\ itir.459.36.|f«l)r9. Abend-Ausgabe. ( 15 Pfennig) Bezugspreis: viekttliiihrl. 9/— Wl> rnsnatL SBt frei tns Hau», oocaus zahlbar. Post» bczug: Monatlich V— MI. ettL Ki» flellungsgedühr. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich» llngarn 92b MI, für da. Übrige Ausland 10 23 MI, bei täglich einmal. Zustellung 8 23 MI Postbeftellungen nehmen an Dänemarl Holland. Luxemburg. Schmede» u. die Schweiz. Eingetragen in die Post-Zeitung�Preisliste. Der.Borroärts" mit der Sonntag» deilage»Pol! u. Zeit- erscheint wochentäglich zweimal Sonntag, einmal. Telegramm-Adrefle:- «Sozialdemokral Berlin-. Vevlinev Volksblmtk. lMpch'' Anzeigenpreis: �#te achigespaltene Nonpareillezeile kostet ISO MI„ftlclne Unzeigen-. da» fettgedruckte Won SO Pfg. lzulüssig % settged ruckte Worte), ledes weitere Morl tO Pfg. Stellengesuche und Echlafstellenanzelgen das erste Watt ») Pfg. ledes weitere Wort ZO Pfg. Warte über 13 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungsziischlag öO>,» ffamilien» Anzeigen, poiittsche und gewerlschaftliche Vereins»Anzeigen ILO MI die Zeile. Anzeigen für die Nächste Nummer müssen bis S Aha nachmittags im Hauptgeschäft.' Berlin EW SS, Lindenstraße 8. abgegeben werden Geöffnet von 9 Uhr jrüh bis d Uhr abend,. Zentralorgan der rozialdemokratifcben parte» Deutfchlands. Redaktion und Expedition: SW. öS, Ändenstr. Z. Kernivrecher: Amt Morinpla«, Sir. ISti»«— ISIN?. Montag, den 8. September vorwärts-verlag G.m.b.H., SM. HS, iindenstr. Z. Fernlvrccher: Amt Moritiplan, Sir. 117»Z— 54. Parteitag der baüisthen Sozialdemokratie. (Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Karlsruhe, 7. September. Am Sonnabend und Sonntag fand in Karlsruhe der Parteitag der badischcn Sozialdemokratie statt. Er nahm einen gntev Verlauf. Während an früheren Parteitagen 80 bis 100 Telegicrte teilnahmen, betrug ihre Anzahl diesmal<£51. Vom Parteivorstand war Genosse W c l s, von der bayerischen Sozialdemokratie Genosse Gabler erschienen. Der Staatspräsident G e i si gedachte in seiner Eröss- nungsrcde der verstorbenen Genossen Frank und Kalb und ihrer grasten Vcrdienstt um die Partei. Der Landes- sckrctär Hohn berichtete, dast die badischc Parteiorganisation jetzt 40 700 Mitglieder zähle, nachdem sie im Kriege aus 5700 gesunken war, während sie am 2l. März 1014 rund 25 000 Mitglieder zählte. Tic Partei verfügt über 06 Landtags- und 5 Ncichstagsmandate. Es wurde Neugründung von Partciblättcrn in S i n g c n und Heidelberg sowie Schassung eines'Mit- teilungsblattes für Gcmcindcvcrtrctcr beschlossen. Tos neue O r g a n i s a t i o n s st a t u t ist dem deutschen angepastt und tritt bereits am 1. Sktobcr in 5irast. Es sieht ciiirn Partei- a u s s ch u st auch für Baden vov. Uebcr die Tätigkeit der Landtags fraktion referierte- M a r u m- Karlsruhe, über die Weimarer N a t i o n a l v c r s a m in l u n g Ge- nossc Stock aus Heidelberg. Wesentliche Einwendungen wurden nicht erhoben, vielmehr wurde der Fraktion sowie den sozialistischen Mitgliedern der b a d i s ch e n Regierung fast einstimmig das Vc,r trauen des Parteitages ansgr- sprachen.» Tic nächsten Aufgaben der Partei besprach der Abgeordnete M a i e r, die kommunalvolitischc Tätigkeit Stadtrai E n g l c r. Eine Anzahl Anträge ivurden dem Landesvvr- stand überwiesen, der um z�i Atitgliedrr verstärkt wird und seinen Sitz in M a n n h M m behält. Au der E i n i- g u n g s s r a g c, zu der Genosse Wels wiederholt das Won nahm, erklärte der Parteitag, er fechte den Kamps aus, wenn aus feiten der.stommuuistcn und Unabhängigen die Angriffe fortdauerten, sei aber auch jederzeit zur Einigung bereit. Am Montag findet eine Franc nkoiifcrcnz statt. Die ungenügende deutsche Antwort. Die franzosische Presse kündigt an, dast die deutsche Antwort nicht befriedigen dürste. Der„Petit Parisien" sagt, die deutsche Antwort bemühe sich darzutun, dast der Absatz 2 des Artikels 51 überhaupt keine Bedeutung mehr habe. Unter diesen Umständen wäre es erst recht na- türlich, diesen Absatz zu beseitigen. Das„Journal des DsbatS" setzt in einem langen Artikel auseinander, dast allerdings die Einberufung des deutschen Parlaments zur Unter- drückung des Artikels Zeit beanspruche. Aber es handle sich in der gegenwärtigen Frage um eine Frage des P r e st i g e s für die Friedenskonferenz, sie müsse beweisen, dast sie ent- schlössen ist, Deutschland zur Durchführung des FriedenS- Vertrages zu zwingen. Gefterreich unterzeichnet am Mittwoch. AuS Paris wird � gemeldet: Die österreichische FriedenS- abordnung hat dem O b e r st e n Rat mitgeteilt, dast Staatskanzler " Dr. Renner die V o fl ni a ch l zur Unterzeichnung des«> Friedensvertrages erhalten babe. Die Umerzeichnung findet Mm- tu 0 ch, 10. September, 10 Uhr morgens statt. RennerS Rückkehr nach St. Wermaitt. Der Staatskanzler ist auf dem Wcgc nach St. Germain zur Unterzeichnung des Friedensvertrages._ Einfuhrbeschränkungen in Englanä. Bekanntlich hat Lloyd George Eiufuhrbeschränkungen für England angekündigt, um �die englische Valuta nicht noch weiter sinken zu lassen. Im Gegensatz hierzu erweckt die Meldung, dast England gewisse deutsche Artikel zur Einfuhr zugelassen habe, den Anschein, als ob damit Erleichterungen für den deutschen Handel verknüpft seien. Das ist keineswegs der Fall. In der von der englischen Regierung aufgestellten amtlichen Liste befinden sich zum allergrößten Teil solche Dinge, die Deutschland überhaupt nicht aus- führen kan-n, weil es sie selbst nicht' hat. So Lebensmittel, Kolonialwaren verschiedener Art, auch Roh- baumwolle, während die für unseren Export so wichtigen Fertigartikel zum weitaus überwiegenden Teile von der Einfuhr nach England ausgeschlossen sind. So ist diese Liste von 700 Artikeln nichts anderes als ein wertloses Blatt Papier, das höchstens besagt, dast der deutsche Exporteur so gut wie gar nichts mehr in England zu suchen hat. So bedauerlich dieser indirekte Boykott der deutschen Waren ist, glauben ivir doch, dast diese Fortsetzung des Krieges als Handelskrieg sich nur'so lauge behaupten wird, bis die englische Arbeiterschaft selbst gegen die Ausschaltung Deutschlands am Welthandel, ohne den es nicht leben kann, Protest erhebt. 5ür die Grenzmorkenhüchtlinge! Die„Flüchtlingsfüriorge des Bundes der deulschen Grenz marken-Schntzverbände" teilt mit; Die Zahl der Vertriebenen nnb Ftöchtlinge aus den Grenz marken ist ständig im Wachsen. Die Hilf,! deS Staates allein kann nicht diesen um ihres Festhaltens am Deutschtum willen Verfolgten so helfen, wie es die vaterländische Ehre verlangt. Deshalb werden von der„Flüchtlingsfnrsorge des Bundes beut- scher Grenzmarken- Schutzverbände" mit Genehmigung der Regierung im ganzen Reiche Sammlungen oeraiistaltet, die Hand in Hand mit den Sammlungen der Rückwandererhilfe gehen. Für den 13. und 14. d. Mts. sind, wie schon berichtet, Opferlage festgesetzt worden, die hoffentlich reiche Erträge bringen werden. Alle Spenden sind an das Postscheckkonto: Berlin 100 der Preußischen Staatsbank, Berlin W 56, Markgrasenstr. 38, Konto B. 100 053„Flüchtlingsfürsorge" zu senden. St r i Englische Volle für deutschlanö. Amtlich wird aus' London gemeldet, dast das ö? h a n d e l s a m t die Absicht habe, die Genehmigung zur Ausfuhr von W o l l e Nach �em A u s l a n d e zu erteilen. Tiefe aus den britischen Koronien stammende Wolle ist Eigentum der Regierung und durch die Transportschwierig� keiten in England selbst, die Beschränkungen in der T e xl i l � t n d u st r i?. durch die Verringerung der K o b l e n e r z e u- g u n g«esteyt eine so grostc Anhäufung von Rohbaumwolle in England, das England jetzt Teutschland Gelegenheit geben möchte, seine Vorräte zu ergänzen Zteigerung der deutsche» Ausfuhr nach Schweden. Wegen der uark gesteig.rten Einsuhr auS Deutschland soll eine beson- dere G ü t e r fä fi r e S atz n i tz— T r e l l e b o r g w Verkehr gs- setzt werden. Fn letzter Zeit Hai die deut'cke Mililörverwal. t u n g sehr viele Automobile nach Schweden verkauft. Die Preise schwanken zwischen 20 000 br, 40 000 Mark. �Der Welteifenbahnerftreik." Von den Ortsbeamtcn-Ausichiisseu«nd dem Bezirksbeamteu- Äusschutz des Eiienbahn-Direktionsbezirks Brom b er g geht uns folgende Entschließung zu: Die durch die Presse gegangene Meldung eines im Oktober zu erwarlentxen„Welteisenbahnerstreiks" zwingt uns Beamte und Hilfsbeamte des DirektionsbösziikS Bromberg auf einer Tagung der Ortsbeainten-Ausschüffe und des Bezirksbeamten-AusschuffeS in Schneidemühl unsere grundsätzliche Stellungnahme zur Streik- frage klarzulegen. Wir verwerfen und verurteilen auf das Entschiedendste alle aus rein politischem oder materiellem Interesse inszenierten Streiks. Für uns auch gewerkschaftlichOrganisierte kommen gegebeiiensalls, d. h. wenn alle aufgewendeten Mittel zur Ver- sländigung versagen, nur E x i st e n z- und Abwehr st reilS in Frage. Wir harren wie bisher, trotz besonders gefährdeter Lage, im Gesamtinteresse des deutschen Volkes treu aus unseren Posten aus, erwarten aber bestimmt, sowohl von unserer Verwaltung als auch der Regierung, dast sie mit eiserner Energie besonders den im de- rens besetzten und auch in dem zur Abtretung kommenden Gebiete befindlichen Beamten und Hilfsbeamten sowie ihren Angehörigen ausreichenden Schutz in jeder Beziehung gewähren. Wir bitten, uns durch Taten Wohlwollen zu bezeugen, und dadurch vor aller Well die Richtigkeit des Spruches:„Treue um Treue" zu erhärte». Kriegsgefangenenklagen. Fortgesetzt gehen uns Briefe aus Gefangenenkreiscn zu, die von der trostlosen Lage in den fr anzö scheu Gefangenen- lagern ein grauenhaftes Bild entwerfen. So schreibt ein Gefan- gencr, dast er mit 300 Mann in S e d a n eingemauert sei, ohne einen Quadratmeter zur Erholung, die Fenster bis unters Dach mit Draht überzogen. Aus einem anderen Briefe geht hervor, daß nicht allslb Gefangenen unbekannt ist. wem sie die wiederholten Aeutzerungen der Ententeregierungen, die deutsche Re- gierung wolle sie nicht zurückhaben, zu danken haben. Die Hand- in-Hand-Arbeit der alldeutschen Presse mit den feindlichen hsegicrungen hat Ergebnisse gez itigt, die unseren Gefangenen teuer zu stehen kommen. Was aber sagt die f r d» z ö s i s ch e Regie- r u n g zu diesen Anklagen? Will die„kultivierteste aller Nationen" nicht endlich die Schmach von sich schütteln, wehrlosen Gefangenen gegenüber."die nur ihre Pflicht für ihr Land getan haben, bar- barischsle Quälereien anzuwenden? Ratifizierung in Kanada. Wie aus Pari? gemeldet wird. hat der kanadische Senat am 5. September den F r i e- den»vertrag von Versailles ratifiziert. Und nochmals- der Osten! Der Abendblatt des„Vorwärts" vom 6. September abgedruckte Bericht der Pressestelle beim Generalkommando des 6. Armeekorps fordert durch seineu Ton und seinen In- halt zn wiederholtem und nachhaltigem Protest heraus. Man denkt sich beim Lesen zlirückversetzt in die alte herrliche Zeit der berühmten Ludcndorfsschen„Verlautbarungen", in denen dieser General den Laus der Weltgeschichte auf seine Art er- läuterte. Was hat sich das Generalkommando des 6. Arnicekorps darum zn kümmern, ob die Engländer eine ehrliche oder tückische Politik im Baltikum betreiben? Mit welchxm Recht glaubt, er sich berufen, über den Rahmen eines militärischen Sitnationsberichtes hinaus den ganzen sehr verworrenen Komplex der politischen Fragen des Baltikums zu� erörtern, Stellung zu ihnen zu nehmen, Aeiisterungen austenpolitischen Charakters hinauszusenden, die„Triebfeder" der polnischen Politik aufzudecken und dergleichen mehr? Als eine mili- tärische Stelle hat das Generalkommando lediglich und ans- schliestlich die Befehle der vorgesetzten Behörde au sz u führen �ind darf sich nicht einmischen in Ange- 'ck legenheiten, die nicht zu seiner Zuständigkeit gehören. Po- litik gehört aber nicht zum Tätigkeitskreis des Militärs! Dazu ist die Reichsregierung da, und gerade die jetzigen mi- litärischen Führer sollen doch den Beweis ihrer Führergnali- täten dadurch erbringen, daß sie sich die verbrecherischen Angewohnbeiten der Ludendorsfschen Epoche der deutschen Geschichte, die vielen von den deiitjchen Generalen von vorn- herein unsympathisch waren, abstreifen. Weist denn das Generalkommando noch nicht, daß Teutschland den Frieden mit seinen früheren Feinden unter- zeichnet und sogar ratifiziert hat? Obwohl der Frieden noch nicht iit Kraft getreten ist(England hat ihn ebenfalls rati- fiziert), ist Tentschlond moralisch durch die Ratifizierung'an ihn gebunden. Sache der politischen Leitung der Deutschen Republik ist es, in Ausführung des Friedensvertrages die BezieOuitgen zu den früher feindlichen Staaten zu regeln, ihre gute und gedeihliche Entwicklng vorzubereiten. Durch Auslassungen militärischer Organe, wie die vom 6. Septem- ber, wird die Arbeit der Regierung unendlich er- s ch w e r t, dem Gerede von ihrer angeblichen Doppelzüngigkeit neue Nahrung geboten. Dabei braucht die auswärtige Politik unserer Republik setzt nur die reine Wahrheit.. Durch Aussprechen der Wahrheit-und die Eindeutigkeit de? Handelns stärkt sie ihre Position im Auslande wie iin Jnlandc. Am»5.'September fand im Herrenbause ein von dem Bund„Neues Vaterland" veranstalteter Vortragsabend über die Revolution und die Lage im Baltikum statt. Der ganze Jammer der dortigen verworrenen und verwickelten Lage kam in den Reden und in der Debatte zum Ausdruck. Be- sonders scharf wurde der Hast der lettischen und der estni- scheu Bevölkerung gegen die Deutschen und die deutsche Okku- patiou vprgctrageu. Als ein Novum in der Geschichte der Beziehungen zwischen den Völkern muß erwähnt werden, dast der in Berlin anwesende offiziöse oder anderswie zu be- zeichnende Vertretet der estnischen Republik in der Vxrsanim- lung zn Worte kain und in einundeinhalbstündiger Rede gegen die deutscheu Großgrundbesitzer in Estland und im Baltikum überhaupt zu Felde zog. Ueberaus scharf ging er dabei gegen das deutsche Militär vor und durch seine Schilde- rung der Verhandlungen mit den deutschen Ministern, dein Parteivorstand usw.,-. sowie der Ergebnisse dieser Verband- luitgen kam zum Teil ein einseitig gefärbtes Bild heraus. Tie zum größte» Teil, ans Unabhängigen und Kommunisten bestehende Versammlung unterstrich durch Beifall und Zu- rufe die Ausführungen dieses und der anderen Redner. Zu- rufe, wie:„Das ist doch keine Regierung!" oder„Tie hat ja keine Macht!" Hagelten in einem fort, ohne dast die Herren Unabhängigen sich bewußt wurden, dast sie durch diese Zu- rufe das Urteil über sich selbst und Me Politik gesprochen haben. Es ist ein gutes Zeichen, daß in der deutschen demokrati- scheu Republik sogar amtliche Vertreter anderer Staateis frei vpn der Leber reden und die Regierung, bei der. sie sozusagen akkreditiert sind, frei und bissig angreifen können. Wir haben auch die volle und ungeteilte Svmpathie für die beiden klei- neu baltischen Völker, die das vielhundcrtjährige Joch der deutschen Junker gründlich und endgültig von sich abwerfen wollen. Wir erkennen voll und ganz an, daß diese Ausbeuter- klaffe durch die an. der unterdrückten Bauernschaft, bei der Niederwerfung der Revolution 1905/1906 begangenen rni- nren schlichen Grausamkeiten und Greuel ihr Recht auf Scho- nung a l s K l a s s e— natürlich nicht als Menschen— verwirkt hat. Wir sympathisieren mit den Letten und Esten um so mehr, als wir für Deutschland selbst den Tag der großen Agrarreform herbeisehnen! Aber bei aller Svmpatbie müssen wir gestehen, dast der .Hast' gegen die Deutschen, der aus den Worten der nichtdsur- scheu Balten spricht, über das erträgliche Maß hin. ♦ r ausgeht. Alles, was Deutsch ist, wird' von vornherein mit schwarzer Farbe- gemalt, negiert, verunglimpft. Jetzt ist nicht die Zeit, darüber zu streften, ob die Deutschen ein posi- tives oder negatives Element in der baltischen Geschichte waren, wenngleich der Hinweis auf den Stand der st ä d t i s ch e n Kultur im Baltikum und der Vergleich mit Rußland allein genügen würde, um wenigstens den lettischen und estnischen Sozialdemokraten, die doch Vertreter des industriellen, also städtischen Proletariats sind, ibr Un- recht nackzuweisen. GlüSlich ist die Sozialdemokratie Est- lands und Leftlands, die so glühend die nationalen Jnter- essen ihrer Völker vertritt! Das ist eine Bürgschaft daftir, daß diese Völker sicher und schnell ihrem nationalen Md kul- turellen Aufftieg entgegengeführt werden. Das eine müssen wir aber erbitten: wenn man auf dieser Seite die ganze Denkweise auf die Erzieluna der erwähnten Aufgaben richtet. so soll man nickt vergessen, daß das bO-Millionenvolk der deutschen Republik gegen. unmenschliche Schmie- r i g k e i t e n anzukämpfen hat und daß manches, was von einem bestimmten Gesichtspunkte aus betrachtet vielleicht als sehr einfach erscheint, es in Wahrheit nicht ist. Wie dem aber auch sei: jetzt ist nicht die Zeit zum Tis- kutieren: durch �Worte und Üeberredung läßf sich nichts er- wirken, wenn die Unzufriedenheit mit ben Deutschen, mit der Tätigkeit des deutschen Militärs so groß und allgemein ist. Weder die Letten noch die Esten wünschen, durch Deutsche von den Bolschewiki gerettet zu werden. Das kommt von allen Seiten so ungestüm zum Ausdruck, daß es keinen Zweifel über die Schlußfolge- rungen geben kann. Schließlich ist es die undankbarste Auf- gäbe, jemand gegen seinen eigenen Willen glücklich zu machen. Die Letten und die Esten wollen sich selbst überlassen bleiben. Darum erwächst die gebieterische Pflicht, alles daranzusetzen, diedeutschen Truppen so schnell wickphysisch irgend möglich aus dem noch besetzten Gebiet abtransportieren zu lassen. Wir bestehen darauf mit aller Kraft und erwarten von der Regierung, daß sie ihren Beschluß vom 5. September f e st u n d u n n a ch s i ch t- lich durchführt. Zugleich muß für die Aufnahme der Truppen im Osten gesorgt werden. Von der Regierung er- warten wir ferner, daß die Oesfentlichkeit fortlaufend über den Abtransport der Truppen und die Räumung des besetzten Gebietes u n t e rr i ch tei w ird. Und noch ein überaus wicht' ges in das gleiche Gebiet fallendes Moment darf nickt übersehen werden. Wir meinen dabei das Treiben der russischen Gegenrevolution, die eng vefbunden.ist mit den Kreisen, d'e die RäumNng des Ostens bis jetzt noch immer zu verhindern verstanden. Das ' Hauptquartier der russischen reaktionären Verschwörer be- findet sich in Berlin. D'e Regierung hat die gebieterischi. Pflicht vor dem eigenen Volk und im Interesse der Konsoli- dierung der deutschen Republik und der künftigen deutsch- russischen Annäherung, diesen Herrschafte? scharf auf die Finger zu sehen._ Der Mann ist das!. Auf dem alldeutschen Verbandstage, in den alldeutschen Blät- tum wurde in letzter Zeit immer wieder die bange Frage aufgeworfen:„Wo ist der Mann?" Gemeint war der Mann, der nch mit genialsr Kraft an die Spitze der alldeutschen Bewegung stellen und Deutschland im alldeutschen Sinne von der Republik„erretten würde. Wir können den Alldeutschen jetzt die berührende Mitter- lung machen, daß der Mann gefunden ist. Im Anzeigenteil dez Osteroder Allgemeinen Anzeiger Nr. 107 vom S.September lesen wir: Die Geburt eines strammen, deutschen Jungen. eines zukünftigen Rächers deutscher Ehre, zeigen hoch- erfreut an Dipl.-Jng. G. Bergmann und Frau. Cassel, Hohenzollernstr. 157 l, 3. September 1916. Wir empfehlen den Alldeutschen, den Säugling Bergmann so- fort zu ihrem Ehrenvorsitzenden zu ernennen. Schreien wird er ja schon können, und mehr bedarf es bei den Alldeutschen nicht. Das Lastauto. von Frieda Rudolph-Staubitz. Raffelnd, fauchend, brüllend, gleich einem Ungeheuer der Sagen- weit kommt eS die belebte Straße herunter. Sein Getöse ver- schlingt jeden Laut. Da— ein Schrei! Mit voller Wucht saust eZ auf die Ecke eine? Hauses zu. Knapp vor dem Bürgersteig ge- lingt es dem Fahrer zu bremsen. Noch rieselt uns das Grauen fröstelnd durch die Adern, alber schon sind wir von Neugierigen umringt. Was ist geschehen? Die Vorderräder des AutoS stehen einander zugekehrt. Tie Stange vorn ist gebrochen. Die Hinter- räder stehen auf dem Geleise der Straßenbahn. Fuhrwerke stauen sich. Im Nu ist eine Verkehrsstockung da. Alles das Werk eines Augenblickes. Drei kräftige Männer schieben die Neugierigen beiseite. Männer deS Volkes. Sie sind einander unbekannt, doch verstehen sie sich, ohne viel Worte. Auch dem Fahrer sind sie fremd, noch geht sie der Wagen sewst etwas an. Ihre Herzen haben nur den gleichen Schlag. Sie fassen zu und drehen-das Rad dem andern gleich. Der Fahrer springt auf seinen Sitz. Langsam dreht er den Motor an, ein Stückchen rückwärts, halt, rechts, links, wieder zu- rück, dann vor. Der Schweiß perlt den Vieren, von der Stirne. Jetzt haben Sie'S gepackt. Das Glei» ist frei. Nun noch einmal alle Kräfte angespannt und es gelingt, den verunglückten Riesen in die weniger belebte Seitenstraße zu schaffen. Die'Dreie klopfen sich ihre Hände ab. Ein kurzes Kopfnicken dem Dank des Fahrers, wnd wie sie gekommen, gehen sie wieder. Auch die Menge geht auseinander, doch jedes Gesicht trägt einen freudigen Ausdruck. Jeder trögt Freude und Stolz mit sich fort. Freude über die selbstlose Hilfe des Nächsten. Stolz über den Sieg vereinter Kraft.- Auch mich treibt es weiter, doch drängen sich' mir andere Ge- danken auf. Ich sehe unser arme? Deutschland, wie eS einst daher- kam— rasselnd, fauchend, brüllend— bis die Stange brach. Bis es dalag, hilflos und zerbrochen. Und ich schaue mich um nach den Hilfsbereiten. Männer aus dem Volke! die, ohne ein Wort zu berlieven, Hand anlegten und nicht ruhten, bi« der Schaden au» dem Wege geräumt. Wie es die Viere gemacht in vereinter Kraft. Wohl sehe ich die Hilfsbereiten sich mühen. Doch schreien und johlen so viele andere dazwischen, packen die Räder, zerren sie hierhin und dorthin und zersplittern die Kraft, Ji\t vereint «nendltch» Großes leisten könnte. Und die Menge steht. Aber weder Freud« noch Stolz spiegelt ?sr Antlitz. Nein, Sorge und Kummer drückt sie nieder. Denn sie sieht: so kann der Wagen nimmer flott werden. So bleibt unser armes Deutschland liegen, hilflo». zerbrochen. Und daS Äl6** tzcmt Jidj uud jwckl m chm iai> im Hn wuuer bedrohlicher. Seamte und verfassungse:�. Man schreibt uns: Wie man sich auch zu dem im wesentlichen reaktionären Beamten körper stellen mag, es muh doch zu- gegeben werden, daß seiner wenn auch manchmal dickköpfigen Be- harrlichkeit das relativ gute Funktionieren der Staatsmaschine zu danken ist. Die Entbindung der Beamtenschaft von dem bis zur Revolutran gültigen Eid schuf eine gewisse Unklarheit,- die erst durch die n e u e Verfassung beseitigt wurde. E» ist des- h�cka ein dringendes Erfordernis, daß der Beamte der Republik die Verfassung auch gründlich kennt: Nun ist ohne- weiteres zuzugeben, daß für den monarchisch ge- sinnten Beamten in der Republik eine Fülle von inneren Kon- f l i k t c n entsteht* die sich durch äußere Zwangsmittel nicht aus der Welt schaffen lassen. Man wird deshalb nach einem Mittel suchen müssen, um den Beamten, ohne ihn in Gewisscnswidcr- sprüche zu bringen, doch fest an die Republik zu binden, und dieses Mittel ist der Diensteid. Er wird der Prüfftein fein, an dem sich der gute oder böse Wille des Beamten messen läßt. Hier müssen wir mit derselben Energie, mit der die alte Regierung vorging, sagen: Entweder sich beugen und im Amt bleiben, oder aber den Mut haben, der Gesinnung treu zu bleiben und den Platz zu räu- men. Darüber hinaus aber muß darauf geachtet werden, daß, ohne Parteipolitik zu treiben, der Geist des neuen Deutschland vom Minister bis zum letzten Kanzleidiener die Behörden durch- dringt. Dann erst können wir auf einen wahren Neubmr de? Landes vertrauen. Zwistben Tür unö Bngel. Unabhängige und Parlamenraristtius. Eine Generalversammlung des Bezirksverbandes Berlin- Brandenburg der Unabhängigen, die am Sonntag in den Ger- mamafälen tagte, wollte zu der durch den Beschluß der Arbeiter- räte brennend gewordenen Frage Stellung nehmen, ob die Unab- hängigen noch weiter ibre Abgeordneten in der Naftonalversamm- lung und den übrigen Parlamenten belassen oder sich zum konse- quenlen Antiparlamentarimus bekennen wollten. Eine Entscheidung wurde jedoch n i ch t g e f ä l l t, bei der völligen Z e r- k l ü f i u n g der Ansichten rettete man sich vor der Hand durch das billige Mistel der V e r t a g un g. Für die gänzliche innere Zerfahrenheit- in der U. 3. P. ist dieser Ausgang typisch. H a a s e in Person verteidigte den Standpunkt der parlamen- taöischen Tätigkeit. Allerdings versuchte auch er, den radikalen Elementen so weit als möglich entgegenzukommen, indem er unter Verleugnung der Wirffamkeit des früheren Volksbeauf- t ragten Haase sich grundlätzlich auf den Baden des Räte- systems stellte. Aber man dürfe aus dem Rätesystem keinen Fetisch machen, sondern müsje�ailch die anderen Kampfmittel, einschließlich des Parlamentarismus, anwenden. Haase berief sich auf Marx und Engels, auf Rosa Luxemburg, die noch auf dem Gründungskongreß der Kommunisten Beteiligung an den Wahlen gefordert und ihren Gegnern„Denkfaulheit" vorgeworfen habe, auf Liebknecht, der gleichfalls für Wahlbeteiligung war, und Klara Zetkjn, die noch heute als Kommunistin Mitglied des württembergischen Landtags ist. Allerdings habe Klara Zetkin schon von den Kommunisten ihre Quittung erhalwn. Man wirft ihr vor, daß sie den Sozialismus dadurch kompromittiere, und hat ihr sogar die For- derung gestellt, entweder au» dem Parlament auszutreten oder aus der Kommunistischen Partei. Klara Zetkin hat sich aber ge- weigert, das Mandat niederzulegen, weil sie sich' solche Vorschrif- ten nicht zefilllen lassen könne. Das Parlament sei als A g i t a't t ö n s t r i b ü n e zu be- nutzen. Darüber seien sich olle Genossen einig, daß mit den übri- gen Parteien in den Parlamenten keine Koalition zu schließen sei. Haase gab ferner zu bedenken, daß eine Parole auf Wahlenthaltung gar nicht wirken würde, die Wähler würden trotzdem zur Urne gehen und dann für die MehrheitSso- z i a l i st e n stimmen, cschließlich warf Haase die Frage auf, ob denn die Unabhängwen auch auS den kommunalen Vertre- t u n g e n hinausgehen wollten, in denen sie teilweise die Mehr- heit haben. Das wäre so absurd, daß man gar nicht darüber zu reden brauchte. AlS Korreferent trat D ä u m i g dem Abgeordneten Haase entgegen. Er ging davon aus, daß im jetzigen Stadium der Re- polution der Parlamentarismus keine Begründung mehr habe. Für ihn ist der Parlamentarismus nur eine Sache des Männer auS dem Volle! Packt an wie die Viere. Ein Wille, ein Ziel, eine Tat. Auf daß wir wieder jauchzen können, jauchzen ob der Freude an der selbstlosen Hilfe deS Nächsten. Jauchzen ob dem Stolz über den Sieg der vereinten Kraft. Erstes Konzert öer freien Volksbühne«. DaS erste vom Verband der Freien Volksbühnen veranstaltete Konzert dirigierte der Generaldirektor unserer Staatsoper Mtix v. Schillings. Er stellte sich damit einem großen Teil des künstlerischen, einem größeren des arbeitenden Berlins vor. Ter einstimmige, beifallsfrohe Tayk, der ihm entgegenscholl, mag sym- bolischen Wert beanspruchen: er galt einem Künstler, der berufen ist, die vier lapidaren Worte über den Säulen des Volks theaters in die Praxis hinüberzuleiten, jene viel gesprochenen und wenig beachteten Worte:„Die Kunst dem Volke". DaS Programm dieses ersten MittagskonzertS war voll von packender Romantik. � Zwar: das Herz des HörerS konnte dielleicht nur b-ü der Freischütz- Ouvertüre ganz erwärmen; aber Wolfs Peuthcsilea und B e r l i o z' phantastische Sinfonie erringen sich, wenn sie auch frei bleiben von allem, was Liebesleben und Liebesichön- heit verkünden, dennoch einen-Riesenerfolg. Es sind beides Werke unserer Nerven, unserer Einstellung auf sinnliche, leidenschaftliche. aufpeitschende Stimmungen, eS find dichterische Kübnbeiten, die. mögen sie 50 oder 100 Jahre alt sein, ewig lebendige Vorahnungen unserer künstlerischen Entwicklung, unseres Orchesters und unserer revolutionären Programme bedeuten.?llso Geniestücke. Wolf: nicht ohne da? vorbeizielende, krampfkiaft gesteigerte Zuviel der äußeren Arbeit; für sie entschädigt das ungeheure Feuer, die Leidenschaft des Ausdrucks, der sich neue Formen zurechtbiegt, vie vom Geilte Waaners w-g sich für Augenblicke schon dem modernsten Strauß-Stil näbern. Berlioz: aus der Festigkeit der Sinfonie er- regt und berauscht hinausjauchzend in die sinfonische, programma- tisch gedeutete Freiheit, voller Einfälle, die sich künstlerisch zu festen Ideen ausweiten, voller Wollust seine Arm? um jedes Instrument schließen, das Letzte an Hinaabe verlangend. So werden fünf Sätze in fiebriger Hast bing'eschrieben, dre' davon nmstrg�'� v-— G?n;•* zwei auf der Linie des klar und schön Gewollten. Ein Dämon der Musik. Schillings bat all diese Musik nicht nur im Kops; bevor sie in seinen Händen beredten Ausdruck bekommt, nimmt sie seine» Herzen? eine Blutwelle mit, und läßt uns rüblen, wie ein moder- ner Musiker großen Formats das Romantische der Musik mit ge» raden Strichen zum nachzitternden Erlebnis gestaltet. _ Kurl Singer. MmkriM. Erfrenlicherweise beginnt jetzt auch in einem Teil der Film- presse an neuen FilmS eine Kritik geübt zu werden, die mehr ist als versteckte Reklame oder bloße Beurteilung der Darstellungs». Regie- und Aufnahmctechnik. So wirft„Der Filmhandel" bei der Besprechung eines Film», in dem Bassermann einen„genialen� Hochstaple, und Mörder meisterhaft darstellt» die Krage auf: dritten Standes, der Bourgeoisse im Kampfe gegen die Feudalzeit. Er bezeichnet es als Pflicht der Unabhängigen, den varlamentarischen Institutionen rücksichtslos entgegenzutreten. Däumig verteidigte die Rätediktatur und wgrf Haase und seiuen Freunden vor, daß sich ihre Politik von der der Rechtssoztaliften nicht wesentlich unters che i d e. Auch Haase wolle durch Demokratie zum Sozialismus. Es nutze nichts, bloß auf Ebcrt oder NoSke zu schimpfen. Die Parole heiße: Hie Re- formsozialiömus, hie revolutionärer Sozialismus. Gegen die Kommunisten zog Däumig den reichlich unklaren Trennungsstrich, daß er nicht wie diese die Herrschaft einer Partei wolle-. Beide Redner fanden bei einem Teil der Ver- sammlung Beifall. Von Haase war sollende Resolution eingelaufen:# „Die VerchandSgeneralversammlung Berlin-Brandenburg stellt sich auf den Boden des RevolutionSprogramms der U. S. P. Sie bedient sich zur Erreichung ihres Zieles aller yolitiichen ynd wirtschaftlichen Kampsmittel, einschließlich der Parla- m e n t e." Zu einer Abstimmung über diese Resolution kam es jedoch nicht. Die Debatte wurde auf eine spätere Verbandsgeneral- Versammlung vertagt. ' Sie schlafen.» Z�rst tröpfelte es. Dann setzte ein ergiebiger Regen ein. Ihm folgte ein erklecklicher Guß. Seit Tagen geht ein wahrer Wollenbruch über un� hernieder. Aus ollen Provinzen und Ländern der deutschen Republik kommen die Karken und Briefe, die uns melden, daß in den Aus- schriften der öffentliche� Gebäude alles beim alten geblieben ist. lieberall glänzen die Hlchstaben des„Kaiserliche«" oder„König- lichen" von den Fronten. Wollten wir alle die Meldungen ab- drucken, würde eine ganze Nummer des„Vorwärts" nicht ge- nügen. Wir müssen daher heule summarisch vorgehen. Als ehemalige„Haupt- und Residenzstadt" steht Berlin an der Spitze. Hier wird nicht weniger geschlafen als in der Provinz. Die Kaiserlichen Postämter bestehen nach wie vor. Tie Königl. Amts- und Landgerichte stehen ihnen treu monarchisch zur Seite. Ein Leser ist vom„Königs." Landgericht verdonnert worden. Er fragt an, ob das Urteil rechtskräftig werden kann, und fügt an:„Allerdings steht das„Kgll" nicht im Urteil, aber vorn ym Tor deS mausgrauen Gebäudes". DaS Berliner Post- scheckamt ist natürlich auch noch„Kaiserlich". »Das Berliner Polizeipräsidium ist ebenfalls noch„Kgl.", ob- wohl ein Sozialdemokrat an der Spitze steht. In Charlottenburg dieselbe Geschichte. Die Polizeireviere sind„Sgl.". Der blaue Polizeiwagen trögt den alten Vermefk„Kgl. Polizeipräsidium"; für ihn hat sich nichts geändert. Er rollt ja auch auf den alten Rädern; weshalb soll er da nicht, die alte Aufschrift tragen? Das Patentamt in der Gitfchiner Straße ist Kaiserlich; die Garnisonverwaltung in der Kaserne Scharnhorststraße ist König- lich. Dabei handelt es sich hier um ein Emailleschilb, das leicht überpinselt werden könnte. Wenn die Behörden schlafen, weshalb sollen dann die Pri- vatleute munter sein? In vielen Geschäften Unter den Linden prangen in den Auslagen Visitenkarten mit den Namen ehemals „hochstehender" Persönlichkeiten, sie werden heute noch von man- chen Passanten hoheitsvoll angestaunt. Die ehemaligen Hosliefe- ranten empfinden nicht daS Bedürfnis, ihre Schiwer zu ändern oder abzunehmen. Es gibt noch einen Hofbüchsenmacher Barella in der Französischen Straße, und die Firma Knauer prunkt an ihren Möbelwagen immer noch mit ibrer Eigenschaft als Hof- spediteure. Sie will sich. offenbar Wilhelm für seinen Wieder- einzog zur Verfügung halten. In Potsdam haben wir ein Kgl. Proviantamt. Dort gebt der Magistrat der Bevölkerung in rührender monarchilcher Treue mit gutem Beispiel voran. Auf den neuesten LebenmSittelmarken preist er sich als Magistrat der Residenzstadt Potsdam..Königlich" sind aber die Rationen nicht, die er verteilt. Uebrigens will der Magistrat der Stadt Charlottenburg hinter dem Potsdamer Kollegen an Treue nicht zurückbleiben. Auf einem Briefumschlag des Borsitzenden der Einkommensteuer- VeranlagungSlommission bezeichnet sich der Charlottenburger Ma- gistrat als ein solcher der„Königlichen Residenzstadt Cbarlotten- bürg". Und dieser Steuerbrief ist vom Magistratsboten am 4. September zugestellt worden. „Warum spielt Albert Bassermann eine solche Rolle?— Es soll hier keine Antwort gesucht werden, Vermutungen zind undankbar. Aber etwa» anderes wäre zu sagen: Deutschland macht(wie viele andere Staaten auch) eine Periode moralischen Tiefstandes durch. Da»- Niveau sittlichen VerantwortlichkeitsgeiühlS ist so gesunken. daß man �ein weiteres Sinken eigentlich nicht wünschen kann. Ilm so mehr sollte es Pflicht erster Künstler(und Dichter) sein, nur solche Schöpfungen in die Masse zu bringen, welche geeignet sind. an der kulturellen Hebung des Volkes mitzuwirken. Ein so bleu- dendes Bild eines Schurken. und Parasiten der Menschheit, wie eS in diesem Film entworfen wurde, ist aber nicht geeignet, veredelnd zu wirken, wenigstens nicht bei dem DurchschnittSbesucher deS k�inoS. Auch der Umstand, daß der geniale Gaucker kein gutes Ende hat, kann diese Wirkung wenig verändern." Man hat in der Tat den Eindruck, daß der Film jetzt nur noch Abnorme, Prostitniert«. Hochstapler und Verbrecher für dar- stellungswürdig achtet und auS sich heraus zu keiner Gesundung gelangen kann. In derselben Zeitschrift wird mit Recht gefordert, daß mehr populärwissen'chaftliche Bilder gemacht und vorgeführt werden.„Es muß möglich sein, solche Fjlms(wie die von Gau- mont und Patbö) auch hier herzustellen und rentabel zu verwerten. Wenn die deutschen Filmverleger dieS nicht tun, werden die Aus- länder leichtes Spiel haben, in den deutschen Markt einzudringen. Da» deutsche Publikum will andere Sachen sehen, es fehlt ihm «ur das richtige Sprachrohr, seine Wünsche auszudrücken und vernehmlich ans Ohr der Fiftnhersteller zu bringen." Dafür sind die Filmfabriken dabei, da der sexuelle und Auf- klärungöfilm abgegrast ist oder von der Zensur bedroht wird, einen neuen Modeartikel: den mystischen Film zu schaffen. ftstlzen. — D i e e r st e N e u?« i t d er StaatSoper wird die musi- kaiische Legende„P a l e st r i n a" von Hanz Pfitzner sein. Der Dichterkomponist, von dessen Werken bisher nur»Der arme Hein- rich", und zwar 1000/01 zur Aufführung gelangte, hat dre szenische Leitung selbst übernommen.— Im Deutschen Opernhaus» wird MontemezziS Musikdrama �Di« Liebe dreier Könige" ihre deutsche Uraufführung am 3®. September erleben. — Aus Strindberg» R ach l a tz wird in diesem Herbst der erste Nachlaßband bei Georg Müller veröffentlicht werden, der die dramatische Trilogie Moseö. SolrateS. Christus enthält. — Für die hungernden Kinder im Erzgebirge geht Dienstag nachmittag 3 Uhr im Künstlertheater Gerstenbergs »Ugolino in Sz«n«-'!50n �"thc und Lessing hoch- gepriesen, ist vor genau 150 Jahcen von der Döbbelinschen Truppe in Berlin gespielt worden und seither nicht mehr. Für die Vor- strillung hat Josef Deaga ein« Bühnenmusik komponiert. — Elvi Silva, von 1880 bi» 1g02 Heldentenor an der Berliner Oper. ist. 73 Jahr« alt, in Berlin gestorben. Er hatte sich al» Wagner�änger im Auslände— er stammte aus Brüssel— bereits seinen Ruf errungen, als er nack> Berlin kam. Hier bat tt feine kolossale Summe besonder» in den Dienst von Meyerbeer» Mozart«ch u, de» Berijta«(Leoneava llo) gestellt. I Eine Serichtkgung. DaZ Äenerallommando 20. A.-A. sendet uns eine umfangreiche Berichtigung zu unserm Artikel vom 5. b- M.„KvnigstrcueS Gesindel", der wir folgendes entnehmen: Es ist unzutreffend, daß mehrere Zivilisten von den Dragonern grundlos mißhandelt und eingesperrt seien und daß Herr Fauck von dem Rittmeister v. Massow unter Wutausbrüchen nicht zu Worte getgjsen und auf dem RMwege von Dragonern überfallen und mißhandelt worden sei, vielmehr bandelt es sich um einen während des Gesprächs von einem offenbar krankhaft erregbaren Menschen unternommenen uncrmittelten Angriff, bei dem die an- wesepden Militärpersonen pflichtgemäß sofort eingriffen, Ueber die weiter erwähnten Vorfälle wird aus eine Erklärung des StadisekretärS Fauck verwiesen, in der dieser angibt, daß er am 12. Juni durch den Dragoner Schneider mißhandelt wurde. das zweite Mal am 30, Juni. Außer ihm wurd� nah Dzioch mißbandelt. Strafantrag ist gestellt worden. Eine Erklärung des Bürgermeisters Kuhn be'agt. daß dieser dem Dzioch«inen Waffen- schein ausgestellt bpt. Von Fauck wird endlich mitgeteilt, daß er in seinen Ansichten zur II. S. P. abgeschwenkt sei. Seine gänzliche Entfernung aus Neidenburg steht bevor. Die Stimmung der Be- volkc.rung gegen ihn wegen seiner Hetze gegen die Regierung und die Regierungsiruppen ist sehr erbittert. U ebergriffe seitens der Angehörigen der Truppen werden gerichtlich geahndet werden. Das Verbot der„Deutschen Zeitung". Die Bebauptung oer ..Deutschen Zeitung", daß dos Verbot, das der Reichswehrmintster gegen sie erlassen bat, auf Veranlassung des Reichsfinanz- Ministers Erz berger erfolgt sei, ist trei erfunden. Auch die.Deutsche Zeitung" müßte übrigens wissen, daß Herr Erz- berger unmöglich gegen einen in Berlin erschienenen Artikel beS gleichen Tages Matznahmen veranlassen kann. Industrie und Handel. Börse. Auf dem heutigen Verkehr traten Valutapapiere stark den Vordergrund. Anfangs waren in einigen dieser Werte bedeutende neue Aufwärtsbewegungen zu verzeichnen, die sich in- dessen später nicht voll aufrecht erhalten liehen. Das galt nament- lich von Steaua Romana. Das Papier hatte am Sonnabend mit 513 geschlossen, eröffnete mit öSö, ging dann auf 515 und war später 538. Kanada schloffen am Sonnabend mit 532, notierten heute zuerst 545, später 535 und in der zweiten Börsenstunde 531. Baltimore waren um S Proz., Deutsch Uebersee um 8 Proz., Deutsche Petroleum um 11 Proz., Türkische Tabak um 6 Proz., Lrientbahnen um 4 Proz., Schantüngbahn um 4 Proz., Westsizilianer um 4 Proz. und Mittelmeer um 3 Proz. gebessert. Auw in einigen Koloniack papieren setzte sich die Aufwärts- bewegung im starken Maße fort. Pomona notierten 1360 nach 1300, Deutsche Kol»nialanleile 800 nach 760 und South-West 171 nach 167. Kriegsanleihe wenig verändert mit 70�, ältere heimische Anleihen durchweg behauptet, nur 3proz. Reichs- onleihe fast% Proz. höher. Am Montanmarkt standen Phönix im Vordergrunde, die 6 Proz. gewannen. Fester auch Karo-Hegenscheidt, Harpener und Luxemburger. Schwächer Bochumer, Lothringer Hütte und Nombacher. Anilinpapiere rund 3 Proz. höher. Am Elektromarkt Bergmann und Elektrische Licht- und Kraftanlagen 3 Proz. anziehend, A. E. G. und Schuckardt Pcoz. höber. Von R ü st u n g s w e r t e n Daimler 7 Proz. niedriger auf sehr ungünstige Geschäftslage 4ines Werkes. Auch Hirsch-Kupfer stärker rückläufig. Schiffahrtspapiere leicht gebessert. �(broß'�erlm Gryft Berliner Verkehreaugeleqenheiten. Die Vollversammlung de? Zweckverbandei E>roß-B«rlin verhandelt« in ihrer heutigen Sitzung nur über VerkehrSangelsgenheiten. Zur Kenntnisnahme teilte der Ver- bandsausschuß mit. daß er nach dem Beschluß der Versammlung den Kaufvertrag mit der Großen Berliner Straßenbahn- Gesellschaft geschlossen und zur Aufbrin- gung des Kaufpreises won 137� Millionen Mark die staatliche Genehmigung zu einer Verbandsanleihe von 141 Millionen Mark(einschließlich' Stempelkosten, Ilmsatzsteuer usw.) nachgesucht und erhalten hat. Di« zur Beschlußfassung vorgelegten Grundsätze für die Verwaltung des ivtzigcn Verbandsunternehmens.Groß-Derliner Straßenbahn" wurden gebilligt. Das Personal wird vollzählig übernommen, die Direktion behält ihr« bisherig«, ihr die nötige Bewegungsfreiheit sichernde Selbständigkeit, lin besonderer Ausschuß deS Verbandes bildet künftig den über ihr stehenden Aufsichtsrat. Zum Erwerb der Berliner Ost bahnen für 614 Millionen Mark, die aus einer anderen Vorlage zu bezahlen sind, ermächtigte die Vollver- sammlung den VeroandSausschuß. Die bisherigen Abgabenrechte von Oberschöneweide und Friedrichsfelde sollen durch feste jährliche Entschädigung von je 10 000 M. abgegolten werden. Die für die Große Berliner Straßenbahn beschlossenen BerwaltungSgrundsätze gelten auch für dies-s» Unternehmen. Genehmigt wurde die Ueber- rrggung der Berliner Elektrischen Straßenbahnen (Siemens u. Halske) auf die Stadt Berlin, die längst den größten Teil der Aktien besaß. Die durch Schiedsgericht festgesetzte F a h r p r« i» e r hö h u n g bei der Großen Berliner Straßenbahn und den Berliner O st bahnen, eine Folge der Strompreiserhöhung, die durch die Kohlenpreiserhöhung notwendig geworden ist, wurde zur Kenntnis genommen. Stadt- verordneter R a d t! e- Neukölln(Unabhängiger) bedauerte die Be- seitigung der Sammelkarte, weil mit ihr auch die Fahrpreis- ermätzigung weggefallen ist. Er empfahl Einführung von Sammel- heften mit Fahrpreisermäßigung. In der Debatte über diesen Vorschlag sprach der VekehrStechniker Prof. Gies«(als Verbands- direktor-Stellvertreter) gegen die Ermäßigung. Baurat Lange (Kreis Teltow) wies auf die Abneigung der Straße nbahnan gestellten gegen Sammellarten und Sammelhefte hin. Stadtverordneter Stadthagen- Charlottenburg unterstützte den Vorschlag der Sammelheste, er möchte aber ke i_n e Ermäßigung gewähren. Burger. meister B e r t h o l d t- Oberschöneweide forderte Ueberaang zum Einheitstarif auch für die Ostbahnen. Ein Antrag Rabtie. Einfüh- vung von Sammelhesten mit Ermäßigung in Erwägung zu ziehen, wurde abgelehnt, angenommen dagegen ein Antrag Lange, den Vorschlag sprach der Verkehrstechniker Prof. G i e s e(als Verbands. ichuß zur Prüfung zu überweisen. Di« bis 30. Sep- tenrber geltenden Bestimmungen über die Tarife der Ber- liner Elektrischen Straßenbahnen, derCöpe- nicker Straßenbahn und der Hoch- und Unter. grundbahn sollen weiter zunächst bis 31. Dezember gelten. Sie setzen für die Berliner Elektrischen Straßenbahnen den Tarif der Großen Berliner Straßenbahn, für die Cöpcnickcp Straßenbahn den Tarif der Berliner Ostbahnen fest. Beide Unternehmen sind da- -nach auch zu den neuesten Tariferhöhungen berechtigt und haben schon Antrage gestellt. Ueberflusstge Nervosität. Dazu wird uns noch von einem Augenzeugen geschrieben: „Gegen lbo Uhr kam von Bichelsberge her ein DemonstrationS- zug von z'rka 2000 Jugendlicher der„Freien sozialistischen(kommu- nistiscken) Jager von der Internationalen Jug-ndkundgebung die Straße nach Spandau entlang. Ungefzhr 500 Meter vor der Havel- brücke fuhren dem Zug Beauftragte der Reichswehrtruppen ent» gegen und forderten den Zug auf, auseinander zu gehen, da das Kommendo den Auttrag babe. einen DsmonstrationSzug durch Spandau verhindern; di« Aufforderung wurde mit Hohn- lachen zurückgewiesen und mit her Bemerkung, daß sie ihren Weg fortsetzen würden, auch wenn„NoSke.der Massen- mörder" selbst es verhindern wolle. Dos Kommando fuhr dann zurück. Einige 100 Meter vor der Brücke wurde die Auffor- derung, auseinander zu gehen, nochmals wieder- holt und erklärt, daß scharf geschossen werden müßte, wenn der Zug nicht zurückgehe. Auch dieser Aufford eru n g wurde nicht Folge gegeben. Nunmehr riefen die Offiziere noch einmal d«m Zug zu, auseinander zu gehen und gaben dann erü den Befehl zum Feuern und zwer sollte die Salve nur in die Lufr abgegeben werden. Bedauerlicherweise wurden dabei aber iünf Jugendliche verletzt. Der Zug zog sich dann mit Hochrufen auf die Weltrevolution und Niederrusen aus die Regierung zurück." Es ist also nicht wahr, daß die Offiziere, w'e dt« „Freiheit" schreibt, ohne jede A u f so r d e r u ng� B c f e h t zum Scharfschießen gegeben hätten. Die Schuld für diesen bedauerlichen Vorfall fällt lediglich ljus die Führer jener Jugendbewegung zurück, die in so leichtsinniger Weise das Leben ihrer Mitglieder in Gefahr bringen. Es ist dies nur etil Anlaß mehr, daß die Arbeitereltern darauf achten, daß ihre Kinder nicht dieser Organisation nachlausen. Ein Verband Berliner Junglehrer und KriegSseminaristen In einer in den Prachtsälen„Alt-Berlin" tagenden Versamm- lung wurde gestern abend dieser neue Verband gegründet. Zuvor referierte Herr Wendicke über die wirtschaftliche Notlage. AuS diesem Referat ist zu entnedmen. daß die Berliner Junglehrer ein Monatsgehalt von 200—300 ML bezieben. Tie Vertreterstellen werden init 1,80 Mk. pro UnterrichtSstund« bezahlt. Die zur Durchsicht und Korrektur der'Schülerarbeiten nötige Zeit wird ebenso wie die Ferien und Feiertage nicht entschädigt. Infolge dieser„königlichen" Bezahlung sehen sich viele Junglehrer ver- anlaßt mit'Seife und Zigaretten zu handeln.(Bewegung.) Trotz- dem viele Junglehrer keine Anstellung finden, bekleiden Rektors- oder Lehrerfrauen und-Töchter Stellen, die für Kriegsteilnehmer vorgesehen sein sollten. Größer als die wirtschaftliche ist die geistige Not. ES ist zwar eine Verordnung in Vorbereitung, die den Lehrern den UniversitätSbesuch erlaubt, aber bei den Gehaltsverbältnissen wird es niemandem möglich sein, die Unkosten zu bestreiten. Die Unterstützung der Kriegsseminaristen beträgt in Berlin 75— 200 M. — pro Jahr. In Berlin ist eS so weit, daß Junglehrer und Kriegssemina- risten Leichen einsargen, um ihr Leben fristen zu können(große Unruhe), andere haben während der Ferien in Badeorten als Kellner gearbeitet. Junglehrer K i tz m a n n referierte über die Forderungen der Junglehrer: Neben dw Besserung der wirtschaftlichen Not wird von der kollegialen Schulleitung die Beseitigung der zweiten Prüfung. die von dem Wohlwollen der Vorgesetzten abhängig und darum eine Farce ist, und das Universitätsstudium für die Lehrer ge- fordert. Weiter wird eine Stärkung der fortschrittlichen Elemente in den Lehrervereinen angestrebt. An Hand von Aktenmaterial erhärtet der Redner die Angaben WendickeS über die Besetzung von Lehrerstellen durch Frauen der Rektoren und Lebrer. An die Schule in der Ofener Straß« unterrichtet sogar eine Frau, die nie- malz eine Lehrerin war. An eipcr anderen Stelle befindet sich eine Dame, die in Rußland ihr Examen gemacht hat. In der Diskussion, di« teilweise'sehr lebhast war, kamen Ver- treter aller iLehrervereinigungen zu Wort, so die ArbeitSgemein- schuft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen, die Vereins- gung sozialistilckier Lebrer und Lehrerinnen, der Berliner Lehrer- derein u. a. Allgemein wurde die Notwendigkeit de? Zusammen- schlusses der Junglehrer und Kriegsseminaristen zur Hebung der wirtschaftlichen Notlage dieser Beamtenkategorie anerkannt. In vorgerückter Stunde wurde die schon erwähnte Gründung vorqe- nommen und zu Voxsitzenden die Herren Wendicke und Krüger und in den GeschöftSsührenden Ausschuß die Herren Gebert und Kurt Kitzmann gewähll.'_ Für gebrechliche Kinder ist eine segensreiche Einrichtung be- stimmt, die orthopädische Poliklinik mit Fürsorge- und Beratungsstelle in Berlin, Skalitzer Str. 9, nahe Kottbuser Tor. Sie wird unterhalten von dem in Dahlem be- findlichen OScar-Helene-Leim für Heilung und Er- ziehung gebrechlicher Kinder. Mit dem 1. September hat sie wieder ihre volle Friedenstätigkeit begonnen und sie hält fortan für neue Fälle Sprechstunden Montags, Mittwochs, Freitags von 2— 3. Uhr ach. Alle Unbemittelten mit orthopädischen Leiden (mit Knochen- und Gelenkerkrankungen, besonders infolge von Tuberkulose und englischer Krankheit, mit RückgratSvcrkrümmun- gen, LähmungLN, angeborenen Hüstverrenkungen, Platt- und Klumpfüßen u. a.) werden dort behandelt. Außerdem wird für schulentlassene Kinder Rat zur Wahl eines geeigneten Berufes erteilt. Auch werden dort die Aufnahmen für die klinische Be- Handlung, einschließlich der Freiluftbehandlung im Walde sowie für die Schul- und Handwerkserziehung im OScar-Helenä-Heim erledigt. Kriegerheimstätten und Wohnungsfrage. Eine zahlreich be- suchte Versammlung der Groß-Berliner Bodenreformer faßte nach eindringlichen Darlegungen von Stadtrat Dr. Boldt und Dr. Da- maschke einstimmig eine Entschließung, die die Reichsregierung ernst und dringend ersucht, mit aller Kraft für baldige Verabschiedung des KricgerheimstättengesetzeS einzutreten. Sie weifen darauf hin. daß bereits der alte Reichstag am 24. Mgi 1916 diese« Gesetz«in- stimmig gefordert hat. daß auf dem ersten Kongreß der Arbeiter- und Soldatenrät« Deutschlands am 20. Dezember 1918 sich die große Soldatenfraktion einstimmig für den vom Hauptausschuß> für Kriegerheimstätten vorgelegten Entwurf erklärt hall Endlich am 21. Juli dieses Jahres die Reichsregierung durch ihren Kommissar in der Nationalversammlung auf das Bestimmteste has erklären lassen: Der Entwurf des Kriegerheimstättengefetzes sei im ReichS- justizamt fertiggestellt. /Angesichts der Tatsache, daß Hunderttausende von Angehörigen der Reichswehr in kürzester Zeit entlassen werden müssen, daß Hunderttausende unserer Kriegsgefangenen nun endlich zurückerwartet werden, erklärt die Versammlung«S für eine un- bedingte Notwendigkeit, daß nun mit der größten Beschleunigung ein wirklich wirksames Kriegerkeimstättengesetz gesckxiffen und dann auch bock berufenen Männern rücksichtslos durchgeführt werde. Einbrecher im Ruberverei«„vorwärts". Schon da» zweit« Mal innerbalb kurzer Zeit haben Einbrecher dem Arbeiter-Ruder- VeSein„Vorwärts"«inen Besuch abgestattet und aus Ken Garde- robenräumen der Mitglieder mit sachkundiger Hand hauptsächlich wollen«, Sweater. Strümpfe. Decken und Zelt« mitgehen heißen. Da die Mitglieder ausschließlich Arbeiter sind, die sich die zetzt ungeheuer teuren Wollfachen kaum beschaffen können, trifft sie der Verlust um so empfindlicher. Die Einbrecher müssen mit den Ort»- Verhältnissen genau vertraut sein, da die Alarmvorrichtungen noch intakt waren. Der Mord an dem Wächter. Di« Ernrittekung«n nach den Tätern, die den 74ähriflen Wächter August Schulz getötet haben, haben bsyeitS zu einer Spur geführl. Während die beiden geraubten Wagen der Futtermittelbandlung von Gummert in Reinickendorf an der Eck« der Baseler und Holländer Straß« gefunden wurden, sind Pferde und Ladung noch verschwunden. Rngeftelltenansschüss« der Brost- Berliner Metallindustrie. Die Birtanimwng am Dienstag um« Ubr in Haveriand» Fetttäle« ist unbedingt von allen Obleuten oder deren Ttellvertretern zu betuchen. BollzugsauStchutz. Volkskonzerte de» Vhilbarmontichen Orchester» beute Montag Brauerei Happoldt, Hasenheid« S2/ZS, Dienstag Gtabttbeater Moabit. Alt- Moabit«7,48. Mittwoch und Freitag Brauerei HavpoldL Beginn S Uhr. Antritt 80 Pi. Kassenerbffnung 7 Uhr. »Im Reiche der Wolken." Sichibilderdortrag. Swdienassessor Mbrecht am Mittwoch. Tlt Ubr. in der Trevtow- Sternwart«. Mit dem großen Fern- rodr wird ieizt am Abend der Wood, die Wega und der Ringnebel in der Leyer gezeigt. Lichtenberg. Stadtverordnetensitzung. Bei der zunächst an- beraumten Wahl von 12 unbesoldeten MagistralSmiigliedern ge- langte nur eine Vorschlagsliste zur Abstimmung, weil sich die drei Fraktionen auf eine solche geeinigt hatten. Tie sozialdemokratische Fraktion stellte vier Kandidaten, die Unabhängigen fünf, die Bür- gerlichen drei. Die Wahl erfolgte einstimmig. Von der S.P. T. wurden die Genossen Becker, Peterhansel, Ludewig und Baranowski gewählt. Ein Antrag wegen Schaffung eines Altershenns wurde von unseren Genossen unterstützt, nachdem Genosse Peterhansel auf die Dringlichkeit hingewiesen und noch hervorgehoben batte.�daß bei �dem Bau auch ans die schwer Kriegsbeichädigten Rücksicht Hu'nehmen sei, für die in der umfassendsten Weise gesorgt werden müsse. Stadtverordneter Köhler(Bürgerl.) ersuchte dringend um Freimachung der Schulräume in der Leopoldstraße, die vom Magistrat schon längst zugesichet ist. Genosse M i r u s unterstützte labhaft diesen Wunsch. In Verfolg eines Antrages der Soz. �Fraktion betreffend Uebernahme des Beerdigungswesens durch die Stadt beantragt Gen. Minus die Wahl einer Kommission, um schnellstens eine neue erheblich besser« Vorlage zu schaffen. Tagegen wanden sich die Unabhängigen, indem sie sich hinler die Regierung stecken, die angeblich durch ihre unzureichenden Maßnahmen ein durch- greifendes Arbeiten der Kommission unmöglich gemacht habe. Ge- nasse Minis wies das Haltlose dieser Behauptung nach. Die Köln- Mission habe unbeschränkt arbeiten können. Nach einer Erklärung des Ttadlverordnetenvorstehers, wonach in der nächsten Sitzung die Neuwahl sämtlicher' Kommissionen erfolg«, wird der Antrag aus Zwcckmäßigkeitsgründen zurückgezogen. Genosse Kegel verweist aus\ die Bekanntmachung wegen Einschulung der Kinder, in der gesagt wird, daß die katholischen und evangelischen Kinder anzumelden seien. Redner fragt an, wo die konfessionslosen bzw. freireligiösen Kinder gemeldet werden. Oberbürgermeister Ziethen erklärte, daß die Bekanntmachung noch in der alten Form erfolgt sei. Er werde für Abänderung Sorge tragen. HermSdorf. Schöffenwahl. In der Gemeindevertretersitzung vom 5. d. M. wurden 2 Bürgerliche und 1 Mitglied der S. P- D. zu Schöffen gewählt. Die Unabhängigen halten sich seit der Aus-- Weisung des ArbeiterratS den Sitzungen fern, waren daher auch zu der Wahl nicht erschienen. Der neugewählte Schöffe ist der Genosse Prof. Rudolf Neunzig, t( Hennickendorf(Niederbarnim). Bus der Gemeindevertretung. Am 4. d. M. wurde die Wahl des Gemeindevorstandes und der Schöffen vorgenommen. Die- Gemeindevertretung besteht zurzeit auS 0 Vertretern, und zwar je 3 Vertretern der bürgerlichen Partei, der S.P. D. und der U. S. P.kD. Von diesen letzten ist am 4. Sep- tember der Vertreter Henze zu den Bürgerlichen übergegangen und hat für diese gestimmt. Es wurden algegeben für das Ge- meindevorsteheramt Behrens, bürgerlich, 4 Stimmen, Noack, S.P.D. 5 Stimmen. Als Schöffen wurden gewählt: Matthes, bürgerlich, und Ritsche, U.S. P. D. Niederschönhauscn. Bei der tsiemeindevorstandswahl wurden zu unbesoldeten Schöffen gewählt: Hellrich, Wiechert (S. P. D.), Hiege(U. S. P. D.), Müller(Dem.), Sörger(Tnat.). Kaulsdorf. Ter neue Gemeindevorstand. Am Donnerstag wurden gewählt: Genosse Karl.Herrmann(Soz.) jils Gemeindevorsteher und die Genossen Arnold(Soz.), Sydow(Soz.), Simmack �Tem.), Richter(Soz.) als Schöffen. Adlershof. Jugendweihe Sonnlag 14. Sevtember. in der Turnhalle. Hackeubergllratze. Der AuSlstuk. der aus Mitgliedern der drei sozialiili scheu Parteien besteht, hat alles daran geletzt, um di- Feier zu einer würdigen zu gestalten. Die Wcihercde wird Sdea Dr. P. K r i e s ch halten. Eintritt nur gegen Emtritlstarte», die beim Genossen Feueislei!» erhältlich sind._• Groh-Berliner Lebensmittel. StegliN. Ka-.toffen 7 Pjd. Außerdem: Aumetdimg tu)» 250 Wr ameril. itiiaisrnevL Verieilung von 250 Gramm auvl. HüllensrÄch!«.: 250 Gramm Hasci flocken, 250 Gramm Graupen, 250 Gramm amcii' Maismehl. Vom 8. bis 10. d. Iii. Anmeldung von amerik. MaiSmedl aus Absckii'itt 83 der Gioß-Beriincr Lebensmittelkarte 250 Gramm 1.45 M. A-t-GlirnIcke. Bei den Kauflcuten: auf Abschnitt 72 der Lebens- mittettarte 250 Gramm Maissabükale(1,45 M), Abschnitt 72 250 Gramm Suppenwürset<13 Pf.s. Abichnilt 73 r50 Gramm Haserflocken(45 Ps.), Abschnitt X 16 der F.-Z.-garte 250 Gramm amerilänisches Weizenmehl <42 Pf.), Abschnitt 23 der blauen Leben- milteltarte 250 Gramm Kunsthonig (10 Ps), im Konsum: Petto eum für die Familien, welche weder Das noch cleltrisch« Beleuchtung babe», tn den Vcrkaussstellen: 20 Pjund Kartosseln, dänische Eier a 1,25 M., sreihändig. Gegen einen im Lebens- mitleiamt empfangenen Gutschein 1 Pfund Knm'cnmebl für Kiiegsbe- schädigte von 50 Proz. und mehr. Aus Abschnitt 21 der blauen Lebens- miltellarte 1 Päckchen Milchsüßipeile<55 Ps.). flrirdricstsselde. Dienstag 250 Gramm ausl Hülsenfrüchte aus Ab- tchnitt 70 der Groß-Berliner Lebensmittelkarte.(1.25 M. pro Psd.) Witt- woch 250 Gramm ausl. Marmelade auf Abschnitt 7l.(Psd. 250 M.) Donners- tag 150 Gramm Armec-Gemüsesuppri, aus Abschnitt L der Warenbezugs- karte.(300 Gramm 70 Ps.) if Päckchen Milchsüßspcisen a 55 Ps. aus Abschnitt 82. 4 Schachtein Streichhölzer a 14 Pf. am Abschnitt Q her Waren- bezugslarte. Freitag 100 Giamm Nudeln aus Abschnitt 77(obere Hälstei der Groß-Beitiner LebenSmit ellarte.(Pfd. 66 Pf.) Für diese Woche nichi wie bisher 7 Pfd., sondern lO Psd. Kartoffeln. Die gleiche Wenge wird auch iür die Woche vom 15. bis 20. September verausgabt. Groß-öerliner parteinachrichten. Adlershof. Morgen 7'), Uhr BczitkSverwmmlungen in den b kannien Lokalen.__ SewerffchoflsbewWung 8. verbanüstag der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Nürnberg, den 6. September. In der Abendsitzung am 5. September wird die Beratung über das Statut fortgesetzt. Die Beschlüsse dieser Beratungen sind folgende: Ter wöchentliche Beitrag beträgt bei einem Wochenverdienjt bi» einschließlich 20 M. 45 Pf., bis 35 M. 00 Pf., bis 50 M. 76 Pf.. über 50 M. 00 Pf. Streikunterstützung entsprechend den Beitragsklassen bei 45 Ps. 1V M.. bei 60 Pf. 20 M.. bei 75 Pf. 25 M.. bei 90 Pf. 30 M. pro Woche. Erwerbslosenunterstützung auf die Tauer von 4 bis 8 Wochen bei einem Wochenbeitrag von 45 Pf. 4,50 M.. bei 60 Pf. 0,— M.. bei 75 Pf- 7,50 M-, bei 90 Pf. 9,— M. pro Woche. Filialen erhalten 25 Proz. von den statutengemäßen Beiträgen anstatt der von den großen Filialen vorgeschlagenen 30 Proz. Entschädigung iür die Orte, wo Orisbeamte anaestelli sintz: für den ersten Orlsbeamten 2000 M., für den zweiten Ortsbeamten und folgende 1000 M. Unterstützung bei politischer Maßregelung wurde abgelehnt «ntsprechend dem Antrag der Statutenberatungskommijsion. Die Schlusitagung. Am letzten Vcrhandlungstage wurde über die Zusammen- setzung des Vorstandes beraten. Derselbe setzt sich nunmehr zu- sammen au» dem 1. Vorsitzenden. 2. Vorsitzenden, 2 Sekretären. dem Kassierer und 0 unbesoldeten Beisitzern. Der Redakteur hat im Vorstand nur beratende Stimme. Tie Wahl der Beisitzer uzid d«i VerbandsauSschusseS hat nach der Verhältniswahl zu erfolgen. Der Sitz des BerbandSauSschusseL bleibt Stuttgart. Es entspann sich npch eine längere Debatte darüber, ob Skalen- oder EinheitSlöhne eingeführt werden sollen. Gemäß dem Bor. schlag deS Vorstandes wurden Skalenlöhns beschlossen. Der neue Verbandsvorstand setzt sich nunmehr wie folgt zusammen: Heck- mann-Berlm 1 Vorsitzender, Müntn er»Berlin 2. Vorsitzen- der. A ß m a n n- Berlin- 1. Kassierer. Schultz-Berlin und Weiß-München Sekrelair, D i t t m e r- Berlin Redstkteur. Der tz Tetttjerffle®e?refär Mosoks-VerRn naHm krotz wieder�slter 5rln. gsnder'Aufforderung und trotz des einstimmigen Vertrauens- Votums des Verbandstages eine Wiederwahl nichl an. Es wurde allgemein sehr dedauert, daß«sie bewährte Ärdeitskrast Masokes dem Verband dadurch verloren �eht. Als nächster Tagungsort wurde Magdeburg bestimmt. Am Schlüsse der Verbandlungen berichtete Verbandsvorsitzen» der Heckmann und der Sekretär der Internationale Moos über den Stand der internationalen Beziehungen. Beide Redner beton- ten unter lebhafter Zustimmung des Verbandstages, dag die Jnter» nationale»eu und fester als vor dem Kriege ausgebaut lverden müsse. Ter Vevbandstag beschloß eine Beschickung des Jnter- nationalen Kongresses der Gemeinde- und Staaisarbeiter in AmsÄtdam._ Gege« die Unduldsamkeit im Schueiderverbaud. Die auf dem Boden der S. P. D. stehenden Mitglieder des Schneiderverbandes nahmen in einer Versammlung ein Referat des Kollegen Schaertl über die von unseren linksstehenden Brüdern so viel geschmähte Arbeitsgemeinschaft entgegen. Die Anwesenden konnten daraus entnehmen, daß diese Abmachungen durchaus nicht zum Schutze des Kapitalismus getroffen worden sind, sondern einen grckßen Erfolg für die Arbeiterschaft bedeuten. Alte Forderungen der Gewerkschaften sind dadurch erfüllt, die oft geforderte Parität restlos erreicht. Den Arbeitern wird dadurch die Möglichkeit ge« geben, einen tiefen Einblick in das Wirtschaftsleben zu gewinnen, eine praktische Vorstufe bis zur Einsiihrung der Sozialisierung, die ja, selbst nach Ausführungen von Hilserding auf dem Gewerkschafts- kongreß, noch Jahre braucht. Bis dabin können die Arbeiter, die in den einzelnen Körperschaften der Arbeitsgemeinschaft mitzuarbeiten berufen sind, ihre Zeit nützen/ sie haben die Möglichkeit, sich die not- wendigen Vorkenntnisse anzueignen, die sie dann nutzbringend verwerten können, wenn zur Sozialisierung geschritten werden kann. In der Diskussion kam zum Ausdruck, daß solche aufklärenden Referate in der letzten Zeit in den Mitgliederversammlungen sehr vermißt werden. Der Bericht»om Gewerkschaftskongreß, wie er in der Mitgliederversammlung erstattet worden ist, mache cS notwendig, daß in Zukunft ein Korreferent gestellt wird, damit wirklich eine objek- tive Berichterstattung gewährleistet wird. Ferner wurde bedauert, daß Schuhmacher der Einladung zu dieser Sitzung nicht Folge geleistet hat. er härte hier hören können, wie wenig sein Bericht von unserer letzten Zusammenkunft, den er der Mitgliederversammlung erstattete, der Wahrheit entsprochen hat. ES wurde die Vermutung ausgesprochen, daß der Bericht mit Vorbedacht so gegeben wurde, um Stimmung zu machen gegen die drei auf dem Boden der S. P. D. stehenden Angestellten, die an dem Abend mit zur Wahl standen. Dadurch und durch geschickte Regie bei der Wahl ist es dann auch gelungen, diese drei— Karl Reinke, HanS Schulz und Fräulein Joseph— auS ihren Stellungen zu verdrängen. s Abgelehnt wurde von der Versammlung ein dem Einlader von � Schuhmacher gemachter Vorschlag, die Versamnilungen der S. P. D.- Anhänger nichl mehr zu veranstalten, aber eine gemeinsame Aus- spräche mit der Ortsverwaltnng herbeizuführen; davon versprich! man sich keinen Erfolg. Bielmehr werden die Mitglieder der S. P. D. solange mindereiz Rechts sein, solange sie nicht geschlossen auftreten und ihre Rechte geltend machen. Allzulange habe man aus Anständigkeit und Rücksichtnahme damit gezögert, mit dem Er- folg, daß man ihnen ihr Organ, den„Vorwärts", boykottiert hat, sodaß oft die Mitglwder nicht von den Vorgängen unterrichtet sind und nicht dazu Stellung nehmen können. Nicht Zersplitterung wollen wir. sondern uns nicht wehrlos dem von der anderen Seile geübtenTerrorismus ausliefern; als ausrechte Männer baben wir die Verpflichtung, für die als richtig erkannte Sache einzustehen Solange die Mitglieder der S. P. D. in den ordentlichen Mit- gliederveriammlungen nicht genau so zu Wort kommen können wie die der U. S. P. Ä? und K. P. D., werden diese Versamm« lungen weiter abgehalten. Un'ere Anhänger werden in imnier größerer Zahl kommen, wenn sie seheu, daß wir uns zur Wehr setzen— dann wird mau uns die Gleichberechtigung auch nicht mehr versagen können. KB. Die Einladungen zu diesen Versammlungen erfolgen im „Vorwärts". Wir bitten deshalb unsere Anhänger, die diesbezüg- lichen Notizen immer zu beachten. Tie Aussperrung im chemischen Grofthaudel. Eine Versammlung der ausgesperrten Angestellten des chem>- schen Großhandels fand heut vormittag im Köniastadt-Kasino statt. Außer der Hageda, bei der 600 Angestellte in Frage kommen, sind noch die Angestellten von Teichgräber. Ltiwitz u. Mock, Gronetoalvt und Barenthin ausgesperrt worden. Vom Reichsarbeitsministerium sollte bis Montag eine Antwort eingehen, ob die Arbeitgeber den Schiedsspruch anerkennen. Es ist jedoch bisher weder vom Arbeits- Ministerium eine Antwort eingegangen, noch ist ein Beschluß von der am Sonnabend stattgefunidenen Versammlung der Arbeitgeber bekannt geworden. Zunächst soll da? ReichSarbeitsministeriuin zu einer Antwort peranlaßt werden. * Die Streikleitung bittet noch' zu dem Bericht in der Sonntag- nummer um folgenden Nachsatz: Als die Angestellten der Hageda zur Arbeit erschienen, fanden sie den Betrieb und die weitere Umgebung mit Truppen. besetzt. Es ist auch einwandfrei nachgewiesen worden, daß von den Truppen Streikarbeit verrichtet wurde. Gegen diesen Mißbrauch d-r Truppen muß energisch protestiert werden. Charakteristifch sei der Ausspruch des Direktors Koschizky, datz eS da? gute Recht der Streikenden'ei, die Streikbrecher au? die Lumpenhastigkeit ihres Handelns aufmerksam zu machen. Eine von 2000 Personen besuchte Betriebsversammlung der Städt. Arbeiter und Hilfsangestellten beim Magistrat Lichten- berg beschäftigte sich mit der Forderung auf Zahlung einer ein- maligen Enischutdungssumme oder Wirtschaftsbeihilfe, ähnlich der, wie sie den Kommunalbeamten schon gezahlt worden ist und den Reichsbeamten in lürzester Frist gezahlt werden soll. Mehrere Redner wiesen aus die Unzulänglichkeit der Lohnverhältnisie" gegenüber der bestehenden Teuerung hin. Nach kurzer Debatte wurde folgende Resolution e i n st i m ni i g angenommen:„Die versammelten ca. 2000 Angestellte und Arbeiter der Stadt Berlin- Lichtenberg fordern vom Magistrat der Stadt eine Teuerungszulage in gleicher Höhe und unter gleichen Bedingungen, unter welchen sie den Beamten gewährt worden ist. Dieselbe muß spätestens bis zum 1. Oktober 1919. zur Auszahlung gelangen." Deutscher Metallarbeiter-Berbaud. Heute Montag, abends 6'/, Uhr, Branchenveriammlung der Eiten- konstrullionsbianche>m Sophicn-Lyzeum, Weinmeistcrslr. 16/17. Tagesordnung; 1, Bericht über den Stand unserer Verhandlung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Dienstag, den g. September, nachm. 4'/, Uhr, Brauch en- veriamnilung der Maschinenschlosser im Reichenberger Hos, Reichen- bcrger Str. 117. Tagesordnung: 1. Wie verbessern wir unsere wirtschast- liche Lage. Rejerenl: Kollege Max Urich. 2. Diskussion. 3. Brauch»n- angelegcnheiten. 4, Verschiedenes.—# o ch m. 5 Uhr.. Brauch cnver- jürnrnlung der Bauschlosser und der Kollegen aus den Betrieben für gc- lochte Bleche im Gewerkschastsdaus, Engcluscr 15. Tagesordnung: 1. Bc richt der Verhandiungskommiifion. 2. Stellungnahme dazu. 3. Verichiedenes. — Abends 6 Uhr. Brauchcuveriomintung der Eilen-. Metall-, Reoöloer- dreher und-Drcheunncn sowie Rundichlcijer im.Patzenhoser"(früher Bock- braucrci). glV, Fidicinstr. 1/3, am Tempelhoser Berg. Tagesordnung: l. Die beabsichtige Klassenschcidung durch die Unternehmer beim iicuen Tarisoerlrag. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Teuticher Muiikerverband, Sektion der Eniemblemunker. Arn Dienstag, den 9, September, vorm. 10 Uhr, Sektionsversammlung im BcreillShaujc._ Mus aller Welt. Eiseubahnkatastrophe. Der Schnellzug PariS-Toulouie ist zwischen Montaubeau- Toulouse mit dem Schnellzug Eerte- Bordeaux zusamengestoßen. Nach den bisherigen Mitteilungen sind 20 Reisende gd löter und mehr als 40 ernst verletzt. Verantw. für den redoition. Teil: Alsrev Tcholz, NeuiiMn! für Anzeigen: Theodor Glocke, Berlin. Verlag: Borwöeto-Berlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts» Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co. in Berlin, Lindenftr. 8. MW-WimW ict mW» Mestewi in Handels-, Industrie-, Gemeinde- und Staatsbetrieben. Am Donnerstag, den II« September ISIS, abends 7V, Uhr, im„Lehrer- Bereinshaus", Alexanderplatz(großer Saal): Große öffentl. Versammlung i Wie fichern wir unsere Zukunft. Referentin: Kollegin Grete Weinberg. 72;8* 2. Freie Aussprache. NM" Gäste willkommen!"M? Kolleginnen! Diese Versammlung muß zu einer gewaltigen Kundgebung aller berufs- , sagen Fraven werden. Erscheint g°fchl°fs°n! Zentralverband der Handlungsgehilfe«. I. A.; Frieda Licht. Stoffe »t fierren-Anzüge, Damen-Kostüme. Meter 30,—, 40,— ,60,— ,8«,— M. Xudf'Cagn Koch& Seeland 0 ,n Gertraudtenstr. 20-21. d. tl. 1 WÄ SKtfr ]U 1. 2,80 kann ich nicht> lieieru, wohl »der einen großen Sedersentel. Probehunderr, 80 xm lang, zu R 30,— gegen Nachnahme. B. Feix, Rikmenfaoril, Schwenningen 154 iL 9?. @egen unreines Biüt zum Ausscheiden aller Schärfen aus den Säften gibi es nichts Besseres als Avoth-Ier Saueusteia» Rc»o»a>ioa,.Pil» len ganz bes. bei Ausschlägen, Sesschteblüten, roter Haut. Flechten, Blutandrang und Verftopsung. Dos- M. 5,50 nur von Apoth. Lauensteil» Vers. Tpremberg L. 44. Kuhla- fianos Verknus im Fabrikmagazin N«, Watfstr. 17/18. Kupferdrälite Metalle Kabein und Litzen für Auslandsbedarf kauft Kobelvertrieb. Joacbiir FrieVll8 in jeder Ehe fehlt, das ist das von Friedr. Robert jetzt bereits in 1 6. Aufi. erschienene, mit 46 vortrefflichen, den i Text erläuternden Abbildungen versehene Werk| „Die OifenliapunfieD im Geseliltctillichen" Dos Urteil aller ist einzig gOnr:ig. Von der! Wissenschaft ist das Buch rückhaltlos anerkannt, leider war das Buch in letzter Zeit verboten. 1 Wer das Glück seiner Ehe festigen will, wer die Qualen, die die Gatten während der ganzen Geschlechtsperiode empfinden, vermeiden| möchte, dem" empfehlen wir die wissenschaftlichen Aufklärungen, wie solche in dem Bucne 1 „Die Ofienbarungen im Geschlechtlichen" enthalten sind, aufs angelegentste, es wird wie eine Befreiung von Not uno Pein empfunden werden. Dieser VorzOge wegen ist dieses Buch beliebt, wie Kein anderes in der Ehe. Preis M. 5,5", Nachn. 55 Pf. teurer. 154/40- Llnscr-Veriag, Berlin-Pankow 1901. 1" L. 1 ki Teilz.wöchenil. 1 M. Plomben ISO. üoldln- /rfiinP V krönen 18M. Zahnziehen m. Einspr. höchst LUliilu v.Oan schmcrzlind.Umarb.schlechts.Qebisse.Rep Zahnarzt Wolf sof. Potsdamer Str.SS. Hochb.Sprechz.9-1.* Ansiedlungsland einschl. Beratung für chausbau, mit und24«» Blaubalbleiueu zu Arbeits- (tnzügen, 85 breit, Meier 10,50. Polten, Alvensleben. strafte 12. 4-7.. 881flb «reuzfüchse, Aloska-Blau- füchfe, prima, von SO— 325,—, Gelegenheit in Skunks, Marder, Lerren-Sehpelzen, Sport» pelzen. Wagenpelzen.— Grofter Posten Herrenanzüge, Paletot», von 85—250,—, hochelegant. Gelegenheit in Danienkostümen, Plüschmänteln, Astrachanmänteln.— Ferner im Lombard verfallene Uhren, Ringe. Brrllan- ten, silberne Taschen, unter Taxpreisen im Leihhaus Mo- rißplaft 58». 417«» Felbschutlehe», Drehbänke, Druckbänke, Bohrmaschinen, Schrauhstück», Ambosse, Richtplatten, Balaneier, Hebel- scheren, Schleifmaschinen, Stechzeuge, Echmirgelscheiben, Sägemaschinen,«reisscheren, kleine Werkzeuge aller Art preiswert zu oerkaufen. Freudenbeim, Seorgenkirch- strafte 40. 92/10» Sruubstfick, 12 Morgen, le- bende« und totes Inventar, 4«uh, 2 Schweine, 4 Schaf, 2 Ziegen, Ernte, anderer Unternehmung halber, passend für Schuhmacher, im«reife Bromberg. Auskunft bei «ubifch, Milidersdorf, WIl- belmsaue 443. 7459 Ladeneinrichtung, für fedes Geschäft, oerkaust Eramenz, «iefholzstraße 412. 7184 Verlaufe 20 Zentner Mals, Zentner 125 Mark, Tauben-, Hühner-,«ärnerfutter,«llcken- futter, Hirse,«leie, Oetzuchen, «nochenschrot. Futtermittel- Handlung«uhlmann, Nean- derstraße 0, SO. 40/4 Enorm billig kaufen jeßl Damen bei mir! darunter feinste Modelle. Neuheiten in Herbftkoftümen, Ulstern, wundervolle Gesellschaftskleider, Tanzkletder, Bollkleider, EtraßenNeider aus Wolle und Seide. Gelegenheitskäufe in Pelzmänteln sehr billig! Zitrückgeseftte Kostüme. Mäntel, Stoffröcke spottbillig, imprägnierte Regenmäntel 98,50, Sportsacke 65, Blusen, seidene Unterröcke 49,50 an. Micha- eli», Mauerstraße 80 1, geaen- über«rausenstrafte. 46/5» «SustleraarMue», Tüllbettdecken, Steppbecken, Tischdecken. Stores, Portieren so- wie Mdbel. Zahlungserleich- tenng gestattet. Rofeitblatt. «astaulenallee 49/20. 40/0 EssmnszmB Saalgefchäft-Parteilokal, 3 Bcreinszimmer, Ausschank 70 bis 80 Halbe, ist umständehalber preiswert zu verkaufen. Neukölln, Kirchhof. strafte 44. 7453 Höbel MSbelkrediä an federmann. «leinste Anzahlung, beguemste Abzahlung, gröftte Rückstcht. Einzelne iviöbelftücke gebe bereitwilligst ab. Kriegsanleihe nehme in Zahlung. Bei Bar. zahlung bedeutende Preiser- mäftigung. Landwehr, Müller» strafte 7, eine Treppe. 80«» Chaiselongue, 90�—, Doppel- chetten, Wetallbetten, Küchen, Bnkleibeschränk«. Meicke, Auguststraße 32 A, Quergeb. Saltbar, vornehm, behaglich find Höffnermöbel. Eichene Eftzimmer 10i8-87|0 �Mark. Schlafzimmer 947—7750, eichene Herrenzimmer 903—8200, Wohnzimmer 735 an, Küchen 455—2485. Qualitätsarbeit, viel Friedensmaterial. auch Einzelmöbel. Lieferung franko durch ganz Deutschland. Sösf- ner-Möbel-Groftbönser, Bete- ranenstr. 44/13(Verlängerte Innalidenstrafte). 424/4» Möbel- SelegenbeitskSufc: Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, Polstermöbel. komplette Küchen, einzelne Möbel liefern gegen bar ober Zahlungserleichternng Möbel- Cohn, Grofte Frankfurter- strafte 58(5 Minuten vom Aleranberplaß). Filiale: Bad- strafte 47/48.__» Küchen von 320 bis 1800 Mark lackiert, lasiert, pitch- pine. Unerreichte Auswahl. Billigste Preise. Direkt ab Fabrik.«üchenmöbel-Fabrik» Lager. Nur Grofte Frank- furterstrafte 4, Ecke Frucht- strafte. enramma Piano, neu, verkauft Li» biszowski, Schöneberg, Feu- rtgitraße 03. Gewerblidic Händler verbeten._ 125«» Adam. Neue Pianos wieder in ersiklasfiger Qualität. Münzstrofte 10._ 151R» Adam. Harmoniums. Münz- strafte 40. 151«� Adam. Stuttflllgel, grofte Auswahl. Münzstr. 40. 451«» Adam. Revaratur-Stimm- Werkstatt. Mür.zfrr. l0. löl«» Piano», besonders billige Gelegenheiten, gute, ge- brauchte. prächtige, neue. Pianohau, Max Becker, An- dreasstrafte 47. 43«» Ruftdaumpiano, Pracht- instrument, Panzerstimmilock, Garantieschein. 2100,—, Blüth» nerpiano spottbillig. Piano- speicher Alexanderstrafte 37 fAleranbervlaft). 409«» Pianos, prächtige, neue, ge brauchte, rnäftige Preise, be- quemste Ratenzablung,«ata. log kostenfrei. Sachter. Oro. nienburgerstrafte 42. 44«» Harmonium», eigenes deutsches Fabrikat, Saugwind, edler qefangreicher Ton, von 424 Mark an. Auch auf Amortisation. Besichtigen Sie mein reichhaltiges Lager. Wilhelm Spaethe, Potsdamer Strafte 136/37._ 2769b» Bieiliug-Pianos, neue, gute gespielte, wohlfeile Gelegen» Helten,«ottbuserstr. 5. 75«» Uustbertosfeu! Preiswert, unerreicht groß ist meine Auswahl in prima gearbeiteten Speise Herren». Schlafzimmern. Küchen, Polstermöbeln. Flurgarderoben, Ltaudubien. Riesig günstige «ousgelegenbeit.Berliner Möbelbau»» M Hirschowiß. nur Südosten. Skalifterftr. 25. Hochbahn«ottbusertor._« Moderne gebrauchte Küche verkauft Strande, Niemeti- straße ö, vorn IV. 7153 Nabeufteiu-PIano, Friedensware, nußbaum, schwarz, arofter Ton, preiswert. Münz- strafte 40 III.__ 74«* Pianofabrik Lehmann, Lichtenberg, Möstendorfstrafte 49, bietet in ihrem Magazin, Leipzigerstrafte 445, und Gr. Frankfurterstrafte 490 eine sehr grofte Auswahl in Pianos. Harmoniums,«unftsviel- Pianos, Harmoniums mit eingebautem Spielapparat, Spielapparat für iebes Harmonium pasienb, ohne Noten» kenutniffe sofort spielbor, Flüael sehr preiswert. 102«» Piano, elegantes schwarzes. I Metalle seder Art zu hoch, Nuftbaumpiano 2800" Mark, Konzertpianb 3500,—, verkauft Ernst, Oränienstrofte 100 III. U0«» stcn Preisen kauft jeden j Posten Zweig, Invaliden» : strafte 142. Norden 9049.» Piano mit Stuhl, 1400.—, Nuftbaumpiano, treuzseitig, Panzerplatte, ÄMO,—. HOnel, Alcxandersirafte 14 a. 92/9» Fahrradbecken, Edillkuche, billigste Bezugsauelle für Wiederverkäufer. Schwandike. Linienstrafte 19. 43/5» Ksufgesucke Kaufe jeden Pasten Kupier- leitungen, Kabel zu den hoch» slcn Preisen. Elektrobüro, Lanqestr. 27 l. Ecke Andreas- strafte. Alexander 3339. 118«» Platiuabfälle. Gramm bis 39 Mark. Zahngebisse in Platin, Gold,«aulichuk zu höchsten Preisen kaust Metall- tonkor Alte Iakobstrafte 138, Ecke Hollmannstrafte. Moritz- platz 12858. 114«' «lauicr oder Flügel, even- tuell Harmonium. kauft Schachtfchneider, Buckower- strafte 14 III. Preisangabe erbeten. llll«» Platin, Gramm bis 35 Mark, Gold, Silber, Quecksilber, Zahn- arbisse taufen höchstzahlend Friedländer u. Co., Kowman- dantenftraße 29 I. 117«- Platin, Silber, Münzen, zu Qriginal-öchmelzoreiien kauft Mctallsdtmelze Cohn. Brunnenstrafte ll, Hof, und Neukölln. «aiser-Friedrichstr. 229 lnahe Hermannplatzl. 194«- Platinankaul. Goldabfälle, Silderabsälle, Zahngebiste, Münzen. Frau Linke. Bfü» chcrftrafte 40. 155«* Mauboliu«, Laute. Gitarre Wandermanbolin« 45.—. erstklassige 85.—,«onzertlaute 125.—. 145.— sUnterrichf 8.- Rionafshonorar. evenfuell lOstündig« Schnellkurfel. «ünstlervioline mif Zubehör 145.—,«onzertgeige 85.—. Ernst, Orauleustraße 100 in. Messinaadfälle! Quecksilber! «npferadsälle! Zinnabfällc! Aluminiumabsällc! Stan» uiolpapierl Bleiabfällel Zinkabfälle!. Plallnndföllel Zahngebissel Bruchgolbl Lil- berbruchl höchstzahlenbl Fabrikpreise!„Metallschmelze Baruch» Fennstraße 48._» Edelmetalle, Quecksilber, sämtliche Metallabsälle kaust Metall-Cinkausszentrale,«ott» buserdamm 00. Woritzplatz 435 80._____» Metallabsälle. Kupfer, Messing, Zinn, Nickel, Zink. Aluminium, Quecksilber, photographische Rückstände, Pia- tin, Gold- und Silberabfälle, sowie alle anderen Metalle kauft„Mctollkontor". Alte Iakobstrafte 138, Ecke Holl- mannstrafte. Tel.: Moritz. Platz 12 858.___ lI4K» Magnete, Vergaser. Auto- Pneu», Benzin kaust ständig zu hohen Preisen Schräder. Reinickendorserstrafte 118, nahe Weddingplatz Moadli 0935.» Lcituugsdröhte,«a�el. Spulen, Dnnamodräht« sowie Motore, neu« und defekte, kauft Borgwardt, Prinzen- I strafte 04. Moritzplatz 8303,• Wir sind Groftiäuser iämt- licher«npserleitungen und Litzen ieden Qnanlums zu den höchsten Tagespreisen. Paul Fleischer, Skalitzerstr. 43, Elektromaterialien-Grofthand- lung, Fernsprecher: Moritzplatz Nr. 775, 1950, 1954. 39/17. Platin», Gold- und Silber- Abfälle. Quecksilber, Ketten, Ringe, Bestecke. Ubren, Tafelaufsätze Tressen, pbotogra- pbische Rückstände. Papiere, Elühstrumpsasche. alte Zahn» «cbisse, salpetcriaures Silber. deren Rückstände und Gekrätze usw. Faust Vlatin- und Eil- berschmelzerei Broh, Berlin, Ciiprnickerstrafte 29. Telephon: Moritzplatz 3476. Eigene Schmelze, direkte Verwertung. -Goldantaus, Platin, Zahn» aebisse in Gold, Silber. Frau «nuth. Zionskirchstr. 54 II.* Leitungsdrähte, Rabcl, Litzen, Anker». Sonldraht, / Wachsdrahi kaust hödist.�th» lend Eleklrobttreatt Oranicn- flrafte 199, Moritzplatz 4016. Zahngebisse, PlatiuaabsiUIe, I Quecksilber. salpeterfaurcs Silber, sowie sämtliche Edelmetalle und Unedelmelalle.. Elektrische«abeldräbte. Zellu-� loide, Filmaosälle. Glüb- strumpfasche, taust höchst» zahlend..Eilberfd.melie Chri»: stivnat", nur«öpcnickerstrafte I 20»< gegenüber Mauteussel» strafte,. � 53/14» Technische Privatschule Dr. Werner» Regierungs• Baumeister a. D.. Berlin, Scan- derstrafte 3. Ausbildung zu Werkmetstern, Techniker», «onstrukteurcn, Maschinen- batt, Elektrotechnik, Hochbau, Tiefbau, Abendkurs«, Tageskurse.________ 45/8» Englischen Unterricht für Anfänger und Fortgeschrittene, sowie dettlsche und französische Stunden erteilt G. Ewtentn. Charlottenburg. Etultqorterplatz 9. Gartenbaus IV. u gelluloibabsölle. Schallplat- "cn, Wachswalzen, Glühstrumpfasche kaust„Metall- kontor". Alte Iakobstr. 188, Ecke Hollmannstrafte. iMoritz. eplotz�lll 858.,______ 144«- «npfetabfälle! Otiecksilber, Messing, Zinn. Nickel, Zink, Blei, Aluminium. Stanniol, ' Zahngebiste. Glllhstrumps- asche. Platin. Bruchaold Silberbruch,«etten Ringe. dö""'»'ahlend.. Me"-at-'w-l"- Cohn». Brunnensiraft« il und Neukölln.«atser-Frie» drichssraftr 229 inahe Her- monnplatz,.__ 184«� " Piano" kauft bis 1800»-. «altschmibt, ffiattffcafte 19. Bureaubeomtln, Privatsekretärin, BuchhaUerin, Sie- notppistin.— Ausbildung von Damen für diele Stellungen. — Tagesnuterrichi.— Abend-■ Unterricht.— Schulgeld mäßig. 1 —«auimännifchc Prinatfchulc noa Robert«lix.— Eärussec- strafte I iFriedrichftr.) 105«» Tanzschule Frtedrich-Donath, Michaclkirdiftrafte 39. Täglich Anfängerturse, Moderne Tanzkurse, Echülerzirkel,«in- derzirkel._ �____ 41/17* Tanzschule Friedrich, Dres- drnerstr. 5253. Reue Sonii.- tagskuefe, Dienstags-, Frei- iagskutse bcgimten._ 45/9», «inooorführer.Schule de- ginnt. Schließfach 8, Postamt 08. Verschiedenes Suchen Poditunarn ieglttder Art. Passende Pächter vor- banden. Bureau„«lug", Fricdrichsirafte 131 n. 71« «ofteulose Rechtsberatung von erfahrenem Richter außer-/ dienstlich geleitetes Bureau für Prozeßfübruna und' Rcchtsbeistand leder Art.: Lotbringeritrafte 47 iRosen- tbalertor,.___* Nech'iboreou, erfolgreichstes. Ermittlungen und Beobach- tungen, Qstenderftraße 49. Ecke MMerftrafte. 7453» Tanzsaal. Vergebe auch Sonntags meine Säle an Vereine und Gesellschaften. Julius Werner,„Wirtshaus zum Lindenbaum", am Span- dauer StbiftaHrtskanal. Amt Wilhelm 886. 7123 Frau, ältere, sucht Wohnung, Südost. Vorwärts. Lausttzer Platz 44,45. 745 ArbeitsmäNct ftMLLLLkiiLüa Malergehilsen oerlangt Schön, Bülowstr. 00. 3844b Mühlenbau- Hilssmonteur oder Bautischler für dauernd nach außerhalb bei freier guter«ost und hohem Lohn sucht Prahl, Echlachteusce, Biktoriastrafte 13, Gartenhaus 4.___ 4584D Auswartung vormittag» gesucht. Kunze, Rathenowcr- strafte 76 IV._____ 38200 Geübte Näherin für«lei- der-Musteratelier sofort gesucht. Bachmann u. Löwenstein,«omandantenstraße 70. Lehrmädchen für Kontor und Lager per 4. Oktober ge» iudit. Bedingung: Besuch der Oberklajse. Meldung mit Schulzeugnissen. Ionaft u. Co., Belle-Alliancestrafte 7/40. Lchrsrälllein wünscht Ber- ger u. Co., Oranienstr. 100. Mit musikalischen Vorkenntnissen bevorzugt. 458». Zeitnnasausträqerin oer- langt die Vorwärtsausgabe- stelle Ack-rKrafte 174 am «apvenplutz. Zeitnngsausträgcrin oer- langt Vorwärts-Spedition, Prinzenstrafte 34.* Zeitnngsträgerin verlangt Vorwärts-Spedition Berlin- Echönedera. Belziaerstrofte 27. Weibliche» Hauopersonol findet nach Wunsd, kostenlos geeignete Stellung nadi vertraglich geregelten Arbeitsbedingungen durch Arbeits- Nachweis der Stadt Berlin Abteilung für Hrusoersonal Eichhornstrafte 4 snahe Pole damervlatz,. Belle-Alliance platz 5. Paulstrafte 4 law «riminälgericht,.«ooocn- strafte 1 iam Strala' erolatz,. Gormannftrafte 43. Meldungen mit Papieren nachmittag» 4-7 Uhr. 13S/15»