siker die Arbeitswilligen abzugeben. In der gegenwärtigen Zeit schädigt der musizierende Beamte nicht nur den erwerbslosen Mu» siker, er schädigt auch die Allgemeinheit, indem er die für die er- werbklosen Musiker zu zahlende städtische Erwcrbslosenunterstützung höchstbeträchtlich vergrößert. Der größte Teil- der ständig gewerd- lich musizierenden Beamten hat nachweislich ein sehr gutes Einkom- men. Teuerungszulagen, Entschuldungssummen und Vergünstigun- gen bei Zuweisung von billigen Nahrungsmitteln sind den Beamten, auch den musizierenden, reichlich zuteil geworden. Eine Schädigung der Beamten durch das Verbot des gewerblichen MusizierenS liegt nicht in dem Maße vor, daß ihre Existenz gefährdet wäre, was aber jederzeit durchaus von der Musikerschaft behauptet und nachgewiesen wird, solange das Verbot des gewerblichen Musizieren? der Beamten nicht bestand. Durch die vo,, den Beamten aufgegebenen Engage- mentS baden viele Musiker eine Existenz, in vielen Fällen überhaupt erst ein Einkommen erhalten. Das von dem ReichSarbeitsmimste- rium erlassen« Verbot hat nur segensreich gewirkt. Das Verhalten der Beamten, diese Verordnung zu versuchen umzustoßen, ist� ein nicht zu billigender und nicht zu verstehender Angrift auf di» Existenz vieler BerufSmusiker und ist in sozialer, sittlicher und Wirt- schaftlichcr Beziehung nur zu verurteilen. 90 Prozent der Beamten- schaft muß mit dem vom Staate oder den Gemeinden bewilligten GHWer« Wüo««H et ff! nM eknzuschen, warum auSgevecknet iKt Beamten damit nicht auskommen können, die in ihrer Jugend Äi-e Musik erlernt haben.__ Allgemeinverbindlicher Tarifvertrag. Der zwischen der Ortsgruppe Berlin des ArbeitgeberverbarideS des Eisen-, Eisenwaren-. Gutzwaren-, Draht- unv Draht st ifte-, Stahl-, Röhren-. Werkzeug- unv Werkzeug Maschinenhandels und dem Gewerkschaftsbund kaufmännischer Angestelltenverbände an? 30. April 1019 abgeschlos- sene Tarifvertrag ist für das Gebiet des Zweckverbandes Gros;- Berlin für allgemein verbindlich erklärt. Die allgemeine Verbinv- lichkeit beginnt mit dem 1. September 1919. Zufriedene Angestellte? Die Angestellten der Holz- und Möbelindustrie scheinen in sehr glücklichen Verhältnissen zu leben; sie haben keinerlei Wünsche in bezug auf«die Erhöhung der Gehälter oder Verbesserung ihrer Ar- bcitsverhältnisse, sind vielmehr so einig mit ihren Arbeftgebern, dass sie es denen sogar überlassen, einen Tarifvertrag für sie im Arbeitgeberverband ohne Hinzuziehung von Angestellten oder deren Vertreter abzuschließen. So behaupteten wenigstens die Vertreter der Berliner Holz- und Möbclindustriellen in einer Sitzung des Schlichtungsausschusses, die an Sonnabend, den 23. August, stattfand. Seit Monaten ist der Bund der technischen Ange- stellten und Beamten bemüht, für die technischen Angestellten der Holz- und Möbelindustrie mit den Arbeitgeberverbänden einen Tarifvertrag abzuschließen. Der Auftrag dazu wurde ursprünglich dem Deutschen Technikerverband erteilt und ging nach der Ver- schmelzung dieses Verbandes mit dem Bund der technisch-indu- striellen Beamten an die neue Einheitsorganisation der Techniker, den Bund der technischen Angestellten und Beamten, über. Aus die vielen Aufsordertzngen der Angestelltenorganisationen, in Verhandlungen einzutreten, antworteten die Arbeitgeber stets ausweichend, so daß sich der Bund schließlich veranlaßt sah, den SckssschtungSausschuß anzurufen. Dieser entschied unterm 17. Juft, daß die Verhandlungen aufzunehmen seien und ihm daS Ergebnis derselben bis zm IS. August bekanntgegeben werden soll./ Vergev- lich bemühte sich nun der Bund, im Sinne dieses Beschlusses dre Verhandlungen zustande zu bringen. Infolgedessen rief er wieder den Schlichtungsausschuß an, der am Sonnabend, den 23. d. M. dw neue Beschwerde unter Leitung eines unpartoii'chen Vorsitzenden erledigen sollte. In dieser Sitzung erklärten die Vertreter der Holz- und Möbelindustriellen, daß von feiten der Angestellten bisber noa) keinerlei Forderungen aufgestellt seien, daß also garkein Gruna zur Beschwerde vorläge. Im übrigen sagten sie, seien ja ihre Angestelllen im Arbeitgeberschntzvcrband vertreten und der werde für die Aufstellung eines Tarifes sorgen. Leider konnten die Ver- Handlungen nicht zu Ende geführt werden, i>a ein Arbeitgeberbci- sitzer nicht erschienen und ein Vertreter nicht zu bekommen war. Es soll nun ein neuer Termin anberaumt werden, doch scheint es erforderlich, daß die bis jetzt so überaus friedlichen Angestellten sich selbst rühren und unzweideutig zum Ausdruck bringen, daß sie ihre Organisation beaustragen, einen Tarifverftag zustandezubringen. Zosammevschluß der Polizeibeamten. Wie ein Telegramm aus Frankfurt a. O. meldet, beschloß der dort tagende Bundestag der kommunalen Polizoibeamten die Verschmelzung mit dem Polizeibeamtenverband Preußens und die Bildung einer Einheitsgewerkschaft im Reichsverbande der Polizei- beamten Deutschlands. Mit diesem Zusammenschluß sind 25 909 Polizeibeamte aller Dienstgrade im Preußenverbande organisiert. Die Wächter, Wüchterinnen, Kontrolleure und Wachtmeister der Wach- und Schlicßinstilute von Grotz-Berlin fanden sich in einer sehr stark besuchten Versammlung am Donnerstag, den 21. August, im Gewerkschaftshaus zusammen, um zu wichtigen Berussfragen Stellung zu nehmen. Fromkc vom Deutsiben Transportarbeiterverband referiert�' über das Thema: Die Äteorganisation im Berliner Wach- und Schließwesen. Vom Referenten wurde hervorgehoben, daß die Ge- samtlage der Berliner Wach- und Schließangestellten zu der traurig. geredet hatten, fand' eine Resolution einstimmige Annahme, in der von den Behörden verlangt wird, neue Unternehmungen nur zuzu- lassen, wenn sie die von den Arbeitern festgelegten Lohn- und Ar« beitsbedingungen anerkannt haben. Weiter fordert die Resolution behördliche Konzession für jede neue Gründung; Kontrolle darüber, daß die Bewachungsverträge auch den guten Sitten entsprechen und daß die übertragenen Objekte auch der Bewachung unterliegen; Häuserschließ- und-bewachungszwang. Ferner werden die Behörden gebeten zu erwägen, ob die Voraussetzungen gegeben sind, den Wach- und Schließdienst dem Sicherheitsdienst anzugliedern und die bestehenden Institutionen in die Kommunalisierung überzuleiten. Zum Buchhändlersfteik in Leipzig: Die Obleute und Ver- trauensleute der Angestellten des Groß-Berliner Buch-, Kunst- und Musikalienhandels versammelten sich am Sonnabend, den 23. Au- gust, im„Wilhelmshos" und nahmen nach einem eingehenden Re- serat des Leipziger Geschäftsführers des Angestelltenverbandes des Buchhandels, Buch- und Zeitungsgewerbes einstimmig eine Eni- «tüuu/» uiiu ic Quuy c|icu 1 1 i i flu uet li.uui.| w-----------■)----- �------?' u................... � � sten der Gegenwart gehöre. Unter der seit Jahren steigenden schließung an, in der sie der streikenden Leipziger Kollegenschaft bis Lebensmittelteuerung haben die Angestellten ungemein zu leiden.! vollste Sympathie ausspricht und namens der Angxstellten des Ber- Ihr Lohneinkommen�stehe zu der Lebensmittelteuerung in keinerlei i liner Buchhandels erklärt, die Leipziger Kollegen in dem ihnen aus- Verhältnis. Eine Umfrage unter den Wächtern habe ergeben, daß gezwungenen harten Existenzkampf mit allen ihnen zu Gebote Löhne von 125, 145, 165 M. steigend bis 289 und 249 M. gezahlt j stehenden Mitteln bis zur Erringung eines restlosen Erfolges zu werden. Die niedrigen Lohnsätze werden hauvisächlich noch von einigen Grundbcsitzervereinen gezahlt. Dies Einkommen ergebe Stundenlohnsätze von 44, 45 und 52 Pf. Dabei werden Arbeitszeiten von 9, 19, 11 und 12 Stunden pro Nacht verlangt. Die günstigsten Lohnsätze ergeben einen Stundenlohn von 95 Pf. bis 1 Mk. Solche Löhne können die Wachangestellten nicht befriedigen, und so komme eS vor, daß die Wachangestellten ftotz Arbeit bitterer Not ausgesetzt sind.— An Schließ- und Wachunternehmungen hat Groß-Berlin 16 Be- triebe mit 2699 Beschäftigten aufzuweisen. Tarifverträge konnten bisher mit 7 Firmen,, die 1843 Wachangestellten beschästigen, abge- schlössen werden. Das Bestreben der Wachangestclltcn geht dahin, alle Firmen in ein Verftagsverhältnis zu bringen und später ein gemeinschaftliches Kollektivabkommen zu schaffen. In den abzu- schließenden Verträgen sei anzustreben eine einheitliche Festlegung der Arbeitszeit von höchstens 8 Stunden, Einheitslöhne, Ucber- stundenbezahlung, Fahrgcldvcrgütung und Vergütung für Ordo- nanzdienste, Gewährung freier Nächte, Gewährung eines ange- messenen Sommerurlaubs, Gewährüng freier Dienstkleidung, rück- haltslose Anerkennung der Organisation und Einräumung des Mit- bestimmunpsrechtS bei der Einstellung, ftTntlohnnng und Entlassung; ferner Abschluß günstiger Bersicherunaen an Stelle der fehlenden Unfallversickerung und ausreichende Kranken- und Familienunter- stützung. Vom Korreferenten Herrn Dftektor Braun wurde die bekanntgewordene Liquidation der Wirtschaftsgenossenschaft ange- führt und es so hinzustellen versucht, als wenn dieser Belrieb auf Grund hoher Arbeiterforderungen seine Pforten habe schließen müssen. Den Wächterberuf htlte er für eine leickste Tätigkeit, die einen Anspruch auf vollwertig« Bezahlung nicht erheben könne. Bei diesen Ausführungen erweckte er die stürmische Ablehnung der Ver- sammlung.- Nachdem in der Diskussion alle Redner die Auffassung des Refe-....„..»,,,.«., a,. ..«s«fv.:»« lls'r: J;a. rrr,„„u\,„ Verantw. für den redaktion. Teil: Alfred Scholz, Neukölln: Mr Anzeigen I Theodor renken unb einige CtriMbcroiunctc girier möglichst jcfincCKn©lor.:;;, Berlin Verlag: Vorwärts« Verlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts» Sozialisierung des Berliner Wack>- und Schlicßwesens das Wort i Vnchdeuclerei und Verlaasanfialt Panl' Einger u. Co. IN Verlin. Lindcnftr. 8. unterstützen. Am Donnerstag, den 28. August, findet in den Zentral-Fest- sälen. Alte Jacobstraße 32, eine große öffentliche Versammlung statt, in der die Angestellten des Groß-Berliner Buch-, Kunst- und Musikalienhandels zur Unterstützung des Leipziger Streikes Stellung nehmen, Dem ichcr Mctallarbcit er lxac Uhren, Rinac. Brillan- Herrenanzüge! Herrenpale-„n, filb-rne Taschen, unter tots! Alvaeataschenl Schmuck- Tarvreiscn im Leihhaus Mo- fachen! Leihhaus! Warsdiauer- i rit,plab, 53 a. 117K' graste 7�_ 114«' 1- c - j Anzüge, neu, 250,(friste, Elektromotore, 220 Gleich- 1 Bcrlin-Rosenthal, Knrrit- ström bis zu 2 PS. haben stenstraste 7._ 43sl2 laufend abzugeben Gebrüder( Rahmalchin«, Ringschiss- Sandmeycr, Markgrasenstraste ch�� qp, erhalten, alte 55a._ 70« Küchencinrichtimg verkauft Einnerla-gschiss,(fabrikat®UCJ' P->ppel-Alle« 50 III. t57 Wertheim, Zcntralbobbin. J.-Pry;'c i: J'i- 1 1 1 J auch gebrauchte.«aliski,. n wH 1kl itzji Ä« Viiiliin Sürnbcrflcrstt. 64, Chaussee-| Papiergeschäft, gu/gehendes, strafte 73/74. 81« f; c i n, Stube lind Küche ver- Dezimalwagrn. Tafelwagen,, käuflich Thaerstr. 6. 197 Gewichte lielerl ab Borrat. Wagner, Cäpenickerstraste 71. Leihhans Rosenthalcrtor, Linienstraste 293 4, Ecke Ro- sentbole-strastr. nur l Trevve, Gesunde,,! haben Braut- lcute, dast man durch reellen Möbeleinkaus viel Geld spart! Ich empfehle meine enormen Vorräte gediegenster Speise-, Serren-, Schlaszimmer. KU- chen, Polster- und Ergän- zungsmöbel zu niedrigen Preisen. Sländia Gelegen. heitskäuse! Bcfichtiaung führt zum«aus!..Berliner Mö- belhaus" M. Hirschowist, nur Südosten, Skalisterstraste 25. Hochbahn«ottbusertor. Metall betten, weist, schwarz, braun 75.—. Chaiselongues 75,—. Melcke. Auguststraste S2Ä~" CuMacbäube enrierte. Bwufüchse' und alle anderen Mäbelkredlt. Beaueme An- Pelzarlen, Taschenuhren. Bfiil-:»nd Abzahlung. Einzelne kanten. Silbertaschen. Alpaka- Möbelslücke sowie vollsian- taschen, Herrengardcrobc.» dige«ohnung-einrichtungen. -®»Scr Lerkaus in ���eschad.gte �und� Bor- dinen, Kua�ar�! balten Rabatt. Gustav Gä- fter von 39 Mark, Zuagar-\ Stralauerplast 1/2, Ecke btnen, 2. eres, Portjctcn, Srudifftrafte, am Schleffschen Rlesenauswahl in Tischdecken, Babnhos. 137«' Dwondecken, Tullbettdccken.-——-————, Steppdecken, Wasseldeckcn., Miibri-Grost, Groste � Frank- kepviäle. Läusersto se. Brücken.- kurter Strafte>41 zweites Se- Bettvorleger, Federbetten, Invaliden strafte 5, Ecke Bettwäsche usw. Alles Frie- Ackersleafie, liefert stets zu btl- densware, Ehrmann, Fran- 9Uie Möbel ge- ipnsfrGv«' 9 u Etke Eisenacber-' �, oder beaueme Tel!» kenstraftc 9 u. Ecke auenomer ,a6,un Kriegsbeschädigte er- . ern-,. halten Rabatt, Anzeige mit- H-ndlelterwagen sowie dringen. Wert ö Mark. �UrSder v-riauft Kowal-tt. � � � biV lm Bdjmtbfttaftc 43.--- 48/5_ matj l.g„, pljch. Sleitromaterial, Leitungs- vine. Unerreichte Auswahl. drähte, Liste», Glühlampen! Billigste Preise. Direkt ab posier. Brückenstrafte 15a._ j ffiabrif. Kllchcnmöbel. Fabrik- Nähmaschinen zu verkaufen, Lager. Nur Grofte Frank- »uch Teilzahlnna gestatlct., surterstrafti 4, Eck« Frucht- tzahn. Prenzlauerstraft« 29.> strafte.' Wohn- unb Echlaszimmbr 1559, 2825. Divlomot, Eiche, 425, englisdie., Bettstellen 800, ! Küchen 450, Speisezimmer bil- | ligff verkaust Lombardhaus Wenaer, Alte Schönhauser- strafte 20. 119«' Rciewske'i, Möbelhaus, Badftr. 66. Spezialität: Ein- und Zweizimmer-Einrichtun- gen. Rlesenauswahl, konkur- renzlos preiswert. Schlaszim- � mcr mit ssriedensdrell-Aus- lagen 968— 6575, gediegene Sveisezimmer 915—7765, Eichene Serrenzimmer 1046 b. 6500, moderne Wohnzimmer 549—2840, entzückende Küchen mit bunter Verglasung 895 b. 1925. Billige Einzelmöbel. Lanqiahrige Garantie. Lieferung kostenlos, auswärts frachtfrei. Lagerung unent- geltlich. Kein Kaufzwanq. Wohnnngs-Einrichtung, voll- ständia naaclneu, spottbillig. Elfasserstr. 6. vorne II linksgewerblich). ftiO Adam. Reue Pianos wieder in erstllasfiqer Qualität. Münz strafte 16,__ 151«* Adam. Harmoniums, Münz. strafte 16._ 151«' Adam. Etustflllgel, grofte Auswahl. MUnzstr. 16. 151«' Adam. Reparatur-Ctimm- Werkstatt. MUnzstr. 16, I5l«' Planosahrik Lehmann, Lichtenberg, Möllendoristrafte 49, bietet in ihrem Magazin, Leivzigerstrafte 115. und Gr. Franksurterstrafte 196' eine sehr grofte Auswahl in Pia- nos, Harmoniums,«unstsviel- Pianos. Harmoniums mit eingebautem Sviclapparat. Evielapparat für jedes Aar- monium paffend, ohne Noten- lenntnisse sofort spielbar. Flügel sehr preiswert. 162«' Pia»», eleqante« schwarzes, 1800,—, Nuftbaumviano 2800 Mark, Konzertviano 3500,—, verkaust Ernst. Oranienstrafte lSOlll._ 119«' Mandoli»», Laut«, Gitarre, Wandermandoline 45.—, erst- klasfige 85.—,«onzertlaute 125.-. 145,- sUnterricht 3.- Monatshonorar, eventuell lOstündige Echncllturse), «llnstleroiallne mit Zubehör 145.—, Konzertgeige 85.—. Ernst, Oranienstrafte 166 U1. OBzamnam Fahrraddecken, Schläuche billigste Bezugsquelle für Wiedcrveriäufer. Schwandtke, Linienstrafte 19._ 43/4* Fahrradmäntel 50,—, Schläuche 25,—, Auslands- wäre. Decken 85,—, Schläuche 45,—, Dralftdecken 75,—, Schlauchreifen preiswert Streesc, Grüner Weg 18. , Borwärts'-Nummern gesucht. Wir suchen dos 1., 2., 3. Vierteljahr 1915 und das 4. Vierteljahr 1918 kom- plett, gebunden oder lose, zu kaufen. Osserten mit Preis- angäbe unter W. 32 an die Hauptcrpedition des„Bor- wärts".' Bierllng-Pianos, neue, gute gespielte, wohlseile Gelegen- heiten.«ottbuserltr. 5. 75«' dSSSHSIO Piano», besonders billige Gelegenheiten, gut«. ge- brauchte, prächtige, neue. Pianohaus Max Becker, An- dreasstrafte 47. 43«' � Rnftbaumpiano, Pracht- j instrument, Panzerstimmfiock, Gorantieschein, 2100,—, BIllth-, nerviano spottbillig. Piano-! speicher Aleranderstraste 87 sAIeianderplast)._ 169«� Piano», prächtige, neue,«e brauchte, mäftige Preise, be- quemste Ratenzahlung,«ata- log kostenfrei. Sachter, Ora- nienburgerstraft» 42. 14«* Rabeusteln-Piano. Friedensware, nuftbaum, schwarz, grofter Ton, preiswert. Münz- strafte 10 III. 74«' Harmoniums, eigenes beut- sches Fabrikat, Saugwind, edler gesangreicher Ton, von 421 Mark an. Auch aus Amortisation. Befichtigen Sie mein reichhaltiges Lager. Wilhelm Spaeth«, Potsdamer Strafte 136/37. 2769b' Pianos, neue, erstklassiger Qualität, eiche, nuftbaum. schwarz,«onzertharmonium, mäftige Preise. Kellner, Laudsbergerstraftt Üb. 154«' Platinabfälle. Gramm bis 39 Mark. Zahngebiffe in Platin, Gold,«auischuk zu höchsten Preisen laus! Metall- konior Alte Ja«» l> strafte 138, Ecke Hollmannstrafte. Morist- Plast>2358._ Iftsr Platinantaus, Goldabsällc, Silberabsälle, Zahngebiffe, Münzen. Frau Linke, Blü- ä, erst laste 4<).__ 155«* Mesfingabsällel Oueckfflbcrl «uvserabsällel Zinnabsälle! Aluminiumabsälle! Stan- niolpapier! Bleiabsälle! Zinkabsälle! Platinabsalle! Zabngebiffel Bruchaold! Sil- bekbruchl hödistzahlendl Fabritpreise!„Metallschmelze Baiuch" Fenn strafte 48._____* Metallabsälle.«upser. Mes- ffng, Zinn, Nickel, Zink, Aluminium, Queckfilber, pho- togravhische Rückstände, Pia- tin. Gold- und Silbcrobsälle, sowie alle anderen Metalle kaust„Metallkontor". Alte Iakobstrafte 188, Ecke Hollmannstrafte. Tel.: Morist- platz 12 858.__ U4«- Platin, Silber, zu Origi- nal-Cchmelzpreisen kauft Me- tallsäimelze Cohn, Brunnen- strafte ll. Hos, und Neukölln. «aiser-Friedrichstr. 229 lnahe Hermannplatzj. 194«* Platin, Gramm 22 Mark, Gold. Silber, Quecksilber, Zahngebiffe,«upser, Messtng kaufe» Höchstzahlend Fried- länder II. Co.,«ommandan- ten strafte �9 1.___ 117«* Platin-, Sold- und Silber- Abfälle, Queckfilber.«eilen, Ringe. Beffecke, Uhren, Tasel- aussiiste. Treffen, phologra- philche RücksiLnde, Paviere. Glübstrumvsasche. alte Zahn- gebiffe, lolveiersaures Silber, deren Rückstände und Gefräste usw. kaust Platin» und Sil- bersdnnelzerei Broh. Berlin, Cövenickerstraste 29, Televhon: Moristvlast 3476. Eigene Sdimelze. direkte Berwertung, «lavier oder Flügel, even- tuest Harmonium, kaust Schachlschneider, Buckower- strafte 14 III, Preisangabe er- beten.____—___ 110«* Wir find Groftkänser sämt- lichcr«upserieitungen und Listen ieden Quantums zu den höchsten Tagespreisen. Paul Fleischer, Skalisterktr. 43, Clektromaterialien-Grosthand- lung, Fernsprecher: Morist- Plast Rr. 775, 1959, 1931. 39/17. Metalle jeder Art zu höch- ffen Preisen kaust laden Posten Zweig, Invaliden- strafte 142. Norden 9649._* Leitnngsdrähte, Kabel. Listen, Anler-, Svnldraht, Wachsdraht kaust höchstzahlend Elcktrobureau Oranien- strafte 199. Moristvlast� 4916. Koldankans. Plalin, Zahn- aebiffe in Gold, Silber. Frou «nuth, Zionokirchstr. 54 II.* Zev'lloidobsälle, Schallvlat- ten, Wachswalzen. Glüh- strumpsafche kauft..Metall- kontor". Alte Iakobstr. 138. Ecke Hollmannstrafte.(Morist- Platz 12 858.)__ 114«* «ans« jeden Posten«upser- leltungen. Kabel zu den höch- sten Preisen. Elektrobllr», Langeste. 2? I, Ecke Andrea»- strafte. Alexander 3939. Ii 8«' Elcktrilche Leitungsdrähte. Listen. Kabel kanst vrelewert A. Etbnmann. Gräfte Frank- surterstrnfte LI 11.«önig- stadt 9314. 71«* «upserabsälle! Oueckstlbet, Mesüna. Zinn. Nickel, Zink, Blei, Aluminium, Stanniol, Zahngebiffe, Glühstrumps- asche, Platin, Bruchqoid, Eilberbruch, ketten. Ringe, bödtstzahleno.„Me'ollsc/'mclze Cohn*. Brunnenstrafte 11 und Neukölln,«aiser-Frie- drichffraftc 229 lnahe Her- mannvlast).__ 134 R* Suchen Pachtungen ieglicher Art. Passende Pächter vor- handen. Bureau.Klug", Friedrichstrafte 131 II. 71« Spiralbohrer, Werkzeuge. nur neue. Motore. Schreibmaschinen, neue und ge- braudne, kaust lausend Richard Berlin, Moabit. Lü- beckerstrafte 16._ 78«* Altmetall, Queckfilber tauft Peters, Prcnzlaucrstr. 24. 19« Altmetoll, Queckfilber kaust Peters,�Rcinickendorserstr. 12. Altmetall, Queckfilber kaust Mödus, Waldstrafte 3. 99« Altmetall, Queckfilber kauft Ermel, Gubcncrstr. 59, 99« Altmetall, Queckfilber kauft Degencr, Bahnstrafte 46, Schöiieberg.__ 99« Magnete, Vergaser, Auto- pneus, Benzin kauft ständig zu hohen Preisen Schräder. Reinickendorserstrafte 118, nahe Weddingplast Moabit 6935,* Englischen Unterricht für Anfänger und Fortgeichrit- te»e, sowie deutidic und sran- zöfische Stunden erteilt G. Swienty, Charlottenburg, Stuttgartervlast 9. Garten- haus IV._* Elektrotechnik. Ausbildung durch Qberingenieur: Schlieft- fach 8. Postamt 68. 3571b* Tanzschule Friedrich-Donath, Michaelkirdifirafte 39, Täglich Ansängerkurs-, Moderne ! Tanzkurse, Schlllerzirkel,«in- derzirkel,__ 41/17* j Tanzschule Friedrich, Dre»- i denerstrafte 52/53. Täglich Ansängerzirkcl, Schlllerzirkel. Maftkorsetts. strafte 5. Fedrbelliner- 112«' Zahngebiffe, Platiuaablälle, Queckfilber, salpeterlaures Silber, sowie sämtliche Edel- l metalle und Ilncdelmetalle. Elektcische«abeldrähte, Zellu- loide, Filmabfälle, Glüh- I strnmpfasche, kauit höchstzahlend„Silderschmelze Chri- stionat", nur Köpenickerstrafte 20s /gegenüber Manteuffel- «ostenlole Rechtsberatung! Ehercchts-, Etrasrechis-Epe- zialist! Prozcftiiihrungl Ge- luchel Rechtshilisfielle Neu- kölln, Bcrlincrftrafte 192 lHermannplast). 32«* strafte). 53,41* Schellack. Seim, Kilo 8 Mark kausi Rtddach,«rossener- strafte 17.__+106 Tafelleim kaust leben Posten, Kilo 9,—, Better, Berlin-Lichtenberg, Holtei- straft« 26, 48/15 Lauimädchcn, junges, guter Familie, gesudit Monbijouplast 1..__ 43/13 Zlitunqsansträgerin verlangt die Borwärlsausgabe- stelle Ackerstrafte 174. am Kovvenylast._» Weibliche» Hausversonal findet nach Wunsch lostenlo» geeignete Stellung nach ver- traglich geregelten Axbeits- bedingungen durch Ardelt»- uachwei» der Stadt Berlin, Ableilung für Hau»pers»nal, Eichhornstraft« 1 /nah« Pot»- damerplatz), Belli-Alllance- plast 5, Paulstrafte 1 tos» Kriminalgericht), Koppen- strafte I /am Etralalierplast), Gormannstrafte 13. Meldun- gen mit Papieren nammit» tag» 4-7 Uhr. 722«»