Nr.481. 36. Jahrg. Bezugspreis» VIeriellShrl. 9,— Ult, monatL gr-tOt fiet in» Saus, voran» zahlbar. Pvft» dezug! Monatlich S,— MI. rxkl. gu- liellungsgebUhr. Unter Ztrruzdand Wr Deutichlanb und Oesterreich. Ungar» SLZ MI., für da» Udrlg, Ausland l0L5 Ml., de t tilg ltch emma!. Zustellung iZi Ml. Postbeftellunge» nehmen an Diinemarl. Holland. Luxem dnrg. Schweden n. die Schweiz. Eingetragen w die Post-Z«irirng«-Vretsltste. Der„Bonmirrs" mit der Sonntag» beilage»Boll a. Zeit* erscheint Wochen» täglich zweimal. Sonntag» einmal. Morgen Ausgabe. Zilegramm-Adreff,: jSozlaldnnotrae Berlin-. Derlinev Volksblatt. ( 15 Pfennig) SluzeigeupretS: Di» achig eipaltene Nonparelllejeil, koste« IL» Ml. �Slalu« Anzeigen-, da» iettgedruclts Wort Sl! Pfz. izuliisstg t fettgedruckte Worte), i-des weiter« Wort W Bfg. Stellengesuche und Echlalftellenaiizetgen da» erste Wort U> Psg. lebe» wettere Wort Z0 Pfg. Worte Uder IS Buchstaden zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag Sv«/«. Familien- Anzeigen, oeliiisch« und gewerkschaftliche Verein».Anzeigen IJSO Ml die geile. Anzeigen wr Sie nächst« Nummer müssen dt» 8 Kchr nachmittag» im Hauptgeschäft. Berlin SW SS, Lindrnstrabe Z. abgegeben «erden. D-öffnet von s Uhr ftüh dt« d Uhr abend». Zentralorgan der rozialdcmohratifchen parte» Deutfcblands. Neöaktion und Expedition: SW. öS, Lindenstr. Z. srerniprcctier: Am« Morrtipla«. Sir. K-i» gtl— äZllv?. Deutfthlanö wirö nicht emgelaöen! Der Sekretär des Internationale» GcwerkschaftSbundeS Finnen erklärte in einer Unterredung, mit einem Vertreter des BlatteS ,�et Volk" bezüglich der Arbeiterkonferenz, die am R. Oktober in Washington stattfinden soll, auf Grund mündlicher und schriftlicher Mitteilungen, die dem I n t r r- nationalen Gewerkschaftsbunde zugegangen seien, habe man anfangs erwartet, daß die Deutschen und O e st er- reicher eine Einladung zu der Washingtoner Konferenz erhalten würden. Finne» sagte, er miisic jedoch jetzt zu seinem Leidwesen fest- stellen, daß der Ober st e Rat nicht geneigt zu sei» scheine, de« Deutschen und Oesterreicher» Einladungen zu senden. An- scheinend bestebe die Absicht, de« Delegierten der Zentral- mächte die Erlaubnis zu erteile«, als Privatpersonen nach Washington zu kommen, und es der Washingtoner Konferenz zu überlasten, ob sie diese Telegicrten zulasten wolle oder nicht. Wie Finnen mitteilte, stellen sich die englischen Gewerk» sch asten ebenso wie diejenigen Norwegens, Schwedens u»d Dänemarks auf den Boden der Entschließung des Amsterdamer Gewerkschaftskongresses, in der die Vertretung der Deutschen und Oesterreichcr auf dem Washingtoner Kongreß gefordert wird. Auch, die holländischen Gewerk- schafte» würden sich, obwohl noch keine endgültigen Beschlüsse gc- faßt worden seien, lediglich an diese halten. Die Entschließung des Amsterdamer Kongresses fei mit überwältigender Mehrheit ange- nommcn worden. Daher könnte nichts anderes erwartet werden, als daß auch die übrigen Gewerkschaften sich an sie halten werden. Deutschlanö an öie Entente. Den alliierten und assoziierten Regierungen ist von dem beut- schen Bertr-ter in Versailles folgende Note übermittelt trorkn: .Die Deutsche Regierung stimmt mit der in dir Note der alliierten und assoziierten Regierungen vom 11. September dat. gelegten Auffassung überein, daß, soweit die deutsche Verfassung und de: Friedensvertrag miteinander in Widerspruch stehen, die Berfassung nicht vorgehen kann. Sie hat bereit? erklärt, daß sie in Konsequenz dieses Standpunkts und indem sie die von den alliierten und assoziierten Regierungen verlangte Auslegung de? Artikels 80 des Friedensvertrags annimmt, den Artikel 61 Abs. 2 der deutschen Verfassung als kraftlos erachtet, solange nicht der VölkerbundSrat einer entsprechenden Aenderung der internationalen Lag« Oesterreichs zugestimmt hat. Sie hat nichts dagegen einzmvcnÄcn, diese Erklärung nunmehr in der Form abzu- geben, die in der Anlage der Note vorn 11; September vorgeschlagen worden ist. Zu diesem Zwecke hat sie den Unterzeichneten mit der gehörigen Bollmacht versehcn und ihn angewiesen, mit den Ver- tretern der alliierten und assoziierten Regierungen wegen des Zeit- Punkts der Vollziehung der Erklärung in Verbindung zu treten. Im übrigen sieht sich die Deutsche Regierung genötigt, zu den Ausführungen der alliierten und assoziierten Regierungen Folgen- des zu bemerken: Es ist eine Entstellung de? Wortlauts und Sinnes der Aus- führungen. der deutschen Note vom 5.'September, wenn gesagt wird, die Deutsche Regierung wolle die Auffassung vertreten, daß kein Artikel der Verfassung, wie sein klarer Wortlaut auch immer sei, mit dem Friedensvertrag im Widerspruch stehen könne, weil in der Verfassung ein anderer Artikel de» Inhalts stehe, daß keine ihrer Vorschriften dem Friedensvertrag Eintrag tun könne. Die Deutsche Regierung hat vielmehr die Bedeutung dc8 in Rede stehenden Artikels 178 der Verfassung dahin gekennzeichnet, daß er unter nndevem den Ztvcck habe, jeden etwa hervortretenden Widerspruch zwischen dem Wortlaut der Verfassung und den in ihrer Tragweite vielfach zweifelhaften Bestimmungen des Friedensvertrags unter allen Umständen anszuschlicßcn. Daß auch der Artikel 80 des Friedens- Vertrags zu diesen in ihrer Tragweite nicht ohne weiteres klaren, unzweideutigen Bestimmungen gehört, zeigen die Ausführungen, womit die Deutsche Regierung ihre ursprüngliche, von der Auf- fassung der alliierten und assoziierten Regierungen abweichende Auslegung des Artikels begründet hat. Nach einem allgemein an- erkannten Rechtsgrundsatze dürfen Bestimmungen, die eine Beschränkung elementarer Grundrechte bedeuten, nicht in erweiterndem Sinne ausgelegt werden. Deutschland konnte nicht voraussehen, daß, abweichend von dieser Regel, das Selbstbcstim- mungSrecht der Völker, welches seine Gegner so oft als einen der Grnndpfriler ihrer FricbenSbcdingnngen bezeichnet hatten, gerade für Deutschland und Oesterreich noch mehr beschränkt werden sollte, nlS der Wortlaut des Artikels 80 es zunächst erkennen ließ. Außerdem haben die alliierten und assoziierten Regierungen bei ihren Bemerkungen über den Artikel 173 der Verfassung außer acht gelassen, daß es sich bei der Verfassung eines Staates um ein Gesetz handelt, das seiner Natur nach Vorschriften von grundsätzlichem und zeitlich unbeschränktem Charakter enthält. ES entspricht durchaus den üblichen Formen der Gesetz- gebung, wenn in einem solchen Grundgesetz allgemeine Normen aufgestellt, dabei aber im Hinblick auf bereits vorliegende oder vorauszusehende Sonderfälle Ausnahmen vorbehalten werden. Devartige Ausnahmen von der allgemeinen Regel heben diese Regel selbst keineswegs auf, zumal wenn die Ausnahmen, wie dies bei den in Betracht kommenden Bestimmungen des Friedensvertrags zu- trifft, sich auf bestimmte Einzelfälle beziehen oder zeitlich beschränkt sind oder selbst eine spätere Abänderung vorsehen. Die Aufnahm? des Artikel« 178 in die deutsche Berfassung stellt daher k:inen Kunst- griff, sondern eine wohlbrgründete notwendige Maßnahme dar. Es sind hiernach irrige Voraussetzungen, welche dfe alliierten und assoziierten Regierungen zu der mit den ausdrück- liehen Erklärungen der deutschen Regierung im Widerspruch stehen- den Schlußfolgerung gebracht haben, daß mit dem Artikel 61 Abs. 2 eine Vertragsverletzung beabsichtigt gewesen sei. Die deutsche Re- gierung weist diese Unterstellung mit aller Schärfe zurück. Sie kann auch den ironischen, den internationalen Gepflogenheiten nicht entsprechenden Ton, mit'dem die Note der alliierten und asso- ziierten Regierungen feierliche Erklärungen der deutschen Regit- rung behandeln zu dürfen glaubt, nicht stillschweigend hinnehmen. Di« Tatsache, daß Deutschland den Krieg verloren hat» gibt seinen Gegnern nicht daS Recht, sich einer Sprache zu bedienen, die den Zweck haben soll, Deutschland vor aller Welt zu verletzen. Die Deutsche Regierung wird den alliierten und assoziierten Re- giermigen auf diesem Wege nicht folgen. Die Herbeiführung eines wirklichen FriedenSzustandes kann aber durch dieses Vor- gehen der alliierten und assoziierten Mächte nur erschwert werden.' Das Urteil im Seiselmoröprozeß vollstreckt. DaS Urteil gegen die wegen des Geiselmordes zum Tode Verurteilten wurde Freitag nachmittag 4 Uhr in S t a d r l h r i m voll- streckt. Zwischenfälle haben sich nicht ereignet. Der Urteilsvollstreckung war am Donnerstag nachmittag eine Sitzung des bayerischen Ministerrats im Ministermm des Innern vorangegangen. Die Beratungen zogen sich bis gegen 3 Uhr nachtS hin. Da das Urteil deS BolkSgerichteS innerhalb 24 Stunde» vollstreckt werde» mußte, so mußten die Ber- Handlungen deS Ministerrats ein abschließendes Urteil zeitigen. Am Freitag nachmittag gegen Vjö Uhr gab da» Ministerium bekannt, eS habe sich nicht veranlaßt gesehnt, von seinem Begnadigungsrecht Ge- brauch zu mache«. Wie die Blätter melden, wurde der Metzger L i n d n e r. der nach seinem Attentat auf den früheren Minister Auer von München nach Wien geflüchtet war, den bayerischen Behörden auSge- liefert. Ausdehnung des hafeuarbeiterstreiks in Kopenhagen. SuS Flensburg wird«edrahtet: Eine Anzahl deutscher Schiffe, tzie ihre Ladung in Kopenhagen wegen des Hafen- arberterstreiks nicht löschen konnten, fuhr nach Malmö weiter, um dort zu entladen. Darauf»eranlaßte eine Abordnung Kopenhagener Arbeiter auch die Mcilmoei Hafenarbeiter, in den Streik zu treten. wirö Rußland geräumt! Kopenhagen, 19. September.(Eigener Trahtbericht des ..Vorwärts",) Einer Londoner Meldung der„Berlinske Tidende" zufolge steht man dort vor eissein Rätsel. Jeden- falls brachten die Blätter eine offizielle Nachricht. Die Alli- ierten wären übereingekommen, Rußland seinem eige- nen Schicksal zu überlassen. Diese Mitteilung ist nun sowohl von französischer wie amerikanischer Seite kategori'ch dementiert worden, indem erklärt wird, daß der Oberste Rat sich am Montag überhaupt nicht mit der russischen Frage beschäftigte. Man steht diesen Dingen per- ständnislos gegenicher, und die Zeitungen, an der Spitze die ..Times", fordern bald eine offizielle Erklärung. Wie„Daily Expreß" ans Paris berichtet, ist man dort der Auffassung, daß die unrichtige Mitteilimg dazu dienen sollw, die Stim- mung unter den englischenArbeitern, die sehr gegen ein weiteres russisches Abeirteuer sind, zu beruhigen. Gleichzeitig wird aus Paris gemeldet, daß die ameri- kanischen Delegierten auf dos bestimmteste der Auffassung entgegentreten, daß Präsident W i I i o n Anhänger des Ge- dankens sei. die antibolschewistischen Elemente in ihrem Kampf für die Wiederaufrichtung der Ordnung im Stich zu lassen. Gegen diese Auslassung sind schon allgemein die Tatsachen, daß Amerika weiieryin die Antibolschewistcn sehr energisch mit Waffenlieferungen unterstützt. vorwärts-verlag G.m.b. H., EW. öS, Lindenstr. Z. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Sir. 117 SS— 84. Produktionssteigerung der Eisenbahnwerkstätten. Man mag darüber- im Zweifel sein, ob und inwieweit die � Kohlennot durch die Verkehrsnot verursacht wird, fest steht jedenfalls, daß die Leistung der Eisenba hnwcrk- statten uichedingt und unverzüglich gesteigert werden inuß. In welchem Maße sie heruntergegangen ist, dafür gibt der AuSgang der Werkstätten, d. h. die Zahl der reparierten Loko- Motiven, Personen- und Güterwagen, die sie herausbringen, zwar kein mathematisch genaues Bild, aber einen ungefähren Anhalt. Es mögen dafür nur Zahlen aus einer größeren öst- lrchen Hauptwerkstätte genannt werden, die deshalb Vergleichs- fähig sind, weil hier der wohl vereinzelt dastehende Fall vor- liegt, daß während des Krieges und bis zur Stunde die Arbeit auch nicht einen Tag durch Streik unterbrochen worden ist. Man kann daher nicht sagen, daß Streiks einen Einfluß auf die Leistung ausgeübt haben. Es wurden hier 1913 wie 1914— auf 100 Arbeiter gerechnet— durchschnitt- sich 20 Lokomotiven vierteljährlich herausgebracht, in den Kriegsjahren 1915, 16, 17 gelang es, die Leistung trotz der Hinzunahme weniger leistungsfähiger Arbeitskräfte(Jugend- liche, Frauen, Kriegsgefangene) auf 25 zu� steigern. 1918 trat in den ersten Vierteljahren ein kleiner Rückgang auf etwa 19 ein, dann sank die Leistung im ersten Vierteljahr 1919 auf 11, im zweiten auf 8 Lokomotiven. Achnsich liegen die Verhältnisse im Wagenban. Und das bei Lohnsummen, die sich von 1,8 Mil- lionen 1914 und 1915 auf 2,5, 3,8 ,5,5 und schließlich 11 Mil- lionen, auf das Jahr berechnet, erhöht haben. Es ist hier nicht der Ort, die Ursache für diesen furchtbaren Rückgang im einzelnen zu zergliedern. Aber es ist nötig, einmal darauf hinzuweisen, wie unangebracht es ist, von ein»r„Geistesverwirrung der Massen", einem„allgemeinen Irrsinn" zu sprechen. Eine solche Auffassung bat leider dazu geführt, daß man schon allzulange die Hände in den Schoß legt und abwartet, bis„ein Taumel der Arbeit die Massen ergreift". Was kann nun geschehen? Viele rufen nach Wiedercin- führung der Akkordarbeit. Aber war denn das ab- geschaffte Zeitlohnsystem der Eisenbahn ein wufl icher Akkord? Ist ein solches System bei dem Charakter der Reparaturarbeit überhaupt möglich, wenn es nicht vom allerbesten W i l- l c n der Arbeitnehmer und der A u f s i ch t s b e a m- t e n getragen ist? Wer da weiß, mit welchem allgemeinen Skufatmen�die so lange stürmisch geforderte Abschaffung des Akkordsystems. begrüßt wurde, wird darüber nicht erstaunt sein. daß die Arbeiterschaft sich ablehnend verhält. Diejenigen Ab- teilungcn, für welche das Akkocdsystem noch am ehesten anwend- bar ist, wie Schmiede, Tischlerei, Dreherei, haben auch jetzt einen nicht so hohen Anteil an dem Leistnngsrückgang wie die Montageabteilungen, die auf das exakte und reibungs- lose Hand inHandarbeiten der einzelnen Arbeiter angewiesen sind. Die Schwäche des Eisenbahnakkordfystems be- stand vor allem darin, daß es aus einseitiger. Aufschreibung der geleisteten Arbeit durch die Werkführer beruhte, und in sich nichts vorbereitet liatte, für den Fall, daß es durch ein anderes Lohnsystem ersetzt werden könnte. Als-es dann plötzlich ab- gesckxrfft wurde, war damit jede Art von Arbeitsaufschmbungen verschwunden. Jetzt weiß man. außer bei Arbeiten, die von dritter Seite bezahlt werden müssen, überhaupt nicht mehr, was der einzelne Arbeiter schafft. Nötig ist die'n allen gut geleiteten Privatbetrieben übliche Aufschreibung der geleisteten Arbeit durch den Arbeiter selbst, dessen Stolz dorm siegt, selbst zu wissen und anzumerken, was er ini Schweiße seines Angesichts geschaffen. Erst auf Grund solcher Vermerke. etwa in Form von Wochenzetteln, könnte mit den Arbciterver- tretern die Frage geprüft werden, ob eine Art von Anteil- Prämien für die Arbeitergrupven nach Maßgabe der Wochen- leistung an herausgebrachten Fahrzeugen zur Förderzing der Leistung zweckmäßig ist. � Als Radikalmittel wird ferner von vielen selten die Entlassung der überzähligen Arbeitskräfte empfohlen. Wer jemals am eigenen Leibe gefühlt bat, was die? grausame Wort bedeutet, wird es ablehnen, und wer die Ver- Hältnisse kennt, weiß, daß es undurchführbar ist. Aber es ist möglich, daß die Tausende von Maurern, Zimmerern. Malern und dergleichen, die jetzt noch größtenteils ohne wirtsckvntliche Ausnutzung ihrer handwerklichen und sonstigen Fähigkeiten als Handlanger in Eisenbahnwerkstättm arbeiten, und. deren größter Wunsch es ist, wieder in ihrem.Handwerk beschäftig zu seilt, an die entsprechenden Privatbetriebe überwiesen werden, die ihnen auch größere Verdicnstmöglichkeiten gewähren können. Und will man etwa die Leute entlassen, die 4 Jahre lang, ihre höchste Pflicht darin sehen mutzten, die vorwiegend vernichtende Arbeit des Krieges auszuführen? Ist es erstaunlich, daß diese Männer jetzt einer aufbauenden Tätigkeit fremd geivorden sind? Sie können zur aufbauenden Tätigkeit nur dadurch er- zogen, und angehalten werden, daß ihnen Arbeit zugewiesen wird, die eine Konzentration an bestimmten übersichtlichen Tätigkeits stellen erfordert. Solche Arbeit gibt es in Reparaturwerksiätte» nur wenig. Derartige Bejchästigungsmöglichkeiten gewährt nur der Neu-* bau. Und deswegen erscheint sofortige Einführung der Neu- Herstellung von Fahrzeugen, zunächst beginnend mit Güterwagen, erforderlich. Ztatürlich wird man die alten Einwände hören, daß Neubau teurer komme wie in Privat- betrieben, und daß man diesen keine Konkurrenz machen dürfe. Als ob nicht jede Reparaturarbeit jetzt beinahe teurer zu stehen käme wie ein Neubau, und als ob jetzt, da jede wirklich mit- arbeitende Kraft einen Gewinn an Volksvermögen bedeutet, von Konkurrenz unter deutschen Betrieben gesprochen werden dürfe! Einführung von Neubau nach Werkstattzeichuung, Kaliber und Passung wird erst dem Eisenbahnarbeiter, dem bisher diese Grundlagen eines modernen Fabrikbetriebes gänzlich fremd waren, diejenige Ausbildung geben, die sich für den modern ausgebildeten in allen Sätteln gerechten Handwerker der Maschinenindustrie geziemt, und ihm die Möglich- keit geben, auch guteStelleu in modern arbeitenden Bc- trieben zu bekleiden, die ihm bisher durch seine lückenhafte einseitige Vorbildung verschlossen waren. Vor allem jedoch tut Aufklärung not. Man wende nicht ein, daß man schon genug geschrieben habe: Arbeitet, ar- beitet!— und ohne Erfolg. Gedruckte Worte tuns freilich nicht, notwendig ist die Propaganda, die unmittelbar« Wir- kung des lebendigen W o r t e s, der Tabelle, des Bildes und der Tat. Der Techniker zeige der gesamten Arbeiterschaft mit Erklärungen in Tabellen die Leistung cm herausgebrachten Fahrzeugen, Arbeitstagen, Arbefterzahlen und Löhnen, damit jeder nicht nur in allgemeinen Redensarten, sondern am Bilde der eigenen Leistungen und der seiner Mitarbeiter erschüttert erkennt, wie die Leistung heruntergegangen ist. Besonders der Film, dem man so oft seine verderbliche Wirkung vorwirft, sei jetzt ein Helfer bei der Wiederaufrichtung unserer Wirt- jchaft. Er kann zeigen, wie gearbeftet wird und wie ge- arbeitet werden kann. Neue, zeit- und arbeitsparende Ver- jähren aus anderen Werkstätten oder aus VersuckOwerkstätten können kinematographisch vorgeführt, Anwendungen unge- wohnter Werkzeuge und Maschinen gezeigt und handrecht ge- macht werden, alles in lebendiger und interessanter Dar- ftellung. Daneben darf die wichtige Arbeitspropa- gandaderTat nicht vernachlässigt werden: Die praktische Vorführung neuer Arbeitsmethoden, die Einrichtung einer größeren Zahl von Werlzeugausgabestellen mit dem allerbesten Werkzeug und den handlichsten Schleifmaschinen. Als Beispiel sei nur erwähnt, daß ich durch Anbringung eines einfachen verschiebbaren Unterlagklotzes an den Hochnehmer- böckcn bei jeder Wagenuntersuchung erhebliche Zeit habe er- sparen können, die sonst durch das Suchen und Herbei- schaffen paßrechter Klötze verlorengegangen war. Durch B e- t r i c b s k o m m i s s i o n e n, die aus Arbeitern und Bc- amten bestehen, und deren Aufgabe es ist. bei der Anwen- dung der zeitsparenden und leistungerhöhenden Betriebs- maßnahmen aller Art nnt Rat und Tat zu helfen, Mnd das Hand-in-Hand-arbeiten der einzelnen Abteilungen zu för- dern, kaim in dieser Hinsicht viel erreicht werden. Besonders bedeutsam für die Leistungsförderung ist die Tätigkeit und Stellung der anleitenden und beauf» sichtigenden Kräfte. Hier kommen zunächst die Vor- arbeiter in Betracht. Die Arbeiterschaft sieht bereits ein, daß die Bestrebung, diese erfahrenen und wichtigen Glieder des Arbeitsorganismus im Lohne auf das gleiche Niveau mit der übrigen Arbeiterschaft zu bringen, ungerecht und unzweck- mäßig war, wie überhaupt die Notwendigkeit der Loh n- differenzierung in den Werkstätten wie im allge- mbintti Leben setzt durchweg erkannt und mit Recht nur ge- fordert wird, daß die Abstände nicht unmäßig sein sollen. Deswegen erkenne man nun mich den Vormännern wieder die Lohnzulagen zu- die dadurch entstehenden Mehrausgaben werden gegenüber dem erzielten Arbeitsgewinn keine Rolle spielen. Hauptsächlich aus diesen bewährten und von ihren Die Exprejfloniften im Lanüesausstellungsgebäuöe. IL Die Erpressicm'isten strengster Observanz sehen in der.ab- soluten Malerei", die direkt durch Linie und Farbe wirkt, das alleinige Heil der Kunst. Sie vergessen dabei, daß die Wirkung der Kunsknittel nie ein« direkte ist, sondern daß der Anblick jeder Linie und Farbe, auch wenn sie nichts Gegenständliches darstellt, bewußt oder unbewußt doch immer Erinnerungen an bestimmte Naturvor» bilder in uns hervorruft, die mit jenen Linien oder Farben irgend- wie verwandt oder verbunden sind. Diese.assoziierten" Eindrücke geben der einzelnen Linie oder Farbe im Kunstwerk erst ihre eigentliche Bedeutung. Dieselbe horizontal gelagerte Wellenlinie wird verschiedene Gefühle in uns erwecken, je nachdem wir durch sie an die Kontur eines menschlichen Rückens, einer Hügelkette oder eines Wogenkammes erinnert werden. Das gleiche Rot wird auf den Beschauer anders wirken, nachdem er sich bewußt ist, daß es von Blut, von Feuer oder von reifen Kirschen herrührt. Es gibt nun gewiß Gefühle und Stimmungen, die sich malerisch oder plastisch nur durch die reine Sprache der Kunstmittel ausdrücken lassen, und man darf auch sagen, daß es keine künstlerische Wirkung gibt, die auf diesem Weg« nichk zu erzielen wäre. Trotzdem erscheint es ver- fehlt, das Gegenständliche prinzipiell auS dem Kunstwerk zu ver- bannen. Denn oft wird der letzten Endes doch entscheidende asso- ziierte Eindruck einfacher und wirkungsvoller erzeugt durch eine klare Hindeutung aus das Naturbild, an das die Linie oder Farbe erinnern sollen. Nur darf der Künstler wie vergessen, daß das Gegenständliche, die mehr oder weniger deutliche Wiedergabe eines Nalurbildes im Kunstwerk nicht Selbstzweck sein kann, sondern immer nur Mittel zum Zweck, und daß jede Linie und Farbe sich dem Organismus des Kunstwerks, d. h. dem Gesamtrhythmus seiner Linien cknd Farben, unbedingt unterordnen muß. Eine Gewitterstimmung läßt sich zweifellos durch Linien und Farben unmittelbar. ausdrücken. Wenn aber Alfred John in feinem Gemälde»Dorf im Gewitter"(Saal 28) die Andeutung eines Steges gibt und aus den rhythmisch geordneten Linien und Farben die Fassaden und Dächer einiger Häuser hervorschimmern faßt, so hat er durch dieses Hilfsmittel die Stimmung deutlicher gemacht, und er hat den reinen künstlerischen Eindruck seines Bildes nicht gestört, weil es ihm gelang, das Gegenständliche in den far- bigen und linearen Gcsamtorganismus restlos hineinzuziehen.— Aehnlick» verhält es sich mit Oskar TreichelS(28)»Frau im Spiegel" und»Der Schlafende", wo mit wenigen selbständig wir- kenden Farben ein« starke Stimmung hervorgerufen wird, während sich die als Motiv benutzten Naturformen einer männlichen und einer weiblichen Gestalt zwar nicht ganz, aber doch beinahe zwang- los in die schlichte Rhythmik der das Bild beherrschenden Linien einfügen.— Selbständig gut verarbeitete Naturmotive zeigen auch die Gemälde von Josef A ch m a n n(27); namentlich»Die Familie ist farbig sehr interessant, wenn auch als Ganze? noch unfertig, da das künstlerische Gleichgewicht nicht erreicht ist.— Fast allzu fertig erscheine» dagegen die Arbeiten von Georg Scholz(27 und 29) und Kurt S t ö r m e r(27 und MJ, in denen man mehr �Routine als eigenartige Empfindung zu spuren meint.— Karl Völker» »Fels«»"(ST) gibt bttS Gefühl b# Starren, Jähen, Schwindelnden. Mitarbeitern anerkannten Kräften sollen sich die Werk- f ü b r e r rekrutieren, deren Geltung entsprechend ihrer Wichtigkeit gehoben werden muß, die aber ihre Ausgabe nicht darin sehen dürfen, hinter dem einzelnen Arbefter herzu- spüren, um zu„treiben", sondern die mehr anweisen, anleiten, die ausgeführte und auszuführende Arbeit selbst prüfen sollen. Noch jetzt, nach der Aufhebung des Akkordsystems, werden die Werkführer viel zu viel mit über- flüssigen Schreibarbeiten in ihren Bureaus beschäftigt, statt draußen in der Werkstatt zu sein. Es schadet ihnen nichts, wenn sie einmal selbst zupacken; überhaupt muß eine bessere Fühlung der A u f s i ch t s b e a m t e n mit der Arbeiterschaft und insbesondere der leiten- den Beamten mit den Arbeitern und den Vertretern der Arbeiteroerbände mft ollen Mitteln gefördert werden. Die leftenden Kräfte dürfen sich innerhalb ihrer Werk- statte nicht als politische Beamte, sondern einzig und Mein als Betriebslefter fühlen, deswegen stelle man auch die Vor- stände derart, daß sie wirklich selbständige Führer auf dem Wege der Arbeitsleistung sein können, nicht nur Ausfüh- rungsmaschtnen für die Anordnungen der Direktion und die Bestimmungen der Verwaltungsordnung. Jetzt geht ja die Einschränkung so weit, daß der Vorstand zu jeder, auch der kleinsten Belohnung einer Leistung die Genehmigung der Direktion erbitten muß, eine gänzlich überflüssige Hemmung. Die Abhängigkeft von dem Jahresetat führt dazu, daß der Werkstättenleitung jede Möglichkeit zur soforti- gen Ausführung als wichtig anerkannter Aenderungen genommen ist, die Besorgnis vor Moniten der Oberrechnungskammer wirkt lähmend auf die Initiative. Allgemein wird wohl überhauvt die Einsicht ge- kommen sein, daß die Mzuweit gehende Zentralisation von Hebel ist. Der Abschluß von Tarifverträgen zur Regelung des Arbeitsverhältnisses iin Anschluß an die in den einzelnen Orten zwischen Arbeitnehmern und Arbeit- gebern der Maschinenindustrie beschlossenen Verträge ist außerordentlich geeignet, die Stabilität des Arbeitsverhält- nisses und die Ruhe des Arbeftsganges in der gesamten örtlichen Industrie zu sichern und die fortwährende beun- ruhigende gegenseftige Ausspielung der Privatwerkstätten gegen die Eisenbahnwerkstätten zu verhindern. Die hier in aller Kürze vorgeschlagenen Maßnahmen sollen Fingerzeige sein, man wolle darin nicht Allheftmittel für Vorgänge sehen, die als Wachstumserscheinungen der Entwicklung aufzufassen sind. Alle Maßregeln auf dem Ge- biete der Leistungsförderung sind zu treffen im Sinne der allmählichen Erziehung/ nicht nur der Arbeiter- schaft, sondern überhaupt der Gesamtheit sowohl zur Leistung wie zur Anerkennung des Wertes der geleisteten Arbeit. Nur wenn die Arbeiterschaft das feste und begrün- dete Vertrauen hegen kann, daß ihre Leistungssteigerung nicht wieder zum Rückdruck, sondern auf dem Wege zur A n- erkennung der Arbeit vorwärts führt, kann man hoffen, daß Maßnahmen zur Leistungserhöhung>von dauern- dem Erfolge sein werden. Regierungsbamneister Sutzmann, Bromberg. Noske über üie Gefahr von rechts. Mehr kaltes Blut und Vertraue«. UnS wird geschrieben: Reichswehrmiwster N o S k e empfing gestern Vertreter Berliner Großbetriebe und führte vor ihnen' ungefähr Folgendes aus: Biels meiner Parteigenossen sind von einer lebhaften Besorgnis erfüllt über die drohende Gefahr einer Gegenrevolu- tion von rechts und verlangen deshalb von mir, daß mehr zu deren Abwehr geschehen solle. Die freie Meinungsäußerung ist Das Bild wirkt vorwiegend mit den Mitteln der absoluten Malerei, aber die Andeutung einer menschlichen Gestalt bietet dem Beschauer eine Handhabe zur Beurteilung der Gröhenverhältniffe. Eine sehr schöne Arbeft ist desselben Malers„Pieta"(27) mit den weinenden Farben, durch die aus der Ferne ein tröstliches Goldgrün und ein leuchtendes Orange schimmert.— Von den beiden technisch glänzen- 'den Werken deS temperamentvollen Hans Braß(29) ist nament- lich„Bild 11" durch die meisterhaste Aufteilung der Fläche in einem komplizierten, aber konsequent durchgeführten Linien- und Farben- organismus bemerkenswert.— Ein sehr starkes Werk ist auch Felix Müllers.Melancholie"(22). Dem ersten Blick mag vielleicht die Verzerrung des männlichen Kopfes anstößig erscheinen. Aber diese Verzerrung ist nicht willkürlich, sondern sie ergibt sich mft zwingender Notwendigkeit aus der klaren Komposition deS Bildes, in dem jede Linie am rechten Platz steht und jede Einzelheit als durch den Aufbau des Ganzen bedingt erscheint. Di« Kunst Marc Chagalls verlangt größtes Format. Wer das Chagallznnmer der Waldenschcn Privatsammlung kennt, der weiß, welche unwiderstehliche Gewalt dieser dämonische Phantast ausübt, wenn er ganze Wandflächen beherrscht. Di« hier aus- gestellten Aquarelle(26) genügen ebensowenig wie das Gemälde ..Apollinaire. Waiden, CendraS, Canudo"(27), in dem er den Freunden und ersten Entdeckern seiner Kunst ein Denkmal gesetzt hat, zu seiner Charakteristik.— In den Werken Paul Klees, von dem leider nur eine schwache Lithographie(26) zu sehen ist, steckt etwas von dem Hexen- und Zauberspuk, der Schwermut und dem Humor des deutschen Volksliedes. Im Gegensatz zu Chagall spricht er sich in kleinsten Formaten am wirksamsten aus. Er stammelt wie das Volkslied, und sein Stammeln ist nicht Hilflosigkeit, sondern es entspringt einer seelischen Keuschheit, die über das Flüstern leiser Andeutungen hinauszugehen sich scheut, und einer Tiefe des Ge- müts, das sicb bewußt ist. Unaussprechliches sagen zu wollen.— Paradieseseinfalt und Paradiesesunschuld atmen die zarten und duftigen Färb, und Linienmärchen des Müncheners D a v r i n g- hausen(26), der auch ein paar schöne und eigenartige graphische Blätter(24 g) zeigt.— Von den Meistern des Expressionismus, deren Wert und Eigenart schon iekannt und anerkannt ist, find Max P e ch st e i n(27), Ccsar Klein(27, 26 und 24 g) und Schmidt- Rottluff(22) mit charakteristischen Wetten vertreten. Auf Kleins„Frau mit Tieren" und PechsteinS.Morgen" möchte ich besonders hinweisen. Sehr bedauerlich ist es. daß man von Größen wie Chagall. .Kle«, Franz Marc(27). Karl Mens«(24 und 26) und K o- koschka(W) auf der Ausstellung nicht mehr und nichts Besseres zu sehen bekommt und daß Campendonk, FeininPr, Topv, Stucken- berg und Nolde gänzlich fehlen. Auch die expressionistische Pia- st i k ist, wenn wir von dem im ersten Artikel genannten Herzog absehen, durch die Arbeiten von L e s ch n i tz e r(23) und Garbe (25), die sich von dem Einfluß ihres Vorbildes Archipenko nicht ge- nügend frei zu machen wissen, ganz unzulänglich vertreten. Was der interessante und originelle Otto Freundlich(26 und 27) bietet, sind vielversprechende Versuche, denen aber doch noch zu viel Dilettantisches anhaftet. Wir wollen hoffen, daß die nächste Veranstaltung im Landes- ausstellungSgebäude da» diesmal Versäumte nachholt und die Lücken ausfüllt. Und ebenso wollen wir hoffen, daß bis dahin auch der Teil der AuSstellungHbesucher, der»ach einem wittlichen Kunstver- ein durch die Verfassung verbürgtes Recht. Solange die Nichts- Parteien, was sie immer wieder betonen, ihre Ziele aus legalem Wege durch Propagierung ihrer Ideen zu erreichen suchen, muß ihnen freie Hand gelassen werden. Eingegrifen wird nur, wo die öffentliche Ordnung unmittelbar bedroht wird, und zwar ge- gen links ebenso wie gegen rechsts. Denn unsere Hauptsorge ist es, zu verhindern, daß in den Straßen unserer Städte, der blutige(Bürgerkrieg erneut aufflammt und Deutschland in das Chaos stürzt. Was viele unserer Parteigenossen besonders nervös macht, find Aeußerungeu und Betätigungen reaktionärer Gesinnung von An- gehörigen der' Reichswehr Äibei wird die posftive aufbauende Arbeft, die von uns bereits geleistet ist, und zielklar weiter ge- leistet wird, völlig übersahen. Man formt sich ein Bild von den Zustände» der Reichswehr nach dem, was nicht zuletzt auch die eigene Parteipresse von wittlichen oder angeblichen Mißständen in der Reichswehr mft Eifer auftischt und urteilt deshalb einseitig und ungerecht. Von der oberen Truppensührung kann ich sagen, daß sie absolut loyal hinter mir steht. Von den Heersüh- rern, die ein politisch unliebsames Aussehen erregt haben, ist keiner mehr im Dienst. In der Ma- rine sind die Admirnle bis aus drei verabschiedet, und auch in der Reichswehr steht nur eine geringe Anzahl für die obere Truppen- führung unbedingt notwendiger Generale, mit denen ich in stän- diger persönlicher Fühlung stehe, und über deren unbedingte Zu- verlässigkeit kein Zweifel bestehen kann. Daß sich in den unteren Fübrerstellen noch eine Anzahl kurzsichtiger Heißsporne befindet, die lieber heckte als morgen losbrausen möchten, ist mir sehr wohl bekannt. Bei der schwierigen Ausgabe, aus 24 099 Offizieren 4999 für die Reichswehr herauszuwählen, wird sehr sorgfältig verfahren. In erster Linie werden die Offizier« berücksichtigt, die in den Januar-März- Kämpfen ihren Mann gestanden haben, wobei Vorsorge ge. trofefn ist, daß auch verdiente Reserve-Offiziere behalten werden. Die Auswahl wird ferner nach den Verdiensten getroffen, die sich die Offiziere während des Krieges erworben haben. Von jedem Offizier wird außerdem ein Vermögensnachweis verlangt. Unbemittelte werden Bemittelten vorgezogen. Unsre Genossen müsse» versuchen, sich in die Lage der Ossi- ziere hineinzuversetzen und berücksichtigen, in welch furchtbar« wirt»' schaftliche Bedrängnis sie durch die Bedingungen des FriedenSver- träges gebracht worden sind. Unsere Genossen übersehen vielfach, daß ein großer Teil der Aroeiterschaft mehr verdient, als selbst im Dienst befindliche Hauptleute. Ein Leutnant ist viel schlechter daran, als ein F e l d w e b e I. Man muß deshalb Verständnis dafür haben, daß die Offizier« mit ihrer Lage wenig zufrieden sind und ihnen schon ein wenig Schimpffreiheit lassen. Manche in letzter Zeit vorgekommenen unliebsamen Zwi- schen stille sind außerdem darauf zurückzuführen, daß Offiziere kurz vor ihrer Entlassung etwas ausstoßen mit der Absicht, ihre poli- tischen Gegner zu ärgern. Wo Mißstände auftreten, greife ich zu. So habe ich das Herumführen schwarz-weiß-roter Fahnen verboten. Würde ich aber bei jedem unbedeutenden Anlaß mft brutaler Gewalt dazwischen fahren, so würde ich das Kind mit dem Bade ausschütten. Es war ein Fehler der stanzö- sischen Revolution, daß sie die Vertreter des alten Regimes zuerst fast restlos über Bord warf. Dadurch schuf sie sich ein Heer ver» zweifelter und entschlossener Gegenrevolutionäre, die ihr zum Verhängnis wurden Unsere Kunst muß gerade darin best�ehem� du eibv auch barem Ele-me uft est» es alten Regimes an uns/züsesfeln. Man.hät mir wegen des Offizierentschädigungsgesetzes Vorwürfe- gemacht, von rechts und von links. Aber Leute, die mit einem Stück Brot in der Hand aus dem Heer ausscheiden, bilden längst nicht die Gefahr wie solche, die plötzlich vor einem Nichts stehen. Auch die Affäre in Kurland, an der wir immer noch laborieren, ist eine rein wirtschaftliche Angelegen» ständnis strebt,.zu der Einsicht gekommen ist, daß es sich bei den Wetten des Expressionismus wahrhaftig nicht um Bluff und Hum- bug, sondern um ein« durchaus ernste Bewegung handelt, die die ewigen Ziele alles Kunstschaffens auf neuen Wegen und mit neue» Mitteln zu erreichen ehrlich bemüht ist. Dr. John Schikvwski. wie alt ist Sie Zahnfäule! Die erschreckende Verbreitung die die Zahnkaries in unserer Zeit erreicht hat— wurden doch kürzlich unter 404-268 Schulkindern bei 94,17 Proz. krankhaste Zähne nachgewiesen— legt die Frage nahe: ist es denn immer so schlimm bestellt gewesen, oder hat es Zeiten gegeben, in denen die Menschheit noch nicht von dieser Geißel befallen war? Sehen wft uns zunächst im Tierreich um, so sin- den wir, daß Zahnkaries unter wilden Tieren so gut wie fremd ist; häufiger findet sie sich bei Haustieren, so z. B. beim Haushund in 6 Proz., seltener bei Pferd, Rind und Schwein. Auch in zoologischen Gärten ist sie bei Affen und Leoparden beobachtet worden. Gehen wir in die Urzeit des menschlichen Geschlechts zurück, so finden wir bei den allerdings spärlichen Ueberresten menschlicher Schädel, die aus dem Diluvium überkommen sind, durchweg gute Zähne. Auch die aus der letzten Periode der EiSzeft stamenden, dem Aurignac und Cron-Magnonthpos ungehörigen Schädel sind frei von Karies. Dies änderte sich erst, als gegen Ende des Diluviums der brachh- kopbale oder kurzschadlige Mensch in Europa auftrat. An einem Schädel hat der bekannte Anatom Prof. Lenhossck einwandfrei Karies nachgewiesen, und er vertritt die Ansicht, daß diese Krankheit durch die allem Anschein noch aus Asien eingewanderte kurzschäd- lige Menschenrasse eingeschleppt worden ist. Während somit d> ältere Steinzeit so gut wie frei von Zahnkaries war, sind die zahl- reichen, aus der neolithischen, der Bronze- und Eisenzeit stammen- den Schädel gar nicht selten damit behaftet. Im wetteren Verlauf- seiner, im Archiv für.Anthropologie" niedergelegten Forschungen untersuchte Prof. Lenhosiek vier aus verschiedenen historischen Epochen datterende Schädelgruppen. Von diesen entstammt die ältere dem ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung(74 Schädel), die dritte dem 11. bis 13. Jahrhundert(60 Schädel), die zweite der Zeit der Völlerwanderung(199 Schädel), die vierte und jüngste endlich dem Ende des 18. Jahrhunderts und der ersten Hälfte d:S 19. Jahrhundert?(755 Schädel). Abgesehen von geringen Schwan- kungcn konnte kein« wesentliche Verschiedenheit des Auftretens von ZahnkarieS an diesen vier Gruppen nachgewiesen werden. Schon zur Zeit der Völlerwanderung waren die Bewohner Mitteleuropas zu 89 Proz. mft der Karies der Zähne behaftet. x-- . Notizen. — Konzertchronik. Weingartner kann wegen der Ver- kebrSlchwierigkeiten in Oesterreich die drei ersten seiner Konzerte in Berlin nickt selbst dirigieren. Am 21/22. September wird statt seiner Max v. Schillings, am 28. 29. September ist Hans Pfitzner, am 5 /6. Oktober Karl Muck, der soeben aus Amerika zurückgekehrt ist, eintreten. — In dem III. Konzert der Reger-Wocks a»�' 21. September in der Kaiser-Vtlhelm-Gedächtnis-Kircke wirkt außer dem Kirchenchor und ver Konzertvereinigung ew Kinderchor von 400 Knabe» und Mädchen mit. 5« Ii Daß von dorther eine ernste gegenrevolutionZre Gefahr gedroht habe, ist blanker Unsinn. Immer wieder ist mir von Offi- zieren und Mannschaften— darunter einer großen Zahl von Parteigenossen— beteuert worden, daß gar keine Rede davon ge- wesen sei. etwas gegen die eigene Regierung unternehmen zu wollen. Unsere Parteigenossen haben sich zum Teil noch nicht darauf eingestellt, daß wir ein Söldnerheer haben, und man an dieses einen ganz anderen Maßstab anlegen muß als an ein Heer der allgemeinen Wehrpflicht. Eine Truppe mit selbstgewählten Führern ist und bleibt absolut unbrauchbar. Man mutz die Menschen nehmen, wie sie sind. Viele Reichswehr- soldaten betrachten den Dienst in der Reichswehr lediglich als eine augenblicklich willkommene Versorgung. Aus dem zahlreichen Gesprächen, die ich mit Soldaten führte, Kab« ich entnommen, daß es ihnen vielfach nur daran liegt, zunächst einmal über de« Win- ter hinwegzukommen. Auf die Dauer aber wird es schwer seim die erforderliche Anzahl wünschenSwetter Elemente zu finden,'die sich bereit erklären, 12 Jahre lang militärischen Dienst zu tun. Ein Söldnerheer ohne strenge Manneszucht ist undenkbar ES geht auch nicht an, daß die Reichswehr sich in Vereine zersplittert, die sich gegenseitig bekämpfen, öder daß mir eine Soldatengewerkschaft in einem entscheidenden Augenblick, in dem ich die Truppe brauche, erst ihre Forderungen überreicht, und ich mit ihr verhandeln muß. Ich bemühe mich, in ständiger per- sönlicher Fühlung, mit der Truppe zu bleiben. Wenn Partei- genossen daran Anstoß nehmen, daß ich Paraden bei klingendem Sviel abnehme, so übersehen sie dabei, daß derartige Formen der Besichtigung gerade von den Truppen gewünscht werden. Zu der Gefahr einer Gegenrevolutiin äußerte sich der Reichs- wehrminifter dahin, haß seiner feste» Ueberzeugung nach jeder der- artige Versuch von vornherein scheitern müßte an dem entschlösse- nen Widerstand der großen Mehrheit des deutschen Volkes. In j dem Augenblick, in dem versucht würde, die alten Zustände wieder j herzustellen, würde sich die Arbeiterklasse, der größte Teil des> Bürgertums und der Beamtenschaft wie ein Mann erheben, und die Reichswehr spränge auseinander wie GlaS. das man an die Wand wirft. DaS wissen auch die Reakt'onäre. Unsere Parteigenossen sollten, so schloß Genosse Noske, etwas mehr Courage zeigen,«ehr kaltes Blut bewahren und sich nicht bei jeder Gelegen- heit inS Boxhorn jagen lassen. Man kann die Zügel nicht mit einem Ruck anziehen, sondern mutz es verstehen, durch die ungeheuren Schwierigkeiten besonnen hindurchzulavieren. Ihren selbsterwählten Vertrauensleuten in der Regierung aber sollten unser« Genossen wirklich mehr Vertrauen entgegenbringen und ihnen ihre saure Arbeit nicht durch unbegründete Aengstlichkeit und nervöse Kritik noch mehr erschweren. » Tchcidcmann und Noske zum Fall Reinhard. Ein Berliner Dpätobendblatt hat die Genossen Scheide» mann und Noske um Aeußerungen zum Fall Reinhard er- sucht und die beiden Aufgeforderten sind dem Verlangen nachgekommen. Scheidemann tritt zunächst der„unsinnigen Meinung" entgegen, daß znnschen ihm und Noske ein Kon- flikt ausgebrochen sei. Im weiteren schildert er auf Grund seiner Beobachtungen in der Schweiz, wie die monarchistischen und reaktionären Ausschreitungen einzelner Ofsiziere und Truppenteile� auf das neutrale Ausland wirken. Besonders peinlich Hab?.es ihn berührt, daß man im Falle Reinhard eine Woche lang kern Wort' davon gehört habe, daß etwas gegen den Offizier unternommen worden sei, der angeschuldigt war, die Regierung in heftigster Weise beschimpft zu haben, und der dies in seinem Schreiben an den„Vorwärts" auch in» direkt zugestanden hatte. Weiter kommt dann Scheidemann auf die Agitation der Linksradikalon, deren Heilstheorie von der RätedÜtatur schon lange nicht mehr auf die Massen wirkt. Um so zugkräftiger ist dagegen für sie die Agitation mit den Ausschreitungen der „Noskegarde". Wieviel Schaden dadurch erwachsen ist, daß zehn Tage long mit der„Gesindel"-Regierung und der „Judenfahne" intrigiert und agitiert werden konnte, ist kaum zu ermessen. Deshalb hält es Scheidemann für äußerst wich- tig,„allen Beschuldigungen der Reichswehr sofort energisch nachzugehen. Unwahrheiten richtigzustellen, bei fe st ge st eilten Vergehen aber rücksichtslos zuzugreifen". N o s k e erklärt seinerseits, es sei ihm wohlbekannt, daß der größte Teil der Offiziere seine Gesinnung nicht geändert hat. Das sei aber noch lange kein Beweis dafür, daß wirk- liche Bestrebungen ernster Art im Gange sind, durch einen militärischen Putsch die Monarchie wiederherzustellen. Eine große Anzahl von Offizieren, die erklärten, unter den neuen Verhältnissen nicht weiterdienen zu können, ist aus dem Heeresdienst ausgeschieden. Auch zur Zeit der Frie- densunterzeichnung wurde mehreren höheren Offizieren Ge- legenheit geboten,„in allerkürzester Frist von ihrem Kam» mando zu scheiden, um sie vor einem Gewissenskonflikt zu bewahren". Noske hat die Zuversicht, daß alle Herren, die jetzt in höheren Kommandostellen tätig sind, m einem durchaus loyalen Verhältnis zur neuen Regierung ilnd zur neuen Verfassung stehen.(Das Wort höheren ist im Original gesperrt. D. Red.) Bezüglich Oberst Reinhard gibt Noske zu. daß ihm wohl bei Gelegenheit des Friedensschlusses„ein derber Ausdruck entfallen" sein möge. Von einer sofortigen Entlassung sei aber auf Grund seiner sonstigen Verdienste Ab- stand genommen worden. Der Offizier könne nicht als Vogel- fiel erklärt werden, sondern habe Anspruch darauf, daß ihm dos gleiche Maß von Rechtsgarantien gewährt werde, auf da» alle anderen Staatsbürger Wert legen. Hätte man Oberst Reinhard ohne weiteres aus seiner Stellung entfernt, so hätte das ein? vollständige Zerrüttung seiner Existenz bedeutet. Hierzu ist zu bemerken, daß wohl niemand in der Partei die Entlassung des Oberst Reinhard auf Grund einer bloßen Aiitchuldiguna gefordert hat. Aber der Fall hätte ja wohl mitallenRechtsgarantienfürdenAngeschul- digten untersucht werden können. Im übrigen würde wohl mancher Verstimmung der Oeffentlichkefi leicht vorge- beuat werden, wenn das Reichswehrministerium etwas mehr von den Maßnahmen, die tatsächlich gegen reaktionäre Wühle- reien getroffen werden, in die Presse gelangen ließe. Dann wäre auch der Befchiocrde des Genossen Icheidemann abgeholfin. die sich mit der unzähliger anderer Parteigenossen döckl daß man wohl von den übfin Vorkommnissen in der Zeitung liest, aber nicht liest. waS dagegen n n ter» n o m m e n worden ist. Rücksicht auf die Täter darf hier keine Rolle spielen, sie müssen die Folgen ihrer unüberlegten Handlungsiveise tragen. Kein Konflikt zwischen Preußen unü Reich. Die„Deutsche Tageszeitung" konstruiert in der oberschlesische« Frage einen Konflikt zwischen dem Reichsminister Erzberge: und der Preußischen Staatsregierung. Von einer solchen Nichtübereinstimmung kann gar keine Rede sein. Der Reichsminister hat in einer Besprechung mit Vertretern der ober- schle fischen Presse, an der übrigens der preußische Minister Stegerwald und ein Vertreter des Preußischen Ministeriums des Innern teilgenommen haben, die Absicht dargelegt, für Ober- schlssien so schnell wie irgend möglich, wenn angängig bis spätestens 1. Oktober, die Autonomie sicherzustellen. Daß die Schaffung solcher Selbständigkeit für Oberschlesien im Rahmen des von der Preußischen Regierung vorbereiteten, seinem Abschlüsse entgegengehenden Gesetzes für die Selbständigkeit der Provinzialvsrbände erfolgen soll, ist selbstverständlich Hierüber herrscht auch zwischen beiden Regierungen vollständige Uebexpin- stimmung.'_ Ein mutiger Köter. Die..Kreuzzeitung", das Blatt mit dem eisernen Kreuz an der eisernen Stirn, bekommt es fertig, die Schuld an den München«: Geiselmorden der Mehrheitssozialdemokratie in die Schuhe zu schieben, indem sie schreibt: Aber ist die Rätediktatur nicbt auch nur eine Ausgeburt des revolutionären Gedankens, den die sozialdemokratische Bewegung Jahrzehnte hindurch gehegt und gepflegt bat? Hat nicbt sie, wie wir oben schon auSführrcn, die A t m o s p h ä r e geschaffen, aus der heraus solche Verbrechen e r ff möglich wurden? Und wenn der„Vorwärts" und Herr Scheid mann jetzt gclegentliw mit einem Unterton de« Bedauern? darauf hinweisen, wie schonend und gutmütig doch die Revolution vorgegangen sei, und daß man dieie Gutmütigkeit nicht noch einmal auf die Probe stellen dü'fe, wird dann nickt wiederum an Schaffung einer gleiche» Aimospväre gearbeitet, wie sie die Bedingung der Münchener Freveliate» gewcien ist? Die Sozialdemokratie hat keinen Anlaß, enirüffet ihre Hände in Unschuld zu waschen. Eine mittelbare Verantwortung für die Münchener Greuel trifft auch sie. Wir haben allerdings oft mit Stolz auf die von höchster Menschlichkeit und von reifem Kulturempfinden zeugende Haltung des siegreichen Volkes am 9. November hin» gewiesen. Wir erinnern uns noch mit Vergnügen der zahlreichen reaktionären O i fi zi ere. Beamten, Redakteure und Politiker, die damals winselnd zu uns gelgufen kamen und uns m i t gerungenen Händen um unseren Schutz auflebten, iveil ihr böses Gewissen sie für ihre Sicherheit zittern ließ. Wir haben ihnen damals lachend Versichert, daß ihnen niemand ein Haar krümmen würde, und so ist es geschehen. Wenn man in der .Kreuzzeitung" liest, wie sich dieses Gesindel jetzt gebärdet, so läge ja das Gefühl des Bedauerns nahe, daß man damals so schonend verfahren ist. Wir bedauern es trotzdem nicht. Wer hat nicht schon den Hund gesehen, der heulend den Schivanz einzieht, solange ihm der Stock dioht. aber ein wütendes Ge- kläff anhebt, sobald der Wanderer zwanzig Schritte weiter ge- gangen ist?_ Schmutz. Die„Tägliche Rundschau" bringt unter der lleberkchrift ..Das Brandmal" folgendes Gedicht an der Spitze iljrer Ünterhallungsbeilage: . Schwärzrotgold de« Kleeblatts Banner, DaS das e>giie Heer vel-aien, DaS im Solde unsrer Feinde Schmähet unsrer Helden Taten. Schwarzrotgold— da« Mal der Schande, Um dem Erdkreis zu vertünsen, Daß für Gold zu jedem Schmutze Deutsche Hände sind zu finden. Schwarzrotgold— des Henkers Brandmal, DaS sie selbst sich aufgebrannt: Daß der Herr zum Knecht erniedrigt, Daß der Mann sich selbst entmannt. Schwarzroigold— welch' guter Deutscher Könnte wohl die Farben tragen, Ohne daß der Schande Flammen Ihm aus Aug' und Wange ichlagen?— ff. 3J. Wir hängen das Machwerk des Herrn K. N.— eines offenbar sehr mit Recht„zum Knechte erniedrigten Herrn" von ehemals— gebührend tiefer und ersuchen die alldeutsche Presse, nächstens etwas weniger sittliche Entrüstung.zu mimen, wenn ein Wort über ihren schwarz-weiß-roten Parteilappen fällt, das ihnen nicht angenehm ist. Leute, die auf diese Weise die deutsche Reichsflagge besudeln, haben jedes Recht zu sittlicher Entrüstung verloren. das preußische wohlfahrtsminiflerium. Der Krieg hat dem deutschen Volke Schäden zugefügt, die zu heilen unsere dringendste Aufgabe ist. Zu der erschrecklichen Zu- nähme der Kinder st erblichkeit kommt das Wüten der Tuberkulose, die hunderttausende junger Menschenleben dahin- rafft. Die immer größer werdende Wohnungsnot ist all diesen Krankheiten ein günstiger Nährboden. Diese körperliche Schwächung unseres ganzen Volkes, msbefondere der Jugend, hat selbstverständlich auch eine Schwächung der geistigen Ge- s u n d h e i t zur Folge, die wiederum allerhand Verbrechen hervorruft. Die Fürsorge für die Schwangeren, für die Säuglinge und die heranwachsende. Jugend, der Ausbau der Armenpflege und vor allen Dingen eine gründliche Wohnungsreform sind nötig, um das Leben Hunderttausender zu retten. Um dies« Aufgaben zu bewältigen, sst in Preußen ein Wohl» s a h r t S m i n ist er i u m gebildet worden, an dessen Spitze der Minister Stegerwald steht. In der ersten Sitzung der preußi- schen Landesversammlung nach ihren Ferien wurde der Etat des WohlfahrtSministeriumS beraten. Noch einmal schilderten die Redner aller Parteien das graue Elend, das vor allen Dingen unsere unteren Volksschichten heimsucht, niemand verschloß sich der Einsicht, daß eine tatkräftige Führung dcS Amtes notwendig ist, um unser Volk wieder gesund und stark zu machen. Um so mehr ruft da« Verbalien der.�treuzzeitnng" zu diesem Ministerium Erstaunen hervor. Sie behauptet, daß daS Ministerium in Wirklichkeit zwecklos und überflössig sei und daß hier nur„neue Aem- ter für Gesinnungstüchtige" geschaffen werden. Man mutz schon Redakteur der„Kreuzzeitung" sein, um die Rot de» Volke» in einer derartig gehässigen und geradezu niederträchtigen Weise zu Parteizwecken auszunützen. I Des Kaisers Drigaöe. In der Brigade Reinhard, wo man bekanntlich von monarchtsti« scher Propaganda nichts weiß, liegt in allen Schreibstuben usw. eine Postkarte zur unentgeltlichen Entnahme iür die Soldaten in be« liebiger Menge aus. Um welche Massen eS fich handelt, geht daraus hervor, daß uns allein mehrere hundert Exem- plare dieses Machwerks zur Verfügung gestellt wurden. Ter Texr der Karte ist ein Regimentsmarsch mit MuülbegleUung. der Marsch deS t. GardetegimentS, als dessen Nachfolger die Brigade Reinhard sich betrachtet. Die Karte ist aber erst in aller- jüngster Zeit, lange nach der Revolution gedruckt worden. Wir zitiren die beiden ersten Verse: Indes Kaisers st olzerGarde stehen wi. die Grenadier', Dienen wir mit Lust und Freude als de? Landes Sckutz und Zier. Unier Blau heißt: treu dem Kaiser, von dem nur der Tod uns trmnt, darum lieb' mit hei ßem Herzen ich mein blaues Regiment. Unser Kaiser hat als Kronprinz die Brigade kommandiert Und sie seinem hehren Kaiser Friedrich vorgeführt. Dem Gedächtnis dieses TogeS ist seitdem im Mai geweiht Unser Katier-Exerzieren aus der Döberitzer Heid'! Die Verteilung geschieht unter stillschweigender Duldung der Vorgesetzten. Natürlich weiß Oberst Reinhard nichts davon, denn er treibt ja lerne monarchistische Propaganda. Lieber öie Ernte verfaulen laßen! Ein Herr Rittergutsbesitzer v. L o ch o w sauf Lübnitz) Kreis Belzig) wandte sich an ern hteffges StellenvermittelungSbureau, um Erntearbeiter zu bekommen. Er stellte die Bedingung, daß die Schnitter sich gegen Kontrattbruch während der ersten zehn Wochen je sünf Mark Lohnabzug gefallen lassen müßten, die als Kaution bis zur Ablohitung zurückbehalten werden sollten. Die Stellen- vermittelung antwortete, daß sich die Leute jetzt nicht mehr eine Kaution abziehen lassen und gab im übrigen Herrn Lochow zu ver stehen, daß die Löhne zurzeit erheblich höher ständen, als die von ihm gebotenen. Herr v. Lochow bot während der Ernte S M. Tagelohn, während der Vermittler ihm nur zu 7 M. mann- liche Schnitter verschaffen konnte. Außerdem stellte er noch Bc« Binguiigen für Naturalverpflegung. Hierauf erhielt der Vermittler folgende Postkarte: Das Angebot für Scknitter kann ich nicht annehmen, da auf ehrliche Weise ein Durchfüttern der Bande nickt möglich ist. Ich will lieber die Ernte verfaulen lassen, als den A.-Rötcn Grund zur wahre» Beschwerde gebe». Was nun serner die Kaulion anbelangt, so gibt es in Berlin nicht nur einzelne VermiitliingSstellen. welche sogenannte Tauermädchen und Knechte auf Reffen haben und immer erneut die Besorgungskoiien ein- heimsen Ick kenne daS verfluchte Nest zur genüge und danke deshalb für das mir allzu unsichere Angebot. Achtungsvoll v. Lockow. Herrn v. LochiwS edle Absichten, die Ernte versaulen zu laffen, iverden lebhaste Euipö'.ung hetvoinffen Edelmeiffchetr wie dieser Herr werde» letder tu dem„verfluchten Nest" gar nicht recht ge- würdigt._' Das Zrieöensangebot an Sowset-Rußlanö. Paris, 1t). September. Bei der Erörterung des Friedensver» träges im der �Kammer behauptete der Sozialist Longuet, Klptzh,, George habe Unterhanoler unö namentlich Bullilt mit Fricdcnsvor- schlägc« der englischen und amerikanischen Regierung nach rußland geschickt. Clemcnceau wiederholte verschiedene Male. daß Lloyd George weder ihm persönlich noch bei der Friedenskon- fsrenz von diesen Friedensvorschlägen etwa? mitgeteilt habe. Longuet sprach dann von den russischen Gegenvorschlägen, deren Wesen er auseinandersetzte. Er sagte, Lloyd George habe seine Ansichten geändert und die Verhandlungen nicht weiter verfolgt. Eine englische Mitteilung besage, daß England von dieser Intervention in Rußland abstehe. Longuet wies so- dann auf die Notwendigkeit hin, die Beziehungen zu Sowjet- rußland wieder aufzunehmen, worauf P i ch o n erklärte, daß Frankreich dies nicht könne. Amsterdam, 19. September. Wi« das Pressebureau Radio meldet, hat die Preß-Association in London eine offenbar autori- sierte Erklärung aus der Downing Street veröffentlicht, in der gesagt wird, die Erklärungen BullittL seien ein par- teiisch zusammengestellter Bericht über eine private Unterredung mit Lloyd George bei einem Frühstück nach Bullitts Rückkehr A.-E.-G.»Fabriken Hennigsdorf noch geschrieben: „Wir verstehen unter Verräter der Demokratie nicht die Funktionäre und auch nicht alle jene Anhänger der U. S. P. D., die, ohne Funktion, sich dennoch gegen den Willen der im Betriebe Beschäftigten berufen fühlte», den Betrieb erfassen zu lassen. Di« Verräter sind jene Leute, die die Veranlassung zur Einbe- rufung des zweiten Rätekongresses gegeben haben, ohne auch nur daran zu denken, sich den dort gefaßten Mehrheit-- befchlüsfen zu fügen. Die jetzigen Zustände wundern un» nichts So mutz es kommen, wenn der Weg der Demokratie verlassen wird. .Nein, durch da» Rätesystem mutz gerade dem Zustand ein Ende gemach: werden, datz di« Arbeiter wie eine Hammelherde der f f f GewerkfchaftSbureankratie gedankenlos nachlaufen," sagt der Einsender der„Freiheit". ES ist schmachvoll, datz heute jede RevolntionSblüte diejenigen Männer mit Schmutz bewirft, die durch ihre Tätigkeit für die! Arbeiterklasse jahrzehntelang gekämpft, gelitten und entbehrt haben. Die Massenpsychose ist es vielmehr, die einen großen Teil der Arbeiter gedanken- und urteilSloS Leuten nachrennen läßt, die zur gegebenen Zeit auch daZ jetzige Aushängeschild„Proletarische Demokratie" einfach ersetzen werden durch„K. K. z. F. d. D. d. P."(lies: Kommunistische Kommission zur Förderung der Dil- tatur de» Proletariat» in„Ter revolutionäre Arbeiter" Nr. 8). In Hennigsdorf ist nach rein proletarisch-demokratischen Grundsätzen die Wahl zu den Arbeiter räien erfolgt. Warum wollte man trotzdem nicht mit dem bei dieser Wahl gewählten S.-P.-D.-Arbeiterrat zusammenarbeiten? Tie.reinen" Räte- freunde sagen ganz offen: nicht seiner Person, sondern seiner Partei wegen soll er geächtet sein. Aber die Deutung de» Worte».rein" mit Bezug auf da» Räteshstem ist schon richtig, wenn man bei der 11. S. P. und K. P. D. darunter.rein von jeder anderen Partei" versteht. Wir lehnen diese».«ine" Rätesystem ah. Ebenso die Be- lehrungen von Leuten, die selbst Gegner der Demokratie sind, dies« aber doch überall dort angewendet sehen wollen, wo sie ihnen den� Weg zur Diktatur ebnen soll." Ausschaltung des Mitbestimmungsrechts. Vom DemobilmachungSkommissar für Groß-Berlin erhalten wir folgende Zuschrift: In der Abendausgabe des.Vorwärts" vom 16. September 1919(Nr. 474) ist unter der Ueberschrift.Auzschal- tung des Mitbestimmungsrechts' eine Notiz veröffentlicht, die sich mit dem DemobilmachungSkommissar beschäftigt. Ich möchte Sie deshalb darauf aufmerksam maiben, datz die neue Verordnung vom 3. September 1919 im K 21 Abs. II ausdrückliä, hervorhebt, daß über da» Vorliegen eine« wichtigen Grundes für die Auflösung des Dienstverhältnisses ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist von den zuständigen Gerichten zu entscheiden ist DieS hat auch einen sehr tristigen Grund. Denn alle Streitigkeiten über Entlassungen aus wichtigem Grund« machen«ine eingehende BeweiSauf- nähme erforderlich. Eine solche ist jedoch beim SchlichtungSauS- fchuß, der Zeugen nicht eidlich vernehmen kann, unmög- lich. Wenn ich daher bereits, ehe dies in den DemobilmackungS- Verordnungen so ausdrücklich ausgesprochen war, wie eS jetzt in der obengenannten Verordnung geschehen ist, in solchen Fällen den s Schiedssprüchen de? SchlichtungSauSschusseS die Berbindlichkeii der» saht habe, so kann das schon deshalb nicht als für die Arbeitnehmer beionderS ungünstig bezeichnet werden, weil ich derartige Ent- i fcheidungen föbstverständlich getroffen habe ohne Rücksicht darauf, ' zu wessen Gunsten der Schiedsspruch gefällt worden war. Eine Be- nachteiligung des Arbeitnehmers liegt aber auch deshalb nicht vor, weil nunmehr das zuständige Gericht angerufen werden kann. Wenn inDZukunft der SchlichtungSauSschuß SchiedSstreitig. I stiien wegen fristloser Entlassung auS einem wichtigen Grunde nicht mehr annimmt, wird die» auch zur Beschleunigung des Verfahrens beitragen, da nun daS zuständig« Gericht sofort angerufen wird, ohne daß das leider mitunter recht langwierige Verfahren beim ÄhlichtungSauSschutz und DemobilmachungSkommissar vorhergeht. Gegen das Akkordsystem. - Der OrtSverein BerliivOst im Allgemeinen Eisenbahner- Verband nahm in einer stark besuchten Versammlung eine Ent- fchließun« an, in der schärfster Protest gegen die Einführung de? Akkordsystems erhoben wird. Die Durchführung des AkkordsyftemS in den Betrisb-werkstätten sei unmöglich; die Arbeitsleistung könne auch nicht durch Zahlung von Prämien gehoben weiden, sondern nur dadurch, daß endlich mit dem System der EinheitSlöbne ge- Krochen werde und die Handwerker und Arbeiter, welche schwere und verantwortungsvolle Arbeit verrichten, auch einen entsprechend höheren Lohn erhalten. Am Schlüsse der Resolution heißt eS: Wie wir Betriebsarbeiter während des Krieges untet� den schwer- sten Entbehrungen unsere Pflichten getan haben, so und wir auch in Zukunft bereit, unsere letzte Kraft für unser Volk und Laäd herzugeben. Wir verlangen aber auch von der Regierung, daß sie uns hierbei hilft und untere wirtschaftliche Not mildert durch Zahlung einer Teuerungszulage in derselben Höhe, wie sie die Beamten erhalten, und daz weiter die Wahlen zu den Betriebs- raten, denen daS� Mitbestimmungsrecht in vollem Umfange ein- geräumt werden mutz, sofort stattfinden. Eine Brenchen-Mitgliederversammlung der Hausdiener, Packer usw. aus der Textil» und Bekleidungsindustrie nahm zunächst dc» Bericht der stattgefundenen Generalversammlung entgegen. Bei der folgenden Aussprache darüde: gingen die Meinungen der ver- schiedenen sozialdemokratischen Parteirichtungen heftig auseinander. Um so einheitlicher jedoch gestaltete sich die Debatte, welche dem Berichte über die bisherigen Mahnahmen zur Schqffung eines neuen Lohntarife» folgten. Einwendungen dagegen, welwe das Fehlen einer Wirtschastsbeihilfe bemängvften, wurden von der übergroßen Mehrheit bekämpft. Von der Leitung der Versamm- lung wurde erklärt: Wir vertreten im Prinzip den Standpunkt, möglichst auskömmliche Löhne zu fordern und wünschen, von Js«. artigen Lohnentschädigungen bei geregelten Verhältnissen endgültig Abstand zu Nehmen. Dem wurde auch seitens der Versammlung zugestimmt. Allgemeinen Unwillen erregte nur die Feststellung der Tatsache, daß seinerzeit in einigen Gruppen der Konfektioe Sonderverträge mit den Angestelltenvereinigungen der Bekleidung?, industrie getätigt wurden, welch« mit ihren niedrigen Lohnsätzen für Hausdiener und durch längere Geltungsdauer ein Hindernis einheitlicher Lohngestaltung bilden. Man spracb aber die Hoffnung aus, daß mit derselben sozialen Einsicht wie die Fabrikanten jXt Damenkonfektion auch diese Gruppen Veränderungen der Lohnsätze der Hausdiener in ihren bestehenden Tarifvereinbarungen mit übernehmen, um somit den Frieden in der Branche zu erhalten. Ein weiterer Bericht schilderte die Vereinbarungen, welche zwischen der zurzeit noch bestehenden Geichäftsdiener- und Packervcreinigung und dein Deutschen Transportarbeiterverband getroffen wurden, um in absehbarer Zeit zu einem Zusammenschluß beider Verbände zu gelangen. In der Hauptsache wurde darauf hingewiesen, daß nunmehr Uebertritte beider Verbände nicht mehr stattfinden und der gcgch, fettige Besitzstand der Mitglieder zu wahren ist, und dass in vorlommendcn Fällen Vertreter der Vereinigung bei Verhaad- lungen hinzugezogen werden können. Diese Ausführungen, welche endlich die Möglichkeit einer geschlossenen Phalanx der Der- liner HandelShilfSarbeitebschaft in nahe Aussicht stellten, wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Die OrtSverwoltung Berlin de» Deutschen Musiker. Verbands hielt ihre MonatSversammlung ab. Der bisher gezahlte OrtZzu- schlag in Hohe von monatlich 25 Pf. pro Mitglied wurde vorläufig, bis die Quartalsabrechnung de» Kassenführers vorliegt. auf einen Monat bewilligt. Einftimmig wurde der Antrag de? Vorstand«» abgenommen, eine einmalige Umlage von 5 M. pro Mitglied zu erheben, um einen Streitfonds zu haben, da«Z nicht ausgeschlossen erscheint, dass sich in allernächster Zeit schwere Differenzen mit den Arbeitgebern einstellen können. Der Antrag, die Mitglieder der Ortsverwaltung, die gleichzeitig Mitglieder der Internationalen Kapellmeistervereinigung sind, aufzufordern, aus dieser Vereinigung auszutreten oder aus der Ortsverwaltung auszuscheiden, wurde einstimmig angenommen und weiter beschlossen, innerhalb der Ortsverwaltung eine eigene Kapellmeistersektion zu errichten, deren SektionSleiter einen Sitz im Vorstand erhalten soll. Der Tarifvertrag mit den Lichtbild- theaterbesitzern, wie er in der Kommission mit den Arbeitgebern durchbrraten worden ist, wurde von der Versammlung ange- nommen. Die Wünsche einzelner Mitglieder und verschiedener Orchestergruppen sollen bei den weiteren Beratungen nach Möglichkeit berücksichtigt werden.___ Berantw. kllr den redaktion. Teil:«Iteed Mal«, Reukslln: Wr«njelarn: Theadar »lacke, Berlin verlog: Barwiirla-Vcrlag(8. m. b. K.. Berlin. Bruck: BarwLrta- Buchdruckerei und Lerlaaaankiali Paul Sinner u. Ca. in Berlin, Ltndenttr.». Hierin t vcUa,e. Safari Kklmkötikn Abigt u Hey«. Bllllglle«anweise der Gegenwart. Anleitung mit Abbild. Ml. 3,-», geb. Mk, 4.— Wie spart man beim HauSban die Hälfte? Lehrbuch mit Z00 Abbildungen»an Fr, Vaur. Mk. 4-50. geb. Ml. S.—. Billiger Lehmstamp sdau. Da» KleinwohauugShans der Neuzeit. Handbuch für KleinwobnungSbau mit 800 Abb. Text d.Pros.A. VienlooP.Mfg.— ,gib.Mk.U.—. Der Heimatlchofle Nährtraft— Deutschland» Zukunft. 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Das HauS erledigt zunächst Abstimmungen zu 21 Punkten, die h.-im.Haushalt des Ministeriums des Innern beraten worden waren. Angenommen werden Anträge des Abg. Oelze «Tnat. Vp.) auf Versetzung der Gendarmen unter die mittleren Beamten, der Abgg. Graes(Dnat. Vp.), H o f f m a n n(U. Soz.). Gebesches(Dem.) auf Entschädigung der durch die Unruhen Geschädigten, des Abg. Dr. Negenborn(Dnat. Vp.) vm Auö- kunft über die durch die parteipolitische Werbearbeit erwachsenen Staats- und R e i ch s k o st e n, des Abg. Dr. Friedberg iTem.) um Maßnahmen der Reichsregierung gegen die Vergiftung der Fugend durch unsittliche Schriften uns Schaustellungen, ins» besondere Kinovorführungcn, des Abg. Dr.« i r u v e lTem.), der einen Gesetzentwurf fordert, durch den die Ueber- wachung der P r o st i t u t i o n grundsätzlich umgestaltet wird und des Ausschusses für Bevölkerungsvolitik auf Neugestaltng des HebammenwesenS. Abgelehnt wurde«in Antrag Hoff» nr a n n(U. Soz.) um Aufhebung des Belagerungszu. ü a n d e S. Eine große Zahl anderer Anträge wurde den ent- sprechenden Ausschüssen überwiesen. ES folgt die erste Beratung; des Gesetzentwurfs über die Er- Hebung von Zuschlägen im Guter- und Tierverkehr der Vreustisch-Hessischen StaatSeisenbahnen Danach soll vom 1. Ol- tob er 1919 ab im Güter, und Tierverkehr«in Zuschlag bis zu 50 Proz. erhoben werden; mit Ablauf des zweiten Wirtschafts- jahrcS nach dem Abschluß deS Friedens mit der letzten mit Deutsch- land im Kriege stehenden europäischen Großmacht tritt der Zu- schlag außer Kraft. Abg. Dr. Frentzel(Dem.): Die Zahlen, aus denen sich die schlimme Lage unseres Eisenbahnwesens ergeben, stnd nieder- schmetternd. AuS allgemeinen Staatsmitteln kann für das Defizit von fast Zi4 Milliarde« keine Deckung gesucht werden; deshalb find die Tariferhöhungen notwendig. Fr. die Tarifverhältnisse muß endlich Festigkeit kommen, damit fich Handel und Verkehr endlich darauf einstellen können. Wir beantragen Ueberweisung der Borlage rend früher 7 Stunden gearbeitet und noch Ueberstunden gemacht wurden. Seit der Revolution wird nur so weit gearbeitet, als eS unbedingt notwendig ist. DaS kannte man früher nicht!(Beifall rechts.) Abg. Hauke(Soz.): Daß nur 5)4 Stunden gearbeitet wird, trifft nicht zu. Man sollte den Arbeitern endlich einen Auteil an der� Produktion geben. Vou Waggonmangel haben wir in der letzten Zeit nichts gehört. Die technischen Einrichtungen in den Gruben lassen sehr zu wünschen übrig, auch darin liegt einer der Gründe für unsere Kohlennot. Damit schließt die Aussprache. Der Gesetzentwurf wird an den StaatShaushaltSausschyß überwiesen. ES folgt die Weiterberatung de« Etats für das Ministerium für Volkswohlfahrt. Abg. Dr. Brenisch(Dnat. Vp.): Die gestrigen Ausführungen des Ministers Stegerwald machten gegenüber dem Hohen Lied, das er uns im Mai hier gesungen hat, einen etwaS elegischen Einteuch Für die Arbeitsgebiele deS WohlfahrtSministeriuinS mutz gegenüber ten anderen Ministerien eine feste Abgrenzung stattfinden. DaS Wohlfahrtsministerium muß seine besondere Aufgabe in der Kultur der Familie erblicke». Das eheliche Leben, die Häuslichkeit müssen wieder die gebührende Wert- schätzung finden. Viel V e rgm ü g u Mg S st ä t t e n könnten recht gut als Wohnräume hergerichtet werden. Auf einem gesunden Familienleben beruht die ganze Volkswohlfahrt.(Beifall vechis.) Abg. Dr. Wen!(U. Soz.): Wir wünschen als Wohlfahrt'- minister einen Diktator von links. Unterstaatssekretär Scheidt: Ts ist schon darauf hingewiesen, daß die Wohnungsnot eine internationale Erscheinung ist und daß sie sich nicht nur in den Großstädten, sondern auch auf dem Land« bemerkbar macht. Man fragt immer, warum wir eine solche Wohnungsnot haben, trotzdem die Bevölkerungsziffer abge» nommen hat. Dabei wird übersehen, daß eine Vormehrung der Haushalte stattgefunden hat. Der nötige Wohnraum hierfür kann nur durch entsprechende Neubauten beschafft werden. Verschärft ist die Not dadurch, daß infolge höherer Verdienstmöglichkeitcn verhältnismäßig große Wobr.ungen beansprucht werden. Schließ- lich ist durch das Hcreinfluten von Flüchtlingen aus den besetzten und abgetrennten Gebieten die Wohnungsnot verstärkt. Ganz besonders groß ist die Not im Kohlenretier. Wir haben nun zwei Maßnahmen zur Abhilfe: Entweder können wir neue Wohnungen schaffen oder vorhandene stärker ausnutzen. Ein wirksames Mitte! ist nur der Neubau von Wohnungen. Nun ist ja der Mangel an Baustoffen schon betont worden. Die Hoffnung, daß die Ziege- leien und andere Baustoffindustrien in absehbarer Zeit genügend mit Kohlen beliefert werden, ist leider nicht vorhanden. tHört! hört!) Der ReichStohlenkommissar wird sogar gezwungen sein, das Kohlenkontingent für die Ziegeleien vom November ab noch herabzusetzen.(Hört! hört!) Alle meine Vorstellungen beim Reichskohlenkommissar waren' vergeblich. Gr erklärt: Ich kann nicht mehr liefern. Man wird deshalb besonderen Wert darauf legen müssen, die bor- hantenen Baustoffe wenigstens zweckmäßig auszunutzen. Leider wird immer noch geyen die Verordnung in dieser Beziehung der- stoßen. Es werden jetzt für jede Uebertretung sehr hohe Strafe» festgesetzt werten. Große Schiebungen sind in'Kalk und Zement an der Tagesordnung. Ich habe über die Frage der Er, baustoffe ein« Denkschrift veröffentlicht, auf die ich hier der- weise. Wir haben in Teutschland vor dem Kriege jährlich 200 000 Wohnungen erbaut. Wir werden auch in Zukunft mit einem solchen Zuwachs an Haushaltungen zu rechnen haben. Di« Kosten dafür aber würden heute mindestens das Fünffache betragen. 7)4 Milliarden würden jährlich nötig sein, um den normalen Wohnraum zu schaffen. Der Redner, der im einzelnen auf der Tribüne unverständlich bleibt, geht näher auf die Baukostenfrage ein. Reben der Schaffung von Neubauten machen wir den 71) Erleuchtung. Roman von Henri Barbusse. Verdeutscht von Max Hochdorf. Ich habe tief geschlafen und allein in dem Bette, das unS beiden gehört. Äm nächsten Morgen steht Crillon in der unteren Stube. Er streckt mir die Arme entgegen. Er ist voller Herzlichkeit. Erst bringt er seine Wünsche an und dann erzählt er in einem Zuge:»Sie wissen noch nicht, was im Stadtrat passiert ist? Dort, wo der Platz liegt, den wir den.Kleineu Januar"' nennen, dort fällt doch die Straße ab. nicht wahr? Und dort wird sie auch breiter, nicht wahr? Und dort steht doch auch der Laternenpfahl. Und dort steht doch auch das Wächterhäuschen. wo sich doch die Radfahrer immer die Nase zerschlagen. Dort hat sich neulich wieder einmal einer etwas verrenkt. und man weiß nicht mal, wer'S gewesen ist. ftällt der schlankweg auf den Schädel und ist gleich mausetot. Neben der Laterne, die natürlich umgerissen ist soll man nun ein Warnungsschild hinbauen. Aber all das Warnen ist natürlich für die Katz. Es handelt stch natürlich bloß darum, den Bürgermeister anzuöden."-- Crillon spricht seine Worte in den Wind hinaus. Ich aber mache mich von all diesen armseligen, alten Dingen los. je mehr er auf mich einredet. Als er nichts mehr sagt, weiß ich ihm gar nichts zu antworten. Und Maria und Crillon blicken mich erstaunt an. Ich sage nur:.Ach so?" Er hustet, um mich nicht aus der Fassung zu bringen. Bald geht er weiter. Und andere Leute kommen. Sie sprechen von ihren Geschäften und von den Stadtklatschgeschichten. DaS summt rings herum. Dieser ist gefallen, jener ist Offizier, ein Dritter arbeitet bei der Schreiberei, ein Vierter ist reich geworden. Was ist denn daS, der Krieg? Die Menschen gehen um mich herum. Sie blicken mich fragend an. Und dennoch, ich bin noch mehr als sie Alle— ein ungeheures Reich der Fragen. 18. Kapitel: D i e» u g e n. Zwei Tage sind schon vorbei. Ich stehe auf. ich ziehe mich an, ich öffne die Fensterläden. Es ist Sonntag, und man blickt auf die Straße hinunter. .. M z'/he den Anzug an. den ich früher getragen habe. überrasche mich dabei, daß ich mich besonders sorgfältig ankleide. Denn heute ist ja Sonntag, und man hat auch die Gewohnheit, die Dinge, die man inlmer getan hat, immer auf die gleiche Weise zu tun. Jetzt, da ich mein Gesicht mit den Zügen vergleiche, die ich einstmals in dem vertrauten Spiegelglas zurückgelassen habe, fällt mir erst auf, wie ab- gezehrt meine Züge sind. Ich gehe aus. Ich treffe diesen und jenen. Frau Piot fragt mich, wie viele Feinde ich totgeschlagen habe. Ich ant- Worte, daß ich einen totgeschlagen habe. Dann schwatzt sie weiter und schneidet einen neuen Gegenständ an. Ich spüre den ungeheuren Unterschied zwischen ihrer Frage und meiner Antwort. Die Schaufenster werden verhängt. ES wird etwaS trübselig auf der Straße. Die Straße nimmt ihr verschwimmen des und verschlossenes Aussehen an wie an allen Festtagen. Bei dem gespaltenen Chausseestein stoße ich wieder auf die alte Konservenbüchse. Sie liegt noch immer an dem gleichen Orte. Ich steige zur Höhe von ChataignierS hinauf. Dort ist niemand, denn es ist Sonntag. Haus für HauS und alles einstige Schicksal, daS darinnen gehaust hat. taucht wieder auf. Und alles ist weiß zugedeckt und fahl überzogen von dieser SonntagSstille. Ich stehe auf dem Hügelkamm und blicke umher. Alles ist gleich geblieben, in Farben und Linien. DaS Bild von gestern und daS Bild von heute ähneln fich vollkommen, wie zwei gedruckte Farbenpostkarton. Ich sehe mein HauS. drei Viertel von Dach- und Mauerwerk. Es durchschauert mich sachte. Ich spüre eS. ich liebe diesen Erdenwinkel. aber ich liebe besonders mein HauS. Und doch l Alles ist gleich geblieben? ES gibt nichts Neues. Es gibt nichts NeueS? Ist also nur verändert, waS mein bißchen Menschentum ist? Bin verändert nur ich, der ich zu schleichend in diesem zu sehr schlotternden Anzüge herum- gehe, der ich alt geworden bin und mich auf einen Stock stütze? Alles ist so unfruchtbar oder starr in der unumgängliche» Lichtheit des hellen TaglichteS. Ich weiß nicht, warum ich mich eigentlick auf besondere Offenbarungen gefaßt gemacht habe. Misin Blick irrt umsonst herum. Ueberall ins Unend- Uche hinaus. Aber eine plötzliche Gewitterverdüsterung bewegt und durchwogt den Himmel plötzlich. Der Morgen wird mit einem Male nächtlich überzogen. Nun Hilst mir diese mächtige Däm- merung, die in ihrer unsichtbar eintönigen Gleichmäßigkeit dahingleitet. Und die Menge, die in der Ferne dort auf der Landstraße austaucht, fesselt meine Aufmerksamkeit nachhalttg und stark. Sie sind nur winzig. Alle diese Schatten, die dort auf dem Wege zerbröckeln, sie sind scharf voncinandergettennt. Obwohl sie alle von gleichem Ausmaße scheinen, aus der Ferne merkt man erst, wie ein Mensch dem anderen ähnlich ist. Und das ist wahr, ein Mensch ist dem anderen ähnlich. Ein Mensch ist nickt von anderer Gattung als der andere. Das ist eine Gewißheit, die ich eingeheimst habe. DaS ist die einzige Gewißheit. Und die Wahrheit, sie ist schlicht. Denn, was ich glaube, ich sehe cS mit meinen eigenen Augen. Ich sehe die Gleichheit all' dieser Menschenflecklein, die in dem düsteren Geivitter funkelnd auftauchen. Uni» das gerade ist wie eine Offenbarung. Es ist wie der Beginn einer Ordnung, die den Wirrwarr durchbrodelt. Wie geschieht eS. daß ich niemals das gesehen habe, was so sichtbar ist. Wie geschieht eS, daß mir diese Sichtbarkeit niemals offenbar gc- worden ist. Ein Mensch und ein anderer Mensch. daS ist die gleiche Sache, überall und allezeit? Daß ich das gesehen habe, darüber freue ich mich, als wenn es mein Schicksal wäre, ein schmächtiges Licht über die Menschen und den Weg der Menschen zu iverfen. * Die Glocken läuten. Wir blicken zur Kirche. Die Kirche ist von einem Gerüst umbaut. Ein langer Menschenschwarm wälzt sich heran. Er streift um das GotteShauS. Dann treten die Menschen hinein. Himmel und Erde.-- Ich sehe Gott nicht. Ich suche allerorts. Der Blick, der den Raum durcheilt, er kehrt zurück, und er bleibt verweist, niemals habe ich Gott gesehen. Nirgends ist Gott. Nirgends ist Gott. Nirgends ist Gott. Niemand hat ihn noch und niemals gesehen. Ich weiß — ich habe es immer gewußt I Und dennoch l Glauoeit muß der Mensch vor allen Dingen. Dann kann er nur daS Dasein Gottes beweisen. Einen anderen Beweis für GotteS Dasein gibt es nicht. Wo verkündet er sich? Was erläst er? Welche Herzensmartern? Welche Leidenslasten? Erspart er denn einem etwaS an Niedergeschlagenheit des HerzenS, dieser Gott? Wo hat man denn je etwas Anderes gespürt, berührt oder umringt als nur den Schall seines Namens? Daß Gott nicht ist, diese Wahrheit nur umgibt seit Menschen- gedenken und in Wahrhaftigkeit jeden Betenden, der sich auf die Knie wirft und verdurstet nach irgend einein dürftigen Wunder, da» ihm selber begegnen soll. Daß Gott nicht ist, biese Wahrheit geht jedem Suchenden auf. der sich auf seine Bücher hinstürzt und. einem Schöpfer gleich. die Gottesbeweise erfaffcn möchte. Daß Gott nicht ist. ist auch der Grund für all' den gehässigen und blutigen und ungeheuren Wiederschrei all' der Religionen, die gegeneinander kämpfen. Daß Gott nicht ist. diese Gewißheit wölbt sich wie ein Himmelsgewölbe über die beängstigenden Kämpfe zwischen Gut und Böse, diese Sicherheit bestimmt allein die ergebene Demut der Gerechten und die Gedaukenunermüdlichkeit. die in mir selber wühlt und die Totenfelder der Verröchelnden und daS Beinhau» der unschuldigen Soldaten und die' zur Tiefe ziehen- den Schreie der Schiffbrüchigen. Gott ist nicht! Gott ist nirgends! Seit hunderttausend Jahren versucht der Mensch, den Tod auzuhalten. aber eS gibt hienieden nichts Vergeblicheres als den Schrei deS Menschen nach der Gottheit, und cS gibt nichts, daS die Reglosigkeit des Schweigens vollständiger verriete. Sorts. folgt.) (. Versuch, den borfianiencn Wohn-rau« stärker zu erfassen. DaZ ist Ttatixrlicft keine angenehme Maßnahme. Nur gibt es augenblicklich kein anderes Mittel, um Obdachlose unterzubringen. Die Ge- möinden sind ermächtigt, Beschlagnahme von Wohnräume« vorzunehmen, nur müssen sie dazu den Antrag, stellen. Berlin hat «inen derartigen Antrag erst Ende August gestellt, trotzdem die Stadt bereits im Dezember vorigen Jahres dazu ausgefordert worden ist.(Hört! hört!) Ms aber der Antrag gestellt wurde, ist er binnen 24 Stunden genehmigt worden. Die Vorwürfe des OborbürgermeisterS Mermuth gegen das Wohlsahrts- Ministerium sind unberechtigt. Es würde sich empfehlen, einen ständigen Ausschutz der Landesversammlung für Wohnungs- Wesen einzurichten. Dann werden Sie die autzerordentlichen Schwierigkeiten erkennen, die sich auf diesem Gebiete ergeben. Das Wohlfahrtsministerium wird nichts unterlassen, um die Bau- tätigkeit zu fördern. Das Haus vertagt sich auf Dienstag, den 23. Sevtamber, mittags 12 Uhr. Weiterberatung, Etat der Bauverwaltuug, vorher Anfragen. Schluß 6 Uhr 15 Minuten. GroßSerlw Die neuen /inftellungsverhältniffe See Groß-öerliner Reichs- uaü Staatsarbekter. Nach den von der Staatsregierung aufgestellten Richtlinien be> trägt dos Höchsimatz der täglichen Arbeitszeil im ollgemeinen acht Stunden. Während der Arbeit find angemessene Pausen zu ge- währen, die als Arbeitszeit gerechnet werden. Den einzelnen Be- Hörden bleibt es überlassen, zusammenhängende Arbeitszeit und Wechselschichten einzuführen. Die wöchentliche Arbeitszeit darf in keinem stalle, auch nicht im Schichtwechsel a ch t u n d- vierzig Stunden überschreiten. Essenspausen sind, soweit erforderlich, zwischen der BeschästigungSbchörde und dem ArbeiterauSschutz festzusetzen. Für Ueberstunden über die regelmäßige Arbeitszeit hinaus wird außer dem festgesetzten Stnndn- lohn einschließlich Teuerungszulagen in der Zeit von S Uhr früh bis 10 Uhr abends ein Zuschlag von 20 Proz., von 10 Uhr abends bis 6 Uhr früh sowie für überplanmäßige Sonntags« und FeiertagSarbeit ein Zuswlag von 40 Proz. gezahlt. Ait gefangene halbe Stunden werden als volle halbe Stunden mit entsprechendem Ueberstundenzuschlag berechnet. Die plan- mätzige Nawt-, Sonn- und FeiertagSarbeit ist nicht Zuschlags- pflicktig. Ueberzeitarbeit ist soweit als möglich zu vermeiden. Ist sie unumgänglich notwendig, so ist das gesamte in Betracht kommende Personal dazu abwechselnd heranzuziehen. Dies gilt auch für Wachen und andere Arbeiten. Während einer Ueberzeit- arbeit von längerer Dauer find entsprechende Pausen zu gewähren. Für die nicht auf den Sonntag fallenden gesetzlichen oder behördlich angeordneten Feiertage ist der Lohn auch dann zu zahlen, wenn nicht gearbeitet wird. Den Arbeitern soll.lsoweit es die dienstlichen Verhältnisse gestatten, ebenso wie den gleichbesidäftigten Unter- beamten nach einjähriger Dienstzeit unter Fortzahlung des Lohnes Urlaub gewährt werden, der mindesten» K Werktage, noch ö Dienstjabren 9 und nack 10 Dienstjahren 12 Werktage be- trägt, nach jedein weiteren Dienstjahr 1 Tag mehr bis zu höchstens 18 Werktagen.— Das Arbeitsverhältnis kann während der ersten 4 Wochen beiderseits ebne Einhaltung einer Kündigungsfrist gelöst werden. Bon da ab ist die Kündigungssrist eine vierzehntägige.____ Zum Lädeustreik. Vom Arbeitslosenrat wird un» gestbrieven: S» ist im- '■toahr, daß in den Germorriaiälen ein« Sprengkolonne van 300 Mann sich befunden hätte, sondern die Arbeitslosen waren dort auS Interesse an der Sache zu der Versammlung erschieiten. Als der Oberbürgermeister persönlich angegriffen wurde, trat ich als Arbeilslolenrat für ihn ein. Wir Arbeitslosen brachten nun eine Resolution ein, welche aber niebt angenommen wurde. Als dann noch der Stadtverordnete S ck> r ö d e r den Ober- bürgermeister Mermuth in Schutz nahm, entstand plötzlich ein Tumult von der gegnerischen Seite. Als wir nun erkannten. weS Geiste» Kinder die Herren waren, die sich auf Kosten der Armen durch den freien Handel bereichern wollten, wurden die Mitglieder der U. S. P. D. von dem Arbeitetrat Heinrich» aufgefordert, desi Saal zu v e r l a> s e n. Ich hatte dieselbe Ausforderung an die Arbeitslosen gerichtet. Wir verließen den Saal demonstrativ und nahmen Ausstellung in der Chausieestratze. Da wurde un« von einem Arbeitslosen folgende Aeußerung der Händler überbrochi:.Wir sind krob, daß die Spitzbuben und Zuhälter den Saal verlassen haben"'. Jetzt lorderte ich die Arbeitslosen auf. zurück- zukehren, um an der Verbandlung weiter teilzunehmen. Als wir hlneiiikamsn, wurde die Abstimmung gerade vorgenommen und wir verließen wiederum den Saal.. Von einem HinouSdräiigen oder Hinauswerien kann nicht die Rede fein, wir haben als Berliner Bürger die Interessen der arbeitenden Bevölkerung wahrgenommen. — Der Bericht entstammte einer Lokalkorrespondenz. Grober Unfug. Zur Verfolgung der Täter in dem bekannten Aktendiebstahl soll ein Casö ermittelt werden, in dem die Täter einen Siraßenplan auf � eine Karikatur Eberl» gezeichnet haben. Dieier Plan wird als Plakat mit dem nötigen Text durch ein Detektivbureau angeschlagen, ohne aber— wozu die Technik von heute längst imstande ist— die Karikatur zu entkernen. So prangt sie an allen Straßenecken. Wir erblicken darin einen aroben Unfug, den sich kein Mensch gefallen zu lassen braucht, selbst dann nicht, wenn er nur ein Reichspräsident istl Der Beirat der Brandend, irgischr« KriegSbeschädigtenfärsorge ist zum erstenmal zu'ammengetieten. Der Beirat bildete zwei AuS'chüssx. einen für die Geschäftsordnung und Satzung des Bei- rals, den anderen iür die Ausstellung der V e r w e n d u n g s- grundiätze der Svendemittel, wozu in erster Reihe die Ludendoiff-Spende gehört. Berliner Streik gegen da« Münchener Urteil. AuS Anlaß der Ber- urteilung der Münchener Geiselmörder trat die Arbeiterichaft der Firma Stock u. Co., Mariendors, in einen eimSatgen Streik ein. Bemerkenswerl ist, daß der Arbeiterrat eine solche Aktion ab- lehnte und es einem K. P. D.-Mugl»ed überlietz, die» Feuerchen anzublasen. Ter Reichsbund der Kriegsbeschädigten teilt un« mit, daß die Nichlerledigiina der ihm von uns zur Aeußerung übermittelten Zu- schiiit per Ortsgruppe Charlottenburg auf doS Bei sagen eines um die nötigen Feststellungen ersuchter, Mitgliedes zu-ückzuführen war. D>e dadurch hervorgerufene Verzögerung de» Abdrucks hat die Charlottenburger veranlaßt, zu dem Organ des Zer'pliiterungS- biliides zu laufen, womit der Reichsbund natürlich nichts zu tun . baden will. Auw seine sehr zahlreichen U. S. P,> Mitglieder wollen ,h,e wirtschaftliche Oiganisatio» ungeschädigt aufrechterhalten. Neue Turnadteilung für Knaben in Berlin N. Die.Freie Turner ichalt Berlin" hat nun auch im Norden Berlins eine Kinserabtetlutig eröffnet, nachdem die Abteilungen im Süden einen außerordentlich guten Zuspruch gefunden haben. Die neu? Abteilung lurnt DienStap» und Freitags von 6—8 Uhr in der stäbiiiche» Turnhalle, Demminer Sir. 27. Beitrag monatlich 25 Pf.. einmaliaes Etnichreibegeld Sb Pf. In der gleichen Turnballe lurnt Dienstags und Freitag« von 8—10 Ubr eine LehrlmgS- und Svaitiier-Abteilung. Genossinnen und Genosse», welche zur Hebung der Volksgesundheit beitragen wollen, werden zum Besuch der Turnstunden eingeladen. Forderungen der Gendarmeriebeamten. Der zweite Abgeordneten- tag des Preußischen Gendarmerievereins behandelte in erster Linie Wiinlche und Forderungen binsichttich der Rang- und GehaltS- verbältnisie. Die Gendarmerie ist noch der Revolution ihre» militärischen Charakters entkleidet, ihre Beamten find Zivilbeamte oeworden und gehören der Klane der staatlichen Unterbeamien an. Der Abgeordnetentag vertrat die Forderung, daß die Gendarmerie- beamten in die Klasse der mittleren Beamten eingereiht werden, wodurch eine entsprechende GebaltSausbessernng eintreten würde. Die Gendarmericwachtmeister tollen den Polizeiassisienten und die Oberwachtmeister den Polizeikommistaren gleichgestellt werden.— Es wurde darauf verioiesen, daß für die' neuaebildet« Berliner SicherheitSwehr erheblich bessere BesoldungSverhältnisfe bestehen, als bei de» alten bewährten Beamten der Gendarmerie. Auch in andereir Städten würden Polizeibeamte besser besoldet wie die Gendarmeriebeamten desselben Bezirk«. DaS müsse die Gendarmeriebeamten mit dem Geiühl der Unzufriedenheit erfüllen. Bei den Unruhen in den letzten Monaten, namentlich in den Kohlenrevieren, hätten stch die Gendarmerie- beamten durch umsichtiges und besonnenes Eingreifen im Interesse der Ordnung sehr gut bewährt.' Sie könnten also wohl eine Be- rücküchtigung ihrer Wünsche erwarten. Die Gendanneriebeamten müßten io gestellt werden/ daß sie unabhängig seien von den be« trügerischen Landleuten, denen gegenüber sie doch die zuverlässigsten Organe für Herstellung geordneter Verhälinisie seien.— Geheimer Reoierungsrat Frhr. v. Schütz, Vertreter des Ministers des Innern, versicherie, daß er an zuständiger Stelle die Wünsche der Gendarmerie« beamten vertreten werde.— Gendarmerieoberst v. R a u m e r b«> sundete seine warme Anteilnahme a» den Bestrebungen de« Grndarmerievereins. Berteuerung der Arbeiterwochenkarten. Die Arbeiterwachenkarten de? Fernverkehr» kosten: 1— 4 Kilometer 1 M,, 5 Kilometer 1.10 M.. 6 Kilometer 1,20 M., 7 Kilometer 1,60 M,, 8 Kilometer 1,70 M., 9 Kilometer 1,90 M., 10 Kilometer 2 M.. 11 Kilometer 2,20 M.. 12. Kilometer 2,30 M.. 13 Kilometer 2.50 M.. 14 Kilometer 2,60 M,. 15 Kilometer 2,70 M.. 20 Kilometer 3.30 M., 25 Kilometer 3.60 M,. 30 Kilometer 4,20 M.. 35 Kilometer 4,70 M.. 40 Kilometer 5.20 M., 60 Kilometer 6,40 M. und jedes weitere Kilomeier 0,11 M. mehr, auf volle 10 Pf. anfaerundet. Die Arbeiterfabrkarten de» Stadt«, Ring« und Vorortverkehrs bleiben bis auf werteres unverändert. Dle Bertraueusleute sämtlicher Grvß-Berliner Lazarette ersuchen die Regieruna zu veranlassen, daß die an, 23. Auoust im'früheren Gebäude des Vollznasrots, Hinter den Zelten 23. Zimmer der Lazarettkommii'fion, beschlagnahmten Akien, Kassenbücher. Broschüren usw. soiart freigegeben werden. Die Erregung über diese unge- rechte Maßnahme unter den Lazareltinsassen sei so groß, daß die Vertrauensleute die Verantwortung für die daraus entstehenden Folgen ablehnten. Riesenschiebung mit Hecrcszigarren aufgedeckt. Dank der Aufmerksamkeit und Mithilfe der Bevölkerung �st eS der Tempelhofer Kriminalpolizei gelungen, eine umfangteiche Schiebung mit Heereszigarren aufzudecken und die zu« nächst Beteiligten fest�zunehme n.� Stuf dem Güterbahnhof Temvelhof traf eine aroße Sendung von Zigarren als HeereSgut auf Grund von Lieferscheinen ein. deren Fälschuna nachträalich fest- aestellt wm de. Die Schieber sind der wohnungSloie Kaufmann H., ein Kommissionär K.. ein Einkäufer des ReichSwirtschattsamtS, der in Stealitz wohnhafte Hauptmann R. und dessen Freundin, die im Westen wohnende Gattin eines verschollenen Ober« leutnants D. Die Ziaarrenlodung, die einen Wert von etwa 250 000 M. bat, wurde beschlagnahmt. Es besieht der drin- gende Verdacht, daß an der Fälschung der Ltefericheine und an der aanzen Schiebung eine Reihe von Proviantamts- und Heeresbeamten beteilrot ist. Die weitere Ver- folgung ist der Staatsanwaltschaft übergeben worden. Muft das sein? Ein von Kriminalbeamten verfolgter Einbrecher flüchtete aestern früh gegen 3 Uhr in dos Hau» Sickinoeiistratze 8, lies die Treppe hinaus, stieß die in ihrer Wobnunosiür im ersten Stock stehende Frau Lüdtke beiseite und versteckte sich in der Speisekammer dieser Wohnung. Durch die Hilferuie der erschreckten Frau Lüdtke wurden ihre beiden Söbne herbeioeinfen. die in den Flur eilten. Trotz der warnenden Rufe der Mutter und des älteren Sobne»:.Nicht schießen!" schoß der veriolgende Beamte denjünoeren Sohn nieder. Der geinchie Einbrecher wurde gleich daraus in der Speise- kommet ohne jeden Wider st and festgenommen. Der nieder- geschossene Schwerverletzte liegt im Moabiter Krankenhause.— Für doS nnerhörle Vorgehen des Beamten gibt es keine Entschuldigung. Gegen ihn mutz mit unnachsichtlicher Strenge eingeschritten werden. Ei» Einbrecher erschossen. Der Iljäbrige wohnungslose Ar- beiter Gustav Hammel wurde nach einem Einbruch in die Zigareltenfobrik Snautz in der Rinabahiistratze auf dem Tempel- böser Feld von Kriminalbeamten gestellt und da er selbst von der Waffe Gebrauch machen wollte, von einem der Beamten er- schassen. Bei einem räuberischen Neberfall im Tiergarten schwer verletzt wurde in der Nacht zu gestern ein Lehrer B. au» Charlottenburg. Auf der Rückkehr von einer Sitzung, die sich bis tief in die Nacht ausgedehnt hatte, wurde er im Tiergarten von einem Unbekannten in Soldatenuniform hinterrücks niedergeschossen. Auf seine Hilfe- rufe lief der Schütze davon, während vom Kleinen Stern her ein anoercr Soldat dem Getroffenen zu Hilfe kam und'für seine Ueber- führung nach dem Krankenhaus Westend sorgte. Nach der Be schrei- lmng dös Soldaten ist der Täter etwa 20 bis 22 Jahre alt und etwa 1.70 Meter groß. Er bat einen gestutzten Schnurrbart, ein ziemlich volle», gesunde- Gesicht und einen„latschigen" Gang und trug eine bräunliche Rcisemütze, eine feldgraue Bluse und eine feldgraue Hose ohne Gamaschen. Auf die Ergreifung des Revolver- Helden hat das Polizchpräsidium eine Belohnung von 1000 M. ausgesetzt. Mitteilungen an Kriminalkommissar Boese, Zimmer 88. * Zu der LiebeStragödi« in der Münzstraste wird mitgeteilt, daß der Sicherheitssoldat Dahlmann nocherrcht ergriffe nrst. Aus sein« Ermittlung ist eine Belohnung von 1000 M. aus- gesetzt. D. lernte die erschossene Verkäuferin Charlotte N.i e tz- /vetzki während der Märzunruhen kennen und verlobte sich zu Pfingsten mit ihr. Es entstand zwischen den Beiden schon bald eine Spannung, weil Dahlmann sehr eissersüchtig war. Vor acht Tagen hob sie die Verlobung auf. Dahlmann empfand den Bruch sehr schwer. Er verabredete mit dem Mädchen, daß er auf ein Jahr nach Hause fahren wolle. Erst dann sollte es sich entscheiden, ob es bei der Trennung bleiben werde. Dahlmann reiste am Sonn- abend auch ab, kehrte aber gm Montag zurück. Bei seiner Truppe ließ er sicb aber nicht mehr sehen. Er wurde deshalb van ihr bereits gesucht. Am Donnerstagabend erschien Dahlmann in dem Geschäft der N. und verübte die Tat. Nach den Ermittelungen ist er einige Zeit später aus dem Hause, in da» er durch die Bodenluke gelangte, entkommen und verschwunden. Er lies dabei durck eine Schankwirt- schaft und entkam nach der Kaiser-Wilhelm-Stratze. Die gemeinverstäudlicheu Rechtsvorträge der Derelnigung .Deutsche» Recht" beginnen wieber am D i e n S t a g. 8 Uhr. in der Land« rvirtichaflllchen Hochlchnle. Jnvalidenitr. 42. mit einem Vortrag über.Kinder und Ilnterbalwngspflichtt. Am 30, d. MtS,. 8 Uhr. im großen Schwur- genchtSlaal, Alt-Moabit 11, ftrasrechtlicher Dortrag, insbesondere sür Schösse», über.Der strafbare Versuch". Zmritt frei. Lichtbildervortrag über Pilze im Märkische» Museum. Monlag, 7 Uhr, wird der städtische Lehrer Roman Schulz, der Leiter der PUz- beratungsstelle, im Vortragsaal de» Märkischen Museums einen Vorwag über die Speiie- und Giftpilze der märkifchen Wälder und Wiesen hallen. Emlrll unentgeltlich. Sttiastenbahnumlertung. AuS Anlaß des Sa-wS der llntergrnnd. bahn in der Dresdener Straße werden die Linien 5, 1t, 27 und 32 bis au weiteres zwischen Oranienplatz und Dresdener Swaße. Ecke Prinzcnfwaßc, vom 22. d, MtS. ab in beiden Richtungen über Oraniellftraßc, Moritzplatz, Prinzen st raße umgeleitet. BeiuchSordnnng für die Staotltchan-Museen im ZNinterhalb. fahr. AlteS und Reue» Museum. Kaiscr-Friedrich« und Kunstgewerbe- Muleum. Museum sür Völkerkunde sowie Sammlung sür Teursche Volts- künde an den Sonntagen und ap den zweiten Tagen der höheren Feste- Ottober— März von 10—3 Uhr. Montags wegen Reinigung gc- schlössen— ausgenommen Mnieum für DSIkerilinde. das Dienstags geschlossen wird. Bibliothek des Äunitgewcrbc-Museumz wochentags 10 bis 8 llbr. Am Bußtag, ersten WeihnachtSseiertag und NeujahrStag bleiben die Museen geschlossen. Besuch aller Museen unentgeltlich. Die GaSvertenerung wird im heutigen Anzeigenteil amtlich mitgeteilt. Lichterfelde. Gemeindevertretung. Die Verbandlungen wurden mit einer Kritik der Berichte der OitSpresie eingeleitet. Antragen unserer Fraktion lauteten: Wieweit sind die Vorarbeiten betreffend Feststellung der Einkommensteuer gediehen? Wie steht eS mit der Urlaubsregelung der au» dem Felde Zurückgekehrten? Waren die Löschgeräte der Feuerwehr beim letzten Brande in Ordnung? Wann werden die Kaiserbilder rind-Hüsten auS den öffentlichen Gebäuden entfernt? Ist eS wahr, daß dem- Bürgerbund unenlgelihcv Bureauräume im Realgymnasium zur Verfügung stehen? Ist dem Vorstand bekannt, daß die Räume der Leben»« mittelstelle durch einen gewissen Fröhlich-SÄröder. der auch an LebenSmittelschiebungen beteiligt gewesen sein soll, photographiert worden find? AuS welwem Fonds stamme» die 1000 M. Kosten? usw.— Zur TcigeSordnunfl selbst ist- zu er- wähnen, daß auf Antrag unserer Fraktion— nicht wie in der OrtSvress« zu lesen ist von den Unabhängigen— die vom Gemeindevorstand beantragte Bewilligung von 5000 M, zum Anlauf von KleidungZ- und Wäschestücken für bedürttiae KrregSaekanaene auf 20 000 M. erhöht wurde. Ferner wurde beschlossen, für Ein- rrchtungen von Wohnungen 100 000 Mark und für den Ankauf von Brennmaterial 500 0(>0 Mark bereit zu stellen.?llS Rendant für die Gemeindesparkasse wurde Genosse Hirsch bestätigt. Tempelhok. Gemeindevertretung. Die Einkommen bis 1500 M. bleiben von der Gemeindeeinkommcnstiuer befrett; die Steueriae« des gegenwärtigen Tariis nach§ 17 de? Eutkommenstcuergesetzc» werden für die natürlichen Personen bei Einkommen von mehr als 1500—1650 M. um 90 Proz.. bei 1650—1800 M. um 80 Proz., bei 1800— 2100 um 70 Proz. und so weiter brS 3600— 3900 um 10 Proz. herabgesetzt. Zur Deckung des Ausfalles an Steuer, der durch die'e Matznahmen entsteht, werden die steuerpflichtigen na- türlichen und juristischen Personen mit einem Einkommen von mehr als 6 500 M. nach einem Tarif herangezogen, dessen Steuersätze um 30 Proz. der im§ 1 de» Gesetzes vom- 8. Juli 1916 für natür- liche Personen vorgesehenen ZuschlagSprozente höher sind, als die Steuersätze des§ 17 des Einkommensteuergesetze?., Der Vonchlag deS Saushalt auSschusseS, den Kommunalsteuerzuschlag von 260 ,»s 300 Proz. zu erhöben, wird mit 14 Legen 11 Stimmen avgc- lehnt. Der Schaffung einiger neuxr Becnntensiellen wird zu- gestimmt. Dem Antrage Ewald und Genossen aus Einsetzung eines Ausschusses zur Prüfung der Frage der Versorgung mit HauSbrandkoble wird ebenfalls zugestimmt und eine 7glicdrine Kommission gewählt._ Groß'verliner Lebensmittel. Verlin. Zlbichnitte 38 a— g der Kartoffelkarte bebakten vi? 24, Sep> tembcr(Biiltinfeit. Auf 39a— sr ab 24. Sevtember 7 Pfund Kartoffeln. Schöneberg, Bis 23. September Voranmeldung für 250 Gramm auSI Kartoffelltärkemedl<86s Nächste Loche obnc Voranmeldung 250 Gramm Marmelade l71), 250 Gramm MaiSmcbl t3D, 300 Gramm Näbr- mittel Ott), 8 Päckchen Milchiüß'peise f82i,'/. Psund Amerikamehl fZ'ISr, 70 Gramm Margarine(A 17). Kochfertige Suppen freihändig. Süßstoff bi» 80 September._ Grosi-Serliner parteinachrichten. 1. Abt. Morgen Sonntag, nachmittag» 5 Uhr, im GeielllchaltShauS Hockescker Markt", Roienthaler Str. 36, UnterhaltungS-Zlbend. Kabaiclt, Verlosung und Tanz. Genosse» au» anderen Abteilungen sowie Gäste willkommen. 2v. Stbt. Die Bezirksabend« om 24. d. MtS. finden nicht statt. Juuglozialittische Vereinigung. Wanderung Melchow— Specht- bausen— Schwärzetal. Tressvunkt: Sonnabend abend 5 Uhr. Steltingr Hauptbahnboi. Für Nachzügler: Sonntag früh 7*/, Ubr ebenda. Zreptcw-Vaumschulcnweg. Heute Hondzettcl-Ve'.breitung oo» den bekannten Lokalen auS. Ertcheinen dringend notwendig. Lichtenberg. Mittwoch 7 Uhr in der Lyzeum-Aula, RalbauZstraße. Mitgliederversammlung. Tagesordnung:.Eltern, schafft euren Kindern weltliche Schulen". DollzäbligeS Erscheinen, besonders der Parteigenossinnen, wird erwartet.— Gefunden wurde in der letzlau Versammlung in der Schule Martlilraße eine Monatskarte der Stadl- und Ringbabn; abzuholen bei Wessel, 0 t12, Niederbarnimltr. 11, Iii. Mahlsdorr. Montag 8 Uhr öffentliche Versammlung bei Ander», Bahnbosstraße. Tagesordnung: 1. Das Schicksal der Reoolution. Rcscrent: Genosse H e i l m a n n. 2. Freie Aussprache. Frohnau. Unter dem Vorsitz des Gen Knuth-Hermsdorl wurde eine S. D. D.-OrtSgruvve gegründet. Bei den Wahlen zur Natioimlverlamm- lung waren 140 Stimmen sür die Vattei abgegeben worden. Der Organi- sationSauSschuß besiebt aus den Genossen Schneider, Bär, Krau'e und, Wünlcher. Demnächst wird eine große öffentliche Volksversammlung die weitere Werbearbeit sür die Partei w der kapitaiistischen Gartenstadt ein- leiten. ßrlcfFöftcn üer RcdoPfion. Jeder ffit den Brlekkasiea bestimmte» Anfrage füg« man«ine« Buchstaben und ein« Nummet bei. BrieNich« Auakunft wird nicht erteilt. Eilige An- fragen trage man in der Juristischen Sorechstunde, Lindenstr. 8, 1. Hos oar- terre links, vor. Schrifo'tllcke und Verträge lind mitzubringen. Nr. 200 Schneider. Fragen Sie beim Berliner Magistrat an.— I. 66. Wendel« Sie sich an den Bund der Laubenkolonisten. Krantstr. 17/18. —&. 4». 600, Der Käuser ist zur Abnahme verpslichtet, kann auch die Anzahlung nüht zurückverlangen.— St. 60. Retlamieren sie bei der dortigen Kirchenbcbölde.— A. W. 68. 1. Formlos durch persönliches Er-cheinen beim Amtsgericht Lichicnberg. 2. Am zweckmäßigsten noch im Läufe des Monats, da alidann Sie Sirchenlleuerpssicht mit Sude die'eS Monat» erlischt. 3. Rein. 4. Keine.— Ostpreußen 66. An den zu- ständigen Regierungspräsidenten.— W. G. Die Zurechnung de» Ler- diensteS Ihrer Frau ist ungerechtsertigt. Legen Sie vor Ablaui der 28- tägigen Frist Berusung ein.— R. M. 1907. 1. Amtsgericht Bcrii»- Milte, Reu« Friedrichstr. 12/15, persönlich mit LegitimalionSpapieren. ohne oorhenge Anmeldung. Wenn Sie im September Meies Jahres ausscheiden, erlischt die Stenerpflicht mit Ende de» MonatS 2. Nein.— W. K. 101. Leider nicht.— O. H. 44. Richten Sie ein Gesuch an den Magistrat.— R. Ä. 94. 1. n. 2. Ja.— Hausreinigung 16. 20 Ps. pro Woche. — A. P. 88. Nein, wohl aber AnsechtungSgrund. wenn binnen �ewS Monaten von der Kennwi» ab gerechnet Klage erhoben wird. 2. FailS Prozeß erfolgreich, nein.— CT. M. Leider nicht.— M. M. 3. Bezug. lich de» eingebrachten Gutes besieht Gütertrennung ohne betonderen Per« trag.— G. 20. Der Gemcindevorsieher war nach dem Mcbrhe:tS> Prinzip zu wählen, aus Grund der bisherigen Bcstinimungcn..zur die Wahl der übrigen GemcindevorstondSmiiglieder, also auch de§ stell. vertretenden Gemeindevorstehers, war das DerhältniSwablsynem an-v- wenden.— Lt. U. Ruscn Sie daS Amtsgericht Neukölln an. dem die Befugnis de» MieteinigungSamt» zusteht.— B. L. 86. 1. Leider, ja. 2. Im.Vorwärts" wiederholt, zuletzt bezüglich der Frage der Bezugs- berechtigten in Nr. 431 behandelt. Lesen Sie dort nach.— Postbote ISIS. 1. Di- gesamte Militärzeit. 2, An sich zulässig. Setzen Sie sich mit der Dienstbehörde in Ver- bindung.— F. tztz. HO. Ja, lowcil Sie dazu imstande sind. <£. P.®. 1. Der Besitzer erhall die Druschprämie von der Behörde. Da« Nähere wird vom Landrateamt bestimmt. 2. Sie brauchten nicht zu zahlen. Ihnen darf daS Brotgetreide nicht zu einem Höhere» Betrage an- g»rechnet werde».______ llSetteranSffchSe« kür da» mittlere Norddeutfcbland bis Sanntag mittag. Gritzlentell« bewölkt, mit weitverbreiteten, im Westen vielfach starten, östlich der Oder schwächeren Regensällen und ziemlich leb- haste» südwejUichen Winden. Ostwärts sorlfchrenend« Abkühlung. Gerichtszeltung. Der falsche Lettow-Borbeck. Wegen völlendeten und versll'chien Betruges in Z2 Fällen in Verbindung mit schw er er-Ur- kundenfälschung war der angebliche Kaufmann Sigismund v. Jaruntowski angellagt, während sich die Kaufleute Theo- der Hirsch und S a h l b e r g wegen Hehlerei zu verantworten hatten. Am �4. September bestellt: der Angeklagte, elegant ge- kleidet, mit Monokel bei der Firma Gersozi zwei Perserteppiche für SOOO Mark, übervichte seine Visitenkarte, nach welcher er der Siegmundshof wohnhafte„RegierungSrat Dr.- v. Günther" fei und bat. dt: Teppiche mit guittierter Rechnung nach seiner Wohnung zu senden. Eine halbe Stunde später erschien er bei der Firma Israel und bestellte 2 Teppiche für 6070 M. Als die Boten der beiden Firmen mit'den Teppichen erschienen, erhielten sie-einen Scheck als Bezahlung. Ta es Sonnabend nachmittag war, konnten die Firmen den Scheck erst am Montag zur Einlösung vorlegen. Es stellte sich heraus, dag ein Konto ,,Dr. v. Günther" gar nicht existierte. In der Rolle eines„Freiherrn von Stumm", Bendler- straste 37, prellte der• Angeklagte die Firma Rudolf H e r tz o g um lö ZSö M. Mehrer andere Firmen, bei denen der'Angeklagte als ..Regierungsrat von Thiedemann" austrat, wurden um Beträge 18 000, 15 000 und 31 000 M. geschädigt. Seinen Hauptkoup voll- sührf: er fn der Rofie des..RisterguiSbesiders Joachim von Lettow- Vorbeck auf Schloß Tannen, Kreis Glogau." Als solcher erzählte er/ daß er söinem Onkel, dem General von Lettcw-Borbeck, cher „am Montag eintreffe" am Kurfürstendamm 183 noch schnell eine Wohnung einrichten wolle. Ter Kuustsalon Gerstel wurde einen Achenbach„Hotel Paparis" für 9000 M., Schulte Unter den Linden einen Licbermayn„Der Muschelstschcr" für 32 000 M., die Firma Pfaff Möbel usw. für 38 000 M. los. Schließlich trat der ehe- malige Zuchthäusler, dessen einzige Requisiten das Monokel und die Visitenkarten mit tönenden Namen waren, auch ,als«Kommer- zienrat August Rammler» auf.. Ein Test- der von dem Angeklagten erbeuteten Möbel und die Bilder wanderten zu den Mitange- klagten Hirsch und Sahlberg und wurden später bei diesen be- schlagnabmt. Das Gericht erkannte gegen v. I. auf 5 Jahre Zuchthaus, 10 Jahr: Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht, gegen Hirsch aus 6 Monate und gegen Sahlberg auf 0 Monate Gefängnis.__ Hilöungsveranftaltungen. Bezirksbildungsansichust. Stuf den heute abend stattfindenden Kunstabend, D a S Volkslied" in der SU-.Ta dcS Köingstädtischen Gymnaliums, Elisabethstr. 57/58, wird nochmals hingewiesen. ES sind noch einige Karten an der Kasse zu haben! 20. Slbt. Teilnehmerkarten k 1 M. zum Vortragszyklus des Genossen Schlegel über.Ausbau unseres Wirtschaftslebens am 2., 3., 16. und 23. Oktober 1319 find nach zu haben bei Guzy, Weidemveg 7. Rege Beteiligung ist dringend- ersorderlich. vortrage, vereine unö Versammlungen. Teuticher Trausvortarbeiterverband. Technisches Bühnenpersonal. Sonntag, den 21. September, morgens pünktlich 3 Ubr, im Gewertschasts- hanS, Engeluser 15: Milgliederncrsaminlung. Bericht über die VerHand- lung mit dem Verband Berliner Bühnenleiter.— Neichsbmid der KriegSdeschadigtan, KriegStrilnrhmer nud Kriegshinterbliebenen. Ä e z i rtl Zentrum. Montag. 7st. Uhr.„Elisabetbgartcn", Clilabethstr. M. — Zentratverbond der pensionierte» Reichs-, SrnatS-, Gemeinde- bcamtcn und Lehrer.?i!on!ag, den 22. September, 5 Uhr. im Siyungs- faalc des Herrenhauses, Leivziger Straße: Versammlung. Verbands- shndikus Goerlich spricht über die Lage und Wünsche der Ruhestands- beamlen und Bcaintcndinterblicbcnen.— Arbcitcr-'ltbstinrntenbn»». Dienstag, abends 7 Uhr, im Heim. Brüderfir. 43: Vortrag des Gc- nassen Dr. S. Drucker über„Parteipolilik und Abitinenzbewegung". Gölte willkommen.— Arbeiter-Rad inhrerbiind»Solidarität Ortsgruppe Berlin. Stbt. I. Morgen Sonntag 1 Uhr Mönchmühle. Start: Wieurer, Bülowstr. 58. Abt. II. Sonntag. 6 Uhr morgen». Wannsce. Fürstsnbof nachmittags 1 Uhr. Bon dort L Uhr zu Fuß nach Psaueninsrl-Rikolssec. ü Bürgerliche Wohnungs-Einrichtungen ßeriin C.S3 M&xatiderstras&e 42 In jeder K'eSc- und Siilart a« soliden Preisen. Reiche Auswahl In erstklassigen Möbeln bis zum Auserlesensten. Besichtigung unserer umfangrelchen Lager ist äußerst lohnend und erwünscht. Lieferung direkt ab Fabrikgebäude. ...................................... iiniwrMiiwiini I I»m......n uniiMiiln Dätiksägung. Fü» die zahlreichen Beweise herzlichster Teilnahme anläß- lich des Dahinsdjeidens meiner inniggelledten öchwcster Sacil ist es mir leider nicht möglich, jedem einzelnen zu danken, und wreche id> daher auf diesem Weg- allen denen, welche mir ihre so wohltuende Anteilnahme an dem herben Verlust bewiesen haben, meinen tiesgefühlten Bank aus. Im Namen der Hmterbliebenen Fritz Bock. Spezialarzt 1 Dr. med. Koeben. Erprobte und schmerzlose Behandlung• in Dr. Homcyer& Cb. | konz. Labor, f. Blutunters, ~ iedrlcM.gfc�k IKöiiigstr.SfiSl.raÄ; 1 Spr. 10-1 u. 5-8, Sonnt. 10-1. Separates Damcnzimmcr Spezialarzt. Erioigreicbe Behandlung. Sonißstr. 34/38 ' Alwcandcrplatz.* 10— 1, Sonrit. 10—1. Spezialarzt Sanitätsrat Dr. Müller, FpiedrlclistfaSe lätt II Eingang Kroncnstraüe. Spr. U-I, 5— 7, Sonnt. 11-1. Erioigreiche Heilmethode.. Harn- und Blutuntersuchung. SpeziaSarzt Dr. med.WGCkentuß Frlßdrichslr. 125„«Ä Spr. II— 1, 6-8, Sonnt. 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März 1919, nach dem vierteljährlich der Gaspreis entsprechend dem Kohlenpreise festzuseßen ist. erhöht sich der zurzeit 47 Bf. betragende Easpreis von der im Monat September 1010 erfolgten Aufnahme der Gasmcficrbestände ab um 8 Pf. Demgemäß sind von dem genannten Zeitpunkt ab für 1 cbm Gas i. bei der Entnahme durch aewMinl. Gosmefier 53 Pf. 2.,„„ vermitlelst Gasantomatcn 48 Pf.- und einschließlich Mietzins für die Gasejnrichtnng...'. 2,45„ 50.45 Pf. zu zahlen. Abnehmern, die das Gas durch gewöhnliche Gasmesser beziehen»nd im Lerlaufe eines ganzen GeldfifitsjahreS der städtischen Gaswerke bei ununterbrochener Gas- benußung mdit mehr alz 355 cbm verbrauchen, erholten am Jahresschluß wie bisher 5 Pf. des gezahlten Preises für das gubikmcter znrüllocrgütct. 702D Beelln, den 18. Septcmher 1910. Direktion der städtischen Gaswerke. Lenze. G a d a m e r. Z.-Rr. 13618 Erst 1/19. hl großer Auswahl und guter Ausführung auf & Bai-»der Kredit, sf Möbel- Gross Gr. 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Bammerspiele. 7u.:DleBlieliS8ilErPanilßra Sonntag Z'/i: Der WelbateufeL 7 Uhr: Unterwegs._ Theater 1. d. KünigurStzerStraße '/£ Uhr; Kameraden. Sonntag 3 Uhr: Musik. Abends: Kabale u. Liebe. Mont: Kabale und Liebe. Kornffdlenhaus >/.8: Llselott ron der Ptalz. Sonnt,.1 U,: Fünf Franki'uner. Berliner Theater t/z«: Die Dame im Prack. Sonnt. 3: Die teile Komtess. Contrel-Theater J�ßle SeWSnstevon Allen. Dentsches Opernhaus 7u.:!)ieilebE dreier Könige. Frlcdr.-WlIhelinot.Th. r/. uhr: Weinende Erben. Kleines Theater. « uhr: Snnima Sinnmamm. Kl. Slchansplelhaas. '"bereitung: BrSLd. Komische Oper 7vlu.:Liebeszauher, Sonntag 3'/. U.; Liebeszauber. I.ustsplelhans T/t Uhr: Sfl KM Wliki. Metropol-Theater. 7 uhr 2o: Die Faseblngsiee. Bettes Operette« haus. 7v.u.:DSeDiiffle?oniZirlnis, Behtller-Theat. Charl. 3 Uhr; Wilhelm Teil. SiFIacbsinann als Erzieher Thalia-Theater 7'/2U.: TU.amhiöllendorfplatK 3>/« Uhr: Renaissance. ?'/. uhr.- öle Poppe. Theater dea Westens 7./.v.:DieFran!ADerineI!ii Sit 12: Tanzm. Elsa Btreny. Sonnt. PI,: Die lustige Witwe. Theater„Die Trinline" Charlotlenb., BcrlinerStr.37/38 8U.;„Retter",..Etttscheidung" Theater d. PHedrlchstadt 7t/.u.: Vier Einakter. W'sllner-Theater W Eine Ballnacht. Sonntag 3,15 Uhr; Oelsha. Residenz- Theater. Untergrundb. Klosterstraße, Stadtbahn Jannowitzbrücke. Nachm. 4 Unr, kleine Preise: Httnsel und Gretel. Täglich Heute OOQ Kala 8 Ohr. zum tidtf. ItiflIC Bas km Leben. Komödie von Sudermann. Sonntagnachm. 4, kleine Pr.: UeHpenster. Trianon-Theater. Bahnhol Frledrlthstraße. Untergrundbahn Friedrichstr. Nachm. 4 Uhr, kleine Preise: Aschonbrltdel. »".r 364. Male Oer gute Jtuf 1 Komödie von Sudermann. Sonntagnachm. 4, kleine Pr.i Jonannisfener. Walhalla-Theater. vi, Uhr: Das Gesetz. Luisen-Theater. Ä S: Asehenbrödel. 7i/, Uhr täglich: Sonntag i Uhr; Dorf und Stadt Strandgut ThoaUr am KottbuserT or Tel: Moritzpl. 14814. TVi Uhr und Soantaa; nachm. 3 Ohrt Elite-Sänger Seidel, Rusetli, Schubert, Hqrst, O. Schräder etc. Neues Programm I Großer Lacherfolgl Sonnt, nachm. ermäß. Preise. I Kind Ireil Blflthg:ea»KooiertiBeg.7U. �lüirals-Falas!, |i]iternat.Bo)[wettkä!npli 1 in allen Gewichtsklassen{j um die Meiste rschaften von Deutochland. Jhr. Ailmlrais-KiDO L'raullührung Wando Borska mit Pol« Ne« V;, llhr u. Sonntag nachm. S Uhr: Volksbühne a1Äi vi, Uhr: Gas. Lesslnar-Theater Direktion: Victor Barnowsky. 7>/,: Der Schöpfer.' (Albert Bassei mann.) Sonntag VI,: Der Schöpfer (Albert Bässermann.) Montag VI,-- Liebe. Deutsche» Ktlnstler- Theater. V/,: Das Schloß am Wannsee. Sonntag 3: Nachtbeleucbtung. Vi-: Das Schloß amWanttsee Mte. 7"-: Schloß amWamsee. Rose-Theater. Z>'z Uhr: Hänscl und Gretel. Vi, Uhr: Gastspiel IdaOrloff Kleine Sklavin. Casino- TheaLpr Lothrlngerstraßc. Tägl.'!,KV.: Broßstadt-Pflanzes VolksstUck in 3 Akten. Vorher: Schwarzwaldbilble. Opercttenakt m.ViktorLitzek. Dazu erstklass. Spezialitäten. Sonntag l/I*: Mädchenehre. APOLLO THEATEK Dir.: James Klein Priednchstraße 218 j 7'/. September 7»/4 1 SonnU' iu. I Erich Bahn ] deutsch. Pollzeilehrcrl überwält. selbst den I best-Ringkämpler ima Üu-Jitsü-Kainpf j 4 Urbanis die best. Akrobaten| der Welt ? Hennings? - 3 Mackweys die Urkomischen Mestrum die komische Type| Ahers& PartneF Luit-Akt James Bäsch Humorist 3 Cartellas bei üh mte Jongleur- Familie Fürst Universal-Akt Sonntags 3>/,, jeder 1 '.1 Kind frei. I ßreusJtmA «gl.?>/- Slg. 3'/, u. VI, ü. Das anserles. a. relchb. Sröffnangs-Progr. Sonnt. S'/tU. I elg. Kind frei. Wintgr- Galten Taglich?>/, Uhri Varietd-Spielplan Rnnchen gestattet I 0 RIENT SlraDstiergErPlatz Werner Wolf ' Biso van Roy ? Woldemar? Leni Spenge! Frank Bergmann Ldd? Wageiteru. Partner Victor Ritter Hugo Haneid Tonkünstler.Konzert Anfang 7, Sonntags 4Vi Uhr. Die Siebe des Bastard Soz. Drama In 6 Akten. Hauptdarsteller: RoseVeldtlM Ludwig Hartau Regie: Max Mnck. 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