Nr.478.3e.I»hrg. Bezugspreis t SUttellS5rL A.— Mi» BumatL t,— Mt. frei ins Hau»,»otau» zahlbar. Post» bezug i Monatitch Ml. rill Au- ftellungsgrbuar. Unter ftrruzbanb tür Deutschland und Oesterreich- Un zara SLä Ml» für da» lidrrge iluslanb 10 25 Ml» bei tstyltch einmal, gustellunst SL5 Mi. Postbeslellungen nehmen an Dänemarl. Holland huremdnqu Schweden u. die Schweis. Eingerra«» w die P°st-?eliung»-Prei»liste. Der»Borwärt«� mit der Sonnrast» beilage»Voll u. geit� erlcheini wachen» täglich zweimal. Sonmag» einmal. Abend-Ansgabe. Telegromm-Bdrest» i »Sozialdemokral Beriin", Serliuev VolKsblskt. Zentralorgan der rozialdemokratifchen Partei Deutfcblands. flSPfennlg) Anzeigenpreis t Die ochiyewaltene ilonraretttezeit« loltei ILO Mi»Aletn» Anzeigen-, da» ieitgedruckie Wort OOPig. lzulässtz st ieNgedrulite Warte), ledr» weiter» Wart«0 Pig. Stellengeluche uud SchlassteUenauzetgen da» erste Wart <0 Plg. lebe» meliere Wort SO Psg. Corte Uber!5 Buchsladen zählen lür zwei Worte. Zeuerunge-uschlag 50»/� ffamilien- Anzeigen, politische and gewerkschaftliche verein»- Anzeigen ILO Mi die Relle Anzeigen für die nächste Nummer müssen bi» 5 vh» nachmittag» Im Haupigeschäst. Berlin ®ffi 88. ülnien strotze S, adgezeden werden, aedtznei oon S Uhr früh dia » Uhr abend». Keöaktion unö Expeüttion: SW. öS, �inüenst!.'. Z a-ernsprechkr: Amt Moristplat». Nr. ISl Ss»—»St it7 vsrVärts-Verlag G.m.b.H., SN. HS. LinSenstr.Z. Fernsprecher: Amt Morittpiast, Nr. 147 33— 54. Ernste Unruhen in Sraunsthweig. Am Mittwochabend kam eö in B r a u n s ch w e i g zu Zu- sammenstößr» zwischen Reichswehr und f p a r t a l i st i- scheu Elementen. Die SchWimmanstaltswache wurde in der zehnten Abendstunde aus dein nahen Walde beschossen und ein Mann der Reichswehr an der Hand verwundet. Zusammen- stoße zwischen einzelnen Rcichswrhrlcutcn und tilcsiudel am Haupt- bahnhos hatten dort große Menschenansammlungen zu� Folge, die durch eine Abteilung Reichswehr zerstreut wurden. Der Hauptbahnhof wurde durch eine Wache gesichert. Auch an anderen Stellen der Stadt kam es zn� starken Belästigungen einzelner Reichswehrlcute. In den Straßen und städtischen Anlagen fielen Schüsse Die Borgänge find anscheinend plan- mäßig von spartakislischcr Seite hcrvorgeruse». Es wurden mehrfach Matrosen mit roten Bändern beobachtet. weitere Plünderungen in Koslin. Im Laufe der Nacht zum Dienstag kam cS z» weiteren V l ü n d e r ii n g e n. Eegen 11 Uhr stürmte die Menge die am Markt geiegeneii Herrenarlilei« und Konsellionsgeichäsle von Eduard Batuch und Gebrüder Hirschseid. Em Teil der Einwohner- wehr, die cinzujchreilen versuchte, wurde entwaffnet. Bei den Plünderungen gab das Militär Feuer. Fünf Personen wurden velwundet, darimier zwei Milglicder der Einwohner- wehr. In den frühen Morgenstunden lrasen Truppenver- stärkungen ein._ Die Heimkehr üe? Kolonialgefangenen. Gegenüber zrihlreichen Anfragen aus Kreisen der Ange- hörigen und verschiedenen Pressestiimnen sei folgendes fest- gestellt: Bei den Verbandlungen in K ö l n mit Vertretern der englischen Regierung ist selbstverständlich auch die oben genannte Frage zur Sprache gekommen. Tie englischen Vertreter haben zugesichert, daß auch die Heimschaffung der noch in Aegypten, Indien und aus Malta befind- lichen Gefangenen sobald als möglich erfolgen soll. Es ist im besonderen zu hoffen, daß die in A e g y v t e n und Malta befindlichen Gefangenen baldigst durch die Schiffe abgeholt werden, die sich mit russischen si r i e g S g e f a n- genen auf der Fahrt noch dem Schwarzen Meer befinden. Hierbei fei nochmals festgestellt, daß die in Aegypten und Malta geäußerte Ansicht der englischen Lagerbehörden, die deutschen Gefangenen seien frei und brauchten nur von der deutschen Regierung abgeholt zu werden, unzutreffend ist, wie auch aus Vorstehendem hervorgeht. Die Heimkehr der in Spanien internierten Ka- merun-Deutschen ist weiterhin Gegenstand dauernder Verhandlungen. Eine Entscheidung hierüber ist indessen noch nicht getroffen worden. Sie ist abhängig von dem zur Verfii- gung stehenden Schiffsraum. Renner über öas Rätespstem. Auf einer Konserenz der deup' Höste rreichischrn Laudesregie- rungen führte der Sbaatskanzler Genosse Dr. Karl Nenner aus: Was daS Rätesystem betrifft, so hat sich der Rätegedanie auf einmal mit einer gewissen Selbstverständlichkeit aller Menschen bemächtigt. Wir haben Arbeiterräte, Bauernräte und Bürgerräte und drohen heute in den Zustand zu geraten, daß ein sehr berech- tigter Gedanke überspannt wird. Dem Rätesystem li?gt der berechtigte Gedanke zugrunde, daß nicht nur die Menschen eines Gebiets, sondern auch die beruflichen und sozialen Gr ippen geinein'amo Fntcrrssen haben. Nun bandelt cS sich nicht darum, den Nätegedanken zu beseitigen, was wir auch gar nicht vermöch- tcn, unsere Perwallung wäre vielmehr sehr gut informiert, wenn sie einen organisierten Beirat der Berufs- und der so- xialcn Röte besäße. Aber die Räte können unmöglich verwalten und eine Exekutive führen. Elf. e Exekutive durch die Räte Widerspricht den Grundgedanken der Polksfreiheit und der Ministerverantwortlichkeit. Es widerspricht dem aber nicht, wenn sich die Staatsorgane, ehe sie die Exekutive führen, beraten lassen. Darum glaube ich, daß. die Räte eine sehr be- stimmte und achtunggebietende Stellung einnehmen können, wenn sie nach Art der Kammern organisch der Verwaltung zur Seite gestellt werden, in gesetzlich geregelten Formen die Perwal« tung beraten. Bei der Perwaltungsreform wird zu erwägen sein, in welcher Weise dieser nur zum Teil neue Gedanke in unsere staatliche Organisalion eingefügt werden kann. verfuhren gegen eine deutsche U-Bootsbesotzun!). Aug M a- drid wird gemeldet: Tie Untersuchungsaklen gegen die Mann- schaft des deutschen Unterseebootes 4b. die angeklagt ist, das Unter« seeboot versenkt zu haben, wurden gestern dein obersten Kriegs- und Marinegericht überwiesen. Ende des Srilzr-.ustauds Ehina-Teutschland. Das Ncutersche Bureau meldet aus Peking, daß der Kriegszustand zwischen E h i n a uud Deutschland durch Erlasse für beende: er- klärt wurde. Gegen üie öritte internationale. Am 13. September teilten wir das vorläufige Ergebnis der Abstimniung in der Schweiz über den Beitritt zur drittenJnternationale mit: ohne wichtige Sektionen, deren Abstiinmungsergebnisse damals noch nicht vorlagen, er- gaben sich 2367 Stimmen f ü r und 4614 Stimmen gegen den Anschluß. Jetzt wird durch die Schweizerische Depeschen- Agentur folgendes Schlußergebnis verbreitet: Die Urabstimmung der Sozialisten über den Eintritt in die dritte Internationale ist beendet. Von övWl) Mit- gliedern, die der Partei angehören, bäben S2 0 den nächsten Tagen eine neue Gendarmerie aufstellen. Sobald sie organisiert sei, werde der Abzug der r u m ä n i s cti e il Truppen aus Budapest erfolgen. Die Wahlen für die N a t i o n a l v e r s a n: in l u n g sollen am 1. Oktober stattfinden./ vrohenöer Streik öer italienischen posiangesteUten. Au« Mailand wird gemeldet: Die Post- und Tele- grapbenange stellte ii beschlossen am Mittwoch den General- streik, wenn die Regierung ihre Forderung nicht binnen 24 Stunden erfülle. �Demokratische" Regierungsweisen! Ein oftpreußischer Genosse zählt uns folgende Erbaulich- keiten auf: Die Regierung zu Gimibinnen richtet an eine ihr unter- stellte Behörde wegen eine« Technikers, der bei dieser Behörde beschäftigt und vor kurzem in die Gemeindevertretung als sozial- demokratischer Pertrcler hineingewählt worden ist, unter anderem die Frage, ob die Teilnahm- deS Technikers an den Sitzungen in der' Gemehideverlretung im Interesse der beireffenden Be- Hörde liegt und ob deiien Teilnahme an den Sitzungen etwa unerwünsau ist.— Fni Interesse der Behörde und unerwünscht!— Das Hingt gerade, als ob die Ausübung staaisbürg-rlicker Pflichten durch einen Angestellten von den Interessen und Wünschen seiner vorgeietzlen Behörde abhängig gemacht werden soll. Die Fragen zeugen von einem geradezu voisiulfluilicheü, behördlichen Geisle. Weiß die betr. Regierung denn noch immer nicht, daß das G-ietz solchen einseitigen, kurzsichtigen Wünschen einen Riegel vorschiebt? In einem anderen Falle droht dieselbe Regierung einem von weither in ihren Bezirk versetzten Beamten, der wegen Erkrankung die weite Reiie nach seinem neuen Ämlssitz nicht sogleich antreten lann, mit GehallSentziehung und Einleitung des Disziplinar- Verfahrens, wenn der Beamte seinen neueit Polten nicht sofort ein- nimiin oder spätestens innerhalb 8 Tagen ein ärztliches Attest vor- legt, obwohl der Beamte tchrifllich erklärt balle, daß er zurzeit reiseunfähig ist. Das erscheint wenig bcamlcnfürsorglich, wohl aber bureaukrutlsch-ickneidig. Wie eine Handlung auS der Zeit der Seibeigolllchast aber mutet eS an, daß ein Regieruilgs- und Baurar als Vertreter der genann- teu Regiernug mir einem Gefolge von rlwa 5 Herren vor kurzem auf dem Bauhofe einer unierstelllen Behörde erscheint und von einem alten, im Dienste ergrauten, miuleren Beamten, der als lolcher dem berreffendea R-gierungS« und Banrat seit Jahren per- sönlich bekannl ist, verlangt, daß er das Gepäck der Herren trage. Ja. ja, es spult immer noch ein uralter Geist in den Köpfen vieler Regienmgsbeamien. besonders im Osten, als solle die Be- zeichnung.Ostelben" ihren Sinn behalten. Unabhängige gegen Kommunisten. Die„Freiheit" ermannt sich endlich zu einem Leitartikel „Jllusionspolirik", in dein gegen die Kommunisten energisch vorgegangen wird. Sie geht ans von einem Bericht der „Kommunistischen Rätekorrespondenz", in dem gesagt wird. nach der„Niederlage in der Januarschlacht" hätte man neuen offenen Schlachten ausweichen müssen, bas sei aber nicht geglückt, da die Partei zu schwach gewesen sei, lokale Aufstände und Putsche zu verhindern. Sie berichtet dann über eine Versammlung der Berliner Fnnktianäre der K. P. D. am 9. September, in der festgestellt wurde,-d i e S t r a ß e sei verlor c n. Im übrigen lehnte die Vitksammlung eine Anregung der Zentrale, die der Partei den Weg zur B e t e i l i- gung an den Parlamentswahlen öffnen sollte, ab. Die„Rote Faline" kommentierte diese Ablehnung dabin, nicht das Parlament, sondern der Betrieb sei der entscheidende Faktor, ihn müsse nian also beherrschen und nicht daö Parla- ment. Tann schreibt die„Rote Fahne" weiter': Nur so verstehen wir jene Erklärung der dritten Internationale, die von der Unterordnung d-Z parlameirtnrisHor Mittels spricht,— nicht von der E i n ordnung, wie jemand in- sinuieren will. Nur so können wir zumal in der gegenwärtigen Situation Deutschlands denken. Man soll auch nicht den An- schein erwecken, als würden die Schweizer und Italiener eS uns übel nehmen, wenn wir in gegenwärtiger Situation auf den Parlamentarismus verzichten. Den Betrieb Wollen wir haben und beherrschen: das Kapital ist ohnmächtig in dem Augenblick. in dem die Suvotage der Produktion seine durch internationali: Perpslichtungen diktierten Kalkulationen über den Haufen Wüst. Dazu macht die„Freiheit" einige Bemerkungen, die wir nur zustimmend wiedergeben können. Sie sagt: Alan wäre angesichts der letzten Ausführungen versucht, an wahnwitzige Verblendung zu glauben, wenn nicht aus der syndikalistischen Konfusion deS Artikelschreibers die völlige Unfähigkeit spräche, die politischen und wirtschaftlichen Zu» sammerihänge in sozialistischem Sinne zu erfassen und dem Prole» tariat eine seineu Interesse» auch nur annähernd entsprechende Taktik zu weisen. Aus diesen Ausführungen spricht die eng- stirnige Verranntheit von Ideologe», die völlig die Verbindung mit den Massen verloren haben und die dem Wahne huldigen, daß sie durch ihre„Ablehnung" der unbequemen Tatsachen der Wirklichkeit, diese Wirklichkeit selbst zu überwinden vermögen, und daß d-er harte beharrliche Kampf auf allen Gebieten, in denen das Proletariat mit der Bourgeoisie zu kämpfen bat, ersetzt werden tönne durch eine Zauberformel, die dem Prole- tariat mit einem Schlage den Schlüssel zur Macht liefert. Gestern war r? der bewaffnet: Aufstand»nd die Proktamicrnng der Räte» diktatnr. Heute ist«s die Eroberung des Betriebes, die unter Ignorierung aller sonstigen Faktoren deS politischen und Wirt» ichaftlichen Lebens den neukostümierten Putschisten der K. P, D. als der Stein der Weisen erscheint. Die„Freiheit" verspottet dann die koinmuinstisckien „Wirrköpfe", die zwischen Wimderglauben und Furcht hin- und barpendeln und schließt: Darrnn gehen wir zum Kampf gegen diese Kräfte sder bürger. licheu Gesellschafts, überall wo die Bourgeoisie ihre Machtposi- tioneu bat: wir gehen in die Parlamente, in die Kommunen, in die VerwaltmigZbehürden ebenso hinein, wie in die Betriebe, um überall, wo da? Proletariat unserer bedarf, auf dem Posten zu sein, seine Kräfte zn organisieren, seine Stellung zu befestigen. um mit geschulter, gesammelter Kraft für unser Endziel, für die Ausrichtung der sozialistischen Gesellschaft zu kämpfen. Wären diese Auseinaiidarsetzlingen mehr als eine vor- übergehende Erscheinung des Augenblicks— od sie es lind, inuß man erst abwarten—, dann könnte man von einer hoch- bedeutsamen und erfreulichen Wendung in der deutschen Ar- beiterbewegnng sprechen. Die Unabhängigen haben bisher in verhängnisvoller Weife zwischen der Sozialdemokratie und den von ihnen jetzt selbst so genannten kommunistischen P u t s ch i st e n und Wirrköpfen hin- und hergeschwankt. Alle lßerfuelje, sie zu einer klaren Stellungnahine gegen jene wahnwitzigen Ver- derber der Arbeiterklasse zu bewegen, blieben vergeblich. In- folgedessen mußte sich die Kluft zwischen ihnen und' der Sozialdemokratie immer mehr verbreitern. Tie Sozialdemokratie, die durch den Willen der Arbeiterklasse zu einem auS- schlaggebenden Faktor deS Staatslebens herangelvachien war. durfte nicht zugeben, daß sich eine kleine, in der schwerster! Konfusion befangene Minderheit durch Gewalt ans der Straße in den Besitz der Macht setzte. Durch jene Gemalttaktik wurde sie zlvangsläiifig auf einen Weg gedrängt, den sie aus freiem Willen niemals betreten hätte und den sie zn verlassen ent- schlössen ist. sobald sich dazu, ohne schwere Gefährdung der Interessen des arbeitenden Volkes, die Möglichkeit bietet. Die erste Tat der sozialdemokratischen Regierung nad\ der Revolution war die Aufhebung des Belage- ru n gZ z u st a n 5 es. Skolz un5 glü?licki Karen wir. d!s Fesseln einer freien demokratischen Nolksbetätigung zer- brachen zu haben. Tie Kommunisten erzlvangen die Wieder- cinführnng des Belasscrungszustandes, indem sie ihn selber in der wahnwitzigsten Forin wieder einführten, wo sie zur Macht gelangten. Dagegen gab es zunächst leider nur, nach dem Geletz, wonach man Gleiches mit Gleichem behandeln mutz, wieder den Belagerungszustand, gegen die Gewalt nur die Gewalt. Die Folge war, daß sich monarchistische Offiziere, deren Hilfe man in einem Augenblick verzweifelter Entschei- dung nicht zunickivciscn konnte, jetzt rühmen, die Retter des Dtaates zu sein, und daß alle der Arbeiterklasse feindlichen (rlcmente wieder Morgenluft zu wittern beginnen. Dpar- akuS hat für sich gar nichts erreicht, für die Reaktion diel, glückliche rtoeife noch nicht alles. Ter Schaden, der durch die Verwirrung und Zersplitte- rung der Arbeiterklasse entstand, ist groß, er ist noch nicht nn- beilbar. Geheilt werden kann er aber nur, wenn die Unab- hängigen den Mut haben, aus der Ablehnung der komnmnisti- scheu Putsch- und Sabotagetaktik rücksichtslos die Konsequcn- zen zu ziehen, die sie dann wieder auf den Boden des sozialdemokratischen Programms zurückführen müssen. Tie Kräfte, die einer wahrhaft sozialdemokratischen Po- litik, einer sozialistischen Politik auf demokratischem.Boden, zur Verfügung stehen, sind unendlich grotz, wenn man sie umsichtig zu nutzen versteht. Es ist ein Verbrechen an der Arbcitcrbcwe- gung, wenn man sich in den Glauben verrennt, die Kräfte der Sozialdemokratie seien für eine solche Politik verloren. Man kann auf dem Standpunkt stehen, daß die Sozialdemokratie Fehler begangen hat und begeht— unfehlbar ist ja niemand, selbst die Unabhängigen nicht, und wir erblicken, ob das nun zugegeben wird oder nicht, in dem heutigen Artikel der„Frei- heit" das Eingeständnis schwerer von den Unabhängigen begangener Fehler. Aber darauf kommt es ja nicht an, daß eine Richtung der Arbeiterbewegung auf das Armesünderbänkchen gesetzt wird und Buße tut, sondern darauf, daß begangene .Fehler nicht fortgesetzt und Wiederholl werden, darauf, daß sich alle sozialistischen Kräfte vereinigen zum gemeinsamen Gebrauch der gewaltigen Machtmittel, die ihnen eine dcmokra- tische Staatsordnung an die Hand gibt.___ Wir sind nicht optimistisch genug, aus einem Artikel der „Freiheit" Schlüsse zu ziehen, die für die ganze Zukunft der Arbeiterbewegung von fundamentaler Bedeutung wären. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Zu grotz ist die Ver- wirrung, zu tief der Haß, der sich eingeftsssen�hat, zu stark ist die Auswirkung der Kräfte, die durch die Spaltung ent- fesselt worden sind. Tie U. S. P. D. ist nun einmal selb- ständige Partei, als solche will sie wachsen, will sie agitatorische Ei folge erzielen, und das kann sie nur, indem sie die Arbeiter vor dem verfemten„Rechtssozialisten" graulich macht und durch vhantastisch verzerrte Darstellungen der sozialdemochatischen Parteitätigkeit den Graben immer tiefer, den Wall immer höher macht. Zur Erkenntnis, daß das Ganze der Arbeiter- Hasse über das spezielle Partciintcresse zu stellen ist, gehört ein Stück Heroismus, und solchen Heroismus nicht zu besitzen, ist immerhin menschlich. Trotzdem bleibt es eine Pflicht der Sozialdemokratie, die Vorgänge in benachbarten Lagern genau zu verfolgen, um aus eingetretenen Veränderungen sofort die richtigen Schluß- solgerungen zu ziehen. Ebenso ist es die Pflicht der Regio- rung. täglich von neuem die Frage zu prüfen, ob die Voraus- fttzungen zur Aufrechterhaltung des Belagerungszustandes roch immer fortbestehen. Die jüngsten Auseinandersetzungen der Linken sind zum mindesten ein Anzeichen dafür, daß die Zeit nicht mehr ferne ist, in der die v o l l e F r e i h e i t der Demokratie hergestellt werden kann ohne Sorge, datz dieser Schritt zu einer plötzlichen gewaltsamen Vernichtung eben dieser Freiheit durch den Terror fühpen könnte. Keine vertrauensselige Uebereilung, aber auch keine obrigkeitstaat- liche Angstmeiereil Fürs erste also: zusdhen und abwarten I Warum nennt Sarbujle seinen Roman , Erleuchtung'! Worin besteht Henri BarbusseZ politische Be'seutuna in seinem Vaterlonte Frankreich? Kurz gesagt, darin, daß er sich ausgelehnt hat gegen die barbarische Gewaltpolitik, die seit fünf Jahren Europa zerfleischte und trotzdem für weitere Jahre festen Boden gewinnen konnle. Dieser Gegensatz hat seinen Ausdruck gefunden in den großen welierobernoen Signalen einer Menschlichkeitskultur, den beiden Romanen„Das Feuer" und„Erleuchtung". Vom ersten, der im Kriege verboten lvar, hat der„Vorwärts" einzelne Teile derössentlicht, den zweiten bietet er seinen Lesern ganz..Denn hier galt es, einer großen Gegenwartsidee zu dienen, die'um eines zukünftigen Friedens der Gerechtigkeit willen von Volk zu Volk Verständigung durch das Mittel gegenseitigen Verstehens tragen soll. Mit unverbolenem Haß sahen die Schildhalter und Krippen- fresser der Gewaltpolitik auf die weite Wirkung, die dem Werke Barbusses durch den Abdruck im„Vorwärts" bezeugt worden-st. Hämische Worte hat ihr Grimm in der französischen Reaktions- presse gegen den Dichter geschleudert. Doch das kann die bedeut- same Sache nicht hemmen, um die es hier geht. Jedes Stück Arbeit sei gegrüßt, das hier mutig begeistert mit- hilft! Vor kurAem hat der Würzburger Philologe Walther K ii ch l s r in der Verlagsdruckerei Würzburg vier Vorträge als Buch' erscheinen lassen, die disen Gruß verdienen. Fichtescher idealer Tatwillen flammt in diesem Gelehrten. Er will reden nicht um literarischer Ziele willen, sondern um aus dem Elendswege, zu dein Deutschland verdammt ist, nützliches Heilswcrk zu versuchen. Sein Buch erhebt die Stimme im Namen der Menschlichkeit, die Völker und Menschen zu gegenseitigem Verstehen, das heute fehlt, führen wird. Sa spricht es nun über die großen franzönschen Romanwerke jüngster Zeit, über Romain Rollanos neunbändigen „Johann Christoph", der vor dem Kriege bereits ein Werk von europäischer Berühmtheit geworden war und während des Krieges endlich verdeutscht(bei Rütten u. Loening in Frankfurt) erschien, dann aber über die beiden Kriegszeitwerke Barbusses und endlich aucki über Unrnhs„Qpfcrgang", dessen ernste �Bedeutung durch die buchmäßige Verbindung mit den drei französischen Dichtungen eine gute'Würdigung erfährt. Unsere Leser haben stm Augenöl. ck ein besonderes Interesse an Küchlcr? Darlegungen über Larbusses Ro- man„Erleuchtung". Einige Sätze daraus mögen anreizen, das Gan,e und das Buch überhaupt zu beachten. Tie beiden Kricgsromane BarbusseS stehen in festem zeitlichen Zusammenhang. Ter zweite baut das ideelle Ergebnis des ersten ,u Ende. In eigener, besonderer Handlung.„In seinem ersten Kriegsroman. Ls Feu" hatte Barbusse ein Bild des Lebens der einfachen Soldaten im Kriege gegeben, hatte er zuletzt gezeigt, wie aus dem Ucbermaß des Leidens heraus in ihren einfachen Gehirnen nach der langen Resignation der Protest gegen den Krieg sich loS- ringt. Ihre Auflehnung schwoll aus einer ganz primitiven Ge. dankenarbeit heraus, die ihre machtvolle Wirkung nur aus der ge- «ml! igen Gefühlskrast zieht, von der sie hingerissen sind. Der zweite Remharö öer SchWdgsame. Herr Reinhard schweigt. Er läßt seine Vertrauensleute für sich reden— wie solche Kundgebungen beim Militär g e- macht werden, weiß jeder Eingeweihte. Es ist beispiels- ! weise sehr bezeichnend, datz diese Vertrauensleute in ihrer - Kundgebung nichts davon erwähnen, datz soeben erst bei der Brigade Reinhard ein gedrucktes Gedicht auf Anjichts- Postkarte— strotzend von monarchistischer Verherrlichung— an sämtliche Mannschaften verteilt wurde, jede Kom- pagnie bekam 700 Stück dieses Machwerks, das auf jeder zweiten Zeile den Kaiser als Schutz- und Schirmherrn des st. Garde- Regiments verherrlicht, als dessen Nachfolger die Brigade Reinhard sich bekanntlich betrachtet.— Aber die Vertrauensleute wissen nichts von monarchistischer Propaganda. Doch lassen wir das setzt beiseite. Reinhard schweigt. Wir haben in Nr. 475 des„Vorwärts" eine sehr deutliche und konkrete Frage getan und uni sofortige und unzweideutige Antwort gebeten. Da wir keine Antwort bekommen, so wiederholen wir die Frage: Hat Oberst Reinhard selber die ihm zur Lall gelegten Aeußc- rnngcn nach Form und Inhalt in Abrede gestellt und in welcher Form hat er das getan? Ein offiziöser Beschwichtiger hat zwar durch dgs W. T. B. vor einigen Tagen erklärt, daß die von zuständiger Stelle angestellten Ermittelungen die völlige UnHaltbarkeit der gegen Reinhard erhobenen Anschuldigungen ergeben habe. Abpr uns interessiert die Frage: Was hat Reinhard selber bei seiner Vernehmung gesagt und zugegeben? Hat er mit der ihm eigenen strahlenden Offenheit gesagt: Alles ist un- wahr; ich habe nie die Regierung oder deren hervorragende Mitglieder beschimpft, niemals monarchistische Propaganda getrieben? Oder hat er nicht vielleicht beschämt etwas von „temperamentvollen Acus-erungen" in den Bart gemurmelt, die man nicht so tragisch nehmen soll? Herr Reinhard, so reden Sie doch endlich! Uebergelungene Verteidigung. Durch die„P. P. N." wurde gestern eine Darstellung des Potsdamer Falles verbreitet, die wir im heutigen Morgen- blatt wiedergegeben haben. Diese Darstellung ist offenbar auf einen dienstlichen Bericht zurückzuführen, der uns nun- mehr im Original vorliegt. Er ist verfaßt von Hauptmann Neuberth, Leutnant Werdelmann und Leutnant De Thierry, also drei Offizieren, gegen die sich Viewegs Anschuldigungen in der Versammlung vom 15. September mit am meisten richteten. Leutnant De Thierry ist übrigens derjenige, der sich bei der körperlichen Mitzhand- l u n g Vielvegs, die in dem Bericht glorifiziert wird, besonders hervorgetan hat. Man wird also eine solche aus dem Bedürfnis der Verteidigung heraus ge- schricbene Darstellung kaum als objektiv betrachten dürfen. Aber tun wir den drei Herren einmal den Gefallen und unterstellen wir die völlige Wahrheit ihrer Ausführungen. Dann wäre zwar Vieweg der Haupthetzer im Ofsizierkasino gewesen, aber es mutz Verwunderung erregen, wie seine Hetzereien aufgenommen worden sind. Nach der Tarstellung der drei Offiz'cre wird Vieweg beschuldigt, sich zur Ermordung Erzbergers angeboten zu haben, den Plan geäußert zu haben, eine Synagoge in die Luft zu sprengen, s�h offen als reaktionären Putschisten ausgegeben zu haben, provozierende Kaiser- Hochs ausgebracht zu haben usw. Wir fragen: Wenn das wirklich wahr ist, w i e w a r e s dann möglich, datz die Vorgesetzten Viewegs diesen Mann in der Reichswehr duldeten? Hätte Hauptmann U k e r t, der nach dem Austreten Viewegs in der Versammlung so schnell mit dem Hinauswurf bei der Hand war. nicht schon damals Meldung erstatten und d i e Entfernung eines Mannes aus der Reichswehr fordern müssen, der zu solchen Dingen aufforderte?! War es nicht unbe- dingte Pflicht jedes Vorgesetzten, einen Mann, der solche Absichten äußerte, sofort unschädlich zu machen? Warum haben die Offiziere, die diese Aeußerungen Viewegs mit angehört haben, nichts— auch gar nichts — daraufhin veranlaßt? Es gibt nur zwei Erklä- rungsmöglichkeitcn: Entweder hat Vieweg sich gar nicht so geäußert, wie. ihm jetzt zur Last gelegt wird, oder aber — seine Aeußerungen waren dem Zuhörerkreis gar nicht so ii n s y vr p a t h i s ch. patzten in das Milieu der übrigen Unterhaltung und fanden die innere Zustimmung der Zu- Hörer. Eine dritte Erklärung gibt es nicht. Den Herren ist das Unglück passiert, sich zu gut ver- teidigt zu haben. So gut, daß ihre Verteidigung zur An- klage gegen sie selber wird. Unter Ireunöen. Wohl als einziges Blatt in ganz Teutschland nimmt sich der Erfurter„Kommunist" liebevoll der Schuldigen am Münchener Geiselmord an. Trotz aller tierischen Roheiten, die den Seidl, Schicklbofer und Konsorten nachge« wiesen sind, bleiben ihm die Angeklagten weiße Unschulds- lämmer, während„Henker auf den Nichter stuhlen in Deutschland sitzen". Gift und Galle spritzt das Blatt auch darüber, datz die Presse sich erdreistet, über den Prozeß zu berichten. Selbst die Presse der U. S. P. Darüber heißt es in dem Artikel: Aber die, F r e t b e i t' I Sie erfreut sich der Legalität. Sie rühmt sich, revolutionär i,u sein. Ihre Stellung verpflichtet sie. Ihr fiel die Rolle des öffentlichen Anklägers zu. Sie bat dieses Amt verwahrlost. In feiger Dummheit hat sie versagt, wie immer. Sie vollendet den Skandal und macht ihn wirksam. NA Abscheu wenden sich alle Revolutionäre mit klarem Blick ab von dieser Erbärmlichkeit und Niedertracht. Die„Freiheit" macht es wirklich ihren kommunistischen Frenndon nienials recht. Sie hat die Berichte aufs künst- lichsle frisiert und zu s am menge strichen, um ihren Lesern die kommunistisches Heiden nur nicht in ihrer ganzen Erbärmlichkeit voisühren zu müssen. Aber auch dieser Liebes- dienst verfängt nicht! Prompt bekommt die„Freiheit" von ihren komnulnistischen Freunden die üblichen Fußtritte. Und sie quittiert schweigend darüber nach dem alten Wort: lerne leiden, ohne zu klagen. Eine Getreiöeschiebung aufgedeckt. Dem„Kriminal-Anzeiger" des Staatskommissariats für Ober« s ch l e s i e n ist es gelungen, großen Getreideschiebungen auf die Spur zu kommen. Es sind darin Gutsbesitzer, Kaufleute und Angestellte der KreiSkornstelle in Kasel verwickelt. Ter Leiier dieser Kornstelle wird beschuldigt von Schleichhändlern Be- stechungsgelder angenommen zu haben. Es handelt sich um eine verschobene Menge von über 20l) Zentnern Geitelde. „Eine Köpenickiade." Zu dem unter obiger Spitzmarke im Abendblatt des„Vorwärts" vom Iii. Sehtember erschienenen Ar- tikel wird uns vom österreichischen Generalkonsulat mitgeteilt: Das deutschösterreichische Generalkonsulat steht der Werbe» aktion des Grafen Normann für die baltische resp. die russische Armee vollkommen fern, lieber die Verweigerung eines Pah- Visums an einen Offizier auf angebliche Veranlassung des Grafen Nonnann, welcher nicht deutschösterrcichischer Staatsangehöriger, sondern nach Preßburg zuständig ist, ist hier nichts bekannt. Sollte! eine Verweigerung eines Paßvisums vorgekommen sein, so ist die- selbe sicherlich auf ganz andere Gründe zurückzuführen und niemals auf eine Intervention des Graten Normann. Das Ende der roten Hose. Ein Erlaß des französischen Krieg?- Ministers bestimmt, daß die alte französische Uniform, namentlich die r o t e Hos«, endgültig abgeschafft und durch die jetzige grau- blaue Felduniform ersetzt wird. Roman„Clarte" ist ganz anders angelegt. In ihm gibt Barbusse ein Bild der Gesellschaft. Er zeigt die geistige Verfassung der Menschheit, aus der heraus die Möglichkeit, mehr, die Verhängnis- volle Unabwendbarkeit des Krieges verständlich wird. Er läßt dann auS der Erfahrung des Krieges herauf den phantastischen Widersinn dieser allgemeinen Geistesverfassung klar werden, setzt im ein- zelnen auseinander, welches die Schäden. Krankheiten, Laster dieser Gesellschaft sind, und auf welche Weise sie von Grund aus um- gestaltet werden müsse. Dabei führt er nicht in das Zentrum von Paris, wo die Großen und Mächtigen sitzen, sondern er gibt das trübselige Bild des normalen Lebens im kleinbürgerlichen Viertel einer französischen Provinzstadi, ein Bild, das dem aller Gesell- schaften der alten Welt, dem Leben überhaupt, entsprechen soll." Simon Paulin. die Hauptgestalt dieses zweiten Roman?, dieser kaufmännische Fabrikangestellte, der als ein typischer Durchschnitts- mensch seine Jahre in den Gleisen hergebrachter, gedankenarmer Alltäglichkeit hintrottet, erwacht endlich, nach langen Kriegsmonden, als er schwer verwundet an der Schwelle des Todes ringt. Jetzt offenbar sich ihm die Wahrheit,„die einfache Wahrheit, ohne jede Illusion, die si« entstellt oder verbirgt." Er wird fähig, nicht mehr zu glauben, was man ihm zu glauben befiehlt. Erlebte?, Begangenes sieht er mit anderen Augen an.„Und er erkennt schaudernd die lügenhafte Verstrickung, die alle Beziehungen der Menschen untereinander verdirbt. Ter schwerverwundete Philister und Reservemann macht ganz allein dieselbe einfache Entdeckung, wie sie die in der Wasserwüste hingestreckten Soldaten in ihrer gemeinschaftlichen Gedankenarbeit gemacht hatten, die Entdeckung, daß alle Menschen gleich sind. Er findet, daß die Menschen zweier Länder, die mifeinander losstürzen, um einander zu töten ganz und gar nicht verschieden sind. Es sind wohl verschiedene Körper, und sie sprechen verschiedene Sprachen, aber sie gleichen sich, wie ihre Wunden sich gleichen, wie die Schreie sich gleichen, die ihnen der Schmerz entreißt, wie sie im Tode sich gleichen. Wenn sie aufeinander losstürzen, so tun sie das nicht aus eigenem Anwiebe, sondern weil andere es ihnen befehlen. Nur noch aus dieser Erkenntnis heraus, die wie eine fixe Idee ihn heberricht. sckaut er da? Treiben der Welt. Nur noch aus der Wahrbeit herau?: Die große Masse der Gleichen b-at ihren Willen außer sich. Sie sind die Sklaven, die andern die Herren. Die Könige? Ob sie Kronen tragen oder nicht. Die Großen, die Wisienden. die Reichen, die Ilnternehwer. die Priester, die politisierenden Advo- katen. sie alle haben sich zusammengefunden, um die große Masse der Gleichen in Unwissenheit und Unfreiheit zu halten, ihnen ihren berechtigten Anteil am Leben zu verweigern. Sie halten die Masse in dem Netz der Tradition und unter der Fuchtel der Autorität. Auf niemandem stärker, als auf den Armen lastet die Wucht der Ucberlieferung. Tie Wissenden und Mächtigen tun nichts, um diesen Druck von ihnen fortzunehmen. Im Geaenkeil.„Sie dürfen nicht aufwachen," klagt eS voll Angst von dsn Lippen eines sterbenden Deutschen an da? Ohr des Franzosen, der diesen Schlaf von sich abzuschütteln beginnt. So betrachtet Barbusse daS tragische Spiel per Welt als die ewige Tragödie des Gehorsam?, den die Schwachen den Mächtigen erweisen." Der Schlußteil des Romans entwickelt die Klärung PaulinS: in schweren Gedankenkämpfeu über Religion und Patriotismus, diese b-iden stärksten und erfolgreichsten Mittel, die Unterdrückten im Gehorsam zu halten. Sie bewirken einen Rückschlag in eine Form des Romans, die in früheren Jahrzehnten geduldiger als heute zuge- lassen wurde. Aber für den Zweck, den der sranzösisck>e Dichter im Auge hat, sind sie wichtig. Küchler gibt sich ihrem Ernst mit eindringlichem Betrachien hin. Barbusse tastet die Liebe zum Vaier- l-nd«- nicht an. aber die Idee vom Vaterlande gilt ibm als ein Menschheitsschaden, und so muß sie zerstört werden. Küchler wendet dagegen ein, daß Vaterlanosliebe und Vaterlandsgrdanken nicht zu trennen seien Aber er sucht ein« Brücke zu Barbusse, mit JaureS Hilfe. Er fordert, daß die Vaterlandsidee erweitert und vertieft werde. Barbusse aber ist der Ansicht, viese Idee werde immer volitisch mißbraucht werden. Die Wichtigkeil dieser Kämvfe Paulins leuchtet ein. Küchler stellt zuletzt die Frage, warum Barbusse seinen Roman ,.(Harte" nenne. Und er antwortet:„Weil ihn bei seiner AuSein. andersetzung mit der großen Kulturfrage nicht die schwärmerische Verzückung des Träumers, sondern dl« belle Klarheit des logi'ch sicheren Denkers leitet. Für ihn ist die Sacke so einfach wie mög- lich. Es gibt nur zwei Arten des Weltlaufs. Entweder herrschen die Mächtigen, die Herren weiter, oder die Armen vertreiben sie und treten an ihren Vlatz. Dann wird alles besser werden. Dann, wenn einmal die Gleichheit aller anerkannt, wenn das dnmvse Erbrecht der Tradition und Autorität abgeschasst ist. dann wird alle? von Grund auf in methodischer Arbeit neu ausgebaut. In einer Arbeit, die nur der Intellekt, der kalte, klare Men'chenver- stand, die strenge Logik zu leisten haben. Die so erzielte Ordnung wird zu einer Schönheit ohne gleichen führen, zu vollendeter, berr- sicher Klarheit." Wie Küchler seine Vorträge mit einem Hinweise auf Fickte begann, so stellt er auch in die letzten Sätze den Namen dieses großen Kämpfers, der im Sturz kühn um Aufbau rang und auf den der deutsche Sozialismus voll höchster Verehrung zu schauen gewohnt ist. Fichte, das bedeutet ein weiteste?, tatireudia erregte? Ausschauen wahrhaftesten Geistcswillens. So aber ist aucki die eeele des AuSklangs, die der Roman„Erleuchtung" von feiner?-ckter Barbusse empfing. Notl'sn. — Ein russisch. deutscher Kunstabend fmhe, am ■20. Scvtember. abends 7% Uhr. im Mozartsaal der Öochichule für Musik(Fasanenstrasie 1) statt. Vorgetragen wird Dichterische? in russischer und deutscher Sprache. Vortragende: Fränze Rolosf, Irina Pctraschewskaja und Mischa Epstein. — Hagenbeck in Filmpackt. Hagenbecks großer Tier- park in Stellingen bei Hamburg soll w:e der englische Bericht- erstattet Ebarlcs Tower der„Dailv Mail' meldet, für 20 Fakire an eine große Filmgesellschaft verpacktet worden sein, die hier da? Tierleben im Film festhalten will. Der Park wird für die Auf. nahmen große Umgestaltungen erfahren. So soll er z. B. für einen Film„Madame Butterflq' in einen japanischen Garten verwandelt werden. — Lehrfilmeau? dem Buchdrackgewerb« werd«> am 21. Sevtcmber, mittag? 11%— 1 Ilbr. in der Urania. Tauben- straße 48/49. oorgesührt. Möeutsche Patrioten in Posen. Man schreibt rmS: Seil Ilnlerzeichnung de-Z Friedensverträge? hat au? den an Polen abzulretenden Gebieten der Ostmark eine ganz unverständliche Flucht der Bevölkerung aus Stadt und Land eingesetzt, die immer gröstere Äusdestnung annimnrr. Unver- ständlich ist diese MasienauZivandernng deshalb, weil für dieselbe zunächst lein verniinitiger Grund ersichtlich ist? denn die polnische Regierung hat feierlich erklärt, allen Staatsbürgern ohne Unter- schied der Nationalität die gleiche Fürsorge angedeihen lassen, und insbesondere auch die Deutschen in ollen ihren Rechten schützen. Wenn nun Bedenken gegen die Erfüllung dieser Zusage auch wohl hier und da auftauchen können, so hälie nian doch erst ruhig abwarten sollen, ob solche Eventnaliläien auch wirklich eintreten. Dann wäre immer noch Zeit rum Auswandern gewesen. Sieht man sich aber die Ausreißer näher an, so findet der mit den Verhältnissen und Personen vertraute Beobachier, daß sich gerade aus den Kreisen rekruiiercn, die sich bisher mit Vorliebe als die.VorkämpferdeSbedrängtenDeutsch- tu ms in der Ostmark" aufgespielt haben.' Als der frühere Kaiser Wilhelm in seinen Reden in Gnei'en und Posen diejenigen Deutschen, die ihr Besitztum an Polen verkaufien, als L'a ii d e s v c r r ä t e r gebrandniarit hatte, da veranstaliete die h a k a l sl i s ch e Meute ein wahres Kesieltreiben gegen die wenigen Leuie. die ihr Eigemum oft notgedrungen an Polen verkauften und gegen diejenigen deutschen Kreise, die in dem Kauf und Verkauf zwischen Deutschen und Polen nichts Staalsverbrecherifckes finden konnten.— Und wer sin d jetzt die Landesverräter? Die Massen- verkäu'e an Polen erfolgen in der Hauptsache gerade auS h a t a- tistisch-alldeutschen Kreisen, und diese.Vorkämpfer für das bedrängte Deutschtum" können nicht schnell genug davon- kommen. Gutsbesitzer und Ansiedler, alteingesessene Großindustrielle uns Großkautleule, letztere besonders in den Städten Posen und Brom'erg, finden willige polnische Käufer ihres Besitztums und verlassen panikartig ihre Heimat, um ihr teures Ich und Vermögen in Sicherheit zu bringen. Der Redakteur eines ultra-rcaltionären Blattes in Posen, der jahrtehntelang m Bromberg und Posen die wüsteste Polenheye getrieben, die in der Polenfrage verständig und ge- reckt denkenden deuisch-ir Kreise aber der Polensreundlichke't ver- dächtigr und als„wa'chlapvige" Deutsche verhöhnt hatie, der die FnedenSbestrebnngen im allen Reichslage mit„Micheleien" und den ausfallendsten Schimpfnamen bedachte, dieser.slraniindeutschs" Osimarkeiiheld verließ gleich in den ersten kritischen.November- ragen des vorigen Jahres heimlich Stadt und Provinz und ging bei Nacht und Nebel davon. Und wie er machte es eine große Aiizabl semer Gcsinniiiigsgeoossen, während die von ihnen verhöhnten .waschlappigen" Deutschen zurückbleiben und nun das aiiSesson sollen, was diese Meine ihnen in langjähriger Hakalisteiihetze ein« gebrocki hat. Statt jetzt erst recht auszuharren und ihren Kampf- mul iür das nunmehr wirklich bediängte Deutschland zu erp-obcn. verlassen diese.Helden" scharenweise den heimailichen Boden und nehmen feige Reistaus. sollte es nicht nrö siich sein, diesem an Landesverrat grenzen- den Verhalten der Posenschen„Patrioten" seitens der Regierung Einhalt zu tun? Industrie und Kandel. Börse. Nach den Entlastungsverkäusen der letzten be-den Tage war die Haltung heute wieder freundlicher und das Geschäft aus.ran- chen Gebieten sehr lebhaft. Das galt besonders wieder roii-Ko- l o n i a l p a p i c re n, in denen die Bewegung teilweise wieder einen stürmischen Charakter annahm. Bevorzugt waren Neu- Guinea, die von 2K1 bis auf 314 sprunghaft in die Höhe schnellten. Pomona anfangs, stark gedrückt, späterhin mit 29öl) noch über den gestrigen Schlußkurs stehend. Deutsche Kolonialanteile zogen von 1269 auf 1296 an. Leicht gebessert Sloman Salpeter mit 175 und Southwest mit 196. Otavi-Anteile mit 236 und Otavi-Genußscheine mit löö, sowie Kaoko mit 76, wenig verändert. Am Montanaktienmarkt war die Haltung nicht ein- heitbich. Harpen« gewannen 3 Proz. Gebessert waren auck Gel- scnkirchsner, Hohenlohe und Laura. Dagegen Bismarckhütte, Karo- Hegenscheidt und Loerkoks bis 4 Proz. nachgebend. Schiff- fahrt siverte fest unter Bevorzugung von Neu-Australier, die 7 Proz. und Hamburg- Süd, die 4 Proz. gewannen. Die übrigen Werte bis 2 Proz. höher. Anilinwerte wieder sehr fest, Rüstungswerte schwächer, namentlich. Rheinmetall, die 3 Proz.� verloren. Am Elektromarkt büßten A. E. G. 4 Proz. ein, während Bergmarur und Felten-Guillaume stark anzogen. Petroleumwerte und Valutenpapiere anfangs schwach, später Kanada um 15 Proz. und Steaua um 26 Proz. steigend. Kriegsanleihe schwäch« im Zusammenhang mit der kam- wenden Prämienanleihe. Der Kurs notierte 78. Die älteren und heimischen Anleihen leicht abbröckelnd. Nur 4proz. Reichsanleihe vom gestrigen Rückgang um 1 Proz. erholt. Groß'-verlw Tie Gemeinde als Generalvermieterin. ' Von Magistratsassessor Brumbh-Neukölln wird uns geschrieben: In unserer Zeit allergrößter Wohnungsnot muß es das Ziel einer verantwortlichen Wohnungspolitik sein, allen verfügbaren Wohnraum nach Maßgabe des Wohnungsbedürf- nisses zu verteilen. Dies Ziel ist in Groß-Berlm bisher nirgends erreicht. Zwar ist in den meisten Einzelgcincinden zum Abschluß eines Miclsvertrags nötig, daß entweder das Mietseini. gungs- oder Wohnungsamt vorh« zustimmt, und diese Aemter können natürlich die Zustimmung versagen, wenn sie das Woh- nungsbedürfnis verneinen. Was heißt aber Wohnungsbedürfnis? Jeder Wolmungsuchender hat ein Wohnungsbevürfnis. Es kommt nur darauf an. die Berechtigung diese? Bedürfnisse? und den Grad des berechtigten Bedürfnisses festzustellen. Das kann unter den jetzt gülligen Umständen weder das WobnungS- noch viel weniger aber das Einigungsamt. Denn dazu gehört, daß da? einzelne Be- dürfnis. da? durch Zustimmung zum Vertrage befriedigt werden soll, in Beraleich gestellt wird zu dem Wohnungsbedürfnis in der Gemeinde überhaupt. Die Behörde hat aber weder eine aeitaue Kenntnis von den jeweils Wohnungsuchenden noch von dem leweils verfügbaren Wohnraum. Die kalleroings zwangspflichtige) An- Meldung der freiwerdenden Wohnungen geschieht in der Regel g'e-!S'-'!tig mit der Meldung, daß über die Räume bereit? neu ver- lügt ist und gerade wegen dieser Ohnmacht de» gemeindlichen Woh. nnnasnachweises bedient sich seiner nur ein Teil der Wohnung- suchenden. Das für die Zustimmung zuständige Amt kann freilich durch Verfassung der Zustimmung �die Verfügung entkräften und oamit die Gemeindebehörde in den Stand setzen, nun die Wohnung zuaunsien eines ihr gemeldeten Wohnungsuchenden in Beschlag zu nebmen: von diesem schwerwiegenden Eingriff, der ein AuSein- andcrreiß-'n von erlanbterweise geknüvften Beziehungen zwischen einem Wohnungsuchenden und einem Vermieter bedeutet, wird das Ami aber nicht rücknchtsloL genug Gebrauch machen wollen und können. Der einzige Weg ist desbaG der, daß die Gemeinde da? an«. schließ! che Vrrfügung.'rrcht erhält über alle frei werdenden W'hn- räume,„nh zwar mit den,«„genblick deS Freiwerdens. Dazu be- >arf-? keiner neuen Verordnung, sondern lod'glich der ge- döriaen Anwendung von? 4 d« Wohnungsmangelverrrdnung. Nach der AuS'eci'na des Staatskommissar? bedeutet diese Bestimmung das Recht d« Beschlagnahm« freien oder frei werdenden Raums derart-, daß der Vermieter in der Verfügung zugunsten d« Ge» meinde beschränkt ist. Die Gemeinde nehme nun einfach durch öffentliche Bekanntmachung alle frei iperdenden Woh- nungen in Beschlag zugunsten der im gemeindlichen Wohnungs- Nachweis vorgemerkten Personen und hämmere durch eine deutliche Sprache allen Vermietern ein. daß zur Vermietung nicht mehr sie berechtigt find,- sondern einzig die Gemeinde. Kein Woh- nungsuchender kann fortan auf anderem Wege eine Wohnung er-- halten als durch den Wohnungsnachiveis. Hier ist schon jetzt binnen 24 Stunden das Freiwerden von Wohnungen laut Polizeiverord- nung anzumelden: die Einhaltung dieses Gebots kann kontrolliert werden, wenn die Polizei je ein Stück der Fortzugs- und Zuzugs- anmeldungen dem Wohnungsnachweis einreicht. Im Wohnungsnach- weis hat sich nun die gesamte Vermietung nach Maßgabe des Wohnungsbodürfnisses abzuwickeln. Nur gutes Beamten- personal kann natürlich diele Ausgabe der bestmöglichen Kombina- tion von Angebot und Nachfrage lösen. In Fortfall kommt damit die ganze auf Prüfung der Mietbertragsentwürfe gerichtete Tätig- keit von Einigungs- bzw. Wohnungsimt. Das Einigungsamt bleibt nach Z 4 Wohnungsmangelverordnung nur dafür zuständig, bei mangelnder Einigung zwischen dem Vermieter und einer ihm vom Wohnungsuachweis zugewiesenen Person den Vertrag seinerseits festzusetzen, wenn die Gemeindebehörde darauf anträgt. Diesen Antrag wird sie nicht immer, sonidern nur dann stellen, wenn der Vermieter ohne hinreichenden Grund den Veriragsschluß venvei- gcrt. Darüber vergewissert sich die Gemeinde dadurch, daß sie gleich- zeitig mit der Nachricht von der Einweisung dem Vermieter auf- gibt, binnen kürzester Frist(3 Tagen) entweder den Mietvertrag mit dem Eingewiesenen einzureichen oder die Gründe anzugeben. weshalb kein Vertraa geschlossen ist. Das Einipungsamt hat nach dem Gesetz lK 4 Wohnungsmangelverordnung) die Vertragsfest- setzung dann abzulehnen, wenn es davon einen. unverhältnis- mäßigen Nachteil" für den Vermieter benirchtet. Nur so kann praktische Wohnungspolitik getrieben werden. Vor Znznq wird gewartit. Der Magistrat der Stadt Berlin erläßt folgende Wornirng: Von den städtischen Behörden werden belanntlich die erdenk- lichsten Anstrengungen geleistet, die groß« Zahl derjenigen, welche sich schon gegenwärtig in Berlin aushalten und Wohnungen zum Oktobertermin suchen, innerhalb der Grenzen der Möglichkeit unterzubringen. Es liegt aber dringende Veranlassung vor, dem Eindruck vorzubeugen, als seien die Maßregeln d« Stadt- Verwaltung ausreichend, um auch Personen, welche s i ch n o ch n i ch t in Berlin aufhalten, ein Unterkommen zu verschaffen. Ein in dieser Hinsicht unternommener Zuzug von außerhalb würde nicht nur die Zuziehenden selbst obdachlos lassen, sondern auch in den bereits getroffenen Vorkehrungen für die in Berlin bereit? An wesend-n schwere Verwirrung anrichten. Demnach wird dringend vor einem Zn-ug und einem Zilstrom von Flüchtlingen nach Berlin in diesen Herbsttagen gewarnt._ Brennholz aus den Tanerwäldern Grost-Berlins. Der Foistmiterousichiiß de? Verbandes Gi oß-Berlin bat untei Hintansetzung gewichther iorstw rsichai sicher Bedenken beschlösse», den Einschlag um mindestens dos Dovpesie zu erhöben, ans jeden Fall nicht unter 6S 666 Raumm ler. Das Hol, wird ausschließlich den Groß-Berliner Geirn inden zur Brennholzverforgung für den Winter ,iir Verfügung geßelli N lürlich kann bei weitem nicht der gesamte Bedarf der Gemeinden gedeckt werden. Diese sind nach wie vor auch oui andere Lieferungen angewiesen. Nur die kleineren Anl e-ergemeinden, d'e schon hüder ihren Brennbol,- bedark in den Groß-Berliner Wäldern deckten, können auch diesmal auf volle Veriorauna durch den Verband Groß-Berlin rechnen. Ei- schwerl wird die Be'chaffmig de? dir oß- Berliner Brennholzes durch die ungünstigen BesördernngSverbältNisie. Den vom Foistunter- anSschtiß iestaeietzien Preisen sind die durchschnittlichen letzien Ver« steigerungser ebnisse zugrunde gelegt. Die VerbandSverwaliung ist vom FoistiinteranSfch.uß ermächsiat worden, mit den einzelnen Ge- meinden unter Berücksichtigung der Reihenfolge der Anmeldungen und des in Betrachr kommenden OnantnmS die Verhandlungen ivcgeir des Holzverkaufs>n führen. Mit dem Ei'ntchlaa ist bereits begonnen worden: mehrere Gemeinden haben schon brs zu je 2666 Raummeter Holz bekommen. Die Neuregelung der Laubenverpachkung. Am 31. Juli ist das Gesetz Kleingarten- und KleinpachtlanL- Ordnung in Kraft getreten. Ohne Zweifel ist es eins der wichtigsten Gesetze, was seit dem 9. November beschlossen wurde. Mit einem Schlage hört doch nunmehr der Wucher innerhalb der Lauben- kolonien auf, denn die mit dem 36. September 1919 zwischen Grund besitzern und Generalpächtern abge>chlossenen Verträge verlieren ihre Wirksamkeit. Damit verschwindet der Schandfleck in den Laubenkolonien und Kleingärten, welcher längst reis für den OrkuS war. An Stelle der gewerbstnäßigen Pacht tritt nunmehr die ge- meinnützige. Gemeinnützige Organisationen, die als gemeinnützig anerkannt sind, üb/rnehmen also die Pachtung zwischen Grund- besitzern und Lauvenkolonisten auf den einzelnen Kolonien(die größte in Berlin der Verband der Laubenkolonisten). Leider siehi man aber nun auf manchen Kolonien Gründungen sogenannter gelber Vereine, mit dem bisherigen Gcneralpächter an der Spitze resp. im Hintergrund, mit dem Zweck natürlich, auch weiterhin das Schäfchen zu scheren. Diesem soll durch Ausfübrungsbestimmungen ein Riegel vorgeschoben werden, die im Crnährungsministcrium bei einer Konferenz ausgearbeitet wurden und die festlegen, daß bis- herige Gcneralpächter als Verwalter nicht auftauchen dürfen. Das würde wirtschastlich unnötig sein und auch nur zum Schaden der Laubenkolonisten ausfalleip Die Laubenkolonisten müßten ja diese Gebührnisse für solche Verwalter wiederum erst ausbringen. Diese unnötigen Preisbelastungen müssen unterbunden werden. Sie widersprechen dem Sinn und Geist des Gesetzes. Hier ist es not- wendig, daß die Laubentolonisten ihre Augen offen halten, um ein Auftauch-eii der Generalpächter in dieser Form zu verhindern.— Eine alte Forderung der Laubenkolonisten ist ferner dadurch er- füllt worden, daß Pachtverträge über Laubenländereien künftig nicht mehr gekündigt werden dürfen, es sei denn, wenn ein wich- tiger Grund vorhanden ist.— Bei der Fessietzung der künftigen Pachtvreise darf nicht mehr nach einseitiger Willkür verfahren wer- den, sondern die Festsetzung erfolgt unter Berücksichtigung der ort- lichen Verhältnisse, aber nach Anhörung von kleingärtnerischen Sachverständigen. Der Laubenkolonist kommt also in Zukunft als Sachverständiger mit in Frage, wenn zwischen Grundbesitzern und Laubenkolonisten keine Einigung zu erzielen ist. Alles in allem betrachtet, bedeutet dieses Gesetz ein Schutzgesetz ftir den Lauben- lolonisten und Kleingärtner in unserer jungen deutschen Republik. Der Streit um die Einquartierung. Zu Differenzen zwischen dem Magistrat zu Charlottenburg und dem Reichswehr-Gruppcn- Kommando 1 ist es anläßlich d« Einquartierung von Angehörigen der Reichswehr gekommen, die gegenwärtig der Entscheidung deS Ministers des Innern harren. Der Magistrat hatte die- Bürger- sebast dahin aufgeklärt, daß die Stadtgemeinde nicht mehr ver- pflichtet sei, den Angehörigen der Reichswehr Quartier zu gewähren. Daraushin hatte sich das Reichswehr-Grupven-Kommando 1 an den Minister deS Innern gewandt»nd dieser die Enischeidnng gefällt. daß die Reichswehr nach wie vor das Recht habe, die aus dem KriegsleistungSgesetz hervorgehenden Leistungen der Geme-nden in Anspruch zu nehmen. Danach ist das Truvpenkommando nach wie vor berechtigt, von den Magistraten Quartiere für Offiziere und Mannschaften zu fordern. Die Städte müßten die als notwendig angeforderten Quartiere weiterhin zur Verftianno stellen und an die Onartiergeber das zuständige Ouarttergeld auch lür die zurück- liegende Zeit zahlen.— Gegen dielen ministeriellen Erlaß wehrt sich nun der Charlottenburger Magistrat. Er lebnt die Einquartierung auch fernerhin mangels rechtlicher Verpflichtungen ab. Er steht auf dem Standpunkt, daß nach der GebuhrniSordnung der Reichswehr das Reichswehr-Gruppcn-Kommando verpflichtet ist, seine Mannschaften selbst unterzubringen. Sollten sie nicht in den Kasernen unterzubringen sein, so müßten die Mannschaften geldlich abgefunden werden. Eine kostenlose Unterbringung sämtlicher Offiziere und Mannschaften in Einzelguartiere lehne der Char- lottenburger Magistrat in gleid>er Weise ab wie der Berliner Ma- gistpat, und zwar im Interesse der städtischen Finanzen. Der Eharlottenfrnrg« Magistrat Hai nunmehr zur Klarstellung der Frage erneut die Entscheidung des Ministers des Innern angerufen. Die ftxe Post. Als Ergänzung zu unserer Notiz„Brief schneller als Telegiamm" wird uns geschrieben: Am 28. August gab ich zwischen 9il2 und 541 Uhr vorm. auf Postamt 4 in Charlotten- bürg, Kantstraße, nach Klosterfelde, Kreis Arnswalde, zwei Tele- gramme auf. Die Ankunft erfolgte am 31 August.— Am 29. August vormittags gab ich von Nowawes an die gleiche Adresse ein Tele- gramm aus. Dies« Ankunft war bis zum 7. September, rbeudS 7 Uhr, noch nicht erfolgt. Hoffentlich werde ich nun aber bald von dem Eingang dieses Telegramms Kenntnis erhalten. Tenticher Monistenbnnd. Freitag, 71/, Ubr, im Lyzeum-Klub, Lützowvlatz 8. Vortrag mit Lichtbildern von Herrn Dr. Hcimroth. Thema: .Emdeimilche Vögel und ihre Entwicklung". Schöneherg. In der städtischen Bolksbüchrrri kEberSstr. 9 und Martrn-Luiher-Straße 33 Ecke Freisingerstraße) Bücherausgabe vom 1. Oktober ab an allen Wochentagen von 1214 bis 114 und 4 bis 8 Uhr; Lesezimmer von 4 bis 8 Uhr geöffnet. Grosz-Berliner Lebensmittel« Reinickendorf, itbchnitt 46 der<Ärrtz- Berliner Lebensmittelkarte wird nicht bdieicit. Tie aul Abichnitt 81 zu liestnideii 300 Gramm Graupen kosten 30 Pi. Ausgabe der Hülseiiii ächte aus Abickuiitte 74 u. 76 iowie der Graupen aul Stbichni» 86 am 2. Okiober. Aus Ablchnitt 83 statt Giieß 150 Gramm Teigwaren(23 Vf.). Aus Ablchnitt 71 der Gvoj- Veiliner Lebeusmitlel'arte 250 Gramm inländische Marmelade oder Kumt» Honig. Die beti essenden Abschnilie sind bis Soimnbeiid abzugeben Ausgabetage sär Marmelade und Kunühonia k nnen nicht sestgesetzl werden, da Ware noch nicht eingeganien ill. Aus Abschnitt 90 250 Gramm Maismehl (1,45 M.), die Abjchuüle sind bis Dienstag, den 30. September, abzugeben. Grofi- berliner parteknachrichten« IS. bis 26. Rbtrilung. Vollslun stabend zum Beben der Jugeiidbeimc Fi eilaq, abends 7 Ubr, in der A u I a H o b e n Ijj b e Ii r 10 unter Äilwtltriig des Beitmer TerzeliS und Frl. Maria Schlpsmanns. Die Parleigenosskn werden gebeten, ihre schulentlassenen Kinder daraus ciusttKi fiani zu machen. 43. Alt. Freilag abend 7 Uhr bei Schade. KöÄlwer Stratze S: Fuiiklianäniyung. Ericheinen dringend evIotOevl ch Lichtenberg. Für den am Sonnabend m.Ilsindenden Kuiiftadend bei Schwarz. Möbendoisblasie find noch eine Anzadt Billett» bei Scheiben- buber. N ue-Ladnhojiiraße 1. erhältlich. Eintritt inlt Tanz 1,50 M Be- ginn vünlilich 7 Uhr. Hobcn-Reueudors. Die lozioldemokratüche CMsgruppe beichästigte sich am Sonnabend u. a. auch mit den zurzeit beflehenden Veidälinissen im örtliche» kommunalen Aibeiierral Nach eingebender Ausspiach« wurde mit großer Mehrheit bcjchlossc», die Cevltcicr aus dem Arbeiterrat zurück- zuziehen. Gewerffchoflsbewcgung Der Konflikt in üer NletaUinüuftrie. Soweit sich heute bereits übersehen läßt, hat der Lohnstreft in der Berliner Metallindustrie zu wesentlichen Arbeitsnieder- legungen geführt. Bei den Firmen Borsig. Schuchardt, Mix u. Genest, Daimler, Weber und Deutsche Tele- phogwerke sind die von der Arbeiterschaft gestellten Forde- rungen bereits abgelehnt worden. Auf das von uns wiedergegebcne Schreiben des ReichsarbcjtSministerS Schlicke an den Metall» arbeftervcrbcmd hat der Bevollmächtigte Rusch mit einer längeren Entgegnung geantwortet, m welcher bestritten wird, daß bei d« Zusammensetzung des Schlichtungsausschusses die Wünsch: der Organisation m weitestem Maß« berücksichtigt worden seien. Er. der Minister Schlicke, habe den von der Leitung des Metallarbeiter. Verbandes gemachten Vorschlag, einen Mann zum Vorsitzenden des Schlichtungsausschusses zu bestimmen, der aus dem Gebiets der Beilegung von Arbcitsstreitigkciten Erfahrung und soziales Vor- ständnis besitze, nicht angenommen. Des weiteren wird in dem Schreiben in Abrede gestellt, daß d« Verband der Berliner Me- lallindustriellen zu einem Ausgleich bereit gewesen wäre, denn dann hätte es ja der Anrufung eines Schlichtungsausschusses nicht be- dürft. Als Beweis dafür, daß bei den Unternehmern die Absicht besteht, einen Abbau der Löhne vorzunehmen, wird aus ein von der Firma Windhoff, Schöneberg, Bennigsenstr. 26— 22..an die Meister gerichtetes Rundschreiben verwiesen, in welchem es heißt: „Meister, welche nicht in d« Lage sind, ihren Leuten die Akkords vorzuschreiben und energisch durchzudrücken, sind für ihren Posten unbrauchbar". und weiter: „Bei Akkordarbeit wird Stundenlohn nicht mehr garanftett. Es ist aus eine allmähliche Herabsetzung bei neuen Akkorden zu achten." Uns scheint, daß die Ortsverwaltung de? Metallarbeiterv«- bandes für die indirekte Behauptung, daß der Vorsitzende deS Schlichtungsausschusses, Herr Dipl.-Jng. Dr. G o e b« l. kein soziale? Verständnis besitzt, um für die Beilegung von Arbeitsstreitigkciten geeignet zu sein, bisher noch nicht hinreichende Beweise erbracht hat. Die Tatsache, daß er den gegenwärtigen Konflikt nicht zu schlichten vermochte, rechtfertigt einen solchen Vorwurf noch nicht. Wo und wann war es bisher üblich, daß der von einer strei» fcnden Partei gemachte Vorschlag auf Ernennung zum geeigneten Vorsitzenden d«S Schlichtungsausschusses auch genehmigt werden mußte? Aus einer solchen Ablehnung kann doch nicht der Vor- wurf auf mangelndes Entgegenkommen hergeleitet werden. Mit demselben Recht könnte ja auch das Unternehmertum sagen: Wenn d« von uns als geeignet Bezeirbnete nicht Vorsitzender wird, so haben wir zum Schlichtungsausschuß kein Vertrauen. Eine solche Stellungnabme verhindert von vornherein die Aussicht aus einen befriedigenden Ausgleich. * Die ersten Streikhandlungen. Nach borliegeniden Meldungen haben bei der Firma Borffg 75 Arbeiter, nämlich die Niederstemm« der Schmiede, den Streik beschlossen. Damit ist das Werk zum Teil lahmgelegt, weil die übrigen Arbeit« ihre Arbeit ohne die Tätigkeit der Stemmer nicht vollenden können. Das bedeutet eine schwere Schädigung des im Augeiblick für die Verkehrsmisere so dringend benötigten Lokomotiv- baueS. Bei der Firma Daimler sind vier Abteilungen de? Gesamt- wertes in Streik getreten und bei Schacbardt haben von 966 Mann 266 die Arbeit niedergelegt Bei der Firma Lorenz in Tempelhof sind über 166 Facbarbeiter in Streik getreten. Bei Schwartzkopsf, Löwe. Siemen? Sckuckert und Oberschöneweider Firmen sind kein« Arbeitsniederlegungen zu verzeichnen. Welche Folgen diese Teil- streiks nach sich ziehen werden, läßt sich im Augenblick nicht über- sehen. Teueru?!g?>«sage ln den Branereien. Die in den Brauereien beschäftigten Mitglieder deZ TranZ. portaröeiterdcebandeS stellten in einer gut besuchten Versammlung am Mittwoch die Forderung auf: Gewährung einer cmmaltgen WirtschaftSbeihilfe von 300 tW. u;rb einer laufenden Teuer-ungSzu- läge von 30 M. wöchentlich. Zur Begründung der Forderung tvubde ausgeführt, dah die in dem mit allen für die Brauerei- orbeiter in Frage kommenden EewcrkfchaftSverbairden abgeschlosse- nen Tarif festgesetzten Löhne und Zulagen nicht mehr ausreichend feien, da die Preise der Lebe-nsmittel und Bedarfsgegenstände sowie die Steuern enorm ge-stiemn sind. In mehreren Brauereien haben die Arbeiter bereits beschlossen. Zulagen zu fordern, aber die Unternehmer erklärten, sie könnten eine weitere Lohnaufbesserung nicht tragen. Diese Angabe halten die Arbeiter für unzutreffend. £(n der Diskussion wurde ausgeführt, die Brauereiuinternehmer verhielten sich nur deshalb ablehnend, weil sie Grund zu der An» nähme haben, dag der Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter der Verband dar Brauerei- und Mühlenarbeiier der Forderung verschließt. Die Versammlung beschloß einstimmig eine Resolution, welche — Bl 1 :fst| tnagt, sich ßicserhnlb mit den anderen in Fragx die Forderung: 300 M. WirtschastSbeihitfe und 30 M. wöchentliche Teuc-run�Zzulage aufstellt und die OrganisationSleitung beauf l dicierhalb mit den anderen in Frage kommenden Or Tarifabschlust in der Gold-«nd Tilberwarevinduftrie. s Die im Deutschen Metallarbeiterverband organisierten Arbei-> t' tez und Arbeiterinnen der Gold- und Silbe rwaren'öranche nabuie» in einer stark besuchten Versammlung Stellung zum Abschluß d S Tarifs. In der lefekn Vollversammlung wurden einige Verbeffe- ruuzSanträge zum Tarif gestellt, über dcred. Schicksal in den Ver- Handlungen mit den Unternehmern Kollege Bcrndt referierte. In In der IlrlaubSfrage sonnte leider kein; Verbesserung erzielt werden.?S bleibt dabei, daß bei Ojäbriger und längerer Be- ichäftigungSdauer 8 Tage Ferien gewährt werden. In diesem Jahre bekommen alle Beschäftigten durchweg 3 Tage Urlaub. Ar- i beitnehmer, die während de? Krieges freiwillig den Betrieb ! verließen, um in einem MunitioriSbeirieb zn arbeiten, wird dies ' alz Unterbrechnng de? Arbeitsverhältnisses angerechnet. Die Frage des Arbeitsnachweises ist noch nicht endgültig geregelt. In Zutun st Ivird aber jede Arbeitseinstellung nur über den variläti'cben Ar- beitSnachweiS möglich sein. Die Akkordarbeit soll so bezahlt wer- den, daß die im Akkord Beschäftigten 1ö Pwoz. über den Grund- lohn verdienen. Jung Ausgekernte erhalten im ersten Halbsahr 1,75 M. Stundenlohn- im zweiten 2 M,, im ganzen zweiten Iabr 2 M. und dann den vollen Lohn. Für Arbctinebmer, die nicht im Vollbesitz ihrer Arbeitskraft sind, wird der Lobn durch freie Vereinbarung mit Hinzuziehung-deL Arbeite rauSichusses oder Ver- trauensmanneS geregelt. TaS KIcinbandwerkszeug wird den Ar- beitnehmcrn geliefert. Nähere Bestimmungen über Nrbeiterans- schüsse, Betriebsräte, Heimarbeit, Schlichtungswesen und Arbeits- Nachweis arbeitet bis zum 15. Oktober eine Kommission van Ar- beitlwhmern und Arbeitgebern aus. Der Tarif tritt am 1. September in Kraft und ist unkündbar bis 31. Dezember. Mit der k-narbciter diesmal wieder ablehnend verhalten, so verpflichten sich die Versammelton, ihre Forderungen mir den übrigen Organ!» sationen gemeinsam mit allem Nachdruck durchzuführen." Ei« Vertreter des Verbandes der Böttcher und ein Vertreter des Verbandes der Maschinisten und Heizer erklärten sich mit der Resolution einverstanden. Kündigung haben sogleich neue Verhandlungen zu beginnen- In der Diskussion wurde gefordert, bei zukünftige« Tarisabschlüsicn die Akkordarbeit möglichst abzuschaffen. Bernd: sagte, daß das der Wunsch aller sei, aber erst müsse jeder sich seiner Pflicht gegenüber der Allgemeinheit bewußt sein. Wenn man Rechte habe, soll? man auch Pflichten übernehmen. Alsdann erteilte die Versammlung einstimmig ihre Zustimmung zum Tarif. Die Angestellten der V-rnfszenoffenschasten des Tenischen Reiches stehen jetzt in wirtschaftlichen Kämpfen wegen AbichlusseS eine» NeichsiarifvertrageS. Der Verband der Bureanangestellten sab 1. Lktober Zeniralvcrband der Anaestelltent ladet säm Lutze An- gestellten(einschließlich der technischen) der Groß-Berliner Ver- waltungen zu einer öffentlichen Versammlung am Freitag, den 10. September, abends 6 Uhr, im großen Saal der„Prachtsäle Alt- Berlin", Blumenstr. 10. Der- Verbandsvorsitzende Giebel wird 'brechen über:„Das Wesen des Tarifvertrages". Sodann berichtet Sekretär B r e n k e über den Stand der Verhandlung über den Reichstarif. Eine freie Aussprache wird die öffentliche Versamm- lung schließen. Für die Verbandsmitglieder finden im Anschluß an die öffentliche Versandung noch verschiedene notwendige Wahlen zum ReichsauLschuß der Berussgcnossenschastsaugestclltcn usw. statt. Triitichcr Werlnieißer-Verbaud. Freitag, den IS. September, abends 6 Uhr. tirdet im Ztcstamant Schnltbe.'jj, Neue Iakobslr. 24125, VcrnfSarupocnvnlammlmig der MeiallmdnfUie ltait. Alle in Esten- konstiullionen, Bauschlofserct, Gelds ctranlbau und Hebezeugtabiiken tätigen Werkmeister werden gebeten, zu dieser Versammlung pünktlich zu er- scheinen. Slngeftellte der Stock- und Schirmbranche 1 Bersammümg. Frei- tag, den 13. abends 7 Uhr, im Nofenchaler Hos. Roienlhater Straste 11/12. Tagesordnung: 1. Stand der Lokmbeweaungi 2. Dislussion. 3. Verschiedenes. Zenlralo-rband der HandllMgsachilsen. tScltion Stock- und Schi: mbranche.) Tentkcher TrailSPortnrbeitcr-Berband. Freitag, den 19., abends 7 Ubr, Stör;: rfwdr-Kckftno. ilolzmarltstraße 72 Ecke?l4expiidcrilras!?. Wein- lelterarvciter und elrbcite rinnen, sowie Kutscher. Große Vcrwnirnlung. Tagcsordmma: 1. Was bezweckt die Organisation. 2. Unsere Lohn- und ArbcitSvcrhäUnrsse. 3. TiSkuchoa. Terminbeamte sNechrrcheurr) der Metalliiidustrie. Freitag, abend 7 Ubr, im Lo'.rt von Gcichich, Kurzostraze 17: Zusammenkunft. „Unser Tarif.' Jeder Betrieb mutz durch einen Kollegen vertreten sein. Pcrantro. fiir den rcdaktion. Teil: Alired Scholz, Neukölln: kür Anzeigten: Theodo» (blocke, Serliv Verlag: Vorwllrts-Verlag- I.ZIeüungZ4.u.Z5.'Sept.» CharlsttEiiiiiiroer Lotterie x. 0. d. Cliarl. räuglinps Klinik. 100 U00 Lose UN-! IIIS Gewinne u. I PrÄrnle im Gesamtwert von Mark 25 Höchstgew. i gincltl.Falle s: II K-o Ä- Lose IM. lÄp"; ffl I r.PD sort. aus versch IU LUiC Taus ein 1(150 schl.Postgcb.u.Liste«w.'vl. Paul Steinborg&Co. Berlin C 54, Roseniitalcr Str. 40/41. Freydenlay Wasciitai mit dem patentierten, vollkommen selbsttätw arbeitenden„Llebigs'' Dumpf- IVuscb• Automaten, dauernd Arbeitszeit, Arbeits loim, Seile und Feuerung er- snart und in jedem Kaum für Gas- und Küchenherd benutzbar ist, ohne jede Bedienung. Größte Schonung der Wäsche, se.bst mit 5e lencrsatzmitteln. mp Die Anscliaifnng wird evtl. auch durch bequeme Zahiungswelse erleichtert. Preis ie nach Größe und dem zurzeit in Frage kommenden Teuerungszuschiag von 63. M an. Näh. d. Preis!, V. IN. Abbild, gratis. 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