Nr.4S4 S�.Flchrg. ätmcOSticl. t—«K, ounofl. V- SB. fiel tn»F»nl». voraus ettjibas. Post. fifWB' SlonatUdi Ml. extl. Zu. stellimgsgrdUIir. Unler«riu»>»uUl für Deutschland und OrNerreich. Ungarn 6�5 üHt, fUr da, Ubngt«ui.ond 10 25 MC. bei iägiich emmaL Rufli liun# 8 25 MC. PostbesieUunken ne&men an Danemarl. Holland. ßttiemtmiß, Schweden tu die Schwei». Eingerragev w die PoN-Zeittürgo-Pretolifle. Der.VorwLrle" mn der Sonntag». deilage»Voll u. gert' erscheint wuchert. täglich jweunal. Sonntag» etrunai. Telegramm-Adresse! »Sozialdentokrat SerNo». Morgen-Ansgabe. berliner Volksblatt. » (ispr«nn-s) LluzetgenvretS: Dt»«chigefpalteue Sioiiparcillezeile tostet IS» Ml»ltlaln« Anzeigen-. da» fettgedruckte Won 60 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte).>ede« weitere Wort 40 Lsg. Stellengesuche und Schlafstellenanzetgen das erste Wort >0 Pfg.. Irdes weitere Wort SO Pfg. Worte Uder 15 Buchstaben ziilsten für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50%. Familien• Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Verein»- Osttzerge» 1,50 Ml. die stelle Anzeigen fllr die nächste Nummer mästen bis» llhie nachmittag» im Hauptgeschäfi. Berlin EW 6S. Lmdenstraste L. abgegedeu werden, lveliifnel von 9 Uhr früh die 5 Uhr abend». Zentralorgan der fozt aldemohrat» reben Partei Deutfchlande. Neüaktion und Cxpeüition: EW. öS, Linöenstr. Z. Zscrnivrechcr: Amt iviortirvlatz, Str. 1.51 iKi-I.1l 97. Dienstag, den 26. August 1919» i vorwärts-verlag G.m.b. H., EW. öS, Linöenstr. 2. Zrernsprccher: Amt Mortiiplatr, Nr. 117 sift— lir. Die Internationale öer Metallarbeiter. (Eigener Drahtbericht de».Vorwärts'.) I» der Sitzung de» Z»«tr»lk»«itees der Schweizer Mrtallarbeitergemerkschaften, die in Gurten bei Bern am 23. August stattfand, und an der Delegierte der belgischen, öfter- reichischen und deutschen Metallarbritergewcrkschaften alö Gäste teil- nahmen, deschloß der Kongreß der Schweizer Metallarbeiter, der seit Freitag im Bolkehaus zn Bern tagte, die W i e d e r h e r st« l l u u g des Jutornationalen Verbandes der Metall- arbeitergewerksch asten. Der Internationale� Kongreß wurde für den zweiten Sonntag im Februar 1020 in Bern' fcftgcsctzf! Der Schweizer Mrtallardeiterverdand übernahm die Einbernfung der Tagung. Die Schweizer Metallarbeite? gegen ba« Rätesvftem. Bern, 24. August. sSigcner Drahtb:richt des„DorwärtS".) Ter Kongreß der Schlvcizer Metallarbeiterverbände hat soeben seine dreitägige Tagung, die in dem BolsShaus zu B c r n stattfand, beendet. Nachdem er einige Benvalttuigbfragcn erledigt Hatte, die sich aus die Bcrminderung deS Kastenbestandeb infolge der Grippe- rpidemie bezogen, wandte stch der lkongreß dem Hanptpiinlt feiner Tagcsorjznung z», der Stellungnahme der Schweizer Metallarbeiter' zu der augenblicklichen Lage. Die Verbände von'Zürich, Basel und Genf machten BorfrlilZge, die darauf abzielte», die Macht des Zentralkomitees einzuschränken, indem sie den Lckalgruppcn von mehr als lCIll) Mitgliedern das Recht geben wollten, einen streik zu erkläreu. Sir machten kein Geheimnis daraus, daß hinter ihren Borfchlägen sich die Absicht verbarg, Arbeiter- und Sol- d a t c» r L t e zum Kampf gegen den Kapitalismus zu gründen. Diese Vorschläge wurden heftig bekämpft; die Ab- stimmnng ergab ihre Ablehnung mit Hü gegen 41 Stimmen. Eine Entschließung von Ehaux-de-F»nt.s, welche dem Z e n- tralkomitee daö Vertrauen aussprach und es byt, sich an dir Statuten zu halten, wurde mit überwältigender Mehrheit an- genommen. Die Entschließung der Schweizer Metallarbeiter, die so dicht nach dem Basier Parteitag erfolgte, zeigt, daß in dem Ber- band die gemäßigte Richtung überwiegt gegenüber den Methrde», welche der Basier Sozralistentgg beschlossen hafte, Ein- mutig beauftragte der Kongreß das Zentralkomitee, Schritte zu unternehmen, um den PolkSrat Genossen Platten auS seinem Gefängnis in Bukarest zu befreie». Euglif&e Hewerkschaften gegen Streiks» Eine Erklärung des Generalverbandes. Reuter meldet: Der Bierteljahresbericht des General' Verbandes der englischen Gewerkschaften entbält eine Warnung de« Le'lnngsaus'chusie« dahingehend, daß der Zeilraum vom November diese» Jahre? bis zum Mai de« nächsten ichickial«- schwer, vielleicht verhängnisvoll iein wird, wenn man nicht zur Einsicht iomme und die Erzeugung nicht vermehrt werde. fe»reiks. die halten vermieden werden können, seien voreilig ver« kündet, urld die Fonds de» Verbandes niiplos vergeudet worden. Einige dieser SlreikS seien politischen Ursprung« und nicht gegen die Kapitalisten, sondern gegen das Gemein- Wesen gerichtet gewesen.__ Ein pariser Streikbeschluß. Paris, 2si. August. In einer Versammlung der Dock-, Lager« und Koblenarbeiter wurde einstimmig der G e u e r a l st r e i l beschlossen. Die Schiedslommission halte die achtstündige Arbeitszeit, einen Togelohn von!f5 Fr. und als Lohn für ll e b e r st u n d e n 4 Fi:, festgesetzt. Die Versammlung hielt jedoch au dein kürzlich aesosilen Beschlvst aus den A ch l st n u d e n, t a g und 2V Fr. Tagclohn bei Unterdrückung der Ueber- stunden fest,__ Der Vormarsch gegen Rußlanü. Pitnzerwasien gegen Petersburg. Siocner Drohtberich» deS„Vorwärts", „NtitiOtiftliidruHe"»rsährt au» Revnl, daß verschiede»« Bor- fälle, u. a. die A n i» n s t zahlreicher Panzerwagen mit voller Bejevung aus eine de» or stehend« Akttou gegen PeterSdnrg schließe» lassen. Schassung öes Keichsheeres. �Ä>ie Koiteipoudep.z H o f i m a n n meidet: De« Reichs- Präsident und der g! e, ch« w e b r m, n> st e r sind zum Besuch de» Boheriichen Tiraie» in München eingelrosten. Heut« vor- mittag»und die Uebxrgabe de« bayerischen Kontingent» an da? Reich statt. Gegen die Blockade Rußland«. Der sozialistische Abgeordnete Trnest L a f o n t wird den Minister de? Aeußern in der Kammer über die Blockade R u st l a n d s interpellieren, das nach seiner- Ansicht mindesten» wie ei« neutraler Staat behandelt werden «üstl«. i Unterhandlungen mit der Ententekommisilon Der Pressedienst des Oberpräsidenten der Pro- vinz Schlesien teilt mit:» Zm Breslasier Landeshause fand am Mantagintttag eine informatorische Besprechung der zum Reichs- und Staats- kommissar H o e r s i n g entsandten Entente- Militär- k o m m i s s i o n mit den Vorständen der schlesischen pro- vinziellon Behörden statt, zu der Vertreter der oberschlesischen Behörden und der Industrie, sowie die Führer sämtlicher oberschlesischer Gewerkschaften geladen waren. Oberpräsidcnt P h i l i o p bcgrnstte die unter Führung des englischen Oberstleutnants T i d b u r y stehende Kam- Mission; er sprach die Hoffnung aus, daß ihre JnformationS- reise durch das Aufstandsgebiet dazu führen werde, die Entente von der Haltlosigkeit der von polnischer Seite gegen die deutsche Regierung und das deutsche Militär erhobenen Anschuldigungen zu überzeugen und die ivahren Triebkräfte der bedauerlichen Vorgänge in Oberschlefien festzustellen. Er bedauerte, däst trotz seiner Aufforderung an Korfanty ihm die Adressen Polnischer Vertrauensleute zur Teilnahme an dieser Sitzung nicht angegeben worden seien. Zunächst entwarf der Reichs- und Staatskommissar in längerer Rede ein Bild von den politischen Verhält- n t s s e n in Oberschlesien und ihrer Enttvicklung seit den ersten Monaten des laufenden JahreS. Er ivivs an der Hand amtlichen Materials den inneren Zusammenhang der s p a rta ki stis ch e n und nationalpolnischen Bewegung noch, schilderte das Zusammenarbeiteil beider Organisationen und ihr Bestreben, dle oberschlesische Ar- be itersch a ft dnrch mastlose Verhetzung ihren p o l i-- tischen Zwecken dienstbar zu machen. Generalstabschef Major Hesterberg erörterte die m i l i t ä r t s ch e Lage und betonte die Mitwirkung reguläter polnischer Truppen an der Ailfstandöbeioeguna. Der Kommissar der Milttärpolizei, Hornig stellte Material zur Verfügung, aus dem die geheime Arbeit der grostpolnischen Pro- p a g a n d a und die umfassende Vorbereitung des Auf- standcs durch die Polen klar hervorgeht. Die Aussührungen der behördlichen Stellen wurden durch alle weiteren Redner der oberschlesischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerschasb im einzelnen vorbehaltlich bestätigt. Oberstleutnant T i d b u r y dankte namens der Kommission für die Informationen, erbat stch weiteres Material und sichert völlig objektive Prüfung des deutschen Stand- Punktes»nd des deutschen Materials zu. Die Mission begibt sich am Dienstag früh zunächst nach Gleiwitz. Sntenterat unü öeutsche KoHlenlkefcrtm g. Jnter dem Vorsitz von Clenuniceau hörte der Oberste Rat ver- schiedene Berichte über de» österreichi'chen vertrag an. Der Rat nahm ciur Durste», mg 2b;u1|(ut» über die Kvhsenfragc zur Kenntnis. Der Minister gab bekanm, daß die deutschen Lieferun-r««ingcsetzt hätte», aber er verbarg nicht, daß die gelieferten Menge» hinter der Erwartung zurückblieben._ kämpfe mit polnischen SanSen. Die 32, Neichswchrbrigade teilt mit: In der Nacht vom 24. zum 2ä. August fanden an zahlreichen Stellen Uebc.c fälle von polnischen B a n.d e n und rcgu- lären Truppen statt, Bei den Angriffen hatten die Äufrührer schwere Verluste. So wurde die Feldwache Goczalkowitz erneut von polnischen Banden angegriffen. Der Angriff wurde abgewiesen. In Gegend L o n k a u fand ein F e u e r g e f e ch t statt, das jenseits der Grenze durch Maschinengewehrfeuer unterstützt wurde. Die Feldwache in Dembina wurde nachts vpn polnischen Banden' und regulären Truppen überfallen. D*i Lage wurde dort wieder- hergestellt. Eigene Verluste hierbei: �>rei Tote, drei Verwundete. Ein nächtlicher Angriff auf eine Kompagnie in Georgenberg wunde abgewiesen. Hierbei erlitten die Auftührer schwere blutige Ver- luste. E« wurden erbeutet-in leichte« Maschinengewehr und zahl- > reiche Gewehre._ Rücktritt Schneppenhorsts. D« nach den Bestimmungen der ReichSverfafsung all« Teile der Wehrmacht deS deutschen Reiches unter dem Ober- beftchl des Reichspräsidenten getreten sind und die Selb- stündigkeit der Heeresverwaltung der einzelnen Länder aufge- hört hat, ist der Minister für Militärangelegenheiten Schneppenhorst von seinem Amt zurückgetreten. Die flkksröSohnfrage. Die schwere Kohlenkatastrophe, die wir unmittelbar vor uns haben, und die in erster Linie in unseren Verkehrs- nöten begründet liegt, hat die Diskussion herausgefordert, über die Mittel, mit denen man eine Gesundung herbeiführen kann. Die Arbeitsleistung in Deutschland ist stark vermindert. Alles Elend, das wir vor uns sehen, wurzelt darin, daß nickst nur kein Prodiiktionsüberschich zum Wieder- auffüllen der erschöpften deutschen Wirtichastsreserven, son- dern selbst nickst so viel geleistet wird, als das deutsche Volk alltäglich an Werten verbraucht. Darüber herrscht allgemein Klarheit, daß die prekäre Situation, die Deutschland jetzt ducchlobt, nur durch ge- st e i g e r t e Arbeitsleistung gehoben werden kann. Seit den Tagen der Revolution stich eine Unzahl goldener Worte der Mahnung zum Pflichtgesühl gegenüber der(sk- samtheit verbreitet worden. Der Erfolg ist airsgöbliebeii. Unser Volk ist krank, so krank, daß die Ratschläge des Arztes allein nicht mehr für die Heilung genügen. Es bedarf des kühnen Eingriffs, um den Gesundungsprozeß zu forderen. Die Revolution in Deutschland hat, wie in Rußland-und in Ungarn, durch den Niederbruch auch der Autorität in der Produktionsleitung viele unselige Hemmungen ausgelöst, so sehr wir im Anfang begrüßt haben, daß die Akkordarbeit be- seitigt worden ist— weil in einem Staate mit gesundem Pflichtgefühl aller Volksschichten es keines äußeren Zlvangs' mittels zur' Arbeit bedarf--- so groß ist die Enttäuschung darüber, daß die Pflicht zu nützlicher Arbeit �für das Volks- ganze nickst überall geübt wird. Heute ernennen gerade in der Arbeiterschaft recht erhebliche Kreise die Notwendigkeit, die Bezahlung nur nach Maßgabe der Anwesenheit im Be- triebe zu reformieren und an ihre Stelle die Bezahlung der wirklichen Arbeitsleistung zu setzen. Ter Umstand, daß der Arboitsunlustige den gleichen Lohn erhält, als der Arbcitslustige* wirkt lähmend auf die guten Ele- menfe in der Arbeiterschaft. Sie fragen sich mit Recht, warum sie für ihre treue, gewissenhafte Arbeit genau so bezahlt werden, als andere für mangelhafte Arbeitsleistung. Wir befinden uns heute in Deutschland in der gleichen Lage, wie zu gewissen Zeiten die Räterepubliken in Ruß- l a n d und in Ungarn. Auch dart war unter dem an sich sympathischen Zeitlohnsystem die Arbeitsleistung von Woche zu Woche gesunken und schließlich auf eine Tiefe gekommen, die das schlimmste Wirtfchastselend erzengt Hot. In Ungarn wie in Rußland hat man stch gezwungen gesehen, einen A n- reiz für die Erhöhung der Arbeitsleistung zu schoffen, und man hat in beiden Ländern nur den einen Ausweg gefun- den, die wirklich geleistete Arbeit statt der Arbeitszeit zu bezahlen. Man ist zum Akkord- und zum Prämien- l o h n s y st e m übergegangen und Hot damit einen günstigen Erfolg gehabt. Jetzt stehen wir in Deutschland, namentlich durch die große Gefahr angeregt, die infolge der Produk- tionsvermindernng in den Etsenhahnweickstätten für unser Transportwesen aufgetaucht ist, vor der Notwendigkeit, gleiche Maßnahmen zu ergreifen. Die Regelung der Lohnfrage muß so erfolgen, daß der tüchtige Arbeiter entsprechend seinem besonderen Fleiß den höchst denkbaren Lohn erreichen kann und daß der träge Arbeiter gezwungen ist, ein gewisses Minimum von Arbeit zu leisten, wenn er einen auskömmlichen Lohn erzielen will. Der eine Weg. diesen Zustand zu erreichen, ist die Ein- führung der Akkordarbeit. Die Akkordarbeit ist, ffernünftig gehandhabt, die gerechteste Grundlage für die Bemessung des Arbeitslohnes. Und darum haben die Ge- werkschasten in den vielen Iahren ihrer Praxis sich damit abgefunden: ihr Kampf.galt niemals der Akkordarbeit als solcher, sondern nur den Auswüchsen, durch die die Arbeiter- schaff geschädigt wurde. In den Eisenbahnwerkstätten ist der Einzßlakkord nur in gewissen Fällen möglich. Es arbeiten häufig ganze Gruppen von Arbeitern an einem Arbeitsstück und dieser Umstand erfordert Akkordgruppen zu bilden, die sich dann in den Arbeitspreis für das ganze Arbeitsstück teilen. Den vernünftigen Arbeitern wird die Akkordarbeit ohne weiteres als erwünscht erscheinen, weil sie damit ibrc Arbeitstüchtigkeit unmittelbar in beträchtlich höhere Löhne umsetzen können, als sie heute durch den Stundenlohn erreichen. Neben der Akkordarbeit ist ein sonst in Deutschland be- kämpfte?, aber in Rnsland mit sebr viel Nutzen angewen- dete? System der P r ä m i e n l ö h n u n a 4» erwögen. In Rußland hat man die geltenden Arbeitslöhne zunächst fest gehalten. Sie bildeten die Vezahliing für die Arbeitsleistung, die zuletzt erreicht worden ist. Für da«, was dav« « über hinaus gearbeitet worden ist, wurden den Arbeitern besondere Pramienzuschläge auf den Lohn gewährt. Diese Prännenzuschläge wurden nach oben progressiv erhöht. Nach den Mitteilungen der Sowjctregierung über die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat das Lohnprämiensystem einen außerordentlich günstigen Einfluß auf die Hebung der Produktion ausgeübt. In einzelnen Fabriken ist in ganz kurzer Zeit die Arbeitsleistung zwischen 25 und 40 Proz. gestiegen. Die Wirkung des Akkordsystems und des Prämienlohnes könnten aber noch gesteigert wenden dadurch, daß man den Arbeitern, die über ein Minimum von Arbeitsleistung hin- ausgelangen, besondere Bons zuweist, mit Hilfe deren sie sich Lebensmittelzulagen für Schwer- und Schwerst- arbeiter beschaffen können. Dadurch' würde der Arbeiter, der sich mit Fleiß und Pflichtgefühl für die Interessen der Ge- sanitheit einsetzt, nicht allein in die Lage versetzt, sich einx höhere Zahl Papierscheine zu besorgen, sondern auch die ver- brauchte Arbeitskraft durch eine größere Menge hochwertiger Nahrungsmittel wieder aufzufrischen. Nicht der Lohn allein ist in der Zeit der heutigen Nahrungsschwierigkeiten ein An- reiz, sondern die Möglichkeit, mit diesem Lohne die Ernäh- rungslage des Arbeiters in seiner Farmlie verbessern zu können. Es wäre möglich, das erforderliche Mehr an Nahrungs- Mitteln durch eine rücksichtslose Jagd auf den Schleichhandel zu erfassen. Die Nutznießer des Schleich- Handels sind in besonderem Maße die Kreise, die einen höhe- ren Lebensaufwand sich gestatten können und die an der Pro- duktion der notwendigen Waren ani lvenigsten oder gar nicht beteiligt sind. Wenn diese auf schmale Rationen gesetzt wer- den, so ist das ein durchaus gerechtes Unternehmen, denn da- durck würden sie am ehesten angereizt werden, eine nützliche Arbeit zu leisten. Die große Not, in der unser Volk sich befindet, rechtfertigt jede Maßnahme, durch die der Gesamtheit eine Erleichterung verschafft wird. Für die Rettung unseres Volkes müssen alle Vi i t t e l angewendet werden. 5ransps?tkrise unö Wasserstraßen. • Daß die Kohlenkrise zu einem wesentlichen Teile eine TranSportkrise ist, wird jetzt fast allgemein anerkannt. Mit- schuldig daran ist, daß die Eisenbahn nicht genügend mit der Binnenschiffahrt Hand in Hand, ar- beitet, um den Aufgaben des Transportes gerecht zy werden. Das Ministerium der öffentlichen Arbeiten in Preußen be- sitzt keine Dienststelle, die sich mit der einheitlichen Ausnutzung der Wasserwege befaßt. Vor dem Kriege bestand eine ähnliche Einrichtung überhaupt nicht. Erst im Jahre 1916 wurde die Schiffahrtsabteilnng beim Chef des Feldmenbahnwesens ge- gründet, mit dem Ziel, den Wasserverkehr ini kriegswirt- schaftlichcn Sinne zu heben. Da sie nur eine militärische Dienststelle war, schwebt ihre Tätigkeit jetzt sozusagen in der Luft. Heute tritt die Notwendigkeit einer planmäßigen Organisation des gesamten Verkehrs in den Vordergrund. Eisenbahnen und Wasserstraßen müssen ge- wuchnehismn auf das wirtschaftlichste ausgenutzt iverden. Wie rückständig noch gearbeitet wird, ersieht man daraus, daß die Eisenbahnen ihre Dienstkohle selbst nach solchen Orten, die unbkiNclabr an einem Flußlaus liegen, noch heute mit Güter- zügen befördert. Ties ist insbesondere im Osten der Fall, wo eine plötzliche Umschaltung der Transporte auf dem Wasser- i wege bei den gelingen Vorräten der Eisenbahnen nicht Plötz- lich erfolgen kann. Bei allmählicher planmäßiger Einschaltung der Wassertransporte aber könnten diele Schrtvi er ig leiten-zweftellos überwunden werden, zumal bei der großen Gefahr einer Kohlenkrise für den Winter man auch vor dem Radikalmittel nicht zurückzu- schrecken brauchte, alle irgendwie verfügbaren Lokomotiven und Güterwagen dem übrigen Verkehr zu entziehen und für Zwisthenakt. � Skizze von Heinrich Richartzanken schlaff herab. Aber dann straffte sich ihre Gestalt wieder und sie sagte gereizt:.Wenn Sie mich hilflos glauben einem Gebaren gegen- über, das an Gewalt grenzt.— ich werde die Dienerschaft rufen." „Nein, mein gnädiges Fräulein. Sie werden das nicht tun und mick"anhören. Als ich vor zwei Monaten glaubte, Sie bitten zu dürfen...".. � .Nochmals Doktor— ichtreigen S>e und ennnern Sie nicht �aran. daß Sie die Gastfreundschaft dieses Hauses mit einem Ueber- mul dankten, den man einem Primaner kaum verziehen hätte I" .... bitten zu dürfen", fuhr ihr Gegenüber unbeirrt fort, .unsere Freundschaft mit einem tiefer vertrauenden Gefühl zu ver- tauschen.. „stlim letztenmal— gehn Sie, und ich will Ihr Aufdrängen vergessen. Meine Antwort ist heule dieselbe." Ruhig schraubten sich ihr die harten Worte weiter entgegen: ... da war ich äußerer Mittel für andere bar. und da» erbetene Vertrauen durfte als Wag,iS erscheinen." Bei den letzten Worten mußte der Mund, der sie sprach wohl lächeln. Sbe.r die Dunkelheit eine kurze Zeitspanne in den ausschließlichen Dienst der Kohlenversorgung zu stellen. Ein solcher radikaler Eingriff wäre heute als Vorbeugungsmaßnahme immer noch weniger verhängnisvoll als im Winter, wo das Aus- bleiben einzelner Kohlenzüge unter Umständen katastrophal wirken kann. Der fiskalische Gesichtspunkt, daß der Wasser- transport der Eisenbahnbetriebskohlen ein paar Mark teurer werden würde, muß dabei völlig unberücksichtigt bleiben im Interesse des Gemeinwohls. Ein jeder Wagen, der unnütz läuft, ein jeder Kahn, der leer steht— und das sind im Koseler Oderhafen etwa 700—, bedeutet heute eine Gefahr. Er liefert den Arbeitern der Kohlengruben, die bei einer er- heblichen Minderförderung noch Kohlen auf Halden sckjütten müssen, neues Agitationsmaterial nicht nur gegen die Re- gierung, sondern gegen die Interessen des Volkes selbst, das bei einem weiteren Rückgang der Kohlenproduttion in jedem Falle der Leidtragende ist. Erwähnensivert ist noch, daß die Schiffsfrachten vor allem aus dem Grukide jetzt so hoch sind, weil die B i n n e n- schiffe infolge mangelnden Zusammenarbeitens mit den Eisenbahnen vielfach lange Wartezeiten haben, oder leer stehen. Als Folge hiervon wurde bereits eine Abwände- rung westdeutscher Schiffe nach Holland festgestellt, wo sie dringend gebraucht und gut bezahlt werden. Wohin soll das führen? Was wir brauchen, das ist ein tätiges R e i ch s V e r- ke h r s am t, das unabhängig von privaten und fiskalischen Interessen alle Möglichkeiten zur För- derung des Transportes auswertet. Mag es sich dazu der Stellen bedienen, die schon von der Kriegszeit her Erfahrun- gen in der Organisation des Verkehrs besitzen, mag sie diese weiter ausbauen, umgestalten oder überhaupt durch neue er- fetzen— das alles ist belanglos neben der zwingenden Not- wendigkeft, daß die Ausgabe einmal energisch in Angriff ge- nomnien wird im Interesse des Reiches, des Volkes und der Wirtschaft._ Ein deutsches Gesunöheitsparlament. Um zu einer jetzt mehr als sc erforderlichen Gesundheitsgesetz- gebung zu gelangen, ist die Bildung eines besonderen Gesund- heitsparlamentes erforderlich, da in dfti politischen Parlamenten naturgemäß zu wenig Mitglieder sich befinden, die auf dem Gebiete der öffentlichen Gesundheitspflege so umfassende Sach- ke n n tni sse besitzen, um die Regierungen zur Durchführung einer planmäßigen Gesundhoitsgesetzgebmig und-Verwaltung zu veranlassen. Wie aus einem kürzlich von Dr. A. Fischer(Karls- ruhe) in der„Münchener Medizinischen Wochenschrift" veröffent- lichten Aufsatz hervorgeht, hat dieser im Jahre 1917 das Reichs- gesundhoitsamt dazu angeregt, ein Hygieneparlament zu berufen. Da das Amt jedoch dieser Anregung nicht gefolgt ist, hat sich der Deutsche Verein für öffentliche Gesu'nd- beitspflege entschlossen, einen Hauptausschuß für öffent- liche Gesundheitspflege zu bilden. Dieser Hauptausschuß soll vor allem selbst Gesetzesvorschläge ausarbeiten und den Rc- gierungen und Parlamenten unterbreiten. Der Hauptausschuß wird sich so zu einem deutschen Gesundhoitsparlament entwickeln. Der Deutsch« Verein für öffentliche Gesund- beitspflege hat soeben Einladungen zur Bildung eines solchen Gesundheitsparlamentes versandt. Den Eintritt in dieses Gesund- heitsparkament haben neben dem Reichsgesundheitsamt, dem Reichsversicherungsamt, den Medizinalver- waltun gen mehrere Gliedstaaten, viele andere Behörden und Stadtvertvaltungen sowie zahlreiche Fr alorganisationcn, die sich mit dem Gesamtgebiet oder mit Teilgebieten der Gesundheitspflege befassen, bereits angemeldet. Abcd auch sozialpolitische und sonstige Vereine(insbesondere Gewerkschaften, der Reichs" ausschuß für Konsumenteninteressen und andere mehr) sowie poli- tische Parteien haben sich bereit erklärt, an den Arbeiten des Ge- sundheitsparlamentes teilzunehmen. Der Hauptausschuß wird erst- malig am 26. Oktober in Weimar zusammentreten.' 1 Krone— 10 Centimes. Noch sckleckter als um die deutscke Valuta steht es um die ö st e r r e i ch i s ch e. Die Krone ist in der Schweiz auf 16 Centimes, also etwa den zehnten Teil des Friedens- standcs gesunken, während sich die deulsche Mark dort auf 26. also etwas mehr als ein Fünftel ihres Fricdensstandes siellr. ließ e-Z nicht erkennen. Höher schwang sich der Rauchvogel, uin desto jäher herabschießen zu können. „Und nun?" srug die Dame. Ihre Stimme klang weicher; sie wurde zur Ruhe gepreßt, aber dennoch zitterle elwas darin. „Ziehn Sie nicht die Klingel, gnädiges Fräulein! Nun.. „Aber Sanders— dachten Sie denn wirklich...?" „Nun bat mich mein eigenes Vertrauen gerechtfertigt. Meine jahrelange Mühe wurde belohnt, schöner, als ich es zu hoffen gewagt." „Ach— aber wie mich das freut. Sanders..." Die Dame trat näher und suchte des Mannes Hand zu fassen. Der legte un- merklich die Hände auf den Rücken und suhr fort: „Meine Ersindung ist gesichert»nd— aber zürnen Sie nicht meinem sortgesetzien Reden— ein Werk hat sie erworben zu einer Summe, die unendliche Möglichkeiten eröffnet." „Sanders— haben Sie wirklich geglaubt, daß ich... meine herben Worte, ja... aber Sie verstehen das, nicht wahr? Mein schwaches Mädchenherz mußte sich vor sich selber schützen." Der Mann suhr sich mir der Hand über die Stirn, und ein Glanz. der in seine Augen kain, leuchtete durch die Dunkelheit.„Leitende Stellen in ersten Werken sind mir angeboten, ich brauche nur zuzu- lagen und das Leben liegt vor mir, eine glatte Straße." Die Dame war ganz nahe an ihn getreten. Nun legte sie die Arme um seinen Hals, barg den Kopf an setner Brust und sagte leise:„Reden Sie mit meinen Eltern." Der Raubvogel stieß herab. Sacht löste der Mann sich von den umschlingenden Armen und trat zurück. Gelasien, aber mit bohrender Schärfe sagte er dann:„So war es nicht gemeint, gnädiges Fräulein. Ich hatte Ihnen � dies nur mitteilen wollen. Wenn Sie nun die Dienerschaft rufen wollen.... Ich selbst empfehle mich aiS Ihr ergebenster Diener." Eine Verbeugung— der Ausgang war frei, und die Tür schimmerte wieder in ungestörter Helle. Schwer, fast drückend strömten die Pflanzen ihren Duft aus. Immerzu rann leise klagend, das Wässerlein. Und im Salon stieg wieder eine neue Tanzweise sieghaft über Lachen und Stimmen- gewirr._•_ tc Sozialdemokratie in tzollanö. Am 26. August ist ein Vierteljahrhundert seit der Gründung der holländischen sozialdemokratischen Partei, der„Sozial- de ni akratischen Arbeiterpartei der Nieder- l a n d e", vergangen. Fünfundzwanzig Jahre Sozialdemokratie bezeichnen fast ein Menschenalter von Kampf sür die Be- freiung der Arbeiter von der kapitalistischen Weltanschauung und sind eine ebenso große Zeitspanne unausgesetzten Kampfes sür die Erhebung des Proletariats, die Emanzipation der Arbeiterklasse in Staat und Gesellschaft als Menschen und Bürger. . Die niederländische Sozialdemokratie ist im Anfang der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts entstanden aus der politischen und sozialen Verworrenheit des Anarchismus von Domela Nieuwenhuis und Konsorten, die in der phantastischen Hoffnung auf eine„Weltrevolution" die Arbeiter von ihrem wirtschaftlichen und gewerkschaftlichen Kampf abspenstig machen und, da die gesamte klassenbewußte Arbeiter- bewegung, die in dem Drang ihrer frühreifen Jugend natürlich nur utopisch � revolutionär sein konnte, so schnell wie möglich dem verderblichen Anarchismus zuführen wollten. Es war im Jahre 189-i, als einige der Führer der damals rapid ins anarchistisch-bakunistische Fahrwasser zu- steuernden Partei von Domela Nieuwenhuis in der Provinz- stadt Zwalle zusammenkamen, um die neue sozialdemokratische Partei zu gründen. Es waren damals nicht mehr wie sechzig Männer'verschiedenen Alters, unter ihnen die besten Führer, Redner und Schriftsteller, auch theoretisch ausgebildete Arbeiter- agitatoren, die der holländischen Arbeiterbewegung die großen sozialistischen Ziele zurückgeben wollten, die der Anarchismus in den Schmutz geworfen hatte. Von diesem Zeitpunkt an datiert für den ganzen politischen und sozialen Kampf in Holland eine große Periode des neuen und glorreichen Aufschwunges. Die niederländische Sozial- demokratie verdankte von der Stunde ihrer Geburt an und noch viele Jahre später der deutschen Bruderpartei die beste geistige und materielle Unterstützung. Man kann etwa sagen, daß an ihrer Wiege auch die großen bekannten Führer der deutschen Sozialdemokratie gestanden haben, daß ein Wilhelm Liebknecht, ein August Bebel, Paul Singer und Auer zu jeder Zeit bereit waren, der jungen sozialdemo- kratischen Partei Hollands in allen Schwierigkeiten mit Rat und Tat beizustehen. Viele ihrer Führer und Genossen danken ihre Schulung den Lehren des alten Liebknecht, Bebel, Kautsky usw. «« * In fünfundzwanzig Jahren hat die Sozialdemokratie Hollands sich in dem politischen und sozialen Leben des Landes eine einflußreiche Stellung geschaffen. Sie ist jetzt die zweitgrößte Partei. Ihre politische und soziale Position ist für die ganze politische und soziale Entwicklung unbedingt maßgebend. In unermüdlichem Kampfe hat die Arbeiterklasse Hollands ein sehr demokratisches, allgemeines Wahlrecht für Männer und Frauen erworben. Seit einem Monat ist auch ein Achtstundengesetz für Fabrikarbeiter im Parlament bestätigt worden, das zu den besten gehört, die wir kennen. Die Partei zählt heute rund 60000 Mitglieder, sie hat eine starke Presse hinter sich und verfügt über etwa 800 000 Wähler der Arbeiterklasse. Mehr als 1000 Sozial- dcmokratcn sitzen in Gemeinderäten usw. Das alles wurde errungen in erbittertem Kampfe gegen die Macht des Kapitalismus, den Liberalismus und Klerikalismus, kleinbürgerliche Beschränktheit, Anarchismus und schließlich auch gegen einen radikalen Fanatismus von engherzigen Doktrinären; letztere sind in das bolschewistische Lager über- gegangen und haben sich mit unseren alten Feinden, den Anarcho-Syndikalisten und Anarchisten zusammengeschlossen, um in geschlossener Front die Sozialdemokratie zu bekämpfen. Dennoch steht die sozialdemokratische Partei Hollands wie ein Fels. Ihr Einfluß auf die bestarganisierten der kämpfenden Arbeiter ist ungebrochen. Sie ist dabei auch immer international im besten Sinne des Wortes gewesen. Während des Weltkrieges hat sie sich ihrer Verantwortlichkeit voll und ganz bewußt gezeigt. Das wissen auch die deutschen Sozialdemokraten. Sie wird auch weiter so bleiben als tüchtige Bannerträgerin unserer großen Ideale. Amsterdam._ Jos. Lo opuit. Vollversammlung ües Numpf-�rbeiterrates. B. S. Die Arbeiterräte und Funktionäre sowie die Betriebs- räte der ll. S. P. und K. P. D. traten am gestrigen Montagabend im Lehrerveremshaus zusammen, um zu der Exmission des unab- bängigen VollzugSrats durch das Oberkommando NosU Stellung zu nehmen. Richard Müller und S t o l t(U. S. P.) schilderten die Vorgänge bei der Vertreibung de? Vollzugsrats aus seinem Heim. Was gesucht wurde, das Material zu den Arbeiterratswahlen, hätte nicht beschlagnahmt werden können, weil es anderweitig untergebracht worden sei. Lediglich Flugblätter und nichtssagende Schriftstücke seien den Kriminalbeamten in die Hände gefallen. In der heutigen Versammlung sollten die Funktionäre und Be- triebsräte der einzelnen Werke über die Stimmung in den Ar- beiterkreisen berichten, damit auf Grund dieser Stimmung ein Be- schluß gefaßt werden könne, welche Abwehrmatznahmcn ergriffen werden sollen. R. Müller teilte mit, daß die Arbeiter der A. E. G. Hennigsdorf bereits in den Streik getreten seien. Urban(K. P. D.) verlangte, daß der von der Regierung angesagte Kampf angenommen werde. S cht e velbe in(K. P. D.) von der A. E. G. Hennigsdorf: Unter den jetzigen Umständen würden die Kollegen in Hennigsdorf keinen Hammerschlag mehr tun. Es müsse unbedingt in den Gene- ralstreik eingetreten werden. Die Arbeiter von Hennigsdorf hät- ten einen Aufruf betreffend Schlesien und die russische Sowjet. regierung verfaßt, der in je einem Exemplar dem Vollzugsrat und der„Freiheit" zwecks Unterschrifren übermittelt worden sei. Zu dem Aufruf habe man sich jedoch nicht geäußert. Die Arbeiter seien der Meinung, daß die revolutionäre Hennigsdorfer Arbeiterschaft de« führenden Genossen unbequem sei. Auch dieser Redner forderte den Eintritt in den General- streik. R Müller war der Meinung, daß da» Vorgehen gegen den Berliner VollzugSrat keine Aktion im Reiche auslösen würde. Der Streik würde also lediglich auf Berlin beschränkt bleiben. Ein Eencralstreik, für den nicht genügend vorgearbeitet sei, würde der Arbeiterschaft lediglich eine schwere Niederlage bringen. Spiegelber�(fi. P. D.) verurteilte das Vorgehen der HennigSdorßer Arbeiterschaft. Berger sU, S. Di« Provinz gehe nicht mit, denn Ber»| lin habe sich nicht gerührt, als km Ruhrgebiet gekämpft Uvrben s«. Er forderte einen Proteststreik und nicht einen Generalstreik. VollmerShauS, der zweite Vorsitzende der Berliner Ge- werkschaftskomuriffion, teilte den Beschlutz des Ausschusses der Ber- liner Gewerkschaftskommission mit, in dem gesagt ist, daß daS Vor- gehen der Regierung sich auch gegen die Gewerkschaften(?) richte. Am Dienstagnachmittag würde die Berliner Gewerkschaftskom- Mission die zu ergreifenden Matznahmen beraten. Sie würde sich xvch den Beschlüssen, die heute gefaßt würden, richten. Die Ge- Werkschaftskommission würde versuchen, bereits am Dienstagvor- mittag mit der Regierung Fühlung zu nehmen. I a k o b s e n(K. P. D.) forderte, daß der Bollzug svat eine Ab- Wehraktion unternehme und sich nicht schieben lasse. A l b r e ch t(U. S. P.): Es müsse dafür gesorgt werden, daß bei einem Generalstreik, um diesen voll zur Auswirkung zu brin- gen, sich in erster Linie Buchdrucker, Straßenbahner usw. daran be- teiligten, damit die Indifferenten mitgerissen würden. Koch(U. S. P.) teilie mit, daß er von der Arbeiterschaft der Werkstätten Borsig beauftragt sei, mitzuteilen, daß die Arbeiter jetzt nicht in einen Streik eintreten könnten. S i e m u n von der Hochbahngesellschaft gab bekannt, daß die Arbeiter der Untergrundbahn schwerlich für eine« Streik zu ge- Winnen seien.' Heine forderte im Namen der K. P. D. auf, in den General- streik zn treten. In der weiteren Diskussion erklärte u. a. ein Abgesandter der Berliner Elektrizitätswerke, daß die Arbeiter zurzeit für keinen Generalstreik zu haben seien, erst müßten die Bitterfelder Kol- legen orientiert werden, sonst würde der Strom für ganz Mittel- deutschland lahmgelegt werden. Ein Vertreter der Buchdrucker betonte, daß die BerNner Buchdrucker nur durch Absperren von Kraft, Gas und Wasser aus den Betrieben gebracht werden könnten. Der Antrag der Kommunisten, geschlossen in den General- streik einzutreten, wurde abgelehnt. Ebenso wurde der Antrag des Vollzugsrates, in einen Proteststreik einzutreten, abge- lehnt. Ein Antrag, der ein Ultimatum an die Regie- r un g forderte, fand das gleiche Schicksal. Dagegen wurde eine Resolution, in der erklärt wird, daß die Berliner Arbeiterschaft die Provokation der Regierung erkannt habe und zu gegebener Zeit mit allen wirtschaftlichen Mitteln dazu St'ellung nehmen werde, gegen wenige Stimmen angenommen. Ebenso ein Antrag, daß die U. S. P. D.-Bcrtreter in den Parla- menten aus diesen Körperschaften auszutreten haben. Der Beschluß der Berliner G ew er kfchaft s- k o m m i s s i o n, die sich anmaßt, für die Gewerkschaften zu sprechen, ist eine Dreistigkeit. Tie Berliner Gewerkschafts- kommission ist nach der systematischen Maßregelung der alten Gewerkschaftsbeamten nichts anderes als ein Anhängsel des unabhängig-kommunistischen Vollzugs- r a t e s._ französische Willkürherrschast. Nach der LandeszeitungOereignete sich in Speyer ein neuer Akt französischer Willkür. Der zur Sicherung des dortigen Regierungsgebäudes bestellte Kriminalbeamte M a n z wurde auf die französische Kommandantur befohlen, aber nach belanglosen Fragen entlassen.— Auf dem Heim- Wege wurde Manz von einem französischen Unteroffizier tat- l i ch b e l e i d i g t, der ihn dann seinerseits auf der Wache der tätlichen Beleidigung beschuldigte, um eine Verhaftung zu konstruieren.— Daraufhin wurde Manz, der vorher noch seine Vorgesetzten von dem wahren Sachverhalt aufklären konnte, von den Franzosen ins Gefängnis geworfen. tzauptausschuß üer �rbeitsgemeinschast sozialüemokratischer Lehrer unöLehrerinnen Deutschlanüs. Am Sonntag, den 24. August, traten die Vertreter der Ar- beitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen auS ganz Deutschland in Berlin zusammen, um zu den brennenden Fragen der Gegenwart und der nächsten Zukunft Stellung zu nehmen, über die bisherige Arbeit der sozialdemokratischen Lehrerschaft zu berichten und Richtlinien für ihre Tätigkeit in der nächsten Zeit aufzustellen. AuS dem zusammenfassenden Bericht des Geschäftsführers, Gen.-Dr. Loh mann, und an» den Einzelberichten der Bezirksvertreter ging das erfreuliche schnelle Fortschreiten der Bewegung und daS stetige Anwachsen der Arbeitsgemeinschaft hervor. Zum ersten Male war auch Süddeutschland vertreten und konnte berichten, daß der Landesverband Württemberg bereits mit über IG) vorläufigen Anmeldungen an seine endgültige Gründung im September geht. Es bestehen zurzeit 8S Ortsgruppen und 80 Bezirksgruppen, die Gesamtmitgliederzahl dürfts 3000 bald erreicht haben. Aus dem Bericht des Haupvorstandes ging dementsprechend die außerordentliche Steigerung der laufenden Geschäfte hervor. In zahlreichen Eingaben an die einzelstaatlichen Kultusministe- r i e n hat sich der Hauptvorstand der wegen ihrer politischen Be- tätigung drangsalierten sozialistischen Lehrer angenommen. Die Veröffentlichungen im Kampfe um daS Schulkompromiß, die noch Lage der Sache ohne vorherige Verständigung mit dem Hauptausschuß erfolgen mußten, werden von allen Ver- tretern einstimmig gutgeheißen. An die einzelstaatlichen Mini- stericn soll eine Eingabe gerichtet werden, in der die be- schleunigte Einführung der k o l l e g i a l en Schulleitung ge- fordert wird. Zum Pchulkompromiß wurde nach einem kurzen Referat des Vorfitzenden, Gen. Heinrich Schulz, einstimmig folgende Entschließung gefaßt: „Der Hauptausschuß der Arbeitsgemeinschaft hat die Gründe zur Kenntnis genommen, die die s o z i a l d e m o k r a- tische Fraktion der Nationalversammlung in Weimar veranlaßt haben, dem Schulkompromiß zuzustim- m e n. Der Haupausschuß anerkennt, daß die Fraktion unter dem Druck der politischen Lage und angesichts der mangelnden Stärke und der Uneinigkeit der'sozialdemokrati- schen Part ei zu einer Verständigung in der Schul- frage mit den bürgerlichen Parteien, besonders mit dem Zentrum, genötigt war. Er bedauert aher vom päda- gogifchen Standpunkte aus auf das lebhafteste, daß die Ver- stäiidigung auf Kosten unserer Forderungen der Weltlich- k e i t des gesamten Schulwesens erfolgen mutzte. Der Hauptausschuß verkennt andererseits nicht, daß eine Reihe von Bestimmungen der neuen Verfassung(wie die grund» fätzliche Anerkennung der sozialen Einheitsschule, die Forderung der obligatorischen Fortbildungsschule, die Reform der Lehrerbildung, die Einführung des Ar- beitsunterrichtes) Fortschritte des deutschen Schul- Wesens, auch eine teitweffe Verwirklichung der weltlichen Schule ermöglichen. Er richtet deshalb an alle Kollegen und Kolle- ginnen die Aufforderung, im Sinne der Ausgestaltung des Schulwesens zur sozialen Einheitsschule tätig zu sein. Besonders gilt es, in Verbindung mit den Partei- srgauifationeu fowcHI die Lehrer als auch die sozial- demokratischen Erziehungsberechtigten mit den Zielen und Auf» gaben der weltlichen Schule vertraut zu machen, damit bei der bevorstehenden Regelung des Schulwesen» möglichst weltliche Schulen eingerichtet werden können. Im übrigen hält der Hauptausschuß grundsätzlich fest an der Forderung der Weltlichkeit des gesamten Schul- Wesens, die keine Verneinung der Religion an sich, sondern nur die Beseitigung des Religionsunterrichtes aus dem Lehrplan der Schule bedeutet, da er in dieser Forderung eine der wesentlichsten Voraussetzungen d�r Einheitlichkeit des Schulwesens sieht." Der Hauptvorstand wird beauftragt, Vorschläge für di« auf der Reichsschulkonferenz zu erörternden Fragen auszuarbei- ten, die dann in den einzelnen Orts- und Bezirksgruppen durchberaten werden sollen. Nach einem Referat über die Junglehrer- und Kriegs- seminaristenbewegung wird folgender Antrag einstimmig angenommen: „Der Hauptausschutz hat Kenntnis genommen von den Forderungen der Junglehrer und Kriegsfemina- risten und erklärt sich bereit, diese Forderungen seinerseits ausZ nachdrücklichste zu unterstützen." In der Frage der L e hr e»be s old u ng wird beschlossen: Die Arbeitsgemeinschaft tritt für die Einheitlichkeit des Lehrer- standes und für die Gleichberechtigung aller Lehrer ein. JnsVeftrn- dere verlangt sie die Gleichstellung der Landlehrer wie der Stadtlehrer in der Besoldung.• Zum Lehrer bildungswefen wird folgender Antrag angenommen: „Der HauptauSfchuß verweist die Ortsgruppen auf die Ver- Handlungen der Seminarlehrertagung am 10. August in Erfurt und fordert sie auf, zu den dort aufgestellten Vorschlägen über Re- form d�r Lehrerbildung Stellung zu nehmen, da eine r e i ch s g e- s e tz l i che Regelung deS LehrerbildungSwefenS auf Grund der neuen Verfassung zu erwarten ist." Es wird angeregt,'die Zeitschrift der Arbeitsgemeinschaft „Der ftei« Lehrer" reichhaltiger auszugestalten. Alle Bezirksgruppen erklären sich zur Mitarbeit und zur Gewinnung namhafter pädagogischer Mitarbeiter bereit. An dem Zwangsabonnement soll festgehalten werden. Genosse Dr. Kaweran ist aus dem Hauptearstand ausgetreten, an seiner Stelle wird Genossin P ö ck e l einstimmig hinzu- gewählt. Regierung unü parteivorsianö. AuS dem Parteibureau wird uns geschrieben:_( In ihrer bekannten Art schreibt die„Freiheit" in ihrer heutigen Morgenausgabe: Herr Noske habe sich vor dem 21. Juli auSdrück- lich des Einverständnisses des rechtssozialistischen Parteivorstandes versichert, bevor er die Versammlungen der Unabhängigen Sozial- demokratie verbot. E sei anzunehmen, daß ein solches Einverständ- niS auch bei der Exmittierung des Rumpf-Vollzugsrats und bei einem eventuellen Verbot der Dienstag-Bersammlungen zustande- gekommen sei.— Es braucht kaum betont zu werden, daß an diesen Behauptungen kein wahres Wort ist. Von der Entfernung des so- genannten VollzugSrats aus dem Staatsgcbäude In den Zelten er- fuhr der Partoivorstond erst durch die Zeitungen. Von den ge- planten Dienstag-Bersammlungen desgleichen. In den Tagen vor dem 21. Juli erhielt der Parteivorstand durch ein Gespräch zwar Kenntnis davon, daß Versammlungen unter fteiem Himmel im Stadtinnern nicht zugelassen werden sollten. Er ist aber weder um sein Einverständnis ersucht worden, noch hat er ein solches gegeben.— Diese unantastbaren Feststellungen werden freilich die von jeder Wahrheitsliebe unabhängige„Freiheit" nicht abhalten, ihren Lesern weiter solche Märchen aufzutischen, denn: der Zweck heiligt die Mittels Noch einmal: Nette Schmiergelüwirtschafi. Die Firma Hugo Feibelsohn sendet uns folgende Berichtigung: Eine Firma Feibelsohn u. Co. gibt es nicht, sondern nur ewe Firma Hugo Feibelsohn, deren alleiniger Inhaber ich bin. Ein Verkauf des Lagers der Bildzeugme isterei an meine Firma hat nicht stattgefunden, sondern es ist mir nur der kommissionS- weise Berkauf des Lagers übertragen worden, was dem Betriebs- rat vichtig mitgeteilt worden ist. ES ist unwahr, daß ich oder ein Dritter in meinem Auftrage oder mit meinem Wissen irgend- einer Stelle Schmiergelder angeboten oder gegeben hat. Es ist ferner unwahr, daß Günther Mitinhaber der Firma Hugo Feibel- söhn ist. Hugo Feibelsohn. Dazu stellen wir fest: Günther hat dem Angestellten G i n z e l von dem ReichSver- wertungSaimt, wie dieser eingestanden hat, 10 000 M. Schmiergeld gegeben. ES ist derselbe Günther, der vorher dem Betriebsrat der ftaglichen Stell« des ReichSverwertungsamts von Herrn Feibelsohn m einer Weise vorgestellt worden ist, die.leinen Zweifel darüber ließ, daß er, wenn auch nicht Mitinhaber, so doch Bevollmächtigter des Herrn Feibelsohn war. Derselbe Günther hat demselben Be- tviebsrat am vergangenen Donnerstag insgesamt 75 000 M. Schmiergelder angeboten. Alles andere interessiert uns an dem ganzen Vorfall wenig. Ob Herr Feibelsohn davon gewußt hat oder nicht, scheint bei der ganzen Art, wie man allgemein mit Schmier- geld umzugehen pflegt, reichlich belanglos. Oder gibt ez nicht ein altes Wort: Wenn du Gutes tust, so soll deine rechte Hand nicht wissen, was die linke tut?_ Die ukrainische Offensive gegen Sie öolschewisien. Zu den neuesten Ereignissen in der Ukraine erhalten wir von ukrainischer Seite folgende Bemerkungen: Di« ukrainische Offensive gegen die russischen Sowjettrnppen wird vielfach als Teil eines einheitlichen, durch dieselbe Hand in Bewegung gesetzten Vorstoßes sämtlicher Konterrevolutionäre gegen Sowjetrußland bezeichnet. Dieser Auffassung muß ukrainischerseitS mit größtem Nachdruck widersprochen werden. Di« ukrainische Be- wegung ist antibolschewistisch, aber nicht konterevolutio- n ä r. Bon Koltschak und Demkin mit ihren freiwilligen Truppen, von Monarchisten und Reaktionären aller Schattierungen trennt die Ukrainer dieselbe unüberbrückbare Kluft, wie von den Bolsche- misten. Das Ziel des ukrainischen Kampfes bildet die Befrei- ung ihres Heimatbodens von jeder Fremdherrschaft und Errichtung einer wahrhaft demokratischen ukrainischen Volksrepublik, die würdig wäre, in den Kreis freier Völker aufgenommen zu werden. Die ukrainische Bewegung bedroht daher in keiner Weise das russische Volk, im Gegenteil bringt sie den nationalen Min- d e r h e i t e n auf dem ukrainischen Territorium voll« Gleichberechtigung und Anerkennung. Und zweitens: Die Ukrainer stützen sich in i-hrem BefteiungSkampfe lediglich auf ihre eigenen Kräfte und stehen im Dienste keiner auswärtigen Faktoren. Im Gegentetl waren es eben die polnischen Entente- liebling«, die zu wiederholten Malen den Ukrainern während ihres Vormarsches gegen die Bolschewisten in den Rücken gefallen sind, bis sie endlich mit Zustimmung ihrer Beschützer ihre imperialisti- scheu Wünsche, die Eroberung des ukrainischen Oftgalizieus, erreicht Hobe». Generalversammlung ües Verbandes der Schiffs- Zimmerer veutschlanös. Vom 17. bis 21. Auigust tcnzche im Hamburger GewerkstbaftS- 5au6 b« 14. Gencrallversammlung des Verbandes. Der Vorsitzende Aller» ergänzte de, geldruckt vurliegeriden Geschäftsbericht. Der Mitgliederbestand war kurz vor Ausbruch des Kriege» 3688. Er jcnt während des Krieges ganz erheblich und erreichte 191S mit 1396 seinen tiefsten Stand; stieg aber erfreulicherweise bis Ende de» Jahres 1318 noch über sein« ursprüngliche Höhe auf 4423. Die Stellung des Vorstandes zum Rätesystem kennzeichnete Redner da- durch, daß er den Satz«Alle Macht den Arb«iterräten" als undemokratisch ablehnte; dagegen forderte er das Mi Lee sti mneu ngsrecht der Ardeiter im Produktionsprozeß und betonte, daß dies schon eine alte Forderung der Getverkschaften und die Voraussetzung für die kommende Sozialisierung fei. Nach längerer Debatte, an der fich auch Knall, Vertreter des Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts- blindes, beteiligte, wurde gegen drei Stimmen eine Resolution an- genommen, in der die 14. Generalversammlung anerkennt, daß die Politik der Generalkommifsion und der Veobandsvorstände von dem redlichen Willen'getragen war. das Beste für die Arbeiterklasse zu erreichen. In der Erwägung, daß die Errungenschaften der Re- volution nur durch die Macht der Arbeiterorganisationen erhalten und ernMtert werden können, etnpftehlt die Generalversammlung allen Mitgliedern einmütiges und geschlossenes Handeln. Für jedes Mitglied ist es ernste Pflicht, allen Zersplitterungsversuchen ent- gegenzutreten und die Stärkung de» Verband«» nach Kräften zu fördern. Den Bericht vom stattgefundenen Gewerkschaftskongreß er- stattete Z i e h l- Hamburg. Im weiteren Verlauf der Tagung IMMDM wurden die Punkte: 1. Stellungnahme zur paffiven Resistsnz als Kampfmittel, 2. Ddi« Stellung de» Verbände» zur Finanzierung des Zentralrats, auf Vorschlag Knoll« dem Bundesvorstand über- wiesen. Ferner wurde ausgesprochen, daß die 14. Generalverfamm» lnng des Veviande» der Schisfszimmerer Deutschland» sich auf den Boden bei Räteshstem» mit demokratischer Grundlage stellt, aber jede Diktatur ablehnt. Sie verlangt da» volle Mitbesttmmungsrecht für die Betriebsräte in de» Botrieben. Eine genug fügige Erhöhung der Beiträge wurde beschlossen, die Dtvetkmtterstützung dagegen um 100 Proz. erhöht. Sodann go langte noch eine Enftchließung zur Annahme, in der auZgesp-rocken ist, daß die Generalversammlung erklärt, daß nach wie vor die Ge- wcrrschaftcn die berufenen Vertreter der wirtschaftlichen Interessen der Arbeiter sind und voraussichtlich noch länger« Zeit bleiben wer- den. Als Grundlage für die künftige Wirksamkeit der Gowerk- schuften werden die vom Nürnberger Gewerkschaftskongreß be- schlossenen Richtlinien anerkannt. Zur Erfüllung der Äevlands- aufgaben soll mehr als bisher«ruf den Abschluß von Tarifverträgen hingsarbeitet wevden; dieselben sollen möglichst hirzfristia seilt und Bestimmungen enthalten über Arbeitszeit, Pausen, Lohn, Heber- stundenlohn, Lohnzahlung, Werkzeughaltung, Ferien, Lehrking». wesen, VertragSdauer, Vertragskündigung und Bestimmungen über SchltchtungAlnstanzen. Ferner wurde von verschiedenen Seiten mitgeteilt, daß einzelne Kollegon nach de» achtstündigen Arbeitszeit noch gewerbliche Neben- arbeiten verrichteten und verlangt, daß die Kollegen die Lu«fich- nntg von Netenarbeiden auf eigene Rechnung ablehnen und eben- falls von anderen Arbeitgebern solches Ansinnen ablehnen. Di« nächste Generalversammlung soll wiederum m Hamburg stattfinden. Achtung! Gewerkschaften! Heute nachmittag 4 Uhr findet eine Plenarsitzung der Berliner G ew e r k sch a f t s k o m m i s s io» statt. Gewerkschaftsmitglieder! Das Nollendorf-Tbealer hat uns für die Operette»Die Puppe" ei»« Anzahl Billett» zu den verschiedensten Plätzen zu einem sehr ermäßigte» Preise(2— ö M-> zur Verfügung gestellt. Karten für heute bis einsckil. Sonntag, den 31. August, können in unserem Bureau, Berlin 80 10, Engelufer 16 1, Zimmer 15, von heule vormittag» S bi» nachmittag» 4 Uhr an allen Wochentagen tu Empfang genommen werden. Der Ausschuß der Berliner Gewrrkschaft»ko««,isfiou. Der arbeitswillige Gerlchtsassessor. Die Bureougehilfen der Rrchtsanwält« gehörten von jeher nickt zu den Angestellten, deren Lage beneidenswert war. Daß sie heule noch nichi bester ist. zeigt u. a. auck der Tarifvertrag für Frank- furt o. M. Noch ihm erhalten Gehilfen über 20 Jnbr« 150 M. MonaiSgehalt, über 25 Jahre 200 M., über 80 Jahre 250 M. Hinzu kommt allerdings eine Teuerungszulage von 15 Proz., die allerdings mit dem 1. yltober auf 10 Pro,,.abgebaut" wird und mit dem 1. Januar gar auf 5 Proz. Die Organisation der Anwaltsangestelllen erstrebt deshalb eine Verbesserung der Lage durch einen Reickttarif. Dagegen zieht nun der Gerichtsassestor Gold- schnndt in Charlottenburg vom Leder. In einem Artikel »Anwaltsnot und Assessvrenelend" in den»Nachrichten für die Mii- glieder des Deuticken Anwaltsverelns" weist er auf die sckleckre Lage deS AnwallSstandeS und die hohen Forderungen der Angestellten hin. Er will ja nicht sagen,»daß diese Anbrüche übertrieben sind; dinii der Wunsch eines jeden Arbeiter» ist nur gar zu verständlich. eine der Teuerung angemestene Vergütung zu erhalten. Aber gegen- über der schlechten Lage ihrer Biotgebef hätten die Angestellten schon etwas mehr Verständnis zeigen lönnen*; denn der Tarifvertrag iei für den größten Teil der Anwälte einfach eine Un- Möglichkeit. Um dieser Unmöglickkeit zu entgehen, empfiehlt der Herr GeticktSassesior den Anwälten,„gewisse Angestellte durch andere zu ersetze«-. Wo» da» ffa.aewMe"»WgestelN« iein solle», W«Schtf schwer zu erraten. Der Herr GerichtSustessor hat auch Ersatz für diese»gewissen" Angestellten, nämlich das Ästest orenelend. Die Anwälte sollten die Assessoren al»»juristiscke Hilfsarbeiter" auf nehmen. Da« wäre ein Weg,»dem unermeßlichen Elend de» preußischen GerichltassessorS wirksam zu begegnen" und der Wirt schaftlichen Not der Rechtsanwälte abzuhelfen. Sehr schön, daß sich die Herren in ihrer Not gegenseitig bei stehen wollen, nur schade, daß dieser Weg so arg rückständig ist. _• Bewegung nnter den Angestellten der Bettstelle. Von einem Mitglied des Angestelltenausschusses der Jettstelle Groß-Berlin erhalten wir eine Zuschrift, der, wir folgendes ent- nehmen: Herr Kunkel, der seit Bestehen der Fettstclle das Bureau geleitet hat, hat sich während der ganzen Zeit als«in stockkonser- vativer Mann betragen. Er hat auch nach dem 9. November alle? mögliche versucht, um den Angestellten ihre Rechte zu beschneiden. Seitdem der unbesoldete Stadtrat Prof. Dr. Ballod mit der Lei- tung der Geschäfte beauftragt war, hat es Kunkel geschickt ver- standen, die Unkenntnis des neuen Dezernenten auszunutzen, um die Angestellten an die Wand zu drücken. Unter Nichtachtung des Mitbestimmungsrechtes der Angestellten nahm K. selbstherrlich Einstellungen, Entlassungen, Versetzungen usw. vor. Was die Beamtezikammer de? Stadt Berlin betrifft, so sei bemerkt, daß K. selb st'sich bis heute noch nicht an dieselbe gewandt hat; lediglich einige Kollegen des K. haben die Beamtenkammer beauftragt, gegen unsere Forderung beim Magistrat Berlin Einspruch ßu erheben. Die Fettstelle Groß-Berlin ist aber keine städtische Dienststell«, sondern unabhängig vom Magistrat Berlin ein selb- ständiger Kommunalverband, zu welchem bei zirka 700 Arbeiter und Angestellten nur 8 Berliner Beamte zwecks Dienstleistung beurlaubt find. Die Befragung der Beamtenkammer der Stadt Berlin vom Oberbürgermeister, welcher gleichzeitig Vorsitzender der Fettstelle Groß-Berlin ist, muß pon uns als Verfchleppungs- taktik«rngefehen werden, da K. bereits am 8. d. Mts. von unserer Forderung Kenntnis hatte. ES liegt im Interesse der Allgemein- heit, wenn derartige Beamte, die sich den heutigen Verhältnissen nicht anpassen können, entfernt werden. Pflicht der vorgesetzten Behörden ist e», einzugreifen, damit nicht wegen«ine» Be- amten 700 Arbeiter und Angestellte an die Wand gedrückt werden und bei einem evtl. Streik nicht zirka 3� Millionen Menschen darunter leide». »* Die Obleute de» AwgestelltenauSschusseS der Fettflelle Groß- Berlin(Milch) ersuchen un» um Aufnahme folgender Erklärung, um in weiten Kreisen bestehend« Irrtümer klarzustellen. Den Vorsitz der Fettstell« Groß-Berlin(Milch) führt Herr Stadtrat Dr. Timonsohn. Die engere Verwaltung untersteht der Leitung de» Herrn Magistratsassessor» Dr. Berker. Beide Herren haben e» bisher verstanden, die Anordnungen de» Magistrat» Berlin so auszuführen, daß sowohl die Verwaltung wie auch die Angestellten zu ihrem Rechte kamen. Der Ange- stelltenaukschuß der Fettstelle Groß-Berlin(Milch) gibt der Er- wgrtung Ausdruck, daß e» Af dem Verhandlungswege doch noch gelingen möge, die durch das Verhalten deS Herrn Bureauvor« steherS Kunkel m den Abteilungen Butter und Käse entstandenen Differenzen au» dem Wege zn räumen. Daß der Magistrat Berlin im Interesse der Lebensmittelversorgung Berlin» die An- Gelegenheit nicht in der üblichen SÄeaukrätischen Weis« erledigt, ist allerdings dabei Voraussetzung. Scheitert eine Verständigung auf gütlichem Wege an dem Verhalten deS Magistrats, wird auch der Angcstelltenausfchuß der Fettftclle Groß-Berlin(Milch) Maß- nahmen treffen, um die Kollegen der Fettstclle Groß-Berlin (Butter) und Fettstelle Groß-Berlin(Käse) in der Wahrung ihrer berechtigten Interessen zn unterstützen. Postdtrektto« siegen das ZkoalitionSrecht der Postangestelltea. LuS dem Bureau des TranSportarbejtervepboüdeS wird un» geschrieben: AuS zahlreichen an uns gelangten Beschwerden geht hervor, daß die oberen Postbeamten sich noch immer nicht frei machen können von jenem Geist de» alten, verknöcherten und ver- verblichen Regimes. In den Vereinbaruugen zwischen Gewerkschaften und Unternehmerverbänden im November v. IS. heißt es im Absatz 2:„Eine Einschränkung; der Koalitionsfreiheit der Arbeiter und Arbeiterinnen ist unzulässig". Die Neichsregierunq hat dies« Vereinbarung unterzeichnet. Damit ist auch allen Post- und Telegraphenbeamten, Arbeitern und Hilfskräften die voll« Koalitionsfreiheit zugestanden. Aufgabe der ReichSpostverwaltung wäre eS, dafür zu sorgen, daß die ihr unterstellten Organe Ein- griffe in daS freie KoalttionLrecht ihrer Angestellten und Ar- veiter unterlassen. Auf dem Postamt O. 27 verbietet der Amtsvorsteher den Pastboten, Hilfskräften und Reinemachefrauen, sich im Deutschen TranSportarbeiterverband zu organisieren. Einer Reinemache» frau, die seit 15 Jahren bei der Post beschäftigt ist, sind wegen ihrer Organisationszugehörigkeit die heftigsten Vorwürfe gemacht worden. Auch das Anbringen von Versammlungseinladungen zu gewerkschaftlichen Versammlungen an den üblichen Bekannt- machungStafeln wird oen Hilfskräften verboten. DaS Postamt O. 27 ist nicht da» einzige, über daS Klage geführt wird, auch der Postdirektor Schütz von« Postamt W. 8 gehört mit zu jenen,. die den„Herrn-im-Haufe-Standpunkt" vertreten. Solche Be» schwerden können wir jederzeit ergänzen. Wir' richten deshalb an den Herrn NeichSpostminister die Anfrage, ob er eine derartige Handlungsweise der ihm unterstellten oberen Beamten gutheißt. Die Postbehörde hat kein Recht danach zu fragen, in welcher Organisation sich die Postbeamten und Hilfskräfte zur Vertretung ihrer wirtschaftlichen Interessen or- ganisieren. Da» Postpersonal nimmt für sich ebenfall» da» Recht de» freien Zusammenschlusses m Anstwuch und wird sich diese» Recht nicht einschränken lassen., Am« Streik t» chemischen Großhandel. Die Arbeitgeber haben die für Montag im ReichsarbcitSmini- sterimn in Aussicht genommenen Perhandlungen hintertrieLen. Sic haben mitgeteilt, daß sie durch andere Verhandlungen verhindert sind zu erscheinen. Dagegen mußte festgestellt werden, daß die- selben Arbeitgeber vormittag» ll Uhr sich i>m Rcichsarbeitsmini- steoium zusammenfanden. Damit ist die UnWahrhaftigkeit der Arbeitgeber erwiesen, und es ist klar, daß auf ihrer Seite die Absicht bestand, die Berständigungsaktson zu hintertreiben. Die Streikenden werden am Dienstag früh, 10 Uhr, in den.Sophiensälen". Berlin C., Sophienstr. 19, ihre Antwort auf das Verhalten der Arbeitgeber erteilen. _ Di? Streikleitung. Streik in den Färbereien«nd Waschanstalten. Gestern nachmittag tagte im Schweizergarten eine sehr stark besucht« Versammlung bor Aü-eitcr der chemischen Färbereien unÄ Waschanstalten, die vom Zentralverband deutscher Textilarbeiter einberufen war. Der Bezirksletter K o tz k e erstattete Bericht über die Streiklage. Die Beweggründe für den Streik feien in der Oeffenblichkeit fast unbekannt. Der Verband habe im Januar d, I. einen Tarifvertrag mit nur geringen Sätzen abgeschlossen. Vor einigen Wochen seien die Arbeiter infolge der allgemeinen Preis- sdeigerung gezwungen gewesen, neue Tarifsätze zu beantragen. Sie verlangten für qualifizierte Arbeiter einen Wochenlohn von 161 M., für minderqualifiziert« und solch«, die.unter zwei Jahren in der Branche tätig sind, 188 M., für Jugendliche 59 bi» 73 M. Im Ver- laus der Betvegung sei es zu Verhandlungen vor dem Schlichuings- aus-schuß gekommen. ES sei dort sowohl ein Vergleich zustande ge- kommen, wie auch ein Schiedsspruch gefällt werden. Nach diesem Schiedsspruch werde den Aiteitern eine Lohnerhöhung von 50 Proz. zugebilligt. Die Berliner Arbeiterschaft Hab« den Schiedsspruch als nicht genügend abgelehnt, während die Cöpcnicker Mtinbler) den Spruch angenommen haben. Di« Arbeitgever lehn- ten indessen den Schiedsspruch rundweg ab. Gestern nachmittag bätten Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern stattgefunden. Da» äußerste Zugeständnis der Arbeitgeber am Schlüsse der Verhandlungen sei eine Ausiesserung von 33Z� Proz. gewesen. In der Debatte wurde übereinstimmend betont, daß der Schiedsspruch da» alleräußerste Entgegenkommen von ssiten der Arbeiter darstellen tonne. Eine groß« Anzahl der Redner dezeichnet selbst die«n Schiedsspruch festgelegten Sätze als durch- au» ungenügend. ES wurde darauf hingewiesen, daß die Färbe- reien und Waschanstalten im Fall einer Fortdauer deS Streiks u n- ermeßlichen Schaden dadurch erleiden, daß sehr teuere Waren eingeweicht liegen und verderben, sofern sie nicht weiter behandelt werden. Di« Versammlung war der Ansicht, daß man das Angebot der Unternehmer ablehnen müsse und unter keine» Umständen zu geringeren Bedingungen, als den im Schiedsspruch festgelegten, die Arbeit wieder aufnehmen könne. Zu« Tarifvertrag der GaSarbeiter. Zu unserem Bericht über die Versammlung der GaSarbeiter in der Montaqmorgenausgabe jeilt unS der Referent über den abzuschließenden Tarilvertrag mir, daß die Löhne betragen sollen für olle Arbeirer 2,90 M., für Hand- werker 8 M. Alle Eecksstunden-Schicklarbeiter sollen deniclben Lohn erhallen, wie die Arbeiter in 8 Stunden. Für planmäßige Nacktarbeii soll ein Zuschlag von 25 Proz., für Sonutagsarbeil ein solcher von 50 Proz. gezahlt werden. In der Mitgliederversammlung deS Verbandes der Buch- und Steindruckerei-HiliSarbriter und-Arbeiterinnen eritatleie der Vor- sitzende Gloth zunäckst Bericht vom Gewertickaflskongreß. Nach- dem tn der Diskussion KraaS die Politik der Gcwerlschaftstommtision verurteilt, fand gegen einige Stimmen eine Resolution Annahnie, die die Politik der Generallommsision während des Krieges vcr» urteilt und di« Arbeilsgemclnschoflen al« nicht im Interesse der Arbeiterklasse liegend ablebnt. Da am 31. August da» Lohnabkommen mit den Prinzipalen abläuft, stimmte die Bersammlupg den neuen Forderungen zu.. Ueber die Gründung eine« Unterstützüngsfonds referierte der Kassierer Baumgarten. Räch längerer Diskussion wurde der Borschtag des Vorstände» wegen der festzu'etzenden Beiträge an diesen zurück- verwiesen. Die weiteren TagesordnungSpunlte mußten der vor- geschrittenen Zeit wegen vertagt werden. Versammlung der Postangestellten. In einer sehr gut besuchten Versammlung der Angestellten bei der Postverwaitung in der Aula der Ehamisfo'SckuIe in Sckönc, berg sprach Genosse O. T. Ass. Grone fe ld über die Wirtschaft- l'cheir und politischen Forderungen der Postbeamten. In treffenden Worten führte er den Zuhörern vor Augen, was gerade die So- zialdemokratie für die Beamtenschaft getan hat und in Zukunft für sie zu tun gedenkt. Dringend ermahnte er die Versammelten zur treuen Mitarbeit am Ausbau der neuen Republik und ichloß ieine Ausführungen mit den, alten sozialistische» Wahlspruch:„Die Arbeit ist der Fels, auf dem die Kirche de« gutunstsiiaates gebaut wird." Stürmischer Beifall belohme sein« Worte, und neue Pitt- glieder wurden der Partei zugeführt. .s ftus aller Welt. Schwerer Unfall in Chemnitz. Von einem in der Brauerei an der Rhonstraße in Themnitz aufgestellten Geschütz löste sich heut« früh ein scharfer Schuß, durch den ein Z i v i l i st und d r e t S o l d a t e n getötet wurden. Die Untersuchung ist soiort eingeleitet worden. «H B«eanw>. für btn rebefilon, Zell: Alfred achel,. N-utSllni fiir«n, eigen: Zbeober »erlin v-rl-g- L-uiiiiiris.Verlag<5. in. b. H., Berlin. Druck.- Sorwiiris. Buchdrucker» und»erlag-anfin» Paui Singe? u. To. in Berlin. Ltndenftr. s. Hirrr- t Sriiagc. i/z/z/yf Nr. 434 � 36. Iahrgaag Vknstog, 2H. Mgust 1�19 Parteifunktionär� Setriebsvertrauensleute� Mbeiterratsmitglieöer! Versammlung heute, Dienstag, nachmittags 5 Uhr pünktlich, im»Deutschen l�of, Luckauer Straße 75. Das Erscheinen aller Genossen ist zwingende Notwendigkeit. Eintritt nur gegen Vorzeigung der Legitimationskarte und des Wahlvereinsbuches. Der Sezirksvorftonö. der KraktionsvorstavS öer �rbeiterräte. angMich dank i»eS Versailler Frieden» befreiten rusfischen Völker, wenn die deutschen Mehrheitssozialifien, nach dem Rat chrer fran- zösischen Genossen, durch Kreditverweigerung den Krieg sabotiert hätten? Ein französischer Mehrheitler, zu dem ich meine Bewunderung für die rhetorische Leistung RenaudelS aussprach, wollte nicht einmal da» zugeben. Er war über diese Rede äusserst empört und sagte mir:„Der langen Rede kurzer Sinn ist: ich, Rcnaudel. trete demnächst mit meinen Gesinnungsfreunde». Sembat und Thomas, in da» kommend« Ministerium Briand ein. Diese Luzer- ner Rede war nur eine vorbereitende Aktion für persönliche Ambitionen." Auch sprach sich derselbe Anhänger Longuet» über unser« Kriegspolitik mit einer Objektivität au», die ich nicht allein Renaudel und Vandervelde, sondern auch manchem unserer llnab- häng igen wünschte.„Ich persönlich," sagte er,„war Gegner einer jeden Kreditbewilligung. Da sie aber schon erfolgte, so hätte ich unseren französischen Sozialisten eine so entschiedene und tapfere Haltung gewünscht wie Ihrer Reichs tagSfraktion am 4. August." Der so zu mir sprach, war ein bekannter französischer Sozia- bist, den ich nur mit Rücksicht auf die noch unvermindert fort- dauernde Deutschen- und Sozialistenhetze in Frankreich nicht nennen will. Aber«S ist klar: unmittelbar nach der Rede RenaudelS bildeten diese und ähnliche Worte eine grosse Genug- tuung für die deutsche Sozialdemokratie. Victor Schiff. Renauöel. - In Pierre Renaudel besitzt die jetzige Minderheit der französischen Sozialistenpartei einen hervorragenden Führer, und die ziveite Internationale eine ihrer stärksten Persönlichkeiten, von einer Arbeitskraft, einer Energie, einer Gewandtheit und einer Beredtsamkeit, die an diese selben Eigenschaften de» unvergesslichen Jauräs erinnern. Doch kann dieser Vergleich über jene bei Re- naudel vorhandenen Eigenschaften hinaus nicht grführt wer- den. Denn auch der Mangel an gewissen Charaktervorzügen, di« der grosse Märtyrer in so bervorragendem Masse besass, wie Ob- jektivität und Vornehmheit, kam bei Renaudel sowohl i» den Luzerner Kommissionsberatungen wie auch in den Plenarsitzungen, namentlich bei der grossen Rede, die er in der Schluhsitzung als Referent der politischen Kommission über den Friedensvertrag und die Intervention in Ruhland hielt, sehr deutlich zum Borschein. Der Arbeitskraft, die Renaudel bei Tag und bei Nacht bewies, der Energie und der Gewandtheit, mit der er seinen Standpunkt in den Fragen der Vergangenheit, der Gegenwart nnd der Zu- kunst vertrat, der seit Jaure» kaugi dagewesenen rhetorische» Kunst, von der sein« Reden zeugten, alle'Ehre! Aber wir deutschen Mehrheitssozialisten empfanden nicht minder die etwas undor- nehme Art, die einen wesentlichen Teil seines Referat» charakte- risierte. Wir streiten natürlich niemandem das Recht ab, über Krieg»- Ursachen und Kriegsschuld einer anderen Ansicht zu sein als wir. Wir sind uns sogar dessen bewusst, dass wir sozusagen gege„ di* Meinung der ganzen Welt kämpfen, auch wenn wir behaupten, dass wir nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt haben. Und wenn Renandel gegenüber Fritz Adler ein« Parallele zwischen den Zkreditbewilligern der Ententcfozialistel», also zwischen ihm selbst. und den identisch handelnden deutschen Sozialdemokraten mit Eni- rüstung znrüitwies, so mag er auch hierin, trotz aller Lehren von Versailles, aufrichtig sein. Aber die Unaufrichtigkeiten, die er be- ging, waren anderer Art. Er wusste, dass die Prüfung der Schuldfrage bereits in Bern auf den im Februar INA statt- zusindenden Kongress vertagt worden war, er wusste«S so gut, dass er dies selbst am Anfang seiner Rede erwähnte.» Und dennoch, als er im weiteren Verlauf seiner Ausführungen auf den Frieden zu sprechen kam, unternahm er eS, dieses Dokument des zhmsch-raubfüchtigen Imperialismus teilweise zu recht» fertigen. Er hatte schon wiederholt in der Kommission betont, man dürfe sich nicht bei der Beurteilung de? Vertrage» auf eine rein negative Fluchpolitik beschränken, man müsse da» Positive an ihm ebenfalls hervorheben und dessen Ungerechtigkeiten und Fehler vor allem deshalb brandmarken, um Verbesserungen durch eine Re- Vision herbeizuführen. Eine Realpolitik, di« die deutsch« mehrheitS- sozialistische Delegation ausdrücklich unterstützt«. Im Plenum aber, als nun sein« Worte nicht mehr allein für die verfannnelten Führ» der Internationale, sondern für die Oefsentlichkeit der ganzen Welt bestimmt waren, verwandelte sich dies: realpolitische Taktik in einen RechtsertigungSpersuch mn so übler Art, als er ja als Referent der Erleuchtung. 49] Roman von Henri Barbusse. Verdeutscht von Max Hochdors. Die Arigen gelangen endlich zum Gipfel deS Sugelge- ländes. Gerade in diesem Augenblicke schreit unser Leutnant mit heller und durchdringender Stimme:„Lebt wohl, Ihr Leute von meiner Kompagnie!" Man sieht, wie er hinfällt und von den Lebenden fortgetragen wird, di« sich, um ihn sammeln. Wir haben den Gipfel erreicht, wir steigen auf dem ent- gegengesetzten.Hange wieder hinunter, und wir logen uns auf der Stille des Erdbodens nieder. Jemand fragt:„Und der Leutnant?" Antwort:„Er ist tot!" „Ach," sagt ein Soldat: ,Mie er unS Lebewohl gesagt hat!" Man atmet ein wenig auf. Man denkt nicht mehr nach. Man denkt nur noch, daß man gerettet ist und dass man end- lich eine Weile ausruhen darf. Leuchtraketen steigen aus. Das Gelände, daS wir geräumt haben, soll ausgekundschaftet werden. Einige unter uns sind neugierig genug, um onch einen Blick nach rück- wärts zu wagen. Aus der Höhe des ersten Hügels, dort, wo unsere Kanonen gestanden hatten, enthüllen die grossen leuchtenden Kundfchafterkichte eine Menschenlinie, die sich noch in Bewegung befindet. Man hört ein Geräusch vou Hacken und Beilen und Schlägelhieben. Die Feinde haben ihren Vormarsch gehemmt. jSie sammeln sich dort oben� Jetzt werfen sie ihre Schützengräben auf. Jetzt ziehen sie ilire Drahtverhaue, und die müssen wir eines Tages wieder nehmen. Wir sehen dem zu, indem wir auf dem Bauche ausgestreckt daliegen oder auf den Knien kauern, und leev lehnen die Flinten an unserer Seite. Margot grübelt, er zuckt mit den Achseln und sagt dann: „Ein Drahtverhau hätte sie zurückhalten können, aber wir haben keinen Drahtverhau." „Und Maschinengewehre, haben wir die denn? Wo waren unsere Maschinengewehre?" Alle haben den klaren Eindruck, dass unser Oberkommando einen ungeheuren Fehler begonnen hat. Mangel an Voraus- ficht: Die Verstärkungen waren nicht rechtzeitig angekommen, man hatte an keinerlei Verstärkimgen gedacht. eS waren nicht genügend Kanonen vorhanden, um den Durchmarsch der Feinde aufzuhalten, und auch nicht genug Ärtillcriemunition. Wir hatten mit eigenen Augen gesehen, wie die beiden Ge- schütze mitten in voller Tätigkeit hatten aufhören müssen. Man hatte nicht an die Granate» gedacht. So wett das ; Kommission sprach und ausserdem dem Urteil deS kommenden Genfer Kongresses Vorgriff. Man dürfe, sagt« er etwa, keine reine Ne- I gationSpolitik üben, sondern auch das Gute betonen, daS der Frieden bring«: eS sei der Frieden, der den angegriffenen Völkern die gerechten Wiedergutmachungen von feiten der Angreifer ver- schaffe- Wie gesagt, mag sein, daß Renaudel damit seine innerste Ueberzeugung aussprach; es mag sogar sein, dass ihm die weitere Entwicklung der Schulddebatten und das abschliessende Urteil des Genfer Kongresses mehr recht geben werden, als wir es noch heute glauben— jedenfalls aber durfte rr, zumal als Sprachrohr einer Kommffsion. in der nur der bereits abgereiste Vandervelde einen ähnlichen Standpunkt vertreten hatte, diese Wendung nicht ge- brauchen. In i>n ersten Kommissionssitzung hatte übrigens Re- naudel, nach Vandervelde, die Notwendigkeit einer endgültigen Klä- rung der Schuldfrag« hervorgehoben und dabei auf den Vorschlag eine» internationalen sozialistischen Unters uchungZausschusseS zustimmend angespielt, der, wie er sagt-, in einem deutschen sozial- demokratischen Blatte gemacht worden war und von dem er kurz in der französischen Presse gelesen hatte. Es handelt: sich um die Anregung, di« ich, gleich nach der Unterzeichnung in Versailles, im „Vorwärts" gemacht hatte. Damit hatte Renaudel selbst also nur bewiesen, dass wir, nicht minder als er, die Wahrheit über diese kapital: Frage ebenfalls ersehnen. Wie ist eS aber möglich, zum einzig erstrebten Ziel, zu der Wahrheit zu gelangen, wenn man mit derart vorgefahten Meinungen cm? Werk geht und seinem Er- gebmS gewaltsam und nicht besonder? vornehm vorzugreifen sucht, � wie eS Renaudel tat? Manches andere, wa» Renaudel zugunsten de» Vertrage?, okso letzten Endes zugunsten der Ententeregierungen, sagte und womit er die ihm als Kommissionsberichterstatter aufgetragene Verurteilung wesentlich neuttalisicrte, hätte einer Polemik kaum i standgehalten. Die eigene Kreditbewilligung, erklärte er, sei eine Pflicht gegenüber der Menschheit gewesen, um den preussischen Militarismus zu zerschmettern, die Voraussetzung für eine nach- trügliche Niederwerfung des eigenen Militarismus. Womit er wohl sagen wollte, dass unsere Krediibewilligung ein Verrat an der Menschheit war. Ueber die Stichhaltigkeit dieser Theorie wäre ein Streiten müssig, und über die Vorzüge deS Ententemilitari»- muS gegenüber dem deutschen würde wohl die Bevölkerung de» Elsatz, deren Befreiung Renaudel naturgemäss ali ein Ergebnis des' Friedens prie», aus eigener Erfahrung ein Gutachten abgeben können. Wenn aber Renaudel auch die Wiederherstellung deS unabhängigen Polens auf das aktive Konto de» Friedens, also der eigenen Haltung während deS Krieges setzte, so müsste er doch daran erinnert werden, ihiss diese Kreditbewilligung ursprünglich auch, obet gar in erster Linie dem Zaren Nikolaus dient«. Die Wiederherstellung Polen» ist nicht zumindest daS— wenn auch unbeabsichtigte— Werk Hinten bürg» und seiner Truppen. Nicht gerne«rinnern wir daran, sondern nur weil di« hakben und viertel Wahrheiten RenaudelS, der mit sich so sehr und mit uns so wenig zufrieden sst, unS dazu zwingen. Wo wäre die russische Revo- lution. wo wäre da» unabhängige Polen, wo wären die übrigen GroßSerlw Zwangsmaßnahmen gegen die Wohnungsnot- In den nächsten Tagen ersweint der Aufruf deS Ber- liner Magistrats an die Inhaber grösserer Woh« n u n g e n, die in ber Lage sind, einen oder mehrere Räume an WohnungSlose zur Versssgung zu stellen. Sollten auf den Auftui hin sich nicht genügend WohnungSmhaber melden, so ist mil Zwangsmassnahmen zu rechnen. Hierzu wird uns mit- geteilt: DaS Wohnungsamt der Stadt Berlin ist seit Wochen bemüht. möglichst viele Wohnräume frei zn machen. In den letzten vierzehn Tagen wurden 200 freigewordene Wohnungen ange- meldet, 2000 dagegen verlangt. Vor ollen Dingen war die Behörde bemüht, die zahllosen KriegSgeiellschasien zu ver- anlassen, iofort ihre Räumlichkeiten frei zu machen. DaS Woh- nungsamt steht auf dem Standpunkt, dass man di« Kriegsgesell- schaffen, wenn sie einmal noch notwendig sind, in Barocken ver- legen könnte. Schätzungswerse haben sie in Berlin nicht wenige, als 60 Wohnhäuser inne und verfügen über elw: 3000 Räume. Da« Wohnungsamt bat mit allen möglichen Mitteln versucht, die KriegSgeiellschasten zur Freigabe ihrer Räume zu veranlassen. Bieher standen dem Amt leider nicht erforderliche~ Machtmittel zur Verfügung, da in jedem Einzelsall die Enlicheidung des Reichökommisiars iür das Wohnungswesen angerufen werden mutzte. So ist es in dem Verlauf der letzten vier Wochen nicht möglich ge« wesen. den KriegSge'ellichaffen mehr alsS40RSume abzunehmen Noch schlimmer liegen die Verhältnisse in Eharlottenburg, wo die Kriegsgesellschaften noch erheblich dichter gesät sind, als in Auge blicken konnte, gab eS in dem ganzen Gelände keine Vertcidigungsarbeiten und keine Schützengräben. Man hatte nicht an die Schützengräben gedacht. Das war sichtbar, selbst für die schlichten Augen eines schlichten Soldaten. Einer von uns sagte:„Was soll man da tun? DaS ist die Schuld deS Vorgesetzten I" Man sagte es, man würde eS wiederholen, wenn man nicht durch daS Vorwärtsdrängen eines neuen Aufbruches wieder emporgerissen und fortgetragen würde. Und derari wurden wir zu neuen Gedanken hingeschleudert, die noch be- deutsamer in unsere Nähe rückten.\ ii Man weih nicht, wo man ist. Während der ganzen Nacht marschieren wir. Die Er- müdung, die auf unseren Knochen lastet, wird noch schwerer. Die Fmsternls, die in unseren Köpfen saust, wird noch finsterer. Wir sind einer Talbuchtung nachgegangen. Wir stossen auf Schützengräben pnd dann auf Kameraden. Das Wegegewirr deS Grabens, das durcheinanderläust und aus- eincrnderläust, ergiesst sich in erwetterte Strassenschluchten, die von wilder Bewegung ekfüllt werden. Auf den Graben- strassen liegen die vollgestopften platzenden Erdsäcke und das innere Gerüst und Gestänge, das in Fäulnis übergegangen ist. wie abgestorbene Glieder. Dort liegen auch die Kommando- unterstände oder die Unterstände für die Verwundeten. Gegen Mitternacht bemerken wir in der goldig blinkenden Oeffnung einer halb offenen Unterstandstür Offiziere, die vor einem weissen Tische sitzen. Ein Tischtuch oder eine Karte liegt darauf. Ein Schrei:„Die haben Glück!" Die Offiziere von der Kompagnie setzen sich der Gefahr ebenso aus wie wir selber, aber sie find nur bei den Angriffen und bei den Ablösungen bedroht. Wir, wir leiden all' die lange Zeit über. Die Offiziere brauchen nicht am Fernrohr zu wachen. Sie brauchen auch nicht den Tornister zu tragen, sie brauchen auch nicht hinter der Front zu schuften. Alles aber, was lange dauert, wird grösser und grässlicher. Dann beginnen wieder die Mauern mit den auSge- wafchenen Steinen und die eingefallenen Keller. Der Morgen erhebt sich, er ist der Engnis voll, eben wie unser Schicksal. Wir erreichen einen Platz, aus dem eS vost Menschen wimmelt. Ein böser Dunst greift mich an der Kehle. Irgendein Graben, vielleicht, in dem die abschüssigen Strassen ihren Kot ergiessen, nein, man sieht Totenbahren, die nebeneinander ausgestellt sind. Aber sie sind lebendig, obwohl jede von ihnen mit der ausgeformten Gestalt eines Toten belastet ist. Irgendwo flattert und klatscht ein graues Zeltdach wie eine Fahne und die Dämmerung enthüllt auf diesem umflackertcn Mauerwerk ein Kreuz, das im Blutschetne dazustehen scheint. Manchmal bemerke ich von meiner Höhe, aus der sich das Auge herausgräbt, gezirkelte Linien, die sich in die Wette hinziehen. Die sind so dünn, sie laufen so verwaist durch den Raum, dass ich nicht weiss, sehe ich unser Land. oder sehe ich ein anderes Land. Selbst wenn man leibhaftig sieht, weiss man nock nicht, was man sieht. Der Blick nutzt sich ab, indem er blickt. Man sieht nicht, man ist unfähig. das Weltall mit Leben zu bevölkern. Alle Menschen, die wir auf der- Erde sind, wir haben als Gemeinsames nur unsere Augen, die umnebelt sind vom Abend, und unsere Seele, die umschattet ist von Nacht. Und immer weiter, immer weiter marschieren die Ver- kettuttgen der Soldatenreihen. Sie marschieren ohne Ende. einer wird nachgeschleppt von dem anderen. Sie marschieren durch die Schützengräben, von deren Wänden es feucht her- unterriesclt. Sie marschieren durch die Wellen deS Chlorgestankes und des Schwefels. Sie marschieren so schnell wie sie können, als wenn daS Mauerwerk sich über ihnen zu- sammenschliessen wollte. Sie gehen gebückt, als wenn sie ewig nur hinaufklettern müssten. Sie sind ganz finster unter den ungeheuren Tornistern, die sie ohne Aushör— gleich höllischen Tornistern— von einem Ort zum anderen schleppen. Immer wieder füllen wir den Platz der Massen aus, die dort eingeschluckt wurden oder vorüberwchten wie ein Wind oder nur wie Erdkrümelchen am Boden liegen blieben. An einer Grabenbuchtung machen wir Halt. Wir lehnen unS an die Wände und stützen den Tor- nister auf die hervorspringenden Erhöhungen. Aber wir'be- tasten die Dinge, die aus der Erde hervorstechen, und wir fühlen, dass es Knie, menschliche Knie, Ellbogen und Köpfe sind. Eines Tages ist alles das dort begraben worden. Dann haben die Tage, die danach kamen, langsam alles wieder an das Licht gebracht. An der Stelle, wo ich mich gerade befinde und von der ich setzt plötzlich und schwerfällig mit meiner ganzen ehernen Last zurückpralle, ragt ein Fuss aus dem Boden. Wir versuchen, hcn Fuss zu entfernen. Er ist ganz hart mit dem Erdboden verwachsen. Um den Fuss fortzuschiebcn, müsste man den Leichnam zerbrechen, der zu Stahl geworden ist. Ich betrachte dieseL Stück des Todes. Meine Gedanken werden rettungslos durch diesen hingestreckten Körper ange- zogen, unter dvn das Erdreich zermalmt wird. Der Tod dringt in den Erdboden ein zugleich mit dem Körper, und er schafft dem Toten eine neue Gestalt. Sein Gesicht— welcher Abglanz des Lebendigen verwest und verwettert dort— im Grunde der Erdenfinstcrnis und auf der Oberfläche dieser sterblichen Hülle! Ach, jetzt sieht man. was im Grunde der Schlachtfelder vor sich geht l Ueberall in diesem geräumigen Wandwerk Menschenglieder. Das erstarrte und kotbedeckte Refflein von menschlichen Bewegungen l DaS ist wie ein riesiger Gestaltcnanfriss. daS ist wie eine eisige Gestalten- einbuchtung, die sich da über unseren Augen ausbreiten. Ja. borten tritt man ja in die Hölle hinein. Ja, borten dringt man ja hinein in daS Eingetveide ber Erde. Gorts. folgt) VerNn. Seider wiffen sich die genannten Gesesischaften einem Zwang in der Regel dadurch zu entziehen, daß sie sich zwar offisiell als Kriegsgesellschaflen auflösen, sofort aber als private Handelsgesellschaft wieder auftun.— Auch die Ver- liondluiigen mit dem K r i e g S m i n i st e r i u m lassen lehr viel z u wünschen übrig. Das Wohnungsamt bat durch Beamte fest- stellen lassen, daß in den Zt a s e r n e n eine ungeheure Raum- Verschwendung getrieben wird. In Stuben, in denen früher 3 0 Mann schliefen, wohnen jetzt 4 b i s ö Soldaten. Das Woh- nungsamt hat sich an das Krieusmimsterium g'wandt, um Räum- lichkeitcu in Kasernen sowohl für Kriegsgesellschaften als auch für Wobnungsloie erhalten. Diese Bitte isi aus militärischen Gründen abschlägig beschicden worden. Man will nun daran gehen, in einzelnen Häuiern vorhandene Wobnmöglichteilen nach Krätlen auStunutzcn. Warme und trockene Bodengeichosie usw, sollen mit Rabitzwänden verkleidet werden, um Unlerkünste zu schaffen. Sollte es zu einer Zwangsein» guartierung. wie sie geplant wird, kommen, will man den Wobnungsinhabern nach Möglichkeit entgegenkommen. Der Magistrat will sich hier in der Hauptsache auf das Ein- qua rtierungsgesetz stützen, doch sind die Beratungen über diesen Punkt noch nicht abgeschlossen. Das Gemüse wird billiger. Die Reichsstelle für Gemüse und Obst hat die Erzeuger- h ö ch st p r e i s e für Weißkohl, Rotkohl, Wirsingkohl, Grünkohl, von Mühren, gelbe Möhren, weiße Möhren utid Zwiebeln neu festgesetzt. Seit einiger Zeit war es infvlge der gün st igenGemüs«ernte nur noch schwer möglich, auf den Großmärkten die reichlich ange- lieferten Gemüscmengen, namentlich in Weißkohl und Möhren, zu den bisherigen Preisen mit der wünschenswerten Schnellig- keit abzusetzen. Um zu oerhüten, daß die leicht verderbliche Ware liegen bleibt und für die Volkscrnährung verloren geht, hat die Reich Sslelle die Erzengerhöchstpreise jetzt gesenkt. Kei»»e Wucherpreise? AuS der Eisenbahn-HaUpl werk statte Berlin II meldet uns ein Arbeiter, daß dort durch Anickilag bekanntgegeben worden»st, aus Bestellung sei Zucker zu 3,50 bis 4,00 M. zu haben. Er knüpft daran die Betrachiung, daß solche Angebote ge- wiß nicht dazu beitragen, den Schleichhandel zu unterbinden und die Lebensmittelpreise herabzudrücken. Bei der Riesengröße des Betriebes der Eisenbahnverwallung sei zu vermuten, daß durch diese als Schleichhandel anzusehenden Souderverkäufe sehr bedeutende Mengen Zpckcr der allgemeinen Verteilung entzogen werden. Leider zwinge dieDürfligkeit der Zuckerliefenwig ausKarten vieleKollegeu. sich zu so unverschämt hoben Preisen etwas Einmachezucker zu verichaffen. Es sei dtingend nötig, den.Hi>ilenrum"-Verkäufen ein Ende zu machen, damit mehr Ware für die allgemeine Veiteilung verfügbar wird und sie zu erträglichen Preisen gekauft werden kann. Der Eisenbahnweikstätlenarbeiler erwäbnt, daß Mi- nister Oeier gegenüber der Arbciteriorderung. die Löhne zu er« höhen, auf den Vorreil der angeblich billigen Sonderlieferungen von Lebensmitteln hingewiesen hat. Tatsächlich werde aber durch Preise, wie es der oben mitgeteilie ist.�per.Vorteil" so weit ver- ringert, daß ein Verzicht auf Lohnerksvhungen nicht möglich sei. Daß die Eiienbahnverwaltung nicht die einzige Behörde ist, die solche fragwürdigen Lebe nsmittelbelieferun gen duldet und fördert, wissen unsere Leser aus wiederholten Festnage- lungen im.Vorwärts"._ Steinkohlen im Ueberfluh. Alle Welt jammert und klagt über die Kohlennot, die, wenn es nicht gelänge, die Grubenarbeiter und-Magnaten, sowie die Arbeiter der Lolomoiiv- und Eisenbahnwagen-Werkställen eines Besieren zu belehren, katastrophale Wirkung haben könnten. Nur die Kohlen- schieb er, dazu— die schwerreichen K o h l en h a m st e r, die werden weder Not noch Sorge erfahren. Hin und wieder offenbart so einer doch sein Geheimnis, sei es auch auf dumme protzige Weise In der Jnieratenplantage der.Bossischeu" stand neulich jolgende Anzeige: Dar- Bolle Pension-M» suche ich f. m. Tochter tstudienhalb. in Berlin) v. 1. Okt. ab m. Fam.-Anschl. in musik. guter Familie. Liefere monat l. bZlr. Stein- kohlen gratis u. Zuschuß an Lebens- Mitteln, Off. erb. u. 5ö33 Ullsteinhaus, Berlin SW. 68. .Monatlich fünf Zentner Steinkohlen gratis und Zuschuß an Lebensmitteln" noch über den jedenfalls harren- den Preis für«volle Pension" hinaus! Da ist das Leben trotz alle? Menschenelends schon noch lebenswert. Die sozialdemokratischen Lehrer zum Schulkompromih. D>e Ortsgruppe G r o ß- B e r l i» der A r b e i I s g e m e i n- schaft sozialdemokratischer Lehrer nabm in einer außergewöhnlich stark besuchten Sitzung am 23. August zum Sckiul- toiiiproiniß in der Verfassung Stellung. Nack einem ausführlichen Referat des UnlerstaalSsekretärs Genossen Heinrich Schulz und einem Korreferat des Genossen Bccker-Kagel folgte eine lebhaste und ausgedehnte Drskuifion, an deren Schluß mit allen gegen vier Stimmen die nachstehende Resolution angenommen wurde: Die Orrsgruppe Groß-Berlin der Arbeilsgemeinschasl sozialdemokratischer Lehrer bedauert, daß die sozialdemokratische Fraktion der Nationalversammlung dem Schulkompromiß zuzu- stimmen gezwungen war. Sie anerkennt aber die Gründe, die zu dieser Notwendigkeit führten: sie sieht sie vor- nebmlich in der schwierigen politischen Lage Teutschlands beim Friedensschluß, serner in der Zersplitterung der sozial- demokratischen Parteien und endlich in der ablehnenden Haltung der Demokraten gegenüber der weltlichen Schule. Die Versammlung stellt fest, daß durch das Schulkompromiß die weltliche Schule gleichberechtigt neben die bis- herigen Schuliormen gestellt worden ist. Sie fordert alle Kollegen, die auf dem Boden der welllichen Schule stehen, besonders alle Mir- glieder der Arbeitsgemeinschaft aus, als wichtigste Ausgabe der nächsten praktischen Arbeit die Austlärung der Erziehungsberechtigten über Wesen und Wollen der weltlichen Schule zu betrachten und für sie die Herzen der Lehrer und Elrern zu erwärmen. Rätselhafter Tod eines Oberleutnants. Der rätselhafte Tod eines Oberleutnants v. Plüskow, der in Polsdam in der Kaserne des l. Garde-Regimenls erdrosselt aufgefunden wurde, beschäftigt die dortige Kriminalpoltzei. Das Kriegsgericht, das die notwendigen Erhebungen zu führen hatte, iah sich veranlaßt, erfahrene Kriminaliften hinzuziizieben. Viele Umstände deuten darauf hin, daß ein Mord vorliegt. Der Tote war viermal gefesselt. Die Hände waren auf dem Rücken mit einem Riemen, die Oberarme mit ,ineni Lederband. die Knie mit einem Säbelkoppel und die Füße mit einem Koch- geichirr-Riemen umipannt. Plüskow trug ein langes werßeö K o r i e l t und lange weiße Glacehandschuhe. Inzwischen ist festgestellt worden, daß morgens gegen 8 Uhr ein junger Mann, der einen Schlovpbut und grauen Anzug trug sich an der Wohnung PlüSkowS zu schaffen machte. Die Tür zum Schlafzimmer des Offizurs war verschlossen und ebenso war die Tür, welche von dem nebenan gelegenen Badezimmer auf den Korridor ging, von innen verriegelt. Der Unbekannte hat zuerst veriucht, die Bodezimmertüc zu öffoen und klinkte dann, als er sie verschloffen fand, an der Eingangslür zum Schlaf, immer. Er ein- feinte sich schließlich, wobei Soldaten beobachteten, daß der Fremde sich mehrmals»miah. Mittags zwischen 1 und 2 Uhr erschien an der Wohnung Plüskows wieder ein Mann, der etwa 1.80 Meter groß war. eine braune Weste trug und kein Jäckctr anhatte. Die Leimet seines grüne» Hemdes war«» bis zu» Ellenbogen auf- l gekrempelt. Die beiden Männer waren keinem der in der Nähe be- | fiudlichen Soldaten bekannt, man weiß auch nicht, was die Zivil- Personen in der Kaserne zu tun hatten. Gegen die Annahme, daß hier ein Mord dorliegt, spricht allerdings der Umstand, daß die Polizei beide zur Wohnung Plüskows führende Türen von innen verschlossen und verriegelt aufgeiunden hat. Die Fenster im Schlafzimmer und in der Badcsiube waren ordnungsgemäß geichlosien. Es erscheint deshalb kaum möglich, daß etwa jemand von außen die im ersten Stockwerk gelegene Wohnung betreten haben kann. Wiederum fehlt für einen Selbstmord vorläufig noch jeder Anhalt. Plüskow ioll sich in durchaus geordnelerl Verhältnissen befunden baben und noch kurz vorher mit Bekannten über zukünftige Pläne gesprochen haben. Die Potsdamer Polizei, die hier vor einem Rätsel steht, ist be- müht, die beiden unbekannten Männer, die sich in veidächtiaer Weise auf dem Korridor der Kaserne zu Ichaffen machten, aufzu- finden. Der Polizeircvolocr. Gestern wurden zwei Arbeiter. Paul Riedel und Wilhelm Borchard. an der Amruncr, Ecke Limburger Straße, von dem hier stationierten Polizeiwachtmeisier Thicme dabei betroffen, wie sie von einem zweiipännigen Waaen zwei Kisten mit Militäikleidern an Unbekannte verschieben wollten. Da sie auf wiederholten Aurui nicht hielten, sondern auf die Pierde einschlugen, schoß Thieme auf sie, wobei beide Personen in den Oberschenkeln durch Schüffe Fleischwunden erlitien. Beide Ver- wundete wurden als Polizeigefangene der Charitä zugeführt. „Rcliqnicu" aus der Kaiser- und Königszeit werden uns noch von verschiedenen Seiten gemeldet. Unter Bezugnahme aus untere Mitteilung in Nr, 425. daß ein Schmargendorfer Ortsblätichen noch von.Kaiserlichen" Postämtern spricht, nennt man unS das Seiten- stück, daß in der letzten Ausgabe des von der Oberpostdireklion Berlin herausgegebenen Telephonbuches nochein.Kaiserliches" Aufsichtsamt inr Privatversicherung verzeichnet ist. Wer Zeit und Luit hat, das Telephonbuch daraufhin genau durch- zuiehen, wird in ihm noch mehr.Kaiserliches" finden, aber uns wolle man, bitte, die Aufzählung erlasien. Ein anderer Leier über- sendet»ns den von einer Poitznhlkarte abgetrennten Einliekerungs- schein, auf dem im Vordruck als Kontoinhaber die.Königliche" Polizeikasse Berlin-Lichtenberg genannt wird. Eine Viehzählung findet am 1. September im Deutschen Reiche statt, Sie erstreckt sich auf Pferde(ohne Militärpferde), Rindvieh, Schafe, Schweine, Zieaen und Federvieh(Känie, Enten und, Hühner) und wird auf die Verwendungsart der Pferde und die Zahl der Zuchteber und Zuchtsauen, sowie der Kaninchen ausgedehnt. In Preußen werden wie bisher auch die Trut- und Perlhühner gezählt, Die Durchführung der Zählung liegt in Berlin dem Maaistrat und dem Polizeivrüsidilim ob. Die Zählung erfolgt durch Beamte der Schutzmannschaft. Falls ein Zähler nicht erscheinen sollte, ist münd- liche Anzeige des Viehbestandes in der Zweigstelle des Statistischen Amis der Sadt Berlin, Poststraße 5 II, bis zum 3. September zu erstatten. Wer vorsätzlich eine Anzeige nicht erstattet oder wisieut- lich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Geiängnis bis zu 6 Monate,, oder mit Geldstrafe bis zu 10 000 M. bestraft. Auch kann Vieb, dessen Vorhandensein ver- schwiegen worden ist. im Urteil als� für.dem Staate ver- fallen" erklärt werden. Sonderzuweisungrn von Stoffen waren den Kriegsbeschädigten, Kriogerchinterbliebenen, Kriegsgefangenen, auch Beamten, kinder- reichen Familien usw. in Aussicht gestellt worden. Sie sollten auf Grund eines von der Gemeinde ausgefertigten Bercchtigungs- scheins erhältlich sein. Dom Berliner Magistrat wird jetzt diese Nachricht dahin berichtigt, daß bisher die Stadt Berlin weder Stoffe noch Sonderzuweisungcn von Bekleidungsgegenständen'auf Grund der neuen Richtlinien der Reichsbekleidungsstelle oder aus HeereSbcständen zugegangen sind, Berechtigungsscheine zum Be- zugc von Kommunalware aus den bisher zugegangenen Zu- Weisungen der ReichSiekleidungsstelle für die minderbemittelte Be- völkerung stellen noch immer die zuständigen Anfertigungsstellen für Bezugsscheine aus. Nach Erledigung der noch schwebenden Fragen über die Zuteilung von Stoffen für die minderbemittelte Bevölkerung und die Möglichkeit der Ausstellung der hierzu erfor- derlichen Berechtigungsscheine wird das Erforderliche öffentlich bekannt gemacht werden. Die Ständige Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt in Charlotten- bürg, die während des Kriegs geschloffen war, soll w i e d e r e r ö s f- n e t werden, und zwar möglichst bis Ende dieses Jahres. Es ist auch beabsichtigt, die Ausstellung in Zukunft noch mehr als bisher für den Arbeiterschutz nutzbar zu machen. Zu dem Zwecke soll die bereits eingerichtete AuSkunststelle über Vorkehrungen zum Schutze des Lebens und der Gesundheit der Arbeiter und über die Arbeiter- sürsorgeeinrichtungen zu einer zentralen Reichsauskunft. stelle ausgebaut werden. Weiter ist in Aussicht genommen, in der Ausstellung betriebsmäßige Versuche über die Brauch- barkeit von Schutzvorkehrungen für bestimmte Zwecke anzustellen. An diesen Versuchen werden auch die Vertreter der Gewerkschaften oder der besonders in Frage kommenden Verbände beteiligt werden, damit sie auf Grund ihrer Ersah- rungen ein Urteil über die Zweckmäßigkeit und Brauchbarkeit der Sckmtzvorkehrungen abgehen. Endlich werden in der Ausstellung Lehrgänge abgehalten werden, um die jüngeren Gewcrbeaufsichts- beamten und besonders auch die den Gewerbeaufsichtsbeamlen zu» gewiesenen Hilfsbeamten aus dem Arbeiterstande sowie die An- Wärter für den technischen Auffichtsdienst der Berufspenoffenschaften auszubilden. Man hofft, daß die geplanten Maßnahmen zu einer wesentlichen Besserung und Förderung des Unfallschutzes führen werden. Neichsbond der Kriegsbeschädigte»,.Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebenen, Bezirk C b a r l o t t c n b u r g. Ab 26, August befindet sich die Auskunftsstelle bei Ernst, Schiller, Kirch ilr. 28, Dienstags und Freitags 7— 9 Uhr abends. Aufbau und Werden. Heute abend 1 Uhr beginnt Professor Dr. L e n s ch in der Aula der 1. Gemeindeschule in Oberschöne- weide seinen Vortrag über„W eltrevolution und Sozia- l i S m u s". Vertrauensleute und Betriedsfunltionäre find be- sonders eingeladen. Eintritt frei. Stenographische Gesellschaft Stolze- Schrcy. Anfängerlehrgang für Damen, Herren und Schüler beginnt Mittwoch, 3. September, abends 7'/, Uhr, in der Luisenstädrischen Oberreal- jchule, Dresdener Str. 1l3. Unterrichtsstunden jeden Mittwoch, abends V/z— 9'/g. Nach beendetem Kursus weitere Ausbildung in FortbildungS- und DiklatkuMeri. Anmeldungen in der Schule oder bei Jlie Auerbach, Luisen-Ufer 11, 3 Tr. Radrennen im Olympinvarl. Meisterschaft von Berlin sür Flieger, Entscheidungslaus über 1200 Meter: 1. Rütt 1 Min, 57 Sek., 2, Lorenz. 3, Tadewald, 4, Abraham, 5, Sennecke.— Zweisitzer-Hauvtfabren, 2(*iO Meter: 1. Lorenz. Packebuich 3 Min. 22 Sek., 2. Häusler-Abraham, 3, Sennecke-Kudcla. 4. Rült-Tadewald. 5. Gebr Tietz,— AugustpreiS, 25 Kilometer: 1, Krupkat 24 Min. 3 Sek., 2, Bauer 60, 3. Pawkc 780, 4, Tcchmcr 960, 5, Kuschkow 3440 Meter zurück,— Zweisiver-Prämien- fahren, 1b Runden: I, Rült-Tadewald 8 Min, 34 Sek., � 2. Lorenz-Packe. busch, 3. Gebr. Tietz, 4. Häusler-Abraham, 5. Hahn-Müller— Großer Kermaniapreis, 70 Kilomeler: 1. Krupkat 64 Min. 15 Set., 2. Pawke 390, 3, Techmcr 4630, 4, Kuschkow(zweimal Radschaden) 8900, 5. Bauer(drei- mal Radschaden) 9630 Meter zurück. Neukölln. Das Verfahren gegen de» Magistrat wegen Verstoßes gegen die Reichs-Gelreideordnung, wegen Kellen Kandels und Ueber- jchrcitung der Höchstpreise ist. wie man uns schreibt, emgeleilel worden. Mit der Untersuchung des Falles ist Staatsanwalt Orth- mann betraut. Die Behaupiung. daß einzelne Beamte beim Verkauf der Waren private Vorteile gehabt oder sich Ver stoße gegen die gesetzlichen Bestimmungen haben zu Schulden kommen lassen, bat sich als unrichtig er- wiesen. Ebenso sind die Bücher des Lebensmitrelamtes in Ordnung befunden worden. Das eingeleiiete Verfahlen richtet sich nicht gegen einzelne Beamte, sondern lediglich gegen de» Magistrat. Der Neuköllner Arbeiterrat bat, wie weiter gemeldet wird, seinen Borsiyenden L e w i n, der die Anzeige gegen den Magistrat erstaltet hatte, gezwungen, sein Amt niederzulegen. Es sei festgestellt worden, daß Lewin, der die Beamten strafbarer Handlungen bezichtigte, ein vielfach vorbestrafter Meirich ist, der zuletzt eine eineinhalbjährige Zuchthausstrafe ver» büßen mußte. In den Kreisen der Neuköllner Arbeiterschaft herrscht jetzt die Ansicht, daß es Heiser gewesen wäre, den Vorschlag des Magistrats anzunehmen und eine unparteiische Unteriuchungs- kommiision einzusetzen, anstatt die Staatsanwaltschaft in die An- gelegenbeit hineinzuziehen, Treptow, Gcmenidevcrtretcr-Sitzung. Der Gemeindevorstanb teilt mir, daß die Regierung bezüglich der Einziehung der Steuern angeordner habe, etwaige Zwangsmaßnahmen bis zum 30, September d. I. zu unterlaffen. Die Genehmigung zur Ab« führnng der Staalseinkommensteuer insgesamt nach Einziehung, die bekanntlich für das vergangene Halbjahr in zwei Raren erfolgen soll, ist nicht erteilt worden. Ein Antrag der Fraktion der U. S P. D,. die Eingabe an die Regierung zu dem Gesetzentwurf Groß-BerlinS durch die Forderung der K o m m u n a l i s i e r u n g des g e- samten Polizeiwesens zu ergänzen, wurde angenommen. Der bürgerliche Block brachte zum gleichen Gegenstand einen Antrag ein. der für d:e Zabl der Abgeordnelen Berlins und der einzugemeiiideiiden Vororte nicht nur die Zahl der� Einwohner, sondern die Größe der Gebiete zugrunde gelegt wissen will. Dieier Antrag wurde abgelehnt. Zur Ordnung für die Erhebung der Lustbai keiiSsteuer vom 3. Juni 1919 wird der Erlaß eines Nachtrages beschloffen, der den Gemeindevorstand zur Milderung anßergewöhnllcher Härten ermächtigt. Ter Zins» fuß der zu errichtenden Sparkasse wurde aus 3>,> Proz. lestgeletzr. Der ArbeitsloienauSickuß wurde angesichts der Tatsache, daß die Zahl der Arbeitslosen sich in Treptow nur noch auf 750 Per» l'onen bei 36 000 Einwohnern beläust, auf eine Perion herabgesetzt. Ihre Bezüge werden auf lv M.'ür den Tag erhöht. Die soziale Wohlfahrtspflege wird ergänzt durch einstimmige Annahme eines Beschlusses, nach dem Einwohnern, die sich in wirlschaillicher Not« läge befinden, eine einmalige Zuwendung gewährt werden soll, Rowawes. Die Gemeindevertretung beschloß die A e n d e- rung der Steuersätze für die Gemeindesteuer auf Grund des Gesetzes vom 4. Juni. Für das lausende Jahr bleiben die Einkommen bis 1500 M. frei von Kommunalsteuern, den Per- sonen mit Einkommen von 1500 bis 2100 M. wird eine Ermätzi- gung von 50 Proz,, mit 2100 bis 3000 M, eine solche von-25 Proz. der Staatssteuersätze gewährt, während zur Deckung die höheren Einkommen von 8000 M. entsprechend herangezogen werden.— Einstimmig angenommen wurden die Verträge über den Z u sam- menschluß her Gemeinden Rowawes, Drewitz und Wa nn-sec z u einer Gesamtgemeinde, Sitz der Ver- waltung wird Rowawes, in den anderen Ortsteilen bleiben das Einwohncr-Meldeamt, die Steuerkasse, das Standesamt und die Kriegswirtscbaftsburcaus. An dem vereinigten Vermögen haben die Einwohner gleiche Rechte. Die Neuwahl der Gemeindever- treter muß bis spätestens ein halbes Jahr nach Genehmigung des Vertrages erfolgen. Bis 31. März 1920 werden sämtliche Steuern nach den bisherigen Sätzen erhoben, ebenso bleiben his dahin alle bisher gültigen Ortsstatute und Verordnungen in Kraft. Innerhalb drei Jahren werden die beteiligten Gemeinden durch eine elektrische Bahn verbunden. Die im Dienste der einzelnen Gemeinden stehen- den Gemcindebeamten gehen in den Dienst der Gesamtgemeinde über,-T Nachdem der Nachbarort Drewitz eine Einwohner- wehr gegründet hat, glaubt der Gemeindevertreter Corpus (Dnatl.) die Zeit für gekommen, auch für NowaweS zum Schutze der Felder und Forsten eine Wehr einzurichten. Er findet aber beim Schöffen Neumann(U. S. P, D.) wenig Gegenliebe und noch weniger beim Gemeindevertreter Alperstedt(S. P. D.). In Nowa- wes werde nickt mehr gestohlen als an anderen Orten, und das Bestehen der Einwohnerwehr gebe nock keine Bürgschaft, daß die Diebstähle dann aufhören werden. Mit Nachtwachen hätten die Lanbenkolonistcn schon zur Selbsthilfe gegriffen. Durch Neileinstellungen wird die Zahl der Polizisten in nächster Zeit vergrößert werden. Groh-Berliner Lebensmittel. Berlin. Bis morgen, Mittwoch, sür 152,, 153,, 160,, 161.. 162, 163,, 164., 166., 173., 185., 205., 207,, 211., 218, und 241, Brotkommilfion 250 Gram Kälc, W morgen, Mittwoch, bis aus weitere« aus A I und A II ie 1 Liter, auf B I und B II je•/. Liter, auf C I und C II je'/. Liter Vollmilch,/ Lichtenderg. 7 Psimd Kartoffeln<35» bis gl, 3 Pfund Kartoffeln ' auf Millelstück der Kartoffelkarte, 40 Gramm Butter<35). 200 Gramm Margarine<1> 13). Zuckeranmetzdung<402), B, j, G, IC, 8 bis 31. Auanst. Maricudorf. Bis 31, August 300 Gramm Einmachezuckcr(v). Kauibcrechtigungsscheine für Ledersohlen heute 8 bis 12 Pofizeidlenstgebäudc, Zimmer 6,» Britz. 25. bis 31, August 250 Gramm Näbrmitt-I<78). Johannisthal. Ab 29, August 500 Gramm Auslandsmarmclade<4911, 250 Gramm ausl. Hülienfrüchte(72). 500 Gran m Maisgrich(492), 1 Päck- chcn Milchiüßipeiseii(493), 2 Sutwenwürsel(494), 250 Gramm Amerika- mchl4. Abt. Morgen 7 Ubr: Fraucnabend im Lokal von Junge, Litauer Str.»7. Gen. Hübner: Grenzsragen der Geschlcchtsmoral. Teil I: Borebeliche und außereheliche Probleme. 10. Abt. Morgen 7 Uhr zwei Versammlungen: Schreinerstr. 63, bei Kübn, und Waldeyerstr. 8, bei Sorgatz, Tagesordnung: Bericht von der Generalversammlung. Diskussion. Verschiedenes, 32. Abt. Morgen 7'/, Uhr, Vcriammlung, Greisenbagcner Str. 58. Vortrag: Wesen-und Ausbau dei Betriebs- und Arbeitcrräte. 37. Abt. Morgen 7>/, Uhr Zablabend dei Tschammer, Raihenowcr Straße 74. bei Heimann, Slcpbanstr, 5, bei Boges. Lehrter Slr, I8it3. 3(4. Abt. Morgen 7 Uhr, FienSburger Str. 3, be! Timpcr: Wichlige Beratung der Bezii ISiübrer und aller m der Ableilung wohnenden Betriebs- vertckueiisleute, Tagesordnung: Die Organisation der Abteilung. Legili- mationskarlcn mitbringen. 42., 43., 46., 47.- 48. Abt. Morgen 7'/, Uhr Frauenabend in der Schulaula, Oslcnder Straße. Res.: Genosse Sassen:.Politische Tages- siagen". A3. Abt.' Billetts zum Sommeroergnügen sind zu haben bei: Schropel, Grtinlhalcr Str. 13, Tamme, Ramlerstr, 5, Gillwaid, Putbusei Str. 24, Senkel, Graunstraße, Ecke Dcmmincr Straße, Friese, Graunllr. 41, Borchardl, Graunitr. 18, Schulz. Eulerslr. 10, Debitzsch, Swjnemünder Str. 50. Da eine Versammlung bis dadw nichl mehr statt- findet, werden die Genossen gebeten, sich, rechtzeitig bis.Freitag Billetts zu besorgen. Daubstummen-Tcktion. Morgen'.',8 Uhr, Zahlabcnd, Cöpenicker Straße 62. Erscheinen aller Mitglieder ersorderlich. Dewprlhof. Morgen 71/, l!br Mitgliederversammlung in der Aula der 2, Gemeindcschulc, Friedriw-Wilbclm-�liaßc, Ecke Werderstraße. Voll- zähliges und pünktliches Erscheinen der Mitglieder nötig. Pnotow. Morgen 71/, Uhr Funttionärkonserenz bei Engel, Mühlen- straße 45. Riederichönhausen. Morgen 7'/, Uhr: Allgemeine Mitglieder- Versammlung im.Schloß Schöndausen", Lindenstr. 11, Tagesordnung: .Unsere Koblenoerjorgung sür den lammenden Winter", Relereni: Genosse M. Vieth, Schöffe und Dezernent der örtlichen Kohlenslelle. 2. Geschäst- pches und Anträge. Neuausnahmen am Saaleingang. Erscheinen aller Mitgiieder dringend nötig, > ö»tgrn»al- Zepernick. Morgen Mttgliederversaminlung bei Marx, Hoheu-2teue»dorf. DonnerSiag. 28, August, 5 ,9 Ubr. im Lokal von Marlen(früher Bleisin) am Bahnhos Stolpe, Milgliederoersammlung. Die Wichtigkeit der Tagcsoidnung ersordert das Erscheinen aller Genosfinncn und Genossen. Parleffreunde haben Zutritt, Bereinigung soz. Lehrer und Lehreriuueu, Gruppe Reuköllu. Morgen 5 Uhr rn der M�engriibenklause". Gerichtszeitung. Der tapfere Schleichhändler. Wegen gewerbZmätzigen Schleich- Handels hatte sich der Glasermeister Solomon R o i b o l z ver- antnjorten. Vor einiger Zeit wurden aus einem hiesigen Bahnhof zwei an den Angeklagten gerichtete Reisekörbe mit fleisch bescbiag- nahmt. Wegen Schleichhandels verurteilte das Schöffengericht Rol« holz au zwei Wochen Gefängnis und 300 M a r l G e l d» strafe. Vor der Strafkammer erzählte der Angeklagte folgende Geschichte: Er sei rein zufällig zu dem Fleisch gekommen. Die Polen hätten ein Dorf bei Koiinar sPoseni eroben und dort bei einem Bauer geicklachiet. Er habe sich dann den dort operierenden Reichswebrtrupven angeschlossen und das Dort selbst mir gestürml. Damit das schöne Fleisch nicht schlecht werde, habe er es erworben, um es für seine Familie zu verwenden, die aus ll Köpfen bestehe, darunter ein 100 Jahre alter Grofzvater, der sehr gern Kalbfleisch- brühe trinke. Das Gericht glaubte diese Ausreden nicht und ver« warf die Berufung. Sriefkasten üer Neüaktion. E. X. IVO. 1. Leider nicht. 2. Wenn für die Behauptung Tatsachen und Beweise beigebracht werden kölinen, nein. 3. Nein.— 0. M. 100r Ss kann Hcrabsehung deS Steuersatzes beanspruchl werden.— M. R. I vv. Das a tntsgerichtliche Erkenntnis ist maßgebend. Sie sind also zur Räu- mung am l. Olloder verpflichtete— I. 800. Ja, falls die Miete püntl. llch gezahlt wird.— Gruhn. Alt-Glienicke. Ein Erbanfpruch entsteht erst nach dem Tode der Mutter. Es kann aber slandesgemäste Zlusfleucr vcrlanat werden Fall» Zahlung nicht erfolgt, ist.Klage angängig, die aber vorAblaut eines Jahres, von der Bcrbciralnng ab gerechnet, erboben sein muß. A. M. 333 RowaweS. Slnttag beim Bczirlslommando.— Ber- gröstcruiig. Sie müssen das Gewetbe bei der Orttbehörde nnmclden.�� W. L. SS. ß SE,Elntommerstcucr.Gefctz.— l£\ t. Lldtslcbeu. Tie sind nur zur Bezahlung der gcgneriichen Anwaltskostcn verpslichtet.— B. M. III. 1. Den Eid unter Stnwcndung der religtösen Formel brauche« Sie nicht zu leisten. 2. Die allen Siegel weiden noch aufgebraucht.— A. G. SO. i. u. 3. Taiür sind die mit der Keuicuide vereinbarten Be- dtngungen maßgebend. Falls solche Bedingungen nicht bestehen, besteht auch keine Zablungsslicht. 2. u. 4. Nein.— Boza 3. Ja— E. F. 100. Die Ermäßigung ist schon mit eingerechnet.— P. T. 100. Das nnier- licgt dem Ermessen der Polizeibehörde bczw. der Staatsanwaltschaft.— Pankow 15. 1. Tie früheren Bestimmungen sind aufgehoben. Periön- lichc Ertlüritng beim tümtsgericht ohne vorherigen Antrag. Steuerpslicht crlitcht mit Ende des Kalenderquartals, in dem der Austritt vollzogen ist. 2. Ein solchcrAnspruch besteht und zwariuHöhc von 3 M. BezirkSkommando, Beschwerde- instnnz Landwehrinslietlion.— Hornstr. 11. An den Beiriebsarbeiterrat.— 21. C. 12. Wenden Sie sich an die Münze hier, Untenvaiserslraße. — Cito 27. 1. Nein 2. Nein.— A. I. 100. Die Gemeinde Tcmpel- hof.—(Stilb. Fragen Sie beim Provinzia!- Schnllollcgium an.— M. S. 47. Derartige Bezugsguellen sind uns auch nicht bekannt.— E. K. 44. Fragen Sie bei der Keneralkommission der Gewerkjchaslen, Engeluser lS, an.— H. 13. Srsabren Sie w einem besieren Drogengeschäst. 2. Nein. 3. Nein/— Ntedcrschöiiewcide 55. 1. und 2. Ja. 3. Nein. R. H. 100. Zablnng wird nicht zu erlangen sein, da in solchen Fällen Bedürstigkeit nicht als vorliegend erachtet wird.— M. F 248. Die Erzählung entspricht nicht den Talsachen.— G. 00. 1. Ja, falls die Eltern der Verstorbenen nicht mehr am Leben sind. 2. und 4. Nachfrage beim Amtsgericht, in desien Bezirk die Erblasserin verstorben ist. Ihre Kindel müsicn von dem übci lebenden Ehcniann Auscinandcrsctz urg sor> derti. Das tarnt schon jetzt geschehen. 3. Der Mann ist zur Herausgabe vcrpftichtct. Falls ein« Aussordming Ihrer Kinder ersolglos ist, lann Klage er- hoben weiden.— Sl. Sch. 100.' 1. und 2. Nein.— G. H. SO. i. bis 3. Es besieht kein Anspruch. 4. Das.— N. B. 23. Es sind jeweils die länger als vier Jahre zurückliegenden Ansprüche verjährt. Für Kriegs- lcilncbmer ist hie Perjährungssrisl unterbrochen.—«. N. 5)9. 1. Ja. 2. Darauf brauchen Sie nicht einzugehen.— B. 100. 1. DaS Gesetz läßt Kündigmigcti zu. Wenden Sie sich jedoch an den Arbeiter- bezw. Angestelltenrat Ihres Betriebes. 2 Stellen iötmcn wir nicht vermitteln. — G. B. 22. Eine'derartige Stelle gibt es nicht: veriuchen Tic es mit einer Eingabe an das Städtstche Wohnungsamt, C 2, Stralauer Platz 3—6 1.— Fkucrdcsiattuirg. Die Bestimmungen sind noch nicht geändert: nähere Auskunst darüber crballcn Sie von der Zeitschrist „Tie Flamme", Anhaltstr, 6.— W. 91. 1200. 1. Ja. 2. und 3. Nein. Wcttorausfichlcn für das mittlere Norddeutschland bis Mittwoch mittag. Nordostwäris sortschreitende langsame Ans heiterung, tcilwcilc besonders' im Nordosten noch an vielen Orten etwas Regen. In den Tagekstlinden etwas wärmer. Im Binnenlande schwache, an den Stüst-n zeitweise ausirischcnde westliche Winde. r)ie Irsuerkeier für äss verstorbene VorstsnäsmitAlieä cler Liroflen Lsrliner LtralZendabn, tlerrn Lausat Karl Otto findet am Donnorsta«;, den 28. AnjjiiHt d. J., 3 L'lir nach- inittagM, auf dem StraQcnuahnhof in Berlin-Wilmersdorf(Halensec), West- fälische Straße 73:75, statt. GroSe Berliner Straßenbahn. Dr. Wussow. 6170 Sauschule i'us,eUe Spezialarzt Dr. Hasche Sipechswuden 10—1, 5—8. 6onnt 10— 1. MeMiizUgße 90-?m~ Zriedrichstrost«. gestattet. n Erste und älteste Heil "ä® SpeziaUArzt, Harn Heil'Anstalt Löser Dr. Skottl Dir.: Loser senior"__ jj. Blutuntersuchunsen. Elektr. u. mediz. Bäder. " Ecke Linienstraße. 9 1. 4-9, Sonnt 9-1. .«G» Rosenthaler Str. 69-70, 9r. med. Karl Keinhardt Berlin, PotsdamerStr II7(a.d. Lützowstraßc) Spezial'Arzt bewahrte fachmännische Behandlung. Unentgeltliche Auskunft und aufklärende Gratis Broschüren(Beschreibung sämtlich. Heilverfahren) in den Sprechstunden von Vi 12— 2 mittags,»/jobis VjlO Uhr abends, Sonntags 1/2li— l Uhr(Im ver schlossenen Brief 1�5 Mk.).*| Mittwoch, den'it. August 1919, abends t Nhr, in den Musikerfestsälen, Kaiser-Wilhelm-Straßc 31 fHochzeitssaal): Versammlung. Tagesordnung: Stellungnahme zum Tarifvcrtragscntwurf. Diskussion und Beschlusisassung. Unbedingtes Erscheine» jedes Kollegen ift erforderlich. 72/2 ZenKM r.ö Der öcnölunssseSiüfea Ortsgruppe©tost-Betlin, SÄÄÖräii BÄKSJi.S.) 26, Abteilung. Am Mittwoch, den 27. August, abcudS Nhr, im „Bürgcrljcim", Alle Schönhauser Str. 23 24: Versaifimlun Tagesordnung: 1. Vortrag übet Sonsumgenossenschastsweseu. 2. Ausgabe der Billetts zum Eommerfest. Freunde des Vereins und Vorwärtsleser sind hierzu eingeladen. «vlädx.f Meister» und Polierkurse Ausführlich. Programm frei ErfiÄdungen werden zu taufen gesucht. Angebote(auch Ideen) an 8;/14 Int. i'atentbörse, Cassel 182. Möbel Lieferung kompletter* Speise-, Herren- n. 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Das Weltreich des Abendlandes. Wir bitten die Arbeiier pon Oberschtzneweide, Nieder- schducweide und Johaunuisthal, insbesondere die Ver- trauenoleuie, um zadlreichen Besuch. Diesenigen, welche de» ganzen Kursus mit allen Vorträgen unenrgeltlich. zu de- legen wünschen, werden um Mitleitung ihrer Adresse gebeten. „Ausbau»nd werden" Gesellsch. für prall. Voitsaufllärung, Berlin W 62, LutherstrAS L Zentrum, Eaiser-Willie!in-St.38,ITp. e©e»eom- plsiien Sücheneinrichtnngen ufn>. stehen zur ge- dlligen zwanglosen Besichtigung in der Srunnenjlraste Ztr. 7, Ztr. S u. Ztr. 156 nahe Roienll>ater Platz bei Möbel=Lechner,, Deöffncl von 8—6 1 07|f|fTanirr|itcf of a- u- Ur. ,ur Wilhelm v. Kirchbacn UUllUy vilOiliolul pers.z. sprechen Potsdamer Sir. HS (Lützowstr.) Langjähr. Erfahr. Zuverläss. Rechlshcistand in Ehe-, Alimenten- u. Vertrauenssach., Gesuche, Verträge, Ermittelungen.— Beobachtungen Tel. LliizoW 2491. Das goldeneBuchdesWelbesj tu Kapitel aus dem intimsten Lehen der Frau. 6. Aufl. I Von R. Gerling.— 15! Seiten. 164/5 j Inhalt: Wie erhält die Frau das Eheglück?— Warum| »erblühen so viele Frauen so früh?— Pflege u. Er- j haitung weibl. Schönheit.— Das Geschlechtsieben in i der Ehe.— Die Bedeutung der Kiankheiten für dasl Ehcleben.— Gesundheitspflege während d. Schwanger- 1 Schaft.— Die Regelung des Kindersegens.— Unfrucht- 1 barkeit, ihre Ursachen und Verhütung.— Wie erlangt! man schöne u. gesunde Kinder?— Das Recht der Frau[ und das Eherecht— Preis 3,— M., gebunden 4,— M. Oraiiiu-Verlng. Oranlnubnrs 92. trsuiüptg.- zuständc, ■Mattigkeit, Blutarmut. Verlangen Sie kostenfrei ausführt, ärztl Broschüre ßf. Gebhard& Co., Poudamersiraüe 104b. ervensehwäehei Reklame Drucksachen Palisadenstr. 103/ Anfertigung sämll. Drucksacben Zurück Dr. med. Drcuw, Spez.-Arzt für Haut- und Ge- schlechtsleiden. Neue Winter- feldtstr.32. 4-6 Uhr. Ltzw.6159. Von der Reise zurück Dr. Lenslnakl, Spezialarzt für Haut- u. Geschlechtsleiden, Spittelmarkt 13 Sprechstunden>„>—2,','�-7. 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Auch sind so viele tausende Arbeitslose— sowohl Kopfais Handarbeiter— hier, daß nicht daran zu denken ist, daß ein von auswärts Zuziehender Arbeitsmöglichkeit und Wohnung findet; er »wird nur Enttäuschung erlebin. Infolgedessen wird darauf hingewiesen, daß diejenigen, die dennoch hierher kommen, sich der Oefahr der Obdachlosigkeit aussetzen und durch die Stadtverwaltung keine Hilfe zu erhoffen haben. Düsseldorf, den 27. Mai 1919. 185,20 Oer Oberbttrcernzelater. Die schwarze Ananas-Erdbeere aus Vierlanden. Aufsehenerregende Erdbeer- neuhelL Die fruchtbarste aller existierenden Erdbecr- sorten Hält einen Siegeszng durch«He ganze Welt Gibt vom Morgen zehn Tausend Pfund Erdbeeren. Ueberund Über hängen die Zweige voll von den groBen schwärzen Klumpen, den s 11 Ben lest- nelscnlgen Früchten. Wie ein Mohrenkopl sieht sie aus, diese goldig punktierte dunkle Erdbeerlrucht Zäh und fest, ist sie die haltbarste Tran Sporterdbeere, die prächtigste znm Einmachen. wird nicht mat- schig.DteKamburgerMarlct- gärtner sagen: Wenn wir mit unseren vielen Erdbeer- sorten.an den Markt kommen, greift alles nur nach der schwarzen; die schwarzen sind immer gleich ausverkauft. Diese schwarze Erdbeere aus Vierlanden ist ein Findling. Entstammt keiner künstiiehen�ewohn- heitsgemSBen Befruchtung. Niemand weiB, wer ihre Eltern sind. Sie war.wlevom Himmel gelallen, plötzlich da, diese schwarze Prinzessin, auf dem Felde der Vierländer Erdbeergärtner, zu deren hellster Verwunderung. Und herzl. nahmen sich die Vierländer der N eu- geborenen an, hegten und pflegten sie, und In Erstaunen steht msn letzt vor diesem schwarzen Königs- klnde, In Ihrer ungeheuren Fruchtbarkelt wird sie bald den ganzen Erdbeermarkt beherrschen. OSO 1" Pflanzen.. 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