I Dr.439.36.Iahrs. Bezugspreis, BttrtelläbrL tr- Mr. monatt t,— fKU frei tn» Sxra«, ootau« zahlbar. Pak» brzug: Monatlich K— Ml. ttü- 3if ft«llung»ged>lhr Untti«reuzband für Stutfdjlonb and Otflertf tth. Ungant ILZ Ml. für da» Ubngi Vutianb 10 20 Ml» bei tog'lch einmal. gufteQung S,3d Ml. BofUie'tcüunflen nehmen as Dünemari, Holland,£a(cmbuig, Schweden n. die Schweiz, Eingerrage» in die Poll-ZelnrngG-Preislille. Der.Vorwürr»' mU der Sonntas«» deilage.Voll u. gciN erscheim wachen» inglich zweimal. Sonnlag» einmal, Abend-Ansgabe. Telegramm�dreff» i �ozialdarnatrai Sarllee-, Nerlinev Volksblatt. ( ISPfcsnngg} «nzeigenpreiS t vi» achtgelvaliene Ronparelllezell« kstei ILO Ml.»Sl-In«»nzrigsn-, da» ieiigedruckte Wo« SO Pia.(zu lässig t seiigedrrickie©orte), jebe» weitere Wori 40 Pfg. Stellengesuche und Schlafsiellenanz eigen da» erste Wort »» Pfg. sede» weitere Wort 00 Pfg, Worte über 15 Buchsiaben zählen fiir zwei Worte. Teuerungszuschlag 50°/> Familien» Anzeigen, politische und gewerlschastliche Verein»- Anzeigen ILO«KI. die gelle. Anzeigen für die Nächste Nummer muffen bis S II Im nachmittag» im Hauptgeschäft. Berlin 6© 68, Linden strahe S, abgegeben ä�eden.«eäffnei von 9 Uhr stich bi» 6 tchr abend». Zentralorgan der foztaldeniokrattfchen parte! Deutfd�lands. Reüaktion und Expedition: 6SC. 6S,£indcnflr. 3. aernsprechrr: Amt Morivvla«, Nr. I.,';! 90— lSl 97. Donnerstag, den 28. August 1919« vorwärts-verlag G.m.b. H., SW. b8,£indenstr.3. isernsyrccher: Amt Morivplnt?. Nr. 117 53—54. Die internationale Kohlennot. vor öer Katastrophe! Bon Otto H«e. Versailles. 26. August. Wir gehen einer Weltkatastrophe entgegen, wenn es nicht gelingt, mit größter Beschleunigung eine, wenn auch nur halbwegs leidliche Kohlenversorgung Europas vor dem Eintritt des Winters herbeizuführen. Die Herren L o u ch e u r und H o o v e r haben dieser Tage die unabsehbar schwere Bedrohung Europas rückhaltlos konstatiert und zu umfassenden Abwehrmaßregeln aufgefordert. Wir müssen dem beistimmen. Wir dürfen nicht zögern, den Völkern die volle Bedeutung der furchtbaren Kohlengefahr eindringlichst begreiflich zu machen. Hierin kann nicht zuviel geschehen, denn nur ein geringer Teil unserer Zeitgenossen ist sich da» rüber klar geworden, wie ungeheuer groß die Kohlenkrisis bereits ist und was unS bevorstcht, wenn keine nennenswerte Milderung eintritt. Ein paar Zahlen mögen illustrieren, welches riesige Manko an Kohlenförderung die vornehmlich in Betracht kommenden europäischen Staaten bereits zu beklagen haben. Es ist außerordentlich schwer, jetzt einigermaßen zuverlässige Angaben über die Kohlengewinnung im europäischen Osten und Südosten zu erhalten. Nur etliche Teilangaben über Monatsmengen in Polen, dem europäischen Rußland und in den ehemals österreichisch-ungarischen Län» dern liegen für das laufende Jahr und auch nur für 1918 vor. Stellen wir sie immerhin zusammen mit den genaueren deut- schen, belgischen, französischen und englischen Förderziffern und berechnen wir danach die voraussichtliche Jahresmenge. Vergleichen wir diese mit der-Hörderung im letzten Friedens- jähr, so ergibt sich folgendes: England, Deutschland. Frankreich, Belgien, Rußland und Oesterreich-Ungarn hatten 1913 zusammen eine Steinkohlen» fövderung von rund 593 Millionen Tonnen, 1918 waren es nur etwa 439 und 1919 werden voraussichtlich nur noch rund 362 Millionen Tonnen gewonnen! Das sind nur 69 Prozent der Förderung des letzten Friedensjahres. Aber auch diese Menge ist errechnet unter der Voraussetzung, daß sich die Förderung etwa auf dem Stand des ersten Halb- KihreS 1919 halten würde. Diese Voraussetzung ist schon stark erschüttert durch die jüngsten Fövderausfälle in Fork- shire, Schottland, ibberschlesien, dem neuerlichen Förderausfall im Donezbecken(Rußland), durch das Sinken der Totalfövde- rung in Frankreich in den letzten Monaten und dem Nach» lassen des Prokopfeffekts in Großbritannien. Kommen im Laufe des Jahres noch nennenswerte Arbeitseinstellungen in den europäischen Kohlendistrikten vor, dann muß dies natür- lich die ohneh'n schon beispiellose Kohlentrisis noch verschärfen. Es genügt jedoch keineswegs, neue Arbeitseinstellungen zu vermeiden, sondern die Förderung muß so rasch wie mög» lich und erheblich gesteigert werden, sonst erleben wir einen Winter voll unbeschreiblicher Qualen und die europäische Gütererzeugung und-ver» sorgung bricht zusammen. Wer etwa glaubt, Amerika sei in der Lage, Europa vor diesem Zusammen- bruch zu retten, dem sei gesagt, daß sich auch die Kohlen- förderung in den Vereinigten Staaten, die im vorjährigen Oktober 54,61 Millionen Tonnen betrug, bedeutend gesenkt hat. Belief sie sich doch im März und im April d. I. nur auf je 32� Millionen Tonnen I Auf keinen Fall kann Amerika den gewaltigen europäischen Fördermisfall durch Kohlenexport wettmachen. Das werden schon die Transportbedingungen verbieten. Europa muß sich selbst helfenl Europal Es handelt sich nicht um eine nationale, son- dern um eine internationale Notlage. Eine e u r o- päifche Gemein schafts aufgäbe gilt es hier ! u lösen. Wenn England seinen Kohlenexport einstellt, so st das nicht nur eine britische Frage, sondern alle die Län- der, die sich ganz, wesentlich oder erheblich mit britischer Kohle versorgen müssen, geraten in furchtbarste Lebensge- fahr. Und was dort dann innerpolitisch geschieht, wird aus- strahlen weit über die Landesgrenzen hinaus. Wollte die Entente Dcutschlbnd zwingen, ohne Rücksicht auf seine sehr schwierige inner? Lage die ihm in Versailles auferlegten ge- maltigen floMenliefeningen zu vollziehen, dann wäre unser WirHchastsleben glntt erledigt. Was darauf in Mitteleuropa vor sich ginge, würde wie ein Präriebrand um sich greifen. Das muß allseitig eingesehen werden. Wir wollen hoffen, daß die Entente den guten W'llen Deutschlands. leine ihm auserlegten Verpflichtungen nach Kräften ehrlich zu erfüllen anerkennt. Dieser gute Wille ist in den lang- wierigen Aersoiller Verhandlungen über alsbaldige Kohlen-, !, der Austritt der Amerikaner. Hollandsch RicuwSburra« meldet au» Pari»: Die amrrikanisch« Friedenidelegation wird sich an Wils»« mit der Frage wenden, ob e» sich lohnt, daß sie»och länger in Pari» bleibt, um die Probleme von Siidostcuropa zu läsen. Bon der Antwort des Präsidenten wird es abhängen, ob sie noch bleibt, oder ob sie nach Washington zurückkehrt und eS Europa überläßt, Ordnung in das Chaos zu bringen, das durch den Einfall der Rumänen in Ungarn geschaffen wurde. Wiederholt hat die Friedenskonferenz bekanntlich Rumänien vor Plündern». gen in Ungarn gewarnt, aber auch die letzten eintreffenden Nachrichten besagen, daß die Rumäne«, wo sie nur können, Ma- terial verschleppen, und es besieht kein Zweifel, daß diese rumäni- schen Ucbcrgriffe die Folge einer Ermutigung find, die sie von gewissen Mitgliedern der Enteute erhalte«. Die amerikanisch« Delegation ist der Auffasiung, daß Clcmencra« e» ehrlich mit feine« Warnungen an Bratian» mein«, andererseits aber glaubt sie erkennen zu müssen, daß die audere« Mitglieder bzw. die frühere« Bundesgenossen Rumänien» die Rumäne« in ihrer Haltung weiter bestärken. Daher tritt die amerikanische Delegation für ein« baldige Abreise und für ein« s» f» r- tige Einstellung der wirtschaftliche« und siuau- zirllen Unterstützung Rumänien» ei». Sie hofst zwar noch, daß eine Klärung der Lag« auch ohne Eingreife» Wil- son» herbeigeführt wcrdr« kann. In Konferenzkreisen gehen allerlei Gerüchte, daß awch di« Schwierigkeiten in der Frage de» ferne« Osten» di« Amerikaner z« ihrer Zurückziehung aus der Konferenz veranlassen kännten. Ferner sind mehrere amerikanische Delegiert« über die BeHand. lung der amerikanischen Politik durch gewisse Mitglieder der Frie. denskonferenz, besonder» durch die Franzosen, seh« entrüstet. Sie wollen jedoch ihre Haltung durch die Eutscheidung Wilson» bestim- men lasse«. Austritt öer Amerikaner aus öer interalliierte« Kommission. A«S Washiugtau wird weiter gemeldet: Der Ausschuß für auswärtige Angelegenhette» hat einen Arn- derungsantrag zum Friedensvertrag mit S gegen 7 Stimmen an- genommen, der darauf hinausgeht, daß die Amerikaner sich« i ch t mehr al» Mitglieder der internationalen Kommission an der Fest- setz«»» der Grenze» von Deutschland und Belgien beteiligen sollen. Er hat noch eine Reihe«eiterer Anträge angenommen, die sämtlich bezwecke«, daß amerikanische Delegierte al» Mitglieder interalliierter Kommissionen au»- scheiden. Rur in der Kommission für Wiederherstellung bleibe« die Amerikaner«ach wie vor Mitglieder. Heneralsireik öer» Eisenbahner in Amerika! Au» Washington wird gemeldet: Wils»« hat den Eisenbahnern in Amerika in der Lohnfrage einen Kompromißvorschlag gemacht. Die Vertreter der Eisenbahnarbeiter haben nunmehr der Regie- rung mitgeteilt, daß sie auf dieser Bast» nicht vrrhan. d e l n können. Es soll jetzt eine Abstimmung der Eisenbahner dar- über erfolgen, ob der allgemeine Streik eintreten soll. KokS- und Brikettlieferungen von den deutschen Delegierten immer wieder betont worden. Deutschland ist durchaus be- reit, dem unter starker Kohlennot leideirden Frankreich nach besten Kräften zu helfen. Es ist eine gemeinsameNot, die Frankreich und Deutschland heimsucht. Wer die scharfen Auslassungen der französischen Presse über die zunehmende Kohlenkrisis und das„teuere Leben" liest, wird verstehen, daß das französische Volk wie das deutsche mit großer Sorge dem nahenden Winter entgegensieht. Die europäische Kohlenversorgung muß jetzt«ach Gesichts- punkten geregelt werden, die sich nicht an die herkömmlichen Handwerksgebräuche des private» internationalen Kohlen- Handels klammern! Europp sieht sich von einer Gefahr bedroht, deren Abwehr eine gemeinsame Aktion unter Hintansetzung natio- nolistisckjer und geschäftlicher Sonderbestrebungen bedingt. Das durch den verfluchten Krieg bergehoch erzeugte Miß» trauen muß einem Zustand weichen, der durch gegenseitige, auf Vertraue« begründete Hilfe der in ihrem Leben bedrohten Völker gekenn- zeichnet ist. Die zwar altüberlieferten, aber darum doch nicht ehrwürdigen Gebräuche des langwierigen„d i p l o m o t i- schenVerkehrs" taugen für die Lösung der uns obliegen- den Aufgabe. Europa vor einer Katastrovbe infolge Kohlen- not zu retten, ganz und gar nicht. Wochenlang muß über „Vorfragen" verhandelt werden, die Völker warten indessen auf die Linderung ihrer Not. Der Winter kommt immer näher, damit die größte Lebensgefahr. Mehr Pra�isl Tie interessierten Staaten Europas müssen sich eine ge- meinsame permanente Kommission für die loyale Regelung der Kohlenwirtschast schassen! In dieser Kommission darf es keine„Sieger" und keine „Besiegten" geben, sondern nur gleichberechtigte, sachkundige, vorurteilslos denkende Männer, die den Auftrag haben, die verfügbaren Kohlenmengen so zu kontrollieren, daß vorerst den dringendsten Badürfnissen abgeholfen und dann weiter den Anforderungen der einzelnen Wirtschafts- und Be- darfsgebiete nach Möglichkeit und Gerechtigkeit entsprochen wird. Das bedingt durchaus kein Ausgeben der Hoheitsrechte der fraglichen Staaten auf dem Gebiete ihrer Bergwerks- industrie, es erfordert aber einvertraue nsvollesZu- sammenwirkenderKommissionsdelegierten zu dem Zwecke, eine rationelle europäische Kohlenversorgung durchzuführen. Eventuell nur bis zu dem Zeitpunkt, wo durch eine entsprechende Erhöhung der Kohlenförderung die akut gewordene Krisis beseitigt ist. Meinetwegen auch darüber hinaus. Denn was großkapitalistische Privatunternehmer bereits durch gewisse internationale Kartellverträge in den Jahren vor dem Kriege eingeleitet hatten, warum sollten das die Staatenvertreter jetzt und künstig nicht fortsetzen und vollenden können? Auch um die Transportverhältnisse rationell zu regeln, ist eine permanenteinternatio- n a l e Stelle, zugleich als Kohlenkontrollkommission wirkend, notwendig. Man braucht nur beobachtet zu haben, welche große Mengen Eisenbahnwagen und Loko- motiven in Belgien und Nordfrankreich auf den Neben- ge leisen anscheinend schon lange untätig liegen, während es doch uns in Deutschland an Transportmitteln für die Abfuhr der Kohlenförderung stark mangelt. Da muß doch jeder vernünftige Mensch einsehen, daß hier eine durch- greifende, internationale, ebenfalls auf gegenseitigem Ver» trauen beruhende Regelung eine Lebensfrage für die notlei- denden Völker ist. Man bedenke, daß aus Gründen, die wir nicht als zwingende anerkennen können, Kosten-, Koks- und Brikettransporte per Eisenhabn oder Schiff nach einer Rich- tung gehen, wo sie dann Brennstofstransporten begegnen, die Versorgungsgebieten zugeführt werden, die aus den nahe- gelegenen Kohlenbezirken viel schneller und billiger beliefert werden können. Das ist eine VergeudungvonKraft und Zeit, die sich das verarmte Europa nicht mehr leisten kann. Eine internationale Kommission für die rationellste Kohlenversorgung und Transportregulierung müßte durch- setzen, wenigstens für die Zeit der dringendsten Not, daß z. B. die K ü st e n b ez i r ke, daß Skandinavien, Italien, Griechenland usw. auf dem Wasserwege durch die fracht- lich am besten gelegenen Kohlendistrikte beliefert würden. Hier wäre vornehmlich die englische und amerikanische Zufuhr unterzichringen. Es muß beispielsweise verhindert werden, daß amerikanische oder belgische Kohle den Rheinstrom hin- auf nach der Schweiz transportiert wird, statt den frachtlich ungleich günstiger gelegenen Norden, Nordwesten und Westen Europas zu versorgen. Durch eine internationale.TranSwortrcguNermrg kanit ungeheuer viel an wirtschaftlich unnützer Verwendung der Transportmittel vermieden werden. DaS ist gerade zurzeit von außerordentlicher Bedeutung für die europäische Kohlenversorgung, denn ihre Durchsüh- rung ist ebensosehr eine Kohlcnfördcrungs- als eine TranS- portftage! Haben wir doch hunderttausende Tonnen Brennstoffe auf den Zechenplötzen liegen, müssen doch ninsere Gruben Feierschichten einlegen, weil es im Bezirk an Esienbahn- wagen und Lokomotiven fehlt. Nach der belgischen Presse leidet auch in Belgien die Kohlenversorgung an einer aus- reichenden Wagengestellung. Dabei stehen dort Wagen und Lokomotiven untätig auf den Nebengeleisen herum. Gewiß wird der Vorschlag einer internattonalen Ojga- nisation der Kohlenversorgung und der Transportverhält- nisse in manchen Kreisen hüben und drüben aus verschiedenen Gründen starken Widerspruch erfahren. Aber das kann uns nicht abhalten, die schleunigste Verwirklichung dieses Vorschlages dringend zu befürworten. Auf den Wegen, die bisher zur Verständigung über die internationale Regelung der Kohlenversorgung betreten sind, können wir noch lange gehen, ohne zu einem praktischen, beiderseftS er- träglichen Resultat zu kommen. Es muß vor allen Dingen eine Atmokvhäre des Ver- itancns geschaffen werde», die natürliche Fntrresscnsolidari- tät der Menschen, gleichviel welcher Nation und Sprache, muß die Beratungen und Handlungen befruchten! Nur dadurch retten wir die Menschheit Europas vor dem entsetzlichen Chaos, dem sicheren Untergange. Kohlenmangel unö Transpsrtkrise« Aus Altena in Westfalen erhalten wir folgende Zuschrift: „Mit seinem Artikel„Kohlenkatastrophe?" im Sonnabend- Msrgenblatt hat der„Vorwärts" völlig recht. Di« Schwierigkeit der Kohlxnbeschafsung liegt zumeist in dem Mangel an Waggon- Material und m dem Stocken des Transports. Kohlen sind im ganzen benachbarten Zechengebict übergenug vorhanden. In Wer- dohl zum Beispiel besorgen täglich zahlreiche groß« Lastautos jedem Prwcrtbcsteller für vieles Geld jeden g e- wünschten Wintervorrat direkt von den Zechen zwischen ffmgen und Unna. Dasselbe gilt auch für Plettenberg, Altena und die anderen Ort« im reichen Lennetal. Wer da kann, versorgt sich im ganzen industriellen Westen auf diese Weise jetzt mit Kohlen. ES heißt in Werdohl, der Arbeiterrat wolle diese Kohlenmengen beschlagnahmen und zur Verteilung bringen. Aber zugegriffen bat er noch nicht, und die Kohlenautoführer fallen stch noch weiter einander um den HalS— aus Freude über den reichlichen Ver- dienst. Wer die hohen Preise für die Autofahrten nicht bezahlen kann, muß sich auf andere Weise Rat und Hilfe schaffen. In Wer. dohls näherer und weiterer Umgebung versorgen sich die Arbeiter aufs eifrigste für den Winter, indem sie dünnes und dickes Holz, ja auch ganze Bäume in den ausgedehnten Waldungen abschlagen und bei Tag«nd Rächt hennlich nach Häufe schaffen. Stockt der staatliche Transport, so muß eben jeder zur Selbsthilfe greife«, um sich im Winter»oc her erstarrende» Kälte z» schützen," Nicht austreten, nur schwänzen! Der Beschlutz der N. S. P. T�Arbcitcrräte. Der Beschluß der unabhängigen und kommunistischen Arbeiterräte, der sich gegen die parlamentarische Tätigkeit der iiuabhänglgen Abgeordneten richtet, hatte für drei Tage der ..Freiheit" die Sprache geraubt. Jetzt, nach fürchterlicher Ver» IrgenheitSPause und schweißtreibender Arbeit hinter den Ku- lissen ist man glücklich so weit, erklären zu können, daß allcS nur ein großes Mißverständnis gewesen sei. Es erscheint der geistige Urheber jenes Beschlusses— er heißt Albert Lund— und erklärt authentisch»Zweck deS von ihm gestellten und angenommenen Antrags sei es nicht gewesen, die unab- hängigen Abgeordneten zum Austritt aus den Parlamenten aufzufordern. Um die totale Harmlosigkeit seines Antrages zu beweisen, gibt er ihn wörtlich wieder. Er lautet: „In Anbetracht'der großen bevorstehenden Kämpfe und der hiermit verbundenen Bolksaufklärung werde« sämtlich« in Frage kommenden Parteigenossen aus den Parlamente» aufgefardert, ihre Tätigkeit nicht in de» Parlamente«, sonder« in den Dienst der allgemeinen BolkSaufklärung zu stellen." Die aufhorchende Welt hatte damals angenommen, daß dieser zum Beschluß erhobene Antrag trotz seiner gramma- tikalisch stark mangelhaften Fassung doch einen Sinn haben müsse, und dieser Sinn konnte dann nur sein, daß die Abgeordneten auS den Parlamenten auszutreten hätten. Wir iverden jetzt belehrt, daß dieS nicht der Fall sei. Es wird den Abgeordneten nicht zugemutet, auf Diäten und>Freifahrtscheine zu verzichten. eS wird ihnen nur aufgetragen, für diese Leistung der Allgemeinheit keine persönliche Gegenleistung zu bieien. In den Parlamenten werden im Herbst die wichtigsten Beschlüsse gefaßt werden, die in da? Leben des Volkes tief einschneiden(Umsatzsteuer, Reichsnotopfer, Betriebsräte usw.). An all dem sollen die unabhängigen Abgeordneten nicht mitarbeüen, sondern sie sollen die sachliche Vertretung der Arbeiterintercssen der Sozialdemokratie allein überlassen und auf diese Weise die unabhängige Wählerschaft um ihre Ver- tretung in den Parlamenten prellen. Nur Diäten schlucken, das dürfen sie. Man wird mm i« den Kreisen der Nächstbeteiligten er- leichtert aufatmen.- Die übrige Menschheit wird nicht finden, daß der vielberedete Beschluß durch die neue qualvolle AuS» legung, die er gefunden hat, geistreicher geworden ist und sie Christian wahnschasse. Dor Rame Chncstion Wcchnschoss«, der der Titel eines zweibändigen RomnnS von Jockob Wassermann ist*), bedeutet ein W finden und einen Aufstieg. Sr«st der Brennpunkt einer Gesell. schaftSschüht, die, noch in Anbetung versunken und von ihr um. brandet, stirbt. Vielleicht ist dies kein Tod. der den Hintrrblicibe. nen bewußt wird«n Angesicht der Stunde de» Untergangs. So ist auch Christian« Entwicklung nicht dergestalt, daß sein Herz sich ent- hüllt, aufschließt; soweit wir ihn begleiten, gelangt er nur dazu, zu erkennen, daß dem Verstand mißtraut werden muß, daß er nur einen unznvevläßlichen und«wollkommene» Gradamzciger der Te- schehmfs« bietet. Christian, der Sohn eine» jener alkvermögenden»nd reichsten J ndu stri ebe Herr scher, der verzärtelte und bildschöne ästhetische Ab» gott der Gesellschaft, welche die Grenze der Welt darzustellen scheint, empfindet, daß etwa« besteht, wovon er nicht weiß, wohin er aber auch nicht gelangen kann. Um ihn herum ist Sinzig der Rausch Wassermann gibt in einer Kapitelsolge voll knappen Umfang» Bilder, die den etwa» wild«, Atemzug dieser kosmopolitischen Geschöpfe vermittett. Dodoi darf nicht Rausch mit bloßer Genußsucht verwechselt werden. Wo kein Beruf ist. wird ein Sturzslug in Probleme gewagt, wird untergetaucht im Willen, die Krasr. die einem gegeben ist, zu nützen. Aber es bleibt beim Willen; Chrtstian merkt, daß seine Freund«, daß der Krei«, der ihm da« LobcnSmög. liche nicht nur, sondern auch da» Lebenswahre schien, im Oberfläch liehen versumpft. Er steht, nicht ganz ohne äußere Hilfe, daß das Herz nftcht bei der Sache ist. Die» klingt trivial, aber es ist wie Erlösung nach allem Zugespitzte«, Gewollten, Erzwungenen. Crammon heißt sein doppelt so alter Freund, der Mann, der alles zu hassen meint, was nicht rein und von appetitlichem Aussehen ist, sei es«in Bissen, ein Buchteln Mädchen oder sine Straße, und der im Grunde nicht haßt, nur nützt wünscht, zu wissen, weil alle», waS ander» geartet ist, gegen die Ordnung verstoße und ve rächet werden müsse. Als Wahnschaff« nich mehr der Gesellschaftsheld ist, der jede Woche an einem anderen Orte ein neues Erlebnis irgendsiner Gattung hat, ist ihre innere Trennung vollzagen. Crammon ist unfähig, den zu begreifen, der das Herz erwecken will und in das Elend steigt, das riecht und ütel ist. Weitgespannt sind die Möglicheiten, die daS Thema fordert. Die Fülle de» Stoffe« und der Gestalten heischt nich nur ein« Kraft voll Ueberzengrung und Formbeherrschung, sondern auch einen instinktiven Takt, der die Gefahr des Kitsch» umgehen muß. Wassermann vermoche da«. Er verstand«S s 0 gut, daß selbst die Erinnerung an Rußland ihm nichs anhaben kann. Auch Dosto- jewski kennt diesen verzweifelten Kampf zwischn Intellekt und Herz, zwischn dem Widerstand, dem unveligiösen Trotz«inersoit» •) S. Fischer, ve-lag. Verfm. wird nicht anerkennen, daß bei der Versammlung der N. S. P. D.- und 5k. P. D.-Arbeiterräte der letzte Hort der Weisheit ruht. Es ist dort vielmehr immer dieselbe Geschichte: Mit einer großen Konfusion sängt es an, und mit einer großen Blamage endet es. Mißbrauch öss Grenzjchutzes. An» dem Kreise Meseritz wird uns folgende Begebenheit ge- schildert: Bei dem Pächter der früheren Königl. Domäne GlaZberg haben sich die Arbeils« und GutSleule organisiert und wähllen einen Ar- beiter dortielbst als ihren Obmann. Durch diesen wurden die Wünsche der organisierten Kollegen' dem Pächter vorgetragen und glattweg abgewiesen.ück. Es läßt sich nicht von der Hand weisen, daß die von nicht- amilicher Seite stammenden alarmierenden Zeitungsnachrichten im vorliegenden Fall der kriminalpolizeilichen Ermittlungstätigkeit hinderlich gewesen sind. Wie aus Angaben der Schmugglerin her- vorgeht, ist sie durch die vorzeiiigen Prcßberichte gewarnt worden und hat offenbar von ihrer Absicht, größere Geldsummen über die Grenze zu schaffen, Abstand benommen. Die Zahnklinik der LandeSverfichernng. Un» wird geschrieben: Im Mai d. I. beantragte ich bei der LanideSversicherungSmrftalt eine Reparatur meine» defekten Gebisses. Ich bekam ablehnenden Bescheid mit dem Trost, nach einigen Monaten meinen Antrcig zu wiederholen. Dieses tat ich jetzt am 15. August und erhalte prompt die Antwort zurück,.daß die Verhältnisse in der Zahnklinik der LandesversicherungSanstalt so lägen, daß Gebißinstandsetzungen noch nicht entgegengenommen werden können. Es wird mir überlassen, meinen Antrag nach Ab- lauf eine? weiteren Zeitraums von einigen Monate» zu wiederholen". Ich frage: Woran liegt diese schauderhafte Verschleppung und Bummelei? Fehlt eS an Arbeitskräften bei unserer großen Ar- beitslosigkeit? Wenn Antrage auf Neuanfertigung abgelehnt wür- den, könnt« man eS wegen Materialmangel verstehen. Aber Repa- raturen müssen dock, bei gutem Willen möglich sein. Seit meiner Rückkehr aus dem Felde, und auch schon beim Truppenteil, bei dem eine Reparaturvornahme in der letzten Zeit nicht mehr möglich wetr, trage ich mich mit furchtbaren Magen- beschwerden herum und habe nun die tröstliche Aussicht, wenn ich Glück habe, nur noch„einige Monate" warten zu dürfen. Privatbehandlung kann ick, mir nicht leisten, da mir als Angestellten leider die Mittel dazu fehlen. Vielleicht bemüht sich mal die Aufsichtsbehörde festzustellen, warum denn Reparaturen nicht ausgeführt wevden können. Im übrigen ist aber auch die vollständige Inbetriebnahme der Anstalt zu wünschen. Was Privatleuten möglich ist, sollte doch auch ein staat- liche» Institut durchführen können. Einziehung der Flinfzigmerknoten. Die ReickSbaitk wiederholt nockmals ihre Bekanntmachung betreffend den Aufruf ihrer 50 Mark« Roten mit dem Datum vom 20. 10. lv 18. Die Besitzer werden auf- gefordert, diese Noten bis zum 10. September bei einer Dienststelle der Reichsbank in Zahlung zu geben oder gegen ander« gesetzliche Zahlungsmittel umzutauschen. Mit dem 10. Sep« tember verliert die aufgerufene Rote ihre Eigen« schuft al« gesetzliches Zahlungsmittel, was zur Folge hat, daß nach diesem Tage niemand mehr verpflichtet ist, die 5V Mark-Noten vom 2 0. Ot- tober 1918 anzunehmen. Es empfiehlt sich deshalb, schleunigst alle 50 Mark> Noten dieser Ausgabe be! einer Reichsbonkanstalt, öffentlichen Kasse, Bank, Sparkasse oder einem Geldinstitut in Zahlung zu geben oder umzutauschen. Versäumt man den Termin vom 10. September, so kann man die Roten nur noch bei der ReichSbonkbanptkasse in Berlin ein» tauschen, die«ine Emlösunq aber auch nur bis zum 10. September 1920 vornimmt. Mit letzterem Zeitpunkr erlischt für die ReichSbank die EinlösiingSpflicht überhaupt. Um jedem Irrtum vorzubeugen, wird aber ausdrücklich darauf hingewiesen, daß e» sich lediglich um die Reichsbanknoten vom 20. Oktober 1918 handelt. Unbeiübrt vom Aulrus bleiben fämr- liche übrigen Reichsbanknoten, Reichskassenscheine und DarlehnS- kaffenfcheine. EinftihrungSkurfus in den wissenschaftlichen Sozialismus heute abend 7 Uhr Aula Christburger Straße 7. Die Leichen de»«olontärS Ritdorf und seiner Braut gefunden. DaS geheimnisvolle Verschwinden eine» jungen Liebespaares, des 19 Jahr« alten Volontärs Walter Rikdorf aus der Helmholtzstraße und der 18 Jahre alten Charlotte Biedermann aus der Goethestraße zu Charlottenburg ist jetzt völlig aufgeklärt. Auch diese jungen Leute sind dem Masjenverbrecher Schumann zum Opfer gefallen. Dieser leugnete trotz erdrückenden Beweismaterials dieses Kapital- verbrechen, weil eS sich um einen Raubmord handelt. Er hatte zwei Ringe des jungen Mädchen? bei einem Pfandleiher versetzt und außerdem besaß er die Uhr und da? Portemonnaie deS jungen ManneS. Diese Wertsachen wollte er in einem Gebüsch am See gefunden haben. Man mußte nun annehmen, daß der Schwerver- brecher da? junge Paar, das sich zwei Tage vorher verlobt hatte und in fröhlicher und vergnügter Stimmung einen gemeinsamen Ausflug nach dem Falkenhagener Forst unternommen hatte, er- mordet und die Leichen, wie die des Arbeiters Kiwitt und seine Braut, in den See geworfen habe. Gestern erfuhr nun die Krimi- nalpolizei, daß Schumann, der oft ganz« Nächte von Hause weg blieb, ohne daß man sich seinen Aufenthalt erklären konnte, auch Höhlenbewohner war. Beamte begaben sich hinaus, um diese Höhl«, die am Ufer deS Falkenhagener SeeS liegen sollte, ausfindig zu machen. Etwa 400 Meter vom Seeufer entfernt und in einem Kiefern- und Birkengehölz wurde eine etwa 4 Meter lange, 2 Meter breite und ebenso tiefe öhle entdeckt. Die Beamten fanden bei der Durchsuchung auch bald etwa 25 bis 30 Zentimeter mit Erde bedeckt die Leiche eines jungen Mannes, die noch verhältnismäßig gut erhalten war. Etwa 50 Schritt von der Höhle entfernt fanden sie die Leiche eines jungen Mädchens, die nur etwas mehr als Hand hoch mit Erde bedeckt war. DaS Mädchen war fast vollständig entkleidet. Die Leiche ist schon stark verwest, so daß sich bei der Aufnahme die Fleischftücke loslösten. Beide Leichen wurden nach dem Leichenkeller in Falkenhagen gebracht. Zweifellos handelt es sich um die Leichen des Paares Ritdorf-Bieoermann. Nach anderen Funden ist das Paar von Schumann wahrscheinlich am Uftr des SeeS erschossen und dann nach der Höhle verschleppt worden. Ein Raubüberfall auf drr Landstrahe beschäftigt die Kriminal- Polizei. In der Nacht zu gestern wurde der Administrator Zobel- bier auS Amalienfelde im Kreis« Kremmen, als� er zwei Pferde von Spandau nach Papcnberge transportierte, auf der� Landstraße plötzlich von drei Männern Überfällen. Zobelbier griff sofort zur Waffe und machte, als die Verbrecher auf ihn«indrangen, davon Gebrauch. Er schoß auf seine Angreifer und traf den einen in die Brust, so daß er sofort zusammenbrach Während sich dessen Spießgesellen um den Schwerverwundeten bemühten, gelang eS dem Ueberfallenen, mit seinen Pferden zu entkommen. � AI» man später sich nach dem Angeschossenen umsah, war er verschwunden. Wahrscheinlich halten ihn leine Komplicen irgendwo versteckt. Eine bewaffnete Räuberbande, die mehrere Schankwirtschaften ausplündert«, ist von der Kriminalpolizei unschädlich gemacht wor- den. Bei einem Wirt in der Gartenstraße kam zu später Nacht- stunde eine Droschke vorgefcchren, die mit Fahrgästen überladen war. Einige von diesen stiegen auS und begehrten Einlaß. Der Wirt verweigerte den Eintritt, die Männer aber drangen plötzlich mit Gewalt ein, zogen Revolver, schüchterten den Wirt und seine Angehörigen so ein, daß sie keinen Widerstand zu leisten wagten. Sie plünderten dann die Ladenkasse und fuhren dann nach einer Wirtschaft in der Liesenstraße, wo sie die Plünderung wieder- holten. Den Droschkenkutscher, der sich weigerte, die unheimlichen Gäste, etwa acht an der Zahl, weiterzufahren, zwangen sie mit vor- gehaltenen Revolvern, die Fahrt fortzusetzen. Während dieser Vorgänge kam die WirtSftau auf den Gedanken, der Räuberbande heimlich zu folgen. Das gelang ihr auch, bis sie Polizeibeamte und Soldaten auf die Rätibergesellschaft aufmerksam machte. So ge- lang eS. zwei der Uebeltäter in der Schwarzkopffstraße zu ermitteln und festzunehmen. Die Beamten de» Raubdezernats brachten noch zwei der Räuber hinter Schloß und Riegel. Die Verhafteten sind die Arbeiter Gustav Wagner und Arnold Kozur aus der Reinicken- dorfer Str. 104 und Rodenbergstr. 36, ein Dreher Neinhold Kieß- ling au» der Pankstraße 7, und ein Kutscher Robert Roggemann, der sich ohne Wohnung in Berlin umhertrieb und wegen Raubes bereits vorbestraft ist. Karow. Gemeindevertretiing. Auf Antrag der S. P. D.-Frak- tiou soll bei der Kohlenstelle und PreiSauSichuß die Verteilung der Hausbrandlohle wie folgt beantragt werden: 1 heizbares Zimmer.... 8 Zentner, bisher 5 Zentner, 2,. einschl. Küche 15.. 10. 3, mm»IS* 4, mm ,20, ,20, Eine Mehrraumbelieferung soll nicht stattfinden. Der Antrag fand einstimmige Annahme. Die Satzung de» MieieinigungSamteS wurde dahingehend abgeändert. daß Mieipreisherabsetznng vom EinigungSamt auch dann auf Antrag de» Mieter« vorgenommen werden kann, wenn Mieter schon höheren Mietzinsvertrag unterichrieben bat.— Siedlungsland von ca. 85 Morgen soll erworben und Par,ellen von'/, Morgen billig abgegeben werden. Scharfe Kritik wurde van allen Rednern darin geübt, daß Baulustige erst die Baugenehmigung nachsuchen, nachdem mit dem Bau begonnen, zum Teil nicht einmal die er« forderlichen Abstände von den Grenzen innegehalten werden. Groff-Berliner Lebeusmittel. Pankow Bon heut« ab aus Abschnitt 73 der allgemelne« Leben»- Mittelkarle 250 Gramm Graupen. Buchftolz. Der Leiensmiltelverband Groß-Berlin hat die Nr. 54 der Lehenömilteltarte silr ungültig erklärt.— Aus Nr. 79 der Lebensmittelkarte 300 Gramm Graupen. Voranmeldungen bis Sonnabend. Wittenau. Vom Freitag ab aus Abschnitt 62 der Groß-verlinrr Lebensmittelkarte 125 Gramm Reis(50 Bs.). Abschnitt 63 125 Grainin Maisflocken(73 Vf.). Abschnitt 65 250 Gramm Haserflocken(45 Ps5. Ab- schnitt 67 250 Gramm Marmeiade(65 Ps.). Abschnitt V 15 und V 16 der Zugendlichen-Tinsuhrzusatzkart« je 250 zusammen 500 Gramm Auslands» Niehl(84 Ps.) Die Ware ist bis spätesten» Sonnabend, de» 6. September, abjnbolen.� Maricndorf-Slldende. Auf jeden Abschnitt V 16 der neuen Est»- subrzusahkarle vorn 28. August bis einschl. 80. 250 amerikanisches Weizen- mel l. Entnahme spätesten» bis 30. Abschnitt IT 13 verlieft heute seine Güliigleit. Vom 25. bis 31. August 10 P!d. Kartoffeln. Auf Ablchiiitt 35 der Zusahkarie ftlr Kriegsbeschädigte 300 Gramm Teigwaren(66 Ps.). Ber- kaus bis 31. Änoust in den beiden fflemeindeläden. Stegiii«. Vom 28. bis 30. 250 Gramm amerikanische« Weizenmehl (42 Ps.). Abschnitt V 15 der Einsuhrzusatzkart- 2 Päckchen Puddingpulver zu 60 Pf. odei«4 Ps. Abschnitt 3 K der Steglitzer grünen HauShaittkart«. 300 Gramm Einmachezucker ans Abschnitt 47 der Steglitzer roten Leben»- mittel larie unter gteichzeiiiger Vorlegung der Zuckerkaric. Verlaus in den Geschästen, wo der vetrefsende in der Zuckerkitndenliste eingetragen ist. Preis für 300 Gramm Zucker 34 Ps. Dahlem. Auf die Abschnitte 35« bi» 35x der Kartoffelkarte gelangen für den Nordieil auf dem Guishose am Donnerstag und ftreitatz von 2 bis 5 Uhr nachmittags 10 Pfund Kartoffeln zur Ausgabe. Für den Güdteil werden aus die beiden Abichnitte t und g der Kaitoffeikaftc noch 5 Pjund Kartoffeln in den bekannten VeikausKstellen nachgeliftert. Vorträge, vereine unü Versammlungen. ReichSbund der Kriegsbeschädigten. Bezirk 1. Zentriim Bezirks» veftammlung Montag 7ll, Uhr im Eiilabelhgarten, Eliiabeihttr. 30 Kam. Heine»:.Die Ansiedlung als Sicherheit jür die lommende Wütlchajt«- läge."_ Groß-Serliner partelnachrichten. Moriendorf. Morgen Sonnabend bei Hoch, Thauffcestr. 44. Vortrag der Genojji» Todenhageu. Metallbetriebe de» Südens nnd Südwestens. Morgen ff, 5 Uhr, Versammlung der jugendlichen Arbeiter und Lehritnge im Jugendheim BW 68 Lindcnsir. 3. HewerffchlDbewWNg Was soll üas heißen! vot einigen Tagen brachten wir au» dem Bereiche der Poft. Verwaltung Belege dafür, daß höhere Postbeamte, die mit ihren Gedanken scheinbar noch im alten verknöcherten Untertanenstaat leben, den ihnen untcrstelllen Beamten und Arbeitern v e r b i e- ten, sich ihrer Be r u f» o r g a n i sa t i o n anzuschlie. tz e n. Die verzopfte, rückständige Methode de» Gänge!« der unterstellten Beamten scheint aber nicht nur bei einzelnen höheren Beamten auf den Postämtern, sondern sehr stark auch in den Ge> hcimratSzimmern de» NeichZpoftministerium» selbst zu finden zu sein. Ein Muster dafür finden wir in Nr. SZ/44 der.Deutschen Postzeitung". Der Vorsteher eine» Postamt» in N. hatte dem zu- ständigen Beamtenaulschuh schlangweg verboten, eine Per- sammlung der Beamten der Anstalt einzuberufen. Auf Beschwerde hob da» Reichkpostministerium diese Verfügung auf. Soweit gut. Durchweg verfehlt ist aber die Antwort, die bei dieser Gelegenheit von einem der Herren Geheimräte nanren» de» ReichKpostministe» rium» gegeben wurde. In ihr heistt e»: Nach Lage der Verhältnisse kann ein allgemeine» Be- dürfnis zur Veranstaltung von Beamtenversammlungen durch die BcamtenauSschüsse zweck» gegenseitiger Aussprach« nicht anerkannt werden, weil in der Regel auch ohne solche Maßnahme die nötige Fühlungnahme zwischen der Beamtenschaft usw. und ihrer berufenen Vertretung möglich sein wird. Bei Aemtern mit zahlreichem Personal je- doch können Umstände eintreten, die eine Aussprache zwischen den zu versammelnden Beamten usw. und den Ausschuß- Mitgliedern notwendig erscheinen lassen sz. B. Berichterstattung über die Tätigkeit der Ausschüsse. Vorbereitung von Wahlen, Aufklärung der Beamten über die Gründe zu wichtigen Maßnahmen usw.). Für die Abhaltung solcher Versammlungen können auf Antrag der Ausschüsse auch Diensträum« bereitgestellt werden, in- soweit dadurch der Dienstbetrieb nicht behindert wird. E» ent- spricht den Absichten de» Reichspostministeriums, wenn Wünsche de» Personal» aus Zuweisung von Versammlungsräumen In wohlwollendem Sinne geprüft werden. Wir gestatten uni ganz untertänigst zu bemerken, daß ei die Behörde einen Dreck angeht, ob die von den Beamten gewählten Ausschüsse mit ihren Auftraggebern zusammenkommen wollen oder nicht, lieber daS Bedürfnis zu einer solchen Aussprache werden die Beamten sehr oft anderer Meinung sein als der ihnen vorgesetzt« höhere Beamte, über dessen Maßnahmen sie sich vielleicht aussprechen wollen. Da» Wohlwollen, da? das ReichZpostministcrium in seiner Antwort am Schluß durchblicken läßt, riecht stark nach der Art, wie manche Unternehmer mit Redensarten, die nichts kosten, ihre Ar- beiter abzuspeisen suchen. Man lasse doch solche Mätzchen, die nur geeignet sind, Mißtrauen in den Kreisen der Beamten über die Be- deutung und Befugnisse der BeamtenauZschüsse zu erwecken. Oder ist et nötig, daß im Betriebe der Poftverwaltung solch« Winkelzüge gemacht werden, weil den Herren die Vertretungen der Beamten unbequem sind? Tarifbewegung in der Möbelindustrie. stn einer Versammlung der Angestellten der Möbelindustrie referierte Silbermann über den Tarifvertragsentwurf. Di« Arbeitszeit soll 40 Stunden pro Woche nicht überschreiten. Ueber- stunden sollen nur in Ausnahmefällen geleistet und mit Vir» bei Monatsgehalt» und 30 Proz. Zuschlag bezahlt werden. An Gehalt tverden folgende Sätze pro Monat gefordert: Lehrlinge 80— ISO M., Angestellte im 18. Jahve 200 M., im 19. Jahce L2S M. und im SO. Jahre 250 M., für schematische Arbeiten 350 M.. selbständige Arbeiten 450 M. und verantwortliche Stellungen 850 M. Für Gruppe I und II für jedes Berufsjahr steigend in den ersten 5 Iah- ren um LO M., in weiteren 5 Jahren um 15 M.; Gruppe lll in den ersten 5 Jahren 25 M., für die weiteren 5 Jahre 20 M. Ferner wird da» Mitbestimmungsrecht im Tarifvertrag für Entlassungen und Neueinstellungen festgelegt. Der Tarif soll rückwirkend ab V Januar in Kraft treten und bis zum 81. Dezember gelten. Die Versammlung beschloß, auf die vorgeschlagenen Löhne LS Prozent aufzuschlage»«nd stimmte im allgemeinen dem Ver» trage zu. Ttrei? in der Hanfindnstrie. Die gesamte Arbeiterschaft der Hansfabrik in Löcknitz in Pommern befindet sich seit einigen Tagen in Streik wegen Nichtbewilligung von Ferien. Die Beamtenschaft des Betriebes, der fast die gesamte Hanfsaserproduktion Deutschland» in sich vereinigt, ; hat sich mit Ausnahme des Direktors mit den Arbeitern solida- risch erklärt. Di« Verhandlungen über die Ferien sooderung der Arbeiter, die seit Wochen geführt wurden, kamen nach einiger Zeit in» Stocken, weil der Herr Generaldirektor— sich im Bade befindet. Zu der Erkenntnis, daß auch den werteschaffenden Arbeitern Ferientag«— eS handelt sich um drei ganze Tage— gebühren, scheint der im LuxuSbadeort sich erholende Generaldirektor noch nicht gekdmmen zu sein. Mus aller Welt. Wirbelsturm über Mecheln. Am Dienstagabend wurde die Stadt Mecheln vaja einem heftigen Wirbelnurm heimgesucht, der bedeutenden Schaden anrichtete. SS gab mehrere Verletzte. Briefkasten üer Neüaktion. Jeder fltr den Brieffasten beMmmteii Anfrage fvge ma»«inen Buchstabe» und»ine Nummer bei. Briefliche Anikunft wird nicht erteilt. SiU«? An. fragen trage man in der Juristischen Enrechstunde. Lindenstr. Z, 1. chef Parterre link», vor. Schriftstücke und Verträge sind mitzubringen. W. H. 8. Sie müssen mit der Mutler de» Kinde?, dem Vormund und mit Ihrer Frau zu einem Notar gehen.— M. R. LO. Nach Ihrem Schwiegervater steht Ihnen ein Erbrecht nicht zu, jedoch nach Ihrer Schwiegermutter, da diese vor Ihrem Manne gestorben Ist, und zwar in Höhe der Hülste de» Nachlasse? der verstorbenen Schwiegermulter.— ES. 15. Klage beim Amtsgericht.— G. 100. 1. Linen geietzlichen An- spruch aus Urlaub baden St« nicht. S. Sie unterliegen der Ilniollverfiche- rung.— H. Z. Nach Ihrer Darstellung nicht.— R. St. 88. Armee- verordnungSblatt Seite 4K4. B«r-ntw. fiit den redattion. Seil: Alfred Scholz, NeukUlln! für Anzeigen: Zhesdat (flock«, Berlin Verlag: Borwärt». Berlag s. m. b. H., Berlin. Druck: Borwärt»» Buchdruckerei und verlagsanstalt Paul Singer u. Sc. in Berlin. Lindenstr. S. MM ZWiMr-MM Zahlstelle Verlin. de» 29. Singnil, nachm. 5 Ahr. »vsnlschon Hos-, Ci-cfim-r Str. 13: SÄ Generalversammlung Tag»»or dnnng: 1. Biorteljahrobericht. 2. Bericht vom Bsrdandotag«. L. Wahl des Ardritonachwets-Kuratorium». Zutritt nur für Mitglieder. Zahlreichen Besuch erwartet vi« Octsoectoaltong. NB. Die Aufführung de* Drama».Da» Gesetz" findet am e.Septaml). statt. Sintrittstart z Etnheit-gr. v. 2 M. im Bureau. Hautkrankheiten Ausschlag, Juckreiz, Haarausfall. Riickenetzem. Mauke, Krätze Flechte, Räude beseitiat auch in vorgeschrittenen Fällen durch abjrlürjte Kaiitalkac bei«ätzigem Honorar. Tierarzt JüUng, ÄSfÄS'«. -10 Uhr, 2— t Uhr, Sonntag» 11—1 Uhr. 1 o Freudenlag 1 Ist der Waschtag 1 , der f ml: dem patentierten, vollkommen »eihsttSlia arbeitenden„Lleblgs" Oompf.Waocti.Automaten, der jsuernd Arbeitszeit, Arbeits lohn, Seite und Feuerung erspart und in jedem Raum für das- und Küchenherd benutzbar Ist, ohne jede Bedienung. OröSte Schonung der Wäsche, selbst mit Seifenersatzmitteln.<0 Die Anscbaftung wird evtl. auch durch bequeme Zahlungsweite erleichtert. Preis ie nach OröSe und dem zurzeit in Frage Kommenden Teuerungszuschlag von 63. M an. Näh. d. Preisl, V. m. 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