Ur. 483. 36.Ia!irg. BezugSvreiS i B!«rteII!lhrl.9� Mi» monatI.I>-M. fr»i ws bau»,«orau» zahlbar. Poft- bezug; Monatlich H— Ml.«xkl. flu» stell ungsgebiihr. Unter Kreuzband tllr Deutschland und Oesterreich- Ungarn f>2ä ML. für da» übnflt ausländ to 25 ML. bei täglich elnmaL Zustellung «L5 ML Postbestellungen nehmen an DänemarL Holland lturemdurg, Schweden u. dt- Schweiz. Etngerrageo in die Post-Zettungs-Pretsliste. Der..Borwärt»� mit der Sonntag»- deilage.Boll u. geit� erschetnl wachen- toglich zweiuiaL Sonntag» einmal. Telegraunn-A dress« i »Sozlaldemoirot Verl!»' Abend Ausgabe. Verlrnev Volksblstt. Tentrslorgan der Tozialdemokratifcben Partei Deutfcblanda. (iSPfenngg) Sln, eigenpreis t Dt» achigelnaltrn» NonparelSezeU« lostet I5N MI»klein»«n, eigen-, »a« tettgedruckte WonSstPfg.(zniäsfig 2 settgedrulkle Warte). lede» weiter» Wort tv Psg. Stellengesuche und Schlalstellenanzetgen da» erste War« Psg. lede» wettere Wor, 30 Psg. Worte Uber>5 Buchstaben zählen sllr zwei Wone. Teuerungszuschlag SV»/». Famtlten> Anzeigen, politisch, und aewerkschastltchr Verein»» Anzeigen lL0 ML die Zeil«. Anzeigen für dt« Nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittag» im Hauptgeschäft. Berlin SW 88. Linden strabe 3. abgegeben nxrbtn.»«öffnet von 9 Uhr früh bU 6 Uhr abends. Ueüaktion und Expedition: SM. 6$, Lindenstr. 3. fhernsprecher: Amt Mortnvlatz. Nr. Il>l Oft— Il5 1!>?. Montag, den 22* September 1919. Vonvärts-Verlag G.m.b. h., SW. 68, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Moritsplatz, Nr. 117 53— ot. Die tage Ueber die Kohlennot in Wien erfahren wir folgende Einzelheiten: Die Lage hinsichtlich der Kohlenversorgung ist unverändert e r n st. Am Sonnabend ist für die sämtlichen Elektrizitätswerke ein einziger Waggon Kohlen eingetroffen, am Sonntag überhaupt keiner. Der R e- f e r e n t für die Kohlenversorgung weilt zurzeit in Mäh- r i s ch- O st r a u zu Besprechungen über die Sicherstellung der Kohlenversorgung, bei denen natürlich die Wiener Kohlen- not den ersten Gegenstand der Beratungen bilden wird. Man hofft, daß es gelingen wird, durch vorläufiges Abkommen wenigstens in etwas der furchtbaren Kohlennot steuern zu können. Seit Donnerstag ruht der Straßenbahnverkehr vollständig und es besteht keine Aussicht, daß er auch nur in beschränktem Umfange wiederaufgenommen werden könnte. Die Kraftwagen- und sonstigen Fuhrwerksbesitzer nutzen die Notlage der Wiener Bevölkerung in unverschämter Weise aus, indem sie Hunde r-te von Kronen für die einzelne Fahrt verlangen. Für das Aerztewesen bedeutet die Einstellung des Straßenbahnverkehrs und die Unmöglichkeit, zu erschwinglichen Preisen Ersatzfuhrwerk auszutreiben, einen schweren Schaden. Die Regierung ist bemüht, die Kohlen- Verhandlungen mit allen Mitteln zu einem schnellen und be- friedigenden Ergebnis zu führen, verhehlt sich jedoch nicht, daß der Erfolg dieser Bemühungen nicht von Oesterreich selbst abhängt, sondern von der Entente, deren Aufgabe es wäre, die T s ch e ch e n und Polen zur Jnnehaltung und Erfüllung der ihnen im Friedensver trag von St. Germain auferlegten Verpflichtungen zur Belieferung Oester- reichs mit Kohlen anzuhalten. Das gestrige Wiener Derby litt naturgemäß ebenfalls außerordentlich unter der Em- stellung des Straßenbahnverkehrs. Gegen ü'finnunzio. Tie italienischen Sozialisten erheben schärfsten Pra- t e st gegen das Abenteuer von F i n m e. Die Parteileitung deS (ycwerkschaftSverbandeS erklärt, die jenigen Ereignisse seien eine Episode de« großen Kampfe«, den de» italienische Militarismus und die italienische Schwerindustrie zur Behauptung ihrer Stellung führten. Die italienische Regierung hat den Kommandanten der 8. Arme« R o b i l a n t seine« Posten« enthoben, weil er nicht recht- zeitig Maßregeln zur Abwehr de« Handstreiche« auf Fiume er- griffen hat. An seine Stelle tritt der Admiral G a g n i. Immer neue Truppenteile treten zu d'Annzunio über. Trotz der Blockade wird Fiume von venezianischen Häfen au« mit allem Nötigen versorgt. Gestern ist ein Eiseubohnzug mit Lebensmitteln dort angekommen. Heer und Marine in ihrer Mehrheit stehen zu d'Annzunio, der der Bewegung eine immer größere Ausdehnung zu geben sucht. In einem Aufruf an die Venezianer bezeichnet d'An- nunzio sich als obersten Führer sämtlicher Truppen und Ä-chisfe in Fiume und fordert die Venezianer auf, sich ihm an- zuschließen und da« Joch der italienischen Regierung abzuschütteln. Eine ähnliche Anforderung hat er auch an die GestnnüngSgenosscn in der Lombardei gerichtet.„Eorriere dclla Sera" beschwört d'Annzunio, von seinen Unternehmungen abzulassen, die zum Bürgerkriege führen müßten. Neue Streikbewegung öer pariser Transportarbeiter. Unter den Pariser Transportarbeitern ist eine neue Aktion im Gange. Sie fordern Gewährung einer Teuerung«- z n I a g e sowie Pension; Einsetzung eines R a t e ö, welcher die Unfälle beim Metroverlehr beurteilt. Die Verschleppung öer Notifikation. Ueber die Verschleppung der FriedenLdcbatte in der französischen Kammer macht der linksrepubli- kanische Lyoner„Progres" folgende Bemerkung: Ohne Zweifel besteht nirgendwo der Wille, nicht schnell abzuschließen. Man wartet, wie es scheint, ab, bis der amerikanische Senat sich für oder gegen den Ver- trag entich'eden habe, denn die Amerikaner schwanken. Aber es keuchtet doch ein, daß unsere Langsamkeit dieses Schwanken und Zögern nur verstärken kann. Aber olle verbündeten Nationen haben schon ja gesagt, warum sollen wir eS nicht tun?_ Wansing verlangt Sie Natifizlerung. AuS N e w q» r k wird drahtlos gemeldet: Der amerikanische SiaotSsekreiör L a n s i n g hat erklärt, daß der Friedensvertrag ohne weitere vorbehalte uiiverändert ratifiziert werden müsse. ES sei nichts im Vertrag, wa« im Widerspruch zu der Souveränität der Bereinigten Staaten stehe. Die ganze Welt rufe nach Frieden und der amerikanische Patriotismus und da« ganze Land rufe gleichialls danach. Mau habe bereits zu laugt gewartet. in Wien. Schwere Wahlniederlage der Unabhängigen in Sraunschweig. Bei dm am Sonntag in Braunschweig, Wolfen- büttel, Blankenburg, Helmstedt und Bad Harz- bürg vorgenommenen Maglstratswahlen haben, wie die»Braunschweigische Landeszeitung" berichtet, die Unab- h ä n g i g e n eine gänzliche Niederlage erlitten. In der Stadt Braunschweig wurde der bisherige Oberbürger- meister gegen den Kandidaten der Unabhängigen mit über- wältigender Stimmenmehrheit wiedergewählt. Von fünf be- soldeten Magistratsmitgliedern kommen die Unabhängigen gegen einen in aussichtslose Stichwahl, von sieben unbe- soldeten mit einem in Stichwahl und mit einem vielleicht zu einem Sitz. In Harzburg erhielt der ehemalige unab- hängige Ministerpräsident Sepp Orter nur etwa 300 Stimmen. Wo die Unabhängigen selber regieren mußten, da haben ste in kürzester Zeit fürchterlich abgewirtschaftet. Braunschweig, 22. September.(Eigener Drahtbericht deS „Vorwärts".) DaS Wahlresultat für die MagistratSratswahlen in der Stadt Braunschweig stellt sich folgendermaßen dar: Deutschnationale 14 960, Deutsche Demokraten 11 683, Unabhängige IS 755, Mehrheitssozialisten 5356 Stimmen. Jn Wolfenbüttel crhielteu die Mehrhritssozialisten 1922, dir Unabhängigen 1939, die vereinigten Bürgerlichen 3542 Stimmen. Rücknahme geraubten parteieigentums. Der Brannschweiger„Volksfreund" wieder mehrheitS- sozialistisch. Wie die„Brannschweigische LandeSzeitung" meldet, ist der „BolkSfreund", da« Organ der Braunschweiger unabhSngisen Sozialisten, in der vergangenen Nacht von de« rechtmäßigen Eigentümern, den Braunschweiger MehrheitSfozia» listen, unter dem Schutz von Reichßwehrtruppen in Besitz ge- nomine« worden. Die unabhängigen Sozialisten hatten den „volksfrcund" in der Revolutionsnacht im November vorige« Jahres besetzt, obgleich die Zeitung nach der Spaltung der alte« Partei durch GerichtSerkenntni» den früheren Inhabern der Firma Rieke». Co.(Mehrheitssozialisten) zugesprochen wor- den war. Braunschweig, 22. September.(Eigener Drahtboricht des „vorwärts".) Im Laufe des heutigen Vormittag« fanden mehrfach Ansammlungen von Arbeitslosen und U. D. P.-Anhänger« vor dem Gebäude de»„Bolksfreund" statt, weShalb diese» eine B e° fatzuug von ReichSwehrtrupprn erhielt. Abbruch üer estnisch-rujpschen Friedens- Verhandlungen. Die Friedensverhandlungen in Pskow zwischen E st l a n d und Sowjetrußland sind abge- brachen worden. Die estnischen Delegierten kehrten nach R e v a l zurück. Die Ursache hierzu ist die Forderung Est- lands, gleichzeitig Verhandlungen zwischen den anderen baltischen Staaten und Rußland aufzunehmen. Die Verhandlungen werden nicht wiederaufgenommen werden, bevor nicht die Antwort dieser Staaten eingegangen ist. » Die estnischvPress« sagt zu der Rückkehr der Friedens- delegation: Wir mußten in die Löwenhöhle gehen, um uns zu überzeugen. wie ernst die bolschewistiichen FriedenSwsinsche sind und wag wir und unsere gegen die Bolichewisten kämpfenden Freunde vom Friedensangebot erwarten dürfen. Die estnische Delegation ging nicht, um sofort Frieden zu schließen, sondern um die Möglichkeit festzustellen und den Standpunkt Estland» und feiner Freunde darzulegen._ die Sowjet-Negierung zu verhanülungen bereit. An« Petersburg wird gemeldet, daß die Sowjet- Regierung beschlossen hat, mit den Ententemächten auf der von diesen nnfgcstclllcn Grundlage in Verhandlungen einzutreten._ Aufhebung der Sommerzeit in Frankreich. Die Aufhebung der Sommerzeit in Frankreich wird auf den 4. bis 5. Ok- tober geplant. Einstellung der dänischen Kriegsgefangenenfürsorge. Nach jahrelanger segensreicher Tätigkeit hat das dänische Rote Kreuz seine Arbeit auf dem Gebiete der Kriegsgefangenenfürsorge ein- gestellt. Ein sozialdemokratischer Senator. Der langjährige Sekretär unserer Lübecker Parteiorganisation, Genosse William B r o m m e, wurde in den Senat der Freien und Hansestadt Lübeck gewählt. Schwadroneure alsSetriebsräte Entweder entwickelt sich daS Rätesystem in unserer Wirt- schast zu einem Tummelplatz für Schwadroneure oder die zu- künftigen Betriebsräte setzen sich rechtzeitig auf die Hosen und lernen in die Aufgaben hineinwachsen, suchen mit nüchternem Wirklichkeitssinn die Dinge zu meistern. Es ist kein Zweifel, daß um die D u r ch f ü h r u n g des R ä t e s y st e nr s inner- halb der Arbeiterbewegung die leidenschaftlichsten Kämpfe bevorstehen. Zwei Richtungen ringen miteinander. Von linke- radikaler Seite sucht man die Gewerkschaften auszuschalten: w i r dagegen können uns die Verwirklichung des Rätegedan- kens erfolgreich für die Arbeiterbewegung nur unter dem Gesichtspunkt vorstellen, daß wir auf dem Boden der Ge- werkschaften weiterbaueu. An dieser Stelle ist schon wiederholt daMus hingewiesen worden, daß im Betrizbs- r ä t e g es e tz die Grundgedanken jener Forderungen ihre Verwirklichung finden sollen, die von den Gewerkschaften schon immer umkämpft worden sind: Mitbestimmung am Arbeits- lohn, Arbeitsleistung und Arbeitsbedingungen. Die Auswer- tung des durch die Gewerkschaften organisatorisch geschulten Menschcnmaterials ist einfach nicht zu entbehren. Untersuchen wir das Wirtschafts selb, in daS die Betriebsräte für die Zukunft eintreten werden. Zwei g c- trennte Welten stoßen aufeinander: die kapitalistisch schaffende Bourgeoisie mit ihrer wirtschaftlichen Stabskunst und ihrem reichen Können tritt den Arbeitervertrctcrn gegenüber, die auf wirtschaftlichem Gvbiet nicht auf der gleichen Höhe stehen. Das ist nicht unsere Schuld, sondern zunächst die Schuld der politischen Entwicklung. Der Arbeiter stand vor dem Krieg rechtlich außerhalb jeder Mitarbeit in Politik und Wirtschast. Wo er tatsächlich als Machtfaktor in Erscheinung getreten ist(in der Wirtschaft z. B. durch die Tarifentwicklung erfolgreicher gewerkschaftlicher Kämpfe) war es ein Resultat zäher organisierter Selbst Hilfe. In die Gesetzgebung aber als gleichberechtigter Kontrahent war der Arbeiter nicht ein- gegliedert. Die Gründe brauchen hier nicht näher erörtert zu werden, die Ausnahmestellung der Sozialdemo- kratie als politische Partei, der Herren st andpunkt der Unternehmer und die Nachgiebigkeit der alten Rc- gierung diesen Auffassungen gegenüber, die Tatsache z. B.. daß kurze Zeit vor dem Krieg unser verstorbener Genosse Heine- mann sein bekanntes Warnungssignal an die Oefsentlichkeit kundgab, den Bogen nicht zü überspannen, als man auch die Gewerkschaften unter ein neues Ausnahmegesetz bringen wollte, kennzeichnen die Entwicklung der Dinge. Die Verbitte- rung der Arbeitermassen, der Mangel an Gelegen- heil, praktisch an der Gestaltung von Wirtschaft und Politik niitarbeiten zu lernen, sind die Folgen jener Politik, die sich gerade heute bitter rächt. Die wichtigsten Verhandlungsfragen der zukünftigen Be- triebsräte werden nun betriebswirtschaftliche Din�e berühren. Alle Lohnfragen, Produktionsvorgänge, Angelegenheiten der Arbeitsbedingungen im weitesten Sinne deS Wortes, Preis- und Bilanzfragen machen es zur Voraussetzung, die Einzelheiten im Betrieb selbst genügend zu beherrschen. Und darüber kann kein Zweifel bestehen, daß zunächst auf absehbarer Zeit die wirklichen Sachkenner viel zahlreicher auf der Unternehmerseite vertreten sein werden. Als Franz Mehring uns noch in jedem Spitzenartikel der „Neuen Zeit" die Weisheit predigte, daß die Bourgeoisie an innerlicher Kraftlosigkeit ihrem Zusammenbruch entgegeneile. sahen diejenigen, die sich im Wirtschaftsleben mit den Dingen praktisch auseinandersetzen mußten, wie fern dieser Zusammen- bruch war. In den Geschäftsräumen der Unternehmerverbände fand ein wunderbar organisierter Erfahrungsaustausch statt, in den wissenschaftlichen Fachvereinen wußte man miteinander und voneinander zu lernen. Die kapftalistische Wissenschaft in den technischen Hochschulen und Handelshochschulen schuf die geistigen Arbeiter, die Bourgeoisie war durchaus noch nicht am Ende ihres Loteins angelangt, und darum sehen wir heute in diesem Lager eine Fülle von Intelligenzen und schaftenden Kräften, die fähig sind, wirtschaftlich führende Arbeit zu leisten. Bei der Gelegenheit ein Wort zu dem Wunderglauben von linksradikaler Seite an die Mitarbeit der Ange- stellten.� Ich� will nicht bestreiten, daß es sehr daraus an- kommen wird, die Fähigkeiten und Kenntnisse der Angestellten, die neben den Arbeitern den Betriebsräten angehören werden, ertragreich zu verwerten. Aber werden die Angestellten hier in ziemlich großem Umfang nicht zuerst selbst Lernende sein müssen? Weite Kreise der Angestellten müssen sich erst einmal politisch und in ihrem wirtschaftlichen und sozialen Denken selbst hineinfllhlen in die neuen Verhältnisse. Der politische Radikalisierunasprozeß ist erst während des Krieges und im Laufe der Revolution erfolgt, es fehlt jetzt noch an der„pupillarischen Sicherheit" des Urteils und es wäre mehr als optimistisch, wollte man sich auf eine gradlinige Stellungnahme zu den Fragen allzusehr verlassen. Dann aber auch wird es an den rein praktischen Kennt- nissen fehlen. Besonders wichtig ist die Entscheidung über betriebswirtschaftliche Angelegenheiten(Nachprüfung von Kal- iFufaHonctt, Bisiinzen. Veurteilung Pon ProduktionSßorgängen, Abschötzung von Preisen, Arbeitslökincn u. dergl.). Nim ist nicht zn bestreiten, daß auch der Angestellte vornehmlich in den modernen Großbetriebe» Fin Teilarbeiter, ein Rädchen in dem Getriebe des ganzen Werkes ist. Ter Kaufmann wird als Formulararbeiter, als Tchreiber verwendet, der Ingenieur als „strichzieher", als Spezialist, dem nur ein sehr enges Arbeits- gebiet angewiesen wird. Je enger sein Arbcitsbezirk, je sorg- faltiger er eingegliedert ist in eine spezialfunktion, je mechani. sierter sein Arbeitspensum, desto leichter kann er ausgewechselt werden. Diese Mechanisierung auch der geisti- gen Arbeit ist ja ein Kennzeichen der kapitalistischen Bc- triebsweise. Man braucht nur ein wenig einzudringen in die Gesetze dieser Arbeitsorganisation, um zn erkennen, daß nur eine sehr dünne Oberschicht von Betriebsbcamten genügend Universalisten sind, um einen allgemeinen Ueberblick in Betriebsfragen zu besitzen, die übergroße Zahl sind subaltern, und diejenigen, die als kundige Thebaner angesprochen werden können, sitzen voraussichtlich vorwiegend in den Vcr- ivmdlimgen der Betriebsräte auf der Gegenseite, werden von den Unternehmern selbst als Sachvccwalter ihrer eigenen Interessen in das Treffen geführt. Te.ugegenüber unsere Arbeiter. Wir haben aus den primitive» Gewerkschaftskämpfcn uns mühsam durchsetzen uiiifsen. Wir hatten unser gewerkschaftliches Fiihrermaterial nur für die Arbeit aufgebraucht, die geschlossene Or- g an i fa t i o n zu schaffen. Gewerkichastsarbeit war und blieb Machtkampf. Es kam für einen jeden Gewerkjchaftsbeamtcn darauf an. möglichst viel Mitglieder zu machen, Marken zu kleben. Eine wickliche Gewerkfchastsftrategie. eine höhere Qualitätsarbeit, ein wissenschaftliches Wirtschaftskönnen haben wir nur in begrenztem Umfang entwickeln können. Innerhalb unserer Führerschaft und natürlich noch viel mehr innerhalb unserer Massen ist die Ausdehnung, um das alte Wort zu wiederholen, wohl inehr in der Breite, nicht genug aber in der Tiefe vor sich gegangen. Kapitalistische Hochkultur steht also hier einem nur mühsam und unzulänglich erworbenen Wirt- schassskönnen gegenüber. Und nnn stehe» wir bei dem Rätesystem vor vollstän- d i g neuartigen Aufgaben. Das Rätesysteni ist für ni's eine neue Welt mit erweiterten Rechten, zugleich' aber auch mit einer Fülle größerer Verantwortlichkeit. Wir müssen den Mut haben, den Massen zu sagen, daß das Rätesystem sich nicht . roii heute zu morgen verwirklichen läßt, sondern einen Eni- w i ck l»n g s v o r g a n g bedeutet. Wir müssen hineinwachsen in die neuen Aufgaben und haben uns ans Enttäuschungen vor- zubereiten. Weiiii von linksradikaler Seite die Behauptung aufgestellt wird, daß die ziikünftigen Fiinktionen des Rätesystems einen Arbeiterbetrug bedeuten, daß nichts erreicht worden ist, so können wir darauf hinweisen, wie umfangreich und wirkungs- voll in Wahrheit die Funktionen im Betriebsrat für die Ar- bester in Erscheinung treten werden und nur die unabhängige Taktik den Erfolg hat, daß die tatsächlich geschaffene Stellung des Betriebsrates nicht ausgewertet wird. Die Schreier und radikalen Worthelden werden allerdings sich am unfähigsten erweisen, die gegebenen Positiopen restlos auszunutzen. Ein Bild aus der Praxis. In irgendeinem Jn- dustrieort wählt die Arbeiterschaft eines Großbetriebes sich ihren Betriebsrat. Die großen Schreier haben die besten Aussichten, de' r-Betriebsrat ist also stramm radikal besetzt. Die erste Sivung am Verhandlungstisch. Natürlich Lohnsrageu. Es gibt Pro- phcteu, die sich das Betriebsratswesen nur als eine einzige ununterbrochene Lohnbewegung vorstellen können. Ter Tirektor lehnt die Forderung nach Lohnerhöhung mit dem Hinweis auf die Unmöglichkeit ab, dann noch wett- bewerbssähig zn sein. Ter Gegenbeweis für diese seine Behaup- tung muß erbracht werden. Und zwar schwarz auf weiß. Die vorgelegte Kalkulation ist nachzuprüfen und zu widerlegen. Nun gehört dieses Gebiet zu den schwierigsten Fragen der Be- triebswissenschaft überhaupt. Der komplizierte Werdegang ino- dern-industriellcr Produktion ist in seinen feinsten Verästelun- gen nachzuspüren. Wie schnell werden da die radikalen Pbra- seure versagen! In der Praxis hat es sich ja immer gezeigt, wunöer üer Technik. Von Dr. Siegfried B e r b e r i ch. Sin braunes Kästchen steht auf meinem Schreibtisch. Es hat vorn-ine Drehscheibe, aus der Zahlen stehen, neben denen sich fingertpitzengroße Löcher befinden. Auf einer Gabel, die metallen aus dem Holzkästchen herauswächst. liegt da? Hör- und Sprcchrohr. Nun ja, auf Ihrem Schreibtisch steht«in Telephon! Was weiter?. Was ist dabei? So ist» man nun«inmckl heutzutage. Weim-Heute einer käme. der das theoretisch zivar denkbare, aber praktisch unmögliche Per- petnum mobile vorführte, auch dann würden die meisten von uns so tun, als ob sie sagen wollten: Weiter nichts? Was ist dabei? Wir sind eben Emporkömmlinge, Parvenüs. Die Wunder der Technik brachen und brechen über uns herein und wir empfinden sie als Selbstverständlichkeiten beileibe nicht als Wunder! Wer wird auch— im aufgeklärten zwanzigsten Jahrhundert! Wer wird sich so blamieren wolle»! Gewiß, es gibt keine Wunder, keine technische Wunder. ES läßt sich olles erklären, oder wenigstens so ziemlich, theoretisch. Ihr sagt: Gott sei Dank? Ich sage: Leider! Denn die Erklärung n-mnit den Dingen die Poesie, ob sie schwer ist oder leicht. Ob sie verftailden>oird von dem oder dein— oder nur von einem. Nur die Dinge, die zu klein sind für unseren mikroskopischen Perstand. und die, die zu groß sind, als daß sie unser menschenkleineS Hirn sajsen könnte, machen uns heben, machen uns stumm. Und wütend! Uns Emporkömmlinge, uns Knlturparvenüsl Die sich von der Technik bedienen lassen, die nur glauben, was sie verstehen— oder loas wenigstens ein anderer versteht. Deren Phantasie hinter der Wirklichkeit zurüitg-.- blieben ist. Deren Poesie vom Alltag über- rumpelt worden ist. Die zu feige sind, die Poesie des technischen Alltags anzuerkennen. Zu feig?... Sie sehen sie nicht. Sie nicht, aber ihre Söhne vielleicht oder eine noch spätere Generation. Wenn der große Stillstand gekommen sein wird. Wenn uns d:c „selbstverständlichen" Wunder degenerieren ließen.... Nun ja, auf Ihrem Schreibtisch steht ein Telephon! WaS weiter!* Was weiter?— Tie zwei Drähte, die von meinem Telephon wegsühren. verbinden mich mit der Welt. Ich brauche nicht mehr allein zu Hause zu sitzen, wenn ich nicht will. Ich kann mich mit dem oder dem unterhalten, der stundenweit weg von mir wohnt. Ich mutz nur die Scheibe drehen. In ein pair Minuten sind die Stunden Entfernung und all die Kilometer überwunden. Ist das kein Wunder? Auch wen» ich es exklären kann? Ist iai nicht daß gerade diesenigen, die om Sortgewaltigsten in der Per- sommlung ogieren, am Verhandlungstisch die beicheidenste Figur spielen. Denn hier kommt cs auf wirkliche Kenntnisse an. auf positives Wissen. Dabei baben wir nur das eine Bei- spiel mit den Kalkulationen herausgegriffen, auf anderen Gc- bieten läßt sich dasselbe demonstrieren.. Was gcschiebt von den Linksradikalen, um diesen nüchter- nen Wirklichkeitssinn zu fördern, aus die einzig mögliche erfolgreiche Tätigkeit vorzubereiten? Nichts. Tie radikale Geste, die negierende Phrase, das revolutionäre Schlagwort soll das positive Können ersetzen. Taran werden die Unabhängigen beim Betriebs- rätesystcm scheitern. Ihre Taktik ist auf die Tendenz einge- stellt, die Betriebsräte als Bastionen ihrer parteipolitischen Macht auszubauen, durch eine„Beunruhigungsstratcgie" ihre Chancen zu sichern. In Wirklichkeit werden sie damit das Wirtschaftsleben dauernd am Gesundungspcozeß hindern, und die Rätewirtschast nicht zu einem vorwärtstreibcirden Faktor. sondern zn einem Hemmschuh der Entwicklung werden lassen. Zur Freude der Unternehmer, die damit nur die Gewähr finden, dem alten Zustand wieder näher zu kommen. Revolutionäre Phrase und Erfüllung reaktionärer Hoffnungen werden auch hier eng beieinander sich finden. Tie Hoffnung ist erlaubt, daß die deutschen Arbeiter kecht- zeitig das Spiel durchschauen und sich entsprechend entscheiden werden. Richard Woldt. Unabhängige Kirchenbeschuher. Wie sehr die Unabhängigen dort, wo sie selber regieren, mit Wasser kochen müssen, zeigt ein Vorgang aus dem Staate Reutz. In Reutz bestehen keine besonderen Kirchensteuern, sondern soweit das Kirchenvermogen nicht ausreicht, haben die Ge m e i n d e n aus öffentlichen Mitteln Zuschüsse an die protestantische Landeskirche zn leisten. Auf diese Weise müssen also auch Katholiken, Juden, Sektenangehörige, Konfessionslose usw. zur Er- Haltung der protestantischen Kirche beitragen. Nun hat die sozialdemokratische Mehrheit des Gera er Gemeinderats den Kirchenetat abgelehnt, und dies trotz gegenteiligen Ersuchens der Laudesregierung zum zweiten und dritten Male getan. Die Not der Kirche war groß. Aber ihr wurde geholfen, und zivar— von der rcußischen Landesregierung, die sich aus lauter waschechten Unabhängigen zu- sammensetzt! Diese unabhängige Regierung, der unter anderem die Staatsräte Vetterlein und Drechsler ange- hören, die früher als Gemeinderatsvorsitzende die l a u t e st c n Rufer nach Ablehnung des Kirchenetats waren, stellten auf dem Wege der Zwangsetatisierung den Kirchenetat wieder her, so daß die Stadt Gera die Mittel zahlen muß! Di- Regierung kann sich wohl darauf berufen, daß die Kirche andernfalls den K l a g e w e g hätte beschreiten können. Aber man stelle sich einmal ihr Geschrei vor, wenn ein mehrheitssozialistischer Minister so wie sie gehandelt hätte! Wenn man selbst regiert— ja, Bauer, das ist ganz was anderes! Eine Sitte. Aus Lehrerkreiscn schreibt man unS: Nach ZeitungSmeldun- gen sollte die Beschaffungszulage den Beamten und Lehrern schon Ende September ausgezahlt werden. Nun soll aber erst am 21 oder 25. September in der LandeSversainmtung darüber beraten werden. Wie lang« wird es nun dauern, bis alle' unter- geordneten Behörden die Unterlagen bearbaiten und die Zulagen ausgezahlt werden? Gerade uns Lehrern wurde die Freude über einmajige Beihilfen immer dadurch getrübt, daß wi» Wochen- lang oder monatelang aus die Auszahlung warten mutzten. Die Not ist da, und sie ist groß. Wohl jeder hat schon die Be- schafsungszulage in seinen Haushaltsplan für den 1. O-kto- ber gesetzt, wo er die meisten Ausgaben hat. Vielleicht wird daS Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volkswohl diesmal einen Weg finden, dah die Zulage recht bald zur- Zahlung angewiesen wird. Tie Freude und der Dank dafür wären um so größer. Der Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten tritt kommen- den Sonnabend, nachmittag 4 Uhr, zur Beratung über den Etat des Auswärtigen, im Auswärtigen Amt zusammen. tausendmal poetischer als eine alte, verstaubte Postkutsche? oder eine Kapelle auf dem Berge? oder ein stilles Wässerlein? Was macht denn die Postkutsche poetisch? Der Umstand, daß man sie nicht täglich sieht, daß sie veraltet ist daß wir in alten Memoiren gelesen haben, daß man früher auf ein solches Vebikel beim Reifen angewiesen war? Ober befriedigt der Anblick der alten Postkutsche den tief im Menschlichen begründeten Wahn von dem Leben vor der Geburt? Fühlen wir uns zurückversetzt in ein uns entschwundenes Leben? Sehen wir unseren Urgroßvater in der Postkutsche sitzen? Ist es der Hang am Primitiven, das Zurück zur Natur, das im Kulturpcrrvenü schlummert und ihn sentimental macht?— Und warum macht das stille Wässerlein unsere Seele weit? Ter Umstand, daß unsere Flüsse ausgebaggert sind, daß sie korrigiert sind und Vergnügungsdampfer auf ihnen herumfahren? Daß wir in unserer Jugend irgendwo ein stilles Wässerlein gesehen haben und freundliche Erinnerungen an die Bekanntschaft knüpfen? Oder dah wir in der Schule einen Aufsatz hoben schrei. ben müssen:„Der Strom, ein Symbol des Lebens"? Oder weil er wirklich ein Symbol des Lebens ist? Das Primitive, Veraltete, Langgewohnte stimmt uns poetisch. Es ist mit uns verwachsen. Wir sind mit ihm aufgewachsen. Es ist uns heimelig. Wir glauben daran, weil wir es uns nicht zu erklären brauchen—/ es aber auch nicht erklären könnten. Und deshalb ist es uns ein Wunder, solange wir I«ben. Das Komplizierte, Moderne, über uns Hereingebrocheue bleibt uus fremd. Wir lassen cS uns dienen. Wir beobachten es arg- wöhnisch und wollen nicht daran glauben, obwohl wir„wissen". Es ist unS selbstverständlich, weil wir glauben, es erklären zu können, wenn wir nur wollten. Es dient unS— und bleibt uns fremd. Vielleicht— weil es praktisch ist, weil es UNS dienen kann. Das macht es prosaisch in unseren Augen. Und doch ist eS doller Wunder! Und die Wunder liegen in der Kompliziertheit! Im Neuen, im selbstbewußten Siegeslauf der Technik. Aber unsere Seele liegt noch nickt darin— mir der Verstand. Uns fehlen die Erinnerungen, ohne die wir glauben, prosaisch sein zu müssen. Dürfen i>!ir sie nicht bewundern, obwohl sie uns dienen? Weil sie uns dienen? Wenn sie uns gut bedieneü— was wollen wir mehr? Das können erst unsere Enkel... Sie werden die Poesie eine» Telephons erleben. Sie werden nicht sagen: Was weiter? Was ist dabei? Sie werden nicht von den Telbswerständlichkeiten des kaum Faßbaren reden. Sie werden überhauvt nicht so viel Von den Wundern der Technik reden: sie werden sie-empfinden! DaS heißt— wenn sie keinen Schulaufsatz schreiben müssen mit dem stolzen Titel:„DaS Telephon, ein Symbol uusereS Lebens!" die pommerfche �unkerfrsnöe. In einem- Schreiben vom 7. August hat der ReichsernährungS- minister' an alle Landräte Pommerns ein Schreiben gerichtet, in dem er sich mit der Stellungnahme des Pommerschen Landdunde» zur Abgabe von Deputatkorn an die Landarbeiter beschäftigt und darauf aufmerksam macht, daß durch Bekanntgabe, wie der Land- bund sie beliebt, die Vorsitzenden dieser Organisation sich nach 8 119 des Rcichsstrasgesetzbuchs(Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze) und eventuell auch nach 8 III Absatz 2 strafbar gemacht hätten. Tarau» ergab sich solgcndcr Schriftwechsel: I. „Ter Landrat. F r a n z b u r g, den l. September. Eilt l Unter Rückgabe der Krcisgruppe Franzburg des Pommerschen Landbundes Stralsund mit dem Ersuchen um eingehende?leutzerung, ob gegen die bc- stehenden Gesetze und Verordnungen verstoßende Beschlüsse von Organisationen des Pommerschen Landbundes- zur Ausführung gelangt und wieder rückgängig gemacht sind. I. V.� gez. Graf Vehr- Negendank." II. „Stralsund, den 13. September 19. Dem Herrn Regierungspräsidenten zur Kenntnisnahme. Dem jetzigen kommissarischen Landrat Antwort zn erteilen. lehne ick ab, da ick auf meine Anfrag« hin vom Minister des Innern noch keine� Antwort erhalten habe, weswegen der Landrat von Stumpfe ld beurlaubt sei. Ferner bin ich nicht gewillt, dem jetzigen LandratSamtsverweser Auskunft zu erteilen, im ich einen früheren Gewcrkschaftssekretär für nicht genügend vorgebildet halte, den Landratsposte« zu vcr- sehen und ihm mein Vertrauen nicht schenke. gez. S e u f f e r t. Vorsitzender des Pommerschen Landbundcs. KreiSgrupp: Franzburg." III. „Ter Regierungspräsident. Stralsund, 16. September 19. Urschriftlich dem Herrn Vorsitzenden des Pommerschen Landbundes, Kreisgruppe Franzburg Hier mit der Bitte ergebenst zurückgesandt, die gewünschten Au»- künftc gefälligst mir direkt geben- zu wollen. n. f. 8 Tage. � I. B. gez. Singelmann." Angesichts dieses Schrifiwechfels muß man sich fragen, wer eigentlich im Regierungsbezirk Stralsund regiert: der Land- bund oder die Regierung? Wir müssen es als eine geradezu unerhörte Tatsache bezeichnen, daß Herr Geheimrat Singelmann als Vertreter des Herrn Regierungspräsiden- ten vor der Fronde der Agrarier zurückweicht, wenn er die- selben„ergebenst" bittet, die gewünschte Auskunst„gefälligst" _.ihm direkt zu geben. Herr Geheimrat Singelmann scheint nicht das geringste Verständnis dafür zu hgbcn, daß er in diesem Falle die Autorität der Preußischen Regierung zu vertreten berufen ist,-daß er insbesondere die Pflicht hat, die Autonität des Herrn LandratsamtSverwerserS in Franzburg gegenüber der Revolte der Agrarier auf das entschic» d e n st e aufrecht zu erhalten. ic Eine eigentümliche Haltung gegenüber der vorpommerfchen Fronde, nimmt das..Berliner Tageblatt" ein.i Nachdem es selber häufig genug sich über die Willkür der vorpammerschen Junker be-- schwort und geklagt hat,- daß nicht. genug geschehe, ist es jetzt auf einmal sehr unzufrieden mit der Besetzung der Landrats- Posten durch Arbeitersekretäre. Durch feinen Stettiner Kor- rcspondenten läßt eS sich dazu Dinge schreiben, die Wasser auf die Mühlen der Reaktionäre sind. Dieser Mann behauptet plötzlich. daß die Neubesetzung zur„Schaffung von Stellen für Parteige-- nassen" erfolgt sei/ daß diese nickt die nötigen Kenntnisse hätten. er versteigt sich sogar zu dem Ausspruch, daß einige der alten junkerlichen Beamten das Vertrauen der Kreiseingefessenen, sogar der demokratischen und sozialdemokratischen gehabt hätten. Das „Berliner Tageblatt". sollte sich wirklich von einem Mann unter- richten lassen, der die Dinge nicht nur unter dem Gesichtswinkel Jarbige Architektur. Hugo Zehder. der Herausgeber der„Dresdner„Reuen Blätter 1919, veröffentlicht einen Aufruf zum farbigen Bauen, den unsere besten Architekten unterzeicknet haben, voran Peter Behrens, August Endcll, Bruno Möhring, Bruno Paul. Hans Poetzig, Fritz Schu- macker. Heinrick Straumer, Bruno und Max Taut. In dem Auf« ruf heißt es:„Die vergangenen Jahrzehnte haben durch ihre rein technische und wissenschaftliche Betonung die optische Sinnenfreude getötet. Grau in graue Steinkästen traten an die Stelle farbiger und bemalter Häuser. Die durch Jahrhunderte gepflegte Tradition der Farbe versank in einem Begriff der ,. Vornehmheit", der aber nichts anderes ist als Mattheit und Unfähigkeit, das neben der Form wichtigste Kunstmittel im Bauen, nämlich die Farbe, anzuwenden. Wir Unterzeichneten bekennen uns zur farbigen Architektur. Wir wollen keine freudlosen Häuser mehr bauen und erbaut sehen und wollen durch dieses geschlossene Bekenntnis dem Bauherrn, dem Siedler wieder Mut zur Farbenfreude am Aeußcren und Inneren des Hauses geben. Farbe ist nicht teurer als Dekoration mit Gc- stmsen und Plastiken, aber Farbe ist Lebensfreude, und weil sie mit geringen Mitteln zu haben ist, deshalb müssen wir gerade in derzeit der heutigen Not bei allen Bauten, die nun einmal auf- geführt werden müssen, auf sie dringen, bei jedem einfachsten Siedlerhaus, beim Barackendorf im Wledevaufbaugebiet usw. Notizen. — Tie Genosse ns ck a f t s o z. Künstler erzielte mit ihrer Ausstellung in der A.E.G. Brunnenstraße ein ausgezeichnetes Ergebnis. Rund 459 Erzeugnisse wurden von Arbeitern erworben. In verbesserter Form werden diese Betriebsausstellungen fortgesetzt. — Theaterchronik. Die Vereinigten Bühnen Kleines Theater und 5lleines SckausPielhauS bereiten für diese Spielzeit vor: die Komödien„Der Weiberstaat" des Aristophanes und„Der Diamant" von Hebbel. Ferner:„Anna Walervska" von Herbert Eulenberg,„Holden" von Bernhard Sb.aw,„iit kann nickt befehlen" von Wilhelm Speyer.„Tie Mutter" von Emil Lucka und einen Starnheimzyklus, dessen Mittelpunkt die„Masketrilogie" bilden wird. — Im D o m veranstaltet Walter Fischer am Donnerstag. 8 Uhr. ein Orgelkonzert. Eintritt frei gegen Entnahme eine Pro- gramms. — Ein neuer Dr a m a t i! e r. In Forst i. L. errang„Die Spinne", Schauspiel in drei Akten von Max Schievelkamp bei der Uraufführung einen durchschlagenden Erfolg. — Die Demokratisierung des Theaters. Dem dringlschen Verlangen der Zeit entsprechend wird das Darmstädter Theater— Hessisches LandcSlheater ist sein neuer Titel— den Bolksbildungsbestrebungen mehr als ehedem dienen. Es wurden Abonnements mit dem BildungSausschuß der organisierten Ar- beiterschaft abgeschlossen. Max Halbes„Jugend",„Antigone", ..Josef und seine Brüder" und Strindbergs.Lameraden" wurden bisher im Rahmen dieser Volksbildungsvorstellungen gegeben. baß einigt demokratische Personalwiinsche nicht genügend berücksichtigt worden sind. Militärische Ueberwachung der Zivilbehörden: Eigenartige Dinge scheinen in Pommern vorzngehen. Wie dos»Berliner Tageblatt" meldet, besteht am Generalkom- man.do Stettin eine Nachrichtenstelle, die sich auch da. mit befaßt, die Zivilbehörden zu bespitzeln und Be- richte über sie anzufertigen. Ein Skandal schlimmster Art wäre es, wenn es richtig ist, was behauptet wird, daß die Nach- richtenstelle die Berichte über die Zivilbchörden nach Berlin an die zuständigen Stellen weitergibt. Das gefährdete Unternehmerkapital. Die»Deutsche Zeitung"� hetzt wieder einmal zu Pogromen, anders wenigstens ist die ausführliche Aufzählung der jüdischen Verbände innerhalb Deutschlands nicht zu erklären. Jbre Aus- zählung endet mit einem Notschrei: Das Unternehmerkapital wird zerstört! Die Mlliarden des jüdischen Leihkapitals fressen weiter unsere produktive Arbeit!'Selten sind von antisemitischer Seite m-t solcher Offenheit die Ursachen des Antisemitismus enthüllt worden: es ist die Angst um den bedrohten Geldsack, die plötzlich aus zitternden Kapitalisten heroische Rassepriester und Nationakheiligc macht. Eine Maßregelung. Ton der Deutschen Demokratischen Partei in Glogau erhalten wir st. v ende Zuschrift: H Siudienrat Ja n s e n- Glogau ist bei den Wahlen nachdrück- lich für die Deutsche demokratische Partei eingetreten und hat in zablreichen Versammlungen als übcrzergtcr, aufrechter Demokrat gesprochen. Von dcutschnationaler Seite wurde er deshalb heftig angegriffen. Jetzt ist plötzlich seine Versetzung nach Ratstor für den 1. Lktober erfolgt; sie trägt unzweifelhaft den Charakter einer politischen Matzregelung, die nur auf falsche Information des Kultusministers zurückzuführen ist. Falls hier wirklich eine Maßregelung vorliegen sollte, er- ivartcn wir, daß der Kultusminister Genosse Haenisch schleunigst Äeinedur schaffen wird. Ein Mutiger. Tie„Deutsche Zeitung" veröffentlicht einen be- weihräuchernden Bericht über einen Vortrag, den ibr Chefredak- teur, Herr Reinhold Wulle, gehalten hat, und schreibt dazu:„Es wäre sehr zu begrüßen, wenn sich die Juden und Halbsuden samt ibrem Gefolge diese Vorträge mal aufs Korn nähmen, um sie z u widerlegen! Da» ist den Herren doch sonst eine Kleinigkeit! Vergebens sucht man im feindlichen Blärterwaldc".— Wir kennen Herrn Wulle noch aus der Zeit her, als er(Chefredakteur eines cho r fm ach erb la t tes in Chemnitz war. Auch damals hielt er all- deutsche Vorträge. Aber an einer Widerlegung schien ihm sehr wenig zu liegen, denn eine Diskussion wurde nach seinen sehr an- fechtbaren Referaten niemals zugelassen, obwohl entsprechende Wünsche geäußert wurden. Sollte Herr Wulle seine Taktik ge. ändert haben? Hoch der Antiparlameutarisums! Bei den Gemeindewahlen der Stadt Brake in Oldenburg hatten unsere Genossen 6 Man» date erobert, außerdem brachten es die Kommunisten auf 3 Sitze. Mit diesen insgesamt S Mandaten verfügte die Arbeiterschaft im ■i�adtparlament über die gleiche Mandatzahl wie die Börger- lichen. Es war ihr daher möglich, einen b e st i m m e n d e n Ein- f l u ß auszuüben und mit absoluter Sicherheit arbciterfeind. /liche Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung zu ver- hindern. Diese praktische Arbeit behagte aber den lommunisti- schen Hetzern nichts Eines schönen Tages besannen sie sich aus ihven Antiparlamentarismus, legten. ihre Mandate nie- der und zogen ihren ganzen Wahlvorschlag zurück. Nach Lage der Dinge mutz jetzt eine Neuverteilung der Sitze stattfinden, die den Bürgerlichen die absolute Majorität im Stadtparlament sichert. Die prinzipienfesten kommunisti- säen AntiParlamentarier können einen glänzenden Sieg buchen: «ie haben dem Bürgertum dir Herrschaft in der Stadtgemcinde zugeschanzt! Jetzt gehen freilich zahlreichen Arbeitern die Augen aus, die kommunistisch gewählt hatten, aber für dieses Mal ist cS zu spät. Die sollten uns versorgen! Nach Ausbruch der Deutschen Re- . vplution sandte die russische Sowjetregierung bekanntlich 2(zwei) Eisenbahnwagen mit Gw reibe ab, und seitdem sind unsere Kommu- nisten nicht müde geworden, uns zu versichern, daß wir bei einem Anschluß an Sowsetrußland von dort Lebensmittel in Hülle und sfülle bekommen würden, so daß alle Ernährungsschwierigkeitcn auf einen ischlag beseitigt wären. Jetzt läßt sich die in Wien crschei. nende„Rote Fahne", das Zentralorgan der Kommuni- stischen Partei Deutschösterreichs— also gewiß ein unverdächtiger Zeuge— in Nr. 104 vom 16. September aus M o s- kau folgendes berichten:..Die Lebensmittelversorgung der Haupt. stadr hat sich so gebessert, daß die tägliche Brotguote von ein Achtel auf ein halbes Pfund erhSht werden konnte."— Da ein russisches Pfund etwa 400 Gramm ist, beträgt die tägliche Brotration in Maskau neuerdings 206 Gramm, vorher betrug sie 50 Gramm! In Berlin werd-n seit der Revolution täglich 330 Gramm gegeben. So sieht es bei den Leuten aus, die uns mit Getreide ausHelten sollten! Es ist hübsch, wie hier ein Kommunistenblatt selber einen Kommunistenschwindel erledigt. Australien ratifiziert. Aus Melbourne wird drahtlos gemeldet, daß die australische Volksvertretung den Friede nSver- trag und den englisch-ftanzösischen Vertrag bestätigt hat. Industrie und hanöel. Börse. Di« polirischen und wirtschattlicheu Rachrichten beeinflußten den heutigen Berkehr in keiner Weise. Die Haltung war wieder feit unter erneuter Bevorzugung der Kolonialpapiere. Pomona gingen von 2800 auf 8030, Deutsche Kolonial anteile von 1310 aus 1320, Southwest von 220 auf 287. später jedoch etwas schwächer. Kaoko von 80 aus 83, Neu Guinea von 837 aus 370, Otavi-Anteile von 263 aus 267, Otavi-Genußscheine von 184 auf 102 und Sloman Salpeter von 303 aus 313. Auch heimische . Banken, die bereits am Konnabendschluß stark gesteigert worden waren, setzten die AutoärtSbewcgung fori, obgleich die Gerüchte von bevorstehenden Kapitalserhöhungen nicht zutrefsem. Im Vordergrunds standen Deutsche Bank und Dresdner Bank. Auch Montanp-�iiere bekundeten durchweg eine feste Haltung. In erster Linie Oberkoks, die 10 Proz. gewannen. Auch Manncsmann gewannen 6 Proz. Fest lagen auch Bismarckhütte, Aatwwitzer, Hohenlohe, Rheinstahl und Karo-Hegenscheidt, die rund je 2 Proz. anzogen. Schwach nur Teutsch-Luxemburger in Nachwirkung oci, ungünstigen Nachricht über die Geschäftslage der Gc- sellschast. Schisfahrtspapiere ruhig um durchschnittlich 1 Proz. höher. Sehr fest E l e k t r o w e r t e. A. E. G. 4 Proz. und Schuckert 3 Proz. gebessert. Von den ehemaligen Rüstung s- w e r t e n Köln-Rottweiler 6 Proz., Gebr. Böhler 5 Proz. und Hirsch- Kupfer 4 Proz. anziehend. Dagegen Rhcinmetall 4 Proz. nwdriger. Kriegsanleihe leicht abbröckelnd mit 77'/?. Die älteren. Reichsanleihen leicht gebessert, Konsuls vernach- lö-'igt. Von Valutapapieren Slcaua Romana 24 Proz. Deutsche Petroleum 10 Proz. und Deutsche llcnersee 5 Proz. höher. Da- gegen Kanada und Baltimore sowie Türkische Tabak etwas schwächer. GroßSerlw Leichte Besserung der öffentlichen Kohlenversorgung Berlins. Wie es scheint, ist der Hilferuf deS Oberbürgermeisters Mermuth nicbt u>»ghört verhallt. Zwar ist in Berlin die Situation bei den städtischen Gaswerken im Augenblick noch unverändert, doch dürften— so wird gemeldet— im Laufe dieser Woche Sonder- transporte aus Oberschlesien und Westfalen her- ankommen, die eine Verstärkung der Reserven ermöglichen. Vor allen Dingen werden die Lieferungen den Berliner städtischen Werken zugeführt werden, da die Lichtenberger, Charlottenburger und Neuköllner Gasanstalten größere Bestände als Berlin besitzen. Auch die GaS-Betriebsgesellschast ist nicht so gefährdet. Der Reichs- kohlenkommissar hofft durch Sonderzuweisungen die Reserven� der Berliner städtischen Gaswerke beraufsetzen zu können, doch dürfte die Anfüllung cmeS größeren Bestandes nicht von heute auf morgen möglich sein. Nach genauen Berechnungen kann man die jetzigen Reserven der städtischen Werke aus drei Tage schätzen. Die Schwierigkeiten der Kohlenbeschassung machen sich im Augenblick deshalb sehr unangenehm bemerkbar, weil der Wasserweg bei dem jetzigen niedrigen Wasserstand nicht in Frage kommt. Die Oder wird erst wieder befahrbar werden, wenn stärkere Regenfälle zu verzeichnen stird. Auch die Gestellung der Eisenbahnwagen in Ober- schkesten läßt zu wünschen übrig.— Sehr unerfreulich sind die Nachrichten über die Versorgung mit Hausbrand. Tie Lage in Mitteldentschland ist gegenwärtig wieder außerorden:- lich schlecht. Wir erhalten zwar böhmische Briketts, jedoch hängt die Einfuhr dieses Heizunpsmaterials von der Förderung der Stein- kohle in Oberschlesien ab. Die Tschechv-Slowakci führt nicht mehr Briketts aus, als sie Steinkohlen von Teuischland erhält. Eine mysteriöse Geschichte, die ganz n'' ubbaft klingt, berichtet eine von der Polizei inspirierte Korrefponl euz: Auf eine Erplosion wurde ein großer Brand zurückgeführt, der in der Nacht zum 12. d. M. auf dem Gelände des Hauptgasschutzlagers bei Adlershos die Werkstätten/' das chemische Laboratorium, die Badeanstalt und die Wäscherei zerstörte und einen Millionenschaden anrichtete. Bei der Nachforschung über die Entstehung des Brandes, �wurde jetzt einwandfrei festgestellt, daß aus dem Werke, das EasschutzmaSken für Bergwerke herstellte, Explosivstoffe gar nicht vorhanden waren. Es handelt sich nach den genaueren Ermittlungen um Brandstiftung. Das Werk beschäftigte bis vor kurzem 2200 Personen, diese wurden dann aber bis au- 300 entlassen. Di« rein militärische Anstalt wurde nicht von Militär bewacht, sondern von dem Rest der Ar- beiterschast, der auch die Sicherstellung der wertvollen Maschinen, Werkzeuge usw. oblag. Merkwürdig ist, daß unter den Leuten, Männer und Frauen, die noch beschäftigt waren, am Tage vor dem Brande herumgesprochen wurde, daß bis zum 13. September alles zu Ende sein werde. Es ist nun bekannt geworden, daß zwei Tage vorher in Berlin zwei kommunistische geschlossene Versammlungen sich mit dem Werk beschäftigt haben. Hier soll man zu dem Be- schluß gekommen sein, daß. wenn nicht daS. ganze Personal, so auch der Rest von 300 Mann nicht mehr arbeiten solle. Von Behörden herangezogene Arbeiter dürften die Herstellung von Masken für die Bergwerke nicht ausführen. Zur Ausklärung der ganzen Borgänge finden täglich Vernehmungen statt. Spielerei, mit einer Schustwaffe hat wieder einmal schweres Leid über zwei Familien gebracht. Gestern abend erhielt im Hause Allensteincr Straße 10 die Familie Türk den Besuch eines Bruders des Mannes, des 20 Jahre allen Kürschners Bruno Türk, der bei seinen Eltern in der Ehristburger Straße 20 wohnt. Im Lause der Nnterhaltung spielte der junge Mann mit einer geladenen Schuß- Waffe und ein- losgehender Schuß traf die Schwägerin, die 21 Jahre alte Frau Elisabeth Türk, so schwer, daß sie tot zusammenbrach. Als Türk sah, welches Unheil seine Unvorsichtigkeit angerichtet hatte, lehrte er in der Verzweiftiln.g die Waffe gegen sich selbst und brachte sich einen tödlichen Bauchschuh bei. Noch lebend wurde er nach dem Krantcnhaus Am Friedrichshain gebracht, er starb aber schön bald nach her Aufnahme. Tie Zustellung der Militörrentc» kann ab 1. Okiober wieder nach der Wohnung des Rentenempfängers erfolgen, wenn sie aus einem besonderen Vordruck bei dem Postamt beantragt wird. Die Zustellung ist kostenfrei. Die Quittungen sind innerhalb der ab 20. jeden Monats rechnenden zehntägigen Znstellungssrist bereit- zuhalten, die Nummernkarte ist vorzuzeigen. Wird der Empfangs- berechtigte innerhalb der zehntägigen Frist nicht angetroffen, so mutz der Betrag von der Postanstalt abgeholt werden. Wer und die Toten? Anstaltskleider eines Irrenhauses trug eine unbekannte Frau, die aus dem Hohenzollernkanal gelandet und nach der Halle des Gutssriedhofes in Plötzensec gebracht wurde. Die Tote fft etwa 33 Jahre alt, 1,63 Meter groß und schmächtig, bat bräunliches Saar und trug einen blauweißgestreiften Rock, ein blaulveißgestreiftes Hemd, graue Strümpfe und Holzselnhe. Besondere Kennzeichen sind: Berkrüvpelung der kleinen Zehen und eine Narbe am rechten Schienbein. Die Frau soll Neusche heißen.— Aus dem Luisenstädiilchen Kanal wurde die Leiche emcs etwa 20 bis 23 Jahre allen Mädchens gelandet, die kaum länger als einen Tag im Wasser gelegen haben kann. Die Unbekannte ist 1,63 Meter groß, hat blondes Haar und trug ein schwarzes Jackett, einen blauen Oberrock, eine weiße Bluse, schwarze Strümps« und schwarze halbe Stossschnürsckmhe.— Im Spandauer Schiffahrtslanal fand man gestern die Leiche eines unbekannten Mannes von etwa 38 bis 45 Jahren. Der Ertrunkene ist 1.73 Meter groß, hat dunkelblonde?, kurzgeschnittenes Haar und einen kurzgeschnittenen Schnurrbart und trug eine grüne Militärmütze mit schwarzem Samtstreisen, einen dunkelgrau karierten Jackettanzug, Gummikragen und Vor- Hemd und schivarze Schaftstiefel. Gewerkschaftsmitglieder! Zur Auslührung der Diebskoniödie»Der Biberpelz' von Gerhard Hauptmann am Sonntag, den L8. September, nackmiltag? 2 Uhr, im Deiiücknm Theater töiincn noch eine mähige Anzahl Karten zu lehr er- mähinte» Preisen in unsere,» Bureau, Engcluscr 1ä ll. Zimmer lö, von W/z Uhr vormittags bis 3'/, Uhr nachmittags in Empfang genommen werden.— Ebenso sind Karten zu bedeutend herabgesetzten Preisen silr die Dperette»Die Puppe' im Nollendorf-Theater sür alle Tage bis einschließlich 29. Sept zu haben. Der Ausschutz der Berliner GewerkschaftSkommission. Gross-Berliner Lebensmittel. Steglitz. Woche vom 22. bis 28. d. M. 30 Gramm Butter, 70 Gr, Margarine. Anmeldung von je 300 Gr. Nudeln. 150 Gr. Hafcrflockeln, Verteilung von 250 Gr. Marmelade, 250 Gr. Maismehl. 250 Gr. Kartafsel- stärkemchl. Vom 22. bis 24. d. M. Verlaus von amerikanischem Speck, 250 Gr. zu 2,08 M. Anmeldung zur neuen Kundcnliflc silr Fleilchverkans unter Vorlegung der Fleischkarlen vom 22- bis 24. d. M. Anmeldung zur neuen Kundenliste sür Kartoffeln unter Vorlegung der neuen Kartoffel. karte vom 22. bis 25. d. M. Abschnitt 51 der roten Slegllh-r Lebens- mitlelkarle gilt alS Anmeldeabschnilt. Selbstversorger dürfen sich aus leinen Zoll in die Kartoffelkundenlilti eintragen lassen. Alt-Glinictc. Woche 22.— 28. Sevt: 500 Gramm Nudeln. 125 Gramm Karfoffelllürkemebl. 250 Gramm Maisfabrikate, 250 Gramm Saubohnen, 250 Gramm Marmelade, 30 Gramm Butter, 70 Gramm Margarine. Gegen Abstempelung der Speiscfettkarte 125 Gramm Fn::s..äse. Freihändig Heringe bei Matthcs. Milchsiihfpcise. soweit der Vorrat reicht, beim Konsum und bei Matthcs. Amerikanischer Speck ans Fleischkarte, Montag 8—12 und 2— 6, Mittwoch 2—6. Fn den Vcrkaussstellcn: 15 Psd. Kartoffeln. Frisches Gemüie. Vollhcrinqe. Mirabellen- und Pffaumenkoii2 und 2—6 Kartoffelvcr- kaut in der Mädchenschule. Perkauf von Taatkanoffcln, Mittwoch 8—12 und 2— 6. für die Emwohner des Ortsteils Fa tenberg auf dem Gut Falkenberg. Donnerstag 8— 12 und 2— 6 für die Einwohner Alt.GlimckeS, in der Mädchenschule Rümmer Straße. Zentner 15 Mark. Für jed-n Morgen Anbaufläche bis zu 10 Zentner. Nachweis der Anbaufläche verlangt. Treptow. Woche vom 22. bis 28. sept. Äa, löffeln ans Kartoffel- karte 7 Psd. ans Treptower Lebensmittelkarte 2 Psd. zusammen 9 Pfd. Nudeln 300 Gramm. Marmelade 250 Gramm, aus! Kartoffelstärkemehl 250 Gramm, Maismehl 250 Gramm, Kakaopulver 123 Gramm. Groß-öerliner Partesnachrichten. Bezirksverband Gross-Berlin S. P. D. Mittwoch, 34. September. 7ll, Uhr: Mitgliederversammlungen. Aula des Friedrich-lltcal- Gymnasiums, Millenwalder Str. 34/37. Ref.: Gen. Lehrer Brandt. Deutscher Hof, Luckauer Str. 15. Res.: Gen. Oberlehrer Dr. Lobmaiin. Aula der Hilfsschule, Blumen Nr. 77. Res.: Gen. Lebrer Hübner. Auta, Hohen- lobestr. 11. Res.: Gen. Lehrer Knies. Heinrich, Große Fronksurler Straße 30. Res.: Gen. Lehrer Grosse. Bnbr-Säle, Neue Königür. 26. Res.: Ken. Lehrer Karg. Aula, Danziger Str. 23. Res.: Gen. Lebrer Bablke. Aula, Grelfenbagencr Str. 58. Ref.: Gen. Lehrer Marske. Aula, Waltstr. 16. Res.: Gen. Lebrerin Rredger. Aula, Grünlbaler Str. 5. Res.: Gen. Oberlehrer Prof. Neunzig. Aula des Friedrich-Werderscheu Gymnasiums, Bochumer str 8b. Ref.: Gen. Lehrer a. D. Kabetitz. Kristallpalast, Sellerstr. 35. Res.: Gen. Lebrer Hennicke. Kreis Niederbarnim: Friedrichshageri. Conrads Fcstsäle, Friedrich-, Ecke Seestraße. Ref.: Genosse Lehrer Becker. Lichtenberg. Aula des Cecüreulyzeums, Rat» hausstr. 8. Res.: Gen. Lehrer Greinert. Kreis Teltow-Beeskow: llldlersbof. Ratbauskeller, Bismarckstr. 58. Ref.: Lebrer Udo Meher. Berlin-Briu. Aula der 2. Gemeindeschnle. Bürgerstr. 22. Res.: Gen. Lebrer Brote. Cbarlvtteuburg. Aula des Schtller-RealgymnasrumS, Schiller- straße 27—32. Ref.: Gen. Oberlehrer Dr. Kawcrau. Coveuick. Reflau- rant Baycrnhos. am Köln. Platz. Ref.: Ken. Lehrer Krause. Nowawes. Deullche Feflsäle. Wilhelm-. Ecke Friedrschstr. Res.: Gen. Lehrer Schröter. Mariendorf. Retiaurant Schwarzer'Adler, Chauffeestr. 43. Res.: Gen. Lehrer A Hehn. Nlederschönewetde. Restaurant Karl Schulze, Brücken- straße 15. Res: Gen. Lehrer Schult. Johannisthal. Restaurant Senst- leben, Friedrichstr. 48. Res.: Gen. Oberlehrer Dr. Witte. Schöneberg. Realgymnasium, Belzigcr Str. 48/33. Res.: Gen. Lehrerin Elsriede Bitchoss., Wildau. Restaurant Sommer. Schwartzlopffitraße. Res.: Gen. Lehrer Schikorcn. Zeuthen. Gesellschastshaus. Res: Gen. Lehrer Otto Schwebsch. Zehleudors. Restaurant Kaiserbof, tl. Saal. Potsdamer Straße. Ref.: Gen. Lehrer Meile. Wilmersdorf.�. Goethe-Schule, Münstersche Str. Ref.: Gen. Oberlehrer Dr. Stö.zcl. Dienstag, LZ. September:' Grünau. Restaurant Mladrck, Friedrichstr. 3, Res. Gen. Lehrer A. Hehn. Neniölln. Hohenstausensäle, KoUbuser Damm 76. Tagesordnung in allen Versammlungen: Glter», schafft Eure» Kinder» die weltliche Schule. Anschlieycnd Diskussion. Parteigenossen und-genossmnen I Der Weg ist frei! ES gilt die Schule von den Fesseln der Vergangenheit zu besreren und den Unterricht mit soziaiistitchen Kuilliridcalen zu enüllen. Ellern und Jugcnderzieber, die Ihr aui dem Boden unserer Partei steht, erscheint alle in unteren Ber- sammlungeii._ Der Bezirlsvorslaird. 36. bis 32. Abt. Dienstag, 8 Uhr, Sitzung der Parteisunktionäre und BelriebsverlrauenSleute in der Schulaula Oderberger Straße. 35. Abt. Die dritte Gruppe häll am Dienstag, 7st, Uhr, ihren Zahl- abend bei Wieble, Neue Hochstr 84, ab. Ehariotteiiburg. Der sür Dienstag angesetzie Frauenabend ber 14. Gruppe findet nicht statt. Steglitz. Mittwoch, 24. September, 7 Uhr, Mitgliederversammlung im Gymnasium, Hceseslr. 15. Gen. Dr. Schiitt:»Karl Marx'.— Bie Betricbs- vertrauenslerne werden ersucht, ür dieser Versammlung de» Kartenumtausch zu bewirken. Sozialiftische Studenteupartet. Mittwoch, 24. Sept., abends 8 Uhr, DiSkusfionsabend, Genosse Dr. Olberg(Zürich): TcrroriSmus und Korn- munismuS in Rußland._ ?llgenüveranftaltungen. Tegel. Heute abend Jugendheim-Erössnuug, Bahuhof- straße 15._ Vorträge, vereine und Versammlungen. Zentralstelle für Einigung der Sozialdemokratie. Bezirk Steglitz- Friedenau. Mittwoch, 7 Uhr, offentl. Versammlung im Rathaus. Gen. Dr. Ncjtriepke:»Der Feind steht rechts!"— Reich bund der KriegS- beschätugieu. Kriegst, iluxlruier und Kriegshinterbliebenen. Orts- grupp�'N e n l ö t l n. Mittwoch, 24. Sept., 7 Uhr, Obcrrealschulc Emsen Straße 137: Außerordenll. Generalversammlung. Tagesordnung: Kassen- ange.cgcnheiten, Ergänznngswablen zum Vorstand. Verschiedenes. Ein- tritt nur gegen Mügliedslarle. Neuaujnahnien am Eingang. GMerkschHsbetvWnz 3. verbanüstag öer Sattler unü portefeuiller. 4. BerhandhungStag. Am Donnerstag beschäftigte sich der BerbandStag zunächst mit der Verschmelzunyssrage. Von Berlin und mehreren an- deren Zahlstellen lag ein Antrag vor, der einen Zusammenschluß mit den Schuhmachern, Gerbern und Lederarbeitern zu einem großen Jndustrieverband erstrebt. BcrbandSvorsitzender Blum empfahl dagegen den Zusammenschluß mit dem Tapeziererverband, weil die Saitler mit den Tapezierern viel engere Berührungs- punkte hätten. Spliedt, der Borsitzende des Tapeziererver- baiwes, sprach sich in oem selben Sinne aus. Tie Delegierten seines Verbandstages hätten zwar mit geringer Mehrheit die Verschmelzung abgelehnt, aber die demnächst stattfindende Ur-> abstimmung der Mitglieder werde sicherlich eine Mehrheit sür die Verschmelzung mit oen Tapezierern ergeben� zumal die Entwicklung im Anw- und Flugzeugbau beide Berufe in engere Verbin- dung gebracht habe und auch die Arbeitgeber der Sattler sind Tape- zierer in den Kleinbetrieben ihre Organisationen vereinigen, was für Tarifabschlüsse von Bedeutung sei. Klarer- Wien und I o u s s o n- Kopenhagen empfahlen gleichfalls den Zusammen- schluß der Sattler und Tapezierer, der in ihren Ländern schon vollzogen sei. In der weiteren Debatte erkan�en auch die Berliner und die übrigen Anhänger von Jydustrieverbänden an, daß in erster Linie die Verschmelzung mit dem Tapeziererverbanb anzustreben sei. Ein in diesem Sinne gehaltener Antrag von Elsner-Dresden wurde e i n st i m m i g angenommen. Entscheiden sich die Tape- zierer in ibrer Urabstimmung dafür, so werden sogleich die Ber- schmelzungsbedingungen vereinbart werden. Es wurde festgestellt, daß der so geschossene Verband der Sattler und Tapezierer auf 40— 50 000 Mitglieder rechnen könne. Dann wurde zur Beratung der Satzungsänderungen schritten. Von Blum wurde unter allgemeiner Zustimmung er- klärt, daß eine zeitgemäße Erhöhung der Beiträge und der Unter- stützungssätze bei Streik und Arbeitslosigkeit unaufschiebbar sei. Statt des bisherigen Einheitsbeitrages von 70 Pf. empfahl der Vorstand Slaffelbeiträge nach den von der Zahlstelle Berlin be- antragten Sätzen: 4. Klasse 1,23 M., 2. Klasse 1 M., 3. Klasse 65 Ps., 4. Klasse 50 Pf. Dieser Antrag wurde nach längerer De- batte mit großer Mehrheit angenommen. Männliche Mitglieder über 17 Jahre sollen in der Regel nur die ersten beiden Beitrags- klaffen zahlen. In einheillichen Lohngebieten bestimmen die ürt- lichen Aeneralversammlnngen die Beitragsklasse. Das Eintritts» geld wird in der Höhe eines Wochenbeitrags erhoben. Morgen wird die Statutenberatung fortgesetzt. Tarifbetvegnng der Hütten- und Metallarbeiter. Am 26. Juni kündigten die Organisationen den am 1. April bzw. 1. März getätigten Lohnvertrag mit den Gruppen.-V/U und C des Arbeitgeberverbandes für Dortmund und Umgebung. lieber die neuen Verhandlungen senden uns der Deutsche Metallarbeiterver- band, der Christliche Metallarbeiterverband, der Gewerkverein der Maschinenbau- und Metallarbeiter, der Zentralverein der Heizer und Maschinisten, die Polnische Berufsvcreinigung, die Bauarbeiter- und Holzarbeiterverbände aller Richtungen einen gemeinsamen Bericht, dem wir folgendes entnehmen: Bei den eingereichten Forderungen der Arbeiter bandelte es sich zunächst um einen Manteltarif und einen neuen Lohntarif. Di« .IN Verhandlungen ergaben, daß der Manteltarif für den ganzen ezirk Rheinland und Westfalen betätigt werden soll. Den Wünschen ler Arbeiter im Lohntaris entsprachen die Arbeitgeber nicht. Daraufhin riefen die Organisationen den Reichslommissar S e v e- ring an. Dieser machte den Vorschlag, die Löhne um 10 bis lb Proz. aufzubessern, mit der Maßgabe, daß die mindcrentlohnten Arbeiter einen größeren Prozentsatz davon erhalten. In der ersten Sitzung konnten die Arbeitgeber eine bindende Erklärung nicht ab- geben, in der zweiten Sitzung erklärten sie dann den Vorschlag deZ Reichskomnnssars für unannehmbar. Daraufhin wurde daZ ReichSministcrium angerufen. Die Verhandlungen fanden in Han- nover unter dem Vorsitz des Herrn Dr. Wulf statt. Der Schicds- spruch sprach sich für eine Erhöhung der Lohnsätze des bestehenden Tarifs um b bis 15 Proz. aus. DaZ Rcichkamt erwartet in einer Woche die Erklärung beider Parteien. Nachdem die Arbeitgeber den O.bleuten und in der Arbeitsgemeinschaft in Tortmund den Ver- tretern der Organisation ihren ablehnenden Standpunkt mitgeteilt hatten und die Arbeitnehmerorganisationen immer noch ohne Nachricht aus Berlin waren, haben die letzteren mit dem bller Ausschutz am 17. September in einer Versammlung zu dieser Ange- legenheit Stellung genommen. Einstimmig wurde eine Resolution angenommen, in der die ablehnende Haltung der Arbeitgeber be- dauert und eS den Organisationen überlassen wird, darüber ju entscheiden, ob sie den gewerkschaftlichen Kampf zur Durchführung ihrer Forderungen aufnehmen wollen. Es wird daher eine ge» Heime Abstimmung der Mitglieder über diese Frage vorgeschlagerr. Weiter wurde beschlossen, über Dortmund-Hörde und Umgebung die allgemeine Sperre für Metallarbeiter aller Berufe zu verhängen._ Eine verpuffte Aktion. Der Gewerkschaftsbund der Angestellten hatte vor einigen Tagen eine Branchenversammlung für die Angestellten der Vcrsiche. rungsbranche einberufen. Trotzdem diese Einladung den Mitgliedern der dem Bund angehörigen 5 Vereine per Post zugestellt wurde, fanden sich ganze 39 Personen zusammen, von denen 6 am Vor- standstisch saßen und. wie sich aus der Diskussion ergab, 12 Mit- glieder des aus der Kartellierung der kreigewerkschaftlichen 3 Ver- bände hervorgegangenen Zentralverbandes der Angestellten waren. Bis zur Diskussion verhielten sich die ZentralvcrbandSmitglieder vollkommen stillschweigend, um die schon durch den..starken" Besuch der Versammlung zutage getretene Ohnmacht deS GewerkschaftA- bundeS noch mehr hervortreten zu lassen. Diese Berechnung erwieS sich als richtig, denn der Gewerkschaftsbund, der erst jetzt, nachdem der Tarifvertrag für die VersicherungSangestelltcn nach vorangegan- genen bielmonatigen Vorbereitungen seit mehreren Monaten in Kraft ist, eine aus Versicherungsangestevten zusammengesetzte Fat- gruppe gründen wollte, konnte nur mit Ach und Krach eine Tarif- kommission zusammenstellen, die an der Revision des nicht ctwr vom Gewerkschaftsbund, sondern vom Zcntralverband abgeschlossenen Tarifvertrages mitwirken soll. Bezeichnend war, daß gerade die älteren anwesenden Mitglieder sich unter allerlei Ausflüchten l'vor drückten, Mitglied der Tarifkommission zu werden, so daß 18- bis LOjSrige Mitglieder mit diesem Amt betraut werden mutzten Was der Gcircrkschaftsbund also bisher versuchte: Zersplitterung in d'e ' Reihen der-»clbcwußten Angestellten zu bringen, sollte hier wieder einmal klüglich inS Wasser fallen. Die Lohnbewegung im Berliner Zcitungsgcwerbe. Die AngestclltenfiuSschüüe und Veitraueiisleule im Giotz-Ber- liner ZeiiungSg-werbe und in den Annoncenexveditionen oer- melte» sieb im Saal des Weibenstepban. Friediickistr. 176, um den Berilbt von Dr. Pfirrmann vom Angestellienverband des Buch- Handels. Buch- und ZeilungSgewerbes über den Stand der Be- wegung entgegenzunehmen. Die Arbeitgeber veriuchten, die Angelegenheit dauernd hinaii?- zuschieben, und komnien jetzt mit dem Vorschlage. Reichstorife unter Hintuziehung aller möglichen gelben Grüppchen abziischlietzen. Man hofft, durch Heronziebung der teilweise noch äußerst rückständigen Verhältnisse im Reiche, wo z. B. der berüchtigte Gewerkschaitsbiind einen LandeSlaris mit den sächsischen ZeitunqSve, leger» abgeschlossen hat. der geradezu Hungerlöbne enthält, die Forderungen der fort- geichritteneren Berliner Kollegenichait. die sich restlos hinter die freien Gewertichaften der Angestellten stellt berabdrückcn zu können. Die Versammelten ließen keinen Zweifel darüber, daß sie nicht gewillt sind, die Machenschaften der Berliner ZeitungSgewaltigen geduldig hinzunehmen. Sie verlangten, daß lediglich mit den frei- gewerlschafilichen Organisationen aus Grund von deren Tarifentwurf. der von der Kommission der Angestellten selbst ausgearbeitet worden ist. verbandelt werde und zwar über den Abschluß eines Berliner Vertrages. ES wurde ein Ultimatum bis zum 26. b. MtS. gestellt, nach desieii Ablauf alle weiteren Schritte zur energischen Durchsetzung der Forderungen der Angestellten unternommen werden sollen. Zur Entgegennahme deS Berichtes über die Siellungnabme der Arbeitgeber versammeln sich die AngestelltenauSichüsse und Ver« trauenSleute der Zeitungsbetriebe und Aiiiioncenexpeditionen Graß- Berlin« am Sonnabend, den 27. September, abends'/z8 Uhr, im blauen Saal des WilhelmShofeS, Anbaltstr. 12. Der Tarifvertrag der chemischen Industrie ist nach mehrmonat- lichen Verhandlungen nun glücklich zum Abschluß gekommen. Am Freitag ist derselbe von den verschiedenen Organisationen unter- zeichnet worden. Am 4. September hatten die Angestellten in einer Vollversammlung dem Tarifverträge zugestimmt. In der Sitzung der Arbeitgeber, die am 15. September stattfand, wurden noch einige unwesentlich- Aenderungen verlangt, so daß am ver- ' gangencn Donnerstag noch einmal erneute Verhandlungen not- ! wendig waren, die aber schließlich doch zum endgültigen Abschluß führten. Der Tarifvertrag selbst befindet sich im Druck und wird vom Dienstag, den 23. September, ab in der Geschäftsstelle des„Bunde? der technischen Angestellten und Beamten", Werftstraße 7, käuflich in beliebigen Mengen zu erhalten sein. Deutscher Mctallarbeiter-Verbaud. Dienstag, den 23. Teptcmder, abends 6 Uhr. Branchenverfamm- lung der Mechaniker, Optiker, Uhrmacher vnd ver- wandten Berufe in den Sophien-Jälen, Saphicnltr. 17/l8. Tages- ordnung: t. Bericht vom Schiedsspruch. 2. Diskus äon. 3. Verbands- angelegenheitcn. Branchenverfammlung der M e I a l l I ch l e i s« r, Gal- vanisenre, Hilfsarbeiter und Arbelterinnen in den Zcntral-Fcstsälen. Alte Jakobslr. 32(groner Saal). Tagesordnung: 1. Be- rickt von den Vcrbandiungcn und Siellungnabme dazu. 2. Eriatzwablen zur Branchenkommission. 3. Verschiedenes. Abends 6st, U b r. All- gemeine Bra ichenoersammlnng der Klempner in BöckcrS Festsälen. Wcbcrstr. 17. Tagesordnung: 1. Vortrag: ,DaS soziale E end der Berg- und Hütteiiarbeiler". Neserent: Kollege Hansen. 2. Verdandsangcleqen- beitcn. 3. Branchcnangelegenbeitcn. 4. Verschiedenes. Abends 7 Ubr. Blanchenversammluiig der Autogenschweiner und sch weihe» rinnen im Relcheuberger Hos, Rcichenberger Str. 147. Tagesordnu-ig: 1. Bericht von den Verhandlungen und Stellungnahme dazu. 2. Vir- schiedeues. Mittwoch, den 24. September, nachmittags i'lt Ubr: Auherordenlliche BczirkSversanimIung de» 23. Bezirk» lspandau und Umgegend) in der Aula der Oberreolfchule, Spandau. Moltkestiahe. Tagesordnung: 1. Schiedsspruch und Loon- gluppicrung in der Metallindustrie. 2. Rcarganifatin der Seitragskalfiermig im Bezirk. 3.. Verschiedenes. Abend« 7 Uhr. Versammlung aller in Brauereien beschäftigten Schmiede in Böckers Festsälen. Weberstr. 17. Tagesordnung: Unsere Teuerungszulage. Abends 7st, Uhr. Branchenoeisammlung der Graveure und Ziseleure im Märkischen Hos, Admiraistr. lSo. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zur Rcichskonsereiiz. 2. Wahl der Delegi-rten. ö. Neuwahl der Branchen- iommisslon. 4. Verschiedenes. Ohne Milglledsbuch kein Zutritt. Verantw. fllr den redaktion. Teil: Bllred Scholz, Neukölln: kllr Anzeigr'N: Theodor Glocke, Berlin Verlag: Vorwiirls-Derloa G. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärt»- Buchdruckerei und Verlaasanstall Vaul Singer u. Co. in Berlin. Lindenstr. 3. »M« Ul MMN. mn«-Benin SW 61, vell-.Alllanee.Sir. T-IO. zeollMrIM i>ll ßMniMMil.»»» VMM der BmemrageWni. MsssenlMägeblmg. Hinein in den Zentralverband der Angestellten! Dienstag, den 33. September, abends? Uhr, im großen Saal der Börse, Bnrgstratze. Wleginnen! Wiegen! Sorgt für Massenbesuch! nis Die Ortsverwaltungen. I. A.: Fritz Rogon« Karl Bauer. •.1. Ziehung Z4.u. ZS.Sept.— Ciiariotter.biirger Lotterie z. O. d. Charl. Säuglings Klinik. 100 000 Lose und 1118 Gewinne u. I Prämie im Gesamtwert von Mark 25 000 Höchstgew. i. glOckl.Falle ; 15000 p 10 000 I 5000 Lose IM. usU8«?": III I nco sorl. aus veisch. III LUdC Tau» ein IN SO schl Postgeb.u.Listc'um. PaulSteinbero&Co. Berlin C54, Rosenthaler Str. 40/41. Rcchtsbeistand Dresdener Str. IN Aufgang 2. Allerdllligkte Prozehsllhr. Ali. menten-, Elzescheidungs., Stras- lachen.Beoba»t Ermitleiungen. ö?vnmM.�u7�°°' rreu«, vrunnenllr.?0.» 5tofke illr llezreii-iMge. Damen-Kostame. Meter aO.-, 40,— ,60,— ,80,— M. 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