Nr.444.36.Ia�rs. Bezugspreis i BiemltalirL»/— M. monotL M- S*t frei tn» Kau», vorau» jofctbat. Psft- bejug: Monatlich K— Ml.«rfL ga> stellungsgedübr. Untec Rceujbanb flit Deutschland und Oesterreich-Ungar» «Lä Ml. fitr da» lidrig, Ausland 10 25 Ml. bei tilg ltch einmal. Zustellung «25 Ml. Poftbeftellunge» nehuie» an Dänemarl, Kolland, Luxemdurg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Poft-Zeitungs-PrrtaliA«. Der„Vorwärts- mit»er Sonntag»- deilag».Boll u. Zeit- erscheint Wochen- täglich zweimal. Sonntag» Telegiamm-Adresse: �dozialdernatra« SctOa'. v WUi Betitneu Volksblstt. ( 20 Pfennig) SwzeigenpretS: Die achigespatien» Nonvareillejetl» lostet 120 M! Allein««»,-ig»n». da» tengedruckt» Wort«0 Psg. iiulässig lt settgedruckte Worte), sedeo weiter« Wort tv Psg. Stellengesuche und Schlasstellenanzeigen das erste Wort td Psg. ledes weitere Wort 80 Psg. Wort» llber 15 Buchstaden zählen für zwei Worte. 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In alle« andere« Abstimmungsgebiete» ist di« Abstimmung i» der Weise vorgesehen, daß die Bevölkerung in unbeeinflußter Abstimmung sich für Deutschland oder das Ausland entscheiden kann. Nicht aber in Eupen und Malmedy. Dort übt Belgien, wie wir schon in einem Artikel nnsere« BlatteS ausführlich dargelegt habe», einen T« r ro r unerhörtester Art, um die gut deutschgestnnte Bevölkerung, unsere Brüder, zu knechten. Die Art, wie Belgien beabsichtigt, dort die „BollSabstimmung� durchzuführen, ist glatte Erpreffung. Tort soll die Abstimmung nicht geheim sein. Di« Bevöllerung soll vielmehr in offene Listen sich einttagen und dadurch einseitig erklären, ob sie bei Deutschland bleiben wolle. Dabei wird gleich- zettig offen angedroht, daß diejenigen, die sich für Deutschland erklären, für den Fall, daß daS Gchiet an Belgien fällt, mit Kind und Kegel abgeschoben werden. Damit trägt man Angst und Tchreckeu in die deutsche Bevölkerung und will erreichen, daß sie in ihrer Angst sich der Abstimmung über. Haupt«nthältt. ES ist ein ganz»»erhörtes Bersahren, alle Leute, die sich zur AbstimmungSsrage nicht erklären, einfach als für Belgien Stimmende zu erklären. Durch de« Terror soll erreicht werden, daß die Bevölkerung, die dort HauS und Hof rnd ihre» Wohnsitz hat, sich der Abstimmung fern hält, um nicht die Ausweisung und den Verlust her Heimat zu riskieren. Da» nennt man das SelbstbeftimmungSrecht der Bölltt. Das ist kein Selbstbestimungsrecht, das ist brutale Erpressung» daS ist der größte Skandal, der in dieser an Skandale« so reichen Zett zu verzeichnen ist. Die deutsche Oeffeuflichkeit muß aufgerufen werde«, rechtzettig gegen die drohende Gefahr für unsere Landslente Stellung zu »ehmeu. WaS sagt daS Ausland dazu und was sagen inSbe- sondere die Regierungen der Mächte, die den Friedensvertrag unter- zeichnet habe» und feierlich alle Garantien für die Selbstbestimmung der Bölker versprochen haben? Dort in Eupen und Malmedy wird mtt den Äuechtungs- und BersklapungSabsichten gegen die deutsche� Bevölkerung neue Saatvergifteuden Hasses ausgestreut. Wenn die hoheu Worte vou Friede» und Gerechtigkeit nül,t zu er- bärmlicheu hohle» Phrasen werde» sollen, dann muß Belgien gegen. über mtt aller Rücksichtslosigkeit verlangt werden, daß die Schrofs- betten gegen die deutsche Bevölkerung einzustellen sind und daß die Abstimmung nicht zu einer elenden Komödie wird. Die ftbwehr öer Pfalz. Mannheim, 30. August. Die Pfalzzeutrale meldet: Heut« vor. mittag fand mit Genehmigung der französischen Behörden, eine Ber- trauenSmännerversaMmlung in LudwigShafen statt, an der rund 2000 Männer aller Parteien und die Führer aller Gcwerk- schatten teilnähme� Die machtvolle Versammlung führte zu einer eindrucksvollen Kundgebung für daS Deutschtum in der Rheinpsalz und zu einer scharfen Abrechnung mit den FranzöSbingen und ihren Protektoren. Mit rücksichtsloser Offenheil wurde die bisherige Ber» getvaliigung in der Pfalz gegeißelt und u�it voller Einmüligkett eine Entschließung angenommen, in der es heißt:„Dir Arbeiterschaft Ludwigshafens wird am Montag wieder die Arbeit aufnehmen. Sie erwartet jedoch von de« französischen Behörden, daß alle un- schuldig Berhafteten sofort auf freien Fuß gesetzt werden. Ist da» bis Montag nicht der Fall, wird die Arbeit in der ganzen Pfalz ein- gestellt. Wettere Bcrgcwalt'gungen der persönlichen Freiheit werden durch entsprechrnde Aktionen der Arbeiter- und Bürgerschaft beant- Wartet werden. Die Preß- und Bersammlungsfreiheit ist sofort herzustellen, ebenso die volle Bewegungsfreiheit für die RegierungS- und Berwaltungss�vllen." Die Versammlung bedeutet einen vollen Erfolg der relchStreuen Vervölkerung in der Pfalz, besonders der Arbeilerslhast, die sich einmütig mtt Einschluß der Unabhängigen hinter ihre Führer stellte._ tteue Unterstaatsfekretäre. .Die Ernennung der beiden Unter st aatSsekretäre im Reichs» irlschaftS- und ReichsernährungS ministe- rium ist nunmehr amtlich erfolgt. UnterstaalSsekretär im Reichs- wirtschaftsminister, um wird Pioftsior Dr. Julius Hirsch von der Unlverfiiäl Köln. Professor Hirsch war seit 1öl6 im Reichs- ernährungsamt als Sachverständiger für Hanvelsfragen tätig. ?um Unterslaal»,eftetär im Reichseri'ählUNgSmmisterium ist der iSherige Stellvertreter de« preußischen SlaatSkomm,siarS für P o l k S e r n ä h i u y g. Dr. Peters, ernannt worden. PeterS ist vom l. Sepiember lSlg ab UnterstaalSsekretär und stell- verlreiender StaaiSlommlsfar jür VolkSeraähruttg in Preußen goweien/ Die französische Kammer unö üer Zrieüen. Ein Sozialist für französische Propaganda im Rhein- lande. Paris, 30. August.(HavaS.) Die Kammer fuhr gestern in der Erörterung des Friedensvertrages fort. BarrvS sagte, daß er dem Vertrage trotz seiner Mängel zustimme. Die Regierung müsse eine rheinländische Politik verfolgen, die fich auf die Wünsche der Bevölkerung stütze, die nicht bei Preußen, aber doch deutsch bleiben und eine gewisie Automonie ttn Rahmen Deutschlands ge> nießen wolle. Albert Thomas erklärte, daß er mit der Propaganda in de« Rheiulanden einverstanden fei. Er lehne aber jeden Druck auf die Bevölkerung ab. Ferner meinte der Redner, daß die Zerstörung der deutschen Einheit mit den Interessen Frankreichs im Widerspruch stchen würde. Er bemühte sich zu beweisen, daß die neuen Elemente in Deutschland eine Reugestaltung deS deutschen Volkes voraussehen ließen. Unter dem Beifall der Kammer sagte der Redner, daß der Krieg zum erstenmal als Verbrechen behandelt werde, und daß er sich einer Aburteilung des Kaisers nicht entgegensetze, da einmal die Frage der Beräntwortlichkeit gestellt sei. Deutschland müsie Frankreichs Forderungen gerecht werden. ■< Die Rückbeforüerung üer deutschen .. Kriegsgefangenen. Versailles, 30. August. Die Interalliierte Kommissioo zur Rückbeförderung der deutsche« KriegSgefaugeue» Hot vormittags im Ministerio« für auswärtige Augelegenhettrn ihre erste Sitzung abgehalten. Frankreich ist in dieser Kommission ver- trete« durch Oberst Jouvi» und Herr« Alphand. vie Einnahme von plefkau. Die Einnahme von Pleskau ist nach„Politiken* ein schwerer Schlag für die Armee des Generals Judenitsch gewesen. Sie soll gänzlich aufgerieben sein und gewaltige Vorräte verloren haben. Räch der gleichen Quelle finden zwischen der Sowjetregierung und der estnischen Regierung Friedens- Verhandlungen statt._ Parlamentswahlen in Ungarn. Budapest, 23. August. Die Wahlen zur Nationalversainmlung- welche die Regierung für ihre dringendste Aufgabe hält, sollen im Laufe deS September durchgeführt werden. Sefehuvg Sulgariens durch Frankreich. Versailles, 80. August. Nach einer Meldung aus Sofia hat der französische General Franchet d'Esperey beschlossen. Buk- garieu durch sranzöfische Truppen bis zur Ratifizierung des Frieden» Vertrages besetzen zu lasse». In Sofia, Warna und Sckiumla sei der Belagerungszustand proklamiert worden. Die Lgence des Baican« meider, daß es bei der Entwaffnung der bulgarischen Truppe« zu Zwischenfällen gekommen sei. Die oberschlesischen Aufruhrer in Polen. Ein amerikanisches Urteil. Sattowitz, 30. August.(T. 11.) Gelegentlich eine« Besuche« der ntentekommission im Kattowitzer GerichtSgefängni« hatte die ommiifion Gelegenheit, mir einem 17 jährigen gefangenen Burschen zu sprechen, der ein deutsche« Flugzeug bei Eichenau abgeschossen hatte, wobei die Insassen, 2 deutsche Offiziere, den Tod geiundcu halten. Räch der„Kattowitzer Zeitung* äußert« sich ein ameri- kanijcher Offizier, daß er es nicht verstehe, warum man diesen Verbrecher nicht kurzerhand erschieße. Bei dem Besuch der Kommission in Rybnik erklärte der Adjutant de» belreffenden Grenzschutzabichnitte». daß nach genauen Feststellungen die polnischen Truppen jenseit« der Grenze nicht«ehr in der Lage find gegenüber de»»ach Pole« geflüchtete»»derschlefische» Banditen die Ruhe aufrechtzuerhattr«._ Zwei amerikanische Regimenter für (pberschlesien. Amsterdam, 30. August. Da« Pressrbureau Radio meldet au« Washington, Kriegs sekretär Laker habe zugegeben, daß zwei amerikanisch» Regimenter Mit Bestimmung für Oberschlesi e« abgefahren find. Ihre Entsendung ist auf Ersuchen de» interalliierte« RateS erfolgt, de« auf Aaratea deS Geuernl« Pershi», stattgegebe»«orde» sei. Rußland und die Internationale. Havas, die offiziöse französische Depeschenagentnr, meldet, daß der konzentrische Vormarsch der alliierten Truppen gegen Petersburg uno Moskau begonnen hat. 330 000 Mann sind zu die' cm Zweck zur Verfügung gestellt, die sich mit den mannigfachen Heerhaufen der Gegenrevolution vereinigen werden oder schon, vereinigt haben, daneben natürlich unnennhare Mittel an Geld, Verpflegung und Munition. Die Proteste der Ententcsozialisten sind also wirkungslos geblieben wie der Hauch aus dem Spiegel, und eS erhebt sich die bange Frage, was weiter werden soll. Die Jnternatio- nale hat den Weltkrieg weder verhindern, noch abkürzen können, noch war sie imstande, ihn mit einem Frieden abzu- schließen, der auch nur im bescheidensten Sinne ihren Grund- säßen entspricht. Die Aktion gegen� das bolschewistische U n g a r n wurde ohne sede Behinderung bis zizm voHfln Erfolge durchgeführt. So bleibt der Sieg über Sowjet- Rußland das einzige, was. dem Ententeimperialismus noch zu schaffen übrig bleibt, um seine schrankenlose Weltherrschaft anzutreten... In diesem kritischen Augenblick zeigt- der internatlonolc Sozialismus— fruchtlos wäre es, sich darüber täuschen zu wollen das Bild vollkommener Ohnmacht und Zerrissen- heit. Mit gutgemeinten Zeitungsartikeln, Reden und Bc- schlüssen, die-ohne Folge bleiben, ist nicht das geringste er- reicht. Entwickeln sich die Dingern den bisherigen Linien weiter, dann wird es mit Rußland schließlich gehen, wie es mit Ungarn gegangen ist, dem internationalen Sozialismus wird nichts weiter übrig bleiben, als auf einem Trümmer- Haufen in die'Klage' auszubrechen: Wir habey es nicht gewollt!-.- Es stünde uns deutschen Sozialdemokraten schlecht an. enn wir so tun wollten, als ob uns nichts mehr aus dem Gerzen läge als die Erhaltung des russischen Bolschewismus. Von solcher Heuchelei wollen wir uns so weit entfernt wie möglich halten. Nichts Lieberes könnte uns geschehen, als wenn Nußland heute aus eigenem Willen die Pfade des Bolschewismus verließe, um auf den Wegen der Demo- kratie dem Sozialismus zuzustreben. Das hindert uns nicht. der Aktion der Entente mit äußerstem Widerwillen und mit schwerer Sorge gegenüberzustehen, denn erstens verwerten wir grundsätzlich die gewaltsame Einmischung in die inneren An- gelegenheitcn' eines fremden Volkes und zweitens verkennen wir nicht die ungeheure Gefahr, die aus einem Siege der Reaktion in Rußland für das arbeitende Volk der ganzen Welt, besonders für das unseres eigenen Vaterlandes er- wächst. Denn die Entente bringt auf den Spitzen ihrer Bajonette Rußland nicht die Freiheit, sondern die Monarchie und die schrankenlose Herrschast des.Kopitalismus. Der Sieg würde daher einen surchtbaren Rückschlag für die dem o- kratische Entwicklung Ost- und Mitteleuropas und für alle sozialistischen Hoffnungen mit sich bringen. Was tun die Ententesozialistcn, um diesen Sieg zu verhindern? Wir sehen einen Teil von ihnen mit starken revolutionären Worten um sich werfen, aber revolutionäre Worte sind noch keine revolutionären Taten. Wer glaubt noch, daß der Verlauf der militärischen Aktion gegen-Rußland durch die Wcttrevolution gestört werden könnte?- Mit pathetischen Versprechungen ist aber weder Rußland noch uns geholfen, und wenn es mit der Weltrevolution so wenig ernst ist. wie sich mit jedem Tag-ileutlicher zeigt, dann täte man besser, nicht soviel llber sie zu reden, sondern liebet die Dinge so zu nehmen, wie sie sind. Wenn die Ententesozialisten nicht willens und nicht im- stände sind, den hoffnungslos scheinenden Kampf Rußlands zu einem Sieg des Weltbolschewismus zu wenden— ejn Verfahren. das zu empfehlen uns ganz fernliegt— und wenn man sich nicht auf eine phrasendampfurmvölkte Passivität be- schränken will, dann bleibt nur eines möglich: der Versuch. an Stelle des blutigen Kampfes der Gewalten die aus- gleichende Vermittlung zu setzen.- Dieser Versuch hätte sich dann an beide Seiten zu wenden, an die öffentliche Meinung der Ententeländer und— sowest sie noch vorhanden ist— an die öffentliche Meinung Rußlands. Auf der einen Seite wäre die öffentliche Meinung der Entente- länder mit aller Macht dahin zu beeinstusten. daß man jede sich bietende Möglichkeit eines unblutigen Ausgleichs er- greifen müsse, auf der anderen Seite wäre den Russen ehrlich zu sagen, daß sie im Rücken ihrer Angreifer gar keine Hilfe zu erwarten haben, und daß ihr Spiel vollkommen aussichts- los ist. wenn es nicht noch mit moralischen Mitteln zu ihrem Vorteil gewendet werden bann. Die ruffischen Mächtig bvr sind heute vielleicht der S3er- nunft sehr wenig zugZrtgfich, aber die Not, die denken lehrt, ist ihnen nicht mehr fern. Sie werden dann vor �:r Wahl stehen, alles zugrunde gehen zu lassen oder wenigstens aus dem Trümmerfall die demokratische Republik— die do 1 auch ihnen lieber sein muß als der Zarismus— und sozialistische Entwicklungsmöglichkeiten zu retten. Persönlich stehen sie vor der Wahl, ob sie, bildlich gesprochen, ihre Fahrt mit einem Gleitflug oder mit einem steilen Sturz beende.? wollen. Die Möglichkeit der Rettung ist für sie gegeben, wenn sie auf ihre Gewältberrschaft verzichten, bevor sie durch fremde Gewalt dazu gezwungen werden, und wenn sie dem russischen Volk sein SelbstbestimmungSrecht geben, bev.c noch fremde Diktatoren in Petersburg und Moskau erklären können:„Jetzt bestimmen wir!" Die weltpolitische Lage würde eine neue Wendring bekommen, wenn die russische Regierung ohne äußeren Zwang die allgemeinen Wahlen zur konstituierenden Nationalver- s a m m l u n g ausschriebe. Die Internationale kann, wenn sie überhaupt etwas tun will, nur zweierlei tun. Entweder sie muß dem russi- schen Bolschewismus als aktiver Bundesgenosse beispringen — und daß dieser Weg gangbar ist, haben wir schon gezeigt— oder sie muß versuchen, als Vermittler aufzutreten, um das Unheil, das der Welt aus einem Sieg der russischen Gegenrevolution droht, zu verhüten. Es besteht durchaus keine Gewißheit, daß ein solcher Versuch von Erfolg gekrönt sein müßte, und heute wäre es vielleicht noch aussichtslos, aber die Bilder wechseln sehr rasch. Selbst wenn er scheiterte, bliebe das Bewußtsein wach, in einer schwierigen Situation die letzten Möglichkeiten für einen heilsamen Ausgang er- schöpft zu hoben— und er wäre' wenigstens ein Zeichen von politischer Aktivität, die immer noch besser ist, als die alleS lähmende Hilflosigkeit. Während die übrige Welt den schweren Weg zum Frieden angetreten hat, rast im Osten der Völkermord weiter. Wir hören von Gefechten, bald werden wir wieder von Schlachten hören, von Tanks und Granaten, von Fliegerangriffen und zahllosen Menschenopfern. Der Gedanke, daß sich der inter- nationale Sozialismus auch jetzt wieder auf papierne Pro- teste beschränken soll, ist unerträglich. Auf diese Weise bliebe er in jedem Stadium des Weltkriegs, auch in diesem letzten. nur leidendes Objekt, würde er nicht handelndes Subjekt. Daruin fragen wir die Ententefozialisten— nicht waS für Artikel sie schreiben und WaS für Reden sie halten wollen. sondern was sie z u t u n gedenken, damit nicht der Sieg der Waffen ihren Nationen die freie sozialistische Entwicklung der Welt zur Erstarrung bringt. Wir fragen sie danach nicht a?is Liebe zum Bolschewismus noch aus nationalem Eigen- nutz, sondern um der gemeinsamen Sache willen, deren Schutz jetzt m ihren Händen liegt..», die Volschewisten machen Litauen ein Krieüensangebot. Die bolschewistische Armee ist von den litauischen Truppen um- zingelt und entscheidend geschlagen worden. Die Lage der Bolschewisten ist so bedroht, daß am LS. August der Kommissar AugarietiS im Auftrage TrotzliS und Lenins angeboten hat. sofort Frieden zu schließen. Die litauischen Truppen rücken immer weiter vor und habe« Grintoli, Muranvoka— See Svili— Suoeiki— Jmbrodi— Steinensee— Vanagelischli— Seeb Smolni besetzt. Die Haupt- trnppen stehen ungefähr zehn bis zwölf Kilometer vor Dünaburg. Man rechnet mit der baldige» Einuahm« von Düna» bürg. Die Mißhandlungen und Traukamleiten der polnischen Legionen sowie die Uebergabe litauischer Gebiete an Polen führte von neuem zu Kämpfen zwischen Polen und der litautschen Bevölkerung in der Gegend von keiny und Laidy. In diesen Tagen wird auch die reguläre litauische Armee den Kamps mit Polen beginnen. Wachsen unö weröen. vunkel in öiefen Tagen segeln öle Wolken über öie Welt. von Schreien, Sie wtmmernS verhallen, flnS Sie StvnSen Surchgellt. Schrei« nach Zreihekt«nS Wagen, Schreie nach glückhaster Fett. Schreie nach StunSen Ses ZrieSens ohne GeSorfcn an ToS und ltetS. tzerz, hebe Sie müSen Schwinge«, Licht wächst hinter Sen Wolken groß. SeSulS ist schmerzlichstes ZorSern, hoffen See /iermstsn Los. herz, bann« Sie kleinlichen Sorge«, schaffe So Sir Sas Leben neu; herz, bleibe Su auch in bösesten Kämpfe« Seinem Stauden ans Sute treu. Ernte fährt jeden Sommer der rastlose Mensch in Sie Scheuern ein. �uch wir werden sthaffe» und ernten und von unserer Arbeit Seglückte sein. fluch Leid trägt fruchtschweren Segen, Leid macht nur den Kleinen klein. Wir wollen wachsen und werden und unüberwindliche Ueberwinder sei«.... _ Haat Gathmann. Fünfundzwanzig fachte Schillertheater. Bor 95 Jahren wurde in Berlin das Schillertheater «gründet, das zum erstenmal versuchte, der großen Nasse der Bevölkerung billige und auch gut« Bsthnenkunst zu vermitteln und den sthwoten Kampf gegen die Hatbkunst und Schundliteratur auf- zunehmen. Der Begründer dieses nützlichen Unternehmen», Raphael Läwenfeld.lst schon tot. aber der schöne und vornehm« Gebanl«. der sein Werk geleitet hat. lebt heut« noch fruchtbar totittu Denn Löwenseid, der sich bot feister Arbeit zur Volks. erziehung mit s» trefflichen Männern wie dem HnmnelSforscher und Menschenfreund Wilhelm Förster beriet, konnte einem wirk- llch edlen Zwecke dienen. Er schuf«in Theaterunternehmen, an dem «ratze in spielt-en, die zur gut«? Dichtung gerechnet die Vorgänge im Saltikum. An zuständiger Stelle erfahren die„P. P. N.": Nachdem den deutschen Truppen m der Gegend von Mitau mitgeteilt worden war, daß im Berlause der Räumung des Baltikums in den nächsten Wochen ihr Abtransport erfolgen würde, unterbreitete der Führer der Eisernen Division, Major Bisch off, dem, Vertreter des ad- wesenden Genera!» Grafen v. d- Moltz eine Erklärung, daß er den Abtransport seiner Truppen angehalten habe. Gr trug im Namen der hinter ihm stehenden Offiziere und Mannschaften folgendes vor: „Die lettische Regicrung hatte mit der deutschen Regierung einen Bertvag abgeschlossen, der für die im Baltikum stehenden Truppen al» Dan! für ihre Kampfteistung eine Reihe von Ber» sprechungen enthielt. Durch die Unterzeichnung deS Frieden» ist dieser Vertrag annulliert. Die deutsche Regierung hat damit die aus dem Vertrage entspringenden Verpflichtungen gegenüber der Truppe ihrerseits übernommen. Die Regierung scheint nicht gewillt zu sein, der Truppe ihr Recht zu gewähren. Die Trupp« sieht sich daher oeranlaßt, ihr Recht selbst zu wahren. Die zu ergreifenden Schritte richten sich nicht gegen die Negierung. Die Truppe will auch keine Gegenrevolution hervorrufen. Sie will lediglich auf die JnnehaltungderihrgcwordenenVersprechungen dringen." Major Bischofs unterbreitete weiterhin ei« Reih« von Forde- rungen, die im wesentliche?? auf die Bereithaltung von 30 Prozent Stellen der Reichswehr und Sicherheitspolizei, Bestehenbleiben der Division als solcher und Unterbringung an der ostpreußischen Grenze, um gegebenenfalls die Grenzen des Vaterlandes schützen zu könne??. Bereitstellung von Siedlungsland innerhalb Deutschlands, Unter- drückung der Bohkottbewegung und der Pressehetze gegen die Truppen Hinausliesen. V«? den vorsetzten militärischen Stellen ist die unbedingte Befolgung der gegebenen Abtransportbefehle gefordert Word. hinaus aus den Parlamenten. Ein Berliner Parteigenosse schreibt uns: Wenn jetzt die Führer der Unabhängigen dem Be- schluß ihrer Funktionäre eine andere Auslegung geben wollen. so werden sie bei ihren Anhängern nicht viel Anklang fitlden. Von den Arbeitern, die sich so gerne als„revolutionär" be- zeichnen, wird verlangt, daß die Abgeordneten der Unabhängigen aus den Parlamenten aus- treten sollen. Am Dienstag, den 26. August, war ich in Kvei Versammlungen der Unabhängigen. In der Ver- sommlung in der Waldemarstr. 75 wurde unter allgemeiner Zustimmung der Antrag gestellt, daß die Abgeordneten aus den Parlamenten austreten sollen. Der Vorsitzende ließ aber über diesen Antrag nicht abstimmen. Daß er angenommen worden wäre, unterliegt keinem Zweifel. In der Versamm- lung im Gewerkschaftshaus wurde derselbe Antrag gestellt und nrit allen gegen 6 bis 7 Stimmen m?genommen. Auch der Referent Zachow erklärte in seinem Schl??ßwort, daß seiner Meinung nach ihre Abgeordneten nichtlndieQuassel- buden gehör«m. Diese FÄlle zeigen deutlich, daß die Anhänger der U. S. P. nicht haben wollen, daß ihre Abgeordneten nur schwänzen sollen. Nein, sie wollen haben, daß sie aus den Parlamenten austreten. Außerdem fiel mir in beiden Versamml?trigen die g e- drückteStimmung auf. In der Waldemarstraße erntete der Referent für sein Schlußwort gar keinen Beifall. Als der Vorsitze??de z?un Abonnement für die„Freiheit auffor- derte, wurde ihm von allen Seiten zugerufen:„Nicht die „F r e i h e i t", sondern die„Rote Fahne" wollen w i r." Im Gewerkschaftshaus kritisierte ein�Redner mit den schärfsten Worten die Schreibweise der„Freiheit". Die „Freiheit" sei niöht revolutionär genug. Beso??ders soll da? ein J??serat der„Freiheit" über Ludendorffs KriegSerinne- rungen beweisen. Die Mehrheit der Unabhängigen marschiert eben mit festem Tritt ins kommunistische Lager. Daher denn auch das Verlangen nach Austritt aus den„Quasselbuden". Auch den kormnunale??. werden mußten, und die wenigstens den Gesch???ack der Masse nicht verdarben, wen« fie eh? reines Unterhaltung so ergnügen befrie« diäte??. Er begann tmt mutige Konkurrenz gegen manche Ge» schaftsthester, die??icht Volkskunst, sondern nur Kolportage- und dramatische Hintertveppengeschichten darböte??. Er tvar vor allen Dingen auch e?ner der stärksten Anreger jener Bewegung, die zuerst in Berlin»nd da?«? hn Wriyen Deutschland rat Begründung der „Freien Bühnen" und ähnlicher Unternehmungen führte. Erst wohnte daS„Gchillerth vater" mitten im Osten der Haupt» stadt, in der Wallnertheater st raße, wo der gute und der schnoddrige Berliner Witz und Possengeist jahrzehntelang gepflegt worden war. Zu Begh?n des neuen Jahrhunderts konnte daS Charlottenburger Schillertheater eingeweiht werden. ein«? der ersten BüHnerchäuftr, das nicht mehr in altertümlichen Logen und Rängen aufstieg, sondern wie ein richtige? Amphitheater gebaut?var. Der gute Platz sollte nicht mehr ausschließlich dem freigebigsten oder verschwenderischsten Zahler offen sein; man wollte «in Stück sozialer Gerechtigkeit üben, indem man die Gesetze �der Akustik und Optik für jedermann, für jede? Augs und jede Börse gleickimoßig anwandte. Dar Begründer des Schttlertheaters war der fleißigste Erklärer und Uebovsetzer Leo Tolstois gewesen. Und aui den pädagogisch«? Schriften seines Masters hatte er sich mit jenem Geiste genährt, der Lollvkum't nur duldet, we?m neben der mitspiele??den Phantasie auch die Sittlichkeit und die Erfahrung de» Genietzende?? bereichert werde??. So richtete Löweufeld noch besondere volkstümliche Unter- Haltungsabende«in,«m denen die Freunde des SchillerthectierS in manche Gebiete der Literatur und der Musik«i??gefuhrt wurden. Die RatSsale der Stadtparlameitte wurden zum erstenmal für der- artige Veranstaltungen erschlossen. Das erschien ansang? sehr kühn. Heute, da keiner mehr wagt, die Rechte'des Volkes aus solche be- lehrenden und«rgriickenden Unterhaltungen zu bestreiten, werde da» Verdienst??och t\maM festgelegt. ba§ den Bemühungen Lö Wense ld« zukommt. Seine Gedanken und Pläne zur Volksaufklärung durch die Kunst sirrd in unseren Tagen mäcbtig ausgebaut worden. Er konnte an einem Abend nur etwa 2000 Kleinbürger erfreuen. Und schon träumen verwegene Volksfreunde davon, an den vier Ecken jeder Riesenstadt und an jedem Abend 20 000 Männer, Frauen und sogar Kinder des Volkes durch Kunst zu erbauen und gleichzeitig zu«zieh«»._ Der„Liebesrekgen�. Der Hauptdarsteller und Verfasser d«S Stückes, das im„Theater am Lietzensee* zur Aufführung kam. sagte in seh?er BegrüßungS- rede, das Stück stände zwischen Theater und Bar?ete. Er hat es da- mit u??willkürlich charakterisiert. Es hat nämlich weder mit dem Theater noch mit dem Bartetä etwa» zu tun. E» sind scharf ge. pfefferte Ezenon, die dem Darfteller sein verwandlungStalent be. itwiisen soll«?«. Die Musik sind leichte und ftainpfweisen, die ebenso- wenig wie da» Stück selbst etwas mit Kunst zu tun haben. Zu be» merken ist, daß eine Negerin eine der Hauptrollen spielt, die im zweiten Akt mit den Hauptdarstellern zu Bette geht. Ei scheint ab« de« sehr vsrnchmen Publikum sehr zn gefalle», de?«« e» Sie schlafen. Heute regnet'S Postkarten. Auch Brief« stellen sich ein. Re- gistrieren wir: I. N e u k ö l l n, 20. August. Hier kann man genau solche' Schilder sehen wie in Dahlem, Hamburg. Berlin Schöneberger Ufer usw. Am alten Rathaus. Ein» gang Erkstraße, ist noch immer zu lesen: König l. Polizei- b a u a m t II. Charakteristisch ist, daß in demselben Gebäude —Eingang nur um die Ecke— der„revolutionäre Arbeiterrat" sein Domizil hat. Die Mannschaften der Wachabteilung der Kommandantur sind noch immer mit dem Militärbeamten-Abzeichen geschmückt. Auch hier wäre eS endlich cm der Zeit, daß man die Krone abschafft. Im übrigen ist es eine starke Zumutung, von Leuten mit einer treu republikanischen Gesinnung zu verlangen, daß sie dieses Abzeichen tragen sollen. II. Göttingen, 20. August. Hier gibt eS immer??och ein„Königlich Preuß, Amtsge- rich t, ein Königl. U n i v e rs i t ä t S- Kuratorium, ein Kunsthlsto- rischez Seminar der Königl. Universität, ein Königl. UniversitätS- Reitinstitut". In Reindausen bei Töttingen prangt am Amtsgericht weithin sichtbar das Short„Königlich". Gewiß sind das Aeußerlickkeiten, doch wird es hohe Zeit, daß endlich die allen Firmenschilder verschwinden. Besonders muß das aus dem Grunde verlangt werden, weil wir seit dem lg. August unsere Verfassung haben, in der ausge- sprachen ist. daß auch die Gliedstaaten de? Deutschen Reiches Re> publiken sind. Die Minister könnten doch wohl mit allem Nachdruck ihre nach- geordneten Instanzen darauf hinweisen, daß sofort die alten Be- zeichnungen„Königlich" bzw.„Kaiserlich" zu entfernen sind. Selbst dann, wenn das dem Unipersitäts-Kurator oder dem Leiter des UniversitätS-ReittnstitutS nicht passen sollte. Wir haben lange ge- nug„Königlich" reiten müssen oder besser, sind lange genug„Kaiser. lich" getitten und niedergeritten worden. Da ist es an der Zeit, daß wir endlich republikanisch reiten. Wenn die Behörden nicht dafür sorgen, wird eines Tages die Selbsthilfe derjenigen einsetzen, die diese Lächerlichkeit oder he ab- fichtigt« Provozierung nicht länger dulden wollen. III. Zossen, 29. August Trotzdem der hiesig« Arbeiter-?md Solidatenrat sich schon vor ungefähr S Monaten an den Justtzminister gewandt, haben wir hier immer noch ein„Königl. A m t S g e r i ch t". Außerdem konnten wir am letzten Sonnabend beim Abrücken der Reichswehrtruppen beobachten, daß über öO„P a r te i f a h n e n" der Deutsch» nationalen Volkepartci mitgesührt wurden. Ueber die Hälfte der Fahnen war nagelneu. Wie lange soll diese Provokation noch dauern? Oder wollen diese Herrschaften dem Exkaiser u??d-könig zeigen, daß fie unter seiner Regierung„Durchhalten" gelernt haben. IV., Lüchow, 29. August Im Kreise Lüchow sieht man??och an zahlreichen öffentlichen Gebäuden den Adler mit der Bezeichnung: Kaiserlich. In Wustrow i. H. prangt noch ip aller Schönhe?t vor der Post daS Schild: „Kaiserl. Postanstalt", trotz Arbeiterrat. V. Schwedt, 29. August Hier haben wir«in Kaiserliche»" Posta??tt?tnd»in„Königl." Kronstdeiko?nmitzrentaint. VL Berlin, 29. August Ich erhielt dieser Tage eine Vorladung des Amisgerichts Berlin- Mite zu einem Termin. Ii? dieser Vorladung kommt dreimal die Bezeichnung„Königliches Amtsgericht" vor. Wenn die Vordrucke in dieser Fassung noch nicht aufgebraucht sind, so könnte der gute Wille der Gerichtsbeamten dadurch zun? Ausdruck gebracht werden, daß sie anordnen, daß das„Königliche" von den Schreibern durchstrichen würde. Aber an dem guten Willen da hapert'S eben. Um den Herren wenigstens zu zeigen, daß im Publikum daran Anstoß genommen wird, habe ich das„Königl." jedesmal dick rot unterstriche??. So werde ich da? Formular zurück- geben. Vielleicht nützt das etwas._ klatschte wie besessen. Man kann auch anderer Meinung sein und daS ganze Stück als eine Schamlosigkeit bezeichnen, die dem sittlichen Niveau des vornehmen Berliner Westens entspricht. Spielhöllen. Negertänze, noch nie dagewesene Pikanterien. damit ist die Kunst, die man diesem vornechmen Publikum zu bietej? wagt, vollständig gegeben. Zeichen de« Zeit!_ Notizen. — Vorträge. Der Lehrgang von Dr. E. lllbrich über„E ß- hare und schädliche Pilze" im Botanischen Mulsum in Dahlem beginnt am Mttwoch, den 3. und 10. Sept., um b Uhr, am 17. Sept. um S Uhr. Zur Besichtigung der ausgestellten Pilze ist der Hörsaal am 3.?md 10. Sept. von%5 Uhr an, am 17. Sept. von läb Uhr an geöffnet.— Am 4. und B. Sept. hält Frhr. von Reitzen- stein«inen Lichtbildervortrag über„Liebe und Ehe" im Blüthnersaal. — Im Dom veranstaltet der Domorganist Walter Fischer c-n nächsten Donnerstag, abends 8 Uhr, das erste der wöchentlichen Orgelkonzert«. Eintritt frei gegen Entnahme eines Pro- gramms. — Dt« Sturmabend« finden vom 3. Sept. ab wieder regelmäßig jeden Mittwoch, abends%8 Uhr, Potsdamer Str. 1342, statt. — Eine neue Theater Zeitschrift. Von der neuen Bühnenzeitschrift.Frei« deutsche Bühne", die Max Epstein und Emil Lind herausgeben, ist soeben das erst« H-ft erschienen. DaS Programm der Zeitschrift ist auf eine Vergeistigung der Bühnenarcheit und deren lebenssteigernde Rückwirkung auf dos gesamte Volkstum gerichtet. Herbert Eulenburg gibt eine Silhouette Ludwig Tiecks, Willi Handl analbsiert die Komikertype?? Guido Tielscher». Mat Adalberts und PallenbergS. Ernsthafte Film?r?t?k versucht Herbert Jhering und Edgar Jstel begrüßt Max Schillings, den neuen Berliner Opcrndirektor. mit einigen Fragezeichen... — Ein neues Wort. Wir leben in der Ze?t der Ver- staatlichuna. Zahlreiche Privatbetriebe gehen in die Beimrtswaf-> tung des Reiches über, und ei kann nicht fehlen, daß d?escr Vorgang auch seinen sprachlichen Ausdruck findet. E?n suddeutsches Blatt, das„Freiburger Tagblatt", hat ihn bere?t, gefunden: ES überschreibt einen Leitartikel in seiner Nummer 220:„Welche Garantien muß Baden bei der Verreichlichung se?ner Bahnen ver- langen?". �' — Der unentbehrliche Zucker. An den Men Folgen der Hungerblockade ist»tveifelloS auch der Mang:! an Zucker schuld. Daß der Zucker für den Kulturmenschen zu den unentbehrlichen Nährstoffen gehört, war bereits bekannt: ,etzt hat auch Dr. Roux. der Direktor de» Pariser Pasteur-JnstitutS. auf die bedeutsame Rolle de? Zucker? für die Ernährung hingewiesen. Er knüpfte an eine Arbeit von Dr. Di-rry an. der experimentell festgestellt hat. daß der Zucker nicht nur als Kräst?gungsmittel eine Rolle spielt. sondern auch aufbauend wirkt und die Funktionen der Organe beeinflußt. Für die Nutzbarmachung der Eiweißstoffe und Fett« im menschlichen Körper ist er unerläßlich, und ohne ein gewisse» Minima?» dies«, wichtigen Nährstoffes entstehen schwere physiÄo- gische Schädigungen de» Organismus. vu, Berlin, 26. Sugust. dem grofeen SitziumSsacrl de» Propinzial-Schul- tolle „Vom Verband der Deutschen Bankbeamten erhalten wir heut» die Mitteilung, daß Genosse Marx nicht doppeltes Gehalt in vollem Umfang bezogen hat. Er bat als Mitgl'ed de» VollzuoSrateS l200 bis 260 M.) sowie alS Angestellter seiner Organisation sein Gebalt nur in gekürztem Umfange bezogen. Wir bedauern, im Fall deS Genossen Marx, von teilweise» falschen Boraussetzungen geleitet in unseren Behauptungen zu weit gegangen zu sein." Der VollcugSrat der S. P. D. Arbeiterräte. flus Gberfchlesien. Die Lebensmittelunrnhtz« in Oppeln. In Oppeln ist es, entgegen anders lautenden Meldungen, zu Zusammenstößen zwischen Militär und Bevölkerung nicht ge- kommen; vielmehr ist Militär Lberhaapt nicht auf« geboten worden. Weder die Straßen noch die öffentlichen Ge- bände sind militärisch besetzt worden. Die Unruhen bestanden lediglich in Umzügen, einer oft mehrere hundert Köpf« zählenden zählenden Bevölkerung, die die Inhaber von Lebensmittel- geschälten und Schuhwarenläden zwangen, die Waren zu billigen Preisen zu verlauten. Die Stadtverwaltung und der Volk» rat haben Sorge getragen, daß eine ausreichende und billigere Versorgung der Bevölkerung eintreten wird. Heute herrscht vollkommen» Ruh». Aufschub der Strafvollstreckung. Wie der Telegraphen-Union au» SoSnowice gemeldet wird, kam hier General H a l l e r mit seinem Siabe an und konferiert» mit dem Chef der Militärmission der Entente. General Eoodehar. Dieser begab sich darauf nach Kattowitz, um � mit den deutschen Behörden über da» Schicksal derjenigen Aulrührer zu beraten, die von den oberschlefischen Stand- g»richten zum Tode verurteilt waren. Auf seine Veranlassung wurde die Vollstreckung der Straf» hinausgeschoben. StahlwerkSverbanv und Schiebe rtn«. In der Kritik der Ver- füssung bei Roichswirtschastsministerium», daß der Stahlwerk». verband um wertere vier Monate als verlängert zu gelten Hab». kommt die von der Schwerindustrie bezahlte„Post" zu folgendem immerhin aufsallenden Ergebnis:„Mit einer„freien Wirtschaft" ist eine solche Maßnahm« nicht vereinbar.— Schiebertum b leibt also Trumpf." Der Stahlwerkkvevband wurde be- kamrtlich im Jahre 1904, also zu einer Zeit, wo e» auch noch nicht die Spur einer Zwangswirtschaft gegeben hat, gegründet. Da» ist doch«in Beweis, daß der Dtahlwerksverband eben«in Produkt der berühmten freien Wirtschast ist. Das Dchreiberlem der„Post" weiß davon nichts. Daß darin da» Schiebertum Trumpf ist und«» besonder» während de» Kriege» gewesen ist, haben wir unsererseits ja immer behauptet! Wir freuen uns aufrichtig über die Bestüti- gung unserer Behauptung durch den StahlwerkSofsiziosu». Keine Berufung. Durck die Blätter ging in den letzten Tagen die Notiz, daß ein Herr Wilhelm vurghard all Referent für O b e r sch l es i e n in da« preußische Ministerium de» Innern berufen worden ist. Diese Meldung ist unrichtig. Burghord ist im Ministerium de» Innern überhaupt nicht bekannt. parteinachrichten. EinigtingSversuch in Nürnberg. In Nürnberg hat dieser Tage eine Betriebsräte»« csammlung die Vereinigung aller drei sozialistischen Parteien be- schlössen. Mit Recht stellt sich unser Nürnberger Parteiorgan, die „Fränkische Tagespost", zu diesem Beschluß reckst skeptisch. Sie weist darauf hin, daß«ine unmittelbar wirksame Einigungtaktion nicht durch die Betriebsräte eines einzelnen Orts, sondern nur durch die Parteiorganisationen deS ganzen Reiche» unter- nommen werden kann. Grundsätzlich vertritt sie die Anschauung, daß die Einigung nur erfolgen kann auf dem Boden der Demokratie. Auch die unabhängige Ortspresse stellt sich zu dem Einigung?- versuch ablehnend. Die Auffassung der„Fränkischen Tagespost" dürste von der ganzen Partei geteilt werden. Die Einigung ist«ine sehr schöne Sache,-aber nur zu oft habe« wir schon die Erfahrung machen müssen, daß sie auf einen Versuch hinausläuft, an den kommunisti.' schen Triebwagen und den unabhängigen Anhänger noch einen sozialdemokratischen Anhänger zu hängen. Die Sozialdemokratie kann nicht im Namen der Einigung kommunistische Abenteuer mit. machen, die mit entsetzlichem Unglück und heilloser Ver» wirrung in den Reihen der eigenen Partei enden. Eine wirklich« Einigung kann nurgentral erfolgen und rnjr auf einer Grundlage, die den gemeinsamen Kampf dex sozio- listischen Parteien auf dem gegebenen Boden der demokratischen Reichsverfassung sichert. Ander» bleibt sie nur ein schöner Versuch oder ein bedenkliche» Experiment. SewerWW tj�tty�lUhfi Tagung öer Telegraphenarbeiter. Der Bund deutscher Telegraphenarbeiter, Vorarbeiter und Hand. werker trat vom 21. bis 2S.� August zu einem ordentlichen Bundes. tag in Hamburg zusammen/ Die Tagung befaßte sich zunächst mit dem Geschäftsbericht und der Neugestaltung der Organisation für die Zukunft. Der Bundestag wählte eine siebengliedrige Kommis- sion, die Vollmacht erhielt, Richtlinien aufzustellen und über die Einigungsfrage zu verhandeln. In der weiteren Aussprache über Anschluß an die freien Gewerkschaften Deutschlands wurde ein Antrag einstimmig angenommen, wonach der ncuzu wählende VerbandSvorftand beauftragt wird, Verhandlungen mit der Generalkommission der freien Gewerkschaften Deutschlands aufzunehmen zwerks Anschluß als selbständige Organisation der deutschen Post- und Telegraphegbediensteten. Dem Reichspostmini- stsrium sollen u. a. folgende Forderungen unterbreitet werden: Volle Anrechnung der Arbeiter- und Handwerkerdienstjahrs auf das Besoldungsdienstalter und Ruhegeholltsdienstalter, ebenso auf Witwen- und Waisenbezüge. Weitere Erhöhung der Gehälter und Löhne sämtlicher Beamten und Arbeiterhandwerler einschließlich Aushelfer und weibliche Per» sonejr,-uneingeschränkte Gleichstellung der Hilfskräfte, ihrer Bezüge mit den ständig beschäftigten Personen. Umwandlung der Tagelöhne in Wochenlöhne für alle Arbeiter, Handwerker und Arbeiterinnen und dementsprechend Mitbezahlung der auf Wochentage fallenden gesetzlichen Feiertage. Neufestsetzung der Monatsgehälter der unteren Beamtenschaft nach den Grund- fätzen wie folgt: Der letztbezogene Wochenlohn eineS Arbeiters oder Handtver- kers mal 4 gerechnet mutz für die Zukunft den AnfangSmonatS- geHaltSsatz bilden und diese Sätze steigen nach besonderer Ver- einbarung und Tarifabschluß nach Diensftahren, so daß Härten, wie sie heute bestehen, zwischen Arbeiterbezügen und Beamtenschaft aus- geglichen werden. Es wird weiter zum Ausdruck gebracht, daß die kürzlich gercgel. ten Zulagen bei Arbeiten über die Zweikilometerortsgrenze zu großen Härten und Unzuträglichteiten geführt haben und daß neue Verhandlungen aufgenommen werden müssen, um annehmbare Grundlagen zu schaffen. Weiter Erhöhung der monatlichen Teuerungszulage für alle Bediensteten und Zahlung von einheitliche« Sätzen in Kinderzn- lagen. Besserstellung der Telsgraphsnarbeiter. Erhöhung ihrer lau- senden Bezüge, uneingeschränkte Anerkennung der Arbeiter als ReichSbeamte und Anrechnung ihrer Arbeiterdienstjahre auf daS Ge- hälis und Lohndienstalter bei der Beförderung vom Arbeiter zum Vorarbeiter. Berufung von Beamten und Arbeiterbsiräten in den Oberpost. direktionen und Reichspoftmiflijterinm. Als 1. Vorsitzender wurde Heiden, als 2. DluzewSki gewählt, 1. Schriftführer Klose, 2. Will, Kassierer Morgenländer, alle wohn- Haft in Berlin. Die Organisation soll fortan den Namen „Zsutralverband deutscher Post, und Telezraphenbediensteten" Sitz Berlintragen. Der bisherige Sekretär Vallenthin wurde von d« Versammlung als Verbandssekretär deS neu gegründeten Z entrakv«:. banoeS wieder bestätigt. � „Ein voSSarbeitSamt». Unter Bezugnahme auf die in unserer gestri- gen Morgennummer unter»biger Ueberschrist veröffentlichte Notiz aus der Berliner Gewerkschastsronnnission teilt uns die Deutsche Waffen- still st andskommissian mit, daß an der am Montag, den 1. Septembgr d. I. in ihren Räumen stattfindenden Besprechung über den Tarifvertrag beim Wiederaufbau nur eingeladen« Ver- treter teilnehmen dürfen. Diese Besprechung ist weder von dem.Voltsarbeitsamr' veranlaßt worden,»och hat sie mit demselben etwas zu wn.__ Fortdauer des Streiks im chemischen Großhandel. In der überaus stark besuchten Versammlung der streikenden Arbeiter und Angestellten referierte Fritz Schmidt über daS Resultat der Verhandlungen. Heber die WirtschaftSbeihilf«, so betonte der Redner, wollten die Arbeitgeber nur im Zusammen- hang mit den Lohnsätzen verhandeln. Bezüglich der Klassifizie- rung wurde eine Einigung erzielt. Das Angebot der Arbeitgeber blieb um 40 bis 1 M. unter unseren Forderungen. Für die weiblichen Angestellten sollen noch 25 Proz. weniger bezahlt wer- den. Mit dem Vorschlag deS unparteiischen Vorsitzenden, binnen 10 Tagen einen Tarifvertrag abzuschließen, hatten sich die Unter- nehmer einverstanden erklärt. Jedoch wollten sie die Kündigungen nur so weit zurücknehmen, als es ihnen beliebe. Die Arbeit- zeber würden dadurch die Möglichkeit haben, alle� diejenigen, die sich im Streik hervorgetan haben, nicht wieder einzustellen. Er könne die Aufhebung des Streiks unter diesen Umständen nicht empfehlen; in dieser Situation müsse der Streik in verschärfter Form weiter geführt werden. Wenn die Aufnahme der Arbeit beschlossen würde so hätte auch der Schlichtungsausschuß keine Ursache einzugreifen, da derselbe nur eingreisen könne, wenn eine Störung der Produktion vorliege. M i l l a n(Transportarbeiter) betonte, daß die Einigkeit zwischen Arbeiter und Angestellte, wie der Beschlutz auch aussalle, weiter bestehen werde. Es seien leider schon ein Teil Arbeiter und Angestellte in die Betriebe gegangen und gerade diezenigen, die es am wenigsten notwendig hätten. Laut Statut werde eine Abstimmung über den Streik vorgenommen werden, sollten nicht zwei Drittel fiir die Fortsetzung desselben stimmen, so müsse der Streik abgebrochen werden. Schulze vom Gewerkschafts- b u n d empfahl ebenfalls die Fortsetzung des Streiks. I» der Diskussion wurde von allen Rednern die Fortsetzung deS Kampfes gefordert. Die Geheim abstimmung ergab folgendes Resultat: kaufmännische Angestellte: 450 Stimmen für Fortsetzung des Streiks, 20 für Beendigung, 2 ungültig; Arbeiter und gewerb- licheS Personal: 367 Stimmen für Streik, 23 dagegen, 1 ungültig. Der Streik wird also sortgesetzt.— Wappner führt noch aus, daß der Streik jetzt mit der- schärften Mitteln fortgesetzt werden soll. Es soll für jeden Be- trieb ein Streikbureau errichtet werden, um die Betriebe besser kontrollieren zu können. Die Pferdefütterung und Notstands- arbeiten sollen in der neuen Woche ebenfalls eingestellt werde». A« alle Bureanhilfskräfte der Gemeiudcbureaus Groß-Berlins! Kolleginnen und Kollegen! Wir richten an euch alle die Mahnung, die Augen offen zu halten. Es machen sich in euren Kreisen seitens unverantwort- licher Elemente immer mehr Bestrebungen geltend, die dahin zielen, euch unter dem Deckmantel besonderen RadikaliSmusseS oder gefälliger Harmonieduselei von der freien Gewerkschaft zu trennen. Diesen Bestrebungen müßt ihr den schärfsten Wider- stand entgegensetzen, indem ihr euch immer fester zu eurer be- rufenen Organisation zusammenschließt. Gerade zur jetzigen Zeit, wo für die Kollegenschaft ernste, schwere Kämpfe um Aner- kennung des TarifeS in absehbarer Zeit zu erwarten sind, stellen derartige Machinationen unverantwortlicher Drahtzieher ein Ver- brechen an der gesamten Kollegenschaft dar. Dem mutz seitens der Kollege« der schärfste Widerstand entgegengesetzt werden. Nur der Anschluß an einen der unterzeichneten Verbände bistet die Gewahr für eure wahre Interessenvertretung. Zentralderband der Handlungsgehilfen, Ortsgruppe Groß-Berlin. Verband der Bureauangsftellten Deutfchll, OrtSgr. Groß-Berlin. Tarifbewegmig der Kaliangestellten. Der Hauptausschuß der Angestellten der Kaliindustrie nahm im Beisein geladener Vertreter der kaufmännischen und technischen Angestelltenverbände in Magdeburg zu einer Erhöhung der Bezüge Stellung. Man war einig darüber, daß die Kaliindustrie infolge der im Juli in Kraft getretenen bedeutenden Preiserhöhung sehr wohl in der Lage ist, den Angestellten angemessene Gehaltszulagen bewilligen zu können. Ferner wurde beschlossen, die bestehenden Täbife zu kündigen und ab 1. Januar 1920 neue Tarife mit dem Arbeiigebsrvsrband zu vereinbaren. Zur Ausarbeitung der Tarife wurde eine besondere Kommission gebildet, die mit den Arbeiten bereits begonnen hat. Mit Rücksicht darauf, daß durch die eingetretene Preiserhöhung sowie durch die den Kaliarbeitern bewilligten bedeutenden Lohn- erhöhungen auch für die Angestellten eine neue Situation ge- schaffen ist, gelangte eine Resolution einstimmig zur Annahme, ,n der es am Schluß heißt:„... Die anwesenden Vertreter der AngestelltenauSschüsse der Kaliindustrie beauftragen die Organi- sationen der kaufmännischen und technischen Angestellten, sofort in Verhandlungen mit den Arbeitgebern einzutreten zum Zweck einer alsbaldigen Revision der jetzt geltenden Tarifverträge. Da aber die drückende Notlage, in der sich die Angestellten befinden, eine sofortige Berücksichtigung zum dringenden Gebot macht, for- dern die Angestellten die sofortige Auszahlung einer wirtschaftlichen Beihilfe in Höhe von 25 Pro�. der gegenwärtigen JahreS-Larbezüge und beauftragen bis Organr- sationen, Verhandlungen auch in dieser Richtung mit de» Arbeit- geberu sofort einzuleiten"._ Zentralverband der Handlnngsaehilfe«. Verband der Vurcauangestellten. Gemeinsam« Mitgliederversammlung für die Post- und Tele- graphenbeaMten-AuShelfer am Montag, 1. September, 7% Uhr, im großen Saal von Haverland's Festsälen, Neue Friedrichstr. 36. Tagesordnung: Der Schiedsspruch des Reichsarbeitsamtes. Aus- spräche. BerbandSangelegenheuen. VerbandSmilglwdsbücher find mitzubringen. Sektion der Post« und Telegraphenbeamten-Aushelfer. Mißbrauch und U ebergriff eines öffentlichen Arbeits« Nachweises. Der Zentralverband der Handlungsgehilfen, Sektion der Ang«. stellten- und Kriegsorganisationen, schreibt uns: Der Arbeitsnachweis der Gemeinde Wittenau vermittelt Sit einiger Zeit militärisch« Stellen für daS Luftschi sferba tai llon I einickendorf. Die Verwaltung dieses Arbeitsnachweises scheint sich über den Umfang ihres Wirkungskreises noch kein rechtes Bild ge- macht zu haben. Es sollte ihr klar sein, daß ein öffchttlicher Ar- beitsnachweis kein Werbcbureau für die Reichswehr fein darf. Die für Militärbureaus erforderlichen Kräfte sind nicht als-Frei- willige", sondern als Zivilangestellte einzustellen. Dagegen erfolgen die Einstellungen beim Luftschifferbataillon zu den Bedingungen der Reichswehr und daS bedeutet für die Zivilangestellten eine er- hebliche Schädigung ihrer materiellen Interessen, da sie als Zivil- angestellte das doppelte Gehalt beanspruchen können, was sie an Löhnung, Verpflegung und sonstigen Vergünstigungen bei der Reichswehr erhalten. Der Arbeitsnachweis ist aber mit Unterstütz- ung des ArbeiterratS noch weiter gegangen. MS die arbeitslosen Angestellten eS ablehnten, die mMtarischen Stellen anzunehmen, wurde ihnen ausdrücklich gesagt:.Wen» ihr diese Posten nicht annehmt, dann wird euch die Arbeitslosen- Unterstützung entzogen." Eine solche Stellungnahme muß unbedingt in die Schranken der Gesetzlichkeit zurückgewiesen werden. Die Angestellten aber weihen sich durch diese Drohung, zu deren Verwirklichung keine Möglichkeit besteht, nicht einschüchtern lassen. Wir hoffe«, daß dieser Appell die Verwaltung des Arbeitsnachweises mit ihrem Arbeiterrat veranlassen wird, eine Aenderung ihrer sehr eigentümlichen Auffassung vorzunehmen. Holzarbeiter-Mitglied ervcrsammdmgea: Schnetdemüller, Säger und Hilfsarbeiter! Montag, de« 1. September� abends 7 Uhr, im Englische» Hof, Aieranderstr. 27c. Tagesordnung: 1. Die Arbeiterschaft und die Sozialifierung. Refe- rent: Kollege Thielemann. 2. Diskussion. 3. Die Lohn- und Arbeits- verhälmiffe der Arbeiter. Referent: Kollege SSolff. 4. Diskussion. Musiki nstrumentenarbeiter! Montag, den 1. September, nachm. S Uhr, Bersamuüung aller Vertrauensleute und Arbeiterausschußmftglieder im Reichenberaer Hof, Reichenberger Str. 147(großer Saal). Tagesordnung: 1. Di« Frauenarbeit in unserer Industrie. 2. Unsere Aufgaben in der Gegen- wart. 3. Verschiedenes. Die von der Verwaltuna ausgegebenen Werk- stattftagebogen müssen in dieser Versammlung restlos abgegeben werden. Dienstag, den 2. September, Drechsler und Treppengeländerarbeiter! Abends 7 Uhr, im Verbands- baus. Rnngestr. 30 lArbeitslolenkga!). Tagesordnung: Vortrag: Lohn- oder Akkordarbeit? Referent: Kollege Kitzing.- Tischler. Bezirk Oberschöneweide! Abends 7 Uhr, bei Kodaneck, Wikhelminenhofftr. IS. Mittwoch, den 3. September, Maschtnenarbetterl Abends 7 Uhr, im Englischen Hos, Aieranderstr. 27o. Tagesordnung: Die Arbeiterratswahlen. Referent: Kollege Bruno Lieste. Ver traue ilsuiänner. Versammlungen: Mittwoch, den 3. September: Tischler, Bezirk Südwesten: Abends 7 Uhr, bei Klein. Hasenheidc Kg.— Bezirk Osten II: Abends 7 Uhr, bei Huth, Warschauer Str. 6L— Bezirk Osten III; Abends 7 Uhr, bei Stein, Boxhagener Str, 16»,— Bezirk O e st l i ch« Vororte: Abends 7 Uhr, bei Gustav Schulz«, Samariter- straß« 8S.— Bezirk Oberschöneweide: Nachmittags 4 Uhr, bei Kienast, Niederschöneweide, Grünauer Str. S. Alle Werkftellen, auch Flugzeugbetrieb«, müsse» vertrete» sein!— Bezirk Neukölln: Abends 614 Uhr, bei Krieget, Reuterstr 22. Ordentliche Generalversammlung: Donnerstag, den 4. September, abends 7 Uhr, im Ge- werkschaftshauS, Engslufer. IS, Saal 4. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht vom 2. Quartal. 2. Beschlußfassung über die Frag« der Extrabeiträge. 3. Ersatzwahl eines Revisors für Orts Verwaltung. 4. Anträge. Deutscher TrauSporiarbcUerverband. Alle auf dem Boden der S. P. D. stehenden Betriebsverirauensleut«, Delegierte der General- Versammlung sowie sonstige Funktionäre treffe» sich zwecks Vorbesprechung zu der am Mittwoch, den 3. September, stattfindenden Generalversamm. lung am Dienstag, den 2. September, abends 7 Uhr, im König» stadt-Kastno, Holzmarktstr. 72. Erschemeu dringend notwendig. Mit- gliedsbuch der Partei legitimiert. Schneider. Wir machen all« Kollegen und Kolleginnen, die auf de« Boden der T. P. D. st eben, aus die am Dienstag, de» 2. September, abends 8 Uhr, bei Henning. Graphisches VereinShaus, Alerandrinenstr, 44, stattfindende Besprechung ausmerisam und haften auf recht reg« Deteili- gung. Ohne Mitgliedsbuch der Partei kein Zutritt. A.E.G. Brunnen, und Ackerst raste. Montag, nachmittags 3 Uhr, BetriebSverirauenSmännersitzung bei Krüger, Husstteu-, Ecke Scheringstraße. Deutscher Werkmeifter-Berband. Die Fabrkkverttauensleute der Metallindustrie, versammeln sich am Dienstag, den 2. September. abends 6 Uhr, im Restaurant Bewedeie zur Entgegennahme wichttg« Mitteilungen m Tarftangelegenheiten. Dcrband der Bureauangestelltrn, Ortsgruppe Grost-Berlin, Gtralauer Straße 56. Am Montag, den 1. September, abends 6 Uhr, Vertrauens- männerversammlung der Aureauhilfskräste sämtlicher Gemeinden Groß- Berlins in der Aula des Cöllnischen Gymnasiums, Berlin C., Jnselstr. 2— 5. Tagesordnung: Unsere Tarifbewegung, Referent: Kollege Dr. FrieS- Steglitz und Kollege Zicsler-Berlin. Die Mitgliedsbücher der Organ»- sationen find als Legitnnaiion am Saaleingang vorzuzeigen. Zentralverband der Handlnugögebilfeu. Verbands-� funitionä r e der Metall- und E I e k t r o- st n d u st rt e t Dienstag, den 2. September, abends 61/, Uhr, im Mustkc. VercinshauS� Käfler-Wilbelm-TIraße 31(großer Saal): Versammlung. Tagesordnung?? t. Das neue Ortsstatut und unsere Branchen.' 2, Wahl zu den proviso- rischen iveklionsleitungen, S. Verschiedene«. Die Wichtigkeit der TageS- ordnung bedingt die Anwesenbett eines jeden Funktionär?, Zentralo erbau i> der HandlungsgehUsen. Verband der Bitreauangestellten. ?llgenüveranstaltungen. Achtung! Parteigenossen und Jugendfreunde k Die Abteilung Uedding des Vereins Arbeiterjugend Groß»Berlins eröffnet am Dienstag 7 Uhr m der 14. Realschule(Gesangsaal). Lütticher str, SS (Zeppelin platz), ihr Jugendheim. Die Parteigenosten werden ersucht. ihre schulentlassenen söhne und Töchter aus die Veranstaltungen hinzuweisen und sie zum Besuch zu veranlassen. Gäste stets willkommen! vortrage, vereine unö Versammlungen. Verewigung sozialdemokratischer Lehrer und Sebrerwne«. Kursus über Mar-riSmus. Bortragender Dr. Löwen st ein, Stadt- rerordnetrr, 1. Abend: 2. September, 7?', Uhr. Schule Auguftstr. 67/68, Eintrittsgeld sür Mitglieder und Richtmttglieder �50 M. den Abend, Am SchlußsiedeS Vortrages freie Aussprache.— Arbeiter-Slchwtmm-Beretu Neukölln. Donnerstag, 8 Uhr, Mttgliederoersammlung im Vereinslokal. Reuterstr, 22. Männliche und weibliche Jugend jeden 2, Montag im Monat ebendaselbst._ Wettvraussichten für das mittlere Norddeurschland bis Montag mittag. Zeitwesse heiler, jedoch ziemlich kühl und überwiegend bewölkt mit wiederholten, im Binnenlande messt geringen, au der Küste etwaS stärkeren Regensällen und nordwestlichen Winden. B-r-ntw. sür ten redaktion. Teil: Alfted Scholz, Neukölln: für Anzeigen: Theota» Glocke, Berlin Verlag: Vorrvärts-Bcrla» ffi. m. b. H., Berlin. Druck: Norwärto- Buchdruckerei und Verlagsanüalt Paul Singer u. Co. in Berlin. Lindealtr. 3. Hierzu 8 Beilagen. VERSAND-AB TEILUNG BERLIN W 9 LEIPZIGERSTRASSE Leipziger Sir. LtSnlgstr. RosenllAcaer Sir. MorUzplalz Aiisstellni&ii O£&. issl e n.- IS ti i e Schwarze Plüsch-Kappe" OQOO mit weiEer».farbiger LcdergarnUnr Kleine Glocke(Abbildung I) aus W ollborde«n.W agner- köpf und Quast engamitur. xQSO R-nd aus Samt......... WoN- u. Chcnfllcborden in modernen Forben W ei&er Filzhat, großer Mai». lot und kleine Form mit modernem Ballonkopf, ungarniert............ Schwarze mod Formen aus Plüsch mit steifen und weichen Köpfen., ungarniert........... Eleganter Haarhut w modernen Formen und feinen Farben Große Wagnerkappe«js Samt, m, PhanL-Gam., eieg. Vcraxb. 3950 4500 48°° 55°° Kleine Glocke, Kopf aus schwarzem Panne, Rand aus farbig. Cbenilleborde u. Ripsbandgarnitur Elegante Pannetoque mit flotter Garnitur.................. Elegante Wagner-Kappe (Abbildung 2) aus Panne, mit Quasten-Garnitur............... Chenille-Kappe(Abbild. 3) in feinenj-arbea mit Samtrand... 58°° 56°° 68°° 63°° I»I»svnlss!«s, BHnder und Schleier lu relcfaier AuswaIsüL und In vielen Preislagen !tt. 444 4 Zy. �ahrgaag 1. Heilage öes vorwärts Sonntag, 51. August Lassalle unö öer öolfchewismus'. Als ich vor fünfzehn Jahren die Schlußsätze dieser Ab- Handlung niederschrieb, konnte niemand voraussehen, daß noch einmal eine Zeit kommen werde, wo Sozialisten das demo- kratische Wahlrecht, wie es lZassalle den Arbeitern als ihr soziales Grundprinzip ans Herz gelegt hatte, für untauglich zur sozialen Befreiung des Proletariats erklären und zu gunsten der ausschließlich von Räten der Arbeiter, Angestellten usw. ausgeübten Diktatur des Proletariats ins alte Eisen werfen würden. Hatte es doch, seit 1866 von den beut- schen Arbeitern systematisch ausgenutzt, seine soziale Kraft so sehr kundgetan, daß nicht nur die Sozialisten in einem Lande nach dem anderen seine Erkämpfung und Ausnutzung sich zur Aufgabe stellten, sondern auch die ihm ursprünglich kühl gegen- überstehenden Verfasser des Kommunistischen Manifests, Karl Marx und Friedrich Engels, von dieser Geringschätzung so sehr xurückk.mten, daß sie die aus Grund seiner von den deutssam Arbeitern erfochtenen Erfolge immer höher ein- schätzten und Engels schließlich am Vorabend seine? Todes in der Vorrede zur Abhandlung von Marx über die Klassen- kämpfe in Frankreich es aussprach, daß die deutschen Arbeiter das Wahlrecht aus einem Mittel der Prellerei in ein solches der Befreiung zu verwandeln verstanden haben. Es ist auch allgemein bekannt und von Bismarck öffeni .Fich zugegeben worden, daß unter anderern die deutsche Ar beiterversicherung, die lange Jahre die vorgeschrittenste Ge� setzgebung ihrer Art war, ohne die parlamentarische Aktion der Sozialdemokratie, die selbst wieder die systematische Aus- Nutzung des Wahlrechts zur Grundlage hatte, nicht hätte durchgesetzt werden könne«. Von Wahl zu Wahl hob sich trotz aller Hindernisse, die der Militärstaat ihr entgegensetzte, mit dem politischen auch der allgemein-soziale Einfluß der Sozial- demokratie, nahm die Ratlosigkeit der Reaktionsmächte diesem Wahlsystem gegenüber zu. Nun sind aber jetzt Leute gekommen, die dos alles für beweisunkräftig erklären und die von einem Flügel der russischen Sozialisten— den Bolschewiften— verkündete Dil tatur der Arbeiterräte für das allein wirksame Mittel der Be freiung des Proletariats erklären. Während nach Marx (Vorwort zum Kapstal) das zurückgebliebene Land vom vor- geschrittenen Land lernen soll, sollen nun die vorgeschrittenen Länder des westlichen Europa von den noch wesentlich zurück gebliebenen Ländern des östlichen Europa die Methoden sozial politischer Aktion übernehmen. Ich halte eS nicht für passend, in dieser der sozialistischen Propaganda gewidmeten Schrift Kritik an der in Rußland und Ungarn geübten Praxis der Bolschewiften zu üben. Das mag die Erfahrung tun. Hier handelt es sich um die theo retische Bettachtung der neuen Doktrin. Man braucht sich aber nur die Frage vorzulegen, welche Gründe, welche Bedürfnisse die genannte Richtung der russischen Sozialisten veranlaßt haben konnten, das allgemeine Wahlrecht zu verwerfen, nm gewahr zu werden, daß hinter dieser Stellungnahme nichts anderes steckt als eine Preisgabe des bedeutendsten Elementes der von Karl Marx und Friedrich Engels begründeten wissen- 'chastlichen Sozialtheorie. Diese Lehre begreift die vorgc- schrittene menschliche Gesellschaft als einen bestimnsten Ge- setzen der Entwicklung unterworfenen Organismus, der nicht nach Willkür in eine beliebige Form umgestaltet, sondern nur unter bestimmten Voraussetzungen, nach Erfüllung von Der- änderungen in den Grundlagen seines Lebensprozesses zu be- stimmter neuer Form fortentwickelt werden kann. In der modernen bürgerlichen Gesellschaft heißt diese Vorbedingung daS Erreichen einer hohen Reife der kapitalistischen Produk- tionSweise und des von dieser zur Entwicklung gebrachten modernen Proletariats. Es ist da ein ursächlicher Zusammen- hang. In dem Maße, als die kapftalistische Entwicklung vor- wärts schreitet, wächst das Proletariat an Zahl und sozialer Bedeutung und wird so schließlich zu derjenigen Klasse iu der Gesellschaft, de? mit der Mission auch die Macht zufällt, diese aus der kapitalistischen in die sozialistische Form überzuführen. In dem Maße, als diese Reife erreicht ist, wird und muß das allgemeine Wahlrecht die politische Macht der Arbeiterklasse erhöhen und ihrer Ideenwelt maßgebenden Einfluß auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens sichern. Umgekehrt kann freilich, je rückständiger ein Land in der wirtschaftlichen Entwicklung ist, daS allgemeine Wahlrecht um so weniger die politische Herrschaft des Proletariats verbürgen. In diesem mehr oder weniger gefühlsmäßig erlangten Urteil haben ehe- dem Sozialisten der westlichen Länder sich ihm eher negierend gegenüber gestellt, wenn sie es nicht direkt verwarfen. Und das gleiche Bewußtsein ist es zuletzt, das die Bolschewiften dazu gettieben hat, das allgemeine Wahlrecht aufs unbe- stimmte hinaus zu verpönen und durch eine Klasfenverttetung zu ersetzen, die nicht einmal dem ganzen Proletariat, sondern nur ausgesuchten Teilen oder Gruppen der Bevölkerung ein- geröstmt w'rd. Ter Sache nach erkennen sie damit an, daß die sozial« Entwicklung Rußlands für die Verwirklichung der sozialistischen Gesellschaft überhaupt noch nicht weit genug vorgeschritten ist. Nun wollen sie diese Entwicklung durch einschneidende Eingriffe treibhausmäßig auf die erforderte Höhe bringen. Damit sind sie aber genötigt, im Gegensatz zur Marxschen Lehre sich auf das Erfinden von Kunstmitteln zu verlegen, statt die notwendigen Maßnahmen sozialistischer Politik in den realen Bedürfnissen des sozialen Lebens und des Be- fteiunskampfes der Arbeiter zu entdecken. Mit Notwendig- keit verfallen sie auf die spekulative Methode des vorinarxi- stischen Sozwlismus zurück. Und da ist es ihnen in der Wirtschaftspolitik ähnlich ergangen wie Lassalle. Er geriet in Widersprüche dadurch, daß er den Plan der mit Staatskredit arbeitenden Produktivgenossenschaften so aufnahm, wie die noch halb in der Utopie steckenden Sozialisten der vierziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts sie ausgeheckt hatten. Das Rätesystem in der Volkswirtschaft, wie die Bolschewiften es zuerst verkündeten, hafte mft diesem Plan der Produktiv- genossenschaften starke innere Verwandtschaft.„Die Arbeiter Herren der Fabrik�.' hieß eS hier, wie es dort geheißen hatte: „Der Arbeiterstand sein eigener Unternehmer." Nur war Lassalle stärkerer Logiker als die Bolschewftten. Indem er den Arbeitern die Rechte und Äorteile deS Unternehmers Wir entnehmen diesen Artikel dem im Verlage der Buch- bandluna Vorwärts in Vwlin erschienenen Werke: Ferdinand Lassalle und seine Bedeutung für die Arbeiter- klaffe. Tin« Denkschrift zu seinem Todestage von Eduard B e r n tz e i u. Prep» 8 Mark. überweisen wollte, verband er damit aber auch die Ueber- Weisung von dessen ökonomischen Verantwortungen. Den Wahnsinn. Rechte und Verantwortungen zu trennen,' beging er nicht. Und aus seinen Briefen an Rodbertus wissen wir wie sehr er sich dessen bewußt war, daß die Produttivgenossen schaft überhaupt noch nicht Sozialismus war. In der prok tischen Politik legte er das Schwergewicht auf den Kampf um das allgemeine Wahlrecht und rief den Arbeitern zu. erst wenn dieses ersttitten sei und sie eine entsprechende Vertretung rin Parlament erlangt hätten, werde die Zeit gekommen sein über die zweckmäßigste Form der Verwirklichung des Godau kons eingehend Rat zu pflegen. Auf diese Weise hob er wenigstens grundsätzlich den Plan wieder aus der Utopie her aus: Im Wahlrecht sah er die Verbürgung organischen Vor gehens. Die Bolschewiften verwerfen das Wahlrecht, weil ihnen der organische Entwicklungsgang nicht in die Politik vaßt. Aber die Logik der Dinge ist stärker als alle Gewalt von Regierern. Diese kann, wo sie sich mit den Gesetzen der Eni Wicklung in Widerspruch setzt, wobl zerstören, aber nicht ein heitlich dem Fortschritt dienen. Und das ist der Fall der Bolschewiften. Ihre Wirtschafts- und Sozialpolitik ist ein Ge- webe von schreienden Widersprüchen: der weitgehendste soziale Idealismus neben geradezu orientalischem Despotismus. Das muß, sofern nicht rechtzeitig Umkehr eintritt, zu einer voll ständigen Mißgeburt führen. . Schon jetzt ist die Hauptstärke deS Bolschewismus ein Militarismus, der an die einstige Janitscharenwirti'chast in der Türkei erinnert. Ebenso wächst der bureaukratische Apparat ins Ungemessene. Der Parasitismus nimmt zu und nicht ab. was dagegen abnimmt, ist die Produktion und mit ihr der Volkswohlstand. Das Gegenteil von dem, was der SozialiS- mus will, tritt ein, eben als die notwendige Folge der ganz unorganischen Behandlung des Wirtschaftsproblems. Der ganz unmarxistischen Auffassung der geschichtlichen Funktion der Unternehmerklasse entspricht die von den Bolschewisten proklamierte Ausscheidung der Unternehmer aus dem Wahl- recht. Das Wahlrecht soll nicht allgemein sein, damit nicht auch Unternehmer wählen können. Eine Maßnahme, die nur dort ebenfalls Sinn haben könnte, wo die Unternehmer noch so zahlreich sind, daß ihre Stimmen genügten, dem Lande eine ihren Klossen'mteressen dienstbare Volksvertretung zu geben. Was aber das sicherste Zeichen wäre für die Unreife des Lan- des zur sozialistischen Umgestaltung. Das Klassenwahlrecht in welcher Form immer es aufgestellt wird, führt zur Verengerung des geistigen Horizonts der Wähler und steht im Widerspruch zu den bedeutungsvollsten Errungenschaften der großen ftanzösischen Revolution, die in ihrer ganzen Tiefe begriffen zu haben eine der auszeichnenden Eigenschaften Ferdinand Lassalles war. Revolutionäre Weltverbesierer. Politische Glossen von Georg Schmidt. Irgendein Statistiker hat einmal an der Hand der betrübenden Tatsache, daß die GeisteKkrankherten in Deutschland von Jahr zu Jahr zunehmen, den Zeitpunkt festgestellt, wann geistig normale Menschsn überhaupt nicht mehr vorhanden.wären. An welchem Tage das eintreten sollte, weiß ich nicht mchr; jedenfalls aber vor der Erkaltung unseres Planeten. In der letzten Zeit schien eS schon' manchmal so, als brauchte um Deutschland nur noch ein Zaun herumgezogen und ein Glasdach darüber gowolbt zu werden und— wir säßen alle fidel im NarrenhauS. Die Zeit ist für Phantasten und sogenannte.Angeklapste" be- sonders dazu angetan, sich mit den unmöglichsten Problemen zu be- schäfligeu. Streber und Anmaßlinge verlangen die Erfüllung ihrer selbstischen Interessen, unbekümmert um ihr wirkliches Können und Wissen. Naive und Leichtgläubige nehmen jeden ihnen zugetragenen Schwatz ernsthaft auf und verfolgen ihn in allen Instanzen. Sie rennen in allerhand Bureaus der Regierungsämter und öffentlichen Auskunftsstellen herum, schreiben täglich ellenlange Be- 'cbwerden, Eingaben und Denkschriften, und sie alle sind im höchsten Grade beleidigt und verärgert, wenn ihre wirren Pläne und ihre liebwerten Personen nicht ernsthaft gewürdigt werden, und sie schimpfen wie die Rohrspatzen über alle?, was in und mit der neuen StaatSform zu tun hat, drohen auch manchmal mit schrecklicher Ber gcltung. Darf ich aus der Praxis einige dieser Musterexemplare vor» führen?* Ein Retter aus Finanznöten. Die größten Finanzgenies zerbrechen sich Tag und Nacht den Kopf darüber, wie Deutschland aus seinen schweren Finanz nöten gerettet werden könnte..Kommt ein Mann daher, der das mit Leichtigkeit entdeckt Hot. Mit einigen Schmökern belastet, betritt er mein Bureauzimmer, stellt sich mir als Student der Philosophie und der SiaatSwissenschaften vor, der sich nebenher auch noch sehr eingehend mit Finanzwissenschaft beschäftige. Unsere jetzige Finanz Wirtschaft sei auf ganz falscher Basis aufgebaut und müsse daher zum Staatsbanksrott führen, wenn nicht mit de» alten System gebrochen würde. Wieso?— Ja, jeder Staatsbürger müsse Sparer sein. DaS Kapital vermehre sich doch infolge der Zinsen automatisch» und jeder würde somit begütett usw.—- Ob ich denn schon einmal berechnet hätte, wieviel eine vor tausend Jahre» ange- legte Mark Zinsen bis auf den heutigen Tag gebracht hätte. Jetzt Hab« ich genug. Mein Finanzgeni« jongliert inzwischen nur noch mit astronomischen Zahlen, für die ich nun gar kein Oer- ständmS habe, da sich meine Arithmetik gewöhnlich nur in de« Grenzen des nur mit Hunderten rechnenden Monatsgehalts bewegt. Den Rödestrom jetzt schon zu hemmen wäre zwecklos. So verwenve ich denn die Zeit nützlich damit, indem ich über einiges für den Tag Notwendige nachdenke. Es läßt sich so nett und tief nach- sinnen, wenn der Redequell so angenehm neben einem plätschert.— Plötzlich gibt'S eine Stockung und der Mann sieht mich fragend«u .Wie meinten �vie?"— Ob et nicht einmal feine Ideen Erzberger oder Südekum vortrage» solle?— Zwecklos total zwecklos l Di« ver- ständen doch nichts davon.— Das Empfinden habe er allerdings auch, denn trotz wiederholter Anschreiben an Südekum habe er von diesem nie direkt eine Antwort erhalten, immer nur von einem der gewiß noch cmS vorrevolutionärer Zeit im Amte verbliebenen konservatiaen Geheimräte.— Warum denn aber solch« Minister in der Regierung säße«?— Hm— bei der nächste« Reeelution müßten wir uns darin eben besser versehen. Da» Nährpräparat. Ilm mich Horum duftet'S heute nicht gerade wie in einer Jasmin- laude. Trotz aller reichlichen Lebensmittelzufuhr war mein Früh- stücksbrot mit Margarine und dom bekannton olivgrünen deutschen Spackäse bestrich«». Ich kaue und denke gerade: Kann man wohl, [ doch nicht wieder machen; wenn jetzt jemand zur'--- Bücklingt gerade einer zur Tür herein.„Gestatten: Dr. Eiweiß."„Anze- nehm."— Anliegen? Er hat sich in seinen Mußestunden viel mit Chemie beschäftigt, besonders mit der Ernährung des Menschen.—< Hm, soll'ixe schöne Beschäftigung sein.— Ja, ob ich mich etwa auch schon damit beschäftigt hätte.— Nein, das nicht, verstände übev- Haupt nichts von Chemie.— Schön, aber ich wüßte doch wohl, daß der Mensch zu seiner täglichen Ernährung ein gewisses Kostnxaß und einen Energiebedarf gebrauche, zusammengesetzt aus soundso viel Gramm Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten. Diese Wärmeein- hexten in konzeninertester Form herzustellen' sei ihm nach mehr- fachen Versuchen gelungen, und zwar in Gestalt einer Flüssigkeit» von der ei» halbes Likörglas, täglich genommen» vollständig zur Er- nährung■ eines Menschen ausreiche. Seine Erfindung wäre doch in Anbetracht der Schwierigkeiten der Ernährung besonders wichtig. — Nach dieser Einleitung bekomm« ich einen längeren Wissenschaft- liehen Bortrag zu hören über die Bedeutung seines Präparats, über die Ersparnisse in der Industrie, im Haushalte usf. Und ich schweife mit meinem Chemiker in ungeahnte Weiten.—» Sehe, wie die Nahrungsmittelfabriken verschwinden, nur noch einige solcher Sastfabriken nötig sind und einige Saftläden, die das Elixier verkaufen, wie alle Not und aller Knafcel im Haust schwindet. Muller braucht alle Woche nur noch eine oder höchstens einig« Flaschen„Jmmersatt" zu erstehen. Morgens kippt denn jeder stxn halbes Schnapsglas voll hinter die Binde, torkelt nach seinem Bau» um abends wieder spuckenüchtern, aber immer noch gesättigt, heim- zutroddeln.-- .Ja, bitte erzähle« Sie nur ruhig weiter, die Sache interessiert mich sehr stark." Und er schwärmt weiter. Der menschliche Körper gebrauche zuviel Kräfteaufwand zur Absonderung der Schlxck-n und des ihm überflüssig zugeführten Wassers. Alle unsere Nahrungsmittel hätten doch bis in die 80 Proz. Wassergehalt.— Ahat- Jetzt kommt mir eine wissenschaftliche Erleuchtung! Deshalb?!—— Und ich wende tiefsinnig ein:.Ja, und auch hier, Herr Doktor, wieder eine Ersparnis. Denken Sie nur, wieviel Zeit uird Arbeits- kraft täglich dadurch verlöre» geht, daß alle diese Tausende von Arbeitern das unnötig in den Leib gepumpte Wasser wieder loS- werden müssen." Da stutzt mein Chemiker einen Augenblick.— Ich weiß nicht warum. Dieser Einwand bringt ihn etwas aus dem Konzept. Oder aber hat mein Einwand meine mangelhaften Chemie- kenntnisse verraten,.die ihm eine wertere Unterredung mit mit zwecklos erscheinen lassen? Jedenfalls bricht er zu meiner Freude kurz ab und fragt nur noch: Ob der Herr Ernährungsminister Wehl für sein« Erfindung Interesse haben würde?— Auf keinen Fall!!— Ob ich den Herrn Minister etwa persönlich kenne und wenigstens eine Unterredung mit ihm vermilleln könnte?— Unmöglich, kenne ihn gar nicht! Außerdem sei nach meiner Kenntnis der Minister gegenbärtig mit der Lösung des Problems beschäftigt, wie er jedem deutschen Staatsbürger Sonntags seinen Salzhering auf den Teller legen könnte.— Dann würde er sich wenigsten? erlauben, gelegent- sich noch einmal vorzusprechen, um eine Kostprobe mitzubringen.—- .Bitte."—.Auf Wiedersehen!" , Der Gemaßxegelte. KriminakkommissariuS Windig ist wegen seiner politischen Ge- stirnung gemaßregelt worden.— Da würden wir yzohl nichts mache» können, uns gehe die Einstellung arnd- Entlassung von Polizcibeamteir nichts an; zudem gebe«S doch jetzt Beschwerdeinftanzen.— Er habe gedacht, die Sozialdemokratische Partei nehme sich der Unterdrückten und Entrechteten an?— Wenn's so- liegt,»ruß man wohl doch mal danach forschen.- Also, warum unrechtmäßig entlassen?— Ja, er sei Mehrheitssozialist zwar erst seit dem 9. November 1918, habe aber schon immer„sozial" gedacht(weiß schon!) und sei jetzt von -dem neuen sozialdemokratischen Polizeipräsidenten wegen seiner Zu- geHörigkeit zur Partei Knall und Fall entlassen worden.-- DaS ist denn doch etwas starker Tabak. Und ich setze mich beinahe hin.— Ich sage zu dem Gemaßregelten:.Verehrter Herr Kommissar und Genosse, ich glaube Ihnen das genau so auf? Wort, als wenn Sie mir versichern, daß jetzt im Augenblick das Lindenhaus sich auf einer Luftreise zum MarS befindet."— Ich ftage ihn, ob ich denn wirklich so dämlich aussehe, daß er mir so etwas ernsthast vorreden könnte: Der Polizeipräsident entlasse jemanden, weil er Mitglied einer politischen Partei sei, der er selbst in leitender Stelle seit Jahrzehnten. angehört. Das sei ja Mumpitz. — Der Herr Kommissar lenkt zwar jetzt ein wenig ein: Vielleicht wisse- der Präsident gar nicht davon. Der sei mit einem ganze» Stab von reaktionären Beamten umgeben, die die für sie unbe- qxremAx Sachen nicht durchlassen.— DaS geht noch eine Weile so hin und her. Da werde ich zuletzt müd und schwach und gebe dem Ungestümen nach. Ich verspreche, nach der Sache z» forschen. Eines schönen Tages durchbreche ich den den Polizeipräsidenten umgebenden reaktionären Beamtenkordon und rücke direkt an den alten Freund ran.— Auskunft:-ä 1: Der Beamtenrat hat die Entlassung deS Windig selbst beschlossen.— Sieh!--- schon mies! — Aber na, bei dem miserablen Rätesystem, da§ uns die Regierung beschert hat, taugen die Räte doch auch vielleicht nichts.— Sehen wir nach Punkt 2: W. war in der Wteilung für Sittenpolizei be- schästigt. Kleine» niedlichen Dingerchen hat er Schmuckstücke, Ju- welen, auch mal ei» zu ihnen verirrtes Zwanzigmarkstück abgeluchst, um damit Schleichhandel zu treiben,— und so.--- Nach dem Bescheid, den ich dem.Gemaßregelten" erteilte, hörte ich nichts mehr von ihm. Aber Parteimitglied wird er wohl nicht mchr sei»._• Theater Üer Woche. ItoNiMb»«: I..SSaft für Sioft", 2.. 4., 8.„Der SAwarzMisiller", 8., 7. n, .'» ßungfcrngtst-, 5., 7. 6.„Wilhelm Tcll". Opernhaus: ZI.„Lohen- arin, 1.„Martha-, 2.„grei schüft-, 8.„Pioletta-, 4.„giiclio", 5. gledermaus-, 8.„Carmen-, 7.„Rolenkavalicr-, 8..Liinsel und Orctel", Tanzbildec.— Schauspielhaus: 31.„Ränder". 1.„Stella", 2.„Minna von Barndelm-, Z., 8.„Peer Sunt-. 4. Journalisten-, 8.„Gespenster-, 8.„Braut uon Messtna-, 7.„glacha- mann als Erzieher".— Lesfinp.Theater: 1., s. Peer Enint". 2., 4.,«..Die» irae-, 8., 7.„Schöpfer-.— Theater in der»öniapräfter Straste: ZI., 1., S., 4., 5., 7.„Äamecabtn*, 3., 8.„Mustt-.— Deutsche» Opernhaus: 81. n.„Der Pastill»» von Laniumeau-, 7. n.„Rigaletto", 81.„Haffmann« Erzählungen, 1.„Meistersinger-, 2..Da» Kldckchen de» Eremit, n, 8..Figaro» Sachzeit-, „Tiefland-, 8..Lugenatten-, 8.„Zar und Zimmermann-, 7..Tanndäuser, .1. uraoolletia rustienna-, �Schwägerin uon Saragossa-.— Schkller-Theaterr 81. n.„Wilhelm T-ll-, 7. n.„Wie es euch gefällt- Sl.„Mt-Seidelderg-, J,, 3„ 4., 5., 7., 8.„Bund b« Zugend-, 2., S.„Der Andere-,— Urania: ZU, I., 4.,<£. „In den Bergen Tiral»-, 2., 8.„Der Eraftalackner, Sastein und die Salzburg« Alpen-, 8.„3 tn Lande der Mitternachtssanne-. Täglich, stleine« Schauspielhaus:„Die Bvchse der Bandara-.— stamädien- ta»»i.Üfelatt von der Pfalz-.— Berliner Theater:„Die Dame im Frack-.— Deutsch»» stünstlertheater:.Da» Schlaft am Wannsee-.— stleine» Theater: „sttimmeshtilttchen-.— Trianou-Theater:„Der ante Ruf-.— Resideuz-Theat-r, „Da» hlher« Lebe»-.— zentral. Theater:„DI, Schönste«an all»»-.— Friedrich, Wslhelmstldttschga The»t»r>„Der heiliae Tlaein»-.— stawische Oper:.Schwarz» aialdmädel-, ab S..chlebeazauber-.— Lusispielda»»:„Sa ein Mädel-.— Metro- »ak-Theater:„Di, Faschinasf,,-.— Reue, vperettendan»: Die Dame v«m Firtus-— Palast-Tbeater:„Weinende Erden-.— Thalia-Thcater:„Zun-ler Sonnenschein-.— Theater am Rallendaefplaft:„Die Puppe-.— Theater de» Weste»»:„Di, ssra» Im Lermelin".— Theater der Friedrichstadt: Bier Ein- aiter.— Wallnrr-Theatcr:„Eine Ballnachi-,— Walhalla-Thcnter: ,O schön, !Wt, a selig« Seit*, ah 1..Da» Seseft-.— Rase-Theater:.Sommernacht*.— Luisea-Theater:„Der verslosse»« Refthars- 81.. 7.„Darf und Stadt-.— stastn». Theater: �roftstadtpflanzeu-.— Theater ta iiehenlee: U!tebe«eio«-. Opcmfeaas. tolieogrln. SchauspiefHansT Die HSsiber. oewtwciSieM Thcvatejr Zum letzten Maie! Nachm.1 U.; Max Palenberg In Famllli: Sclitmeh. üiesdsSiLetzieÄuüiitirDDg Max PallenbcrE in Auel) icii war eSu Jünf.'lln» Montag: Besinn der Winter- spielrfeiL 7 Uhr: Pnus«. I. Dienstag; Wie es euch geidllt. Mittwoch: Hamlet. K;:mmor"pleIe. Ziim letzten Male! 8 IHir: Leopoidine Konstantin ift Oaa Weib u. der liampelnjann. Munt Beg. d. Winterspiclzcit T'/j: Prühlwzs Erwachen. Dienstag; Der Selm. Mittw.: Eine glücKliche Ehe. fhefifer"i. d. KöniggrStz&rStraSe 3 Uhri Jtudk. 8 Uhr..{ameraden. Montag: Kameraden. Dienstai: Kameraden. Mittwoch: Musik. Donneislag: Kameraden. Freitag; Kameraden. Sonnabend: Kameraden. Sonntas 3 Uhr: Musik. 8 Uhr: Kameraden. RomMienhaiis Gastspiel Llicie Höllich. 8; LUclatt von der Pfalz. Sonntag, 7. Scpthr., nachm.: Die B Frankfurter. Beriiner Theator 3 Uhr: Die tolle KomteB. (Hilde Wörner, Emil Birron.) '/,8: Die Dame im Prack. C.emtrnl-Tlieater KommandantenstraBe 57. 'uL'r Die Schönste von Allen, Dentachoa Oneruhana 7U.: BoiSmäünsEi'züiilnnoen Frledr.-TVniielmat.Th. 3 Uhr: Der heilige Florian. letzte Vorstellung Nr: Der heil. Florian Kleines Theater. ZV, Uhr; Johanoiticuer. 7»/, Uhr; vnierm Baume der Erkenntnis Koiutncho Oper ZV«: Seliwtrzwaldtnädel. vÄ: ScitwarzwalötnicL JDuntapielhaus 7% uhr: So ein Mädel. Metropol-Theaters 7ujtt;2o öle Fasclilngstee. �enes Oporcttenhaa». A»/,: Die keusche Susanne. 7vau.jEDameTüfflMK. Palnst-Theafor ?./. uhr; Welnenile Eriien. Oper. v. R. Dpnzlger. Brhlllcr-Tlient. Cbarl. 3 Uhr: Wilhelm Teil, t«/. uhr: All-DMderg. Thnlia-Theater 3 Uhr: Polnische Wirtschaft. �«u.Jnngler Sonnenschein Th»am X oll endo rfpl»t* y/i Uhr: I>er Juxboron. 7v» uhr Die Pnppe. Theater dea Weutena 7v,u.: DieFraaiffllierinelin Theater d. Friedrichstadt 3V, Uhr: Ugolino. 8 uhr: Vier Einakter. Wallner-Theater SV, Uhr: Oelaha. Nr' Eine Ballnacht. Tflanon-Theater. Bhl.Friedrlchstr. Ztr. 4027�391 Nachm. 4 Uhr kleine Preise: JohanniMfeucr. ?C".r 337.Hale Oer gute �uf IComöd'e von Sudermann. Mittwochnachm. 4, Kl. Preise: Behneewlttchen. Sonnab. nachm. 4, kleine Pr.: Aachenbrttdel. Gebäude. Bahnhof Börse, 8 Uhr« Heute ,s°nunm 8 letzt. Male.:! J Da««ensatlonelle j I Auguat.Programn iMkLJmternl [ darunter das wtlt-l beriltimte Tänzerpaarp lAIine Lad, und foe Biller Mod. Tänze, vom| Palais de Danse. Ferner: IlValternCortyj nie Urkomischen, m. I I ihr Riesenlacheriolg I Volkshöhne Äowp. .N- Der Kuhreigen. H�TSSTi�rTFiteF Direktion; Victor Barnowsky. Montag 7: Peer Oynt. Dienstag 7'/,: Dies Irae. Mittwoch 71/,: Der Schäpfer. Donnerstag 7V,: Dies Irae. Freitag 7: Peer Oynt. ib. TV,: Der Sek bOpfer. 'Der rote Hahn. Sonnab. TV, Sonntag i: L VI,: Der Schöpfer. Montag 7'/,: Dies Irae. Sonntag zum letzten Male! Gastspiel Guido Thielscher s Uhr. Charleys Tante. DentecUes KUuetler- Theater. Montag und folgende Tage V/t U.: Das Schloß amWanns ee Sonntag zum fetzten Male 8 Uhi: Mex Adalbert in Die Kutschbahn. Hose-Theater. ZU.: Die Freu des Debütanten. Vit Uhr: Sommernacht. Vit Uhr Qartenbühne: Heute letzte Vorstellung. Das sieht sieh fedsr an. Vorher Konzert u. Spezialität. Nationai-Theater Abends 8 Uhr; Emilie DGuaeoiflno. Sonntagnaehm. keine Vorst. Walhalla-Theater. 7V, ührt 0 schöne Zeil, o selige Zelt Vom l.Sept.: Das Gesetz. Casfnö- Theater LotltrlngcrstraBe. TägLV«1U.: Großstadt-Pflanzen Volksstück in 3 Akten, Vorher: Schwanwaldbüblt. Operettenakt m.VIktorLitzek. Dazu erstklass. Spezialitäten. Sonntag Vyi: Mädchenehr«. aonmui; /ar. stscmvisviiw»»»»». 3srUner~?rater 7/9 RaftanimaBet 7/9, Neptun's BunimeKalirt. EeffNassiges Ooclelk. Ba»- _ gntang 4»/, Uhr. Sturt Bavaria Friedrich- Straße 180 s c z c .Ä Cr # o s G Heute J Uhr 10 Min. nachmittag. Unter den Linden 22-23. Direktion: M. Sollman. Durch die große Nachfrage und den kolossalen Kassenandrang sehe ich mich gezwungen zu einer Verlanget ung d. Films Leictitsinn imd Lebeweit im Paradiese. Drams in 5 Akten. In der Heuptrolle: Hann! Weisse. Einem Teil her beutigen Nuflage liegt ein Prospett der„gnhnprnris Hermann Bopel, Mlhelmstr. 14511", bei, Lustspiel In 3 Akten. In der Hauptrolle: Paul HeMemanii. Anfang 4*> 6*$» Sonntags 3 Uhr. n||___ Wintergarten. Heote 2 Vorstellanaen ZV, Uhr Kleine Preise Kind d. Hälfte I II, Hör T«rfeIS3p!eIpISnr Raucheiygstajtet�— AeMWWMgMlIh Montag, den L September 1019, abends 7>/,Uhr: Zum Male: vi« „Puppe" Grete ZreunS Güuarö Ächtensteln elaire walSoff Zoo logiZeker tzAttes. Besidsvz-ThLSter. Untcrgrundi,. Klostersireäe, Stadtbahn lannowitzbröcke. Nachm. 4 Uhr, kleine Preise r Gespenster. TXrh Hzr 214. Male M üiere lelt Schauspiel von Sudermann. Eugen Burg, Hansl Arnsiädf, Olga Limburg, Rosa Valefti, Harry Liedtke, J. Felkensteln. Mittwochnachm. 4, kleine Pr.: Rotkäppchen. 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Das Gelübde derEeusehbeit FtiUteill Zohnorzt (Das Slltenleben eine« KtostermBnchs.) , 6 Abteilungen. Erstaufführung. O. Der Gezeichnete. 3735b* Liebesroman in 4 Akten. Beginn Wochentags SV» Sonntags 4V,> US Ltuurpiei Siniapüpt icii zyttf 8 Rennen U. a.: Esther Careua Vorverttenf eb I. Sept..on 10- 7«n d. The»torU«.«ga zu Karishorst Allee Xfihcre alehe Aeechleatadnlen Views großen Mdsl-Li mit Sneifeslmmrtrti« t>evten\itnmtttu»th ,lm«�TeheST®o�ln�«nlto.n,md,. fofas. Xrumean«.•dtTdcfeo, BerfiCo«. fom- platlea KücheneinrtAwnsen nfn>. fteben juc«e- Möbel-Lechner,* 1«eßffttö esn S-fl| Wocheutacs, H Dbr Bona tag, 4, 6, 8 Uhr Grs!! öttli« Hascnhetde 13 15. kiegemeMeii Vorher: «pe,iaNteten.Pragr-m«. Heute Svaala«, SL Aug» ringen: Günther Bordclsis (Jcembenlegton) ic feenhaft erleuchteten»deren Saal. Wotrlitssarlcn Im Vorvartonf a�t» ��ftnd bei brn ilbtelwogaletlsrn VtetDfta-FlirtSIlMgs- n. Facüsclnile zu Mn, KurtdrSienttr. 160(Hochbahnhof bülowstraße) I. 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Es ergeben sich hieraus in der verhältnismäßig langsam arbeitenden Magistratsmaschine Störungen, die eine schnellere Behebung der Wohnungsnot leider Einträchtigen. Besonders schmerzlich empfindet es das W o h- n u n g s a m t, daß es bezüglich der Exmission der Kriegs- Gesellschaften noch immer keine Befugnisse hat. Die Exmissionsverordnung ist indessen nunmehr dem Magistrat in Vor- schlag gebracht und steht zu erwarten,'daß dieser von dem ihm durch den Reichswohnungskommissar erteilten Rechte in den nächsten Tagen dusgiebigsten Gebrauch machen wird. Die neue Erhöhung des Strahenbahntarifs. Infolge, der Erregung, mit der die Bevölkerung Groß- Berlins die neue Erhöhung des Straßenbahntarifs aufgenommen hat, sieht die Direktion der Großen Berliner Straßenbahn sich veranlaßt, nachträglich eine ausführlichere Begründung dieser Maßregel bekanntzugeben. Das Hauptbureau versendet an die � Presse folgende Erklärung: „In der Presse herrscht vielfach eine irrtümliche Auffassung über die Gründe für die Abänderung des Straßenbahntarifs vom t. September ab. Diese Abänderung ist eine automatische Folge der zwangsweisen Erhöhung der von der Straßenbahn zu zahlenden Strompreise. Auf Grund einer Verordnung vom 1. Februar d. I. sind die Strompreise so weit erhöht worden, daß der Gesellschaft dadurch eine Mehrausgabe von jährlich 18 Millionen Mark er- wächst, die sich nach den, weitern Steigen der Kohlenpreise noch sehr erheblich weiter erhöhen wird. Nach der gleichen Verordnung vom 1. Februar d. I. ist die Straßenbahn berechtigt, die ihr durch die Strompreiserhöhung erwachsenden Mehrausgaben durch«ine entsprechende Erhöhung der Tarife wieder einzubringen. Da über das Maß dieser Erhöhung zwischen dem Verbände Groß-Berlin und der Straßenbahn«ine Einigung nicht zu erzielen war, so hat die Straßenbahn bereits im Juni d. I. daS zuständige Schiedsgericht angerufen, welches am 28. d. M. seine Entscheidung gefällt hat. Die vorn 1. September ab platz greifender! Tarife entsprechen dieser Eni- scheidung." der einzige Rettungsweg für Deutschland und die Welt ist die gemeinsame Arbeit aller in freier Gemeinschaft und nach neuen Prinzipien. Ebenso wie �das alte politische System hat die wirtschaftliche kapi- talistische Ordnung das Anrecht verloren, Leiterin des Ge- schickes des Volkes und der Völker zu sein. Sozialismus in planmäßig er Entwicklung wird die Welt ebenso vor dem Untergang im kapitalistisch-reaktionären Sumpfe bewahren, wie er die unglücklichen Experimente des B o l s ch e- w i s m u s und die daraus erwachsende wirtschaftliche Leichen st arre zu vermeiden versteht. Unbeirrt von innerem und äußerem Chauvinismus, unbeirrt von Kriegs- und Revolutionspsychofe geht die Sozialdemokratie den Weg zur Erlösung des Volkes durch dessen eigenen Willen. Das Organ aller'aufrechten Sozialdemokraten ist der �vorwärts" das Zentralorgan der deutschen Sozialdemokratie, die Zeitung der Berliner Sozialdemokraten. Arbeiter, schaffenüe Volksgenossen, lest und abonnsert den„votwärts"! Folgender Zettel ist ausgefüllt an die Expedition des „Vorwärts", Berlin, SW 68, Lindenstraße 3, zu senden. Ich abonniere ab 1. September den„Vorwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage„Volk und Zeit" täglich zweimal frei ins Haus für 3,— Mk. monatlich. Name Beruf Wohnort Straße„ Ivorn t Seitenfl.] Treppen Quergeb. l Bei wem? „Die Wirtschaftslage der Straßenbahn ist," schließt di: Er- klärung,„abgesehen von der Strompreiserhöhung infolge der immer noch steigenden Materialpreise, infolg« der kürzlich zu gewährenden Wirtschaftsbeihilfe und der Einnahmeausfälle infolge von Streiks eine ungünstige. Da die Tariferhöhung lediglich die Strompreis- erhohung zu decken vermag, so wird das Jahr noch immer mit einem Verlust von mehreren Millionen Mark abschneiden." Das heißt: Die Bevölkerung. Groß-Berlins kann sich nur immer darauf vorbereiten, daß in nicht zu ferner Zeit schon wieder eine Fahrpreiserhöhung kommt._' 4 Trotz der Kohlennot keine Herabsetzung der Polizeistunde. Ueber die Frage der Einschränkung des Lichtver- brauchs in den �Gastwirtschaften hatte der Berliner Polizeipräsident mit der Kohlenstelle Groß-Berlin verhandelt. Nach- dem die■ Beratungen zum Abschluß gelangt sind, teilt fetzt das Polizeipräsidium mit: Nach dem Ergebnis der Besprechung wird der Polizeipräsident zunächst von einer Herabsetzung der Polizei- stunde Ab st and nehmen, zugleich aber für eine wirksame Durchführung der �Bekanntmachung des Kohleuverbandes Groß- Berlin vom 20. März Sorge tragen. Nach dieser Bekanntmachung dürfen Gastwirtschaften Und gastwirtschaftliche Betriebe jeder Art Gas und Elektrizität zu Boleuchtungszwecken nur in Höhe von 7 0 Prozent der zum Verbrauch für den Monat Dezember 1018 zugelassenen Menge entnehmen. Der Polizeipräsident vertraut darauf, daß die Gastwirtschaften in wohlverstandenem eigensten Interesse, um weitere einschneidende, die Bewegungsfreiheit der Bevölkerung beeinträchtigende Maßnahmen zu vermeiden, den gel- tenden Bestimmungen über Polizeistunde und Lichtverbrauch Rech- nung tragen werden. Diese Entscheidung wird in der Bevölkerung mft sehr gemischte« Gefühlen aufgenommen werden. In vielen Zuschriften an uns war sehr entschieden eine Herabsetzung der Polizeistunde verlangt worden._ Auch eine„Entschädigung". Vor ziemlich drei Monaten gaben wir die Klagen eines Fa- milieuvaters wieder, dessen Frau beim Einkauf von Kartoffel-« w a l z m e h l arg hineingefallen war. Das ihr vom Händler ver- kaufte Kartoffelwalzmehl roch schon aus der Tüte heraus höchst ver- dächiig, und diezubereitete S u p p e s chm eck t e so wiher- wärtig, daß niemand in der Familie sie hinunterzuwürgen ver- mochte. Auf unseren Rat wandte der Diann sich an die Nährmittel. stelle des Berliner Magistrats und stellte ihr das ungenießbare Kar- toffelmehl zur Verfügung mit dem Bemerken, daß er Ersatz haben wolle. Lange> sehr lange dauerte es dann, bis diese offenbar über- aus schwierig zu entscheidende Angelegenheit ihre Erledigung fand. Erst in der zweiten Hälfte des Monats August ging ihm� endlich der Bescheid zu, daß er„Entschädigung für das zurückgewiesene Kartoffelmehl" erhalten sollte. Sie bestand in einem beigefügten Schein, der ihn berechtigte, bei einer bestimmten Firma zwei Pfund Weizengrieß gegen Zahlung des Kaufpreises zu eut- nehmen. Wo liegt das Geschäft, an das man den in der Baruther Straße wohnenden Beschwerdeführer verwies? Bis zur Großen Frankfurter Straße sollte er laufen oder fahren, um sich die ihm zu» gebilligten zwei Pfund Grieß zu holen. Das ist doch wirklich ein starkes Stück! Ein Geschäft zu finden, das noch weiter ent« f e r n t ist, war der Nährmittelstelle wohl nicht möglich, Nach soviel Verdruß und Schererei und geduldigem Warten soll er jetzt noch Zeit und Geld drangeben, um endlich in den Besitz der ihm zustehen- den Nährmittel zu gelangen. Unter diesen Umständen will er lieber darauf verzichten und den Bezugschein uns zur Verfügung stellen, mit der Bitte, ihn einem in der Nähe des Geschäfts wohnenden kinderreichen Parteigenossen zu überlassen. Wir glauben, auf dieses Anerbieten leider nicht eingehen zu dürfen, weil das— gegen die Rationierung der Lebensmittel verstoßen würde. Friedrich Naumann wurde gestern nachmittag auf dem alte« Zwölf-Apostel-Friedhof in Schöneberg beigesetzt. Voran ging früh eine Trauerfeier der Hausgemeinde und nachmittags um 2 Uhr eine offizielle Trauerkundgsbung in der Königin-Luise-Ge- dächtniskirche. Hier waren die Deutsche Demokratische Partei aus dem"Reiche und auS Groß-Berlin, der Magistrat Berlin und Ber- liner Stadtverordnete aller Fraktionen sowie politische und andere Vereine vertreten. Bankdirektor Karl Mommsen hat wegen Verzugs nach außer- halb sein M a ndat als Stadtverordneter von Verlin niedergelegt. Seit der Neukonstruierung der Stadtverordnetenversammlung war er stelloertreieuder Vorsitzender der Deutsch-Demokratischen Fraktion. Sein Nachfolger im Mandat wird Direktor Franz Breitkopf. Zu dem schweren Raubüberfall in der Schliem a n nstr. 16, über den wir bereits kurz berichteten, wivd uns mitgeteilt, daß auf die Ergreifung der Täter eine Belohnung von 600 M. ausge- setzt ist. Sie waren bereits am Vormittag bei der Frau Martha Ziegner erschienen, aber wieder weggegangen, als sie sahen, daß die Schwester der Frau da war. Ain anderen Tage trafen sie die Frau allein an und sagten, daß sie ihr die Mitteilung brächten, daß die Unfällrenie für ihren Sohn bewilligt fei. Kaum hatten sie die Wohnung betreten, schlössen sie die Tür hinter sich ab, würgten die Frau, warfen sie auf das Bett und betäubten sie mit einem mit Chloroform und Aether getränkten Taschentuch. Dann raubten sie eine Zigarrenkiste mit über 4000 M. und ergriffen die Flucht, Erst nach zwei Stunden kam die Ueberfallene wieder zur Besinnung. Die Täter waren von Nachbarn gesehen worden. Wer über sie Auskunft geben kann, wird gebeten, sich bei Kriminalkommissar Leh- nerdt im Zimmer 80 des Berliner Polizeipräsidiums zu melden. Bei einen« Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahn- und einem Kraftwagen wurde der 16 Jahre alte Hausdiener Kurt Sch l e i b j tz aus der Norweger Str. 6 tödlich verletzt. An der lhcke der Holzmarkt- und Andreasstraße stieß ein Straßenbahnwagen der Linie 46 gegen den Anhänger eines Kraftwagens des städtischen Fuhramtes. Der Anhänger wurde durch den heftigen Anprall bei- seite geschleudert und flog gegen einen Handwagen, den der Hausdiener Schleinitz führte. Dieser wurde umgerissen und so schwer verletzt, daß er auf dem Wege nach der Rettungsstelle verstarb. Das Märkische Museum erhält endlich Abend betrieb. Es wird zunächst im Monat September an Montagen und Donerstagen außer von 10— 3 noch von 4—6 Uhr machmittags für die Besichtigung geöffnet sein. Diese Erweiterung, die längst nötig gewesen wäre, 54] Erleuchtung. Roman von Henri Barbusse. Verdeutscht von Max Hochdorf. Er holt noch weiter aus, als wenn er ein erstickendes Geheimnis in sich trüge, das nun offenbart werden müßte. Er beschwört Mcnscheumassen herauf und immer wieder Menschenmassen. Er ist besessen durch diese Vorstellung von den Menschcnmassen. Er sagt:„Die MenschenI Die Menscheul" Ein winziges entsetzlich sanftes Scufzcrgerassel und Bekennt- nisse, die von einem unbezähmbaren Triebe gelöst, zwischen Mensch und Mensch ausgetauscht werden, das glettet lieb- kosend über die Erde. Nur manchmal wird der Himmel zu einem Aufleuchten zerrissen. Und dieses plötzliche Sonnen- leuchten verwandelt jedes Mal die Gestalt des Geländes, in dem wir liegen. Dann verschluckt die Nacht wieder alles und auch das Verhallen eines jeglichen Widerhalls. „Die Menschen, die Menschen!" Plötzlich brummt eine Stimme, die wie ein Stein in das ganze hineinplatzt: „Die Menschen, die Menschen! Na was ist denn mit die Menschen?" Der glänzende und zitternde Schatten fügt mtt dumpfer Sttmme hinzu:„Es wäre nötig, daß die Menschen niemals aus ihrem Schlafe aufwachten I" Aber die spöttische Sttmme, die mir Entsetzen einflößt: „Sei jetzt stille!" Mehrere Menschen, die dorten im Schatten liegen, stützen sich auf die Fäuste. Ich erkenne sie an ihrem dumpfen Ge- seufze. Und sie starren um sich herum. Der Schatten spricht immer noch, und er redet wieder und wieder sein Wahnsinnsgerede:„Es wäre notwendig, daß die Menschen niemals aus ihrem Schlafe aufwachten." Die Stimme, die dort vor mir vom Lachen geschüttell ist und vom Röcheln geschwellt, fängt von neuem an: zSei stille!" Dort unten gleiten Kometen über das nächtliche Firma- ment. Ihr totes Maschinengekreisch und ihr lebendiges Eulen- geschrci und die flammende Verworrenheit ihrer Eingeweide, das schlingt sich alles durcheinander. Wird der Himmel je- mals den unermeßlichen Frieden des reinen Sonnenlichtes und jenes Himmelsblaus wiederfinden, auf das kein Makel mehr niederfallen kann? In meinem Kopfe wird etwas heller und geordneter. So schicke ich mich an, an mein eigenes Schicksal zu denken. Werde ich sterben? Ja oder nein? Wo bin ich verwundet? Ich betrachte meine Hände sorgsam, eine nach der anderen. Sie sind nicht abgestorben. In dem schwarzen Blutgeriese-l bemerke ich nichts dergleichen. Das ist außergewöhnlich, der- art gelähmt zu sein und doch nicht zu wissen, von wo das alles herkommt. Ich vermag nichts anderes als nur die Augen ein wenig über den Rand des Weltenstücklcins zu er- heben, in das ich hineingestürzt worden bin. Plötzlich stößt mich eine Bewegung. Sie geht von dem Pferde aus, auf dem ich ruhe.«Ich sehe, wie das Tier seinen großen Kopf seitwärts gewendet hat, und nun frißt es in Trübseligkeir die Gräser ab. In der Nähe des Tieres zeigen sich weiße Strähnen. Vorhin noch habe ich es gesehen, wie es im Regi- mente sich aufbäumte und wieherte. Die wahren Schlacht- Pferde tuen desgleichen. Jetzt ist es irgendwo zerschmettert und so stumm, wie es nur die wahrhaft unglücklichen Ge- schöpfe sind. Und noch einmal steht vor meinen Augen das winzige Hirschkalb, das man auf dem frisdhen Purpurteppich seines Blutes erdrosselt hatte. Mir steigt die Erregung, die ich an jenem Tage nicht empfand, jetzt bis zur Kehle empor. Ein Tier ist die lebend gewordene Unschuld. Dieses Pferd ist wie ein ungeheures Kind. Wollte man die Un- schuld in all ihrer Klarheit vor dem Leben zeigen, so dürfte man nicht ein kleines Kind hinstellen, so müßte man ein Pferd heranführen. Ich neige das Haupt, und ich seufze auf, und mein Blick tastet am Boden herum. Die plötzliche Regung des Tieres bringt mich aus meiner Lage. Ich wälze mich auf die Seite. Nun bin ich dem sprechenden Feinde noch näher gerückt. Er reckt sich,. Er streckt sich' auf den Rücken. So liegt sein Gesicht unter der Bleichheit des Moides wie ein Spiegel. Es wird entsetzlich sichtbar, daß er am Halte verwundet ist. Ich fühle, daß er sterben wird. Seine Worte rauschen nur noch wie ein Flügelschlagen. Er hat unverständliche Dinge über einen spanischen Maler und über Bilder gesagt, die unbeweglich in den Kunstpalästen hängen: Escurial, Spanien, Europa. — Plötzlich stößt er gewaltsam Wesen von sich, die in seiner Vergangenheit gelebt haben müssen. Er sagt— und seine Stimme ist stärker als der, Ge-! Witterhimmel, an dem die blutdunklen Flammen stehen, und seine Stimme ist auch stärker als die herniedersausenden •Blitze und als der Wind, der alles zerreißt, und seine Stimme ist auch stärker als all die Nacht, die uns begräbt und die uns dennoch weiter mit ihreni Gesteine steinigt— er sagt: „Beiseite mit allen Träumern!" Ihn packt eine Wut, die seine Seele gleich seiner verwundeten Kehle aus dem Schatten heraustreibt. Die nachtverschattete Stimme keucht:„Die Wahrheit ist aufständig? Fort mit allen Menschen, die die Wahrheit bringen! Sie werfen nur die Unordnung in die Unwissen- heit! Sie säen Wohl Worte ans, aber sie säen nur Wind aus! Fort mit allen Erfindern! Sie führen das Reich der Menschen herbei!-- Aber die Menge haßt sie, und die Menge verspottet sie!" Er lacht, als wenn er das Lachen der Menge hörte. Und ganz in unserer Nähe wird ein anderer heftiger Lachkrampf vernehmbar, der unermeßlich über die düstere Ebene hinhallt:„Was erzählt er da noch? Was quatscht er da noch!" „-Laß ihn in Ruh! Wenn er daS sagt, wird er schon wissen, was er sagt!" „Ach jemine!" Ich bin meinem Nachbar und Feinde so nahe, daß nur ich den Rest seiner Worte aufhaM, und er flüstert mir ganz leise zu:„Ich habe Vertrauen in den Abgrund, zu dem das Volk alles hinunterzieht und zu dem alles Volk hinunter- gezogen wird." Dieses Wort trifft mich mächtig im Herzen. Ich reiße vor Entsetzen die Augen auf. Es bedünkte mich plötzlich, daß der Wahnsinnige seine Worte wirklich verstand. Ein Bild grub sich in meine Augen ein. Ich erinnerte mich wieder an den Prinzen, den ich einstmals bei uns in der Heimat gesehen hatte. Damals lag das Alpdrücken des Lebens auf mk?. Und der Prinz liebte das Blut, das beim Jagdtreiben vergossen wird.-- Dann wurde, etwas weiter von uns entfernt, der Schatten von neuem durch ein Schrapnell zersprengt. Das Geschoß zertrommelte und zersplitterte das Erdreich, so daß es wolkig aufspritzte. Es schien, daß auch diese Entladung mit Schrei, mit lebendigem Schrei und lebendiger Ge- dankenkraft begabt wäre. (Forts, foldt) ist mit Freuden zu begoßen. Sie tmrd es Ser erwerbStSti. gen Bevölkerung endlich möglich machen, auch an Wochen- tagen das Museum zu besuchen. Filmvorträge der Treptoiv-Zternwarte: Sonntag, 31. August, 3 Uhr:»Bilder aus dem Harz, Thüringen und dem Niesengebirge", 5 Uhr:„Christoph Kolumbus", 7 Uhr:„Japan, Land und Leute" sfarbige Lichtbilder und Filme). Dienstag, 2. September, 7 Uhr: „Das Geheimnis des Weltenbaues"(Vortrag mit Lichtbildern von Dir. Dr. Archenhold). Mit dem großen Fernrohr wird jetzt am Abend der Mond, die Wega und der Ringncbel in der Leyer gezeigt. Umleitung von Straßenbahnlinien. Gleisbauten auf dem Schloßplatz machen es erforderlich, vom 2. September ab bis auf weiteres die Wagen der Linie 5 zwischen Källnischer Fischmarkt und flaiser-Wilhclm-Straße in beiden Richtungen über Mühlen- dainm, Molkenmarkt, Spandauer Straße und die Wagen der Linie 32 zwlschon Dresdener und Französische Straße über Alte Jakobstratze, Seydelstraße, Spittelmarkt. Leipziger Straße, Jerusalemer Straße, Hausvogtcchlatz Obcrwallstraßc, Französische Straße verkehren zu lassen. Oeffentliche Sportversammlung Dienstag, 2. September, %8 Uhr, einberufen vom Ortsausschuß für Sport und Körperpflege. Referent: Gen. Wilbnng-Leipztg, Vorsitzender der Zentralstelle für Sport und Körperpflege. Zweck der Versammlung ist, die noch in bürgerlichen Verbänden befindlichen Arbeitersportler auf die be- stehenden Arbettersporwrganisationen aufmerksam zu machen und zum Eintritt in diese aufzufordern. Lichtspiele„Neue Philharmonie", Cöpenicker Str. 96/97: Schluß der Sommerspielzeit mit dem Filmspiel„Das töricht« Herz"(Eva Matz) und der Dctektiv-Sensation„Der stumme Zeuge. Beginn der Mnterspielzeit am K. September in den„Sportpalast- Lichtspielen", Potsdamer Straße, mit dem Sensationsstück »Die von der Liebe leben"(Esther Carena). Niederbarnimer Kreistag. Der Niederbarnimer Kreistag trat am Freitag unter dem Vor- sitz des Landrats v. Bredow zu einer Sitzung zusammen, deren Hauptverhandlungsgegenstand der Antrag Dr. Neumann(D. Vp.) auf Abschaffung des Arbeiterrats bei« Kreis« bildete. Dem Beitritt des Kreises zur Gemeinnützigen Hochseefischerei« gesellschaft Groß-Berlin mit einem Stammkapital von 365 990 M. und zur Fischmärkt Groß-Berlin G. m. b. H. stimmte der Kreistag ohne Erörterung zu. Dagegen entspann sich eine längere Erörterung über die Borlage zum Ankauf eines Ziegeleibetriebes. Die Vorlage wurde mit der Mißgabe angenommen, daß der KreiZauSschuh vor endgültiger Beschlußfassung hon Kreistag zu einer vertraulichen Be- sprcchirng einberuft. Der Kampf um den Arbeiterrat. KreiStagSabgaordneter Dr. N e u m a n n(D. vp.) hatte den Antrag eingebracht, die Äontrolltätigkeit de? ArbeiterratS über die ($. vp.) inaebracht, die Kontrolltatigieit veS Arbei Kreisverwaltung nicht weiter anzuerkennen und die Zahlung der Tagegelder an die Mitglieder des ArbeiterratS mit dem 1. Septem- ber einzustellen. Er führte zur Begründung aus, daß die Zentral» stelle der Ardeiterräte im Kreise Niederbarnim nicht einmal auf dem Wege der Wahl zustande gekommen sei, sondern anscheinend ans Delegierten deS Berliner VollzugSrats bestehe, also mit den Grund- sähen der Demokratie und der Selbstverwaltung in schroffstem Widerspruch stehe. Nach der Wahl des neuen Kreistages, der zu etwa zwei Drittel aus Vertretern der sozialistischen Arbeiterschaft bestehe, habe dies« auch nicht einmal ein moralisches Anrecht auf eine be- sondere Vertretung im Kreise. ES sei jetzt ausschließlich Sache des aus dem Kreistage gewählten Kreisausschusses, die Geschäfte deS Land ratSam tS zu überwachen. Halte man trotzdem das Weiter- bestehen bei ArbeiterratS für nötig, so sei daS ein Armutszeugnis für di« von den sozialistischen Parteien gewählten KreiSauSfchu Mitglieder. Die Mehrheitssozialdemokraten, die sich stets als grun fätzliche Anhänger der Demokratie und Gegner einer Diktatur des Proletariat» erklärt hätten, müßten nun endlich Farbe bekennen. Die Redner der sozialdemokratischen upd der unabhängigen Fraktion sprachen sich gegen den Antrag aus. Kreistagsabgeordneter Schönfeld(Unabh.) betonte, daß die Ärbeiterräte in der praktischen Verwaltung die Demokratisierung durchführen sollten, die erst in der Gesetzgebung erreicht sei. Er beantragte daher, jedem D«zer- nente» in der Kreisverwaltung einen Mitdezernent«» au» dem Arbeiterstand« beizugeben, der jedes Schriftstück mitzuunterzeichnen hätte. Abg. Tarnow kMehrheitSsoz.) erklärte im Namen seiner Fraktion, daß diese vorläufig noch für da» Weiterbestehen des ArbeiterratS fei, bis die Demokratisierung auch in der Verwaltung restlos durchgeführt fei. Er stellt« den Antrag, daß sich der KreiSauSschuß in Verbindung mit dem Ar- beiterat mit»er Frage beschäftigen und dem Kreistag in seiner nächsten Sitzung Bericht erstatten solle. Für die demokratische Fraktion unterstützte Abg. P i n k u S den Antrag Dr. Neumann, zum mindesten müsse verlangt werden, daß der Arbeiterrat auf Grund demokratischer Wahlen paritätisch zusammengesetzt werde. Zum Schluß hob Landrat v. Bredow hervor, daß die Kontrolle der Kre:?- Verwaltung sich nicht zu einer völligen Verhinderung der Arbeit aus- wachsen dürfe. Der Antrag Dr. Neumcmn wurde von der sozial. demokratischen Mehrheit abgelehnt, auch der unabhängige Antrag fand keine Annahme, während der Antrag der Mehrheitssozialdemo- krate» zum Beschluß erhoben wurde. Zu.Kreisdeputierten wurden nach der Verhältniswahl die Kreistagsabgeordneten Schlem- nu n g e r(Mehrheitssozialist) und B u r g s ch e t(Unabh.) gewühlt. Die Sitzung am Sonnabend beschäftigte sich fast ausschließlich mit Wahlen. E» wurden 7 Kre-iskommissionen gebildet, und zwar für Rechnungen, Steuern und Finanzen, Siedlung»., Bau« und Ber- kehrSwesen, Wohlfahrtspflege, Kriegswirtschaft, die wirtschaftlichen Anlagen und die Volksbildung. Die Mitglieder dieser Kommissionen sollen von den Fraktionen benannt werden. Von 19 Uhr vormittags bis in den späten Nachmittag hinein erledigte der Kreistag die in- folge des Zwischengesetzes über die Aenderung des Gemeindever- fassungSgesetzes uflv. notwendig gewordenen Wahlen der Amtsvoc- steher. Jeder der 49 Amtsvorsteher und 49 Stellvertreter wurde in geheimer Zeltelwahl gewählt. Die Fraktionen der Sozialdemokraten und der Unabhängigen waren in der Sitzung mit je 22 Stimmen ver- treten, so daß wiederholt Stichwahl erforderlich wurde: einige Wahlen strußten wegen Unstimmigkeiten für ungültig erklärt' und wiederholt werden._ Neukölln. Angeblich« LebenZmittelschtebungen. Der Arbeiterrat hat den Magistrat bepichtigt, daß er gegen die Interessen seiner Bevölkerung LebcnSmittelschiebungen ins Werk gesetzt haben soll. Als Tatsachen bezieht er sich auf den Verkauf von 1999 Büchsen Rindfleisch im eigenen Saft durch die Firma Schmidt Söhne und ebenso auf einen Verkauf derselben Ware an die Gemeinde Neu-Zittau und behauptet, daß diese Verkäufe statt- gefunden hätten, trotzdem die Bevölkerung am 29. August kein Fleisch erhalten habe. Nichtig ist, wie un» der Magistrat schreibt, folgendes: Die Bevölkerung hat bisher nach dem einheitlichen Vertei- lungSschlüssel für Groß-Berlin in jeder Woche das ihr zustehende Fleisch erhalten. Lebensmittelausschuß und Magistrat haben die Versorgung der Bevölkerung aber nicht nur im Rahmen der ratio- nierten LebenSmittclzuführung bewirkt, sondern chaben teilweise auch unter Mitwirkung der Staatlichen Verteilungsstelle, umfang- reiche Lebensmittelankäufe getätigt, um mit diesen ein« bessere Er- nährung bewirken zu können. Von diesen Lebensmitteln haben aber nicht alle in der Bevölkerung die gleiche Aufnahme gefunden. Teil- weise hatte die Bevölkerung wegen de» teuren Preises nicht ge- kauft, teilweis« ist ihre Verwendung w«gen der fehlenden Zusatz- mittel, inSbesondeve an Fett, nicht möglich gewesen. Der Ankauf der Lebensmittel ist durch die Staatliche Verteilungsstelle zu einer Zeit bewirkt worden, als die Verhandlungen über den Friedensver- trag sich nock in der Schwebe befanden und eS noch zweifelhaft war, ob der Abschluß zustande kam. Ll» dann das Reich durch Bewilli- gung von lih Milliarden«ne Senkung der Lebensmittelpreise vor- nahm, saßen die Kommunalverbände mit den teuer gekauften Le- bensmitteln fest. Da? städtische LebenSmtttelbeschaffungsamt er- hielt infolgedessen, um die Stadtgemeinde vor einem finanziellen Ruin zu bewahren, den Auftrag, die an die Bevölkerung nicht absetz- baren Lebensmittel und sonstigen Waren bestmöglichst zu verwerten bzw. zu verkaufe«. B»n einem««kauften Posten Büchsen- rind fleisch im«tgenen Saft war es nur möglich gewesen, an unsere Bevölkerung e�»«n kleinen T«il ab» u setze», weil '" ns« durch da» Reick der von der Stadt ge- t werden konnte. Da» sen die hier nicht absetz- bare Ware an eine RcichSbehörde und an einen Kommunalderband abgegeben. Der Magistrat hat hier in gleicher Weise verfahren, wie dieS alle übrigen Gemeindeverwältungen, das Polizeipräsidium Berlin, di« Eisenbahndirektion Berlin und die Oberpostdirektion Berlin im Interesse ihrer Beamten und Arbeiter mit Wissen und unter den Augen deS LandeSpolizeiamtS bewirkt haben. Der Magi- strat steht nach dieser Sachlage vor der Wahl, entweder die über» schüffigen LebenStNtftel verderben zu lassen, oder aber, wie es im Interesse der Finanzwirtschaft gefordert werden muß, sie einer zweckmäßigen Verwertung zuzuführen. Wenn er den letzten Weg cht, kommt er allerdings mit den gesetzlichen Vorschriften tn Wider. pruch. Der Arbeiterrat tut aber mit seinem Angebertum unserer Bevölkerung keinen Gefallen, wenn er durch fein Vorgehen den von der Bevölkerung nicht aufgenommen werden, die aber den Kam. munalverbänden von der Staatlichen Berteilnngsftelle zugeteilt find, einer geeigneten Verwertung zuzuführen. Der LebenSmtttelauS. schuß und der Magistrat sehen der Aufklärung der erhobenen Be- schuldtgungen mit Ruh« entgegen. Wenn sich das LebenSmittelbefchaffungSamt be! dem Verkauf des öfteren eine» oder mehrerer Bermitller bedient hat, so ist dies der Weg, der allgemein üblich� ist. Die gezahlten Probisionen be- wegen sich in einer durchaus/,4 Uhr. im Lokal.Zur Schleuse" am Babnhof Funsfrnheide. Konferenz sämtlicher stch zur S. P.D. bekennender Funktionäre des SiemenSkonzernS. Pünktliches Srscheinen erwünscht, da wichtige Tages. Ordnung. Straft euvabner, di« anf dem Bode« der S. P. D. stehe«. Mittwoch, nachmittag S Uhr. im SerrenbauS, Leipziger Straße 3. Festsaal 1. Etage. Berfammlung. Aeutzerst wichtig« Tagesordnung. Kollegen und pommem Der Skaßenbahner-Verbeausschuß(S. P. D.). Angehörige find mitzu dunst nicht mehr als Schöffen, sondern nur als Beamte übernommen würben. Einer daraufhin an die bürgerliche Fraktion Aufforderung' sich nicht an der Wahl zu beteiligen, kam gerichteten diese nicht Etseubahner-WerbrauSschnft k Sitzung Montag. 1. September, 4 Uhr, im.Dessauer Garten", Dessau«, Ecke der Köntggrätzer Straße. Bortrag de» Genossen Thurau über die Erfurter Vorgänze. Beschlußfassung Über eine Proteiwerfammlung im Zirkus Busch. Stellungnahme zur Liebereinführung deS AkkordlohnshstemS. Anmeldungen iür den RednerknisuS. Neuaufnabmen. Zahlabend u. a. A ch t u n g I Interessierte technische Genossen(Beamte und Arbeiter) aller vetriebe(Haupt-, Neben- und BetrtebSwettstitten, Bahnmeistereien, Nagenwarkmeistereien usw.) müssen zahlreich erscheine». SchwerhSrigen-Gektio«. Mittwoch, 8. September, 7 Uhr: Versammlung in der TaubsUimmenschule, AarkuSstr. 4S, Hol linlS II«Näh« Bahnhof Lannowitzbrücke). Tagesordnung: Die Antwort des Magistrats aus unser Gesuch, Bielbörer betreffend. Vieibörer ist ausgestellt. Schwerbörige Kewerischastsmttgliedcr und.vorwärtS'-Leser find freundlichst eingeladen. Mitgliedsbücher mitbringen._ Mus aller Welt. deutsches Ilogzeug abgeschossen. Dem„Oberschlesischen Anzeiger" zufolge näherte sich Donner»- tag ftüh ein F l u g z e u> mit deutschen Abzeichen der deutschen Grenze. Da da» Flugzeug«uf die vereinbarten Er- kennungSsignal« nicht reagierte, beschossen e» doutsche Ab« wehrgeschütze und brachten es zum A b st u r z. Es ergab sich, daß eS sich wirklich um ein deutsches Flugzeug handelte. Die beiden Insassen, Leutnant Rusch und der Beobachter, Btzefeldwebel K i e« k e. find tot. kteul Neu] Die Nacktheit! Kunotkarton, 20 St. sortiert M. 3.90; 100 St. M. ID.— fr. N. 60 Aufsehen erregende Nafuraufnahtnen! in» Serien a 12 Stück•- pro Serie M.[• sämtliche• Serien zusammen M. 16,— fr. Nachn. Müller AWinter, Abf. S 100, Leipzig, KronprinzenstMS. waren en gros wie alljährlich z. billigst. Preisen Pelzmäntel Än!- S. Schlesinger lsieKflnIgstP.210±sn" Kein Laden, 2. 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Stück 63.00 64.50 67.00 Garnierte Damenhüte Schwarze Sammethüte(Iockeyform) mit Band ober weißem teber.................. Stück 58.50 62.50 76.00 Aufruf. an alle Wohnnngsinhaber Berlins. Durch drn Zustrom geflohener oder vertriebener Volks aenofsen aus den bejezten und abzutretenden Gebiete» steigt die Wohnungsnot von Tan zu Tag. Alle Mittel zu ihrer Behebung sind nahezu erschöpf«. Fiir den Umzugstermin am l. üktober müssen auch ohnedies kninderte von Familien unter. gebrächt werden. Der Magistrat hat deshalb in dieser Ztotlage von der obersten Landeszentraldehörde die Ermächtigung er- niirkt. in große Wohnungen, die von wenigen Personen dewohnt sind, Aanrillen oder auch Einzelpersonen zwangsweise nnlerzubringen. Dieselbe Ermächtigung wird noch eingeholt meiden für geflohene und vertriebene Familten und Personen. vevor aber Zwang angewendet werden soll, wendet sich der 'iagistrat zum I-HIon Male an da» sozial« Gewissen er V Ürger Berlins. Wir dürfen unsere Voltsgenos'en nicht obdachlos werden lassen und müssen uns deshalb jede Beichrändnng der eigenen Bequemlichkeit vorübergehend in di-sei! Zeit der Not auserlegen. Wer wünscht, Familien oder Einzelpersonen nach freier Wahl in seine Wohnung auszunehmen, der wende sich»m. gehend unter Angab« der zur Berfiigung zu stellenden Räume i Kcc oder möbliert) an dag wohnungsami, Oranienburger lvtrosze 16, swer Studenten oder Studentinnen bei sich unter. bringen will, wende stch an den studentischen Wohnungsnach. nieii Ilnivcrsitätsstr. 3). Hier können auch alle weiteren WüWchT hinsichtlich Familienstand, Konfession, Beruf usw. der »ilszuiichmenden Personen vorgebracht werde»! ste werben nach Möglichkeit bertichlchtigt werden. Falls die Zahl der einlaufen- den Meldungen nicht genügt, muß der Magistrat unweigerlich iind in aller Kürze von der ihm erteilten Ermächtigung zur zwangsweisen Belegung der Wohnungen Gebrauch machen. Zetit ist noch Gelegenheit, unter den aufzunehmenden Familien und Einzelpersonen frei z» wählen, mache jeder Gebrauch von ihr zur Linderung der Not. ehe e, zu spät ist! Wir appellieren an den Ovferwillen unserer'Mitbürger und erwarten, daß alles i>etan wird, um uns in der Aufgabe der Linderung dieser große» Rot vieler unserer Volksgenossen rasch und wirksam zu unterstützen. Berlin, ,26. August 1919. Deputation für Wohnungswesen. LoshtUng. gb. Rr. 1429 Wohn. 1/19. Betrifft Mieterschutz. Auf Grund der Ermächtigung de, Herrn Oberpräsidenten vom>9. August 1919 ergeht gemäß 8 5 der Verordnung zum Schutze der Mieter in der Fassung vom 22. Juni 1919(„Reichs- Gesetzblatt" Seite 991) für den Bezirk der Stadt Berlin folgend« Anordnung: »Jeder«bfchlus» eines Mietnertrages llber Wohnräume, Läden nad Werkstätten ist dem Mogistrat in Berlin— wohunngsamt, Oranien- buraer Sit. 16— vom Bermieter Vinnen einer woch««ach«bschlnh»es Berkroges anzn- zeigen," Jn der Anzeige ist der Name de, Meters, die Lage der Woh- mina, der zuletzt entrichtete und der neue Mietzins anzugeben. llebersteig» der vereinbarte Mietzins den Betrag, der für Wohnräume, Läden oder Wertstätten der gemieteten Art und Ausftathing unter Verücksichttgnng der N-denlelsttingen J)es Bermielers üblich und angemessen ist, so kann sowohl der Mw gistrat(Wohnungsamt) innerhalb einer Woche nach Eingang der Anzeige als auch der Mieter bis zum Ablauf zweier Wochen »ach Abschluß des Vertrages bel dem Einignngsamte beantragen, daß der Mietzins auf die angemessene Höhe herab- .....-----' � Ziebenleiftu!---- � bar oder mittelbar zuj Aus einem Mietverträge, der»em Magtsttat(Wohnungs- antt) nicht angezeigt Ist, können von dem Vermieter keine An- sprstche geltend gemacht werden. Der Vertrag wird auch in beantragt, wenn die Anträge auf Herabsetzung zurüstg, zogen werden, oder wenn das Einigungsamt Über die Antrage eitt- slbetdet. Wer vorsätzlich dieser Anordnung zuwider eine ihm ob- liegende Anzeige nicht rechtzeitig erstattet oder wissentlich un- richtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Geld- strase di» zu 1000 Mark bestrast. Berlin, den 26. August 1919. Magistrat. Mermuth. Tgd. Nr. 896 M. E. A. 19. Sladtgeweind« In Grost-Berila sacht prima schweren schwarzen Brenntorf. «ngebss» unter U.»3 an die Honplegpeditloa »es.vorwärts". 64SD AM« iikk SliiS'. Melllili'. M- o. lei»Weii MW! Montag, den I.September, abends7'/gUhr,indenMufiker-Festsalen, anlser-wllhelm-Skrah« ZI: V e r s a in tn l u n g. Tagesordnung: � Unser Tarifvertrags-Entwurf. In Anbetracht der 72/9■ ist das Erscheinen eines jeden unbedingt erforderlich. Dl- lorlstominlsfloa: chollmoan. Wiesen er. i|iiiigii.soziali Große öffentliche Versammlung am Dienstag, den 2. 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Erwägungen über Erwägungen— aber keine Taten. Der Zeiitralverband der Töpfer und Berufs- Seuoffen Deutschlands, Filiale Grotz-Berlin, schreibt uns: Die Kohlen stelle Groß-Berlin hat in den Tageszei- jungen wieder wie im borigen Jahre darauf hingewiesen, daß es Zeit sei, die Heizvorrichtungen, die vielfach Mäng«l auf- weisen und somit unnötig Brennstoff verschlingen, inst-and zu setzen. Diese Hinweise sind wohl hauptsächlich zurückzuführen auf die im vorigen Herbst erlassene Verfügung des ReichStom- mlssars für Kohlenverteilung, oer die Kriegsamt- stellen und die Polizeipräsidenten aufforderte, dafür zu sorgen, daß im Interesse der Kohle nersparnis unverzüglich die Heiz- und Kochstätten instand gesetzt werden. In jener Verfügung wurde besonders bemerkt, das; die Biöglichkeit der Instandsetzung nunmehr gegeben sei, weil wieder genügend Arbeitskräfte und das dazu benötigte Material zur Verfügung ständen. Soweit das Wirtschaftsgebiet Groß-Berlin in Frage kommt, haben alle diese Hinweise und Verfügungen nicht im ge- ring st en gefruchtet. Erstens haben die unteren Behövfen versagt und zweitens schert sich das Gros der Grotz-Berliner Haus- Wirte absolut nicht um solche Ermahnungen. Daß es so ist, �darüber waren wir unS schon frühem im klaren. Wundern müssen wir uns über die Naivität des Reichskommissars und der Kohlenstellc. Wer die Grotz-Berliner Hauswirte kennt, weih, datz d'c Mehrzahl von ihnen schon jahrelang vor dem Kriege, wo das Ma- terial und die Arbeitskräfte im VerbältniS zu jetzt noch billig und reichlich vorhanden waren, nur selten oder in den drin- gendsten Fällen etwas machen liehen. Somit sind die meisten Wohnungsfeuerstätten derartig baufällig geworden, datz fie als feuer- sowie gesundhcitsgefährlich bezeichnet werden müssen und volkswirtschaftlich wegen unseres Kohlenmangels eine noch größere Gefahr bringen werden. Ein weiterer Mißstand ist der, datz sehr viele Oefen vollständig vcrrutzt und verascht sind, weil sie schon jahrzehntelang keiner Reinigung unterzogen wurden. Diese können somit nicht genügend Wärme speichern und abgeben. Auch dadurch wird ungeheuer viel Brennstoff vergeudet. Aufgabe der in Frage kommenden Behörden wäre es schon früher gewesen, hier Bestimmungen zu erlassen, ähnlrch denen über das Kehren der Schornsteine. In Zu- kunft sollten die Behörden sich auch mehr angelegen sein lassen, für die fachtechnische Ueberwachung der Ausführung von Töpferarbeiten zu sorgen. Verschiedentlich haben wir bei SiedlungSbauten die Wahrnehmung machen müssen, datz die Ausführung der Töpferarbeiten nicht sachgemätz vor sich ging und deshalb die Heizkörper nicht ihren Zweck erfüllen konnten. Als fach- technisches Ueberwachungsorgan empfehlen wir die Heiztech- nische Landeskommission Berlin. Sie ist zur Ver- besserung de» Kachelofens in heiztechnischer Hinsicht schon vor Jahren von den Meister, und Gesellenorganisationen ins Leben ge- rufen worden und steht jedem Interessenten unentgeltlich zur Ver- fügung.(Geschäftsstelle Berlin SW. 12, Markgrafenstr. TS.) Weil wir Arbeitnehmer an den oben geschilderten Mih- ständen ganz besonders interessiert sind— denn vie Abstellung der Mißstände bot die einzige Möglichkeit, für uns schnell Arbeit zu schaffen—, ersuchten wir, ehe der Reichskommissar jenen Auf- ruf erlietz, unsere Arbeitgeber, mit uns gemeinsam von den Be- Hörden zu fordern, datz sie die Hauswirte zwingen, die größten Mängel an den Heizstätten abstellen zu lassen. Bevor wir uns an die Behörden wandten, hatten wir durch Aufrufe in den TageS- und HauSbesitzcrzeitungen die Hauswirte gebeten, wehr als bisher Reparaturen- an den Oefen und Herden ausführen zu lassen, weil hierdurch Arbeitslose untergebracht und Kohlen erspart werden können. Leider brachten diese Aufrufe keinen Erfolg, und so wurde uns immer mehr klar, daß nur durch behördlichen Zwang die Hauswirte angehalten werden können, die Mängel abzustellen. Wir wandten uns deshalb Anfang Dezember vorigen JahreS an das Wirtschaftsdemobilmachungsamt, von wo wir an den De- mobilmachungsausschuß Groß-Berlin verwiesen wurden. Dieser versprach uns, etwas zu tun, empfahl uns aber, gleichzeitig auch beim Kohlenverbanid Grotz-Berlin vorstellig zu werden, da ja den die Sache besonders interessieren müsse. Ihm wurde unser Anliegen am 16. Dezember schriftlich mit der ausführlichsten Begründung unterbreitet. Wir forderten Zwang gegen die Hauswirte und empfahlen, überschuldeten Hauswirten staatliche öder kommunale Zuschüsse zu den Reparaturkosten zu geben. Wir standen eben schon damals auf dem Staudpunkt der produktiven ErwerbSlofenfürsorge. Der Kohlenverband tat aber nichts in unserem Sinne. Inzwischen erfolgte die Ver- fügung des Reichskommissars. Der Berliner Jnnungsvorstand erhielt bald darauf den Bescheid, daß dem Berliner P o l i z e i p r ä s i- denten Anweisung gegeben sei, entsprechend vorzugehen. Als wir nach einiger Zeit nichts öavon merkten, sprachen wir persönlich bei dem inzwischen eingesetzten neuen Polizeipräsidenten vor. Hier wußte aber niemand etwas von den Anorlmungen deS Reichskommissars. Ferner erklärte man uns, daß man nichts in unserer Sache tun könne und verwies uns an das Berliner Hoch- bauamt. Wir sprachen nun nochmal» beim De mobil mach- ungsausschuß Grotz-Berlin ver. Dieser verlangte jetzt eine ausführliche schriftliche Begründung unserer Sache mit einem Borschlag, wie er gegen die Hauswirte vorgehen soll. Sie wurde am Z. März überreicht. Bei den ersten Verhandlungen darüber einigte man sich«uf bestimmte Richtlinien. Der AuSschutz war der Meinung, daß er, da eS sich hier um die Unterbringung von Arbeitslosen handelte, die gesetzliche Macht hätte, zwangsweise gegen die Hauswirte vorzugehen. Weil der Ausschutz unsere Sache der H o ch b a u v e r w a l t u n g zur Aeutzerung über- �eben hatte, wanden wir uns auch an sie. Hier wurde uns der Be- scheid, datz die Sache an das Berliner Wohnungsamt weiter- gegeben sei. Durch dieses erreichten wir nun, datz eine gemein- same Sitzung am 15. Mai zustande kam. An ihr nahmen teil: der Demobilmachungsausschutz Grotz-Berlin, die Hochbauverwaltung, das Wohnungsamt und die Kohlenstelle Grotz-Berlin, ferner je ein Ver- treter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer des Ofensetzgewerbes« Bon allen vertretenen Behörden wurde unsere Forderung als berechtigt anerkannt. Nur konnte man nicht recht einig werden darüber, welche Behörde die gesetzliche Macht habe, hier zwingend einzugreifen. Schlietzlich drang die Meinung durch, datz nur der Kohlenverband Grotz-Berlin als mit gesetzlicher Macht ausgestattete Behörde in Frage kommen könne. Die Berliner Hockchauverwaltung übergab somit die Ange- legenheit dem Kohlenvcrband. Hier scheint die Sache nun wieder zu schlum- in e r n, denn von dieser Stelle haben wir bisher, obwohl wir am 31. Juli schriftlich um baldige Erledigung baten, nichts gehört. Soll etwa unsere Forderung mit dem Hinweis, datz es an der Zeit sei, die Mängel an den Oefen und Herden zu beseitigen, abgetan sein? Damit können wir uns nicht zufrieden geben. Auch mit dem Vorschlag, datz die Wohnungsaufsicht nötigenfalls einen Druck auf nachlässige Hauswirte ausüben soll, ist nichts anzufangen. Das Berliner Wohnungsamt erklärte uns ausdrücklich, datz es selbst auf Grund der neuen Wohnungsordnung nicht direkt die Hauswirte zwingen könne, Repara- turen ausführen zu lassen. Es könne zwar aus diesem oder jenem Grunde eine Wohnung für nicht bewohnbar erklären, so datz die Wohnung geräumt werden mühte. Damit wäre nicht dem Mieter, aber meist dem Hauswirt gedient. Um den Hinweis der Kohlenstelle werden die m eisten Grotz-Berliner Hauswirte fich nicht im geringsten kümmern. Nur durch behörvlichen Zwang können sie dazu angehalten werden. Sollten die Grotz-Berliner Behörden sich nicht endlich dazu auftchwingeu können, auf dem von uns vorge- schlagenen Weg« gegen die Hauswirte vorzugehen, dann müssen sie eben von der zuständigen Staats- oder Reichsbchörde dazu veranlaßt werden. Täglich wird uns von den obersten bis zu den untersten Behörden gepredigt: S�art Kohlen und noch- malS Kohlen, versucht Arbeit zu schaffen und Ar- beitslose unterzubringen! Durch das von uns beantragte Vorgehen könnte in dieser Beziehung vieles erreicht ioerden. Erhebliche Unterstützungssummen für Erwerbslose liehen sich ersparen oder könnten für private Zwecke verwandt werden. In München wird schon seit 2 Jahren nach unserem Vorschlage gear- bettet. WaS dort möglich ist, muh sich auch in Grotz-Berlin durch- führen lassen. Wir haben unseren Behörden genau dargelegt, wie in München gearbeitet wird- Aber bei unseren Behörden scheint der gute Wille zu fehlen und zuviel Rücksicht auf die HauS- wirte genommen zu werden. Wir verkennen nicht, datz die Materialien sehr teuer und somit die Reparaturkosten ziemlich hoch sind. Deshalb verlangten wir nur, datz die allerdringendsten Reparaturen ausgeführt würden. Schon hierdurch könnten diele Kohlen erspart und alle arbeitslosen Ofenseher untergebracht werden. Hoffentlich tragen diese Zeilen dazu bei, datz im Interesse der Allgemeinheit die Behörden sich nun end- lich der Sache annehmen. WTcJStä 4SL BERLIN C S Landauer Str. 16 Kmöerwästhe Gegründet 1815 Decken BERLIN C König str. 11-14 i iSchMliche Aufträge � werden durch meine 5 Vernand- Abteilung sorgfältig ausgeführt SchtUlmanlel aus raiscKfarbig. 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Ktemuner Herr Nügb HSsIk Muh Er war in unserem Betriebe seit 4S Jahren tätig und Hot mit seltener Treue unermiidtich der Firma seine Dienste gewidmet. Sein Andenken werden wir stets in Ehren holten. Berlin, 30. August 1919. Koch& Bein zugleich im Namen des gesamten Kantor- und Fabrltp-rsonals. Die Beerdigung findet am Montag, den 1. Sep- iember, nochmittogz 4 Uhr, auf dem Iokodikirchhof, Hermonnstroße, statt. «a» der Reise zurück vr. lZMerg, Von der Reise zurück krok. vr. Brühl Ohrenarzt 84/17 StrTi der Reise zurück vr. Mx mo\iv Arzt für Nieren- u. Blasenlelden Friedrichstr. 133. 123/10 Zurückgekehrt I Dp.JülrEdJUexandBr,.Vee2M. Spezialarzt Dr. Daink. 10—1, 3—7, Sonntag» 11—1. leipziger Skrake M. «cke Zrledrichslrobe. vr. StllSellthomlll. Spezwlorzt für Kaut-, Haar-, »eschlecht- leiden Blutuntersuchung R-ukEUu. fl33 Kaiser-Friedrichstr. 68/69, I. l. �pra 9— 12, 3—6, , Somit. 11-1. 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