Nr. 200. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertel fährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Oesterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amit 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: wozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Mittwoch, den 29. August 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Abonnements- Einladung. " Bur Apothekenfrage. oder in Prozenten: für Gefäße ca. 18 pt., für Arbeiten ca. 56 pet., für Waaren ca. 26 pCt. von dem an den Apotheker gezahlten Preise entfallen. Die in dem Vorwärts" gebrachten Artikel über die Wir ersuchen alle unsere Freunde und Genossen, nach Preise der Arzeneien haben den Zorn der Redaktion der Fast will es uns so scheinen, als seien in der ,, PharmaKräften für die Erweiterung unseres Abonnentenkreises Pharmazeutischen Zeitung" in solchem Grade erregt, daß zeutischen Zeitung". die verschiedenen Prozentantheile thätig zu sein. Es ist das eine Parteipflicht. Die Haupt- sie sich zu den wunderbarsten Behauptungen hinreißen läßt. 55 pct. für Waaren, 25 pCt. für Arbeiten stärke einer Partei liegt in ihrer Presse je mehr Leser So schreibt sie in einer ihrer letzten Nummern, daß und 18 pCt. für Gefäße verwechselt und sind wir ein Blatt hat, desto größere Macht hat es, und je größer nach genauen statistischen Feststellungen im Deutschen Reiche gespannt auf den Nachweis, aus welcher Quelle die die Macht der Parteipresse, desto größer die Macht der der Werth einer ärztlichen Ordination sich durchschnitt- Pharmazeutische Beitung" ihre bekannte statistische Partei, wer dem Partei Organ neue Leser zuführt, stärkt lich auf sonach die Partei. Mit dem 1. September eröffnen wir ein neues Abonnement auf den vertheile. 55 pCt. für Waaren, 25 pСt. für Arbeiten und 18 pCt. für Gefäße Feststellung geschöpft hat; bei uns liegen die Rezepte vor. Da wir nun doch einmal mit dem Zergliedern der bei der Herstellung von Rezepten in Betracht kommenden Verhältnisse beschäftigt waren, so haben wir auch noch den bei Darüber, wer diese genauen statistischen Feststellungen unseren oben gemachten Angaben vorkommenden Posten von habe und wo sie veröffentlicht sind, giebt die 29 m. 70 Pf. für Waaren weiter zerlegt und namentlich " Pharmazeutische Zeitung" nichts näher an, und da uns auch den Einkaufspreis festgestellt, welchen der Apotheker eine derartige statistische Veröffentlichung nicht bekannt ist, für die von ihm benöthigten Drogen u. s. w. gezahlt hat. so haben wir aus den uns vorliegenden Belägen eine kleine Folgende Aufstellung giebt darüber genauen Ausweis: Busammenstellung aufgemacht. „ Vorwärts" Berliner Volksblattgeführt habe und wo sie veröffentlicht find, giebt die mit der illustrirten Sonntags- Beilage " Die Neue Welt". Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Benthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus, wöchentlich 28 Pfennige. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 1,10 M. für den Monat September entgegen.( Eingetragen in der Post- Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919.) In unserer Nummer 71 begannen wir die Veröffentlichung des geschichtlichen Romans Der Inde. Von Spindler. Die von einem Apotheker über während dreier Monate an eine Kasse gelieferte Arzueien eingereichte Rechnung lautete bet 571 Rezepten nach erfolgter Taxprüfung auf 533 M. 20 Pf. Bezeichnung. Acet anilid Antiner vin Unter den 571 Rezepten befanden sich 109 Rezepte mit 993 dividirten( abgetheilten) Pulvern zum Preise von 94 M. 20 f. Der Arbeitslohn für die sachgemäße Anfertigung Bismut. subritric. dieser 993 Pulver betrug für das Abwägen der zu mischen- Cadmium den Substanzen, das Mischen, soweit nöthig, und das Ab- Coffeïn vitric. theilen in einzelne Pulver 64 M. 50 Pf.( Gefäße fommen Extr. Belladonn. nicht in Anrechnung, da die Pulver in Papierbeutel Hydrarg. chlorat. nit. dispensirt sind), der tarmäßige Preis der nöthigen Waaren 29 M. 70 Pf., Summa wie oben 94 M. 20 Pf. In Prozenten ausgedrückt beanspruchen also die Arbeiten ca. 68% pet. und die Waaren ca. 31% pCt., die Gefäße nichts. Cannab. ind. Morph. hydrochl. Natr. salicyl. Opium pulv. Phenacetin.. Podophyllin. Neu eintretenden Abonnenten wird der bisher erschienene Bulvern nicht, wie solches bei Krankenkassen geschieht, Plumb. acetic. Würden die 109 Rezepte mit 993 abgetheilten Pulv. Ipecac. opiat. Secal, cornut. pulv.. in einfachen Papierbeuteln, sondern entsprechend der Sacch. album pulv. Nach diesem Roman werden wir einen anderen veröffent- bei Privaten üblichen Weise in Putverkästchen abgegeben, Stib. sulfurat aur. lichen, der in Berlin spielt und die März Ereignisse so würden die 109 Rezepte 114 M. 85 Pf. tosten, und Sulfonal.. des Jahres 1848 schildert. Theil des Romans auf Verlangen nachgeliefert. Die Redaktion und Expedition des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Feuilleton. Der Jude. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts.. Von C. Spindler. es würden für Gefäße für Arbeiten für Waaren( nach Taypreis) Summa wie oben • 20 M. 65 Pf. 64 50 " " " " 29 70 114 M. 85 Pf. .. Eins Gewicht taufs in preis Gramm M.S 14,0 06 7,5 27 167,5 8 35 4,99 3 1,0 02 0,1 01 3,0 05 3,4 03 0,58 14 20,0 40 0,52 02 22,5 90 0,3 01 67,2 62 0,4 01 249,7 20 2,0 02 0,6 01 5,0 04 9 16 Für die Beschaffung der nöthigen Waaren, deren Preis in den Zusammenstellungen mit 29 M. 70 Pf. in Ansatz gekommen ist, dürfen also streng genommen nur 9 M. 16 Pf. Nun, bei Gott!" rief Dagobert: wenn Esther eine Jüdin ist, so möchte ich die Christin sehen, die ihr gleich fömmt. Alle Menschen gleich zu lieben, befiehlt uns der Heiland; und wenn seine Worte nicht immer und allents halben befolgt werden, so ist es nicht des göttlichen Lehrers Schuld, kein Mensch auf Erden ist der Taufe würdiger, als Deine Tochter. Sie sehnt sich danach, sie hat eingewilligt, aus Eurem Bunde zu treten, und als Christin wird sie vor Gott und Menschen mein Weib!" " von dannen ritt aus diesem Walde, dachte ich nicht, mit so viel Glück beladen wieder zu kommen. Esther, Du liebes, treues Kind, freue Dich mit mir. Mit dem Vater aus geföhnt, habe ich auch die Mutter, ungekränft und gleichsam 125 wie eine zweite junge Braut, an sein Herz gelegt. Wall rade, die Stifterin des Bösen, ist verwiesen aus dem Hause, und mein Vater hat aus ihrem Munde fein Wort mehr vernehmen wollen. Graf Montfort, dem ich Schonung zu erweisen imstande war, will dankbar mich dem Herzog Friedrich empfehlen, daß meine Freilassung von dem Kirchen- Welch ein Mann!" seufzte Esther, die Hände faltend; " Ich darf sie ja nicht zulassen zu dem Bade, das in dienst vom neuen Papste bestätigt werde, und daß der Ben Davids Stirne überzog ein finsterer Schleier, da er Edom ein Bad der Wiedergeburt genannt wird," sprach er Herzog so schleunig als er kann, das Geld erseye, so er von die Augen auf seine Tochter heftete. Du sehust. Dich nach vor sich hin: ich darf sie ja nicht abschwören lassen vor Dir geliehen, armer Ben David. Mein Vater, willfährig der Taufe?" fragte er düster und langsam:" Du hast eindem Volte ihren Glauben! D, Herr, hochgelobter Herr! gegen meine Wünsche geworden, hat mir erlaubt, ihm eine gewilligt? Tochter! was soll ich Dir sagen, jetzt noch in halte mich aufrecht, daß ich nicht verdiene den Zorn meines Tochter zuzuführen, sobald mein Handel mit Rom aus dieser Stunde? Soll ich zerreißen mein Kleid, wie für abgeschiedenen Raafs. Erleuchte mich in meinem Haupte, geglichen, und will nicht fragen nach ihrem Stand, nicht einen werthen Gestorbenen, oder soll ich mich freuen Deines Glücks in der Zeitlichkeit? Und Ihr, Herr Frosch, ist's damit ich den Ausweg finde,- den rechten, untrüglichen! nach ihrem Namen, nicht nach ihrer Habe." Leite mich Herr, und Du, Seele meines Vaters, auf dessen So bringe ich denn, mein zierlich Mägdlein, mein Euer ernstlicher Wille, daß Esther sich scheide von mir, und Andenken der Friede sei!" David versank in ein eifriges Werben bei Dir an. Das Geschick hat uns so oft und fürchtet Ihr nicht mindestens die Zungen der Welt, wenn Gebet, das er in den folgenden Tagen in kurzen Zwischen- wunderlich zusammengeführt, daß es des Himmels Wille Ihr gleich gefangen habt das Herz eines allzuschwachen räumen, immer wieder fortsette im Dickicht des Waldes. sein muß, daß wir uns näher angehören. Schlag' ein in Baters?" Er sprach kein Wort mehr über das Vergangene mit Esther. meine Hand: Dein Vater wird sich nicht weigern, in Dein Seine Zunge schien gleichgiltig geworden zu sein, wie seine Glück zu willigen." Stirne. Er hatte seinen Entschluß gefaßt und harrte sogar mit Ungeduld auf Dagoberts Ankunft, welcher auch Esthers Herz sehnlichst entgegenschlug, denn auch ihr Herz, ihre Bernunft war zu einem Entschlusse gelangt, zu dem höchsten, dem seltensten in der Seele und dem Munde eines leidenschaftlich liebenden Weibes, zu dem Entschlusse der Entjagung. Dagobert ließ sich nicht allzulang erwarten. Eines Abends schuaubte sein Roß am Waldgehege, seine Schritte wurden hörbar vor Esthers Kammer, und ein trat er zu den ihm entgegen Eilenden wie ein verklärter Lebensbote. Grüße Dich Gott, Du vielgeprüfte Dirne," sagte er, dem Mädchen freuherzig und liebevoll die Hand reichend und auch Du, armer Ben David, sei gegrüßt. Als ich " Bei dieser Zuversicht überflog eine zitternde Bewegung Esthers Körper, und ihr Mund stammelte:" Herr! Ihr überrascht mich... diese Güte,... dieser Vorzug Eines gerechten Vaters," verbesserte Dagobert:„ ich scherze nicht mit meiner Leidenschaft. Ich gebe ihr auch nicht leichtsinnig Raum. Aber hier bin ich fest entschlossen. Du mußt zugeben, daß Deine Tochter ihre Frrthümer abschwört; Du mußt zugeben, daß sie mein Weib werde; und damit „ Ei, meine Esther, ist Liebe denu Güte oder Gnade?" die Zungen der Welt unser Glück nicht stören, und meines fragte Dagobert lächelnd. Wenn's ein Vorzug ist, daß Vaters Tage nicht trüben, will ich mich fern von der Vater ein Reicherer eine minder begüterte Ehewirthin wählt, so stadt häuslich niederlassen, einsam mit einem schönen Kleinod. hast Du diesen Vorzug über alle Maßen verdient durch Lieb und angenehm ist mir's, wenn Du, Ben David, auch Deine zarte Weiblichkeit, durch Deine Engelstugend, und den falschen Herrn vertauschen willst gegen den wahren Glauben, aber selbst im Gegentheile auch soll Dir in der durch Deine Schönheit." Ferne eine namhafte Unterstützung nicht entgehen; nur magst Du, vor der Welt zum mindeſten, meine Schwelle Entscheide jetzt und sei flug." meiden. Die Schönheit verblendet Euch;" sprach Ben David, Schüchtern seine Stimme erhebend: wird sie jedoch Euren Bater blenden? Weiß er, daß ihr eine Jüdin begehrt, und verpönen nicht Eure Gesetze solchen Bund mit der Strafe des Feuers?" Also frägt man den Verdammten um Entscheidung seines Schicksals;" entgegnete Ben David betrübt und im in Ansat kommen, während der Restbetrag von 20 M. 54 Pf. I der sudanesischen Schußtruppe in Kamerun durch die der weltlichen Herrschaft des Papstes in Uebereinstimmung als Gewinn an Waaren bezeichnet werden muß. Blätter. Die Sudanesen hatten danach im Rausch schivere mit der internationalen Konferenz in Lüttich zu erneuern. Es entfallen: auf Waaren( laut Einkauf) " # Gewinn an Waaren Arbeitslohn für Zubereitung der Pulver Gefäße 918 bei Abgabe in Papier beutel 97/10 pCt. 218/10 685/10 nichts in Pulver fästchen 8 pCt. 18 " " 56 18 " " " Auf grund dieser genauen Statistit und des genauen Ausschreitungen begangen und waren aufsässig geworden. Referenten find Graf Ballestrem, Dr. Lingens und Fürst Nachweises über jeden in Betracht kommenden Faktor Jetzt kommt die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" und zu Löwenstein. Es wurden Resolutionen besprochen und ergiebt sich für die gezahlten Summen von 94 M. 20 Pf. lobt die Sudanesen, die sich in Ostafrika gut bewährt angenommen über die farblose Presse, über Bonifacius( Abgabe der Pulver in Papierbeutel) bezw. 114 M. 85 Pf. hätten. Aber in Kamerun, heißt es dann, fühlten sie sich vereine, über Josefmissionen, sowie eine Warnung vor nicht ( Abgabe in Pulverkästchen) folgende prozentuale Ver- nicht wohl.„ Sie wünschten," erzählt der Griesemann, genügend vorbereiteter Auswanderung Stellensuchender nach theilung: Verhältnisse, wie sie in Ostafrita bestehen, und konnten den ausländischen Großstädten. Graf Preysing beantragte, fich das ihnen ungewohnte nicht hineinfinden. die nächste Generalversammlung in München abzuhalten. Während sie in Ostafrika täglich frisches Fleisch be- Bekanntlich sollte schon 1893 der Katholikentag in München famen, fonnte ihnen dieser Lurus, den sich nicht stattfinden. Doch winkte die Regierung den Kammereinmal der Gouverneur mehr als zwei Mal wöchentlich patrioten rechtzeitig ab, und diese parirten treu und gottesgönnen fann, nicht immer gewährt werden. Das machte sie fürchtig. Wird also auch 1895 hapern. übellaunig. Endlich kam der unheilvolle Schnaps Der auswärtige Handel Deutschlands im letzten hinzu. In Ostafrita ist es leicht, sie davor zu hüten, da Monat ist in Einfuhr und Ausfuhr dem Gewicht nach Der letztere Posten auf Gefäße bafirt auf den kein Eingeborener Schnaps hat und europäische Schant größer als im Juli 1893. Vor allem wurden mehr landtargemäßen Preisen für Pulverkästchen und zerfällt in die stätten leicht überwacht werden. Anders in Kamerun, wo rirthschaftliche Erzeugnisse sowie Erze und Schladen einbeiden Theile Anschaffung der Pul verschachteln und Gewinn jeder Eingeborene Schnaps erwerben und verkaufen kann. an Pulverkästchen. Der vom Schnaps angelockte Sudanese verträgt nichts und geführt. In der stärkeren Ausfuhr spielen Kohlen, Für die Anschaffung der Pulverkästchen, welche zu dem wird schon nach einem geringen Genuß zu Ausgeringen Genuß zu Au 3 Bucker, Eisen die Hauptrolle. tagmäßigen Preise von 20 M. 65 Pf.( siehe oben) in Be- sch reitungen bereit. Das alles find Umstände, welche Serr Thielen spart" weiter, natürlich immer auf tracht gezogen sind, hat nämlich der Apotheker an den Karton- es erklärlich machen, wenn Exzesse vorgekommen sind, die Kosten der kleinen Beamten und der breiten Masse der nagen- Fabrikanten höchstens zu zahlen: aber noch nicht den geringsten Anhalt dafür bieten, daß unteren Angestellten. Die Eisenbahnbehörden rechnen jetzt, aus einer Soldatenschlägerei ein Aufruhr entstehen sollte." wie das Berliner Tageblatt" meldet, in seinem Auftrage Trotz alledem wird der oftelbische Fusel, ohne den unsere aus, wie sich die Ausgaben der Staatstaffe gestaltet hätten, verschleißt. Mit Schnaps, Pulver, Fluß Dienstaltersstufen- System weiter gezahlt worden pferdpeitsche, Hinterlader und Galgen zivilisirt Deutsch wären, und wie hoch sie sich nach dem neuen System bes land die Schwarzen. Es lebe die Kolonialpolitit! laufen. Hierbei wird sich herausstellen, daß der Staat auf Gefäße mit 18 pCt. eingestellte Betrag zu zerlegen in der„ Reichs- Anzeiger", die Kavallerie bei den diesjährigen Beamten im großen und ganzen durch diese Neuerung be. Keine neuen Schnellfenergeschütze wird, so exklärt Ersparnisse" erzielt und die mittleren und unteren durch Einführung des neuen Dienstaltersstufen- Systems die beiden Theile: auf Gefäße laut Einkauf 3/10 pCt., auf Raisermanövern" in Breußen benüßen. Wie lange wird deutend geschädigt sind. Die im Etat vorgesehenen Gewinne an Gefäßen 14/10 pCt. Aus den Zusammenstellungen ergiebt sich also ziffern es dauern, bis dem Reichstage doch wieder eine neue Bor- 1/2 Millionen Mark zur Aufbesserung der Beamtengehälter mäßig, daß, wenn der Apotheker 10 M. für Waaren und lage zugeht, die zu Nuz und Frommen des vervollkommneten kommen unter diesen Umständen zum Theil den oberen Gefäße ausgiebt, er 33 m. als Gewinn an Waaren und Massenmordes und der Krupp'schen u. f. w. Werke neue Beamten zu gute, zum Theil aber werden sie gar nicht Gefäßen und 67 M. für die aufgewendete Arbeit wieder Mittel für neue waffentechnische Versuche heischen wird? verausgabt werden. Die Zulagen, die eine Anzahl von erhält; die von der Pharmazeutischen Zeitung" gebrachten Wir kennen unsere Militärpolitiker. mittleren und unteren Beamten in diesem Zahlen über die Vertheilung der Kosten eins Rezeptes sind absolut falsch und unzuverlässig. Jahre erhalten hat, können ohne Bubuße des Staates durch die Ausfälle, die sehr viele Beamte in ihren Gehaltsbezügen insofern erleiden, als sie die nach dem früheren Besoldungsverfahren fälligen Zulagen weder in diesem noch in den So züchtet diese Ueberschußwirthschaft, die sich gegen auch nächstfolgenden Jahren erhalten, ganz bestritten werden. 24 fleinere Pulverkästchen zu 8 Pulvern Inhalt, à 2, Pf. =-60 2. 85 größere Pulvertästchen zu 8 bis 16 Pulvern Inhalt à 3½ Pf. " 2,98" udermärkischen Krautjunker nicht beſtehen können, munter wenn die Gehälter der Beamten nach dem früheren 3,58. und die zur Verwendung gebrachten Pulverkästchen bieten dem Apotheker somit einen Gewinn von 17,07 M. bezw. ist der Politische teberlicht. Berlin, den 28. August. " " Die 41. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands ist in Köln a. Nh. zusammengetreten. Die foziale Frage, Schule und Unterricht, christliche Kunst, Charitas( Wohlthätigkeit), Vereinswesen, Missionen und Wissenschaft, eine bunte Reihe von Anträgen liegen diesem Kongresse der Zentrumsleute vor. Die Weise und den Die Landkäufe des Freiherrn von Soden und Text der Herren Verfasser kennen wir zur Genüge. Ihr noch so einträgliche moderne Verkehrsreform( Personenandere Kolonialfrenden. Das Urtheil, das den Redakteur und ist es, die kapitalistische Ausbeutung und die politische tarife, Beitkarten u. f. w.) im Interesse der Reaktion, des der" Bossischen Zeitung" wegen Beleidigung des früheren Knechtschaft zu verewigen unterm Schuße von Tiara, Mitra für seine schollenpflichtigen Kulis zitternden Junkerthums Gouverneurs von Kamerun, des Freiherrn von Soden, mit und Kutte. Der„ christliche Sozialismus" der Ultramon- unverdrossen sperrt, die Unzufriedenheit des unteren Beamten600 Mark Geldstrafe büßt, ist rechtskräftig geworden. Das tanen ist ein Messer ohne Klinge, dem das Heft fehlt. Alle thums. Wem nüßt das? Erkenntniß ist dadurch von Bedeutung, daß auch aus ihm schönen Redensarten von internationaler Regelung Ein Reichs Vereinsgesetz statt der Reform" in folgendes hervorgeht: Herr von Soden hat als Gouverneur der Arbeitszeit der nationale Maximalarbeitstag wird Preußen schlägt ein Parlamentarier" in den Hamburger von Kamerun zu folonialen Zwecken in Muskoko ein Stück nicht erwähnt!-, vom Normalarbeitstage für Berg- Nachrichten vor. Ob der jetzige Reichstag oder der jetzige Land für 800 Mark in Waaren gekauft und später an leute u. s. w. find nur Köder für Gründlinge. Alle Landtag die Hand an diese Materie legen, es fommt nichts das Reich für 2000 Mart ba ar verkauft. Wir hatten", diese Redensarten aber beweisen auch die wachsende wohl Gutes dabei heraus. schreibt treffend die Vossische Beitung", geglaubt, daß der begründete Furcht vor der Sozialdemokratie. Auf die Gouverneur einer Kolonie, der im Interesse des Reiches Dauer zerbröckeln die Grundvesten des Zentrumsthurmes, daß in 1893 etwa 11 000 Mann mehr eingestellt worden sind, Die Heeresergänzung im Jahre 1893. Die Thatsache, und zum Wohle und Gedeihen der ihm unterstellten Kolonie hinter beffen brüchigen Mauern die Spaltung, der Zerfall, als bei Berathung der Militärvorlage als Rekrutenbedarf an einen Landkauf für nöthig erachtet, vom Reiche, dessen der Hader, der Interessenkampf zielsicher ihr Werkt ver- gegeben war, sucht der Reichsanzeiger" so zu erklären: 1. sei Beamter er ist und dessen foloniale Interessen richten. Die große Masse der katholischen Proletarier die Zahl der 1893 eingetretenen Einjährig- Freiwilligen wesents er ausschließlich wahrzunehmen hat, beim späteren schwenkt zu uns herüber, trotz aller sozialen Kapriolen der lich höher gewesen, als nach dem Durchschnitt der früheren Jahre Berkaufe teinen Gewinn nehmen dürfe." Es ergiebt Partei für Schutzölle, Liebesgaben und Volksverbummung. Die über die Friedenspräfensstärke hinaus zur zehnwöchigen veranschlagt gewesen wäre. 2. Bei dem Rekrutenbedarf wären sich ferner aus der Verhandlung, daß sich der Gouverneur Die am 27. Auguft stattgehabte erste öffentliche Ver- Dienstzeit zur Aushebung gelangenden Voltsschullehrer natur. Der Rolonie an einer Plantagenbau- Gesellschaft in seinem sammlung eröffnete der Präsident Dr. Orterer, früher gemäß außer Ansatz geblieben. Ihre Zahl fei in dem Mehr Amtsbezirk als Theilhaber mit einer Einlage von 10 000 Reichsbote, jetzt Mitglied des bayerischen Landtages, mit dem von 11 000 mit enthalten. 3. Bei der RekrutenbedarfsMart betheiligt hat. Diefe Theilnahme sollte, wie aus- tatholischen Gruße:" Gelobt sei Jesus Christus!" welcher Berechnung wäre angenommen gewesen gewesen, daß die durch brücklich festgestellt ist, bekannt werden, um die Interessen das ganze Programm der Katholiken enthalte. Das Pro- den Etat neugeschaffenen Rapitulantenstellen durch solche des kapitalistischen Unternehmers zu fördern. Solche That gramm des Dr. Orterer, der geschwäßig ist wie eine Elster Mannschaften gedeckt würden, bie ausgedient haben sachen sprechen für sich selbst; daran ändert kein Straf- und strebfam wie ein bayerischer Kammerpatriot, bestand bezw. im dritten Jahre dienen. Da aber dem Reichstag das urtheil etwas. bekanntlich darin, so lange der Regierung als Minister Bugeständniß gemacht worden sei, daß im Herbst 1898 aus Anlaß Jeden Tag kommt etwas Neues aus Afrika, aber nie stürzer" Opposition zu machen, bis er Lyzealdirektor wurde. des Uebergangs zur erhöhten Friedenspräsenzstärke nicht weniger Mannschaften der Fußtruppen nach zweijähriger Dienstzeit ents Unsere Offiziösen schreiben sich, um die Im übrigen donnerte Orterer gegen das Jesuitengefeß. laffen werden sollten als im Jahre 1892, so mußten die offenen vielen Hiobsposten zu vertuschen, abzuschwächen, zu be- In der zweiten geschlossenen Generalversammlung am Kapitulantenstellen durch Mehreinstellung von Rekruten gedeckt richtigen", fast die Finger wund. So ging jüngst der 18. Auguft beschloß der Katholikentag, um der üblichen werden. 4. In dem Mehr von 11 000 befanden sich alle unsicheren Brief eines deutschen Faktoristen über drohende Unruhen Formalität zu genügen, den Protest gegen die Entziehung Dienstpflichtigen und später aufgegriffenen Rekruten, welche auch etwas Gutes. Kampfe mit sich selbst; Herr! ich bin geworden zu alt, lernt, um einem Käufer ein Stück schlechter Waare für ein milde und leise, wie er's gewohnt war, mit Esther zu reden: um wegzuwerfen mein Licht und Hort wie ein unnüßes gutes aufzuschwatzen, Du hast die Kunst erlernt, zum„ Ich danke Dir, meine Tochter. zum Ich danke Dir, meine Tochter. Du hast mir wieder ges Kleid. Herr! ich habe keine Stimme der Gewalt gegen Innern der Seele zu reden, und Dir möchte es gelingen, macht Muth, und Jehovah wird lohnen, wo ich es nicht eine Tochter, die da liebt, und einen, Mann ,, der mir mein mir das Theuerste, das ich kenne, damit von der Brust zu tann. Aber Dich mitnehmen auf meinen Wegen Höchstes nimmt mit dessen Befugniß. Herr! ich bin Euch reißen. Ich will nicht grausam sein, und die Dankbarkeit, kann es nicht. Und zu unseren Leuten kehren willst Du Dank schuldig, denn Ihr seid ein vornehmer Mann, und die Du mir vielleicht schuldest, als eine Schlinge ge- nicht, und Menschen, die sich also lieben, reißen von eins begehrt mein Kind, eine schlechte Jüdin, in Ehren. Ich brauchen, in welcher Deines Lebens Freuden ersticken sollen. ander, das soll nicht sein, spricht der Herr unser Gott, bin geworden Euer ewiger Schuldner, da Jhr gehandelt Davor bewahre mich der Allmächtige. Aber Deine Tochter, sobald er abgelegt hat den Rock des Zorns, und anlegt das habt wie ein Bruder an ihr, wie ein Sohn an mir.deren Lebensglück ich gerne stillen möchte, hat doch auch Gewand der Milde und Barmherzigkeit. Darum will ich Ich bin Euch, Gott soll mir helfen, verpflichtet als Knecht, in diesem Handel eine Stimme. Sie rede frei, ohne Zwang, denn auch, so schwer mir's wird, gestehen, was ich weiß, um weil ich gesündigt habe gegen Euer Haus, und Ihr mir ohne Ueberredung. Wird sie dem Vater und seinem Jrr zu fördern Euer Glück, um mir zu erwerben Euer dankbar dennoch wollt vergeben.. thume folgen, oder dem Verlobten in den Bund der wah- Angedenken." " Die Verirrung meiner Mutter wird sich milde lösen," ren Kirche?" Ben David schwieg, wie Dagobert ver Ehe er begann, schöpfte er mühsam Athem; sein kurzes entgegnete Dagobert: ich hege feinen Groll deshalb gegen stummte, und die Blicke beider hefteten sich unruhig auf Ueberlegen war schon eine Ewigkeit für Dagobert und Esther, Dich, ob ich gleich weiß, daß Du vor Gericht die Wahr- Esther, die in den grausamsten Kampf verfiel, wie eine die mit wißbegierigen Blicken erwartungsvoll an seinem heit nicht gesagt, und daß der kleine Hans nicht mein Siegerin jedoch sich schnell und besonnen daraus emporriß. Munde hingen. Endlich hob er an und sprach mit kurzen Bruder ist." Gott soll mir helfen," versetzte David ,, Dagobert!" rief sie, ihre Arme fest um seinen Nacken Unterbrechungen und Zwischenräumen: Mein Weib eifrig, wenn ich nicht habe gesagt alles, so wie mir's der schlingend: Mensch, der nicht von der Erde stammt. Herr ihm sei das Paradies hat mir geboren zwei Söhne, und Beichtvater Eurer Mutter im Thurme hat befohlen." meiner Gedanken und meiner Seele! Daß ich Euch liebe das letzte Kind, das es mir schenkte, war ein Mägdlein, " Ich dachte mir's," sprach Dagobert, darum sei ruhig und an Euch hänge für alle Zeit;... das erste Mal ist's, an das ich mich gewöhnte schneller und leichter, denn an und fahre fort in Deiner Rede, deren Bedenklichkeit ich mt daß ich es wage, Euch es zu gestehen; aber, Engel des die Buben, was selten ist bei unsern Zenten, die nach den Worten der Wahrheit beantworten will."-" Herr," Friedens, würde ich sein Gurer werth, wenn ich zauderte Söhnen streben, wie nach Reichthum. So oft ich ging über begann Ben David wieder: Jhr habt gesagt, ich müßte in diesem Kampfe? Ich glaube fest, daß uns alle jenseits Feld, legte ich das Töchterlein der Mutter aufs Gewissen, willigen in Esther's Uebergang, in Esther's Ehe mit Euch. vereinigen wird Ein Paradies. Dort Euer zu sein, Dago- und drohte ihr, wofern dem Kinde widerführe etwas Leides, Vor dem Gesetze Eurer Herren müßte ich's, denn ich bin bert, wird meinem Glauben der hochgelobte Gott gewähren. sie zu verstoßen aus dem Hause und der Ehe, so wie's ein elender Jude, den man aufhängt zwischen Hunden, Hier... o seht den Schmerz des Vaters! Ich fann das Gesez erlaubt. Gewiß Gott soll mir helfen wenn man seiner los sein will. Aber ich muß nicht vor nicht tödten den, der mir gegeben hat das Licht; Bater! ich hätt' es nicht gethan, aber die Angst war gekommen meinem Herzen: ich muß nicht vor dem Euren, das da nimm mich mit Dir, über Berg und Thal, über Feld und auf das Weib, und es meinte, sterben zu müssen auf dem ist ein gutes und treues Herz, welches sogar in den Kin- Meer! Dein gehör' ich bis ans Ende Deiner Tage!" Fleck, als eines Morgens da ich abwesend war, und bern des alten Bundes ersieht seine Nebenmenschen. Aber Von dem Halse des Geliebten sich losreißend, warf sie mein Töchterlein erst alt drei Wochen das Kind todt die Dankbarkeit ist mir mehr geworden, als das Gesetz sich in die Arme des Vaters, der überrascht auf seinen fand in der Wiege; denn die Kate hatte sich hereingeschlichen Eurer Herren. Aber die Dankbarkeit läßt mich dazu lächeln, Füßen wankte, der Tochter Stirne mit Küssen bedeckend, vom Nachbarhause und sich gelegt auf des Kindes Hals daß Ihr so grausam sein wollt, auf ewig meinen größten und Perlen der Angst und der Freude auf seinen benarbten und dasselbe also erstickt. Die Mutter erhob kein groß Schaß zu nehmen, zum Lohne für das, so Ihr gethan an Wangen tragend. So wie aber die Feier des großen Geschrei, denn sie wollte nicht kund geben ihre Nachlässig= uns. Ich will jauchzen, wenn mir gleich das Herz brechen Siegs verrauscht war und Ben Davids Auge sich nach teit, allein sie setzte sich in den Winkel neben das todte möchte, und ich will segnen das Band, weil ich will Dagobert umschaute, und den erbleichenden Jüngling ge- Kind, und weinte bitterlich, und da gerade der Vater Jochai lösen meine Schuld, und nicht laden will auf mich wahrte, wie er sich faum aufrecht zu erhalten vermochte, herein tam, so redete sie zu ihm: Raaf! Sieh hier das den Fluch meines Kindes, mag auch dann aus mir werden, und demungeachtet seiner Esther Beifall zulächelte; als Kind. Dein Sohn verstößt mich, so er's erfährt, und ich was da wolle." David auf Esther blickte, die, nicht minder zum Tode blaß, bin doch unschuldig. Hilf mir, daß mir beten über das Esther und Dagobert wurden tiefbewegt durch diese unter dem Gewichte der erfüllten Pflicht zu erliegen dachte, Kind, ob es vielleicht erwache, ehe noch der Vater heimRede, die keiner von ihnen erwartet hatte, durch diese da wurde sein Gesicht wieder trübe und ängstlich, und er kommt mit dem Buben." Und sie beteten über das Kind, Einwilligung, in welcher ein großer Schmerz sich fund that. trat an das Fenster und sah in das Grüne hinaus, und und Gabriel erweckte es nicht. Da nun mein Weib wieder Die Flamme der Beschämung schlug in Dagoberts Ge- betete zum Herrn und zu der Seele seines verstorbenen anhob zu klagen, so sagte der kluge Greis Jochai: sichte auf, und sein redlicher Mund verhehlte nicht, was in Vaters. Endlich wendete er sich um zu dem Paare, das Schweige, Weib. Ich will gehen hinaus, und sehen, was ihm sich vorbereitete. Wahrlich," sprach er, Ben David, stillschweigend sich die Hände erfaßt hatte, als sollte schon mir der Herr eingiebt, oder der Prophet Elias." Du bist kein gemeiner Jude, der seine Rede nur ſegen jezt Trennung und Abschied hereinbrechen, und sprach recht ( Fortsekung folgt.) nach derRelruteneiustellung jederzeit noch außerterminlich eingestellt wurden. S. Es seien durch Entlassung Dienstuntauglicher, Invalider und Reklamirter, ferner durch Beförderung zu Nnteroffiziereu ic. Manquements(Lücken) entstanden, zu deren Deckung, in anbetracht des zu 3 erwähnten Zugeständnisses an den Reichstag, die beim Voranschlag angesetzten 6 pCt. für Nach- ersatz bei einzelnen Truppen nicht ausreichten. Um im Ueber- gang nicht zu viel Manquements zu behalten, sei für den biS »um 1. Februar 1894 eingetretenen Abgang an Mannschaften sämmtlicher Jahresklassen bestimmungsmäßig eine nochmalige Nachersatzgestelluna erforderlich gewesen. �Ob aber alle diese Maßregeln das Mehr von 11 000 Mann erklären, das steht auf einem anderen Blatte. Warum giebt denn die Regierung nicht klipp und klar die Ziffern für jede der fünf Kategorien unter 1— S, damit man selbst die Rechnung aufmachen kann? U. A. w. g. Der Boykott und der Versuch dazu sollen unter Strafe gestellt, die Aufreizung zum Klassenhaß, gegen Monarchie und Religion schärfer geahndet werden. So fordert der konservative Verein zu Leipzig. Die Regierungen und die Parlaments- Mehrheiten sind für solche Wünsche nicht taub. Aber gleiche Brüder, gleiche Kappen! Dann müssen auch der Militärboykott, der Staatswerkstätten- Boykott, der Fabrikantenboykott I gebüßt werden, und die Thronstürmer, die um 1 M. 50 Pf. den Hohenzollern den Dienst kündigten, gehören mit auf's Bänkcl/ Kriegsminister, Handelsminister, Herr von Stumm und Herr von Hammer- stein zusammen mit den Dresdener Sündern Eichhorn und Findeisen, ein Schauspiel für Sozialdemokraten! Infamer wird täglich die Sprache der Reaktion, sie möge den Bogen nicht überspannen!— Sie hat ihn dahin, den Segen der Grubenbarone, die„christliche Organisation der Bergleute im Oberbergamts-Bezirk Dortmund" uäm- lich. In dem berüchtigten Organ der rheinisch-westfälischen Schienenslicker, Gedingabreißer, Wagennuller und Steuer- hinterzieher, in der Rheiuisch-Westfälischen Zeitung, die nur einen gleichiverthigen Kameraden— fröre et cochon— hat, die Kölnische, wird der famosen katholisch-lutherischen Pfaffen' Gründung der zwar nicht apostolische aber kapitalistische Segen ertheilt..Dem Programm kann," so schreibt das Blatt der Kuxinhaber,„kann Jeder, sei er Arbeitgeber, sei er Arbeitnehmer, seine Zustimmung geben." Dann heißt es: „Wir sehen davon ab. daß die Programmpunkte, in denen die Bethätigung der Förderung der niateriellen und geistigen Interessen der Mitglreder der Gewerkschaft bestehen soll, als erste» Punkt die„Herbeiführung eines gerechten Lohnes" be- zeichnen, als wenn dieser„gerechte Lohn, der dem Werthe der geleisteten Arbeit und der durch diese Arbeil bedingten Lebens- stellung entspricht," nicht schon längst allgemein im Oberbergamts- Bezirk bestände. Wir sehen endlich auch davon ab, daß Herr Kaplan Oberdörffer eine» bedenklichen Ton anschlug, indem er von der Möglichkeit sprach,„Krieg führen zu müssen" und daß dazu„Geld und immer wieder Geld gehöre". All diesem steht die ausdrückliche Erklärung des Vorsitzenden entgegen, daß es „eine Verrücktheit sei, wenn die christlichen Bergleute nach einem allgemeinen Ausstand strebten". Vorläufig genügt das voll- ständig, damit die Arbeiter der Entwickelung der christlichen Ge- werkschaflsorganisation mit Ruhe entgegensehen können." Auch wir meinen: das genügt. Eine Arbeiterorgani- sation, worüber Bäffchen, Kutte und Geldsack wachen, hat ihren Theil dahin. Sie verkrümele in Frieden. Sela!— Pindter revanchirt sich bei dem alten Hausmeier für den jüngst ertheilten Fußtritt. Bismarck hatte bekanntlich erklärt, sein Leibreptil a. D. sei ihm so gut wie unbekannt gewesen, er habe es kaum zweimal gesehen. Nun veröffent- licht im„Hamburgischen Korrespondent" der Getretene fol- genden eigenhändig unterzeichneten Bismarck-Brief: „V a r z i», den 26. Sept. 1886. Euer Wohlgeboren freund- liche Einladung zu der aus Anlaß des 2Sjährigen Bestehens der „Norddeutschen Allgem. Zeitung" am l. Okt. stattfindenden Feier habe ick mit verbindlichein Danke erhalten. Wenn meine leidende Gesundheil es mir auch unmöglich macht, mich an dem Feste zu betheilige», so benutze ich doch gern diese Gelegenheit, um Ihne» meinen Dank und meine Anerkennung auszusprechen für die Unterstützung. welche die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" der von niir vertretenen Politik seit Jahren un- wandelbar geleistet hat, ohne sich durch die Feindschaften und Angriffe irre machen zu lassen, welche sie sich durch ihre regierungssreundliche Hallung zugezogen hat. v. Bismarck. An den Geheimen Kommissions-Rath Herrn Pindter, Redakteur der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" Berlin."— I« keinem Parlaments-Nlnianach sei, so behauptet die„Kreuz-Zeituug", der Danziger Ober-Bürgermeister, Herr Baumbach, seit Jahresfrist mehr zu entdecken. Kennt sich das Organ der Junker in der Mumienkammer schlecht ans, die ihm doch das Ideal aller Volksvertretung ist. Bambino Baumbach ist doch Mitglied des— Herren- Hauses!— Für die nichtobligatorischen gewerblichen Fort- bildniiasschulcn erlischt am 1. Oktober ds. Js. die Frist der bekannten Ansnahmebcfugnisse. Hoffentlich wird die von allen ernsthaften Sozialpolitikern angestrebte Reform des Fortbildungsschulivesens durch die Macht der Umstände nun bald verwirklicht werden. Es giebt keine» Nothstand. In Hamburg sind am 25. Augnst die Staatsbagger I und III außer Dienst ge- stellt worden. Vierhundert Arbeiter sind dadurch brotlos geworden. Auch auf der Staatswerft, wo noch im Früh- jähr mehrere hundert Mann beschäftigt waren, ist die Mehrzahl der Leute entlassen worden.— Gleichheit vor dem Gesetz. Wie die„Frankfurter Zeitung" berichtet, hat der preußische I u st i z- m i n i st e r noch in diesem Jahre einem jüdischen älteren Assessor, der ihn fragte, ob seine Religion seine Anstellung als Richter hindere, erklärt:„Die jüdische Religion ist kein absolutes H i n d e r n i ß für die Anstellung, aber Sie müssen warten."— Wie die Justizverwaltungen mit sozialdemokratisch gesinnten Juristen umspringen, das ist bekannt. Und demselben Justizminister, der jetzt bereits unniittclbar und indirekt den stärksten Einfluß auf die Rechtspflege ausübt, sollten durch die geplante Novelle zu den Jnstizgesetzen noch neue schlimmere Vollmachten ge- geben werden.— Lockspitzel Ungern-Sternberg soll schon wieder ein- mal verhastet sein, diesmal in Nieder-Lößnitz. Es ist ab- zuwarten, ob die hellen Sächser ihn wirklich gegriffen haben. Solche Schufte werden stets zur rechten Zeit unsichtbar, Dank der schützenden Hand, die über»gents provocateurs waltet.— Tie Einfuhr von russischen Lumpen hat in an- betracht der Choleragefahr der dänische Justizminister verboten. Bei uns in Deutschland, wo die offenen und verkappten Agenten deS Zarenthums als Späher, Lockspitzel und Preßkulis ihr Unwesen treiben, wäre solch eine Sperre sehr zeitgemäß.— Alfred Defuisseaux, der Ausgewiesene vom letzten Internationalen Bergarbeiter-Kongreß, ist von der belgischen Polizei an der belgischen. Grenze in dem Pariser Schnell- zuge verhastet worden. Er reiste von Paris nach Frameries im Hennegau, wo er als sozialistischer Kandidat ausgestellt ist. Defuisseaux hat noch eine mehrjährige Gefängnißstrafe wegen politischer Vergehen, die 1889 über ihn verhängt worden ist, zu verbüßen. Die Arbeiter in Möns und Frameries sind über diese brutale Verhaftung sehr empört.— Blauer Dunst. Wer weiß nicht, daß allein der wahn- witzigen Gewinngier der österreichischen Grubenbarone, der Guttmann, Rothschild, Larisch, Wilczek— das alte und neue Testament sind gleicherweise vertreten— die furcht- baren Katastrophen in Karmin geschuldet sind? Trotz der Warnungszeichen des.Barometers, trotzdem jeder Sach- verständige wußte, daß das Einfahren gefahrdrohend war, mußten die Bergleute zur Grube fahren, ein Opfer schlagender Wetter. Die Regierung ist im Bunde mit den Junkern und Bankkönigen, die die österreichische Politik„fixen", wie sie die Kurse fixen, sie besorgt deren Geschäfte und läßt die für ihr gutes Recht kämpfenden Ausständigen über den Hausen schießen. Jeder Versuch, ernsthaft die Lage der Knappen zu bessern, fällt im Parlament, fällt bei der Koalitionsregierung platt zu Boden. Alles ist Lug und Posse, Schein und Hnmbug. Wenn deshalb jetzt der offiziöse Draht meldet, aus Anlaß der letzten Katastrophe in Karmin hätte der Ackerbau, minister zwei aus Fachmännern gebildete Sezialkomitees bestellt, das eine in Mährisch- Ostrau für das Ostrau- Karwiner, das andere in„Segen Gottes" für das Rossitz- Oslowaner Revier, behufs Erörterung der Fragen der Znlässigkeit der Schießarbeit und der Ein- führnng elektrischer Lampen in von schlagenden Wettern heimgesuchten Gruben, so weiß man, was von den Kom- Missionen des Ackerbauministers Grafen Wurmbrand zu halten sind. Die Agenten des Grubenkapitals sitzen darin, dieselben Agenten, die zugleich Grnbenbeamte und Bürger- meister ist. Sie finden, daß alles gut ist im Reiche der Rothschild und Larisch, sie beschließen so wie es den Roth- schild und Larisch paßt, und die Bergleute haben das Nach- sehen. Schwindel, nichts als Schwindel!— Die italienischen„Schutzgesetze gegen den Umsturz" erläutert der Minister des Innern, der Hausknecht des Metzgers von �Massa-Carrara, in einem weitschweifigen Rundschreiben an die Präskkten, worin die Gleißner der Reaktion pharisäisch von dem Schutz derselben verfassungs- mäßigen Freiheiten faseln, die die Crispi'sche Parlaments- garde in Grund und Boden vernichtet hat. Der Fuchs, der den Hühnern predigt!— Der Liceo-Attentäter Salvador in Barcelona, der zum Tode verurthcilt worden ist, hat, wie rührselig der Telegraph meldet, dem Jesuitenpater Goberna, der„die Be- kchrung Salvador's seit Monaten betrieb", dieser Tage ge- beichtet.„Nun," heißt es in einer Drahtmeldung der „Frankfurter Zeitung",„wird die Hinrichtung bald er- folgen." Hoffentlich versäumt Graf Hompesch bei seiner nächsten Jesuitenrede nicht, diese wunderthätige Bekehrung zu gunsten der vielgeschmähten Väter von der Gesellschaft Jesu zu verwenden.— Die Orleans sind immer ein„sparsames" Fürsten- geschlccht gewesen, das den Guizot'schen Appell: Bereichert Euch!„zielbewußt" befolgt hat. D�r abgewimmelte bulgarische Hausmcwr Stambulow, den Fürst Ferdinand jetzt unter straffe Polizeiaufsicht gestellt hat, plauderte jüngst einem auswärtigen Jeitungs-Bcrichterstatter folgendes aus:„Der Fürst giebt für Zeitungen Geld aus, aber auch für nichts anderes. Er ist sehr geizig. Es ist eine Fabel, die im Ausland verbreitet wird, daß er in Bulgarien Geld aus- gegeben habe. Er hat vielmehr Geld in Bulgarien gewonnen. Ich kann Ihnen sein Vermögen sagen. Wie er zu uns kam, hatte er im ganzen 800 000 Fr. zu 2Vs pCt. bei der Bank von England, giebt eine jährliche Rente von 20 000 Fr. Weitere 25 000 Fr. erhält er als Apanage vom Prinzen Philipp, 20-30 000 Fr. jährlich von seiner Mutter, macht 05—75 000 Fr. jährlich. Seine Mitgist be- trägt 500000 Fr.(Mit einer Handbewegung.) Was ist das? Unser diplomatischer Agent in Bukarest, Theodorow, hat drei Millionen Franks Mitgift erhalten!..... Der Fürst hat mehr Geld von unserem Volke genommen als Alexander. Alexander war ein armer Mensch und ist es auch geblieben. Aber unser Fürst hat noch nicht einen Franken von seinem 'Vermögen im Lande ausgegeben. Im Gegentheil, er hat eine schöne Zivilliste, die ist ihm erhöht worden, und er hat noch immer weitere Geldansprüche gemacht. 400000 Franks sind in seiner Zivilliste für Reisen, Telegramme u. a. ein- Scstellt. Er hat uns aber gezwungen, die kosten seiner Hochzeitsreise noch extra aus den Staatsgeldern zu bezahlen. 82 000 Franks allein für das Schiff, in dem er seine Braut herumgeführt hat. Regelmäßig kostet er uns jedes Jahr zwei Millionen Franks." Ein echter Orleans, dieser Ferdinand, der es in der Kunst, ans Kosten seiner„geliebten Landeskindcr" zu leben und Reich- thümer aufzuschatzen, mit jedem Kousin von Gottesgnaden aufnimmt.— Das neue nordnnierikanische Tnrifgesetz, worüber Senat und Repräsentantenhaus sich geeinigt haben, ist am 27. August d. I. in Kraft getreten. Präsident Cleveland hat sich geweigert, das Gesetz zu unterzeichnen, hat aber auch kein Veto(Einspruch) dagegen erhoben. Der Zuckertrust hat einen Sieg davongetragen. Clcveland erklärte, es werde das Vorgehen des Trusts weder vergessen noch verziehen werden; er, der Präsident, sei für zollfreie Zulassung von Rohstoffen, man müsse erneute Anstrengungen zur Herbeiführung von Zollrcsormen machen.— Pavteinarfmtfitim. Der Parteitag der bayerischen Sozialdemokratie findet, am Sonnlag, den'30. September, beginnend und Montag, den I. Oktober, in der„Alhambra" in München statt. Die pro- visorische Tagesordnung lautet: 1. Parlamentarischer Bericht der Landtags-Abgeordneten. Berichterstatter: C. Grillen- b e r g e r und G. von Vollmer. 2. Das Vereins- und Versammlungsrecht in Bayern. Berichterstatter: C. Ocrtel- Nürnberg. 3. Stand der Agitation. Berichterstatter: G. Birk-München. 4. OrganisationS-Frage». Berichterstatter: Ed. Schmid-München. 5. Anträge. Alle Anträge, welche auf dem Parteitag zur Verhandlung kommen sollen, müssen bis 15. September an I. Schern, oder M. Segitz eingesandt werden, um dem Parteitage gedruckt vor- gelegt werden zu können. Die Anmeldungen zum Zweck der Quartierbestellung sind recht bald an A. Zeiß, Schneidermeister, München, Schellingstr. 39, zu richten. <» Von der Agitation. DerGenosse Pfannluch, der eine Agitationstour durch einige Städte Thüringens unternommen, sprach am 24. August in Erfurt über: Die Ziele der Sozial- demokratie. Eine für den nächsten Tag in E i f e n a ch an- beraumte Versammlung, in der Pfau nkuch über die Steuer- vorlagen sprechen sollte, wurde wegen„Gefährdung der öffentlichen Ordnung" verboten.— Das M a, n z e r Gewerkschaftskartell hat für den kommenden Winter mit dem Dr. Q u a r ck aus Frankfurt a. M. folgende Vorträge ver- einbart: Am 8. September spricht der letztere über die französische Arbeiterbewegung von 1739 bis zur Neuzeit, am 6. Oktober über die englische Arbeiterbewegung vom Chartismus bis zur unab- hängigen Arbeiterpartei, am 1. Dezember über die deutsche Ar- beiterbewegung in der Schweiz und das tolle Jahr 1843, am 19. Januar über das Wiederaufleben der Arbeiterbewegung und das Auftreten Lassalle's, am 9. März über die Entstehung der sozialdemokratischen Arbeiterpartei und ihre Entwickelung. Der Berliner Bierboykott und seine revolutionäre Be- deutung— über dieses Thema referirte am Sonntag der Genosse Geifer in einer starkbesuchten Volksversammlung in Breslau. Die Versammlung nahm darauf folgende, vom Genossen Geiser vorgeschlagene Resolution einstimmig an:„Die Versammlung ver- sichert die Berliner Genoffen für ihr tapferes Ausharren im schweren aber glorreichen siegverheißenden Kampfe mit dem kapitalmächligen Brauerringe ihrer lebhaften Sympathien und verpflichtet sich, mit aller Kraft an der Unterstützung der aus- gesperrten Brauerei-Arbeiter Theil nehmen zu wollen." Mit einem Hoch auf die internationale, völkerbefreiende Sozialdemokratie wurde die Versammlung geschlossen. Zur Wahlagitation in Elsaß- Lothringen haben wir noch nachzutragen, daß seitens unserer Parteigenossen für M ü l- hausen- Süd Genosse D o p l e r und der Reichstags-Abgeordnete B u e b, für Mülhausen- Nord der frühere Reichstags- Abgeordnete H i ck e l als Kandidaten zum Bezirkstag aufgestellt worden sind. O« Schlau muß man sei». Der Leipziger Bürgerrechts- Ver- weigerungsrath— das muß man ihm lassen— ist nicht blöde; er findet immer wieder ein nenes Mittel, Bürger von der Er- Werbung des Bürgerrechts zurückzudrängen. So theilt der „Wähler" jetzt einen Fall mit von einem Markthelfer, der in- folge Krankheit 13 M. Steuern schuldig geblieben war, um deren G e st u n d u n g er beim Stadtrath nachsuchte. Der Mann, der in die 7. Steuerklasse eingeschätzt ist, denkt nicht daran, der Stadt- lasse die Steuern entziehen zu wollen, er bat vielmehr nur um Aufschub für die Bezahlung. Aus das Gesuch ist ihm nun nach 9 Wochen der Bescheid geworden, daß es der Rath ablehnt, die Gestundung zu bewillige», vielmehr seheder Rath einem neuen inner- halb 3 Tagen einzureichenden Gesuch entgegen, in dem der Ab- sender um— gänzliche Steuerbefreiung bitten solle. Diesen so bereitwilligst ertheilten Rath wird jedoch der Kranke nicht befolgen, da er nach seiner demnächst zu erwartenden Gesundung beabsichtigt, einen Antrag aus Ertheilung des Bürger- rechts zu stellen, der jedoch bekanntlich gänzlich aussichtslos wäre, wenn sich der Antragsteller auch nur für wenige Wochen einen Steuererlaß bewilligen ließe. Kirche und Auöbentnna.' Die englische Hochkirche hat kürzlich von dem„Sozialdemokratischen Bund" ihr Sündenregister vorgehalten bekommen. In einem Ausruf des genannten Bundes an den Erzbischof von Canterbury, der das Haupt der englischen Staalskirche ist, heißt es: -„Wir finden, daß in dem Londoner Stadttheil von Westminster Ihre Korporation zwei Dritttheile ihr Eigen nennt. Wenn die Hälfte davon durch einen Brand hinweggefegt würde, könnte dies dem Gesundheitszustande der Hauptstadt nur zum Wohle gereichen! Ihr gebt Menschen Wohnungen, wo Ihr nicht Euere Pferde oder Hunde unterbringen würdet! Mehrere dieser Höhlen sind von Weibern der unglücklichsten Klasse bewohnt. Prostitution wird dort an den Thören bei hellem Tageslicht von Weibern angeboten, um sich den Miethszins zu erwerben, d. h. die Ein» küiifte der Kirche in Stand zu halten und sich ein Dach über dem Kopfe zu retten. Die Vorderfenster sind Schmutznester. In einer Straße wurdet Ihr von de» Behörden gezwungen, verfallene Häuser niederzureißen. Das riecht und schaut man freilich nicht von Euerer Gnade» Palastfenstern aus. Tausende aber hungern in erzwungener Müßigkeit!" i Die englische Hochkirche genießt überhaupt von jeher den Ruf besonders lebhafter Ausbeutungstendenzen. Sagt doch Marx von ihr, daß sie eher„den Angriff auf 33 von ihren 39 Glaubens» artikeln als auf Vss ihres Geldeinkommens" verzeiht. In der nordamerikanischen„Sozialistische» Arbeiter» Partei"— so schreibt man uns unterm 10. August von New» Aork, ist durch Urabstimmung eine neue Einrichtung in der Or- ganisation getroffen worden, von der man gute Resultate erhofft. es soll- nämlich in jedem Staat, in dem sich wenigstens 3 Sektionen von 3 verschiedenen Orten befinden, eine Staatsorganisation ge- bildet werden, an deren Spitze eine von jenen Sektionen gewählte Behörde steht, welche alle Arbeiten zu leisten hat, die bezüglich der Agitation und Aktion in dem betr. Staat zu besorgen sind. Da- durch wird die Parteileitung bedeutend entlastet und kann ihre Thätigkeit mehr auf solche Distrikte richten, wo sonst leine Ge- legenheit zur Verbreitung unserer Ideen gegeben ist. In sechs Staaten(Connecticut, Massachusetts, New- Jersey, New- Jork, Ohio und Peunsylvanien) hatten sich schon früher � solche Organisationen gebildet, deren Kosten durch freiwillige Beiträge gedeckt wurden; 7 andere haben die nöthige Minderzahl Sektionen, nämlich Kalifornien 3, Indiana 3, Java 5, Illinois 9, Michigan 4, Missouri 3 und Wiskonsin 5; doch wird erwartet, daß bis zu den Wahlen in ca. 20 Staaten die neue Einrichtung einge- führt ist. Da jetzt alles in Anarchistengesetze macht, konnte auch unser Bundes-Senat nicht umhin, mitzumachen, und ein Anli-Anarchistcn- gesetz— als Pendant zum„Lnborday"— zu schassen. Dassesbe befaßt sich indessen nicht mit einheimischen Dynaimterichen, son- dern will nur ausländische von unfern Gestaden fernhalten. Man hat sich dabei nicht einmal die Mühe gemacht, zu defimren, was unter„Anarchismus" zu verstehen sei; da wir uns gegenwärtig in der schönsten wirthschaftlichen Anarchie befinden, hätte« man doch das reichhaltigste Material zu einer solchen Desimtion gehabt! Todienliste der Partei. Am Sonntag Nachmittag fand das Leichenbegängniß des durch Unglücksfall ums Leben ge- kommenen Genossen Meyer in Hannover statt. Die Beerdigung gestaltete sick zu einer großartigen Kundgebung. Etwa 2000 Personen gaben dem Entschlafenen das Geleite. Gewiß ein Beweis dafüi, welch großer Beliebtheit sich der auf so schreckliche Weise zu Unfall gekommene Genosse zu erfreuen hatte. Trotz der großen Dtenschenmenge ist auch nicht die geringste Störung vorgekommen. Polizeiliches, Gerichtliches:e. — Die Leipziger Kreishaupt Mannschaft hat das Verbot, des Sängerfestes in Mittweida gebilligt. Desterreichische Zenfurblüthen. Unser Parteiorgan, die Wiener, Arbeiterzeitung", ist in ihrer neuesten Nummer vom Herrn Zenfor folgendermaßen ausgezeichnet worden: Am 16. August ist Santo Caferio, der Mann, der Sadi Carnot, den Präsidenten der französischen Republik, ermordet bat, Konfiszirt Konfiszirt! Und darum Muth, Kameraden! Freche Antwort. Eine hohe Frau Konfiszirt Konfiszirt! Der Prager Ausnahmezustand Konfiszirt!---- Das ist selbst für ein Kabinet Windischgrät zu viel. August Krcal, der bekannte Verfechter der Ideen des theore tischen Anarchismus, Konfiszirt! Konfiszirt! storben. Ehre seinem Andenken! Boziale Uebersicht. ge Gewerkschaftliches. hier vielfach der Fall ein, daß der weniger leistungsfähige Meister die Privilegien zum Halten von Lehrlingen besitzt, während dem Achtung, Gewerkschaften Berlins! leistungsfähigen tüchtigen Meister die Ausbildung von Lehrlingen untersagt ist, welche Thatsache einen rechtlichen Mißstand in sich darWir fordern hierdurch nochmals und zwar stellt und dadurch, daß dem einen Handwerker erlaubt ist, was endgiltig die Gewerkschaften Berlins auf, Stellung dem anderen verboten, die schroffesten Gegenfäße auf gewerb zur Wahl der Gewerbegerichts- Kandidaten zu lichem und rechtlichem Gebiete geschaffen würden. Wenn dem nehmen. Sollten die Gewerkschaften bis zum vor solcher Beschränkung des guten Rechtes schützen dadurch, daß gegenüber behauptet werden sollte, der freie Handwerker könne sich 1. September resp. bis zum Stattfinden ihrer er in die Innung eintritt, so würde das mit nackten Worten Gruppen Versammlungen die Aufstellung der weiter nichts heißen, als die Handwerker wider Willen mit Ges Kandidaten nach der Bekanntgabe vom 10. August walt zum Zunftmeister stempeln und die Zwangs- Innung an die gim Vorwärts" noch nicht vorgenommen und der Stelle freier Handwerker- Organisation zu sehen. Gewerkschafts- Rommission angemeldet haben, Der 7. dänische Tischlerkongreß hat vor Kurzem in so ist der geschäftsführende Ausschuß gezwungen. Der letzte Rongreß 1892 hatte die allgemeine Einführung eines Ropenhagen stattgefunden. Erschienen waren 45 Delegirte. geeignete Randidaten für die säumigen Gewert Minimalstundenlohnes von 30 Dere( 36 Pfennige) als Aufgabe Die Arbeitsbeschränkung in den Bäckereien. Die Gin- chaften in den Gruppen Versammlungen selbst des Vereins bezeichnet. Diesem Beschluß ist nach Möglichkeit Folge gegeben. In 24 Städten haben Lohnbewegungen stattwendungen, die gegen die Beschränkung der Arbeitszeit der vorzuschlagen. Bäckereiarbeiter erhoben werden, werden treffend widerlegt durch Wir verweisen deshalb nochmals ausdrücklich auf die gefunden. In den meisten find Lohnaufbesserungen erreicht. Die den Professor Dr. Jäger Stuttgart. In der Kreuz Zeitung" Aufrufe vom 10. Auguft in Nr. 184 des Vorwärts" 6 Orten erlangt, an anderen hat man sich mit Preistabellen beBuerkennung eines Minimalstundenlohnes von 30 Deren ist in heißt es darüber: gnügen müssen. In Odense hat man durch einen zweimonat Berschiedene Blätter bringen Aufsätze, worin die Beschränkung und vom 25. Auguft, Nr. 197 des Vorwärt3". der notorisch viel zu langen Arbeitszeit in der Bäckerei mit Es haben bisher nur die Gewerkschaften der Hutmacher, lichen Streit die Forderung durchgesetzt. In drei Orten liegen noch folgenden Gründen bekämpft wird: 1. Die Reichskommission sei Textilarbeiter, Tapezirer, Töpfer, Maler, Stuckateure, Einsetzer, den Sieg davontragen werden. Hinsichtlich der Agitation ist die jezt Lohnstreitigkeiten vor, in denen die Arbeiter voraussichtlich mit diesem Vorhaben in ein ganz verkehrtes Fahrwasser gerathen. Böttcher, Riftenmacher, Schlächter und Schriftgießer ihre Kandi Bildung von 15 neuen Verbänden zu nerzeichnen. Der Verein 2. Der Großbetrieb werde dadurch auf Kosten des Kleinbetriebes baten dem Gewerkschafts- Bureau, Rosenstr. 28, angemeldet. Auch zählt jest 6 Kopenhagener und 35 Provinzverbände mit etwas begünstigt. 3. Die Kommission habe nicht untersucht, welche Bor- Jahre bezahlt 7322 Kr. 56 Dere( über 8000 M.). Auch in dem Rückwirkung der Maximalarbeitstag auf die Absatzverhältnisse der wird nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß genau Vorüber 2200 Mitglieder. An Streifunterstüßungen sind im letzten Bäckerei und auf die Lohnverhältnisse der Gesellen haben müsse. und 3uname und die Wohnung der Kandidaten in der Streit der Schiffs- und Geländertischler wurden zugeftändnisse 4. Die einseitige Behandlung der Frage nach der Dauer der Anmeldung verzeichnet sein müssen. Arbeitszeit werde noch viel schärfer bei dem Müllergewerbe hervortreten, wegen der Verschiedenheit des Wasserstandes und des Windes. 5. Jeder gemeinsame Entwurf müsse an der Macht der Verhältnisse zerschellen. " " erreicht. Es werden dann nach stattgefundener Debatte einige Der geschäftsführende Ausschuß Resolutionen angenommen, daß fein Tischler in Kopenhagen oder in einer anderen Stadt Arbeit suchen soll, ohne sich beim Fachder Berliner Gewerkschafts- Kommission. vereinsverbande über die lokalen Lohnverhältnisse orientirt zu haben An die Maurer! Wir geben hiermit unseren Berufs- und daß man auch fernerhin für die Erreichung eines garantirten Hiergegen erlaubt sich der oben genannte Verfasser zweier kollegen bekannt, daß der Arbeitsnachweis für den Norden in Minimallohnes von 30 Dere per Stunde und eine Arbeitszeit von Broschüren über den Normalarbeitstag folgendes zu bemerken: der Beteranenstr. 22 bei Petersohn, Sonnabends von 8-10 Uhr höchstens 10 Stunden eintreten will. Ferner spricht sich der 1. Wenn die Arbeiterstatistik überhaupt einen Werth haben son, Abends, und bei Augustin, Kastanien- Allee 11, Sonntags Vor- Kongreß für die Ablösung der Akkordarbeit durch die Stundenso kann derselbe in erster Linie nur in der Beschränkung der mittags von 10-12 stattfindet. Die vielen Klagen über die Um- bezahlung, aber gegen die von den Meistern gewünschten ArbeitsArbeitszeit bestehen. Erst in zweiter Linie können Maßregeln gehung der Beschlüsse der Berliner Arbeiterschaft in Sachen des scheine aus. Es sei die Pflicht jedes Verbandsmitgliedes, keinen gegen die Unreinlichkeit und Vorschriften über Verbesserung der Bierboykotts, die sich besonders gegen unsere Berufsgenossen Arbeitsschein anzunehmen, noch denselben vorzuweisen, wenn Defen folgen, wozu jetzt schon der Preis des Heizmaterials die richten, geben uns Veranlassung, an die Kollegen das Ersuchen man Arbeit sucht. An weiteren Resolutionen wurden anVeranlassung geben würde, wenn nicht der Schlendrian und zu richten, Verstöße dieser Art dem Unterzeichneten zu melden. genommen: eine, welche die Reise- Unterstützung für Gesellen auf die Gleichgiltigkeit gegen die Arbeitsdauer der Gehilfen und Lehr Für Abhilfe wird, soweit es in unseren Kräften steht, Sorge ge- 11/4 Kr. pro Tag festsetzt, ferner eine dahingehend, daß der linge so außerordentlich groß wären, 2. Die Kommission hat nicht einseitig den Normalarbeitstag vorgeschlagen, sondern die tragen werden. Schulz. Vertrauensmann der Maurer, Swine- Verein mit aller Straft für die Durchführung des Achtstundenmünderstraße 33. Arbeitstages agitire und diese Frage auf dem Wege der GesetzWahl gelassen zwischen verschiedener Beschränkung der Arbeitszeit, wovon aber keine den Verfassern der Angriffe genehm ist. gebung lösen, im übrigen die Sozialdemokratie zu unterstützen Die 5. ordentliche Generalversammlung des Ber- hat. Ferner soll mit den Verbänden der Zimmerleute eine Ver 3. Gerade bei der Bäckerei ist auf dem Lande ein Uebergang bandes deutscher Schuhmacher fand im Anschluß an einbarung darüber getroffen werden, was Zimmerer- und was zum Großbetrieb, abgesehen etwa von Gemeinde- Backöfen, un den Schuhmacherfongreß am 25. August zu Erfurt statt. An Tischlerarbeiten sind, und im übrigen die beiden Organisationen möglich, und auch in der Stadt ist auswärtige Konkurrenz nicht wesend find 33 Delegirte, einschließlich der Vorsitzenden des in der Lohnbewegung gemeinsam handeln müssen. Der nächste zu fürchten. 4. Kein Gewerbe ist leichter im stande, Verbesserungen Zentralvorstandes und des Vertreters des Ausschusses, Bock. Songreß wird 1896 in Kopenhagen abgehalten. im Kleinbetriebe einzuführen, als die Bäckerei, weil der Gewinn Den Bericht des Vorstandes erstattet Siebert. Die Mitgliederbei diesem Gewerbe, namentlich in den Städten, zu den größten zahl, welche am Schlusse des 2. Quartals 1893 sich auf 8826 be= und sichersten gehört. 5. Der Vorsprung des Großbetriebs berechtigt lief, ist bis zum gleichen Zeitpunkte dieses Jahres auf 10 905 doch nicht, der Errichtung von Konsumbäckereien und Gemeinde- gestiegen. Im Laufe der letzten zwei Jahre wurden 57 BahlBacköfen Abbruch zu thun, sofern erstere Steuern wie in Württem ftellen gegründet.- Eodann erstattet der Hauptkassirer den berg bezahlen. So lange in Deutschland nicht wieder die Tayen Kaffenbericht vom November 1892 bis August 1894. In diesem wie in Frankreich eingeführt werden, bilden die Konsumbäckereien Zeitraume hat der Verband eingenommen an Eintrittsgeldern, den einzigen Regulator für die Brotpreise und werden dadurch Mitgliederbeiträgen 2c. 56 169,66 m., ausgegeben 46 837,09 m., Breslan, 28. Auguft. In Laurahütte und Umgegend tobte zur Wohlthat für die nicht wohlhabende Bevölkerung. 6. Der sodaß ein Ueberschuß verbleibt von 9332,57. M. Unter in den gestrigen Abendstunden ein furchtbares Unwetter. Der Absatz hängt mit der Konkurrenz zusammen, welche örtlich dadurch den Ausgaben figuriren die die Reife Unterstützungen mit Hagel zertrümmerte tausende von Fensterscheiben, der Sturm sehr beschränkt ist, daß man neugebackenes Brot nicht versenden 16 899,73 M., die Agitation mit zirka 3000 M. Bock als Vor- entwurzelte starke Bäume und warf Schornsteine um. Der an fann und altgebackenes vom Publikum nicht gewünscht wird. sitzender des Ausschusses erklärt, daß so gut wie gar keine Be- gerichtete Schaden ist sehr erheblich. Durch einen vom Sturm 7. Auch die Lohnfrage läßt sich nicht gegen die Beschränkung der ichwerden gegen den Vorstand eingelaufen sind, auch die Kaffen- getriebenen Eisenbahnwagen wurden drei Arbeiter überfahren; Arbeitszeit innerhalb gewisser Rahmen verwenden. Das Gesetz geschäfte seien in bester Ordnung befunden worden. Nach einer derselben ist todt, die beiden anderen sind schwer verwundet wirft für alle gleich und die Erfahrung beweist, daß der Normal furzer Debatte wird dem Vorstand und dem Ausschuß einstimmig ferner wurden eine Frau und ein Mann vom Blize getödtet. arbeitstag teine bedeutende Veränderung hervorgebracht hat. Decharge ertheilt. Der 3. Punkt der Tagesordnung,„ Kartell- Herrmanstadt, 28. August. In der vorigen Woche unter8. Bei der Müllerei liegt die Frage der Arbeitsbeschränkung verträge 2c.", wird auf Vorschlag Siebert's mit der General nahmen mehrere Seltauer Sachsenfamilien einen Ausflug über allerdings minder günstig; unmöglich wird letztere aber auch hier Debatte über den 4. Punft, Statutenberathung", verbunden. die rumänische Grenze nach Kien und überfuhren unterwegs nicht sein. Nach kurzer Debatte werden die Beschlüsse des Industriekongreffes unglücklicherweise ein Kind. Die rumänische Behörde ließ desin Bezug auf die Kartellverträge einstimmig angenommen. halb die ganze Gesellschaft verhaften. Nach zwei und einem Hierauf Schluß der Sitzung. halben Tage wurden die Verhafteten infolge Intervention des österreichisch- ungarischen Konsuls in Bukarest gegen Kaution frei" M berathung beendigt. In der Nachmittags- Sigung wurde die StatutenAbgelehnt wurde die Arbeitslosen Unterstügung, angenommen eine Erhöhung des wöchentlichen Beitrages um 5 Pf. und die Gewährung von Rechtsschutz in gewerblichen Streitigkeiten. gelassen. Depeschen: ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Dem Harmoniedusler Eugen Richter ins Album. Der Sozialstatistiker Mr. D. F. Schloß, Mitglied des Arbeits departements des britischen Handelsamtes, hat einen Bericht über die Anwendung und Wirksamkeit des Gewinnbetheiligungssystems Prag, 28. Auguft. In der letzten Nacht tam es zwischen in England veröffentlicht. Sein Urtheil über die Wirkungen der einer Polizeipatrouille, welche einen Arbeiter aus einem Gast Gewinnbetheiligung faßt Mr. Schloß in folgenden Säßen zu hause in der Vorstadt Holleschowih abführen wollte und Arfammen: Eine Prüfung der Einzelheiten in 51 Fällen, in denen Punkt 5 der Tagesordnung, Allgemeine Anträge", bietet beitern, welche die Verhaftung vereiteln wollten, zu einem Zudas Gewinnbetheiligungssystem eingeführt, aber später wieder nichts Bemerkenswerthes. Bod erklärt auf eine Anfrage, daß sammenstoß. Ein Tagelöhner wurde durch einen Säbelhieb am aufgegeben wurde, beweist, daß es nicht überall mit Erfolg er eine eventuelle Wiederwahl zum Vorsitzenden des Ausschusses Kopfe verletzt. Der verhaftete Arbeiter entfloh. angewandt worden ist. Der eifrigste Vertheidiger des nicht annehmen werde. Die Gehälter der Vorstandsmitglieder Amsterdam, 28. August. Hier ist ein Choleratodesfall vorSystems kann deshalb nicht behaupten, daß es ein Allheil- werden in der bisherigen Höhe belaffen.- Bum Borsigenden gekommen. Aus anderen Städten wird eine Erkrankung und ein mittel gegen die aus dem Arbeitsverhältniß sich ergebenden wird Siebert Nürnberg, zum Kassirer Reuß- Nürnberg ein- Todesfall an Cholera gemeldet. Streitigkeiten ist. Es tann ferner auch nicht die Ansicht auf stimmig wiedergewählt. Zum Vorsitzenden des Ausschußes wird Amsterdam, 28. Auguft. Nach Telegrammen, welche dem recht erhalten werden, daß in allen Fällen, wo die Gewinn Simon Offenbach gewählt. Damit sind die Arbeiten der Journal„ Nieuws van den Dag" aus Batavia zugingen, wurden betheiligung in Wirksamkeit ist, eine Steigerung der Leistungen Generalversammlung beendet. Der Vorsitzende Siebert schließt die Truppen der Expedition gegen Lombok infolge Berraths der Arbeiter, sowie eine Bessergestaltung des Verhältnisses gegen 9 Uhr die Versammlung mit einem Hoch auf den Verein hinterrücks angegriffen und die Kavallerie geschlagen. Bierzehn zwischen Arbeitern und Unternehmern die Folge war. In Eng- deutscher Schuhmacher und die Arbeiterbewegung. Offiziere, darunter General van Ham, und 150 Soldaten wurden land ist das System gegenwärtig in 101 Unternehmungen in Angetödtet. Die Verbindung zwischen Mataram und Regara ist wendung mit einem Minimaldurchschnitt von 27 000 Arbeitern, Der 7. Kongreß der Freien Vereinigung der selbst unterbrochen. deren Zahl in flotten Zeiten auf einen Marimaldurchschnitt von ständigen Barbiere Deutschlands" tagte am 21. und 29 000 steigen fann. Das System wird in den verschiedensten 22. August in Dortmund. Besonderes Interesse erregte ein Industriezweigen und in Unternehmungen von dem verschiedensten Antrag der Berliner Delegirten, im Verbandsorgan mehr sozialUmfange angewandt. Diese Pille wird nicht minder bitter politische Artikel aufzunehmen. Die Antragsteller machten geltend, schmecken, wenn man erwägt, daß Schloß beileibe kein Sozial- daß das Großkapital auch des Friseurgewerbes sich mehr und demokrat, sondern ein in England gang bekannter bürger- mehr bemächtige, so daß es nöthig sei, daß sich die Berufslicher Detonom ist. genossen mit den sozialpolitischen Gesetzen vertraut machten. Der Antrag wurde abgelehnt mit der Motivirung, es sei nicht an batte zeigte indessen, daß eine große Anzahl der Belegirten auf gängig, die Politik in den Verein hinein zu tragen. Die De dem Boden der Sozialdemokratie stebe. Rom, 28. Auguft. Der Kriegsminister Mocenni hat seine Demission eingereicht. General Ricotti ist zum Nachfolger aus. ersehen. Ein dritter London, 28. August. Wie dem" Reuter'schen Bureau" aus Kairo gemeldet wird, erregt dort die heute vorgenommene Verhaftung des Präsidenten des Gesetzgebenden Rathes Ali- Pascha und des Generals a. D. Haffan Bascha großes Aufsehen. Die Eine anderweite Regelung des Markenklebens ist, der Berhaftung erfolgte auf grund der Beschuldigung, daß die BeR. Hart. Zeitung" zufolge, von der Invaliditäts- und AltersPascha Namens Sharawi iſt geflüchtet. R. Hart. Zeitung" zufolge, von der Invaliditäts- und Altera treffenden sudanesische Sklaven gekauft hätten. versicherungs- Anstalt für Ostpreußen geplant. Durch die Revisionen ist nämlich festgestellt worden, daß fortgesetzt unregel Buckingham( England), 28. Auguft. Der Graf von Paris mäßigkeiten im Klebegeschäft" vorkommen, wodurch sehr oft aus, daß in allen Geschäften um i Uhr, spätestens um 2 Uhr Gegenüber der Sonntagsruhe sprach der Kongreß sich dahin ist schwer erkrantt. Die Nahrungsaufnahme ist sehr erschwert. Hinterziehungen von Beiträgen für die Invaliditäts- und Altersgeschlossen werden solle.- Weiter wurde beschlossen, dem Ver- ausständige Bergarbeiter in der Nacht das Bergwerk Bardykes Glasgow, 28. August. In der Ortschaft Blantyre griffen versicherung hervorgerufen werden. Es soll nun die Einrichtung band mit dem 1. Januar 1895 einen anderen Namen zu geben an. Mehrere hundert Personen sammelten sich an und bewarfen getroffen werden, die Gemeinden- oder Krankenkassen mit der und sich den geplanten Bestimmungen der Regierung über die die Polizei mit Steinen, so daß berittene Konstabler einschreiten Einziehung der Beiträge zu betrauen und damit den Arbeitgebern Reorganisation des Handwerks anzupassen. Der Vorstand wurde und von ihren Knüppeln Gebrauch machen mußten, wobei ein die lästige Arbeit des Markeneinklebens abzunehmen. Die Ge- beauftragt, die nothwendigen Aenderungen des Statuts aus Mann schwer verwundet wurde. meinden oder Krankenkassen hätten dann auch das ordnungs- zuarbeiten. mäßige Markeneinkleben zu besorgen, wodurch gleichzeitig eine genaue Kontrolle über letzteres zu ermöglichen wäre. In einigen größeren Städten anderer Provinzen soll diese Einrichtung bereits bestehen, und der Vorstand der Invaliditäts- und Altersversiche rung, Landeshauptmann v. Stockhausen, hat sich an diese mit der Anfrage gewandt, wie sich die fragliche Einrichtung bewährt, eventuell welche Abänderungen zu treffen wären. Glasgow, 28. Auguft. Der beschlagnahmte Dampfer Gesandte versprochen hatte, daß der Dampfer nicht zu KriegsIslam" ist heute freigegeben worden, nachdem der japanische zwecken verwendet werden würde. Junungen aus. Es wurde von dem Kongreß als eine schwere In sehr energischer Weise sprach sich der Kongreß gegen die durch nichts zu rechtfertigende Schädigung betrachtet, daß durch Verleihung der Sonderprivilegien an die Innungen dem einen Handwerker erlaubt, was dem anderen verboten sei, wodurch sind der britische Konsul in Bluefields Hasch und die übrigen New- York, 28. August. Nach einer Meldung aus Managua ferner bedingt sei, daß der Wahrspruch, daß vor dem Gefeß alle Gefangenen auf ihr Ehrenwort freigelassen. Bürger gleich seien, illusorisch werde. Tanger, 28. Auguft. Der französische Kreuzer Forban" ist Selbstmorde in Sachsen. Das Königreich Sachsen, das In einer von dem Kongreß einstimmig beschlossenen Betition, hier eingetroffen. Die Lage ist gegenwärtig eine ruhige. Eldorado für Polizisten, genießt außerdem auch noch andere Vor- welche sowohl an den deutschen Reichstag als an den Minister züge recht zweifelhafter Art. So ist bekanntlich die Zahl der für Handel und Gewerbe gesandt werden soll, wird besonders ( Depeschen- Bureau Herold.) Selbstmorde in Sachsen bedeutend höher, als in allen anderen hervorgehoben, daß die Mitglieder des Verbandes freier Ver- Krakan, 28. August. Es verlautet, daß die Manöver bei Bundesstaaten. Während z. B. 1889 in Preußen auf 100 000 einigungen in Erfüllung ihrer Pflichten gegen Staat und Ge- Smolenst deshalb abbestellt seien, weil im letzten Moment ein Lebende 19 Selbstmörder kamen, zählte man in Sachsen auf die meinde den Innungsmeistern nicht nachstehen, dagegen im Ver- Attentat gegen den Baren endeckt wurde. An dem Komplott gleiche Bevölkerungsmenge 33. Seitdem ist, wie wir schon fürz langen ihres guten Rechtes auf das Empfindlichste geschädigt sollen auch Beamte der Orlow- Witebsker Bahn betheiligt gewesen lich meldeten, bei uns die Zahl der Selbstmörder in jedem Jahre werden. Es sei dieses Bewußtsein um so verlegender, als bei sein. Der 3ar soll bei der Meldung von der Verschwörung ergestiegen. Bemerkenswerth find auf diesem traurigen Gebiete in Genießung solcher Vorrechte nicht die Qualifikation als Meister, regt gewesen und infolge dessen eine Verschlechterung in seinem Sachsen seit einiger Zeit die Kinder- Selbstmorde, die im neuesten vielmehr nur der Titel Innungsmitglied in Betracht kommt Befinden eingetreten sein. Hefte der sächsischen Statistik als entsetzlich häufig" bezeichnet und die letzteren dieses eingeränmte Vorrecht auf das Paris, 28. Auguft. In eingeweihten Kreisen spricht man werden. Unter den kindlichen Selbstmördern waren solche von Aeußerste auszubeuten juchten. Gehöre es doch keineswegs zu davon, daß offizielle Schritte unternommen werden, um die Ver11, 10 und selbst 9 Jahren. Viele Selbstmörder hatten das den Seltenheiten, daß Mitglieder von Barbier- und Friseur- bandlungen behufs Abschlusses eines Handelsvertrages zwischen Kindesalter taum überschritten. Auf etwa 100 Selbstmörder Innungen weit über das Maß der Zulässigkeit ihrer geschäft Frankreich und der Schweiz wieder aufzunehmen. tommt in Sachsen 1 kindlicher Selbstmörder. Es wäre interessant, lichen Verhältnisse hinaus nicht nur einen, sondern 3 und 4 Paris, 28. August. Wie„ Journal des Débats" meldet, so fügt die Frankfurter Zeitung", der wir obige Zahlen ent Lehrlinge halten, mithin die Ausbildung von Lehrlingen als haben die französischen Truppen in Timbuktu eine neue Niedernehmen, hinzu, zu erfahren, in welcher Weise sich diese jugendlichen Gewerbe betreiben. Auch der Umstand, daß sich Innungen aus lage erlitten. Selbstmörder auf die einzelnen Bevölkerungsschichten vertheilen. notorischen Pfuschern von Gewerbetreibenden zusammenseßen Paris, 28. Auguft. Die hiesige Polizeibehörde fahndet auf fönnen, während leistungsfähige Meiner prinziphalber feiner das eifrigste nach den Urhebern der an den Präsidenten Casimier Innung beitreten, geben zu ernsten Bedenken Anlaß: es tritt Perier fast täglich einlaufenden Drohbriefe. Hierzu zwei Beilagen. Berantwortlicher Redakteur: Hugo Pötzsch in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Hr. 200. Mittwoch, den 29. August 1894. Arbeiter! Parteigenossen! 11. Jahrg. Der brutale Willkürakt des Brauereirings harrt noch der Sühne. Den Hunderten unschuldig aufs Pflaster geworfenen Arbeitern ist noch keine Genugthuung ge worden. Arbeiter und Parteigenossen! Ohne Eure opferwillige Unterstützung würden die Gemaßregelten der bittersten Noth verfallen und gezwungen sein, um Gnade zu betteln. Die Hochherzigkeit der Berliner Arbeiterschaft hat diese Schmach verhindert. Der erste Sturmlauf des Prozenthums scheiterte an Eurem Solidaritätsgefühl. Nicht eine Bresche vermochte der Bierring in Eure Reihen zu legen. Einig, geschlossen, tampfesmuthig und opferwillig seid Ihr sest entschlossen, den entbrannten Kampf zum siegreichen Ende zu führen. Arbeiter, Parteigenossen! Euer Wollen garantirt Euer Können! Ihr könnt, wenn Ihr wollt. Den zweiten Sturmlauf auf Euere Phalang mußten die dem Bierring Lehensdienste leistenden Saalbesitzer unternehmen. Die Agitation sollte unterbunden, das Mundtodtmachungssystem praktizirt werden. Auf der Mine, die sie gegraben, sind die Saalbesizer aufgeflogen. Ihr Wehgeschrei tönnte Mitleid erwecken. Arbeiter, Parteigenossen! Selbst der Himmel, auf den der Bierring seine letzte Hoffnung setzte, ist mit uns im Bunde. Die Saison tann dem Ring nicht mehr über die Verlegenheiten hinweghelfen, die mit jedem Tag des weiteren Kampfes sich thurmhoch häufen. Ausharren bedentet für uns siegen. Unsere Position ist uneinnehmbar. Der Stand des Boykotts ist ein vorzüglicher. Wir können zuwarten, ohne entbehren zu müssen. Arbeiter, Genoffen! Je konsequenter der Boykott durchgeführt wird, desto nachhaltiger seine Wirkung, desto entscheidender der Sieg. Duldet keine Ausflüchte, keine Ausreden. Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns. Soweit unser Einfluß reicht, muß das Ringbier verpönt werden. Nicht ein Tropfen darf getrunken werden. Arbeiter, Genossen! Die Bierzufuhr ist eine geregelte. Sie wird mit jedem Tag der Fortdauer des Boykotts eine beffere. Alle Ansprüche können befriedigt werden. Darum widersteht jeder Versuchung, Ringbier zu trinken. Die schwerste Arbeit ist gethan. Die Periode der Organisirung des Kampfes war die aufreibendste. Jetzt wird uns der Rampf leicht, weil wir das Terrain zum guten Theil beherrschen. Der Sieg muß muser werden, wenn wie bisher mit gleicher Schärfe und Ausdauer der Parole gefolgt wird Hoch der Boykott sämmtlicher Ringbranercien! Trinkt feinen Tropfen Ningbier! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Attien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl King u. Ko., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Exportbrauerei Rathenow, Niederlage bei May Denn hardt, N.W., Hannoversche Straße 18a. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei Die Boykottkommission. geistigen Leiter dieser weltstädtischen Organe des Bedauerns be- I finden wir auch im„ Lokal- Anzeiger". Da fie aber hier nicht, dürftiger sind oder das Publikum, denen das Zeug servirt wird. wie in der Staatsbürger- Zeitung", im lokalen Theil, sondern Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, Charnochmals ausdrücklich" betont werden, bis jetzt noch keinen sich bezüglich des besonders guten Einvernehmens" und des Durch die sogenannte" Saalsperre", die uns aber, das soll unter den geschäftlichen Mittheilungen" paradirt, so dürfte es lottenburg. materiellen oder moralischen Schaden zugefügt hat, stehen den sogenannten Vaters" doch wohl weniger um eine Meinung der Arbeitern etwas weniger und etwas kleinere Säle als früher zur Redaktion der Staatsbürger- Zeitung" als um die des Herrn Benutzung offen. Das ist sonnenklar und von Niemandem an- Moritz handeln. Ueber die Gründe, welche die Staatsbürgergezweifelt worden. Trogdem muß man erleben, daß ein Theil Zeitung" gehabt haben mag, diese bescheidene Meinung des Herrn Der bürgerlichen Zeitungen darüber zum dritten oder vierten Mal Moritz zu adoptiren und ihren Lesern als die ihrige zu ver Kleineren Räumen" abgehalten werden mußten. Hat der Philifter Leser wissen aber, daß es nicht das erste Mal ist, daß das antiein Triumphgeheul anstimmt, daß die Versammlungen meist in zapfen, darf man natürlich nur Bermuthungen haben. Unsere zählt werden muß, daß es in Berlin Säle verschiedener Größe giebt, Verantwortung, die sonst von den Antisemiten nur den Judendenh ein so schwaches Begriffsvermögen, daß ihm dugendmal vorer- semitische Blättchen diese Art der Reklame unter redaktioneller ehe er das kapirt? Und warum so blöde ihr Herrschaften? blättern" nachgesagt wird, in ihrem lokalen Theile betreibt. Wie glänzend würde das Fiasto der Sozialdemokratie" fich offenbaren, wenn die um Thron und Altar zitternde bürgerliche Die königl. Meralbrunnen von Niederfelters u. f. w. Gesellschaft sich dazu ausraffen würde und große Anti Dresden, zu einem außerordentlich niedrigen Preise verpachtet Antifollten fürzlich an eine jüdische Firma, Siemens u. Ko. in bontotter Versammlungen nach sozialdemokratischem Muster einberiefe und ihrerseits das„ Volt" befragte. Warum worden sein. Die Staatsbürger Zeitung", der wir diese Mitstration gegen den bitterböfen Bierkrieg? Nun, der Knüppel darüber, daß der dabei zu machende Riefenprofit in Judenhände benutzt man die verödeten Säle nicht zu solcher Art Demon- theilung entnahmen( vgl.„ Vorwärts" Nr. 184), entrüstete sich artige Blamage im Voraus. Und das reißt den Mund auf über mehr dabei verdienen wollte) sich gleichfalls um die Brunnen be liegt beim Hunde, wie das Sprichwort sagt, man sieht die groß- gelangen solle, obwohl eine„ altangesehene, ehrenwerthe, christliche" Firma( die, nebenbei bemerkt, weniger geboten hatte, also noch ,, mangelhaften" Besuch von öffentlichen Versammlungen. Mittheilung dahin zu berichtigen, daß die Dresdener Familie worben habe. Jetzt sieht sich das genannte Blatt genöthigt, jene Siemens nicht jüdisch ist. Dieser Irrthum ist am Ende ent schuldbar. Amüsant ist dabei aber der Umstand, daß, wie gleichzeitig mitgetheilt wird, die christliche Firma Siemens u. Ko. den Preis der von ihr vertriebenen Wäffer jezt mit einem Male ine einer Weise erhöht hat, die man im Geschäftsleben als unverschämt zu bezeichnen pflegt. Es ist doch schade, daß das kein Juden find!" werden jetzt die Urteutschen denken. Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frank furt a. D. Edm. Henter, Swinemünderstr. 45. Phönig- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage, Berg- Brauerei, Brandenburg. Vertreter: H. Wolff, N., Dragonerstr. 31. Brauerei Wusterhausen, Vertreter: Max Fleischer Die" Post", der dieserhalb schon so oft die Finger geklopit Reichenbergerstr. 155. wurden und die erst fürzlich wieder einen ganz gehörigen Rüffel Bürgerliches Brauhaus, Hamburg Gilbeck, Kellerei sogar im" Militärwochenblatt" erhielt, war wieder so leichtsinnig und Niederlage, SW., Verlängerte Trebbinerstr. 7. fich einen Originalbericht" schreiben zu lassen- und die der Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage Antisemitenblätter drucken denselben eilfertig ab G. Spiekermann, Weberstr. 66. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernack, bie Mühlenstraße 49a. Brauerei in Storkow( in Firma A. Miethe), Vertreter: Spiekermann, Weberstraße 68. Brauerei Hildebrandt, Nowawes. Vertreter: H. Hensel, Krausenstraße 18. Tokales. ... Eine grundbrave, tüchtige Genoffin ist nicht mehr. Agnes Wabnis hat sich am 28. August, Nachmittags, auf dem Friedhofe der Märzgefallenen im Friedrichshain vergiftet. Sie sollte an diesem Tage die über sie verhängte zehnmonatliche Gefängnißstrafe antreten. Sie ist zweiundfünfzig Jahre alt geworden; ihre Heimath war Schlesien. An eine Freundin richtete fie vor ihrem Scheiden folgenden Abschiedsgruß: „ Liebe Frau. Ich ruhe im Friedrichshain nahe dem Krankenhaus auf unserem Freiheitsacker. Mit Gruß. Ihre G." Ein willensstarkes, charakterfestes Weib, der Sache der Arbeiter bis zum letzten Athemzuge treu, ist sie freiwillig in den Tod gegangen. Ihr Geschick hat sich erfüllt. Daß es so tommen mußte, war geschuldet der Verkettung der Verhältnisse und ihrer Individualität, die einen tranthaften Zug aufwvies, der sich bis zur hochgradigen Neurasthenie gesteigert hatte. Daß aber eine Frau, bei der schon seit Jahren solche pathologische Merkmale zu Tage traten, mit zehn Monaten bestraft werden mußte, fennzeichnet den Geist unserer Rechtsprechung. Der Dahingegangenen werden die Berliner Arbeiter ein gutes AnDenken bewahren. Freundinnen der Verstorbenen haben die Zeiche reklamirt und werden für die Bestattung, worüber wir morgen Näheres zu berichten in der Lage sein werden, Sorge tragen. Achtung, Parteigenossen! Zur besseren Durchführung der Kontrolle und Kenntlichmachung der Gastwirthe, welche tein boykottirtes Bier führen, werden von heute ab neue Platate mit der Aufschrift: Daß Mark" wiederum rund und nett einen einen Reinfall" des ach, so vornehmen, Blattes gouvernementalen bedeutet. Referentin in einer Versammlung in der die dritte Silbe legte, wird ihr der Verfasser nie vergeben; da aber grafenstraße bei:„ Caligula" den Ton anstatt auf die zweite, auf Der Flaschenbierhandel der Brauereien wird immer diese welterschütternde Begebenheit augenscheinlich nicht ausreichte, mehr ein Gegenstand des öffentlichen Interesses und der öffentum die Arbeiter versammlung zu verbungen, so wurde flott lichen Erörterungen. Die Bestrebungen der Gastwirthe bezw. und launig" hinzugelogen, daß 1. nur 75 Personen anwesend Bierverleger, den Brauereien den Flaschenbierhandel zu entreißen waren und 2. daß Gruppen von Genossen dort boykottirtes und für sich zu monopolisiren, sind durchaus nicht nach dem GeBergschloßbier getrunken, weil ein weiser Mann" seinen Mund schmacke der bürgerlichen Presse. So heißt es in einem derartigen, aufthat und sprach: Jn der Magenfrage hört die Politik auf." diese Frage behandelnden Artikel:" In erster Linie ist durch Zufälligerweise war die betreffende Bersammlung außer einigen dieses Vorgehen( der Gastwirthe) das Interesse des Publikums antisemitisch gefärbten Boykotthassern auch von vielen anderen berührt und es ist Zeit, daß auch dieses ein Wort zu der AnLeuten besucht, die folgendes befunden werden, und weil sie nüchtern gelegenheit spricht. Im Uebrigen entbehrt das Verhalten der waren, jedenfalls glaubwürdiger find. Die Tellersammlung ergab Restaurateure jeder Billigkeit der Begründung. Man will 13,40 m., woraus jeder Kundige, wenn man berücksichtigt. Saß das Publikum hindern, direkt Dom Produzenten zu Arbeitslose u. s. w. meist unter 10 Pi. oder nichts geben, sofort taufen, um sich den Verdienst des Zwischenhandels zu sichern. den Schluß ziehen kann, daß die Angabe von 75 Besuchern eine Will der Konsument diese Taktik unterstützen?" Das ist ein wissentlich falsche ist. Der Wirth des Lokals aber, der gezwungen durchaus richtiger Standpunkt. Offenbar genirt man sich aber, Bergschloßbier nebenbei führt, hat für die Arbeiterversammlung einzugestehen, daß es hauptsächlich der bedrohte Bortheil des selbstverständlich boyfottfreies Bier aufgelegt. Von Bergschloß bierkonsumirenden Publikums" ist, welcher bei dieser Frage find an diesem Abend laut genauer Kontrolle überhaupt nur interessirt ist, wie die zu Tage getretene Entrüstung ob der 3 Glas verzapft. Wenn die Antisemiten Carlsberger für Boykott- infolge des Bierboykotts seitens der Brauereien an die Gastwirthe bier getrunken haben, so beweist das nur, wie schnell sich die gemachten Konzession, nur 30 Flaschen 4/10 Liter für 3 M. ferners Geschmacksnerven abstumpfen, falls man darauf angewiesen ist, bin abgeben zu wollen, beweist. Daher legt man den Schwers regelmäßig große Quanten Boykottbier zur höheren Ehre des punkt auf die allgemeine soziale Bedeutung" des FlaschenbierRinges feinem Magen zu opfern. Vielleicht verpflichtet die handels und kehrt allerlei ethische Momente hervor zum Heile der " Post" ihren Mitarbeiter, um schlimmeren Folgen vorzubeugen, Arbeiter, Handwerker und kleinen Beamten! In erster Linie wird und die anderen Organe können sich das auch gleich ad notam natürlich das billige Bier gegen den Schnaps ins Feld geführt, tünftig bei solchen Gelegenheiten nur Selters zu dann aber auch behauptet, daß durch das Flaschenbier, das fonsumiren. Mag der gute Mann auch weniger launig" sein, billige und gute, die Solidität des Arbeiters, Handwerkers, jedenfalls wird er dann doch mehr Rücksicht auf die Wahrheit fleinen Beamten gefördert werde. Der einfache" Mann könne sich seinen Schoppen walten lassen. oder auch mehrere leisten, ohne in die Kneipe laufen und der Familie untreu werden zu müssen. Es entspricht nicht den thatsächlichen Verhältnissen, Er braucht nicht in verrauchten Restaurationsräumen zu ſizen schreibt das Organ der Gastwirthe- Innung, daß die Saal- und werde nicht der Versuchung ausgesetzt, mehr auszugeben, als besteht; also auch darin hat sich der Vorsitzende der Kommission schön und wäre recht gut, wenn nur in den heutigen sozialen tommission nur aus Mitgliedern der beiden großen Vereine feine Verhältnisse ihm gestatten. Das klingt gewiß Alles recht geirrt", der das Gegentheil dugendfach in die Welt setzte. Es Verhältnissen dem Arbeiter. Handwerker, ja selbst dem kleinen wird wirklich immer schöner. Energisch bestreitet die Gast- Beamten nehmen " ein wirthe- Zeitung", daß die Eaalkommission das Recht habe, beschieden solches trautes, idyllisches idyllisches Familienheim wäre! Leider ist es damit in Wahrmit den für alle" Nothleidenden" im Gastwirthsgewerbe ge- heit ganz anders bestellt. Speziell der Arbeiter hat fammelten Geldern nach Belieben zu wirthschaften und bemerkt zum Schluß.... Seiner Zeit wurde Herr Theodor Müller gar nichts, denn sein Familienleben ist durch die Kapitalwirthvon Den angeführten Vortheilen des Flaschenbieres ( der allmächtige Verbandsvorsigende) telegraphisch aufgefordert, schaft zerstört, vernichtet. Diese Lockerung des Familienlebens ist sofort von Hannover zurück zu kommen, aber was hat der Bor: feineswegs, wie behauptet wird, eine Rückwirkung des Vorbildes stand der zwei großen Vereine zur Beilegung des Bierboykotts der sogenannten besseren Gesellschaftskreise. Auch ist der Arbeiter bisher gethan?" Eine Antwort wird man hierauf jedenfalls wohl nur sehr wenig in der Lage, sich Flaschenbier, trotz seiner ebensowenig erhalten, wie Herr Jakobi fich getraut, auf den Billigkeit, im Hause halten zu fönnen. Sein Hausbier ist selbstOffenen Brief" etwas zu entgegnen. Die Führer" der Gast- gefülltes Jungbier. Was ihn in seiner wenigen freien Zeit noch wirthe werden eben so lange weiter wursteln, als die letzteren aus dem Hause in die Kneipe" treibt, ist theils die Bethätigung nicht den Worten die entsprechenden Thaten folgen lassen. seiner Pflicht als Arbeiter in dem Kampfe seiner Klasse, theils ,, Ein besonderes gutes Einvernehmen", meint die das Unbehagen infolge der wenig anheimelnden Häuslichkeit, „ Hier wird fein Ringbier ausgeschäft" aber Staatsbürger- Zeitung"," besteht zwischen dem Gastwirth Adolf nicht die Genuß und herausgegeben. Diese Plakate sind mit dem Stempel der Boykottori, Friedrichstr. 100 im Böhow'schen Ausschaut, und breiten Trunksucht, die den Volksmassen so gerne angedichtet wird. tommission versehen. Für feinen etwa 90 Bediensteten. Der Grundsatz des ersteren, sich den Flaschenbierhandel in bezug auf häuslichen Konsum Alle bisher von seiten der Boykottkommission und der Bier: als sogenannter Bater für seine Angestellten zu betrachten, hat tommt also weniger der kleine Mann" als der Mittelstand" tommiffion zur Ausgabe gelangten Plakate sind von jetzt an hübsche Früchte gebracht." Die Früchte bestehen nach den und die besseren Kreise" in Betracht. An diese wären also an= uugiltig, und ersuchen wir die Genossen, streng darauf zu weiteren Mittheilungen des Blättchens darin, daß besagter Herr gebrachter die Moralpredigten zu richten, welche die profanen achten, daß dieselben, wo sie noch aushängen, entfernt werden. Die Platate werden nur von den Kontrolleuren verabfolgt. Moritz am Sonntag zu feinem 60. Geburtstage von seinem Ber- materiellen Jutereffen bemänteln sollen und an die Arbeiter, sonal durch Ständchen, Abordnung und Adresse überrascht" Handwerker und kleinen Beamten" gerichtet werden. Im übrigen Die Bontotttommission. wurde. Außerdem hätten die dem Haufe Rudolf Herzog dürfte die Flaschenbierhandel- Frage mit der Zeit zu einem Stein Die Katze läßt das Mausen nicht und die bürgerliche angehörenden Stammgäste ein Blumenarrangement im Garten des Anstoßes für die Gastwirthe werden, über welchen diese Presse fann sich nicht von der bemitleidenswerthen Angewohn- aufgestellt, und andere Gäfte, zu denen hohe Offiziere und Be- stolpern und durch welche sie die vielgerühmte Sympathie" des beit emanzipiren, den Gesammteindruck einer ihr so unbequemen amte gehören", hätten über 50 Telegramme gesandt, die zum Publikums" verscherzen werden. Thatsache, wie die letzten Boykottversammlungen, durch Einwände Theil aus dem Auslande kamen". Genau dieselbe Mittheilung abzuschwächen, so alt und ledern, daß man kaum weiß, ob die( wörtlich bis auf ein fehlendes und ein geändertes Wort) " " Die Parteigenossen in Moabit werden von betheiligter Seite nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß der Vertrieb bc?„Vorwärts" sowie sämmtlicher Parteischriften dem Genossen H e in p e l, Stephanstraße 8, übertragen worden ist. Alle Abonnementsbestellungen sind dort auszugeben. In Verfolgung dieses seinerzeit im 6. Wahlkreise gefaßten Beschlusses erwächst den Parteigenossen die Pflicht. die Beachtung dieser neuen Einrichtung immer weiteren Kreisen anzuempfehlen. Beschwerden über unregelmüßige Expedition nimmt der Vertrauensmann Joh. Pfarr, Wilsnackcrstr. 49, entgegen. Es wird die Parteigenossen die Mittheilung interessiren. daß trotz der Kosten, welche die Neueinrichtungen verursacht haben, bereits eiu zufriedensteUeuder pekuniärer Erfolg erzielt worden ist. Arbeitcr-Bildnngsschnle. Wegen Verhinderung des Lehrers fällt die deutsche Stunde in der Schule Waldemarstr. 14 am Freitag. den 31. August, und Freitag, den 7. September, aus. Biermogeleien werden uns auch von dem Gastwirth Schönherr. Admiralstr. 33(Admiralsgarten) gemeldet. Der- selbe hat sich noch in die letzte Liste vom dritten Wahlkreis auf- nehmen lassen. Die Kontrolleure, welche ihm gestern Morgen unverhofft einen Besuch abstatteten, bemerkten gerade noch, wie die Kutscher der Brauerei Friedrichehain Bier nach seinem Lokal brachten und leere Fässer mit sich nahmen. Dies den verschiedenen Vereinen, die bei obigem Herrn ihr Quartier aufgeschlagen haben. zur Kenntnißnahme. Die Kellerei- Hilfsarbeiter der Firma Heyden und Kühner. Wir erhalten von der genannten Firma zu der Mit- theilung über den ausgebrochenen Ausstand folgende Berichtigung: Es ist richtig, daß der größte Theil unserer Arbeiter am Freitag Mittag die Arbeit niederlegte, ohne uns sogleich einen Grund hierfür anzugeben. Erst später, nach ca. einer Stunde. bei Gelegenheit der Empfangnahme ihrer Papiere überreichten sie ein Schriftstück, in welchem sie die Entlassung des Arbeiters Röder forderten, weil der letztere sie angeblich mit ge- nieinen und frechen Reden belästigt habe. Dem ist jedoch nicht so, vielmehr liegt die Genieinheit und das Be- tragen, welches ein Bild sittlidier Verrohung zeigt, ans Seiten der Arbeiter, die de» Streik provozirten. Der Grund. weshalb die Arbeiter die Entlassung des p. Roeber unter genanntem Verwände forderten, ist. weil letzterer drohte, von den ihm unter. stellten Leuten wiederHoll ausgeführte Diebstähle zur Anzeige zu bringen. Von einer Bevorzugung des p. Röder seitens unseres Heyden kann keine Rede sein, denn das Engagement sowohl als die Beaujsichtigung und Entlassung liegt in den Händen des Kellermeisters. Was die Inanspruchnahme der Polizei anlangt, so ist es unwahr, daß wir die Hilfe derselben nachgesucht haben, sondern die Polizei ist durch das Betragen der Streikenden in einem nahe der Arbeitsstelle belegenen Lokal als auch auf der Straße aufmerksam geworden und hat uns alsdann selbstverständlich ihre jjilfe angeboten. Ein Zeichen, daß die Sache nicht so liegt. wie sie von den Leuten geschildert wurde, ist, daß ein Theil der Arbeiter, obgleich sie abgewiesen, nach vielem Bitten wieder ein- gestellt sind.— Zum Schluß wollen wir noch als Beweis dafür. daß wir jeder Zeit unsere Leute human behandeln, anführen, daß die meisten unserer Leute lange, ja bis zu 20 Jahren thätig sind. Hierzu wird uns von Seiten der ausständigen Arbeiter fol- gendes bemerkt: Die Anschuldigung des Diebstahls müssen wir als eine durchaus ungualistzirte Beleidigung ganz energisch zurück- weisen. Die„Diebstähle" können nur auf das im Keller befind- liche Bier Bezug haben und dieses ist unter so strenger Obhut, daß, wirklich den bösen Willen vorausgesetzt, sich wegen einiger Flaschen Bier zum Diebe zu machen, es den Arbeitern gar nicht möglich wäre, dies Genußmittel auch nur zum Muudbedarf zu entwenden. Der Behauptung des p. Heyden, daß er die Polizei nicht selber herbeigeholt habe, muß ja Glauben geschenkt werden, da der Gegen beweis sich ja kaum erbringen lassen wird. Eni- schieden unwahr ist es aber, daß wir die Ausmerksamkeit der Polizei in einem auffälligen Grade erregt haben könnten. Während der Stunde, die wir auf Aufforderung des Buchhalters warteten, spielten wir in der gegenüber gelegenen Wirthschafl Billard und tranken je eine Weiße dazu! Inwieweit dieses Betragen die Aufmerksamkeit der Polizei derart erregen kann, daß sie ihre Hilfe deni p. Heyden„selbstverständlich" angeboten hat, erscheint uns in der That unbegreiflich. Die übrigen Richtigstellungen stellen sich als so unwesentlich dar, daß es sich nicht weiter verlohnt, auf sie einzugehen. Bemerkt sei nur noch, daß an der Behauptung. daß von den Ausständigen wieder einige in Arbeit getreten sind, fünfen von uns. die mit den übrigen noch gestern beisammen waren, nicht das Geringste bekannt ist. „ES bleibt nichtS ungerochen"! So schrieben wir vor einiger Zeit, als in einem abgelegenen Winkel des Reiches der Gottesfurcht und frommen Sitte ein Mann mit schlechter Ver- dauung wegen„überlauten Streichenlassens von Winden" polizeilicherseits mit dem berühmten groben Unfugsparagraphen überrumpelt wurde. Der sittliche Unwille, der sonst so oft durch das Gebahren des strafgesetzbuchlichen Mädchens für Alles im Publikum erregt wird, wich damals einer sich mehr dem Komischen zuneigenden Empfindung Platz. Man sagte sich schließlich, daß in einer vom Wellverkehr abseits liegen- den Gegend es einem subalternen Polizeibeamten nicht gar zu hoch angerechnet werden dürfe, wenn er im Amts- Übereifer einmal einen ins Gebiet der niederen Komik stallenden taux pas begehe. Anderswo komme so was ja nicht vor. Daß diese Ansicht ganz erheblich zu korrigiren ist, zeigt eine vom königl. Polizeipräsidium Berlin dem Arbeiter Emil Detloff, Linienstr. 233, zugesandte Strasverfügung. Wir dürfen unseren Lesern den kompleten Genuß derselben nicht versagen und geben sie daher in ihrer ganzen heiteren Er- scheinung wieder. Sie lautet: Berlin, 17. August 1894. Nr. VV61/SI3 V ll 1894. Nr. 1290. Verfügung. Sie haben in der Nacht zum 29. Juli d. I. gegen 12�/4 Uhr vor dem Hause Zimmerstraße 52 durch straßenweit hörbares Niesen beziehungsweise Wiederholung und absichtliches Verstärken des Geräusches beim Niesen groben Unfug verübt. Die Uebertretung wird bewiesen durch das Zeugniß des Polizeilieutenants Fröhlich. Auf grund des ß 300 aä 11 des Strafgesetzbuchs wird deshalb gegen Sie eine Geldstrafe von drei Mark, an deren Stelle, wenn sie nicht bei- zutreiben ist, eine Haft von einem Tage tritt, hierdurch fest- gesetzt. Königliches Polizeipräsidium Berlin. Abth. für Uebertretungen. Es hieße unenldeckte Raubmörder ins Polizeipräsidium tragen, wollten wir vor unseren Lesern weilläufig darlegen, daß der Berliner Polizei in der Entdeckung und Ahndun von Uebel- thatengeringen und geringsten Grades stets das Prädikat„Un- übertrefflich" neidlos zuerkannt worden ist. Aber daß die Sicherheitsbehörde der Millionenstadt bereits dabei ist, ihrer Kollegenschaft im abgelegenen Winkel erfolgreich Konkurrenz zu machen, das ist denn doch neu und immerhin einer nicht gar zu trübseligen Kundgabe werth. Das zweite heitere Bild aus dieser allerneuesten groben Unfugs- affäre wollen wir unfern Lesern geben, wenn die famose Straf- Verfügung, gegen die der phänomenale Nieser Detloff natürlich Einspruch erhoben hat, der richterlichen Begutachtung unter- worfen wird. Was Wölffchen telegralihirt. Der alte Schuhmacher- meister Prcnzler hat am Dienstag seinen hundertjährigen Ge- burtstag gefeiert. Diese Gelegenheit hat auch der Kaiser benutzt, um dem Greise eine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Das hat de» Jubilar vielleicht sehr gefreut, für die übrige Welt ent- hält die Thatsackie aber kaum etwas besonders WissenSwerthes. Anders faßt in Neu-Byzanz das Wolff'sche Dcpeschenbureau diese Sache aus; in überquellendem Byzantinismus lelegraphirt es folgenden langen Sermon in die Welt hinaus: „Berlin, 23. August. Zu dem heule stattfindenden hundertsten Geburtslage des hiesigen Schuhmachermeisters Prenzler wurde demselben eine ganz besondere Freude zu Theil, und zwar durch eine kaiserliche Geburtstagsgabe, welche ihm beute früh überreicht worden ist. Das kaiserliche Geburtstags- Geschenk besteht aus einer Porzellantasel, welche das kaiserliche Porträt zeigt, und 300 M. Was diesem Gnadenbeweise des kaiserlichen Landesherrn aber einen erhöhten Werth verleiht, ist der Umstand, daß derselbe der allerhöchsteigenen Initiative Sr. Majestät entsprungen ist. Weder das hundert- jährige Geburtstagskind, noch sonst Jemand hatte sich an den Kaiser gewandt, vielmehr las allerhöchstderselb» persönlich die über das bevorstehende hundertjährige Geburtsfest des Schuh- machermeisters Prenzler durch die Blätter gehende Miltheilung und beschloß darauf, dem greisen Geburtstagskinde diese freudige Ueberraschung zu bereiten. Daß letztere dem kaiserlichen Geschenk- geber völlig gelungen, bewiesen die hellen Dankeslhräncn des fast sprachlosen Jubelgreises, als ihni heute Morgen die Gabe seines Kaisers und Herrn überbracht wurde." Schließlich ist sogar noch— telcgraphirt Wolff weiter— das königliche Ministerium des Innern auf der Bildfläche er- schienen und hat dem Schuhmachermeister Prenzler einhundert Mark als Geburtstagsgeschenk übersandt. Die bürgerliche Presse ist also glücklich wieder auf den Standpunkt heruntergesnnken, den Hoffmann von Fallersleben vor einem halben Jahrhundert gegeißelt hat, als er sein Spott- lied sang: Wie ist doch die Zeitung interessant, Für unser liebes Vaterland! Was haben wir heute nicht Alles vernommen: Die Fürstin ist gestern niedergekommen, Und niorgen wird der Herzog kommen. Hier ist der König heimgekommen, Dort ist der Kaiser durchgekommen, Bald werden sie alle zusaninienkommen.— Wie interessant! wie interessant! Gott segne das liebe Vaterland! Wegen Beleidigung eines Armenkommifsionö-Vor- stchers ist schon wieder ein hiesiger Einwohner verurlheilt worden. Seit kurzem regnet es förmlich solche Veriirlheilungeii. Wir haben schon einmal(in Nr. 133) in dieser Angelegenheit ausgeführt, daß wir, so sehr wir vor jeder Beleidigung eines Armenkoinmissions-Mitgliedes oder anderer Kommunalbeamten warnen, doch nicht der Meinung sind, daß die Schuld immer bloß aus Seiten des Beleidigers liegt. Wie Beamlenbeleidigungen zuweilen zu stände kommen, wissen unsere Leser ja zur Genüge, und ebenso, daß, wenn sich erst einmal ein Beamter beleidigt glaubt, der angebliche Beleidiger mit seinen Einwendungen in der Regel wenig Ein- druck auf den Richter macht. Wenn jetzt die Verurtheilui.gen wegen Armenkoinmissions- Vorsteher- Beleidigungen sich ganz be- sonders häufen, so möchten wir nicht annehmen, daß das auf eine größere Unhöflichkeit der Unterstützungsuchenden gegenüber diesen Beamten zurückzuführen sei. Es dürfte entweder ein Zeichen der besonderen Unterstützung sein, die vor einiger Zeit den Armenkommissionen für solche Fälle zugesagt worden ist, oder aber eine Folge größerer Sparsamkeil in der Armenver- waltung. Wer sich an die Armenverwaltung wendet, tritt doch in der Regel zunächst wenigstens bescheiden aus. weil er von einem unbescheidenen Betragen keinen Erfolg seiner Bitte um Unterstützung erwarten darf. Die Nei- gung zum Skandaliren erwacht erst mit der Abweisung ver- meintlich begründeter Ansprüche, und wenn sich jetzt wirklich eine vermehrte Neigung zum Skandalircn bemerkbar machen sollte, so bleibt zur Erklärung in der That nur die Annahme, daß neuer- dings die Abweisungen von Ansprüchen Bedürftiger sich vermehrt haben. Das ivürde ja auch mit einigen anderen Erscheinungen in der Armen-Verwaltung, die auf eine Zunahme des Spartriebes schließen lassen, vollkommen übereinstimmen. Zur AnSschmiickuiig der Mirbachkirche mit den Statuen derjenigen Fürsten und Fürstinnen des Hohenzollernhauses, die sich um die evangelische Kirche besonders verdient gemacht haben, möchten wir den Freunden und Gönnern dieser erhabenen Idee einen Fingerzeig geben, den sie sich bei ihrer Vorliebe für die „geschichtliche Wahrheit" jedenfalls nicht entgehen lassen werden. Wenn jemand aus dem Hause der Hohenzollern Anspruch auf Aufstellung seiner Statue in der Kirche erheben kann, so ist es jedenfalls in erster Linie der Kurfürst Joachim II von Brandenburg, derselbe, der in allen preußischen Schulbüchern, denen die„geschichtliche Wahrheit" ja auch über alles geht, als der Gründer der Resormalion in der Mark Brandenburg gepriesen wird. Die Thatsache, daß diesem„edlen" Vorkämpfer für„Geistes- und Gewissensfreiheil" vor ca. b Jahren in der festen Burg Spandau ein Denkmal gesetzt wurde, zu dessen Kosten auch die Stadt Berlin aus öffentlichen Mitteln einen Beitrag von 10 000 M. leistete, verstärkt den Anspruch dieses Fürsten auf die in Aussicht stehende Ehre um so mehr, als schon damals von„hoher Stelle" auf die Errichtung des Standbildes„großer Werth" gelegt wurde. Darf man hier- nach den Einzug Joachim II. in die Mirbachkirche kaum mehr bezweifeln, so ist es jedenfalls auch nicht verfrüht, schon jetzt zur Charakterisirung dieses Mannes einige Mittheilungen zu machen, die sich zwar im Gegensatze zu den„geschichtlichen Wahrheiten" unserer offiziellen Schulbücher befinden, dennoch aber den Vorzug genießen, von einer Seite auszugehen, der man auch nicht im entferntesten den Vorwurf umstürzlerischer Tendenz machen kann. So drückte sich König Friedrich II. in seinen Briefen an Voltaire über die der Einsührung der Reformation seitens der Fürsten zu Grunde liegenden Beweggründe folgendermaßen aus:„Wenn man die Bewegung auf ihre einfachen Prinzipien zurückführen will, so war sie"in Deutschland ein Werk des Interesses (also des Eigennutzes).... Kurfürst I o a ch i n> H. erlangte durch die Kommunion unter beiderlei Gestalt die Bis- thümer Brandenburg, Havelberg und Lebus"; und weiter:„denn diese übrigens armseligen Leute(Luther und Genossen) haben sie von dem Joche der Priester befreit und durch die Säkularisation (Weltlichmachung) der Kirchengüter ihre Einkünfte be- trächtlich vermehrt." Sieht man so, daß auch Joachim II. bei seinem Vorhaben keinerlei ideale Triebe leiteten, sondern daß Eigennutz und Habgier die Triebfeder seines Handelns waren, so mag uns nun die fromme„Kreuz-Zeitung" eine Beschreibung der Handlungsweise dieses Fürsten nach Einsackung des katholischen Kirchenvermögens geben, die sie im Dezember 1391 veröffentlichte, und der bereits in ausführlicher Weise in der „Neuen Zeil"(Jahrgang 1891/92: Der Sturz eines Standbildes) Erwähnung gethan ist. In ihren„nach archivalischen Quellen" geschriebenen Aufsätzen von damals heißt es:„Er(Joachim II.) brauchte Geld und wieder Geld. Wohl siel ihm in dem märki- schen Kirchengute ein ganz kolossaler Besitz zu. Joachim hat von diesem immensen Schatze auch nicht einen Pfennig für Kirchen und Schulen bestimmt; er hat das gewaltige Erbe der Vorzeit ausschließlich zur Deckung seiner Schulden und zur Befriedigung seiner Lüste verwandt... Und trotz alledem war der leichtlebige Herr in steter Geldverlegenheit.... Das Beispiel, welches Joachim II. seinem Volke gab, war— die Wahrheit muß gesagt werden— das denkbar schlechteste. Seine Finanzwirthschast, seine Verschwendungssucht, eine anderweitigen sittlichen ll n z u l ä n g l i ch k ei t e n wirkten vergiftend auf den Hofadel der Mark und das dem Fürsten nahestehende höhere Bürger- t h Ii m."... Wenn es möglich war, einem so verkommenen Menschen ein Denkmal zu setzen— und möglich ist das ja nur in Deutschland— warum tollte nicht auch die Aufstellung seiner Statue in der Mirbachkircke möglich sein— ist er doch die e r st e in Betracht kommende Persönlichkeit! Man wird über die„Schwächen" dieses Mannes mir ebensolcher Ungenirtheit hinweggehen, wie vor un- gefähr 5 Jahren und man wird sein lüderliches Leben mit den» selben Worten entschuldigen, die die„Kreuz-Zeitung" schon in den erwähnten Aufsätzen äußerte:„Bedenke man die kraftvolle Körperbeschaffenheit des erst 46jährigen Herrn und den übermäßigen Fleisch«, Wein- und Gewürzgenuß jener Tage; bedenke man endlich auch die Anschauungsweise einer Zeit, in welcher„ZoteiiUndZöllein" fast die alleinigen Unterhaltungsstoffe seihst in gemischter (beiderlei Geschlecht) Gesellschaft und bei fürstlicher Tafel waren" .... und„richte man ihn nur nicht nach pharisäischen Grund- sähen!"— Ei wo— wie wird man denn auch; ein moralisch verkommener Mensch darf nicht nach„pharisäischen Grundsätzen" beurtheilt werden; da thut der Mantel christlichen Liebe viel bessere Dienste. Vom städtischen Obdach I. Der Bericht des Magistrats über die Verwaltung des städtischen Obdachs im Jahre 1893/94 ist jetzt erschienen. Derselbe ist, wie wir gleich vorweg bemerken wollen, einer der merkwürdigsten Magistratsberichte, der uns jemals vor Augen gekommen ist. Zunächst wird darin mit ficht- licher Geuugthuiing' konstatirt, daß im F a m i li e n- O b d a ch eine Verminderung der Zahl der aufgenommenen Personen ein- getreten ist. Unter Abrechnung der im Obdach mit verpflegten Hospitaliten des Arbeitshauses und der auf der Durchreise ob- dachlos gewordenen russischen Auswanderer ergiebt sich für die übrigen Obdachlosen eine Kopfzahl von 7850, gegen 10 341 im Vorjahr, eine tägliche Durchschnitlszahl von 2S4, gegen 23S im Vorjahr, und eine Zahl von 92 805 Verpflegungstagen, gegen 104 066 im Vorjahre. Der Bericht hebt hervor, daß diese Ver- Minderung„trotz der behaupteten Arbeitsnoth" eingetreten sei, und fährt dann fort:„Der Grund hierfür liegt zum größten Theil wohl in den milden Witterungsverhältnissen des letzten Winters, dann aber auch in der strengeren Handhabung der Ge- schäftsordnung, durch welche die Aufgenommenen in ihrem eigensten Interesse angehalten wurden, das Obdach nicht als eine Versorgungsstätle für die Dauer, sonder» nur während augenblicklicher Roth als Durchgang zu erneuter selbständiger Verwerthung der eigenen Arbeitskraft zu betrachten." Dieser Versuch, die Abnahme der Besuchsziffer des Obdachs zu erklären, hat etwas für sich. Aber er nimmt sich doch recht wunderbar aus neben den Worten„trotz der behaupteten Arbeitsnoth", mit denen augenscheinlich angedeutet werden soll, daß das Vor- handensein einer Arbeitsnoth nur von den bösen Sozialdemo- kraten„behaupte t" werde, aber noch sehr zweifelhaft oder zum mindesten nicht bewiesen sei. Widerlegt wird diese Be- hauptung durch den obigen Erklärungsversuch doch wahrhastig auch nicht. Wenn man die Geschäftsordnung so handhabt, daß man die Aufgenommenen möglichst bald wieder an die Luft setzt oder die Aufnahmcsuchenden von vornherein abweist, dann kann allerdings sogar trotz bewiesener Arbeitsnoth eine Verminderung der Beschlußziffer erreicht werden. Der Bericht spricht von der„erziehlichen Natur und Absicht" dieser Maßnahmen und meint, die Obdachlosen büßen bei zu williger Aufnahme, zu langem Verweilen und zu rascher Geldunterstützung, Selbstgefühl, Selbstachtung, Thatkraft und Arbeitslust ein und verlassen sich schließ- lich auf das Obdach. Das kann wohl sein; aber diese übele Begleiterscheinung der Armenpflege und des Wohlthätigkeits- sports ist doch nur darauf zurückzuführen, daß es so vielen nicht möglich ist, sich und den Ihrigen eine Existenz zu verschaffen, welche besser wäre als das Leben im Obdach oder das Herum- schnorren bei allerlei Wohlthätigkeitsvereinen. Möglicher Weise ist das dem Magistrat auch wieder ein Beweis dafür, daß die Arbeitsnoth nur behauptet" wird. Das Obdach ist früher auch von solchen Familien oder Einzelpersonen aufgesucht worden, die gar nicht obdachlos waren, aber auf diese Weise eine Miethsunterstützung zu erlangen hofften. Im Berichtsjahr ist man dagegen eingeschritten und der Bericht sagt, daß auch dieser Umstand von Einfluß auf die Verminderung der Ver- pflegungsziffer gewesen sei. Es scheint fast, als ob es der Armen» Direktion bei allen diesen Maßregeln nicht blas um die„erzieh- liche" Wirkung zu thun war. Jedenfalls dürfte es ihr nicht un- erwünscht gekommen sein, daß gleichzeitig Ersparnisse ge- macht und der üble Eindruck einer stets steigenden Besuchsziffer vermieden werden konnte. Der letztere Punkt ist jedoch von sehr zweifelhaftem Werth. Fest steht wohl nur das Eine, daß die 7350 Obdachlosen, die im Jahre 1893/94 im Obdach waren, wirklich und wahrhaftig Bedürftige waren. Sie sind aus der Masse der doppelt und dreifach ge« siebten Aufnahmesiichenden unter so strenger Handhabung der Geschäftsordnung und mit so großen Vorsichtsmaßregeln aus- gewählt worden, daß kein„Unwürdiger" mehr unter ihnen ge- wesen sein kann. Ein Vergleich mit den Vorjahren ist dann aber nicht möglich, da die Zahlen der Vorjahre unter anderen Verhältnissen zustande gekommen sind. Zur Beurtheilung jener 7830 Obdachlosen kann auch die, selbst in dem Bericht über die Desiiifeklious-Anstalt II als„interessant" bezeichnete Thatsache dienen,,„daß die Zahl der von obdachlosen Familien mitgebrachten Möbelstücke u. f. w.(dieselben werden zu- nächst der Desinfektions- Anstalt überwiesen) sich gegen das Vorjahr ganz erheblich vermindert hat, und zwar in dem Maße, wie die Fälle der Auslösung wegen Miethsschulden einbehaltener Wirthschaftssachen gestiegen sind." Diese Fälle sind nämlich, trotz der Verminderung der Besuchs- ziffer, ebenfalls ganz erheblich gestiegen, von 263 in 1392,93 auf 310 in 1893/94, d. h. um etwa 13 pCt., nachdem bereits in den Vorjahren ähnliche Steigungen stattgefunden hatten. Und das alles, trotzdem die Arbeitsnoth nur„behauptet" wird! Die Inserate der bürgerlichen Blätter, welche wir erst neulich zum Gegenstande unserer Betrachtungen machen mußten, würden einem zukünftigen Geschichtsschreiber, selbst wenn alles an dem Material verloren gegangen wäre, hinreichenden Stoff bieten, um unsere Zeit wahrheitsgetreu zu schildern, sofern er sich nämlich die nöthige Objektivität der Auffassung gewahrt hätte. So bringt die Sonntagsnummer einer hiesigen Lokalzeitung zwei Inserate, von denen das eine sich in der Rubrik„Offene Stellen" findet und woselbst es heißt:„Lehrsräulein, 10 Mark monatlich, mit guter Schulbildung und schöner, flotter Hand- schrift, sucht Zeitschriftenverlag L e i p z i g e r st r. 130. Meldung Montag von 10—11." Das Gegenstück hierzu findet sich in dem zweiten Inserat unter der Rubrik:„Stellengesuche"(weibliche) und hat folgenden Inhalt:„Vom Chef empfohlene junge Dame sucht im Komptoir Engagement. Näheres Redakteur Hildebrandt, Leipziger« st r a ß e 130." Eine Erläuterung dieser offenbar zusammengehörigen beiden Inserate würde die Sprache, welche sie reden, nur avschwächen können; der denkende Leser wird sich seinen Vers selbst darauf machen. Nur eine Nutzanwendung daraus zu ziehen, können wir uns nicht versagen: Die„staatserhaltende" Tendenz der bürgerlichen Gesellschaft und ihr Kampf gegenüber den„Umsturz- bestrebungen der Sozialdemokratie" ist nur solange Wirklichkeit, als der Geldsack nicht in Frage kommt; ist der aber in Mit- leidenschaft gezogen— dann ade! ihr schönen Phrasen, dann ade! Moral und alle? was sonst noch zu den Requisiten dec bürgerlichen Gesellschaft gehört. Aus dem Bureau deS Schillertheaters wird uns ge- schrieben: Es gehen uns so zahlreiche Abonnements-Bestellungen zu, daß wir genöthigt sind, sämmtliche Bestellungen auf die erste zweiwöchentliche Abonnements-Serie für die zweite umzuschreiben. Für diese zweite werden alle Bestellungen angenommen und aus- geführt werden. Der Rollkutscher SwidcrSky hat feine Selbstbezichtigung bezüglich der Ermordung der Frida Kubbe gestern Abend umoristischer and lub Berein mannstraße 17 bei Mothes.- Gefangverein Freiheitstlänge II, Thorinerfir. 55 bei Sobec fchriften find zu richten an B. Gent, Adalbertstraße 95. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( ZuMittwoch: Geselliger Verein Fridolin, Brunnenstraße Nr. 35 bet Wolff. Görligerstraße 42 bei Picht. Ge= Mufitverein Bautenschwengel Annenſtr. 16 bei Ehrenberg. felliger Verein Brüderlich fett Georgenkirchstraße Nr. 65 bet Spät. Rhetorit, Naunynftr. 86 bei Bubeit Abends 8% Uhr. Geselliger Verein Hoffnung, Lebuferstraße Nr. 5 bet Nemig( alle vierzehn Tage). VergnügungsNaunynftr. 83 bei Köhn. bei Bergemann. Touristenklub Rauchtlub Rothe Fahne, Abends 9 Uhr, Oppelnerstr. 29 bei Salomon. 8% Uhr, uebungsstunde. Schafstopfflub Spar- Agnes, Krautftr. 36 bei Infinger. Geselliger Verein Alpenrose, Brizerstraße 22 bei Graf.. Privattheater- Gesellschaft Rometta, Bücklerstr. 2 bet Müller.( Außerdem Möhring. Verein für volksthümliche Kunst, Andreasstraße 26 bei Wilfe. Privat- Theatergesellschaft 2iberté, Manteuffelfir. 98 Geselliger Mufit= Dilettantenverein Münstermann, Hochstraße 82a bet Theaterverein Freundschaft, Flottwellstenße 5 bei Bartel. bei Müller. Rauchflub Gutgesinnter Freunde, Georgenkirchftr. 65 bei Müller. Musikverein Osiris, Mariannenstr. 31-32 bet Dobberstein. Bergnügungsverein Nordwacht, Perlebergerstr. 28 bei Hermerschmidt.. Privatverein Andante, Mittwoch abends 9 Uhr Uebungsstunde in Krüger's Theatergesellschaft 3ie I bewußt, Große Frankfurterstr. 1 bet Hermann. Lotterieklub Fortuna, Görligerstr. 50 bet Stewert. Mufit- VergnügungsRestaurant, Fennstr. 5. alle 14 Tage GSonntags.) Wilte. Theaterverein Nora, Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Mittwoch. Sänger gruppe des Arbeiter- Bildungsverein für Friedrichsberg. Úebungsstunde Privat1 klub& uftig, jeben Mittwoch, Abends 9 Uhr, Sigung und Fidelitas im Restaurant Maltowstt, Weddingstr. 9. Gäfte willkommen. BergnügungsTempelhofer ufer. Gäste willkommen. verein Thu snelda, Sigung 8% Uhr, Bum Anhaltiner", Möckernstraße, Ecke Rauchtluh Grüne Quaste, Mittwoch Abends 9 Uhr, bei Gorn, Kleine Markusstr. 10. Rauchflub Granate, Forsterstr. 40 bei Tuguntte. Rauchklub Brüderlichkeit, Abends von 9-11 Uhr, Wrangelstr. 84 Orientalischer Rauchtlub, Abends 9 Uhr, Reichenwiderrufen. Trotzdem ist er wegen Mordes der Staats-| beamten in Friedenau bekannt." In dem Inhalte dieses Schreibens anwaltschaft vorgeführt worden, da sich nicht übersehen ließ, erblickte das Eisenbahn- Betriebsamt eine Beleidigung der Station3welche seiner Aussagen richtig ist, die Polizei aber einen Fest- beamten zu Friedenau und stellte gegen Zeiß Strafantrag. Das genommenen entweder entlassen oder dem Richter vorführen Schöffengericht fällte aber ein freisprechendes Erkenntniß, da muß. Sw. giebt jetzt als Grund für seine falsche" Selbst weder eine beleidigende Absicht noch Form vorliege und der Anbezichtigung an, daß er einen Geldbetrag, den er am Sonnabend geklagte auch in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt von seinem Dienstherrn zur Auszahlung erhalten hatte, ver habe. Der Staatsanwalt legte Berufung ein und machte trunken und nun am Sonntag Furcht gehabt habe, sich im geftrigen zu seinem strengen Bater Unter dem das ihm zustehende Anzeigerecht überschritten habe, weil er durch Zheaterverein Proletarianer 10 zurückzubegeben. Einflusse der genossenen Getränke sei er dann auf den den Schlußsaß den Stationsbeamten in Friedenau unterstelle, Freiheit und wohlergehen, Neuenburgerstr. 37 bet tegeberg. Gedanken gekommen, sich eines Verbrechens zu beschul- daß sie nicht nach Pflicht, sondern parteiisch vorgingen. Er be- Arbeiter- Zither- Verein Ginigteit, Manteuffelstr. 9 bet Nowack, Abends digen und dadurch ein vorläufiges Unterkommen zu antrage eine Geldstrafe von 30 M. Der Vertheidiger beantragte finden. Er behauptet, am 29. Juli Abends gar nicht dagegen nicht nur die Freisprechung, sondern auch Auferlegung an den Ort gegangen zu sein, wo er sich mit Frida Kubbe habe der Bertheidigungskosten auf die Staatstaffe. Der Inhalt des in treffen wollen. Er habe sie überhaupt seit dem Mittag des Rede stehenden Schreibens sei nicht ein solcher, daß man darauf 29. Juli, nachdem er mit ihr von Pankow zurückgekommen fei, nicht mehr gesehen. Seine Mutter wie auch seine Schwester sich den Ausführungen des Vorderrichters an und erkannte auf hin einen Strafantrag begründen könne. Der Gerichtshof schloß wollen sich entsinnen, daß er am Abend des 29. Juli die elter Freisprechung ohne indessen dem weitergehenden Antrage der liche Wohnung nicht verlaffen habe. Zwei Momente sprechen Bertheidigung zu folgen. dafür, daß die Selbstbeschuldigung falsch war, nämlich daß die Leiche nicht zum Vorschein gekommen ist, sowie daß die Be- bildete die Ursache zu einer Anklage wegen versuchter Grpressung Einer der famosen Arbeitskontrakte im Banfach hauptung Swidersky, daß die Gegend an der Treptower Brücke Abends zwischen 10 und 11 Uhr öde und unbelebt sei, und daß und Sachbeschädigung, welche gestern vor der zweiten Feriener daher die That unbemerkt habe ausführen können, ohne be- Dillitsch zur Verhandlung gelangte. Der Angeklagte erhielt bends 9 Uhr, Restaurant D. Schulze, Friedrich Kariſtraße 34. ftrafkammer des Landgerichts I gegen den Töpfergesellen Carl merft zu werden, nicht zutrifft. Die Gegend ist gerade zur am 19. April d. J. bei dem Töpfermeister Scheffel Attordarbeit. Theatergesellschaft et math lust, 9 Uhr Sigung im Bereinslokal besiger, Abendzeit sehr lebhaft. Zunächst wurde ihm aufgegeben, eine Maschine in einem Neu- ange. Theaterverein erres, Abends 9 Uhr, im Restaurant Krüger, Einen verhängnißvollen Sturz that der 65 Jahre alte bau in der Köpenickerstraße zu sehen. Dillitsch mußte, der Noth Bülowfstr. 70, Sigung und Aufnahme neuer Mitglieder. Gäſte willkommen. Almofenempfänger Hermann Fehse gestern, als er in der Nacht gehorchend, nicht dem eigenen Trieb, schriftlich anerkennen, daß er Privat- Theater- Gesellschaft Philharmonie, Sigung mit Damen, Abends 9 Uhr, Manteuffelstraße 9 bei Nowack. Aufnahme neuer Mitglieder. Nordzum Sonntag in feine in dem Hause Rosenthalerstraße belegenen einen Anspruch auf den vereinbarten Arbeitslohn erst nach Wohnung zurückkehrte. Er machte auf der Treppe einen Fehl Fertigstellung der Maschine habe(!). Sein Glend trieb tritt, ftürzte hinab und wurde später mit schweren Kopf- den Angeklagten am Sonnabend Nachmittag aber ins Komtoir verlegungen aufgefunden. Ein Arzt stellte einen Schädelbruch des Scheffel; er bat um Vorschuß, da er Frau und vier Kinder fest, der am nächsten Morgen gegen 8 Uhr den Tod herbeiführte. zu ernähren habe und völlig mittellos fei. Der brave TöpferRecht unangenehme Folgen werden die letzten großen meister bestand natürlich auf seinem Schein und wies ihn auf Sommerferien für einige hiesige Schüler resp. deren Eltern nach grund der„ Abmachung" ab. Dillitsch gerieth in sehr begreifliche fich ziehen. Zwei Zeitungsspediteure von hier hatten nämlich Erregung, er verlangte sofort fein Arbeitsbuch und erklärte, daß mit ihren Familien in Hennigsdorf eine gemeinsame Sommer. er nicht weiter arbeiten wolle. Gr erhielt ben kalten Bescheid, wohnung inne. Deren Sproffen benußten nun die freie Sommer- daß er das Buch erst am Montag früh holen könne, jetzt habe frische zu allerhand schlimmen Streichen. So verübten sie beim er das Komtoir zu verlassen, da die Löhnung erfolgen Nachbar wiederholt Einbrüche unter Bertrümmerung von Fenstern solle. Der Angeklagte soll nun dem Scheffel gedroht haben, daß und Thüren, ahmten das Bivouak der Truppen nach, leeft ie er ihn niederftechen würde, wenn er ihn träse und daß er wenige Meter von der Hohenschöppinger Forst ein großes Feuer sein Verhalten im Vorwärts" veröffentlichen werde. Da im und Ein brennender Ballon. vor dem Komtoir über 100 Töpfer auf die Lohnzahlung warteten, Aus Brüffel wird Brüssel wird vom anzündeten, wodurch sie die Gefahr eines Waldbrandes hervor riefen. Alle dieſe unſchönen Züge sind nachträglich zur Anzeige riefen. Alle diese unschönen Büge sind nachträglich zur Anzeige von denen der größte Theil selbstverständlich Solidarität übte Dienstag berichtet: Ein Ballon, in deffen Gondel sich fünf Pergelangt und dürften übele Folgen für die Eltern nach sich ziehen. und für den Angeklagten Partei nahm, so hielt Scheffel feine fonen befanden, begann am Sonntag in einer Höhe von 1200 gelangt und dürften übele Folgen für die Eltern nach sich ziehen. und seines Buchhalters Lage für bebrohlich. Scheffel beging zu Metern zu brennen. Beim Absturz des Ballons wurde eine Im Bade vom Blitz erschlagen. Borgefiern Nachmittag allem anderen noch die Thorheit und lud vor den Augen der Person schwer, die anderen leicht verletzt. badete während des Gewitters der 16 jährige Sohn des in Leute seinen Revolver! Wie immer bei solchen Ein Eisenbahn- Unglück ereignete sich am Sonntag in unFriedrich berg wohnenden Heizers Butow mit einem Alters- Affären, fo erschien auch in diesem Fall eilfertig die herbei- mittelbarer Nähe des Bahnhofes von Brügge. Ein Sonderzug, genoffen im sogenannten Zigeunerpfuhl. Als das Gewitter gerade gerufene Schuhmannschaft, die in ihrer Weise die Aufregung der mehrere hundert englische Ausflügler von Antwerpen nach über der Gegend stand, tödtete ein Bliz den jungen B. Der dämpfte. Am darauffolgenden Montage wurde die halbfertige Dftende zurückführte, stieß mit dem schwach besetzten Zuge von andere junge Mann wurde durch den Schlag gelähmt, so daß er Maschine sowie ein Ofen im Nebenraume während der Vesper- Brügge nach Blankenberghe zusammen, als letzterer den Bahnhof ertrunken wäre, wenn er nicht noch rechtzeitig durch hinzuftunde völlig zertrümmert. Da der Angeschuldigte auf dem Neubau verließ. Von den Passagieren des Blankenbergher Zuges wurde gekommene Arbeiter gerettet worden wäre. gefehen worden war, so schob man auch ihm diesen Racheaft ein Berliner, namens Kopinsky, schwer, doch nicht lebensgefährlich Zur Warnung für Damen, welche die Pferdebahn zu. Diese That bestritt der Angeschuldigte entschieden, er fei verletzt. Von den Passagieren des Sonderzuges erlitten mehrere benutzen, diene der folgende Vorfall, der über die Familie nur auf dem Neubau gewesen, um sein Arbeitszeug zu holen. leichtere Verletzungen. Die 14 Wagen, welche beschädigt wurden, eines in Friedenau wohnenden Arztes schweres Unglück gebracht Staatsanwalt Rotbardt hielt den Angeklagten durch die Beweis gehörten größtentheils zu dem Blankenbergher Buge. bat. Bor etwa 14 Tagen wollte die junge Gattin desselben auf aufnahme beider Strafthaten für überführt, er beantragte eine der Pferdebahn nach Schöneberg zum Wochenmarkte fahren. hof hielt den Angeklagten nur der versuchten ,, Erpressung", nicht Gefängnißstrafe von sech 3 Monaten. Der GerichtsBriefhaffen der Redaktion. Dbgleich der betreffende Wagen sich bereits in rascher Fahrt aber der Sachbeschädigung für überführt. Aber allein die erstere, Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Zwei Buchstaben oder eine Bart befand, sprang sie noch auf. Hierbei schlug sie mit großer Heftig unter den obwaltenden Umständen nur zu begreiflich erscheinende teit gegen die Rückwand des Hinterperrons. Die Folge davon war eine schwere innerliche Unterleibsverlegung, gegen die alle Handlung wurde von den Berufsrichtern der zweiten Ferienärztliche Hilfe vergeblich blieb, und welche Ende voriger Woche Straftammer für so gefährlich erachtet, daß dafür allein den Tod der blühenden jungen Frau herbeiführte. auf eine Strafe von 6 Monaten erkannt wurde! Polizeibericht. Am 27. d. Mts. Nachmittags wurde in der Linienstraße ein Knabe durch einen Geschäftswagen überfahren. Er erlitt einen schweren Armbruch. Auf dem Molkenmarkte fiel Abends ein Mann beim Absteigen vom Verdeck eines Pierdebahnwagens von der Treppe und zog sich eine schwere Berlegung der Hand und des Fußes zu. In seiner Wohnung, in der Koppenstraße, erschoß sich ein Arbeiter. Tages fanden zwei Brände statt. Derlammlungen. Der Verein der Berliner Gastwirths- Gehilfen beschloß in feiner letzten Generalversammlung, sein diesjähriges, fünftes Stiftungsfest, welches stets in einem der größten Gäle in Berlin Im Laufe des stattgefunden, im Intereffe des Bierboykotts und der Saalverweigerung nicht zu begehen. Troßdem erwiesen, daß die Vereins. tasse bei Ausfall des event. Ueberschusses, welcher stets ein ganz beträchtlicher war, geschädigt wird, fand der Antrag einstimmige Annahme. Witterungsübersicht vom 28. August 1894. Stationen. Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung WNW Windstärke (-2411121211 Wetter Temperatur Swinemünde 768 3 Hamburg 766 Berlin 765 WNW Wiesbaden. 766 NW heiter halb bedeckt heiter wolkenlos 14 14 14 18 München 767 Still heiter 20 Wien 763 23 moltig 21 Haparanda 755 NND beiter 11 Petersburg 750 G Regen Cork, 770 M wolkig Abert 767 767 S wollig 13 14 13 DND bedeckt 14 50 G. 4° R.) Paris Wetter Prognose für Mittwoch, den 29. Auguft 1894. Beitweise heiteres, vielfach woltiges Wetter mit mäßigen westlichen Winden und wenig veränderter Zemperatur; keine oder unerhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. H. Saß, Martgrafenstr. 102. und Probe bet Kazorte, Solmsfir. 1. Klofterpr. 83. bei Redanz.- Rauchklub Artona, Abends 8% Uhr bei Herrn Brand, Reichenbergerftr. 122. bergerstraße 24 bet Faufche. Rauchtklub Frisch gewagt, abends 9 Uhr bet& Rodendorf, Boſenerſtr. 5. Rauchtlub& iferne Pfeife, Mittwoch und Sonnabend of the bet Genfi Meinert, Abolfir, 20. – Stauchtlich po o ch1o. Admiralstr. 33 im Restaurant Abends 9 Uhr. ina, jeden Mittwoch bet H. Wuttke, Graudenzerstr. 2. Dermischtes. anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Junger Mann, W. F., Karl 15, A. B., Schönhauser Allee: Ja. A. L., Friedrichsberg, J. P. 48, F. N., G. N. Sch.: Nein. Hedwig, O. H. B., 75 E. R.: Sprechen Sie( mit den ein. schlägigen Papieren) zwischen 12 und 1 Uhr vor. H. H. 3. Sie müssen am 1. September zum 1. Oktober tündigen. einer Genehmigung noch einem Verbot. . R. 144. Privat tanzbeluftigungen unterliegen weber 7 Jahren angerichteten Schaden nicht. K. H. 1. Die Eltern haften für den von ihrem Kinde über C. B. 200. Fragen Sie einen achtjährigen Schulknaben, Briefkaffen der Expedition. = Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, Für die ausgesperrten Brauerei- Arbeiter gingen ferner den 29. Auguft, Abends 8% Uhr: Zusammenkunft mit Frauen im Restaurant ein: Bon Zigarrenmachern 1,20. Gef. von Arbeitern.u. Arbeiterinnen Vergnügungsverein Freundeskreis. Heute Abend» Uhr: Sigung der Borchardt'schen Fabrit, Ritterftr. 77/78, 2. Rate 5,45. Bodenleger Leipzigerstr. 31/32, 2. Rate 7,50. B. u. C. u. ein Tischler, KreuzHumoristische Pfeifenbrüder. Sizung Abends 9 Uhr bet Salzwedel, bergstraße, 6,10. Amerit. Auktion bei Großvaters Geburtstag Arbeiter Bildungsschule. Mittwoch, Abends 8%-10% Uhr: Nord. 3, Gesangverein Maiglöckchen 11 1,80. Tapezirer Beuthstr. 18 Schule, Müllerftr. 179 a und Süboft- Schule, Waldemarstr. 14: Ge: 4,50. Von einer rothen Hochzeit, Bellermannftr. 9/10, 10,50. fegestunde( spez. Arbeiterrecht). Bet allen Unterrichtsfächern werden neue Amerit. Auktion bei Haverland nach Rückkehr von Birkenwerder Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Lese- und Diskutirklubs. Mittwoch. Johann Jacoby, bet Fri 2,50. Geburtstagsfeier A. R. 1,- Ges. von der Werkstatt Liette, Schwebterfiraße 33. Gesundbrunnen, Abends 8½ Uhr, bei Alte Jakobstr. 78, 6,85. Bau Pankow, Brehmerstraße, Schuhmacher Saferland, Bellermannftr. 87. Gleich beit, abends 8 Ubr bei Stramm, und Schütz durch Bunte 3,60. Gesammelt in der Restauration Ritterfiraße 123. Seine, Rirdorf Abends 8% Uhr, Prinz- Handjerystr. 60, parterre.- Ginigtett, Abends 8% Uhr bei Zeige, Triftstraße 1. " Zum General- Faß", Burgsdorfstr. 13, 1,55. Bon Tischlern bei Arbriter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Vorfizender Adolf einer Geburtstagsfeier in der Wiesenstraße und amerikanische Neumann, Pafewalterftr. 3. Alle Aenderungen im Bereinskalender find zu Auktion eines Blumenbouquetts 11,05. Ueberschuß von richten an Fried. Kortum, Manteuffelftr. 49, v. 2 Tr. Mittwoch. Uebungs funde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Stebesfreiheit 1, ringfreiem Bier, Spandauerstraße 30, 2. Hof 6. Woche 4,-. Andreasstr. 26, bet Wilte. Norddeutsche Schleife, Schönleinstr. Dreherpersonal von Schomburg, Alt- Moabit 93, 5, 2. Luyenbei Kartz. unveraagt 1, Manteuffelfiraße 9 bei Nowad.- Freya burg 100,-. Rauchklub zu Wasser und zu Lande, Moabit 6,-. ( Gemischter Chor), Rosenthalerstr. 57 bet Wernau. Lorbeertranz 1, Lichtenbergerstraße Nr. 21 bet Seife. Männer- Gefangverein 2tebe rluft, Inowrazlaw'er Rother 1, Verein der Mineralwasser- Arbeiter Adalbertstraße 21 bet Roll.. Silaritas, Hochstraße 32. Deutsche 6,-. Deutscher Metallarbeiter Verband Schöneberg für D, Kopnickerstraße 193 bet Joge. Eiche 1, Große Frankfurterstraße 133 bet Gold. Männerchor SüdEco 1, Pantow, Wollant einen Vortrag des Genossen Wagner 3,-. Von einem Zechstraße 113 bet Lebmann. Georginia, Admiralftr. 38 bet Schönherr, preller durch K. M. 0,70. Männer- Gesangverein Deutsche Admirals Salle.- Ginigtett 1, PappeleAllee 3-4 bet A. Mainhardt. Eiche", 2. Rate, 10,-. Tabakspinner Magdeburg- NeuAllegro, Wrangelstr. 141 bei W. Schmidt. Fretheit 1, Bülowstr. 65 stadt 4,95. Verloosungsüberschuß von S. und H. 1,50. bei Richter. Steinnelte, Pafewalterstr. 3 bei A. Neumann. yra 1, Köpnickerstr. 127a bei Rüfter. Süd- Ost, Falckensteinstr. 7 bet Trittelwoty. Gesangverein Grüne Eiche", Rigdorf 5,- Amerikanische Stedes luft, Fürstenwalde an der Spree, Schloßtelleret. Freter Auktion bei einer Geburtstagsfeier bei Max Schayer, Männerchor Norde ft( früher Klempner) Moabit, Emdener und Reichenbergerstr. 54 7,40. Reichenbergerftr. 54 7,40. Von den lokalorganisirten Maurern Siemensstraßen- Ecke 14. Kupferschmiede, Weinstraße 11 bei Feind. Wie penibel man nach Beamtenbegriffen bei der othe Melte 1, Schöneberg, Golsftr. 43 bet tlaute. Appolonia, Berlins, 2. Rate 50,-. Gesammelt bei einer AuslernAbfassung von Beschwerden vorgehen soll, lehrte eine cothringerfir. 41 bei J. Brüß. Freiheitsgruß, Gremmenerstr. 1 bei feier 2,-. Gesammelt bei einer Leichenfeier einer Verhandlung, die gestern in der Berufungsinstanz das Gerichtstraßen- Ede bei Hilpert. Schneeglöd ch en 2, Botsdam, Brandenburger Schneeglöckchen 1, Rirdorf, Hermann- und Karlsgarten: Wittwe 1,30. Von den Parteigenossen Bochums 52,-. beschäftigte. Der Kaufmann Zeiß hat seine Privatwohnung in kommunikation 16 bei Glafer. Maiengruß 3, Friedrichshagen, Rund R. H. 7 P. 6,50. Tischler, Tapezirer R....... e, 2. Rate 2,55. Friedenau. Er bestieg den Vorortzug nach Berlin eines Tages, als der theil. bet Zerche.- Unverbroffen, Lindowerstr. 26 bei Sachs.- Feld: Durch Auktion von Harken und Sensen 1,75. Fachverein der Maiglockchen 2, ReichenbergerBug bereits im Gange war. Auf dem Bahnhofe Groß- Görschenstraße blume, Lübbenerstr. 30 bet Meyer. ftraße 16 bei Hoffmann. Felsenburg, Krautstr. 6 bei Rudolph. Rütt, Färber Berlins und Umgegend 15,-. Werkstatt von Pock und wurde seine Persönlichkeit festgestellt, er mußte fünf Mart Strafe Friedenau im Kurhaus, Ring- und Rheinstraßen- Gcte.- or wärts 7, Schacht, bis auf einen Antisemiten 6,25. Amerikanische zahlen. Zeiß richtete darauf an das Betriebsamt ein Schreiben, Rummelsburg, Göthe- und Kantstraße Ecke bei Greinert Soff- Auftion einer Rifte Bigarren G. Fiedler, Vertr. Menzel, Pants Brandenburg a. S., Kontordia", Wilhelmsdorferstraße. worin er feine Verwunderung darüber aussprach, daß man gerade stebertafel eft end, Schöneberg, statfer- Friedrichstr. 6 bet Hentelmann.ftraße 48 2,65. Stat bei R. R. 25 2,30. Von Leipziger bei ihn zur Anzeige bringe, während man täglich beobachten könne, Freiheitstlänge 1, Stallschreiberfir. 29," Bum eichenen Stabe" bet Proß 1,20. daß Personen unter viel erschwerenderen Umständen in Schöning. Arbeitergesangverein von Brig in Briz, Bürgerstr. 4 Summa 364,65 M. Bereits quittirt 8096,76 m., in Summa einen bereits in Bewegung befindlichen Zug einstiegen, ohne bei Dorn. Seeger' scher Männerchor, Landsberger Allee 156 bet 8461,41 m. Göbel. Rottbuser Garmonte, Forsterftr. 22 bet Tilgner. Glüh daß sie von den Beamten behelligt würden. Er habe icht( gem. Chor) Perlebergerstraße 28 bei Bermerschmidt. Matengruß 2, Für die streitenden Stettiner Steinfeger gingen seiner Verwunderung hierüber auch einem in Friedenau Charlottenburg, Wallfir. 54 bet Reichelt. Dämmerlicht, Borndorfer ein: Gesang- Verein„ Grüne Eiche", Rixdorf 5,- M. wohnenden Herrn gegenüber Ausdruck gegeben und dieser munitation 16 bei Glaser.- Setmathtlänge, Repenta, Rosenftr. 101 firaße 17 bei Sosimann. Edelweiß 2, Potsdam, Brandenburger= Rom N. Treptow und Bahr. Die Berichtigung der Bolelliste habe erwidert:" Ja, Sie sind wohl nicht mit den Stations- bet Troppens.. Männer- Gesangverein Gebulb, Gesundbrunnen, Butt- ist zu spät eingegangen. Gerichts- Bettung. Achtung! Achtung! Oeffentliche Versammlung der Holz- und Bretterträger Berlins und Umgegend Freitag, den 31. Auguft, Abends 82 Uhr, im Lokale ,, Märkischer Hof", Admiralstrasse No. 13 c. Zages Drdnung: # Die Geburt eines fräftigen Töchterchens zeigen hocherfreut an Berlin, den 28. August 1894. Adolf u. Bertha Braun. Achtung! " Achtung! Hausdiener, Packer, Weinkeller- Arbeiter und Berufsgenossen. Unserem Freunde und Genossen, dem Donnerstag, den 30. Auguft, Abds. 9 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20( großer Saal): rothen Budiker August Wendt und ſeiner Frau Auguſte zu ihrem Geburts- Große öffentliche Versammlung mit Frauen Tagesordnung: tage am 28, und 29. August ein donnerndes Hoch, daß vor Freude alle 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genossen Fritz Zubeil über: Genossen aus dem Hansa- Viertel die Claudiusstr. 19 belagern und das Un- Arbeiterschutzgesetze“. 2. Aufstellung eines Beisiger- und eines Ersatzboykottirte schlürfen mit Behagen.( Das Kandidaten zum Gewerbegericht. 3. Abrechnung des früheren Vertrauensboykottirte schlürfen mit Behagen.( Das mannes Kollegen Barnewitz. Um zahlreiches Erscheinen ersucht, 146/8 ist jrade was schönes!) Der Vertrauensmann: Oswald Schumann, Schmidstr. 8. 1. Vortrag des Genoffen Wagner über:" Boltsbildung und Klassen bewußtsein". 2. Diskussion. 3. Neuwahl eines Beisigers zum Gewerbegericht. 4. Aufnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer: A. Schmidt. 6392 Die tothe 0,3 I Berlin. 135/5 Für den Inhalt der Injerate über Frauen- und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volkes) für Berlin und Umgegend.( Filiale Nord.) nimmt die Nedaktion dem Publikum Am Donnerstag, den 30. August cr., Abends 82 Uhr, im gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 29. August. Viktoria- Garten, Badstr. 12: Dereins- Derlammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Kiesel über: Die Chartistenbewegung". 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. Herren als Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen bittet Opernhaus. Tannhäuser und der 118/11 Sängerkrieg auf Wartburg. Schauspielhaus. Sappho. Lessing- Theater. Madame Sans- Achtung! Gene. Neues Theater. Wieder Eröffnung = Sonnabend, 1. September: Das neue Gebot. Der Vorstand. Buchhandlung des„ Vorwärks" 2. Beuth- Straße. Berlin SW. Beuth- Straße 2. Zur Lassalle- Feier empfehlen wir den Vereinen und Genossen die lange noch nicht genügend verbreiteten Achtung! Schriften Laffalle's: Holz- Arbeiter! Residenz- Theater. Demi- Monde. Montag, den 3. September, Abds. 8% Uhr in den Arminhallen, Theater Unter den Linden. Die Fledermaus. Bellealliance- Theater. Dame. Die weiße Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Alexanderplat Theater. Ver= botene Liebe. Vorher: Ein Ehrenamt. National Theater. Susanne im Bade. Italien in Berlin. Apollo Theater. SpezialitätenVorstellung. Theater Unter den Linden. Die Fledermaus. 2. Kommandantenstr. 20: Große öffentliche Versammlung der Tischler, Drechsler, Bürstenmacher 2c. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung der Gewerbegerichts- Beisiger über ihre Thätigkeit. Diskussion. 3. Aufstellung der Kandidaten zum Gewerbegericht. 4. Bericht des Vertrauensmannes. 5. Wahl eines Vertrauensmannes. 6. Verschiedenes. Alle Holzarbeiter, welche zur Gruppe Holzindustrie", Kammer IV, ge hören, sind zu dieser Versammlung eingeladen. 141/18 Jun Interesse der wichtigen Tagesordnung ersucht um rege Betheiligung Der Vertrauensmann. E. Wiedemann. Banfmann's Variété. Epezialitäten. Achtung! Maurer. Achtung! Vorstellung. Parodie Theater. Spezialitäten4 Vorstellung. = Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Novität. Novität. Susanne im Bade. Große Posse mit Gesang in 5 Aufzügen von Eugen Prudens. Musik von Adolph Wiedecke. Regie: May Samst. Am Freitag, den 31. Auguft, Abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Deigmüller, Alte Jakobstr. 48 a Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Hoffmann über:" Der Gedenktag Ferdinand Lassalle's". 2. Berschiedenes. Kollegen! Erscheint alle zu dieser Versammlung. 188/7 Achtung! Die Vertrauensmänner der Maurer Berlins. J. A.: A. Matull. Mechaniker. Achtung! Mittwoch, den 29. August 1894, Abends 8 Uhr: Kaffenöffnung 5½ Uhr. Anf. 7% U Gr. öffentliche Versammlung der Mechaniker Im Garten: Großes Konzert. Auf der Sommerbühne: Italien in Berlin, großes humoristisches Quodlibet, von Karl Peters, sowie Auftreten von Spezialitäten ersten Ranges. Morgen: Susanne im Bade. Freitag: Im Garten: Gr. DoppelRingkampf. Sonntag Nachmittag 3 Uhr: Die Weber Adolph Ernst- Theater Charley's Tante. Schwank in 3 Atten v. Brandon- Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse in einem Akt von Eduard und Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. Jn Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 11hr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Central- Theater Alte Jakobstraße Nr. 30. Direktion: Richard Schulz. Wiedereröffnung Sonntag, 2. Septbr. Emil Thomas a. 6. in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Tages Ordnung: 1. Bericht des Gewerbegerichts- Beisißenden der Branche. 2. Diskussion. 3. Aufstellung eines Kandidaten zur Gewerbegerichtswahl. 4. Verschiedenes. Zu diesem Punkt wird der Mechanifer Paul Möllmann speziell eingeladen. aufzustellen, welcher die Interessen der Arbeiter energisch vertritt, so ist es Da es im Interesse der Kollegen liegt, einen Kollegen als Kandidaten Pflicht der Kollegen, in der Versammlung vollzählig zu erscheinen. Der Vertrauensmann. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr 22. Künstl. Zähne 3 M., Theilz. Plomben von 172/17 1,50 M. Vollk. schmerzi. Zahnziehen u. Nerviödten 1 M. Sprechſt. 8-7 Uhr. 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Möbel, Spiegel und Polsterwaaren sowie ganze Ausstattungen empfiehlt Reden und Schriften. Negatur Arbeiterfrage. Rede bet der am geh. ausgabe. Herausgegeben im Auftrage des Vorstandes der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands von Ed. Bernstein. Vollständig in 3 Bänden. Band- Ausgabe: Band I. k. 2,50; in Leinen geb. Mk. 3, in Halbfr. geb.( Liebhabereinb.) Mk. 4, Band II. gel. Mk. 4,-; in Leinen geb. Mk. 4,50 16. April 1863 in Leipzig abgehaltenen Arbeiterversamm lung. Nebst Briefen Prof. Wuttte's und Lothar Bucher's. Mt.-, 10 1. Die franzöftschen Kleine Auffähe: nationalwertſtätten von 1848. 2. Antwort an Herrn Prof. Rau. 3. Laffalle und die Statistit von Wackernagel. 4. Herr Wackernagel oder der moderne Herostratus. 5. Erwiderung auf eine Rezension der Kreuzzeitung". Mr.-, 15 in Halbfri. geb.( Liebhabereinb.) k. 5,50 Die Fefte, die Presse und der FrankBand III. geh. Mk. 3,50; in Leinen geb. Mk. 4, in Halbfr. geb.( Liebhabereinb.) k. 5, furter Abgeord= netentag. Drei Symptome des öffentlichen Geistes. Mt.-, 25 Der Herausgeber schickt dem Werte Rede vor der korrektion. Appelleine interessante trittsch biographische Einleitung voraus: Lassalle und seine Bedeutung für die" Sozialdemokratie", die auch eine Fülle neuen Quellenmate rials enthält. In Form von Vorbemerfungen oder tritischen Randnoten zu den einzelnen Broschüren präzisirt der kammer zu Düsseldorf am 27. Juni 1864. Vertheidigungs- Rede gegen die Anklage, verschiedene Klassen der Bevölkerung zum Haß und zur Verachtung öffentlich angereizt zu haben. Mr.-, 10 Herausgeber den heutigen prinzipiellen An die Arbeiter Berlins. Eine AnStandpunkt der Partet, wo dieser verändert ist, oder erleichtert das historische und politische Verständniß der Materie. sprache im Namen der Arbeiter des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins. Mt.-, 20 Die einzelnen Broschüren folgen nicht in Der Hochverraths Prozek wer chronologischer Reihenfolge, sondern nach ihrer inneren Zusammengehörigkeit geordnet. Zur Beurtheilung der geschichtlichen Entwicklung und des Wesens der deutschen Sozialdemokratie ist diese GeBand ist mit einem Stahlstichportrait Lassalle's geschmückt. 1 fammtausgabe unentbehrlich. Der erste Die Agitation des gem. Deutschen Einzel- Ausgaben: gehalten Dor Meine Affifen- Rede, BenGeschwore= nen zu Düffeldorf am 3. Mai 1849 gegen die Anklage, die Bürger zur Bewaffnung gegen die Königliche Gewalt aufgereizt zu haben. Mt.-, 40 Die Philofophie Fichte's und die Bedeutungdes deutschen Boltsgeistes. Mt.-, 15 Ein VorLassalle vor dem Staatsgerichtshofe zu Berlin am 12. März 1864. Nach dem stenographischen Bericht. Mt.-, 40 Arbeiter Vereins und das Versprechen des Königs v. Preußen. Eine Rebe, gehalten am Stiftungsfeste des Allgemeinen Deutschen Arbeiter Vereins zu Ronsdorf am 22. Mai 1864. Mt.-, 25 der Literar Herr Julian Schmidt, historiker mit Seher- Scholien. Mt.-75 Die Anmerkungen des„ Segerweibes" in dieser literarischen Hinrichtung des bürgerlichen Mode Literaten stammen bekanntlich aus der Feder der späteren " Excellenz" Lothar Bucher! 09. Ueber Verfassungswefen. So Herr Baftiat- Schulze v. Deliksch, trag, ge halten in einem Berliner Bezirksverein. Was nun? Zweiter Vortrag über Verfassungswesen. Macht und Recht. Ein offenes Sendschreiben Ferd. Lassalle's. Mt.-, 35 Ueber den ZuArbeiterprogramm. fammenhang der gegenwärtigen Geschichtsperiode mit der Idee des Arbeiterstandes. Mt. , 15 Die Wissenschaft u. die Arbeiter. der ökonomische Julian, oder Kapital und Arbeit. Mt. 1, Lassalle's ökonomisches Hauptwert. Als Agitationsschriften haben die Lassalle'schen Broschüren thre faszintrende Wirkung behalten; wie vor 30 Jahren begeistern sie noch heute die Leser und in populärer, fesselnder Behandlung des spröden ökonomischen oder geschichtsEine Vertheidigungsrede vor dem Ber- philosophischen Stoffes sind sie unerreicht liner Kriminalgericht gegen die Anflage: geblieben. Die besttlosen Selaffen zum Haß und zur Berachtung gegen die Besitzenden öffentlich angereizt zu haben. Mr.-, 30 Der Laffalle'sche Kriminalprozeß. Vorrede zum Syftem der erII. u. III. 3weites Heft: Die münd liche Verhandlung nach dem stenographischem Bericht. Drittes Heft: Das Randnoten zum Zwecke der Appellations- Rechtfertigung bearb. Mr.-, 50 Die indirekte Steuer und die Lage der arbeitenden Klassen. Eine Bertheidigungsrede vor dem Königl. Kammergericht zu Berlin gegen die Anklage, die besiglosen Klassen zum Haß und zur Verachtung gegen Die Besigenden öffentlich angereizt zu haben. Mt.-, 60 an ZentralOffenes Antwortschreiben a bas tomitee zur Berufung eines Allgemeinen worbenen Rechte. mr.- 20 Becker, Bernh., tragische Lebensende F. Lassalle's und seine Beziehungen zu Helene v. Dönniges. Neue Bearbeitung. In 6 Heften à Mt.-, 25, gebd. Mr. 2, Eine Sammlung aller auf das Eretgniß bezüglichen Schriftstücke und Origi nalbriefe. Mit einer interessanten Vorrede. Brandes, Georg, Ferdinand Laffalle. literarisches Charakterbild. Aus dem Dänischen übersegt. Mit Lassalle's Portrait. Brosch. Mt. 2,50; gebd. Mt. 3,50 Ferdinand Laffalle. Gedeutschen Arbeitertongreſſes au seipats. Kegel, Max, dentſchrift zu ſeinem mr.-, 10 Mit diesem Schretben eröffneteLaffalle die Agitation zur Gründung einer selbstständigen Arbeiterpartet. Rede Laffalle's zu Frankfurt a. 25 jährigen Todestag. Mit Portrait Lassalle's. Mt.-, 50 nach einer Arbeiter Lesebuch. Beautfuta Main Lassalle- Photographien talOriginalam 17. und 19. Mai 1863. Nach dem Aufnahme in vorzüglicher Ausstattung. fienographischen Berichte. Mt.-, 25| Jn Kabinet Mt.-50; in Visit Mt.-, 25 Nen erschienen: zum Todestage Gedenkblatt gnagatat: Lassalle Nummer beutschen binand gaffaire's. Mit Laffalle's Grabdenkmal auf dem Friedhof in Breslau. Preis 10 Pfg., Porto 3 Pfg. bes Pontillon". Preis 10 Pfg. Porto a Pf. Bei Bestellungen von Auswärts bitte den Portobetrag beizufügen. Wünsche, wenn möglich, einen Gefangverein für Freitags zu übernehmen. Franz Apel, Gesanglehrer, Gr. Frankfurterstr. 110, 4 Tr. 2585b Achtung! Kein Laden. Kontroll- Schuhmarke. H. Strelow, Tischlermstr. Nur eigene Fabritation, 25 Zigarren Rixdorf, Berliner Strasse 40, am Denkmal. toen Kabinetnach Uebereinkunft!! Vier Mark 12 Ein Jeder mache den Versuch. Eine alte deutsche Feuer- Vers.- Gesell schaft sucht für Berlin u. die Provinz thätige Haupt- u. Spezial- Agenten. Bobe fortlaufende Wezlige event, auch und Visitbilder bei Böhme, Lindenstr. 43, gegenüber der Zimmerstraße. 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Bis jetzt ist weder ein zustimmender noch ablehnender Be- sequenz aus dieser Entwickelung zieht und der Frau auch diescheid eingegangen, mit Ausnahme des Verlegers vom felben politischen Rechte wie dem Manne zugesteht. Für die Vorwärts", Herrn Bading, der versprochen hat, der Sache Erringung dieser Forderung versprechen die Anwesenden mit entgegen zu kommen. aller Energie zu agitiren." Auf Antrag der Frau Jänicke " V Redner Rammer I. Borsitzender: Assessor Tech o w. Sigung vom 22. Auguft. Ein Lehrling werde mit dem Tage Geselle, mit welchem fein Lehrvertrag ablaufe, nicht mit dem Tage der„ Ausschreibung" durch die Innung, entschied das Gericht in einem Prozesse des hielt am 20. August thre Monatsversammlung ab, in der Kollege Thema:„ Die Deffentlichkeit und die Frau" zu ermöglichen, eine Die Filiale Berlin des Verbandes der Vergolder beschloß die Versammlung, um eine Diskussion über das wichtige Schneiders G. gegen den Schneidermeister W., welcher G. aus- Höpfner über den Werth der Statistik" sprach. neue Versammlung zu diesem Zwecke anzuberaumen. Mit dreigelernt" hat, und verurtheilte den W. zur Zahlung betonte die Nothwendigkeit einer Lohn- und Arbeitsstatistik und fachem Hoch auf die Sozialdemokratie ging die Bersammlung eines angemessenen Lohnes für die Zeit zwischen der fattischen forderte die Kollegen auf, sich gewissenhaft an der Statistit zutheilungen über die Durchführung des Boykotts gegen das Beendigung der Lehrzeit des Klägers und seiner„ Ausschreibung". betheiligen, welche gegenwärtig im Vergoldergewerbe aufgenommen Röside- Bier in Dessau gemacht hatte. Zugleich wurde Meister W. mit einem Kompenfationsanspruch wird. Auf der Tagesordnung standen ferner Anträge zur Don 6,80 M. abgewiesen. Der ehrsame Handwerker hatte ge- Generalversammlung und zwar: Arbeitslosen Unterſtügung; Der Verband sämmtlicher an Holzbearbeitungsglaubt, der Ausgelernte müßte ihm Kost und Logis für 8 Tage einheitliche Regelung der Reise- Unterfügung und Erhöhung der maschinen und auf Holzplätzen beschäftigten Arbeiter vergüten, in denen er sein, in diesem Falle nicht dem Lehrherrn Beiträge." Die Diskussion über diese Punkte war eine sehr und Arbeiterinnen hielt am Sonntag, den 26. August, zu gute gekommenes„ Gesellenſtüd" fertigte. Das Gericht war lebhafte, alle Redner erkannten die Zweckmäßigkeit der bei Kelle, Schönhauser Allee, eine öffentliche Versammlung ab, halt der gegentheiligen Meinung. Reformvorschläge an und wurde zur näheren Formulirung die sehr zahlreich besucht war. Nachdem das Andenken des Hatte der Schneidermeister W. seinem neugebackenen Gesellen und Begründung derfelben eine fünfgliedrige Kommission Kollegen Langner in der üblichen Weise geehrt wurde, hielt wenigstens je nach Neigung" für die fraglichen Arbeits- gewählt für die fraglichen Arbeits- gewählt, der die Kollegen Stahmann, Clahre, Fiebig, der Genosse A stor einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag wochen ein paar Mart" gegeben, so hielt dies eine Bange und Höpfner angehören. Unter Verschiedenem wurde ge- über das Thema: ,, Wie verbessern wir unsere Lage?" Der ebenfalls vor das Gewerbegericht zitirte Schneiderin bezüglich rügt, daß sich die Frauen an den Versammlungen so wenig be- Vortragende schloß seine Ausführungen mit der Aufforderung an eines jungen Mädchen, das sie in die Kunst der Stichelei ein- theiligen, da ihnen doch durch Verschmelzung des ehemaligen die Indifferenten, fich zu organisiren. An der hierauf folgenden geweiht, nicht einmal für nöthig. Die Beklagte behielt die be- Fachvereins der Vergolderinnen mit dem Verband Gelegenheit Diskussion betheiligten sich die Kollegen Lips und Stein. Treffende Klägerin nach Echluß der vertragsmäßigen Lehrzeit gegeben wurde, sich an der Gewerkschaftsbewegung zu betheilign. Eine lebhafte Debatte entspann sich über die Wahl von Revi wohl, wie verabredet war, noch einige Wochen bei fich, zahlte ihr Die Anwesenden wurden deshalb aufgefordert, für eine bessere foren, welche die Prüfung des Agitationsfonds vornehmen sollen. aber feinen Lohn, weil dieselbe angeblich so schlecht gelernt Betheiligung der Frauen an den Versammlungen zu agitiren. Es wurden sodann die Kollegen Weiße, Lips und Mühle mit hatte, daß sie noch nichts verdiente". Der Vorsitzende machte die Beklagte darauf aufmerksam, daß das denn doch nicht so gehe"; Der Verband der Möbelpolirer für Berlin und Umgegend dieser Aufgabe betraut. Hierauf stellt der Kollege Lips den fie müsse etwas zahlen, und wenn sie die geringe Forderung der hielt am 20. Auguft seine regelmäßige Mitgliederversammlung ab. Antrag, für den Norden einen Vertrauensmann zu wählen, ferner Klägerin 4 Mart pro Woche nicht gutwillig anerkenne, In derselben erfolgte zunächst die Ausschließung des Möbelpolirers wird vom Kollegen Mühle ein Antrag eingebracht, daß dies werde sie zu deren Zahlung gemäß dem Klageantrage verurtheilt a rl Neumeister in Rirdort aus dem Verbande. Eine An- jenigen Kollegen, welche Unterstüßung bedürfen, bei der Abrech werden. Beklagte ließ es hierauf nicht ankommen, sondern gelegenheit der Müller'schen Werkstatt, Blücherstr. 35, mußte zur nung bekannt gegeben werden. Beide Anträge sollen in der zahlte. Südost- Versammlung vertagt werden. Alsdann entspann sich eine nächsten öffentlichen Versammlung berathen werden. Den ortsüblichen Wochenlohn legt die Kammer I interessante und lehrreiche hochwissenschaftliche Diskussion über Im Verein der Schäftebrauche referirte am 26. August ihren Entscheidungen in solchen Fällen zu grunde, in denen auf Beizen und Färben verschiedener Hölzer, er, welche mit regem Genosse Winter über das Thema: Wie ist die Lage der Ardem Wege der Klage mehr Lohn verlangt wird, als die be- Intereffe verfolgt wurde. Die Abrechnung der Dampferpartie beiter zu verbessern? Der Vortrag wurde mit großem Intereffe treffenden Kläger am ersten Lohnzahlungstermin erhielten, ohne ergab ein Defizit von 39 M. Nachdem noch ein Antrag, om seitens der Mitglieder verfolgt. In der Diskussion sprachen daß sie mit dem Arbeitgeber bezüglich der Bezahlung ihrer Arbeits- 9. September eine Herrenpartie zu veranstalten, angenommen war, Kollege Nauer und Fräulein Baader im Sinne des Retraft( mit anderen Worten: bezüglich der Entlohnung) etwas ver- erfolgte Echluß der Versammlung. ferenten. Die Besprechung zum Anschluß an die Zentraleinbart hatten. Eelbstverständlich haben die fraglichen Urtheile Die Vertrauensleute der Stuckateure hatten zum 21. d. organisation vertagte man bis zur nächsten Versammlung, da zur Voraussetzung, daß die Kläger am ersten Lohnzahlungs Mts. eine öffentliche Gewerkschafts- Versammlung einberufen, um erst von den Delegirten, die noch nicht anwesend sind, ein austermin nach dem Engagement gegen den ihnen will- in erster Linie zu der neu angeregten Submissionsfrage Stellung führlicher Bericht erwartet wird. türlich gezahlten Lohn als zu niedrig protestirten zu nehmen. Nachdem Genosse Seßler in einem einleitenden und nicht weiter arbeiteten. Letzteres wäre ein still- Vortrage die Mißstände im Submissionswesen und die Vortheile mittag im Ehrenberg'schen Saale. Die zunehmende VerschlechteDie Rohrleger und Gehilfen tagten am Sonntag Bor schweigendes Einverständniß mit dem aufgedrungenen des Regiebaues erläutert hatte, gab er bekannt, daß von dem rung unserer wirthschaftlichen Lage" bildete das Thema, das der Lohnſatze. Bauarbeiter Kartell eine Kommission niedergesetzt sei zu dem Referent Nät her in seinem mit Beifall aufgenommenen VorRammer V. Vorsitzender: Assessor Alberti. Sigung 3wecke, eine Broschüre auszuarbeiten, die bestimmt ist, der Gine trage behandelte. Derfelbe gab seinen Zuhörern ein Bild vom 25. August 1894. führung des Regiebaues die Wege zu ebnen und die f. 3. gegen der Entwicklung der Metallindustrie während der letzten Gegen die Gesellschaft zur Anfertigung automatischer Prome- über der bekannten Petition der Freien Vereinigung der Maurer Dezennien und knüpfte hieran eine Besprechung der für den naden Stühle flagen die Schlofjer F. und D. auf Zahlung von in der freisinnigen Stadtverordneten Versammlung erhobenen Arbeiter fo ungünstigen Folge- Erscheinungen dieser wirthschaft74,80 M. bezav. 48 M. Die Kläger behaupten, drei bezw. zwei Einwände zu widerlegen. Die Frage sei nun, ob die Stuckateure lichen Revolution. Der Hauptkampf, so schloß der Redner, gelte Wochen fang hingezogen" worden zu sein. Wegen einer mit ihrer Vertretung in der Kommission zufrieden, mit dem beab- dem Fatalismus in den Reihen der Kollegenschaft, der erst verBetriebsstörung hätten sie aussehen müssen; trotzdem ihnen sichtigten Vorgehen in Angelegenheit des Submissionswesens ein- drängt werden müsse, ehe die Arbeiter im stande seien, die UeberWeiterbeschäftigung versprochen sei, habe man sie nicht wieder verstanden und auch gewillt seien, das Unternehmen finanziell griffe ihrer sogenannten Arbeitgeber abzuwehren. In der eingestellt. Nach drei bezw. zwei Wochen hätten sie mit der Eut zu unterſtüßen. Alle drei Fragen fanden seitens der Ber- Diskussion wurde darauf hingewiesen, dem Vertrauensmann von lassung ihre Papiere( Buch und Karte 2c.) erhalten. Der Ver- fammlung ihre schließliche Bejahung, die letztere jedoch mit der allen Vorkommnissen in den einzelnen Werkstätten Mittheilung treter der Beklagten behauptet hingegen, die Kläger seien bereits am Einschränkung, daß finanzielle Unterstützung nur insoweit erfolgen zu machen, damit besonders traffe Fälle von Ausbeutung zur Tage der Betriebseinschränkung( es waren Modelle zu verändern), tönne, als Mittel vorhanden seien. Juwieweit dies zur Beit der öffentlichen Diskussion gestellt werden könnten. Die nächste am 6. Juli entlassen worden, von„ Ausseßen" sei feine Rede; Fall, ergab die Bekanntgabe des Revisionsergebnisses, betreffend Sigung findet am Sonntag bei Rattte, Krautstr. 48, statt. Als die Papiere hätten sie nicht verlangt und darum erst später er die Abrechnung der Agitationskommission für die Zeit vom Beisitzer zum Gewerbegericht wurden vorgeschlagen Ficius balten. Der Zeuge W., ein früheres Mitglied der beflagten 8. September 1892 bis 8. August 1894. Dem Berichterstatter und Hante und als Ersatzmann Skalsty. Gesellschaft, erklärt, er habe den Klägern wohl gesagt, daß sie, Daste zufolge waren zu verzeichnen an Einnahme 281,55 M., Mit dem Streit bei wenn alles wieder seinen Gang gehe", sofort wieder eingestellt an Ausgabe 297,75 M., mithin ein Defizit von 16,20 M. Die werden sollten, er habe dabei aber ausdrücklich bemerkt, sie Abrechnung der Vertrauensleute reicht bis zum 22. Juli 1904 sich am 27. Auguſt eine von fürffenheim u. Co. beschäftigte möchten sich jedoch nicht davon abhalten lassen, sich anderweitig und hatte folgendes Endergebniß: Einnahme 338,20 W., Aus- öffentliche Versammlung aller in der Schuhindustrie und Schäfteeine Stellung zu suchen. Er habe sie thatsächlich am 6. Juli gabe 263,84 M., Bestand 74,36 M., Markenbestand: 1483. Die branche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, die sich eines entlassen. Es wird festgestellt, daß mehrere Schlosser, die am Versammlung vollzog sodann die Wahl von Kandidaten für das regen Besuches zu erfreuen hatte. Wie mitgetheilt wurde, haben 6. Juli ebenfalls austreten mußten, fofort ihre Papiere erhielten. Gewerbegericht. Diefelbe fiel, nachdem die bisherigen Beisitzer auf Veranlassung des Herrn Fürstenheim, der sich durch den Der Beklagte wurde verurtheilt. Grund: Die Kleinert und Hölzel, von denen Kleinert ausgelooft wor- Streit, welcher bereits zehn Wochen dauert, schwer geschädigt Papiere hätten den Klägern sofort aus den ist, ihren Rechenschaftsbericht erstattet hatten, auf die Kollegen fühle, Unterredungen zwischen ihm sowie dessen Buchhalter und gehändigt werden müssen, wollte man sie kleinert und Daste, sowie Martin Müller als Gr. Vertretern der Neunerfommission stattgefunden. Herr Fürstenam 6. Juli entlassen. Da dies nicht geschah, hätten die- fagmann. Zum Schlusse wurde die Sperre über die Firma heim habe die augenscheinliche Absicht, den Streit aus der Welt selben nach Lage der Umstände annehmen tönnen, sie seien nicht Dammrich u. Ko. aufgehoben, die Aufhebung der Sperre über schaffen, allerdings auf Kosten der Arbeiter, denn dieselben sollten den Streit als verloren anerkennen und auf die Zuentlaffen. die Firma Kleemann dagegen abgelehnt. geständnisse eingehen, die Herr Fürstenheim zu machen gewillt Rigorose Handhabung der Polizeistunde. Von Gaft: Die Tapezieer hielten am 23. Auguft eine öffentliche Ver: war. Diese beständen darin, daß er von den 15 noch Auss wirthen, welche der Ueberschreitung der Polizeistunde beschuldigt sammlung ab, in der Genoffe Hoffmann in einem Vortrag ständigen etwa die Hälfte, und zwar nur Ballschuharbeiter, sofort find, ist namentlich in letzterer Zeit wieder oft der Einwand er über das Thema:„ Das moderne Raubritterthum", sprach. Bon wieder beschäftigen wolle, für die Maschinenarbeiter aber feine hoben worden, daß die Ueberschreitung nicht zu vermeiden ge- einer Diskussion wurde Abstand genommen. Der Vertreter der Arbeit habe. Diese würde er vielleicht später nach Bedarf wesen sei, weil den Gästen habe Zeit gelaffen werden müssen, Tapezirer bei der Gewerkschaftskommission gab hierauf seinen wieder einstellen. Die Antwort der Kommission Tautete die bestellten Speisen und Getränke zu verzehren. Der Einwand Geschäftsbericht. Als erstrebenswerth befürwortete er, daß eine dahin, daß diese Anerbietungen für die Arbeiter wird regelmäßig von den Gerichten verworfen, und zwar unter Statistik über die Streifs geführt werde. Sodann empfahl er annehmbar feien. Unter solchen Bedingungen fönne der Bezugnahme auf eine endgiltige Kammergerichts- Entscheidung, den Berufsgenossen ihr möglichstes zu thun, um die Gewerkschaft Streit nicht aufgehoben werden, eher noch würde derselbe wonach es Sache des Wirthes sei, dafür zu sorgen, daß schon zu stärken. vor Eintritt der Polizeistunde Speisen und Getränke dann nicht mehr verabreicht werden, wenn zu deren Verzehrung die gegebene Zeit überschritten werden muß. Nur ein Widersetzen der Gäste gegen die Anordnungen des Wirthes könnte unter Umständen die Ueberschreitung der Polizeistunde entschuldigen. Versammlungen. Neunerkommission einberufene ohne jede Bedingung für beendigt erklärt werden. Einen Theil der Streifenden auf der Straße zu belaffen, sei nicht angängig. Die Frau und die Oeffentlichkeit. Neber dieses Thema Diefer Standpunkt wurde in der folgenden sehr gründlichen Er sprach am 27. Auguft er. im hauptsächlich von Frauen bis auf örterung der Angelegenheit fast ausnahmslos von allen Rednern den letzten Platz gefüllten Saale des Swinemünder Gesellschafts- vertreten. Von den 15 Ausständigen waren 14 in der Versamm bauses Genosse Peus aus Dessau in zweistündiger Rede. Der lung anwesend, einer fehlte wegen Erkrankung. Um ihre Meifelbe zeigte, wie falsch die weitverbreitete Meinung ist, daß die nung befragt, erklärten dieselben einstimmig, bei genügender Frau am besten thue, wenn sie sich damit begnüge, im Kreise Unterstützung den Streik weiter führen zu wollen. Daraufhin der Familie ihre Pflicht zu erfüllen, eine Meinung, die viele wurde einstimmig eine Resolution angenommen, in welcher die fogar auf den Mann übertragen, indem sie ihm gleichfalls rathen, Weiterführung des Streits bis zur Annahme der Bedingungen Der Frauen und Mädchen- Vildungsverein hielt am möglichst wenig in die Oeffentlichkeit zu gehen. Das sei der Arbeiter feitens des Herrn Fürstenheim beschlossen wurde. 19. August in Pankow eine Versammlung ab, in der Genosse Familienegoismus, der im Gegensatz stehe zu der der Gesellschaft Wagner über Volksbildung und Klassenbewußtsein referirte. geschuldeten Solidarität und der daher von der Sozialdemokratie Rigdorf. Am 22. August tagte hier eine Versammlung des An der Diskussion, die sich dem Referat anschloß, betheiligten bekämpft werde. Viele Arbeiten, welche früher die Frau im Gewerkschaftskartells. Den ersten Punkt der Tagesordnung fich die Genossen Mehner, Bilz, Hoffmann und Fräulein Wabnik. Hause ausgeübt, wie die Herstellung der Wäsche und Anfertigung bildete eine Erörterung des Bierboykotts. Der Referent Genosse Auf Antrag der Frau Mesch wird für die streitenden Weberinnen der Kleider, seien von der Industrie übernommen, so daß jest Schulz empfahl in seinem Vortrage den Gewerkschaftsin Charlottenburg eine Tellersammlung vorgenommen und so die arme Frau selbst in die Industrie hinein muß, während mitgliedern, recht rege für die Sammlungen der ausgesperrten dann beschlossen, für Pankow eine Zahlstelle zu gründen, mit die reiche nicht weiß, was sie den Tag über thun soll. Brauereiarbeiter zu wirken und zu diesem Zweck Sammellisten deren Leitung Frau Braun betraut wurde. Als Arbeiterin hat die Frau alle die Interessen, welche der abzuheben. Sodann gelangt ein Artikel des Bauhandwerkers" Deutscher Holzarbeiter- Verband( Bezirk West und Süd- männliche Arbeiter hat, möglichst hohen Lohn, möglichst furze zur Verlesung, der nach Auffassung der Redner das Gewerk Arbeitszeit, gute Behandlung, sie steht wie dieser zum Arbeitschaftskartell vollständig falsch beurtheilt. Es wird beschlossen, west). Eine gut besuchte Versammlung des Vereins fand am geber in einem rechtlichen Verhältnisse, auf dessen Gestaltung fie biergegen eine Erwiderung abzufassen. Der Maurer Kortian 19. August statt. Dem Referenten, Genossen Hoffmann, baher einwirken können muß, was nur durch Einwirkung auf die und der Schmied Botricki wurden wegen ihrer Lässigkeit getadelt wurde für seinen interessanten Vortrag über„ Römisches Cäsaren thum" reicher Beifall gespendet. Hieraus trat die Bersammlung esse an der gesetzlichen Festlegung des Achtstundentages, an der wählen. Die Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter haben ihren Gesetzgebung möglich ist. Als Mutter hat sie das größte Inter- und beantragt, für den ersteren einen anderen Delegirten zu in die Besprechung von Werkstatt- Angelegenheiten ein. effe Ein alt der gänzlichen Be- Delegirten zurückgezogen, weil sich derselbe einen Verstoß gegen geladen waren hierzu besonders die Kollegen in den Werkstätten guten Ausgestaltung der Schule, Krieges, an Die in diesen lichen Hygiene. feitigung des von Schmidt, Echirmer und Lippert u. Reuter. der Verbesserung der öffent- unsere Prinzipien zu schulden kommen ließ. Es fehlten die Aus allen diesen Gründen muß sie Vertreter folgender Gewerkschaften: Metallarbeiter, Maurer und Werfftätten üblichen Ueberstunden und die Sonntagsarbeit wurden Theil nehmen an der Deffentlichkeit. Thut sie das, so gewerbliche Hilfsarbeiter. von den anwesenden Kollegen zugegeben und versprachen dieselben wird sie nicht nur selbst in ihrem Werthe unermeßlich wachsen, nach längerer lebhafter Debatte, in Zukunft dafür Sorge zu sondern auch die Menschheit wird außerordentlich gefördert bildungsvereins( Filiale Weißensee), die am 20. August In einer Versammlung des Frauen und Mädchentragen, daß derartige Mißstände beseitigt werden. werden.( Lebhafter Beifall.) Wegen vorgerückter Beit nahm die tagte, sprach Dr. Weyl in einem sehr ausführlichen und leicht Die Freie Vereinigung der Zeitungsspediteure und Versammlung von einer Diskussion Abstand. Folgende Reso- verständlichen Vortrag über Kinderernährung". Ein Antrag Verkäufer hielt am 20. Auguſt in der Markgrafenſtr. 83 ihre lution fand die einmüthige Zustimmung: Die Versammlung von Frau Mesch, die Tellersammlung fortzusetzen und den Monatsversammlung ab. Der Vorsitzende Schäfer bemerkt, daß erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden. Betrag den streifenden Weberinnen Charlottenburgs zu überdie in der letzten Versammlung angenommene Resolution, welche Sie fordert von der kapitalistischen Gesellschaft, welche die Frau Iweisen, wird angenommen. " Am Sonntag, den 9. September: Große Laffalle- Feier Romanbibliothek des Wahlkreises Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg int Wöllstein's Lustgarten zu Adlershof. Vokal- u. Instrumental- Concert ausgeführt von einer 25 Mann starken Kapelle der Civil- Berufsmusiker, sowie mehrerer Gesangvereine des Arbeiter- Sängerbundes. Festrede gehalten v. Reichstags- Abgeordneten Friz Zubeil. Lebende Bilder, dargestellt vom Verein Rethorit". Voltsbeluftigungen aller Art. Entree incl. Zauz 20 Pf. HEF Obige Feier war zum 2. September geplant, wurde jedoch des ,, Eedantages" wegen verboten. Die ausgegebenen Billets find zum 9. September giltig. 2100* Das Comitee. Anfang des Concerts Vorm. 8 Uhr. 3ur Aufklärung! Als ich mich seinerzeit verpflichtete, meinen Saal zu Versammlungen für das werkthätige Volk. Herausgegeben von Emil Rosenow. Verlag des Sächsischen Verlagshauses ( Carl Hoffmann) Sainichen i. S. Unter Mitwirkung von Friedrich Thieme( Jena), Minna Kautsky( Wien), Leo Norberg( Wien), Bertha v. Suttner ( Schloß Hartmannsdorf), A. Otto- Walster( Dresden), Ernst Brausewetter( Berlin), Edmund Schröpel( Brünn), Georg Gärtner( Nürnberg) und vielen Anderen. herzugeben, geschah es unter der Bedingung, daß er nicht anderweitig ver Uebersetzungen aus der Litteratur aller Länder, darunter geben sei. Durch einen Kontrakt mit meinem Klavierspieler habe ich mich bis zum 2. September aller Rechte über den Saal begeben. Jetzt hat sich derfelbe verpflichtet, während einer Versammlung auf den Saal zu verzichten. Hierdurch ist es mir möglich, meinen Saal auch Sonntags zu vergeben. Unter diesen Verhältnissen ist die Unterschrift auch dem Lokalkommissionsmitgliede von Zehlendorf gegeben. Wenn der Herr, welcher am 26. August das Lokal haben wollte, sich mit mir persönlich in Verbindung gefekt hätte, würden wir uns jedenfalls so geeinigt haben, daß keine Veranlassung zu der Notiz in Nr. 198 des Borivärts" vorhanden gewesen wäre. 6362 WerktagsAnzüge. Geschäfts- Häuser Tadellose MaassAnfertig. Alex Meyer. Beelitzhof( Wilhelmshöhe). Baer Sohn BERLIN. 24a. Chansfeestraße 24a. 11. Brückenstraße 11. 16. Gr. Frankfurterstraße 16. Einsegnungs- Anzüge Kammgarn, Ripsgarn, Satin, Cheviot, Diagonal u. s. w., ein- und zweireihig, in enormer, sehr reicher Auswahl 28,-24,-21, 17, 14, 12 Mr. Herren- u. KnabenBekleidung FesttagsAnzüge. Gegründet 1891 Den verehrten Hausfrauen wird hiermit das anerkannt vorzügliche Tadellose HaassAnfertig. Dr. Thompson's Seifenpulver, welches sich seit 20 Jahren einer immer steigenden Beliebtheit erfreut, in empfehlende Erinnerung gebracht. 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Es ist ein Stück moderner Arbeiterbewegung, welches uns in diesem überaus flott und spannend geschriebenen Roman vorgeführt wird, dessen größter Vorzug der ist, daß sein Verfasser weiß, was er will und vor ellen Dingen ein prinzipielles Buch geschrieben hat. Gleich einem frischen fräftigenden Winde durchweht die sozialdemokratische Weltanschauung daz Wert, ohne sich aufdringlich oder gesucht zu zeigen. Wenn einmal der Verfasser in der Schilderung seiner Individualitäten eine Pause macht, hört der Leser die moderne Arbeiterbewegung vorüberfluthen. Er sieht die Arbeiter im Lohntampfe mit einem übermächtigen Kapitalisten und sieht, wie es ihnen schließlich gelingt, ihn im politischen Rampfe zu stürzen. Es ist lebendige Gegenivart, die sich uns in diesem Roman zeigt. Nach Sibiren verbannt! Erzählung aus dem Leben der russischen Gesellschaft von Friedrich Thieme. Bei Veröffentlichung in Arbeiterblättern hat diese ausgezeichnete Dar stellung russischer Willkürherrschaft ungetheilten Beifall gefunden, so daß wir mit dieser, vom Verfasser durchgesehenen und verbesserten Buchausgabe vielen Wünschen entgegenkommen. Die Schicksale der Mitglieder des Bundes der Freimüthigen, der unglücklichen Familie Sidorski, des charakterstarken Felix Volkhofsky vermögen jeden Leser zu intereffiren. Namentlich die Schilderungen der russischen Judenverfolgungen, des Unter suchungs- und Verschickungssystems auf administrativem Wege, die Greuel der Gefangenschaft in Sibirien und der Zwangsarbeit in den Minen von Kara sind meisterhaft gegeben. Dabei hat sich der Verfasser von sensationellen Nebertreibungen ferngehalten, so daß sein Buch durchaus lebenswahr ist. Roman aus dem Wiener Die Drohnen der Gesellschaft! Leo Norberg. Leben von Großstadt- Romane sind viele geschrieben worden, deren Verfasser ihre Unfähigkeit Charaktere und wirkliche Volfstypen zu zeichnen, durch selbstgefällige Hervorkehrung ihrer Lofalkenntnisse zu verbergen suchten. Der Verfasser aber, der längst einen Namen von literarischem Klang hat, fennt Wien wirklich. Er fennt nicht nur die„ Gesellschaft", er kennt das Wiener Leben. Und so schildert er uns Typen. Adelige Nichtsthuer, deren Beschäftigung der Sport ist, raffgierige Kapitalisten, blasirte Lebemänner, die genußsüchtigen Damen der Bourgeoisie die ganze Wiener Gesellschaft" fin de siècle. Daneben sehen wir das zertretene Proletariat in seinem Kampf um die Existenz. Gleich der Beginn des Romans, der Gerüsteinsturz an einem Neubau, aus dessen Trümmern man die Proletarier mit zerschmetterten Gliedern hervorholt, hat erusten sozialen Hintergrund. Dabei zeichnet sich der Roman durch eine außerordentlich lebhafte Sprache aus und ist höchst aktuell. Roman von Kristofer Janson. 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