Nr.47S.3«.I«hrg. BezugSvret»: StecttltäfttL 8/— M. numatL V- TO. frei tns Haus, voraus zahlbar. Poft» bezug � Monatlich S,~ Ml. qB. Zu- ltellungsgrbühr Unter ilreuzdand für Drutichlauh und Oefterrrich- Ungar» SLS Ml. iiir da» übrig, Suslant 1023 Ml» bei täglich einmal. äufteQung 2,25 Ml. Postbestellungen nehmen an Dänemarl»oHand curembutg, Schweden u. die Schweiz. Singetraaeo m die Dalt-Aetrungs-Pretsltlt». Der„Sormärts" am der Sonntag» bellage»Boll u. ge.r' erscheint Wochen» täglich zweunal Sonntags euunal Morgen Ausgabe. Telegramm-Adreffe t »Sozlaldernotrai Verl»»-. berliner Oolksbleltt. (iSpksnnig) ««zeigenvretS: vi» achrgeivalien, Nonpareillezelle tollet lLO Ml Allein« Anzeige»-. da» tettged ruckte Wort 60 Pfg.(zulässig I settged ruckte Worte), ledes weiter« Wort»0 Pfg. Stellengesuche und Schlasllellenanzetgen da» erste Wort 80 Pfg. ,ede» weitere Wort SO Pfg. Worte llder»5 Luchstaben zählen für zwei Worte. Teueningezi, schlag 50°.» Familien» Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Berein»- Anzeigen l,50 Ml die Felle Anzeigen für die nächste Nummer müsse» bi»» Ah» nachmittag» un Hauptgeschäft. Berlin SW W. Lliidenslraße i. abgegeben werden,©e öffnet von 8 Uhr früh bis 6 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokratlfchen Partei Deutfcb lande. HeöaPtion und Expedition: SW. 68, Ändenstr. Z. Rerniitredjer; Ämi Mortttplay, Nr. tkil SV— Xäl 97. Freitag, den 19. September 1919. vorwärts-verlag G.m.b. h., EW. 68, Lindenstr. Z. Fernsprecher: Amt Morwpla«. Nr. Il.7 SS— 5t. Die JoSge öes Sabelregiments. Lothringen für öie Z. internationale. Nach den Konferenzen von Ober« und Untcrelsah hielten nun auch die Sozialisten von Lothringen ihre überaus stark besuchte Konferenz zur Besprechung der politischen Lage ab. In erster Linie galt es Stellung zu nehmen zum sranzösiicken Nalionalkongreh und besten Verhandlungen. Mit dem Vertreter der lolhringiichen Sozialisten Brot am Nationolkongrest ging die Konserenz nichl einig, weil er für die Unterzeichnung des Friedens» Vertrages gestimml habe. Wie die ober- und unlerel'ässische Partei« konferenz protestiert auch die loihringlsche Konferenz gegen d i e verfeblie Ausweisungspolitik der ironzösifchen Regierung, die das Land nur einer wirtschoitlichen Katastrophe ent- gegentrelbe; ebenso protestierte man gegen die systematische Unterdrückung der sozialistischen Arbeiter- bewegung, gegen die Verhänoung des Belagerungszustandes im Oberelsast und Lothringen und trat mit Nachdruck für die Verstaatlichung der Kali-, Erz- und Kohlen- bergwerke und deS gesamten elsaß-lothringischen Eisenbahn. Wesens ein. Nach einem kurze» einleitenden Referat deS Redakteurs deS loth- ringischcn Parteiorgans, Picrra, über die dritte Internat... mle ent- stand eine lange und heftige Debatte über das Für und Wider deS Beitritts. Bon mehreren Seite» wurde darauf verwiesen, das Loth- ringen jetzt»oitz nicht politisch für de« Beitritt der dritten Jnter- nationale sei. Mit großer Mehrheit entschied sich aber dir Konferenz für den Beitritt zur dritten Internationale. In Ober- und Unterelsaß haben die Sozialisten zur dritten Jntcrnatio- nale noch nicht SleUnug genommen; das soll in einer der nächsten Konferenzen erfolgen. Zum Schlüsse'hrer Konferenz erheben die Versammelten noch den allerichärssten Prolest gegen die Miszwirlschast in der lothringischen Industrie; eS iehle nur gerade überall und seit Befitznahme des Eisenbahnwesens durch die Franzosen herrsche in deselbcn eine unbeschreibliche Lotterwirtschaft, um die sich keine Behörde kümmert. ßreiwilligensperre für üas öaltikum. lEigener Drahtbericht des„Vorwärt S".) Wie die„Tilsiter Zeitung" meldet, ist die ostpreußisch- lettische Grenze nun sür in Deutschland augeworbene Frei« willige vollständig gesperrt. Dir Greuztruppen find an- gewiesen, gegen Uebertrittsveriuchc mit Waffengewalt vorzugchen. Esiniftb-rusilsche Zrieöensverhanölungen. Wie der„Telrgraphrn-Union" amilich mitgeteilt wird, durch- fuhr am 16. September 17.30 Uhr dir rstuische Friedens- delrgation die estnische Front. Die estnische Presse de- glcittt die Abfahrt der Delegation mit warmen Worten. Ziume völlig abgeschnitten. Die ilalieitlschen Zcilungen können wieder eigene Nachrichten über die V o r g ä ii g e i n F i u m e, die bisher der Zeniur unter- Worten waren, veröffentlichen. D'Ännunzio erliest ein Manifest an die Schutzbesatzungen, in dem er die Kommandogewalt übernimmt und erklärt. Fiunre aufs Neuster st e verteidigen zu wollen. Die Lebensmittelzufuhren vom Meer und auf dem Landwege sind für Fiume nunmehr völlig abge- schnitten. d'Annuncio erklärt in einem Manifest an di« italienische Presse, dast die von der„Agenzia Stefani" verbreiteten Nachrich- ten falsch seien. Er gibt zu, dast Fiume tatsächlich blockiert sei, setzte aber hinzu, dast sämtliche Truppen der BesatzungS- z o n e trotz aller RegierungSbefehle aufs einer Seite stehen. Nach weiteren Nachrichten haben sich trotz aller Gegenbefehle der Regierung vier italienische Kriegsschiffe, die die Fiumer Flagge histten, dÄnnunzio zur Verfügung gestellt. Auch ein Flugzeug- geschwadsr ist in seinen Dienst getreten. Die Wiener Kohlenkrise. Wiener Blättern zufolge teilte der Bürgermelstsr mit, dast der tägliche Ausfall durch die Einstellung deS Strastenbahnverrehrs 750 OÖO— 830 000 Kronen betragen wird. Sollte der Stillstand längere Zeit andauern und auch auf die G a s- u n d E l e k t r i z i. t ä t s w e r k e übergreifen, so werde dies zum Zusammenbruch der städtischen Finanzen führen. Wie verlautet, wurde die sofortige Einstollung der Zeitungsbetriebe beantragt. Die öfter. reichische Regierung hat sich Die Schweizer Partei hat seit mehreren Jahren den Ruf erhalten, besonders radikal zu sein. Ihr Parteitag hat sich von der 2. Internationale losgesagt und die Führer drängten daraus, den Anschluß an die 3. Jnter- nationale in Moskau zu vollziehen. Jedoch d i e Massen versagten die Gefolgschaft. Die U r- abstimmung über den Eintritt in die 3. Internationale hat mit einem vollen Mißerfolg der An- und Nachbeter Le- ninS geendet. Von 50 000 Parteimitgliedern nahmen 22 000 an der Abstimmung teil, von diesen stimmten 13975 gegen und 8280, also nur wenig mehr als ein Drittel, für den An- schlug an Moskau. Die Schweizer Partei befindet sich danach augenblicklich in einer seltsamen Lage: Sie gehört keiner Internationale an, aber die logische Folgerung aus diesem Abstimmungs- resultat muß der Wiedereintritt in die 2. Internationale sein. Denn sicher war es der großen Mehrheit, die gegen Moskau stimmte, nicht um den völligen Abbruch jeder inter- nationalen Beziehung zu tun. Im übrigen ist die Schweizer Abstimmung ein erneuter Beweis dafür, wie leicht zum äußersten Radikalismus nei- gende Führer sich über die wirkliche Gesinnung der Massen täuschen. Meist ist es das lärmende und fanatische Auftreten ihrer engeren Gefolizschaft, das den Eindruck er- weckt, als ob ihre Richtung allem existiere oder das Feld be- herrsche. Das ruhigere und besonnene Element drängt sich nicht so stürmisch an die Oberfläche und wird daher gerade von denen leicht übersehen, die es nicht sehen wollen. Auch in Deutschland erleben wir immer wieder die gleiche Erscheinung. Wie oft habeg die Unabhängigen und Kommu- nisten geglaubt, sie hätten die Mehrheitsportei aus dem Feld geschlagen, weil es ihnen gelungen war, ein paar Versamm- lungen zu terrorisieren. Kam es aber zur geordneten Ab- stimmung, dann war das Resultat sofort ein anderes. Das ist auch der innerste Grund, warum diese Leute so heftige Gegner der wirklichen Demokratie sind, weil sie dort, wo ihre Einschüchterungsmethoden versagen, fast regelmäßig den Kürzeren ziehen. In der Schweiz war es den kommunistischen Führern ebenfalls gelungen, den Eindruck zu erwecken, als schwimme die gesamte sozialistische Schweizer Arbeiterschaft im Fahr- Wasser der Bolschewisten. Die jetzige Abstimmung hat da» Trugbild zerstört. In anderen Ländern wrrds nicht anders gehen. �utterkrippen�Märcben. Die Pressestelle des Staatskommissariats für Schlesien üad Westpreuhen teilt mit: Der Beuthener Korrespondent des„8. St." veröffentlicht in Nr. 204 des„Abend" eine Meldung, nach der r n ganz Obers ch.lesien sich Protesfftimmen des Zentrums und der deutschnationälen Volkspartei gegen die Parterwirt- fchaft der Sozialdemokratie erbeben, die alle verfüg- baren öffentlicken Aemter mit ihren Anhängern besetzte. Nicht? habe dem Staatskommissar HSrsing so geschadet im obcrschlesischen Volke wie diese Wirtschaft, die ohne Rücksicht auf die allgemeine Stimmung au? der großen Krippe speise. Das ist glatt erfunden. ES gibt in ganz Oberschlesien auch nicht einen einzigen öffentlichen Beamten, der Sozialdemokrat ist und als solcher vjjm Reichskommissar eingesetzt worden war. Wo Sozialocmokraten Aemter als StadtveroA- nete und dergleichen bekleiden, geschieht dies auf Grund ord- nungsgemäster Wahlen. Infolgedessen kann auch seitens der beiden genannten Parteien kein Vorwurf nach dieser Richtung hin erhoben werden. WaS die im besonderen erwähnte Besetzung der Polizeipräsidentenposten in Hrndenburg und Kattowitz durch zwei sozialoemokratische Kommissare angeht, so ist deren Er- nennung bereits durch den Minister des Innern dementiert worden. Der eine der beiden Herren ist übrigens nicht Sozialdemokrat, sondern war, abgesehen von seiner sonstigen dienstlichen Besäht- gung. gerade weil er Katholik war, für diesen Posten jn Aussicht genommen. das Münchener Urteil. Das Schuldurteil gegen die Münchener Geiselmörder. das an der Spitze der Beilage zu finden ist. besteht zu recht. Ihre Tat, ihr Treiben ist vor den Augen aller anständig Denkenden— gleich welcher Partei— gc- richtet. Es zeugt von der ganzen Perversität eines den Charakter verderbenden Parteifanatismus, wenn ein kommu- nistisches Organ die Täter in Schutz nimmt, weil sie auf der Seite der Räteherrschaft gekämpft— oder vielmehr meist nicht gekämpft, sondern nur Wehrlose getötet hatten. Jedes politische System, das sich die moralische Anerkennung der Mitwelt erringen, sie nicht durch Zwang unterjochen will, wiid solche.Helfer" energisch von sich abschütteln. Wer den Mörder aus Parteirücksichten straflos lassen will, der drückt damit den politischen Kampf auf das r o h e st e und u n- erträglich st e Niveau herab: er ist kern Haar bester, als die Barbaren, die im Kriege aus Nützlichkcitscrivägungen die Grundsätze des Völkerrechts und der Menschlichkeit preis- gaben. DaS gilt doppelt im Münchener Falle, weil die Er- schreßung der Geiseln nicht einmal als ein poli- tischer Mord angesehen werden kann, bei dem das Moment der Politik im Vordergrunde steht. Vom politischen Standpunkt aus war die Tat so sinn- und zweckwidrig, lvic nur irgend möglich. Dafür ist genügender Beweis die Tatsache, daß keine der Geiseln eine Persönlichkeit war, die irgendwie im Vordertreffen deS politischen Kampfes gestanden hat. Einfache Soldaten waren darunter, unbeteiligte Leute, denen ihr Adelsname oder Pro- festorentitel zum Verhängnis wurde, lvohl auch ein paar Mit- glieder eines reaktionären Klubs, für dessen Bcdeutungslosig- keit aber jeder politisch Denkende nur ein Achselzucken gehabt hätte. Die Tat ist entstanden aus einem sinnlosen Blut- und Veraeltungsrausch, aus dem ohnmächtigen Rachegefühl deS Unterlegenen heraus, der sich irgendwie noch im letzten Augenblick für seine Niederlage rächen möchte, und sei es auch an Wehr- und Schuldlosen. Es widerstrebt dem Gefühl, Leuten, die ihre Schuld schwer büßen werden, noch persönliche Gehässigkeiten und Bcschinip- fungen nachzuwerfen. Aber ihr Handeln ist nur ein Teil, ein Ausfluß der Sache, in der sie standen, und diese Sache muß gebührend charakterisiert werden. Gerade mit der Person der Angeklagten wird man sehr schnell fertig sein. Die Leute, die im Luitpold-Gymnastum die starken Männer gespielt hatten, machten auf der Anklage- dank herzlich schlechte Figuren. Keine trotzige Nebellengröße, sondern vielfach das Bestreben, sich selbst herauszureden, in- dem nian die andern Mitangeklagten belastet. Selbst der Hauptangeklagte Seidl, der etwas mehr darzustellen versuchte, gewann in seinem Schlußwort die Behauptung über sich, daß er stets„ein gut nationaler Mann" gewesen sei. Kleine Menschen, die eine Rolle zu spielen gesucht hatten, die ein zehnfaches Maß von Charakter erfordert hätte. Freilich waren es nur die ausführenden Werk- zeuge, die Handlanger,' die ans der Anklagebant saßen. Die geistigen Väter der Tat waren in diesem Prozeß nicht zugegen. Aber die Beweisaufnahme hat zweifelsfrei ergeben. daß diese Geiselerschicßung nicht die Tat von ein paar unter- geordneten und unverantivortlichen Subjekten war, wie sie jeder Partei unterlaufen können, sondern die eigentlichen Väter der kommunistischen Belvegung in München standen anstiftend und anfeuernd dahinter, die Levien, Levinö, Axelrod usw. waren es, die mit ihren nächsten Stützen den Stab über den Geiseln brachen, kalte, mitleidlose Parteifanatiker, die ungerührt die Opfer in ihrem schaurigen Verließ besuchten uno noch ihre zynischen Spaße mit dem Los der Unglücklichen trieben. Wegen der Erschießung Lcvinös ist seinerzeit die Berliner Arbeiterschast in einen Proteststreik eingetreten. Wir sind prinzipiell Gegner der Todesstrafe, wir billigen auch heute die Erschießung LcdinöS nicht und möchten bei dieser Gelegenheit den Wunsch aussprechen, daß das sechsfache Todesurteil gegen die Hailptaiigeklngten nicht vollzogen werde. Aber das müssen wir doch sagen: Hätte die Berliner Arbeiterschaft damals gewußt, daß Levins selber ein Mann war. der kaltblütig lächelnd über die Leichen seiner Mitmenschen hinwcgschritt, sie hätte die Kunde von seiner Erschießung mit weit weniger Erregung aufge noinmen und wohl schwerlich für diesen Mann ge- streikt. Die Geis eck erschießung i st ein Produkt der Rätediktatur und des Räteterrors nach r u s s i s ch- b o l s ch e w i st r s ch e ni Muster. Das muß hier mit aller Deutlichkeit ausgesprochen werden. Sie ist nn- trennbar verbunden mit dem Milieu, innerhalb dessen sie sich abgespielt hat, der verrohten und vom Blutrausch befallenen Horde im Luitpold-Gymnasium. Und auch diese wieder ist k e i n e Z u f n l l§ e r s ch e i n u n g Sie ist das getreuliche Gegenspiel der aus Ueberspannten, Verrückten und Verschrobenen zusammengesetzten Räteregierung, jener Regierung, der der geisteskranke Dr. Lipp angehören konnte, der eines schönen TageS alS„Zkutzemninkster der Räterepublik Bayern� der Schweiz und W-ü rttemberg den Krieg er» klärte, weil sie ihm keine Gsenbahnwagen lieferten! Solche Zustände sind die notwendige ftiolge eines Programms, das glaubt, man könne an� Tage des Waffensieges den ungeheuer schwierigen und komplizierten Regierimgs- apparat mit, einem Ruck in Trümmer schlagen und schon im nächsten Augenblick einen anderen gleichwertigen an seine Stelle setzen. Ein System, das so verfährt, wird und muß immer die gleiche Folgeerscheinung zeitigen: Es bringt in die politischen stellen die radikalsten Wortemacher, dw der- schrobenstcn Spekulanten, die skrupellosesten Stcllenjäger; zu Soldaten gewinnt es die rohesten, gewalttätigsten und ver- brecherischsten Elemente. Wer wabllos das Volk bewaffnet, indem er jedem Be- liebigen ein Gewehr gibt, der erzeugt automatisch die Horde des Luitpold-Gymnasiums. Es ist schwer, über diese Gesellschaft keine Satire zu schrei- den. 90st Mann beim Est'enempfang und bei der Löhnung, 30 Mann, wenn Dienst getan werden soll. Ihr eigener Führer Schicklhofer weist auf die Frage, was denn die Leute nun eigent-, sich dort gewollt hätten, nur die Antwort:„Rauben und stehlen wollt�n's!" Gewist waren auch ein paar Idealisten dabei.?lber welche elende Rolle mußten die spielen! Einer nach dem andern hat auf dem Zeugenstand bekundet, daß jeder, der fiir das Leben der Geiseln su reden wagte, der zur Ruhe und Ver- nunft mahnte, äußerste Gefahr lief, selbe r mit an die Wand gestelltzu werd zu.— Der Idealist, der aus der- ranntcm Fanatismus an die rohe Gewalr appelliert, wird die Geister nicht mehr los, die er gerufen. Nicht sie sind seine Werkzeuge, sondern er wird von ihnen verlacht und in die Ecke gestoßen, wenn er an die Ideale appelliert, in deren Namen man doch zusammengekommen sei. Willen- und tatenlos mutzten die wenigen gesitteten Führer der Horde das Feld räumen, denen die Erschießung nicht einmal grausame Pflicht, sondern sensationeller Nerven- k i tz e l, eine rohe Volksbelustigung war. Kein Wort reicht aus, um die Szenen bei der Hinrichtung selber zu charakterisieren, wo Dimen lüstern aus dem Fenster zuschauen und Henkersknechts prahlend sich der zerfetzenden Wirkung ihrer Schüsse rühmen. Ein Abgrund hat sich ans gezeigt. Es ist der Abgrund des Chaos, des Niedergangs und der sittlichen Verrohung, in den die Rätediktatur hinabführt. München ist nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was Rußland im großen zeigt. Mit Recht betont K a u t s k y in seinem Buche über„Terrorismus und Kommunismus", daß es„die s ch l i m m st e aller Jlllusionen" sei, zu glauben, daß eine Diktatur ohne Ge- walttätigkeit auskommen könne: Wie friedfertig ihre Ansichten sein mögen, wie groß ihr Wille, durch die Diktatur nur die Kraft zu positiver Arbeit zu gewinnen, es wird bald, nachdem sie ihr Regime angetreten, von ihrem diktatorischen Gehaben nicht? Übrig bleiben als die Gewalttätigkeit. Die organisierte sozialistische Arbeiterschaft lehnt diese Ge- waltmethoden ab, die trotz der lockenden Verheißungen der kommunistischen Apostel überall zu dem traurigen Ziel geführt haben, das der Miinchener Geiselmord-Prozeß enthüllt hat. Sie hält es mit ihrem alten Lied, sie kämpft nicht mit dem Rüst- zeug der Barbaren, sie vertraut auf des Geistes Macht und des MechtS Panier.__ Setriebseknstellung des vrägerwerks. Wie aus Lübeck gedrahtet wird, wird nunmehr daS D r ä g e r- werk dock seinen Betrieb einstellen. Die größeren Fabriken Lübecks erklärten sich bereit, einen Teil der Arbeiter des Dräger- iverkS aufzunehmen. Dadurch wird wahrscheinlich der General- streik vermieden werden. Es verlautet, daß der Betrieb des Drägerwerks in einiger Zeit wiederaufgenommen wird. Ankunft von Kriegsgefangenen. Gestern morgen trafen etwa 1000 Kriegsgefangene im Münsterlager«in. die u. a. von Major Karwiese als Vertreter deS KriegSminifterinms begrüßt wurden. Die Demokratifierung öer Staatstheater. Aach der Novemberrevolution wurden die ehemals königlichen Theater, in denen bis dahin ein völlig absolutistischer Betrieb herrschte, vom Staat übernommen. Diese Uebernahme bedeutete zugleich die Anerkennung eines demokratischen Kulturprogramm?. Bis dahin waren die Theater zum Vergnügen des Hofes und zur Unterhaltung de? Stammpublikums geführt worden. In der neuen Republik waren fie in den Dienst des Volke« zu stellen. Freilich wurde die Durchführung dieses ProgrammeS durch zahlreiche innere und äußere Schwierigkeiten gehindert und verzögert. Nach- dem nun aber vie Zuständigkeit des Kultusministers anerkannt, die langwierige Frage der Satzungen geregelt und die Wahl der tünstlerischeir Leiter erfolgt ist. kann endlich an die Erschließung der StaatStheater für die bisher auSgeschlosienen VolkSmasien berangetreten werden. Es bedarf keiner besonderen Begründung mehr, daß im Volksstaate die auS allgemeinen Mitteln unter- baltenen Mllioncnzuschüsfe erfordernden Staatstheater nicht länger Püvilegierten-Luxusveranstaltungen bleiben können. Inzwischen 'iahen sich auch die Berliner Theaterkonsumenten eine eigene Organisation geschaffen, um ihre Interessen in dieser und anderen Fragen wirksam zu vertreten. Der Aktionsausschuß für künstlerische Veranstaltungen der Arbeiterschaft. m dem die beiden Volksbühnen, die gesamten Gewerkschaften, die BildungSanSschüsie und die Preffe der beiden sozialistischen Parteien vertreten sind, hatte seine Forderungen bei den Staatstheatern geltend gemacht. In einer Sitzung, die am Mittwoch im Kultusministerium zwischen den Vertretern dieseS Ministeriums, den beiden Leitern der Otaatstheater und den Vertretern deS Aktionsausschusses stattfand. wurden die Pläne zu einem demokratischen Ausbau der StaatStheater eingehend besprochen. Heber die Ziele herrschte Einverständnis, nur ■vi die Verwirklichung der weitgehenden Pläne, die sowohl im .Znterefle derArbeiterschaft wie der Künstler liegen, an Voraussetzungen, besonders materiellerund technischer Art, geknüpft, die augenblicklich leidSr nicht zu verwirklichen sind. Man einigte sich aus ein Pro- gramm, das alsbald zur Durchfuhrung gelangen soll. Herr von Schilling? stellt für die Oper neben den bereits erprobten Sonn- tagS-NachmittagSvorstellungen die Veranstaltung von künstlerischen Morgenfeiern an Sonntagvormittagen in Aussicht. Die Sonntags- Nachmittagsvorstellungen, die vorläufig aus technischen Gründen nur ieden zweiten Sonntag möglich sind, sollen zu Einheitspreisen von ? M. stattfinden. ES wird daneben geplant, in Zukunft auch volkstümliche Abendvorstellungen zu veranstalten,� indes ist die finanzielle Belastung dadurch so groß, daß für den Ausfall ein Ersatz eventuell durch Extravorstelliiugen mit erhöhten Preisen nötig wäre. Herr von Schillings hält aber die Löinng der Frage in dem einen Operiibaufe. das zudem als Rangtheater gebaut ist, mit Recht nicht für möglich. Der Betrieb einer großen Oper ist so kostspielig, daß er. wirklich dem Volke zugänglich gemacht, ein Riesendefizrt ergeben würde. Es könnte aber recht gut mit dem großen Personal eine zweite Oper betrieben werden, die ausschließlich dem Volke dienen müßte. Auch Herr Jessner verlangte für die Durchführung seiner Volks- ümlichen Pläne ein zweites HauS. ES ist projektiert, die ftüher Venn sie regieren. Tfis Schimpfen auf die Regierung ist bisher die Haupt- tätigkeit der Unabhängigen gewesen. Tort aber, wo sie regieren müssen, sehen sie nicht nur davon ab, sondern betteln die ihnen untergeordneten Bevölkerungskreise um ihr Vertrauen an. Wir lesen da in der„ R e u ß i s ch c n T r i b ü n e", dem Organ der Unabhängigen, folgendes Ur- teil über die Tätigkeit der U. S. P. im Reiche: Die organisierte Arbeiterschaft läßt sich durch solche verwerf- lichen Mittel nicht beeinflussen. Aber es liegt klar auf der Hand, daß die ununterbrochene Hetze gegen, die Regie- r�u n g und der andauernde Appell an die niedersten Instinkte unkontrollierbare und unverantwortliche Personen auf den Plan locken und zu Ausschreitungen gegen Be- Hörden verleiten können. Die Folge davon würden P l Ü n d e- r un g e nun d Gewalttätigkeiten sein und der(reaktiv- näre)„Heimatbote" und leine geistige Elite würden dann tn den höchsten Tönen der Entrüstung über die tatenlose Regierung zetern. Deshalb seien alle ehrlichen Bevölkerungskreise, alle Ge- schästsleute und Handeltreibenden, die Interesse an ge- ordneten Verhältnissen haben, vor den unausbleib- lichen Folgen der Hetzereien deS„Heimat boten" ausdrücklich gewarnt I" Die Renßische„Tribüne" fällt hiermit ein vernichtendes Urteil über ihre unabhängigen Schwestern im Reiche. Viel- leicht wird aber noch einmal ihre Ansicht zum Allgemeingut der unabhängigen Presse wie Partei werden. Seamtenfragen. WährenH die HawdQrbeiter mit dem 9. November 1918 ihre grundlegenden Forderungen auf Anerkennung ihrer Or- ganisationen und Freiheit der politischen Betäsigung im wesentlichen unter Dach und Fach gebracht hatten, begann erst in der Beamtenschaft mit diesem Tage der Freiheitskampf. Es bildeten sich Äeamtenräte und Angestelltenausschüsse, zu- erst auf revolutionärer Grundlage, dann aber von der Regie- rung anerkannt. Ueber die Befugnisse herrschte allenthalben Unklarheit. Je nach den Widerständen erreichte man bei dieser Behörde mehr, bei jener weniger. Der Kampf spielte sich nicht immer in den hergebrachten Formen ab. Mißgriffe kamen vor, und gerade dort am meisten, wo reaktionäre Vor- gesetzte mit allem Hochmut der altert Zeit und mit allen Macht- initteln des bald sftbzig Jahre alten Disziplinarge- s e tz e s jede freiheitliche Regung im Keim ersticken wollten. In den ersten Monaten hielten sich diese Kreise noch eben- so vorsichtig zurück, wie sie es am 9. November 1918 getan hatten. Aber bald'witterten sie Morgenluft. Und so kam es, daß sich in der letzten Zeit in den verschiedensten Zweigen der Staatsverwaltung die Versuche häufen, unbequeme Beamte durch Maßregelungen beiseite zu schieben. Es handelt sich nicht immer um Beamte, für die man sich persönlich einsetzen würde. Manchesmal haben sich eben diese Beamten etwas zu weit vorgewagt. Aber sie tvaren vielfach durch Maßnahmen der Vorgesetzten erbittert und haben meist für die Beamten- und Angestelltenschaft tvert- volle Erfolge erzielt. Wenn in der freiheitlich gesinnten Be- amtenschaft noch ein Funke von Ehrgefühl lebt, so ist es ein Gebot der Selbstachtung, diese B ea mt en jetzt nicht im Stich zu lassen. Außerdem ist es politisch höchst unklug, derarttge Mär- tyrer zu schaffen. Zur Durchdringung der Staatsverwaltung mit demokratischem Geist muß Ruhe geschaffen werden. Unter das Vergangene muß ein Strich gninacht werden. Oder soll, wie im Falle Lehmann, andauernd in jedem einzelnen Falle persönlich eingeschritten werden? Aus allen Teilen Deutschlands und ans allen Gebieten der Staatsverwaltung gehen fortlaufend Nachrichten ein, daß man jetzt die Vor- kämpfer der Bewegung zu maßregeln sucht. Nach dein alten Disziplinargesetz erklären dann meist unsere Genossen in der -Regierung mit einem bedauernden Achselzucken, in ein schwe- bendes Verfahren könnten sie nicht eingreifen-, die Sache sei ja sehr bedauerlich, aber..... usw.! K r o l l s ch e Bühne wieder in Betrieb zu setzen.(Die Volks- bübne, die ficki für diese? Projekt interessiert, ist evtl. bereit, auS eigenen Mitteln den Ausbau des Krollschen Etablissements vorzunehmen, wenn ihr dafür die Inbetriebnahme deS Hauses mit dem Personal deS Schauspielhauses gestattet wird.) Herr Jeßner hält eS aber auch für möglich, inzwischen aushilfsweise in Sälen an der Peripherie von Berlin Auffübrungen ohne große Ausstattung zu veranstalten. Leider spielt aber auch bei den Volks- tümlichen Veranstaltungen im Schauspielhaus selbst die Kohlen- frage eine entscheidende Rolle. ES sind nur 36 Proz. deS Licht- verbrauchs von ISIS gestattet. Sollen die Nachmittagsvorstellungen, die jeden Sonntagnachmittag stattfinden werden, durchgeführt werden, so wird eine Erhöhung dieses Quantums unbedingt er- forderlich sein. Außerdem sind Jugendvorstellungen an den Mittwochnachmiltagen geplant, vorzüglich für die höheren Klassen der Gemeindeschulen. Vor allem soll- auch am Montagabend daS SchanspielbauS für Volksvorstellungen zur Verfügung gestellt werden, wenn die finanzielle Frage gelöst werden kann. Auch Herr Jeßner wird Sonntag-Morgenfeiern veranstalten und hat bereits einen Zyklus von acht Veranstaltungen aufgestellt, der je viermal wiederholt werden und die Weudevunkte in der Entwicklung des deutschen Geisteslebens behandeln soll. In den weiteren Verhandlungen, an denen auch der Minister teilnahm, wurde immer wieder aus die entscheidende Bedeutung der finanziellen Frage hingewiesen, ober auch betont, daß eine Er- Weiterung des Betriebes ein besseres ökonomisches Ergebnis be- deute. Die Ausgaben find besonders infolge der Erhöhung der Löhne usw. von 4 600 080 M. auf 8 028 000 M. gestiegen. DaS Defizit wird am Ende diese? Jahres an 3 Millionen Mark aus« machen. Die Einführung einer Volksvorstellung an einem Abend in der Oper würde im Jahre'/« Million Mark weiteres Defizit er- geben. Die Vertreter deS Aktionsausschusses, die die Volks- Veranstaltungen in den Staatstheatern organisieren werden, waren sich darüber klar, daß dies vorläufige Programm nur eine Ab- schlagSzahlung bedeuten kann. Die Forderungen, welche die Arbeiterschaft im Sinne erhöhter Teilnahme an den Kulturgütern stellen muß, sind so groß, daß fie von den beiden StaatStheatern allein— selbst wenn fie«n allen Abenden iür das Volk spielen lönnten, waS nur bei� einem weiteren Staatszuschuß von 10 bis 12 Millionen möglich wäre— nicht befriedigt werden können. Die Demokratisierung des Theaterbesuches muß in einem umfaffenden Rahmen erstrebt werden. Wir werden ihre Ziele und Möglichkeiten in weiteren Bctrach- hingen erörtern.__ »Luises Nomon von Walter von Molo. Verlag Albert Langen. Für manche« Dichters Gefühl gehörte der Roman schon nicht mehr zur Dichtung— vor allem seit grobe und laute Geister, wie die Rudolf Herzog. Walter Bloem u. a. ihre nicht eben tiefe Geistig- keit in das Gefäß von Romanen getan hatten und blinde Freunde solcher Bücher das„Dichtung" genannt hatten.— Wenn nun Menschen wie Molo, die aus„Menschentum" heraus schreiben, nur gestalten wollen, nicht auS Tendenzen heraus„schriftstellern", so muß der So kann es nickt weitergehen. Es bleibt nühts übrig, als alle Beamten zu amnestieren,&ie in den ersten sechs Monaten der Revolution in politischem Eifer zu weit gegangen sind. Mögen davon auch reaktionäre Beamte profitieren. Gleichviel, es muß Ruhe geschaffen werden. ES muß an den Aufbau gegangen werden. Schon haben wir in der Beamtenschaft schöne Erfolge erzielt, und wenn die Beamtenschaft sieht, daß ihre auf demokrattschcr Grund» läge gewählten Vertrauensleute in der Zentralarbeitsgemcin- schaft für Beamte Hand in.Hand mit dem Porteivotsland und den Fraktionen an der Sicherung und Wahrung der politi- scheu Rechte der Beamten arbeiten, so wird von unten herauf der neue Grift in die Staatsverwaltung einziehen. Es handelt sich meist um Männer in reifem Alter, die. durchdrungen von der Bedeutung der Demokratisicning der Staatsverwaltimg, den Schutz der politischen Rechte der Be- amten für ihre Lebensausgabe ansehen. Was uns jetzt not- tut, ist, die noch lauen und unentschiedenen Schichten in der B7amten''chaft aufzuwecken. Die iozialdemokrati- schen Beamten dürfen sich durch Angriffe, ob sie von rechts oder von links kommen, nickt von ihrem Weg abbringen lasten. Es wind ein harter Komps, wie ihn vordem die Hand- arbeiter in den Fabriken geführt haben. Aber es gilt ein hohes Ziel. DaS dringendste ist neben dem A m ne st i e g e s e tz der gesetzliche Schutz der Beamtenräte, entsprechend dem 14 der Verordnung vom 23. Dezember 1918 für Angestefftenausschüffe. Beide Gesetzentwürfe werden voraussichtlich schon in der nächsten Woche die Frakfionen der MeHrbeitsparteieu beichästigen. Die Autonomie(dberschleftens. Der 16. Ausschuß der Preußischen LandeSversammlung be- handelt« in seiner DonnerStag-Sitzung zunächst die Frage der Er- richtung einer selbständigen Provinz Oberschlcs�ien in zweiter Lesung. Zunächst gab die Mitteilung der„Vossischen Zeitung" Aber eine Konferenz der Reicbsregierung mü der Preußi- schen Regierung in der oberschlesischcn Frage Veranlassung zu Er- kläruugeu der Regierungsvertreter, daß eine solche Konferenz nicht stattgefunden habe. Minister Heine sprach sich in scharfer Weise über diese Art Information der Presse aus. Man könne nicht verstehen, wie Herr Minister Erzberger den Pressevertretern erklären könne, daß die Durchführung der oberschlesiscken Ding« im Handumdrehen gemacht werden solle, obwohl die Preußi- sche Regierung verschiedentlich darauf hingewiesen habe, daß die Gesamtdurchsühruug nicht so rasch erfolgen könne. Es handelt sich hier wieder um eine von Stellen der Reichsregierung ausgehende Handlung, die die Presse vor vollendete Tatsachen stellen solle. Die Vorlage deS Zentrums, die den Beratungen zugrunde liegt, wurde in den ersten Paragrapben einstimmig angenommen. Bei dem Paragraphen 4 stellte sich die technische Unmöglichkeit der Durchführung in dieser Form heraus. weSbalb«ine Unterkomm ffsion mit der Findung einer neuen Fassung beaustragt wurde. Was geht in chavelbcrg vor? Zu dieser Notiz in der Nr. 477 des„Vorwärts" wird uns mitgeteilt, daß die Angelegenheil aur eine Rücksprache der Vertrauensleute der Einwohnerwehr mit dem General Hülsen zurückzuführen ist. Die Einwohnerwehr besteht nur aus bürgerlichen Elementen. DaS Wachtkommando besteht auch aus Einheimischen, jedoch cmS Proletariern. Das Wachtkom- mando hat auf das schärfste gegen das Eingreisen der Reichswehr- brigade 3 Stellung genommen. ES sollte also ein Ausgleich ver- sucht werden.' Mann über Bord. Der frühere erste Vorsitzende des Buch- binderverbandes Emil Klo!h ist leider- während desstKriegcs um seineu politischen Verstand gekommen. Schon in den letzten Monaten des Jahres 1918 produzierte er sich mit nationalistischeit Artikeln in der„Täglichen Rundschau", und jetzt ist er bei der „Deutschen Tageszeitung" angelangt, wy er wüst antisemi- tische Schimpfereien ablagert. Diese Vcrirrung/ eines einst verdienten und einsichtigen Genossen ist sehr zu beSaucru. Sachlich lohnt eS nicht mehr, sich mit seiner Pogromhetze ausein- anderzusctzen. Es bleibt nur noch übrig, rhu schleunigst aus der Partei z u entfernen, damit er seinen Unwillen wenig- stens nicht länger als„Sozialdemokrat" verzapfen kann. Begriff des Romans sich notwendigerweise auch reinigen, wenn sie solche Bücher schreiben wie dieses, da« kein patriotisches im früheren Sinne ist, sondern daS Buch von einer Seele. Bon einer Einzelseele und von einer Volksseele. Im Grunde gar kein lautes Buch, obwohl zuletzt die Kanonen von Jena darin donnern und Preußens Erniedrigung darin besicgell wird, da die Fübrenden(der König voran), nicht vertrauend der freiheitlichen Seele Steins und der instinktiv feinen Seele der „Luile" in grotesker Blindheit sowohl die politischen Ereignisfe wie die schlummernden Kräfte der Volksseele verkennen. Somit ein zeitgemäßes Buw und wenn eine Königin die Heldin des Werkes ist und wenn Adelige darin viel vorkommen— unsere Zeit wird das Buch gleichwohl ertragen, mehr noch: wird es mit Gewinn aufnehmen. Gegen den einzelnen Menschen— zumal, wenn er wie hier: gut ist— braucht keine Demokratie sich ertlären und Be- deutung einzelner. Größe oder Stärke im Leiden oder in der Ver« kennmig— kann auch der freiheitlichst Gesinnte anerkeniieit. Ich sagte: gar kein lautes Buch: anknüpfend an..FridericuS" wird die Notwendigkeit deS Falle« Preußens dargestellt, da den wenigen, die die Notwendigkeit freiheitlichen Aufbaues des Volks- tumS au? VolkSkcimzellen heraus— erkannten, von den blinden Verwaltern sriderizianischer Kraft und Größe solche Hindernisse in den Weg gelegt werden, daß Napoleon leichtes Spiel bat. Preußen zu düpieren und schließlich zu schlagen. lind immer wieder das Ringen der Einzelseele, die mit dem Bolke ringt und bangt und doch nicht helfen kann. Technisch: FridericuZ erscheint mir in der Anlage und Gestaltung doch wohl wuchtiger. Manchmal hatte ich die Sorge, daß Molo (als Dichter) zu viel„Historie" verwende: als ob er im Fridericus mehr aus der Intuition geschöpft habe als hier. Et« schwand dann aber wieder. Jedenfalls ein Buch aus der Liebe zum und mit dem Volk«: kein Heldenbuch von Königen, aber Schönheit und Größe des Schmerz«? dort noch ehrend. Und schließlich auch ein Buch vom Bolke, dessen erstes und leties Erwachen sich andeutet. Karl Röttger. Nottzen.. �. — Die Kinos euch e. Wir haben keme Wohnungen in Berlin, wir haben keine Säle, um Kulturvcranstaliuugen zu pflegen, wir baben keine Theater für die breite Masse— aber 12 neue große Kinos wird nach der„Lichtbild-Buhne" Berlin demnächst zählen. Im bayertichen Viertel, am Kurfürftendamm, im früheren „Hofjäger", im Eispalast, im Rationaltheater werden neue Kinos erstehen. Auch das P a l a st t b e a t« r a m Z o o wird Kino. baS aus staatlichem Boden steht und bei dem dem Staat ein Einspruchs- und Uebeniahmerecht zusteht 1 Die kleineren Kino?, die überall auf« schießen, sind dabei norb gar nickt gezählt. — Theater. Im Schauspielhaus wird am Freitag statt„Judith"„Die B r a u t v o n M e s s i n a" gegeben. — Eine neue H ö ch st l e i st u n g eines deutschen Flugzeuges. Am 13. September stellte eines der neuesten ganz auS Metall hergestellten JunksrS-Reifeflugzeuge in Dessau einen ttenett Höhenweltrekord auf. DaS Flugzeug, das mit einem Motor von nur 186 ausgerüstet ist, erreichte mit 8 Personen 6750 Meter Höhe. ES wurde geführt von dem bewährten Flugzeugführer Mens. ZranMsiher Gewerkschaftskongreß. Auf dem französischen Gewerkschaftskongreß, f. er zur Zeit in . Lntm tagt, sprach Monmousseau von der Eisenbahnergewerkschast M in Pari» vorgestern über die Stellung zum revolutionären Programm. Er fragte.zuerst, warum Vertreter der Gewerk- schasten an den wirtschaftlichen Kommissionen der Friedenskonfc- renz teilgenommen hätten. Man babe geglaubt, daß dabei etwas Gutes herausiommsn tonne, sicb aber getäuscbt; denn der Ein- sluß der Diplomaten sei größer gewesen als der Einfluß der Gc- werkichastSvertreter. Der Völkerbund habe nichts gemein mit der ArbeiteNnter- nationale und mit den Zielen der Gewerkschaften. Die Theorie des Klassenkampfes sei geopfert worden auf dem Altar der wirtschaftlichen Wiederaufrichtung des Landes. Die Kapitalisten seien allern für den Krieg verantwortlich, und wenn sie das wirtschaftliche Loben wieder aufrichten wollten, dann ioll- ten sie es mit ihren eigenen Mitteln tun. Wenn man deni Bankrott entgegengehe, dann solle man das leichten Herzens hinnehmen, denn nurdurch den Z u s a m m e n b r u ch' k ö n n c d a s P r o I e- tariat zur Macht gelangen. Der Redner empfahl rcvo- lutionärc Mittel. In der Nachmittassisiung sprach zuerst Le Troouer vom Standpunkt der Mehrheitler. Er will Frankreich nicht in ein Abenteuer stürzen. Auch Lenin und Trosiki könnten nichts andres, als sich an die bürgerlichen Techniker wenden, wenn sie nicht zu- gründe gehen wollten. Er sehe nur zwei Wege, um zur Revolution zu gelangen. Entweder man mache sie mit starken Intelligenzen, oder man mache sie mit denen, die die größten Entbehrungen ertragen müßten. Nach seiner Ueberzeugung sei der Sit bettet noch nicht genügend erzogen, und er frage seden, ob er' nicht im Laufe der fünf Kriegsjahre einen Augenblick an sich selbst gezweifelt hätte. Vourderon sprach auch für die Einigkeit. Die Leitung der Ge- werkschafien der E. G. T. könne nicht dafür verantwortlich gemacht werden, daß am 21. Juli die Gewerkschaftler in allen Teilen von Frankreich zu Hunderten nicht hätten mitmachen wollen. Der Zwie- ipalr müsse aufhören. Die, die jetzt zu den Gewerkschaften kämen, kamen aus M a g e n i n r e r c s s e n. Das soziale Ideal berühre .sie noch nicht. Pcrdier sagte, der Generalstreik alkein sei die Waffe, die zu r Macht führen könne. Tie Arbeitsstätte m u s s c die Regierung ersetzen. Der Hauptfehler sei ge- wcsen, daß der Generalstreik vom 1. Mai nicht gut verlaufen sei. Er iei der Ami cht, daß die arbeitende Klaffe der Bourgeoisie den * Krieg erklären nrüise. Jccqucmin, ehemaliger Anarchist, trat lebhaft für revolutionäre Propaganda ein. Man müsse zum Antimilitarismus und A n t: p a t r i o t i s m u S von vor dem Kriege zurückkehren und den durch den Krieg aufgerichteten Militarismus zerstören. De Jonckere fübrie aus, man müsse neue Männer suchen, die in d�r. Lage wären, die Bewegung so zu gestalten, daß sie die Eman- zipation der Arbeiter erziele. In der Mittwochiitzung kamen fünf Anhänger der Mehrheit zu Wort, darunter der Vertreter der franzöüschen Eisenbahner, Bidegaran, der sich dagegen verwahrte, daß es die Eisenbahner gewesen seien, die den Temonftrationsitreik vom 21. Juli ver- citell hätten. Er trat de» radikalen Elementen scharf entgegen, denn die Gewerkschaftler selbst verlangten die Zusammen- arbeit mit den Arbeitgebern. Sic seien es gewesen. die den Minister aufgesucht hätten, um bei dem letzten Kampf der Eisenbahner zu einer Einigung zu gelangen. Der Minderheitker Monattc machte den Führern der Ge- werkschaften, namentlich Jouhaux, den Vorwurf, daß sie zu viel Rücksicht auf die Regierung genommen hätten. Die Regierung habe den Achtstundentag bewilligt, um die revolutio- nare Krise aufzuschieben. Cr sei für eine Vorbereitung der Weltrevolution und trete cnischteden für die russische Revolution ein. Der Ver- tretet der Bergarbeiter, Bartucl, sagte, die Niederlage vom 2!.. Juli'ei nur möglich gewesen, weil es die Arbeiter der ösfent- lichcn.Dienste mit der Angst zu run bekommen hätten, nachdem der Minister mit Entlassung gedroht habe. preußische Lanöesversammlung. SS. Sitzung. Donnerstag, den 18. September. Am Regierungstisch: H a e n i i w. S t e g e r w a l d. Präsident Lcinert eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 15 Minudm. Das.öaus erklärt mit allen Stimmen gegen die Unabbängigen einen Ordnungsruf, den der Abg. Lichtenstein für den Ausdruck Schiebung gegen die Regierung erhalten hatte, für berechtigt. Die Behinderung einer Modelltifchlerverfammliing in Berlin, die der Abg. Leid(Tl. Soz.) in einer kleinen Anfrage rügt, wird durch den Regierungsbcrtreter mit einem Versehen erklärt. Ter Schuldige ist zur Verantwortung gezogen worden. Abg. Dr. Leidig(D. Bp.) rügt in einer kleinen Anfrage die verzögerte Verkündigung von Gesetzen und fordert Maßregelung der schuldigen Minister wegen Verfassungsbruchs.(Große Heiter- Ein' Regievungsvertreter erklärt, daß die Verkündigung der Gesetze grundsätzlich sofort nach der Erledigung der erforderlichen Formalitäten geschehe. Ein Verfassungsbruch liegt nicht vor. Die zweite Beratung dcS Etats wird beim Ministerium für Bolk-Wohlfahrt' fortgesetzt. Abg. Ebcrsbcuh-Dnat. Vp.) fordert zur Befchakfung van Bau- üoffen für Kleinwohnungen genügende Belieferung der Ziegeleien mir- Koliken und Bevorzugung von gemeinnützigen Bau- und S i e d l u n g s g e n o s s c nf ch a l t e n. Ersatzbautcn sind nid» billiger als Ziegelbauten: deshalb müssen wir sobald wie möglich wieder zur Zicgelbauweise zurückkehren. Abg. Weist(U. Soz.) empfiehlt den Antrag de» Ausschusses für BevölferungSpolitik auf Beschleunigung eines Rahmengesetzes für d'? Schaffung eines Wohlfahrtsamtes, zu dem auch ein Jugendamt gehören muß. Abg. Vrandenburg(Soz.): Die Errichtung de? WoblfahriS- Ministeriums war außerordentlich notwendig. Die Unterernährung besteht weiter infolge der Teuerung. Da» Schiebertum hat eS sert-g gebracht, so gut wie alle Maßnahmen der Regierung wirkungslos zu machen. Mit der Seuchenbekämpfung steht im engsten'Zusammenhang die Wohnungsfrage. In Berlin gibt es immer noch 600 000 Menschen, die zu fünf und mehr in einem Zimmer Hausen miisje/i. Gegen den Lurus an großen Wohnungen wird von vielen Magistraten nicht energisch genug vorgegangen. l.Hört, bort! links.) Es wird immer über den Man- erwen'e hat Herr Koch geglaubt, auch seine Ansicht zur Geltung bringen zu sollen. Tic Vorgänge in der letzten Sitzung fallen den Freunden des Herrn Koch zur Last. Brunz fCoz.): Auch wir hoffen, daß solche unwürdigen Szenen nicht mehr vorkommen werden. In der letzten Sitzung waren ge,- rade Herrn Kochs Freunde hervorragend daran beteiligt, dio Würde des Ha uses zu verletzen. Hierauf wird in die wiederum überreiche' Tagesordnung eingetreten. Die unentgeltliche Ueberlassung der j�ckmlaulen und Turnhallen an alle Parteirichtungen wird nach längorch: Besprechung gegen die Stimmen der U. Soz. abgelehnt, die Magistrats- vorläge zur Kenntnis genommen. 'AbgÄehnt wird schließlich auch der Antrag Wehl aus Urb er- nähme der Volkskaffec- und Spek�'eh allen in städtischen Betrieb; der Magistrat wird erslscht, mit der be- treffenden Gesellschaft erneut zu verhandeln, um d-t�ch Zuschüsse den Betrieb der Gesellschaft zu erhalten. Wildegan?(Soz.) ladet die Versammlung ans Montag mittag? I llhr nach dem Fehrdelliner Platz in Wilmersdorf Bc- sichtigung der neuen Lc h m st a mp sb a n ten ei». Zur Verhandlung kommt nunmehr der Antrag Wehl: den Magistrat zu ersuchen, im Interesse der Berliner Bevölkerung bei der preutzischen Regierung gegen die beabsichtigte Militarisierung der Polizei Protest zu erheben. Dr. Rose»ieli>(U. Soz.): Für diese im höchsten Maße Volks- feindliche,! Tendenzen ist die„scheinsozialistische" Regierung voran i'- wörtlich. Eine solche Schutzgarde des Kapitalismus, von der man die schwersten Erschütterungeu des öffentlichen Leben» befürchten muß, wird sich die Bevölkerung nicht gefallen lassen I(llr>- ruhe rechts.) Demokratische und sozialdemokratische Abänderung? rnträge fordern de» Ilebergang der Stcherheitsvolizei aus die S t a d-j bzw. neue Verbandlungen mit der Regierung über die zweckmäßigst«'klusgestaltung der Sicherheitspolizei im Interesse der Berliner Bevölkerung. Stadtrat Franz bemerkt, daß nach den Informationen des Magistrats die ganze'Angelegenheit sich noch in den Vorstadien befindet. Koblenzer tadelt es. daß die Regierung über die Sache nicht vorher mit den städtisckien Körperschaften enge Fühlung ge- nommen habe. Tie Regierung müsse sick, auf die breit? Masse d-r Arbeiterschaft stützen, und es sei ihre verdamnfte Pflicht und Schuldigkeit, bei einer so tief einschneidenden Maßnahme die Per- treter der Berliner Bevölkerung zu hören. Allerdings habe die Regierung all« Ursache, ihre Macht zu festigen und sich ein Instrument zu'schaffen, das diese Macht repräsentiert und ihr da» Regieren überhaupt erst ermöglicht. Die Verhältnisse Härten sich so traurig gestaltet, daß eine Reorganisation der Polizei durchgeführt werden, daß eine schlagfertige Polizei da sein müsse.(Die mahnenden und warnenden Worte, die der Redner dann an die äußerste Linke richtet, werden von dieser mit lärmen- dem Widerspruch ausgenommen.) Wie dem früheren Schutzmann au- der Zeit seines Kasernenlebens Mängel anhafteten, so und schlimmer noch würde es um die Truppe stehen, die jetzt gebildet werden solle. Cassel(Dem.) triri den Ueoertreibungen Rosenfelds entgegen und hält ihm vor, daß die Bevölkerung gerade durch Elemente aus de» Reihen der Unabhängigen und Kommunisten ständig mit neuen Pntslhen und blutigen Straßenkämp'en bedroht werde. Erst dann werde es besser werden, wenn die unselige Krankheit des Bürgerkrieges überwunden sei.— Gegen den M i l i t a r! s i e r u n'g s p l a n nimmt er. scharf Stellung; namentlich mißfällt ihm die Käser- n i e r u n g. Dr. Alexander-Kav(Ebristl. Polksp.) erkennt in dem Schluß der Rede des Dr. Rosenfeld eine dtrekle Bedrohung der Bevölke- rung und empfiehlt sodann ebenso wie Walther-Bg. Vgg.) de» Antrag, mit dein Minister de» I»-- nerit in Verhandlung zu treten darüber, daß die bestehende Sicher- heitspolizei als staatliche Einrichtung unter Einführung zeit- gemäßer Reformen erhalten bleibt. Jin Schlußwort weist Dr. Rosenfeld die„wehmütige" Bemerkung Koblenzers, daß iick» die Sozialdemokraten immer nach als mit der äußersten Linken zusammenghörig betrachteten, als gänzlich unangebracht zurück; die Sozialdemokraten sollten sich zuvor erst aus ihr Parteiprogramm besinnen. Das Recht auf die ■et ratze werde sieb die A r ti e i t e r s ch a s t(ist Plündern und Gewalttätigkeit das Rech: der Arbeiterschaft auf die Straße? Red.) nicht nehmen lassen; über die bürgerlichen Rechte werde die Arbeiterschaft zur Tagesordnung übergeben. Die Abstimmung vollzieht sich zum Teil unter»nbeschreib- lichem Tumult. Der Antrag Wevl bleibt in der Minderheit,«benw der Antrag der Bg. Vgg. Darauf läßt der Vorsteher über die cmzclneu vier Punkte des Antrags Cassel abstimmen, die bei den Vertiandlungen mit dem Minister beachtet werden sollen. Der erste Punkt,„die baldige Uebertragung der gesamten polizeilichen Befugnisse auf die Stadlgemeindc ist zu erstreben", f all t mit 60 gegen 52 Stimmen der U. Soz. und de: Demokraten; ebenso wird der zweite Punkt. ..iofern für die Uevcrgaiigszeit besondere Maßnahmen erforderlich sind, ist zu verhindern, daß die Polizcibcamicn durch Absperrung von der Bürgerschaft die nötige Fühlung mit ihr verlieren", abge- lehnt. JTe: dritte Punkt dagegen,„die Sicherheit der Bürger muß in deinselben Maße gewahrt werden wie die finanziellen Interessen der Stadtgemeinde", ivirh mit 54 gegen 5l Stimmen angeuotnmen, ebenso Punkt 1:„die Rechte und Interessen der Beamten der schütz- Mannschaft dürfen keinesfalls verletzt, sondern sollen gesör- d c r t werden". Der Lärm, unter dem diese Abstimirtungen vor sich gehen, setzt sich in� andauernden �Pfuirufen der Unabhängigen fort. Endlich kann sich Heimann(e-oz.) Gehör verschaffen, der gegen die?lrt, wie die Abstimmung geleitet worden, protesffert uird dem Vorsteher den Vorwurf einer dkmitgogischen Handbavung inacht. Vorsteher Dr. Wehl weist dies mit Schärfe zurück. Von der Rechten wird Gc- samtabstilnmung»bereden angenommenen Torso des Antrags Eassel verlangt, lieber die Frage der Zulässigkeit einer namentlichen'Ab- stimmung wird endlos debattiert. Tie Bella uvtung, daß der Vor- sicher gar nicht proklamiert habe, daß die Abstimmung über die einzelnen Nummern erfolgen soll?, wird von einem Teil der Ver- kämm hing bestritten, von einer Reihe, anderer Redner dagegen be- slätigt. Heimann verliest den soz. Antrag,„den Magistrat zu er- suchen, mit der preußischen StaatSregierung in Verhandlungen zu treten, wie die Sicherheitspolizei unter Berücksichtigung der Rechte der städtischen Selbstverwaltung und bei städtische» Finanzen sonne der Rechte und Interesse» der Beamte» der Schutimannschaft im Interesse der Vrrliner Bevölkerung am zweckmäßigsten anSzu- gestalten ist." Nachdem mit dieser GeschäftsovdnimgSdaöafte fast eine Stunde verloren ist, wird eine einfache Abstimmung über den Dono des Antrags Cassel vorgenommen, das Ergebnis ist die Ablehnung, da nur>8 Hände dafür sich erbeben.— Zur Absirmmung gelangt nun der Antrag der Soz., der gegen d«e Stimmen der U. Soz.(Ii die Mehrheit erhalt.'(Amnorkung der Red.: Natürlich: wenn .er Antrag �>cr Ii. V. durchfällt, dürfen sie beileibe nicht für den der ro. P. D. stimmen, denn;ede Meinung, die von der abweicht, die sie gerade vertreten, ist falsch und verwerflich. Altpreußische llnduldiamkeit!) _ Ein Antrag der Bg. Vgg., den Magistrat zu ersuchen, auch bei Eichung der Rekwrstclle an der 1. Mädchenmittelschule den Be- schluß vom 36. Juni zu beachten, wonach bi» zur Regelung der Frage der kollegialen Schulleitung im Ministerium sreiwepdcnd- Rcktorenftellen nicht zu besetzen sind, wird noch längerer Aussprache angenommen. Schluß nach 10 llhr. HewerkschaflsbewEu.-� ? � tog üer Sattler und portefeuiller. 2. BerhandlungStag. Nürnberg, den 16. September. _Di« 2-.".in 3 tvurdx durch die Aussprache über die Ge- schästKberichte ausgefüllt. Wie auf allen diesjährigen Gewert- fchaftZtagungen stand auch hier der Streit der drei Richtungen in Verordnung bom 3. September 1919 übernommen, sie ist hier auch auf die Arbeiterausschüsse ausgedehnt worden für die Fälle der Entlastung von Arbeitern, wofür bisher eine ent- sprechende Vorschrift nicht bestand. Die in der neuen Verordnung enthaltenen Bestimmungen, nach denen die Anhörung der Arbeit- nehmervertretungen bei Entlastungen infolge dauernder Betriebs- einstellungen ausnahmsweise nicht zu erwlgen braucht, stellen nur da§ schon von jeber geltende Recht klar Auch nach den Veroro- nungen vom 24. Januar 19l9 bzw. 39. Mai 1919 war eine An- hörung der Anaestelltcnausichüsse nicht erforderlich, wenn ein der Arbeiterbewegung über die Kriegspolitik der Generalkommission, ganzer Betrieb st'llqelegt wurde.?!n solcben Fällen könnte der den Burgfrieden und die Arbeitsgemeinschaften im Vordergrund. Fweck der M'twirkung, eine gerechte Auswahl unter den ßu Ent (Sin Leipziger Antrag enthielt ein Mißtrauensvotum gegen den Zen-ralvorswnd wegen dieser KriegSpolitik. Ein Berliner Antrag ging nicht so weit, sondern verlangte riur. daß der Mcbrheitswille der Mitgliedschaft bei allen Entsckeidungen der VerbandZleitung berücksichtigt werden müsse. Die Diskussion bewegte sich, wie Vcr- bandsvorfißcnder Blum in seinem Schlußwort feststellte, in durch- aus sachlichem Rahmen und auch die Vertreter der Opposition, wie G e h r i n g- Düsseldorf und andere, erkannten an, daß der Vor- stand auch bei den von ihnen verurteilten Mastnahmen von dem Be- streben geleitet wurde, den Jnteresten der Mitglieder zu dienen. Sassenbach erklärte in der Debatte, ihm sei auch von franzö- sischen Genosten' bestätigt worden, daß nach der ersten Marneschlacht Deutschland sich in der Verteidi- gung gegen den Vernichtungswillen der Entente- pe gierungen befunden habe.— Die Stellungnahme der Delegierten schied sich nicht nach der Parteirichtung. So trat z. B. Ankermann- Offcnbach als U. S. P.-Mitglied am schärfsten seinen Berliner Parteigenossen entgegen. Unter Ablehnung aller übrigen Anträge wurde in namentlicher Abstimmung mit 2ö gegen 29 Stimmen folgende von S chu l z e- Berlin eingebrachte Reso- lution angenommen: „Der Vcrbandstag erkennt an, daß die Fentralleitung nach lastenden herbeizuführen, auch gar n'cht erreicht werden, va eben alle A'-beitnebmer entlasten werden müssen. Diese schon bisher von dem Reichsarbeitsministerium vertretene Auffassung ist in der neuen Verordnung zur R-rmeidung von Fweifeln ausdrücklich klar- acstellt worden. Zu einer Erörterung darüber, ob durch oiese Klarstellung das beim Reichsarbeitsministerium anhänaige Schlichtungs- verfabren in Sachen der früheren Spandauer Heeresbetrieü« im Sinne der Arbeitnehmer verschlechternd beeinflußt wird, dürfte die Presse, nicht der geeignete Ort sein, solange der Spruch oes Schlichtunasausschusscs noch aussteht. Fm übrigen muß darauf hingewiesen werden, daß die neue Verordnung den Arbeitnehmern erhebliche neue Vorteile bietet. Einmal wird, wie erwäbnt, da? Mitw'rkungSrccht bei Entlastun- aen auch auf Arbeiter ausgeoebnt. Während ferner bisher ein Wiedereinstellungsanspruch von Arbeitern nur gegenüber solchen gewerblichen Betrieben bestand, die mebr als 29 Arbeiter beschäf- tigen, wird in der neuen Verordnung der Wiedereinstellungsanspruch gegenüber allen Betrieben ohne Beschränkung der Arbctterzahl und ohne Beschränkung auf gewerbliche Betriebe gegeben. Außer- dem ist nunmehr durch die Bestimmungen der§§ 15 ff. die Möglichkeit einer Wiedereinstellung von arbeitslosen Kriegsteilnehmern in größeren Mengen geschaffen, eine Möglichkeit, die biFber bei besten Kräften bestrebt war. die Interessen der Organisation und weitem nicht in diesem Ilmfangie bestanden hat Endlich ist die der Mitgiltedschaft wahrzunehmen. Die während der Kriegszett � Meldefrist für zurückkehrende Kriegsgefangene und Zivilintetnierie von den Gelamtvorstünden betriebene Politik basiert« auf der � von zwei auf sechs Wochen ausgeoehnt worden. kleberzeugung. daß die Niederlage Deutschlands did schwersten � Daß die Verordnung neb-n einer Gewährung umfangreicher Folgen gerade für die Arbciterscliaft zeitigen würde und daß neuer Rechte an die Arbeitnehmerschaft und neben der Belastung darum eine solche Niederlage mit allen Mitteln verhindert werden j der Arbeitgebcrschaft mit neuen Lasten auch den Einfluß derart!- müsse. Nicht alle Maßnahmen sind vorbehaltlos gutzuheißen.> ger Bcstimmung-n auf die ohnehin ungünstige allgemeine Wirt- sind aber zu verstehen, wenn die Feihimstände. unter denen sie schaftslagc herücksichtigt und es vermeidet, zugunsten der Arbeit- erfolgten, berücksichtigt werden. Da eS nicht im Interesse der � nehmer die Volkswirtschaft im allgemeinen zu gefährden, entspricht deutschen Arbeiterschaft liegen kann, sich wegen zurückliegender! nur dem ständig vom Reichsarbeitsministerium vertretenen Be- Dinge in nutzlosem Bruderkamnf zu zerfleischen, vielmebr alle � streben, unter objektiver Würdigung aller Umstände einen gerech- Kräfte zum gemeinsamen Kampf für die wirksame Besserstellung � ten Ausgleich zu schaffen zwischen den Forderungen und Bedürf- der gesamten Arbeiterschaft zusammengefaßt werden müssen, so � nissen d-- Arbeitnehmer und der Arbeiigsb-'r zum Nutzen des ge- ~''"""'' samten Volke?. v appelliert der Verbandstag an die Gesamtmitgliedschaft, in der kollegialsten Form zusammenzustehen, Streitfragen tolerant nach links und rechts auszutragen, da nur dann der Aufstieg der Ar- beitcrklassc gewährleistet ist." Sonderbare Zumutung. In ihrer gestrigen Morgenausgabe veröffentlichte die „Freiheit" einen Brief, den der Berliner Bevollmächtigte Rusch des Deutschen Metallarbciterverbandes an den Reichs- arbeitsminister Schlicke gerichtet hat. Das Schreiben, über dessen Inhalt wir in ustserer letzten Nummer berichteten. legt die Ansicht der Berliner Ortsvcrwaltung über die Bor- gänge, die zum Abbruch der Berhandluirgen vor dem Schlich- lungsausschuß führten, dar. In der Einleitung wird gegen Schlicke folgender Vorwurf erhoben: .In der Tagespresse vom Mittwoch, den 17. d. M., veröffent- lichten Sie, Herr ReichSarbeitSminister, einen an den Deutschen Metallarbeilerverband gerichteten Brief. Es ist bezeichnend. daß die Berliner Tageszeitimaen eher in dem Besitz des Brie'eS waren, wie der Deutsche Metallarbeiterverband. Uns ist der Brief erst nach den Veröffentlichungen in der Presse, am 17. September, nachmittags 3 Uhr 29 Minuten, durch besonderen Bote» übermittelt worden." In den vom Arbeitsministcr gemachten Fehler verfällt aber auch der Deutsche Metallarbeiterverband. Nachdem die „Freiheit" den Brief am Donnerstag morgen ab- gedruckt hat, ihn also am Mittwoch abend bereits in Händen hatte, sendet uns am Donnerstag nach- mittag fPoststempel 3,40 Uhr) der Deutsche Metallarbeiter- verband durch Rohrpostbrief einen Durchschlag de? an Schlicke gerichteten Briefes mit dem Ersuchen um gefällige Veröffentlichung. Wenn die Leitung deS Metallarbeiterverbandes auch in allen anderen Dingen so tüchtig ist. wie in der im eigenen Interesse der Organisation liegenden Information der Presse anläßlich von Streikbewegungen, dann werden wir in nächster Zeit noch allerlei erleben können. Die Einschränkung des Mitbestimmungsrechts. Von maßgebender Seite wird uns geschrieben: Unter der Auf- schrift„Gesetz gegen die Einschränkung des Mitbestimmungsrechts" ist im„Vorwärts", Nr. 466 vom 12. September 1919, eine Zuschrift der Arbeitsgemeinschaft der Angestelltenverbänoe veröffentlicht war» den, die sich mit der Verordnung vom 3. September 1919 über die Einstellung und Entlassung pon Arbeitern und Angestellten während der Zeit der wirtschaftlichen Demobilmachung beschäftigt und zu irrtümlicher Beurteilung dieser Verordnung Anlaß geben kann. In der Verordnung vom 24. Januar 1919 in Verbinvung mit der Abänderungsverordnung vom 39. Mai 1919 war vorgeschrieben, daß vor jeder Entlassung von Angestellten die Angestelltenausschüsse gehört werden sollen. Diese Bestimmung ist vollständig in die neue Unternehmerpraktiken. Der Ciföt'er Braun im Kronenca's verfolgt, wie uns vom Deul'ckKN Munkerverband aeicbr'eben wird, eine eigenartige Praris seinen Angestellten gegenüber. Nackidem er einen Teil seiner Ka- bareltkräfte entlasten hat. sollen nunmebr aucki drei Musiker auf die Straße gesetzt werden, damit der Betrieb— wie Herr Braun sich persönlick ausgedrückt bat— unrentabler wird und er des- dalb eine geringere Miete zu zablen braucht. Eine Taktik, die den Protest sämtlicher Anaestellien des Eatös hervorrufen muß. Was iagt übrigens der DemobilmachungSkommissar zu dem Vorgehen de? Herrn Braun? Reichskonfercnz der Einkassterer, Einnehmer und Kassenboten Deutschlands. Am 24. und 25. Oktober 1919 findet in Berlin. Gewerkichails- bauS, Engeluier 14/15, eine Konferenz der Einkassie?er und Ein- nehmer sowie Kassenboten aus den Abzahlungs-, Näbmaichincn-, EngroS- und Bankgeschäften, VeistcherungS- und Auiomalengcsell- schalen, Subdirektionen und Generalagentliren Deutschlands statt. Tagesordnung: 1. Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Einkassterer und Kastenboten sowie Einnehmer. 2. Diskussion. 3. Kündigen wir den Emnebmerlans? 4. Die Sozialifierung im Versicherungsgewerbe. 5. Welche Organii'alion ist für die Ein- kassierer. Einnehmer und Kassenboten zuständig? Wir ersuchen die Einkassieret, Einnehmer und Kassenboten allerorts, zu der Konferenz Stellung zu nehmen und Dele- aierte durch ihre Organisationen zu der'elben zu entsenden. Lokale BerulSvereine laden wir hiermit ebenfalls zur Teilnahme ein. Des weiteren ersuchen wir um Angabe von Adressen der Kollegen au? den einzelnen Orten Deutschlands: Angaben über Lobn- und Arbeitsverhältnisse. Arbeits- oder Dienstordnungen, Mißstände im Berufe sind möglichst sofort an den Kollegen Friedrich Luckow. Berlin N 13, Carmen-Sylva« Straße 29, zu senden. Derselbe erteilt auch weitere Auskunft. Die Agitationskommiiston der Einkassterer, Einnehmer und Kassenboten im Deutschen Transportal beitcrverband. NL. Die Parteipresse wird um Abdruck gebeten. Tie Werkmeister in der Luxuspapier-Jndnstrie bemühen sich seit dem 39. Juni d. I. um den Abschluß eines Tarifs. Vergeblich wurden seitens des Buchbinderlüwerkmeistcrverbandcs Verhandlungen mit der Unternehmerorganisation dieser Branche, der Chromolithographischen Vereinigung, versucht. Am 11. d. M. fand nun eine Verhandlung vor dem SchlichtungsauSschuß statt. woselbst der Vertreter der Chromolithographischen Vereinigung Herr Dir. Hehmann von der Firma Heymann u. Schmidt die Er- klärung abgab ,in eine sachliche Verhandlung nicht eintreten zu können, da die von ihm vertretene Organisation nur aus zirka 8 Firmen bestände und nicht in der Lage sei, den Tarif anzu- erkennen. Auch bestritt Herr Heymann dem Werkmeisterverband das Recht, namens der Werkmeister der gesamten Luxuspapierin- dustrie das Mandat auszuüben. Da aber die Vollmachten der Werk- � meister von ungefähr 45 Firmen dargelegt werden konnten, so war dieser Einwand hinfällig. Infolge der abgegebenen Erklärung der Arbeitgeber war«ine Verhandlung nicht möglich, nzeshalb die Werkmeister ihre Beschwerde mit der Begründung zurückzogen, daß diese Vereinigung nicht die Mehrzahl der Firmen der Berliner Luxuspapienndustne umfasse In einer am 16. d. M. abgehaltenen Versammlung nahmen die Werkführer hierzu Stellung und verurteilten einstimmig das Verhalten der Prinzipale. Es wurde festgestellt, daß im ganzen nur vier Firmen aus dem Wege gütlicher Verhandlung GehaltSaus- besserungen zugestanden, welche aber trotzdem nicht in allen Fällen den gestellten Mindestforderungen entsprechen. Folgende Eni- schließung fand einstimmige Annahme: „Tie am 16. September tagende Versammlung der in der Ber- liner Luxuspapierindustrie tätigen Werkmeister und Direktricen bedauert das geringe Entgegenkommen der Arbeitgeber. Sie ver- spricht, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln für die Durch- führung des eingereichten Tarifs einzutreten." Eine ganze Anzabl Neuausnahmen bestätigte den Willen der uns bisher noch nicht angeschlossenen Kollegen, in Zukunft den Prinzipalen den Einwand zu nehmen, daß em großer Teil der Werkmeister durch den Buchbinderwerkmeisterverband ni-bt ver- treten werde._ Tarifbewrgung der Angestellte» in Ministerien. Zu dem in unserer Donnerstag-Morgenausgabe veröfferntiSten Veriammlungsbericht crboilen wir auS den Kreisen der Angestellten- ausschüsse der Reicbsministcricn eine Zusibriit, die das Abstimmungs- ergebnis. also die Annahme der Resolution des Referenten, an- uveifelt und dann fortfährt: Selbst wenn die Abstimmung eine Mehrheit für die Resolution ergeben bäne. io könnte sie dvw in keiner Weiie für die Angestellten schait der ReidbSmintstencn kündend > sein. Zu der Versammlung baite jeder ohne Legitimat on Zutritt, es konnten also aucki völlig Unbeteiligte miistimmen. Em e aden waren außer den Angestellten der Rcickisminlsterien auch diejenigen i der geweiblichcn SiaaiSbeiriebe, der preußischen SmaiSminiiienen j und der direkt angegliederten Behöiden, und von dieien waren auch viele erschienen. Der Tarii aber, über den enlichieden werden sollte, be- trifft lediglich die Angestellten der Reichsministericn. DicVersaminlung war daber ihrer Zuiammenieyung nachnichi berechiigt, irgeiidwctchcBc- schlüsse über den Tariivertrag der Angestell'en der Reichsminrncrieir zu treffen oder der Arbeitsgemeinschaft derselben ein Mitzliauens« Votum auszustellen. Der VeisammlungSbeschluß gibt die wabre Meinung der Angestellten der Reichsämier keineswegs wieder. Diese trat vielmebr in den kurz vor der Volksveiiammliing abgebalicuen Betriebsversammlungen der Angestellten der RrchSministerieii klar mtage durch die einstimmige Annahme einer Enlichiietuing. die zum Ausdruck bringt, daß die Angestellten an dem Tariiverlrage fest- halten und dem bestehenden Arbeitsausschuß olS der gesetzmäßigen Vertretung der Angestellten ihr volle« Vertraue» ent- aegenbringen. In dieiem Sinne baben sich entschieden: das Auswärtige Amt. da« R nchsfinanzministerium. das Reicks- Ministerium des Innern, das Reichsichayministerium Abteilungen I und II, da« Reichswirtichaftsministerium, das ReichsarbeilS- Ministerium und da? ReichSkoloniolamt. Vom ReichSichatzministerium legen die Abteilungen I und II Werl darauf, festzustellen, daß der Redner in der Pbilbarmonie, Herr Burkiczak, der der Abteilung III dieses Ministeriums (ReichsverwertungSamti angebört, nickt betugt war. im Namen des gesamten Neichssckatzministeriums zu iprecken. Aber auck von einer größeren Anzabl von Angestellten der Abteilung III steht bereits fest, daß sie mit der Aktiop deS in dieser Abteilung beickäftigten Funktionärs deS Verbandes der Bureauangestellten nicht einvcr- standen sind. » In derselben Angelegenheit schreibt uns Herr Horn, Mitglied deS Aiigestelltenausi'chusse« im Reichswirtschaftsministerium und Mitglied de« ZentraiverbandeS der HandlungSgebillen, unser Bericht ider sich auf die in der Versammlung nicht wideriprochenen Anaaben des Referenten Burkiczak stützt. Red. des„Vorw.") sei irrefübrend. denn er verschweige, daß zu den Grundgehältern beträchtliche Teuerungszulagen kommen. So z. B. erhalten Bureauvorsteher, selbständige Buchhalter, Korrespondenten usw. im 1. 2. 3. 4. Jahr 375,— M. 425,— M. 475— M. 525,— M. Hierzu für Ledige bei einem Einkommen bis 4899 M. 156.— M. und über 4809 M. 152.— M.. iür Verheiratete bei einem Ein- kommen bis 4899 M 195,— M., über 4899 M. 199.— M. Tcuerungs- zutage. Außerdem für jedes Kind eine Kinderzulage von 59.— M. Perfekte Stenotypistinnen, weibliche Bureauangeslellte. Buch- halterinnen uiw. erhalten im 1. 2. 8. 4. Dienstjahr 225.— M. 259.— M. 275.— M. 399,— M. Hierzu gleichfalls die oben genannte Teuerungs- bezw. Kinder- zulage. Da» im Bericht erwähnte Fixum von 125 M. für Anfängerinnen ist gedacht für solche Anfängerinnen, die von der HandelSichule ihre erste Bureautäligkeit aufnehmen. Auch zu diesem Gehalt würde der in Frage kommende Teuerungszuschlag treten. Sehr wichtig ist ferner, daß für die allermeisten Angestellten die Gehaltsstufe deS vierten oder dritten Dienstjahres in Anwen- dung kommt, da ja die Kriegsdienstzeir berücksichtigt werden kann. Hierbei zeigte sich die Wichtigkerr des Mitbestimmungsrechtes deS Angestelllenausschuffes. Wetteraussschtcn für daS mittlere Norddeutschland bis Sonnabend mittag: Veränderlich, überwiegend bewöllt, in den Tage«. stunden mätzig warm mit ziemlich zahlreichen, im Binnenland grötztcnteils geringen, an der Küste elwaS ilärlercn Rcgensällen und langsam zu- nebmenden südwestlichen Winden. Verantw. sllr den redaktion. Teil: Aisred Scholz, Neukölln: für Anzeigen: Theodor Glocke, Berlin Verlag: Vorwiirts.Bcrlag D. m. b. K-, Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruckerri und Verlagzansialt Bau! Einaer u. To. in Berlin. Lindenitr. S. Hierzu l Vellage. 'Wembrauö C�nac Nr.�7»» Z».?ahrgo»g �C0 Znitxg, 1». Teptember 1?1» Das Urteil in? Münch' Unter einem gewaltigen militärischen und polizeilichen Auf- gebot und unter Beobachtung der denkbar schärfsten VorsichtZ- matzregeln erfolgte am Donnerstagnachmittag im Münchener Justizpalast die Verkündung des Urteils im Geiselmordprozetz. Mehrere Kompagnien Soldaten waren in dem GerichrSgebäude verteilt und im Sitzungssaal selbst kamen, auf jeden Angeklagten 10 Soldaten. Nach Eröffnung der Sitzung teilte der Vorsitzende zunächsf mit, datz er die Verhandlungen noch einmal eröffnen müsse, da sich in bezug auf die Angeklagten Kick, Hesselmann, Lermer, Lanne, Huber und Riedmeyer die Rechtslage verändert habe. Es könne bei ihnen unter Umständen nur Beihilfe angenonimen wer- den und nicht Mittäterschaft am Mord. Der Angeklagte Hesselmann, der sich hierzu äuhert, versichert unter Tränen noch- mals, datz er einer ganzen Anzahl Geiseln das Lebe» gerettet habe und deshalb unmöglich wegen Beihilfe zum Mord bestraft werden könne. Es kommt dann noch zu einer überaus heftigen Auseinandersetzung zwischen den Verteidigern, die bis auf den inzwischen abgereisten Rechtsanwalt Dr. Liebknecht sämt- lich erschienen sind. Die Verteidiger Löwenfeld und Sauter be- schuldigen einer den anderen, am Schlutz der Verhandlung sich „Gemeinheit" vorgeworfen zu haben und ersuchen um den Schutz des Gerichts. Rechtsanwalt Sauter erklärt, er habe die Aeutze- rung:„Das ist eine bodenlose Gemeinheit" nicht getan. Rechts- anwalt Löwenfeld erklärt dazu, daß er die Angelegenheit der A n- waltskammer unterbreiten werde. Die Beweisaufnahme wird endgültig geschlossen und der Vorsitzende, Oberlandesgerichts- rat Aull verkündet folgendes Urteil: Im Namen des Freistaates Bayern erlätzt das Volksgericht München folgendes Urteil: „Die Strafvorfolgung gegen den Angeklagten Studenten Petermaier ist unzulässig. Die Angeklagten S ch m i t t e l e und B S l k l werden von der Anklage des achtfachen Mordes freigesprochen. Verurteilt werden: Der Angeklagte Seidl aus Gablenz bei Chemnitz und der Angeklagte Schicklhofer wegen je zwei Verbrechen des Mordes zweimal zum Tode. Die Angeklagten Wiedl, Pürzer, Fehmer und I»- sef Seidl wegen je eine? Verbrechens des Mohdcs einmal zum Tode. Die AngeNagten Kick, Gsell, Hesselmau», Ler- mer, Hanne, Huber und Riedmayer je wegen eines Verbrechens der Beihilfe zu je IS Jahren Zuchthaus. Soweit die Freisprechung der Angeklagten erfolgt, trägt die Kosten die Staatskasse. I» allen anderen Fällen fallen ste den Verurteilten zur Last. Den zum Tode verurteilten Angeklagten werdcM die bür- gerlichen Ehrenrechte dauernd, allen anderen, so- weit sie verurteilt sind, auf die Dauervon 1V Jahren ab- erkannt. Ferner wird ihre Stellung unte» Polizei- a u f s i ch t für zulässig erklärt. Tie freigesprochenen Angeklag- ten Schmittclc und Bölkl sind sofort auf freien Fuh zu setzen. Der freigesprochene Angeklagte Petermaier ist in die Festungshaft zurückzuführen. In der Begründung des Urteils wird ausgeführt: WÄhrend der Räterepublik war das Luitpold-Gymnasium in München eine Kaserne der Roten Armee. Zu Ostern wurde der Haupt- angeklagte Seidl hier Kommandant und war Obmann der Sek- tion 4 der K. P. D. Er unterstand als solcher dem Oberkomman- danten E g l h o f e r, während ihm andererseits der Angeklagte Schicklhofer als Vertreter untergeben war. Während Seidl und Schicklhofer Kommandantendienste ausführten, haben die übrigen Angeklagten als Schreiber und Telephongehilfen sich be- tätigt. Daneben diente der Angeklagte Josef Seidl als Kantinen- wirt. In seiner Eigenschaft als Kommandant des Luitpold- Gymnasiums sind dem Angeklagten Seidl von der Kommission zur Bekämpfung der Gegenrevolution wiederholt Gefangene zur Unterbringung im Gymnasium über- mittelt worden. Aber Seidl hat auch selbständig auf D e n u n- z i a t i o n e n hin Verhaftungen vorgenommen, und ließ sich alle mer Geifelmoröprozeß. Gefangenen stets zur persönlichen Vernehmung vorführen. Es ist erwiesen, datz er sie dabe, fast ohne Ausnahme sofort mit Er- schießen bedrohte, sich auf keinerlei sachliche Verhandlungen noch Vernehmungen einließ und ihnen jede Aussicht benahm, etwa vor dem Revolutionstribunal zur Entkräflung der gegen sie erhobenen Anklagen zu erscheinen. Auch ihren Angehörigen hat er stets ver- sichert, da|j sie dem Tode verfallen seien. In den letzten Tagen des April hat er dann eine Anzahl dieser Gefangenen als Geiseln über Nacht ohne jeden Grund in einen Keller gesperrt, der als ein durchaus menschenunwürdiges Verließ bezeichnet werden mutz, und in dem ein ehemaliges Krautfatz als Retirade diente. Es stand fest, datz in diesem Ver- lietz wiederholt 22 bis 24 Menschen zusammengepreßt worden sind, datz man sie dauernd mit dem Tode bedrohte, daß man er- klärte, unter Umständen eine Handgranat« in den Keller werfe« zu wollen und datz man den Gefangenen jede Erleichterung rund- weg abschlug. Das hat auch insbesondere der Angeklagte Schickl- hofer bestätigen müssen. Am 26. April ist dann in das gleiche Verließ die ledige Sekretärin Gräfin Hella v. Westarp, ferner der Eisenbahnsekretär Daumenlang, die Kunstmaler Neu- haus und D e i k e und am nächsten Tage noch einige weitere Mitglieder der T h ulegesellschaft eingesperrt worden. Ohne jeden Grund wurden sie beschuldigt, Stempel gefälscht zu haben. Ihre Vernehmung ergab nichts Belastendes. Trotzdem wurden sie in Anwesenheit Leviens in der bei ihm üblichen Weise durch den Angeklagten Seidl mit dem Revolver in der Hand verhört und mit dem Tode bedroht. In der darauf folgenden Nacht kam Seidl mit Levien, Levine-Nissen und einem dritten, nicht mehr feststellbaren Mann in den Keller, lietz sich auf keinerlei Beschwerden ein und erklärte im Verein mit Levien in ebenso roher wie zynischer Weise, datz die Gefangenen nichts mehr brauchten, da sie am nächsten Morgen s» wie so«m die Ecke gehe» würden. Die Gräfin Hella Westarp wurde dann noch in einem besonderen Zimmer untergebracht. Am folgenden Tage wurde noch der Baron v. Teukert, der als Offizier der Weißen Garde bei einer Erkundungsfahrt ergriffen und festgenommen worden war, sowie zwei Weißgardisten eingeliefert. Bei'dem Ver- hör dieser Weißgardisten erpreßte Seidl mit vorgehaltenem Revol- vor eine Reihe unwahrer Geständnisse, so, daß auf die Köpfe der Rotgardisten und ihrer Führer Prämien ausgesetzt seien, daß sie b« der Ermordung Liebknecht? und Rosa Luxemburgs dabei gewesen seien usw. Der Angeklagte Gsell führte während dieser Zeit Protokoll. Im Anschluß an diese Vernehmung fertigten Seidl und Levien unwahre Plakate> an, datz die Weißen Garden einen 63 Jahre alten Mann an«inen Baum gebunden und erschossen hätten, datz Sanitäter der Roten Armee niedergeschossen seien, datz die Weißen Garden von Noske vorgeschickt seien, um in München ein politisches Blutbad zu ver- anstalten, bei dem die Münchener Arbeiterschaft daran glauben müsse, und forderten schließlich die Arbeiterschaft zur Abwehr der „Preußischen Blutherrschaft" auf. Dieses Flugblatt lietz Seidl noch nachts drucken, und sein Inhalt wirkte am folgenden Morgen in hohem Matze aufreizend, vor allem auf die Mannschaften der Roten Garde. So kam es, datz,«IS am 36. April Seidl den Befehl von Eglhofer zum Erschietzen, der Weißgardisten erhielt, sich zu dieser Erschießung auch Leute bereit fanden. Seidl beauftragte seinen Adjutanten Kamme rstädter mit der Erschießung und sagte,«r käme gleich nach Schicklhofer. der bereits die Augenbinden angefertigt hatte, ging nunmehr von Zimmer zu Zimmer, um. die Soldaten für die Erschießung zu- sammonzubringcn. Es steht fest, datz verschiedene Mannschaften sich weigerten, datz aber die Angeklagten Wiedl und Josef Seidl sich zu den Erschießungen bereit erklärten und dabei auch mitge- wirkt haben, Unmittelbar nach den Erschießungen der beiden Weißgardisten kamen Seidl und Hautzmann ins Kommandanten- zimmer. Auf den Vorhalt eines Dritten gab Schicklhofer zu, daß er die Erschießungen angeordnet habe, weil er ja auch mal früher oder später erschossen werden würde, während Seidl zynisch äußerte, man könne die Leute doch nich: wieder lebendig machen. Erst auf einen Vorhalt eines Dritten hin hat er dann auch in den Taschen der Erschossenen nach Noske-AuSweisen suchen lassen, bzw. nach irgend- Erleuchtung. 70f Roman von Henri Barbusse. Verdeutscht von Max Hochdorf. Endlich holt mich Maria eines Morgens ab. Ich soll in- zwischen nach Hause gehen und warten. Sie findet mich im Krankenhaushofs das Krankenhaus ist früher eine Schule gewesen. Ich sitze auf einer Bank unter der Stundenuhr. Das ist nämlich der einzige Winkel, bis zu dem ein Sonnenstrahl vordringen kann. Während ich unter einer Gesellschaft von humpelnden Krüppeln und von Menschen, deren Stirne und Arme verbunden sind, herumsitze, gehe ich meinen Gedanken nach. Die Kameraden sind bunt ausstaffiert und zerfetzt; auch ihre Kleidungsstücke sind krank. Ich verlasse diesen Hof, in dem mir so viele Wunder zugestoßen sind. Ich danke dem Krankenwärter, ich sage ihm Lebewohl und folge Marien. Der Vikar in unserer Kirche ist Sanitätsunteroffizier. Er sagt uns wiederholt, daß er die Leiden der Soldaten wie alle übrigen Geistlichen heilen will. Maria fragt:„Du sagst ihm nicht Lebewohl?"„Nein!" antworte ich. Dann brechen wir wieder auf, um dem Leben entgegen- zugehen. Wir durchschreiten einen schattigen Weg. Dann kommt die Hauptstraße. Wir marschieren langsam. Maria trägt mein Kleiderbündel. Himmel und Erde strömen zu- sammen. Eben und schweigsam ist die Erde. An dem Himmel dröhnt es nicht mehr wie von Kirchenglocken. Die Felder sind leer und abgeschnitten bis auf den Grund. Denn es ist ja Krieg. Und die Weglinie erstreckt sich geradeaus und nach Urväterweise. Und ich, ich bin ja geläutert, ich bin ja schlichter und hellsichtiger geworden. Und trotzdem verwundert mich dieses Schweigen, und die Stille erregt mich. Aber ich sehe alles in seiner kalten Nüchternheit. Ohne Hülle und Nebel sehe ich alles. � Es ist mir. als trüge ich in mir eine große, un- geahnte Vernunft, die noch ausgenützt werden muß. Wir wohnen nicht weit. Bald sind wir wieder schritt- weis bei alledem, was einstmals gewesen ist. Da wir näher kommen. zeigen und benennen sich die Einzelheiten vor unseren Augen mehr und mehr. Da, diesen Baum, der von Steinen umrahmt wird, ich kenne ihn ja. Ich. kenne auch diese verlassenen und schon baufälligen Scheunen. Ich stoße sogar auf Erinnerungen, die sich in den winzigen Gehegen der Chausseesteine- versteckt halten. Aber Maria beobachtet mich mit einer unerklärlichen Spannung. Plötzlich fährt sie zusammen und sagt:.Du bist ja so eisig I"" Ich erwidere:„Nein, nein I" Wir machen halt, um uns auszuruhen. Wir esien etwas in einem Wirtshaus und als wir in die heimischen Straßen einbiegen, ist es schon Abend geworden. Maria deutet auf einen Mann, der an uns vorbeigeht: „Herr Rampaille ist im Kriege ordentlich reich geworden." Dann schwebt eine Frau vorbei, die in weiß und blau gekleidet ist. Sie verschwindet an einer Hausecke. „Das ist Antonia Vsron. Sie ist beim Roten Kreuz gewesen.< Sie hat im Kriege eine Auszeichnung erhalten." Und ich sage:„Ja, alles ist anders geworden." Jetzt stehen wir vor unserem Haus. Die Entfernung, die zwischen der Straßenbahn und unserem Hause liegt, kommt mir viel geringer vor als es gewöhnlich der Fall war. Der Platz vertäust sich plötzlich. Er scheint enger und kürzer zu sein als früher. Ebenso scheinen alle Erinnerungen an mein einstiges Leben zusammengeschrumpft. Dann das Haus selber, dann die einzelnen Räume. Ich steige hinauf, ich steige wieder hinunter. Maria verläßt mich nicht wieder mit ihrem Blick. Ich erkenne alle� Dinge. Ich erkenne selbst Dinge wieder, die ich früher gar nicht gesehen habe. Niemand außer uns Beiden weilt in diesem Hause. Und die Nacht sinkt nieder, als wenn die Menschen sich ver- einigt hätten, um noch die Begegnung mit diesem Manne zu vermeiden, der nun zurückkehrt. Endlich sagt Maria:„So. nun sind wir wieder daheim." Wir setzen uns hin, wir blicken uns an. „Was werden wir tun?" so fragt einer. Die Antwort:„Wir werden leben." Wir werden leben.-- Ich denke nach. Maria blickt mich verstohlen an. Auf ihrem Gesicht liegt dieser geheimnisvolle, ängslliche Ausdruck, unter den ich mich beugen muß. Ich bemerke die Vorsicht, mit der sie mich betrachtet. Dann bedünkt es mich, daß ihre welchen Schuld beweisen gegen die beiden. Es tpurde jedoch nichts gefunden. Danach wurde Professor Berger, der ein Plakat der Räteregierung abgerissen haben sollte, in das Gymnasium einge- liefert. Auch er wurde nicht vernommen, sondern es hieß:„Er ist auch einer von der Bande." Als dann am Nachmittag Seidl die Auszahlung ßer Löhnung vornahm, wobei er zur Unterstützung seiner vorher vorbereiteten Flucht bereits den dreifachen Geld- betrag, der zur Auszahlung nötig war, zur Hand� hatte, kam der Befehl vom Oberkommando, zunächst 22 Geiseln für die angeblich in Grünwald erschossenen 11 Roten Sanitäter zu erschießen. Seidl erklärte, dazu brauche er einen schriftlichen Befehl und erhielt den Bescheid, daß dieser unterwegs fei. Inzwischen war Eglhofer offenbar selbst ins Gymnasium gekommen und außerdem der schriftliche Befehl durch die Angeklagten P i ck und Pürzer von Eglhofer aus dem Kriegsministerium ins Gym- nasium gebracht worden. Beide haben zugestandenermaßen den Befehl vorher durchgelesen. Seidl und Hanßmcmn erklärten in diesem Augenblick:„So, jetzt haben wir es auch schriftlich" Dann scheint Seidl noch eine Unterredung mit Eglhofer gehabt zu haben und sagte zu Hautzmann: „Jetzt können«ir's mache«, wir haben es mündlich und schriftlich." Hautzmann war damit ernverstanden und bestimmte Gsell, ihm mit einem Schreibblock zu folgen. Kick, Pürzer und Hesselmann beteiligten sich dann an der Auswahl der Geiseln, und Hesselmann schrieb bei jedem»Erschie- ßen" dahinter. Die Angeklagten beteiligten sich ferner an der Abführung der einzelnen Gruppen in den Hof. Während es nur einer Geisel namens Donerbauer gelang, die Entlassung durchzu- setzen, wurden die übrigen Geiseln in der Zeit von 4 bis i46 Uhr nachmittags erschossen. Der Angeklagte Seidl weilte während die- ser Bluttat in seinem fast unmittelbar über der Richtstätte gelege- nen Arbeitszimmer. Dorthin wurde in der Zwischenzeit der Prinz Thum und Taxis gebracht, der um eine nochmalige Vernehmung ersucht hatte. Der Angeklagte Seidl ließ ihn jedoch, obwohl der Prinz Inhaber eines Schutzscheines des Revolutions-Tribnnaks war, wieder abführen und erklärte hinterher, er habe jetzt keine Zeit. Auch bei dieser zweiten Erschießung hat der Angeklagte Schicklhofer die Soldaten ausgesucht. Auch diesmal wurde es ihm nicht leicht, da von den mehreren hundert Soldaten sich die meisten weigerten. Er mutzte schließlich an eine eben von der Front zu- rückkehrende Gruppe herantreten, doch haben auch einige der An- geklagten mitgewirkt. Fest steht vor allem, datz die Angesagten Lermer, Hanne, Huber, Riedmeyer, Josef Seidl, Fehmer und Pürzer erbarmungslos ihre grausige Freude an der gräßlichen Bluttat zur Schau getragen und, wie der Fall des greisen MalerS Beider und der Gräfin Westarp zeigt, die Opfer zum Schafott haben schleppen helfen. Den Angeklagten Hanne, Huber und Riedmeher konnte eine Beteiligung an den Erschießungen nicht nachgewiesen werden. Ihre späteren Erzählungen lassen aber wohl erkennen. datz sie da» Borgehen gegen die Geiseln gebilligt haben. Hesselmann und Gsell übten die Kontrolle der zw Er- schießenden, waren also auch nicht dagegen. Damit ist die Be- teiligung aller Angeklagten bis aus Petermaier, Bölkl und Schmittele erwiesen. Zur Aburteilung dieser Sache ist das Polls- gericht zuständig. Es haben in beiden Fällen der Erschießung die Angeklagten Seidl und Schicklhofer durch gemeinsames Zusammen- wirken die gleichzeitige Tötung der 16 Menschen herbeigeführt. Seidl und Schicklhofer waren von vornherein von dem T ö t u n � s- torsatz beseelt, um die wankende Herrschaft der Räteregie- rung dadurch zu stützen. Beide setzten die von Egl hoset, Levien und Levine-Nissen verfügte Erschietzung der Geiseln mit Vorsatz und Ueberlcgung durch Sie können sich auch nicht darauf hinaus- reden, datz sie von ihren hochgestellten Hintermännern dermaßen bceinflutzt worden feien, datz sie keinen eigenen Willen mehr hatten, sondern sie führten die Tötungen auch durch zur Befriedigung ihrer eigenen Rachegelüste. Auch die anderen Angeklagten sind bei den Erschießungen mit Vorsatz und Ueberlegung dabei gewesen. Die Tötung der 10 Geiseln erfolgte dhne oen Schatten irgendeines Rechts. Sogar unter Verletzung derjenigen Regeln, die sonst bei der Räteregierung üblich waren und in Formen, wie man sie sich schrecklicher und abscheulicher nicht denken kann, da eine Tat der Herrschsucht, der niedrigsten Rachsucht und gemeinsten Verbrecher- Instinkte vorliegt. ES werden deshalb die genannten Urteile gefällt. Bei der kaum zu übertreffenden Scheußlichkeit der Tat gegen- über unschuldigen Menschen, darunter einer harmlosen Frau und einem ehrwürdigen Greise, hält das Gericht für Kick und Genossen die Höchststrafe von 15 Jahren Z uch th a u s und die Aberkennung Augen von Tränen gerötet seien. Ich aber denke an da Krankenhausleben, das ich eben verlasse, und ich denke an dt graue Straße, und ich denke an die Schlichtheit, die in allen Dingen ruht. « Schon ist ein Tag dahingegangen. An einem Tage hat sich die ganze Vergangenheit wieder aufgebaut. Ich bin wieder geworden, was ich einmal ge- Wesen bin. Ich bin nur nicht mehr so stark und so ruhig, wie ich einstmals gewesen bin. Es ist, als wenn sich gar nichts begeben hätte. Aber die Wahrheit ist schlichter als sie früher gewesen ist. Ich erkundige mich bei Maria nach dem einen und dem anderen, und ich frage sie aus. Maria sagt:„Du fragst immer: warum? Wie ein Kind ftagst Du immer!" Doch ich spreche nicht viel Eigenes.-- Maria müht sich eifrig um mich. Sie hat ersichtlich Angst vor meiner. Schweigsamkeit. Da ich lange vor ihr da- sitze, ohne ein Wort herauszubringen, sehe ich. wie sie ihr Ge- ficht in den Händen begräbt. Dann schluchzt sie auf, und sie fragt:„Was hast Du denn?" Ich zaudere mst der Ant- wort.-- Dann antworte ich, um doch wenigstens etwas zu sagen: „Es bedünkt mich, ich sehe alle Dinge nur so, wie sie i« Wirklichkeit sind." Maria sagt:„Armer Junge!" Und sie weint weiter. Diese verwirrende Kümmernis rührt mich.... Es ist wahr, alles ist körperlich sichtbar, was hier vor mir steht und' liegt. Aber es ist doch, als wenn man die Wirklichkeit davon abgeschält hätte. Ich habe das Geheimnis verloren, das dem Leben seinen besonderen Schein gewährt. Vor mir hält keine Täuschung mehr Stand, die nur entstellt. die nur verhüllt. Mich spornen nur diese innere Glut und dieses blinde, unüberlegte Aufbäumen, die den Menschen von Stunde zu Stunde und von Tag zu Tag weiterhetzen. Und dennoch, ich werde das Leben borten wieder auf- nehmen, wo ich eS liegen gelassen habe. Ich stehe wieder fest auf den Beinen. Ich werde stärker und stärker. Ich bin noch keiner, mit dem es schon zu Ende ist. Ich bin noch einer. der von neuem beginnen muß. Gorts. folgt) Fer dürg«rIicheÄ Ehrenrechte sowie die©fOtam nwtez Polizeiaussicht für durchaus angemessen. Für ein Verschulden der dre i letzten Angeklagten Peter maier, Sch mittele und Völkl�ergibt sich kein genügender Anhaltspunkt. Sie sind deshalb freizusprechen. Der Angeklagte Peter maier, der beschuldigt war, die Resolution mit einem eigenhändigen Vermerk an Seidl weitergegeben zu haben, ist in einem Vorverfahren wegen Bei- Hilfe zum Hochverrat bereits zu 1 Jahr 6 Monaten Festungshaft verurteilt und mutzte deshalb ausgeschieden werden. Damit hat die Verhandlung ihr Ende erreicht. Während das Gericht den Saal verließ und die Zuhörer durch Militär und Poll-, zei aus dem Saal gewiesen wurden, kam es noch zu dramatischen Szenen zwischen den Angeklagten. Der Hauptangeklagte Seidl erklärte: '„Das ist hier dasselbe Theater wie seinerzeit bei uns im Gym- nasium. Hier wie dort fand keiner sein Recht." Ein anderer An- geklagter rief Seidl zu:„Bruder, so sterben wir alle zusammen!" Zu dem weinenden Angeklagten Hesselmann gewandt, rief Seidl hinüber:„Der grötzte schuft in dem, Prozeß bist du gewesen!" Darauf stürzten die Angehörigen der Verurteilten in den Saal, und es gab viele Tränen und Verwünschungen. GroßSerlln Die Versammlungen vom Mittwochabenü. Nachträglich wird uns noch berichtet: Charlottenburg. Der grotze Saal des Volkshauses war bis auf den letzten Platz gefüllt. Brausender Beifall lohnte den Redner. (Name fehlt.) In der sehr lebhaften Diskussion betätigten sich Jacobson sK. P. D.) und Döbbecke(U. S- P.) in rein nnpasfiver Kritik, wie gewöhnlich. Unseren Genossen in der D'skussion sowie dem Referenten in seinem Schlußwort war es ein leichtes, diese Phrasen zu widerlegen. Zum Schluß forderte Gen. Katio zur Agitation für Parteipresse und Wahlwerein auf. Friedrichshagen. Referent Gen. F e u d e l wurde hin und wie- der unterbrochen von Zwischenrufen der Kommunisten und U. S. P. In der teilweise sehr stürmischen Diskussion wurde auch von Red- nern unserer Seite Kritik an dem Gesetz geübt, z. B. an der Zu- sammensetzung der Schlichtungsausschüsse. Wählbarkeit zu den Betriebsräten, die eine Karenzzeit von sechs Monaten vorsieht. Der Beifall,, den der Referent bei seinem Schlußwort erhielt, zeigte, daß die Besucher der Versammlung im Prinzip mit dem Gesetz einverstanden sind. Nowawes. 6 Teilnehmer, Referent Gen. Matern. Die Mehrzahl der Erschienenen waren Unabhängige, die einen Kor- reserenten bestellten und eine Resolution annahmen. Treptow. 700 Besucher. Gen. Ramsbrock referierte. Be- weis, daß der Referent das Richtige getroffen hatte, war die stür- mische Unterbrechung der Unabhängigen. Ihr Versuch, die Ver- sammlung zu sprengen, mißlang. In der Diskussion, an der sich alle Parteien beteiligten, wurde auch von unserer Seite scharfe Kritk? an dem Gesetzentlvurs gelllä. Infolge der langen Dauer der Versammlung hatte sich ein großer Teil, etwa 200 Personen, entfernt, so daß unsere Resolution mit einer knappen Mehrheit von 10 Stimmen abgelehnt wurde. Eine von den Unabhängigen eingereichte Resolution für Däuinigs Rätesystem wunde eben- falls mit einer Mehrheit von 17 Stimmen abgelehnt. Stralau. Vor dichtgesülltem Saal referierte Gen. Mark- Witz in ausgezeichneter Weise. Die Unabhängigen tobten. Die Entschließung wurde von unseren Genossen angenommen. Lichtenberg. Das Referat Sassaus fand allseitigen Beifall. Kommunistische � Verneinungsredner wurden von den Gen. Arndt und Otto widerlegt. Das Schlußwort brüllten die unabhängigen Einheitshelden nieder, was aber die Annahme der Resolution mit überwältigender Mehrheit nicht hinderte. ' unfähig«« Jt-C-�S-�FSHtung feg HennigSfe-rfer Arbekksr. D i e S. P. D. lehnt« auf Wunsch ihrer Wählerschaft ein Zusammengehen mit den in Hennigsdorf beson- der? reaktionären Bürgerlichen ab. Veranlaßt durch die Kurzsichtigkeit der U. S. P. wurden nun folgerichtig— da dir Bürgerlichen ja schon einen ihrer Kandidaten bei der U.--S.-P.- Liste sicher geborgen wußten und ihre Stimmen also frei hatten — als Schöffen gewählt: 1 Bürgerlicher, von der demokra- tischen Liste und 1 Bürgerlicher und 1 U. S. P. von der U.-S.-P.-Liste. Einschließlich des U--S.-P.-Gemeindevorstehers stehen jetzt den beiden sozialdemokratischen Stimmen 2 bürgerliche Stimmen gegenüber. Oder richtiger, st« stehen sich eigentlich nicht gegenüber. Denn allein schon Herr Krecke ist Gewähr dafür, daß die Führung in feinen Händen liegen wird. Man kann sich denken, wer künftig in Wirklichkeit die Gemeindegeschicke lenkt.„Revolution" und Re- aktion Arm in Arm. Ein schmachvolleres Bild läßt sich kaum denken. Der 11. S. P. aber gratulieren wir zu solch Herkfor ragender Führung der Arbeiterklasse!_ Ei« erster Erfolg« Die Angelegenheit des Sekretärs Lehmann vom statistischen Landesamt, die seit langem wegen ihrer grundsätzlichen Bedeutung di« Gemüter der Beamtenschast erregte, ist, wie uns gemeldet wird, durch das energische Eingreifen der Zentralarbeitsgemeinschaft für Beamte zu einem raschen und glücklichen Abschluß gelangt. Leh- mann war, wie erinnerlich, in seiner Eigenschaft als Obmann des Angestellten-AuSschusseS gemaßregelt und vom Amt suspendiert worden. Die von der Z. A. G. eingesetzte Kommisston prüfte an der Hand der Akten und durch persönliche Vernehmungen die Ange legenheit. Die Z. A. G. kam einstimmig zu der Hcberzeugiing daß Lehmann, der vom Minister des Innern als Obmann aner- kannt war, gemäß Z 14 der Verordnung vom 23. 12. 1318 nicht ge- maßregelt werden durste. Die Angelegenheit wurde persönlich dem Minister bei Innern vorgetragen. ES wurde eine Nachprüfung erreicht, und diese führte zu der Zurücknahme der bereits angeord- neten Erhebung der Anklage. Lehmann, der sich in der Erregung zu weit hatte hinreißen lassen, wird deswegen allerdings mit einer geringfügigen Geldstrafe belegt werden, auch mit Rücksicht au' anderweitige Differenzen in eine gleichwertige Stelle versetzt. Aber in der entscheidenden Frage ist. dank dem erwachten SolidaritätS- gesühl der Angriff auf die politischen Rechte der Beamtenschaft zu nichte gemacht._ Herausgabe von Flugblättern und neuen Zeitungen. Das Oberkommando Noske macht bekannt: Bei Anträgen auf ausnabmsweise Genehmigung von Flugblättern gemäß Verordnung des OberbesehlshoberS vom 22. August ist der genaue Wort- laut in vierfacher Ausfertigung dem Oberkommando vorzulegen. Bei Anträgen auf Genehmigung von Tageszeitungen und stereotypierten Druckschriften ist ein genauer Berich: deS Heraus- geberS beizufügen, aus dem die Tendenz und der be« a b s i ch t i g t e Inhalt der Zeitung und Druckschrift klar erficht- lich ist. Es wird ferner darauf hingewiesen, daß den Vorschriften deS § 6 des Reichspretzgesetzes zu genügen ist. Stkmmungsbilü aus öer U. S. p. Uns wird geschrieben: Es war kurz nach der Versammlung der 11.-S.-P.- und K.-P.-D.-Arbeiterräte in Berlin, in der mit Hilfe der Konununisten der Beschluß auf Rückzug der U. S..P. aus den Parlamenten gefaßt wurde. Einer unserer Genossen traf in einer Reinickendorfer Volksversammlung, die von der U. S. P. einberufen war, mit einem Mitgliede des„roten" VollzugSrates zusammen und besprach mit ihm die Konsequenzen diese? Be- schlusses. Er bekam folgende Information:„Der Beschlutz wäre nur zu begrüßen, denn in der Nationalversammlung k ä me die U. T. P. doch nicht zur Geltung und in den Gemeinde-Parlamenten würde die U. S. P. durch das Verhalten ihrer Anhänger blamiert." Dieses Urteil von e-inem, der es wissen mutz, verdient der breitesten Oeffentlichkeit bekannt zu werden Noch wertvoller aber ist es, dieses Urteil an einem Beispiel zu illustrieren. In Hennigsdorf besteht die Gemeindevertretung aus 7 11. S. V-, 2 S. P. D., 2 Demokraten und 1 Deutschnationalen Bisher bildet« die sozialdemokratische Mehrheit eine Fraktions- Gemeinschaft, zum Besten der Gemeinde. Gegen den Führer der U. S- P. Dollibois wurde zwar von einem Teil seiner Genossen Sturm gelaufen, weil er in einer öffentlichen Versammlung die ?lnsicht geäußert hatte, daß bei der Zusammensetzung der Ge- meindevertretung eigentlich der Arbeiterrat überslüssig sei, und man sprach damals sogar von seinem Ausschluß, aber er hat durch sein neuestes Verhalten wahrscheinlich wieder Gnade ge- sunden. Vor kurzem stand der Gemeindevorsteher zur Wahl. Die S. P. D. trat entsprechend dem Stimmenverhältnis für die Wahl des Dollibois ein. Dieser erklärte, daß er die Wahl nur annehmen könnte, wenn er anch die Unterstützung der Bürgerlichen hätte, da er sich nicht für genügend durchgebildet halte. Dollibois wurde darauf Gemeindevorsteher! Bei richtiger Geschäftsführung mutzten ihm nun noch 2 Sozialdemokraten und 1 Bürgerlicher als Schöffen zur Seite treten. Das Stimmenvsrhältinis im Gemeinde- vorstand wäre dann 3 zu 1 gewesen und hätte eine gedeihliche Entwicklung zum Besten der Arbeiterklasse garantiert. Was sich aber durch die Verbohrtheit der U. S. P. bei der am Sonntag erfolgten Schösfenwahl abgespielt hat, ist geradezu klag lich Mxgerlichen beanspruchten unter 3 Schöffen«ine« Platz. Die S. P. D. erhob demzufolge auch auf einen Schöffen Anspruch Jeijt rückte die U. S. P. mit einer Erklärung heraus, daß sie wohl mit Bürgerlichen, aber niemals mit Mehrheitssozia- listen zusammengehen könnte. Das war gleichzeitig die Sprengung der Fraktionsgemeinschaft. Und was nun folgte, war offener Per« rat an der Arbeiterschaft und Fälschung des Willens der Wähler. Die U. S. P. stellte cinc Kandidatenliste ans, an deven Spitz« der erzreaktionäre A-E.-G.-Dircktor Krecke gestellt nmrde, ein von der Hennigsdorfer Arbeiterschaft scharf bekämpfter Mann, auf dessen Anstoß erst kürzlich— gegen das Gesetz—die ArbeiterauS- schaffe in ihren Rechten erheblich beschnitte« worden sind, dank der Zum Lädenstreik. Gegenüber dem Ergebnis der von der Firma ebrüder Gr oh veianstaltelen Untersuchung halten unsere Gewährspersonen die Angaben vollkommen aufreibt, daß in der er- wähnten Groh- Filiale Nichwnterzeichnern der Protestliste gegen die Zwangswirtschaft der Verkauf nichtrationierter Waren verweigert wurde. Mitteilen wollen wir noch, daß die Firma Gebrüder Grob von uns mit der Drohung eines Vorgehens gegen den„Voewäris die Nennung unseres Gewährsmannes, also eine für eine Redaktion ehrlose Handlung, zu erlangen gesucht hat.> „Eine Ohrfeige für de« BorwörtS" betitelt sich eine Notiz in der„Freiheit" vom 17. Sept.(morgens). Dieie angebliche Ohrfeige soll darin bestehen, daß die Ortsgruppe Cbarlottenburg des Bundes der Kriegsbeschädigten gegen die Aufnahme eines Versamm lungsberichtS, abgedruckt im„Vorwärts" vom 7. Sept. unier der Ueberschrift„Massenprotest ohne Massen", protestierte. Die Chor lottenburger Gruppe hatte uns zunächst ihren Protest zugeschickt, wir ihn aber der Groß-Berliner Zentralstelle desselben Bundes zweck? weiterer Feststellung übergeben. Von dort haben wir einen weiteren Bescheid nicht erhalten. Festgestellt muß aber immerbin noch werden, daß auch die„Freiheit" es nicht wagt, die Richtigkeit deS Berichts zu bestreiten. Jetzt erhalten wir aber von dem Ein- sender des Bericht«, einem langjäbrigen Parteifunktionär, der lins als zuverlässig bekannt ist, in dieser Sache eine Zuschrift, wonach alles, was in unserem Bericht enthalten tüar, der Wahrheit entspricht und auch Zeugen dafür vorhanden sind. Unser Gewährs mann nimmt an. daß keiner von den Genossen des Reichsbundes diese Versammlung besucht hat, denn sonst wäre ihnen der Bericht nicht etwa zu scharf, sondern eher noch zu sanft erschienen. Hat man doch nicht einmal den Reichsbund für würdig gehalten, mit den Internationalen zusammen für die Freilassung TiedtS einzutreten. Im übrigen mögen die Cbvrlottenburger„Reichsbund"-Mitglieder es beurteilen, daß ihre Gruppenleitung sich an daS Organ des Internationalen Bundes wendet, damit diese« den„Vorwärts" be schimpfe, der den Reichsbund stets zu unterstützen bemüht war und bleibt. Wenn die.Freiveit" keine anderen Ohrfeigen erhält, wie diese angeblichen, könnte sie glücklich sein. »nkündigungeu von Betriebsversammlungen, Gemeindevertretung« und Brbeiterratssitznngen können wir nicht auch noch veröffenrlichen. Der lokale Teil de«„Vorwärts" kann doch nicht ausschließlich aus Versammlungsanzeigen bestehen. Betriebsangehörige brauchen auch nicht erst aus der Zeitung zu erfahren, daß eine Betriebsversamm- lung stattfindet. Wohnungen für Abgeordnete sind in erfreulich großer Zahl zur Verfügung gestellt worden. Bescheid wird den Genossen erst zu- gehen, wenn die preußischen und Reichstagsabgeordneten in Berlin eintreffen, voraussichtlich zwischen dem 20. und Sv. September. Heute juristisch« Sprechstunde von 3 bis ö Uhr. Anonyme Anzeigen an daS mit der Verfolgung verschobenen HeereSguteS beauftragte Referat„Erfassung" des Reichsverwertungs- omteS. Französische Str. 55/56 machen vielfach die Verfolgung der Einzelfälle unmöglich, da in der schriitlichen Anzeige Wesentliches sortgelassen ist, Die Anzeigenden vereiteln infolgedessen selbst das von ihnen gewünschte Resultat und machen im übrigen auch die Auszahlung der ihnen zustehenden Belohnung unmöglich. Berlin Wild-West. Ein unglaublich dreister Banditenstreich, wie man ihn bisher nur aus der oberschlesischen Grenzgegend gekannt hat. ist in Berlin verübt worden. Bei dem aus Russiich-Polen stammenden Kaufmann Simon Wolf, Charlottenburg. Passauer Str. 11. erschienen fünf Männer, von denen einer die Uniform eines Schutzmanns trug, und nahmen, angeblich wegen Spionageverdachts, eine„Haussuchung" vor. Dabei fielen ihnen etwa 272 000 M. bare« Geld und einige Werl- fachen in die Hände. Damit nicht genug. Von zweien der Banditen wurde Wolf nun in einem bereitstehenden Auto unter ständiger Bedrohung mit geladenem Revolver nach der Jungsernheide transportiert und dort zum Aussteigen gezwungen, worauf das Auto davonraste. Wolf, der mit zu den größten Spielern Berlins zählt, soll stet« Summen bis zu einer halben Million Mark bei sich geführt haben. Es liegt die Vermutung nahe, daß LandSlente Simons, die seine Verhältnisse kennen, als Täter in Betracht kommen. Em weiblicher Einbrecher, die eheverlassene Hedwig K l e i n e r t. die ausschließlich von Diebstählen und Einbrüchen lebte, wurde in Neukölln verhaftet und dem Amtsgericht eingeliefert. Wer ist der Tote? Au« der Spree gelandet wurde gestern vor dem Grundstück Gröbenufer 5 ein unbekannter junger Mann von etwa 18—25 Jahren. Er scheint ein Bootsmann oder ein Heizer von einem Dampfer gewesen zu sein. Für 180000 M. Schmucksachen und Kleidungsstücke erbeutete ein Einbrecher vorgestern abend in der Barbarossastraße, während die Wohnungsinnhaberin im Opernhause war. Die Wäsche ist S. X. ge- zeichnet. Unter den Schmucksachen befinden sich Perlen-Ohrringe, PerlM-CaLi««, MtiUnatmbänitt, Borstecknadeln usw.— Einbrecher plünderten in der Oranienstr. 188 eine Arbeiter« Wohnung aus, sogar die ganze Ausstattung des schlafenden ISmonatigen Kindes stahlen sie, ebenso die Kleider und Stiefel der Eltern und selbst die Mandoline. Schmalzschiebung. Aus dem Güterbahnhos Steglitz wurde durch Polizciwachlmcister Grundmann ein Waggon mit 36 Faß Schmalz beschlagnahmt: dasselbe war als Waschmittel deklariert. Ein geheimnisvoller Altendiebstahl. Der Fabrikbesitzer K. aus Bochum wurde in Berlar von seinen vorgeblichen Geschästsfreun- den in schwerbezechtem zustande der Geschäftspapiere beraubt und auf dem Steinplatze in Charlottenburg ausgesetzt. Die Täter haben dagegen eine Handtasche aus Krokodilleder(Kupceko ff erform) so- wie seine sämtlichen Schmuck- und Wertsachen unberührt gelassen. Nicht ausgeschlossen erscheint die Annahme, daß es sich hierbei um eine Art Wirtschaftsspionage handelt, die unseren Fein- den das Material zur Nachahmung deutscher Fabrikate in die Hand spielen soll. Für die Ermittelung der Täter hat der Be- raubte eine namhafte Belohnung ausgesetzt. Eine Bitte dentfcher Gefangener. Heinz Meyer, Kompagnie P. ffi. Nr. 499, R. L. par Laon sZlisne), Frankreich, bittet hauptsächlich um Christ- baumschmuck und Lichte sür die Weihnachtsfeier. Konzert des Bezirksbtldungs auslchusses. Morgen Sonnabend, abends 8 Uhr, findet in der Aula deS Königstädlischen Realgymnasiums, Berlin, Elilabethstr. 57/58, das e r st e Konzert des BezirkSbildungS- auSlchusseS statt, und zwar in Form eines Volksliederabend S. Mitwirkende: Herr Dr. Äuttmann(Vortrag), Frl. Tillh Elfe P i e s ch e l (Lieder zur Laute), Herr Emil Kühne(Rezitation), die a-copelI»-Dcr- einigung des BcUiner BollSchorS(Gelang). Das Programm ist sehr gut ausgewählt und oerspricht einen genußreichen Abend. Einlaßkarten a 1 M. find zu haben: Buchhandlung Vorwärts, Lindenstr. 2: Zigarrengelchäst Horsch, Engclufer 15; Wollstein, Lietzmannstr, 5; Bezirksorganiiation, Bellevuestr. 7. Weitere Abende werden solgen. Die Kroß-Berliner Arbeiter- schaft wird zu zahlreichem Besuch dieser wertvollen Veranstaltungen eingeladen. Erwcrbsloseufürsorge. Ab 22. d. befindet sich die Keschästs- und Zahlstelle Nr. 12. umsassend die Stadtbezirke 122-138, 18Sa. 189d, 189f und 194—201, im Schulgebäude Memeler Str. 24/25. Das Zentraliustitnt sür Erziehung und Unterricht hat mit Hilfe deS Verbandes Deutscher Zkinderborte eine AuskunstS stell« ein> gerichtet, die die Entwicklung der Schulkindersürsorge sammelnd und registrierend versolgen wird. Aus Grund dieses Materials werden Auslünite unentgeltlich an Behörden. Vereine und Persönlich- leiten erteilt. Eine Auswahl werlooller Berichte. Richtlmien und Beschreibungen wird m Form von Lethmappen— Abbildungen vorbildlicher Einilchlungen als Glasbilder— erhälttich sein. Sprechstunden täglich von 11—1 Uhr, Potsdamer Str. 120. Neukölln. Ein Kinder- und Jugend-Sport- und Spielfest ver- anstaltet am Sonntag die Freie Turnerichast. Mittag? 1 Ubr sührt die Turnerlapelle den Festzug vom Rcuterplab zum JubilöumS-SportpIatz w der Grenzallee Den Massenfreiübungen solgen in bunter Reihe Spiel und Sport., Cöpcnick. Freitag, den 26., 8 Uhr: VollSkunstabend im Stadttheater, Friedrichstr. VorzugSkartcn 1.25 M. für Partei- und GewcrkschastSmitglieder bei Bißler, Kieker Str. 6(Laden) und bei den Funktionären. An der Abendkasse 2 M._ Grost-Berliner Lebensmittel« Steglitz. 18.— 20. d. M. 300 Gramm Graupen(79). 250 Gramm Marmelade und 250 Gramm Kunsthonig(62). 500 Gramm Kakao für werdende Mütter(22). 1 Tasel Schokolade(100 Gramm). Oliariendorf-Südende. 500 Gramm ausl. HüOcnfrüchtc(38) bis 21. September. 300 Giamm Reis, 500 Gramm Teigwaren. 500 Gramm ausl. Hülsenfrüchte auf nichwerwertete Abschnitte 43, 44. 58, 66 und 69. Pankow. Ab morgen Sonnabend 500 Gramm Marmelade(68 und 71). Ab 22. September 3 Päckchen Milchsützipeise(82). Groß-Serliner Parteinachrichten. 3. bis 8. Abt. Zu dem am Sonntag stattfindenden Volksfest in der Patzenhoscr-(früher Bockbrauerei), Fidicinftr. 1—3, find Einlaßkarten zu 1 M. in den Bczirkslokalen und am Sonntag an der Kasse erhälttich. Kasseneröffnung nachmittags 2 Uhr. 33. Abt. Heute Abend, 7ll,: Funktionärsitzung bei Kattberr, Gleimslr. 45. Mitgliederverzeichnisse mitbringen. Gutscheine zur Bor- Nellnng im„Walhalla-Theater" am 22. September bei Johann Vogel, Kopenhagener Straße 14. 4L.. 43., 4<». bis 48. Abt. Sonnabend, 27. September, im „Krislallpalast", Sellerstr. 35: Herbstjest. Karten bis zum 23. d. M. bei den Bezirlssührern, dann nur bei Senkel, Utrcchter, Ecke Tliriner Straße 31. Abt. Heule abend 7'/, Uhr, Zusammenkunst sämtlicher FunIIionäre bei Goldschmidt, Stolpische Straße. Ntarienvorf-Düdrnde. Sonntag, den 21. d. Mts., Familien- a u S f l u g nach B l a» k c n f c I d e. Abfährst vom Bahnhof Moriendors 8", Mariensclde 8" bis Mahlow, von dort nach Blantenselde, Restaurant Schröder. Für Nachzügler nachmittags von Mariendors 2�, Marienfelde 2�'. Auch sür Mitglieder unserer Jugendscttion. Bereinigung der Beamten, Angestellten und Hilfskräfte der Gemeinden Grost-BerlinS. Heute Freitag. 6>/, Uhr, Vertrauensmänner-, um 8 Uhr'Mitgliederversammlung im Berliner Rathauie, Zimmer 109. Tagesordnung: Aenderung der Organisation. Parteigenossen aus Kollegen« kreisen als Gäste willkommen. vortrage, vereine unö Versammlungen. Bunt der»cchn. Angestellten und Beamten, Ortsgruppe Nord- West 1. Heute abend 71!, Uhr im Patzenhofer. Turmstr. 25/26. Versamm- lung.— Freier ilüander-Bund. Tour 1: 20/21. September, Friedrichs- Wälde. Nachtlager Poratz, Sleinhöfel, Wttmersdors. Abiabrt 8 Uhr abends Stetliuer Fernbahnhos. Eberswalde umsteigen. Führer Zeppmeisel. Tour II: Lebnitz, Grabowsee, Oranienburg. Abfahrt Stettiner Vorort- babnhos Sonnlag früh 6 Uhr 30 Min. Führer Pähl. Kinderwanderung nach Grünau. Absohrt Sonntag 7 Uhr 4 Min. Schlesischer Babnbos. Treffpunkt Bahnboj Grünau. Am 26. September Mitglicdeivcrsammluug. Vortrag über Tuchener Heide.— Arbeiter-Radfahrer-Bund„Soll- darität". Ortsgruppe Wilmersdorf. Sonnlag nach Strausberg „Hungriger Wolf". Abfahrt 7 Ubr morgens.— Arbeiter-Radfahrer- Berein„Groß-Berlin". Sonntag früh 7 Ubr Grube bei Potsdam. Lokal von Krüger. Nachmittags 1 Ubr Wannsee, Fürstenhos. Start Marianne»- platz.— Bortrag. Morgen, Sonnabend,?>/, Ubr. Gen. Dr. Map Ap cl, Aula, Niedcrwallstr. 12, über den.Kamps der Vcnanschauungen in alter und neuer Zeil". Eintritt frei.— Zentralverband der HandlungS- zchilfen, Bezirke Wilmersdorf. Haleuiee. Schmargendorf. Sonntag Ausflug. Treffpunkt Bahnhol Potsdam 10 Ubr vormittags. Potsdam— Tcmplin— Caputh— Kräbenberg— Teltow, per Dampser nach Potsdam. Gäst« willkommen. Instrumente mitbringen.— Freireligiöse Gemeinde. Sonntag lO1/- Uhr im Festsaal des Berliner Stadthauses. Klosterstratz». Ecke Stralaucr Straße, Jugendweihe. Festvorlrag von Ernst Däumig.—• Arbeiter-Stenographen bund Jnterinstemal. Sitzung jeden Freitag, abends 7 Uhr, im Patzenhoscr, Fruchtstr. 71. Ansänger-Kursus nach Stolze- Schiel), Nachanmeldungen bis zum 26. September im selben Lokab Partei- genossen, Aibesterstenograpben, welche keiner Vereinigung angeboren, werden um ihre Adresse gebeten oder zu einer Besprechung heute, Freitag, und am 26., abends 7 Uhr, im Patzenhofer, Fruchtstr. 71. Mus aller Welt. Sturmflut. Ans New Dort wird gemeldet: AuS Austin in Texas wird berichtet, daß laut Nachrichten aus dem vom Sturm heimgesuchten Distrikten viele hundert Menschenleben verloren gegangen find. Um Plünderungen vorzubeugen, wurde» Truppen «ach den zerstörten Städten zur Aufnahme eines Patrouillendienstes abgesandt. Große Stucke der Eisenbahn find durch Sturm und Ueberschwcmmung mitgerissen worden. Die Leiche« von mindestens 1000 ertrunkenen Personen liegen am Strand der Nuecrs» Bah. Der Sachschaden wird auf 10 Millionen Dollar geschätzt. Riesenbrand von Oeltanks. Au« New York wird gemeldet: Am Sonntag ist bei der Standard-Oilkompagnie ein gewaltiger Brand aus- gebrochen, der noch forldauert. Am Montag explodierte der 25. Oelrank. Eine große Anzahl Feuerwehrleute wurde verletzt. Opernhans. Carmen* Anfang 6 Uhr. Schanspielhans. Gespenster. Anfang 7 Uhr. Direktion Max Reinhardt. Dentsches Theater. 7U.: Sonnabend 7 Uhr: Clavigo. * Kammersplele. 7 uhr: Unterwegs. Sbd. 7: Die Büchse d.Randora Theater>. d. KöniggrStzerStraße 7 Uhr: Kabale and Liebe. Sonnabend; Kameraden. Sonntag 3 Uhr; Musik. Abends: Kabale a. Liebe. Komödienhans b/48: Liselott von der Pfalz. Sonnt. 3 U.: Fünf Frankfurter. Volhshöhne uhn's Jungferngift ijessing-Theater Direktion: Victor Barnowsky. 7: Peer Cynt. Sonnabend 7,/j: Der Schöpfer. (Albert Bassei mann.) Sonntag 7V,: Der Schöpfer (Albert Bassermann.) Deatsches Kllnstler- Theater. 7>/,: Das Schloß am Wannsee. Sonnabend u. folg. Tage?>/,: Das Schloß am Wannsee. Berliner Theater VtS: Die Dame im Prack. Sonnt. 3: Die tolle Komless. Central-Theater J�DleSetiönstetcn Allen. Dentsc.hes Opernhaas tu.: BoltoannsEFzätilungen Friedr.-Wilhelmst.Tli. p/.uhr: Weinenile Eriien. Kleines Theater. 8 uhr: Snnnna Sununanun. Kl. Schauspielhaus. 7 u�: Krach. Komische Oper 7v. u.: liebeszauber. Sonntag 3'/. U.: Liebestauber. Linstspielhans 7»/4Uhr: So ein Müdel. Zletrvp«! Theater. 7 uhr 20: Die Fasehingsiee. Xeues Ouerettenhaus. 7i/,u.:DieDanie?offlMns. Schiller-Thent. Charl. �FlaetismannalsEraelier Thalia-Theater 7V:U.: jungler Soiuisnsehein Th. am 31 ollen dorfplatz ?-/. uhr- Die Puppe. Theater de» Westen» 7v. u.: Die Frau im Hermelin Sonnt. 3»,«: Die lustige Witwe. TheSter d. Friedrichstadt tv. u.; Vier Einakter. Wallner-Th enter Jh" Eine Ballnacht. Sonnt. 3.15 U.; Eine Ballnacht Residenz- Theater. Untergrundb. Klosterstraße, Stadtbahn Jannowitzbrücke. J'äSMiSÄMale Bas liiere LeBen. Komödie von Sudermann. Sonnabendnachm.t.kleinePr.: Hhnsel and Gretel. Sonntagnachm. 4, kleine Pr.: Gespenster. Trianon-Theater. Bahnnot FriedrichstraBe. Untergrundbahn Friedrichstr. rc H.r 363. Male ZZsr guteüuf Komödie von Sudermann. Sonnab. nachm. 4, kleine Pr.: Aschenbrödel. Sonntagnachm. 4, kleine Pr.; Johannlsfener. Walhalla-Theater. T1/« Uhr: Das Gesetz. Rose-Theater. 7'/. Uhr: Kleine Sklavin. Lnisen-Theater. Strandgut TV, Uhr täglich: Ibeni 8: Asclientiröilel. Sonntag 3 Uhr: Dorf und Stadt. Casino- Theater Lofhrlngerstraße. TägL'/.R U.: Großstadt-Pflanzen VolksstUck in 3 Akten. Vorher: Schwarzwaldbüble. Operettenakt m.ViktorLitzek. Dazu erstklass. Spezialitäten. Sonntag Vj4: Mädchenehre. Winter- Gatten Täglich?'/, uhn Variete-Spielplan Rauchen gestattet! saassim Max Marzelll Paul Stelnitz Walter Stelner Fritz Berger Carl Edler Röina v. Posiema Jersey u. Jullctte Ethel Card. Künstl. Leitung; Flaiow AmFIOgeLHenschel! Kapelle: Mandl Neumann. APOLLO THEATER Dir.: James Klein ) FriedrichstraBe 218 1 7'/, September f'/, j SonntJV. u. I MKisler Erich Rahn ) deutsch. PoiizeltehreH 1 überwält. selbst den L bestRingkämpfer iml jJiu-Jjtsu-Kampf f 4 Urbanis Ite best. Akrobaten j der Welt ? Hennings? 3 Mackweys die Urkomischen Mestrum | die komische Type Alrers& Partner Luft-Akt James Bäsch Humorist 3 Cartellas | berühmte Jongleur- Familie Fürst Universal-Akt 1 Sonntags S1/� jeder| Envachs. 1 Kind frei. Theater am KottbuserTor TeL: Moritzpl. 14814. Z1/. Uhr und Sonntag nachm. 3 Uhn Elite-Sänger Seidel, Ruselli, Schubert. Horst, O. Schräder etc. Neues Programm! Großer Lacherfolg! Sonnt, nachm. ermaß, Preise. I Kind frei! BIQthgen.Konzert i Beg.7 U. Reiclishafl.-TlieatEr TV. Uhr u. Sonntag i nachm. 3 Uhr- Stettin. Sänger nachm. halbePr. Reich»hallen»S.: Dönhoff-Breill. GlsS-ZM HasenHelh« 13 IS. UingewellZlreil Freitag ringen: Gebhar»(Neukölln) gegen Stolzen nialö(Meister von Deutschland) eDtscdeiliDDgsItäiDpkL Günther BordrlaiS gegen Nabrr(Ostdeutschland) Außerdem: Gl. WemevWel '' KWs ßlasinliglk mit Sreuzsehlag Richter gegen Kornah. Richter hat Romatz her- ausgefordert. Bon dem unparteiischen Schied». litt Herrn H. Slnbcutt für den Sieger in em Kampf»00 SR, g«. nt Sei diesem«ampf .. mmt als Sieger nur dir rohe Natur traft w Frage. Beginn d. Konzerts 4 Uhr, der Vorstellung S Uhr, der . Ningtämpse s Uhr. Vorher: Spezialitäten-Programm. am Bdl. Friedricbstr. Schleifenbahn Flgar-S-Babn Berg- nnd Talbahn Taifun-Rad iBippodroni-Noiilesse! Werktags ab 3, Sonnt. 4 U. LeXAriDEBSTRSSj Max Mafielil Reina». Posfema Paul Coradlnl Hansl Tischler Fritz Berger Karl Stöhr Am Flügel: Sagawe vünstl. Leitg.: Heinzius j Kapelle: Ebener lUIR« REGIE£RMSI£V3ETS€a ***€J** T M9€>£££** POIANE&m BARRY U£nTK£ £M/£JAH7VIJVG3 JEJD.v. MiMi-. LF mT3 M IZOMW Hcuc'ffitlfjarmonie [ üfitergrunaoEnnnc» jnseiorucKe. Mcker btrasse_ Okarina. Seemannsurlauti an Land Rose von StambuL Originalmusik mit Fritz! Massary. Circus Rusch ■■■•■MM»»»»»»» Tägl.?-/- Stg. ZV- u. 7i/t U. Die großen equestrischen und hyppologischen Darblctangen. Ein wirkl. Circus-Progr.!! tii: I Pot3damenrlrP2 E I Hochbahn Bülcwjlrl Zwei ITraniFührnngen MaEaria Die Sensation des Tages mit Ballett Charei. Melodien des Berzens Ada Svedin, tägl. persönlich in Ihrem Tanz Fröhlingserwachen von Mendelssonn-ßartholdy. I Vorverkauf In— 3! :mmmt mongpioD: früher Buggenhagen:: Dir.: Schwarzer Kater Persönliches auftreten von" Crnst Lubitsth und Ossi Gswalöa. Ferner das Niesen- variets- Programm. 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Bei Dienstunfähigkeit wird ein durch Ortsstatut geregeltes Ruhegehalt gezahlt. 129/1# Geeignete Bewerber werden ersucht, Ihre Bewerbungen unter Beifügung eines Lebenslaufes und der die Befähigung nachweisenden Zeugnisse an den Unterzeichneten— Kneiphöfisches Rathaus— bis zum 15. Oktober 1919 einzusenden. Königsberg I. Pr., den 16. September 1919. Der Stadtverordneten-Vorsteher. Martins, unsere in Mai druckerei(S. P. D.) mi Für ■en 1. W. neu errfchteie Hirlel» t Zeitungsverlag suchen wir einen Geschäftsführer möglichst gelernter Buchdrucker. Gewünscht wird eine nur tüchtige Kraft. Ausführliche Bewerbungen mit Gebalts- ansprachen und Angabe, wann frühester Eintritt erfolgen kann, sind bis zum 10. Oktober er. an den Parteisekretär Martin Hlrdes, Hagen 1. W., Steinstr. 12, zu richten. träftige, gesunde, werden eingestellt. 187 a* (I.«de, Inh. Herrn,«ade, Geldschrank- und Tresorbau, Reintckendors-Vst, Eammerstr. 10/21, am Schönholz. 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Wir alle, die ihn als Kämpfer für die Interessen der Angestelltenschatt kennen und schätzen gelernt, werden seine vornehme Gesinnung, sein gerades, liebenswürdiges Wesen stets in ehrendem Andenken behalten. Der Vorstand und Verband der Angestellten der Kleider-, Blusen-Konfektion und verwandten Artikel E. V. 3936b Heute abend 10 Uhr starb pidtzlich und unerwartet am 5>erzschiag mein lieber Mann, unser treusorgender Bater, Bruder, Schwager und Onlel, der Gastwirt Ernst Lange Im 34. Lebensjahre. Dies zeigen tiesbetriibt an im Namen der Hinter- biicbenen 39S3b Iba Lange geb. Sieberl nebst Kindern. Berlin. 17. Sept. ISlst, Bergmann str. 3. Beerdigung findet Man- tag, 22. September, nach- mittaas 4 Uhr, von der Kapelle des Ierusafemer Friedhofes, Bergmann- straße 45/47, aus statt. Alle« lieben Bekannten zur Nachricht, daß mein lieber Mann, mein guter Vater, der frühere Maurer Emst Evdröter nach kurzer, schmerzvoller Krankheit am 10. Erp- tember ISIS im 58. Lebensjahre entschlafen ist. dohanna Schröter Erltz Schröter. Bornstedt 1 31., 17. Sept. 19. Spezialarzt Dr. Ilaink. 10— 1, 3— 7, Sonntags U—t echzlger SkM 103. faf« ArledrlehskraB». Dr. Qrütering Spezialarzt. Invalidenstraße 35 Ecke ChausseestraBe am Stettiner Bahnhof.• 10-1.'/jS— Vi?. Sonnt 11—12. Spezialarzt Dr. med. Koeben. Erprobte und schmerzlose Behandlung* In Dr. Homeyer& Co. Konz. Labor, f. Blutunters. FriedFiclistr.81,�optik üljM. SS N. Ahaus' Spr. 10-1 u. 5-8, Sonnt 10-1. Separates Pamenzfmmer. Spezialarzt. Erfolgreiche Behandlung. Königstr. 34/36 Alexanderplatz.• 10—1, 5— 8, Sonnt 10—1. Snszislarzt Sanltfitsrat Dr. MQller, Friedrichstralie 190 U, Eingang KronenstraBe. Spr. 11-1, 5-7. Sonnt. 1I-I. Erfolgreiche Heilmethode.» Harn- und Blutuntersuchung. beseitigt prsÄHaussalbel jed. HautausschL, Flecht, I Hiutjuck.,bes.Belnschad., Krampfadern der Frauen[ u.dergl., in Originaldosen I 4.50, 7.50 erhältlich in der I „Eiefamen-Apotheke" I Berlin 213. 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JOenanfnahmen- werden in allen nnseren Verkaufs- stellen entgegengenommen.Wer für die Kommunalisiernng der Lebensmittelversorgung streben will, trete ein in unsere Organisation. Neben unseren bereits bestehenden 127 Verkaufsstellen steht die Eröffnung weiterer Verkaufsstellen bevor. Einkaufsmöglichkeiten sind also reichlich vorhanden. 107/18 Der Torstand. 107/18 Was ist Technische Nothilfe? Per Büttei der Profitordnung im Dienste des Unternehmertums? Nein! Elektrooiotore Gleichstrom:; Drehstrom kauft[• InnenieurliiirEau SelillciitiDg Berlin W 9. Llaksir. 10. Tel. Lützow 3705 und 8518, Isolierten Kupferdraht, Litzen und Wachsdraht, kauft höchstzahiend* Ingenieurbureau Schilchtlng Berlin W 9, Linkstraße 10 Tel.; Lützow 3705 und 8518. Slektro'jftotore und andere eltftrifdit Maienalien lauft• Elcktromcchanik Zentrum stutzest t. 18. Set: Alex. 4782 1 W»i> Met ZI JB. 2.80 lann ich nicht lieiern, wohl aber einen groß. Posten Leder- senfei. Ptobehnndert. 30 cm ig» zu M. 30,— gegen Nachnahme. 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