Nr.44«.S«.I-hrs. Stnteqa�il.•/- 9PtZ. msnafl.»t fcd tns Ha»», norcu«»ahldar. Post» bejag: Monatlich ch— Ml.«xkl. Zu. fteSnngsgebühr. Unter ZbrouzKand für Deutschland und Oesterreich- Ungarn «LS Ml. fstr da» übrig» Ausland 10,25 Ml., bei tstglich etmnal. Zustellung 825 Ml. Postbestellungen nehme» an Dstnemarl, Holland, Luxemburg, Schweden».die Schwei». Eingetragen in die Post-Zettung»-Preisliste Der.Borwstrta' mit der Sonntag»- beilage.Soll n. Zeit" erscheint wochei»- tüglich zweimal. Sonntag» einmal. Morgen Ausgabe. Telegramm-Adreffi: «Sozioldeueotra» BerN»». **$ Verlrner VolKsblatt. ( 15 Pfennig} Anzeigenpreis t Dl« achtgespalten» NonpareMezei?» kostet 120 Ml,.«loine Ztaz-ig-u-. da» ssttgedruckte Wort 80 Psg. lzulasflg i setigedruckte Worte), sede« weitere Wort 40 Psg, Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen das erste Wort HO VIg. ledc» weitere Wort Z0 Pfg. Wort» über lb Buchstaben zählen für zwei Wort«. Teuerungszuschlag 50»/» Familien- Anzeigen, politische und gewerkschaftlich» Verein»- Anzeigen 420 Ml die Zeil«, Anzeigen sllr die nächste Nummer müssen bi« 9 UQc nachmittag» im Hauptgeschäft. Berlin SW 88. Ltndenstroße S, abgegeben werden. Seöffnel oon S Uhr srüh di» 6 Uhr abend». Zentralorgan der rozialdemokratifcben Partei Deutfcblands. Reüaktion und Expedition: SM. 68, Lindenstr.?. Fernsprecher: Amt Morivplatz, Nr.»StSO— Vorwärts-Verlag G.m.b.H., SW. öS, Lindenstr. Z. Fernsprecher: Amt Moristplast. Nr. 1l7 KZ— 54. Die Nutznießer öes Pessimismus. „Schwarzseher dulde ich nicht hat Wilhelm H. vor Jahren einmal gesagt. Wir Republikaner sind nicht so intole- rant, was jedoch kein Hinderungsgrund ist, wenigstens in Wort und Schrift aufs schärfste gegen all' diejenigen anzu- gehen, die unsere üble Finanzlage durch ihr törichtes oder gar böswilliges Gebaren noch übler gestalten. Daß unsere Valuta im Augenblick schlechter steht als je, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Was aber bedeutet das für unser Land? Je niedriger die Valuta, desto geringer das Vertrauen zu uns im Ausland, desto' geringer auch das Selbstvertrauen im Inland. Damit ist untrennbar verbunden die größte Gefahr, die uns jetzt wirtschaftlich drohen kann, nämlich: die Entmutigung und Lähmung unserer Industrie. Einer derartigen Entmutigung und Lähmung würde weitere Verflauung der Stimmung auf dem Fuße folgen, woraufhin die Valuta noch tiefer fallen und dieser Fall hinwiederum die Entmutigung steigern, mit einem Worte ein Kreislauf einsetzen müßte, der schließlich in den Abgrund führt. Soweit wir andererseits auf das Ausland angewiesen sind, bedeutet wachsendes Mißtrauen gegen uns und damit zusammenhängendes etwaiges weiteres Herabdrücken unserer Valuta nichts Geringeres als: fernere Verteuerung der uns zur Verfügung gestellten Lebensmittel und Rohstoffe! Angesichts dieser Sachlage grenzt das Verhalten gewisser bürgerlicher Blätter— und einige unabhängige machen's nicht besser— geradezu an Mord und Totschlag am eigenen Volk. Ganz gewiß ist unsere Wirtschaftslage nicht rosig, aber wie die Welt nun einmal ist, wird diese Lage dadurch, daß gewisse Personen sie tagtäglich schwarz in schwarz malen, nur immer gefährlicher. Ich will gar nicht vom feindlichen Ausland reden, bloß vom neutralen. Man höre doch nur die Reisenden, die aus der Schweiz, aus Holland, aus Skandinavien, der Ukraine, aus dein Baltikum zu uns kommen. Was sagen diese?„Ihr selber kennt gar kein Zutrauen mehr zu eurer Entivicklung, wie wir unaufhörlich in euren Zeitungen lesen! Da steht, daß ihr keine Kohle habt und keine Aussicht, sie heranzufördern, daß keine Hoffnung ist. wieder Schwung in eure Organisationstüchtigkeit zu bringen und dergleichen mehr!" Deutschnationale und sonstige mit der revolutionären Urnwälzung in Deutschland unzuffiedene Politiker, Schrift- steller, Journalisten denken von ihrem Standpunkt aus voll- kommen folgerichtig, falls sie etwa so spekulieren: Wenn Deutschlands Kredit noch tiefer sinkt, geht auch die Valuta weiter abwärts; alsdann hat die Republik noch weniger Aus- ficht, ihre Wirtschaft wieder emporzurichten und zur Gesundung zu bringen; dadurch steigert sich der Mißmut im Volke immer mehr, bereitet sich der Boden für die Möglichkeit einer wirt- schaftlichen, politischen(und steuerlichen I) R ü ck Umwälzung... Wer sich in diese Gedankenfolge vertieft, dem wird sofort klar, daß die derzeitige Regierung auf keinen Fall einer der- artigen Politik des wohlberechneten, gefahrvollen Pessimismus Vorschub leisten darf, und daß Erzberger einen schweren Fehler beging, als er es neulich doch tat, in- dem er vor der Nationalversammlung zu Weimar erklärte: wenn die neue Kreditvorlage auch nur 24 Stunden später als geplant vor das Haus komme, stehe die Gesahr des Reichs- bankrotts vor uns l Der reaktionäre Hugenberg läßt sich so etwas nicht zwei- mal sagen, und so hakte er denn am 20. August sofort in diese Schlinge ein. aus der der Reichsfinanzminister für dieses Mal noch sein altes Glück und die Unterstützung der Demo- kraten, zumal Dernburgs, heraushalf. Aber immer laufen die Dinge nicht so glatt ab. Herr Erzberger, weshalb ich mir Ihnen gegenüber folgende Fragen und Bemerkungen er- lauben möchte: Sind wir wirklich bankrott??? Dann heraus mit der Sprache! Sind wir es nicht, dann spiele man nicht unaufhörlich mit diesem überaus gefährlichen griechischen Feuer und klopfe denen energisch auf die Finger, die syste- matisch mit ihm spielen wie die Hugenberg. Klöckner und Konsorten. Anderenfalls dürfe sich nieniand wundern, wenn sich der Massen des Volkes immer größere Hoffnungslosigkeit bemächtigte! Zwei Namen habe ich genannt, und so mag es denn ge< stattet fem. daß ich mich mit deren Trägern etwas zärtlicher beschästige: Das Mitglied der Nationalversammlung Dr. Alfred Hugenberg, Geheimer Finanzrat, zeigt schon an diesem seinen Titel, daß er sich aus dem Staatsdienst— man kennt die.Karrieren— in die Gefilde jener Seligen geschwungen hat, die in der Lage sind, dem Vorsitzenden des Direktoriums der Friedrich Krupp N.-G. Essen neben einem sehr anstäadi- gen Gehalt noch anständigere Jahrcs-Tantieine zu zahlen. Und wie es so bedauernswerten Rittern des Glücks nun'mal Ebert zur Kohlenfrage. Reichspräsident E b e r t und Reichswehrminister N o s k e sind Donnerstag vormittag nach 9 Uhr, von München kommend, in Stuttgart eingetroffen. In einer Sitzung des Staatsministeriums wurden insbesondere die Kohlen- not, ihre immer schärfer werdenden Folgen und die not- wendstxen Einzelheiten einer besseren Versorgung derJndustrie eingehend besprochen. Im Anschluß hieran sandte Reichspräsident E b e r t aus der Sitzung sofort fol- gendes Telegramm an den Reichswirtschafts- minister Robert Schmidt nach Berlin: „Mit der Württeinbergischen Regierung hatte ich eine Au?» spräche, bei der es sich ergab, daß infolge de? trockenen Som- mers die Wafserlräfte stark nachgelassen haben. Die Kohlen- Versorgung des Landes ist so schlecht, daß große Werke be- reits still liegen und die Stillegung einer Anzahl lebenswichtiger Betriebe in der nächsten Zeit nicht abzuwenden ist. Ich bitte dringend, nach Prüfung der besonderen Notlage Württembergs dieser nach Möglichkeit bald abzuhelfen." Des weiteren wurde die Frage der Kriegsgefan- g e neu beraten, wobei der Reichspräsident mitteilte, es werde unablässig gearbeitet, um die Gefangenen so rasch wie möglich z urückzubringen. Die englische Regierung habe nach einer Mitteilung von zuständiger Stelle die Msicht geäußert, die in ihrem Bereich befindlichen Gefangenen zu- rückzuschicken, jedoch scheinen darüber noch Verffandlun- gen mit der französischen Regierung notwendig ge- worden zu sein, und ein Beschluß ist seitens des Fünfer- rats in Paris noch nicht gefaßt worden. Es. gibt niemanden in Deutschland, der nicht mit heißem Herzen den Sieg der Menschlichkeit wünscht. geht—: ein Amt bringt das andere, so daß die Herren sich schließlich vor Posten gar nicht inehr retten können. Es sind das Dinge, an denen auch die Revolution von 1918 bei uns bisher so gut wie garnichts geändert hat..... Uebrigens gehört Meister Hugenberg nicht zu denen, die sich gerade mit vielen Aussichtsratsposten haben bepacken lassen. Nur in zwei Aufsichtsräten hat er sich betättgt: bei der„Westfälischen Drahtindustrie" und in der„Schantung- Eisenbahn-Gcscllschaft". von denen jene mit großem Grund- besitz und sonstigem Kapital in Riga festgelegt ist, während für die Schantung-Gründung alles davon abhängt, wieviel Schatten oder Sonnenschein Japan und dessen Bundes- genossen von der Entente auf das internationale Kapital werden fallen lassen. Ein anderer Jndustriefürst, der Kommerzienrat Pete/ Klöckner von Duisburg, hat letzter Tage gleichfalls seine Meinung über unsere Wirtschaftslage ans Licht gefördert. Dieser fünfzehnfache Aufsichtsrat meint: Deutsch- land stehe vor dem StaatSbankrott und es sei selb st dann verloren, wenn die Entente ihre Kohlen- forderungen um 30 Proz. ermäßigte! Nur zwei Möglichkeiten hätten wir: unsere Hochöfen ausblasen oder die Eisenbahnen, Gas- und Elektrizitätswerke stillegen. Derselbe Mann, der solchen Pessimismus predigt, sitzt. wie gesagt, in 1'/« Dutzend Aufsichtsräten und ist in einem halben Dutzend von ihnen Vorsitzender. lind mit und neben ihm sitzen die anderen.Kapitäne": die Kirdorf und Thyffen, die Hoesch und Friedländer-Fuld. die Aufsichtsrats-Admirale und Vize-Admirale. die Außenseiter aus anderen Millionen- Jndustrieen wie Pschorr und die Männer von der Sippschaft wie Florian Klöckner ilnd so weiter. Das richtige Bild aber gewinnt inan erst, wenn man sich ansieht, was solch ein Aufsichtsrat wie Peter Klöckner alles„beaufsichtigt". Nämlich die Disconto-Gcsell- schaft und den Schaaffhau senschen Bankverein; vier Stahl- und Eisenwerke: ein Walz- und ein Hochofenwerk; eins der größten deutschen Elektrizitätswerke; eine Motorenfabrik; die Vereinigten Köln-Rottweiler Pulverfabriken, die in enger Berührung stehen mit der Deutschen Waffen- und Munition?- Fabrik; die„Düffeldorfer Eisen- und Draht-Jndustrie"; zwei Maschinenfabriken, darunter die von Grevenbroich, welche in erster Linie für Amerika, England, Rumänien, Rußland gearbeitet hat, und schlieülich den„ L o t h- r i n g e r Hütten-Verein Aumetz-Friede", der mit seinem Hauptsitz in Brüssel beheimatet ist. Wenn ich nun so höre oder lese, was Männer wie Hu- genberg und Peter Klöckner in der Nationalversammlung oder sonstwo reden oder hier und dort schreiben, und wenn ich andrerseits die verschlungenen Kapitel ihrer kapitalistischen Interessen in den Börsen-Jahrbüchern und Akticn-Handbüchern durchblättere, so sage ich inir:es geht nicht mit rechten Dingen zu, daß gerade diese schwarz in schwarz malen, daß gerade diese sich nicht genug tun können in pessi- mistischster Schilderung irnserer Lage. Denn in ihrem und ihrer Auftraggeber und Hintermänner Interesse läge es eigentlich, daß sie die letzten Fünkchen von Hoffnung an- bliesen, die noch irgendwo für uns in der Asche des der- lörenen Krieges zurückgeblieben sind. Und ich stolpere immer wieder über diese Unstimmigkeit, und immer wieder komme ich zu dem Ergebnis:„Dahinter stecken politische Beweggründe, steckt Interessen- plan, kapitalistisches Schielen nach der rettenden Pleite, die den kleinen Mann und. die Mittelexistenzen ins Verderben stößt, dem Großkapital indessen allerlei Rettungsleitern läßt, und sollten ihre Wege so oder so über Japan und Rußland, Lothringen und Belgien, Amerika und England oder über den Balkan führen. Es erhebt sich nun die Frage, ob unsere Regierung jene kapitalistischen Mießmacher weiter ge- währen lassen darf, ohne ihrerseits Gcgenzüge zur Hebung des Vertrauens auf bessere ZukunstSmöglichkeiten zu machen. Das Reichsbank-Direktörium sieht und hört sich mit verschränkten Armen an, was draußen vorgeht. und tut in diesen so schweren und überaus gefahrvollen Tagen nichts, was geeignet wäre, frischen Mut in die Reihen unserer kleinen Leute und unserer Mittelexistcnzen zu tragen. Am schwersten ist das Vertrauen zu den Kriegs- a n l e i h e n erschüttert. Kein Wunder I Hat doch das Reichs- bailk-Direktorium den UebernahmekurS der Kriegsanleihen schließlich um 20 Proz. heruntergesetzt. Heute muß der Industrielle, derjenige klein- und mittelkapitalistische Unter- nchmer, der sich aufraffen und Geld flüssig machen will, um den Betrieb wieder auszunehmen oder zu vergrößern, damit an- fangen, je nach Größe der Summe, die aufzubringen ist, eine höhere oder niedrigere Schädigung durch den Kurs in Kauf zu nehmen. Und dazu ist begreiflicherweise wenig Lust vorhanden. Während die„Großen" sich— wie bisher— das Ding immer noch eine Weile und abermals eine Zeitlang in Ruhe mitansehen können, stehen die kleinen und die Mittel- b e s i tz e r vielfach vor der Frage, welcher Verlust für sie eher zu ertragen ist: durch weiteren Stillstand oder Halbgang des Betriebes ins Hintertreffen oder unter die Räder zu kommen, oder aber durch Verkauf etwa ihrer Kriegsanleihe zu 80 und darunter mit einem entsprechenden Verlustkonto anzufangen. Dabei ist noch zu bedenken, durch welche ver- heißungsvolle staatliche und sonstige offizielle und offiziöse Propaganda verlockt sie dereinst an den Kauf der ersten, zweiten, dritten bis zur„Siegesanleihe" herangegangen sind! Das Gleiche gilt, zum Teil sogar in verschärftem Maße, für die Spar- und für die sonstigen Kassen aller Art, für Hypotheken- und Provinzialbanken dieser und jener Gattung, für die Landesversicherung, die Krankenkassen, Gewerkschaften jeder Richtung usw. Die Börse hat sich während des Kriege? und erst recht seit dem Ausbruch der Revolutton manches geleistet, waS zur Kritik, zum Tadel herausfordert. In einer Beziehung kann man ihr eine gewisse Anerkennung nicht versagen; sie hat, natürlich nicht aus Menschenfreundlichkeit oder au? sonstigen altruistischen Gründen, sondern im eigenen wohlverstandenen Interesse, aber sie hat doch immerhin und jedenfalls allerlei Anläufe gemacht, in trüben Tagen wenigstens das Gesicht zu wahren, nicht eine gar zu pessimistische Stimmung ruinös aufkommen zu lassen. Ohne Unterstützung durch die Reichs- dank, durch die Regierung kam dabei jedoch nicht viel heraus Nun geht es aber gerade um»der richtiger gegen die Politik der jetzigen Regierung, in erster Linie gegen Erzberger und dessen Steuerpolitik, wenn die Hugenberg, die Peter Klöckner und deren Bundesgenossen sich nicht genug tun können, die Lage der deutschen Republik als trostlos, den Zusammenbruch als zweifellos hinzustellen. Es ist ivirklich an der Zeit, daß die RcichSregierung diesen Dingen näher tritt als bisher, ihnen fester ins Auge sieht als zuletzt. Es ist auch an der Zeit, daß der „Pressedienst"— über den sehr viel zu sagen und zu klagen wäre— endlich einmal darauf eingestellt wird. Kleines und Kleinliches beiseite zu lassen und sich an das heranzumachen, wovon auf wirtschaftlichem Gebiete Gedeih und Verderb des ganzen Staates abhänget. Seit langem fehlt uns Zug und Schwung gerade in dieser Richtung. Vor allem gilt es, Entschlußkraft daranzusetzen, damit wir nicht im Sumpfe jener Schwarz- seherei ersticken, die Wilhelm II. allein dadurch beseitigen zu können dachte, daß er erklärte, sie«nicht dulden" zu wollen. Gegen die kühl berechnenden Politiker und die schlau berechnete Politik des Pessimismus hilft nur eine Medizin: eine kluge, weit vorausschauende, auf das Wesen der Masse des Volkes eingestellte Politik des Optimismus! G e ckrg David söhn. hcllsrtruppen für Gbersthleflen. Die„Ziowa Reforma" meldet aus politischen Kreisen, daß die Besetzung Dbcrschlcsiens durch Haller- t r u p p e n solange erfolgen werde, bis die Entente- t r u p p e n in Obcrschlesien eingetroffen sind. Die Haller- trnppcn sollen dann von, Oberst Goodyear befehligt werden. Die zurzeit an der oberschlesischcn Grenze beobachtete große Umgruppierung von Hallertruppen hängt damit zusammen. --» Mow genommen. Helsingfors, 23. Zlilgust. Die Bolschewisten haben am 26. August Bskow eingenommen. Die Offensive hat sich mit gros?« Heftigkeit und Schnelligkeit entwickelt. Der Bormarsch des Generals Balalowitsch ist zum Stehen gebracht worden. Der Timcs-Korrcspondcnt meldet: Im Hinblick auf die augenblickliche Lage an der Front und die Offensive der Bolschewistcn müsse man auf alles gefaßt sein. Wahlerfolg Aer bulgarischen Sozialiften. Mehr als ein Drittel der Sobranje sozialistisch. Tie bulgarischen Sozialdemokraten haben bei der Wahl zur Sobranie einen außerordentlichen �Erfolg davongetragen. Von 222 Sitzen haben sie 8 6 errungen. Die Sitze verteilen sich auf die beiden Richtungen der Sozial- demokratie folgendermaßen: 39 haben die gemäßigten Sozialisten errungen, die früher 11 Sitze besessen hatten, die Kommunisten dagegen konnten sogar 47 Sitze gegen früher 16 erringen. Insgesamt also hat der sozialistische Flügel der Sobranje sich um mehr als d a s D r e i f a ch e des früheren Bestandes verstärkt. Der Sieg ist um so be- deutender, als die bulgarischen Sozialdemokrcüen verfolgt und eingekerkert wurden, als man ihnen die Versammlungen untersagte und über zahlreiche Städte den Belagerungs- zustand verhängte, um ihr Anwachsen zu verhindern. Die neue bulgarische Sobranje hat eine ausgesprochen republtkanischeMehrheit. » Der Erfolg d'er Sozialisten und Kommunisten wurde ganz auf Kosten der bisherigen Militärpartei errungen. Noch in''der alten Sobranje verfügte sie ungefähr über die Hälfte der Stimmen, während sie jetzt nur einen einzigen Kandidaten durch- brachte. Das Ergebnis der Wahlen ist um so überraschender, als belanntlich nunmehr ganz Bulgarien durch ftanzösische Truppen besetzt ist._ Der Zrieöen trennt uns nicht. Tentschösterreich«ud Teutschland. Zu den französischen Meldungen über die Fonnu- lieruug des An sch lu tz v erb o t es schreibt die.Ar- bei terzeitung Clemenceau mag nicht eine, nein tausend Klauseln ersinnen, den ungeheuerlichsten Friedens- vertrag aller Zeiten um eine neue Ungeheuerlichkeit be- reichern und den'armen hungernden Deuischösterreichern ein erzwungenes Ja abnötigen— an den EinhritSbestrebungen und ihrer Betätigung wird dies nicht ein Jota ändern. Ja, noch mehr: Wie immer die Friedensbesiimmungen lauten, sie werden nicht einmal verhindern können, daß das Recht der Deutschen auf Selbstbestimmung, eben weil es nickt eine Amftatzung engnationalcr Eigensucht ist, sondern aus dem höcksten Begriff der Demokratie und der demokratischen Volkssouveränität sich ergibt, bald zur allgemeinen Forderung aller demolratisch denkenden und fühlenden Menschen wird._ Die Wiener Kohlennot. Wien, 28. August. In der gestrigen Stadtratssitznng wurde nach dem Referat des Bürgermeisters über die Kohlenkrise die Ent- sendung von A bo rdn u n g c n nach Prag und Berlin be- schloffen, um dort den furchtbare« Ernst darzustellen. Das neue ungarische Kabinett. Ungarn wechselt seine Ministerien fortgesetzt. Jetzt hat Stefan Friedrich ein Kabinelt in folgender Zusammensetzung gebildet: Ministerpräsident und Innenministerium: Stefan Fried- r i ch, Nutzenministerium der frühere Legationsrat Graf Emmerich C z akh, Ackerbauministerium: Julius Rubin ek, Handelsminister: Franz Heinrich, Finanzniinister: Johann Gruen, Kriegsminister: General Schnetz er, Volksernährung: Karl Ereky, Kultus und Unterricht: Karl Huszar, Justiz: Georg Ba log by, Minister für nationale Minderheiten: Jakob Bleyer, BolkSgesundheitsweien: Andreas Csillery, Piopa« ganda: Stefan H a l l e r, Minister für die kleinen Landwirte: Stefan Szabo, und Minister der Industriearbeiter: Daniel Olah. Der Ministerpräsident hat bereits nach Paris telegraphiert, datz dos Kabmett von allen Schichten der Bevölkerung gestützt werde, und um Anerkennung bitte. Das Kabinett ist völlig sozialistenrein. Die internierten Volksbeauftragten. Wien, 28. August. Bela Kun sowie die beiden anderen mit ihm bisher in Heidlmühle internierten Vollsbeaustragten der früheren ungarischen Räteregierung wurden nach Karl- stein im Waldviertel gebracht, wo bereits eine Anzahl ehemaliger Vollsbeaustragten und deren Familien interniert sind. Als Grund wird angegeben, datz es überflüssige Härte wäre, die internierten Politiker von ihren Familien zu trennen. Andererseits soll diese Konzentration von etwa vierzig Personen eine bessere, leichtere und einheitliche Ueberwachung aller Internierten ermög- lichen. Siegesfeft üer Selgier. Zwei Personen über den Haufen geschossen. Uns wird zuverlässig gemeldet: Beim Siegesfest der Belgier in Krefeld verlangten belgische Soldaten in einem Gasthaus die Marseillaise gespielt. Da der Kapellmeister sich weigerte, sie zu spielen. Mang man ihn mit vorgehaltenem Revolver dazu. Als darauf sämtliche deutschen Gäste das Lokal verlictzen, warfen die Belgier mit Gläsern nach ihnen. Dies verbat sich der Koch an dem Büfett. Deshalb schotz ein belgischer Soldat nach ihm, fehlte ihn, traf aber das Büfettfräulein tödlich. Fast gleichzeitig wurde ein junger Deutscher erschossen, als er seine Schwester holen wollte, die mit einem belgischen Soldaten auf der Stratze sprach. Es ent- stand ein kurzer Wortwechsel, dann zog der Belgier seine Waffe und schotz den jungen Mann über den Haufen. Solche Fälle sind keine Seltenheiten. Nur dringen sie wegen der scharfen Zensur nicht in die Presse. Strafverfolgung tritt natürlich ebensowenig ein wie bei den Morden, die im Saargebiet die schwarzen Franzosen aus Lust au deutschen Frauen und Mäd- chen verüben._ Die fthleswigsche Frage. Wie den P. P. N. aus Kopenhagen gemeldet wird, haben 23 Mitglieder des Vollzugsausschusses der Vereinigung dänischer Wähler in Schleswig der dänischen Regierung eine Adresse überreicht, in der sie diese auffordern, das Verlangen nach Räumung der dritten Zone Schleswigs durch die Deutschen bei der Entente zu unterstützen, um die Freiheit der Abstimmung in der zweiten Zone, deren Bevölkerung kräftigen Beistandes bedürfe, sicherzustellen. Die Forderung der Dänen wirb' in einem auffallend scharfmacherische« Ton vom„Temps" unterstützt, der unter Entstellung der Borgäng« in Oberschlesirn offen dazu auffordcrt, man müsse Deutschland aufs neue Pulver- und Blutgeruch zu spüren geben. » Diese Kundgebung des Pariser EhauviuistenhlatteS beweist nur zur Schande seiner Gesinnungsgenossen an der Seine, datz e» auch jetzt noch Schurken gibt, die mit dem Feuer spielen. Wir glauben nicht, daß sie mit ihrem Geschrei viel Widerhall finden werden. Die öeutftben Kriegsgefangenen. Bern, 23. August. Im„Journal de Geneve" befürwortet Nationalrat Michelet entschieden die Heimschaffung der deutschen Kriegsgefangenen aus den Ententestaaten. Formell hätten zwar die Ententercgierungen recht, wenn sie die Kriegsgefangenen bis zur Ratifizierung des Friedensvertrags durch die vorgesehenen drei Großmächte zurückhielten. Da man aber nicht wisse, wann diese Ratifikation erfolge, sollt« man zum mindesten die in den Ver- trägen bereits vorgesehenen Ausschüsse zur Einleitung der nötigen Schritte für die Heimbringung der Kriegsgefangenen bilden. Die Note an Rumänien. In der der rumänischen Regierung überreichten Note der Friedenskonferenz wird auseinandergesetzt, datz Rumänien durch sein Vorgehen gegen die unter den Ententestaaten bestehende Solidarität verstoßen und eine Reihe von getroffenen Be- stimmungen einfach übergangen hat. Die Alliierten verlangen insbesondere, datz die von Rumänien sei: dem 9. November 1913 in Ungarn beschlagnahmten Werte zur Verfügung der Entente-Entschädigungskommission gestellt werden und weitere Requisitionen unterbleiben. Die rumänische Regie- rung wird ersucht, das am 27. Juni geschlossene Abkommen einzu- halten und den Weisungen der Entente-Kommission in Budapest unbedingt Folge zu leisten. Die Schantungfrage. Schwierigkeiten für die Ratifikation durch Amerika. DaS Pretzbureau Radio meldet aus Washington, datz sich der vom Senatsaus schütz für auswärtige Angelegenheiten ange- nommene Verbesserungsantrag bezüglich des Friedens- vertrag« mit Deutschland im ganzen auf 56 Abänderungen er- streckt, denen zufolge die Beteiligung Amerikas bei der Regelung internativnaler Europa betreffender Frage« abgelehnt wird. S-.» nator Mc. C u m b e r erklärte, die Annahme dieses Antrags durch den Senat würde zweifellos eine Beleidigung Japan? be- deuten und eine Lage schaffen, die zum Krieg Mischen den Ver- einigten Staaten und Japan führen mützte. Der Führer der Demokraten im Senat, Senator Hitchcock, hat mit Wilson stundenlang über die Stellung des Senats gegen- über dem Friedensvertrag mit Deutschland verhandelt. Hitchcock hat dem Präsidenten versichert, datz die Aussichten für die Gencbmi- gung des Friedensvertrags vollkommen befriedigend' seien. Min- d-stcnS 12 Republikaner würden gegen die Abänderung bezüglich Schantungs stimmen, was zusammen mit den Regierungsdemo- traten die Ablehnung des Abänderungsantrags verbürge. Eine Beurlaubung. Wie uns unser Stralsunder Mtarbeiter mitteilt, ist der Landrat v. Stumpfeld des Kreises Franzburg durch den Minister des Innern am 28. August bis auf weiteres beurlaubt worden. Von diesem Urlaub wird be- sagtcr Herr nicht wieder zurückkehren. Wir können auch mitteilen, daß in den nächsten Tagen weitere„Beurlaubun- gen" erfolgen werden._ Eine �Serkchttgung�. Herr Gerhard Reiß aus Charlottenburg sendet uns unter Berufung auf den§ 11 des Pressegesetzes eine Erklärung, die zwar in keiner Weise den pretzgefetzlichen Anforderungen entspricht, au? der wir aber entnehmen, daß er nicht Borstand des kommunalen AobeiterrateS ist. Aus einer Flut von Beschimpfungen entnehmen wir des weiteren, datz Herr Reih keine Kriegsanleihe ge- zeichnet hat, ferner freue» wir uns der Bestätigung, datz sich in der Kasse ein Manko befand, dos Herr Reiß allerdings zu decken be- reit ist. Auf die weitere Flut von Beschimpfungen einzugehen, haben wir keine Ursache. votha gestorben. Ein Amsterdamer Pretzbureau meldet aus Pretoria, datz der südafrikanische Pvemierminister Louis Botha gestorben ist. vom Lachen. DaS Lachen hebt uns au« ollem Trott trauriger Begebnisse heran«. ES erlöst. Ist vorn ,m Trommelfeuer nicht tot zu kriegen gewesen und nicht in diesen Tagen der Leiden. Immer und immer wieder, bei Erinnerungen an die Jahre in Dreck und Schlamm, b-i der Debatte über die FriedenSbedingungen. bei den wichtigsten NationalveriammlungSreden: Große Heiterkeit beißt'L an irgendeiner Stelle, allem und allem, Tod und Qual und Tränen zum Trotz. Es gibt verschiedenerlei Heiterkeiten. Eine zunächst, die in ge- druckten und erzählten Scherzen aufgespeichert liegt. Der Philosoph sSchopenhauer diesmal) definiert das Lachen als Wirkung aus einer plötzlichen Wahrnehmung der Nichtüberein- stimmung zwischen einem Begriff und den Objekten. Sag ich also:.Du bist ja ein schöner Mensch,' so entsteht daS Schmunzeln aus der Wabrnshinung der Nichtübereinstimmung, die zwischen dem Begriff„schöner Mensch", unler dem doch wohl etgent- lich ein edler, wohlgefälliger Mensch zu verstehen ist. und dem wohl nichts weniger als edlen und wohlgefälligen Handeln des gerade angesprochenen Menschen, des Objektes in diesem Falle. Freilich ist die Inkongruenz in diesem Falle außerordentlich plump und klaffend, so daß man diese Redewendung kaum mehr als Scherz empfindet.� Aber auch bei allen möglichen eigentlichen Witzen stimmt die Definition Schopenhauers. Schlagen wir Moskowskis„Unsterbliche Kiste' auf: Schaffner: Hier dütten Sie nicht bleibe», mein Herr, das Coupö ist für Nichtraucher l Reisender: Ich bin Nichtraucher! Schaffner: Sie rauchen aber doch! Reisender:„Nur ganz ausnahmsweise." Anwendung der Formel: Wenn einer ganz ausnahmsweise einmal etwas an sich Verbotenes tut, dann übersehen wir daS gern. Es liegt im Begriff des AilsnahmSweise-etwas-nicht-GestatteteS-tun. darin einen Emschuldigungsgrund für das Uebertreten deS Verbotes zu sehen Aber bei dem vorgetragenen Objekt kommt e« natürlich in keiner Weise darauf an, ob er ausnahmsweise raucht, sondern nur, ob er in diesem Falle raucht. Die Kette der Witze aller Welt ließe sich aufreihen: die Wort- Witze, die Parodien, die Saiiren, der Humor: überall könnte in irgendwelcher Weise die Schopenhauersche Formel angewendet tterÖaber nicht nur von den Kriterien deS Witzes, sondern von der verichiedenailigen Stärke, mit der aus uns ein Witz wirkt, iei ge- sprochen. Die verichiedeiiartige Wirkung der Wiye beruht nicht allein auf dem Verhältnis des Objektes zu dem Begriff, sondern durchaus auch aus dem Verhältnis, in dem wir zu dem witzigen Geschehen stehen. Einmal nämlich können wir nur Zuhörer eines WitzeS sein, dann aber auch Erleber. Bestandteile des Witzen Dann braucht er Tgs nicht'to vorzüglich zu sein. Dann wirkt er sckon durch ieine i zu uns, oder unS bekannte Personen. Behauptet einer von unS, wenn wir em GlaS Wasser umschütten, wir bedienten uns bolschewistischer Methoden, so ist wahrlich nicht allzuviel Witziges daran, aber wir lächeln doch. Und dann gibt es noch eine dritte Art von Witzen: die eigent- lichen Geschehniswitze, der wirklich erfolgende, anschaubare Wider- spruch zwischen Erdachtem und Tatiächlichem. Wir haben in Deutsch« land allerhand gute Witzblätter und Witzecken, die guten Humor und feingeschliffene Satire geben. Aber der wenn auch noch so wenig druckfähige, aber der Sekunde entspringende Totsachenwitz hat doch einen Riesenvorsprung vor dem nur erdachten oder in Ge- danken sich vollziehenden Witz. Ein Humorist steht droben auf dem Brettl, versucht Lachen durch alte- und neue Kuplets zu erzeugen. Hat auch teilweise Er- «folg. Plötzlich aber— beim Bücken vielleicht— reißt ihm ein Hosenträger, was zur Witlung hat. daß seine Hosenbeine Zieh- harmonikaform annehmen. DaS Publikum wird über dieses Hosenrutschen, das an sich ein« außerordentlich plumpe Inkongruenz zwischen der normalen, begrilffichen Kleidung des Menschen und der tatsächlichen in diesem Falle ist. sich entschieden mehr erfreuen, aiS an den besten Pointen des Komikers. Und wenn der Vorhang im Theater mal nicht runter geht, immer und immer wieder in halber Höhe sich bauscht— und wenn eine Frau auf offener Straße in unflätiger Weise eine andere laut schmäht— oder ein Clown über einen Teppichzipfel stolpert. so sind das alles Belanglosigkeiten, die, � erzählt, kaum_ ei» leise« Mienenzucken erzeugen, die aber den Durchschnittsmenschen in höherem Grade erheitern, als bestpointierte, erzählte Witze. So ist es mit den Witzen kaum anders als mit den anderen Geschehnissen. Keine Feder der Welt kann die Wirkung eines Trommelfeuers schildern und keiner kann einen Witz so erzählen, daß er nicht nur wie matter Abklatsch de« Erlebten wirlt. _ H a nS Bauer. Kohlenersparnis. Der frühere Direktor der Berliner Sternwarte, Professor Dr. Wilhelm Förster, der als hochbetogter Mann bei Potsdam lebend in bewunderungswerter Frische den Ereignissen unserer Zeit zuschaut, lenkt die öffentliche Auftnerksamkeit auf die unwirtschajt- liche Art, mit der im allgenteinen die jetzt so seltene Kohle verfeuert wird. Schon vor mehr als 39 Jahren bekämpfte er die großen Uebel- stände, die mit der UnVollkommenheit der Kohlenfeuerung in den Fabriken und Häusern verbunden sind und für die er als Astronom ganz besonders empfindlich sein mutzte, weil die Verqualmung der Atmosphäre die Sternbeobachtung immer mehr erschwerte. Er führt« in Verbindung mit dem großen Hygieniter Robert Koch den Nach- weis, daß die Kohlenverfeuerung erheblich verbessert werden könne; die Atmosphäre würde dadurch vor einer übermäßigen Berunreini- gung durch Ruß und schweflige Säure bewahrt, die Verwertung der Kohle dadurch erheblich verbessert. Seit jenen Tägen seines ersten Kampfes sind in der Tat vieler- lei Verbesserungen der Kohlenfeuerung durchgeführt worden. Aber wenn man überlegt, daß heute noch in den Eisenbahnlokomotiven der Heizwert der Kohl« nur zu etwa 6 Prozent ausgenützt wird, datz eine Hausheizung schon als gut gilt, wenn sie etwa 29 Prozent des Heizwertes der Kohlen ihrem eigentlichen Zwecke dienstbar macht, wird man gestehen müssen, datz auf diesem Gebiete noch mancherlei nachzuholen und zu verbessern ist. In dieser Zeit schlimmster Kohlennot, wo wir mit einem vollkommenen Niederbruch der Kohlen- wirffchaft rechnen müssen, gewinnt die Frage der Kohlenersparung besonders große Bedeutung. Und wenn Deutschland überdies in der Zukunft die schweren Bedingungen des Friedensvertrages erfülle» will, muß eS ebenfalls in ganz anderer Weffe als bisher auf Kohleu- ersparung sinnen. Wir werden vielleicht dazu übergehen müssen, die Verbrennung von Rohkohlen überhaupt durch Gesetz zu verbieten. Das bedeutet, datz die Kohle möglichst am Orte ihrer Förderung zunächst in ihre Bestandteile zerlegt werden mutz. Wir gewinnen dann Koks, Gas, Ammoniak. Oele und Teer und vielleicht noch andere Nebenprodukte. Die Heizung hätte entweder durch Koks oder durch Gas oder durch elektrische Energie zu erfolgen, waS nicht nur Kohlenersparnis, son- dern auch erheblich« hygienische Vorteile mit sich bringen würde. Bis es dazu kommt, wird freilich noch geraume Zeit vergehen, weil die Durchführung eine» solchen großzügigen Plans gewaltige Vor- arbeiten nötig macht. In der Zwischenzeit dürfen wir nicht mützig sein, sondern müssen mit äußerster Energie auf eine Verbesserung unserer HeizungSeinrichtungen und Heizungsmethaden dringen. Man hat erst allmählich in unserer Volkswirtschaft einsehen gelernt, datz der Beruf deS Heizers ein ungemein wichtiger und im HauShalt deS Volks unter Umständen entscheidender ist. Wenn sich alle beteiligten Kreise zusammentun, dann mutz es möglich sein, anerkannt gute HeizungSeinrichtungen und Heizungsmethoden mit Aufwenidung ver- hältniSmätzig geringer Mittel weiter zu verbreiten und so zu einer beträchtlichen Ersparung an Heizmaterial zu kommen. Notizen. — Das erste Konzert der Freien Volksbühnen findet am Soiliitag, den 7. September, mittags"zi2USr im Tbeater am Bülowplatz statt. Generalmusikdirektor Schilling wird mit dem Pbilbaimonischen Orchester Webers Ouvertüre zum„Freischütz', Hugo Wolffs.Penthesilea" und Hektar Berlioz„Phantastische Shm- phonie" aufführen. — RebolutionSdriicke imMannheiinerSchloss« Die Revolution bat in dem schönsten Rokokoiaole D-nikchlandS, der Bibliothek deS Mannbeimer Schlosse«, eine Sammlung entstehen lassen, die das Interesse deS politischen und literarischen Deutsch, land» mit Reckt beanspruchen kann. Wie die Ereignisse unserer Tage zum Teil auf die Ideen und Forderungen der ersten deutschen Revolution zurückreichen, da» wird unwiderleglich klar, wenn man die Bücker, Flugschriften und Auftiise betrachtet, die als Erstdrucke von Prof. Oeftr hier zusammengebracht sind. Mannheim war der Niuptbrennpunkt der deutschen Bewegung der Jahre 48 und 49, grundlegende Schriften von D. F, Strauß und von Jobann Jakobi gegen Friedrich Wilhelm IV. find in Mannheim zuerst erschienen Sitzung öes parteiaussckusies. Der ParteiauSschutz ist am Donnerstag zu zweitägigen Beratungen zusammengetreten, um nach dem Abschluß der Arbeiten der Nationalversammlung und insbesondere' nach ber Vevbschiedung der R e i ch S V e r f a s s u n g zu der gegenwärtigen politischen Lage Stellung- zu nehmen und Richtlinien für Me Arbeit der Parteigenossen im Lande aufzustellen. Genosse David erstattete hierüber ein eingehende- Referat. Er wies nachdrücklichst darauf hin, daß wichtige Forderungen deS zweiten Teiles des E r- furter Programms nunmehr verwirklicht worden sind und daß die Politik der Unabhänigen und der Kommunisten mit dem Grundgedanken des Erfurter Programms im schärfsten Wider- s p r u ch steht. Wenn auf manchen Gebieten noch nicht mehr erreicht worden ist, so liegt auch hier die Schuld wieder bei den Unabhängigen und den Kommunisten, deren Wühlen von links ganz auto- matisch eine Erhöhung der reaktionären Gefahr mit sich bringen muß. Eine Gesundung der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland ist nur möglich, wenn der richtige Mitteliveg, den die sozialdemokratische Partei stets eingehalten hat und weiter einhalten wird, nicht verlassen wird. Die Hauptsache ist und bleibt die Wiederbelebung der Gütercrzeugung. Sozialismus ist Arbeit, statt dessen zetteln die LinkZradikalen immer neue Streiks und die passive Resistenz in den Betrieben selbst an. So erleben wir in dieser Zeit, wo wir wie noch nie auf ein« Vermehrung der Güter- erzeug ung iangewiesen waren,«in Sinken der Erzeugung, der- Hunden auf der anderen Seite mit dem Streben nach höheren Löhnen und höheren Gehältern, kurz eine Vermehrung des Papierumlaufes, aber eine Verringerung der Waren, die man kaufen könnte. Die Partei muß den Mut haben, gegen diese verhängnisvolle Entwicklung mit aller Schärf« aufzutreten, denn wenn die Unab- häugigen mit ihren Wühlereien zweifellos manchem Kapitalisten einige unruhige Stunden bereiten, so ist es in noch viel höherem Grade die arme Bevölkerung, die schließlich und endlich darunter leiden muß. Hätten wir Kohle, dann hatten wir Baum- wolle und Nahrungsmittel, dann hätten wir auch Transport- mittel, weil dann ja alle Betriebsstätten arbeiten könnten. Wir müssen den Massen auch immer und immer wieder sagen, was politisch errungen ist, daß wir heute politische Freiheiten haben, wie sie noch vor Jahresfrist, als wir um ein vernünftiges Wahlrecht in Preußen kämpften, niemand auch nur geahnt hat. Heute sitzen Sozialdemokraten in den leitenden Stellen und nun müssen allerdings auch die Anhänger der Partei im Lande sich der Regierung gegenüber anders stellen als früher. M i t der bequemen Oppsition hat es ein Ende, Angrifft gegen die Regierung sind setzt zugleich Angriffe gegen die in der Regierung vertretene Partei. DaS bringt viele Unbequemlichkeiten mit sich. So mußte auch auf steuerlichem Gebiet positive Arbeit ge- leistet werden, die stets undankbarer ist als die reine Bekämpfung. Die Parteipresse hat das vielfach noch nicht ganz begriffen. Die Zukunft, die vor uns liegt, ist düster. Der Winter kann uns schlimme Verhältnisse bringen. Aber wenn uns die weltge- schichtliche Aufgabe gelingt, zu verhüten, daß die Extreme von link? und rechts, durch die alle Revolutionen'der früheren Zeiten hindurch mußten, ans Ruder kommen und wenn wir damit von unserem Volke das Ch a o s fernhalten, dann werden spätere Geschlechter einst aner- kennen, welches Verdienst wir uns nicht nur um unser Volk, son- dern um die Menschheit erworben haben. Genosse David regt« an, in volkstümlich geschriebenen, für die Massenverbreitung bestimmten Broschüren diese Gedanken MS Volk zu werfen. An das Davidsche Referat schloß sich ein« gründliche Aussprache. Bogel-Nürnberg wandte sich gegen die Haltung der preußischen Regierung bei der Frage derdirektenReichssteuern und fragte, ob der Vorstoß SüdekumS in der Nationalverfamm- lung im Einverständnis mit der Fraktion in der preußischen Lan- deSversammlung geschehen ist. Scholich- Breslau erwiderte als Mtglied der Landes- Versammlung, daß er davon keine Kenntnis gehabt habe und mißbilligt diesen Schritt SüdekumS als eine Eigenmächtigkeit. Er forderte«in schnelleres Vorgehen bei der Landaufteilung und warnte vor einem weiteren Abbau der Zwangswirtschaft. Hünlich- R ü st r i n g e n warnte auf Grund der Erfahrungen bei den oldenburgischen LandtagSwahlen vor jedem Zusammengehen mit den Unabhängigen und Kommunisten. Die einzige Folge eines solchen Zusammengehens wäre letzten Endes ein Verwischen deS Gegensatzes gegen links und eine Irreführung der dreitea Massen. Ein schnelleres Borgehen in der Siedlungsfrage wäre gewiß wünschenswert, aber eZ sei einfach unmöglich, bei der Landauf- teilung den Klsinbauern soweit entgegenzukommen, daß sie sich deshalb der Sozialdemokratie anschlössen. Die Partei müsse das Hauptgewicht vielmehr auf die Gewinnung der Landarbeiter legen. Waigaud-Bremen meinte, daß auch die Parteigenössischen Minister vielfach die Füblung mit den Masse» verloren haben. DaS eigenmächtige Vorgehen SüdekumS beweist das. Gegen- über der Forderung Davids, nicht mehr zu opponieren, sondern die Regierung zu schützen, müsse verlangt werden, daß auch die Regierungsmitglieder etwa? mehr Vertrauen zu den Parteigenossen haben. Nach der Verlegung der Nationalverfamm- lung nach Berlin werde das ja besser werden. Wegen der nächsten Wahlen gebe man sich in weiten Parteilreisen allzugroßen Befürchtungen hin. Gewiß würden die Kämpfe hart werden, aber e» wird schon gehen. Klose- Beuthen legte die Zusammenhänge der national- polnischen und spartakistischen Bewegung bei den letzten Putsche� i» Oberfchlefie« dar und bezeichnete die VerkehrSnot, nicht die mangelhafte Förderung als Hauptursache de« Kohlenelends. DrShner- E lb e r f eld wies auf die mangelbafte Bsrichter- stattung über die Verhandlungen in Weimar hin und betonte weiter, daß die Partei noch viel größere Zugeständnisse von den bürgerlichen Parteien hätte erreichen können, da ohne die Sozialdemokratie keine politische Arbeit in Deutschland mehr geleistet werden könnte. ThZne-Cassel warnte vor übertriebenen Hoffnungen in der SicdlungSfrage. Die Auiftihrungsbeftimmungen liegen noch nicht e�nal der Landesversammlung vor. so daß in diesem Herbst über- k>i?!lpt nichts mehr geschehen kann. Der Kampf gegen rechts ist gewiß notwendig, aber der Kampf gegen links darf nicht der- nach'ässigt werden. JcdeZ Kompliment nach links führt inS Ver- derben s Leuteritz-Hamburg verwies auf die guten Erfolge der Hamburger Genossen gegen jeden politischen Streik. Löbe- Breslau regt« eine ständig« Verbindung zwischen den sozialdemokratischen RegierungSmit gliedern und der Fraktion in der Nationalversammlung und in der LandeSversomm» lung an. VHe Zwiste werden sich dann leicht vermeiden lassen. Die Gefahr von rcchtS pari auch nick- unterschätze werden. Kröger-Berlin! Ein erfolgreicher rücksichtlos geführter Kam»» gegen link« beseitigt die von recht« drohende Gefahr ohne weiteres. Die Unabhängigen stehen im Augenblick an einem entscheidenden Wendepunk!, Ihr linker Flügel bar sich ganz den Kommunisten verschrieben und der rechte Flügel, der das nicht mitmachen und andererseits sich uns nickt anschließen kann, schwebt in der Luft. Diesen Reinigungsprozeß können wir günstig beeinflussen, wenn wir ganz konsequent eine Politik gegen links führen und uns von dem EinzgungSfiuimel freimachen. Hermann Müller» Die Gefahr von rechts ist deshalb nicht groß, weil die deutsche Arbeiterschaft sich ein monarchisches Regiment einfach nicht gefalle« lassen würde. Den Nuabhängigcn aber müssen wir ms Gesicht sagen, daß sie nicht den Mut haben, das zu scheinen, was sie in Wirklichkeit sind, nämlich AnHanger der dritten Moskauer Jnter- nationale. Da- sehen die Arbeiter aber glücklicherweise in steigendem Maße ein._ Ein Irrtum. In. der am Donnerstag in Berlin abgehaltenen Sitzung des P a r t e i a u s s ch u s s e s Hai das Mitglied der preußischen Landesversammwng Genosse Scholich- Breslau auf eine Anfrage die Auskunst erteilt, das Vorgehen des preußischen Finanzmini st ers Dr. S ü d e k u m in Sachen der Uebernahme der S t e u e r v c r w a l t u n g auf das Reich sei eigenmächtig erfolgt, ohne Kenntnis der sozialdemo- kratischen Landesversainmlungsfraktton, und es werde von ihm entschieden gemißbilligt. Im Anschluß daran wurden weitereAngriffe gegen den Genossen Dr. Siidekum gerichtet. Tatsächlich ist genau das Gegenteil von dem wahr, was Genosse Scholich erklärt hat. Als der Erz- bergersche Steuerplan auftauchte, war die Landes- Versammlung bereits vertagt. Gleichwohl beriefen sofort der Ministerpräsident und der F i n a n z m i n i st e r die Parteiführer, den Aeltestenrat und den H a u s- haltsausschuß zusammen und berieten mif ihnen viele Stunden lang über die neue Situation. Das Ergebnis der Beratungen war ein e i n st i m m i g erteister Auftrag an Dr. Südekum, dem Erzbergerschen Plan nur unter ganz bestimmten Vorausfeyungen zuzustimmen. In In diesem Sinne sprachen sich sämtliche Parteiführer von H e r g t bis Adolf Hoffmann und einstimmig die zahl- reich anwesenden Mitglieder der sozialdemokratischen Fruk- tion. mit ganz besonderem Nachdruck der Landtags- Präsident Oberbürgermeister Leinert aus. Genosse Scholich bat cm dieser Verhandlung freilich nicht teilgenommen, aber da in den Zeitungen ausführlich darüber berichtet worden ist, ist es wunderbar, daß er an eine Eigen- Mächtigkeit Siidekums geglaubt hat. Genosse Scholich hat bei einer früheren Gelegenheit im P a r t e i a u s s ch u ß große Empörung gegen den Genossen Heine hervorgerufen, indem er mltteüte, daß dieser auf dem Standpunkt stünde. Landrät« sollten nur Juristen werden. Auch hier war das gerade Gegen- teil richtig. Heine hatte stets gesagt, die vierhundert Land- ratsposten sollten mit Vertrauensmännern des Kreises besetzt werden ohne Rücksicht auf akademische Grade und sonstige formale Voraussetzimgcn, dagegen soll- ten die vierzig Regierungspräsidenten stellen möglichst Juristen vorbehalten bleiben� Wäre es nicht möglich, zu den Sitzung de? ParteiauS- schusses den Genossen Leinert oder einen der beiden Vor» sitzenden der sozialdemokratischen Landtagsfroktion hinzuzu- ziehen, damit nicht durch Auskünfte, die auf falscher In» formation beruhen, unnötige Aufregung hervorgerufen wird?_ Freigabe üer Kartoffekbewirtschaflung! Die landwirtschaftlichen Interessenten machen in der letzten Zeit eifrige Propaganda für die Freigabe der Kartoffel- bewirt schaftung. Wie wir hören, soll sogar das preußische LandwirtschaftSminifterium bereit sein, sich für die Aufhebung der Zwangswirtschaft anzusetzen. Die Säche sieht zunächst ganz harmlos au«, hat aber ihre sehr bedenklichen Seiten. Einmal läßt sich noch gar nicht beurteilen, ob die diesjährige Kartoffelernte so g u t ausfallen wird, wie das nach dem guten Gedeihen der Frühkartoffeln, die von der günstigen Witterung der letzten Zeit außerordentlich profitiert haben, den Anschein hat. Ferner kommt h'.nzu, daß mit einer Freigabe der KartofseWewirtschafwng die Organisation der Versorgung stark gefährdet wird Bisher wurden die riesigen Lebensmitteltransporte im engsten Ein- vernehmen mit der Eisenbahnverwaltung planmäßig bewerkstelligt. Die Planmäßigkeit der Versorgung wich gewiß nicht dadurch ge- fördert, daß dem freien Handel die Möglichkeit gegeben wich, die Kartoffeln je nach der örtlichen Marktlage an Plätze zu leiten, wo sie gar nicht verbraucht werden. Daraus entsteht nämlich eine Belastung für die Eisenbahn, die bei dem heutigen Kohlenmangel und den durch sie bedingten Transports chwierigteiten geradezu verhängnisvoll auf die Verteilung selbst zurück. wirken muß. Ganz abgesehen davon, daß die Freigabe der Kartoffeln die Preis« in die Höhe treibt— der Hafer ist fett seiner Freigabe auf das dreifache gestiegen!—, ist dann die groß« Frage, ob die Märkte, die der Kartoffeln am meisten be- dürfen, auch ausreichend beliefert werden. Da wir immer noch auf die Einfuhr von Lebensmitteln angewiesen sind und eS auch auf Jahre hinaus bleiben werden, aber nicht beliebig viel ein- führen können, ist cS doch zweifellos sehr bedenklich, wenn man einzelne Lebensmittel einfach von der plan- mäßigen Bewirtschaftung ausschließt. Auch hier kann man auS der Freigabe de« Hafers lernen. Verfüttern doch die Landwirte heute, nachdem der Hafer 2Hmal so teuer ist wie da» übrige Getreide, vielfach Brotgetreide, um aus dem verkauf deS Hafers recht viel zu erzielen. Dieser kommt an den Produkten- börsen häufig stark mit Gerste gemischt auf den Markt. Aehnlich wird eS auch fein, wenn die Kartoffelbewirtschaftung freigegeben wird. Auch hier würde dann das Interesse der Landwirte am Absatz zu erhöhte» Preisen vor das Interesse an der allgemeinen Versorgung treten, daS für die Reichsstellen allein entscheidend sein soll. Welche Folgen das für die LebenSmittelwictschast im allgemeinen haben würde, braucht hier nicht mehr dargelegt zu werden. So gesehen, entpuppt sich die Forderung der landwirtschaftlichen Interessenten alz ein Manöver, in die Lebensmittel, bewirt schaftung weitere Dresche zu legen, bis dann die ganze Organisation wertlos wird. Das ist ein Spiel mit verdeckten Karlen, vor dem nicht genug gewarnt werdeil kann. Dem Verbraucher kann es nach dem Gesagten nicht zweifelhaft sein, wie er zu entscheiden hat. Wir möchten nur wünschen, daß da? LandwirtschastSministerium seine Stellungnahme nicht fest- legt, ohne die Verbraucher, hie nicht ain Handel interessiert sind, vorher gebärt»u hoben, lonst dürste es sich nur allzu bald er- weisen, daß eine überstürzte Freigabe der Kartoffel- b ew i r t scha f t u ng den VolkSinieressen geradezu in? Gesicht schlägt-_| Streck der Ssl-rrelchischen Landesbeamten. Sämtliche Wiener uno niederösterreichischen LandeSbeamien haben heute infolge der Nickiauszahlung des Anschaffungsbeitrages Und der NotftandSauShilfe die Arbeit niedergelegt, Die fthwarz-rot-golöene Iuöenfahne. Ein Angehöriger der Reichswehr schreibt dem„Vorwärts': Am 26. August war vom III. Btl. R.-W.-R. 13 in Pinne- be r g(Holstein) Parade vor dem Regimentskommandeur Oberst von Ledebour. Das Bataillon setzt sich aus dem Minenwerfer- Detachement Heuschkel und zwei Radsahrer-Ztompagnien zusammen. Die Minenwerfer- Kompagnien zogen mit schwarz-weiß- roten Fahnen durch die Stadt zum Paradeplatz. Als ich unserm Hauptmann Redlich sagte, das wäre Unfug, anwortete Rittmeister Schimmelpfennig von der Kav.-M.-G.-Abt. 40, das ginge mich garnichtSan. Ich antwortete, die Reichswehr m i t ihren Offi- zieren haben sich verpflichtet, die Regierung zu schützen und zu stützen. Darauf antwortete mir Rittmeister Schimmel- Pfennig:„Wir sollen wohl die schwarz-rot-gold«ne Indens ahn« vorantvagen.' Ich antwortete:„Jawohl, es ist die jetzige Reichsslagge", worauf alle anwesenden Offiziere in ein starkes Gelächter ausbrachen. Ich erklärte:„Wir müssen doch die Befehle und Vorschriften der jetzigen Regierung befolgen", worauf Rittmeister Schimmelpfennig antwortete:„Was will diese Regierung! Wenn sie was will, dann fliegt sie." Er zeigt« dabei das Bild auS der Berliner„Illustrierten Zei» tung", wo NoS?« und Ebert in Badehosen abgebildet sind, unter dem lauten Gelächter der Soldaten und ihren höhnischen Bemerkungen, wie„Noske mit dem Schnapsbudikerbauch" und„Ebert, der Voll- gefressene". Ich zog mich zurück, da ich gegen etwa zehn Offiziere nichts ausrichten konnte. Die Paradeaufstellung begann.„Deutschland, Deutschland über alles" wurde gespielt. Alsdann erfolgte der Bor- keimarsch im strammen Schritt, was nach Reichswehrvorschrist gar nicht zulässig ist. Wir haben hier eine rein reaktionäre Truppe. Es wird öffentlich von de« Offizieren ausgesprochen, daß sie noch königS- treu bis in die Knochen sind. Wer irgend nur sozialistischer und demokratischer Gesinnung verdächtig ist, wird, wenn er seine Ge- finnung öffentlich vor den Offizieren bekennt, ausgelacht. Alles, was nicht genehm fft, w i r d� e n t la sse n, unbeschadet dessen, daß die Truppe dann nur junge Leute von 13 bis 19 Jahren behält. Um so besser. Diese sind'S, die nur mir den schwarz-weih-roten Fahnen laufen. Die Reaktion marschiert. Da gibt eS keinen Zweifel. Die Offiziere bekommen die Leute immer mehr in die Hand. Denn Ast du nicht willig, dann gehst du. So sind denn nach und nach alle diejenigen bei uns ausgetreten, die den Kurs nach rechts nicht mitmachen wollen. Leider. Als Demokrat bäumt sich einem das Herz auf, wenn man da« mitmachen muß. Offiziere, welch: die Befehle der Regierung nicht ausführen, müssen fliegen, genau wie sie bei Wilhelm geflogen sind. Noch ist Zeit und nicht alles verloren. In einigen Monaten ist es »» spät. WaS gedenkt die Regierung ferner gegen diejenigen«Offiziere zu tun, welche trotz des Verbotes den Einzelmarsch und den stram- men Schritt den Truppen dauernd zumuten? Was soll mit den- jemgen Offizieren geschehen, welche Burschengeld beziehen und außerdem Burschen halten, welche von allem Dienst befreit sind? Warum wird nicht bei den Truppen die neue Grußvorschrift ein- geführt, sondern nach der alten geübt? Sämtliche Errungen- schaften der Revolution sind in einigen Monaten bei der Reichswehr verschwunden. Auch die Vertrauensleute haben nämlich jetzt schon nichts mehr zu sagen._ Erbärmliche Zührer! Genosse Reinknecht schickt uns folgende Erklärung: Während des ganzen Jahrzehnts der Berliner Wirksamkeit Rich. Müller» habe ich ihm vom ersten Tage ab kritisch und sehr mißtrauisch gegenüber gestanden. Aver daß er eines TageS derart zur gewöhnlichen Lüge greifen würde, wie eS in der „Freiheit" vom 27. geschieht, hätte ich doch nicht für»nöglich gehalten. An die von mir veröffentlichten nackten Tatsachen und an die daraus gezogenen Schlußfolgerungen kann Rick. M. nicht heran, und nun leistet er sich eine Erbärmlichkeit sondergleichen. Er behauptet. die Angestellten hätten unter meiner Führung Forderungen aufgestellt, welch« die ideale Stellung der Angestellten des Vollzugs- ratcS beseittgt und ein Verhältnis nach Art kapitalistischer Betriebe geschaffen hätten. Also erst hätte ich den Zwischenfall provoziert und hinterher ausgeschlachtet. DaS ist allerdings d-Z Handwerk Richard M'S. und seiner Hintermänner.— Wahr ist: Bei Aufstellung der Forderungen habe ich»»ich gegen sämtliche Forderungen ge- wandt, und zwar mit genau denselben Argumenten, mit denen sich jetzt Rich. M. zu rechtfertigen sucht. Der Verhandlung des Ange- stellten auSschusseS, welch« unter meiner Führung stattgefunden haben soll, habe ich in Wirklichkeit als stummer Teilnehmer beigewöhnt, weil ich die Forderungen vor meinem Gewissen nicht verantworten konnte. Dw scharfen Auseinandersetzungen fanden zwischen Rich. M. und Blumenthal, seinem Parteigenossen und dem geistigen Urheber der ganzen Forderungen, statt. Bei der Berichterstattung in der Angestelltensitzung habe ich dann Rich M'S. Standpunkt gegenüber seinen Parteigenossen Blumcnthal und Beck verteidigt. Alle ehe- maligen Kollegen und Kolleginnen werden diese Darstellung be- stätigen müssen. Im übrigen verweise ich dann noch auf das Steno- gramm der Sitzung. Das alles muß Rich M. wissen, und trotzdem wagt er diese verleumderische Verdrehung. Angesichts der Zweiseelennatur Rich. M'S., die sich auf der einen Seite in der Volksversammlung in der Aufstellung unmöglicher Forderungen, auf der anderen Seit« im kleinen Königreich als Diktatorchen in Allüren a la Kühnemänner seligen Angedenkens gefällt, erachtete ich seinerzeit die sofortige öffentliche Geißelung für notwendig. Lediglich der damals herrschende Kampf der Angestellten in der Metallindustrie um das Mitbestimmungsrecht zloang mir Zurückhaltung auf. Rich. M. kommt dann noch auf die armen verleumdeten Ange- stellten des alten Vollzugsrates zurück. Nun noch einmal in aller Deutlichkeit und in einer Form, welche Gelegenheit bietet, du'-ch ein Untersuchungsverfahren der Berufsorganisation mich zur Be» weisführung zu zwingen: Der Kollege B l u m e n t H a l, Mitglied der engeren Ortsverwaltung deS MetallarbeiierverbandeS, ist jeden Sonntag und Feiertag nach den Geschäftsräumen des Voll- zugsrateS gegangen, hat seinen Namen eingezeichnet, nur zum Zweck persönlicher Bereicherung. Geld stinkt nicht. Also bitte! Noch ein?! Die leidenschaftliche Erbitterung bat eS' bisber rmmer noch zugelassen, im gegenseitigen Verkehr der Charakter alter Parteigenossen und Kollegen zu achten. Auch auf diesem'Gebiet wirkt Rich. M. revolutionierend. Der...Herr Reinkncckt" des fragwürdigen Kavaliers, welcher derart die Wahrheit zur Dirne erniedrigt, läßt mich kalt: das dadurch immer tiefer sinkend« Niveau politischen Kampfe? berührt mich dagegen schmerzlich. F. Reinkn-ckt. Damit schließen wir die Debatte. GewcrkschaflsbewMl: jn Aeichen öer Zeit. Tchcm sehr oft sind die demoralisierenden Wirkungen d«S KrieyeZ beleuchtet worden. Zeichen starker Sittenverderbnis stnd indessen nicht nur vorhanden auf den verschiedensten Gebieten des täglichen Lebens, sondern— leider sei es gcsugi— auch in den Organisationen der Arbeiterklasse. Wer die Arbeiterklasse in ihrem jahrzehntelangen Kampf um eine höhere Kultu/ verfolgt hat und daraus Vergleiche zieht mit un'eier heutigen Zeit, wird sich des TindruckS nicht erwehren können, daß unter einem Teil der yeuti- gen BersanimlungSbcsucher eine starke Verwilderung Platz ge» griffen hat. Was in früheren Jahren als eine Schande ga.t, wird heute zum obersten Gesetz d:S VersammlungSlebenS erhoben. War eS ehemals nur eine Praxis der katholischen Kirche und ihrer Diener, intolerant gegen Andersdenkende zu sein, so wird in un- seren Persammlungen dies« klerikale Intoleranz heute bei weitem überboten Und dieser Unduldsamkeit Andersdenkenden gegenüber Lienen sich in Werkstart und Versammlung gerade diejenigen am meisten, die daS Wort Freiheit mit Riesenlettern auf ihre Fahne geschrieben haben. Alte erfahrene Arbeiterführer, die in ihrem Leben nichts anderes getan, als den stolzen Bau ihrer Organifa- tion aufgerichtet und für die kulturelle Hebung ihrer BerufSge» nassen gewirkt zu haben, werden beute behandelt wie ehemalige Scharfmacher mißliebige Arbeiter zu behandein pflegten. Sie, an deren Organisationsiätigkeit man nichts aussetzen kann, werden aufs Pflaster geworfen, weil sie-nicht hundZföttisch genug sind, mit den pseudorevolutionären Elementen der Gegenwart zu schreien und zu toben. Sie passen nicht für die gegenwärtige Massenstim- mung, in der sich nur behaupten kann, wer mit den Hunden heult, sondern sie fassen ihre Mission im Fortschreiten der Menschheit entsprechend der ganzen in der. Arbeiterbewegung gepredigten Lehre etwas ernster am. So verabicheuenSwürdig es für sie war, servil nach oben zu sein, so entwürdigend ist eS auch heute für sie, um ihrer bloßen Existenz willen der Masse zu schmeicheln. Und in der Tat! einer Entweihung seiner Missionspflichten käme et gleich, wenn der Organisator und Arbeiterführer sich zum Götzendiener aufgepeitschter Klassengenossen herabwürdigen ließe. Die Tatsache aber, daß er als so lange bewährter Führer das große Geschehen unserer Tage anders beurteilt als seine nicht ade immer erfahrenen und lange organisierten Berufsgenossen, f kein Grund fein, ihn deshalb kalt abzutun. Wir würden nicht im Ginne dieser zahlreichen gemaßregelten Angestellten sprechen, wenn wir ihr persönliches Schicksal verquickten mit dem Schicksal ihrer Organisation, deren Aufbau nicht selten ihr Lebens- werk war. Aber aks eine Schande wird es für ewige Zeiten gelten müssen, daß in der Arbeiterbewegung jemals eine jolckie Unduldsamkeit und rohe Siitenverwilderung Platz greifen konnte. Wer heute in leichtfertiger Weise jener auf vollständiger Berken- nung unserer gesamten wirtschaftspolitischen Verhältnisse basieren. de» Majsenftimmung schmeichelt, sammelt feurige Kohlen auf seinem Haupt«. Jene Volkstribunen handeln zudem verbrecherisch. weil sie durch ihre Haltung in den Arbeiterorganisationen einen bisher unbekannten Geist völliger Sittenverderbnis pflegen, durch den das reine und erhabene Streben der Arbeiterklasse um ein« aeur Wxlt entmündigt wird._ Zum stampf im Leipziger Suchhanüel. Eine Sympathiekundgebung der Bcrliuer Kollegen. In einer Versammlung der Angestellten im Buch-, Kunst- und Musikalienhandel referierte gestern AI l i n- Leipzig über den Kampf im Leipziger Buchhandel. Nachdem die Kündigung des TarifeS er-• folgt war, fei ein Kampf entbrannt, wie«hn der Buch. Handel noch nie gesehen. Die Angestellten befinden sich dvei-Wochen im Streik, ohne daß eS zu Verhandlungen gekommen fti.' Die Unternehmer wollten nur gemeinsam mit den Harmonie- verbänden verhandeln. Sie wollten es bei dem alten Tarifvertrag belasse», eine neu« Klassifizierung wurde ebenfalls abgelehnt. Eine Wirtschaftsbeihilfe von IS bis oQ M. pro Monat sollte ratenweise sechs Monat« hindurch gezahlt werden. Ein EnlrustungSschrei war die Antwort der Angestellten. Die Leipziger Angestellten kämpfen für ihr tägliches Brot, um aus dem Elend herauSzu- kommen. Es fei lächerlich, wenn die Unternebmer das ebenfalls behaupten wollen. Am 9. August traten die Angestellten in den Ausstand. Die Bewegung ist von Tag zu Tag fester geworden. Trotz- dem d« DemobilmachungLkommissar angerufen wurde, sei eS dort m keinen Verhandlungen gekommen. Der SchlichtungSauSschuß Mte dann folgenden Schiedsspruch: ES wird den Parteien aufgegeben, in gemeinsame Verhandlungen zu treten und sie biS »um lb. September zum Abschluß zu bringen. Im Tarifvertrag sollen Leistungen und Beschäftigungsart berücksichtigt werden. Bis zum IS. September soll auf die alten Sätze ein Zuschlag von 40 Pro- zent gezahlt werden. Die Arbeil ist sofort wieder aufzunehmen.—- Die Arbeitgeber haben diesen Spruch abgelehnt. Wir haben die RcchtSverbindlichkeit dieses Schiedsspruchs beim Dcmobil- machungSkommissar beantragt, dcch ist die Entscheidung darüber nach Berlin verwiesen worden. Der Redner schließt mit dem Appell, die Leipziger Kollegenschaft zu unterstützen, da das- selbe. waS den Leipzigern zugedacht war. auch der Berliner Kollegen- schaft drohe. Dr. Pfirrmann schließt sich den letzten Worten AllinS an. Der Kampf fei auchfürdieBerlinerAnge st eilten von r o ß e r W i ch t i g k e i t. Die Kollegen müßten jetzt große Opfer ' gen, um die kämpfenden Kollegen zu unterstützen. Der Redner gt vor, 6 Proz. an die Leipziger Kollegenschaft abzuführen. Eine R e s o l u t i o n, die gelobt, die Leipziger Angestellten mit allen Kräften zu unterstützen und 5 Proz. eines Monatsgehalts als Streikhilf« abzuführen, wird angenommen. Generalversammlung öer Gemeinöearbeiter. In der Generalversammlung der Filiale Groß-Berlin des Verbandes der Gemeinde« und Staaiöarbeiter am 26. August d. IS. u wurden fvr die bevorstehenden Tarifverhandlungen nach sehr ein gebender Debatte die nachfolgenden Anträge angenommen. Männliche Arbeitskräfte erhalten folgenden Stundenlohn: Arbeiter 2,80 M., angelernte Arbeiter. Schwerarbeiter 2,90 M, Handwerker 3 M., Vorarbeiter 19 Pf. mehr als der bestbezahlte Arbeiter der ibm>mt«rst«llten Arbeilergruppe. Jugendliche 14 bi» IS Jahre 1,60 M.. 16—18 Jahre 2 M Weibliche Arbeits- lräfre: Soweit Frauen tn Stellen von Arbeitern beschäftigt werden, ist ibnen der Lohn wie für Männer festgesetzt, zu zahlen Arbeiterinnen 2 M., angelernte Arbeiterinnen, Schwerarbciterinnen 2.19 M. angelernte Aibeitertnnen mit besonderer Verantwortung ; oder besonderen technischen Leistungen 2,20 M, Vorarbeiterinncn wie Vorarbeiter. Jugendliche 14- IS Jahre 1,25 M., 16—18 Jabre 1,75 M. Außerdem gelangten folgende ErgänzungSbestrmmungen zum Lohntarif zur Annahme: Die planmäßige Nachtarbeit.wird mit 26 Proz. Zuschlag bezahlt". .Für nichtplaumäßige SonntagSarbeit ist«in Zuschlag von 199 Proz. zu zahlen; für die planmäßige SonntagSaroett wird ein Zuschlag von 69 Proz. gewährt." Zu lo.: 3. Zeile ist die Ziffer 6(Plt durch ,109* zu ersetzen. Zu 2.: 6. Zeil« ist für SrVeilerauSschüfie.Betriebsräte' zu setzen. Zu 8: Wenn für die Einstellung eine« Arbeiters die Erlernung eine« bestimmten Handwerks zur Vorbedingung gemocht wird, dann ist der Lohn als Handwerker zu zahlen. Alle Arbeiter, die bis zum 1. 10. 1919 unter Klasse 8 eingereibl waren, sind, wenn sie die biertür maßgebende Tätigkeit vier Jahre lang ausgeübt haben, als Handwerker zu entlohnen. Zu 4:.Für gelieferte Arbeits- und Schutzkleidung sind keine Abzüge vorzunehmen.' Zu 8 ist folgende Fassung vorzusehen: Alle nicht vollbeschäktig« ten und die zu unständigen Arbeiten vorübergehend angenommenen Arbeiter erhalten mindestens den Lohn der für sie in Frage kommenden Lohnklafle. Zu 9: Als neuen Absatz anzufügen:.Jede Steigerung des Arbeitslohns kommt auch im glerchen Ausmaß den bei der Müll« abfubr beschäktigten Arbeitern zugute.' Zum ß 23: Absatz 2 rst wie kolgt zu ändern:.Die Be- sttmmungen de» LobntarifS nebst Ergänzungsbestimmungen und der Tarifvertrag gelten bis zum 1. April 1920." Ein« ausgedehnte Aussprache erfolgte über Angestellten- fragen. Der BerbandSvorstand wollte für die von demselben ausgeschriebenen Stellen die Bewerber aus der Berliner OrtSver- waliung berücksichtigen, wenn die Berliner Kollegenschast die der S. P. D. angehörenden Kollegen nicht weiter beschästigen wolllen. Eine Klärung der Frage konnte nicht gefunden werden, da die Generalversammlung der vorgerückten Zeit wegen vertagt werden mußte. Außerdem nahm die Versammlung folgende Resolution an: .Di« Generalversammlung erhebt schärfsten Protest gegen da« gewalttätige Borgehen gegen den VollzugSrat der«rbeiterräte Groß-BerlinS; sie lehnt dert Gesetzentwurf der Regierung betr. die Betriebsräte als eine Gcheinkonzesston an die Arbeiterschaft ab. Sie verpflicktct sich, mir aller Krost an der organischen Weiterentwicke« lung de» Rälesystems mitzuarbeiten.' Die EinigungSverhantzlunKe« im chemische« Groß- hindel sind gestern, Donnerstag, im ReichSarbeiiSministerium unier dem unparteiischen Vorsitz de« Herrn Dr- Weigert wieder aufgenommen worden und haben bezüglich de» Mitbestimmungsrechts zu einer Einigung geführt. Die Verhandlungen wegen der GehaltSsrage> finden Freitag statt. Die streikenden Arbeiter und Angestellten»er- sammeln sich zur Entgegennahm« eines eingehenden Berichts am Freitag früh, pünktlich um 9 Uhr, dn den.Sophicn-Sälen". Die Streikleitung: Zentralverband der Handlungsgehilfen. Deutscher TranSporta rbeiterverbanid. Der entlasse«« ArbeiterauSschuft. Spruch, daß d,e Eniiassung z« Unrecht erfokgk fei und die Entlassenen wieder eingestellt werden müssen. Die W i ed« r e i n st el I u n g ist aber nicht erfolgt, weil der Oberinspektor H. den Schiedsspruch nicht anerkennen will. Dem als Sachverständigen geladenen Delegierten de» Groß-Berliner Lazarettperfonalz v. Booemeper erklärte H., er würde dafür sorgen, daß eher das Lazarett aufgelöst würde, als daß er die entlassenen Kollegen, teilweise schwer Kriegsbeschädigte, wieder ein. stelle._ Ein halbe» Hunderttausend überschritte« hat auch die Mtt- gliederzahl im Verband der GastwirtSgehilfenl Di« berechtigte Genugtuung der Verbandsleilung über dieses Resultat wird man erst recht verstehen, wenn man weiß, daß de: Verband vor dem Kriege etwas über 1 6 999 Mitglieder zählte und während des Krieges auf 8 999 zurückgegangen war.— Von den Schwierigkeiten, welche der organisatorischen Erkassuna der gastwirtschaftlichen Angestellten früher entgegenstanden, seien hier nur in Erinnerung gebracht: hohes Einkommen weniger Bevorzugter und ungeheure Arbeitslosigkeit der großen Massen, ebenso überlange Arbeitszeit abwechselnd mit Arbeitslosigkeit und ganz erbärmliche Lohn- und LrbeitSverbältniss« für das SilsSperional! Mit anderen Worten: die Angestellten standen teils über, teils unter der Basis, welche für organisatorische Erfassung die geeignetste ist! Auch daS ist nun also anders geworden, in der Hauptsache durch die Einführung des A ck> t st u n d« n t a g« S, der logifcherweife den Kampf um die Beseitigung deS Trinkgeld sh st emS auslösen mußte! Daß der Verband der Gastwirtsgehilfen auch darin beachtenswerte Re- sultate erzielt hat. ist bekannt und es darf wohl behauptet werden, daß infolge dieser Erfolge auch der Zustrom an Mitgliedern ein- setzte, der übrigens noch anhält. Max Steinmüller f, der langjährige Leipziger BezirkZleiter des Friseurgehilfenverbandes, war gegen Ende des Krieges in se» bische Gefangenschaft geraten. Seine Frau bekam jetzt die Nach- richt, daß er bereijS am 8. März darin gestorben ist. Steinmüller war 1833 zu Naumburg geboren und gehörte seit feinem 18. LebenS- sah« dem Verbände an. Der Verband verliert in dem Verstorbenen einen unermüdlichen, pflichttreuen Mitarbeiter. Eine BetrieiSvrrsammlong der Firma H.®. Hermann u. C o. und 10 kleinere Druckereien nahm am Mittwoch in den Zenttal-Festiälen, Alte Jakobstr. 32, zum Gesetzentwurf über Be- lriebsräte Stellung. Berger(U. S. P.) zog mit den bekannten Argumenten' gegen den Parlamentarismus zu Felde und suchte nachzuweisen. daß nur das Rätesystem die wahre Demokratie verkörpere. Wie da« Rätesystem uns sofort in daS gelobte Land führen könne, darüber wußte der Redner nicht» ,u sagen. Genosse Dr. E a s p a r i, der ol« Korreferent zu Worte kam, verstand eS in geschickter Weise, den Referenten zu widerlegen: er wies namentlich darauf bin. daß das Räteshsiem im unabhängig-kommunistischem Sinne mit den Forderungen de» Erfurter Programms im Widerspruch stehe, und daß das vom sogen, roten VollzugSrat herausgegebene Wahlreglement große Teile der Bevölkerung vom Wahlrecht au«- schließ«, also höchst undemokratisch sei. Di« rege Diskussion, in der erfreulicherweise mehrere Anhänger unserer Partei geschickt ein« griffen, wurde der vorgeschrittenen Zeit wegen vertagt. Die De» hatte toll in einer innerhalb 14 Tagen stattfindenden Versammlung sortgesetzt werden. Tie Hausangestellten Wilmersdorf», die im Zentralverband der Hausangestellten Deutschlands organisiert sind, hielten eine sehr gut besuchte Versammlung zur Gründung einer Bezirksgruppe ab. Nach dem Vortrag des Stadl rats Genoffen Beyer über Zwecke und Ziele der Gewerkschaft, und Magistratssekretärs Genoffen wirft. ES handelte sich um die zu Unrecht vorgenommene Entlassung von 7 Mann de? Personals. AIS Ent- lassimgSgrund gab für das beklagte Lazarett der Oberinspektor H. an. hinter dem Rücken der Verwaltung habe da» Personal eine Versammlung abgehalren, um den im Lazarett noch nicht vorhan- denen ArbeiterauSsihuß zu wählen. Angeblich sollen auch zwei! .Kommunisten dort gesprochen haben, die ihn, den Oberinspektor, sowie deo Chefarzt völlig ausschalten wollten. In der Versamm- lung wurden Kandidaten zum ArbeiterauSschuß aufgcsielli, waS er als ungültig bezeichnete, da nur der Chefarzt berechtigt sei, Vcr- sammlungen des Personals einzuberufen. Aus diesem Grunde sei denn auch die Entlassung der Einbcrufer der Versammlung und der namhaft gemachte« Kandidaten erfolgt.— Vor_ dem SchlichtungSauSschuß wurde aber der Inspektor belehrt, daß die „una._____,. seiner Auffassung nicht durchdringen konnte, machte er den Per- such, gegen drei der Kläger als EntlassungSgrund grobe Pflicht- Verletzung vorzuschützen. Er will sie darin erblicken, daß 126 Decken auS dem Lazarett verschwunden stnd. ES wurde aber«in- wandfrei festgestellt, daß die Decken bereit» vor dem Dienstantritt der drei Kollegen fehlten. Auf Veranlassung des Chefarztes wurde acht Tage spater im Lazarett eine neue Personalversamm- lung abgehalten, rn der Kollege K. zum Wahlleiter bestimmt und als Kandidat aufgestellt wurde. TagS daraus erfolgte prompt die Entlassung des Wahlleiter» ohne Angabe von Gründen. In alle dem ist eine Maßregelung zu erblicken. wc:l die Kollegen«S gewagt hatten, ohne Genehmigung de« Chefarztes die Wahl eine» ArbeiterauSschusseS in die Wege zu leiten. Nach einstündiger Verhandlung kam der SchlichtungSauSschuß zu dem Bader über Zwecke und Ziel« deS städtischen Arbeitsnachweises wurde aus dem Kreise der Versammelten an alle Anwesenden daS dringende Ersuchen gerichtet, sich zu organisieren und nur die städtischen Arbeitsnachweise in Anspruch zu nehmen. Hierauf wurde die BezirkSgrupp« gegründet. Der Vorstand batte die Genugtuung, eine größere Zahl neuer Mit�glie- der aufnehmen zu können. Der Anfang war gut, nur weiter so. Deutscher Mctallarbeitcrverband. Keffelschmie»«. Sonntag, den 31. August, vormittags 9 Ubr: Ber» sammlung aller in den.geffcllchmleden Krotz-BcitinS beschäftigten Kollegen in Schulz' Prachllälen, KönigSgraben 2. am Alexanderplap. Tagesordnung: l. Schiedsspruch w der Metallindustrie. 2. Neuwahl von vier Branchen. lommisfionSmitgliedern. 8. Branchenangelegenhetten und Verschiedene». Buchbinder verbanv. Alle ans dem Boden der S. P. D. Seilenden Kollegen und Kolleginnen machen wir auf die heute(Freitags, nachmittag» 5 Uhr im»Deutschen Hos". L uckauer Str. 15, stattfindende General- Versammlung auimerlsam. Air erwarten vollzählige» Erscheinen, da sehr wichlige Beschlüssc grsaßt werden müssen. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Freie Durnerschaft WilmerSdork-Schmargendorf. Wertung»- turnen der Berliner Süd-Weft- Berein« de» Arbeiter« Turn- und Sport-Bunde» Sonntag. 31. August, aus den BereinSsplelptätzen der»Freien Turnerschaft" in der Würltcmbcrgischcn Straß«(zwischen Fehr- bellincr und Llivaer Platz). Bonn. S— U Ubr volkstümliche Weltkämpfe. Mittag» 1'/, Ubr von Berliner, Ecke Badensche Straße, Festzug mit der PerewSmusik. Ab 2>/, Uhr aus den Spielplätzen Massensrembungen, End- wetllämpse, Wettspiele, Konzert, Kaffeekochen. Abend» in den Flora-Sälen, Johann Georg-Straße, großer Ball. EinWitt aus den Blaeen 60 Pf., Kinder frei.— Freie Turnerschaft Neukölln. Britz. Zusammenwrnen sämtlicher Männerabteilungen beute abend S—t9 Ubr in der Turnhall« Weiscswaße. UcbungSstoff: Freiübungen zum BundeSwertungSturnen.— Arbeiter- Radfahrrrvcrem Groß- Berlin. Sonntag früh 5 Uhr, Flirstcnwalde, Aauensche Berge. Nachm. 1 Ubr. Müggelheim, Prinzcngarten. Start: Mariannenplatz Nächst« Versammlung Mittwoch, bei Matschen», Forster Str. 9.—«rbettrr-Stenographen.Bund Jntersyttemal. Der Kursn» findet nicht Lange Straße S», sondern Fruchtstraß« 71, im Patzen- hoser, stalt. Serantw. für den redattton. Teil: Alfred Scholz,»eukiwn: stw Anzeigen: Theodor Sl-cke, Berlii- Verlag: Voro>«rt».«-rlag®. m. d. Berlin. Druck: Borwärt». Buchdruckcrei und Vertagoanslatt Paul Singer u. So. in Berlin, Lindenllr. 8. Cintu 1 Beilage. idembmnö Co�nac »Jirt/tTnn y////Vf y/>/.' Nr. 440 ♦ 36. Jahrgang Heilage öes vorwärts Ireitag, 20. Mgust 1010 GroßSerüu Ulkiges Rätselraten. fand, wi« uns ein Parteigenosse mitteilt, i-n seinem Betriebe statt, nachdem das Flugblatt des unabhängigen Arbeiter- ratS mit den vielen Linie» und Kästchen verteilt war- den war, daS wir im Leitartikel der Sonnabendabend-Nummer be- sprachen. Er schreibt: Ms in unserem Betriebs das Flugblatt ver- teilt war, ging das Rätselraten loS. Ein Kollege meinte, der Text sei so.verschwommen", daß man wohl auf der Vorderseite die Fische dazu abgebildet habe, worauf ein anderer einwarf, das Bild zeige doch einen U. S. P.- Z i r k u s, wo alles an der Leine ge- halten wird. Beim Weiterraten hielt einer die Striche unv Kästen für ein S ch i r m g e st« l l, der andere für MäxchenS Malversuche. Einer meinte, das wäre.Leichen müllerS Erbbegräbnisgrab stein".— Als nun ein Kollege, welcher noch immer beiseite stand und den Käftchenbau betrachtete, befrag: wurde, was er daraus mache, sagte er:.Ich zerbreche mir bloss den Kopf, was immer die leere« Kästchen, die über dem Reichswirt- schastSrat angebracht sind, bedeuten sollen I?"—.Mensch, d c t toteste ntch," sagte darauf ein trockener Berliner,.d e t i S d e t Nischt oder diaLeere— die wat hinter solch mie» uffjebautes Räteshstem kommt." Kohlennot und GaSsperre. Die Nachricht, datz infolge der Kohlenknappheit die Aas- sperrstunden auf die Zeit von 8— 12 Uhr vormittags und 2— 7 Uhr nachmittags ausgedehnt wer- den, hat— wie wir eS erwartet hatten— bei den Gasverbrauchern grosse Erregung hervorgerufen. AuS den entrüsteten Zuschriften, die wir erhalten haben, können wir wegen Raummangel nur einiges wiedergeben. „Wie denken sich denn," fragt ein Briefschrekber,„die zuständi- gen Stellen eigentlich die Erweiterung ver Gassperre? Mso: von 12— 2 soll die Hausfrau kochen?— Was soll sie denn da kochen? Wir sollen wohl nächstens bloss noch Suppen essen? -Was sollen denn die kleinen Geschäftsleute tun, die da auf Gas angewiesen sind? Will man denen die Steuern schenken? Will der Staat Miete für Laden usw. bezahlen? Ich betreibe einen Damensrisiersalon und bin auf GaS angewiesen. Ist es mir nun unter der alten Sperre schon schwer geworden, mein Geschäft durchzubringen, was soll ich denn jetzt machen I Mir bleibt nur übrig, meine Existenz aufzugeben." Der Verfasser dieses Briefes weist dann darauf hin, welche Gasverschwendung in den Kaffeehäusern und Vergnü- gungSlokalen getrieben wird. Derselbe Hinweis findet sich auch in anderen Briefen, die unS aus Anlass der GaSsperrever- schärfung zugegangen sind. Wir haben bereits mitgeteilt, datz in Aussicht gestellt ist, gegen die in solchen Lokalen getriebene GaSver- schwendung nachdrücklichst vorzugehen. Ein Briefschreiber erwähnt auch, �dass auf Rummelplätzen erhebliche Kohlenmengen zur Erzeugung von Licht und Kraft verbraucht werden. Es versteht sich von selbst, datz auch hier Abhilfe geschaffen werden mutz. Sollen auf der einen Seite den Familien für ihren Haushalt die lästigsten Einschränkungen zugemutet werden, während auf der anderen Seite für diese keineswegs unentbehrlichen Dinge.alles da ist"? Weitere Einschränkungen, zu denen die Kohlennot zwingt, werden bereits als für Berlin bevorstehend gemeldet. Eine Äorrespon. denz, die ihre Informationen bei amtlichen Stellen erhält, berichtet: Die öffentliche Strassenbe leuchtung wird von 10 Uhr abends ab mit Ausnahme der Strassenkreuzungen fast völlig eingestellt werden müssen. Ein verschärfter Patrouillendienst der Sicherheitsorgane wird für die Sicherheit des Publikums ein- gerichtet. Die öffentlichen Lokal« und VergnügungS- stalten sollen von dieser Zeit ab ebenfalls kein« Beleuch. t u n g mehr erhalten, sofern di« Kohlenkalamität im augenblick- lichen Umfange andauert. Gegen jede überflüssige Beleuchtung öffentlicher Stätten über den notwendigen Bedarf hinaus wird be- reits jetzt eingeschritten werden. Di« Kinos werden mit einer starken Einschränkung der elektrischen Kraft, vielleicht sogar mit einer Totaleinstellung zu rechnen haben. Zunächst wird nur eine Vorstellung erlaubt werden. Wenn die Verhältnisse für die Elek- trizitätSwerke sich nicht recht bald bessern, muh damit ge- rechnet werden, datz Berlin sich vor sehr einschneidende Einlchrän- kungcn gestellt sieht. Die Strasscnbahnen werden sich ge- zwungen sehen, ihr« Fahrpläne abzuändern. Di« Wagen werden in grösseren Zwischenräumen verkehren, der Betrieb setzt morgens später ein und hört abends früher auf. Aehnlich wird es bei der Hochbahn sein. Die letzten Wagen werden schon gegen �410 Uhr die Endhaltestellen verlassen, so dass auch die Theater ihre Vor- stellungen früher schliesscn müssen. Die Verhältnisse fordern, datz die vorhandenen Kohlen zunächst der Arbeit zu- geführt werden, d. h. dem Verkehr und der Industrie, und dass daS Vergnügen zurückstehen mutz. Auch wenn sich die augenblick- lichen Verhältnisse bessern, mutz mit Einschränkungen gerechnet werden, die nach diesem Grundsätze erfolgen werden. Die Eisen- bahndirektiyn Berlin hofft zunächst den alten Betrieb auf den Bahnen einhalten zu können und wird nur in den Verkehrs- armen Zeiten Züge auchallen lassen. Vom 1. Oktober ist aber auch hier mit starken Einschränkungen zu rechnen. Die jetzt bestehende Gassperre soll sofort gemildert werden, wenn die Zufuhr der Kohlen es irgend ermöglicht, da man einsieht, datz die Sperre den Haus- frauen grosse Schwierigkeiten bereitet und zahlreiche Gewerbtätige ganz ohne warme Nahrung bei Aufrechterhaltung dieser Mass- nahmen sein würden. ES ist in der Tat dringend zu wünschen, dass die GaS- sperre baldig st wieder gemildert oder ganz auf- gehoben werden kann. Aber das wird freilich nicht eher möglich sein, als bis Berlin wieder genügend Kohlen erhält. Mehr Rückficht auf unsere Schulkinder! Dur Schulnot in Berlin, die in der Kriegszeit dadurch gesteigert wurde, datz viele Schulhäuser zur Unterbringung von Militär oder von Bureaus benutzt wurden, äußert sich eine Mutter. Sie knüpfte an die im„Vorwärts" gebrachte Mitteilung an, dass auch jetzt noch Gemeindeschulhäuser ihrem Zweck entzogen sind, und meldet uns dasselbe von der Gemeindeschule in der K a st a n i e n- a l l e e. Im Oktober vorigen Jahres wurde ihr Mädchen dort ein- geschult, aber schon nach wenigen Wochen mußte daS SchulhauS ge- i postaboimenlen i 1 Damit die regelmäßige Zustellung des„Vor- 1 wärts" im nächsten Monat keine unlieb- g '4 same Unterbrechung erleidet, ersuchen wir'4 uns ere Postabonnenten, das Abonnement|» v. sür den Monat September zum 2 tz Preise von Z,— Mk. exkl. Zu- g K stellungsgebühr, bei dem K f. zuständigen Postamt 4. g schon jetzt zu g 4 bestellen.% ff) WilU g 4 1# 4 K Vorwärts-Verlag G.m b.H., Berlin 9 ß(sf*fs>st*/3)» abends an Halle 1� und S34 ab Halle 810 an Berlin 7« zwischen G r ä f en h a in i ch e n und Halle bis auf weiteres aus._ Im Kampf mit Polizeibeamten erschossen. Gestern nachmittag wurde der 20 Jahre alte Elektromonteur Werner K. von einem Polizeiwachtmeister in Moabit bei einem Diebstahl betroffen. Als Beamte ihn festnehmen wollten, widersetzte er sich. In der Notwehr griff ein Wachtmeister zur Waffe und verletzte ihn so schwer, datz er ins Krankenhaus in Moabit gebracht werden mutzte, wo er bald nach der Einliescrung verstarb. Der Massenmörder Schumann leugnet auch werter die Er» movdung des Volontärs Ritdorf und seiner Braut, obwohl seine Täterschaft ausser Frage steht Die Absuchungen des Falken- Hagener Waldes haben noch zu keinen weiteren Entdeckungen ge- führt. Nur fand man am Seeufer eine Mütze, die dem verschwun denen Volontär Ritdorf gehört. Die Oberkleidung des Mädchens lag in einem zusammengeschnürten Paket in der Nähe der Leicht des Mannes. Schumann will von dieser Höhle nichts gewußt haben, Demgegenüber steht aber die Aussage seiner Schwester, die bekundet, dass ihre Mutter schon davon gesprochen hatte, daß sich ihr Sohn Fritz zuweilen in einer Höhle aufhalte, die in der Nähe des Seeufers liege. Der Mörder des Inspektors Blau verhaftet. Der Lederarbeiter Max Leuichner, der des Mordes an dem Jnspelror Blau ver- dächlig ist, wurde in Königsberg verhaflet Er wird nnw Berlin übergeführt werden. Die Mitläter sind bislaiig noch n i Ä- bekannt Selbstmord zweier Greise und einer Greisin. Der 74�Jfi!HV. alte Böttcher Gustav O r t auS der Sonneburger Str. ö, schoss ützj ji der vergangenen Nacht eine Kugel in den Kehlkopf und. war vkitiU tot, als Nachbarn einen Arzt hinzugerufen hatten. Was ihn z> dem Selbstmord veranlaßt hat, bedarf noch der Aufklärung.— Di, Leiche eines 70 Jahre alten Manne? wurde gestern an der Schleusen insel aus dem Wasser gelandet Der Tote ist noch unbekannt. E' ist 1,68 Meter gross, hat lange weisse, volle Haare, einen lange: weissen Schnurrbart und einen Kaiser-Fvanz-Josef-Bart. Bekletdei war er mit Jackett, einer schwarzen Hose und abgeschnittenen Schaftstiefeln.— Ig der Frankfurter Allee 88 vergiftete sich die 70 Jahrc alte unverehelichte Emma B l a s ch« mit Leuchtgas, lieber der- Beweggrund zu ihrem Selbstmord hat sie nichts hinterlassen. Sehr gekränkt fühlt sich, wie er unS schreibt, der Gastwin F. Krüger durch die in den Zeitungen und auch im.Vorwärie veröffentlichte Nachricht, dass in seiner Gastwirtichaft(Berlin, Longe Slr, 26) einem Mann durch eine Gesellschaft von fünf Schwindle: ein Posten von 3000 Zigaretten„beschlagnahmt" worden setz W> begleiten nicht die Empfindlichkeit des Herrn Krüger, der in dc� Schilderung dieses Gaunerstreiches mit keiner Silbe erwähnt wa Selbstverständlich kann ein Gastwirl nicht für alles verantwortlich gemacht werden, waS in seinem Lokal vorkommt In der National-Galcrie war daS Dielmannfch« Bild»Rhein: fches Bauerngeböfr" gestohlen worden. Jetzt hat ein Herr, der f in gutem Glauben von einem Unbekannten kaufte, sich aus freie: Stücken gemeldet. Der Dieb selbst ist noch nicht ermittelt worden 621 Erleuchtung. Roman von Henri Barbusse. Verdeutscht von Max Hochdorf. Als das Geschütz wieder zu Atem kommt, ruft uns eine Stimme auf:»Vorwärts, marsch I" Die Kameraden aber brummen:»Diesmal werden wir alle dabei draufgeben I" Sie sagen es, aber sie wissen es nicht, Sic steigen mitten in dem Gelärm und dem Flammen- sprühen aus ihrem Graben. Der Feldwebel sagt:»Ihr werdet gut tun, das Bajonett aufzupflanzen. Also, vorwärts. Bajonett aufgepflanzt I" Die Zeit, um die Waffe einzurichten. Dann laufen wir los, um die übrigen einzuholen. Wir steigen bergab. Wir steigen bergauf. Wir stampfen vorwärts. Wir marschieren vorwärts gleich den anderen. Wir sind nicht mehr in dem Schützengraben. „Werst Euch auf den Boden I Auf die Knie!* Wir machen Halt Wir knien. Eine Rakete will unseren Schwärm mit ihrem unaufhaltbaren Blicke durchdringen. Bei dem Raketeniprühen sehen wir, einige Schritte von uns entfernt, einen gähnenden Graben. Man wäre beinahe hineingestürzt. Der Graben ist unbeweglich, er ist leer.— Rein, er ist besetzt— Ja. er ist leer.— Der Graben ist angefüllt mit einer Menge getöteter Wachtposten, Sicher- lich ist dieses Menschenbündel von der Erde aufgehüpft, als die Granate sich entlud, um die Gesichter und Köpfe schwer zu treffen. Man nimmt in dem tanzenden weissen Gestrahle wahr, dass der Blitz die Stirnen pnd die Schläfen durchbohrt hat. Er hat das Fleisch vom Gesicht herunter- gerissen, und auf dem gespenstigen Schlachtfelde bleiben nur entsetzlich verstümmelte Köpfe liegen. Der eine Kopf ist zerbrochen und durcheinandergewalkt, der andere ist wie ein Pfeiler auf- genchtet, und eine ganze Hälfte hat sich irgendwo in das Lichi aufgelöst. Am Ende dieses Menschenbündels hat die Verwüstung weniger heftig gewütet, nur die Augen sind aus- gelaufen. Die Köpfe blicken mit ihren hohlen Augenhöhlen und mit ihrem ausgedorrten Schatten vor sich hin. Die ttefen und düsteren Wunden in den Gesichtern sehen aus wie Grotten und Schlünde, sie ähneln grossen Löchern im auf- geworfenen Erdreiche oder auch mondförmigen Ausschnitten. Und an den Stellen, wo einstmals die Augen gestrahlt haben, sind jetzt schmutzige Sterne in die Gesichter hineingestteut. Wir stampfen in dies«« Schützengraden hinein, wir mar- schieren schneller. Jetzt brauchen wir uns nicht mehr um die Raketen zu bekümmern. Dieses Kundschafterfeuer hatte uns immer den Ruf zugerufen:„Ich weiss alles" und„Ich will alles", während wir doch gar nichts wussten. Jetzt ist aS?S geändert, die Gewohnheiten und die Gesetze. Wir marschieren ohne Deckung dahin, wir bücken uns auch nicht mehr, und wir gehen vorwärts über das freie Feld. Da begreife ich plötzlich, was man uns bis zum letzten Augenblick verborgen hat: Wir gehen zum Angriff vor! Ja, der Gegenangriff wird aus- geführt, ohne daß man es bisher gewußt hätte.--- Ich schicke mich an, den Kameraden zu folgen. Mein ein- ziger Wunsch ist, dass ich nicht getötet werde wie die übrigen Kameraden, und mein anderer Wunsch ist, dass ich mit dem Leben davonkomme, wie auch die anderen Kameraden! Aber sollte ich getötet werden, nun, dann mutz es sein! Vorwärts, vorwärts!...>. Ich reiße die Augen auf, aber ich sehe nichts. Vor meinen starren Augen drängen sich verworrene Bilder. Die Menschen rings herum sehen aus wie seltsame Teilchen eines Wasser- gewoges. In der Höhe und in der Tiefe irgendwelches Ge- schrei, das durcheinander schreit. Die Einschläge der Geschosse säen über die nächtlich dunklen, phantastischen Erdschollen ein Gesprühe und ein Geblitze. Erde und Hinmiel sind von Gespensterschatten angefüllt. Das Goldgekräusel entzündeter Pfeiler und Pfähle entfaltet sich. Vor mir befindet sich Plötz- lich ein Mensch, dessen Kopf in eine Binde eingewickelt ist. Er kommt aus der anderen Richtung. Er kommt aus dem fremden Lande! Er hat mich gesucht, und ich habe ihn auch gesucht, jetzt steht er ganz dicht vor mir. Plötzlich hat er sich auf mich gestürzt. Ich weiß nicht, was es ist, ist es die Furcht, dass er mich tötet, oder dass er mir entkommen könnte? Ich stürze mich mit verzweifelter Anstrengung auf ihn. Ich öffne die Hände und lasse das Gewehr fahren. Ich ergreife den Feind. Meine Finger bohren sich in seine Schultern und in seinen Nacken ein. Und ich entdecke mit einer überguellenden jfceitde die unvergängliche Menschengestalt, die auch diesem Feinde einverleibt ist. Mit allen Kräften halte ich ihn am Halse, ja, mit Kräften, die all meine Kraft übersteigen. Und wir erschauern in dem Schauer, der von mir ausgeht. Der Feind faßt nicht so schnell wie ich hen Gedanken, seine Flinte fahren zu lassen, er gibt nach, er stürzt nieder, ich klammere mich an ihn, als ob eS um das ewige Heil ginge. Das Wort, das in ssiner Kehle rumort, rasselt dort wie irgend etwas Gegenständliches. Er krampst eine Hand, an der nur drei Finger hängen, ich sehe deutlich, wie sich diese drei Finger, einer Gabel gleich, zu den Wolken emporrecken. In dem Augenblick, da er in meinen Armen schwankt und dem Tode noch trotzt, trifft ihn ein Donnerschlag in den Rücken. Seine Arme sinken nieder zur Erde. Gewaltsam wirft er den Kopf zurück. Aber sein Körper stürzt sich noch einmal, einem Geschosse gleich, oder auch gleich einem Übermensch- lichen Atemgeschnaube auf mich. Ich rolle zur Erde. Ich raffe mich wieder auf.'Wäj- rend ich mich hastig sammeln will, spüre ich einen leichten Stoß an der Koppel. Was bedeutet das? Ich marschiere vorwärts, immer vorwärts, und meine Hände bleiben leer. Ich sehe, wie die anderen vorüberwandern, wie sie an mir vorüberwandeln. Ich selber sehe aber nichts mehr. Und Plötz- lich fall» auch ich zu Boden.(Forts, folgt) I Metalldctricke dc? SkdenZ uni> SüdwestcnZ. Versammlung der fugendlichen Arbeiter und Lehrlinge heute Va5 Uhr im Jugendheim. Lindenstr. 8. Die juristische Sprechstunde findet heute von 8—5 Uhr statt. � Die Freimarken zur Erimierung an die Deutsche National- Versammlung 1919 werden häufig aur Freimachung von Sendungen nach dem Auslände benutzt. Sie haben nur im inner- deutschen Verkehr Gültigkeit. Im Krosten Preis von Treptow am kommenden Sonntag treffen Bauer, Nhpelfinn?, Wittig und V a w k e aniammen. Die n'er Fabrer werden außerdem das Brimo-Demkc-Erinnerungsrennen über Sö Kilometer hcslreitcn. Auch die Fliegerrennen ncrsprechen mtereffanten Sport. Nicht weniger als 32 Flieger haben gemeldet. Schöncierg. Der Städtischen Volksbücherei und Lesehalle wird demnächst eine zweite Zweigstelle angegliedert. Sie wird untergebracht im Friedenauer OrtSteil, Ecke Frege- und Hedwig- stroste. Als Zeirpunlt der Eröffnung ist der 1. Oktober in Ausfichi genommen. Friedenau. Ein Mandatinhaber, von dem die �Wähler abrücken. Gegen den neuen Gemeindevertreter, Schriftsteller Maximilian Maulbecker, der im Marz auf die Liste der S. B- D. gesetzt wurde und jetzt als Ersatz kür einen auSge- schiedenen Gemeindevortreter eingerückt ist. richtete sich-ine in Nr. 427 des„Vorwärts" veröffentlichte Erklärung des Wahl« verc'inSvorstandeS. Mauloecker fordert von un* die Veröffentlichung einer von ihm eingesandten Erwiderung, die er eine Berichtigung" nennt. Sie ist so abgesagt, wie wenn er trotz seines Schriftstcllcrwerks dasPrefigesetz. auf das er sich beruft, bisher nur von aufien gesehen hat. In seiner Zuschrift erklärt er, dost nicht die Wählerschaft von ihm, sondern er von einem Teil seiner Wählerschaft abgerückt sei. Als Grund seines Austritts aus dem sozialdemokratischen Wahlvercin gibt er an, dost dorr leine Gattin von einem Mitglied„angepöbelt" worden sei. Auf sein Mandat Hot Maulkecker, wie wohl er mit der Liste der S. P. D. gewählt wurde und jetzt aus der S. P. D. ausgetreten ist, nicht verzichtet. Aus seinem in Abschrift beigefügten Briefwechsel mit dem Wahlvereinsvorstand haben wir den Eindruck gewonnen, daß er besser getan hätte, sich einen Erholungsurlaub zu gönnen. Caputh, das abseits von den grosten Verkehrswegen liegt, soll fetzt an sie durch den Bau einer H a v e l b r n ck e bester angeschlossen werden. Bisher konnte man selbst die Caputher Haltestelle der Eisenbahnlinie nach Wildpark nur mittels der Fähre erreichen. Geplant ist. Caputh auch durch eine Strahenbahn mit Pot«- dam zu verbinden. Diese Verbesterungen werden nicht nur den Ortseinwohnern, sondern auch den Ausflüglern erwünscht sein. Wroh-Berliner Lebensmittel. Verlin. Ab heute dürfen die Kartoffeln für kommend« Woche ent- Nammen werden. Pankow. 25. bl» 81. August an Stelle von Frischfleisch 250 Gramm auSl. Pökelfleisch. ZllS Ersatz dafür können Hülsenfruchte in doppelter Menge entnommen werden. Slowowes. 1.— 15. September 375 Gramm Zucker(70), 800 Gramm Einmachezucker(Zuckerzufatzkarte). Abschnitt biS morgen Sonnabend abgeben. An Krank« sowie an werdende und stillende Mütter 1 Pfd. Haser- flocken. Bezugscheine KartenauSgabe 2. Sep'cmber, 8—1 Uhr. Hrsß-Serltner Patteinachrichten. 20. Abt. Karlen zum Sommerfest im Valhalla-Theater am 30. August bei Guzy. Wci.denweg 7, erhältlich. 23.— 36. und 43. Abt. Sonnabend: Sommerfest im Walhalla- Theater, am LeinbcrgSweg. Ausführung eines neuen Piograniius aus der Gartcnbiihne, eine? Kabaretts im Tunnel und der Posse„O schöne Zeit. o selige Zeit- im Theater. Karten im Vorverkauf bei allen Abteilung?- kassicrern zu haben. Preis 75 Pf., an der Kaffe 1 M. Für Theaterbesuch 1 M. cxlra. Neukölln. 37. Bezirk. Sonnabend, den 30. August, 71/, Uhr: Be- airkSnerlammiung Im Lokal von Beithold. KranoWstr" 1. Gen. Hehn: Unsere LebenSjnitieloerioraiing. Gemütliches Bcisammeinein. Mariendors-Ziidende. Heute Freitag(nicht morgen Sonnabend) 8 Uhr bei Hoch, Chousseestr. ii: Frauenzinanimenkunstz Rcserentin: Gen. Tod enhagen. Die Genossen und Vorwärtsleser werden ausgcsordert, ihre Frauen auf diese Veranflaltun? hinzuweisen. S. P. D.- Fraktion soziolistiscticr Lehrer Groff> Berlins. Mont.ig, 1. August, 71/2 Uhr, Iugendde'm, Lindenstr. 3: Wichtige Aus- sprachen. Erscheinen aller Mitglieder dringend crsorderlich. Nrbciisgc mein schalt sozialdemokratischer Lehrer und Lohre- rinnen. Morgen Sonnabend 4 Uhr im Jugendheim, Lindenltr. 3: Sitzung der Kommissionen. Tagesordnung: Erledigung ge'chästlicher Angelegenheiten. Ausstellung von Arbeitsplänen. Ausnahme neuer Mit- gliedsr. Fortsetzung des Vortrages„Wiffenschaftlichcr Sozialismus-, Ref.: Möglich-Britz, Sonntag, 31. August, vorm. 91/, Uhr, im Jugendheim, Lindenstr. 3. Gsttchtszeitung. Todesurteil gegen eiucn Doppelmörder aufgehoben. Zwei Berliner Mordtaten beschäftigten gestern das Reichsgericht. DaS Todesurteil gegen den Arbeiter Friedrich T r e b 11 S auS Grost-Lichterfelde Oit, der im Februar d. I. den Forstausseher Hein und den Gutsbesitzer G ö r d e in Derpischow crschosten hatte, wurde aufgehoben. Bestätigt wurde dagegen das Todesurteil gegen den Schneider Karl Paulus, der 1913, um mit Frau und Kind aus dem Leben zu scheiden, diese im Nikolassee ertränkt hatte, vor dem Selbstmord aber aus Furcht zurückgcscheut war. und der 1918 die GastwirtZfrau H 0 f f m a n n in Nordend mit einem Hammer erschlagen hatte. Eine neunköpfige Näliberbande, welche mit Revolver, Dolch und Cbloroform gearbeitet batte, wurde gestern auf einige Zeit unschädlich gemacht. Angeklagt wegen schweren Raubes waren die arbeitslosen Arbeiter Paul Esch holz, Willi Macher, Her- mann S t r ü m k«, Paul H e ch l e r, Artur H irte, Josef O t t 0 und Bruno Schmidt, ferner die Arbeiterin Tbella Reich. Sie hatten im Mai d. IS. den Schankwirt Brost und seine Frau in deren Lokal überfallen und eine Briestasche mit 27 SM M. geraubt. Das Urteil laulere gegen Schmidt auf 2 Jahre Zucht- haus, im übrigen gegen S t r ü m k e auf 15 Jahre, gegen Eschholz, Hechler und Hirte auf je 12 Jahre, gegen Otto auf 10 Jahre und gegen Macher auf 8 Jahre Zuchthaus. Thekla Reich wurde freigesprochen. b e r g von der Berliner Viktoria wurde in ein HauS gelockt, angeblich um mit dem Direktor Stahl zu konferieren. Dort erprestlen zwei maskierte Männer einen Scheck von l'/g Millionen und iperrlen Gerstenberg ein. Sie beabsichtigten, ihn mehrere Tage gefangen zu halten. Eerstenberg gelang es aber Hilfe herbei zu rufen, worauf die Täter entflohen. Die Eholcra-Epidcmie in Ehina. AuS London wird gemeldete Die„Times" veröfentlicht zahlreiche Einzelheiten über eine C h 0- lera-Epidemie in Ehina. Das Blatt behauptet, daß in Mulden über 159 Personen und in C h a r b i n mehr als 1999 ] Personen der Krankheit erlegen sind. Auch in der. Nähe von Peking und in der Stadt selbst wächst die Zahl der Opfer ungeheuer. Die Aerzte haben zwar zahlreiche Mastnahmen vorgeschlagen; da dies« aber nicht durchgeführt werden können, verfehlen sie ihre Wirkung. flizs alier Welt. ExplosionSunglück in Harburg. Nachts explodierte ein Benzintank des ExtraktionSgebäudes der Tboerlschen Oelfabrikcn. während im Betrieb gearbeitet wurde. Acht Perionen wurden gelötet, zwei werden noch vermistt. Der Schaden ist grost._ Erpressung. Ein mysteriöser Vorfall beschäftigt augenblicklich die Karls- bader Polizei. Der 72szhrige frühere Direktor Otto Gersten- Sriefkaften öer Reöaktwn. Die juristische Sprechstunde findet beute von 3 bis 5 Uhr statt. W. M. 1?. Fragen S'e bei der Redaktion der„Metallarbeiter- Zeitung' in Stuttgart' an. In Berlin erscheint im Verlage von Julius Svrinzer. Monbnouplatz,„Die WerkitattZ-Technik-, die besonders für Tech- nikcr und Ingenieure gelchrieben ist.— 3t. M. 3. Ja. Wenden Sie sich an die Eisetibahndirekiion, W 33, Schöneberger User 1—4, oder an die Reichs-Pvst- und Telcaraphenverwaltnng(Postministerium). IV KS. Lcip- ziaer Str. 15, unter Vorlegung der besonderen Absichten, bei welcher Ab- teilung Sie. einzutreten wünschen.— Salvan 2. Uns nicht bekannt; tragen Sie bei der Thcatcr-Buchband'una Eduard Bloch, Berlin 0 2, Brüderslr. 1, an.— 21. B. E. Dietrich Reimer, Wilbelmstr. 29; auster- dem sind solche Karten im Verlage von A. Flemming A.-G., XV 50, Geis- bcrgslr. 2. und Vclbagcn u. Klating in Leipaig erschienen. Besonders letztere ist lebr gut.— Bruno Lache, Zelterstr. i». Wenden Sie sich an die Auskunssstclle, Bernburger Str. 13, oder an die Landgelelltchasl. Eigene Scholle-, Frankfurt 0. O., Hatbesw. 7.— W. 1. Vereinigte Technische Lebranstasten Fritz Hoppe, 8 14, Matbicustr. 18, oder Götze? Privarschnle sür Maschinenbau, Auguststr. 3l. Am zweckmänigstcn ist der Besuch der städtischen Bcutbichule(Technikum) oder de? G-werbesaale?, Straß- mannitraste(Dauer e!n Jahr).— Ruppin 43. 1. Ja. 2. Nein. S. 1ö. Wiederholen Sie die Anfrage und geben Sie an, an? welchem Rechtsgrunde die Forderung entstanden ist. und ob, bezw. wie lange Gläubiger und Schuldner, beaw. einer dersetbcn Kriegsteilnehmer gewesen Ist.— Trupp 2. 1. bis 3. Nein.— Weichsel 9. Sie können sich srei- willig weiter versichern, indem Sie 10 Beitragsmarten in einem Jahr sort- laufend entwerten und für den Ilmtausch vor Ablaut von 2 Jahren vom Ausstellungstage ab gerechnet, sorgen.— Ndk. 8. Nein.— L. H. 42. Ja, nach erfolgter Veranlagung.— B. K. 268. Zkektamieren Sie, loweit sich die Veranlagung aus da? jetzt laufende Steuerguartal erstreckt. — M. Sch. Schvnlanke. 1. SchlichtunaSausschüsse waren au bilden am Sitz der aus Grund de? Gesetzes über den vaicrläiidüchen Hilssdtenst ge- bildeten Ausschüsse. Solcher Ausschuß war zu bilden für den Bezirk einer Ersatzkommission. Schlichtungsausschüsse bestehen ans je zwei ständigen und je einem unständigen Arbeitgeber und Arbeitnehmer des Bezirks. Ter Ausschust kann(nicht muß) einen unparteiischen Vorsitzenden wäblen. 2. u. 3. Bei Nichtanerkennung kann bei dem DemobiimachungSkommiffar der Antrag gestellt werden, den Schiedsspruch für verbindlich zu erklären. Ver- or du un ff vom 23. Sept. 1918. Die Verordnung ist im„Rcichsgesetzblatt" veröffentlicht.— Gesetz 25. t. Ja, sali? es sich um Beauslragte bandelt. 2. Falls die Aeusierimgen beleidigender Natur sind, kann Privatllage er« hoben werden. 3. Die Juacndsürjorge.— H. L. 15. Erkundigen Sie sich bei der dortigen Ortsbchörde.— Frieden 57. Ja.— L. L. 1. 1. Es empfiehlt sich besondere Versicherung, alsdann ja. 2. Bollen Ersatz. 3. u. 4. Nein. 5. Besondere Erwähnung ist ratsam. BZetteraussichte« für das mittlere Norddeutschland bis Sonnabend mittag. Von Westen natq Osten sorttch. eilende Trübung bei ziemlich lebhaslen südöstlichen Winden. Später im Wellen und längs der Küste zahlreiche, im östlichen Binnenlande nur vereinzeile Gewitter und Regcnsälle mit Abkühlung und sich nach Südwesten drehenden Winden. mm*—*-— 1-TM[nM«raMtBTgmT.F.->T,aEarantrKililullLa J r «WMe eingerichtet, 687® mit Schleiferei u. Vernickelung, Vlrstlberung l>siv.zu kaufen gesucht. Offerten unter fC. 33 an die Exp. d. Bl. JtroeSeu Photo» graphische Apparate und irtattoc. Aussührtiche Be- schreibung. Große, Gewicht, niedrigster Preis an: Nord- weit, Gen Dely, port- lomd. Oregon, Per. Staaten von Nordauieriia. 643® j öirskt an der Kaiserallee j Zisntenhaus mit geregelten .Hypotheken, 1. Hypothek bis 1930 fest, preiswert für 255 000 W. zu verlausen. Da« Grundstück hat Ofen- Heizung, Warnnvaffer und 14— 5-gimmerwohnuno.Gine Vier-Zimmerwohnung kann begoßen werden. Näheres durch Julius M. Bier, |j Leipziger StraCe 26, i Zentrum 12250/53. AIggeMeOM habe ich krankheitshalber ein hochherrschastklches Wohnhaus ohne Läden, mit stentralheizuna. 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Sein lauterer Charakter, seine treue Anhänglichkeit an die Partei, seine alle- zeit tatkräftige Mitarbeit sichern' dem Verstorbenett ein ehrende« Andenken. Di« Beerdigung findet statt am Sonnabend, den 30. August, nachm. 3 Uhr, auf dem Phiiioyus-Apostel- Kirchhof, Miillerstr. 44/45. Umzahlreiche Beteiligung ersucht 200/11 Die Abteilungsleitung. Bi__________ illj Statt besonderer Anzeige Am 25. d. Mte., abend« T1/! Uhr, verstarb plätzlich und unerwartet mein lieber, guter, treusorgender Mann, unser Bruder, Schwager, Schwiegersohn nnd Onkel, der Schneidermeister August im 53. Lebensje Thiel im 53. Lebensjahre. Im tiefsten Schmerz im Kamen aller Hwterblie- denen 137801) Thl cens. Berta; geb. Zimmermann. Berlin. del, den Aamäse, 22. August 1919. Die Beisetzung findet am Sonnabend, den 30. d. Mt»., nachmittag» 3 Uhr, von der Kapelle de» Et.-Phiiippus- Apostei-Friedhof» in der Miillerstraße 44/4» statt. SoalsUemsfikSt. Verein Berlin|S. P. v.l. «bleilnng 54. Den Mitgliedern die traurig« Nachricht, daß unjere Senosstn. Frau Auguste Fleck verstorben ist. 8738b Ehre Untern Andenken 1 Di« Beerdigung findet am Sonnabend, 30. August, nachmittag» 4>/, Uhr, aus dem Friedhof der Friedens- gemeinde In Nordend statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Uarstand. Am Donnerstag starb meine liebe unser« gute Mutter ji Auguste Fleck geb. Wichmamt In tiefem Schmerz «Ibsrt Aleck und Kinder. Von der Krise zuriiest Dr. Lcwlntkl, Spezlalnret für Haut- und Gescbiecbtslciden, Spittelmaritt 13. Sprechstunden Vil— 2.'/»»— 7. Spezialarzt Dr. Haink. 10—1, 3—7, Sonntag» 11— 1. i2Wm straöe 183. Ecke Artedrichstrastr. Dr. Grütering Spezialarzt. Invalidenstraße 35 Ecke ChausseestraBe am Stettiner Bahnhof.• 10-1.'.'iS—",7. Sonnt. 11—12. iieaet Pltfci, auch die hartnäckigsten, settglän- zende. Haut nnd sonstige Haut- unreinigkeiten werden am sicher- sten durch meine seit 25 Iahren viel tausendf. bewährt. Speziai- mittel beseitigt. M. 5,00. 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August ISIS, vormittags 10 Uhr. nach dem Wahlbnreau des Magistrats, Stralvuer Str. 41/4ö— Zimmer»— ei». Die» bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Berlin, den LS. August 1919. Ter Wahlkommissar für de« Wahlkreis Berlin sür die Wahlen»«r versaffnnggebcndendrutichcnNationalversammlong Liochnlng, Stadtrat. lTgb. Nr. 1104 Wahl. 19.) öekanntmachung. Mit Ermächtigung de» Herrn Staatekommissar» fstr da» Wohnungswesen wird auf Grund de»§ 5 der Bekanntmachung zum Schutze der Mieter vom 23. Sep. temder 191» in der Fassung der Verordnung vom 22. Juni 1919(Relchsgesetzblatt Seite 591) Ziffer 1 der fste den Bezirk der Gemeinde Bcrlin-Wilmcredorf er- lasscncn Bekannwtachung vom 5. Dezember 1918 wie folgt abgeändert: 1. Die Vermieter haben dem Magistrat(Wohnung»- amt) jeden Abschluß«Ine« Mietverträge» über Wohnräume, Laden und Werkstätten binnen einer Roche nach Abschluß de« Bertrage» anzuzeiaen. Die Anzeigepssicht erstreckt stch auch auf di, Ab. v-rmietung leerer und mvbliertcr Wohnungen und einzelner Zimmer. 2. Die Anzeige, der bei schristkich abgeschlossenen Verträgen eine Bertragsabschrtst beizufügen ist, muß folgende Angaben enthalten: a) Name. Stand und Wohnung de« Bermleter», d) Lage de» Hause» und der Räume(Straße, Hausnummer, Borderbmts, Seitenflügel, Quergebäub», Geschoß, rechts. Unk», geradezu), c) Zohl der Raum-, d) Ausstattung und gnbehtzr der Rstume(Warm- Wasserversorgung, Bad, Mädchenkammer, Diele, Gasleitung, elektr. Lichtleitung, Fahr- stuhl, Anzahl der Wohnungszugänge, Lage des Aborl», Keller und Boden, Garten- denutzung, Staubsauger, Müllschlucker und andere»), nisse». £ h) Gesamtnutzfläche aller Räume nach Quadrat- Metern(ohne Keller und Boden), I) welchen Zwecken die Räum» bisher dienten und zu welchen Zwecken fle fetzt benutzt werden sollen(bei Wohnräumen ist genau anzugeben, ob fi« nur zu Wohnzwecken oder ganz oder zum Teil zu anderen Zwecken, insbesondere ab» Fabrik-, Lager-, Werkstätten-, Dienst., Geschäft»-, Büro-, Verein»- pp. Zwecken Dcr- wenduna sinken sollen), k) Mietpreise der Räume Im Jahr« 1914 nnd die seitdem in den einzelnen Jahren bi» zum Abschluß de» fetzt vorliegenden Berttages etngettetenen Mietsteigerungctp I) neucr Mietpreis. in) etwaige Nebenleistungen de« Mieter,(hierzu rechnen auch Belohnungen, Provisionen. vi« dem Vermieter mittelbar oder unmittcl- bar zugeflossen sind), n) Name, Stand und neu« Wohnung de, bi,- herigen Mieter», o) Name, Stand und bisherige Wohnung de» neuen Mieters. 8. Ueberfteigt der vereinbarte Mietzins den Bettag. der für Wohnräum«, Läden oder Werkstätten der gemieteten Art und Ausstattung unter Berück- sichtigung der Nebenleistungen de, Vermieter» üblich und angemessen ist, so kann sowohl der Magistrat— Wohnung»amt— innerhalb einer Woche nach Eingang der Anzeige als auch der Mieter di» zum Ablauf zweier Wachen nach Ab- fchluß des V-rttag« bei dem Mieteinigungsamt beanttagen, daß der Mietzins auf die angemessene Höh« herabgesetzt wlro: etwaige Neben- leiiwngen de» Mieter» gelten al« Teil de» Miet- zinse», ebenso eine für den Nachweis der Miet- räume gezahlte Belohnung, soweit sie dem Ber- mieter unmittelbar oder mittelbar zufließt. 4. Au» einem Micwertraae, der dem Wohnung»- amt» nicht angezeigt ist, können von dem Ver- Mieter keine Ansprüche gellend gemacht werden. Der Vertrag wird auch w Ansehung der Ansprüche de» Vermieter» wirksam, wenn weder das Wohnungsamt noch der Mieter innerhalb der angegebenen Frist ein« Herabsetzung de, verein- barttn Mietzinse« beantragt, wenn die Anträge auf Herabsetzung zurückgezogen werden oder wonn da» Einigungsanll über die Anttiige entscheidet. Zuwiderhandlungen oder nicht rechtzeitige oder wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben können gemäß z 15 der Bekanntmachung zum Schlitze der Mieter mit Deidstrascn di» zu 1009 Mark bestraft werde«. Formulare für die Anzeigen können im Wohnung«. amtc. Brandenburgische Str. I, 2 Treppen in Empfang genommen werben. Diese Anordnung tritt am 1. September 1919 in Kraft. Berlin.Wilmersdorf, dm 11. August 1919. Der Magistrat. �nflOnntniffAf versende per Nachnahme in 10» u. 20.Psd.» MUtllSiliSul-i?°'e'en. ff. Speck 12/«, Schweine-Schmalz 1200, Holl. Käse 13,50, Kakao 12,00, Kaffee 10,50, 11,50, 13,00. Seife, Sunlight- Doppelstück 7,00. 72p roz. Marseilleu. I Pfd. 7,00. Toilcttenscife per Dutzend von 28,09 und höher.-»4/15 VMm Vogel/IX;��: 1000,- Mk. Belohnung. Donnerstag, den 28. d«., früh oegen 8 Uhr. ist vor meinem Haufe Ritterstr. 27 mmt«efporni gestobleu worden. Beschreibung: brauner Lattenwagen mit Firma, hellbrav.ne Stute, halbschwerer Belgier, kopiert. Schweif. schwarz. Kamm. Wiederdringer erhall obige Belohnung. Anrl Grohmonn, Ritterstr. 27. Teleph.: Mpltz. 523. Licliieailieg*!;. Freitag, den 29. August 1919, aicnds 7 Uhr,„Cafö Bellevue", Hauptstt. 2: �©s'saffiaKiiamg Tagesordnung: 1. Bericht des BoltskommissariatS. 2. Feste Anssprnche. Pflicht der gesamten werllätlgm Bevölkerung Lichtenberg: ist e» zu erscheinen. 217/5 Der kommunale Arbeiterritt. I. A.: Das vos?ski>mmlssorial. Elia». Richter. Wstoftome* naturgetreu, wie echte, ] Priedensknufachuk, bestes Material, pro Zahn 4 M. und 6 n.(keine Kriegsware)., Spezialität: Goldkronen von 30 Mk. an. Teilzahlnng gestattet. Garantie S Jähre. Schonendste BehandluilR, speziell f. Kranke u.NeryCse. 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Die Dürgenncisterstelle unserer Stadt wird hiermit zum 1. Okiober d. I. ausgeschrieben Der Bürgermeister wird in allgemeiner, geheimer und unmittelbarer Wahl mit absoluter Mehrheit gewählt. Wahlberechtigt ist sede männliche und weibliche Person, die das 20. Lebensjahr zurückgelegt nnd hier ihren Wohnsitz hat. Anstellung ersaigt auf 6 Jahre, Wiederwahl ist zuiäifig. Die Stolle ist nicht ruhtgehalls- berechtigt. Aniangsgehalt 4000 M., steiaend von 8 zu 3 Jahren um 400 M. bis zu 7200 M. Höchstgehall. Hierzu kommen noch die gesetzitchen Teuerungszulagen für Braunschweigisd/e Staatsbeamte und außerdem freie Wohnung und 500 53!, für die Verwaltung de» Standesamts. Dienstjahre können angerechnet werden. Die Gehaltsrcgulierung bedarf noch der Genehmigung durd> bin Rat der Poiksbeauftragicu. Bewerbungen mit Zeugnissen und Lebenslauf müssen dem Rate der Stadt bis zum 5. September porUegen. Seesen, den 25. August 1913. 635D Ter Rai der Stadt Seesen. Scharf. . J Sahtsteiis für meinen Ivsährigen Sohn IN Nähe Beriiil»,«öutner. beruf, gesucht. Grabowokt, Beriin 3, Gidoldstr. 5. sÄ/15 gesucht. 074D »eplil»«, Halensoe, Eiccroitr. 28(Sccsener Str 5). MSII- lölk ktt-Ste Im '°r Jahrsssls! ung«--"t Ehlermann, Leipziger SiraBe 87» MMOttlMen finden daucrube Besd)ästigung bei hohen Löhnen. Kaba A Landsberg, 23/1 1 Zimmerstt. 68. Urliß We:- MS WiM-SSveiöer sucht 23/14 ASvIk L Stern, Poststr. 24/25. SeldsKrMldMer ml» SAloWMer . tücht. feiMt, sucht 3729 Ltt. tücht. felbfL, sucht 37296 O. Llndcncr, Gollnowftr. 43. «SS,»»»SS»»»»SA« sPiano-ZusaßiniEnsetzer S tüchtige, finden dauernde Z Beschäftigung. 640D » Zeittee& Winkelmann, » Pianofottefabrik, * Brannfchweig. In unserer Verwaltung ist sofort die Stelle einer staatlich geprüfte» eösZUgiZllifiöZlös Säugling»-, Klein- it> Schwangeren�" für die linder- und sorge zu besetzen. Da« Gel beträgt jährlich 2100,- M., da ifür- Halt neben wird di« auf welleres eine Teuerungszulage von 2900,— M. jährlich gewähr,. Bewerbungen sind unter Bei- ftigung von Lebenslauf und Zeugnisabschriften bi» zunt 5. September d. Z. unserem Wohlfahrtsauit einzureichen. Persönliche Vorstellung erst nach Aufforderung. Spandau, 100/5 den 22. August 1919. _ Der BlogiflroL Anütr&gferinneii für den„Vorwärts" werden eingestellt in(olgenden Filialen: Rcwün• Ackerstr. 174, am Koppenplatz.— Prinzenr.tr. 31. Hof pari— Stoipmann. UCHlU. w, BlumenihalstraEe 8, Hof.— Markusstr. 36.— Dölz, immar.uelkirchstr. 24, Meile, Petersburger Platz 4.— Zinke, Undenstr. 3, Laden. SeMlieÖerg: Be!ziserSuaßc27. Verkurf n Wieder- Verkäufer findet nlcbt(tatt Nur sovtlt Vorrat! 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Pu Uhr: Unterm Baume der Erkenntnis Komlnehe Oper mi: ScbwarzwaliiaiäM Stg. 3'/,: Schwarzwaldmidel. ttaetspielhaus rm: So ein Kidel. Metropol-Theater. 7 uhr 20: Die Faschlngslee. Bfenea Operettenhann. 7'fcu.:DleüeevoniZIrlais. Stg. ZV,: Die keusche Susanne. Palant-Theater 7>/.uhr:WElneni!eEr!ie!L Oper. v. R. Danzider. Bchlller-Theat. CUarl. n uhr. Der Ändere. Thalia-Theater TV.».: Th. am Blöllendo zTplata TV, Uhr: BIß POPPC. Theater den Weesen n tv.u.s Die Frau iinlMiii Theater d. Prledrlohstadt i uhr: Vier Einakter. ■ Wallner-Thcater Premltre 7V, Uhr Eine Ballnacht (onntag ZV, Uhr: Geisha. fjggägiai Paul BUnsleld mit Ruth Braun{ in „Bechieitsnachf.{ Ludolf | und Hla KSltlsch| Karen Zabel Werner QroB Mnachl Vesta Geelna Kösters u. a. m. Conf: Flatow PIBgeliHenschel Ii und! Neumann. Volksböhne JbÄ LefztcWoche: Operngastspiel. uh'f: Der Knhreigen. Sieuaintc-Thoater Sommerspielr; H. Sjernber* Nur noch bis 31. Au ust i»i?. Gastspiel Guide Thleischer: 8 Uhr: Chorlcys Tante. Montag, I. September; Beginn der Wintersplelzclt 7 Uhr; Beer äjai. Derotsclies Klinatier- Theatur. ADahandlich 8 Uhr Max Adalbert m: Die Rutschbahn. Montag, I.September: Beginn der Winterspielzeit 7V, 0.: Das Schloß amWannsce Residenz- Theater. Untesgrundb. KlesterstraSe, Stadtbahn Jannowitzbrtcke, W""212. Maie Das lere IM. Schauspiel von Sudermann. Bugen Burg, Ransl ArnstSdt, Olga Limburg, Rosa Valetti, Harry Liedtke. Sonntag 4 Uhr: Gespenster. Voigt-Theater Sabftrafic 58. Vi, Uhr: Das FanDtto. Sorher: Varletö-Vorstelluni Ctöffnung 3 Uhr, Anfang 5 Uhr. % Theater am KottbuserTor Tel: Moritzpl. 14814. Allahenolich 7 h, Uhr Elite- Sänger 9 ehem. Mltel. der Stettiner Sänger Sonnt,7.9,nchrn.3: Erste Nachm.-Vorst. zu ermäß. Preisen. Jed. Erwachsene 1 Kind Treii Blfithgren-Konzert Casino- Theater Lothringerstraße. TägL'/�U.: Großstadt-Pflanzen Volksstfick in 3 Akten. Vorher; Schwarzwaldbable. Operettenakt m.ViktorLitzek. Dazu erstkiass. Spezialitäten. Sonntag V�: Mädchenehrc. 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Kurflnttgdua .VoUendorfpiztz Arme Thea nach dem Roman von Rudolf Stratz mit LotteNeumann Ernst Hofmann Regle: Carl Froalloh Monnd.rpliu/ Schtoabtri Der letzte Zeuse dchaaHpiel mit Albert Bassermann Friedrichstnsse Vendetta BchaD spiel mit Pola Negri Emil �annlngs Harry Liedtke Magnus Stifter Weiab.rgiwea 3. Woche Delog- Fllm- Operette Wenn Männer streiken von Alfred Berg Moslk von Karl Otto Krause Haacnbelde Ä Rausch •mt Asta Nielsen Allred Abal Carl Meinhard Regle: Ernst LublUeh Wochentags t, 8 uhr Sonntaq. 4, 8, 8 Uhr Am Friedrichshain 29/32. Heute, Freitag, ringen: Gamets(Schweiz) gegen Albano(Luxemdg.) Douglas(Südamerika) gegen Loewe(Breslau). Paradanoff(JtuSlonb) gegen Schlkat(Tilsit). Znmbusch(Hanna ner)| gegen Stelnke(Stettin).[ Begimn der Kämpfe 9 Uhr. Barher da« grahe Spezialitäten- Programm und die zugkräftige Operette. 6ciup£sijc3Q/3i Die neuesten und besten Films Erstkiass. Künstler-Orchester 20 namhafte Kammermusiker Sehenswerte künstier. tnstattung Sm?jr/P Abteilungen. 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