itr.477.36,|i«%rg. vez«gS»ret», SStföefja�rL•/— SRi» nmmtL VS. frei in» Hau», oorau»»ahlbar. Post» bezug: Monatlich K— Ml.«sfL gu» ftellungsgebiihr. Unter ltrruzdanb Mt Deutschland und Oesterreich- Ungarn 6,25 fflU, für da» übrige Ausland 1025 Ml. bei täglich einmal. gukelluug 625 Ml. Postdestellungeu nehme» an Dänemorl, Holland, Luxemburg, Schlveden u. die Schwei». Eingerragev w die Poft-Zettur.g»-Pr«islift». Der„Borwärts� mit der Sonntag» beilaze.Voilu. geir' erscheint Wochen» täglich zweimal. Sonntag» einmal, Morgen-Ansgabe. Telegraunn-A dreffe: «Sozialdemolral verllu-. � f Vevlinev Volksblatt. (iSPfennfs) ««zetgenprei»: Dt* achtgespalten« Ronpareillezeil« loste, IdN Mt. �Alein« gln, eigen", da« sengedruckte Wort 60 Psg. tzuiässig » feNgedrucktr Wo«e>. jede« weiter» Wort»0 Dld. Stellengesuche und Schlasstellenanzeigen da« erste Wort G0 Psg.. lebe» wettere Wort SU Psg. Wort» über 15 Buchstaben zählen siir zwei Worte. Teuerungszuschlag SM». ffamllien- Anzeigen, politische und gewertschastliche Vereins- Anzelgeii IM Ml die geile. Anzeigen für die Nächste Nummer müssen b!» S IStfc nachmittag» tm Sauptgeschiifi, Berlin 6® 68, Lindenstrah« 3, abgegeben Baden. SeLffnei von 9 Uhr früh dt» t Uhr abend».,\ Zentralorgan der foz«aldemokratifchen parte» Deutfcblands. Neüaktion und Expedition: SM. b8, Ändenstr. Z. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. IZISO—»S1S7. Donnerstag, den 18. September 1919. vorwärts-verlag G.m.b. 6!ß>. bS, tindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. l17öit— 54. Die Radikalisierung der englischen Arbeiter Bei der gegenwärtigen wirtschaftlichen und weltpoliti- schen Lage Deutschlands hätte das Räte s y sl e m den baldi- gen völligen Untergang des deutschenVolkes zur unmittelbaren und die Gegenrevolution zur weiteren Folge. Die innerpolitischey Maßnahmen unserer Regierung gegen die radikalen Wühlereien bleiben daher mit allen oder zumindest mit den meisten ihrer sehr unliebsamen Begleit- Erscheinungen leider unbedingt notwendig. Das der deutschen Arbeiterschaft und der ganzen sozialistischen Welt klar zu machen, ist die schwere und undankbare Aufgäbe unserer Par- teipresse. Aber, ich meine, diese Aufklärungsarbeit würde in gefährlicher Weife entarten, wenn man, immer im Hin- blick auf die innere Politik, den Eindruck erweckte, als sei uns die fortschreitende Radikalisierung der Welt uner- wünscht.' Das Problem liegt doch schr klar: Ursache aller unserer innerpolitischen Schwierigkeiten ist die Niederlage. Die Nie- derlage, die Deutschlands wirtschaftliche Lage zu einer ver- zweifelten gÄnacht hat, die Niederlage, die unsere Valuta auf ein furchtbares Niveau sinken ließ, die das Teuerungselend und den Hunger, die Arbeitslosigkeit und die Arbeitsunlust, die Verkehrskalamität und diesKohlennot verschuldet hat, die Niederlage, die unsere kühnen Sozialisierungshoffnungen größtenteils vernichtet hat. Und das Dokument, unserer Niederlage, der Friedensvertrag von Versailles, dürste diese inneren Schwierigkeiten Deutschlands mit der Zeit nur ver- schlimmern. Deshalb dürfte unsere auswärtige Politik vor- erst nur ein einziges Ziel verfolgen: die Revision des Versailler Vertrages. Es gibt zwei Möglichkeiten einer solchen Revision. Tie eine— langfristig und bitter— liegt im Völkerbund. Tie andere— unendlich wünschenswerter— läge in einer Revolutionierung der Westmächte. � Unter diesem Gesichtspunkt wor allein haben wir die Er- gebnisse des jüngst in Glasgow abgehaltenen englischen Gewerkschaftskongresses zu betrachten. Die Ra- dikalisierung der englischen Okganisierten, der Beschluß ihrer Mehrheit, jedes Mittel, auch die„direkte industrielle Aktion", also den politischen Massenstreik anzuwenden, um ihren Willen der Regierung aufzuzwingen oder gar deren Sturz herbeizuführen, sind Erscheinungen von weittragendster Bedeutung. auch für das deutsche Volk. Denn die britischen „Trade Unions" bilden innerhalb der Entente den wichtigsten realen Machtfaktor gegenüber dein regierenden britischen Weltkapitalismus, vorausgesetzt, daß sie gewillt sind, ihre Kraft für politische und nicht allein für gefverkschaftliche Zwecke einzusetzen.. Bisher war, die englische Arbeiterschaft zwar vorzüglich organisiert, aber mäßig politisiert. Das erklärt auch den.überraschend großen Mißerfolg der Arbeiterkandi- daten bei den„Khaki-Wahlen" iin Dezember vorigen Jahres, bei denen die hervorragendsten Führer der Labour Party, u. a. Macdonald, Henderson, Snowden, Jowett, durchge- fallen waren. Aber zugleich mit der allgemeinen Ernüchte- rung, die besonders seit den Versailler Verhandlungen in England Platz gegriffen hat, hat sich auch bei der englischen Arbeiterschaft das Bewußtsein verstärkt— wohl nicht zuletzt unter dem Eindruck der oft- und mitteleuropäischen Revolutio- neu_—, daß man mit etwas Entschlossenheit auch auf politischem Gebiet die ganze Regierungsgewalt an sich reißen könnte. Die Möglichkeit einer Arbeiterregierung in E n g l a n d, die man noch zur Jahreslvende, noch den De- - zemberwahlen, für ein Hirngespinst halten mußte, ist in nahe Zukunft gerückt. Man hatte übrigens das nackte Endergebnis dieser Unterbauswahlen, welches infolg? besonderer Wahl- Modalitäten keineswegs der eiaentlich�n Stimmenverteilung entsprach, vielfach überschätzt. Aber gleichzeitig mit den ro- dikalen Beschlüssen des Glasgower Gewerkschaftskongresses zeigt auch der überraschend glatte Wahlsieg H e n d e r- sons im Wahlkreis Widnes. seit 1883 einer Hochburg der Konservativen, daß der Umschwung in England tat- sächlich in vollem Gange ist. Alle Nachwahlen in Eng- lanö fest dem Frühjabr hatten mit der Niederlage der Koa- litionskandidaten zugunsten der Linksliberalen geendet, also mit einer Niederlaae Lloyd Georaes zugunsten der..Daily- News".Rich»ung. Jetzt sind die Verhältnisse aug-mscheinlich so West gediehen, daß die Sozialisten überall die Regierung in Schach halten können. Die Aeußerungen selbst der büraer- lichen englischen Presse beweisen daß man dort den Zeitpunkt kommen steht, wo die Lloyd George-und Churchill das Feld zu- gunstcn der Macdonald und Honderson werden räumen niüsfen. Was diese Evettkualitöt für die d e ü t f ch e A r b e i t e r- k l a f s e b e d e u t e n würde, geht sowohl, aus den Beschlüssen des Southporter Kongresjes im Juli, wie auch aus den Er- wachsenüe Erregung in Elsasi-Lothringen. Wie wir wiederholt berichtet Haben, macht sich in E l s a ß- Lothringen eine immer steigende Erregung der Ar- beiterbcvölkernng gegen die Einberiifnngen zum französischen Heeresdienst bemerkbar. Hierzu geht uns folgender eigener Drahtbericht z»: Trotz scharfen Einschreitens der militärische« Behörden nimmt in Elsaß- Lothringen die B o l k s b e w e g u u g gegen die Einberufung zweier Jahrgänge täglich zu. Die angr- kündigten Versammlungen wurden verboten. Eine Ver- sammlung von Jungsoziali st eu in Mülhausen wurde vom Militär auseinandergesprengt..Der Presse ist die Veröffentlichung der gefaßten Beschlüffc streng untersagt. plünüerungen in Köslin. Zu großen Lebensmittelplünderunge« kam eS in den gestrigen Bormittagsstundea in Köslin, nachdem sich bereits vorgestern kleinere Unruhen bemerkbar gemacht halten. Eine größere Menschen- menge, hauptsächlich junge Burschen, die von den Werken der hiesigen Luftverkehrsgesellschaft entlassen worden sind, stürmte dir in der Nähe deS Marktes gelegenen Lebensmittel-, Zigarren-, Schuh- und Manufakturwarengeschäfte und p l ü n- d e r t e sie. Der Schade» ist noch nicht übersehbar. Die Polizei war machtlos. Nach fast zwei Stunden erschien ein Militäranto, das die Plünderer zerstreute, ohne daß es zu Blutvergießen ge- kommen wäre. Die meisten Verkaufs stellen haben geschloffen. Gestern nachmittag wurden noch verschiedene Geschäfte ge- plündert. Einige Verhaftungen konnten vorgenommen wer- den; dann aber belagerte die Menge das Rathaus, um die Brrhof- teten zu befreien. Die Garnison hielt sich zurück, da sie viel zu schwach ist. In der Nacht werden Neichswehrtrupprn er- wartet. Man befürchtet Plünderungen aller hiesigen Geschäfte. Am vormittag hatte der L a n d r a t mit einer Abordnung wegen der schlechte» Lebens in ittelverforgung ver- handelt. Die Stimmung der e Einwohnerschaft ist sehr er- regt. Heber dem Marktplatz kreisten dauernd zwei Reichswehr- flieger, die jedoch nicht eingriffen und keinen Eindruck auf die Menge machten. Emsiellung der Gasiieferung in Mona. Die Direktion der Gaswerke Altona macht bekannt, daß sie infolge Kohlcnmangcls den Betrieb einstellen mutzte. Die Wiederabgabc von GaS wird öffentlich bekanntgemacht werden. Wien vor öer Katastrophe.» (Eigener Drahtbericht deS„Vorwärt s'.) Die Kohlcnnot in Wien hat einen solchen Grad erreicht, daß mit der vollkommenen Stillegung detz ElektrizitätS- werke und anderer lebenswichtiger Betriebe gerechnet werden muß, klärungen der engllschen Delegation auf. der Lilzerner Kon- serenz im August deutlich hervor. Die Southporter Reso- lution über den Versailler Friedensvertrag enthielt eine lange Reihe von' Revisionsforderungen, die sich im allgemeinen mit den wichtigsten Gegenvorschlägen der deutschen Friedens- delegation decken. Auf der Grundlage dieser von Macdonald mit besonderer Wärme und Zähigkeit vertretenen South- porter Beschlüsse wurde in Lnzern verhandelt, und die dort angenommene Resolution über den Friedensvertrag weicht nur in unwesentlichen redaktionellen Aenderungen von dem Southporter Text ab. Tie ksebernahme der. Regierungsgewalt in England durch die Arbeiterschaft würde die b a l d i g e, g r ü n d l i ch e, weitherzige Revision des Versailler Frie- densvertrages bedeuten, die Befreiung des deutschen Volkes aus dem kapitalistischen Sklavenjach, in dem es sonst auf Generationen hinaus durch das Diktat Clemenceaus und Llovd Georgös gehalten wäre. Je radikaler, je politisch entschlossener die englische Ar- beitcrsckwst wird, desto größer wird diese Hoffnung einer besseren Zukunft für die deutsche Arbeiterkldsse sein. Da be- grüßen wir es natürlich rückhaltlos, wennj aus England die Kunde kommt, daß die Mehrheit der englischen Gewerkschaf- ten entschlossen ist, ihre Macht zur Erreichung ihrer Ziele tatkräftig zu gebrauchen. Wemv die„direkte Aktion", der politisch? Streik in einer Republik gepredigt wird, in der die sozialistische Partei aus- schlaggebenden Einfluß in' der Regierung besitzt, wenn dies.zu- mal in einem Lande geschieht, das sich Sixtschastlich und politisch am äußersten Rande des Abgrundes befindet, wenn diese Hetze nichts anderes bezweckt, als die ehrgeizigen Pläne einiger un- befriedigter Parteiführer oder Wirrköpfe zu fördern, auf Kosten des Wohles und der Zukunft des ganzen Volkes, so ist dies ein Wahnsinn und ein Verbrechen, das nicht scharf genug, gerade von Sozialisten, bekänipst werden kann.. Wer in dem siegreichen, wirtsctxiftlich gesicherten Königreich Großbritannien, das von den Vertretern des j i n g o i st i s ch e n Kapitalismus, von den Lloyd George und Churchill r e- giert wird, ist der politische Streik die j e l b st v? r- ständlichste Waffe des Proletariats. Tarin liegt doch ein ganz gewaltiger, ein siindamentaler Unterschied. Es ist nicht iiiUvakirscheinlich, daß das Aufgeben des russischen Abenteuers durch. Lloyd George � u nd Cburchill nicht zuletzt auf die in Glasgow widerspiegelte Stim- mung der englischen Arbeiterschaft zurückzuführen ist. Danach hätten die Beschlüsse des Gewerkschaftskongresses eine vom re- volutionärcn Standvunkt aus— mag man über das bolschewistische Regime denken, wie man will— nur begrüßenswerte Rückwirkung bereits gehabt, Um es offen zu sagen: auch unsere Stellungnahme zur russischen Sowjetregierung leidet vielfach uiitcr einer solchen einseitigen Beurteilung. Denn, weiche Schandtaten das bolschewistische Regime auch begangen bat, welche unge- heuren Schwierigkeiten die bolschewistische Propaganda uns auch im Innern verursacht hat, mag man die rücksichtslosen Metho- den der Trotzky, Lenin, Radek und Josse, als Regierende und als„Diplomaten", noch so scharf bekämvfen. es wäre gergde' vom deutschen Standpunkt aus höchst bedauerlich, wenn mau dabei die eine Größe der Neo-Moskowiter ve>ael'"n vürd: sie sind die letzte revolutionäre Macht, der es noch gegönnt isi. der sonst allmächtigen Reaktion der Eiüenterögierungen zu trotzen, Sie bilden seit der von den Unabhängigen geforderten. restlosen Unterwerfung'Deutschlands unter das Versailler Diktat das letzte Bollwerk des Widerstandes gegen die kapitalistischen Herrscher der Pariser Konferenz. Man muß bedenken, dar. r Clcmenceau und Lloyd George zur Niederwerfung dieses ihres letzten Gegners alle Mittel anwandten, die sie im Kamvs gegei' Deutschland gebrauchten, einschließlich der Blockade. Vielleicht sind manche der terroristischen Untaten, die wir. bei Lenin ver- urteilen, nur die Folge der Hungerrevolten, die die Entente durch die Aushungerung Sowjet-Rußlands planmäßig verursacht. Das sollten am allerwenigsten wir Deutschen. vergesicn, die bis in die letzte Zeit hinein die im»erpolitischen Rückwirkung gen dieses grausamsten aller Kriegsinittel zu spüren hatten. Man kann diese eigenartige Größe der Moskauer Regie- rung zu würdigen versuchen, ohne dabei den Anschein zu er- wecken, als wollte man ihre Methoden irgendwie rechtfertigen. Freilich, wenn von unserer Seite versucht wird, über alle berechtigten Bedenken hinweg die Frag? der russischen Sowjet- regierung sachlich zu beurteilen und auch die sympatbischen, ja bewundernswerten Momente hervorzuheben, die der verzweifelte Widerstand Trotzkys und Lenins gegen die Koalition der ganzen siegreichen Ententewelt aufweist, oder wenn wir die Radikalisierung des westeuropäischen Proletariats begrüßen, da wollx» es uns die unabhängigen Demagogen� verbieten und schreien nach Heuchelei und Inkonsequenz. Heuchlerisch aber und inkonsequent sind vielmehr jene, die bei jeder Gelegenheit, namentlich in den Tagen von Versailles, durch ihr würdeloses Werben um die Gunst der Clemencean und Lloyd George die W e l t r e a k t i o n der Ententercgierim- gen st ü tz e n. imd zu Hause oder auf mteniatirmalen Kongressen, in radikalen Tönen sich als Vorkämpfer einer Welt- revolution ausgeben, die sie, nach dem sachverständigen llstcil aller russischen und deutschen Kommunisten, verraten haben.. Victor Schiff. » ch * . Liopü George lenkt ein. Unter dem Druck der vorstehend geschilderten Arbeiterbewe- gung icheint sich, in England ein völlig neues Regierungspro- gramm vorzubereiten. Eine Reihe leitender Staatsmänner hat sich eines Besseren besonnen und ein Regierungspro- gramm ausgearbeitet, das in einer etwas eigenartigen Form dem Volke vorgelegt wurde: Am Montag erschien eine Flug- schrist mit dem Titel„The Futurc(Die Zukunft), Re- gierungSerklärungen über die nationalen Bedürfnisse und die ngtionalc Politi k." Sic enthält eine Botschaft Lloyd Georges und mehrere Erklärungen führender Staatsmänner, in denen für den Herbst das neue Regierungsprogramm ange- kündigt wird mit folgenden Punkten: Etnsübrung einer Köckstiubcitswochc von 48 Stunde», au« gemessene Löhne für alle Arbeiter� Mitbestimmun gsxcchi der Ar- beitcr bei der Festsetzung der Arbeitsbedingungen, finanzielle Bc- teilignug der Arbeiter«n de«, Ergebnis ihrer Arbeit, gesunde Zöehuuagen und gute Trnnsportinittel. Ferner wird der Ankauf der Bergbaurcchte durch de» Staat, die Erhotuuig der Lochlenprsise zu in Zwecke sozialer Äerbe'seruu- gen in den Bergbaudistriktenl Bcrtretung der Arbeiter in den K»«tr»Ur«»trn der Aergbanindustric, freie Laufbahn für alle Berg- arbeiter in der ganzen Industrie, und die sofortige Einsetzung einer 5t»««isfi»» für dir Kahlenerzeugung angekündigt. Außerdem werden eine Reihe von Mahregeln auf dem Ge- biet der Handelspolitik ausgeführt, die zum Teil schon in Kdaft stnd. Es kttindeit sich danach um eine Nerwrientierung der eng- lifchvii Politik der nächsten Zeit. Die„Futur?" soll als Pro- pagandaorcran einer Reihe von Poliiikern, die eine neue Par- t ei komsti nation für die Politik der Wiederherstellung nob den? Kriege anbahnen wollen in unregekmähigeii Zeitabschnitten erscheinen. Ob ne diesen Zn>eck erfüllen lnird. läßt sich nach den bisher vorliegenden Meldungen noch nicht übersehen. Es ist sedoch bezeichnend, dast bürgerliche Neür"">-isniit.rlieder in England sich bereits heute auf die Erfordernisse der zn- künftigen Politik unter starker Berücksichtigung der Arbeiter- interessen einstellen, weil sie ieben, daß es eben io nickst nviter gebt. Bei der hoben Entwicklung des parlamentarischen Epsteins in England und bei seiner bisherigen Tradition ist das kein Wunder. Fraglich ist es noch, ob die heutigen Führer bei den stark radikalisierten Arbeiterniassen das Perständnis finden weiden, das ue erwarten. Tic Bergarbeiter sind bekannt- lich mit dem Ankauf der Bergbau/ e ch t e nicht zufrieden und fordern die Nationalisierung des gesaniten Bergbrns, auf den Lloyd George und seine Parteigänger vorläufig nicht ein- gehen wollen. Inunerhin ist die Art, wie Lloyd George einlenkt, ein bedeutendes Zugeständnis, das— insbesondere in der Frage der Betriebsräte— auch dem deutschen Bürgertum zu denken' geben sollte. • Laut.Atgemeen HantwISMab" bat bei Eröffnung des Fnter- i�akionalen Vrutericte slskougreffrö Henderson Mtcr großem Beifall gesprochen und u. a. gesagt, die Forderung nach B e r- staatlichung der Haupteisenbahnen gehe Hand in Hand mit der Fordernng nach einer demokratischen Regierung und ei, dem wirklichen Anteil der Arbeiter an der Verwaltung der Industrie./ Ruß!«»ö» ZrkeöensLngebot an üie Entente. Wie.Aieuwe Rotterdamiche Couranl" aus New shork meldet, hat William B u l l i t t am 16. seinen Bericht über Ruhla nd veröffentlicht. In diesem. Bericht befürwortet er den Vorschlag Lenins, dah die Sowjers mit den Allienen Frieden fchliehen wollten. In dem Leninschen Vorschlag war vorgesehen, dah die Sowjet- regierung die Kontrolle über alle Eisenbahnen haben soll, und dah die wirtschaftliche Blockade auf- gehoben und den politischen Gefangenen A m» e st i e gewährt wird. Bullirt schildert Lenin als«inen Mann, der die Phantast« de» ruistl'chen Volkes beherrsche, wodurch seine Stellung die eine» Diktators sei. Man könne in Ruh« laud nur eine sozialistische Regierung errichten. Wenn die Blockode«ufgeboben wüide, so würden die Parteien, die grund- sätzlich gegen die Kommunisten seien, sie ober in, Augenblick unter- stützten, imstande sein, den Kampf zu gewinnen. Die geistigen Kräne der russischen Regierung seien jetzt der aufbauenden Arbeit zugeivandt. und die Phase des Niederreihcns iei vorbei. Man glaubt fest, dah Wilson ein« Beantwortung der Darlegungen Bullilt« gestatten wird. Der Dementierapparat. DaS Reutersche Bureau bezeichnet die Enthüllungen V il l l i t t S als ein Gewebe von Lügen. Dieses Dementi im Namen Lloyd George» wird fast allgemein für ungenügend gehalten. Die. M o r n i n g P o st die .TimeS" und die. Daily NewS" sind der Ansicht, dah nähere Angaben notwendig sind.„Daily NewS" schreibt: Es wäre wichtig zu wissen, ob die U n t e r st ü tz u n g, die jetzt Koltschak und Denikin gewähr» wird, rückgängig gemacht werden wird. Wenn daS wahr ist. so besteht einige Hoffnung darauf, im Scp> tcinber oder Oktober den Frieden zu bekommen, den die Sowjet- regierung durch Bullitt in einem offiziellen und unterschriebenen Dokument im März angeboten hat. Wenn das aber nicht wahr ist, so muh die Erllärung der Regierung als ein neuer Beweis für die unverbesserliche Unausrichtigkeit der Politik der Alliierten gegenüber Ruhlaad angesehen werden. Agrarischer Lanüesverrat. . Der berühmte Junker Oldenburg v. Jänuschau war eine der stärksten Stützen des alten Systems und galt als großer Patriot. Aber auch bei ihm,, wie bei so vielen seifler Standesgenofsen. endete der Patriotismus beim Geld- mck. Zeugnis dafür gibt ein Brief dieses Mannes an eine hochgestellte, damals noch im Amte befindliche Persönlichkeit, der folgendermaßen beginnt: Im Begriff, nach Polen auf meinen Posten zurückzukehren, danke ich Gatt, die Scherereien mit den Gütern und der Zivil- venvaliung loS zu sein. Es ist auf dem Lande jetzt tatsächlich unerträglich mit den täglich wechselnden Verordnungen. Ich de. stelle 500 Morgen überhaupt nicht, und so machen es viele, weil die Unsicherheit der Ernte und der Bestimmungen zu groß ist. Die Sache mit den Kartoffeln fft jetzt einigermaßen vernünftig, von den Schweinen wird die Halste in den Pökcltonncn verfaulen. Die Erbitterung auf dem Laude ist sehr groh und wird sich nach dem Kriege entladen. Dazu komnrr, dah das Vertrauen zu der obersten KriegSleitung in allen Kreisen immer mehr schwindet. Daß das Vertrauen zur obersten Zivilverwal- tung längst fehlt, weißt Du. Nun aber Schwamm drüber...l Der Brief ist dotiert vom 12. April 1913, also aus der Zeit der e r st e n Feldbestellung nach dem Kriegsausbruch und noch Verlängerung der Blockod«. Und da gesteht der Freiherr v. Oldenburg einem hohen Staatsbeamten kaltlächelnd, daß er aus Aerger über die„wechselnden Verordnungen" den feindlichen Aushungernngsplan unter st ützt, indem er ein großes Stück Land unbebaut liegen läßtl Solche Geständnisse konnten die Kerrschaften damals ihren beamteten Duzfreunden machen, ohne befürchten zu müssen, daß dcslvegcn gegen sie vorgeschritten würde. So liefert der Brief des Januschauers zur Psychologie der neuesten Vorgänge in Pommern einen ange- messenen Beitrag.,_ der SöU Remharü. Ter Fall Reinhard beschäftigt noch immer die Oeffent- lichkeit. Seitens der e a k t i o n wird der krampfhafte Versuch gemacht, die ganze Angelegenheit zu einem Fall N e u e n d o r f zu stempeln; diesem durchsichtigen Manöver gegenüber wollen»vir nochmals mit aller Entschiedenheit fest- stellen, daß die Persönlichkeit des Herrn Neuendorf in der ganzen Angelegenheit eine vollkommen untergeord- n e t e Rolle spielt: ini Vordergründe des Interesses steht lediglick der O b e r st R e i n h a r d. Dennoch sei eine durch W. T. B. verbreitete Mitteilung über Neuendorf wieder- gegeben. Zum Fall Neuendorf kann mitgeteilt werden, dah die Identität de» Georg Neuendorf, deffen Strafregister von annlicber Seite veröffentlicht worden war, mit de», Offizier« stellvertreler der Reichswehr Neuendorff, der die bekannten An- griffe gegen Ober st Reinhard richtete, aus der Neberein- Nimmung der Papiere ebenso wie auch aus Zeuge»aus- lagen einwandfrei f e st g e st e l l l worden ist. Insbesondere bat auch die in Berlin lebende Ebefrau des Neuendorff die Nich- tigkeit der Feststellung der Persönlichkeit Neuendorff« bezeugt. Wenn sich Neuendorff heute als unbestraft hinstellt, so tut er daS wahrscheinlich in der Llniiahme, dah seine Vorstrafen unter die ausgesprochenen A in n e st i e n lallen und somit gelöscht seien. Auch wenn das zutreffen sollte, ändert dies selbstverständlich nicht» an seinem sich ans den Borstrafen ergebenden Charakterbild. Außerdem aber wird durch W. T. B. ein weiterer Bericht verbreitet, der von einer Versammlung der Vertrauens- lcute der Brigade Reinhard Mitteilung macht: Die VeitraucnSleute der Brigade Reinhard haben gestern gemeinsam und einstimmig die Erklärung abgegeben, dah Oberst Reinhard seit Besteben der Brigade niemals eine gegen die Republik oder gegen die Reichsregierung gerichtete Propaganda getrieben Habs. Oberst Reinhard babe im Gegenteil der vOltspaek öer Zukunft. Von H. M a t t h ä u S B e ck e r.. Wenn eine Stadt zur Erbauung ihrer Einwohner ein Stück LanMchaft'mil Bosketts und gepftegten Wegen versieht, so nennt man das g«nze entweder einen Stadt- oder einen VollSpark. Stadt- park— gut, die Bezeichnung ist durchaus am Platze. Den Namen Bolkspark aber mühte man aufheben für etwas, das beule noch in den Ansängen steck». Der Volkspark sei mehr als ein Stück garten- archircktomsch behandelt« Namr, Die freiheitliche Neugestalffing des Sioales wird sicherlich von Einfluß sein aus die Formen, in denen wir uns mit den öffentlichen Angelegenheiten beschäftigen. Massenversammlungen unter freiem Himmel lverden in der jüngsten Republik mehr und mehr i» Aufnahme kommen. Wenn da» Macht« vollste zu sagen wäre, in einer großen Kundgebung, wenn eS für ein Fest den würdigsten Rahmen zu finden gelte, dann mühte der Volkspark die Störte sein. Daneben mühte er den Massen Raum und Einrichtungen gewähren für Sport und Spiel, mühte besondere Bezirke befitzen, die ausschließlich der Jugend gehören, Anlagen mit lehrreichem»nschanungsmaterial und mit Gelegenheit zu gärt- uerischcr Betätigung..Wir brauchen Freiluftkultur, Mittelpunkte des städtischen kulturellen Lebens, die außerhalb der Stammtisch- atmosphüre liegen. Ein Volkspark, der solchergestalt zu einer vorbildlichen Anlage werden dürfte, ist in Aliona im Enistehen. Der Krieg hatte die bereits vor fünf Jahren aufgenonimenen Arbeiten verzögert. Jetzt bäbcn ur dem über zwei Millionen Ouadroimclcr großen Park Hundertc von NotstcmdSarbeilern Beschäftigung gefunden. Eine weiträumige rascnbewachsene Ebene ist zu dem auSgcfproche- u e n Zweck geschaffen worden, als Fest« und Versa mm- l u n g s st ä t t e zu dienen. An einer anderen Stelle wird eine große Sportanlage geschaffen mit einem Stadion, über HO Tennis-, Hockey- und Fußballplätzen sowie Luit- und Lichtbädern. In einer Kiefern- und Birkenwaidimg ist eine Walderholunzsslätle eingerichtet, in der vom Frühjahr bis in den Herbst ständig Hunderte schlecht- ernährter Alronaer Kinder Aufeinhall und Verpflegung finden. Ferner befindet sich da ein Zentralschulgarten, der eine ganz neu- artige Einrichtung birgt: eine V o r b e r e i t n n g S st ä t t e für den Kleingartenbau. Ueber den Nutzen der Schreber- gä�incrci �wch ein Wort zu'agen. ist überflüssig. Aber wie wird inai! Sckirebergäriner? Wie vor allein wird mon'eS, ohne durch Miherjolge und Verluste beträchtliches Lehrgeld zahlen zu müssen? Die Antwort muh später einmal lauten: Indem mau iu der Jugend die Vorbereitungsstäite für den Kleingarlenbau besucht. Jawohl, in jeder Stadt unseres Vaterlandes muh sie so lauten. Da» heißt: jede Stadt, in der man sich von sozialer Einsicht leiten läßt, muh ihren Volkspark und darin zum Zwecke des obligarorischen Jugend- unterrichts diese VorbcreitungSstätte für den Kleingarlenbau haben. Der Name nur ist etwas langatinig. Wie wäre es mit Schreber« schule? Muh Noch gesagt werden, wie der Schreberschulbctrieb von- statien gehl? Jede� Kind hat sein Stückchen Land, das eS unter Anleiuiiig bestellt und in Ordnung hält. Wird daS für die Jugend ein Vergnügen sein, wenn sie dort mit Spaten und Rechen han« tieren, wenn sie beobachten kann, wie die Saal sproßt und gedeiht! Und der ErnteanSfall wird hernach immer gewissermaßen die Zensur sein. Aber eine, von der auch der Magen etwas Hai, die also weder von Papier npch von Pappe ist. DaS Altonaer Werk verdient überall weitestgehende Beachtung. Wenn die Scholle uns ihren vollen Segen spenden soll/ muh die Jugend durch die Schreberschule gehen. Theater üer Königgröher Straße: Kabale unü Äebe- �Die Wiedereriocckung, di« das Theater in der König- grätzer Straße dem S ch i l l e r s ch e n Jugendbürgerdrama zuteil werden ließ, war aus einen modernen Ton gestimmt. Man suchte die Neuerung oft sehr glücklich und vermied all die Ueber- treibungen, die allzu heftig ins Pathetische hineinsteuern. Der Wurm Alfred Abels war nicht mehr der wilde, rothaarige c�chust. Abel wollte ein Hofmann sein, kein gemeiner Lump und Lakai. Er legte so ciwas wie eine Wurmtragödie an, indem er seine Verzweiflung aus enttäuschter Liebe sehr glaubhaft machte. Uno Fräulein O r s k a als Lady Milford. Sie war ganz ander? als all die früheren Ladies, die immer geglaubt hatten, dah diese .Königsgeliebte vom Temperament der Klytemnästra etwas geerbt haben mühte. Fräule-n Oröka spielte ober als eine Lpla Montez mit einem Schuß Weichheit. Sic war sehr edel und wenig vec- dorbcn, wac schon im äußeren höchst zierlich, mit romanischem Lockengekräusel und nicht aus blaues Britentum ausstaffiert. Und sie hauste in einem sehr lieblichen Boudoir, zwischen fröhlichen Möbeln. Einstmals mußte eS eine Art Dom sein. Reben diesen auffallenden Leistungen versagte der Ferdinand Johannes R i e- in a n n S. der in diese neuartige Beirciung allzu heftige Lieb- hnberlauiheii biiic inbrachte Ludwig Hart au. ein derber und gerader Musikant und Valer. Fron Frieda Richards eine sehr treffliche Ziaiy Hippe, Fräulein Ellen Herz eine Luise, der die Zärtlichkeit eher zusagt als das Tragische. Reinhold Schänzel den Hosmarjchall in allen Registern einer alten Schnle stets sehr energisch betont, dah er selbst unbedingt hinter der Reichsregierung stehe und die gleiche Haltung auch von seinen Untergebenen erwarte, da er eine solche Stellungnahme als die Voraussetzung dafür ansehe, dah Deutschland wieder z u geordneten Zuständen- zurückkehre. Die Vertrauensleute waren cinheitlicb der Anficht, dah, wenn einzelne der dem Oberst Reinhard zum Vorwurf gemachten Aeuheriingen über Mitglieder der R e i ch s r e g i e r n n g wirklich gefallen seien, dies sicher nicht in einer öffentlichen Ansprache an die Trupps geschehen sei. Diese Aeuherungen würden dann nur als menschlich begreifliche Regung«».augenblicklichen UnmuleS aufzufasien, jedenfalls aber nickt geeignet sein, das Bild der unbedingten loyalen Haltung des Obersten Reinhard zu trüben. Seine unbedingte dienstliche Zuverlässigkeit und Eignung hat Oberst Reinhard durch seine aufopfernde und erfolgreicho Arbeit inr Sinne der Reichsregicrung hinlänglich bewiesen. Die Vertrauensleute waren einig in der Zurückweisung der Verdächtigung, daß Oberst Reinhard, der dies ja auch selbst energisch bestritten, irgendwelche monarchistische Propa- g a n d a betrieben habe und sprachen dem Oberst Reinhard ihr unbedingtes Vertrauen aus. Hierzu ist zu bemerken, daß sich unter den Vertrauens- leuten diejenigen Männer, die da behaupten, jene von uns der Oeffentlichkeit übergebenen Aeußerungen des Oberst Rein- hard gehört zu haben, zurzeit nicht mehr befinden, daß sie viel- mehr teil» nicht mehr in ihrer Eigenschaft als Vertrauensleute fungieren, teils erns der Brigade ausgeschieden sind. Hinzu kommt die eigenartige Taffache, daß sich die Ver- trauensmännerversamnilung verpflichtet fühlt, � den Oberst gegen Aeußerungen zu verteidigen, die dieser ge- tan zu haben in seinem„soidatisch-rauhen" Brief an uns gar nicht bestritten hat. Die schonende.Milde, minder die Vertraucnsleuteversammlung die privat getanen Aeußerungen als„m e n s ch l i ch begreifliche Regungen" bezeichnet, wirft zwar auf das gute Herz der Ver- jammlung ein giikistiges Licht, ist aber nicht geeignet, schwere Beleidigungen eines Offiziers gegen seine Regierung zu ent- kräften, für die er einzutreten sich verpflichtet hat. Wir sehen uns deshalb keineswegs veranlaßt, unsere Stellungnahme zum Fall Reinhard auch nur in einem einzigen Punkte zu revidieren. Zur vollen Klärung der Angelegenheit wird wohl nur der gerichtliche Weg offen bleiben. Nißhanölungen eines republitanisihen Offiziers. Unter diesem Titel haben wir ini letzten Abendblatt voit Vorgängen in einem Potsdamer Offizierkasino be- richtet. Dort sei ein republikanisch gesinnter Offizier von Kameraden ,che schimpft, angespuckt und geschla- g e n" worden, weil er in der Versammlung des Republikani- schen Führcrbundes Mitteilung darüber gemacht habe, wie„in den Offizierskasinos gegen die Regierung gehetzt und gewühlt" werde. Die„Pol. Pari. Nack»." wissen über den mißhandelten Offizier nun allerlei zu erzählen, llnd zwar haben sie von zu- ständiger Stelle folgendes erfahren: Am 15. Scptembcr fand im Herrenhaus in Berlin eine Voll- versauimlung des„Republikanischen FnhrerbnndeS" statt. In dieser großen Versammlung hielt Leutnant Vieweg eine Red«, in der er drei Hauptleute, einen Oberleutnant und zwei Leutnants reaktionärer monarchistischer Umtriebe beschuldigte. Der Rede liegen folgende amtlich festgestellten Tatsachen zu- gründe: Vieweg trat in das Offizierskorps der Falk und Flieger in Potsdam ein und betonte dort demonstratio seine radikal- r e a k- tionäre Gesinnung. Er erzählte, im Rheinland habe sich ein Bund gebildet, der durch einen Putsch die Wiederein« sehn ii g des Kaisers durchsetzen werhe, und er suchte unter den Offizieren Anhänger zu gewinnen. Im wechselseitigen Ge- sprach über die Unzweckmähigkeit dieses Unternehmens wurde er von Vorgesetzten zurechtgewiesen. Einem von diesen warf er vor, wohl nach der Revolution stark nach links gerückt zu sein. Gelegentlich einer dienstlichen Ossizicrsbesprechung wurde die Möglichkeit eines geschlossenen Veitritts zum„R. F. B." erwogen. Sofort erklärte Vieweg den Vorgesetzten,„es sei ihm un- möglich, diesem B um d beizutrete n". Aus die Aeutze- rung des Vorgesetzten, daß nach seiner Meinung jeder es mit seinem Gewissen vereinbaren könne, beizutreten, sofern er nickt monarchistische Putschgedanken habe, erwiderte Vieweg:„Ich und Ernst Dernburg meinte, daß er ein Stück der Wurmscheol Gemeinheit auf den Präsidenten übertragen müsse. _ Max Hochdor st Notizen. — Theater. Im Deutschen Theater geht am Sonnabend Goethe?„Clavigo" neucinstudicrt in Szene. Clavigo wird oarge- stellt von?Noissi, Carlos von Paul Wegener, Marie vom Helene Tbimig, Beaumarchais von Bruno Decarli.— Centa Brä wurde dem Lessing-Theater verpflichtet. Sie wird zuerst in Rolf Lauckners„Cbcista die Tante" auftreten. — Bon L e o n i d A n d r e j e w, dem eben verstorbenen russi- schen Dichter, sind bereits im Vorjahre von der Direktion Mein- haro und Bernaner zwei Werke angenommen worden:„Iekaterina Jwanowna" und„Anfissa". — Spielplanänderung. Im Deutschen' Opernhaus wird am Tonnerstag„Carmen" mit Frau Saldatini in der Titelrolle gegeben.— Im Deutschen Kü nstler-Theater geht am Sonnabend und Sonntag Lothar Schmidts„Schloß am Wann- see" mit Max Adalbert in der Hauptrolle in Szene.— DaS Kleine Schauspielhaus verschiebt seine für heute angesagte Er- öffnungsvörstellung technischer Schwierigkeiten wegen. — V.o l k s b ü hne n- K o n z e r t. Im 2. Konzert, das am 21. September, mittags 11% Uhr, im Theater am Bülolvplatz statt- findet, singt Frau Kemp Lieder von Schubert und Schillings: der �.-evppella-Chor bringt Chöre unter Leitung von Prof. Georg Schumann; außerdem wird da? Tränenkrüglein von Prof. Schu- mann anfgefübrt. — D i e Humbolot-Hochschule gibt soeben ihr neue» Vorlesungsverzeichnis heraus. ES nennt etwa 350 Vorlesungen. Eine Beratungsstelle, die de» Hörern bei der Wahl der Vorlesun» gen helfen soll, ist geplant. Verzeichnisse und Hörerkarten im Hauptbureau. C. 3, Neue Friedrichstr. 53/56, 11.(10�-12�1— 3 Uhr.) — Ein neu entdecktes Goethebildnis, ein« Silhouette aus des Dichter- blühendem Mannesalter der ersten Weimarer Zeit, wird von Prof. Hiinieberg-Berlin in der Garten- laube veröffentlicht. — Der Holzschnitzer Jakob Bradl, der die Ober- ammcrgauer Holzsckmitzeischule leitete, ist. 54 Jahre alt, gestorben. Di« Figuren des Münchener Marionettentheaters haben seinen volkstumlichen Humor in mancher deutschen Großstadt wirken lassen. — Ein Sächsischer Verband für VolkSbilderng, der sich aus Hochschulen, Volkshochschulen, Bildungsausschüssen irnd sonstigen Organisationen von BildungSgebcrn und BWungsnehmern zusammensetzt, wird am 26. September in der Hochschule für Frauen zu Leipzig ins Leven geruicn werden. Er soll ein plan» volles Arbeiten ermöglichen. Au die Gründung schfliefer sich eine Volksbildungstagung cm, die vom 27. September bis 2. Oktober die großen Fragen ihres Gebiets erörtern wird. Das Detriebsrätegesetz. Die Versammlungen üer S. P.D. Zu einem großen Erfolg der ruhigen und sachlichen Arbeit unserer Partei für den ausbauenden Sozialismus gestalteten sich die gestern abend in Groß-Berlin anberaumten Versammlungen. Sie alle endeten mit der Annahme folgender Entschließung. Das Fundament der alten Zwingiburg des Militärstaates ist gesprengt. Keine Macht wird mehr imstande sein, sich gegen den Willen des Volkes zu behaupten. Die politischen Freiheiten sind errungen, nun gilt es, auch die wirtschaftlichen Freiheiten gesetz- lich festzulegen. Wohl wissen wir. daß der Gedanke der Sozialisierung infolge des wirtschaftlichen Niederganges auf großen Widerstand stoßen muß. Trotzdem ist es aber notwendig, alsbald das Arbeitsver- lstiltniS sozial zu gestalten, weil die Sozialisierung die Aufhebung der Unfreiheiten des Arbeitsverhältnisses voraussetzt. Gleichheit der politischen und wirtschaftlichen Rechte aller Volksgenossen I Wir erblicken in dem Betriebsrätegesetz den ersten S ch r H t zur Befreiung der Arbeitsleistung von der dienstherrlichen Untertänigkeit des Kapitals. Die Betriebsräte bilden den erste'.? Schritt, um das Wirtschaftsleben zu dem» skratisieren. In der Schaffung der BezirkSwirtschaftsräte und deS R e i ch S w i r"t f ch a f t S r a t e s, tvi« sie die V e r- f a-s s u n g vorsieht, erblicken wir die Mitwirkung der Arbeiter« schaft bei der Sozialisierung. Durch die gesetzlichen Vertretun- gen der Arbeiterschaft nach dem Betriebsrätegesetz wird mit dem seitherigen einseitigen wirtschaftlichen Klasienrecht der Unter- nehmer aufgeräumt. Wohl entsprechen einzelne Paragraphen des Gesetzes nicht unseren Wünschen, und es muß Ausgabe unserer Vertreter in der Nationalversammlung sein, hier noch Verbefierungen herbeizuführen. Trotzdem erkennen wir aber an. das; der Weg zum sozialistischen Wirtschaftsbetriebe offen steht. An den �Millionen des arbeitenden Volkes liegt es, an diesem organischen Ausbau mitzuwirken Denn dies ist der Schlüssel, der den Sand- und Kopfarbeitern den Weg ebnet zur wirtschaftlichen Befreiung. Im einzelnen gehen uns folgende Beriete zu: Die Versammlung im Friedrichs-Realgymnastum in der Mittenwalder Straße war sehr gut besucht. Der Referent Ge- noffe G u st. Heller begann mit einem Rückblick auf die Geschichte des Rätegedankens. Er schilderte den Mißerfolg des Rätesystems in Rußland, wo es nur«in Mittel zur Aufrechterhaltung einer Diktatur war. Da dürfe man wohl die Frage auswerfen, ob es nicht zweckmäßiger ist, an dem Vorhandenen weiterzubauen, statt erst die ganze Wirtschaft des Volke? zu Grunde zu richten. Auf dein zweiten Rätekongretz habe sich gezeigt, daß wir, die MehrheitS- sozialistcn, auf dem Boden des Erfurter Programms� stehen, das die Abschaffung jeder Klasienherrschaft fordert.(Sehr richtig!) DaS Betriebsrätegesetz, über da» die Nationalversammlung zu entscheiden haben wir� werde uns die Betricbsbemokratie bringen. Dem Arbeitgeber wird die Möglichkeit genommen, ein- seitig und eigenmächtig über die Arbeitsverhältnisse zu entscheiden. Die Betriebsräte haben mitzureden bei Festsetzung der Arbeits- zeit und der Arbeitsordnung, der Löhne, des Urlaubs usw. Sie dürfen und sollen von dem Arbeitgeber verlangen, daß er über alle die ArbeitSverhältniss« berührenden Betriebsvorgänge jeden Aus- schluß gibt. In Betrieben mit mindestens 50 Arbeitern muß alljährlich auch die Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung vo-- gelegt werden. Die Aufgaben der Betriebsräte sind so mannigfal- tig, daß in den Betrieben erst die Kräite dazu herangebildet wer- den müssen. Zu dieser Schulung bedürfen wir der Gewerk- schatten, deren bisherig» Macht die Unabhängigen und Kom- munisten brechen möchten. Ein« wichtige Aufgabe fällt dem Be- zirkSwirtschastsrat damit zu. daß er aus die V e r g e s e l l s ch a s- tung der ihm dazu reis scheinenden Betriebe hinwirken und sie beim ReichswirtschaftSrat beantragen soll. Wir find nicht mit allen Einzelheiten des Entwurfes zufrieden, aber der Erfolg des Ge- setzes wird nicht von dem Wortlaut abhängen, sondern von dem Inhalt, den die Hand- und Kopfarbeiter ihm geben werden. Darum kommt alles auf die I u s a mjn e n s« tz u n g der B e- t r i e b s r ä t e an. Aber die Wahlen der Betriebsräte � dürfen nicht zum Tummelplatz der Kümpfe zwischen de» sozialistischen Richtungen gemacht werden. Die intelllgentesten Kollegen müssen in die Betriebsräte gewählt werden» um praktische Arbeit zu leiste» und die Interessen der Arbeiterklasse zu vertreten. Die reaktionären Kreise laufen Sturm gegen das Gesetz, weil sie wissen, daß es den>» Anfang vom Ende dcß Kapitalismus bedeutet. Ihre Hoffnung setzen sie auf b;e Zerfleischung der Arbeiterklasse. Unabhängige und Kommunisten benutzen den Not- stand, eine Siedebitze zustande zu bringen. AuS ihrem Hexen- kessel wollen sie eine neue Gesellschaft hervorzaubern, sie werden aber mit den fortwährenden Streiks nur den völligen Zusammen- bruch herbeiführen.(Zustimmung.) Man rechnet auf die Welt- r e v o l u t i o n, aber d i e werden wir alle nicht erleben.(Lebhafte Zustimmung.) Würde auch nur durch den Sturz unserer jetzigen Regierung dem Sozialismus irgend ein Dienst geleistet?�(Zurufe: Im Gegenteil!) Die Entente würde einmarschieren und mit allen Rechten der Arbeiterklasse ausräumen.(Zustimmung.) Die lautesten Schreier sind gar nicht durch die Schule des Sozia» lismus gegangen, sondern durch die der Gelben. Den Boden der Demokratie dürfen wir als Sozialisten niemals aufgeben. wollen die Unabhängigen diesen. Boden betreten, so sind wir jeder- zeit bereit, ihnen die Hand zu reichen. Es gilt ja, alle Kräfte der Arbeiterklasse zusammenzufassen, um auf der Grundlage der Demokratie ,de'n Sozialismus praktisch durchzuführen.(Lebhafter Beifall.)-— In der Diskussion wurden noch manche Anregungen zur Ausgestal- tung des Gesetzes gegeben. Gefordert wurde, daß die Arbeitgeber keine Möglichkeit erhalten, die Tätigkeit der'hnen unbequemen Jlrbciterrät« zu erschweren. Gegner meldeten sich nicht zum Wort. Der Vorsitzende schloß die Versammlung mit einem begeistert auf- genommenen Hoch aus die sozialdemokratische Partei. � Gewerkschaftshaus. Acberfüllt. Referent D i t t m e r. Eimg« unabhängige Zwischenrufe, aber keine Diskussion. Kellers syestsäle; Sehr starker Besuch, auch durch Unab- hängige. Referent Dr. C a s p a r i. /Keine Diskussion. KliemS Festsälc. 3000 Teilnehmer, Kopf am Kopf. Der Referent Ewald lehnt unter stürmischem Beifall das politische Rätesystem unter Hinweis auf Rußland und Ungarn ab. Als ihn dann eine Anzahl Linksradikaler zu stören versuchen, weist er darauf hin, daß er 48 Jahre in der Arbeiterbewegung steht und für sie auch manches Jahr im Gefängnis verbracht hat. Stür- Mischer, lang anhaltender Beifall zeigt, daß die Versammlung nicht gewillt ist, sich von Wenigen terrorisieren zu lassen. Einige kommunistische Diskussionsredner fanden keinen Anklang. S. P. D.-Redner führen aus, daß noch vieles zu bessern sein. Im Schlußwort stellt Genosse Ewald fest, daß die linksradikale Ver- neinungspolitik niemals zum Sozialismus führen, sondern nur das Volk in noch größeres Elend hineintreiben kann. Die Eni- schließung wird unter Streichung des ersten Satze» gegen wenige Stimmen angenommen. Königstadt. Lyceum Greifswaldersträß«. Genosse Weide refe- rierte vor zahlreicher Zuhörerschaft. Mehrere Unabhängige und Kommunisten versuchten durch von keiner Sachkenntnis getrübte Zwischenrufe die Versammlung zu sprengen. Sie wurden aber von dem Referenten in treffender Weise zurückgetviesen, so daß ihnen das Zwischenrufen bald verging. In der regen Diskussion versuchten einige Unabhängige, den Referenten zu widerlegen, wyrden aber von unseren Diskussionsrednern und dem Referenten eines Besseren belehrt. Ein kommunistischer Diskussionsredner, der durch sein Verhalten die Versammlung zu sprengen versuchte, wurde von den Versammelten demonstrativ zurechtgewiesen. Eine zum Schluß erschienene Sprengkolonne, die sich durch verwegenes Aussehen als..Sozialisierer" im verwegensten Sinne des Wortes präsentierte, mußte unverrichteter Sache wieder ab- ziehen. Nach anfvuernden Worten des Versammlungsleiters wurde mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. Musikersäle. Vor dicht gefülltem Saal sprach Genosse Kutt- n er. Er zeigte, oft von stürmischem Beifall unierbrochen, wie die Sozialdemokratie im Gegensatz zu dem Phrasendrusch der II. S. P. und K. P. D. hier praktische Arbeit im Sinne des Sozialismus leiste. In der Diskussion sprachen neun Redner, darunter einige Anhänger der linksradikalen Partei, ihre salbadernden Phrasen fanden im Gegensatz zu den sachlichen Ausführungen der übrcgen Redner keinen Anklang. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Prachtsäle des Ostens. Der Saal war vollständig von etwa 1000 Personen gefüllt. Referent August P a t t l o ch. Rege DiS- kussion fand statt, Gegner waren nicht anwesend. Rolands Festsäle, Elsasser Straße. Sehr gut besucht. Refe- rent C a b e l i tz. Diskussion war lebhaft und sehr sachlich. Keine Störungen. Folgende Zusatzresolntion wurde einstimmig ange- nommen: Die Versammlung nimmt mit Entrüstung Kenntnis von dem Artikel im Abend-„Vorwärts" vom 17. September„Wie lange soll der Skandal noch dauern?". Sie spricht den repu- blikanisch gesinnten Offizieren den Dank aus, daß sie die Herr- schenken skandalösen Zustände im Militarismus öffentlich brandmarken und gelobt die Versammlung, im_ gegebenen Augenblicf die Bestrebungen des Republikanischen Führerbundes mit allen'ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu unterstützen. Schulaula Vadstrasie 1« war überfüllt. Referent Genosse Coblenzer. Keine Diskussion. Schulaula, Grünthalcr Straße 5. Zirka. 400 Personen.- Re» ferent Heznig. Der Unabhängige E i ch le r widersprach ihm. Nachdem noch etliche Genossen gesprochen hatten, rechnete Heinig ganz gehörig mit dem U. S. P.-Mann ab. Resolution gegen zwei Stimmen angenommen. Pharnssäle,' Müllerstreße. 900 Personen. Referent Sie» r i n g. Tie Opposition, welche versuchte, die Versammlung meh- rere Male zu stören, wurde hernach aber vernünftig und schickte drei Diskussionsredner vor, die sich in allgemeinen Ausführungen ergingen, aber nickt zum BetriebSrätegesetz sprgKen. Im Schluß» wort widerlegte Siering ihre Ausführungen. Moabit. Aula B o ch u m e r Straße. 400 Personen. Nach dem Genossen Setzschold sprach ein Unabhängiger. Je» doch wurde die Entschließung einstimmig angenommen. Schöncberg(Hohenzollernschule). Genosse H a l l e n b a ch sprach vor 1L00 bis 1500 Zuhörern, die Diskussionsreden der U« S. P. und K. P. D. über sich ergehen lassen mußten. Wilmersdorf. Guter Besucy. Referent Möglich. Nach kurzer Diskussion stellte sich die Versammlung einmütig auf den Boden des Betriebsrätegesetzes. In Steglitz sprach im Gymnasium Wheeserstraße Gntoffe Joachim. Unabbängige und Kommunisten beantragten Ableh» nung des Betriebsrätegesetzes; erreichten aber nur das Gegenteil. 'Tempelhof. 700 Personen. Meise referierte. Lebhafte Diskussion mit der unabhängigen Minderheit, gegen die die Eni- schließung angenommen wurde. Mariendorf. Ueberfüllt. Thomas referierte. Die an- wesenden Unabhängigen und Kommunisten meldeten sich mit Aus» nähme eines Redners nicht zum Wort. Resolution gegen wenigtz Stimmen angenommen. � Pankow. Guter Besuch. Referent Genosse Grundrnantu Reinickendorf-Ost. SchntzenhauS, zirka 800 Personen. Ritter referierte. Resolution mit übergroßer Mehrheit ange- nommen. Keine Störungen. habe monarchistische Putschgedanken." Er wurde von seinem Vorgesetzten dahin zurechtgewiesen, daß ein ehrlicher Mensch mit solchen Absichten unmöglich in der Reichswehr Dienst tun könne, und daß sein Gebaren«kindisch" sei. Durch dauernde auf die Nerven fallende Hochrufe auf den Kaiser, zog er sich einen derben Verweis und deutliche Zurechtweisung eines von ihm am 15. 9. im„R. F. B." der mon- archistischen Reaktion beschuldigten Hauptmanns zu. Er betrieb Propaganda für ein Judenpogrom, indem er sämtliche Offiziere, deren er habhast werden konnte, auftorderte, an einem Judenpogrom teilzunebmen. Es sollte gelegentlich des PurimS- festes eine Berliner Synagoge durch Unterminierung in die Luft gesprengt werden. Zu einer im August stattgehabten Versammlung deS..R.F.B." forderte Vieweg sämtliche Offiziere aui, zu dieser Versammlung zu erscheinen, um den Bund demnächst wegen- seiner politischen Stellung brandmarken zu können. Es gingen auch eine An- zahl Offiziere zu der Versammlung hin. nicht um den Bund zu brandmarken« sondern um die Ziele des Bundes kennen zu lernen. - Von dein Vorsitzenden wurde ihnen der Einlaß zu der Versamm- lung verwehrt, da ihm Meldung zugegangen fei, daß eine Anzahl Offiziere den Versuch machen würden, die Versammlung mit Ge- walt zu sprengen. Diese Meldung kann wohl nur von Leutnant Vieweg evgangen seirr. In de: Zeit der Friedensverhandlungen herrschte bei vielen , Offizieren lebhaite Erregung wegen der Frage der Auslieferung der Führer. Als im Kasino über den Minister Erzberger gesprochen wurde, der damals iu der rechtsstehenden Presse heftig attackiert wurde, erklärte Vieweg sofort, er werde den M i n i st e r, t o t sch i e ß e n. Er erklärte:„Ich gebe sogar mein Ehrenwort, diesen Mann..." Hier wurde er von einem der geschmähten und verdächtigten Vorgesetzten aus? energischste unterbrochen mit den Worten:„Halt, jetzt wird die Sache ernst, halten Sie das Maul, man sagt oft etwa? in der Rage, was man nachher in Vernunft nicht ausführen kann, machen Sie das Wort sofort rückgängig, sonst müssen Sie eS tatsächlich ausffchren, oder Sie werden ein Lump." Später ist Vieweg von einigen seiner Kameraden wegen seiner Prahlerei gehänselt worden. In unserer Mitteilung war sofort gesagt worden, daß Leut- nant Vieweg vor seinen Kameradin seine Gesinnung verheim- licht lxibe. Es hieß dort wörtlich: Er hat dies jedoch im Interesse der Regierung getan, denn er hatte bei seinem Eintritt in die Abteilung den Eindruck, mitten in ein« Verschwörung hineinzugeraten. Er hat sich nicht zu erkennen gegeben, um dieser Verschwörung auf den Grund zu kommen und ist erst hervorgetreten, als er ein- wandfteies Material beisammen hatte. Die Darstellung der.,P. P. N." verschiebt dieses Bild wesentlich. Bevor wir darüber urteilen können, müssen wir den Beschuldigten selber hören. Das ist in dieser späten Abendstunde nicht möglich. Wir werden auf den Fall daher zurückkommen. Renegatentum. Die„Freiheit" versucht-ihre unreinliche Redewen- dnng. N o s k e s Demission müsse„aus Reinlichkeits- gründen" gefordert werden, zu rechtfertige�, indem sie gnä- digst zugibt, Noske sei nicht korrupt. Aber, meint sie, Noske sei ein Renegat, und deshalb sei seine Entser- nung aus dem öffentlichen Leben zu fordern. Ein Renegat ist ein Mann, der sich von seiner früheren lleberzeugung abgewendet bät, also eine im öffentlichen Leben sehr häufige Erscheinung. Es wäre ein Leichtes, auch gegen die U n a b h ä n g i g en. den Vorwurf des Renegatentums zu erheben, weil sie sich von der Demokratie abgewendet haben und mit dem Gedanken der'Minderheitsdiktatur spielen. Noske ist hingegen seinen demokratischen und sozialistischen Ueberzengnngen treu geblieben; sein Fehler besteht mir darin, daß er nur die Gefahren von links sieht, während sein Blick— auch nach unserer Auffassung— für die Gefahren von rechts augenblicklich getrübt ist. Er ist von der Frage beherrscht, daß eine Erschütterung der Reichswehr von aben- teuerlustigen Elementen sofort zu einem gewaltsamen Vor- stoß benützt werden könnte, und er hat den dringenden Wunsch, das deutsche Volk vor ähnlichen Schweinereien, wie sie ln München und anderwärts passiert sind, zu bewahren. Darin sind w i r mit ihm ganz einig, und dann ver- mögen wir keine Spur von Renegatentum zu erblicken. Was sie ihm zilin Vorwurf machen, ist, daß er die Durchsetzung des Offizierskorps unt ultrareaktionären Elementen für eine ver- bältnismäßig harmlose Erscheinung hält, mit der man später bequem fertig werden wird. Darin täuscht er sich nach uns?- rer lleberzeugung, und darum verlangen sie, daß gegen jene reaktionären Elemente durchgegriffen wird. Die Unabhängigen haben es in der Hand» uns diesen Kampf zu erleichtern. Denn die einzige stütze der reaktionären Offiziere ist das Fortbestehen der Sorge vor neuen gewalt- samen Angriffen der Kommunisten und der ihnen nahestehenden Unabhängigen� auf die demokratische Staatsordnung. Verscheucht diese Sorge, und die Reaktion verfliegt wie Spreu nn Wind! Arbeitsaufnahme in Waldenburg. Laut Meldung der Pressestelle des Reichs- und Staats- i kommisiars für Schlesien und W e st p o s e n weilte Reichskommissar H ö r s i n g in Waldenburg, um dort durch Verhandlungen mit den Vertrauensleuten der Arbeiterschaft den Ausbruch des General st reiks zu verhüten. Als Ergebnis der Verhandlungen konnte mitgeteilt werden, daß die Arbeiterschaft beruhigt ist und morgen die Arbeit wieder itt vollem Umfange aufnehmen will. Die Arbeiterschaft hat gleichzeitig ihren Widerstand gegen den Eintritt in die aus allen Parteien gebildete Einwohner- wehr aufgegeben. Die Truppen werden sobald als möglich aus Waldenburg zurückgezogen locrden. Zur Beruhigung der Arbeiterschaft hat wesentlich die Erklärung des Reichskommissars, mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln den Lcbensmittelwucher in Schlesien dekämpjen zu wollen, beigetragen. Die LergarbeZterftbast des Saarreviers für öas Deutschtum. In Saarbrücken fand am Sonntag eine Massen-Berg- arbeiterversammlung statt, die sich zu einer riesigen, eindrucks- vollen Kundgebung für das Deutschtum gestaltete. Uebrr 30 000 Vrrglrnte veranstalteten im Anschluß an die Versammlungen einen Il mqU« mit Musik durch l,;e Straßen der Stadt und fangen dabei vatt'rl�ndischc Lieder. Französischersrits wagte man nicht, der patriotischen Kundgebung durch Einschreitc» ej» Eirdc zu macheu. Beendigung des lothringischen Eisen- bahnerftreiks. Der Streik der Eisenbahner in Lothringen ist durch ein Abkommen auf folgender Basis beigelegt ivorden: 1. Der Tepotchef Nögre tritt von seinem Amte zurück. 2. Das lothringische Eisenbahnnetz ist in Ueberein- stimmung mit dem Dekret des Generalkomm'issarS vom 13. Juni 191!)tzund entsprechend der Erklärung des'Direktors Lodert Staatseisenbahnnetz. 3. Festlegung einer Arbeitsbasis in einer paritätischen Kommission, deren Entscheidungen unmittelbar nach jlnterzeichnung in Kraft treten. 4. Hinsichtlich der in den'Streik getretenen Eisenbahner werden von der französischen Behörde folgende ZI« g e st ä n d n i s s c gemacht: Tie Verhafteten werden unverzüglich. in Freiheit gesetzt. Es wird mit keinerlei Strafmaßnahme gegen sie eingeschritten werden. 6. Streiktage werden vergütet. Eaillanx auf der Anklagebank. Das Rentersche Bureau meldet culö Paris, daß C a i l l c> u x inner der Beschuldigung eines An- > ch I a g e s gegen die äußere S i ch e r Yen des Slaaics und des Einvernehmens mit den Feinden von einem AuSnahmegeriqlShof abgeurteilt werden wird. Selbehaltung üer posiüberwachung. Im Zusamnienhang mii der seiuerzeingen Absicht, einen Umtausch des deutschen Papiergeldes aus steuerlichen Gründen vorzunehmen, hatte der Reichsminister der Finanzen an- gekündigt, daß er die Post- und Telegraphen-Ueber- wachung im Verkehr mit dem Auslande zum 1. Okcober diese? Jahres aufheben würde. Da nun der Umtauschplan in- folge der von den vornommenen Sachverständigen geltend gemachten Bedenken aufgegeben worden ist. kann auch die Post- und Tele- graphenllberwachung nicht beseitigt werden; sie bleibt vielmehr bis auf weiteres als Schutzmittel gegen die Kapital- und Steuerflucht in vollem Umfange bestehen. „Schieber überall". Unter dieser Spitzmarke Peröffei. tischten wir in der Morgennummer des 6. September eine Zuschrift deS Genossen D a v i d s o h n, die sich u. a. auch mit der Auslösung der Abieilung. F r e m,d e Presse" beschäftigte. Mit der Spitzmark« ioar natürlich nicht die„Fremde Presse" gemeint. Obwobl dies al? ielbstverstihiduch aus dem Anttel hervorging, legt die Geschäfts- leitung Wert darauf, diese Tatsache noch ausdrücklich festzujtelleu. WaS hierniit geschieht. 1 SewerffchafisbewWNg Das Urteil üer Vertrauensleute. Die Bezirksleitung Oberschlesien des Verbandes der Sergarbsiter Deutschlands hatte am Sonntag die Ver- irauensmänner und Obmänner zu einer Revierkonferenz ein- zeladen, die von 412 Personen besucht war. Nach einem Re- ierat des Bezirksleiters Franz, der die Haltung der Orga- risation zum Streik und den damit im Zusammenhang Gehenden Vorkommnissen darlegte, und nachdem eine aus- ziebige Aussprache stattgefunden hatte, wurde folgende Ent- schlietzung angenommen: „Die am 14. September im Hotel„Zur StünigShütte" in KLnigshütte versammelten Vertrauensleute, Unterkassierer und Obleute des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands sind sich in der Auffassung einig, daß in der gegenwärtigen Situation ein Streik das a l l'e r u n g e e i gn e t st e Mittel ist, die wirtschaftliche Lage der Bergarbeiter zu bessern. Die Ver- sammelten bedauern, daß sich die Mehrheit der Obleute beim letzten Streik auf das politische Gebiet begeben und neben berechtigten wirtschaftlichen Forderungen meist politische Forde- rungen aufgestellt haben. Politische Forderungen zu erkämpfen ist nicht Sache der gewerkschaftlichen Organisationen, sondern der politischen Parteien. Dieser allgemein anerkannte Grund- satz und die bereits erwähnte Tatsache, daß in der gegenwärti- gen wirtschaftlichen und politischen Situation ein Streik die Lage der Bergarbeiter nur verschlechtern kann, machten es der Orga- nisation unmöglich, den Streik zu unterstützen. Die Ver- sammelten erkennen an, daß die Forderungen, soweit sie Wirt- schaftlicher Natur waren, von der Bezirksleitung des Verbandes auf das Tatkräftigst� unterstützt worden sind. Die Revie�kon- ferenz spricht deshalb der Bezirksleitung ihr vollstes Ver- trauen aus und ersucht sie, nach wie vor ihre Tätigkeit im Interesse der Bergarbeiter fortzusetzen. Von den Obleuten er- warten die Versammelten, daß sie in Zukunft alle Forderungen der Bergarbeiter den Organisationen übermitteln und zur Er- reichung derselben nur gemeinsam mit den Organisationen han- deln werden. Insbesondere wird erwartet, daß durch das Wir- ken der Organisationen und der Obleute die 7-Stundenschicht zur Einführung gelangt. Die Versuche, die- Bergarbeiter zu nationalpolnischen und linksradikalen Umtrieben zu mißbrauchen, lehnt die Konferenz auf das Entschiedenste ab. Dadurch ist nur Not und Elend über die Bergarbeiter hereingebrochen und die politische Und wirt» schastliche Frecheit derselben gefährdet worden. Nicht nationa» listischer Haß und nationaler Brnderkampf, sondern i n t e r- nationale Solidaritätund nationale Einigkeit führt die Arbeiterklasse aufwärts." In einem zweiten Referat befaßte sich der Bezirksleiter Ritz mann mit den wirtschaftlichen Verhältnissen in Polen. An der Hand der polnischen Arbefterpresse jenseits der Grenze legte er die tieftraurigen Verhältnisse dar, unter denen die polnischen Bergarbeiter arbeiten und . leben müssen. Das Referat, das von der Konferenz mit großem Beifall aufgenommen wurde, klang aus in die Auf- iorderung, alles zu tun, damit Oberschlesien bei Deutschland verblecht, weil dies im dringendsten Interesse der Bergarbei- ter liegt. 5. Verbanöstag öer Sattler und portefeuiller. Nürnberg, den 15. September. Im hiesigen Lehrerheim ist heute der 3. Verbandstag ver � Sattler und Portefeuiller zusammengetreten. In seiner Eröff- nungSrede gedenkt Perbandsvorsitzender Blum- Berlin der Opfer des Weltkrieges und drückt die Hoffnung aus, daß die Kulturarbeit der Gewerkschaften die Wiederholung des organisierten Massen- movdes verhindern werde. Nachdem Schramm namens der Nürnberger Zahlstelle den Perbandstag begrüßt hat, gibt Honen» b e r g- Wien der Hoffnung Ausdruck, daß noch vor dem nächsten Berbandstag die österreichischen Kollegen den Anschluß an die deutsche Einheitsorganisation vollziehen tonnen. Jönsson- Kopenhagen übermittelt die Grüße der skandinavischen Bruder- organisation. Als Vertreter des Gewerkschaftsbundes ist Sassen- b a ch anweesnd, als Vertreter des Tapeziererverbandes, mit dem Verschmelzungsverhandlungen schweben, S p l i e d t. Vom tschccho- ssowakifchen Sattlerverband ist ein Begrüßungsschreiben einge- gangen. Als Verhandlungsleiter werden einstimmig gewählt Blum imd G o t t s ch a l k- Berlin, als Schriftführer Ankermann. Offenbach, H o f f m a n n- Berlin, Muselmann- Berlin und Bernhardt- Mllhlheim. Bei der Feststellung der Tagesordnung entspinnt sich eine lange Debatte über einen Berliner Antrag, der das Rätesystem «ls besonderen Punkt mit Richard Müller vom Berliner Voll- plgsrat als Referenten aufgenommen Wissen will. Der Antrag wird schließlich mit 22 gegen 20 Stimmen abgelehnt. Mit 21 gegen 21 Stimmen fällt der zweite Berliner Antrag, der'die Vorstandswahlen an den Schluß der Tagesordnung setzen will. Ein Protest der Berliner Delegierten gegen das Mandat des früheren Berliner Bevollmächtigten Schulze wird nach langer De- batte zurückgewiesen und gemäß dem Antrag der ManvatSprüsungs- kommrssion werden sämtliche Mandate für gültig erklärt. Verbandsvorsitzender Blum, der seit beinahe dreißig Jahren hl der Verbandsleitung sitzt, schildert in der Nachmittagssitzung in seinem Rechenschaftsbericht die Entwicklung des Verbandes in der Kriegszeit. Er geht dabei auf die bekannten Angriffe ein, die gegen die sogenannte„Kriegs- Politik" der Generalkomission und der GewcrkschastsvorstänLe ge- richtet werden. Diese Kritik sei beeinflußt durch das Elend eines verlorenen Krieges und deshalb ungerecht. Die vielen neuen Gewerkschaftsmitglieder, die jetzt die Zahl der organi- sierten Arbeiter auf 6 Millionen gesteigert haben, bedürsten noch sehr der Schulung und die Führer dürften nicht der Masscnstim- mung ohne Weitepes Rechnung tragen, sondern müßten sich ihrer Verantwortung bewußt sein. Die sogenannte„Kriegspolitik" der Gewerkschaftsführer sei immer von dem Bestreben geleitet gewesen, den Interessen der Arbeiterklasse und der Gesamtheit zu dienen. Der Vorstand habe ein gutes Gewissen und keinen Anlaß, peter p-ccavi! zu sagen.(Beifall.) Der Zentralkassierer erläutert dann die von uns schon mitgeteilten Zahlen des Kassenberichts in dem Sinne, daß die Finanzlag« beS Verbandes nicht so rosig sei, wie sie scheinen könnte. Nachdem Wolf noch den Bericht des Ausschusses erstattet hat, wird die erste Sitzung geschlossen. Morgen beginnt die Aussprache über die Vorstandsberichte._ Neue Lohnforderungen der Bergarbeiter. Wie gemeldet wird, hat eine stark besuchte Konferenz von Vertrauensleuten der Bergarbeiter des Lugau-OelSnitzer und Zwickauer Steinkohlenreviers neu« Lohnforde' rungen beschlossen. Der jetzt geltende Tarif läuft Ende September ab. Es wird vom 1. Oktober ab gefordert ein Tagesschichtlohn von 10,50 M. bis 22,40 M., je nach Alter der Arbeiter. Ferner sollen bei Durchschnittsleistungen die Gedinge 30 Proz. der Tagarbeiter und 50 Proz. für Grubenarbeiter betragen. Die Kinderzulagen sollen um 50 Proz. erhöhl werden. Achtung, Metallarbeiter! Die Arbeitgeber versuchen, unsere Kollegen in Versammlungen, die von ihnen einberufen werden, falsch zu informieren. Wir er- suchen unsere Kollegen, nur solche Versammlungen zu besuchen, in denen die Fünfzehner-Kommission bezw. die dem Metallkarlell an- geschlossenen Organisationen vertreten sind. Deutscher Metallarbeiterverband. Die Fünfzehner-Kommission. Die Lohnbewegung der Handelshilfsarbeiter. In einer überfüllten Versammlung der HandelshilsSarbeiter der 5tauf- und Warenhäuser in der Unionsbrauerei, Hasenbeide, be- richtete Werner über die Tarisverhandlungen. Es waren folgende Forderungen aufgestellt: Juaendliche von 14—16 Jahren 45 M.. 16-18 Jahren 60 M.. 18-20 Jabren 80 M.. Arbeiter über 20 Jahre Anfangsgehalt 100 M., nach einein halben Jahre 120 M.: für weibliche Angestellte 10 Proz. weniger. Für Schwer- und gefährliche Arbeit wumn außerdem 25 Proz Aufschlag verlangt. Die Arbeitgeber wollten es bei den alten Löhnen inklusive der Teuerungszulage bewenden lassen. Gegenüber den unzulänglichen Vorschlägen der Arbeitgeber hat die Organisation folgenden Gegen- Vorschlag gemacht: AnfangSgehalt 95 M.. nach einem halben Jahr 105 M., nach einem weiteren halben Jahr 115 M. Die Arbeitgeber machten daraufhin folgendes letzte Zuge- st ä n d n i s: AnfangSgehalt 80 M.. nach einem halben Jahr 85 M., nach einem weiteren halben Jahr 95 M. Der Redner bezeichnete daS Angebot als viel zu niedrig.. In der Diskussion wurde daS niedrige Angebot der Arbeitgeber einmütig als unannehmbar bezeichnet. Eine Resolution, die'sich mit der Klassifizierung der Löhne ein- verstanden erklärt, das Angebot der Arbeitgeber als unannehmbar bezeichnet und die LoHnkommiision beauftragt, nochmals zu verbandeln, gelangle zur Annahme. Der Lohnkommisstoa wurde einstimmig daS Vertrauen ausgesprochen. Tarifbewegung der Angestellten in den Ministerien. Im großen Saal der Philharmonie tagte gestern eine von den freigewerkschaftlichen Angestellten- und Handlungsgehilfenver- bänden einberufene sehr stark besuchte Versammlung der Ange» stellten in den Reichs- und StaatSministerien. U ck o vom Zentral- verband der Handlungsgehilfen.legte in seinem einleitenden Vor- trage dar, daß die Angestellten nicht in den auf dem Harmonie- standpunkt stehenden Vereinen, sondern nur in den freien Gewerkschaften eine entschiedene Vertretung ihrer Interessen finden. Buckiczak referierte über den Reichstarisvertrag, der in den Ministerien Angestellten. Die Arbeitsgemeinschaft dieser An- gestellten hat den Tarif mit den Behörden abgeschlossen. Der Tarif. vertrag entspricht in keiner Weite den berechtigten Forderungen der Angestellten,-denn der Vertrag sieht Gehaltssätze vor, die sehr weit hinter den heutigen Verkältnissen zurückstehen. Der Grundsatz, daß die weiblichen Angestellten bei gleicher Leistung auch die gleiche Bezahlung wie die männlichen zu beanspruchen haben, wiro durch den Tarifvertrag nicht anerkannt. Wie weit die Gehälter hjnter dem zurückstehen, was heut zum Lebensunterhalt notwendig ist, zeigt ein Beispiel: Das monatliche Anfangsgehalt eines Bureau- Vorstehers ist auf 350 M. festgesetzt. Bei weiblichen Angestellten geht das MonatSfixum bis auf 125 M. hinunter. Zwar kommen zu den Gehältern noch die Teuerungszulagen, wie sie die Deam- ten bekommen, aber diese Zulagen können nach dem Vertrage sederzeit entzogen werden. Von freigewerkschaftlicher Seite ist eine Revision des Tarifvertrages in die Wege geleitet worden. Tie auf eine gründliche Verbesserung des Tarifs gerichteten Verhandlungen schweben zurzeit im Reichsarbeitsministerium. In der Diskussion gab es lebhafte Auseinandersetzungen mit einigen Vertretern der bürgerlichen Harmonieorganisationen, die aber gegenüber den Rednern der freien Gewerischaften schlecht ab- schnitten und bei der überwiegenden Mehrheit der Versammlung keinen Anklang fanden.— Mit sehr großer.Mehrheit wurde eine Resolution angenommen, die der Arbeitsgemeinschast das Miß- trauen der Versammelten ausspricht und unter Ablehnung der Vertretung durch die Harmonieverbände den Verband der Bureau- angestellten beaustragt, mit den Reichsministerien in Verhandlun- gen betreffend Revision des Weimarer Gehaltsabkommens einzu- treten. Deutscher Buchbinder-Verband. Die Vertrauenspersonen der im Streik befindlichen Personale der chromolithographischen Anstalten und photographischen Kunst- druckbelriebe, sowie der HauSkolerierercien werden zu einer Sitzung am Sonnabend, den 20. September, nachmittags 1 Uhr, bei Wegner, Seydelstr. 30, eingeladen. Die Kolori st innen in den Kolorieranstalten haben sich dem Streik angeschlossen und fordern ihre noch in Arbeit verblie- benen Kolleginnen auf. sich gleichfalls dem Slreik anzuickiließen, um so die noch lehr verbesserungsbedürftigen Lohn- und Arbciisverhält- Nisse zu regeln. Die O-tsverwallung und Slrciklcttung. Die Tarifbewegung der Kriegsorganisarionen. Zu dem in der Sonntagsausgabe des„Vorwärt?" vom 14. Sep- tember veröffentlichten. Bericht erhalten wir vom Arbeitsausschuß der Fachgruppe 3� eine längere Zuschrift, in der u. a. betont wird: Um die Streitigkeiten zwischen Fachgruppe und Gewerkschaften zu klären, hatte der Arbeitsausschuß der Angestellten der Kriegs- organisationen eine Versammlung der sreigcwerkschaftlich organi- sierten Mitglieder der Kriegsorganisationen beantragt. Die aus diesen Antrag einberufene Versammlung sollte nach dem Willen der Beamten des Zentralverbandes nicht über dieses Tbema sprechen. Die Veröffentlichung der Versammlung wurde, erst einen Tag vor der Versammlung vorgenommen. Die von einem Teil der Versammlung eingebrachten Anträge wurden nicht zur Ab- stimmung gebracht, während über einen von den Beamten deS Zentralvcrbandes eingereichten Antrag eine Diskussion nicht ge- stattet wurde.— Da infolge des zu kurz anberaumten Termins eine große Anzahl der freigcwerischaftlich organisierten Angestellten ihre Verbandsbücher nicht, bei sich hatten, wurden dieselben nicht in den Saal gelassen, trotzdem sie sich durch Bekannte.auswiesen.— Die Mitglieder des Verbandes der Bureauangestellten wurden gleichfalls nicht zugelassen, obwohl erst kürzlich die Vereinigung despZentralverbandes und des Bureauangestelltenverbandcs in Oeffentlichkeit mitgetilt ist. Die nicht eingelassenen Angestellten hielten unter dem Vorsitz des Arbeitsausschusses im Hos gleichfalls eine Versammlung ab. Gs wurde eine Resolution angenommen, die aus das schärfste das Verhalten der Beamten des Zentralver- bandes verurteilte.— Wir haben den in dem fraglichen Bericht Angegegrisfenen hier ausnahmsweise das Wort erteilt, bemerken möchten wir gleich, daß der Streit, in den die Fachgruppe 8z mit der Leitung des Zentralverbandes verwickelt ist, nicht in den Spalten des„Vorwärts" ausgcsochten werden kann. Das ist eins Sache, die in der Organisation selbst erledigt werden mutz. 'Die Entwicklung her deutschen Gewerkschaften und ihre Bus- gaben der Zukunft, lieber dieses Thema sprach vor einer aufmerk- samen Zuhörerschaft des 7. Bezirks des Deutschen Me�illarveitcr-. Verbandes Kollege Robert Bahn. T>er Redner entrollt: ein intcr- essanteS Bild wirtschastsgeschichtlickier Entwicklung. Heut« wie ehe- dem dürfte der Standpunkt, daß die wirtschaftlichen Organisationen der Arbeiterschaft rreibleiben müssen von politischen Streitigkeiten, Geltung haben. Tie Einigkeit und Geschlossenheit der Gewerk- ghasten sei heute notlvendiger als je. um so mehr, als neben den alten, neue Ausgaben der Lösung harren. Zunächst gelte es, daS Problem der Betriebsräte zu lösen. Mit dem Gesetzentwurf der Regierung könne er, Redner, nicht sinverstanden sein. Wir wollen danach streben, aus der Republik einen Sonnenstaat zu schassen, wo niemand im Schatten zu leben braucht. Jede Diktatur, ganz gleich, von welcher Seite sie komm«, sei zu bekämpfen.. Die sprung- hafte Entwicklung der Gewerkschaften lege den Führern der Organi- sation die Pflicht auf, die neuen Mitglieder zu treuen Anhängern zu erziehen, sie hätten aber auch die Verpflichtung, jedem Terror gegen polirisch andersdenkende Mitglieder entgegenzutreten, um dadurch den Weg zur Einigung der Arbeiterklasse zu ebnen. Trotz mehrfacher Aussorderung wurde von einer Diskussion Abstand ge- nommen. Der Beifall, welcher dem Vortrag folgte, bewies, wie sehr der Referent sich seiner Aufgabe im Sinne der Zuhörer entledigt h�tte. Verband der Zimmerer. Mtglledervcrsammlung Donnerstag, abends 7 Ubr, im Saal 4 des Gewertschaitsbaules, Engeluier 15. Tage»- ordnung: DaS Rätesyitem. Neferenteu: Maltzabn(U.«. P. D.) und Büchel(S. P. D.). Zentralverband der Handlungsgehilfen. Angestellte der chirur- qischcn und verwandten Branchen. Donnerstag, den 18. September, abends 7>/, Uhr: Versammlung in den Sophieniälcn. Sophienstr. Ig PLirchowlaalj. Bericht über die Tarisverhandlungen und Stellungnahme dazu. Termtnbeamte(Rechercheure) der Metallindustrie. Heute abend 7 Ubr im Lokal von Gcntzsch, Kurzestraße l7: Zusammenkunft,„llnjer Tarif.' Jeder Betrieb mutz durch einen Kollegen oertreten sein. Berantw. kür den redaktion. Teil: Slteed Schulz, NetitBUn: für Anzeigen: Theodor Stock«, Berlin Berlag: Vorwärto-Verlag G. m. d. H., Berlin. Druck: Vorwärts- Buchdrucker« und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co. iu Berlin. Lindcnstr. z. - Hierzu 2 BeUagen. /lugen- Schmerzen Leiden Sie daran? Wenn Sie schon vieles dagegen vergeblich versucht, aber mit großen AuS- gaben nur kleine oder vorübergehende Erfolge erkauft haben, so lesen Sie noch heute dieSchrift: .Ratschläge eines Fachmannes". Bielleicht wer- den auch Sie, wie das so häufig ist, mit Erstaunen erkennen, daß Ihr Leiden von Ihren Augen ausgebt, Sind's die Augen, so können Sie ver- sichert sein, daß wir Ihnen leicht und sicher Helsen können. JhreBei'chwerden werden beseitigt durch genaue Ausgleichung der Fehler Ihrer Augen. Kostenlos prüfen wir Augen und Sehkraft mitSorgfalt und garantieren für passende Gläser sowie für rechten Sitz und für Haltbarkeit aller Müüigkeit, Kopfweh, Nervosität. Fassungen von 8,50 M. an. Dafür erhalten Sie z. B. schon einen guten Doubls-Kneüer(ohne Gläser) bei uns u. dazu noch zwei Jahre Garantie. d. h.:.solange alle Reparaturen umsonst", selbst wenn die Fassung durch Ihre Schuld zerbrochen wurde. Weder Aerger noch Kosten sollen Ihnen das Tragen unserer Gläser verleiden. DaS ist die Rubnle- Garantie. Sie garantiert Zufriedenheit I Nur für Repara- turen an Hornteilen. Schildpatt usw. oder für zerbrochene Gläser haben Sie noch zu zahlen.— Wenn Sie uns nicht schon heute oder morgen besuchen können, so schreiben Sie sofort eine Postkarte nach dem Büchlein, eS ist umsonst! 's die Augen, fleh' zu Ruhnke! Optiker Ruhnke St Get-chflite: CSpltteitootiit/ , Ecke Watlstratz« 8. 88. ilw AUxauderptag, neben Aschwger flottbufer Sonun 10, nahe Warenhan» Iandars Oranlenstr. 44» nahe Oranienplatz W Leipziger Str. 113, « Ccke Dianerstratze Linkste. 1, Ecke Potsdamer Str. Briebrictzrftt. 103«, Ecke Leipziger Friedrichstr. 1«. Ecke Ziegel- ftraße � Chan, eestraße 72 Zunalidenstr. 164, Ecke Btuttnenflri Ken! SchSnhauser alle« 81, ü Hochbahn-Station Siordrwg CUT Belle. ailiance. Straße 4, utfl. atn Halleschen Tor WUT Frtebrichstr. 150, Un. Ecke Dorotheenstratze Schöneberg; Hauptstr. 21. a. Ztailer-Wilhelmpl. Friedenan: Rhewstr. IS,«cke«irchstr. geaenllber der Roiler-Eiche Wilmerudorf: Berliner Str. 132/33, an der UHIandslr. verlZllgen Sie nach außerhalb kostenlos unlero Optometer zum SelbUbeltimmen passender Gläk'r neblt herlandiilfe. Cbarlotienbnrg: Tauentzlenstratze IS, Ecke Marbnrger Straße. Zoachlmsrhaler StraH» T am Bahnhos Zoo. Xenhönn: «rrgstr. 4. gegenüber Richard str. iSen! Spandau: Breit« Str. is. Berlin: AranN. vnee 14. Nr. 477» Z«.?ahrza»g V»imer»tog, IS. SeptembrrlSI» veutfth-estm'sthe öeziehungen. Wir erhalten folgende Zuschrift, die infolge des ständigen Raummangels leider mehrere Tage zurückgestellt werden mußte: „In Ihrer Abendausgabe vom 8. d. M.(Nr. 459) besprechen Sie die Fragen des Ostens im Zusammenhang mit dem politischen Abend im„B u n d Neues Vaterland" am 5. d. M., wobei Sie insbesondere aus mein Referat Bezug nehmen. Zur Vermeidung irrtümlicher Auffassungen bitte ich mir zu gestatten, folgende Feststellungen zu machen: 1. Ich habe mich weder an dem betreffenden Abend noch sonst- wie als den offiziellen Vertreter Estlands bezeichnet. Der Ver- sammlungslciter erteilte mir das Wort als dem Vertreter estnischer Interessen, nicht des estnischen Staates bzw. der estnischen Re- gierung. Ich habe in keiner Weise die deutsche Regierung angegriffen. Meine Feststellungen gingen lediglich dahin— und hierfür habe ich allerdings den Beweis erbracht—, daß untergeordnete Stellen die Politik der deutschen Regierung durchkreuzt haben. Hierdurch ist bei den Völkern des Baltikums ein sehr großes Mißtrauen zur deutschen Politik entstanden. Die Herren Winnig, Graf v. d. Goltz und Köhrer, sowie deren stille Mitarbeiter habe ich allerdings an- gegriffen, aber diese stütd doch nicht„die deutsche Regierung". Daß die deutsche Regierung durch falsche Berichterstattung zu irrtüm- lichen Auffassungen kommen konnte, dafür habe ich volles Ver- ständnis. Aus diesem Grunde kann eS jedoch auch den deutschen Interessen nur dienlich sein, daß die Verirrungen der Vergangen- heit und Gegenwart restlos aufgeklärt werden. ' 3. Die mir von der rechtsstehenden deutschen Presse ange- dichtete Deutschfeindlichkeit habe ich weder im„Bund Neues Vater- land" noch sonstwo an den Tag gelegt. Wenn ich in meinem Schlußwort am Freitagabend die Anwesenden gebeten habe, da- für zu wirken, daß ein gutes demokratisches Verhältnis Deutsch- lands zu seinen kleinen Nachbarvölkern zur Tatsache'werde, so ist damit doch auch gesagt, daß ich dieses gute Verhältnis herbeisehne. Und wenn ich den Satz prägen muhte, daß wir E st e n es nie dulden würden, daß deutsche AnsiedlerinsLand kom- men, so habe ich auch gleich die Begründung für diese Auf- fassung gegeben: Dies« deutschen Ansiedler würden als Stütze der reaktionären, um ihre Vorrechte kämpfenden feudalen 5t a sie ausgenutzt werden. Ich habe aber auch gesagt, daß wir dagegen für deutsche Kultur, für deutsche Wissenschaft und für das deutsche Handwerk nur Achtung und Sympathien haben. Es fällt uns nicht ein, zu leugnen, daß wir mit der deutschen Kultur verwachsen sind trotz der Hemmnisse, die uns vom Adel auch in dieser Beziehung in den Weg gelegt werden- Was die Deutschen bei uns im Lande anbetrifft, so wünschen wir nichts weiter, als daß sich die bürgerlichen Elemente sozial differenzieren, um nicht mehr ein Anhängsel der Adelskaste zu sein wie bisher. Und dem Adel selbst können wir nur dieselben Rechte zubilligen, die jedem freien Bürger in unserem Lande zukommen. Die Zeit der Vorrechte ist vorbei! Ich hoffe, daß Sie nach diesen Erklärungen die Vorwürfe, die auS Ihrem Leitartikel in Nr. 459 mir gegenüber herausklingen, nicht mehr aufrechterhakten. Hochachtungsvoll ,' F. K arlfon. Wir bringen die Ausführungen des Genossen Karlson unseren Lesern gern zur Kenntnis. Was in unserem Artikel irrtümlicherweise über seine Vertretereigenschaft gesagt war, sollte keineswegs als Vorwurf gegen ihn gelten. Die Worte von einem nicht gerechtfertigten Haß gegen die Deut- s ch e n, der aus den Reden der nichtdcutschen Balten sprach, bezogen sich nicht auf ihn allein, wenn wir auch der Meinung sind, daß Genosse Karlson die politischen Wirkungen einer deutschen Ansiedlung falsch beurteilt. Nach allge- meinen politischen Erfahrungen besteht zwischen Großgrund- bcsitzern und Kleinsicdlern keine Interessengemeinschaft, nur eine sehr ungeschickte Regierungspolitik kann sie erzeugen. Naturgemäß sind auch wir Gegner einer Ansiedlung. die sich auf Kosten der e st nischen Selbständigkeit vollziehen würde, nur soweit das allgemeine Recht der freizügig keit, das wir auch umgekehrt anderen Nationen zugestehen, in Frage kommt, können wir dafür ein- treten., * In derselben Sache ersucht uns die Presseabtcilung des 6. A. K. richtigzustellen, daß der in dem Artikel:„Und nochmals der Osten" wiedergesehene Bericht über die militärische Lage nicht von ihr herrührt, daß es sich vielmehr um eine Ver- öfs-ntlichung der Pressestelle des G en e r a l ko m m a n. dos des ö. Reservekorps in Mitau handelt.— Unsere sachliche Kritik an dem Bericht wird hierdurch nicht berührt. »Oer Neuaufbau öes Volkslebens/ Mit der Tagesordnung.Der Neuaufbau des Volkslebens" tagt vom 16. bis 19. September eine Arbeitskonferenz der..Sozialen Arbeitsgemeinschaft Berlin-Ost". Das Referat über das Thema des ersten Tages„Wie überwinden wir die gegenwärtige Erkran- kung des Volkskövpers?" hielt der frühere Unterstaatssekretär im Reichswirtschaftsamt W. v. Moellendorff. Seine Darlegun- gen waren das einzig Interessante, während an allem anderen nur das eine wundernehmen konnte, wie es im Jahre 1919 noch Leute gibt, die nicht viel weider halten als die englischen Utopisten und französischen Nationalisten vor Marx, Leute, die in ihrer wirtschaftlichen Laienhaftigkeit noch immer glauben, durch einen Appell an Ehre, Freundschaft und dergleichen die soziale Not der ' Gegenwart aus der Welt zu schaffen, wobei es um so bedauerlicher ist, daß selbst v. Moellendorff aus dem Bestreben nach einer ver- bindenden Solidarität den Trennungsstrich zwischen sich und diesen protestantisch-ethizisierenden Elementen nicht scharf Cel"v. �Moellendorff ging von dex Begriffen Sozialismus und Individualismus bzw. Generalismus als Gegensätzen aus, wobei er jenen sen Menschen als um der Gemeinschaft willen, diesen die Menschheit um des Menschen, seiner Familie, seiner Art willen da sein läßt. Er beklagt die Sprachverwirrung, welche die Worte ihres gedanklichen Inhalts.entkleidet", und sucht auf den Sinn der Wortwurzeln einzugehen. Dem Sozialismus wirft er vor, daß er den Trugschluß begehe, zu glauben, daß er allein eine Sittlichkeit sm. Bei der Weiterführung der Antithese von Sozia- lismus und Generalismus gelangt er zur Feststellung, daß Sozialismus Breit züchtung allc-S dessen sei, was lebt, während Gene- ralismuS mehr an die Hochzüchtung denkt, was in seiner dua- listischen Weltanschauung begründet ist. In der Vereiniguna von Sozialismus und Individualismus sieht er daS Heil der Zukunft, ' ein Optimum der beiden, nicht ein Maximum von diesem oder jenem ist erstrebenswert. Auch der Völkerbund sei nicht durch Anorchisiernng, aber auck nichi durch AngUfierüng zu erreichen. Für Deutjchland har die Stunde eines neuen Anfanges geschlagen. Und eben da brauchen wir die Verbindung von Sozialismus und. Generalismus, ein Kompromiß, das in gleicher Weife bei der Entscheidung zwischen Unitarismus und Partikularismus, fach- licher und regionaler Einteilung wird durchgeführt werden müssen. — Vom Kapitalismus sagt v. Moellendorff, er sei auch nach Marx nicht der Gegensatz, sondern der Wegbereiter des Sozialis- mus, denn Sozialismus ist die Vollendung dessen, was in tech- nischer und organisawrischer Hinsicht der Kapitalismus geleistet hat. Das Proletariat braucht gegen das Bürgertum nicht zu kämpfen, das Bürgertum mutz das Proletariat bitten, dieses Mißverständnis, das zum Kampfe geführt hat, fallen zu lassen. Hierbei konnte es v. Moellendorff leider nicht unterlassen, von Stehkragenfeindlichkeit und-neid des Proletariats zu sprechen. Den Sozialismus, von dem v. Moellendorff so viel hält, möchte er nun in seinem Sinne umkrempeln, der Sozialismus müsse sich Idealismus aneignen, wenn er Besserung bringen soll. Der Stehkragenneid sei die Umkehrung der materialistischen Weltauf- fassung. Die Sünde des Kapitalismus ist seine materialistische Entgleisung. Sein heiliger Geist war: die Mittel zur Be- dürfnisdeckung für die Mitmenschen zu schaffen, seine Sünde aber: die materialistische Zwecksetzung in die Welt gebracht und statt der Bedürfnis d e ck u n g die Bedürfnis erregung betrieben zu haben, so daß Glück mit Güterbcsitz identisck» wurde. Hier müßte der Gegensatz zwischen Kapitalismus und Sozialismus heraus- geholt werden. Und auch hier ist der günstigste Ausgleich zwischen Gütererzeugung und Güterverbrauch, zwischen Einkommen und Bedürfnisbefriedigung zu suchen. Das müsse offen gesagt werden, denn die Einkommen st eigerung zum Maximum ist kein Ziel! Das Verwerfliche des Mehrwertes fei das schlechte Beispiel, das der Reiche dem Armen gibt, denn die Austeilung wäre nach Rathenan«in Linsengericht. Zusammenfassend nennt v..Moellendorff Sozialismus: Arbeit auf Produktion. Kapitalis- mus: Arbeit aus Rentabilität. Die Addition aber aller Konten ist noch lange nicht das Maximum an Produktivität. An Stelle der höchsten Produkttvität sind wir jedoch zu einem Fortschritt ge- langt, der kein Fortschritt ist. Von der Planwirtschaft sagt v. Moellendorff, er be- dauere es, daß aucki hier die falsche Gegenüberstellung Freiheit und Zwang zu demagogischen Zwecken geschaffen wurde, wo es doch heißen sollte:„Anarchismus oder Archismus".(Darunter ist das Gegenteil vom Anarchismus, d. h. des schrankenlosen Jndivi- dualismus, der die ursprüngliche Triebfeder des Kapitalismus ist, zu verstehen.) Darum beklagt v. Moellendorff auch die Formulierung „Zwangswirtschaft" in dem Aufsatz des Reichswirtschaftsministers im.Vorwärts" vom 16. September. Sozialismus sei die Bereit- schaft, der Gemeinschaft ein Opfer zu bringen, nnd.da scheint es sicher, daß alle Wirtschaft und Organisation zum Archismus hin- strebt Um aber zu diesem zu gelangen, sei Solidarismus nötig, und Solidarismus wird eben nur durch die Synthese der gemein- samen Ideen in den verschieden orientierten politischen und Wirt- schaftlichen Körpern erreicht. Oemokratisierung der Cifenbahnvenvaltung Aus der mittleren Eisenbahnbeamtenschast wird im# geschrieben: Die Durchführung des Prinzips:„Freie Bahn dem Tüchtigen" ist ein Problem, dessen Lösung mancherlei Schwierigkeiten in sich birgt In einer hierauf bezüglichen Unterredung eines Beamten- Vertreters mit dem Arbeitsminister soll dieser gesagt haben: „Helfen Sie mir, machen Sie Vorschläge." Diese Aufforderung glaubte der Gewerkschaftsbund Deutscher Eisen- bahnbeamten dahin auslegen zu müssen, daß er.zur Durch- führung der Demokratisierung" die Fachvereine ersuchte. Beamte v o r z u s ch l a g e n, die sich„zur sofortigen Uederführung in ein höheres Amt" eignen. Es ist kaum anzunehmen, daß der Ministe: fein« Aufforderung in dem Sinne aufgefaßt zu sehen wünscht, daß lediglich die Ein- reichung einer Vorschlagsliste genüge, um die schwierige Frage zu lösen. Wäre dies der Fall, so könnte«s nur unter der Voraussetzung sein, daß es sich bei den Vorzuschlagenden um ein« von dem Vertrauen der Mehrheit der Kollegen getragene Elitettuppe handle, eine Annahme, die unter den tatsächlichen Verhältnissen al» unbedingt falsch bezeichnet werden muß. Die überwiegende Mehrzahl der Beamten steht auf dem Stand- punkte, daß sie nicht in der Lage sei, ein Urteil über die zur Be- kleidung emes höheren Amtes notwendigen Kenntnisse, Fähigketten und Charaktereigenschaften eines Kollegen abzugeben, und deshalb die Beteiligung an der Aufstellung einer Vorschlagsliste ablehnen müsse.' Diese ablehnende Haltung fand, wie unS bekannt geworden, ihren schärfften Ausdruck in dem außergewöhnlich schwachen Be- suche der zwecks Aufftellung von Vorschlagslisten anberaumten Ver- sammlungen der versch edenen Fachvereine. Zu der Versammlung der Obdrsekretäre und Obervorsteher des Fachvereins Münster i. W. waren z. B. von weit über 199 sttmmberechtigten Mitgliedern nur 18 erschienen. Obschon geltend gemacht wurde, daß diese wenigen Mitglieder durchaus nicht in der Lage und berechtigt seien, eine Auswahl zu treffen und dem Bundesvorstände 39 Vorschläge für alle Gruppen (Amtsvorstände, Hilfsarbeiter. Mitglieder und Präsidenten der Eiscnbahndirektion sowie Referenden im Ministerium) zu machen, beschloß dennoch eine geringe Mehrheit der kleinen Versammlung die Aufftellung einer Vorschlagsliste, weil.keine Zeit mehr zu ver- lieren sei, wenn man nicht Gefahr laufen wolle, inS Hintertreffen zu geraten". Zur„Vereinfachung" der Sache wurden für jedes höhere Amt drei(meist anwesende) Kandidaten in Vorschlag gebracht und dann durch Stimmzettel gewählt. Als aber ein nicht an- chesender Kollege, Mitglied des Beamienrats, der bisher mit Eifer und Umsicht die Interessen der Beamtenschaft vertreten hat, vor- geschlagen wurde, machte ein Kollege, der nunmehr als. zum Amts- vorstände befähigt auf.der Vorschlagsliste steht, geltend, daß man über diesen Herrn Beamtenrat alleillei Bedenken babe, insbesondere, weil er„als Demokrat zu sehr parteipolitisch" hervorgetreten st». Inwieweit dies zutrifft, wunde nicht erörtert, Also: die„durchaus demokratische Gesinnung", die auch der Ge- Werkschaftsbund als Voraussetzung für die Fähigkeit zur Bekleidung eines höheren Amtes gestellt hat, hat diesem Kollegen den„Weg zum Aufstieg" schon verlegt, falls der Minister die ihm zugehende Vorschlagsliste als maßgebend für etwaige Entscheidung ansehen sollte. Die„demokratische Gesinnung" scheint demnach verschiedenen Leuten, an denen der Geist der neuen Zeit zweifellos spurlos vor- übergegangen ist, ein Stein des Anstoßes zu sein. Für sie ist die politische Umwälzung eben gut genug zur Erfüllung ehrgeiziger Be- strebungen. Gewiß soll jedem mittleren Beamten, der sich durch fachliche Tüchtigkeit, hervorragende Geistes- und Gemütseigenschaften, dura? Wesen und Charakter besonders auszeichnet, der Aufstieg möglicy sein. Aber es muß auch unter allen Umständen gefordert werde»,, daß sich die Kandidaten rückhaltlos auf den Boden der Tatsachen stellen und in wahrhaft demokratischem Geiste ihres neuen Amtes walten. Was die Art der Fragelösung, wie sie hier geschildert, ist. an- belangt, so muß sie mit allen gerecht Denkenden auch von der Mehr« heit der mittleren Beamten als durchaus unzulänglich bezeichne» werden. Sollten durchaus Vorschläge gemacht werden, so niuß in ganz anderer Weise dafür gesorgt werden, daß der MehrheUßpnll« der Beamienschost dabei zum Ausdruck kommt, Die Orustbprämie. Die Lieferungsprämien für Brotgetreide und Saatgut sind bei vielen Parteigenossen auf begründete Kritik gestoßen. Manche iehen in ihnen das Wiederaufleben der Liebesgaben aus der seligen allen Zeit, alle wehren sich dagegen, daß man den Landwirten von Reichs wegen Mittel zuwendet. Es fehlt nicht an ironischen und erbitterten Randglossen, die unS auf den Rcdaltionstisch flattern. Worauf kommt es an?— Heute handelt es sich darum, die Brotveriorgung des Volkes sicherzustellen. Sie schien durch die Freigabe des Hasers' gefährdet; eine Gegenmaßnahme war unaus- weichlich. Die Rückkehr zur Zwangsbewirtichaftung wurde abgelehnt. So blieb kein anderer Weg als die EinlieserungSprämie. Die da meinen, den Landwirten sei damit zu weit entgegen- gekommen, übersehen in der Regel, daß die Gestehungskosten der Landwirtschaft in den letzten Jahren stark gestiegen sind. Ein Ausgleich war auf die später towieso erforderlich, wollte man dem wachsenden Widerstand der Landwirte gegen die Zwangswirtschaft nicht eine gewisse Berechtigung verleihen. Mit der Wiedereinführung der Lieferungsprämien wird diese Forderung der Landwirte hinfällig. Der Brotgekreidepreis ist für sie nicht geringer, als der vor kurzem im freien Handel für Hafer erzielte Preis. Das ist schließlich auch für die Gegner der Druschprämien einer sachlichen Würdigung wert. Die Hauptsache ist und bleibt, daß der Zweck, der Sicher« stellung der Ernährung erreicht wird. Hierin mußte etwas getan weiden auf die Gefahr hin, daß der Schritt der Re- gierung nicht allseitige Billigung findet. Schlüge die Brojpersorgung fehl, so wären die unentwegten Nörgler die ersten, die der Regie- gierung die ernstesten Vorwürfe gemacht hätten. Es ist nicht� unseres Amtes, im Zentralorgan der Partei „Regierungspolitik" zu treiben. Wollten wir das, so hätten wir schon an dem Widerstreit, der in den Debatten über die Haltung des ReichSwirtschaftsministers und des LandwirtschaftsminisierS in der» grundsätzlichen Frage, ob die Zwangswirtschaft aufrecht- zuerhalten sei oder nicht, genug zu kauen. In der Partei selbst klaffen diese Gegensätze in ganz gleicher Weise. Direktiven darüber existieren nicht oder werden nicht innegehalten. Wiederholt mußte in letzter Zeit festgestellt werden, daß auch führende Parteigenossen sich über diese Grundlage der Ernährungspolitik nicht einig waren. Wir unsererseits haben immer betont, daß wir einen Ausweg nur aus der heutigen Wirtschaftsnot einzig und allein in einer planmäßigen Wirtschaftsführung sehen. Wir verhehlen dabei keineswegs, daß wir mit den Negierungsmaßnahsiren nicht durch Dick und Dünn gehen. Daß der Zickzackwcg, auf dem das Reichswirtschaftsministerium zu den Lieferungsprämien kam, nicht besonders glücklich war, darüber besteht kein Zwetfel. In Anbetracht der geradezu ungeheuren Schwierigkeiten, die in der Zusammen- ffetzung der Regierung in der überaus schwierigen Wirtschaftslage und nicht zuletzt in der Ungeklärtheit einer Reihe wichtigster Probleme begründet find, müssen wir es aber ablehnen, nach unab- hängigen Muster da zu kritifieren, wo mit unfruchtbarer Kritik der Karren nur noch mehr verfahren wird. Ein mißlungener Angriff. In ihrer Abendausgabe vom 11. d. Mts.— Rr. 450— bringt die„Deutsche Tag'eszeirung" unter. der Ueberschrifl„Der Tüchtige des Herrn Otto Braun" einen gegen den Land» wirtschaftsmini st er Braun gerichteten Artikel, der wegen seiner tendenziösen Entstellung der Tatsachen nicht unwidersprochen bleiben darf. Die Behauptung, daß der im Artikel in Rede stehende Auge- stellte des Forsteinrichtungsburcaus I.(nicht Z.) von der A n- siedlungSkommission in Posen wegen.sozialdemolrati- scher Betätigung zum Ausscheiden aus dieser Behörde veranlaßt worden sei, ist unzutreffend. Der— übrigens schon im Jahre 1919 erfolgte— Austritt des Genannten war in setner außerdienstlichen Führung begründet, die jedoch mit sozialdemokratischer Betätigung nichts zu tun hatte. Bei der Bewerbung desJ.um Beichäftianng imLandwirt- schaftsministerium Ende November 1918 war dieser Entlassungsgrttnd im Ministerium nicht bekannt. Nachforschungen bei der früheren Beschästigiingsbehörde anzustellen, war bei den durch den Polen- ausstand in Posen geschaffenen Verhältnissen mit der bekonnten wiederholten Postsperre unmöglich. Schlteßlich ist zu berücksichtigen, daß zwischen der damaligen Entlassung und der jetzigen Bewerbung mehr als acht Jahre lagen, von denen I. längere Zerl im HeereS- dienst mit guter Führung zugebracht hatte. Die weitere Behauptung des Artikelschreibers, daß der Minister Braun die sofortige„Anstellung" des I. angeordnet babe, ist eben- falls unrichtig. I. ist ohne Zutun des Ministers Ende November v. I. zur vorübergehenden Beschäftigung im Forsteinrichtunpsbureau gegen TageSdiäte n angenommen und erst nach Verlauf von fast drei Monaten in ein p r i v a t r e ch t l i ch e s Arbeitsverhällnis unter ausdrücklichem Ausschluß jeder Anwartschaft oder Aussicht auf planmäßige Anstellung übergeführt worden. Damit ist auch die Behauptung, für den Genannten sei eine besondere Stelle ge- schaffen worden, widerlegt. Wenn er eine um 25—35 M. höhere Monatsvergülung als seine Arbeitägenossen bezog, so beruht das darauf, daß er im Gegensatz zu diesen die Prüiung als Ver- mesiungsassistent abgeleg» bat. IlebrigenS erhält auch ein anderer Angestellter des Forsteinrichtungsburcaus, der ebenfalls mit vermessungstechnischen Arbeiten beschäftigt wird, diese höhere Ver- gütung. Auch die Behauptung, daß dsr Minister einem Gesuche des I. um Anstellung als Staatsbeamter Folge gegeben haben würde. wenn nickt der Angestelltenausschuß wegen eines von I. be- gangenen DiebstoblS dagegen vorstellig geworden wäre, widerspricht den Tatsachen. Das AnstelluNgsgesuch war vom.Minister bereits am 23. August abgelehnt, während die DiebstahlZangelegenheit erst am 5. September bekannt geworden ist. Auch diese ist insofern unrichtig dargestellt, als der Bcstohleue nickt ein Arbeitsgenosse. sondern eine außerhalb der Behörde stehende Person und der Dieb- stahl nicht, wie man beim Lesen des Artikels annehmen könnte, in den Bureauräumen ausgeführt worden ist. Nach Klarstellung der Sachlage ist I. am 8. September auS seiner Stellung entlassen worden. Der objeklive Beurteiler des Falle« wird also zugeben müssen, daß der angebliche Schützting des Ministers Braun durchaus keine schonende Behandlung er- fahren hat.__ tDoe geht in �avelberg vor� Man schreibt unS: Die Reichswehrbrigade 3 hat Klagen über Wilddiebereien und Felddiebstähle zum. Anlaß genommen, höheren Orts vorstellig zu werden, daß das jetzige Wacht k.ommando in Havelbepg zur Ä u f l ö s u n g komme und durch neue Freiwillige ersetzt werde, um eine„Verseuchung" zu verhindern. Bei dieser Gelegenheit sollten Führer. Unterführer und Leute des alten WachtkommandoS völlig beseitigt werde», auch die Feldwebelleulnants Braun und Götzkh würden.vorteilhafter an anderen Orten z» bcrteenb'en sein". Diese Maßnehme ber fsir rzMionSr Le- kannten Reichswehrörigade 3 wird unterstützt durch eine Erklärung der Einwohnerwehr, die sich im Durchschnitt aus durchaus reaktionären Elementen zusammensetzt. Der Bürgermeister von Havel- derg hat in einem Schreiben an höhere Stelle zum Ausdruck ge- bracht, daß gar kein Anlaß zur Klage über das Wacht- k o mm a n d o vorliege. In der gleichen ZZZeise hat die Polizei» Verwaltung de« OrteS sich ganz energisch gegen die Erklärungen der Einwohnerwehr und die angedrohten Maßnahmen der Reichs- wehrbrigade S gewandt. Dies ist im Reichswehr-Gruppenkom- man'oo bekannt. Die Beseitigung der beiden Feldwebelleutnants hat wohl al» Ursache, daß die beiden Herren mehrfach sich gegen nicht zu billigende Maßnahmen höherer Stellen gewandt haben. Auch hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Treiben der Reaktion. Man hängt dem Wachtkommando an, seine Schuldigkeit nicht getan zu haben, holt die Einwohnerwehr zu Hilfe, trotzdem Polizei und Bürgermeister erklären, daß zu solchen Maßnahmen nicht der ge- ringste Grund vorliegt. Es wird also das Wachtkommando des Gefangenenlagers tzavelberg demnächst wohl verschwinden, und die Reaktion wird wieder einen Schritt weiter auf dem Wege, auf dem sie marschiert, getan haben. Wie lange noch? Vven!dsll8. Othello. Anfang ft'/j Uhr. Schauspielhaas. Corlolan* __ Anfang 7 Uhr._ Direktion Max Reinhardt. Uentnr.hes Theater 7 uhr: Wis es euch oeiällt. Frt.7: Der Kaufmann V.Venedig K.r�-nieraplele. 7u.:Die8iiclise derPamiora Freitag 7 Uhr: Unlenvegs. Theater i. d. KüniogrätzerStrafle '/«g Uhr: Kameraden. Freitag: Kabale und Liebe. Sonnabend: Kameraden. KomCdieDhaos 8/48: Llselott von der Pfalz. BerliaerTheater ViS: Die Dnme Im Frack. Centrul-Theater Die Schönste von Allen. I>cntsehen Opernhaus 7 Uhr: Cavalierla rusticana. Die Schwitzeri�v. Saragossa. Jfrledr.-IVTHkelnist.Th. 7t/. uhr: Weinende Erhen, Kleinen Theater. 8 uhr: Summa Summarum. Kl. Mchauaplelhaus. Zuni'tum! Krach. Kumleehe Oper 7'/. u.: Lieheszanber. Sonntag Zt, U.: Liebeszauber. Lnntsplelhaus 7'/, Uhr; Sö vlll MädCl. Mctrop«l-Tho«ter. 7 uhr 20: Die Fasellingslee. Äewcs Oi>©rctteiihan». T/.u.DieDanieyßmMns. Hehlller-Thent. Chnrl. t/br*; Der Mi der Jugend. Thnlla-TUonter ?./- u.: Jungler Srnmenscheln Th. am XoIIendortplats Z>/« Uhr: Renaissance. 7«/, uhr: Die Pappe. Theater dos Westens 7v,u.; Die Ffau im Hermelin Sonnt. 3'/,: Die lustige Witwe. Theater d. Friedrichstadt 7v,t Hier Einakter. W al Iner-T h eater iJhr Eine Ballnacht. Sonntag Z.Ii Uhr: Oelshs. Residenz- Theater. Untergrundb. Klosterstraße, Stadtbahn Jannowitzbrflcke. KS"".SM.Male Das Bere LeDt Komödie von Sudermann. Sonnabendnachm.4,kleinePr.: liiinsel und Ciretel. Sonntagnachm. 4, kleine Pr.: KcspcnBter� Trianon-Theater. Bahnhof Friedrichstraße. Untergrundbahn Friedrichstr. TäglicTi Heute qßO Mola 8 Uhr. zum sWIä.WOIC Her gute Bul Komödie von Sudermann. Sonnab. nachm. 4, kleine Pr.: Aschenbrödel. Sonntagnachm. 4, kleine Pr.: •lohannisfeiiep. Walhalla-Theater. VI, Uhr: Das Gesetz. Rose-Theater. 7«/,-Uhr: Kleine Sklavin. Lolsen-Theater. «T Strandpt S8: Aschenlirödel. Sonntag 3 Uhr: Dorf und Stadt. Volksbühne JS;;,. p/, uhr: Wilhelm Teil i,eHSlntc-Thcater Direktion: Victor Barnowsky. 71/,: Der Schöpfer. (Albert Bassermann.) Freitag 7; Peer Cynt. Sonnabend 7'/,: Der Schöpfer. (Albert Bassei mann.) Deutsches Klinstier- Theater. TV,: Das Schloß am Wannsee. Freitag 7'/,: Die letzten Ritter. Sonn. TV,: Schloß am Wannsee. Sonnt.?1/,: Schloß amWannsee Casino- Theater Lotbringerstraße. TägU5/,' U.: Großstadt-Pflanzen Voiksstück in 3 Akten. Vorher: SchwarzwaldbOble. Operettenakt m.VlktorLitzek. Dazu erstklass. Spezialitäten. Sonntag Vrl: Mädchenchre. APOLLO THEATEK Dir.: James Klein J Friedrichstraße 218 1 7V, September 7>/, l Sonnt-Z'/jU. I Erich Rahn | deutsch. Polizeilchrerj überwält selbst den I best.Ringkämpfer imB | Jiu-Jitsu-Kampf f 4 Urbanis die best. Akrobaten I der Welt ? Hennings? 3 Mackweys die Urkomischen Mestrum die komische Type| Alvers& Partner Luft-Akt James Bäsch Humorist 3 Carteilas berühmte Jongleuwi Familie Fürst Universal-Akt | Sonntags 3% jeder| Erwachs. 1 Kind frei. Theater am KottbuaerTor Tel.: Moritzpl. 14814. ( 1'/, Uhr und Sonntag: nachm. 3 Uhn 'Elite-Sänger Seidel, Ruselli, Schubert. Horst, O. Schräder etc. Neues Programm! Großer LachcrfolgT Sonnt, nachm. ermaß. Preise. I Kind frei! BICthgen.Konzert I Beg.TU. Circus Rusch •® � mmmmmam Tägl. VU S»g. ZV, u. VI, v. Die großen equestrlschen und hyppologischen Darblctuneen. Ein wirkl. Clrcus-Progr.!! 0 RIEHT StrausliErger Platz Werner Wolf Bisa van Roy ? Woldemar? Leo! Spenge! Frank Bergmann Lony Wagener u. Partner Victor Ritter Hugo Haneid Tonkünstler-Konzert Anfang 7, Sonntags«V, Uhr. MMMMMK Beteln Betlia, 2.... 8. Ml. Am Sonntag, 21. September, nachmittags 2 Uhr, im Patzenhofer(früher Bockbrauerei), Fidiciostraße 1—3: WM" Volksfest Konzert— Gesang— Kinderdelustigungen— Preisschießen Festrede des Abgeordneten Rudolf Wissest. » Jede» Kind erhält ein Geschenk. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr ab geöffnet. Eintritt eine Mark. ••cMeeeMteeeeeeMeeeeeeeeeeeeeaMeoceeeese« 1 Richard Os waldLichtspiele| früher Prinzeß-Theater Kantstraße J63 Direktion; GEBR. KÖTTNER und RICHARD OSWALD j |die arche! | Nach dem bekannten Ullstein-Roman| �| von Werner Sehest. Regle: Richard Oswald. | 500 B*6 880 Eigene Lichtanlage. " ig ! S iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniliB lönigstadt- Kasino Aiexondersrr.ri.— TZgl. 7V,:' Variete-Spielplan. Nach der Vorst.: Tanz. iLinben- i Restaurant Eingänge: ; llater den Linden 44 Zriedrichlraße 02 allseitig gerühmte Küche! (Zcht pilsener und Münchener Äiere Kapelle Mich stiel Toualtzorf-ZSetri«»« CK atrao XnmSMf Metallbetten, Stahlbrohtindlratzen, ftinbrr- betten, Polster an Jedernc Rat. fr. Ctfenmöbetfabnf, Suhl f.TH. Wegen des Riesenerfolges eine Woche verlängert 1 Hania Tzatsebeva in dem Film Regie: (Deml-Vierecs) iie: MANFRED NOA. Ferner Matray-Sterna In dem Lustspiel Als ich eine Leiche var. Blgene Lichtanlage. Heute 2 Uraufführungen Die Diebe des Bastard (Dar Sobn der Msgd) Soz. Drama in 6 Akten. Hauptdarsteller: RoseVoidtklrcli Ludwig Hartau Regie: Max Mack. Außerdem: Arnold Rieck in dem Lustspiel Der Ooppelmensch A6 jA�sclionedera ßauptsir.JO/Sl RAUSCH mit Asta Nielsen. Karlchens Pumphose. j�/Akien. Voranzeige I Vom I». bis 25. September: Prostitution II. Teil Beginn 6 und 8 Uhr._ 99 Neu eröffnet! Habijou ff . lAtolFals-Palast1 ilnlernatloxwetikämpli, ■ in allen Gewichtsklasser. um die MeUterschatten von Deutschland. dmlcalslltlno� Die sich verknulen. ( Prostiimion 11. T.) Reiciishall.-Ttiester VI, Uhr u. Sonntag , nachm. 3 Uhr: Stettin. Sänger nachm. haibePr. Reichshallen-S.: Dönbott-Breltl. v/iitlsl-ösite» TÖgllch Vl+Vbrt Variete-Spielplan Rauchen gestattet I Wein-Restaurant I. Ranges Tünf" Llbr- IC ee Tägficßt Künstfer- Konzert ff Potsdamer Strasse 7S(Sportpalast) Inhaber«.»empf Größtes und vornehmstes Sar- unü Weinrestaurant öes Westens � � 5 Uhr Tanz-Tee*** SopeUe ftrcpcla[* ah 8 liDt täglüh lonj .SWWWWWN: früher Buggenhagen:: Dir.: Schwarre? Rarer Persönliche» Auftreten von Ernst Lubitsch unö (dssi Gswalöa. Ferner das Riesen» Varietö, Programm. Sier-Restaurant. Sämtliche Plätze zum Einheitspreis von z Mark.» Anfang 8 Uhr. tßAJDAME DUBARF& '{RÖFfNUNOS VDmaUNQ m UFA PiliST MOOO Rennen zu Berlin-Grunewald (Rennen des Unlon-KIub) 10. Tag: Donncratug, 18. Septbr., nachmittags 1'/, Uhr; 8 Rennen im Werte von 142000 M. n. a.; Aaaebnrgr-Rennen, 40 OOO Ä. eg. Sichrrh. ob. Blirgfch. Joh. .Irnse R Co., gmtnob., SIgent. u.Stomm.,SW«I.Gitsch. Str. 107' Peltzer Grill HERMANN PELTZER WEIN-RESTAURANT Neue Wilhelmstr. 5 Nähe Unter den Linden. Zentrum 11 017. au« dem Crlnoi- werk, Chem. Fahr, Weinböhla L Sa. Aerztl. empf. Dose _ Mk. 2,50, Zu haben;_ Barbarossa-Ap, Kurtürsten- damm 264. Engel-Ap� Kanonlerstr 44, König-Salomo-Apotheke, Charlottenstr 54. Wittes Ap, Potsdamer Str. 85. Diana-Apotheke, Turmstr, 28. aermania-Apoth., Lothringer Straße 50. Oranien-Ap, Elisabethufer 34. Marlannen-Ap, Mariannen- platz 6. Apotheke am schleo. Tor, Skalitzer Straße 72. Gust.-Adol(-Ap� Kolonlestr. 1. Alexani-Ap-, Alexanderstr. 8. Borussia Ap.,bchönri. Allee 66 Hohenstaufen-Ap., Kottbuser Damm 12. Schöne Landwirtschaft in Pommrrn, 11 Morgen guten Acker und 10 Morgen gute Wiesen, in. massiven©ebihtotn, voller Ernte, 1 Pferd, 1 Ruh, 1 Schwein, Hühner, sofort für 28 000 M. bei 15 000 M. An- zahiuna verfänfüch. BirMch ernffe Selbsfkiiufer wollen sich persönlich meiden, da sehr Agenten verbeten. öller, Pankow,[02/1 Florapromenade 22. flÜnfti%,8 B(ilünftige Gelegenheit Rentenhaus üt Friebena», mit 4» und 6.Ruu:netpJolinungen, ohne Lüden, mit allem Nomforl ausgestattet, bei fnapp tofather fNlel» Mm Preise von nur 210 000 M. zu verlaufen. I8f. Zctimiiit Söhne, Leipiig.Ttr.II2,E.Mauerftr. gtr. 12GOO-3, 3066, 10871-2. Vcrkehrsverblndun jen: I Vorortzüge bis Bahnhof Rennbahn, Untergrundbahn f bis Bahnhof Reichskanzlerplatz, Straßenbahnen D. - und U bis Balmhof Heerstraße etc. SleUtvo-Jfiotore stupfcrbrähte und andere elektrische Materialien kauft- Blektromechanik Zentrum «urjeftt. 18 Ted: Alex. 4782 ?,Lonibapil-Hans,i K H. Graff, Leipz. Str. 7311 L — Höchste Beleihung; S. E O Diskret., Reellste S ? JL Oelegcnhells- n ätä käufe.n Brillanten,« Schmucksachen.- ■ 10—50% um. Ladcnpr. B + Frauen+ togien.©ummiwarenhau» von tau Anna Hein, fr. Oberhebamme a. b. gedurtohilsl. StUnil Eharite Berlin, älteste« der ©uinmistrümvfe,©ummisauger in bekannter Ouaiifdtu.folfben «reisen. Sprechzeit 10— ü. Frau Anna Hein, Berlin 100,«oto- bamer Str. 106a. I007L' y***?:....:.1 �Rfeisslack: KAFFEE KAKAO i» SCHOKOLADE 20 , 25.Ko. Krachinshmegendnngpn aus erster Hand ohne Zwischenhandel unter Garantie für absolute Reinheit, rascheste und gute Ankunft. Engrospreise I Nur ia ausländische Qualitäten I Fordern Sie nnvernflgHch Preloe! „K A F F K A O s, A P E" Franz. lebensmitteiversandliaus, Bmger«r. 10. Mainz II, icn.. LonisXVI. Schlafzimmer Joseph Dreyfuß Kuriürstendamm 213 Steinplaii" 53?S.* AlfeGebisfe und deren Teile mit stöhnen kauft zu den höchsten Preisen und zahlt je nach Werf m Mifi eis soo n. . ZW. lZ. Für«rounstffte 20-50 M., Kontakfe, all«©oldsachen enf- sprechend hohe Preise Emil Zslchier, chem. Laborat. Filiale Berlin, Belle-Allianre. platz 6a, Hos part.|8lvU BarSiner Sitzmöbal- Industrie Q m. b. H. BcrllaC2,NeucPromeflad.l Eckhaus am Bahnb.Börsc, Eigenes erstkl. Fabrikat. Laserbesuch erbeten MN-IWU. ouche für Herrenzmimer echten Persertepp.ch unb zwei Verbindung»- Teppiche von Privathanb zu lausen,©rohe und Preis wirb gedeien unter Ta. V. 8003 an Rudolf Mofse. Berlin, Tauentzienstr. 2. sS2 ö' Rechtsrat Wilmersdorf. Str. 126(Ehlbg.) Eprechstunben 9-7(Sonnt 9-1) Prczeste, Stras-, Sieuec, Athnenren-Bertrauenssachen. Spez.: Ehcscheiiinag. Gsttertreanuag. Raferleilung kostenlos.* ' EleklfoniQtore Gleichstrom:: Dretastrom kauft[• Berlin W9, L'nKstr. 10. Tel. Lützow 3705 und 8518, WeemSMg! ©«branntet Kaffee, Kilo 20 SU Hollönbischer Katao, Marf« Prtte, 25% Fettgehalt, Nil» 24 M., In Potoafrten von 5 Ätlo an gegen Rachnahme lieferbar. Frame llunw»byrti, Ääln. HohenslaufecruiS 42. Isolierten Kupferdraiit, Litzen und Waciisdraht, kauft höchstzahlend• Inecnfeurbureau Schlictuing Berlin W», Linkstraße 10 Tel.: Lützow.4705 und 8618, MÖBEL Lieferung Kompletter Herreii-, Speise-, Seliiai- und Wottiizinuner ab Fabrikgebäude nueig. Lastauto nach Jedem Ort. Muum Berlin, Alexanderstr. 31. Tel. KgsU 1737. Msnkag, ven 22. Sept.. abends?'/, Ahr, im Zeichen. soal der Iriedrtch-Werderschen Oberreals' ZliederwoNsir. 12(unweit Hausvogte! nie, C 19, Mitglieder-Versammlung. Tagesordnung: 1. Besprechung übet die finanzielle und sonstige Lage de» Vereins„Atbeiter-Hochschule"(£. V. '■!. Besorechuna übet die Stellung des Berein».Arbeiter» Hochschule" E. V. im künftigen Berliner Bolkshochschulwesen. 3. Programm für den nächsten Winter. 319/2 1. Vorfitzender Dr. Felix Borchardt� lder des Vereins„Arbeiter-Aoch Arbeiter-Sochschnlr' T. B. M taufe um vis Souuudeuil. m 20. Seukmder ms. uou 10 vls 8 Nr Alte Qebisse und zahle äufterft hohe Preise. für den gewöhnlichen Pl.-Zah» von 2,10 bis 4 M., für Pl.Stift.Zahn und solche, die mit Platin-Platte» der- arbeitet find, btS 20 Mark, im Hotel Nordischer Hof. Jnvalidenstr. 126, 76/3 gegenüber Stettiner Bahnhof, Zimmer parterre. BötausfitM um notf) bis Sonnabend, Den 20. öepietnDei,««»»«»»<-», wt»«» | Qebisse|| im Hotel Bnlner Baum, ICrausenstr. 56-58 Zimmer 1, pari, recht», von 10 bis 0 Ahr statt. Wie bekannt, bin ich in der Lage, Ihnen die höchsten Preise zu zahlen. 76/1 ifh. L. 4� für den gewdhnlich. Platin-gahn bi»<— � PIatin»Slift» und solche gähne, die mit Platin �> v-rarb-tt-t sind, bi, 20.- M. ._ Vogler, Berlin. �ite Gebisse bis 750 K Zähne 2,10 M. bis 25 M. Gold, Silber, Münzen, Platlna kauft Frau Knnth, Zionskirchstraße 54, v. ü. Von 8 bis 8 Uhr. (Anklamer StraBe, Brunnenstraße.) Gold, Silber, Platin«, Münzen» Zähne 2 bis 25 M."5ÄKÄ" taust Fran Unke, vlücherftr. 4V H, von 8— 8 Uhr. �nims KsueKtsKsK Garantien rein VAniscKer Kautabak Rein türk. Zigaretten Englische Coldflake Größerer Posten Zigarren, SSÄÜSK?. Zigarren- und Zigaretten- Großhandlung. NcnkSIln, Schinkestraße 4/S. Möbel! Sonder Angebot! Schlafzimmer Speisezimmer Herreuzimmer Dielen-Möbel Kuchen Zelle NflÄituug ♦ ttslleues Material ZerlauD aus uaS austvötts i» großer Auswahl zu billige« Preise« famhgrjj.ll. MeWs..Zulju- t,MIWll!''WMse��G.lv.lj.S. Dircksenftraße 43�44. �rcleltvverke, lZ.a,.!i.s. Lbers�sMe dei Berlin k�ernspr. No. 34, 607, 610 u. 689\ Abteilung Telegr.-Adresse: Ardeltwerk/ Zahnräderfabrik Zalmräder iMü Verzahn, eingesaniltiörp. in 2-8 Arheitstag. %_ 142L-& In croB»r Anawalil und Snter Ausführung anf Bai« oder Kredit. Möbel- Gross Gr. Frankfurter Str. 141, liuaüdenstr.5, EIng. Ackerstr. Kr.egsanl. u.Spareinl. nehme ia Zahlung Kriegs ani eitie wird ziun Kirne*en in Zaitliwg Jetzt uoch bltü Pelzmäntel! Plüschmäntel! 1200. 1500, 1600 2100, 2800, 8C00 850, 860, 780 >00, HBQb 1280 Ulster aas weichen molligeo Friedensstoilea! 125, H«, 228, 286, 860 UebergaogssAstai aacü für Backfische»Z, 88, 68, 8«— Sehr billig II SeMmm&nM im 155 XrtUüahrakoatüiM 86, 120 flnamlB Intel l«h 168 BbeRrtek» «.« 88,82 Seiden rtek» 88,« Kjaetaeidea« StriekSaelMi 128, Mt «5' 6» Kertet- Ulster 88, 86 Herbst- und Winter-Modelle In hocheleganter Ansfflhnmg sehr billig! II Westmann l. Geschäft: Berlin W Sy 2. Geschäft; Berlin SS0 18, Mohrenstr. 37a. Gr. Frankfurter Str. HS. Sonntaar*(fesohlosaen! KoAbuscrrlamm Harnstrahlungen, SpeziaUBehandlung■Ia u. Biutuntersuchung, Licht- u. Finsen-Behandlung. BeHöhensonne. Vierzellen-, Elektr. u. med. Bäder. a�at, Lüser, MUnzstr. �%-8?seonnnttrpla'-z ■ Heilanstalt TTflir ffloflem amtiiilalorisciießEtianiüiüig1 mit den besten und modernsten Apparaten für elettrophy- he Licht- u. Ratur-Heilmethode. Die roissenschastlich mnte und glänzend dewährte Behandlung mit den „Künstlichen Höhensonnen" als Ersatz für Behandlung in den Hochgebirgs-Sanatorien. Die„Künstliebe Höhenionnen"-BehanillunK ist da» be»te und neueste Hellverfahren bei allen Erkrankungen der Lunge und der Atmungawege, speziell bei Lungenschwindsucnt und Tuberkulose jeder Art, chirurgischer sowie- nnerer. Die hiermit erzielten Heilerfolge sind unbestreitbar. Daneben tominen die modernsten und �besten Heilapparate und Methoben zur Anwendung, z. B. Aöntgen-Behandlung und-Untersuchung, Elektromagneto-Zherapte, sämtliche medizinischen Bäder sowie Ziräuterbäder, Inhalation von reinem Sauerstoff und innerlicher Sedrauch von Sauer- '' ische I______ oren Jtrontheiten unbestreitbar die besten' und dauerndsten eilersolge erzielt! seldalversiündlled nur bei genauer urchführung der Kur, die ohne Berutsstflrung durch- hrt werden kann.— Mit bestem Heilersolge werden tdelt: Lungen-, Hals-, Herz-, Magen-, Darm-, leiden: Nervenschwäche, nervöse Kopfschmerzen, all- gemeine Nervofität, allgemeine nervöse Abspannung! Ischias, Gicht, Rheumatismus! sämtliche Ausschläge: fflechlen, Wunden. Geschwüre: Lähmungen sowie Minder- iähmung: Stoffwechselkrankheiten, Zuckerkrankheit: Haut-, Harn-, und Unterleibsirankheiien.— ffrelwlfli bri-stlchs und mündlich» Unerfcnnnnaea fcür behandelter and geheilter Patteute», die angal oor der Bei~" aha« fficfo 2. schreibt Herr Lehrer Zlelete aus Iachzendrll Zossen am 2L Dezember 1918:»Nachbem ich in Gebirgs-Sanatoritlm ftir Lungenkranke 5 Monate Erfolg behandelt worden bin. habe ich nstalt wieder Heiluw ans... arzt, der mich vorher einem HL., ohne in Ihrer Heil- gesunden unh wurde vom Kreis» r dienstunfähig erklärt hatte, nach wieder für dirnstsähig befunden. auer Untersuchung____. W �. Seit dem 16. Oktober 1918 erteile ich 4 Stunden ununter- krochen Unterricht. Die» schreibe ich Ihnen ohne jegliche Beeinstussung Jhrerseit». Auch meiner Krau, die bei Ihnen behandelt wurde, geht e« ausgezeichnet(litt an tuberlul. Salsdrüsenoereiterunal.-— Herr Werkmei' behandelt. worden war und mir schließlich der rechte«» abgenommen werben sollte, habe ich mich in letzter an Ihre Anstalt gewandt und bin miM5 Behandlungen See Not . Mi lungen von' meiner platuergisknng und»eretteruag de» Basedowscher«ronthei» gehl barteit habe ich Ihnen viele Pattl empfohlen. Sollte sich irgeno eil rechte» Arme» and der Hau» geheilt worden/ 4. Frau Magistratsasfistent Herrmann au» Kottbus, Laufitz er Str. 14, schreibt:.Ich diu von meinen Mageu- geschwvreu mit 90 Behandlungen völlig in Ihrer An. statt geheilt worden, nachdem ich 12 Jahre lang ander- wettig ohne Erfolg behandelt worden war. Ich silhle mich so wohl und gesund, wie ich mich noch nie gefühlt habe.— 5. Herr Feuerwerksleutnant Mafchlanfo, Neukölln, Weser- Straße 81(letzt Köniaaderg i. Pr.) schreibt:.Meine Mutter, meine Schweiler, meine Frau und ich find ln Ihrer Anfialt geheilt und gebrffert worden: d»e Mutter von chronischem Atagentaidea, die Schwester von üopk» schmerzen«nd»chm-rhSr!gfe>t, meine Frau von Herz- und Magenleiden und. ich von altgemetner neraSser Abspannung.-- 6. Frau Restaur. Hering. Berlin, Schönhauser Allee 87, schreibt:.Ich bin vor mehreren Iahren l bei Ihnen von Herzleiden und —..---—--(iit worden. Aus Dank- ...enten mit gleichem Leiden sich irgend ein Leiden bei mir bemerk- lerde ich mich sofort wieder an Sie — lpelhos Katserin- :, stark eiternder. und Darmfistel geheilt — 8. Herr w. Herrmaua, ahnadörf, Dorfstr. 9: Bon wbertuldser Brust» und AtppenseUveretternng geheilt.— S. Herr«. Schdn, Eharlottenburg, Spandauer Berg 21: Bon vronchial- asttima geheilt(anhält. Heilung 9 Monate später he- siärigt).— 10. Frau M.»ornemana. Berlin-Treptow, Graetzftr. 6: Bon Aioren. n. Blasenleiden geheilt.— Getrennte Hehandlungsritume jür llemen und Herren! Sprech- u. Behandlungszett; 9—1, 4—?>/,.— Sonn- und Feiertag; 9—1. «erzMche«nstallslrtwng: Hoilanflaltsdefitz-r Profefssr p. äUstelsk�. gradalert und approbiert im Aualand Berlin SO. 10, Brttcbenutrafie lO b. Bin Bahnliot Jannowitabracke. empfohlen. bar machen, so wenden.-— 7. ______ Herr Vf. Heese. Temp-lhof Kaiserin Augusta-Straße 67: Bon 5 Monate atter. breiter 0pera»t»aa-vauch. (vorher zweimal...... Rahnai'' d r«el-Sohn in.(wen: krolle kraiikkurtkr Str. 58 (5 Minuten vorn Alexanderplatz) 'm Herden: LäliZttSKe 47/48 Möbel j gegen bar oder Teilzahlung I S pezialität: • t- Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, Polsterwaren, | farbige Küchen, einzelne MSbel. Rlcaen-Auswabl— Billigste Preise. Sehr kulante Bedingungen und grSBte Rücksictatnnbme. WM- Lieferung frei Haus.-WWW Liefere auch nach auswlrts. Gekaufte Möbel können kostenlos lagern. Kriegsanleihe und Sparkassenbücher nehme gern 1 als Anzahlung. Spezlalarzt Dr. Hasch6 Sprechstunden 10—1, 5—8. Sonnt. 10— L WkwWW 90-"" f 500 Jltark Selolmnng. 1 Am Dtenatngmorgen tm Auto Sptttelmarkt bi» Mtzowpl. Zigarettenetui liegen gelassen. Es wirb um Rückgabe gebeten gegen obig, Belohnung. Gefl. Nachricht unter F. 565 an Gerst- mann» Anit.-Bureau, Teilzahlung--- gestattet.- .Harn, und Blutnatersuchungen.- Spezialarzt Dr. med. Koebea. Erprobte und schmepz- lose Behandlung* In Dr. fiomeyer dt Co. konz. Labor. f.Blutunters. Ffle!lFlchs(r.8Ueagnanp",bk RönisstP.56;8UeaÄ; Spr. 10-1 u. 5-8, Sonnt 10-1. Separate» OamenzlBiraer. Spezialarzt Erfolgreiche Behandlung. Königstr. 34/36 Alexanderplatz.-* 10— l, 5—8, Sonnt. 10—1, Spezialarzt Sanitütsrat Dr. Müller, Frießriclistrde IS D, Eingang Kronenstrafle. Spr. 11—1, 5—7, Sonnt. II— l. Erfolgreiche Heilmethode., Harn- und Blutunlerwchuag. Professor Dr. Hebra's SommertprosMn- Cream I nach Oiiginal- Rezept.| lOOOfacn bewährt. In Töpfen 5 M. 4�0. Elefanten- Apotheke BerUa 828, SW19 Leipziger Str. 74 140/90*| VieeliiHr beseitigt D�Älanssilbe ied. Hautausschi., Flecht„ Hautjuck., bes. Beinschad., Krampfadern der Frauen u. dergl, in Originaldosen 4.50, 7.50 erhältlich In der „Eleiaatcn-Apotheke" Berlin 213, Leipziger Stra6e 74(a. Dönhottpl.). (a. DOnhotfpl ■MiiipB Kupferdrälite Metalle Kallin und Litzen j ffir Auslandsbedarf 1 kauft Kabelvertrieb, | Joachlm-Friedrlcb-St/34 j Amt PfaUburg 4559. Ar. med. Karl Reinhardt I Berlin, PotsdamerStr. 117(a.d.LfltzowstraOe) I Spezial> Arzt bewährte fachmännische Behandlung. Unentgeltliche Auskunft und aufklärende Gratis- 1 1 Broschüren(Beschreibung sämtlich. Heilverfahren) in den Sprechstunden von 12— 2 mittags, ss,b bis l/,10 Uhr abends, Sonntags V,ll— 1 Uhr(im verschlossenen Brief 125 Mk.). Dr. med. Hollaender Speatialarat Äofblärende Brosebüre Ir. I. 1,80 M. gegen Nachnahme.* Berlin, Leipziger Str. 108 t täglich 11— 1,»— 7 Uhr, Mamburg, Kolonnaden 26/ Sonntags U— 1 Uhr. Spezi»!-Abteil«ng Uniformenfärben, in Zivil umarbeiten in schwasH, hruu«, blu«. grün, in 8 Tage» sowie Wenden, Umarbeiten, Nenarbeiten von Herreu- und vamaugaederobeu in 3 Doge». Stoffnenheiten. Stoffausstellnng. Außerdem wird jeder Artttel I» S Tage« gesürbl»ad l» 24»«»»de» chemisch gereinigt. Abholung und Zustellung lostealos. —— ouiUiual-«ugltsche Stost-AuemahL � * Irunerfache» in 48»künden. Baacb& Baczbowski, WedrielistraBe H l ji: riegsindälide kann mit einem läglil�. u.kLZ5 a.d.Exp.d.BL Transmissionen, Riemenscheiben, Lazerbäcke usw. preiswert abzugeben. .AMdr«a» Flom, Berlin SO 16, Cöpenicker Straße 92. Pemspr.; Moritzplatz 108 20. KeineWanzemehrM.t50 nur mit KammVläger Bergs Nlcodaollu.n zu erzielen. Restlose Wanzen- n. Brntrerniehtnng Erfolg verblülfend. Kinderleicht anzuwenden. Gesetzlich geschützt— Viele Dankschreiben.— Doppeipaket M, 250. Ausreichend für 1 bis 3 Zimmer und Betten.* Alleioverkint: Sämtliche Warenhäuser A. Werthelm. Bei Ein», von M. 2,70, oder Postscheckkonto Berlin 3t 286 portofr. Zus. durch H. A. flruesel. Berlin, Könlggrätzer Str. 49 Msins grojlea ZKSbsl-LSssr mit»peiseziinmeru, Herrenzimmern, Schlaf» zimmern. Leder- u. Sobetin-Garuiture», Plüsch- sofa», Zrumeon», Schranken, vertltos, kam- pleiten Hüchenelnrtchtungen usw. stehen zur ge- allige» zwangiosen Befidinaung in der Brunueastrafie Ar. 2, Ar. 6 u. Ar. 160 nahe Rosenthaier Platz bei �Üdel-Qeekner, \»eöffnet von 8—6| Parteisekretär. ff8tb«sTÄaH°n Groß-Stettin' Parteisekretär gesucht. Bewerber müssen eine mehrjährige agttatorische und organl- satorlsche Tätigkeit nachweisen können, und wollen unter An- gäbe ihrer bisherigen Tätigkeit innerhalb der Ardetterdewegnng sowie einee kurzen Ledenalaus» ihre Meldung unter.Be- Werbung* bis zum 26. September an da» Bez irtisekrelarlat der». p. v..»lein«. Schillrrstr. 10 I, richten. 2191 Der Bezirteoerstaud. R. Kassierer sofort gesucht. Bedingung: Beitritt zur Genossen' Kapitalsbeteiligung mtt mindesten» 30 bi»' e und Bank- fachkenntntsse.— Offertrn an produtMugeuofientchast für MelaN-«. Holzbearbellung _«rab Berltn.«urstr. 5L•, 8919b Tüchüger Sebaehtmeister für umfangreiche Erdarbeiten sosork gesucht 76/5 Boswau Sc. Knauer, Mohrenstraße 48. Di« Mg. MsfntiMsse Mau beabsichtigt, zum 1. Januar 1920 zwei Zahnärzte zurKassenpraxis zuzulassemevtl evtl. Be- Spandau wohnen oder Wohnung nehmen und ihr Gesuch dt, ipalestens 28. Septemoer 1919 bei der Kasse eingereicht haben. 278/8 ver Bersten». C. Richter, Vorsitzender. ISSlige SSadn mit nur vieljährige: fahrungen im Sdiak Werkzeugmaschine». ttstonsteilen wie«: Supporten, rigen Er- '' ben v. -Prä- Betten, Spindellaa. usw. von ersttlass. Werk- zeugmaschinenfbk. gesucht Geeignet Bewerber wall. mit Leben»leuf und d. Dauer ihrer b. d. einz. Firm. melden unter M. 35 an d. Exped. d. Ztg. IXXH 14— 16 jährige i z. sofort Antr. gesucht, i ' Starck, Michael A Co, 1 ! Berlin NW 7, Mittelst 2/4.| *•9————* Wir suchen einen Meister, welcher mit Stanzerei, Särteret und möglichst Schleiferei best vertrau! ist Ausführt schriftliche Offerten sino an die Smil Beiabte Attten-tves.. Bln.-Wartendors, Sroß- berreastr. 18, zu richten. 762D Kunstschlosser- lehrlinge kräft.,gesunde, werden eingestellt -''—" B. Kad ... r« straße 15/21,«.«tzs Schönholz. C. Ade, Inb. Hcnti. Kade, Geldschrank• und Srcforbau, Aeinickeuderf-Ost, Sommer- Mamsells auf Kostümjacken u. Mäntel Rauchhaudier, Tiisiter Straße 1. KIll8KIIl!S!>ökil!I,8«I geübte Kräfte, sofort tür unser Atelier gesucht. StrauBfedern geübte Krauserinnen verlang. Altschul dk Sinzheimer, Zimmeratr. 14/15. 3923b Singerftickerin im, auch außer dem Haufe, bei höchstem Lohn u. dauernder B» schäfttgung stellt-in Willi Wille, \».Bahnh.Putlitzsti: leck- uU TiUleiarheiteriMen, selbständige guarbeiterinnen verlangt 52/ dohauua 3acedr, EHarlottenstr, 63. Tüchtige Znarbeiterinnen suchen bei hohem Gehalt und daueender Stellung 78/4 j Mertes&. Co� f&ttlin SW 68, Lindenstr. 35. Ein günstige* res Angebot» als Sie in den beiden hier abgebildeten Mänteln In Händen haben» wird Ihnen so leicht nicht geboten werden, # �, ''»t/o..*.''r"iMcher, I äis-m i ''9en teso" aus w' «Mvr aWjar® I reichi M tenau erSte. I � 2eichr*teri">g m apV»\e4e«en M eys�e saxdsl<» "WW''" Königstraße 33 Chausseesir. 113 aitn ZSahahos«UfanesrpSaft. 2dm Otdttncr Lahahof <* fts*. �> iji Qeökknet von 8— 6 Uhr. Besonders vorteilhaftes Speisezimmer 1 Büfett Eiche 1 Kredenz„ 1 Ausziehtisch„ 6 Stühle„ Mark: 2850, 3750,4500 etc. Herrenzimmer 1 Bibliothek 1 Schreibtisch 1 runder Tisch 1 Schreibsassel 2 Stühle Mark: 2450, 3650, 4875 etc. Schlafzimmer 1 Schrank mit Spiegel, Eiche 1 Waschtoilette mit Spiegel und Marmor 2 Nachtschränke mit Marmor 2 Bettstellen 2 Patentböden.' 2 3 teilige Auflegematratzen mit Keilkissen 2 Stühle 1 Handtuchhalter U. 1875, 2650, 2950, 3875 Ständig große Ausstellung von ca. 300 Herrenzimmern, Speisezimmern, Schlafzimmern, Wohnsaions, Wohnzimmern, Küchen, Dielen etc. Leder-Möbel— Gobelin-Sofas und SestcL Hervorragend schöne, gediegene Ausftlhrongen einfacher, mittlerer und elegantester Art s Teppiche/ Kronen/ Kristall/ Porzellan. Berlin C, Dlrcksenstr. 31 am Bahnhof Aiexanderpl., Ecke Königsgraben. !!!(Hctbü! lue lebe'hiettuege. Höchli» ÄII» fauTspceiie für Pfandscheine, Brillanten. Goldgeaenstände. Teppich«. Bücher usw. Volff, frlc4riciutr.il Ul.E-l-Kochstc. ? Hautjucken &(KrätZe) wirksames Spezialmittel I Pers. 740 M, 2 Pers. U M. Apotheker Lauensteins Vers. Spremheg U K* Suroi besonders preiswerter u uorzüglicheriinmoche- tlsushoitunqs- und Ss/ot Essig tfnfv Stindigtr KontroH* thes ffahrungyniffdcfa/rNhtr* Man achte auf den geschütztenManien WitosgsttftnmacheuSalat Essig m alienöeMÜrzm/trtg tum Oetrauchlnport Je» grünes Etikett und weißen Verschluß- streifen. CARtSÄ� KÜHHE� BERUN. N 51 denZuckenusalz l/nfcr sfandiqv Konfrotu ttnti Aütwgwutttkfii/nkin Man achte auf den geschützten Namen . Ceka. rotes Etikett und roten Verschluü- etre len. alebt erblltllch. wende msn eich an die Fabrik, die Varkaatastellea aufgiebt. Fernsprecher Humboldt 3603. 3666 3665. Ossdiristepmlhin geüst! iÄÄi»"iilf"1 Itt einer alten orisntaliaehen Bibliothek ist ein Dokument gefunden worden, da« ganz genau mitteilt, wer Jesus Christus war 3 ein Bundesbrtjder des Essäerbundes, einer �.rt Frciuiaurcrverelaigung. Es ist der Bericht des Ältesten dieses Bundes In Jorusolcxn au den Ältesten jn Alexandrion. Ein christiieher Priester versuchte hei der Entdeckung das Dokument zu vernichton, da sich die ganzen mystischen Wundergaschichtcn aux clamal ganz natürlich erklären. Die Vernichtung gelang Ihm aber nicht« Dieser historische Bericht ist Ins Deutsche ttbersetst worden, mit «inem Vorwort über Poutius Pilatus neubsarbaitet von Fcrd. Schmidt. Kein Denkender wird das Werk unbefriedigt aus der Hand legen. Pruia M. l.hO» sahöli WD . gebunden U, Zt'ZOf Nachnahme öo Pf. mehr, Bhcherkatalgg graus. Grosser Böchericataloc gratis durch: Albreoht Donath, Verlag Leipzig 42. Blendend weiße Zähne durch Chlorodont die wunderbar erfrischende Zahnpaste Wik Hosen •btduen, schattige Wimpern und interessanten chestchtsansdruck durch Reichel» Orient. Bugen- branenfarbe. Keine Echminle. unoerwaschbar, in blond, braun und siiiwarz 54Ö. Benet. Bugen- -�>» tf Xl Of i r/a ort •rärbieet die Augen. macht sie sirahtend wasser per icht ,___ f_____ und an- jiebtivch Flasche i,— und 7,—. Odo He ich el. verlin 43, eisanbohnstr. 4. rJifflßsnafB'waiflflBin ZUhiag 34-27. Soft U18, SBü�Lsllerie imTBtilgew.oarohneAbzAi SSE KW 1103000 I 50000 Empi. u. versende a. u.Nachn. .•■«■ lür Porto u. LoseHMi.-�Ä Eiiistiuer, immi, Bamhura, Holxdamm 39 � Pitt» r.chtr.iäzo BtitoUimg.-1 die neue Farb-Bohnermasse Gegründet 1868. PELZ- waren Export Enjfros Einzelverkauf wie alljährlich preiswerte» Angebot in Kraben, JlnfTon und Pelzhüten Fuehsgarnitursn in großer Auswahl Reparaturen o.llinaräeitDng prompt und billigst. Ad. Abrab amsohn Nachtg. 261 Neue Kunigstr. 26! MmM Schmechten, Mann, Ecke. Sdjüh- mayer. Ruswadi ernkiaiiiger Instrumente. Konetzay, Blcgonöcrht. 3T(TIlejoL).• --" Seit„kacKa" Kam fn unser Haus, Komm fch auch oHne Maler aus. j» Lacka" die neue Tathbohnemasse lärbt und bohnert zugleich. JedermaM sein eigener Maler. Keine abgetretenen, rauhen, unansehnlichen .FuBböden mehr. Bei dem jetzigen Mangel an Oelen und Lacken ein Riesenschlager für alle einschlägigen Geschäfte. Alleinige Hersteller: Kenkel Co.» Hannover Fabrik cbem.-tedfti. Produkte Abteilung Fuöbodenpräparate._ • Verkauf nur an Händler. vcihaui iiui aii i itinc/iw.. Vertrieb u.Lager; Alfred Kampniann, Berlin C 2, Bargstraße 2S Fernsprecher: Norden Gesundnng durch Sauerstoff i | Ein durchaus natürliches, völlig unschädliches Heilverfahren ohne jede Berufs- Störung bei Nerven- und Stuffwechsclkrankheiteu jeder Art, wie Gicht, Rheuma, Aderverkalkung, Magen- und Darmleiden, Zuckerkrankheit, Leberieideo, Schwächezuständen, Herzleiden sowie Lungen- und Halsleiden— Verlangen Sie kosten- 1 , r ei autflihrl. Broschöre.— Dr. Qabbdvd A-Cle.« Berlin in. Potsdamer Str. W.| �NEoben günst. Einbau! Speise-, Uerren- u. Schlaf-* Kiimner, Küchen ORN.Weiniseisiei'str.R unweit Piandkammcr. k! i Billige Wiiel!1 Speise-, Schlafzimmer aus erstklassigem Frtedenömaterial w allen' Ausführungen wegen Aufgabe der Fabrikation preiswert verkäuflich. m& A. S'/Ä Lmteslk. 29 gegenüber dem Geschäftshause Rudolph Herzog. Nr. 477 ♦ 34. Jahrgang 2. Heilage öes Vorwärts Donnerstag, iL. September Das �rbeitsprinzip in öer Erziehung. Diö Kämpfe um die Welllichkeit der Schule haben— sehr zu Unrecht— die eigentliche s o z i a l i st ische Idee einer neuzeitlichen Neqierungsreiorm in den Hinter- g r u n d treten lassen, das Arbeitsprinzip: Die Grundlage der gesairnen Kuliur ist die Arbeit, die geiellsn-a'lticbe Produltion. Sie b« die Meniidhett aus der Bar« barei bis in die Zivilisation geffib», sie trS.it den ungeheuren Bau deS Kulturlebens der Gegenwart, in>br ruhen die Ktäfie iür die Wenerentwickelung der Mem'Lheit. Wer die Kultur der Gegenwart verstehen und in ihr und iür sie tätig iein will, muh den Eiitwickelungsgang der Ardeil kennen, muh die geiellilhait» lich? Arbeit>n ihren tausend'äliigen Formen, in ihren lanialen Zil'ammknbänoen. in ihrer ichöpferiswen Krasi würdigen können. Man lerni die Arbeil aber nicdl au» Büchern kennen, oder dadurch, dah man sich mil den Händen in den Hosenlaschen hinstelll und zu- sch iul. wie andere arbeilen, sondern daduich, dah man selbst Hand anlegl, dah man selbst arbeilet. So urteilte Heinrich Schulz schon 1911 in seinem Buche:„Die Schulreform der Sozialdemo- k r a t i e", das soeben in neuer Auflage erschienen ist. lVerlag: Schmidt& Co., Berlin SW 48.) Die Neuauflage kommt gerade zur rechten Zeit. In den Tagen deS Kam- Proniisies auf schulpolitischem Gebiete ist es doppelt erforder- lich, daß wir uns wieder unser grundsätzliches Pro- granim, seine wissenschaftliche und praktische Begründung vor Augen führen. Während deS Kampfes um das Kompromiß stand die / Frage der Weltlichkeit, des Religionsunter- richts einseitig im Vordergrund des Interesses. Sie ist freilich wichtig genug, und auch das Schulzsche Buch, die erste erschöpfende Darstellung des sozialdemokratischen Schul- Programms, räumt ihr den gebührenden Platz ein. D a- neben aber ist die Frage des gesamten Erziehungs- Prinzips von nicht minderer Bedeutung, und das. was hier der Sozialismus von seinem Ureigensten der Schule der Zukunft zu geben hat. das ist eben dies eine, daß er den Gedanken der Arbeit in den Mittelpunkt berge- 'amtcn Erziehung gestellt wissen will. Auch hier ist die neue Verfassung auf halbem Wege stehen geblieben, was vielfach auch in den Kreisen sozia- listischcr Schulreformer nicht die genügende Beachtung ge- funden hat. Die Verfassung macht den„Arbeitsunterrtcht" zum„Lehrgegeitstand" in allen Schulen der deutschen Re- publik. Damit ist aber erst ein kleiner Schritt auf dem Wege wirklich sozialistischer Schulreform getan. Gewiß, wir fordern auch den Arbeitsu n t e r r i ch t, das, was man gewöhnlich Handfertigkeitsunterricht nennt, und dem bisweilen in schlimmster Tilettantenhaftigkeit bereits im alten System ein Eckchen eingesäumt war. Der Schweizer Pädagoge Seidel ist der unermüdliche Vorkämpfer dieser Art praktischer, Hand- arblütender Betätigung in der Schule. Der Sozialismus aber will viel mehr, Er will die Arbeit zum grundlegenden Prinzip des gesamten Unterrichts, der gesamten Erziehung machen, will aus der Schule eine„Arbeitsschule" machen, will die alte Kluft zwischen geistiger und körperlicher Arbeit überbrücken. In einem geistvollen längeren Nachwort zu der neuen Auflage seines Werkes schält Heinrich Schulz diesen � Gedanken noch einmal mit Beziehung auf die jüngsten Ereignisse, auf Krieg und Revolution, heraus: Die eigentliche sozialistische EiziehungSreform besieht in der Einführung des ArbeittprinzipS in di? Erziehung, Nur wenn eS geling», diese innere Umwandlung unieres öffentlichen ErziehungS- iveienS durSizuietzen, erfüllen wir auf dem pädagogischen Gebiete die Forderung der Revolution und sichern damit zugleich ihre Errungenichaslen... Wenn wir den Produktionsprozeh als ein Ganzes betrachten, zu dem körperliche wie geistige Arbeit gebären, wenn wir die Kinder von klein auf mit der Arbeit in unmittelbare Beziehung bringen, beginnend beim Spiel und beim Elementaren und mit dem geistigen Wachsen sortt'chreilend bis zur Berursentscheidung und Berufsausbildung, wenn wir da« bei immer die Zusammengehörigkeit aller Arbeit und BeiusZ- ipeziatlsierung und ihr Auicinanserangewieienie n wahren und betonen, io werden wlr die so erzogenen Geschlechter in den Stand setzen, dereinst besser als wir selber die Ausgaben einer sozialistischen Produktion zu errgllen. Wir möchten allen, die sich mit diesen Fragen innerlich beschäftigen, die Lektüre des grundlegenden Buches von Hein- rich Schulz auch in seiner neuen Form aufs wärmste cmp- fehlen. Gerade weil es keine„Umarbeitung" ist, keine An- glcickiung an die Forderungen des Tages", ist es als Weg- weiser im Kampf des Äages unentbehrlich. Parteinachrichten. Eine Bezirkskonfereoz für deu AgitatiouSbezirk Frankfurt a. M. tagte am Sonntag, dsn 14. September, im GewerkschaftZhause zu Gießen, die von 102 Teilnehmern besucht war. Den Bericht de» Bezirksvorstandes gab Bezirkssekretär G r o g e r- Frankfurt am Main. Der Bezirk ist wieder ausgebaut, die Organisation wieder in die Höh« gekommen. Es geht überall vor- wärt». Die Entwicklung der Parteipresie ist besonders erfreulich, trotz der Spaltung. Neue Lokalblätter wurden geschaffen, ferner erscheint �etzt eine AgitationSzeitung„Der Aufbau", die 14 täglich in den landlichen Kreisen abgesetzt wird. Ueber das BildungSweien berichtete T h o m a»- Frankfurt. Der Staat müsse mehr als früher allgemeine Bil- drrngöacbeiten verrichten und dafür erhebliche Mttel auswenden. Unsere Bildungsarbejt könne sich darauf beschränken, Einführung in die Lehren des Sozialismus zu bringen. Dabei sollten neue Formen gesucht, die Arbeit nicht mehr auf Maffenwirkung eingestellt sein. E» müsse mehr tieferes Wissen vermittelt werden. Zu diesem Zweck seien Bezirksbildungsschulen sehr geeignet. In der Aussprache wurde die Notwendigkeit reger Agi- tation hervorgehoben. Scharfe Kritik übten die Redner an reaktio- nären Bestrebungen der Militärkaste. Von Noske wurde verlangt, daß er entschiedener gegen konterrevolutionäre Offiziere ein- schreite. Die Abg. Stock und B r ü h n e traten für Noske ein, dem gegenüber man Gerechtigkeit walten lasse müsse. Eine End- schließung. die konform mit den Breslauern den Rücktritt NoSkeS fordert, wurde fast einstimmig abgelehnt. Annohme fand eine Re- solution, die verlangt, daß die Regierung die schärfsten Maßnahmen gegen das konterrevolutionäre OfizierSregiment in Deutschland er- greift. Unverzüglich ihrer Aemter zu entheben sind alle diejenigen Offiziere, die nicht gewillt sind, die republikanischen StaatSein- richtungen Deutschlands restlos anzuerkennen. Den Delegierten de» Provinzial Parteitages erscheint ferner notwendig, daß unser Parteivorstand dem Treiben der bürgerlichen reaktionären Parteien besondere Beachtung schenkt. Der Kampf gegen rechts mutz mit allen Mitteln betrieben und muß al» Auftakt für kommende Entscheidungskämpfe betrachtet werden. Weiter wurde dem republikanischen Führerbund die Sympathie der Konferenz ausgesprochen. Di« Agrarfrage behandelte Abg. Hoch-Hanau in län- gerem Vortrag. Er betonte, ein Streik der Landarbeiter sei unter den jetzigen Umständen ein Verbrechen am Volke. Unser« Aufgabe müsse sein, die Landarbeiter zu organisieren. Die Schmie- rrgkeiten der Landbevölkerung in der Ernährung seien zum Teil schwieriger als in der Stadt, da sie nichts kaufen könne. Redner verlangte die sachgemäße Ausführung der Expropriation des Großgrundbesitzes, soweit es möglich ist, zugunsten der kleinen Bauern. Die Gemeinden sollten aber Landbesitz nicht verkaufen, sondern verpachten. Di« Schaffung eine» neuen Bezir?»fiatutS, da» sich an daS allgemein« Parteistatut anschließt und ein« straffere Zentrall- sation der Bezi rkSorganis ation versucht, bildete den Abschluß der Tagung._ GroMerün Ter Berliner Lädenstreik. Eine groß« Anzahl von Qadeninhabern stellten gestern vor« mittag um 10 Uhr den Verkauf ein, um sich an den Kundgebungen gegen die KommunalisierungSabsichten zu beteiligen. Ueberall prangten an den Schaufenstern Plackai«, auf denen der ungewöhn- liche Streik dahin begründet wurde, daß die Aufhebung der Zwangswirtschaft vor allem im sfitteresse der Verbrauche,, gefordert werden müsse. Der Süden, Westen und ein großer Teil des 9!or- denS, sowie die Vororts konnten den Streik ungehindert durch- führen. Im Osten und äußersten Norden dagegen schloffen die Geschäfte nicht, um unliebsamen Zwischenfällen vorzubeugen. Die Versammlung in der Philharmonie konnte ungehindert tagen. Im LehrervereinshauS dagegen kam es zu Schläge- reien. Arbeitslose suchten die Händler schon am Eintritte zu hindern. Die Redner wurden niedergebrüllt, so daß die Ver- sammlung nicht stattfinden konnte Die Geschäftsinhaber, die doch auch das jedem. SiaaiSbürger zustehende Versammlungsrecht haben, machten schließlich kurzen Prozeß und stellten den Spreng- kolonnen ein Ultimatum. Da die Geschäftsinhaber in erdrücken- der Ueberzahl anwesend waren, und da auch auf dem Alexander- platz noch viele Huniderte standen, die keinen Einlaß mehr zu sin- den vermochten, gaben die Gegenprotestler das Spiel verloren und räumten schließlich das Feld. Einige besonders hartnäckige Ruhe- ftörer wichen sedoch nur der Gewalt und wurden hinausgeworfen. Draußen wurden sie von den dort wartenden Lehensmittelhänd- lern empfangen und?S kam zu Reibereien, die einen bedrohlichen Charakter anzunehmen drohten. Inzwischen hatte jedoch die Ge- schäftsleitung des Lehrer-Vereinshauses militärische Hilf« herbeigerufen und so rückten zwei Lastwagen mit Reichswehrtrup- Pen heran, die schließlich einen Teil des Alexanderplatzes absperrten und die Tumultuanten auseinandertrieben.— Aehnliche Szenen spielten sich in den G e r m a n i a- S a l e n ab. Dort versuchten etwa 300 Personen die Versammlung zu sprengen. Freie SluS- spräche wurde abgelehnt. Schließlich wies man die Ruhestörer auf die Straße, wo sie von inzwischen eingetroffenen Reichswehr- soldaten veranlaßt wurden, die Straße freizugeben. In den Versammlungen selbst wurde natürlich aller Mangel und alle Teuerung der Zwangswirtschaft zugeschrieben. Der Hauptredner für den notorisch preistreibenden Freihandel hieß -- Billiger. Andere Unabhängige al» die Versammlungssprecher haben allerdings für die Ladeninhaber mitdemonstriert. Im Schaufenster der Stehbierhalle des Bolkshauses zu Charlottenburg prängten stolz zwei Plakat«, die sich gegen die Zwangswirtschaft wandten und zur Teilnahme an den Protestversammlungen aufforderten. Ter Fnhaber der Stehbierhalle ist der unabhängige Stadtvcrodnetc Jarin», der vorher von einem Mehrhcitssozialisten aus der Geschäftsleitung des Volkshauses aufgefordert worden war, die Plakats zu entfernen. So sorgt ein unabhängiger Stadtvater für seine Schäflein, p>enn es seine eigene Kasse gilt. » Di« Firma Gebrüder Groh erklärt aus Grund der von ihr eingeleiteten Untersuchung die vom„Vorwärts" abgedruckte. Zuschrift, wonach in ihrer Filiale Charlottenburg, Kaiser Friedrich- strgß«. Ecke Scharrensttaße, nichtrationierte Lebenkmiittel nur an solche Käuferinnen abgegeben würden, die vorher die ZusfimmungS- liste zur Kundgebung für den freien Handel unterschrieben, für aus der Luft gegriffen. Der Firma Gebrüder Groh selbst hatten wir einen Vorwurf nicht gemacht und würden es bedauern, auch in Sezug auf eine Filiale irregeführt worden zu fein. Aufklärungen des Neuköllner Magistrats. Der Neuköllner Lebensm'ttelausschuß bat sich in einer gemein- schaftlicben Sitzung mit dem Magistrat mit den angeblichen Lebens- miitelichiebungcn eingebend beschäftigt. Nach den Zeitungsnach- richten batte der Referent deS Arbeiterrats behauptet, daß umfangreiche Lebensmittel verschoben worden wären und zwar: 100 WagaonS Roaaenmehl, b) 00 Kisten Olivenöl. 90 000 Kilo Olivenöl in ffässern, c) 6000 Zentner Dörrpflaumen, ck) 1000 Zentner Mi schobst, e) 600 Zentner Kartoffelwalzmehl, f) 20 000 Dosen Rindfleisch je 1 Kilo, giSOWagaons Maismehl, bl 100 Waggons Möhrenmebl, i)10Waggons Kartoffelstärkemehl. Die völlige Haltlosigkeit dieser Be- schrildigungen ergibt sich aus folgender Gegenüberstellung. Im Ein- Verständnis mit den zuständigen städtischen Körperschaften sind an überschüssigen Lebensmitteln, die wegen ihres Zustande» verwertet werden mußten und die nur schwer Absatz in der Bevölkerung fanden, nur verkauft worden: a) ausländisches fiikrainitcheS) Roaaenmehl 6% Waggon«, b) 96 Pfd. Olivenöl, o) 2200 Zentner Dörr- pflaumen, dl 60 Zentner Mischobst, e) 1500 Zentner Kartoffelwnlz- mehl, k> 1899 Dosen Rindfleisch je t Kilogramm, e) 3 Waggons Maismehl, b) d1/» Waggons Kartoffelstärkemehl. Die Zahlen de« Arbeiterrats waren" also reine Phantasiezahlen. In den Verkäufen find auch die beiden an die Gemeinden Neuzfttau und SS) Erleuchtung. Roman von Henri Barbusse. Verdeutscht von Max Hochdorf. Ter Arzt kommt und sagt zu mir:„Na, es geht ja sdjr gut!" Ich wollte ihn bitten, daß er mehr voy mir spräche. Aber habe ich denn die Zeit dazu! Gegen Abend reißt sich mein Nachbar aus seiner Grübelei los. Er antwortet auf die Frage, die ich ihm schon heute früh gestellt habe, er zuckt die Achseln und sagt:„Man kann ihm seine Hände nicht mehr waschen! Das Schwarze hat sich schon ganz fest in seine Knochen eingefressen." Etwas später setze ich mich auch in die Höhe. Ich hebe den Arm, der von weißer Leinewand umwickelt ist. Nur schwierig erkenne ich meine eigene, abgemagerte Hand wieder, dieses seltsame Liniengewirr. Aber ich erkenne die Erken- nungsmarke wieder, die an meinem Handgelenk baumelt, ach, dieser Gegenstand hat mich bis in die Abgründe hinunter- begleitet. Stundenlang ble'bt mein Kopf leer. Mein Kopf ist weiß verbunden und bevölkert von einer Menge von Gegenständen, die ich nicht begreife. Eben sind die Dinge noch vorhanden, dann sind sie schon wieder verschwunden. Ich antworte auf Fragen, die man mir stellt. Sage ich zu etwas:„ja", dann ist es ein Seufzer, den ich ausstoße, nichts anderes. Ein anderes Mal bin ich noch halb versunken in den Anblick des welligen Schlachtgeländes und der überkrönten BergeSketten. Ein Widerhall dieser Dinge schwingt in meinen Ohren. Ich möchte, es käme einer, der sich auf die Traumdeuterei ver- stünde. * Stiefel knarren seltsam auf dem Boden. Dann bleiben sie vor mir stehen, ich gfsne die Augen. Eine Frau steht vor mir. Ach, der Anblick dieser Frau trifft mich durch und durch. Sic ist die Frau, die ich in meiner Erscheinung gesehen habe. Meine Ericheinung war also wahrhast'g? Ich betrachte sie mit weitgeossneten Augen. Sie spricht zu m�r:„Ich bin es!" Dann beugt sie sich zu mir und fügt sanft hinzu:„Ich bin Marm, und Du bist Simon!" Ach." sage ich nur, und ich erinnere mich. Ich wiederhole die ttefsinnigen Worte, die sie mir einst- mals gesagt hat. Sie spricht noch immar mit dieser Stimme, die aus der Ferne hallt. Ich richte mich ein wenig auf, ich blicke sie wieder an, Wort auf Wort präge ich mir ein, was sie bedeuten. Sie ist es natürlich, sie hat mir natürlich mitgeteilt, daß ich an Brust und Hüfte verwundet worden sei, und daß ich drei Tage lang verlassen dagelegen habe. Umfangreiche Wundzerreißungen, viel Blutverlust, langes Fieber und eine ungeheure Ätattigkeit. Dann sagt Maria:„Bald wirst Du wieder aufstehen!" Ausstehen? Ich aufstehen? Ich. das Wesen, das immer nur gelegen hat! Ueberraschung und Entsetzen bestürmen mich. Maria geht wieder. Bei jedem Schritt, den sie macht, ver- größert sich meine Einsamkeit. Ihrem Scheiden und ihrem Fernebleiben blicke ich lange nach. Am Abend höre ich ein leises Gespräch vor dem Bette deS Kranken. Er ist zusammengeschrumpft und schnauft nur mühselig. Man sagt ganz leise:„In ein oder zwei Stunden wird er sterben. Er befindet sich in einem solchen Zustande, daß er morgen früh schon verfault fein wird. Man muß ihn sogleich wegtragen." Das sagt man um 9 Uhr abeirdS. Dann werden die Lichter ausgelöscht und man geht. Ich sehe nur ihn. Es brennt nur die einzige Lampe, die ihn bewacht. Er keucht und ist schweißbedeckt. Er glänzt, als wenn ihn eine Ziegen- schicht bedeckte. Sein Bartflaum ist gewachsen. Die Haare kleben an die schweißige Stirn. Der Schweiß ist grau. Am nächsten Morgen ist das Bett lsor und mit reinen Bettüchern bezogen. Und mit diesem Menschen, der zum Nichts ausgewandert ist, sind auch alle Dinge verschwunden, die ihn vergiftet hatten. Der Wärter sagt:„Jetzt ist Nr. 36 soweit." Ich folge der Richtung seiner Augen. Ich sehe den Men- schen, der verurteilt ist. Er schreibt einen Brief, er spricht. er lebt noch. Aber er hat eine Bauchverletzung. Er trägt seinen Tod in sich gleich einer Leibesfrucht. * Heute wird die Wäsche gewechselt. Einige Kranke können das aus eigener Kraft tun. Die Arme und d-e Leinewand, � das wirkt auf den Betten wie irgendwelche Signale. Die anderen Kranken werden von den Wärtern unterstützt. Man sieht auf der nackten Haut Narben, Löcher, genäljte und ge- stickte Stücke, die offenbar von anderen Körperteilen her- kommen. Man sieht sogar einen Mann, dem ein Glied ab- �genommen ist. Er zeigt den neuen Stumpf, der rosafarben ist wie das Körpergsied eines Neugeborenen. Man zerrt auch den mageren wurmartigen Leib des Negers aus der Wäsche. Er rückt und rührt sich nicht. Dann ist er von neuem weiß eingekleidet, und sein Kopf wackelt wieder in dem Grau herum, und er betrachtet unaufhörlich mit seiner Einbildung die Sonne und sein afrikanisches Land. Mau gräbt aus seinen Bettdecken auch den Gelähmten heraus, der mir gegenüber- liegt, und man zieht auch ihm frische Wäsche an. Erst bleibt er in seinem reinen Hemde gleich einer toten Masse unbeweg- lich. Dann stößt er einen Kehllaut aus, der die Kranken- Wärterin herbeiruft. Seine Stimme ist zerbrochen und hohl, und sie ähnelt der Stimme einer Sprcchmaschine, und er ver- langt, daß man ihm die Füße umlege, die sich in dem Bettzeug verfangen haben. Dann ist er wieder geradegeschoben und zurechtgerückt, und er bleibt mit offenen Augen' imd ganz steif liegen und eingepackt in die Planken seiner Knochen. Maria kommt wieder. Sie setzt sich auf einen Stuhl. Und nun frischen wir wieder alle Dinge der Vergangenheit auf, von denen sie mir einen reichhaltigen Widerhall mit- bringt. In meinem Kopfe entrollt sich eine unmeßbare Arbeit. Maria sagt:„Weißt Du, wir sind hier ganz in der Nähe von uns zu Hause." Dies« Worte erlösen das HauS und die Betten des Hauses aus ihrer Starrheit, und das alles hallt sehr lange in mir wider. Heute richte ich mich zmn ersten Male in meinem Bette auf. Ich blicke durch das Fenster, das doch immer vor meinen Augen gewesen ist, aber beute geschiebt es �um ersten Male, daß ich darauf achte. Und ich sehe auch den Htmmel zum ersten Male und einen grauen Hof, in dem der Frost sichtbar liegt. Es herrscht ein graues gewöhnliches Alltagswetter, das dem Leben gleich ist, das gleich ist jeglichem Dinge. Bald gehen die Tage dahin, bald verlischt einer noch dem anderen. Langsam stehe ich auf. Unter diesen kranken Menschen, die auch ein neues Leben beginnen und ungeschickt und kläglich seufzend in ihren Betten liegen und wieder in Kindlichkeit verfallen sind. Ich treibe mich in den Kranken- sälen herum. Dann gehe ich einen Gartenweg spazieren. Jeßr heißt eS, sich um bestimmte Dinge bekümmern, als da sind. das Gesundwerden und die Entlassungskommission, die in einem Monat tagen soll. (Forts. folgU Sirau«verg gelieferten Waggon« enthalten. Uln Waggon KZse ist nicht an Strausberg geliefert worden, sondern nur 5 Zentner. Die Beschuldigung, dasz im EiSwerk rd. 7000 Kilogr. Pflanzenfett und in einem andern Lager IM Zentner Zucker gefehlt haben, ist falsch. Dos Pflanzenfett ist ordnungsgemäß an die Neuköllner Bevölkerung ausgegeben; der Zucker ist für Marmeladefabrikation verwendet worden.. städtischen Eiswerk find ständig über die Warenein- und auSgange ordnungsmäßig Bücher geführt worden. Gegenteilige Behauptungen sind unzutreffend. Daß auf den Lägern der Stadt- Verwaltung zwei Waggons Seife beschlagnahmt wurden, ist richtig. Dies« waren der Stadtgemeinde aus dem besetzten Gebiet ohne Bestellung zugesandt. Der Stadtgemeinde war an- heimgegeben, diese Seife für ihre Zwecke zu verwenden. Durch einen Angestellten des Lager» ist Seife, welche an städtische Anstalten, Betriebe usw. verteilt werden sollte, an den Händler gelangt, bei dem die Seife beschlagnahmt wurde. Durch die amtlichen Stellen ist diese Abgabe an den Händler nicht veranlaßt worden. Sodann wurde die Behauptung aufgestellt, daß verbrecherisch hohe Provisionen kür Einkäufe und Berkäufe gezahlt worden seien. Für die Verkäufe find, soweit Vermittler mitwirkten, nur insgesamt rund 8200 M. gezahlt worden. Die für die Einkäufe gezahlten Prodisionen betragen durchschnittlich 2 Proz. Wie wenkg sorgfältig die Angaben von dem Referenten des ArbeiterratS gemacht worden sind, ergibt sich daraus, datz ein Betrag von 7001,70 Mark auf 70S17 Mark geändert, also durch ein« einfache Verschiebung des Kommas um das Zehnfache erhöht worden ist. IZunehmende Milchnot. Während in der Vorwoche knapp 200 000 Liter(bei einem Mlndestgebrauch von 220 000 Litern) einliefen, sind in den letzten Tagen die Lieferungen wieder beträchtlich zurückgegangen. Prozen- tual ausgedrückt, ist die Milcheinfubr im Vergleich zum Vorjahr jetzt um 26 Proz. gesunken. Eine Groß-Meierei, die sonst im Durch« schnitt 16 000 Liter Reserve besaß, hatte in den letzten Tagen einen Bestand von durchschnittlich 200 Litern. Infolgedessen konnten auch die Bezieher von Kindcrinilch vielfach erst anstatt morgens in den Nachmittagsstunden beliefert werden, da die Meiereien die frisch ein- treffende Milch erst verarbeiten mußten. Man steht dem Winter mit großen Sorgen entgegen._ Heute endigt die juristische Sprechstunde um st'/« lthr. Tagung der preußische« FeuerbestattungSvereine. Die«n Sonntag hier abgehaltene Versammlung der preußischen Feuer- bestattungsverein« war trotz der schlimmen Berkehrsverhältmssc von 26 Vereinen aus ganz Preußen beschickt, auch vom Ministerium des Innern und der Stadt Berlin. Einstimmig wurde eine Ent- schließung angenommen, die die Regierung auffordert, den bereits fertiggestellten Gesetzentwurf schleunigst der Landesversammlung vorzulegen, damit die bei der ständigen Zunahme der Feuerbeftat- tung immer fühlbarer werdenden llebelstände de? jetzt geltenden Gesetzes so schnell wie möglich besestigt werden.— Eine weitere Entschließung ersucht die' maßgebenden Behörden, dem angeblich der Kohlenersparnis wogen gestellten Verlangen auf Schlie- ßung der Krematorien keine Folge zu geben; denn in Wirklichkeit ist— entgegen den darüber verbreiteten unrichtigen Annahmen— der Verbrauch der Krematorien an Brennstoff so(je- ring, daß er gegenüber dem allgemeinen Bedarf nicht die geringite Bedeutung hat. In Berlin z. B. erfordern die etwa 2000 Einäsche- rungen ini Jahre r»nd 4000 Zentner.Koks. Da? find auf den Kopf der Bevölkerung 60 Gramm im ganzen Jahre, für die Fa- milie von 6 Personen also ein halbe? Pfund, während der Jahres- oerbrauch einer Familie an Brennmaterial mit mindesten» 80 Zentnern im Jahre gerechnet werden muß. Ein halbes Pfund auf 30 Zentner, das ist doch in der Tat so gut wie nichts. Ungerechtfertigte Räumung de? Garnison-Lazaretts Charlotten- Burg. Zu dieser auf dringende Bitten der Einsender gebrachten Notiz erhallen wir noch folgende Zuschrift: Der Appell der Ver« trauenSleute des Garnison-Lazaretts an die öffentliche Meinung geht von einer falschen Voraussetzung aus. Das Garnison-Lazarett ist vom SanitätSamt und vom Kriegsministerium zur Unterbringung der Kiefer- und Gesichtsverletzten zur Verfügung gestellt worden, nachdem es trotz monatelanger Verhandlungen nichr möglich war, Räume zu beschaffen, in denen unsere Ausheilung, die noch 8 bis 4 Jahre in Anspruch nimmt, gesichert ist. Passende staatliche Ge- bäude können für diesen Zweck nicht zur Verfügung gestellt werden, und Mielsräume zu beschaffen, verbietet angeblich die finanzielle Lage dcS Staate». Die Persönlichkeit unseres Arztes, Zahnarzt Dr. Ganzer, spielt.bei der ganzen Frage nur insofern eine Rolle, al» er. wie auch von allen Instanzen anerkannt wird, die einzige Hoffnung von 200 Verwundeten ist, die durch ihn wieder zu menschenähnlichen Wesen werden wollen und die für sich dasselbe beanspruchen, was während de« Krieges für über 1000 Kameraden möglich war. nämlich bestmöglichste Wiederherstellung ihrer zerschossenen Gesichter. Den Grad unserer Erregung kann man wohl daran abmessen, daß wir schon seit 4 Monaten in der gleichen Lage sind wie die Kameraden des Garnison-Lazaretts, daß wir schon am 16. September unser jetzige« Lazarett räumen sollten und daß ein Wechsel des behandelnden Arztes für uns vollkommen unmöglich ist.— Für die Kameiaden d. L.O.K.: Karl Dübler. Vertrauensmann. So wird der kostbare Raum des Blattes durch.unbedingt not- wendige� Ecllärungen und Gegenerklärungen anderen Dingen weg- genommen. Und viele Einsender glauben noch immer, alles was sie schicken, müffe auch erscheinen. Kohlenschwindler an der Arbeit. In letzter Zeit drängen sich mehrfach Schwindler an Kaufleute und kleine Gewerbetreibende heran und bieten eine ganze Ladung Briketts billig an. Wenige Tage später wird der Käufer in die Nähe«ineS Güterbahnhofes bestellt, wo der Verkäufer einen geschickt gefälschten Frachtbrief gegen Bezahlung eines vorher vereinbarten Preises übergibt. Will der Käufer dann die Kohlen abfahren lassen, so stellt«s sich heran«, daß er Schwindlern in die Hände gefallen ist. die ihn um eine an- sehnliche Summe geprellt haben. ES kann daher nickt genug vor Ankauf von Frachtbriefen gewarnt werden. Die UeberwackungS- abteilung der Eifenbahndirektion Berlin ist den Schwindlern bereits auf der Spur. Ei» Kubikmeter GaZ— 63 Pf.! Im Süden Groß-BerlinS, u. a. Dahlem, Friedenau, Grunewald. Schmargendorf. Marienselde. Niederschöneweide, Scköneberg. Steglitz, Temvelbof, Wilmersdorf. Lichtenrade und Nikolassee tostet von dem Tage ab, an dem im September 19l9 die laufenden GaSmefferstände aufgenommen werden, der KuBlkmeter Ea» einschließNÄ Kohlen- und Umsatz steuer 63 Pfennig. Zu Kriegsbeginn kostete der Kubikmeter Gas 12,76 Pf.'• Wie behandelt«Wh da? Salzfleisch? Eine Leserin schreibt: Ich habe das Fleisch gut abgewaschen, sofort inS kochende Wasser getan, eine Viertelstunde kochen laffen und dann herausgenommen und ins Gemüse getan oder geschmort. Das bißchen Brühe habe ich kalt werden lassen, habe den Talg abgenommen und da? Wafier weggegossen, denn eS war das reine Salz. Das Fleisch war tadel los geworden, ich Hab« wenigsten» wieder mal ordentlich Fleisch offen können, denn bei der Markenportion bleibt ja immer für Muttern nichts übrig. Ich habe mir heute wieder einen schönen Kanten Fleisch ohne Marken geholt. Achtung! Beamte und Angestellte der Reichs-, Landes«, Provinzial- und sonstige« Verwaltungsbehörden! Morgen Freitag, 6 Uhr, im Herrenhaus iFestsaal), Konfereuz der bei den vorgenannten Behörden tätigen Beamten und An- gestellten, die auf dem Boden der S. P. D. stehen. Jede Behörde muß durch mindestens zwei Delegierte vertreten fein. Mitglieds- buch der S. P. D. legitimiert._ Geständnis des Mörder« Drewnick. Der Monteur Max Drewnick bat gestanden, daß er mit seinen Spießgesellen die beiden Sicherheitssoldaten bei Königswusterhausen und bei Lübbe» den Gendarm Gallaun erschaffen bat. Der Verbrecher gesteht nur die Verbrechen ein. deren er ohnehin überführt ist. Am 9. März sollte er mit seinen Spießgesellen wegen der Erschießung der beiden Sicherheitssoldaten nach dem Untersuchungsgefängnis gebracht werden. Kurz vor der Ueberführung sprang er jedoch durch ein Fenster im zweiten Stock auf den Hof hinab und entkam. Sein erstes war. daß er sich eine neue Bar abellump ist ol« zu- legte, die er ständig bei sich trug. Sein Hauptarbeitsfeld war die Gegend von Lübben. Er fuhr dorthin mit seinen Spießgesellen, die er imrner wechselte und stahl, wie er zugibt, Tiere, Großvieh und Kleinvieh, Pferde, Schweine, Gänse, Enten und Hühner. Ein Kleidcraufschliher hat eS auf die kostbaren Toiletten von Theaterbesucherinnen abgesehen. Zwei Damen, die Dienstag abend das Theater in der Königgräyer Straße besuchten, hat der Irr- sinnige die Kleider aufgeschnlUen. Ein Schuvman« als Einbrecher und Erpresser. Der Schutzmann H. Lemm von der Schöneberger Ordnnngspolizei ist unter dem Verdacht der Erpressung und des Einbruches festgenommen worden. Lemm hatte vor einiger Zeit im Dienst den Kaufmann Meyer au« der Berchtesgadener Straße kennen gelernt und von diesem erfahren, daß Herr M. bei der herrschenden Unsicherheit allabendlich aus seinem in der Näh« liegenden Geschäfte die wertvollen Stoffe in seine Wohnung mitnahm. Vor einigen Tagen ging Lemm in Urlaub und lernte in einer Kneipe zwei M a- trafen und einen berufsmäßigen Einbrecher kennen, mit denen er beim Glase Bier.ein Ding ausknobelte'. Lemm schilderte seine Bekanntschaft mit dem Kaufmann Meyer und er- klärte, daß man zu vieren ein doppelte« Geschäft machen könne. Man müsse in amtlicher Eigenschaft in die Wobnung de? Kauf- mannS eindringen, die Waren als gestohlenes Gut b e s ch l a g- nach m en und obendrein von Meyer noch ein Schweigegeld erpressen. Am nächsten Nackmiltag begaben sich die vier Gauner nach der Berchtesgadener Straße. Während Lemm und der Ein- brecher auf der Straße Schmiere standen, gingen die beiden Matrosen in die Wohnung. Sie trafen den Kansmann nicht zu Hause und er- klärten dem Dienstmädchen, daß sie im Haute befindliche gestohlene Stoffe beschlagnahmen müßten. Die beiden Matrosen durchsuchten die ganze Wohnung und fanden schließlich das Zimmer, in dem die Stoffe und Seidenwarcn lagerten, das jedoch verschlossen war. In- zwischen merkte da« Mädchen, daß eS offenbar zwei Verbrecher vor sich hatte und wandte eine List an. Sie erklärte, daß der Kaut- mann sich in der Nähe befinde und daß sie ihn holen würde, damit die beiden.Beamten' mit ibm selbst verhandeln könnten. Die Matrosen, die sich vollkommen sicher fühlten, gingen in die Falle und gestatteten dem Dienstmädchen, die Wobnung zu verlassen. An- statt den Kaufmann, benochüchtigte da« geistesgegenwärtige junge Mädchen jedoch die nächste Revierwach«, die sofort mehrere Beamte entsandte und das vierblättrige Kleeblatt, darunter ihren Kameraden, verhaftete. Z» eine« blutigen Zusammenstoß zwischen Gendarmen und Wilderern kam eS bei Sckölieicke. Der Förster Wühler überraschte 1 Itzrei Wilderer, die ihn sofort beschossen. Zufällig kam ein Gendarm hinzu, der einen Oberschenkelschuß erhielr. Der Gendarm schoß wieder und traf den Arbeiter W. Meyer. Sein Sohn, Schlosser Otto Meyer, schoß noch sechsmal. Der Vater erlag feinen Wunden. Berlin-Dtattgart. Die im vnzeigentell der Nr. 476 angezeigten Schnellzüge verkehren nicht mehr. Buchdrucker-Fuuktionäre/,8 Uhr, w der Auia des Sophien-Realgymnasiums. Wemmeisterüraße, veranstalteten Bortrag des Genossen Herwarth Waiden .Der Expressionismus'(mit Erläuterungen an Hcknd von Origmalgemälden) teil. Zur Deckung der Unkosten wird ein Beilrag von 60 P>, erhoben. Charlotteuburg, Ä. Gruppe. Morgen Freitag, 8 Uhr. im Lokal von Kemmler, Charlotlenburg, Friedrich-Karl-Platz 6 i Gruppenversammlung. Treptow- Bauwschulenweg. Achtung. Frauen I Morgen Freitag. 19. September, nachmittags 8'/, Uhr, nn Kaiserbadgarten, Treptow,(8c- mein'ames Kafsee lachen. Zahlreiche Beteiligung erwünscht. Kaffee mitbringen. WcrbeauSschust für Post und Delegraphie. Heute Donnerstag, 8 Uhr, Aula deS Sovhien-Lyzeums, Weinmeislerftr. 16/17, Vollversammlung der BetnebSvertrauensleuIe. Tagesordnung:»Die kommenden Arbeiter- ratswahlen'. Erscheinen unbedingt notwendig. Gerichtszeitung. Verbreitung einer nicht genehmigten Zeitung. Nach ß S der Verordnung des Oberkommandierenden N o S k e vom 3. März 1919 ist daS Erscheinen neuer Zeitungen nur nach Geneh- mrgung des Oberkommandos in den Marken zulässig. Wegen Ver- stoße» gegen diese Verordnung hatte sich der Dreher Wilhelm Nax vor dem außerordentlichen.Kriegsgericht zu derantworien. Der Angeklagte hatte am Tage der" Beerdigung von Rosa Luxemburg in einem DeinonstrationSzuge Nummern des kommu- niftischen Blattes„Ter Kämpfer" verteilt. Das Erscheinen dieser Zeitschrift war vom Oberkommando nicht genehmigt worden. Der Angeklagte erklärte, daß er nichts davon gewußt habe; ihm seien unterwegs mehrer« Exemplare� der Zeitung in die Hand gedrückt worden und er habe sie verkauft, um sich einen kleinen Verdienst zu verschaffen. DaS Gericht war der Meinung, daß daS Verbreiten die Tatbestandsmerkmale im Sinne der Verordnung enthalte. Das allein Wesentliche für das Erscheinen einer Zeitung sei die Verbreitung. Ter Hinweis auf die in hiesigen KioS-ken feilgebote- nen kommunistischen Zeitungen greife nicht durch, da gar nicht fest- stehe, ob diese Zeitungen nicht schon vor dem 3. Marz erschivnen seien. Der Angeklagte habe nach Ansicht des Gerichts nicht aus Geldinteresse, sondern aus Rücksicht auf seine Partei- und Gesin- nungsgenossen gehandelt. Bei der Abmessung der Strafe habe das Gericht erwogen, daß eine Geldstrafe doch von der Partei getragen werden würde und deshalb auf eine Freiheitsstrafe«rkanuy die auf 4 Wochen Haft bemessen wurde. ?ugenüveranstaltungea. >z__ 20. Abt. BollSlun st abend zum Besten der Jugend. Heime morgen, Freitag, 7 Uhr, Aula Hohenlobestr. 10, unter Milwirtung des Berliner Terzetts und Frl. Maria Schipfmaiins. Schüler und Schülerinnen! Sonntag, den 21. September. 7 Uhr, In der Sophien-Aula, Deinmeisterstr. 16. Vortrag von Dr. A, Wpneken über.Di« Jugend und das soziali, tische Schulprogramm".— Eintritt frei. Mädchenkonierenz beute 7 Uhr im Jugendheim, Lindenilr S. Thema: Unsere Winterarbeit. Refecenti»: Genossin Todenbagen. AuSIorache. Süd, Oft und Abteilung Dreptow-Baumichulenwog. Heute 7 Ubr: Gemeinsame Heliersißung im Jugendheim, Wrangelsw. tZ-. Erscheinen aller Heiser dringend nolwendig. Skiederschöneweide. Heute 7 Uhr: Dislussio» über»Arbeiterjugend" Nr. IS._ Sriefkasten der Reüaktioa. Heute endigt die juristische Sprechstunde um ß1� Uhr. G. K. 4« Striegan. Ihr Beitrag ist viel zu lang für uns; er soll an die rechte Stelle geleitet werden.— Halle, Friedrichskreuze. Zu einer Partsiaktion können wir in Ihrer Sache nicht anblasen; was soll mir dem Suein?— F. S. ISIS. Neue Friedrichslraße 53-56.— — A. W. 90. Wiederholen Sie Ihre Ansrage und geben Sie noch an, wie hoch daS Einkommen Ihres MauneS ist.— W. H 36. Legen Sie bei der Airchenbehörde sofort gegen die Veranlagung Emsoruch ein. Ihre Steuerpflüht ist bereit» erloschen.— R. P. 46. Das Regiment kann die erhöhte Löbnimg gewähren, kann dazu jedock nicht gezwungen werden. Es bleibt nur übrig, unter SchUdemug der Bedürftigkeit ein erneute» Gesuch einzureichen; für den Fall der Ablehnung können Sie sich beim Gineralkommando beschweren.— G. » > > 1 l 1 twi »»»»»»»>• Straßenhandler für de« „Uorwärts" stellt ein die Hauptexpedition, Lindenstraße 8. N Selbstbebandlong m. Radikai-Katheder bei Harnleiden, gar. guter Erfolg. Preis p. Stck. M. 6,— Wiederverkäufer Rabatt. Marsooal, Berlin, Boile-Alliance-Stral« 32.• Ansträg-erlnnen für den„Vorwärts" werden eingestellt in folgenden Filialen: Ackerstr. 174, am Koppenplatz.— Prinzenstr. 31. Hof part— Stoipmann. ____ W, BlumenthalstraBe 8. Hot— Markusstr. 36.— Dölz. Immanuelklrchstr. 24, Meli«, Petersburger Platz 4.— Zinke, Undenstr. 3, Laden— Joseph, WUhelmsbavener Straß« 46.— Lausitzer Platz 14/16. Berlin SchMerg: s-i-'g-r Straß« n Steglitz: Zie?eldecker, Schildhornstr. tt. Künstliche Zähne mit echtem Paratantschuk, Goldtronen und Brücken Priziflonsarb., Rep. u. Umarb. los. Ueber 80 I. fachlitig, Keine Luxuspreise. ZahnpraxiS«rüger. Prinzenstr. 66» an der Dresden« Str. Fernspr.: Rontzpl. 11258. 8568b' saton-SnnlW 1250.—,»cnscrlfjormoninra mit«eolsharfe 1500.- DL. Iltinnes 660.—, g-bronchle» billigst, verl. v-raer ch cks-, Oconlenftr. IM. Privat* vertauf II. Stög».(*