Nr.46<).36.Iahrg. Bezugspreis» «ierteljährl. Ml. mono«. K— TO. ftri bis Saus, Boraus|al)lbac. Poll» bezug: Msu-tlich V— Ml.«rkl, gu> stellungsgetShr. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 620 Ml. für bat Übrige Ausland 10 26 Ml. bei täglich einmal. Zustellung S2i Ml. Pastdestellungeu nehmen an Dänemark, balland, ünxemdurg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen w die Poft-geitungs-Prelsllste. Der.Vorwärts' Mb der Sonntag»- beUage.Voll u. Zeit' erschelul wachen- täglich zweimal. Sonntag» einmal. Telegramm-TdreNe- JSozlalbemotta* OctOn". Morgen Ausgabe. 4> Verlinev Volksblstt. ( ISPfennSg) Anzeigenpreis: Dt, nchtgeipaUene RonpareillezeN» lostet ILO Ml..Nlelne«nzeigen». da» teugedruilte Wort 00 Pfg.(zulässig I fettgedruckte Wortel, lede» weiter» Wort tO Pfg. Stellengesuch, und Schlnfftellenanzetgen das erste Wort « Pfg. zddes weitere Wort SO Pfg, Sorte über lS Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszufchlag 60°/» Familien- Anzeigen, politische und gewerlfchastllche Vereins- Anzeigen 1.80 Ml die Seilt Anzeigen für die Nächste Nummer müssen bis 8 Ah» nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin SB OS. Lindenstrasie S. abgegeben werde». Geöffnet oon 9 Uhr früh bi» 6 Uhr abend». Zcntrzlorqun der tozialdemokrati Tchen Parte» Deutfchlands. Keüattion und Expedition: SV. 08, Lindenstr. Z. Fernsprecher: Amt Morttchlatz, Nr. i5l90— Ia»v7. Dienstag, den 9. September 1919. vorwarts-verlag G.m.b. H.»SW. 08, �indenstr. Z. Fernsprecher: Amt Moritzplati- Nr.»17 ZZ— 54. Die Unruhen in Dreslau. lleber die im Laufe des heutigen BormittagS erfolgten Pliinde- runge» wird folgendes mitgeteilt: Bereits in der achten Morgen- stunde bemerkte man lebhaft debattierende Gruppen auf den Straße», besonders am Ring und am Blücherplatz. Besonders er- regte Auseinandersetzungen erfolgten über die wucherischen Z i. garrenpreise. Außerdem beklagte man sich lebhaft über die hohen Preise der ausländischen Lebensmittel und über die außerordentlich teuren Schuhware». Bor den Zigarren-, Konfitüren- und Schuhwarengeschäften bildeten sich lange Polonäsen, wie man sie kaum während der schlimmsten Kriegsjahrc wahrgenommen hatte. In den späteren Bormittogsstunde« wurden die Straßen und Plätze immer belebter, in der Hauptsache waren es Arbeiter, die sich überall zusammengefunden hatten. Frauen wäre« verhält- uiSmäßig wenig oder gor nicht beteiligt. In der zehnten Bor- Mittagsstunde erfolgte plötzlich ein Sturm aus das Schuh- geschäft vou Dor ndorf am Blücherplatz, da« ausgeplün- d e r t wurde. Ferner wurde zur selben Zeit der Besitzer eines Zigarreugeschäfts am Blücherplatz gezwungen, seine Waren zum«ormalcn Preise oder vollständig gratis abzugeben. Das Ge- rücht von diesen Borgäugen verbreitete sich wie ein Laufteuer durch die ganze Stadt. Alle größgre« Geschäfte schloffen sofort ihre Pforten, zumal von seiteu des Publikums Anstalten gemacht wur- de«, we-itcre Geschäfte zu plündern. Dar Ring bot ei» völlig verändertes Bild, ebenso der Ulücherplatz. An verschiedenen Stellen tauchten zweifelhaft« Elemente aus. Gegen 11 Uhr rückten dann plötzlich von allen Seite« Hegitzrungstrnppe» heran, die von Polizisten unter- Ein bolschewistisches Zrieüensangebot. „Times" meldet aus HelsingsorS, daß bolschewistische Nuterhändler mit FrledeuSanträgeu für Estlaad in Reval eingetroffen sind. Die Anträge umfaffe« die Anerken- aung der Unabhängigkeit Estlands, Nnverletzlichkeit seiner LandeS- grenzen und die Heimbeförderung der estländifchen Gefangenen. Die Bolschewisten stellen nur die eine Gegenforderung, daß Est- land von den Feinden der Bolschewisten nicht alS Basis gebraucht werden darf. Das estläudische Kabinett hat beschloffeu, Unterhand- l u n g e n anzuknüpfen. Die britische« Behörden drängen daraus, daß die Unterhandlungen nicht auf estländischem Gebiet stattfinden, um damit einer Propaganda der bolschewistischen Abgesandten vorzubeugen. Der Umstand, daß die estläudische Regierung kein Bertrauen i» ihr Herr setzt, stärkt ihre Neigung, Frieden mit den Bolschewisten z« schließe». » AuS Helfingfors wird gemeldet, daß Dänaburg durch littauische Truppe» erobert worden ist. Die Kämpfe um Kiew. Die Flugzeugpost aus Kamonetz— Podolskyj hat folgende authentische Nachrichten über die militärische Lage bei Kiew gebracht: Nach mehrtägigen blutigen Kämpfen bei Bojarka hat die ukrainische Armee Petljuras am 30. August den Wider- stand der Bolschewisten gebrochen und Kiew unter schweren Straßen kämpfen genommen, lvorauf sie, unter Zurücklasiung schwacher Besatzung in der Stadt, die Verfolgung der geschlagenen Soivjettruppen in der Richtung nach Norden aufgenommen hat. Kurz darauf haben sich die Truppen der russischen Freiwilligcn-Armee D e n i k i n Kiew von Südosten genähert und, die Berwicke- lung der ukrainischen Truppen in die Kämpfe mit den Bol- schemisten ausnützend, die Besatzung von Kiew an- gegriffen. Nach blutigem Ringen zwischen der ukranischen Besatzung und den Truppen Dcnikins wurden die Ukrainer gezwungen, sich vor der russischen Uebermacht zurückzuziehen und in der Nähe der Stadt Stellungen kampfbereit einzunehmen._ De? Kaliarbeiterstreik imtdberelsaß beendet! Ans Lörrach wird uns telegraphisch gemeldet: Ueberall in Elsaß-Lothringe» werden P r» t.e st v e r s a m m- lungeu gegen die Ausweisung der deutschen Ar- beitslaseu angekündigt. Die bürgerliche Presse be- schimpft die Sozialiste» als„Boche s" und fordert ßvwohl die Berhastung der sozialistischen Führer als auch militärische Truppenverstärkuagea in den größeren Städten. Die MUitSrbthörden bekunde« eine zögernde Haltung. ES ftt wahrscheinlich, daß der SuSweisuagsbeschluß widerrufe« Wird. Außerdem wird un» au» de« Eisatz geschrieben: Räch fünfwöchentlichar Dauer ist der Bergarbeiterstreik im aberelsässischer Kaligelnet durch ein« Herhanblung vor dem Generaliommissar Milleraub in Stratzburg nuter folgenden Bediuguuge»»««»bat»vor»«»: stützt wurde» und die Menge zum Auseinandergehe« auftorderte«. Auf dem Ring und dem Blücherplatz sind Maschinengewehr« postiert. Di« Ringbvdeu wurde» schon in den ersten BormittagS- stunden geschloffen. Um Zusammenrottungen auf dem Ring zu zerstreuen, mußte« schließlich zweimal Schreckschüsse abgr- feuert werden. Inzwischen rückte« immer neue Truppe» a«S den berfchiedensten Richtungen an, so daß jetzt der Ring und der Blücher- platz ein wahrhaft kriegsmäßiges Aussehen habe«. Auch die Polizeijuspektion wa� erschienen. Sie er- klärte, daß einstweile« kein Grund zur Beunruhigung vorliege, da man gewillt sei, jeden gcwalftamen Eingriff in unser Wirftchasts- leben mit scharseo Gegenmaßnahmen zn unterdrücken. Selbst- verständlich würden auch die zuständigen Behörden in gleicher Weise gegen de» LebeuSmittelwucher einschreiten und nötigenfalls schwere Strafen verhängen. Der Frühmarkt und die beiden Markthallen bleibe«, wie amtlich bekanntgcmacht wird, bis Mittwoch- abend geschlossen. Da keine Berletzungen gemeldet worden sind, scheinen sich Mcl- düngen, wonach dir Truppen scharf geschossen hätten, sich nicht zu bestätigen. » LebenSmittelkundgebungen in Brandenburg a. H. Wie uns ge- drahtet wirb, zog heute vormittag die Arbeiterschaft von Brandenburg vor das Rathaus und forderte die Belieferung der Stadt mit ausländischen Lebensmitteln, die rückstäichige Butter und Herabsetzung der Kcrrtsftelpreise. Der Zug zog nach den Brennaborwerken und forderte die Arbeiter auf, sich an der Demonstration zu beteiligen. „Die anwesenden Vertreter deS Bergarbeiterverbandes, des GewertschaftskartellS Mülhausen und die LandeSunion der Ge- werkschaften von Elsaß und Lothringen erkennen an. dätz der Vertrauensmann der Kaliarbeiter, Noll, durch sein Vorgehen seine Befugnisse überschritten hat. Er wird nicht mehr der Vertrauensmann de? Bergwerkes für die Beziehungen der Ar- beiter und deS Syndikats mit der Bcrgwerksdirektion sein, außer, wenn dieselbe Noll wieder anerkennt. Die Arbeiter perpflich- ten sich, dafür zu sorgen, daß solche Ueberschreitungen in Zukunft nicht mehr vorkommen. Die Unterzeichneten erkennen weiter an, daß die Direktion berechtigt war, Matzregeln zur Ver- meidung solcher Vorkommnisse zu treffen und erblicken in der Wiedevanstellung des Noll, die in einer anderen Bergwerkgruppe acht Tage nach Wiederaufnahme stattfinden wird, ein Eni- gegenkommen der Bergwerksdirettwn." Unterzeichnet ist diese Erklärung von den Vertrauensleuten der Arbeiterschaft, der Bergwerksdirektion und dem Vertreter der elsässischen Sozialver- sicherung im Austrage der stanzösischen Regierung. Am Donnerstag haben die Maschinisten, Heizer und Schlosser die Arbeit aufgenommen. Di« allgemeine Betriebsaufnahme ge» schieht erst, wenn die Kaliarbeiter sich mit dem von der Direktion vorgelegten Tarifbertrag einverstanden erklärten, so hat eine in Burzweiler stattgefundene Versammlung der Streikenden beschloffen. Diese Versammlung hat auch 20 Arbeiter bestimmt, die vor Wiederaufnahme des allgemeinen Betriebes zur Wasser- beförderung bestimmt sind. Diese Arbeit allein dürfte einige Wochen in Anspruch nehmen. Da der Wasserstand in den Kali- gruben sehr hoch ist. Mit Genugtuung konstatiert die Streik- leitung, datz eS den Grubenverwaltungen trotz Ausbietung von Militär und Polizei nicht gelungen ist, die Organisation der Arbeiter zu vernichten, wie es ihre Absicht gewesen ist. Trotz Aufhebung des Streiks wütet die Pressezensur noch ganz unheimlich gegenüber dem Arbeitarorgan„Der Republikaner". Auf seiner ersten Seite wollte es einen Artikel über das Vor- gehen der Gendarmerie im Kaligebiet veröffentlichen, aber von dem Artikel ist bis auf die Titelzeile„Gendarmerie-Helden- taten im Kaligebiete" alles gestrichen worden; ein großer weißer Fleck ziert die erste Seite des Blattes. Trotz der Aus- Hebung Streiks hält aber die elsaß-lothringische Arbeiterschaft fest an ihrer Forderung der Verstaatlichung der Kaligruben. Gegen die Massenausweisung deutscher Arbei- t e r, die vom Generalkommissar auf den 15. September an- gesetzt ist, erhebt die ganze elsaß-lothringische Ar- beiterschaft den allerschärf st en Prot« st und wird es nichtbeim papiernen Protest bewenden lassen, nicht nur weil eS sich um deutsche Arbeiter handelt, sondern weil auch Arbeiter«lsässischer Nationalität über die deuftch« Grenze abgeschoben werden, wenn sie bi? dahin keine Arbeits- gelegenbeit gefunden hoben. DaS Zentralkomitee deS f r a n z ö- fischen Gewerkschaftsbundes hat der LandeSunion elsatz-lothringischer Gewerkschaften die weitgehendste Unter st ützuug in diesem Kampfe zugesagt. Di« Industriellen von Mülhausen und dem Gebweiler kündigen für die allernächste Zeil groß«« Arbeiterentlas» sungen an, wenn die Kohlenversorgung in sehr kurzer Frist nicht ein« erheblich bessere wird. Die noch vorhandenen Reserven an Kohlen au» der Zeit der deettschen. Herrschaft find uu» gam größte« Teile aufgebraucht. das Nationalitätsprinzip. Der Ländergestaltung des Friedensvertrages liegt alS theoretisches Prinzip— abgesehen von dem schlecht ver- hüllten praktischen Prinzip, Deutschland und seine Verbün- deten machtlos zu machen— das N a t i o n a l i t ä t S- Prinzip als das grcnzbestimmendc Moment zugrunde. Das Schlagwort des Nationalstaates soll eine philo- sophische Begründung abgeben für die gewollten und gesuchten Ziele. Dasselbe bedarf einiger kritischer Betrachtung: Die Zugehörigkeit zu einer Nation bestimmt sich durch Gemeinschaft des Blutes und der Kultur. Diese macht eine Nation zu einer Einheit, gleich wie sich eine Familie auf nächster Blutsverwandtschaft aufbaut. Das Prinzip des, Territoriums ist dem Prinzip der Nation stemd, sa entgegengesetzt.. Ebenso wie sich in der frühesten Periode unserer Geschichte die Bande der Familie lösten, io- bald dauernde Niederlassung eintrat und das Dorfgebiet, die örtliche Nähe, das Bindeglied zwischen den Menschen verschie- dener Familien wurde, ebenso wie dann aus den ursprüng- lich wirtschaftlichen und organischen Familienbcziehungen rein ideelle wurden, so werden auch die Bande der Nation oder Stammesangshörigkcit gelöst, sobald die Völker nach Gebieten sich festsetzen. Auch hier tritt dann territoriale Nähe an die Stelle der Nationalität für die Zwecke der Ordnung der menschlichen Gesellschaft, für den Staat, und die nationalen Beziehungen rücken in die ideale Sphäre. Die Mitgliedschaft eines Staates beruht auf Ansässigkeit, auf Geburt im Territorium oder von einem dort Zugehörigen und ist los- gelöst von der nationalen Eigenart. Dabei finden Nation wie Staat durchaus ihren Vorteil. Der Staat gewinnt die verschiedenen Veranlagungen der Nationen, ihre besonderen Begabungen und Künste für seine Zwecke. Die Nation kann ihren kulturellen Idealen leben und durch schönste Ausbildung ihrer Eigenarr der Gesamtheit nützen. Beides hat jedoch zur Voraussetzung, daß der Staat weise genug geleitet wird, jeder Nation zur Entfaltung ihrer höchsten Nutzleistung Raum zu gewähren. Nur wo dies nicht geschieht, erhebt sich der Ruf der vergewal- tigten oder zurückgesetzten Nationen nach einem National- st a a t e. Gerade die Vereinigten Staaten vou Nordamerika bieten das beste Beispiel eines modernen Territorial st aates, aufgebaut auf einem Gemisch von Nationen als menschlicher Grundlage, aller dieser Nationen Eigenarten und Fähigkeiten für seine Zwecke in freie Entfaltung nutzend. Dieses und jedes andere moderne Staatengebilde würde in Fragments zerfallen, wie man es von Deutschland und seinen Verbündeten wünscht, wollte man seine nationalen Bestandteile trennen und auf besondere Territorien Projizieren oder zurückführen. Es denkt auch keiner der Ententestaaten daran, das Prinzip des Nationalstaates auf seine eigenen Gebiete anzuwenden. Nur für die unterlegenen Staaten gilt dies Allheilmittel. Es wird aber den Aerzten doch schon ein wenig bange, ob sie nicht mit höllischen Latlvergen am Körper Europas arbeiten. Wie Familienmitglieder zu nahe aneinander lebend und wirkend oft mehr mit einander streiten als Fremde, so entwickeln sich in dem neuen mit großer Reklame ver- kündeten Nationalstaaten bereits größere Unruhen. Zweitens hört das Nationalstaatsprinzip wie ein jedes Prinzip nicht da auf zu wirken, wo eS den Verfechtern desselben paßt. Was dem größeren neuen Nationalstaat recht ist, dünkt der kleineren in ihm lebenden Nation billig. Und so bilden sich in jedein neuen Nationalstaat wieder neue Zersetzungsbestre- bungen und sofort sck iiftmitum, ähnlich dem berühmten Worte Byrons:„Großen Floh beißt kleiner Floh als böser Rücken- reiter, kleinen Floh beißt kleineren Floh und so geht's immer weiter." Drittens aber pocht das Nationalstaatöprinzip übergreifend mit drohenden Erschütterungen an die Besten der Ententestaaten selbst. Die Geister, die sie riefen, werden» sie jetzt nicht los. Es bestehen Anzeichen, namentlich in der Politik der Ententegroßmächte in Mittel- e u r o p a, daß ihnen vor den Geistern bange zu werden beginnt. Es waren eben faffche Geister, die sie riefen. Ob sie sich noch bannen lassen, ist fraglich. Es ist eine der Ironien der Weltgeschichte, daß Wilson. der Geschichtsprofessor, das Haupt desjenigen Staates, welches wenigstens bei den weißen Rassen die schönste Lösung der Nationalitätenfrage durchgeführt hat, in den großen histo- rischen und politischen Fehler verfallen ist. nicht die Lösung, die ihm sein eigener Staat in der Achtung allen Natlönalitäten seines Gebietes ad oculua demonstriert, dem Friedensverträge zugrunde zu legen, sondern das philosophisch und prak- tisch verkehrte Prinzip des Nationalstaates durch Grenzver- rückungen und Staatenbildungen. Vielleicht bringt es der praktische Geist der Vereinigte« Staaten, von denen Wilson abgegangen ist oder abgedrängt worden ist, doch noch dahin. daß an Stelle deS Nationalprinzips das Prinzip der Nationalitätsachtung innerhalb der Territorialstaaten durch- dringt. Man sorge dafür, daß in den bestehenden Staatsver- künden für eine jede Nation Freiheit und Gleichberechtigung, Entwicklung ihrer besonderen Fähigkeiten und ihrer Kultur zum Wohle des ganzen gesichert wird. Das ist das wahre Nationalitätcnprinzip, das ist der Weg zum Frieden! ___ Nevermindhu. �fn Pfälzer Protest. Dem Reichspräsidenten ist die nachstehende Resolution, die von den KZertretern der deutsch-demokratischen Partei, der deutschen VolkSpariei, der bayerischen Bollsparlei und der sozialdemokratischen Partei unterzeichnet ist, zugegangen: „Die am Donnerstag, i. September 1919, in der neuen Turn- Halle versammelte Einwohnerschaft FrankenthalS verwahrt sich einmütig gegen die Bestrebungen gewisser Elemente, welche daraus hinausgehen, die Pfalz von Deutschland abzutrennen. ES ist eine Lüge, wenn von den Leuten um Haas herum und von dem Bund „Freie Pfalz41 behauptet wird, das Pfälzer Boll fei in feiner Mehr« heit mit ihren Bestrebungen einverstanden. Durch hundert Jahre mit Bayern verbunden, wollen wir in treupfälzischer Gesinnung bei Bayern bleiben und in diesem Zusammenhang beim Deutschen Reiche. Vollbewustt der schweren Lasten, welche wir in Gemeinschaft mit unseren übrigen Volksgenossen zu tragen haben, geloben wir, n Gemeinschaft mit alle», übrigen Stämmen des deutschen Volkes orüderlich alle» Leid zu tragen, wie wir in besseren Togen an allen Freuden teilgenommen habend_ Regierung und Militäranwärters Die Verfassung ist angenommen und damit ein gewisser Ab- ''chluh in der Geschichte des Deutschen Reiches erreicht. Viele An- :räge und Entwürfe liegen aber der Nationalversammlung noch zur Beschlußfassung vor, so z. B. die Entschädigung der Offiziere �imd Unteroffiziere. Wer vor Kriegsausbruch Kapitulant war, soll — je nach den Dienstjahren— eine Abfindung erhalten, wenn er nicht im Besitze eines Zivilversorgungsscheines ist oder gelangt. Mit dieser Abfindung verliert jeder Kapitulant Anspruch auf An- stellung gegenüber dem Staate. Ganz andere Verpflichtungen hat die Regierung für die Kapitulanten mit dem Zivilversorgungsschein, den sogenannten Militäranwärtern, übernommen. Das neue Beamtengesetz ist noch in Bearbeitung und wird vorauSfichtlich im Herbst zur Vorlage kommen. Die Militäranwärter bauen auf das Gesetz ihre «offnung, um dadurch bald angestellt zu werden. Der Regierung möchte ich hiermit einen gangbaren Weg weisen, der den Etat durch AnsteCung der Mlitäranwärter nicht mehr belastet als jetzt und trotzdem sich ihrer Pflichten ihnen gegenüber entledigen kann. Bon den schätzungsweise 60 000 Militäranwärtern mit Zivil- rerforgungSscheinen— jedoch ohne Anstellung— sind fast alle bei Reichs«, Staats« oder Gemeindebehörden beschäftigt. Hier sitzen sie al» Hilfsarbeiter schon 10, 12 und noch mehr Jahre und warten auf Anstellung. Die Revolution und mit ihr die Regierung haben de« Militäranwärtern, die— manche bis 30 Jahre— dem Staate die halbe Zeit ihre» Leben« geopfert haben, bis jetzt noch keinen Vorteil gebracht. Hier kann die Regierung ein soziales Werk beginnen, wenn auch nicht mit einem Male vollenden. Daß sie bei Behörden beschäftigt sind, ist auch ein Beweis dafür, daß Arbeit vorhanden ist. Bon gut unterrichteter Seite weiß ich, daß sie zum großen Teil Beamtendienste versehen, aber auS Mangel an Stellen nicht einrücken können. Warum wird hierin keine Ab- Hilfe geschaffen? Wir haben genügend Staatsbehörden, die mit überwiegender Mehrzahl mit Hilfskräften arbeiten und die Be- amim nur eine Art Aufsicht ausüben. Bei diesen Behörden könn- re» viele Tausende angestellt werde«, ohne den Staatssäckel mehr in Anspruch zu nehmen. Denn ine Hilfskräfte werden bei fast allen Behörden jetzt so bezahlt, daß sie den Beamte« nicht viel nachstehen. 38ai die Arbeit der Hilfskräste betrifft, kann sie keine inten- sive und mit Hingebung geleistete sein, weil es den meisten an /tuch ein Generalstreik. In BenSheim war der von den Bauern längst befürchtete land- wirtschaftliche Generalstreik ausgebrochen. Die Viecher wollten nicht mehr mitmachen, das Milchvieh verweigerte die Ab- gäbe der Milch, forderte Anerkennung als Selbstversorger und lehnte die Herausgabe der Kälber ab. Die Pferde waren nicht mehr aus dem Stall zu bringen, forderten vierstündige Arbeitszeit, Schwerstarbeiterzulage. und völlig« Sonntagsruhe. Besonders widerspenstig zeigten sich die Sauen, denen anscheinend die hohen Ferkelpreise zu Kopfe gestiegen waren. Sie verlangten bessere Beköstigung, unbeschränkte Belieferung mit Bollmilch, Zentralheizung und elektrische Beleuchtung. Auch wei- gelten sie sich, ihre Ferkel den Schleichhändlern zum Verspeisen zu übersirssen, lieber wollten sie sie selbst auffressen, oder das Ferkeln ganz einstellen. Die Hühner drohten mit Einstellung der Lege- läirgkeit und forderten freien Auslauf in alle Saat- und Getreide- selber, unbeschränkte Redefreiheit sowie allgemeine Einführung der Brutapparcü""t> ausgedehnten Mutterschutz. Selbst die sonst so betriebsam e.» rniclel saßen, Männlein und Weiblein getrennt, mißmutig in der Ecke und drohten mit gänzlicher Einstellung des Betriebes, wenn man ihnen nicht die geforderten Kinderzulagen und Stillprämien bewilligte. Da« ganze männliche Viehzeug trat in die passive Resistenz und verlangte stürmisch die Einführung der Räterepublik für alle Gehöfte(Hoftäte l). Die Bauern waren ratlos, ein großer Teil von ihnen erklärte sich mit den Ausständigen solidarisch und verlangre die behördliche Anerkennung unbegrenzter Wucher- und Schleichhondelspreise. An die Dorfbewohner ohne Landbesitz kamen keine Lebensmittel mehr zur Lblieserurrg. Alle Vorstellungen de» Pfarrer», de« Vorstehers und de« Londrat« wurden verlacht, ungehört verballten die Bitten der Mütter und die Klageichreie der hungernden Säuglinge. Da griff der neue Gemeinderat ein und beschloß einstimmig, die Bauern durch ein Rundschreiben zu einer Erklärung aufzufordern, ob fie Hinsort all« überschüssigen Erzeugnisse zum Höchstpreise der Gemeinde zur Verfügung stellen wollten oder nicht. Das Ergebnis der Umfrage würde dann unter voller Namensnennung im Kreisblart veröffentlicht, an der Bemeindetaiel zum Aushang gebrawt und in der Gemeindechronik für nachkommende Geschlechter verewigt werden. Die Gehöfte der Wucherer würden in Verruf erklär, und vor ihrem Betreten würde gewarnt werden. Gleichzeitig beschlossen die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr und der Gemeindewehr, die betreffenden Geböste im Falle eine« Brande« oder einer Plünderung ihrem Schickial zu überlassen, und die Lehrerschaft erklärte ein« stimmig, die Sprößlinge der Bauern, die den Säuglingen die Milch dorenthilelten, in Zukunft dt« geistige Rabrung zu verweigern. Da» M'tiel balf. bevor dieser Protesistreik w Krasi trat, brach der land- wirtschaftliche Generalstreik fang- und klanglos zusammen. Konzert öes �rbelter-Sängerbuuüe«. Vtrtgent und Dirigent ist— zweierlei. Nicht brave Handwerks- »üßigkeit. nur die künstlerisch« Persönlichkeit entscheiqet. Es ist nicht einzusehen, warum von dieser Forderung bei der Musik- pflege innerhalb der Arbeiterschaft abgesehen werden sollte. Freudig ist deshalb ein« Umlehr zum Besser» zu begrüße». Hermann dem nötigen Pflicht- und Verantwortungsgefühl fehlt. Anders wäre eS, wenn den Leuten nun endlich gegeben würde, wofür sie dem Staate so lange gedient haben, nämlich eine feste Anstellung als Beamter. Damit würden die Milrtäranwärter wieder Zu- trauen zur Regierung gewinnen und ohne Sorge um die Zukunft mit frischer Kraft und Liebe ihren Dienst versehen können. Die Anstellung selbst läßt sich ohne große Schwierigkeiten aus- führen. Dadurch, daß ein Mrlitäranwärter jahrelang bei einer Behörde beschäftigt ist, hat er seine Fähigkeit für den Dienst nach. gewiesen. Durch die zuständigen Ministerien müßten die Behörden angewiesen werden, die bei ihnen als Hilfskräfte beschäftigten Militäranwärter ftaffelweise anzustellen. Als Richtlinie mag folgender Vorschlag dienen. Sofort anzustellen sind alle, die schon länger alz 6 Jahre im Besitze des ZivildersorgungsscheinZ und mindestens 5 Jahre— einschließlich Kriegsjahre— bei ein und derselben Behörde tätig sind. Im nächsten Jahre würden diejeni- gen, die 4— 6, im darauffolgenden die 2— 4 Jahre den Zivilversorgungsschein haben und zum Schluß der Rest der vorhandenen Militäranwärter zur Anstellung gelangen. Dies stellt eine ein- fache und ausführbare Lösung dar. Mit diesem Problem sollte sich die Regierung und vor a-llem die zur Beratung und Mitarbeit herangezogenen Beamtenvertreter für die in Aussicht stehende neue Beamtenreform eingehend be- schäftigen. Zugleich aber wird den vielen tauserrden Militär- anwärtern eine sorgenvolle und trostlose Zukunft vom Herzen genommen und die Regierung sichert sich ein großes, zufrieberreS und arbeitsfreudiges Beamtenheer. O. Letz. Um Sie Zwangswirtschaft. Rerchsernährungsminister Schmidt empfing gestern die Per- treter des Landesausschusses der Niederlaufitz, die bekanntlich schon beim Preußischen Landwirtschaftsmrnisterium zwecks Aufhebung der Zwangswirtschaft vorstellig geworden waren. Unter ihnen befanden sich auch Vertreter der Arbeiterschaft, die, wie bre DrStusfion ergab, anscheinend in voller Berkennung der Sachlage und der Interessen der industriellen Arbeiterschaft die Vorschläge des Landesausschusses sich zu eigen gemacht hatten. Unterstaatssekretär P e t e r s wies darauf hin, daß kein Mensch daran dächte, di« Zwangswirtschaft als Selbstzweck aufrechizuerhalten, daß aber die heutige Lage es u n- möglich mache, sie aufzuheben. Ihre Aufhebung würde sinn- los hohe Preise nach sich ziehen, würde die Löhne in die Höhe treiben, ohne daß für eine gleichmäßige Verteilung der Lebens- mittel irgendwelche Gewähr bestände. Voraussetzung für die Ueber- nähme der Lebensinittelverteilung durch den freien Handel wäre ein tadellos funktionierendes Eisenbahnshstern, da dieses dann um 40 Proz. mehr in Anspruch genommen würde. Reichsernährungs- minister Schmidt nahm Bezug auf die Beratungen mit den Ver- tretern der Gewerkschaften, der Einzelstädte, des freien Handel? und der Landwirtschaft in dieser Frage, wo sich die beiden ersten Gruppen für die Beibehaltung der Zwangsbewirtschaftung der Kartoffeln ausgesprochen hatten. Bei freiem Verkehr kann man niemand zwingen, die Ware herauszugeben. Richtpreise würden nicht innegehalten. Bei einer Freigabe der Kartoffelbewirtschaftung würden viele Kartoffeln den Brennereien zufließen und dem Ver- brauch als Nahrungsmittel entzogen. Auch die Hausfrauen seien gegen eine weitere Lockerung der Zwangswirtschaft. Ohne Lieferungspflicht sei«ine Rationierung unmöglich. Wollte man Brot aus dem Mehl backen, das aus dem Ausland eingeführt wird, so würde da» 4«Pfuudbrot 8 M. kosten. Auch die bis- herigen Erfahrungen bei der Freigab« einzelner Lebens- mittel seien durchaus unglücklich. Deshalb seien di« Forderungen nicht akzeptabel. Di« beiden Arbeiterfübrer, die bei der Erörterung zu Worte kamen, waren sich in ihrer Haltung zur ZwangSwirt- schaft nicht sicher. Der ReichSeruährungsminister wies darauf hin, daß man von einem Zusammenbruch der Zwangswirtschaft schon seit Monaten spreche und schreibe, ohne daß die LebenSmittelver- sorgung durch sie benachteiligt sei, im Gegenteil, die Lebens- urittelzuteilung sei immer besser gewotderr. Gegenüber der Befürchtung der Arberterführer, daß«S zum LieferungS- streik kommen würde, betonte der Ernährungsminister, er werde S ch e r ch e n ist zum Bundesdirigenten berufen worden. Eine glücklichere Wahl konnte kaum getroffen werden. Weniger da« Ge- wicht eines„Namens44, als das einer schöpferischen Kraft fällt hier in die Wagschale. Ob oder inwieweit Scherchen der Literatur des ThorgesangeS fritche» Blut zuführen wird, läßt sich zur Zeit nicht erkennen. Vorläufig genug aber, daß sich in ihm eine scharf ausgeprägte Künstlerpersönlichkeit präsentiert, die regenerierend und reformierend zu wirken befähigt lern dürste. Beide« würde- allerdings einen möglichst weitgezogenen Kreis der Aufgaben deS Bundesdirigenten zur Voraussetzung baben. Ihm müßte die entscheidende Stimme in allen rein musilkünstlerischen Angelegenbeiten des Aibeiter-Sänger- bundes zufallen. Er hätte Einfluß zu üben sowohl auf die Be- schaffenheit der Chorgesänge als nicht minder auf die Gestaltung der Konzertprogramme. Jegliche Hinneigung zu seichter Lieder- tafelei wäre konsequent hintenanzuhalten. Arbeitersängervereine haben andere, weil s o z a I e Knnstziele. In dieser Richtung hat nun Scherchen am Sonnabend zum ersten Male und sogleich, wie zu erwarten stand, bemerken«- werte Proben gegeben. Mit den bestehenden Frauenchören führte er zwei einfach gehaltene, dreistimmige Bottslieder auf,«in rumänisches sowie Goethe- Härders„HeidenröSlein44. im Satz von Basthr. Namentlich hier bekundete er eine leidenschaftliche, drama- tische Stillsterung. Der Chor bekam so ein völlig neue? Wesen. Mit den vereinigten Männerchören ließ Scherchen ebenfalls zwei Chöre— S ck u l k e n« duftige.Herbstfeier44 und Karl Henckel«.Lied der Arbeiter44 in der wuchtigen, die sozialen Hinter- gründe charakteristisch malenden Komposition von I. Schneider hören. In frappanter Art wurden hier die Gegensätze heraus- gearbeitet. Wenn auch die stimmliche Potenz d«S Männerchors höher zu veranschlagen ist als die Leistung der Frauenchöre, io gleichen sich beide doch in der guten techniichen Schulung, die klare textliche Aussprache mit schwungvoller Dellamation verbindet. Und noch«in neuer Mann stellte sich vor: Richard Nagel, der nunmehrige Dirigent des Philharmonischen O r fli e st e r S. In einem etwa« bunten Blumenstrauß gehaltvoller klassischer wie moderner Tonstücke bewährte er eindringliche Vertrautheit mit dem Geist der vollendet wiedergegebenen Werke. Das festtich gestimmte Publikum dankte sowohl den Sängerchören als den Jnstrumentalisten mit einmütigem Beifall._ ek. Ireiwillige Mmzensur. Infolge der zahlreichen Proteste, di: m letzter Zeit gegen ge. wisse Film« erhoben worden sind, hat sich der„Kartellrat der Ver- einigten Verbände der deutschen Filmindustrie" veranlaßt gesehen, zu der Frage einer Kiirozensur Stellung zu nehmen. Da die Zensur aufgehoben ist, soll eine.aui Fachleuten zusammengesetzte Kommission die Lichtbilder vor ihrer Aufführung in der Oeffentlichkeit begut- achten. Die Zensur soll ausgeübt werden durch Persönlichkeiten. die in der Zeusurabteilung des Polizeipräsidiums Berlin gewirkt haben. Wird von dieser Instanz«in Film ganz oder teilweise ab» gelehnt, so sollen zwei Schiedsrichter den Fall erneut prüfen, von denen der eine von der Filmbranche, der andere vom.Goethebund44 gestellt wird. Einigen sich dies« beiden Schiedsrichter nicht, od:t aber lehnt de« Interessent ihr Urteil ab. so geht dessen Berufung an die große FilinprüfungSkommission, im der Vertreter der Film- brauche, der Poliseibehörd«, der Lollserziehuu� Vertreter voo dafür sorgen, daß die Arbeiter ihr Brot be- kommen. Er lasse sich durch die Drohungen nicht einschüchtern. In keinem Falle sei jetzt an einen Abbau der Zuiangswirtschas: zu denken, wenn man sich der Verantwortung, das ganze Volk mit Lebensmitteln zu versorgen, bewußt sei. vie„Inüetifahue*. AuS I u r st, von der Nordseeinsel, wird unS geschrieben: Ich weile zur Erholung im Nordseebad Juist. Am Strande wehen auf den Sandburgen zahlreiche Fähnchen im allen Regem- bogenfarben. Aber die schwarz-weitz-rote Fahne herrscht vor. Denn hier weilen vorzugsweise reaktionäre Badegäste. Vor wenigen Tagen pflanzte ein neu hinzugekommener Bade- gast an seinem Zelt eine schwarz-rot-goldene Fahne auf. Zwei Tage darauf mußte der Ausrufer des Ortes— der Mann mit der großen Schelle— folgendes mitteilen: Seit einigen Tagen ist es unangenehm aufgefallen, daß vor einem Strandzelt die schwarz-roi-goldene Fahne weht. Wir ersuchen, diese Errungenschaft der Neuzeit baldigst zu entfernen. Mehrere Badegäste von Juist. Am selben Tag las ich an einer Anzeigentafel für lokale Mitteilungen folgenden Anschlag: Ihr Juden geht nach Norderney, Laßt uns ssuist und Borkum frei! Wir fordern: Jurst den Deutschemi_ ES ist ehrenvoll für die Fahrns der Deutschen Republik, daß die reaktionäre Gesellschaft, die sich auf Juist versammelt, von ihr nichts wissen will. Weniger ehrenvoll ist es für die schwarz-weitz-rodeu Farben, daß sie nur noch in antisemitischer Gesellschaft flattern können. Die Anhänger des alten Systems dürften schon darüber nachdenken, wie sehr sie sich durch diese Verbindung, die auf negativem Grund« ruht, selber degradieren. «.Sabotage von oben her/ Die Mitglieder der gemeinnützigen Siedlungsgeuossenschast „Empor" haben in einer Versammlung zu den in Nr. 358 und 372 wiedergegebenen Beschwerden gegen das Kriegsministerium eine Resolution gefaßt, in der es u. a. heißt: Die Behauptungen des Kriegsministeriums sind geeignet, das Landwirtschaftsministerium, welches sich uns in denkbar großzügigster Weis« entgegenkommend zeigt, in ein völlig falsches Licht zu stellen. Das Land- Wirtschaftsministerium hat unS vielmehr aktenmäßig nachgewiesen, daß es zurzeit noch nicht über«inen Hektar der von der Remonteverwaltung de» Kriegsministeriums innegehabten Do- mänen zu verfügen hat, und daß der Herr Kriegsminister in die vom Landwirtschaftsministerium betrefts der Rückgabe des Re- montebepotS vorgeschlageneu kommissarischen Verhandlungen noch nicht einzutreten vermochte, da in seinem Ministerium die Erwägungen über di« zukünftige Remontierung noch nicht abgeschlossen seien. Wir verlangen im Interesse des schnellen Wiederaufbaue» unseres Wirtschaftslebens die sofortige Rückgabe sämtlicher RemontedepotS, ganz besonders des vor den Toren von Berlin liegenden Bärenklau nebst seinen Vorwerken au da» Landwirtschaftsministerrum, denn eZ ist nicht angängig, daß 21 000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche der Allgemeinheit werter durch das KriegSministerium entzogen werden, zumal das KriegS- minifteriunr in keiner Weife fähig ist, die Fläche wirklich wirtschaftlich zu nutzen. Di« Mitglieder beauftragen den Vorstand, die Quertreibereien deS Kriegsministeriums mit aller erforderlichen Energie abzuwehren und versprechen, sich in diesem Kampfe rück- haltlos hinter den Vorstand zu stellen. Ein raöikaler Sozialistenkongreß. Preßbureau Radio meldet aus Washington, daß der Nationale Sozialistische Kongreß zwecks Zusammenfasiung der radikalen Kräfte in der ganzen Welt einen neuen Internationalen Soziali st enkongreß einberufen hat. Kunst, Wissenschaft, Lit:rawr, Theater usw. Sitz und Stimme haben sollen. Dies« Vorschläge wurden mit Vertretern der Reich»- und Staatsbehörden sowie der verschiedenen Brancheorganisationen be- raten und fanden grundsätzliche Zustimmung Die weitere Bearbei- tung der Angelegenheit wurde einer kleinen Kommission der be- toiligten Verband« übertragen. Die Filmindustriellen suchen also der vcM d«r Reichsverfassung zugelassenen Filmzensur durch eine Selbstzensur zuvorzukommen. Shaw über öle Hungerblockade. Bernhard Shaw hat«in Vorwort zu einem kleinen Buch geschrieben, da? unter dem Titel„Familienleben in Deutschland wäh- rend der Blockade" soeben in England ausgegeben wird. Der Dichter protestiert hier energisch gegen die Anschauungen derer, de die Deutschen aus Rache aushungern wollten, und variiert die viel- fach beliebt« Frag« der englischen Kinder:„Vater, was tatest du'M Kriege?", die einst zu Propagandazw«cken benutzt wurde, durch dre neue zeitgemäßere Frage:„Vater, was tatest du. als der Krieg vor- über war?"„Der Mann," bemerkt er,„der sagen kann als:„Ich teilte meine Nahrung mit den armen hungernden Kindern in Deutschland," wird moralisch beträchtlich höher stehen, als der glühende Patriot, der nichts Besseres antworten kcmn:„Ich verlangte. daß der Kaiser gehängt wird, und er wurde trotzdem nicht gehängt." DaS Buch,„zusammengestellt von Lina Richter nach den Berichten von Aerzten, Jugendrichtern, Lehrern und. Schulpfleger- innen", gibt ein ergreifendes Bild von den furchbaren Wirkungen. die die Hungerblockode in Deutschland hervorgerufen. Notizen. — Eine Ausstellung von Bildnissen au» Ber- liner Privatbesitz beabsichtigt die Akademie der Künste im November und Dezember d. Js. zu veranstalten und dadurch dem Publikum die zahlreichen, sonst unzugänglichen Schätze deutscher Porträtkunst, dre sich in Berlin befinden, zu zeigen. Aufgenom- men werden in die Ausstellung Bildnisse, die vorn Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Jetztzeit entstanden sind. Besitzer solcher Bildnisse werden gebeten, diese möglichst bald der Akademie der Künste. Pariser Platz 4. für die Ausstellung namhaft zu machen. — Theater. Im Deutschen Theater geht Mittwoch in Abänderung des Spielplans„Wie«s«uchgefällt"m Szene. — Ein in Frankfurt a. M. drohender Th.ater» st r e i k ist vorläufig durch Ueberwersung an den SchlichtungSauSfchuß vermieden worden. Di« Arbeiter und Angestellten der Städtischen Bühnen verlangen Aufbesserungen im Gesamtbetrage von Ith Mtl- lionen Mark. — Mehr T r e r s chu tzl Die 18. VerbandSversammlung der Tierschutzvereine de» Deutsches Reiches nahm auf ihrer Tagung in Weimar Entschließungen an, wonach der Regierung bei der bevorstehenden Novelle zum Strafgesetzbuch eine Verschärfung des § 860. Ziffer 13 empfohlen wird. Wer„Tiere quält oder miß- oanldelt oder vernachlässigt", soll nicht mehr mit Geldstrafe oder Haft, sondern mit Gefängnis bestraft werden. Tierquälerei soll alt Vergehen und nicht als llebertretung anzusehen sein. Ferner sprach man sich gegen da» Kupieren der Pferdcschwerfe u»d t»* vermehrte» Logelschutz au». I Der Münchener Gel München, den 3. September 1913. B. S. Die zweite Woche des Münchener Geiselmord-Prozesses bat am gestrigen Montag chren Ansang genommen. Au Beginn der Sitzung unterfjielt sich der Hauptangellagte Seid! höchst vergnügt lächelnd mit einigen seiner Mitangeklagten. Beim Zeugenaufruf fehlt der Watros: Messerschmidt. der sich in Haft befand und am Sonnabendmittag auö dem Arrest verschwunden ist. Der Schluß der Beweisaufnahme über die Be- Handlung der Geiseln, welche nickt erschossen, sondern wieder frei gelassen wunden, bringt manche interessante Momente. So wird festgestellt, daß auch ein an Krücken gehender Mann sich unter den Geiseln befand. Vor den Augen der Geiseln wurden die Gewehre geladen, und die Aufnahm« im Polizeivräsidtum ging höchst eigenartig vor stch. Dort lag alles' wild durcheinander; auf Tischen und Stühlen lagen Waffen und Handgranaten herum und an einem Tisch saß eine„Dame" und seufzte:„Die ganze Nacht habe ich gearbeitet, schauen Sie nur den Stoß Akten, den ich durch» gearbeitet habe!" Alle Da inen im Vollzugsausschuß, im Polizei- prästdium und im Gmnyasium zeichneten sich dadurch aus. daß sie alle wie auf Verabredung kurz geschnittene Haare trugen. Eine ganze Anzahl dieser„Dam�n" ist mztmschen spurlos verschwunden. Bei der Erschießung der Geiseln muß offenbar alte Munition verwendet worden sein, die bereits stumpf war, da nur so di« furchtbaren Verletzungen an den Körpern der Geiseln zu erklären sind. Auch sollen Rotgardisten di« Munition noch besonders bearbeitet haben, dnnit sie bester wirkte.— Di« Behandlung der beiden Weißgardisten wird von sämtlichen Zeugen übereinstimmend als eine modern« Folter bezeichnet. Man trat den armen Menschen auf dem Leih herum und schließlich, als sie hingerichtet wurden, waren sie bereits halb tot. Ein Zeuge be- kündet, daß. als die beiden Husaren an die Mauer geführt wurden, und man ihnen zurief, sie sollten sich umdrehen, einer von ihnen gesagt habe, man soll« sie doch erst verhören. Darauf sei ihm ge- antwortet worden: �Seidl sei noch nicht da und sei« Stellvertreter habe keine Zeit." Di« beiden Weißgardisten gaben sich zum Abschied nochmals die Hand und gaben sich dann stumm ihrem Schick- sal hin. Einige der Rotgardisten fühlten dann doch wohl Ge- wissensbiste, denn diesem und jenem kamen die Tränen in die Augen. Ändere dagegen sagten:„Na, dem einen hat eS den ganzen Kopf weggerissen, das ganze Hirn ist raus?" und nach der Er- schießung des Prinzen Th u r n und Taxis hieß eS:„Dem Hat'S durch die Augen gemäht!" Daß Harmonika gespielt, gesungen, Wein getrunken, Zigaretten geraucht wurden usw., wird auch weiterhin von den Zeugen bestätigt. Ebenso, daß bei E g l h o f e r die Absicht bestand, womöglich alle bayerischen Prinzen festzunehmen, da man in ihnen die Hauptmacher der Gegenrevolution erblickte. Der Vor- sitzende der BerhaftungLkommifsion, der schon einmal erwähnte Zeuge, d-r Russe Zrobel. bestätigt, daß bei dem Vollzugsausschuß jedermann davon überzeugt war, die Räterepublik würde nicht mehr lange bestehen, nachdem die weiße Garde München umstellt hatte. Einem weiteren Zeugen PauluS, der ebenfalls in der Ver- Haftungskommission saß, wird vom Vorsitzenden vorgehalten, daß er gesagt haben soll,«S wäre am besten, nach französischem Muster auf dem Marienplatz, dem Hauptplatz Münchens, ein Schafott aufzustellen. Der Zeuge erinnert sich dessen nicht. Die weitere Beweisaufnahme dreht sich nunmehr um die Thüle- Gesellschaft und die Beteiligung der erschossenen Geiseln an der- selben. Hierzu wird zunächst der kaufmännische Direktor der Mün- chener Hotel-Aktien-Gesellschast Larringer vernommen. Er bekundet, daß eine Anzahl Älubräume des Hotels Bier Jahreszeiten von dem Germanenorden und b«x Thüle-Gesellschaft gemietet worder war. Heber die Tendenz beider Gesellschaften weiß der Zeuge nichts Nähere? auszusagen. Später sei auch noch ein Verlagsunternehmen in die Räum« hineingekommen, und zwar dasjenige, das den„Be- obachter", sin Münchener Wochenblatt mit antisemitischer Tendenz, herausgebe. Vorsitzender: In welchem Verhältnis stand der „Beobachter" zu der Thule-Gesellschast? Zeuge: Das weiß ich nicht. Am 27. April, so fährt der Zeuge fort, seien nachmittags in seiner Wohnug zwei Soldaten der Roten Armee erschienen, die wissen wollten, welche Mitglieder der Thule-Gesellschaft iov Hotel gewohnt hätten. Der Zeuge wurde dann verhaftet und zu Jglhofer geführt, der ih« in Gegenwart mehrerer Frauenzimmer und L e- vienS vernahm. Jglhofer saß in einem Fauteuil und trank Bier. Levien räkelte sich in einem Klubsessel und zeigte lebhaftes Interesse für di« Mitglieder und Gäste der Thule-Gesellschaft. Er äußerte, man solle die ganze Lande aufhänge« lassen. ES wurden dann noch der Hoteldirektor M a« d i n und der Portier gerufen, die dem Zeugen bestätigen konnten, daß er nichts mit der Gesellschaft zu tun habe und außerdem konstatierten, daß keines der Mitglieder der Thule-Gesellschaft überhaupt int Hotel wohnte. Verteidiger Rechtsanwalt Löwenfeld fragt den Zeu- gen, ob nicht eine große Menge Waffen in den Klubräumvn ge- simden wurden. Zeuge: Das ist richtig. Vorsitzender: In den Klubräumen deS GermanenordenS, der Thule-Gesellschaft oder deS Verlages der Wochenschrift? Zeuge: DaS kann ich nicht sagen. Die Frau deS Handlungsgehilfen Lack war vor ihrer Vcrhei- ratung Mitglied der Thule-Gesellschaft und besuchte allsonnabend- lich deren Veranstaltung. Vorsitzender: WaS bezweckte die Thule-Gesellschaft? Zeugin: Die Pflege deS Deutschtums. lind zu diesem Zweck wurden späterhin die Thule-Gesellschaft und der Germanenorden verschmolzen. Vorsitzender: War auch die antisemitische Wochenschrift daran beteiligt? Zeugin: Rem, doch waren einzelne Angestellte Mitglieder d«r Gesellschaft, so unter anderem die v-äftn Westarp, die beim.Beobacht.r" als Steno- thpistin angestellt war. Vorsitzender: Es soll eine politische und ein« wissenschaftliche Abteilung bestanden haben? Zeugin: Politisch war ich niemals tätig. Vorsitzender: DaS Programm der Gesellschaft b.sagt u. a.. daß sie gegründet worden sei, um dem deutschen Volk in seiner tiefften Not zu helfen. Sie verfolgt den Gedanken:„Halte Dein Blut rein." I« deS deutschen Volkes tiefster Not und Sehnsucht sollte der Bund den Deutschen lehren, daß alles Unglück auf seine Eigenbrötelei und sein mang.lndes National- bewußtsein zurückzuWren wäre. Man müsse di« deutsche Ein« mütigkeit und daS Zusammengehörigkeitsgefühl wieder stärken. Der Aufruf schließt mit der Schlußstrophe des LiedeS:„Das ist des Deutschen Vaterland." Im Anschluß an di. Verlesung fragt der Vorfitzend« die Zeugin Lack, ob die Gesellschaft auch a n t i s e m i- tische Tendenzen verfolgte. Zeugin: Nicht mehr, als da- von im Programm die Rede ist. Vorsitzender: Auch i« der. lelmorö vor Gericht. Redaktion des„Beobachters" sollen sich Mitgliederlisten der Thüle- Gesellschaft befunden haben? Zeugin: Das weiß ich nicht. Bor- sitzender: Wissen Sie etwas davon, ob Mitglieder der Thüle» ste. S'.emv�I gefälsch' h''"»? Zeugin: Nein. Tie Zeugin erzählt dann weiter: Am Sonnabend, den 26. April, kam ich in die Klubräume. Ich traf dort aber nur Rotgardisten an, die mich sofort festnahmen und des Näheren über den Schriftleiter des „Beobachter". HansMüller, vernahmen, der zufällig ein Schul- freu- d v) mi: war. Unten vor der Tür standen, als wir hinunter- kamen, weitere zwanzig Rotgardisten mtd einige Zivilisten. Einer davon fragte mich nach Müller und ob er Leutnant gewesen svi. Sie nahmen mir alle Namen und Adressen ab und dann brachte ein Rotgardist aus den Klubräumen«ine Anzahl gelber und grüner Flugblätter herunter. Darauf sagte der Zivilist: Jetzt haben wir die, die seinerzeit im Auto gesessen sind!(Be- kanntlich wurden während der Zeit der Räterepublik antisemitische Flugblätter in großen Mengen aus einem in der Stadt herum- fahrenden Auto herausgeworfen.) Bor sitzender: WaS waren das für Flugblätter? ES soll auch ein Galgen darauf abgemalt ge- wessn sein? Zeugin: Es waren antisemitische Flugblätter, aber von einem Galgen habe ich nichts gesehen Vorsitzender: Sind Sie sicher, daß die Blätter aus dsn Klubräumen stammten? Zeu- ein' Nein, tler d>• Rotgardist«-» dehaupt.sten dies. Vorsitzender: Konnten die Flugblätter nicht aus den Räumen des„Beobachter" setn? Zeugin: Ja. Auf der Straße begegnete dann die Zeugin, nach- dem sie wieder freigelassen worden war, zufällig den Schriftleiter deS„Beobachter. HanS Müller, und veranlaßt« ihn, sich zu ver- bergen. Vorsitzender:.Hai Professor Berger zur Thüle. Gesellschaft gehört? Zeugin: Nein, den kannte ich gar nicht. Vorsitzender: Waren Deik«, Neuhaus und Daumenlang Mit- glieder der Thule-Gesellschaft? Zeugin: Nein, auch nicht; nur die Gräfin Westarp. Vorsitzend r: Waren Prinz Thurn und Taxis und Baron v. Teukert für die Gesellschaft vorgemerit? Zeugin: Davon weiß ich nichts. Nur von Herrn v. Seydtitz weiß ich bestimmt, daß er Mitglied way. Rechtsanwalt Liebknecht: War nicht daS antisemitische Wochenblatt dad Organ der Gesellschaft? Zeugin: Nein. Rechtsanwalt Lieb- knecht legt daraus zwei Nummern des„Beobachters" vom Mai vor, welche Artikel über die Thule-Gesellschaft enthalten. Bor. sitzender: Das war ja viel später. Zeugin: Ja. Un.o außerdem ist das Blatt auch nie unser Organ gewesen. Rechts- anwalt Liebknecht: Die Thule-Gesellschaft soll sich bis Berlin und über das ganz« Reich erstreckt haben. Zeugin: Das ist möglich. Der folgende Zeuge ist der Student der Chemie und Schreiber des Sicherheitsrates der. Stadtkommandantur Mick. Er erklärt. daß er im Ziinmcr anwesend war. als der Angeklagte Peter- meier, der Matrose Fichtner und Meyerhofer zum Stadtkomman- danten Mehrer gerufen wurden. Mehrer hatte eine größere An- zahl von Aufrtifen der Regierung Hoffman» und gefälschte Stempel vor sicb, die bei der Thule-Gesellschaft ge- funden sein sollten. Die vielgenannte Lilli Kram er, die eine Zeitlang als Berichterstatterin in dem Geiselprozeß tätig war, sei damals die Sekretärin des Stadtkommandanten gewesen und habe die VerHaftbefehle geschrieben, darunter die für die beiden erschossenen Geiseln Taumenlang und NeuhauS. Mehrer habe e:- klärt, eS handle sich um Gegcnrevolutionäre, die ausgerottet werden mühte«. Die VerHaftbefehle seien zum Bollzug an die einzelnen Sektionen der K. P. D. hinausgegangen. Mehrer und Fichtner feien dann im Automobil fortgefahren. Der Zeuge, der nur zur Kommandan- tur gekommen war, um sie gewissermaßen zu überwachen, hat dann einige bekannte Studenten warnen wollen, wurde aber daran ge- hindert. Bald daraus seien die ersten Verhasteten in die Korn- mantzantur eingeliefert worden. Sie sollen dann Jglhofer vor geführt worden sein. Später hat der Zeug« gehört, daß der frühere Stadtkommandant Wetnberger, der inzwischen aus geheim- nisvolle Weise umgebracht worden ist, Ausweise für di« Thüle» Gesellschaft besorgt hatte. Auf der Polizei hat er gehört, daß da? Todesurteil über die Leute der Thule-Gefellfchaft schon bereits gefällt sei oder doch bald gefällt werden würde. Am 30. April mußte er Meyerhofer mit einem ihm unbekannten Mann des Aktionsausschusses ins Gymnasium begleiteii. Dort Hahr Meyerhofer mit Seid! eine länger« Unterredung gehabt. Während dieser Zeit seien 20 bis 30 Leute auf dem Hof aufgestellt worden Der Posten am Eingang erzählte, daß Geiseln erschösse» würden. Die Frag«, ob er, der Zeuge, sich die Geiseln einmal an sehen könne, tmirde vom Posten dahingehend erwidert, daß die-' verboten sei, er wolle ihm über welche zeigen, die den anderen Geiseln ähnlich sähen. Darauf führte der Posten den Zeugen i»' den Schweine st all, den die Rotgardisten im Gymnasium ein gerichtet hatten. Der Zeuge mußte dann mit Meyerhofer im Auto fortfahren, wurde aber unterwegs in ausfälliger Weise ausgebootet. weil man ihm nicht recht traute. Als Meyerhofer dann später aus die Stadtkommandcmwr zurückkehrte, erklärte er: So, die sind erledigt. Abends sei dann plötzlich die Meldung von dem Anrücken de- Weißen Garde gekommen. Ein Herr vom Aktionsausschuß hol».' darauf gesagt:„Sofort S00 Geiseln verhaften und den Weißen e:n Ultimatum stellen." Mehrer und der Zeuge verwahrten sich jedoch dagegen. ES soll dann eine Stenotypistin Weiß aus Berlin vernommco werden, die das Telephon in der Kommandantur bediente- Sie ist jedoch nicht aufzufinden. Jbre Aussagen werden verlesen. Danach hat der Stadtkommandant M e h r e r am 2a. April in der Stadt- kommandantur gefragt, ob schon viele Protokolle geschrieben seien. Die Zeugin war auch anwesend, als Neuhaus zur Vernehmung kam. Dieser wurde sofort über die Thule-Gesellschaft und nickt etwa über Räubereien, Plünderungen und Stempelfälschungen ver- nommen. NeuhauS habe erklärt, di« Tbule-Gesellschaft bestehe aus einer wissenschaftlichen und politischen Gruppe. Von der politischen Abteilung seien auch die antisemitischen Flugblätter ausgegeben worden. Der Kunststudierende Deik« habe bei seiner Ver- nehmung angegeben, er sei der Thule-Gesellschaft beigetreten, um finanziell vorwärts zu kommen. Die Gräfin Westarp habe durch ihr festes Austreten imponiert. Sie sei Sekretärin gewesen, habe ihre Pflicht getan und sich nie um Politik gekümmert. Bei ihr sei eine Karte von auswärts gefunden worden, auf Ivelcher stand:„Ich bin gut durchgekommen." Daumenlang habe erklärt, er komme soeben mit Empfehlungen eines Berliner KreiSllubS der Thule-Gesellschaft nach Münch«!: zurück. Rechtsanwalt Dr. Theilhaber konstatiert darauf, daß die Aussagen dieser Zeugin im Prozeß gegen Lehrer in wesentlichen Punkten alz unrichtig zurückgenommen wurden. Irbekter besprechen üen wl'eöeraufbau. J Aus Versailles wird gemeldet: In der Frage der Betrili- guug deutscher Arbeiter bei« Wiederaufbau Frankreichs, über die mit der französischen Regierung in den wesentlichen Pnukten EinverstäudniS besteht, haben am 6. September direkte Besprechungen zwischen einem Vertreter der deutschen G e- wrrtschasteu und den Vertretern der cooksösratlon vsnsrale«in Travail und des französischen Bauarbeiter- Verbandes begonnen. Boraussichtlich wird in der nächsten Woche die eiste iusormatorische Besichtigung deS zerstörten Ge- d i e t e S stattfinden können. Neglerung und Gefangenenrückkehr. Bei seiner vorübergehenden Anwesenheit in Berlin hat der Vorsitzende der Deutschen Friedensdelegation in Versailles auch mit dem zweiten Vorsitzenden des Völkerbundes zum Schutz der Kriegs- und Zivil- gefangenen Rittmeister Frhr. von Leisner Fühlung ge- nommen und ihn ausführlich über den Stand der Frage des Abtransports der Kriegs» und Zivilgefange- neu orientiAst, insbesondere ihm auch die Schritte mitgeteilt, die von der Deutschen Regierung zugunsten der baldigen Rückkehr der Kriegsgefangenen unternommen worden sind und noch unternommen werden. » In der ersten Septemberwoche kamen aus dem Bahnhof Deutz sieben englische Sonderzüg« mit rund 7000, und zwei französische Lazarettzüge mit rund 1000 deutschen Kriegsgefangenen an, ferner aus England mit Dampfer über Rotterdam 4000, über Koblenz-Mainz je 1000 Mann auS französischer Gefangenschaft, zusammen also 14000 Gefangene._ Das Streikrecht üer Arbeiterschaft. Die„Freiheit" veröffentlicht in ihrer Ausgabe vom 7. September ein Schreiben der Technischen Abteilung des Reichswehr- gruppenkommandoS I. daS an ein größeres E l e k t r i« z i t S t S w e r k gerichtet ist und geeignete Unterlagen erbittet, um im Streikfalle durch den Einsatz technischer Nothilfen den Be- lrieb oufrechl erhalten zu können. Die.Freiheü" bezeichnet es als einen offenen Angriff auf das wichtigste Recht der Arbeitorschaft, zugleich aber auch als eine Kampfansage an die Gewerkschaften, die ohne Aufgabe ihrer Existenzberechtigung auf da» Streikrecht nicht verzichten könnten. Hierzu bemerkt eine zuständig« Stelle über die Organisation der technischen Abteilung und der technischen Nothilse folgendes: 1. Die technische Nothilse bedeutet keine Kampfansage an die Gewerischairen und keine Verneinung des StreikrechtS. Denn das Recht zum Streik wird keinem Fachverband, auch nicht dem der Gas-, Wasser- und ElektrizitätSarbeiter abgesprochen. 2. ES ist der Beweis erbracht, daß die technische Nothilfe lediglich msotern produktive Arbeit leistet, als sie den Betrieb lebenswichtiger Betriebe aufrecht erhält, um durch einen Streik nicht unverschuldete Not über di« Bevölkerung zu bringen. Kinder. Frauen, Kranke, Wöchnerinnen dürfen nicht unter dem politischen Kampf und unter dem Noikampf leiden. 3. In allen andeien Betrieben sorgt die technische Nothilfe nur für Erhaltung der Produktionsmittel(Bergwerke dürfen nicht ersaufen. Hochöfen nicht zerspringen). 4. Di« unsinnige Behauptung, daß die technische Nothilfe den Streik rundweg illusorisch mache, wird schon dadurch widerlegt. daß sie nur wenig tausend Facharbeiter umfassen kann, die taum für di« Erledigung der dringendsten Arbeiten hin- reichen. S. Die technische Nothilfe stützt sich auf Facharbeiter. Sie kann deshalb nur solange wirksam sein, wie sie solche Arbeiter findet, die moralisch und vernünftig genug denken, um zwischen Streikrecht, Streikerfolg und möglicher Vermeidung unerwünschter. schädlicher Begleitericheinunpen des Streik» zu unterscheiden. 6. Die technische Nothilse untersteht der Regierung und ist frei von der Initiative und der Beherrschung durch Kapi- listen. Es ist durchaus erforderlich, daß jeder Mann, der die tech- nische Vorbildung für derartige Hilfsleistungen aufzuweisen ver- mag und entichlosien ist, die Bevölkerung vor den Verhängnis- vollen Folgen eines BersagenS derartiger Betriebe zu schützen. sich freiwillig der daiür eingerichteten technischen Abteilung des Reichswebrgriippenkommando I. Potsdamer Str. 83 c. Telephon Nollendorf 4566—69, zur Verfügung stellt. Wenn sich die Organisation in dem hier näher bezeichneten Rabmen hält. 7o find die Einwendungen, welche die.Freiheit' da- gegen erhebt, als unerheblich zurückzuweisen. Es ist nämlich er- sichlich, daß den Arbeitern daS Koalitionsrecht durch dies« Mannahmen nicht im mindesten beschnitten wird, so daß auch der Vorwurf, sie enthielten eine Kampsansage gegen die Gewerkschaften, als agitatorische Phrase in sich zusammenfällt. Keine Herabsetzung üer Renten. Das Reichsarbeitsministerium teilt mit: In Kriegsbesckädigienversammlungen und in der Presse wird von unverantwortlicher Seite die Behauptung verbreitet, die Reich«- regierung bab« einen Entwurf zur Reform des Mannschaft«- verwrgungSgesetzeS ausgearbeitet, der u. a. besage, daß den Renleiiempfäiigein mit weniger als 25 Proz. Erweibsbeschränkung die Rente entzogen, allen Rentenempfängern die Krieg«- zu lag«gestrichen und die zu gewährenden Renten unter Bcrucknchligung de« früheren Berufs- oder Arbeitseinkommens sowie des Familienstandes beinessen werden sollen. Diese Behauptungen entsprechen in keiner Weise den Tatsachen. Ein Gesetzentwurf liegt überhaupt noch nickt vor. Es bat lediglich«ine unverbindliche Besprechung mit Vertretern der Kriegsbeschädigtenorganisationen und anderen in der Fürsorgearbeir erkohienen Kreisen stattgefunden, in der einige allgemeine Gesichtspunkte erörtert wurden, die bei der Ausarbeitung des Entwurfs etwa in Betracht zu ziehen wären. Aber auck mit dieier Besprechung find die ausgestreuten Behaup- lungen nicht in Einklang zu bringen. Von lerner Seite ist ver- langt oder empfohlen worden. Gebührnisse, die nach den bestehenden 'Gesetzen als Bestandteil der Rentenve, sorgung gewährt werden, zu streichen, ohne etwa« anderes biersür zu bielen. Wenn der Zweck der Neuregelung«rreicht und den Wünschen der Rnegsbeichädlgren und KriegShinterblibenen entsprochen werde» soll, wird man allerdings vor der Beseitigung einzelner Formen der bisherigen. Versorgung wie z. B. di« KriegSzulag«. nicht zurück- ichrecken dürfen. Hieraus folgt aber keineswegs, daß die Renten« berechtigten den einsprechenden Betrag ohne weitere» verlieren sollen, sondern lediglich, daß im neuen Gesetz auf andere Weise ein Ausgleich geschaffen werden muß. Die Kriegsbeschädigten werden daher dringend ermahnt, sich nickt von gewissenlosen Tceivern rrresühren oder gar mißbrauchen zu laffeu. Bezugsschempslicht und Kommunalware». Die ReichSbekkek- dungs stelle weist daraus hin, daß durch die Aufhebung de» Bezug Sich e i n v« r f a b r e n S die Bestimmungen über die Be- rechtigungSlcheine für den Bezug von Kommunalwaren, die von den Kommunalverbänden für die in KleidungSnot befindliche Bevölkerung ausgestellt werden, nicht aufgehoben find. Demgemäß dürfen diese Waren tm Kleinhandel nach toit vor nur an die Käufer werden, die sich zum Bezüge durch einen BerechligungS- schetu oeS SommuualverbaudeS ausweisen können. Rassenvereöler. Die rasiewütige« Antisemiten haben festgestellt— wa» ihnen vorbehalten war— daß im Völker leben da» monarchische und ari st akratische Prinzip stet» den größten dauernden Erfolg hatte. Den geschichtlichen Nachweis hieriür zu erbringen, dürfte ihnen weniger möglich sein, als den Nachweit für ihre Geld« b e d ü r f t i g k e i t, die sie in einem neuerding« verbreiteten Flugblatt nur.Mitglieder möglichst gesicherter Lebensstellung" suchen läßt. Schade, daß man nicht ein paar jüdische Groß- k a p i t a l i st e n ausnehmen kann. Oder sollt« man etwa? Biel- leicht unternimmt es ein Spaßvogel einmal, die alldeutschen Ami- semiten aui ihre Ltandhaftigkeit zu prüfen. Wehe un«. wenn die .blonde Bestie" einmal losgelassen ist. Vermehrung de« Jungviehs. Die Zahl der Kälber unter drei Monaten ist seit dem i. März d. I um 30 Prozent, die der Ferkel um 23 Prozent ge stiegen. De Menge des s ch l a ch t- reifen BiebeS hot ireilich nochinalS abgenommen, so daß im Augenblick die Fleischversorpung sebr schlecht steht. Aber nach einigen Monaten ruhigen Weiterarbeiten» ist gleichwohl eme Besse- rung deS Biehbestandes zu erwarten. Lord vercsford gestorben. Da? Reutersche Bureau meldet, daß der Admiral Lord Beressprd im Aller von 73 Jahren m Schottland plötzlich verstorben ist. SewerW-fizbenMMg Eine neue Methode. Der tllliyang des StrertS im chemischen Großhandel scheint zu einem bedauerlichen Konflikt zwischen den beteiligten Organisa. tionen, dem Transportarbeiter» und dem HandlungS» gehtlfenoerband, zu führen. Wie wir erfahren, hat der TranS» Portarbeiterverband als organisatorische Vertretung der am Streik beteiligten Avfreiter den Streik für beendet erklärt, nachdem eine Versammlung der streikenden Arbeiter der Hageda die für di« Fortsetzung des Streiks notwendige statutengemäße Mehrheit nicht ergeben hat. Die Leitung des Transportarbeiter- Verbandes ist m Konsequenz ihrer Auffassung daher auch aus der Streikleitung ausgetreten. Vin Teil der Arbeiter scheint mit dieser statutenmäßig bedingten Beendigung des Streiks nicht zu- frieden zu fein und hat die Absicht, mit den Angestellten, denen Streikleitung in den Händen des Zentralverdandes der Handlungsgehilfen sich befindet, weiter streiken zu wollen. Bon der Rumpfftreikleitnng erhalten wir zur Beröffent- lichung eine Zuschrift, in der erklärt wird, daß die Arbeiter sich von ihrer Organisation nicht zu Lumpen machen ließen und die Arbeit nicht eher wieder aufnehmen würden, als bis auch der letzte Angestellte wieder im Betrieb« sei; mit Streik- blechern lehnten sie eine Znsammenarbeit ob. Die Arbeiter sind sich dabei darüber klar, daß sie auch im Falle der Weigerung ihrer Organisation, weiter Streikunterstützung zu be- zahlen, im Streik verharre». Zur Unterstützung der Streikenden fordert die Streikleitung auf, Sammlungen zu veranstalten und sie an die Streikleitung, z. H. des Zentral- Verbandes der Handlungsgehilfen, einzusenden. Der Vorgang, daß eine anbete Organisation sich hinter die Streikenden stellt, nachdem die zuständig« Organisation den Streik für ihre Berufßangehörigen für beendet erklären mußte, ist rm Gewerkschaftsleben wohl noch nicht dagewesen. In seinen Kons«. quenzen muh«in derartiges Vorgehen zu emer völligen Zer- rüttung der Gewerkschaftsbewegung führen. Der Vorgang selbst nimmt uns übrigens nicht wunder. Ist doch das, waö hier in die Erscheinung tritt, nur ein Ausfluß der .modernen� gewerkschaftlichen Auffassung, wie sie Unabhängige und Kommunisten im Gegensatz zu den.verknöcherten GewerkschastS- bureaukraten" propagieren. Wer in der Arbeiterbewegung die Demokratie unmer als eine« veralteten Popanz hinstellte, schafft de» Boden für dies« Zer» störung aller gewerkschaftliche» Grundsätze. Schlimm ist es. daß die Organisationen zu solche» Pferdekuren herhalten müssen; viel schlimmer ober, daß das Unternehmer- tum sich lachend die Hände reibt. Tarifkündigung im Eifetthaudel. Di« im Deutschen Transportarbeiterverband organisierten Lager-, Hofarbeiter. Kutscher usw. aus den Betrieben des Eisen», Stahl- uno Trägerband eis sowie der Eisenkurzwaren», liefen», Herd-, HauS- und Küchengerätehandlungen hatten sich am Freitag in den Zentral-Festsälen in äußerst stark besuchter Versammlung vereinigt, um Stellung zu nehmen zu der zum 30. September 1019 zu erfolgenden Kündigung der Lohnsätze des Tarifes. Nach einem Referat, in dem besonders darauf hingewiesen wurde, daß Löhne von LS bis 90 M. pro Woche der schweren Arbeitsleistung dieser. Kategorien absolut nicht entsprechen, wurde die Kündigung »er§§ 2—4 des TarifeS fLohnparagraphen) einstimmig beschlossen Hierauf erstattete Kohlschmidt den Bericht der �Lohu- kommisfion. Die Kommisston hat sich einmütig auf den Stand- Punkt gestellt, daß die bisherige Gruppeneinteilung der Löhne mcht mehr aufrecht zu erhalten sei. Sie empfiehlt der Berfas.:-.rlnng die Einführung eines Einheitslohnes. Weiter stellte die Kommission als Grundforderung die Zahlung von Wochen» löhnen statt der bisher noch vielfach üblichen Stundenlöhne auf. Die Kommission empfiehlt der Versammlung, folgende Lohnsätze zu fordern: Für alle männlichen Personen über 18 Jahre 135 M. pro Woche. Hierunter fallen: Lager», Hofarbeiter, Packer, Hausdiener, Kranführer, Portiers, Wächter, Bureaudiener, Kassenboten, Stall- leute, Kutscher, Chauffeure, Arbeiter an Glühöfen, Walzwerken und«scheren. Für alle männlichen Personen unter 18 Jahren pro Woche 80 M. Für weibliche Personen über 18 Jahre 25 Proz. weniger als für männliche. Für weibliche Personen unter 13 Jahren pro Woche 20 Proz. weuiger als für männliche. Nach längerer Diskussion, die sich fast ausschließlich im Sinne der Kommission bewegte, stimmten die Versammelten mit etwa 1500 gegen 1 Stimm« den Vorschlägen der Kommission zu. Die preußische Regierung und die Lohuaugestellte«. Aus den Kreisen der bei den Regierungen angestellten Hand- werker erhalten wir eine Zuschritt, in der«» heißt: Am 19. April 1919 erließ der Finanzminister«ine Verfügung, wonach die Grund- löhn« und Teuerungszulagen mit den AngestelltenauSschüssen auf Grund der von den Gewertschasten vereinbarten Löhne der Hand- werker in gleichen Privatbetrieben festzusetzen seien, und die festge- setzten Beträge nach vorheriger Genehmigung durch den Minister ab 1. Januar nachgezahlt werden sollten. Der Minister hatte den Behörden einen Termin von vier Wochen zur Festsetzung und zum Bericht gesetzt, aber eS find bereits vier Monate ver- flössen, und noch sind eine ganze Reihe von Behörden, welche ihrer Pflicht diesen Leuten gegenüber nicht nachgekommen sind. Noch heute beziehen die Handwerker bei vielen Regierungrn und anderen Behörden den Hungerlohn, welchen sie seit Oktober vorigen JahreS erhalte« haben.' Hoffentlich sorgen die Verantwortlichen Stellen nnnmehr dafür, daß den Beschwerdeführern di« Lohnerhöhung zukommt, ehe sie ver- hungert find. Darkfbewegmrg der v»chbinderei-«erk«eiK«!r. In einer Versammlung der Buchbinderei-Werkmeister referierte Dr e w S über die Tarifvorschläge der deutschen Buchbinderei. Besitzer. Nachdem der Tarifverftag, der nur für Berlin. Leipzig und Stuttgart gelten sollte, so gut wie abgeschlossen war, hätten die Unternehmer neue Aenderungsvorschläge gemacht. Es war be- reitS vereinbart worden, daß das Gehalt um 25 Proz. und di» Teuerungszulage auf den höchsten örtlichen Gehiffenlohn verbessert werde und der Vertrag vom 1. Mai rückwirkend gelten solle. Bei den neuen Vorschlägen ist der Paragraph über die Einstellungen und Entlassungen derartig gestaltet, daß jeder ohne weiteres ent- lassen werden kann. Für die Obermeister wollen die Arbeitgeber keine Gehaltssätze festsetzen. Auch sollten di« Leipziger Sätze für die Provinz keine Geltung haben. Es kam über tne Vorschläge der Arbeitgeber insofern zu einer Einigung, als auf Antrag eines der beteiligten Vertragschließenden örtliche Vereinbarungen getroffen werden können. Nachdem der gesamte Tarif durchberaten war. machten die Arbeitgeber in einem Schreiben vollkommen neue Abänderungsvorschläge: die Erhöhung des Gehalts soll nur erfolgen, wenn der Begriff Werkmeister enger gefaßt wird. Bei Kündigungen sollen nur die gesetzlichen Bestimmungen gelten. Die Arbeitszeit soll sich nach den Bedürfnissen deS Betriebes richten; lieber stunden sollen also nicht bezahlt werden. Für Berlin darf das Gehalt 650 M. pro Monat nicht übersteigen. Der Vertrag soll rückwirkend nur vom 1. August ab gelten und auch diese Rück- Wirkung soll nur als Prämie für einen schnellen Abschluß des Ver- ftageS gelten. Diese Vorschläge seien vollkommen unannehmbar. Den Arbeitgebern wurde bereits mitgeteilt, daß die Aenderungen nicht angenommen werden könnten, daß das Reichsarbeitsamt an- gerufen werde und daß außerdem die Zahlung einer ein- maligen Wirtschaftsbeihilf« in Höhe eines DkonatS- gehaktes beantragt ist. In einer Resolution erklärte sich die Versammlung mit den Ausführungen de? Referenten einverstanden und sprach ihre tiefste Entrüstung über das Vorgehen der Arbeitgeber aus. Der Verbandsvorstand wurde beauftragt, sofort das Reichsarbeitsamt an- zurufen._ Berbindlichkeitserklärnng eines Tarifvertrages. Der zwifSen dem Zentralverband der Handlungsaebikken, Be- zirk Groß-Berlin, und der Geselllchast für Cbirurgiemeckmnik am 17. April 1919 abgeschlossene Tarifvertrag Zur Reoelung der Gehalts- und AnstellungSbedingungen der in der Chirurgiemeckiani beschäftigten kaufmännischen Angestellten ist für doS Gebiet des ZweckverbondeS Groß-Berlin vom ReichSarbeitS- Ministerium vom 1. September 1919 ab für allgemein verbindlich erklärt worden. Alle Angestellten der Firmen, bei denen dieser Tarif noch nicht in Geltung ist, müssen nunmehr schleunigst auf Durchführung desselben drängen. Achtung: Weibliche Angestellte. In unsere Notiz über die vom HaudlungSgehilfenverband ein- berufene Massenversammlung der'weiblichen An- g e st e l I t e n hat sich ein Fehler eingeschlichen. Di« Versammlung findet nicht am Mittwoch, sondern am Donnerstagabend 7'/, llbr im LehrervereinShouS. Alexanderplatz, statt. Das Er- scheinen aller weiblichen Angestellten ist Pflicht. Zentralverband der Handlungsgehilfen. Für sämtliche m der Sederwirtschast tätigen kaufmännischen Angestellten findet am Mittwoch, abends 7 Uhr, eine Versammlung in den.Mufiko» Sälen', Karfer-Bilhelm-Str. 31, statt. Tagesordnung: Berichterstattung über die Tarifverbandlungen. Angestellte der Sifeubananstalte» Grotz-BerlinS. Mittwoch, den 10. d. Mts., 6 llbr abends im.Nordsscheu Hof', Jnvalidenftr. 126: Ver- fammlung. Stellungnahme zum Tarif. Wstimmung.:... Pulverfabrik Tpandan. Betriebsverfammlung der Angestellten am Mittwoch, den 16. September, 4 Uhr, bei Seidner in Sternfeld». parteinachrichten. Die Nürnberger Eiuiguugsfrage. Unsere Nürnberger Parteiorganisation hat in einer außerordent- lich gut besuchten Versammlung zur EinigungSfrage Stellung genommen. Räch einem ausgezeichneten Referat des Gen. Bogel und einer ausgiebigen Diskuision, in welcher eine Diktatur in jeder Form abgelehnt wurde, gelangte folgende Resolution zur ein- stimmigen Annahme: Die Mitgliederversammlung des Sozialdemokratischen Vereins Nürnberg«rllärt sich mit den Einigungsbestrebungen der Nürn- berger Arbeiterschaft einverstanden. In Erkenntnis, daß nur durch ein einiges Proletariat unser Wirtschaftsleben gehoben und ein Weiterlreiben der Revolution im sozialistischen Geiste ermöglicht werden kann, erklärt die Mit- gliederversammlung mit allen Mitteln diese Einigung zu fördern. Selbstverständlich muß sich die Einigung ,m Rahmen deS Erfurter Programm«, also im Rahmen von Sozialismus und Demokratie vollziehen. Jede politische K l a ss e n di kta tur muß mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen werden. Für den Ausbau des wirtschaftlichen Rätesystems verpflichtet sich die Partei mit aller Entschiedenheit zu wirken. Die Hoffnung auf die Wintermonate. Daß die Unabhängigen in der verschärften Notlage, die derbe- vorstehende Winter der deutschen Bevölkerung bringen dürfte, einen bedeutenden Bundesgenossen für die Verwirklichung ihrer revolutio- nären Bestrebungen sehen, geht aus der Schlußbemerkung eines längeren.Zur Reichskonferenz' überschrieben«» Artikels von Kurt Geyer in der.Leipziger BolkSzeitung' hervor. Dort heißt eS: Deutschland befindet sich in einer v orrevolutionären Situation. Di« treibenden Kräfte der kommenden Revolution werden in den Wintermonaten voll zur Wirkung kommen. Unser« Partei muß deshalb durch volle grundsätzliche Klärung kampfbereit gemacht werden. Um so mehr, al« wir di« neue Revolution nicht nur kommen sehen. Wir wollen sie auchl_ Man ersieht an? dieler Auslassung, daß die UnaShängigen sich zmn positiven Wirken für den kommenden Winter rüsten. Atzs dem Untergrunde der verschärften Not sehen sie ihren Weizen blühen. DaS nennt man volle grundsätzliche Klärung. Partewersammlungen. Berlin Morgen Mittwoch Vi, Uhr: I.». 25. Abt. Bubiiöle, Neue Zlönigstr 26. Ret.: Seu. Ritter. 3.«. 4. Abt. Nationalhof. Vülowstr. 37. Ref.: Gen. Zinben:.Die vergarbkiterbewegung im Rnhrreoler'. S. Abt. Sckulaula Hagelberflerftr. 34. Res.: Gen, Viktor Sibifi. 6. Abt. Lei Wanke. Lankwitzsir. 5; Sibulz. Belle-Alliance-Str. 71; Fad tke, Fidicinstr. 38: Härnia. Frieienstr. 23; SSuster. Willibald-AlexiS- Strafie 17: Blssch, Noltlzstr. 38; Mittelstädt, Maricndorfer Str. 6: Bielecke, Nosiitzstr. 63; Krämer. Kü'briingerstr. 36; Schult. Mariendorfer Str. 5. 8. Abt. Aula Boeckbstr. 9/10. Forssetzung der AuSiorache über de» Vortrag Dr. Joelkohn: �Nrbel'Siofenräte'. V.Abt, bei Natter. Elilabekhufer 11, Ref. Dr. Witte: Gloaer, Adalbert« ftrafee 5, Res. Gen. Schmolinsk«; Weber, Nannhnktr. 67, Ref.' Genolüu Hoppe; Hufe, Skalitzer Str 17. Ref. Gen. Jacob; Krüger. Admiratttr. 13, Gen. Glocke; K agier. Reichenberger Str. 154, Ref. Gen. Mafchke; Kergh, Manteufieliir. 77. Res. Gen. Hübner. 10. Abt. Schulaula, Reichenberger Str. 67/70, R-k. Gen. Kabelitz. 11. Abt. Schulaula. Görlltzcr Str. 51, Res. Gen. Schli>nz. 12. Abt. Schulaula. Wrangelftr t28, Res. Gen. Bruns. Neuwabl. 13. Abt. stn.Alexandriner', Alexandrinenür 37», Res Gen. Fröblich. 15. Abt. bei Tröbel. Grob« Frankfurter Str. 47, Ref. Gen. Ralbman». 16. Abt. in der Handwerkcrichule, AndreaZstr. 1, Ref. Gen. Litfin. 17. Abt. Schul aula, Hobenlobenr 11, Ref. Gen. Weide. 18. Abt. in der Turnhalle. Litauerftr. 18, Ref. Gen. Kahler. 19. Abt. bei Kühn. Schreineritr. 63. Res. Gen. Hermann. 20. Abt. Schulaula. Petersburger Str. 4. Ref. Gen. Dr. Besser. 21. Abt. bei Steffen. Landsberger Alle« 150, Ref. Gen. Kling ler. 23. Abt. im Wcrneuchener Schloß, Elbinger Straße Ecke Werneuchener Straße. Ref.: Gen. Meher. 24. Abt.. Schulaula, Thristburger Straße 14. Ref.: Genossin Riedger. 28. Abt. in den Bezirkslokalen: Prenzlauer Allee 232, Rbkeftr. 2, Marienburger Straße 1, Wöttber Straße 40, Hagenauer Straße 1, Cboriner Straß» 52. Franseckistr. 6, Kastanien-Allee 28, Oderberger Straße 35. 2®. Abt.. Schulaula, Danziger Straße 28. Ref.: R. Nürnberg; WobriungSelend. 31. Abt.» Schulaula, Schönfließer Straße 7. 33. Abt., Schulaula, Graunstr. II. Ref.: Gen. Bablle über da« neue Steuergesetz. 84. Abt., Schulaula. Bernauer Straße 89/90. Ref.: Gen. Knies. 35. Abt. bei Riedel, Huffitenstr. 40. Res.: Gen. Heller.Der Zu- sammenbrnch bei Rätesystems'. 36. Abt. bei Dümke. Ackerstr. 2, Doell, Bergstr. 71, Laerwald«, Schleaelstr. ß, Beirauch, Pstugstr. 1, Wesse. Baven str. 19. 87 Abt. im Artusbo;. Verleberger Str. 26. Ref.: Gen. Grundman«. 38. Abt. im Cafs Gärwer, Bahnhof Bellevue. Ref. Gen. ThomaS: »Die Stellung der Arbeitcrräte in der neuen Wirsschast'. 39. Abt. bei Kleinett. Levetzowstr. 21. 49. Abt. Schulaula, Roftocker Str. 32. Ref. Gen. Häbicke. 41. Abt. ArminuS-Fesssäle, Bremer Str. 73. Ref. Gen. Reinknecht 42. Abt. bei Sturm, Sprengeliir. 40. Res. Gen. Gräber. 43. Abt. bei Meyer, Pansstr. 82. Res. Gen. Frank 44. Abt. bei Kerfin, Pansstr. 60; Mielsch, Christianiaftr. 115; Förster- ling, Freienwalder Str. 12. 45. Abt. Schulaula, Thristiantaftr. 86/39. Ref. Gen PollerSdorf: .Aus Häckels Ideenwelt'. 46. Abt. Schulaula. Plantagenstr. 16/19. Res. Gen Dr. Tafpatt. 47. n. 48. Abt. Schulaula, Ostender Straße. Res. Gen. Wifiell: .Gemeinwittfchast'. Am Donnerstag, den 4 t. September, abends 7'/, Uhr: 22. Abt. bei Steffens, Landsberger Allee 150. Ref. Gen. Mann. Ilm pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Morgen Mittwoch TV, Uhr: Aosenthal-Slordend. Im Lokal von Ftt. Barth.— Um 6 Uhr: Zu- sammcnkunft der Funktionäre. Friedrichsfelde. Vi, Uhr bei Haberland, WUhelmstr. 38: Demokratie oder Diktatur. Referent; Gen. Horlitz. Wahl einer ZeitungStommifsion und eines Bihliolhekars. Bettchiedenes..Vorwärts'Ieser willkommen SangeSlustiae Genossen haben sich zur Gründung eines Gesangverein« zusammengefunden. Wettere Anmeldungen nimmt an: Genosse Gron- waldt, Luisenftr. 15 1. Schmargendorf. Im»Schwarzen Adler'. Vortrag de« Genoffen Ackers. Erkner. Lei BrodtS. Retnickeudorf-Ost. Aula de» Realgymnasiums, Bernetttraße. Vor- trag des Genossen Bennewitz:»Von der Theorie zur Praxis'. Vereins- angelegenheiten und Verschiedenes. Ait-Glienitke. Restaurant Bohne. Grünauer Straße. Bottrag der Genossin Ryneck.(Frauen ganz besonders eingeladen). Friedenau. 1. Bezirk: Restaurant ftaifei eiche. Rheinstraße. 2. und 3. Bezirk bei Johannsen. Handjerystr. 86. 4. Bezirk be! Schänherr, Süd- westtorso. 5. Bezirk bei Ziegel, Rheingau- Ecke Hettelstraße. 6. Bezirk bei Kühn, Hackerstr. 3.. Lichtenberg. 2. Viertel bei Stöber, Jungttr. 29. Referent: Gen. Klcemann. 3. Viertel: Aula Holteistraße, Eingang Böcklinstraße. Reserent: Gen. MiruS. 4. Viertel bei Schilling, Kantltr. 19. Reserent: Gen. Laatzig über Schulreform. 6/ Viettel bei Schwark, Möllendorsftr. 26. Referent: Gen. Markwitz über:.Räiesystem'. 5. V i e r t e l: Zahlabend in folgenden Lokalen: 16. u. 17. Abt. bei Kucke, Rosenselderstrave, Ecke Jrenenftraße. Referent: Gen. Jentsch. 18. Abt. bei rchttch, Siegfried str. 2. Reserent: Gen. Arndt 19. Abt bei ZnndTreii, Bürgerheimstraße Ecke Wagnerstraß«. Reserent: Gen. Aug. Becker Im 1. Viertel: Donnerstag 7'/, Uhr im Logonk-fino.«norr- Promenade: Vortrag. Lichterfeld«. In der Aula der Oberrealschule. Ringstraße: Vortrag des Genossen D o m ni ck über:»Der Arbetter w der Dichtung'. Vereins- angelegenyeiten. Gäste willkommen! Sieiuictcndvrf.Vüeft. Im Lokal von Lüning, Scharnweberstr. 37. Stralau. Bei Bollenbach: Vortrag deS Gen. Rektor Adam:»Bühnen« knnst'.______ vortrage, vereine und Versammlungen. Retchsbund der KrtegSbcschädigte». Bezirk Stralau. Donner». tag, 7ssz Uhr: Oeffentliche Versammlung bei Stcinick«, Stralau, AU-Stralau 5. Bortrag deS Kam. Brunner über:»Kriegsgesangenensürsorge'.— Nächste Versammlung der deutsche« Flüchtlinge aus Belgien Donnerstag, 7 Uhr, im Coss WtihelmSpIay, Charlottenburg, Spree str 10._ B-ranttv. für den redattiou. Teil: Alfttd Scholz, Neukölln; für«nzeiatn: rheobor G locke. Berlin,«erlag:«orwörto-Berlag S. m. b. H., Beelia. Druck: Borwärt«- Buchdruckerei und Bcrlagoanftalf Daul Singer u. So. in Berlin, ßindenltr.' 3. Hierzu 1 Beilage. maM „Ff™ ausführbar für Fabriken, Werkstätten, Wohnungen, SeschäfiSlokal» usw. WohnungSIostallationen auf Wunsch gegen Amortisatlou. Technisch« Zftffchläge(Zngenteurbesuch) kostenlos Beleuchtungskörper jeder Art Ausstellung: Kommandanienstraße S5/SÜ am Dünhoffplatz, Stadi«bteilvag der Zlverltcht.Gss-llschaft, Verlio O 12. Fernsprecher: Aleraader 1443-14« Kr. 46$ ♦ 56. Jahrgang Seilage öes vorwärts dkeastag, H.September 1414 Morgen, Mittwoch, Zahlabenö in GroK-Serlin. Wem öie Partei am Herzen liegt, öer kommt! Gro&BerMl Voll die Schuluot schon„beseitigt sei«? S«S den Berliner Genreindeschulen leilt der Magi. strat den Stadtverordnelen nach mehrjähriger Unterbrechung jetzt zum erstenmale wieder die K l a s s e n b e i e tz u n g in einer auZ- fübrlichen Zusammenstellung mit. Im lausenden Sommerhalbjahr 1919 bestehen 311 Gemeindeschulen, 29 HilfKschulen, 3 Schulen für Schwerhörige, 1 Schule für Schwachsichtige, und die Gesamtzahl ihrer Klassen ist 5162(einichl. 234 Hilssschul-, Vor-, Hör- und Neben- klassen). Die Gesamtzahl der Gemeinde schulkinder war am 1. Mai d. I. nur 204 737, gegenüber 224 956 im Sommer 1914, so daß die letzten fünf Jahre einen Rückgang um 20 219 ge« bracht haben. Wir erklären ihn uns zum Teil aus der in den Kriegsjahren beobachteten höheren Sterblichkeit auch der schulpflichtigen Kinder, zum größeren Teil aus dem Wegzug vieler kinderreicher Familien. Die Wirkungen deS außerordentlichen Geburtenrückgangs, der neun Monate nach dem Kriegsausbruch und der Heeresein« berukung einietzte, werden erst von Ostern 1921 ab sich in einer außerordentlichen Minderung des Zuganges sechsjähriger Schul- rekruten äußern. Im Rathaus rüstet man sich schon, von da ab viele Hunderte von Schulklassen als.überflüssig* einzuziehen. Es wird jedoch nötig sein, diese außerordentliche Zugangsminderung als eine Gelegenheit zu einer durchgreifenden Herabsetzung der Klassenfreguenz zu benutzen. Äuch die jetzige Frequenz steht trotz der in den Kriegsjahren zustande gekommenen weiteren Ermäßigung immer noch bedeutend über derjenigen, die als die hochstzulässige gelten kann. Der Durch- schllltt iür alle Klaffen lohne die selbstverständlich besonders schwach zu besetzenden HiltS- usw. Klaffen) stellt sich jetzt aus 40.67, gegenüber 43,52 im Sommer 1914. Für die verschiedene» Klaffen- stuken ist aber der Durchschnitt bekanntlich sehr ungleich: er ist jetzt für die Klaffen VII immer noch 45,38, für die Klassen VI 48,89, V 43.97. IV 43.93. III 40,88, II 33,43, I 32,53, für die Oberklassen 81,96. Doch auch diese Zahlen beweisen noch nichts für die im einzelnen vorkommenden Klassenfrequenzen, die iu gar nicht so wenig Fällen hinaufreichen über 50, ja über 55, b i S z u 56. 57. 58. 59! Solche Besetzungsziffern finden sich noch in beinahe allen Klaffen- stufen, am häufigsten in den unteren, häufig genug noch in den mittleren, gelegentlich aber auch noch in den oberen. Wie soll da, selbst bei gewiffenbaftester und treuesier Arbeit der Lehrenden, ein ErziehungS- und Unterrichtserfolg möglich werden I Solange nicht die unzulässig hohen Klassenfrequenzcn beseitigt sind, darf von Klasseneinziehungen nicht die Rede sein. Es fehlt leider noch sehr viel daran, daß wir überall erträgliche Klaffen- frequenzen hätten. Parieiversamwlungeu m Groß-Berlm siehe 4. Seite Hauptblatt. Achtung! Arbeiterräte. Betriebs- und Parteivertrauensleute: Plakate.Männer und Frauen der Arbeit* sind in unserem Bureau, Lindenstr. 114, v. I r., abzuholen. Der VollzugSrat der S. P. D.-Fraktiou der Arbeiterräte. Endlich! Der Oberbürgermeister von Berlin hat an den Staats- kommisfar sür da» W o h n u n g S w e s e n die nachstehende Drah- tung gerichtet:.Die Lage auf dem Berliner Wohnungsmarkt wird durch Zustrom von Flüchtlingen täglich schwieriger. Räume sieben uns nicht mehr zur Verfügung. Obdachlosigkeit droht mit unübersehbaren Folgen. Wir erbitten sofortige Anweisung an alle in Frage kommenden Ressorts, die� sämtlichen Reichs-, Staatsbehörden und Kriegsgesellschaften, die Wohnungen belegt haben, b:s zum 1. Oktober zwangsweise iu Kasernen, Baracken, Schlöffern usw. provisorisch unterzubringen.* Wie halbamtlich verlautet, kann Berlin kein Zuzugs- verbot erlassen, sondern nur eine Zentralbehörde. Berlin muß daher eine erhebliche Zahl von Beamten aus den ehemaligen Reichslanden und der Ostmark unterbringen. Die Bevölkerung wird vom Wohnungsamt nochmals ersucht, freiwillig Leute zu wählen, die sie nach Maßgabe der Zugehörigkeit zu den Wohnungs- inhoioern mit Rücksicht auf Alter, Sland, Beruf, Konfessionen und anderes mehr aufzunehmen geneigt ist. Die Schaffung von Koch- gelegenheiten übernimmt die Stadt Verlin, die auch die Gas- und Elektrizitätszuteilung regelt. Auch die Aufstellung von Klosetts in abgetrennten Wohnungsteilcn wird von der Stadt Berlin besorgt. Das Wohnungsamt hat beantragt, daß diejenigen, die von ihm in eine möblierte Wohnung hineingelegt' werden, eine Kaution zu stellen haben. Die Beschlagnahme und der Ausbau von Läden schreitet fort. Neuerdings geht man auch den Spielklubs kräftig zu Leibe. Wenig geeignet dagegen sind Schlotzräume wegen ihrer Höhe und demgemäß wegen ihrer schweren Heizbarkeit. Gegen- wärtig baut das Wohnungsamt tn dem Häuserblock Volta- und Brunnenstraße einige hundert Wohnungen aus. Der Wilmersdorfes Woh-nungSauSschuß beschloß, von Zwangseinquarti erungen Abstand zu nehmen. Fahrt nicht auf dem Trittbrett! Am Sonnlogabend kam in der Nähe des Bahnhofs WeddingS ein unbekannter Mann, der sich auf dem Tritlbrett aufbielt, da- durch umS Leben, daß eine Tür von einem entgegenfahrenden Zuge aufging und ihn von seinem Platz herunterschleuderte.— Es kann nicht eindringlich genug vor diesem Leichtsinn gewarnt werden, der schon so vielen das Leben gekostet hat. Die Schießerei bei Pichelsdorf gegen de» Zug der.Freien Jugend* hat leider Schußverletzungen bei fünf Teilnehmern zur Folge gehabt. So wenig es zu rechtfertigen ist, daß scharf geschossen wurde, so scheint es doch, daß die jungen Leute wiederum von ver- ürecherischen Drahtziehern ins Verderben gelockt wurden. Folgende Mitteilung geht uns zu:.Als die Teilnehmer des Zuges im Lokal vom„alten Freund* anwesend waren, verkauften sie dort Zeitungen „Die junge Garde" und erzählten uns im Vertrauen, diese Demon- stratioa hätte noch einen anderen Grund, nämlich den, heut« abend sollten noch die politischen Gefangene» befreit werden, und ältere Leute, welche mit dazu gehörten, erklärten, dieses fei«och nicht der Schluß vom Schützenfest, wir werden uns wundern, was noch kommt.* Zur Sichrrnng der Milchverforgung bittet Oberbürgermeister Mermuth in einem Telegramm den Reichsernährungsminister, die gesamte, der Reichsgetreidestelle zur Verfugung stehende Kleie den Städten zum Mschluß von Lieferungsverträgen zu überlassen. Das einzige Mittel zur Sicherstellung der Milchversorgung der Kinder und Kranken dürfe nicht'Bntzenutzt-ÄeÄ�tU'-".'''> Durchführung.-der FriedenSbedinguugtn. Die ReichsarbeitS- gemeinschaft ffür das Baugewerbe teilt mit, daß es sich bei dem neugcgründeten.Volksarbei tttam t" lediglich um ein Ma- növer unverantwortlicher Kreise unabhängig-kommunistffcher Rich- tung handle. Interessenten aus Arbeiter-, Angestellten- und Unter- nehmerkreisen deS- Hoch-, Beton- und Tiefbaugewerbes werden über die Ausführung von Arbeiten in Nordfrankreich recht- zeitig durch ihre der Arbeitsgemeinschaft für das Baugewerbe an- geschlossenen ÄerufSverbände unterrichtet werden. Von dem Volks- arbeitsamt können sie weder zweckdienliche Auskunst noch später Usbertragung von Arbeiten erwarten.— Wie wir hören, hat sich bereits eine sehr große Zahl von Arbeitern, sie sqll in die Hundert- tausende gehen, zum Wiederaufbau gemeldet. GaSstrafen für Kriegsteilnehmer? Bei der laufenden Ein- ziehung der Gasgelder kommen Prämien in Anrechnung für spar- strme Verbraucher, die sich darauf gründen, wer jetzt weniger Gas als 1916 verbraucht hat. Mag der Gedanke in Anbetracht der Kohlen not gut sein, in der Ausführung wirkt er aber vielfach un- sozial. In den Familien der Kriegsteilnehmer fehlten 1916 die er- wachsenen männlichen Mitglieder, die weiblichen gingen zum Teil tagsüber aus dem Hause arbeiten und oft auch essen, und der Mangel im Einkommen zwang darüber hinaus damals schon zu äußerster Einschränkung des Gasverbrauchs. Durch die Heim- kehr der Kriegsteilnehmer und oft natürlichen Zuwachs sind dies« Familien jetzt größer geworden und verbrauchen trotz größter Einschränkung notwendigerweise mehr Gas als damals. Die Wirkung ist, daß die doch meist sozial besser gestellten Nicht» kriegsteilnehmer jetzt eine Prämie bekommen, weit sie 1916 mehr Gas verbrauchen konnten als andere. So leicht wird eine an sich gute Absicht zur Karikatur. Die Nordmark will deutsch bleiben! Durch die. Straße» werden große Schilder getragen mit dem Inhalt:„Nordschleswiger, meldet Euch noch heute zur Eintragung in die Liste der Stimm» berechtigten beim Deutschen Ausschuß für Schleswig, Berlin E. 2, Burgstr. 30, Zimmer 53. Kommt alle! Die Nordmark will deutsch bleiben.* v Keine Herbstserien? Zurzeit schweben Erwägungen, ob eS in Anbetracht der Schwierigkeiten, die jedenfalls im kommenden Winter infolge der Kohlennot eine geregelte Durchführung deS Schulunterrichts unmöglich machen werden, nicht angebracht wäre, die Herbstferien diesmal ausfallen zu lassen. Es ist als ziemlich sicher anzunehmen, daß in der kalten Jahreszeit bei dem Mangel an Kohlen die Schulanstalten gezwungen' sein werden, den Schul« Unterricht ganz einzustellen oder in erheblichem Maße zu kürzen. So trägt man sich im Kultusministerium mit dem /Gedanken in den von der großen Kohlennot hauptsächlichst betroffenen Städten die Herbstserien ausfallen zu lassen. Man hat endgültige Eni- fchlüsse zwar noch nicht gefaßt, aber es wird mit der Möglichkeit zu rechnen sein, daß besonder» in Groß-Berlin die Herbstferien völlig ausfallen. Achtung! Buchdruckerei. Vertrauensleute. Obleute und Ar» beiterräte jS. B. D.) am Donnerstag, den 11. S., nach- mittags S Uhr, in WilkeS Festsälen, Sebastianitr. Sg, an der Alten Jakobstraße, Konferenz. Aeußerst wichtige Tagesordnung. Kein Be- trieb dar! unvertreten bleiben. Eintritt nur gegen Vorzeigung des Hollge- klebten Mitgliedsbuches der S. P. D. VoUversammlnng aller Vertrauensleute der Hilfskräfte de? Magistrats Berlin. Morgen, Mittwoch. 1 Ubr, im Maraareiben-Lyzenm, JsslanMtraße. Tagesordnung: 1. Unsere geiordersc WirtschaftsSeiinlse. 2. Einzelheiten über den Tartsvertrag. 3. Stand der Verhandlungen über die Lewald'sche Verfügung. Zentraler-Ausschuß. Kuhligk. Kicdrowski. Die Akademie der Bnchsachverstäudigen, Rankestr 2?. beginnt Mitte. September mit ihren Vorlesungen. Die Akademie dient zur StandeSoertretung der akademisch gebildeten Sachverständigen, und zur kausmänntschcn Weiterbildung der Kriegsbeschädigten, KriegSgesangenen und der aus dem Militärdienst tretenden Personen. ZirknS Busch. Die Eröffnungsvorstellung am 13. September ver- spricht ein großes Ereignis zu werden, denn das equeiirischc und zirzensische Gebiet ist m so reichhaltiger und auserlesever. Weise' vertreten,. wie langt nicht.''' 3•,■ f""'' Berichtigung. In unserem gestrigen Bericht über die Gründung. eiwes, MebaicheK' Berliner. Junglehrer und iKriegsseminartsten mutz.es' in der- Rede des Junglehrers Kitzmann richtig heißen:'. Neben der Besserung der wirtschaftlichen Not wird die kollegiale Schulleitung die Beseitigung der zweiten Prüfung usw.... Schöneberg. Die Stadtverordnetenversammlung verhandelte gestern über mehrere wichtige Anträge, die an der Spitze ihrer sehr langen Tagesordnung standen.— Eine dringliche Anfrage der Un- abhängigen betraf Lebens Mittelverschiebungen, die in Schönetergs Kinderheilstätte Boldixuen vorgekommen sein sollen. Stadtv. Wilberg(U. S.) behauptete, die Anstaltsleiterim habe öfter Lebensmittelpäkete nach außerhalb versandt, und der Gemeindevorsteher habe lange Zeit hindurch Milch aus der Anstalt erhalten. Stadtrat R a b n o w antwortete, von den für die Kinder bestimmten Lebensmitteln fei, soviel er wisse, nichts an Fremde gegeben worden. Möglich sei, daß die Leiterin privatim Lebens- mittel im Ort angekauft und an Bekannte versandt habe. Milch sei manchmal, wenn die Kinderzahl durch Beurlaubungen sich ver- ringert, im Ueberfluß da. Dann könne dem Gemeindevorstehet •4 Erleuchtung. Roman von Henri Barbusse. Verdeutscht von Max Hochdorf. . Gelingt eS Vereinzelten, sich aus diesem Maschenwerk herauszuzerren, dann gewinnen diese Feiglings zugleich ge- wallige Kraft. Aber es gibt ihrer nur wenige, so sehr man auch das Gegenteil denken mag. Denn auch die Zahl der Mächtigen ist gering. Du, Du Mensch in Deiner Einsamkell, Du gewöhnlicher Mensch, Du dürftiges Milliardenteil der Menschheit, Du bist niemals etwas gewesen, und Du mußt in den Krieg marschieren bis zum Ende der Dinge oder bis zum Ende Deiner selbst! Du wirst zermahlen und zerknickt werden. Du wirst zu dem großen Gemetzel ausziehen. Und vernichten werden Dich die Menschen, die von Deiner Gattung sind. Denn der Krieg wird nur von Menschen Deiner Gattung geführt. Du wirst Dich-an Deinem Heimatsflecken wiederfinden, und Du wirst verkleinert und kränklich sein. Du wirst Dein nacktes Leben wohl erhalten haben, aber nicht die Gesundhcll, ober nicht die Lebensfreude. Nach zuvielen Tagen der Abwesenheit wirst Du armselig für alle Zellen sein, da man Dir soviel Zell geraubt hat. Sei selbst durch ein Glückswunder auserwählt, gehe selbst unversehrt aus dem Siege hervor. Du. Du wirst immer der Besiegte sein. Kehrst Du wieder heim in die un- ersättliche Maschine Deiner Wochentagsfron und in den Kreis der Deinigen. aus denen Gewinnwut und Habsucht das Elend herausgesogen haben, dann wird sich Dein Dasein mehr als se zuvor verhärten. Denn der Krieg und alles, was daraus folgt, man muß es bezahlen. Du, der Du bevölkert hast die .Keller oder. die Mansarden der Städte, gehe hm, und be- dölkere die Starrheit der Schlachtfelder! Und wenn Du am Leben bleibst, dann bezahle nock obendrein. Bezahle für einen Ruhm, der nicht Dein Ruhm ist! Bezahle für Trümmer, die andere Menschen mll Hilst Deiner Hände zertrümmert haben. Da Wucht plötzlich dicht vor meinem Leidenslager eine linkische Gestalt empor. Mir ist, als läge ich in einem Kran- kenzimmer und in einem Bette, und ich wäre nun Plötzlich aufgewacht. Obwohl Dunkelheit herrscht, sieht man, daß die Gestalt entstellt tfL In dem Antlitze der Erscheinung erglänzt etwas Ungaoöhnllches. Mau matt auch bei dem Schritte des schwankend Dahinschreitenden, der sich auf dem dunklen Grunde verliert, daß nichts Lebendiges in den Stiefeln steckt. Dt: Ge- stall kann nicht sprechen. Aber sie rudert mll magerem Arme durch dst Lust. Lose Lumpen baumeln vom Handgelenk. Die Hand ist unvollständig, aber sie martet die Gedanken gleich einem falschen Klange. Und nun deutet sie auf die Stell: des Herzens. Ich sehe dieses Herz, das in die Finsternis des Flei- sches eingegraben ist, und in das schwarze Fleisch des lebendigen Menschen, denn nur das stisch fließende Blut ist noch rot. Es geschieht mll meinem eigenen Herzen, daß ich dieses in der Tiefe liegende Herz erblicke. Würde dieses Herz jetzt etwas sprechen, so würde es nur diese Worte sagen, die ganz sacht und sickernd hörbar werden:„Dagegen können wir nichts tun!" Ich versuche, meine Starrhell zu überwinden. Ich möchte mich mir selber entwinden. Zcher ich kann es nicht. Ach bin ein- geschnürt in ein Alpdrücken. Wäre diese Erscheimmg nicht von selber erloschen, ich würde mich vor ihrem Schatten ver- wellt haben in unaufhörlicher Blendung und Bewunderung. Diese Erscheinung, die dorthin gewandelt ist, sie hat nichts ge- sprachen. Sie hat nur auf das wesenlose Wesen gedeutet, das sie selber gewesen ist. Dann ist sie verschwunden. Vielleicht wurde sie aufgelöst in das Nichts. Vielleicht wurde si: fort- getragen zum Tode: der Tod dürste ihr nicht geheimnisvoller erscheinen als das Leben, dem sie fachen entrückt wurde. Und ich sinke wieder ganz in mich hinein. * Doch die Gestalt kehrt zurück, und sie wendet mir Eon neuem ihr Antlitz zu. Ach, jetzt trägt sie eine weiße Binde um das Haupt, und an dieser schmutzigen Krone erkenne ich sie wieder. Wieder erlebe ich den Augenblick, da ich dieses Men- schenwesen an mich gepreßt habe, um es zu zermalmen. Wieder spüre ich, wie in meinen Armen dieses Menschen Knochen zer- brechen, unter denen das Herz ruhen soll! Er ist es!-- Und ich bin es! Mein stiller und unbekannter Bruder, öer schon in den ewigen Abgründen wellt, spricht kein Wort mehr. Und der Gewissensschrei, von dem meine Kehle zerfleischt wird. entgleitet mir. Ich suche weiter, nach einem anderen Wesen, das da irgendeine Rolle spielen muß. Wer wer und wo ist dieses Wesen? Ist die Kraft deS Verhängnisses, dst meinen Händen an- befahl, diesen Bruder zu töten, nicht mll einem menschlichen Antlitz begabt? Termite sagt:„Die Könige sind schuld an allem!" Der gefangene, kahlköpfige Deutsch: mll dem Verbrecher- schädel sagt:„Die Mächtigen sind schuld an allem!" Die Könige, die Majestäten, dst übermenschlichen Men- schen, die von einem phantastischen Namen verklärt werden, und die sich niemals irren, ist das alles nicht seit langem abge- schafft? Man weiß es nicht. Die Menschen, dst regieren, man siebt sie nicht. Man sieht nur das, was sie wollen. Man sieht nur das, was sie mit den übrigen Menschen machen. Warum befehlen nur s i c immer? Man weiß es nicht. Die Massen haben sich ihnen nicht ausgeliefert. Sie haben sich die Massen angeeignet, und sie geben sie nicht mehr los. Ihre Macht ist von ühernatürlicher Kraft. Es ist so, weil es von altersher so gewesen ist. Die Erklärung, die Formel und der treibende Atem dieser Hohen besagt nichts anderes als nur dieses:„Es muß sein!" Genau so, wie sie die Arme der Masse in Besitz genonimen haben, bemächtigen sst sich der Köpfe, und sie pflanzen dorten einen Glauben ein. Der Kamerad, dem jeder der demütigen Soldaten zuge-- horcht hatte, er hafte ja auch ausgerufen:„Dst Hohen sagen Dir, dies sollst Du in Deinem Kopfe herumtragen, und jenes sollst Du in Deinem Herzen herumtragen." Von den Hohen ist eine unvermeidliche Religion auf uns alle hingeworfen worden. Nur dieser Glaube hält aufrecht, was lebt, nur dieser Glaube hält aufrecht, was besteht. Plötzlich hör: ich neben mir einen im Tode verröchelnden Soldaten, der laut stöhnt. Es ist, als wenn ich in einer Reihe von Todesopfern stände, und ich isiaube, daß ich jetzt den Mann wiedersehe, der sich vorhin, gleich einem getroffenen Geier, auf dem todesgeschwellten Erdreich herumgewälzt Haft Die Worte dieses Sterbenden dringen in meine Seele dringlicher als eben noch, da der Sterbende über die Kraft seines Lebens ver- fügte. Seine Worte verwunden mich. Werde ich von Finster- nis zermahlen. werde ich von Helligkeit zerrieben? „Es ist eine Sünde, daß man den Menschen die Augen auftreißft" Feldwebel Marcafsin hatte gesagt:„WaS geglaubt werden soll, wird kommandiert, genau so wie alles übrige!" Und er hatte sich in seiner roten Hose emporgereckt, als wenn k der blutige Printer des KoegSgottes selbst gewesen wäre. (Forts, folgt.) Mklch Svsilassen Sorten fHir, phr Me et ft>?kter Ersatz durch Rücklieferung anderer Milch leisten müsse.— Ein Antrag der Unabhängigen, der Anstellung arbeitsloser Fleischer- ?esellen bei der städtischen Fleischversorgung orderte, wird von Stadtv. Wilberg begründet. Aus Stadtrat Jacobs Antwort sprach wenig Entgegenkommen. Stadtv. Rath- mann lSoz.) empfahl dem Magistrat die arbeitslosen Fleischer- gesellen dringend zur Berücksichtigung. Der Antrag wurde an- genommen.— Gegen Personenbeförderung auf städ- t i s ch e m Fuhrwerk, wie sie beim Strasicnbahnerstreik vorge- kommen ist, richtete sich ein Antrag der Unabhängigen. Stadtv. Peter söhn(U. S.) äußerte die Hoffnung, so etwas werde sich nicht wiederholen, und zog den Antrag zurück.— Ein von den Un- abhängigen nochmals eingebrachter Antrag auf Anwesen- heitsgelder für Stadtverordnet«, unbesoldete Magistratsmitglieder und Bürgerdeputierte, den auch die sozialdemokratische Fraktion unterstützte, während die Bürgerlichen bei ihrer ablehnenden Haltung blieben, wurde einem Ausschuß überwiesen.— Zu langen und lebhaften Auseinander- setzungen führte ein Antrag der sozialdemokratischen Fraktion auf Ein,prucherhebung beim WirtschaftSminister gegen die von der Kohlenstelle Groß-Berlin geplante ungerechte Kohlen- «snkgvngSamt» und ke» WokfnungSnachtvesfeH kam eS zu einer Aussprache über Mängel deS MieteinigungSamteS. Stadtv. Freier(Soz.) forderte unter anderem berufsmäßige Bor- sitzende, die aber nicht immer Juristen zu sein brauchen, ferner Oeffentlichkeit der Verhandlungen.— Die sozialdemokratische Fraktion beantragte, den Magistrat zu ersuchen, ausreichende Spielplätze tunlichst rasch zu schaffen, die allen Sportvereinen, besonder? dem Arbeiter-Turn. und Sportverein, zur Verfügung stehen, für die Turnhallen«inen Verteilungsplan zur Be- rücksichiigung aller Turnvereine aufzustellen und diese Vorschläge in gemischter Deputation unter Hinzuziehung der Bereine zu be- i raten. Stadtv. Freier schilderte den Mangel an Spielplätzen i und die Benachteiligung der Arbeitervereine. Oberbürgermeister ! D 0 m i n i c u» versprach Abhilf« und stellte Schaffung eines groben ! Spielplatzes auf dem Südgelände zum Frühjahr in Aussicht. Der ! Antrag wurde angenommen ohne den Vorschlag einer gemischten Deputation, den die Antragsteller zurückzogen. Verteilung mit ihrer steigenden Staffelung nach der Zimmerzahl. Sie forderte, wie Stadtv. MohS(Soz.) ausführte, Einschränkung der den wohlhabenden Jnhäbevn großer Wohnungen zugedachten Kohlenmenge und mehr Berücksich tigung der Familien stärke, ferner Beschaffung von Holz und Torf durch die Stadt zur Linderung der Kohlennot. Stadtrat Krebs wußte nickt viel mehr zu erwidern, als daß es eben an Kohlen fehlt. Stadtv. Moser(Demokr.) beantragte, bei der Reichsregierung Porstellig zu werden wegen einer Verordnung oder eines Gesetzes auf Wiedereinführung der Akkordarbeit für Kohlen- gruben und Eisenbahnwerkstätten, um die Kohlenförderung und den Kohlentransport zu bessern. In der weiteren, sehr ausgedehn- ten Debatte kam es zu einem erregten Wortgefecht zwischen dem Deutschnationalen Kunz«, der politische Gesichtspunkte hinein- trug, und dem Unabhängigen Hoffmann, der ihm seinen Titel »Knüppelhinze" vorhielt. Erfreulich war die Ankündigung des Magistratsvertreters, daß die Stadt für Heranfchaffung reichlicher Holzmengen sorgen werde. Bei Torf, dessen Ernte diesmal schlecht sei. werde das nicht möglich fein. Der Antrag Moser wegen der Akkordarbeit wurde gegen Sozialdemokraten und Unailchän- gige mit knapper Mehrheit angenommen. Einstimmige Annahme fand ein Antrag Kunz«, durch Fragebogen die FeuerungSmengen in den HauS- Haltungen festzustellen und Prüfungen durch Stichproben ausführen zu lassen, schließlich wurde der Hauptantrag unserer Genossen, der Einspruch gegen die ungerechte Kohlen- Verteilung und die Vorschläge zu einer gerechteren, a n g e- nommen.— Dann folgte eine lange Reihe kleiner Vorlagen, die meist debattelos oder nach kurzer Erörterung angenommen wurden.— Die Neuwahlen unbesoldeter Magistrats- Mitglieder und der Deputation?- und Kommissionsmitglieder sollen am 22. September stattfinden.— Bei einer Vorlage über gemeinsame Unterbringung des Wohnungsamt«, de? Miet- Groh-Berlinsr Lebensmittel. Berlin. Ab morgen, Mittwoch, eine Büchse Kondensmilch ,01' auf 4 Tage. Wciftense«. In dieser Woche: 7 Pfd. Kartoffeln'87»—#). 1150 Tranig Grouven(59, 61, 76 78), auf Fuqendl.-Korte>/, Psd. Aerstenmehl, 1I, B tz. Haserflocken, für Kinder von 1—2 Fobren am 9, u, 10.-600 Gramm Grieß, 250 Gramm Haser- oder Berstcnmehl, für Kinder von 8—6 Iabren am 11. u. 12. 250 Gramm Gersten- oder Hafermehl. Hierzu MUchkarien für September vorlegen._ Groß-Serlkner partelnachrichten« öszirksbttöungsousschuß Groß-6erlin(S. p. d.). Sonntag, den 14., 10 Uhr. im Jugendheim, Lindenstr. 8: Konferenz der BildungsanSschüffe Grofs-Berlin. Wir ersuchen die BildungsauSschüsse und die örtlichen Partei- vereine Vertreter zu entsenden. Die Mandate sind vom Bildung«- auSschuß bezw. den Parteivereinen auszustellen. __ I. A.: Bennewitz. es.-»«., 44.«. 45.«6t. Heute VI, nvr Sitzung bei Gillwald Putbuser Str. 24. 1. Wahl des Obmannes. 2. Verschiedenes. KaulSdorf. Mitgliederversammlung heut«, VI, Uhr, Hm Restaurant Schwarz, Hönower Straße. Vortrag: Was ist Sozialismus? Aussprache. Verschiedenes. Gaste willkommen.— Freitag, 7'/, Uhr, im Restaurant Schwarz. Hönower Straße. Versammlung der Post, und Eisendahnbeamten und Aroeiter. Gen. Ober-Telegraphen-Atsistent Gronefeld spricht über: .Die wirtschaftliche Lage der Vost- und Eisenbahner und die politischen Parteien.' Freie Ausiprache. Alle bei der Post und Eisendabn Beschäftigten sind eingeladen.— Sonntag, 7 Uhr, in Hamanns Gelellschastshaus, Frank- surter Str. 50, Vortragsabend. Gen. Dr. Auer spricht Wer das Thema: .Was ist Religion?* Röntgental- Zepernick. Paultck, Kaiser-Friedrich-Str. 1. Donnerstag Mitgliederversammlung bei Be- «mtSbezirk Zllt-Glienicke, Grünau,«Morshof, Niederichöue. weide, Johannisthal, Bohnsdorf. Sonnabend, den 18..?'/, Uhr, in Adlers? oi. Schultheiß, PofadowSkystr. 1 faitt Bahnhof AblerShof), gemeinsame Sitzung der Wahlvereinsoorstände, Arbeiterräte, Gemeindevertreter und Schöffen der S. P. D. oben genannter Orte. 1. Wahl des AmtSvor- stebers. 2. Schulsragen. 3. Verschiedenes. Alle obengenannten Orte müssen vertreten sein. Die Schwerhörigensektio« der Z. P. D. Graft. Berlins be- schästigie sich am 3. d. M. u. a. auch mit der Anpreisung von Hörmitteln und«Behelfen in Arbeiterblättern, auch im.Vorwärts',.Wabren Jakob' usw. Da die Versammlung dies als eine Schädigung ihrer Leidensgcnosscn betrachtet, wurde he'chloffen, alle Arbciterblätter zu ersuchen, die Ausnahme von Inseraten für Gehörtrommeln, gleichviel von woher dies« an- geboten werden, weil nicht zweckentsprechend, folglich wertlos für Ohren- leidende, zu verweigern. Durch diese Gehörtrommeln wird das Gehör wider gebessert, noch wird Erleichterung geschaffen. Denn eine Erleichterung der Tasche des Leidenden dient nicht ihm, sondern nur dem Verkäufer. Eine wiche Gehörtrommel kostet immerhin 10 M. und ist nutzlos. Wollen sich Schwerhörige vor Ankauf eines geeigneten praktischen Hörapparate» kostenlose satzgemäße Auskunft verschaffen, so wenden sie fich am besten an den Vorstand der Schwerhörigen- Sektion S. P. D. bei ihren Versamm- lungen in der Taubstummen-Schule.— Die regelmäßigen Versammlungen finden jeden e r st e n Mittwoch oder Donnerstag im Monat statt und werben immer am Sonntag vorher unter Partei-Nachrichten im .vorwärts' bekanntgegeben. Alle Arbeitcrblätter werden um Abdruck gebeten._ Iugenüveranstaltungea. SSeddiag. Heut« 7 Uhr im Jugendheim. 14. Realschule Lütsicher Str. 38: Mitgliederversammlung. Vortrag:.Geschichte und deutung der proletarischen Jugendbewegung'. Barteigenofle» und Jugendfreunde! Macht Sure schnlentlaffenen Eöbue und Töchter aus diese Veranstaltung aufmerksam und sorgt dafür, daß die noch Fernstebenden der Bewegung zugeführt werden. Beitritts- erklärungen werden bei jeder Veranstaltung entgegengenommen. Gäste stets willkommen. Treptow-Baumschulenweg. Jugendbetel, Elsensir. 8. Heute abend fällt wegen besonderer Umstände die angesagte Mitgiiederversammlung ans. Dafür llnterbaitungsabend. Die Mitgliederversammlung bestimmt Freitag, VjS Uhr. Vollzähliges Erscheinen Pflicht. Rotenthal-Nordend. Heute Dienstag. 7 Uhr. im Jugenheim Tegel, Bahnhoistr. 15, Funttwnärkouserenz. Treffpunkt S Uhr im Lokal von Ed. Barth._ Mus oller Welt. Raubmord bei Görlitz. Am Sonniagvormittaz gegen 4 Uhr ist aus der Chaussee Görlitz-Leopoldshain der Wcißgerber Emil Richter aus Görlitz, der fich auf die Pilzsucbe begeben wollte, einem Raubmord zum Opfer gefallen. Der Täter beraubt« fein Opfer der Barschaft in Höhe von 4 bis 5 Mark, sowie langer Schaftstiefel. Bon dem Täter fehlt jede Spur. DSetterauSstchte» für das mittlere Borddentfchland bis Mittwoch mittag. Größtenteils trocken und vielfach heiter, aber noch veränderlich bei mäßigen westlichen bis nordwestlichen Winden. Ich den Tagesstunden ziemlich warm. �Veluörauö Cogme fliARKE -ouM fcHNt* O/ *fat, (ßrßaaeßmmenfat Nach längerem Leiden entschlief am 6. Sept. mein lieber Mann, unser Vater, Groß- und Schwiegervater, der Gastwirt Eduard Dörre. Im Namen der Hinter- dlledenen Iva Dsrre geb. Müller Gharlottenburg, Danckel- mannstr. 18. Beerdigung t Mttiwoch, den 10. Sept., Vj, Uhr, in Stahnsdorf.— Abfahrt de» Fuge» L37 Uhr Bahnpof Gharlottenburg. 38366 Spezialarzt. Erfolgreiche Behandlung. SÖnlgstr. 34/36 Alexanderplatz.* 10—1, 5—8. Sonnt 10— I. Spezialarzt Dr. med. Koeben. Erprobte und schmerz lose Behandlung• te Dr. Homeyer& Co. kOiiz. Labor, f. Biutunters. Friedriclistr.ai.Äh" Eönlgstr.SßlSUÄ Spr. 10-1 u. 5-8, Sonnt 10-1. Separates Damenzimmer. ameraden! Darum so mutlos 1 Rafft Euch aufl Sil» Mt chet Rat und Hilf« Mm durch Deutschlands groß« ltrieger- ant. Zeitung »Neue«rast'. Stuttgart. vent« sogleich chure Adresse l 3MonMl i>. SmUMWeMtii Sezlrt«roft-v-rlw. C 25.«anzprutz« 20. Am Mittwoch, den 1V. September, abcuds 7'/, Uhr, in den Musikcr-Sälen, Laiser-Wilhelm-Straße 31: Oeffentl. Versammlung aller in der Lederwirtschaft Tätigen Tagesordnung: Unser Tarif. Diskussion. Da es im Interesse der Angestellten liegt, genauen Bericht über den nunmehr abgeschlossenen Tarif zu erhalte», dars niemand fehlen! Sektion der Leder- und Lederwareu-Angeftellteu. _ Z. A.: Frida Sicht_ Alte Gebisse bis 750 M.! Zähne von 2 M. bis 25 M. Münzen, Platin, Gold, Silber, Platin» pro Gramm 36 Mark kauft,, Frau Knuüi, Zlonsklrchstr. 54, v. II.; Von 8 bis 8 Uhr iZO/lTa* tBrunnenstraSe).| Alte Gebisse bis 750 M. Zähne von 2 M. bis 25 M. Mllhien, Platin, Gold, Silber, Piatina Grarara 36 M. kauft Fran Linke, Blficherstrafie 40, v. Von 8 bis 8 Uhr. 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Doch wird nochmals darauf hingewiesen, daß vor dem Sepiembac eme Bearbeitung von Eingaben nicht vor» ommen werden kann, weil frühestens dann die erforderlichen ieriagen(Mietcrguittungsiisten) an uns zurückgelangt fein werden. Es ist unbedingt erforderlich, daß lebet Sefuchsteller übet die Stummer seiner Brottommisston genau Bescheid weiß. Es wird empfvhien, die Einsprüche mogtichst schriftlich an die Devuiatwn für die Kohlenpersorgung, Epandauer Sttaße 10, zu ttchten.....„ Bei mündlichen Einsprüchen empfiehlt«a fich, Answers« über die vorhandene Personenzahl— uüiglichst Bestätigung der Brotkommission- mitznbttngen und, soiern für die später auszugebenden Ofenkarten auch Angaben über die Wohnung zu machen sind, auch den Mietvertrag. Schließlich wird die letzte Abteilung unserer Bekanntmachung vom 27. August 1919 hiermit wiederholt: .Um bei der späteren Au-ftelwng der vsenkmtte» falsche zustellnnge« zu vermeideu, I. Ottober umzuzs' aufgefordert, sngu .Umzug- unter Angabe der alten und der neuen Wohupng, de» Umzugs termi»« und des Siamen». 9» empfiehlt sich, diese llmzugsmeldnng nicht mtt andere» Wünschen oder Anfragen zu»erquicken.- Berlin, den 5. September 1919. Magistrat. Deputation für die Kohleaversorgmtg. Kaehning. 5U° 9,- Mark, Leim, pr. Läcklttünz�M. 340, m. großer Anr. kompl. M.S?3, Ehanotteu- bürg, Wilmersdorf er Sttaße 37. Sein Laden. ZZschlertt. �oräiiäuser Kautabak I. Roll u. Stang. Zigarren in allen Preislagen von 680 an. Zigaretten türk ,en gi�amer jlcMarken la Schweizer-Stumpen lautend jed. Quantum an. Restaurat, Kantinen ctc. preiswert abzugeb. In den Zlgarrenriteschäften Friedrichstr�43( Hall.T or) Alexanderstr. 9(N.Pol.-Pr.) Ia trockenes Rotbuehenholz Fällung 17. 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Bewerbungen sind unter Beilegung eines Lebensund etwaiger Zeugnis»« bis 25. SeptenüTer d. J. i Unterzeichneten einzureichen. lautes an den StreWi in lief kl. den L September m«. Uppen, Madtrerordneteavonteber. 471 D* ■�cr. neu. Bcntfaai jeb. Settel red) t, Börse, Smmob.. Markt äutz. versiert, mit großen allaem.wirisch. Kennrn Ilsen sucht a'eciqneicn selbständigen Posteii. Reihhold Schmidt, Charlotten- bürg. Wallftr. 50, v. IV. 28fl8. In Wcseubcrg ist die Stelle eines 188/18» SWmWlS baldigst zu besetzen. Das Seholi beträgt 8000 M. 800 M. Wahnungsgeid. Wahl und Anilellung erfolgt auf Grund der Stäoteordnung und Ortssatzung aus 8 Jahre. Be» Werbungen find unier Bei» fägung eines Lebenslaufes und etwaiger Zeugnisse bi» zum 20. September an den Unterzeichneten ewzureichen. Wesenbero, MeckL,!,. Seotl919. Der Stadtverordneren- vorsteher. Fr. Serstenberg. Es werden vrederc-kormer sofort eingestellt. Angebote erbeten an Maschinenfabrik -rate. Betck-& Ca., Schwi-bu- Mark. 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Der Bezirtsaarfland. Hedahtenre gesKeht. Für eine ab L Ostoder er. erscheinend» sozialistische geszeitung werden ein pollklsiher und ein Lokal- redakkaar gesucht. Die Bewerber müssen über eine gewandte und ooikstüuiliche Schreibweise verfLgen und Lokal. Die'Bewerber müssen über eine .______________ imliche Schreibweise verfügen und einen konseqnenten mehrhettssozialbemokratischen Stand- p unkt pertreten. 2181' Bewerbundea u. Angabe der Sehalisansprüche bis 20. Sept. an E. Bauch, Blauen L 73., Dobenaustr. 51 II. Meister mit langjährigen Erfahrungen im chemischen Betriebe, tunlichst mit Werkmeisterprüfung, zum sofortigen Antritt von bedeutender chemischer Fabrik in Berlin gesucht Angebote mit Angabe der Gehaltsansprüche und Zeugnisabschriften zu richten unter S 34 an die Expedition dieses Blattes.* •• Arbeitersekretär sucht Gewerkschaitskommission Berlin. 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