Nr.433.36.Iahrg. Bezugspreis t IiertegShrl. 9,— Sit, monatL%— SS, fttl tu» Kluis, voraus zahlbar Pott» bezug l Monatlich SIL ttIL Fu- ftslliingsgsdühr. Unter Rrnizbanb tüt Deuttchtaub und Oeftemtdi• Ungarn 62ö ML für Da» übng« Ausland 10 W Sit, bei täglich ftnmal SuiteHung S 2ö Sit Poltdelrellungen nehmen an Dänemark. Kolland. Luremdurg, Schweben u. die Schweiz. Eingetragen in die Post- Geltung s-Preislille. Der»Iärwärt«" m» der Eonmag»- deilage.Volk u. geid' erscheint wochen» täglich zweimal. Sonntag» etnuult Abend-Ausgabe. Telegraimn�ZIdrefie: „Sosialbemotcat Berfln". � 4. Berliner Dolksblntt. (iSPfenn a) Anzeigenpreis: Bte aditgetpaUene tllonpareillezeN« loffet IAO Sit.«leine Anzeigen». da»'ettgedruckte Wort SO Psg. lzulälfig 9 teugedruckte Worte). ledes weiter» Wort«0 Ptg. Stellengetuche und Echlatttellenanzeigen das erste Wort il Psg.(cbes weitere Wort 30 Psg. Worte übet 15 Buchstaben zählen füt zwei Worte. Teuerungszuschlag 50°/» ftatmUen• Anzeigen, politische und gewertschattliche Bereit,»• Anzeigen L50 Sit die Seile Anzeigen für di» nächste Nummer mllffen bis 8 Uhr nachmittag» im Hauptgeschäft, Berlin SW 68. Cmbenfttohe 3. abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr küh di» 5 Uhr abends. Zmtralorqan der foztaldeinckratifcben parte? DeutfcMands. Ecdaftion und Expedition: EW. 6$, Lindenstr. 3. Kernsprecher: Amt Morippla«, Nr. liZI Äv— täR S7. Dienstag, den Ä3. August vorwärts-verlag G.m«b. tz., EW. öS, Lindenstr. 3. Kernsprecher: Amt MoriNPlad. Nr. 117 S3— 54. Sefangenenheimkehr aus Englanö! Täglich SVOV Mann.— Die Entlaffungen dereits begonnen Endlich schlägt unseren Kriegsgefangenen die hcistcrselinte Stunde der Befreiung! Ter Stab der Gruppe Nlsein incldtt aus Homburg v. d.•£>., daß dem deutschen Gcncralstaböoffizicr des Brückenropscs Ävln vom englischen Armeeober- k o m m a n d o die Mitteilung gemacht worden ist, d a ß d i e Rückführung der deutschen, in englischen Hön- den befindlichen Kriegsgefangenen um dru 3 saufen möchten. So und nicht anders ist es. Nimmermehr kann ein ge- schulter Sozialist so sprechen. So kann nur jemand reden, der vom Sozialismus keine Ahnung hat und der trotzdem oder deswegen auf die Menschheit losgelassen wird. Be- zahlte, von den Arbeiterfeinden gekaufte Elemente suchen das arme, ausgehungerte, verbitterte Volk heim, um es für bestimmte Zwecke zu präparieren. Lockspitzel sind also an der Arbeit. Die Arbeiter seien gewarnt. Jeder, der in Versammlungen so blühenden Un- sinn redet, zur Gewalt aufruft und sich blutig geberdet, werde auf seine Herkunft und Vergangenheit geprüft. Woher des Wegs, wes Nam, wes Art? Die Frage ist nötig, sie muß aber sehr nachdrücklich gestellt werden. Das andere wird sich zeigen. Darum, ihr Arbeiter, Augen auf! Achtung, Spitzel! Fritz Spiegelberg. Ein Tintenfisch. Auf unseren Artikel: Die Schul b der Alldeut» s ch e n in Nr. 429 des„Vorwärts" antwortet Graf R e- ventlow erneut unter der geistvollen Ueberschrist:„Er hat keine Beweis e". Graf Reventlow macht es wie ein rechter Tintenfisch, der, wenn er bedrängt wird, sich in eine trübe Tintenwolke hüllt. Dreimal haben wir vergeblich versucht, ihn auf den Boden sachlicher Argumentationen zu zwingen. Aber wie ein geseifter Aal entwindet er sich dem Zugriff. Ihm kommt es nicht darauf an zu argumentieren, sondern zu schwadronieren. Sein Streben geht nicht nach Logik, sondern nach Rabulistik, unt/wenn man ihm zehnmal beweist, daß weiß weiß ist, so behauptet er doch, daß weiß schwarz ist, und daß die Alldeutschen nie etwas anderes waren als leibhaftige Friedensengel. Da hat das Diskutieren keinen Zweck mehr. Da Reventlow auf sein Buch über Deutschlands auswär» tige Politik verweist, erinnere ich an das Urteil, das Prof. Valentin im Augusthest 1916 der„Preußischen Jahrbücher" über Buch wie Verfasser ausgesprochen hat:„Aus diesem Buche, so wie es heute vorliegt, läßt sich kein auch nur einigermaßen zutreffendes Bild der Vergangen- heit gewinnen. Es ist den im Vorwort zur ersten Auflage entwickelten Prinzipien untreu Geworden und stellt nur noch eine systematische Irreführung dar; es ist ein krasser Fall von hi st oriographi scher Demagogie. Die Beispiele, die wir angeführt haben, beweisen diese Tat- fache mit aller wünschenswerten philologischen Exaktheit. Wir lehnen also vom Standpunkt des Historikers diese rein auf die Tagesfragen und Tageskämpfe eingestellte, durch und dirrch tendenziöse Darstellung unserer auswärtigen Po- litik ab und können nicht umhin, sowohl vor diesem Buche wie vor seinem Autor mit allem Nachdruck und dem vollen Bewußtsein der Schwere dieser Vorwürfe, öffentlich zu warne n." Wir haben diesem Verdikt nichts hinzuzufügen. Bernhard Rausch. Die Teuerung i« Frankreich. Nach einer im..Ercelsior" t>er- öffentlichten Zusammenstellung hat dm Teuerung für Lebensmittel und HaushaltungZartikeln in ganz Frankreich um 100 kuS 120 Proz. zugenommen In sieben TepartementS beträgt sie 133 bis 150 Proz., in 27 übersteigt sie 200 Proz., und in den anderen schwankt sie zwischen 150 und 200 Proz. Die Streiks im Zuslanö. Drohender Trambahnarbeiterstreik in London. Etwa 90 009 Trambahnardritcr drohen in den Streik zu treten, wenn ihre Forderungen aus Erhöbung der Löhne nicht bewilligt werden. Sie verlangen eine Lohnei höbung von 5 Sh. pro Woche. Man hoffi, datz der Streik beigelegt werden kann, da eine Jnter- veiition des AlbeitSministers in Aussicht genommen ist. Streit der Angestellten britischer Konsumvereine. Au« London wird gemeldet: Gegenwärtig ist bei 30 bntiichen Konsumvereinen, die iVa Millionen Mitglieder zählen, ein Streik im Gange. Die Arbeimpresse erklärt, datz die Mitglieder des Vereins die Löinng der Differenzen ielbst in ihren Händen haben. da der Konflikt darauf zurückzuführen ist. datz gewiffe Lobnsorde- rnngen des Personals nicht durch die Versammlung der Mitglieder. sondern lediglich durch die Direktion abgelehnt worden sind. Die linksstehenden Blätter find der Ansicht, datz die Mitglieder der Konsumvereine, die hauptsächlich Arbeiter sind, sich auf den Stand- Punkt des Personals gestellt hätten. Streik im Marseiller Hafen. Nach einer Meldung aus Marseille ruht heute die Arbelt im dortigen Hafen vollkommen, so datz selbst eingetroffene Gemüse- ladungen nicht entladen werden können. Der Präfekt soll den Unternehmern vorgeschlagen haben. Arbeiter aus den Kolonien kommen zu lassen. die Lage in Rußlanö. Niederlage der Bolschewisten. „Central News" erfahren aus Warschau, datz die polnischen Truppen den Bolschewisten auf der östlichen Front eine schwere Niederlage beibrachten. Eine bolschewistische Brigade wurde um- zingelt und gefangen genommen. Auch der Befehlshaber Geneval Grigoriew ist in die Hände der Polen gefallen./ Kiew genommen. Nach hier vorliegenden englischen Meldnngeu hat General Petljura Kiew eingenommen. Verbindung zwischen Denikin und Koltschak hergestellt. Haag, 20. August.(Meldung des Holland sch NienwSburcans.) Aus London wird gemeldet: Es treffen Meldungen aus Jekade- rinodar ein, daß General Wrangel eine Verbindung zwischen den Armeen Denikins Koltschaks am Eltonfee hergestellt hat. Das Programm der nordwest-rnsstschen Regierung. Aus London wird gemeldet: Die neue Regierung, die in Nord- west-Rutzland gebildet wurde, veröffentlicht eine Erklärung über ihre Politik. Diese geht darauf hinaus: 1. Die neue Regierung unternimmt einen entscheiden- den Krieg gegen die Bolschewisten. 2. Gleichberechtigung aller Bürger. 3. Garantien für die bürgerliche Freiheit. 4. Das zu gründende Alt-Rutzland soll auf demokratischer Basis beruhen. 5. Eine konstituierende Versammlung wird sofort einberufen, Wenn die bestehenden Zustände dies unmöglich machen, wird in Petersburg, sobald die Provinzen Petersburg und Pfkow befreit sind, eine Nationalversammlung für diese Gebiete zusammenbe- rufen. 0. Die verschiedenen Nationalitäten, die daS neue vereinigte Rußland bilden werden, haben die Wahl, dies auf einer föderativen oder auf einer autonomen Grundlage zu tun. 7. Die Verwaltung der Semstwos und der Gemeinden muß auf demokratischer Grundlage eingerichtet werden. 8. Die konstituierte Versammlung wird die agrarische Frage zu läsen haben. Bis dies geschehen ifi; wird das Land in den Hänben der Landbevölkerung bleiben. 9. Ein achtstündiger Arbeitstag, Regiernngskontrolle über Erzeugung und Bestimmungen für die Sicherstellung der Arbeit. 10. Rußland wird die Anerkennung seiner Unabhängigkeit durch die Entente als Bedingungen für eine gemeinschaftliche Aktion gegen Petersburg verlangen. Ein örief nach öem Westen» „An metne ehemaligen Ottartiersleute in Belgien und Frank- reich!" So oder ähnlich denke ich mir die Ueberschrist von unzäh- ligen Briefen, die in der nächsten Zeit ihren Weg nach dem Westen nehmen werden, von Briesen, die wohl nach vielen Tausenden zu zählen wären, wenn nicht manchem bullen Herzen der Weg durch die unerbittliche Sprachgrenze versperrt wäre. Und was ist«S. wovon alle die Herzen voll sind, was drängend seinen Ausweg sucht in einem einfachen, schlichten Briefe an die ehemaligen Feinde? Ich will versuchen, es in einem kleinen Bei- spiel zusammenzufassen: „Meine lieben Leute! Die Grenzen sind frei, die Postsperre ist aufgehoben. Die Fesseln, die vor gerade fünf Jahren fried- liebenden VvltSmassen, Euch und uns gleichermaßen unerwartet, angelegt wurden, beginnen fich langsam, langsam zu lösen. Noch bilden sie ja für unsere Annäherung schier unüberwindliche Hin- dernisse, aber ein kleiner Ring ist gelockert, nun schnell heran, die Muskeln straffen, daß uns der gewonnene Raum nicht verloren geht, beginnen wir das zerrissene Band des Briefwechsels langsam und sicher wiederherzustellen. Lieb? Leute! ES ist nicht nötig, erst heute wiede? mit schlechten Phrasen unser gemeinsames Leiden und uizser« gemeinsame Hoffnung zu illustrieren. Wie war es denn während der vier Kriegs- jähre, wurde denn da viel geredet und debattiert? Ach nein, wenn der deutsche Soldat mit Schweiß und Staub bedeckt, noch voll des Grauens der eben- durchlebten Tage ckn der Front zurückkam in das Hinterland, mit oder ohne Quartierzettel an Eure Tür klopfte, dann hattet Ihr erst einen langen, tiefen Blick auf Euren müden Feind, dann hatten wir, Eure„Feinde", einen nachdenklichen Blick auf Eure bitteren Züge, dann aber lösten zwei Worte, Eurer und unserer Sprache gemeinsam, daS Schweigen:„militsriste,— capiulistes" und ein bedeutungsvolles Nicken zeigte unS, datz wir uns verstanden. „Csipitsilist«" ach, dos Wort war uns mebr als ein leepeS Parteischlagwort. In diesen Silben drückte sich die ohnmächtige Verzweiflung aus, die di« Massen erfüllt gegen ihr von under» standenen Kräften bestimmte» Geschick. Warum mußte dieser Krieg kommen, wa» hast Du, mein Bruder in einem» anderen Lande, aber mit derselben Not, getan, daß ich plötzlich Dein Feind bin?— Es war gut, daß wir in unserem beschränken Verstände nicht begriffen, warum wir uns nun bekämpfen und töten sollten, es war gut, sage ick, denn damit bewiesen wir, daß die Volksseele gut, frei von Raub- und Mordgeist ist und unverantwortlich ftzr allen Wahnsinn, den schwache Menschengeister an hohen, dolksent- rückten Stellen für notwendig od« gar nützlich hielten. Nicht wahr,-wir losten die Völkerprobleme einfacher I Wir setzten un? abends um den warmen eisernen Ofen aus..Guise", auf den Ringen brieten die„pommes de terre", und dann tausck- ten wir unS, so gut es ging, unsere Leidensgeschichten aus. Wo der Sprachschatz des Mundes versagte, mutzten Arme und Fütze zu Hilfe kommen.— War das Völkerhatz. waren das Erbfeinde? Und wer immer noch an der Ehrlichkeit der Gefühle zweifelte, dem hat der Händedruck beim Abschied, dem haben die Tränen, die beim letzten Zusammenbruch vergossen wurden, da man Zivil und Mili- tat gleichmäßig vor fich herjagte, die Gewißheit gegeben, daß wir trotz des Kriegszustandes unsere menschliche Empfindung nicht der- loren hatten. Und nun, Leidensgenossen, denkt auch jetzt dieser gemeinsamen Stunden, denkt besonders daran, wenn wir kommen, die Wunden, die der Krieg Eurem Lande geschlagen hat, zu heilen. Verteidigt die Menschlichkeit gegen all« Angriffe, die Nationalitätenhotz und schnöde Gewinnsucht auf sie ausführen, dann wird wohl für alle Völker am ehesten der Friede zu erhoffen sein, der uns allen gleich nottut!"-- Gf mag auch in unseren Reihen Menschen gegeben haben, die dos Verhältnis zwischen ihren Quartierwirten und sich etwas anders aufgefaßt haben, viele Taten beweisen es. Es wird zahl- reiche Pessimisten geben, die während der großen Völkcrtragödie nur ein Auge hotten für entsetzliche Raub- unb Mordtaten, für die wuchernde Roheit und Gemeinheit, ihnen wird solcher Brief unwahrhaftig und unvollkommen erscheinen, da nicht auch alle Greuel erwähnt und bis ins kleinste geschildert sind. Ist denn aber darin während des Krieges, vorher und auch nachher, nicht genügend geleistet worden? Man hat ja Gelehrte und Fachleute ganze Bände mit Schandtaten füllen lassen, und jetzt sollte es Sünde sein, sich dieser Verirrung der menschlichen Gesellschaft zu schämen und stillschweigend über sie hinwegzugehen? Also schreiben wir Briefe; hunderte, tausende müssen die Grenzen überschreiten.— Einstmals, es ist noch gar nicht so lange her, suchte man sich auch über das Schrecklichste hinwegzusetzen mit der Phrase:'s ist Krieg;„c'est la gnerre", sagte man aus d-r anderen Seite. Schaffen wir heute Worte, körperliche und morw lisch«, die uns Bausteine werden für eine neue Welt der Verstän- digung und für die wir dann in froher Genugtuung ein ähnliches Wort gebrauchen können:'s ist Frieden!— C'est la paix! ffn öeutsthes Konzert in Paris. In diesen Zeilen der ichliinmsten Volksverhetzung und des ent- fesielren französischen Chauvinismus erinnert„Das Wisien" daran, wie duldsam und friedlich die Franzosen sich früher auä, dann er- weisen konnten, wenn auf deutscher Seite der völkische Siaiidpunkl energisch betont wurde. Im Jahre 1842 gastierte eine deutsche Oper in Pari». Nicht durch Schuld des Publikum» und der Presse Staatsstreich des Grostfürste» Nikolaus? Nach englischen Informationen des„Corriere della Sera" soll es nicht ausgeschlossen sein, daß der in einigen Tagen in London erwartete Großfürst Nikolaus in Rußland einen ähnlichen Staats- streich unternehmen wird, wie Erzherzog Josef in Ungarn. die polnische Verschwörung in(dderschlefien. Von zuständiger Seite erhält eine Berliner Korrespondenz folgende aktenmätzige Belege über die Organisation des polnische» Aufstandes in Lberschlesien. Es ist gelungen, Personen der P. O. W.(Polska organisaczyza Woisko), der bewaffneten Aufstandsbewegung, festzunehmen, bei denen man Dokumente fand, aus denen sich die Mitarbeit der pol- nischen Behörden, thre finanzielle Unterstützung und ihr leitender Einfluß aus die gesamte Bewegung ergibt. Zunächst gelang es, einen Geheimkurier festzunehmen, aus dessen mitgeführten De- psschen als Sitz des polnischen Stabsquartiers für Oberschlesien Schwarzwasscr in Oesterreich Schlesien festgestellt wurde. Als Kommandant der polnischen Heercsorganisation für Schlesien zeich- net i. V. W y g l e d a. Anschließend daran gelang ez nachein- ander am 16. und 17. August Kuriere mit Kurierausweisen des Kommandanten der P. O. W. auf dem Wege von Schwarjwasser nach Schlesien mit folgender Briefnachricht an die,. Kommandanten der Kreise Kreuzburg, Rosenberg, Lublittitz, Rhbnik, Hindenburg. Gleiwitz und Pleß festzunehmen. Die Briefe lauteten: Leitung der P. O. W. für Schlesien. Schwarzwasser, den 10, August 1919. An den Kommandanten des Kreises Kreuzburg! Zur Aufklärung der neuen Situation, die in Beutben ent» standen ist, berufen wir für Dienstag, den 18. August 1919 um 2 Uhr nachmittags sämtliche Kommandanten und Untertomman» danten zur Versammlung nach Schwarzwasser ein. Wir be- merken, daß Warschau und Posen ebenfalls unzu- frieden sind und haben aus diesem Grunde die sinanzielle Unterstützung der P. O. W. bis zur Klärung d« Situation ver- sagt. Im Anschluß hieran gelang eS ferner, bei dem Versuch nach Schlesien einzureisen, den Ersten Stabschef im Operationsgebiet festzunehmen. Er war im Besitz des gesamten Nachrichten- Materials, namentlich einer genauen Zusammenstellung der in ganz Schlesien stehenden sowie noch eingetroffenen deutschen Trup- Pen. Die Ucbersicht schließt ab: Feindliche Kräfte— eigene Kräfte 21 799. In dem Besitz BullaS befand sich folgende Depesche: An die Leitung der P. O. W. für Oberfchlesien! Czenstochau, den 19. August 1919. Gemäß einer Depesche, erhalten vom General Haller, kann von einer bewaffneten Bewegung des polnischen Volkes gegen die Deutschen keine Rede sein. Mit der Kompagnie in Mpslowitz dürfen Beziehungen nicht unterhalten werden. Die besitzenden Wissenschaften für sich an Ort und Stelle auszunützen. Ohne eine ausdrückliche Erlaubnis der Entente wird das polnische Militär keine Operation gegen die Deutschen führen. Obiges'st aus dem Befehl des General Haller der Leitung der P. O. W. für Oberschlesien mitzuteilen. Diese Ansicht ist ebenfalls geteilt durch die Oberste Heeresleitung in Warschau. Matzki, Oberleutnant. AuS Gründen, die in der Beilage näher aufgeführt find und verschiedenen andere« wichtigen Nochrichten, die wir aus Warschau und Krakau erhalten haben, befehlen wir. daß jegliche Aktion unsererseits bis zum nächsten Brftbl zu unterlasie» ist. ur Empfangnahme von Meldungen in der Versammlung der ommandanten am 22. nachmittags an bekannter Stelle, ist persönliches Erscheinen notwendig. Schnellste Benachrichtigung an alle Stellen. gez. Josef Drehfa, Siegmund Psareky. Der hier genannte Oberleutnant Matzki ist der Nachrichten- vffizier des polnischen Armee-Oberkommandos für die schlesische Front, der bereits die Agenten mit den Sprengaufträgen nach Oberschleficn entsandt hatte. AuS den Vernehmungen des Abtei- lungschess für politische Angelegenheiten, Franz Lazar, bei der Leitung der P. O. W. in Schwarzwass«. geht hervor, daß die jetzt in Schwarzwasser festgestellte Organisation mit der früher tn Pietrowitz befurdlichen identisch ist. Vor etwa 14 Tagen habe eine hatte sie Mißerfolg, und die Mitglieder gerieten in Not. Eine lebhaft einsetzende Hilfsaktion befreite sie daraus und besonders reichen Etkrag brachte ein von Liszt ztt ihren Gunsten veranstalteies Konzert. Einige wenige Journale hatten ihn 1840, als Beckers und Mussels Rhcinlieder eine gewisse Erregung bervorge« rufen halten, seine deutsche Haltung vorgeworfen. Wie antwortete er nun? Indem er auf daS deutsche Prograinrn � HerweghS deutsches„Rheinweinlied" mit dem Reirain„Der Rbcin ioll. deutsch verbleiben", das er selbst komponiert halte, setzte. Und was für Cböre wurden weiter von den deutschen Mitwirkenden ge- iungen? Das.Schwertlied" und„Lüyows wilde verw.gene Jagd". Das Konzert hatte trotzdem einen riesigen Erfolg und befreite die in Not geratenen Künstler von allen Sorgen. DaS war vor bald 80 Jahren. Heute verbietet der Poriser Polizeipräsekt ein Konzert im Tutlleriengarten, auf dessen Programm Wagneriche Musik stand, mit der Begründung, feindselige Kund- gedungen seien zu erwarten! Notizen. — Theater. Morietta O l l y beginnt ihre Tätigkeit am Trianoit-Theoter am Sonntag in der Hauptrolle von Supermanns Komödie.Der gute Ruf".' — Kunst abend. Im Lessing-Mul'eum beginnen die allwöcheinlichsn 8- Uhr» Abende Donnerstag, den 28. lGoetbes Geburtstag) mit einem Borirag von Dr. Hans Knudsen über „Goethes Faust auf der Bühne". Greichen-Lieder singt Annie v. Ledebur. — Besch! du mei Babbe? In der„Köln. Ztg." lesen wir: Jüngst sind aus Frankreich zahlreiche Kriegsgefangene auS dem Paargebiet vor andern heimgekehrt. Unter den aus dem Kreise Saarbrücken Stammenden wurde auch ein schon im Jahre 1914 in Gefangenschaft geratener Krieger erwartet, dem bald nach Kriegsbeginn eine kleine Tochter geboren war. Vater und Tochter hatten sich noch nie gesehen; um so lebhafter pocht dem unbekannten Vater das Herz des inzwischen beinahe fünfjährigen Kinde? ent- gegen. Von der Mutter Hand geführt, trippelt es in aller Aus- regung zwischen den Entlassenen umher, um treuherzig an diesen und jenen die Frage zu richten: Bescht du mei Babbe? Umsonst, sie gehen kopsschüttelnd vorüber, die fremden Männer. Endlich, da kommt er, ja, das ist der Babbe l Dem Feldgrauen rinnen Freudentränen über die Wangen, er nimmt sein Kind auf den Arm. läßt sich von seinem Töchterchen die rauhe Backe streicheln und den eckt kindlichen Trost gern gefallen:„Babbe, du muscht net heile, mir hau ach zwei Zeggelcher(Ziegenlämmer) dehämtn." — Vom Fahrstuhlführer zum General. Eine bemerkenswerte Laufbahn bat der Schwede Laurin Lawson i» Amerika zurückgelegt. Zu Ende der neunziger Jaöre war er Fahr» stuhljungr in Seattle. Beim Ausbruch des spanisch-amerikanischen Kr-eges im Jahre 1898 meldete er fich als Freiwilliger. Im nächsten Jahre wurde er zum Leutnant belördert und 1907 zum Hauptmann. 1917 wurde er Major, 1918 Oberst und im Herbst des vorigen Jahre» Brigadegeneral.. Besprechung über die Lage stattgefunden, bei der oberschlestsche s lich hat PlüSkow sich selbst erhängen können. Sein Wohnzimmer Polen, wie Pfarrer Brandis gegen eine Aktion vor der Entente, bat nur einen nach dem Korridor führenden Ausgang, so daß ein Beseoung sprachen. Tagegen waren die in Kongreß-Polen sich Mörder nur von dort hätte eindringen können. Man hat keine aufhaltenden Oberschlesier für ein Losschlagen. Inzwischen habe Smir""«»deines Kamvies oehmtxm. Es ift ni-bt°n-unebmen. sich die P«C. W.-Leitung in Beuthen aber selbständig gemacht und die Oberleitung in Schwarzwasser nicht anerkannt, weil diese gegen eine sofortige Aktion war. Ter Nachrichtenoffizier im Warschauer Generalstab, Leutnant Spuren irgendeine? Kampfes gefunden. Es ist nicht anzunehmen, daß der starke, t,89 Meter große Offizier sich ohne Gegenwehr hätte überwältigen laffen. Von anderer Seite wird noch gemeldet, daß in Plüskows WoH- nung im Waschtisch ein Hammer und ein Haken gefunden wurden, und daß der Haken, an dem der Tote hing, von gleicher Art Johann Mynarek, gab an, daß er seit Eitle Mai im Austrage war. Wenige Stunden vorher soll«ine unbekannte Zivilperson den der Warschauer Regierung bei der P. O. W. als Verbindu«gsoffi zier tätig gewesen sei, da die Regierung über den Stand der pol- nischen Bewegung nicht lediglich auf die Berichte der P. O. W. angewiesen sein, sondern sich ein eigene? Urteil bilden wollte. Die Warschauer Regierung habe unter dem Druck dek Entente vor gewaltsamen Unternehmungen grwernt. Sie habe sogar gclegent- lich mit der Verhaftung des Stabes der P. O. W. gedroht, wenn er sich den Weifungen aus Warschau nicht fügen woll«. Sie habe ferner die gefordert« Mitwirkung Hallerschor Truppen abgelehnt. Auch die oberschlcsischen großpolnischen Kreise außerhalb der P. O. W. hätten vor einer Gewaltaktion gewarnt. Anläßlich des Generalstreiks hätten jedoch die oberschlesifchen radikalen Mitglie- der beim Stabe in Schwarzwasser ein« sofortige militärische Aktion verlangt. Er habe daraufhin sofort nach Warschau berichtet. In dem Besitz des Leutnants Mvnarek wurde Spionagematertal gr» funden. aus dem hervorgeht, daß M. nicht lediglich zur Orientie- rung der P. O. W. zugeteilt war. die Streiklage in Gberstdleften. Wie die P. P. N. erfahren, hat sich die Streiklage in Ober- siblesien gegen gestern nicht wesentlich geändert. Der ArkxHkrstand aller oberschlesifchen Belegschaften beläust sich etwa auf 75 bis 80 Proz. Im Rybniker Revier sind die Belegschaften voll angefahren; im Plesser Revier arbeiten Pleß und Emanuelsegen zu 70 und 80 Proz. Die anderen kleinen Gruben arbeiten ungefähr mit 20 bis 30 Proz. Von den staatlichen Werken arbeiten Berginspektion I und kl voll, Berginspektion III zu 65 Proz., Bcrginspektion IV zu 63 Proz. Im Zentralrevier arbeiten 75 bis 80 Proz. Auf den Anton ienhütte-Gruben arbeiten heute nur nocki zirka 20 Proz. Die Belegschaften der Gott-mit-uns-Grube sind überhaupt nicht«inge- fahren. Die Verwaltung hat beschlossen, die Grube stillzülegen, da der Betrieb wirtschaftlich nicht mehr rentabel ist. Eine Falschmeldung. Eine Berliner Morgenzeitung bringt unter der Ueberslbrist „Nur keine Beschönigungsversuche" eine Meldung über wilde Kämpfe in der Umgegend von Mpslowitz, die entgegen den amtlickien Mitteilungen dort stattgefunden haben sollen. Tie Mel- dung ist, wenn sie nicht sehr alt ist, frei erfunden. Seit drei Ta- gen herrscht in der Umgegend von MpSlowitz fast völlige Ruhe. Seit zwei?:?«» ist überhaupt kein Schuß mehr gefallen. Gerücht- weise verlautet nur. daß auf tschechischer Seite Trlippcnkonzentra- turnen stattfinden. Doch sind das eben nur Gerüchte. Hammer und zwei Haken in einem Eisenwahrengeschäft der Brau denburger Straße gekauft haben, zu einer Zeit, wo v. Plüskow Dienst tat und in Uniform war. Gefunden wurden in der WoH- nung auch ein Stemmeisen und auffällig diele Nägel. Sonderbar ist, daß der Tote über dem Hemd ein langes Weihes Damen- k o r s e t t trug und bis zu den Ellenbogen reichende weihe Damen- Handschuhe angelegt hatte. Das Korsett hatte er vor acht Wochen selber gekauft. In seinem Zimmer fand man das Bild einer Dame mit ähnlichen Handschuhen. Folge der KnegSverhetzung. Der Parifer Polizeipräsident bat ein in dem Garten der Taillieren angesagtes Konzert, auf dessen Programm Werke von Wagner standen, verboten, weil feindselig« .Kundgebungen angekündigt worden waren. Das ist die Folge des HasseS gegen die„Boches", der den Franzosen unaufhörlich ge- predigt wurde. Znöustrie und Handel. Börse. An der Börse war die Tendenz verhältnismäßig fest. da? Geschäft aber still. Lediglich Koloniolwerte wurden lebhafter umgesetzt. Am Montanmarkt war die KurSem- «vtcklung wenig einheitlich. Höher waren Harpener, Ob er bedarf und Karo, dagegen Bochumer, Gelsenkirchen und Phönix erneut angeboten. Im späteren Verlaufe konnten sich Phönix und Gelsenkircken erholen. SchiffahrtSoktien waren uneinheitlich. Von Farbwerken waren--B a d i s ch« Anilin bevorzugt. Am Petroleummarkt konnten sich die Kurse ungefähr behaupten. Ausgesprochene Valutapapier« waren schwächer. Di« älteren heimischen Anleihen vermochten sick zu befestigen. Kriegeanleihe gingen mu 79,80 niedriger um._ GroßSerüu Beruhigung. Ich bin, dicweil die Sonnnerhitze nicht förderlich für Geistesblitze, damit beschäftigt, saure Gorken bedächtig in den Hals zu storken. Und siehe da: es wirken diese erheiternd auf die Zirbeldrüse.« Ich sehe über dem Gewimmel des Erdenflohzeugs— blauen Himmel. Die Sonne geht noch auf und unter, schert sich den Teufel um den Plunder don Nowawcs bis Hinterindien— und alles weitere wird sich findien! P a u I ch e N. Ter geheimnisvolle Tod des Oberleutnants v. PlüSkow, der Potsdam in Aufregung hält, hat bisher noch keine Auf. Lärung gefunden. Die Untersuchung wird von der Militärbehörde zusammen mit der Potsdamer Kriminalpolizei geleitet. Heute vormittag wurden in der Hauptsache die in der.Kaserne deS 1. Garde-Regiments wohnend-n Mannschaften vernommen. Sie haben die bisher noch nicht festgestellten Zivilisten beobachtet, dre sich an den beiden in P I ü s t o w S Wohnung führenden Türen zu schaffen-machten. Es konnte jedoch nur die Personal- beschreibung der vielleicht in Frage kommenden Täter festgestellt Verden. Keiner der Soldaten hat bemerkt, daß jemand die WoH- nung des Oberleutnants betreten bat. Tie Vermutung, daß Plüskow etwa das Opfer politischer Mörder gewor- den ist, dürfte— wird weiter gemeldet— nicht zutreffen. Der Oderleutnant ist politisch niemals hervorgetreten und hielt sich Vor- sammlungen und ähnlichen Veranstaltungen grundsätzlich fern. Auch ein Racheakt von feiten seiner Mannschaften erscheint ausgeschlossen, d- Herr t>. Plüskow bei den Sol- dalen durch sein offenes zugängliches Wesen allgemein belicdt war. Man versucht festzustellen, ob Plüskow während seine» Rachp Svk n Ä l.__ v. e. I_„ L___-TS• f_________„ei._ r Tie Hausagrarier in der Berliner Stadtverordneten- Versammlung. Durch den Tod Friedrich Naumanns, der auch Stadtverordneter von Berlin war, wird in dex Stadtverordnelen-Versaminlung der Platz für den nächsten aus der demokratischen Liste frei. Raumaiiiis Nachfolger wird der RechiinngSrat Fuhrmann, ein bekannter Hausagrarier aus dein Stadtteil vor dem Frankfurter Tor, Ivo er eine fübrende Rolle spielt. Die demokratische Fraktion der Bertiner Stadtoerordneten-Bersammlung hat dann unter ihren nur 21 Mugliedern nickt weniger al« drei der.hervorragendsten' Hausagrarierführer(Bissing, Ladendorff, Fuhrmann), ungerechnet die anderen, die weniger geräuschvoll für da« Hausagrariertum zu wirken sich bemühen. Noch ein Toppelmord des Falkenhagener Mörders. Die Untersuchung gegen den Folkcnhagener Massenmörder Schumann bringt immer noch neue Verbrechen ans Licht. Am 5. Juli versetzte er bei einem Psandleiher zwei Damenringe, von denen jetzt festgestellt worden ist, daß sie einem 18jährigen Fräulein Charlotte Biedermann aus Charlottenöurg(Gocthestr.) gehörten. Sie hatte mit ihrem Verlobten, dem 18jährigen Walter R i t d o r s aus Charlottenburg(Hclmho'tzstraße) einen Ausflug nach dem Falkenhagencr See gemacht, und seitdem fehlte von dem Paar jede Spur. Da bei Schumann auch eine dem Ritdors gehörende Taschenuhr gefunden wurde, so ist nicht daran zu zweifeln, daß er auch diese beiden jungen Leute ermordet hat. Er leugnet es noch und behauptet/ am See ein Portemonnaie gefunden zu haben, das die Ringe enthielt. Dieser Doppelmord zeigt, daß Schumann nicht, wie er glauben machen will, aus krankhafter Stim.' mung heraus zur Schußwaffe griff, sondern auf Raub aus- ging. Daß er noch mehr solcher Raubmorde begangen hat, ist sehr wahrscheinlich. Bei ihm fand man noch einen Herrensiegelring mit einem viereckigen schwarzen Stein, der einen Kopf mit Helm dar- stellt, und einen alten Tamenohrring. Rednerkursus. Dienstag, 2K. August, abcuds 7 Uhr, in der Schulaula, Christburgcr Straße 7. Falsche Adresse. Wohnungsuchende haben sich in letzter Zeit wiederholt persönlich oder schriftlich an den Staatstom- missar für das Wohnungswesen gewandt und um Nackweis leerer Wohnungen gebeten. Um Verzögerungen zum Schaden der Wohnungsuchenden zu verhindern, weist der Staats- kommissar darauf hin. daß er keinerlei Wobimngsnochiveis unterhält und somit nicht in der Lage ist. solchen Gesuchen zu entsprechen. Ein Seminar für Versicherungswesen wich unter Leitung de? Direktor» im Reichsauffichtsamt für Privatversicherung, des Geh. Regierungsrats Prof. Dr. Fr her. v. Liebig, an der Handels- Hochschule Berlin mit Beginn des Wintersemesters eröffnest Es soll die Spezialausbildung für BersicherungSfachleute fördern. Nähere Angaben über die Vorlesungen und Uebungen enthält das soeben erschienene Vorlesungsverzcichbis für das Wintersemester. Immer wieder Arbeitsstockung! Im Untergpundbahntunnel der Friedrickstraße sind jetzt die Bauarbeiten wieder ein- gestellt worden. Es blieb nichts anderes übrig, weil es an Bau- stoffen fehlt. Der Mangel an Kohlen ist es, der die Her- stellung von Baustoffen hemmt. Sportpark Treptow. Die Haiwtnummer am nächsten Sonntag bildet der Große Preis von Treptow, ein klajsiiches Dauer rennen hinter Motorführuna über 75 Kilometer. Es werdin alt«, erprobte Kämpen der Treptower Bahn zusammenlreffen, die beiden schärsften Rivalen in Treptow, Bauer und Appclhans neben Wittig und Otto Franke. Neukölln. Genesungsheim der Allgemeinen Ortskrankenkasse. Durch Antauf deS„Strandhauses N e u w a s s e r" unweit von Nügenwalde hat die Allgemeine Ortskrankenkasse Neukölln ihren Mitgliedern ein schönes Heim geschaffen, in dem die Er- holungsbedürstigen und Genesenden Ruhe und Kräftigung finden sollen. Dicht an der Ostsee gelegen, nur durch die Düne und einen schmalen Waldstreifen, der ihm Schutz gegen daS Unwetter bietei, von dem schönen Strande entfernt, enthält eS in einem massiv auf- geführten Hauptgebäude in zwei Etagen 30 geräumige, nett ein- gerichtete Zimmer, einen Speisesaal, Lese, und Sckreivzimmer und eine geschützte Veranda. Der anschließende Garten wird durck einen Saal mit Bühne begrenzt, der den Patienten bei schlechtem Wetter und besonderen Anlässen Unterhaltung bieten soll. Da die Kasse die Wintsrmonate zur Jnstondsetzii ng des Heims verwenden will, wird es schon im nächsten Frühjahr die ersten Patienten aufnehmen. Friedrichshagen. Au? der Gemeindevertretung. Vor Eintritt rn die TageSordnugn gelangte ein DringlichkeitSantrag der©• P D-Fraktion betreffend Zuteilung der Hausbrandkohle zur Verhandlung, der dahin geht, bei d:r Kohlenstelle zu beantragen. daß, solaiige die Kohlennot besteht, die Zuteilung im umgekehrten Verbältnis wie bisher erfolgt. Die Inhaber größerer Wohnungen sollen die kleinere und die lleiner Wohnungen die größere Menge bekommen. Die Festsetzung der Steuerzuschläge wird nach dem Antrage der Finanzkommission beschlossen. Schösse Genosse Barth erläuterte die Vorschläge, die dahin gehen, daß Einkommen bis 1500 M. steuerfrei, biz 1800 M. um 75 Proz., bis 2400 M. um 50 Proz.. bis 3300 M. um 25 Proz. auf Antrag ermäßigt werden. Der Ausfall soll durch Zuschläge der Einkommen von 10 000 M. ab gedeclt werden. Ausgleichszulagen für Beamte und Lehrer wurden nach den Berliner Sätzen bewilligt. Es erhalten Veibeiraiete 1200 und für jedes Kind 200 M., Ledige 1000 M. Eine Uebergangs- beihilfe für Gemeindearbeiler soll bis 1. Oktober gezahlt werden, und zwar für ungelernte Arbeiter 14 M-, für gelernte Arbeiter und Arbeiterinnen 10 M. Ivöchentlich. Die Einrichtung eines Kurfu» für Säuglingspflege soll durch die Gemeinde unterstützt werden. Der Verein der Ladeninhaber hat einen Antrag aus Schluß der Geschäfte(mit Ausnahme tan Milch, Blumen, Zigarren und Zei- tungen) an Sonn- und Feiertagen gestellt, der einstimmig ange- nommen wurde. Ein Antrag der Angestellten des Gaswerks auf feste Anstellung wird der Persoyalkommission überwiesen. Pankow. Gemeindevertretung. Von den Gegenständen der außerordentlich reichhaltigen Tagesordnung, deren oft recht stür- dienstes vom Freitag zum Sonnabend etwa einen Zusammenstoß mit irgendwelchen Perionen gehabt hast Di« bisher vernommenen � mische Erledigung bis Hl Uhr nachts währt«, beanspruchte zunächst Soldaten vermochten hierüber keine sicheren AnbaktSdnnkte zu, das größte Interesse ein Siedlungsprojekst Danach ist geben. Ein Selbstmordversuch des Offiziers wird für u n-, beabsichtigt, auf einem durch die Gemeinde zu verhältnismäßig wahrscheinlich gehalten. PlüSkowS Kameraden bekunden fast � niedrigem Preis zu erwerbenden Gelände gegenüber dem Kranken- übereinstimmend, daß der Tot« nicht den mindesten Anlaß dazu? Haus Kleinsiedlungen zu errichten. Der WohnungSverband Groß- gehabt hatte, ffeiwillig aus dem Leben zu scheiden. Er hatte kein« z Berlin hat zunächst für 60 Einfamilienhäuser Baukostenzuschüsse Schulden und war. eni lebensfroher Mensch. Gerade in letzter Zeit' bewilligt und soll mit dem Bau noch in diesem Jahre begonnen hatte er wiederholt darüber gesprochen, daß er sich, wenn er jetzt| werden. Für den Erwerb dieser 60 Grundstücke kommen in erster seinen Abschied nehmen sollte, der Landwirtschaft zuwenden würde. Linie Kriegsbeschädigte in Betrachst Weitere Häuser sollen dann Gegen einen Selbstmord spricht auch di« Art der Fesselung; schwer- i auch für den Fall der Zuteilung von Baukostenzuschüssen im nächste« Jahre errichtet werden. Für die weitere Besiedelung des 15 112 Ouadratruten umfassenden SiedelungSgeländos kommen dann auch später Nichikriegßteilnehiner in Frage, vor allem aber außer Krieg?- beschädigten Kricgerwitwen mit Kindern und kinderreiche Familien. Zur Durchführung des Projekts soll eine Siedlungsgesellschaft �ge- gründet werden, welche den Kamen„Panlower Hrimitättengesell- schaff m. b. H." führt. Nach heftiger dreistündiger Debatte wurde dem Projekt mittels der Stimmen der beiden sozialistischen Fraktionen und der Demokraten gegen die Rechtsparteien zugestimmt und daS GesellschaftSstatut mit einem Vorbehalt genehmigt.— An die Zustimmung zu pachtweiser Ueberlassung von Gelände san der Borkumstraße) an den WohnungSverband Grotz-Berlin zum Bau von Notwohnungen knüpfte die Vertretung den Wunsch, die bisherigen Laubenbesitzer nach?lbschätzung ihres Schadens angemessen zu entschädigen.— Dem Abschluß eines neuen Tarifver- trag® mit dem Gemein de arbeite roerband wurte zugestimmt. Die Abmachung gilt selbstverständlich auch iür cüc Arbeiter anderer Verbände,— Angeblich, um die Interessen der Pankower Einwohnerschaft zu wahren, in Wirklichkeit aber unseren Genossen Schöffen Schmidt Schwierigkeiten zu bereiien. richte- ten die Rechtsparteien an den Gemeindevorstand dir Anfrage, weshalb bei Autlösung der Kriegsküchen die Interessen der Allgemein- heit nicht gewahrt worden sind. Nach erschöpfender Darlegung der in Betracht kommenden Verhältnisse durch Genossen Schmidt entschied die Vertretung, daß die erhobenen Vorwürfe der ta tsächli chen. Gr u n dl agem entbehren und keine Veranlassung zur Beunruhigung der B ü r- gerschaft vorliege. Bernau. In der Volksversammlung am 19. August, die von etwa 400 Personen besucht war, referierte Genosse Jahn- Berlin über:„Die Sozialdemokratie im neuen Deutsche l a n d". Er ging auch näher aus die Unzufriedenheit tveiter Volks- kreise mit der Regierung ein und wies dabei auf da? bisher Er- reichte hin: Aufhebung der Gesindeordnung. Gewährung des Koa- litionsrechts, Achtstundentag. Erwerbslosenfürsorge, das freiest« Wahlrecht der Welt. Wenn nach dem 8. November nicht alle Wun,ch« der Arbeiterschaft erfüllt seien, so liegt die Haupstirsacke dock in der gegenseitigen Verhetzung der Arbeiterschaft. In der TiSkussion sprachen ein Kommunist und ein Unabhängiger,«sie schoben natürlich unserer Partei alle Schuld an dem Elend zu und luden die bekannten Pbrasen über Diktatur de? Proletariats und Weltrevolution ab, die von unseren Rednern widerlegt wurden. Grost-Berliner Lebensmittel. Vnchholz. Borangemeldet Haferflocken. RSlniuppeu sowie Maismehl vom Mittwoch ob bei den Kaulleuten. Lm»Imtshaus-in größerer Polieii Schweincsulter zu billigem Preise. Ebenso dort noch eine Anzadl Filsler und Killen. In der Woche nom 25. ab 40 Kr. Butter, 200 Er. Margarine. Für die lausende Woche nicht, wie bekannt gemacht, 7 Psd, Karlossein pro Kops, sondern 10 Psd. Preis siir ein Psund vom 25. Auauu ab lo PI. �rirdrichofelde. Die Gemeinde bat«ine beschrankte Slnzahl söge- nannler Anternierungspatete erworben, db» ab morgen in den 4 Gemeindeverkouisslellen ausgegeben werden. P>c�52,— M. pro Paket. fte ein Mustcrpalet steht in den BerkaufSllellen zur Anficht aus, Steglitz. Bis 28. August aus Sprises-ttlartc 250 Gramm Ttlfiter �Tnhlem.' Vom 27, bis 29. August 250 Gramm Leberwurst In Dv'en zum Psuiidpreisc von 5,20 M, inur Mittwoch und DoimerStagl. 250 Gramm Suppen, statt 500 Gramm 250 Gramm Nährmittel obnc Auswahl«cc= hermge werden ohne Karten zum Psundpreise von 2,35 M.-bgeacben— Vom 26 August ab für den Südteil 5 Psund Kartoffeln je Piund zu 20 Pf. Wegen«elieferung des SkordteikS ersolgt noch besondere Bekanntmachung— Voraussichtlich werden im Oktober Tauerapscl an die Be. oölfcrung verteilt. Zur Ermittlung des Bedars«. sind Voranmeldungen, getrennt nach Wirischast«. und T-rscläps-ln. fosort(spätesten« br» 28. Augusti schriftlich einzurcichem»�.__________ Hroß-Serline? Parteinachrichten. Ltchterfclde. Morgen>,',8 Uhr Franenleseaberrd im Gelangsaal der Ob-rrealschule, Nirrgstrafie, Ken, Wenzel:„Welche Einflüsse in Bebel« Leben waren entscheidend sür sein« Stellung al« Arbtitcrsubrer 7' Zetzlendorf. Morgen 7-/, Uhr. im.KaisNhos'..MilzIied«rv-rfam»ö lung Wichtige Togcsordnung.,. � Karl.shorst. Morgen 8 Uhr im Restaurant.Burgergarten', Tresko«. allee 83, Mitgliederversammlung, Gen. Tarnow: Die Grundlagen des Sozialismus, Eingesiihrte Gäste willkommen. Martendors-Tüdende. Morgen 7'/, Uhr im Lokal von?och, Chausseestr 44: Znsammcpkuuft der ichmentlasseneir Jugend. Inge«. ordnmig: Die Zieic der Arbeiterjugend. Parleigeiroisen und BorwarlS- iefer werden gebeten, ihre schulentlassenen Kinder aus diese Beuurstaltung hinziiioeisen._.. Roirntbal-Nordcnd. Morgen 8 Uhr im Lokal von Frl. Barth Sitzung der Funktionäre.__ SewerkschaflsbewMng ßüc die Einheitsfront der kaufmännischen fingeftellten. In den Kreisen her Angestellten der kaufmännischen Berufe machte sich bald nach Ausbruch der Revolution stark die Tendenz bemerkbar, den früher au? mancherlei Gründen nicht erfolgten An- schluß an die Organisation zu bollziehen. In Scharen strömten die kaufmännischen Angestellten ihrer Berufsorganisation� dem sreige- werkschastlichen Z e n t r a l v e r b a n d der H a n d l u n g S g c» Hilfen zu. Aber auch die sogenannten Harinonicvcrcinc im KaufmannSgewerbe suchten das Eisen zu schmieden, so lange es warm ist. Unter scheinbarer Umänderung ihrer bisberigen, oft- mal» geradezu arbeiterfeindlichen Tendenzen suchten sie die auS ihrer Lethargie erwachenden kaufmännischen Angestellten für:hrc Vereine mit mehr oder weniger Glück einzufangcn.. Auch heute noch ist daher bedauerlicherweise zu beobachten, daß die zahlreic�u Organisationen des kaufmännischen Gewerbes, statt den Kampf ge» schlössen gegen das in ihrem Berufe besonders kapttaikrostige, Un- tcrnehmcrtum zu führen, durch Selbstzcrfleischung die Interessen der Arbeitnehmer im KaufmannSgewerbe eher schädigen als föi dern. Gerade jetzt aber ist«ine geschlossen« Front gegenüber dem Unternehmertum notwendiger denn je. In Erkenntnis dieser Tal- fachen faßte da» Hamburger Gewerksckaftskartcll. die freigewert- schaftliche Vertretung von über 200 000 organisierten Arbeitern, am 22.?lugust folgenden Beschluß: Die atn 22. August 1919 im Gewerkschaftshaus siaitfindeude Versammlung der Kaxtell delegierten beschließt, an die kauf- männischen Ange st eilten daS dringend« Ansuchen zu richten, sich mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Umwälzung freigewerkschaftlich z u organisieren. Die freigewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft, vereint im Gewerkschaftskartell Hamburg-AItona, verspricht den kaufmännischen Angestellten bei ihren Kämpfen um eine wirtschaftliche Besser- stellung die weitgehendste Unterstützung zuteil werden zu lassen. Tic erwartet aber auch von den Angestellten, daß sie, wenn sie aus«ine solche Unterstützung Anspruch erheben, sich'auf den Boden der Ar- beitnehmerpolitik und somit auf den der sreigewerkschaftlichen Or- ganisatiop stellen:, DaS GewerkschaftSlartell Hamlbu rg-Altona macht di« kauf- männischen Angestellten aufmerksam, daß bei den dem Gewerk- schaftSbund kaufmännischer Angestelltenverbände angeschlossenen Vereinen und Verbänden die notwendigen Voraussetzungen für eine fruchtbringende gewerkschaftliche Arbeit vollständig fehlen. Der Zentralverband der Handlungsgehilfen ift die einzigste Organ.,- sation für Handlungsgehilfen und-gehilfinnen, die auf dem Boden de» freigowerkschaftl ichen Kampfe» steht, rem« Trbeitnehmsrpoliitik Parteifunktionäre, Setriebsvertrauensleute, Mbeiterratsmitglieöer! Versammlung heute, Dienstag, nachmittags 5 Uhr pünktlich, im»Deutschen Hof, Luckauer Straße 15. Das Erscheinen aller Genossen ist ZVingenAe Notwendigkeit. Eintritt nur gegen Vorzeigung der Legitimationskarte und des Wahlvereinsbuches. Der öezirksvorstanü. Der 5raktionsvorsianö üsr flrbeiterräte. betreib und durch den Anschluß an das Gewerkschaftskartell kund- getan hat, daß Arbeiterschaft und Angestellte einen gemeinstrmen Kampf zu führen haben. Das Gewerkschaftskartell erkennt den GckoerkschafiSbund kauf- lnÄinischer Angestelltenberbände als Gewerkschaft nicht an. ES er- sucht die hinter dem Kartell stehende Arbeiterschaft in den Be- trieben darauf aufmerksam zu machen, daß von der Arbeiterschaft nur solche Kampfe der Angestellten um Verbesserung der Gehalts- und Arbeitsbedingungen unterstützt werden, die von den Gewerk- schaftcn sanktioniert sind. Tarifbewegung der Rollkutscher. In einer überfüllten Versammlung der Rollkutscher in VoekerS Aestsälen berichtete P üsch.e l über den Stand der Tarifbcwcgung. Die Forderungen beliefen sich auf 130 M. Wochenlohn für Kutscher, Bodenarbeitcr, Begleiter und Wächter vom 18. Lebensjahre am In der ersten Verhandlung waren die Arbeitgeber bereit, 110 M. zu zahlen. Die Altersgrenze sollte aber auf das 20. Jahr belassen bleiben, die Wächter sollten gänzlich ausgeschlossen werden. Ferner sollte am 1. März 1020 eine weitere Zulage gezahlt werden. Die Verlrauensleute haben dieses Angebot abgelehnt. Nach weiteren Verhandlungen machten die Arbeitgeber als letzten Vorschlag 120 M. Wochenlohn. Sollten sich jedoch die Verhältnisse grundlegend ändern, so ist zugestanden worden, später in neue Verhandlungen einzutreten. Die Avtragegebühren sollen nicht im Tarifvertrag festgelegt werden, sind aber bewilligt worden. Di« Altersgrenze wurde auf 13 Jahre festgesetzt. Sonntagsarbeit und!lebcrstund6n dürseü nur geleistet werden mit Zustimmung deS ArbeiterauZschusseZ und mutz dafür 50 Proz. Zuschlag gezahlt werden. Urlaub werden im 1. Jahre 0 Tage bis 20 Jahre 4 Wochen gewährt. Die Vertrauen?- leute haben dem Tarifvertrag mit geringen Aenderungen bereits zugestimmt. In der längeren Diskussion wird die Regelung deS Urlaubs und der Abtragegebühren bemängelt, sonst sei der Tarif annehmbar. Die Abstimmung ergibt die einstimmige Annahme deS Tarifvertrages._• Praktische„Diktatur de? Proletariats". AuS Frankfurt a. M. wird uns geschrieben: Die Wahl zur Generalversammlung deS Deutschen MetallarbeitcrverbandcS in Frankfurt a. M.�sand am Sonntag, den 17. August, statt. Tie Liste unserer Genossen� bekam rund 200 Stinimen mehr als die der Unabhängi- gen. Das aus Unabhängigen bestehende Wahlkomitee proklamierte aber kurzerhand die Kandidaten der U. S. P. für gewählt. Haupt- führer der angeblich„Gewählten" ist der bekannte D i tz m a n n, an dessen Wahl seinen Freunden besonders viel gelegen ist. Ihm sollte Gelegenheit gegeben werden, seine Nolle vom Gew«rkschaft?- kongretz zu erneuern. Um da? Wahlresultal zu fälschen, benutzten die Interessenten der proletarischen Zwietracht als Vorwand, datz Mitglieder unserer Partei vor der Wahl in Fabriken Zettel mit den Namen der mehrheitssozialistischen Kandidaten an ihre Kollegen gegeben hätten. Da? soll angeblich eine„unzulässige" Wahl- agitation sein. Dabei haben Unabhängige sogar die von einer Ver- sammlung beschlossene, aus Unabhängigen bestehende Vorschlagsliste gedruckt verschiedenen Mitgliedern des Metallarbeitervcrbandes aus- gebändigt, um für diese Anhänger der Rätediktatur zu agitieren. Natürlich ist gegen die auf diese Weise zustandegekommencn unab- hängigen Mandate Protest erhoben worden. Würde es Ditzmann und den Seinen gelingen, mit Hilfe dieser Mandate die General- Versammlung zu besuchen, dann wäre diese Ausschaltung de? Willens der Mebrheit der Mitglieder allerdings die echte„Diktatur des Proletariats", wie sie von den Unabhängigen aufgefatzt wird, jene Diktatur, bei der das Proletariat nichts mitzureden hat. Eine stark besuchte Versammlung der Hausdiener und Packer der Teriil und BeklcidungSbranche nahm Stellung zu dem abfchlä- gigen Bescheid der Arbeitgeber, Teuerungszulagen zu gewähren. Sämtliche Redner geitzelten die rücksichtslose' und sozial unvcrständ- liche Haltung der Unternehmer, die bei einer Entlohnung für Fa- milienväter von 75 M. und darunter sich weigerten, der noch Herr- schenken Teuerung entsprechend einen geringen monatlichen Zu- schlag zu zahlen. Von mehreren Rednern wurde betont, datz cS als organisierte Arbeiter stets ihr Bestreben war, zuverlässig und ehr- lieb zu sein, datz es.aber durch das rücksichtslose Vcrbalten der Unter- nehmer ihnen fast unmöglich gemacht wird, ohne Diebstahl im Be- triebe allen Anforderungen für LebenShaltung�und Familie gerecht zu werden. So wenig sympathisch ihnen ein Streik in der jetzigen Zeit wäre, daZ Verhalten der Unternehmer zwinge schlietzlich dazu. Einstimmig angenommen wurde eine Resolution, durch die die Or- ganisationsvertreter beauftragt werden, die zur Erreichung des Zieles notwendigen Mahnahmcn zu treffen. Bei mangelnder Ein- ficht der Arbeitgeber verpflichten sich die Versammelten, solidarisch hinter der Organisation zu stehen. Weiter verpflichtet die Resolution sämtliche BetriebSvertrauenSleute, bis zur endgültigen Regelung der Lohnsraae von Betrieb zu Betrieb Forderungen auf Teuerung?- zulagen zu stellen. Um eine einheitliche grundlegende Entlohnung sämtlicher ge» werblicher Handelsorbeiter vom 1. Oktober d. I. ab zu schaffen, wurde beschlossen, den zurzeit bestehenden Tarif zu kündigen. Unter allseitiger Zustimmung wurden folgend« Lohnsatz« als Mindestfor- derungcn aufgestellt und die OrganisationSvertreter beauftragt, alles in die Wege zu leiten, um diesen Sätzen Geltung zu verschaffen. Tie Wochenlöbne betragen ab 1. Oktober d. I. für jugendliche männliche Arbeitskräfte von 14 bis 16 Jahren 45 M., von 15 bis 18 Jahren 60 271., von 18 bis 20 Jahren 80 M., für Erwachsene über 20 Jahr« 120 M.. Für weibliche Jugendliche und Erwachsene betragen die Wochenlöhne 10 Proz. weniger. Deutscher Metallarbeiterverband. Mittwoch, den 27. August 1919, abends 5% Uhr, Versammlung sämtlicher in den Hotel- betrieben, Wein- und Bierhäusern beschäftigten Betriebshandwerker der Metall-, Holz- und sonstigen Branchen sowie der Heizer und Maschinisten im GesellschaftZhauS, Rosenthaler Straße 36(Haiesther Markt). Tagesordnung: 1. Stellungnahme zur Kündigung des Vertrage?; 2. Anträge zur neuen Tarifvorlage; 3. BetriebSangelegenheften.— Donnerstag, den 23. August, abends 6 Uhr: Branchender sammlung der Elektromonteure und Helfer im Garde-Kasino, Sophtenstr. 34. Tagesordnung: 1. Räteshstem und Neuaufbau; Referent Kollege Malzohn. 2. Verbands, und Branchenangelegen, heiten. ä. Verschiedenes.— Donnerstag, den 28. August. 614 Uhr: Bran wen ver sammlung der Klempner in BoekerZ Festsälen, Weberstr. 17. Tagesordnung: 1. Vortrag:„Die politisch« Lage"; Referent Kollege May Urich. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes.— Donnerstag, 28. August, abends 7 Uhr: Ver, sammlung aller in Metallgießereien Beschäftigten im Lokal Süd-Ost, Waldemarstr. 75. Tagesordnung wird dort bekannt- gegeben.— Donnerstag, 28. August, abends 7% Uhr: Branchenversammlung der Graveure und Ziseleure im Mär« iischen Hos, Admiralstr. 18c. Tagesordnung: 1. Bericht von der Reichskonferenz; 2. Neuwahl der Branchenleitung; 3. Verschiedene?. Das Erscheinen aller Kollegen ist dringend notwendig.— Donners- tag. 28. August, twchm. 414 Uhr: Branchenversammlung der Zigarettenmaschinenführer und Betriebs- schlosser. Tagesordnung: 1. Bericht von dar Branchenleitung. 2. Stellungnahme zur angekündigten Schließung der Betriebe. 3. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. B�rontw, für den redaktion. Teil: Vl!»!» Tchalz, RcutZvn: fite Anzeigen: Tbeodor Slcckc, Berlin Berlag: Borwi>rts»Deilag G. m. b. H., Berlin. Drulft Borwarts- Bulbdrnckerei und Dcrlagsanltalt Paul Einaer u. Co. in Berlin. Lindenffr. Z. Sozialdemokrat. Verein iliederbarnim(S. P. D.) (Bezirk Lichtenberg). Den Mitgliedern die traurige Nachricht, daß unser Mitglied Vttdelm Leime Wagnerstr. 27, verstorben ist, Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet stall am Mitraoch, den 27. August, nachm. 3 Uhr, von der Leichenftallc de» Gemeindesricdhof» in Mar- k Bie BeiirtalcKonfl. BQCliiiaßiliDiii Vorwärts Q. m. b. H. i Berlin SW.EB, llndensIrjBe 3 UnserWald Ein Volksbuch von' Curt Grottewitz Herausgegeben.von Wilhelm Bölsche Preis geb. Mk. 4,50 Freuiienlag Waschtag , dei 1 mit dem patentierten, vollkommen selbsttätie arbeitenden„Licbigs" Dampf- Waacb- Automaten, dei dauernd Arbeitszeit, Arbeitslohn, Seife und Feueruug er- snart und in jedem Raum für «Jas- und Küchenherd benutzbar ist, ohne jede Bedienung. Größte Schonung der Wäsche, seihst mit Seifenersatzmitteln. V Die Anschaffung wird evtl. auch durch bequeme Zahlungsweise erleichtert. Preis ie nach Größe und dem zurzeit in Frage Kommenden' Teuerungszuschlag* von 63. M an. Nfih. d. Preis!, V. m. Abbild, gratis. 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