Nr.471. 36.zahrg. «e»»gSprei»» HiUUUllLhri. Of— AI« rtUHiotl, l/~— SC. frei ine Hau», osrou»»ahldar. Paft» bezuh: Monatlich ch— Mi. erv. gu- ftellunqsgedühi- Unter Kreuzdand für Deutfchlaud and Oelterretch» Unzaru (Sjß Mi. für da» lldn«, iituland 1055 ML. del tilgitch einmal, guftelluna 8.25 Ml. Poftdeltellunoe» neljmen cm DSnemari. Holland Luremdurg. Schweden a. dt» Schwech. Eingerraaen w die Poft-Zettun«»-Pret»llfU. Der«SonDdn»* mit der Sonntag» der läge»Boll u. geiN erscheint Wochen» lüglich zweimal. Sonntag»«tum«!. Tetegramm-Bdrefs», �Sozialdemotrae vor«»-. Morgen-Ausgabe. berliner Nolksblstt. � ISNksnnig) Anzeigenpreis: Die achtgelnallene Nonpareillezelle tolle! 1.50 Ml»«loin« An,-iL-i>". da» teUgedruckie Morl SDPfg.<»u lässig » letlgcdriulle Worte», ledes weiter« Wort»0 Big. Stellengesuche und Schlawelleuanzelgen das ersls Wort dO Big., ledr, wettere Wort SO Pfg. Worte lldrr 15 Buchstaben zählen für zwei Wort«. leuerungozufchlag 50-/. Familien- Anzeigen, politische and gewerkschaftlich« Vereins- Anzeigen ILO Ml. die Seilt Anzeigen(ür die nächste Nummer mtisien bis S Ul» nachmittags IM Haaptgeschiift. Berlin TW 88. Ltndenstcahe 8. abgegeben werden Gevlsuet oon S Uhr lrüh bis b Uhr abend». Zcntralorgzn der fozialdcmokratifchen Partei Deutfchlands. Ueöaktion und Expedition: SW. öS, Linüenstr. Z. aernsprecher: Am» Mortuvlatz, Str. zz ISO— 15»97. vorwärts-veriag G.m. b. h., SM. bL, LinSenstr. Z. Fernsprecher: Amt MortstplaN. Nr. 117 53—54. Keine /lrbeiterkonferenz in Washington! Im Anschluß au die Nachricht, daß Deutschland uud Deutschö st erreich uicht ossizicll zur Beteiligung au der Arbeiterkonsereuz in Washington eingeladen werden sollen, erfährt„Stockholms Dagblad"' vom Reichs» tagöabgeordneten Hermann L' n d q u i st, dem Vorsitzenden der schwedischen Landesorganisation, daß die Arbeiter der skandinavischenLändersich unter diesen Umstände» nicht an der genannten Konferenz beteiligen würden. L i a n, der Vertreter der norwegischen Laudrsorgani» sation, nahm seine Wahl nur unter der Bedingung an, daß auch die deutschen und österreichischen Mbcitcr an der Kon- fcrrnz in Washington teilnehmen dürfen. Auch die d ä n i- scheu Arbeiter haben beschlossen, nicht nach Washington zu gehen, weil der Ausschluß der deutschen und österreichischen Arbeiter in Widerspruch mit den ans der sozialistischen Kon- fercnz in Amsterdam gefaßten Beschlüssen stehe. Dieser Beschluß der skandinavischen Genossen ist in mehrfache? Hinsicht von uicht zu unterschätzender Tragweite: Zunächst beweist er das Wicdrrrrwachcn des S o l i d a r i- tätsgrdankens der internationalen Arbeiterschaft, was im Interesse der Arbeiter aller Länder außerordentlich zu be- grüßen ist; sodann aber ist er, konsequent durchgeführt, geeignet, die Waihiilgtoncr Arbeiterkonfcrcnz überhaupt in F r a g c z u stellen. Tie skandinavischen Parteigenossen haben erkannt, daß eine Konferenz ohne die deutschen und österreichischen Ge- nossen nicht den Namen einer„internationalen" verdienen würde, uud aus dieser Erkenntnis heraus ist ihr Entschluß zu erklären. Vielleicht ist ihr tapferes und solidarisches Vor. gehen geeignet, den in nationalistischer Denkweise be» fangenen Genossen der Entente die Augen zu öffnen. Sächsischer Lanüesparteitag. Der s ä ch s i s Landesparteitag der Sozial�mo- kratie trat gestern in Dresden unter sehr starker Teilnahme zll- sammen. Im Mittelpunkt steht das Referat des sächsischen Ministerpräsidenten Dr. Gradnauer über die politische Lage in Sachsen, das die Entscheidung über die Neu- bildung der sächsischen Negierung bringen wird. Vom Pacteivorstand nimmt Genosse Otto Wels an den Beratungen teil Auch der Reichswehrminister Noske, der bekannt- lich sächsischer Abgeordenter ist, ist zugegen. Tic lllcdc Noskcs. In der Nachmittagsverhandlung hielt Reichswehr- minister Noske eine Rede ungefähr folgenden Inhalts: Wer sich� einbildet, dag die Arbeiterschaft in der nächsten Zeit einig sein wird, ist«in unheilvoller Illusionist. Eine RrgimingS- bildung mit den Nnabhöngigcn ist in diesem Augenblick unmöglich. Wir müssen persönliche Würde haben, die ich bei manchem vermisse. Die Unabhängigen lassen heute jeden Anstand vermissen. Sie be- schmutzen und beschimpfen in bubenhaster Weis« einen jeden, der anderer Meinung ist wie sie. Die Genossen müssen aus der Kritik heraus. Wir stehen erst am Anfang unserer Arbeit. Ich bin durchaus gewillt, alle meine militärischen Maß- nahmen restlos zu decken. Dom Versuch, duS russische System bei unS einzuführen, werde ich mich mit aller Energie widersetzen. Wenn eS heißt, das Leben von ein paar Tausend Tollköpfen auf? Spiel zu setzen, um Hunderttausend von ruhigen Bürgern zu retten. dann werde ich handeln wie Berlin, Hamburg, Bremen und München. Die Hoffnung auf die Weltrevolution ist eine Seifenblase. Ein Heer ohne Disziplin ist ein Affenspiel. Truppen mit selbstgewählten Führern.springen im Momente der Gefahr aus- einander wie Glas. Die Affäre Reinhard bezeichnete der Reichswehr- minister NoSke als einen Spektakel, auf den viele hereinge- fallen seien. Der Gewährsmann des..Lorwärts" sei ein übel- beleumdeter Mann, um dessen Willen er einen um die Regierung hochverdienten Mann nicht über die Klinge springen lassen werde. (Wir werden auf diese Anelegenheit zurückkommen, wenn der Wortlaut der Rede NoskcS vorliegt. D. Red.) NoSke schloß mit den Worten:„Wenn die Gegenrevolution eintritt, dann ist nur die Arbeiterschaft schuld daran. Unsere Maßnahmen müssen auch den Mut zur Härte haben.- Ein Funkspruch Tschitscherins Freitag abend hat sich der Kommissar des Auswärtigen der russischen Räteregicrung T s ch i t s ch e r i n i» einem Funkspruch an den lettländischen Minister des Auswärtigen gewandt mit dem Vorschlag, die Kriegsoprrationen einzustellen. Ein Sie? öer SoHeMisiengegner. Tie„Times" erfahren aus Helsingfars, daß die Stadt Zo in bürg. 80 B! eilen westlich von Petersburg, am Mitt- � wach von den russischen Truppen zurückerobert worden ist. Der„TimcS"-Korreferent erfuhr von dem Premierminister von Rordwest-Ruhland, daß dieser Erfolg derReorganisationder Narwa front zu verdanken ist und der Hilfe der britischen Mission, dir in der letzten Zeit Nahrungsmittel eiogc- führt hatte. Außerdem waren in den letzten Wochen mehrere Ge- schütze, 20 WH, Gewehre und große Mengen Munition für das anti. bolschewistische Heer in Ncval cingctrosfen. Die Einnahme der Stadt Jamburg ist daher so wichtig, weil sich dort die Brücke über die Luga befindet. Aus Helsingfars erfahren die„Times" weiter, daß der finnische Genrralftab Nachrichten erhalten hat, daß große bolsche- wiftische Streitkräfte von der M u r m a n f r 0 n t naä> der finnischen Grenze abtranSvortirrt werden. Mit dieser Mitteilung des englischcn Blattes stimmt rin Artikel übcrein, de» T r 0 tz k i in dem Petersburger Bolschewistcnorgan, der „Prawda". veröffentlicht. J« ihm droht der russische Oberbefelils- habrr mit einem Angriff auf Finnland. ,u dem hauptsächlich Ka s ch k i r e« und andere Asiaten verwandt werden sollen. polnische Geiselmöröer. Ein bei einem polnischen Kurier ausgesundcncs Dokument, dessen Inhalt oo» zuständiger Stelle einer hiesigen Lokalkorrcspotidcnz übermittelt worden ist, ist gc- eignet, berechtigtes Aufsehen zu erregen. Sein Inhalt lautet: „Die polnische Bevölkerung OberschlesienS hat in schwierigen Verhältnissen den unglet�cn Kampf mit dem Grenzschutz aufgenommen und damit einen blutigen Pro- test gegen die preußische Gewaltherrschaft erhoben. Solange die deutschen Truppen den Teil Schlesiens, für den ein Plebiszit angeordnet ist, nicht verlassen, werden die polnischen Ausständigen nicht ruhen und gegen dieselben den Kampf führen, denn sie sehen darin allein eine Garantie für Freiheit und eine bessere Zukunft. Wenn die deutsche« Truppen mit dem Erschießen und Hinmorden der polnischen Bevölkerung nicht aufhören, werden die polnischen Aufständischen für jeden'erschossenen Polen und jede Polin drei deutsche Männer oder drei deutsche Frauen erschießen. Wer ntufständische Truppen verrät, wird erschossen, und sei» Hau? wird niedergebrannt. Wir bitten die deutsche oberschlrsische Zivilbevölkerung, daß sie sich ruhig und neutral verhält. Standort, August 1919. Die Leitung der P. R. W. OberschlesienS." Die Absicht der Polen, die zunächst allerdings nur in hypothetischer Form ausgesprochen ist, d e u t s ch e S t a a t ö- a n g e h v r i g e als Geiseln zu erschießen, stellt sich nicht nur als ein Akt größter Roheit und Brutalität dar, sondern ve bedeutet auch eine Verletzung des V e r s a i l l e r Friedensvertrages. Nach diesem sind Polen und Deutsche zur Jnnchaltnng einer Demarkationslinie verpflichtet, die. von einer seitens der Entente zusammcngcstcllscn Kommission genau bezeichnet worden ist. Von seitcn des deutschen Grenzschutzes nun ist eine Neberschrcitung dieser Linie nicht erfolgt. Wenn es dennoch zu Kämpfen mit den Polen kam, so handelte es sich hierbei lediglich um Abwehr- kämpfe, die gegen die polnischen Binden auSgcsochten werden mußten, welche sich um die Demarkationslinie nicht kümmerten. Daß sich der Grenzschntzlcute angesichts der frivolen Haltung der P o l e n, die nicht schnell genug in den Besitz Obcrschlcsic.nS gelangen können»nd das Abstimmungs- ergebniS beeinslussen bzw. Deutschland und die Entente vor vollendete Tatsachen stellen wollen, eine starke Erregung bemächtigt hat, darf nicht Wunder nehmen. Hieran dürfte auch die polnische Ermahnung znr Ruhe und Neutralität, die nach der vorangegangenen Drohung mit der Geisel- erschießung wie ein Hohn anmutet, nichts' ändern. Gegen die englische Dienstpflicht. Wie der„Tclezraaf" aus London berichtet, wurde in der vor- gestrigen Sitzung des Gewerkschaftskongresses in GlaS- gow ein Antrag von dem Führer der Eisenbahner, Thomas, rin- gebrachter Antrag angenommen, worin von der Regierung die Ab- schaffung der Dienstvslicht und die sosorüge Abberufung der englischen Truppen aus Rußland verlangt wird. Wenn dieser Forderung nicht stattgegeben wird, wird ein Sonderkongreß einberufen werden, um darüber zu beraten, in welcher Weise auf die Regierung Zwang ausgeübt werden kann. die kosten öer unö S.-Rcite. Der Nationalversammlung ist eine D e n k- s ch r i f t des Reichsfinanzministeriums zugegangen, die über die Kosten Auskunft gibt, welche durch die Tätigkeit der Ar- beiter- und Soldaten rate entstanden find. Eine g e- naue Rechnungsablegung ist zurzeit nicht zu erhalten. Aus der Denkschrift geht aber hervor, daß die Kosten der A.- und S.-Räte beim Besatzungshcer 88 Millionen und beim Feldheer 44 Millionen betrugen. 18 Millionen sind Aufwandsentschädigungen in den Grenzen der Festsetzungen der Reichsregierung: 37 Millionen wurden für die Zahlung Hobe- rer Gebührnisse, als die Räte sie fordern konnten, ausgegeben: 33 Millionen fielen auf Verluste durch widerrechtliche Aue ig- nung und Verschleudern von Heeresgut, 2 Millionen bildeten unverrcchnete Vorschüsse. Hierzu kommen für die Marine reichliche 2� Millionen Ausgaben. Soweit die Denkschrift. Es unterliegt keinem Zweifel, daß diese sehr lückenhafte Mitteilung des Finanzministe- riums, die an Klarheit außerordentlich viel zu wiinscheli übriglassen, von der rechtsstehenden Presse zu einem erneuten Ver- �leumdungsfeldzug gegen die A.- und S.-Räte benutzt werden wird. Deshalb sei folgendes festgestellt: Die Summe von zirka 9 4 Millionen Mark beträgt wenig mehr als zehn Prozent der seinerzeit von unver- antwortlicher Seite ausgestreuten und von der ganzen nicht- sozialdemokratischen Presse aufgenommenen Schauer Nachricht von den 800 Millionen, welche die„betrügerischen" A■ und S.-Räte in ihre Taschen gesteckt hätten. Tie Meldung. die, wenn wir n'cht irren, im März d. I. zum ersten Male auftauchte, trug den Stempel der Unwahrheit an der Stirn. Damals war der Kassenbetrieb in den einzelnen Regimentern, Abteilungen, Zahlmeistereien usw. noch in einem so völligen Zustande der Verwirrung, daß an eine den Tatsachen entsprechende Berechnung der wirklich gemachten Ausgaben für die A.- und S.-Räte gar nicht gedacht werden konnte. Hinzu kam folgendes:(Grundsätzlich erhielten die S.- Räte ihre Entschädigung seitens der Kassenverwaltungen der militärischen Stellen, während die A.- R ä t e meist ihre Aufwandsentschädigungen durch einen Zuschuß seitens der städtischen Magistrate erhielten. Lediglich die S.-Räte, die von den einzelnen Truppenteilen abkomman- � diert waren und gemeinsam mit den städtischen A.-Räten an der Stadtverwaltung, der Kontrolle der Kommunalange- legenheiten usw. beteiligt waren, erhielten ihre Aufwands- enrschädigung seitens der städtischen Behörden. Um nun eine geordnete Uebersicht über die Ausgaben der A.- und S.-Räte zu erlangen, mußten die einzelnen Truppenkörper mit den städtischen Gemeindeverwaltungen m Verbindung treten und gemeinsam die gemachten Ausgaben berechnen. Das war im Frühjahr dieses Jahres aber noch eine technische Unmög- | lichkeit. Ein Teil der nunmehr einigermaßen den tat- sächlichen Verhältnissen entsprechend reduzierten Summe ist auf unrechtmäßige Weise von den A.» und S.-Räten verwendet worden, indem sich diese teilweise höhere Auf» wandscntschädigungen bewilligten, teilweise das ihnen an- vertraute Heeresgut verschleuderten. Kein rechtlich Denken- der wird dieses Vorgehen der A.- und S.-Räte billigen. Aber es darf eins nicht übersehen werden: Durch ihre Tätigkeit haben die A.- und S.- R ä t e der deutschen Republik Güter im Wertevon Milliarden gerettet, zu denen die von einigen A.- und S.-Räten widerrechtlich ausgegebenen Summen in keinem Vergleiche stehen. Wie lagen denn die Dinge damals? Als Folge der unseligen Kriegspolitik der wilhelminischen Epoche stürzte das ganze Gebäude, das aus Granit errichtet zu sein schien und doch nur ein schlechtvertünchtes Kartenhaus war, mit einem Schlage am 9. November zusammen. Diejenigen, die sich bisher als die„Führer" des deutschen Volkes hatten bezeichnen lassen, desertierten oder wurden von der empörten Volksmasse zum Teufel gejagt. Ratlos stand der überwic- gende Teil der herrschenden Klasse vor dem Ereignis, und der Pulsschlag der Nation schien zu stocken. Das aber hätte den Tod des deutschen Volkes bedeutet. Da entstand ganz spontan aus der Volksseele heraus der Wunsch, praktischeArbeitzu leisten und an den N e u b a u des Staates heranzugehen. Aus ihrer Mitte heraus wählten sich die Massen des Volkes Männer, die von ihrem Vertrauen getragen nmren, und denen'sie die politische Macht übertrugen. Die Forderung, die von den Kommunisten in sinnloser, weil undemokratischer Weise noch heute erhoben wird:„alle Macht den A.- uud S.-Räten", wurde am 9. No- vember buchstäblich erfüllt. Im acwissen Sinne hatten wir damals die proletarische Diktatur, die von En- g e l s Wohl als Zustand gebilligt, als Regierung�- f o r m aber verworfen wird. Niemals vorher in der Ge- schichte Deutschlands ist so gewaltige Arbeit g e l e i- stet Warden wie durch die A.- und S.-Nätc in den ersten Wochen und Monaten nach der Revolution. Es sei ohne weiteres zugegeben, daß nicht immer an der richtigen Stelle die richtigen Leute standen. Guter Wille aber tmS lekbenschaftNches BernVhen ersehken, sa Lbtri-rafen diel- fach die zweifellos überlegene Erfahrung der gestürzten Bu- reaukratie. Für viele in der Verwaltungsarbeit zum Teil gänzlich zmgeschulte Männer galt es, sich oft in wenigen Tagen, mitunter sogar Stunden, in kommunalpolitische und staatsrechtliche Materien einzuarbeiten, um die notwendige Kontrolle des nur widerwillig sich fügenden, vielfach sogar die Anordnungen sabotierenden bürgerlichen und militari- schen Apparates erfolgreich durck�uführen. Heute, nachdem die durch die Nevolutionsverhältnifse be- dingte Periode der Irrungen und Wirrungcn zum Teil überwunden ist, können wir bei aller notwendigen Kritik an der Tätigkeit der A.- und S.-Räte zu dein Resultat kommen: die Arbeit, die�ie g e l e i st e t haben, war glän- z e n d. Bedenken wir, welch ungeheure Verschwen- d u n g unter dem gestürzten System bestand, welch unsinnige Ausgaben für Zwecke gemacht wurden, die die drei- ten Massen des Volkes nichts angingen, ja, ihren Interessen geradeswegs zuwiderliefen, dann stellt sich das Gebaren der alldeutschen Presse den Ausgaben der A.- und S.-Räte gegen- über als eine Scheinheiligkeit und Heuchelei dar, mit der sie nur ihre eigenen Süttdm und Verfehlungen verschleiern wollen. Aber die breiten Volksmassen werden sich durch derartige Machenschaften nicht beeinftussen lassen und den A.- und S.- Räten ihre geleistete Arbeit nicht vergessen. Eine Arbeit, die — wie immer erneut, betont werden muß— mit größter Aufopferung und zinn Teil unter völligem Verzicht auf jeg- liche Entschädigung freudig im Dienste des neuen Vater- landes geleistet worden ist. Helagerungszuftanü tmö verfaffung. In der Presse ist eine lebhafte Debatte darüber entstanden, wie die Fortdauer des Belagerungszustandes mit dem Inkrafttreten der neuen Verfassung in Einklang zu bringen sei. Die „Berliner Volkszeitung" hat darauf aufmerksam gemacht, daß die Verfassung in ihrem Artikel 48 für die zeitweilige Aufhebung der staatsbürgerlichen Freiheitsrechte bestimmte Grundsähe auf- stelle, die bei der Verhängimg des Belagerungszustandes nicht beobachtet worden seien, und darum sei der ganze Velagerungs- zustand verfassungswidrig. Demgegenüber verweist die„Deut- sche Allgemeine Zeitung" auf die Uebergangsbestimmungen zur Verfassung, die in Artikel 178 besagen: Anordnungen der Behörden, die auf Grund bisheriger Gesetz« t« rechtsgültiger Weise getroffen waren, b:halten ihr« Gül- tigke it bis zur Aufhebung im Wege anderweiter Anordnung oder Gesetzgebung. Demnach ist formal alles in Ordnung, denn es kann kaum ein Zweifel daran bestehen, daß die„Deutsche Allgemeine Zeitung" juristisch recht hat. Trotzdem ist die Debatte nützlich, weil sie darauf aufmerksam macht, daß eine Veränderung der Rechts- Verhältnisse auf diesem Gebiet vor sich gegangen ist. Die Ver- fassung-macht den Reichspräsidenten zu ihrem obersten Hüter; sie berechtigt ihn, in Fällen der Gefahr bestimmte Frei- heitsrechte einzuschränken oder aufzuheben, und sie wieder in Kraft zu setzen, wenn die Gefahr vorüber ist. Dem RetchStag ist von der Aufhebung der Freiheitsreckte sofort Mitteilnnt zu machen, und wenn er es verlangt, muß die Maßnahme rück- gängig gemacht werden. Wenn der Belagerungsznstand noch nicht aufaeboben ist. so erklärt sich das daraus, daß weder der Reichspräsident noch die Nationalversammlung, die den Reichstag ersetzt, es für richtig gehalten haben, jetzt schon seine Aufhebung zu verfügen. Der Reichspräsident ist vor seinem Gewissen für den Schutz der Verfassung verantwortlich, und er darf sick> weder dem Vorwurf aussetzen, den Staatsbürgern ihre Freiheit ungerechtfertigter- weise beschränkt zu haben, noch dem andern nicht weniger schlimmen, er hätte durch Sorglosigkeit und Gehenlassen die ge- waltsame Zertrümmerung der Verfassung verschuldet, zu deren Schutze er verpflichtet ist. Die Sackle ist also doch nicht so ein- fach, wie die„Freiheit" meint, daß die Regierung die„Pflicht KonZert-Umsthan. Mt einem unübertrefflichen Presto hat der Konzeribetrieb ein- gefetzt. Während sonst die schiick, lernen oder die etikettierten Solisten den Anfang machten, treten jetzt die Dirigenten, die Mnstenführer, die großen Veranstalter sogleich auf den Plan, um ihr riesiges Musterprogramm auch zu Ende führen zu können. Die Ankundl- aungen bestechen zunächst durch ihr Werben für Brachliegendes, für oft und unrecht Zurückgestelltes. Auch der Wille, Neuland zu be. ackern, will anerkannt fein. Da steht Hermann Scherchen am Pust. Nn Sucher, ein Eifernder, ein Ringender. Sein Stab zielt auf harte Rhythmik, auf schgrse Einschnitte, auf Tempo-Raserei. Noch fehlt jede Abge- klärtheit, jede Beherrschung des äußeren Menschen, Man spürt Arbell und Fleiß, gestützt durch eine ungewöhnliche Begabung zum Führer; und wünscht ihm mehr Geduld, Konzentration, Proben- ruhe. Den„Mazeppa" Liszts ließ er tu wahrhast südländischem, überhitztem Tempo an unserem Ohr vorbeirasen, dabei klug die wenigen Hemmungen im Mittelteil als Effekt ausnutzend. Liszts .Totentanz" spielte Leo Kestenberg technisch solid«, aber(auf einen! lichtlosen Ibach) ohne die virtuose Ucberlegenheit, die unS das Gleißnerische der Arbeit vergessen macht. Zuletzt ein« Er- auickuna: StraußenS op. 16. Eine im Klangsinn exakte, an melo- bischer Erfindung und technischer Arbeit überragende musikalische Erlebnisreihe.... Erinnerungen an Italien, zyklisch zusammen- geschlossen. � Phantastisch und doch geformt, melodisch wohlklingend und' doch charaktervoll: die Genieleistung eines JünglingS, der Erfüllung w-nrde. Ungefähr zu gleicher Zeit wie diese Stücke entsteht auch das Erstlins'Zwerk eines zweiten großen Mnsikdenkers und Dietjoluno« närs: Mahlers I. Sinfonie. Ein Ingen dwerk voller.Kuhn- heilen und Schwächen, befremdlich in der Sprache, ungebärdig im Bau. ungleich im Stil, aber voll deS jugendlichen Trotzes, des An- griffsgeistes. Der junge Dr. Heinz Unger, der das Werk diri- gierte, ist ein von Musik Besessener. DaS erklärt das groteske Uebermaß seiner Gebärden, entschuldigt es aber nicht. Vor allem betrügt er'�ch selber um Effekte, wenn er auch der beschwingten Phra'e geistige Fesseln anlegt. Schließlich ist doch in dieser Sin- fonie auch ein gut Teil Musik eines fahrenden Gesellen, tänzerischer Schwung,' Unpathetisches. Immerhin: eine sehr respektable Leistung für einen jungen Dirigenten. Mehr Blick auf das Ganze, mehr Beherrschung der Geste und des Uebertemperaments,— und wir haben einen Dirigenten, dessen Wärme auch auf Musiker und Hörer übertragbar ist. V e c s e Y, auf der Höhe seiner technischen Meisterschaft, lebt in einer herilen Suite Rogers nur seiu guies Musikcrtum, nicht sein Geigerwm aus. Da ist ein Ritz, den im formalen Gebilde entweder der Baumeister Reger ließ, oder eine Tiefe, die der Spieler nicht gesehen, der Hörer nur geahnt hat. Bei Mozart wird der Ton ftierlich und dem Riesenraum angepaßt, satt und volumi- lläS. DvS hebt et« Kautiteue i» die Reinheit her Hymne, nicht zur GefctzlichWt" hat und hie andern da?„Recht auf Revoln- tion" haben. Gerade durch das Grundgesetz des Reichs, durch die Verfassung, ist der Reichspräsident verpflichtet, diese Verfassung vor gewaltsamer Zertrümmerung zu schützen und unter Umständen zu diesem Zweck einen Teil ihrer Bestimmun- gen außer Kraft zu setzen. Die sozialdemokratische Regierung hat am 9. November den Belagerungszustand sofort für aufgehoben erklärt. Der Be- lagerungszustand in allerschärfstcr Form wurde aber von den Spartakisten wieder eingeführt überall, wo es ihnen durch Uebcrrumpelung gelungen war, zur Macht zu gelangen. Da- durch sah sich die sozialdemokratische Regierung gezwungen, im Kampf dasselbe Mittel zur Anwendung zu bringen. Heute hat sie den lebhaftesten Wunsch, den Belagerungszustand sobald wie möglich aufzuheben, sie wird daS tun können, sobald keine Ge- fahr mehr besteht, daß er dann von anderer Seite in zehnfach schlimmerer Form wieder eingeführt wird. Somit ist es für die ganze Frage tatsächlich von entscheidender Bedeutung; wie sich die Unabhängigen und Kommunisten zm Verfassung stellen. Wenn sie erklären wollten, daß sie die Grundrechte des Volkes: Wahlrecht, Souveränität der Volksvertretung, Preßfreiheit usw. respektieren wollen, dann würde für die Auftechterhaltung des Belagerungszustandes jeder rechtliche Voden fehlen. Bis dahin werden Reichspräsident und Nationalversammlung prüfen müssen, ob die eingetretene Beruhigung der Ver- Hältnisse die volle Herstellung der bürgerlichen Freiheitsrechte ermöglicht. Nach unserer Auffassung soll damit keinen Tag länger gewartet werden, als unbedingt notwendig ist. Unabhängiges Militaraufgebot. Aus einem unabhängig regierten Staate. Aus dem Volksstaatr Reuß wird uns geschrieben: Wenn bei schwersten Ausschreitungen. Plünderungen, bewaffneten Aufständen usw. Militär ausgebote» wird, so behaupteten die Unabhängigen jedesmal, dieses Aufgebot sei ganz ül-erslüssig gewesen und nur er- folgt, um das Volk zu provozieren. Wie aber eine unabhängige Staatsregierung im Stile NoSkes regieren möchte und bei welchen Anlässen sie Militär aufbietet, das hat eine Gerichtsver- Handlung erwiesen, die hier in der vorigen Woche die Gemüter in Aufregung versetzte und mit der Freisprechung von 33 wegen Land- friedensbruchS angeklagten Landbewohnern sowie mit einer Riesen- blamagc unabh.ngiger RegierungSgrößen endete. Durch Nolgesetz waren einige Landgemeinden in ein veußischeS Städtchen zwangsweise eingemeindet worden. Sie glaubten sich jedoch durch die Eingemeindung stark benachteiligt und widersprachen. Um die Angelegenheit nun in Güte zu regeln, fand in einem solchen zwangsweise eingemeindeten Dorfe unter Leitung des unabhängigen Staatsrats D r e ch s l e r«ine Sitzung statt, die damit«ndcte, daß einer der Zwangsstädter das Licht aus- drehte und die anderen anwesenden Dorfbewohner aufforderte, den Herrn Staatsrat auszuhauen. Er wurde aber tatsächlich nicht auSgehauen, sondern das soll erst nach seinem Tode in Marmor er- folgen. Unbehelligt konnte Herr Drechsler den Rückzug antreten; eS ist ihm, wie er selbst als Zeug« vor Gericht aussagte, kein Haar gekrümmt worden. Trotzdem erschien am andern Tage der erzürnte unabhängige Staatsrat mittels ExtrazugeZ an der Spitze einer Truppcnmlpht von 50 Mann und 9 Gcndarmerirwachtmeistern. Alle mi t schar- fen Patronen versehen, um die geschädigte Staatsgewalt des Herrn Drechsler mit der Waffe in der Hand wiederher- zustellen, wozu sich jedoch keinerlei Gelegenheit fand. Dafür wurde gegen eine ganze Anzahl von Dorfbewohnern Anklage wegen Land- friedensbruck>s erhoben, die nun mit einem glatten Freispruch endete, nur der Licktausdreher erhielt eine kleine Geldstrafe wegen groben Unfugs. Es bleibt aber bezeichnend, auZ welch lächerlichem Anlaß hier ein unabh.ngiger RegierungSvertreter die ganze r e u ß i sch e Armee aufgeboten und sich sogar als Oberkommandant a n ihre Spitze gestellt hatl Anlekhrnntrrhanblungrn der Türkei. AuS London wird gemeldet: Die Türkei unterhandelt mit einer Gruppe von i Finanzleuten über eine Anleihe von 18 Millionen. Die : Kronjuwclen sollen als Pfand dienen. mehr gespielt, sondern gesungen. Endlich, im Vienxtemps-Konzert ein ganze? Meister, dem nun auch Meher-Radon auf dem Flügel beisteht. Burmester überrascht zunächst durch den jugendlichen Schwung, mit dem er. ein Fünfziger, sein Instrument meistert. Aber diese erlesene Mechanik deS Arme? bleibt doch nur Beiwerk. Ein Könner steht da, aber einer mit Künstlerblut. Das treibt er nicht nur in die vollendet« Wiedergabe einer Beethovenschen Sonate, sondern läßt es heiß durchfühlen selbst im virtuosen Schmiß eines Wieniawsky-Konzeris. Und damit alle Güte beieinander sei, ver- schreibt er sich in Emmerich K i s einen prachtvoll nachspürenden, noblen Begleiter. Nur solche Gemeinschaft des Wollens und Schaffens gibt Einzelleistungen tiefere Bedeutung. Auch hierin berühren sich Kunst, Politik und Leben. Kurt Singer. Der„Sozialen Sühne" erster Tag. Nicht in der Vielheit künstlerischer Bestrebungen, sondern in ihrer Zieleiuheit liegt daS Heil. Alle Bildungsarbeit innerhalb der mehrheitssozialistischen Partei hat durch ihre Erfolge be- wiesen, wie richtig der Weg, den sie gegangen. Jetzl schießen aller- Hand Gründungen empor. Sie alle wollen das Volk auf cht« Art kurieren. Als erste don verschiedenen Neugründungen, die noch des Debüts harren, hat die„Soziale Bühne" Sonntag mittag ihr Programm ausgebreitet. Mitbauen will diese Küiistlervereini- gung am neuen deutschen Volksstaat, dessen einziges Heil in einer von jeglicher Parteiung und Geschäftigkeit losgelösten Zusammen- fassung aller Kräfte erblickt wird. Die deuffche Nation habe» so ungefähr lautete die Ouintessenz eines von Fritz Delius vorge- tragenen„Manifefts", keinen Grund, an dem ihr aufgezwungenen Elendlos zu verzweifeln. Sie sei zwar in ihren Irrtümern, nicht aber in ihrer Kraft und chrer Berufung als Kulturbringerin be- siegt worden. Bon diesem Geiste waren denn auch all« vorgetragenen Pro- gvammstücke erfüllt. Händels Orgelphantafie über das Tbema»Die Völker stehen auf"— herrlich von Walter Fischer gespielt— geleitete sinfonisch zu der Botenszene aus Aeschylos' sprachgewal- tiger, wie tief erschütternder.Perser"-Tragödie hinüber. Sie wurde von Elsa Wagner, Bruno Tuerschmann, Fritz Ebers und Fritz Delius mit stärkster Wirkung gelesen. Großen Eindruck eri zielte Frau Wagner ferner mit der Vorlesung einiger Stücke aus den indischen„ffpanischaden"— spekulative Traktate—, und mit zwei freirhvtbmischen Weltvolkheitgedichten von Walt Wbit- man. Am stärksten packte das Vorspiel aus dem Drama„Zar Pauls Tod" des Russen Mereschkowsky, daS Tuerichmann mit ge- radezu frappanter Schattierung der einzelnen Typen und Eha- raktere zur Geltung brachte. Abermals bewährte dieser Künstler zum Scblutz durch den freien Vortrag einiger Gesänge auS Ammer seinen Ruf als einer unserer bedeutendsten Rezitatoren. Einmütiger Beifall und begeisterter Hervorruf lohnte die schöne Gab«.'«• t Zum Zoll Reknharö. Di«„Post" behauptet zu wissen, daß Herr Nenendorff, von dem die belastenden Anklagen gegen den Obersten Reinhard herrühren, ein übelbeleumdeter Mann sei. der verschiedene Vor- strafen erlitten habe. Dem.Vorwärts" war von einer solchen Vergangenheit Neuendorffs natürlich nichts bekannt, als er dessen Zuschrift veröffentlichte. Aber e» handelt sich nicht darum, wer Neuendorff ist, sondern wie die F ü h r u n g des Obersten Reinhard ist, und wie sein bekannter Brief an uns zu bewerten ist. Darüber dürfte eine schwebende Untersuchung Auftlärung geben. Die Art. wie die.Post" sich für den Obersten ms Zeug legt, kann uns in unserer Auffassung nur bestärken. Denn die Ideale der„P»st" auf militärischem Gebiet waren stets derart, daß sie in eine re- publikanische Armee nicht hineinpassen. polnische Arbeiter für Frankreich. Der„Times" wird aus Warschau gemeldet, daß am 6. Sep- tember zwischen der französischen und der polnische» Regierung ein Abkommen zur Entsendung von 100 000 polnischen A r b e i t'e r n nach Frankreich geschlossen wurde. Die polnische Regierung erhält dadurch die Möglichkeit, einen Kredit in französischem Geld« aufzunehmen. Bekanntlich hat auch die deutsche Regierung auf Grund des Versailler Friedensvertrages die Verpflich- tung übernommen, am Wiederaufbau Nordfrankreichs und Bel- giens mitzuwirken. Hierbei jedoch wird in erster Linie der Wille der deutschen Arbeiterschaft bei der Art der Zu- sammenstcllung der Formationen, der Regelung der Gehalts- fragen, der Arbeitsverhältniste usw. zur Geltung kommen. Von der polnischen Regierung weiß die„Times" charakteristi- scherwcise nur zu melden, daß sie von der französischen Regie- run� für die Mitarbeit am Wiederaufbau einen Kredit bewilligt erhält. Von derartigen Krediten pflegt für die Arbeiterschaft gewöhnlich nickst viel abzufallen. Ist die Kreditgewährung nun tatsächlich die einzige Gewähr, die an Polen geleistet worden ist, oder hält das englische K a p i t a l i st e n b I a t t die Er- wähnung von Garantien für die polnische Arbeiterschaft für überflüssig?_ Eine Hand wäscht die andere. Von der Eisen bahndirektion Berlin erhalten wir zu der unter vorstehender Stichmarke am 10. d Mts. veröffentlichten Notiz unter Berufung auf das Preßgesetz eine länger« Erklärung. Die Zuschrift entspricht zwar nicht dem schon so oft mißhandelten 8 11, dafür bringt sie aber eine Bestäti- gung der von uns damals abgedruckten Verfügung. ES heißt in der Zuschrift u a.: Während der Beförderung, Lagerung und BeHand- lung der Lsbensmittel entsteht durch Eintrocknen, Verstreuen, Dieb- stahl ein gewisser Schwund, der der Oberrechnungskammer nachzu- weisen ist. Die kostenlos abgegebenen Mengen wer» den ebenfalls hier verrechnet, da ein anderes Vcrrech- nungskonto nicht e steht. Hier erscheinen sie mit genauer An- gäbe der Art, der Menge und des Wertes der abgegebenen Gegen- stände, so daß jeder Zeit Nachprüfung möglich ist. Herr Kommerzienrat Gothmann hatte die Bearbeitung der Wolle im Interesse unserer Bediensteten für uns vermittelt, ohne die ihm zustehende Kommissionsgebühr, die bei der Höhe der Ver» mittlung nicht unwesentlich gewesen wäre, zu beanspruchen. Es sind ihm daher für seine Bemühungen einige Waren zur Verfügung gestellt, die im übrigen nicht nur für ih-n allein, sondern auch für seine Bureaubediensteten bestimmt waren. Weiter wird dann noch in der Zuschrift darauf hingewiesen, daß der in unserer Notiz genannte Herr Dr. Gießner nicht persönlich die Anordnung der kostenlosen Abgabe von Nahrungsmitteln ge- troffen habe, sondern daß es sich um eine Verfügung der Eisenbahn- direknon handele. Schließlich wird noch darauf hingewiesen, daß sich die Bediensteten verletzt fühlen, weil aus der Notiz herausge- lesen werden könnte, daß sie ihnen zur Verteilung überwiesene Ge- genstände ohne Verrechnung ver schwinden ließen. Ein solcher Vorwurf ist von uns weder beabsichtigt noch er- boben worden. WoS wir treffen wollten, ist die sehr eigenartige Msihode, aus den Beständen kostenia» abgegebene Waren(10 Pfuitd Kaffee, 5 Pfund Kakao usw.) als Schwund zu verrechnen. Und da fragen wir nochmals: an wenalles sind denn eigerttlich solche Geschenke gemacht worden? Künstlertheater:„die letzten Ritter". Dem Äersasser dieser Komödie. Heinrich Pfeiffer, schwebte etwa» wie eine Gcsellsckastssatire vor; aber die Weit- läufigkett, mit der er dürstige Einfälle zu wohlgezählten fünf Akten auseinanderrcckt, treibt das bißchen Munterkeit, das die Geschichte, in Schnurrenform erzählt, noch haben könnte, gründlich aus. Die blöde, dem geistigen Horizont des in den Wilhelminischen Zeiten tonangebenden Korpsstudenten- und ReserveleuinanttumS so stilvoll angepaßte Duellfexerei, nach dessen Kodex die Mitglieder der guten Gesellschaft ihre Ehre mit dem Schießprügel gegen Be- leidigungen zu verteidigen haben, ist ganz gewiß ein dankbarer Gegenstand des Spottes. Schon der Kontrast der aufgedrungenen blutidürstig-renoinmistischen Pose und der angstvollen Sorge um das geliebte Ich reizt zu dem Spiel« parodistischer Laune. Es war ein hübscher Zug, daß Sternheims.Bürger Schippe!" die Streberkarriere mit einer solchen Schießerei krönt, aber Pfeiffer weiß der Ironie, die in der Sache selber liegt, aus eigenem kaum etwas hinzuzufügen. Die Pointe sieht man meilenweit voraus, und bei dem Fehlen jeder Ueberraschung dehnt sich die Dauer endlos. Weder der vor dem Examen gescheiterte ehemalige Korps- student Paul Kleiumichel, der als Weinhäudler mii seinen früheren Konnexionen großtut, noch die Herrschaften, die sich an seinem Tische wohl sein lassen und den friedfertigen Poltron zu einer Forderung hetzen, sind, sei es für Possen-, sei eS für feinere psychologische Satirenzwecke bühnenwirksam ausgestaltet. Ein in töb» licher Angst auf den Gegner abgefeuerter Pistolenschuß stellt das ritterlicke Selbstbewußtsein des in seiner Ehre Gekränkten glor- reich wieder her. Das gewandte Spiel, namentlich der Herren HanS Fischer und Eugen Klöhfer, half der Aufführung zu einem wenn auch stark umstrittenen Applaus. 4t. Nottzen. — Eine Gesamtausgabe von SudermannS Romanen und Novellen in sechs Bänden wird noch in diesem Jahre im Cottaschen Verlage erscheinen. — Prof. W. Schütz, Direktor des pathologischen Instituts der Tierärztlichen Hochschule in Berlin, vollendet am 15. d. M. sein 80. Lebensjahr. Die Bedeutung des Forschers liegt darin, daß er die modernen zellularpatbologischen Ansichten über das Wesen der Krankheiten in die Veterinärmedizin übertragen und die wissen- schaftliche Richtung in ihr angebahnt hat. Wir verdanken ihm die Entdeckung deS Rotzbazillus und des Erregers der Druse. — Ein Kaliforschungsinstitut wird demnächst in Siaßiurt im Gebäude des Kalisyndikais eingerichtet werden. Der Wirkungskreis des Instituts wird sämtliche Kaliwerke, Thlor- kaliumiabriken usw. im Deutschen Reich umfassen. Bei Abteusun» gen von Schächten und bei Neuanlagen hat daS Institut mit Rat und Tat einzugreifen, ferner hat es das Maschinenwesen und Er- findungen, soweit sie die Kaliindustrie betreffen, zu prüfe«. SroMerM Eine Mobilmachung. ES wiri! Mieder einmal mobilgemacht; dieses Mal nrm nicht gegen die bösen Engländer und Franzosen, gegen die man freu- big und opferbereit die Leiber— der anderen ins Feld schickte, sondern gegen das Verbot der Fahrstuhlbenutzung. Die- ses soll bekanntlich der Stromersparnis dienen und der gesam- ten Bedöllerung unsere unendlichen knappen Vorräte an K o h- l e n für den Winter ein wenig strecken helfen. Das ist nun ge- wissen Herrschaften, denen es mit Hilfe ihres Geldbeutels möglich ist, sich im Wege des Schleichhandels diesen kostbaren Heizstoff zu beschaffen, unbequem. Insbesondere solchen Per- sonen, die fünf Jahre hindurch bei dem beschaulichen Leben in der Heimat ihr Herz so schonten, daß es jetzt auf das unbehagliche Treppensteigen mit lehaftem Klopfen reagiert; aus diesem Grunde werden Listen angefertigt, nach denen in bewährter Weise gegen die Behörden Sturm gelaufen werden soll. Die sozialen Verhältnisse bedingen soziale Ungleichheiten. Solange es nicht möglich ist— und bei der Natur der Dinge dürfte dies noch lange Zeit dauern—, daß auch die letzte unserer durch drei bis vier Kohlrübenwinter entkräfteten Prole- tarierfrauen sich des behaglichen Fahrstuhls zur Beförderung be- dient, solange es nicht einmal möglich ist, daß unsere Kriegs- beschädigten, die ihr Herz nicht wie jene Bittsteller in der Heimat hüten konnten, mittels des Fahrstuhls ins Freie gelangen, solange muß mit aller Entschiedenheit dagegen Verwahrung ein- gelegt werden, daß gewissen privilegierten Kreisen lediglich auf Grund ihres geöffneten Geldbeutels und ihres größeren Mundwerks die Fahrstuhlbenutzung gewährt und da- durch Raubbau an unserem kostbarsten Volksvcrmögen, der Kohle, getrieben wird. Such das ist eine politische Frag« von eminenter Wichtigkeit, und die Behörden seien mit allem Nachdruck darauf hingewiesen. Vollverfammlang öer �rbekterräte GrsZ-öerlkus. Morgen, Dienstag, 3 Uhr, in Havcrlands Fcstsälen, Reue Fricdnchstr. 35: Vollversammlung der ArbeitcrrSte Groß- Berlins. Tagesordnung: l. Praktische Wirtschaftspolitik� Referent: Wissell. 2. Die Neuwohl der Arbeitcrräte in Groß-Berlin. Um vollzähliges Erscheinen der Arbciterräte wird dringend ersucht. Der Bollzugsrat Groß-Berlius. Brolat. Fischer. S. P. D.- Parteifunktionäre, BetriebSver- trauensleute, Arbcitcrrätc. Heute Montag, 5 Uhr, Z-ntral-FcstfSle, Alte Jakobstraße 32:„Die K o h l c n f r a g e." Redner: Steiger Georg Werner- Ellen und Stadtv. Ad. R i t t c r. — Mitgliedsbuch und Ausweis! Achtung! Kommunale ArbeiterrSte! Mittwoch, den 17., vormittags 10 Uhr, bei Haberland, Friedrichsfelde, Wilhelmstr. 38: Sitzung der kommunalen Arbeiterrätc Groß-BerlinS(je ein Delegierter). Tagesordnung: Die Kohlenbeschaffung,-der- teilung bzw.-kommunalisierung Groß-Berlins. Auswanderung nach Argentinien. Der argentinische Konsul gibt� bekannt: Es werden nur gesunde und moralisch einwandfreie Personen zugelassen. Nur Handlungsgehilsen mit vollkommenen Sprachkenntnissen, besonders im Spanischen, können unter Uni- ständen auf eine Anstellung rechnen; die freien Berufe jedoch haben keine Aussicht. Landwirte hingegen sindcn leicht Beschäf- tigung, sofern sie sich auch zu untergeordneten Arbeiten vcr- stehen, auch Handwerker der verschiedensten Berufe können aus Stellung rechnen. Im allgemeinen bietet sich den Einwanderern eine aussichtsreiche Zukunft, allerdings müssen sie über eine gute Gesundheit verfügen und Barmittel besitzen, um damit ihren Unterhalt in der ersten Zeit bestreiten zu können. Dieser erfordert bei einfacher Lebensweise eine Ausgabe von 40 Gold- Pesos monatlich, was heute unter den jetzigen Kursverhältnissen 800 M. gleichkäme. Bei Reisen nach Polen riskieren diejenigen, die in ihrem Paß ihre Tätigkeit beim Grenzschutz vermerkt haben, die sofortige Ver- Haftung. Also Vorsicht I Und keine solche Paßeir.tragungen mehr! 200 Zentner Bntter auf Bahnhof Rummelsbnrg gestohlen. Freitag morgen war ein Güterwagen eingetroffen, der 200 Zentner Butter nach Magdeburg bringen sollte. Um Diebstäble zu verhüten, war dem Wagen ein Beamter der Gemeinde beigegeben worden, der Tag und Nacht bei der Ware blieb. Von Nummelsburg aus konnte der Güterwagen nicht sofort weiterbefördcrt werden, da erst ein Transport zusammengestellt werden sollte. Am Sonnabend- mittag kam ein Mann, der eine Eisenbahnermütze trug, an den Begleiter heran und behauptete, er sei beauftragt worden, den Kommunalbeamten zu dem Leiter des Güterbahnhofs zu bringen, Angeblich sei bereits ein Transport nach Magdeburg fertig, doch feien die Frachtbriefe nicht völlig in Ordnung, so daß man den Wagen nicht anhängen könne. Der Transportbegleiter schöpfte nicht den geringsten Verdacht und begab sich zu dem Stationsvorsteher, ließ aber zur Vorsicht, um jeden Diebstahl zu vermeiden, seinen Hund zurück. Um so erstaunter war er, als man ihm im Bureau des Güterbahnhofs versicherte, daß niemand ihn zu sprechen wünsche und daß der nach Magdeburg bestimmte Güterwagen am Nach- mittag weilergehen werde. Der Transporteur kehrte zurück, der Wagen war verschwunden! Ein Bahnbeamter behanp- tele, daß, nachdem der TranSportbegleiter sich entfernt habe, eine Güterm nschine herangekommen sei, drei Wagen angehängt und dann abgefahren sei. Da auf dem Güterbahnhof ständig rangiert wird, ist ihm der Vorfall nicht verdächtig vorgekommen.— Offenbar baben die Diebe, die mindestens mit einem Lokomotivführer zu- sammenarbeiteten, den Wagen mit Butter auf eine andere Station gebracht, wo er dann von Helfershelfern ausgeladen und.die Ware verschoben worden ist. Ter Schaden beträgt vund 200 000 M. Für mehr als eine Million ausländisches Geld bcschlagmahmte die Kriminalpolizei bei einem Kaufmann Erich Alexander in einem Hotel Unter den Liirden. Alexander fiel dadurch auf, daß er rumänische Hundertlcischcine für 140 Mark zum.Kauf anbot. Man fand bei ihm 250 000 rumänische Lei und 400 000 öfter. reichische Gulden. Der Verhaftete erklärte, dies sei sein Eigen- tum, das er in Bukarest erworben habe. Vor dem Kriege habe er mir Feldeisenbahnschienen gehandelt. Während des Krieges sei er in Bukarest ansässig gewesen. Dort habe er die Viktoria- Bar besessen, die die Quelle seines Reichtums sei. Jetzt sei er nach Deutschland gekommen, um hier ein Gut zu kaufen. Die Kriminalvolizes stellte fest, daß Alexander in Bukarest keine Bar besessen hat. sondern dort Tänzer gewesen ist. Eine Blutentnahme zur„Feststellung des Fleischgrnnsses" macht ein Mann von etwa 30 Jahren, der sich Gerichtsassessor Hagen nennt und für einen Beauftragten des Polizeipräsidiums ausgibt. Einer jungen Frau in Berlin-Schöneberg' spiegelte er vor. daß er ihre Wohnung nach Fleisch durchsuchen müsse. Er be- schlagnahmte 160 M. Ter„Herr Assessor' erklärte, er müsse von jedem Familienmitgliede Blutproben einem Gcrichtschemiker übergeben, der feststellen solle, ob mehr Fleisch genossen werde,«ls jedem gesetzlich zustehe. Die Frau erklärte sich bereit, mg dem Ar»«in« gluftnxfa uitiidhute» g» fassen fl Der �Herr Assessor' aber versicherte, daß dieser Körperteil zur Entnahme für den besonderen Zweck ungeeignet sei, daß die'Probe vielmehr aus dem Oberschenkel genommen werden müsse. Auch das ließ sich die Frau gefallen, weil„Assessor Hagen' unter allen Umständen darauf bestehen zu müssen erklärte. Der Kerl ist mittelgroß und schlank, hat dunkelblondes Haar und bartloses Ge- ficht, trug dunkelgestreiften Anzug, schwarzen, steifen Hut und Brille mit gelblichen Gläsern. Auf einem Fluchtversuch schwer verunglückt ist in der vorver- gangenen Stacht der Gürtler Ernst Ganzel. Er war niit einem unbekannt entkommenen Spießgesellen in das Warenhaus von Leiser, Wiener Straße 64, eingedrungen und sie hatten für 150 000 Mark Ware eingepackt, um sie mit einem Wagen fortzuschaffen. Poli- lizeibeamte überraschten die Einbrecher und wollten sie festnehmen. Beide ergriffen die Flucht. Während diese dem einen gelang, der- suchte Ganzel sich mit einem Riemen vom Fenster aus die Straße herabzulassen. Der Riemen riß. Mit einem Beinbruch und inneren Verletzungen blieb G. liegen und wurde als Polizei- gefangener in die Charite eingeliefert.— Mehr Glück hatten Ein. b rech er, die im Gardinen- und Teppichgeschäft von Hwrtstoin in der Großen Frankfurter Straße 121 einbrachen. Sie schafften für über 50 000 M. Gardinen, Bettdecken usw. fort.— In der Nacht zum 14., morgens 3 Uhr, wurde in das Schuhwarculnger von Göhlich, Chausseestr. 44, eingebrochen. Durch das Geräusch wurde die im Hinterhaus« wohnende Familie Gruschka aufmerksam und es gelang Herrn Gruschka und seinem Sohn, Einbrecher und Helfershelfer f e st z u n e h m e n. Für zirka 5000 M. neues Schuhwert war schon zusammengepackt. Bei dem Transport zur Wache der Maikäferkascrne machte der eine Einbrecher einen Flucht- versuch, wurde aber am Tunnel der Schwartzkopffstraße wieder von Gruschka jun. gestellt, nachdem er sich im Laufen seines Diebes- Handwerkszeuges entledigt hatte. Auf der Polizeiwache spielte er den wilden Mann und verweigerte seine Namensnennung._ Vermutlich hat man es mit einer Gesellschaft zu tun, die allnächtlich diese Gegend beunruhigt. Beim Baden ertrunken ist der Arbeiter Paul Nandt cm? der Siemensstraße 17. Er versuchte ungefähr 300 Meter nordöstlich der Charlottenburger Gasanstalt den Verbindungskanal zu durch- schwinimen, verlor aber in der Mitte des Wassers die Kräfte, ging unter und ertrank.— Dy des Schwimmens unkundige Eisenbahn- beamte Rudolf Lange aus Tempelhof wagte sich beim Baden im Scddinsee zu weit biraus und verschwand plötzlich unter lauten Hilferufen vor den Augen seiner Familie. Der am Ufer weilende Bankbeamte I a e n i ck e auS Niederschöneweide sprang dem Er. trinkenden in voller Kleidung nach, tauchte und holte ihn unter eigener Lebensgefahr ans Ufer. Kleider-Beziißsscheinr. Die in Berlin besiegenden AuSferti- gungsstellen für Bezugsscheine werden infolge der Aufhebung des BczugsscheinverfahrenS mit dem 19. September aufgelöst. Die Aus- seriigung von Berech tigung?'che inen für Kommunalware erfolgt ab 22. September von 9-i-Z Uhr: Wallstr. 13(Hof 1 Tr.>, Bochumer Straße 13. Ramlerstraße 16. Koppen straffe 72. Anträge auf Er- teilung eines Berechiigungsscheines für Komrnunalware können bei der zuständigen Ausfcrtigungsstelle unter Vorlegung ier� letzten Steuerquittung und gegebenenfalls eines WohnunosnachweiseS von der minderbemittelten Bevölkerung Berlins gestellt werden. Be- schwcrden n u r s ch r i f t l i ch an die Bckleidungsstelle des Magistrats Berlin, Molkenmarkt 4 II, zu richten. Tie Ermordung des Apothekers Tampu. Das unter dem Mordverdacht verhaftete Ehepaar Karl auS der Schönflietzcr Straße 4 hat unter dem Gewicht einer sehr belastenden Zeugen- I aussage und der Auffindung einer in seiner Wohnung versteckten ! Schußwaffe, deren Kaliber mit der Stärke der Kugel in dem Kör- � uei des Erschossenen übereinstimmt, zugegeben, daß Tampu in der 'Wohnung dieses Ehepaares erschossen worden ist. Sie leugnen jedoch, ihn ermordet zu haben, sondern behaupten einen Unglücks- � fall. Als sie festgestellt hatten, daß Tampu tot sei, habe Karl die Leiche auf die Schultern genommen und nach der Lauben- kolonie getragen. Frau Karl ist mit dem Stock und dem Hut des Erschossenen gefolgt. Beide hätten dann die Leiche in die Ver- senkung. geworfen und daraufhin ihre Wohnung aufgesucht und die' Spuren des Vorfalles beseitigt. Diese Angaben erscheinen jedoch sehr unglaubwürdig. Da jedoch beide Eheleute infolge ihres Zusammenbruchs keine weiteren Aussagen mehr machen konn- ten, wurden sie vorläufig wieder in ihr Jsoliergewahrsam ge- bracht. Der Fund einer Frviirnlelche im Teltowkanal mit zerschmet- tcrtem Schädel bat noch nicht weiter aufgeklärt werden können. Die Person der Toten ist noch unbekannt. Die Art der Verletzung des Kopfes läßt zwar ein Verbrechen nicht ausgeschlossen er- scheinen, doch neigt man eher zu der Ansicht, daß sie von einer Schiffsschraube herrührt. Da das Mädchen unter ihrer Kleidung ein Badckosrüm trug, ist anzunelimcn, daß sie in dem Kanal baden wollte, ober von der hohen Böschung hinab ins Wasser ge- fallen und ertrunken ist. Der Zirkus Busch eröffnete nach Beendigung seines Gastspiels in Hamburg am Sonnabend seine Pforten. Um es gleich vorweg zu sagen: Seine Dressurkunst ist bis zu einer Höhe entzvickelt, daß man, bei den Tieren jeden Nerv arbeiten sieht. Die Rcitkünstlerin Fräulein Victoria, Fräulein Charlotte Wagner, die bekannte Schul- reiterin auf ihrem Lipizanerbengst„Couservand", der spanische Reitakt der drei Schwestern Blumenfeld, sowie das große hippolo- gische Ballett, reißen immer fvioder zu Beisallsausbrüchen hin. Auch mit dem Spezialitätcnpro�ramm hat die Direktion einen guten Griff getan. Die drei Luftgrazien,— ein noch nie gezeigter Balanceakt der Artisten Anni, Gent und Daisy—, die halsbrecheri- scheu Leistungen der drei Potrecks am dreifachen Reck mit ihrem Saltomortale lassen dem Publikum kaum den Blick seitwärts drehen. So konnte die Eröffnungsvorstellung bei vollbesetztem Hause vor sich gehen. � Roicnthal. Die Schöffenwahl hatte folgende« Relultat: Schwabedal und Elpel(SPD.), Milbrodt und Grell(USPD.), Lübberlartofscli!ärkemehl, 1,40 M. Anmeldungen 618 17. Sevtember. Warenausgabe vom 19. Seplcmber ab. NowaweS. Ausgabe neuer Nährmittclkarten an KriegSbefchä- digte mit 50 Proz. und mehr Erwerbsunfähigkeit gegen Vorlage der Ausiveislarte Priesterstraffc 81, joden Montag von 8— 1 Uhr. G?oß-Se?llner parteinachrschten. 18. Abteilung. Morgen, Dienstagabend, 7 Uhr, bei Ticdtke, Litauerstraße 5, Ecke Graudenzerstraße, Versammlung der Bezirks- führer und BetriebSvertraucnSleute. Ausgabe der' neuen Legiti- mationSkarten. Erscheinen dringend erwünscht. 33. Abt. Die Guffchein« für die Theatervorstellung im Wal- halla-Theater am 22. 9. sind bis Mittwoch abzuholen beim Abtei- limgsleiter Carl Debitsch, Swinemünder Str. 50 v. III, abends 5— 6H Ubr. 37. Mit. Frauenabend morgen, Dienstag, 7?4 Uhr, b« Butenhof, Wilsnacker Str. 36. Referent Genosse Dr. Engelhardt: „Häusliche Erziehung im sozialistischen Sinne.' Vortr�e, Vereme»mü RcichSbund der KricgSbeteiligten wnd ehemalige» Kriegsteilnehmer V-rlin(Osten). Mittwoch, TA Uhr, bei Heinrich, Große Frankfurter Str. 30, unterer Saal, Versammlung der Mitglieder des II. Beg.(Osten). Kamerad Ehring vom R.-B. spricht über „Unser Reichsbund'. Gäste willkommen.— Kriegsbeschädigte der Geschützgießerei Spandau. Dienstag Nachmittag 4 Uhr Versamm- lung Germania-SAe, Spandau, Strehsow-Platz. Ausweis Lohn- düte. Gaukonferenz üe? Transportarbeiter. Der Deutsche Transportarbeiterverband hielt am Sonntag eine Gankonferenz für die Provinz Brandenburg(«uiLschließ» lich Berlin) ab. 47 Orte waren durch 52 Delegierte vertreten. Gebert erstattete den Tätigkeitsbericht des Gau- Vorstandes. Ter Bericht erstreckt sich auf den Zeitraum von sechs Jahren, denn seit dem 20. April 1913 ist infolge des Krieges keine Eaukonferenz abgehalten worden. Von den 3581 Mit- gliedern, die beim Ausbruch des Krieges im Gau vorhanden waren, sind 1722 zum Heere eingezogen tvorden. In dcr Zeit vom 1. Ja- nuar 1914 bis 31. Dezember 1918 wurden 8309 Mitgluder(darunter 3133 weibliche) neu aufgenommen. Nach der Revolution fetzte eine rapide Entwicklung der Organisation ein. 20 neue Orts» Verwaltungen wurden eingerichtet. Gegenwärtig hat der Gau 52 Ortsverwerltungen, deren Mitgliederzahl sich am Schluß des zweiten Quartals auf 12 240 beiief. Bis jetzt ist sie auf rund 14 500 gestiegen. Der Redner sprach die Erwartung aus, daß diese überaus günstige Entwicklung nicht ein Augenblickserfolg, sondern von bleibender Dauer sein werde. Er ging dann auf die infolge politischer Meinungsverschiedenheiten entstandenen Kämpfe in der Gewerkschaft ein und verwies auf eine von der Ortsver- waltung Braunschweig an alle Ortsverwaltungen dcL Verbandes versandte Resolution, welche die Politik der Führer verurteilt und zur Beseitigung des VerbandSvorsiandes auffordert. Demgegen- über empfahl der Redner eine Resolution, welche sich gegen die namentlich von Braun schweig und Berlin«msgchenden Treibereien� und Zersplitterungsversuche wendet, die aus politischen Gründen betriebene Maßregelung von BerbandSfunktionärcn verurteilt und dann fortfährt: Die Delegierten der Konferenz erklären einmütig, alles daran- zusetzen, um keine Zersplitterung und keinen Versuch hierzu auf- kommen zu lassen. Tic Konferenz ffpricht allen Funktionären, die lediglich ihre ge- werkschaftliche Pflicht erfüllt haben, unbekümmert welcher Partei- richtung«ms sozialistischein Beden der Einzelne angehören mag, ihr volles Vertrauen aus und erklärt, daß für die Verbandsmitgliedcr die Beschlüsse der Verbandsgeneralversammlung bindend und maß- gebend sind. Tie Gaukonsereng ersucht aber auch d-n Verbandsvorstaud und den Verbandsausschuß, gegen diejenigen Mitglieder, die Nachweis- lich durch ihr Verhalten den Verband schädigen, auf Grund des Statuts vorzugehen und ein weiteres Verweilen im Verbände nicht mehr zu dulden. Ferner macht die Konserenz jedem einzelnen Funktionär zur P flickt, für den Ausbau des Verbandes Sorge zutragen. In der Diskussion wurde die Tätigkeit des GauvorstandeS ein- gehend besprochen und allgemein gebilligt. Es kam eine vollkommene Uebcreinstimmung in allen wesentlichen Punkten zum Ausdruck. Besonders wurde das Treiben der'Geiverkschaftszerstzlitterer ganz entschieden verurteilt. Die Resolution des GauvorstandeS wurde mit allen gegen drei Stimmen angenommen. Die Gegenstimmen richten sich—■ wie die Diskussion ergab— lediglich gegen die Forderung auf Ausschluß der Vcrbandsschädiger. Ein Antrag, alljährlich eine Eaulonferenz abzuhalten, wurde der allgemeinen Verbandskonferenz überwiesen.— Ein Antrag, der einen Angestellten für Frankfurt a. O. fordert, und ein anderer, der die Zusammenlegung der Zahlstellen Potsdam und Notvawes wünscht, wurde dem Gauvorstand überwiesen. Ebenso ein Antrag, der verlangt, daß ein GanvorstandSinitglied als Ver. toaltungsbeamter nach K o t t b u s versetzt wird. Ein Antrag, noch eine Hilfskraft im Gauvorstand anzustellen, wurde dem Verbands- vorstand überwiesen. ß Hierauf refexierte Gebert über die Lohnbewegungen. Während der Kriegsjahre 1914— 1918 wurden in 94 Betrieben mit 4697 Beschäftigten 80 Lohnbewegungen geführt. Vom 1. Januar bis L September 1919 betrug M« Zahl der Lohnbewegvngen VI. Sie erstreckten sich auf 396 Betriebe mit 3266 Beschäftigten, von denen 2781 organisiert sind. Alle Lohnbewegungen hatten Erfolg. Ileberall wurde der Achtstundentag eingeführt. TaS materielle Er- gebniI dor Bewegungen ist eine Lohnaufbesserung von insgesamt SS 000 M. pro Woche. 21 Bewegungen sind noch nicht beendet. Es sind bereits wieder neue Bewegungen angemeldet, so datz sich deren Zahl am Schluß dieses Monats auf etwa 100 belaufen wird. Der Redner warnte vor übertriebenen Lohnforderungen und empfahl— da die Unternehmer bereits auf den Abbau der Löhne hinarbeiten— den Abschluß langfristiger Tarifverträge oder die Verlängerung der bestehenden Verträge. Nach einer längeren Aussprache über Einzelheiten der ein- zelnen Lohnbewegungen machte Gebert Vorschläge über die Durchführung der vom VerbandStag beschlossenen Beitrags- erhöhung. Er betonte, daß eine Stärkung der Verbands- finanzen notwendig sei schon mit Rücksicht darauf, daß, wenn die Unternehmer mit dem Abbau der Löhne be- ginnen, zahlreiche Streiks ausbrechen werden. Schließlich wurden noch Agitationsfragen erörtert. Gebert empfahl«ine von den Ortsverwaltungen zu betreibende Agitation unter den Klembahnangestelltcn. Es gebe im Gau 36 Kleinbahnen mit 2000 bis 3000 Beschäftigten. Bei der Agitation sollen aber nicht nur die Lohnbewegungen berücksichtigt, sondern vor allem auf die idealen Aufgaben der Gewerkschaften hingewiesen werden._ Schmerze» der Meischermeister. In diesen Tagen waren die deutschen Fleischermeister in DreS- den zusammengekommen, um zur Frage der Sozialisierung Stel- lung zu nehmen. Der Referent, Obermeister Schmidt-Hannover, behauptete, das Kleingewerbe arbeite unter Ausschaltung des Achtstundentages billiger als der Großbetrieb.( 1) Dem Publikum müßte klargemacht werden, daß der Kleinbetrieb infolge Ausnutzung auch der tleiusten Abfälle die Ware viel billiger abgeben könne als die Großbetriebe. Nach seiner An- ficht liegt eS auch nicht im Jnieresse des Publikums, daS System der Einheitswurst als Dauereinrichtung zu bekommen. Der zweite Referent Dr. Kopfch vom Hauptausschuß für Freie Rah- rUnaSmrttelwirtschast verirrt begreiflicherweis« denselben Stand- vunit. Er machte darauf aufmerksam, daß die Vorstände des deutschen und preußische» StadtetagS in bezug auf die an- gestrebte Kommunalisierung de? Wirtschaftslebens ein Gesetz ge» f lodert haben, das den Gemeinden ein weiteres Fortschreiten auf iefem Gebiete gestattet. Ter Referent Obermeister K i ck e I h e h n- Chemnitz gedachte mit Wehmut der guten alten Zeit vor dem Kriege, wo noch dank de? gelben Gesellenbundes ein vatriarchalisches Arbeitsverhältnis im Fleischergewerbe herrschte. Der Krieg und später die Revolu» tion haben dann aber auch dem vermaledeite« �sozialdemokratischen" Zentralverband der Fleischergcsellen Oberwasser gebracht. Nach der Darstellung des Redners treten die Gesellen, die die Meister früher als liebe Hausgenossen be- trachteten, unter dem Einfluß des Zentralverbandes mit über- triebenen Lohnansprüchen hervor, und zu allem Ueberfluß lehnt der Zentralverband Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband ab, wenn zu ihnen gleichzeitig die Vertreter der gelben Organisation hinzugezogen würden Altmeister Burg- Berlin zog ebenfalls gegen den.Terror", des Zentralverbandes vom Leder, worauf der VerbandStag seine Zustimmung zu den Ausführungen des Refe- renten gab und sich mit den schon vor einiger Zeit vom Verbands- vorstand aufgestellten Richtlinien für die Regelung deS ArbeilS- Verhältnisses einverstanden erklärte. Beendigung des Streiks in den chemischen Färbereien. Der seit etwa drei Wochen dauernde Streik der Arbeiter und Arbeiterinnen in chemischen Färbereien und Wäschereien ist durch Verhandlungen mit der Arbeitsgemeinschaft der Nordostdeutschen Textilindustrie beigelegt worden, nachdem die Forderungen der Arbeiter zum größten Teil bewilligt worden sind. In einer Ver- sammlung der Streikenden erstattete G r u h l Bericht über den festgelegten Vertrag. ES erhalten Stundenlöhne: Färber, Wäscher, Detacheur«, Bügler. Heizer, Maschinisten usw. 2,70 M.. Hilfsarbeiter, Portiers und Kutscher 2.10 M., nach 6 Monaten 2,20 M., Plätterinnen, Detacheusen 1,80 M., Arbeiterinnen über 20 Jahre Jugendlich« bis zu 20 Jahren: —1,30 HR., in der Naßwäscherei 1,40 HR., nach 8 Monaten 1,80 HR., männliche 1—2 HR., weiblich« 0,70—'ij und F.rberei für die weiblichen Arbeiter 10 Pf. Aufschlag, für Reparaturen an Herrensachen 2,80 M. Der Akkordlohn wird um 33� Prag, erhöht. Für Ueberftunden wird ein Aufschlag von 25 Proz., für Sonntags- und Nachtarbeit 60 Proz. bezahlt. Für die Zeit vom 1. August bis zum Streikanfang werden 33f4 Proz. der Lohnerhöhung nachbezahle. üb Arbe Dienstag aufgenommen Deutscher TranSportarbeiferv erbend. Branche der Kauf- und Warenhäuser, Spezial- und Einzelhandelsgeschäste Groß-BerlinS. Dienstag, 16. September, abends 6H Uhr, Branchen-Versammlung im großen Saale der Unionsbrauerei, Hasenheide 22—31. TageS- ordnung: 1. Berichterstattung über die Verhandlungen mit dem Ar- beitgeberverkand im Einzelhandel. 2. Diskussion und Beschluß- fassung. Mitgliedsbuch oder Karte legitimiert. Ohne Buch oder Karte kein Zutritt. Di« Branchenleitung. Der Zentralverband der Handlungsgehilfe« Bezirk Groß- Berlin veranstaltet Donnerstag, den 18. September, im Lehrervereinshaus, Alexanderplatz, eine Massenversammlung aller kaufmännischen Angestellten..Zentralverband oder wirtschaftsfriedlich?" lautet daS Thema, über welches der Kollege Georg U ck o referieren wird. Gegenüber den wirtfchastSfriedlichen Bestrebungen der bürg«. lichen HandlungSgehilfenverbände gilt eS, Klarstellung zu nehmen in dem Sinne, daß alle Arbeitnehm« als Klasse den organisierten Kapitalisten gegenükwrstehen. Wetterbericht bis DirnStag mittag. Kühler, östlich d« Od« überwiegend bewölkt und vielfach Gewitterregen, im Westen neue Aufheit«ung bei mäßigen nördlichen Winden. Bertmtw. für den redaktlon. Teil! Wfrrt Scholz, Neukölln! fllt Anzeigen! Theodor Slock«, Berlin. Brrlag: Borwilrls-Berlag®. m. d. A., Bertin. Druck: Borwiirt»- Buchdruckrrci und Berlogoanftalt Paul Sinaer u. ilo. in Berlin. Lindcnftr. 1. MANTSZA und Motten mit Brut werden radikal vernichtet durch Wanzentod Pfeifferol in Flaschen zu T,— Mark, 3,50 Mark, S,— Mark und 1,S5 Mark und Mottentod Pfeisserol(50 Pfennig) überall zu haben.— Herr Karl Schwabe, Drogerie. Perleberger Straße 25, schreibt: Senden Sie mir wieder je ein Bros von den großen, je zwei Er oi von den kleinen Packungen Lanzentod. Meine Kundschaft ist mit ihrem Präparat außerordentlich zufrieden. SLopt- and Haarwasaer Pfelflorol sezen Cnzleler für Kinder, Flasche 58,75 Mark nnd 1,75 Warf. Paraalten-Lilniment Pfeifferol koscb Cnsezieter. 18,75 Mark, 1,75 Mark. Xrlcreaol-Padep Plolfferol erzen Plöhe. Dose 1,585 Mark. Klndcr-Pader Pfeifferol, beste« Einstreamlttel für Kinder. Tolletto-llaartvasser Pfeifferol e�een Kopfaehnppen and Schinnen, ein Ideales Haarpfleeemittel. Flaiche 2,50 Mark. Apotheker Otto Pfeiffer Piehler,» 11 semnstr.>?. Lieferanten der Deutschen Armee ta Futzvflege-. Ungeziefer-«nd Kroftmirreln. 7»gI.7»/,dtg.Z'/,u.7>äv. > noch d. aus»' erlesene t>. reichh. BelcteliklL-TfiBalBr T1/, Uhr u. Sonntag uardur. 8 Uhr: MlffSäip uachvr. Halde Pr. Reilhohallen-S.: Itdnvoii-vreitl. AtlmlFiüsPaiasL1 llaternatBuxfettliSnp In allen Gewichtsklassen| um die Melaterscbaftes von Deutaclilaad. Anlang K Uit. amirala.Ktno. Die sich yerkaalen. fProslitnünn>1. T.> Lmöen- Nefiauraui alngänge: ilnier den Tinden 44 Fr'edrich'raße 62 Spezialarzt Dr. med. Koeben.~ Erprob!« und schmerz lose Behandlung• in pr. Homeycr& Co. konz l�bor,« Blutunters Fpieärlehstp.ßl.KÄ Sönlgstp.gg.SlÄs. Spr. 10-1 u. S-8, Sonnt 10-1 .Separate« Damenzimmer. Spezialarzt. Eiiolsrelcbe Behandlung. Pniostr. 34/36 Alexanderplatz.* 10— 1, 5—-8, Sonnt. 10—1. allseitig gerühmte Küche! (Zchtpilsener und Münchener Äiere Kapelle MlchAlet dtctwHG: Tonndorf. Datrieb« ff». Ar»' Xenndatf Spezialarzt Dr. Haink. 10—1, 8— 7, Sonntag« U— t WM SlM 103. Ecke Ariodrlchftrag«.___ Dr. Orüterlng Spezialarzt. Invalidenstraße 35 Ecke ChausseestraBe am Stettiner Bahnhof.# 4.'yt— V,?. Sonnt. 11— U 10-1>,,5—>/,7. Sonnt. 11— U SpezSatarzt Sanitfllsret Dr. Müll«**» FrietlrlciistraDe M II Einfang Kror.eastrallc. Spr. II— l, 8—7. Sonnt. Il— l Ertolgrelcr.e Heilmethode.. Barn- tind Bluiumersuchi-i,�. AbtchrTttcn, Adressen, i/iktate, Verviilflltlgyngen ■llsrMhnclletens. «Adler", B&lowatraBe 98. fenapr, Kolieadori 1640. leioHr beseitigt oSvahisHaussalbe| jed. HautausschU Flechu 1 H au tl u ck., bei. Beinscbad., Krampiadern der Frauen I u.dergl. In Originaldosen I 4 50. 7 SO erhältlich in der j �ElcfanienApothcke" i Berlin 213, Leipziger! StraBe<4(a. nonhoffDl> Aenderung der Richtpreise für Kupfer, Zinn, Aluminium und Blei aus Roattageslschelu. Unter Bezugnahm« auf die Dekanntmachuna, detreffend Richtpreise Mr Lieieruna von Cparmetallen aus gonringent. sdiein vom 31. Mai I91S lReichoanzciger Nr. 181 vom II. Juni 1010) wird hiermit ditanntgeaeden, dag die Richtpreis« siir Lieferungen oui Grund von Nontingentscheinen mit Wirkung vom>5. September d. I. fttr Kupfer M. 1050,— fttr>00 kg ginn, 2800,-, 100, B.Iumiitium, 1500,—, 100. Blei, 200,-, 100, betragen. 101/14 Berlia. den IB. September 1919. Kriegsmctall-Aktiengesellschaft in Liquidation. Heute neu! 7?>l) Die Zeit am Montag Chefredakteur: Karl Schnaidt Leitartikel lesen< Znr Taktik des Proletariats ieterschutz Beachten Sie dieAnschlagsSuIen heute und morgen t BERLIN SO Neanderstr. 26 (nahe Moritzpl.) Elektro• phjstkalUche Methode Leitender Arzt: Dr. A. Schlesinger Behandlungszeit täglich 9—1, 4— 8 außer Sonnabend nachmittag u. Sonnt. Aerr.liche Sprechstunde 11— I, S— 7 IgiBhrige, eigene Erfahrung BERLIN SO Neanderstr. 26 (nahe Moritzpl.) I Behandlung aller chronischen Krankheiten, auch mit Höhensonne Nachweisb.guieu.schnlle Dauerheilerfolge Mäßige Preise Prospekt gratis Gold, Silber, Platin«, Münzen, Zäh,,- a biß 25 an.".«rar f e.ust Fron Unit«. Iplüchrrftr. 40 II, von 8—8 Uljr, 8880» Spezialarzt Dr. Hascht Eprechftunden 10—1, 5—8. gönnt 10— L ZrieMSWtze TeilzaHInng aeftgitat »1-Speziai-BchandlDng Kühn--".Ä InHnaooctn 7S I Ecke Breslaucr otr, dicht am Schies. Buf fillUj Cajjll. 10, I Sprechz. 10—12, 5—7, Sonnt, geschlos en Harn, und Blutantersuchunten. SMie MM« GKeise«e Martin Meyei, FaH clnMtr rnttlt, Pranzlancr ÄUee 100. Telephon: Königstadt 10 2. mmBi Lieterunc Kompletter Eerrcih Speise-, Scilla!- anö WolmziiDiner ab Fabrikgebäude nteig. Lastauto nach jedem Ort. MOUEß Berlin, Alexandersir. 31. Tel. Kgst 1737. Elektro motore Gleichstrom:: Drehstrom kauft[* lapienrlmpeaaScliüeMBg öerlln W 9, Linksir. 10. Tel. Lützow 3705 und 8518. !!!Geld!!! TDXTUuni»*»/ vawsvHtycunuiUT«. «MIÜVSS.Ä ?orbereitungskursns Kormdmu�ibc�«l?a8üwLharn S; Landwirtsehaltl. Hochscnule, Berlin N., Invalidenstr. 42, vom 7. Okiober bis 19. Dezember d. j, Dienstags u. Freitags von 7-9 Uhr abends mit praktischen v düngen L Verwaifungskunde. II. Beamtenwesen und-Recht. III. Bureauwesen, Allgemeines. IV. Registraturdlenst it VI. Expeditionswesen. VII Bibliotheks- verwaltung. VIN. Etats-, Kassen- n. Rechnungswesen. Anmeldungen bis 25. Sept Arbeitsplan u. Bedinsungen versendet Oesehälisstelle Berlin-Steglllz, Lindenstr. 38. Nur altein HWzff KunstspicUPianos und Flügel Virtuola! ermöglichen gleichzeitige Wiedergabe der Stöcke■ nach Auffassung d. Künstlers u. Selbstnilancierung. jj Römhildt A.-Q., ■Lombard-Haus" g h. üratl, Lelpz. Str. 7511 n — H schote Beleihung n £ a Oiskreu Reellste» 3 Gelegenheit»-= ÄTTk gguie, Uhren, S Brillanten, s Schmucksachen. 1 10—89% um. Ladeopr.> Verlangen Sie fostenlo« Zusendung der Broschüre „Zur Aufklärung für verheiratete grauen" in«erschloffeaem Umichlag von ü.ZelWelijei'.kmklü�zZ.? Sanenltraße 8.5. 137®- SoziaHtmohraf. Verein illcderbarnim(S. P. 9.) (Bez. Riederschönhausen) Am Sonnabend, den 18. September, verstarb nach langem schweren Leiben unser tatfräftiger. iana-' ishriger Partelaenosie und Freund der Gastwirt, Maimes Gretb im öl. Lebensjahre. Sein lauterer Charakter. feine allbewährt« Anhäng- i'.chteit und pffichtgeireur Mitarbeit für die Partei, der er seil 23 Jahren bis in leine letzten Tage-trotz seine» Leiden« ergebene Dienste leistete, sichern dem lieben Porstorbenen ein ehrendes Andeuten. Di« Einäscherung ffnder am Donnerstag, den vtSev- iember. nachmlitags 5 Ubr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraßefft-tt. Rege Be .'eiligung erdeten. ver Vorstand. llrflt?a deilr u. Garantie Ill ul/iv meine larb- u. geruchlose Banacin-ialbe(arrul gcprü(t) Dose M. 5,—, Potte etc. extra, nenn. Frosch in Naumburg».Saale 97(Kurba)■ Handwagen, zwei- und vierrädrige, mit und ohne Federn, verschiedene Größen und Ausführungen. Großes Lager. Mäßige Preise. G. Wagner, Cöpenicker Str. 71. .ffloli» Hos-(Kein Ladengeschäft)_ 140, Rommisslons-Geschäfte allgr Art von und nach Deatschlemd 86/8* besorgt bei mBBIgenQebUhren Osw. Steffens, KoÄättn" AabyhSJ-Aarhns(Dttnemork). Qute Rf3Sb®l solid«,(geschmackvoll, dllllx, sowie komplette Wohnangw Elnrtchtungea kauft der Kenner am besten direkt beim Tischlermeister Juüius ApeK Berlia SO., Adalbertstrafie 6 am Kottbuser Tor. I�Slnsg�l m Handels-) Kasten- Wagen Leiter- j Karren aller Art Transportgeräte- Fabrik, KUpcnickCT str. 73 n. 113. Gegen nrelnes Blut »um Augscheiden aller Schär- sen aus den Säiten gibt es nichts B-fieres als Apothrree Lauensteins S!en»WCtions.PU- len ganz bes. bei Ausschlägen, Desichtsdlllten, roter Kaut. echien. Blutandrang und ierffopfnn« Dose M. 5ch0 nur von 9N>»th. Lauensteins Bees. Tpremberg L. 44. 'tevvdecken 6 Daunen-»nv wutkefteppbecken in reicher AuswahL Bernhard Stroh- msndel, Berlin S, IValislr. 72. FilidL: ZodchimslHaler GL 25.70 u. Spittelmarkt, Ecke Wdllstrdßt. Alte Steppbecken werb.ausgearb. Isolieltön Kupföliilstit. Utzsn und Wactisdraht, i kauft höchstzahlend* Ingenieurburtau Schllchtlng j Berlin W 9, Linkslraße 10 1 TeL: Lüttow 3705 und 8518. Kupferdrälite Metalle Kabein und Litzen kür Auslandsbedarf kauft Kabelvertrieb, Joachlm-Friedrlch-Sl.34 m Amt Plalzburg 4559. Hoill für Rielstng und Elsen stellen ein Schlawe& üUUa, Cor- biblampensabrih S 59, Echin!e- stcaße 10. 745D I Tflehtlc« erat«* Terkluferinnen für Kurzwaren Handschuhe Weißwaren Spitzen Seldeuwaren Kleiderstoffe Strumpfwaren ParlQmerien and Seifen ■ofort gesacht. Meldungen: 18—2 Uhr mittags, S-ft.7 Ühr ebenda. &. Jandorf& Co., Bellc-Alllancestr. 1/2. Ktraßenhimdler für de« „Vorwärts" stellt ein die Hauptexpedition, Lindenstraße 3. Ansträgseriimeift für den„Vorwärts" werden eingestellt in folgenden Filialen: Ackerstr. 174. am Koppcnpiatz.— Prmzenstr. 31. Hof part— Stolpmanrv _____ V/. BlumemhaistraBe 8. Hoi.— Markusstr. 36.— Döiz. Immanuelklrchstr. 24 Melle, Petersburger Platz 4.— Zinke, Lindenstr. 3, Laden.— Joseph, Wilhelmshavenei StraBe 48.— Lausitzer Platz 14/15. Berlin Schöneberg:»«>->-« straie n Steglitz: Zlegeldecker. Schildhonutr.lL