Nr.49<).36.I«chrs. vezsgSvrciS t Btaadiältri. ir- 3Ut, monatL 1�- W. frei ins Hau», oocmu zahibar. Poft- dezug! Monatlich k,— Mi» exil.{tu- stellungsgedühr. Unter Streuibaab für Drutschlaod und Oefirrrrtch- Ungarn 635 Mi, für dn» übctgi ausländ 10.» Mi, bei tiizltch einmal, gnstellunq S.S Mi. Poflbeftellungen nehmen m> DSnemarh Holland. Luxem bnrK. Schweden n. die Echwet». Singetrnge» in die Poft-Zettungs-Preisiiiie. Der»BorwSrts' mit der Sonntag» beilag?»Volk u. geif erscheint wochentaglich zweimal. Sonntags einmal. Morgen-Ausgabe. reiegeamm-Ädeeffe: Jtozialdeinoerai Berftti-. � 4 Nevlinev NolKsblstt. (lS0s«nn:s) LlnzeigeuprctS: Dt? achrg-Ivaltene Sionpareillezeil» ioltei ltiv Mt.»leine«n,-igen-. das tettgedrulite Wart Sil Pfg.(zulaisig » ieltgedruitre Worte). ledcs weiter« Wo««0 P!g. Stellengesuche und Schiafstellenaitzelgen da» erste Wo« 10 Pfg» lebe« weitere Won 80 Big. Wart« über lb Suchstaben jitbleo siie zwei Won«. Teuerungszilschlag 00°'» Familien- anzeigen, politische und gewerkschaftlich» Bereins- Anzeigen IX Ml. die Zeile. Anzeigen für die nächste Rümmer müffen bis S Ufte nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin ®9B 68, Linbenftrahe 3. abgegeben werden. Geöffnet oon» Uhr früh bis d Uhr abends. Zcntralorgan der rozialdemokratifchen parte» Deutfchlands. Reöakttoa und Expedition: SW. 68, Lindenftr. 3. Fernsprecher: Amt Morinplan. Sir.»SLSO-ISLi»?. Donnerstag, den ÄS. September 1V1N. Vonvarts-Verlag G.m.b.H., EM. 68, �indenstr. 3. Fernsprecher: Amt Mortvplatz, Nr. 1 17 5.1— 51- Jür die Kriegsgefangenen. die deutsche an die französische Kammerfraktion. An die französische Kammerfraktion richtet« die sozial- demokratische Fraktion der Nationalversammlung folgendes Telegramm: „Im Namcu der Menschlichk�t bitten wir dir sozial- demokratische Kammersraktion, alle Ärast für die schnellste Rückbeförderung der deutsche« Kriegsgefangenen einzusetzen. Tic Fraktion erwirbt sich den Dank von Hundcrttansenden unglücklichen Frauen und Kindern, deren seelische Rot bei der Rückkehr der Kriegsgefangenen aus englischer und amrri- kanischer Hand ins Ungemesicne steigt, wenn die französische Regierung die in ihrer Gewalt befindlichen Gefangenen noch länger zurückbehält." Sozialdemokratische Fraktion der Nationalversammlung Vorstand der Sozialdemokratie Teutschlands Wels. Löbe. Die Heimkehr der Gefangenen. Die Vertreter der Landes-, Provinzial- und selbständigen Be- zirkSgruppen des Volksbundes zum Schutze der deut- schen Kriegs- und Zivilgefangenen sowie der Reichs- Vereinigung ehemaliger Kriegsgefangener und des Bundes der deutschen Frauen zur Befreiung der Gefangenen haben am 2l>. und 21. September in Weimar eine Tagung abgehalten. Die Versammlung wöl'Ite eine au? 10 Mitgliedern bestehende Abord- nung, um bei der Regierung in Berlin die Wünsche der Ange- hörigen' unserer Kriegsgefangenen vorzutragen. Die telegraphisch erbetene Unterredung wurde durch de» ReichSwehrminister Roske und den Reithskolmnissar Ttücklen mit den Vertretern am 23. ds. geführt, während der Reichsminister Müller bedauerlicherweise nicht zugegen sein konnte, sondern vertreten wurde. Der wilöe Seemannsstreik. iBericht unteres Hamburger Korrefpon deute n.) Der Bremer TranSPortarbcitcrverband gibt im„H a m- burger Echo" eine Darstellung, aus der ganz klar und eindeutig hervorgeht, daß es sich bei dem Secmcinnsstreit um einen wilden Streik handelt, der wie so viele andere in unverantwortlicher Weise von k o in m u n i st i s ch c n D r a h t- z i e h e r n verursacht worden ist. Eine Anzahl von See- mannsbündlern verlangte am 12. September in Bremen die Entlassung eines Mitgliedes des Transportarbeiter- Verbandes aus einem nichtigen Grunde und verliest das Schiff, als sie ihr Lerlangen nicht durch- setzen konnte. Gröstcre Gruppen von Seemanns- bündlern setzten dann unter Anwendung von Gewalt durch, dost die Arbeit auf einer grösteren Anzahl von Schiffen ein- gestellt werden mnstte. Die Versammlungen standen unter dem Terror der Kommunisten und Unionisten, und es war den besoniienen gewerkschaftlich organisierten Seeleuten nicht möglich, die Aktion aufzuhalten. Die Ha ni burger Orts- Verwaltung deS Transportarbeiterverbandes erlästt die Erklärung, dast der Verband in keiner Weise an dem Streik beteiligt sei und fordert die Mitglieder auf. b e i der Arbeit zu bleiben. Es steht zu hoffen, dast die Bewegung binnen kurzem an dem Widerstand der vernünftigen Elomcnte scheitern wird. Entente � Deutsihlanü X Saltikum. In einem Artikel mit dem Titel„Die baltischen Staaten und die Alliierten" verlangt die ,,T i m c s", dast die alliierten und assoziierten Mächte energisch auf der sofor- tigen Erfüllung ihrer Forderungen nach Räumung der baltischen Provinzen durch die deutschen Truppen bestehen sollen. Sie knüpft an die letzten Be- richte der„Freiheit" und des„Vorwärts" über Tra-.s- Porte von Truppen und Material nach Kurland folgende Aeusterung an: Es bestehen nur zu viel Ursachen, der Behauptung der„Freiheit", dast Kurland ollmählich in ein riesiges Militärlager tinigewandelt werde, Glauben zu schenken. Die Entscheidung der deutschen Re- gierung, dast sie die deutschen Truppen in Kurland nicht zum Gehorsam zwingen könne, sei u n z u l ä s s i g. I c d e n- falls hätten Regierungen, die so etwas nicht können, keinen Anspruch daraus, als Regierung behandelt zu werden. Tie Politik, die hinter allen diesen Umtrieben stecke, sei auf die Fest- setzung des deutschen Einflusses in den baltischen Provinzen und in Rustlond gerichtet und verfolge m o n o r ch i st i s che Ziele. Präsident Wilson habe diese Gefahr schon im Inni 1917 vorausgesehen. Als er in einer Rede in Washington sagte, das graste Ziel Deutschlands sei, einen breiten Gürtel deutscher militärisch er Macht und wirtschaftlichen Einflusses quer durch dos Zen- trmn Europas bis an das Herz Asiens zu legen. Die „Times" fragt, wie die jetzige Haltung der alliierten und assoziierten Mächte und der Regierung Lloyd Georges gegenüber diesen Bestrebungen sei. Tie Versicherungen, die in der letzten Zeit ans Paris und London gekommen seien, reichen nicht aus, um das Publikum zufrieden zu stellen. Zum Schluß spricht sich die„Times" für eine aus- giebigere Unterstützung der baltischen Staaten »wenigstens in Waffen und Kriegsmaterial" aus. Das Interesse der„Times" besteht sicherlich darin, die Entente zu den angedrohten Zwangsmaßnahmen gegen Deutschland wegen der baltischen Frage zu bewegen. Ob lediglich aus Gründen des Deutschenhasses oder tatsächlich aus Furcht vor den unberechenbaren Absichten der deutsckzen Truppen, bleibe dahingestellt. Es ist natürlich Unsinn, zu glauben, dast es in Deutschland noch ernste Menschen gibt. die den Traum auf deutsche Machterweiterung im Osten, noch dazu im offenen Widerstand gegen die Entente, weiter träumen möchten. Was die Frage anlangt, ob Regierun. gen, die irgendwo auf dem Außenposten stehende Truppen nicht mehr in der Hand haben, noch den Anspruch erheben können, als Regierungen behandelt zu werden, so liegt eS nahe, auf F'ume hinzuweisen, das noch näher bei Rom als Mitau bei Berlin liegt— und wo es doch möglich ist, daß eine Militä'rkamarilla in offener Rebellion gegen die Regierung daS ganze angestrebte System der Neuord- nung europäischer Machtverhältnisse durch die Entente über den Haufen wirft. Wer im GlaShaufe sitzt, soll nicht mit Steinen werfen! Nichtsdestoweniger holten wir es nach wie vor für die Pflicht der deutschen Regierung, den Osttruppen gegenüber das Maß von Energie oilfzubringen, dessen sie nur imstande ist. Das deutsche Volk hat nickst Lust, wegen der Siedlungs- Möglichkeit von einigen tausend Soldaten in die ernsthaf- testen und verhängnisvollsten Schwierigkeiten hmeinzukom- men. Was den Uebertritt freiwilliger Truppen in die Dienste K o l t s ch a k s anlangt, so ist es Angelegenheit der Entente, sich darüber mit K o l t s ch a k auseinanderzusetzen. Deutschland liat keine Interessen im Baltikum und überläßt ; den Kamps mit den Bolschewisten, solange diese kein deut- sches Gebiet bedrohen, gern denjenigen, denen die Bolsche- ' wisten auf den Nähten sitzen. Roter und weißer Terror in Kiew. Ein Korrespondent der.Times" landete mil einem sranzösi« ichenAeroplan in Kiew. Er enlhfilU in seiner Zeitung die eni- ietzlichsten Verbrecken, deren sich die Bol'chewisten während der SSV Tage schuldig machten, als sie die Stadt besetzt hielten. E« wurden über 2000 Leichen gefunden. Am grausamsten soll eine bekannte Prostituierte namens Rosa Schwarz gewüiet haben, die die Todesurteile selbst vollstreckte. In der von den Bolschewisten herausgegebenen Zeitung.Das rote Messer" wurde die wirksamste Art der T o r t u r erörtert. Soweit der Korrespondent der„TimeS". Nack, Lenin aber kam D e n i k i n. lieber desien Beglückungsrolle meldet das Ukrainische Prestbureau: In Kiew herrscht ein entsetzlicher Terror, wie ihn die Ukrainer nicht einmal unter der B o I s ch e w i st e n h e r r s ch a s t erlebt haben. Die Freiwilligen der Armee D e n i k i n fahnden nach ulcainischen politischen Führern, nach Mitgliedern der früheren ukrainischen Zentralrada und nach Personen, die an dem Ausstand gegen den H e t m a n teilgenommen baben. und verhaften dieselben. Der neu organisierte Geheim- Gendarmeriedienst lO ch r a n a)> der im Hotel Metrovol untergebracht ist, überwacht das Leben der Ukrainer. Die ukrainische Intelligenz und Ar- beiterschaft verläßt masienhaft Kiew. Die Dörfer in der Umgebung von Kiew sind von ukraivischen Flüchtlingen überfüllt. Das Schreckenskind Jiume. Aus London wird gemeldet, dast nach haTtnäckigen Gerüchten die italienische Regierung die Alliierten gebeten habe, eine HeereSwacht aller Verbündeten mit Ausnahme der Italiener selbst zu bildsn, die d'Aarnunzio aus Fiume ver. treiben soll. Wie verlautet, wird Präsident Wilson sich mit dem iialie- nischen Vorschlag über Fiume nicht befassen, bevor Italien den unrechtmäßigen Zuständen nicht ein Ende gemacht hat. Man hofft, dast eS dem zum Befehlshaber der Flotte nn Wrnatischen Meer ernannten Admiral Cagni gelingen wird, ein« günstig« E«t- scheidung herbeizuführen. Das Pariser Südslawisch« Pressebureau teilt mit. dast die Stach- richt verschiedener Blätter, das südslawische Reich und Italien hätten sich über die Frage von Fiume und da» adriatische Pro- blem un allgemeinen geeinigt, nichtden Tatfachen ent. spreche. Rätediktatur und Reaktionshölis Ein Budapest er Journalist, der an der Räte- regierung als Parteigänger der Kommuni st en mitgewirkt hatte, macht uns folgende Mitteilungen: Zur Zeit des Regimes Karolyi saß Paul Keri, ein enger Freund des leicht zu beeinflussenden Ministerpräsidenten, in der Schweiz und sandte von dort aus fortwährend Met- düngen über die heranrückende Weltrevolutton. Dies im Verein mit dem zunehmenden Druck der Entente legte Karolyi eine Ncuorienticrung nach Sowjet-Rußland hin nahe. Die sozialdemokratische Partei wußte nichts � von diesem Plan. Schon im Februar hätte sie die Macht über- nehmen können und sollen wegen der fortwährenden Re- giernngskrisen und der wachsenden gegenrevolutionärcn Agitation. Die Sozialdemokraten wollten aber die Regierung nicht übernehmen, weil sie fürchteten, dast ihr Regime unter den obwaltenden Umständen das Volk enttäuschen und die Bewegung schädigen würde. Da kam das E n t e n t e- U l t i in a t u m des Obersten Vix mit der Forderung der Abtretung weiterer rein ungarischer Gebiete, ivas die Ernährung Budapests unmöglich gemacht haben würde. Einige Wochen zuvor waren die bolschewistischen Führer verhaftet worden, wodurch ihr Anhang in der Arbeiterklasse, die unter furchtbarer Arbeitslosigkett und elenden Ernährungsverhältnisien litt, weiter gestiegen war. Die Arbeitsloscnuntc r st ü tz u n g von 15 Kronen täglich reichte längst nicht ans, da man für dieses Geld in Budapest nicht einmal ein Mittagessen kaufen konnte. Die Kommunisten benützten zur Agitation die Forderung nach einer einmaligen Zahlung von»100 Kronen— das ist ein Jahr Arbeitslosenunterstützung für die entlassenen Soldaten und Invaliden. Tie Gewährung dieser Summe hätte dem Staat un- gefähr 4V Milliarden gekostet, was aber die Kommunisten nicht beirrte. Von Demonstranten für diese Forderung wurde sogar der Minister Peidl in der Burg mißhandelt. Die Kapitalisten aber bekämpften vis zuletzt die zur SaNienrng der Staats- finanzen unbedingt notwendige Vermögensabgabe. Das Entente-Mtimatilm brachte ein Wiederauflammen deS Chauvinismus. Die sozialdemokratische Partei stand vor der Frage, entweder eine Diktatur, auch gegen einen Teil der Arbeiterschaft, aufzurichten oder sich mit den Kommunisten zu vereinigen. Die Metallarbeirer drohten, aus der Partei auszutreten, wenn nicht die Diktatur proklamiert würde. So kam es zu der Vereinigung mit den K o m m n n i st e n. Die Entente stellte kein weiteres Ultimatum. Erst nach tnci Wochen kam General SmutS nach Budapest und ver- handelte mit Kun. In der ersten Zeit war die Situation günstig, weil sowohl der Nationalismus als auch das proletarische Interesse verlangten, dast nicht ungarische Gebiete m die Gewalt des fremden Imperialismus fallen. B e l a K u n, der jetzt etlva 40 Jahre alt ist, war zuerst bürgerlicher Journalist, ist aber immer Sozialist gewesen. Er war sozialdemokrattscher Parteisekretär und Krankenkassen- direktor in Klausenburg, geriet während des Krieges in russische Gefangenschaft und stellte nach dem Siege des Bolschewismus die erste ungarische Rote Garde auf, die gegen die konterrevolutionären Tschechoslowaken kämpfte. Mit Kun waren die späteren Volkskommissare Tibor Samuely, Bela Szanto und Karl Bantus in Gefangenschaft. Kun leitete später in Moskau eine ungarische AgitationSschule, gründete dort die Ungarische Kommunistenpartei und wurde nach dem Waffenstillstand von Lenin nach Ungarn geschickt. Er brachte einige Millionen mit. Unter dem Titel des Roten Kreuzes bestanden in Budapest und Wien russisch-bolschewistische Uebcr- wachilngskommissionen, die später verhaftet und auf Ver- langen der Entente an diese ausgeliefert wurden. Die Mit- glieder sind jetzt in der Gegend von Saloniki interniert. Unter der Räteregierung setzte alsbald ein«» all- gemeine Enttäuschung ein und wenn nicht der gegenrevoluttonäre Angriff der Donaukitegsschiffe ans Buda- Pest gekommen wäre, so wäre ganz von selbst und ohne Krisen wiederum ein gemästigtercs sozialdemokratisches Regime anS Ruder gekommen. Die Diktatur hatte eine fürchterliche Situation übernommen. Während das Volk von der Diktatur Wunder erwartete, konnte trotz aller Arbeit nichts geleistet werden. Der Industrie fehlte eS an Roh- stoffen und Kohle, aber die Löhne mußten weiter gezahlt werden. Stärkeren Betrieb hatte eigentlich nur noch die große Patroncnsabrik in Csepel. Der Schleichhandel war viel umfangreicher noch als vorher, denn der bestehende Handel war durch Schließung der Geschäfte«sozialisiert", ohne dast neue Organe für die WarcnauSteilung geschaffen worden wären. Eine neue Kapitalistenklasse aus allerhand Schiebern, auch aus Sowjet- Kontrolleuren an den Grenzen, die ungeheure Geschäfte machten, kam herauf. ES entstand eine neust Beamtenklasse, tn der unreife Lumpen- Proletarier und LumpenbourzeoiS eine große Rolle spielten, und die viel korrupter war und schlechter arbeitete, als die alte Bureaukratte. Die ganze Entwicklung hat de» Soziaiismus sehr kompromittiert. Man ging immer weiter nach links und kam schließlich zur Dikiatur. d. h. zur Tyrannei. Es kam daher unausgesetzt zu Konflikten zwischen der Nätcregierung und den sozialdemokratisch erzogenen Arbeitern in den Ee- werkschasten. Soweit in den Fabriken noch zu tun war, wurde die Produktion von den früheren Leitern geführt, die Betriebsräte hatten nur ihre Zustimmung zu den Maßnahmen, die sie selber nicht treffen konnten, zu geben. Die Leistungen der Arbeiter waren trotz aller Mahnungen viel g e- ringcr als vorher, man mußte den Akkordlohn ein- führen und dachte ernstlich an die Einführung des Taylor- systems. Der Großgrundbesitz wurde zwar bäuerlichen Ae- nossenschaften übergeben, aber durch die einander wider- svrechenden Verordnungen über die Bodenverteilung machte sich der Kommunismus die Bauern zu Feinden. Dazu kam, daß in Budapest das alte österreichisch- ungarische Geld nicht hergestellt werden konnte, und daß die neuen Noten nur auf einer Seite bedruckt waren. Der konservative Bauer sperrte sich gegen die Annahme dieses„weißen" Geldes. Die Geschäfte in Budapest wurden zunächst alle g e- schloffen. Den Angehörigen der Bourgeoisie wurde ge- stattet, je monatlich bis zu 2000 Kronen von der Bank abzuheben. Diejenigen, die nichts besaßen, wurden in ihren Geschäften als öffentliche Verwalter wieder angestellt. Wer kein Geschäft gehabt hatte, mußte sehen, wo er blieb. Bis auf zwei Blätter konnte die Presse weiter�rscheinen. jedoch unter kommunistischer Zensur, die von einem Zensur- komitce und von jp einem Zensor in jeder Redaktion aus- geübt wurde. Bezeichnenderweise haben manche bürgerlichen Blätter weit glänzendere Leitartikel für den Kommunismus gebracht, als die Arbeiterpreffe. Andererseits verstanden es bürgerliche Journalisten, trotz der Zensur doch auch gegen- teilige Meinungen zu vertreten, weswegen schließlich jeden Tag Anleitungen ausgegeben lvurden, an die sich die Leit- artikel halten mußten. Inserate gab es nicht. Neber den roten Terror sind im Auslande gewaltige Ncbertreibungen verbreitet worden. Wer heute zu langer Freiheitsstrafe verurteilt war, den traf man übermorgen im Kaffeehaus wieder. Die Schreckensherrschaft Samuclis bestand nur darin, daß Orte, in denen Rotgardisten ermordet worden waren, im Häuser- und Straßenkampf eingenommen wurden, und Leute, die mit der Waffe in der Hand gefangen wurden, her Hinrichtung verfielen, jedoch waren diese weniger zahl- reich als die getöteten Rotgardisten. Deutsch-Westungarn wurde die volle Autonomie gewährt, und die Arbeiterklasse fügte sich wohl, da sie von dem früheren Druck beftcit war. Erst das Wüten der jetzigen nationalistischen Gegenrevolution, vor der täglich zahlreiche Bewohner nach Deutschösterreich flüchten, hat die Forderung des Anschlusses an Deutschösterreich, der der Vertrag von St. Germain Rechnung trägt, allgemein gemacht. Heute herrscht neben den Rumänen in Budapest die schändlichste Reaktion. Es ist kein Zweifel, daß England und Frankreich zuerst die Herrschaft des Erzherzogs Joseph wollten, jedoch hat der Protest der Tschechoslowaken und Südslawen, die ähnliche Vorgänge für sich und ein Wiederaufflammen des magyarischen Nationalismus fürchteten, den Obersten Rat' bestimmt, den Erzherzog fallen zu lassen. Jetzt scheint ein stiller Vertrag zu befielen, wonach die Regierung Friedrichs Pogrome und Sozialistenverfolgungen und die Rumänen die wüstesten Re- quisitionen veranstalten dürfen. Sic holen alles weg. von den Einrichtungen der Fabriken bis zu den Telephonapparaten. Die Lebensmittelversorgung ist ebenso schlecht wie früher, die Preise sind furchtbar, eS ist kein Geld da und es herrscht die nackte Hungersnot. Was die rote Armee anlangt, so herrschte in ihr ein Militarismus, der genau so scheußlich war, wie der Habs- burgische.... Bekämpfung ösr Ve!ksseuchen öurch verbesserte Diagnostik. Dr. Felix KSnigSberger. Die gefährlichsten Feinde der VolkSgefundheit sind die beiden BolkSseuchen Tuberkulose und Syphilis. Ihre verhee- renden Wirkungen zu bekämpfen, ist die wichtigste Aufgabe der medizinischen Wissenschaft. Für beide Krankheiten haben wir Heilmittel. Gegen beide Seuchen haben wir auch seit vielen Zajsten bereits vorbeugende Maßnahmen getroffen, die die Ausbreitung verhindern solle». Außerordentlich Gutes haben die Tuberkulofenfürsorgestellen, die Städte-Hygiene, sowie in letzter Zeit die WohnungShYgicne geleistet. Wichtige Faktoren bei der Prophylaxe der Tuberkulose sind auch die Heimstätten und WalderholungSplätze. Die Prophylaxe der Syphilis gestaltet sich schwieriger, da sie nicht durch die Lust, den Staub oder dos enge Beieinander. wohnen übertragen wird, sondern durch direkte, meist sexuelle Be» rührung mit den Erkrankten. Durch Unsauberkeit, schlechte Pflege, Unterernährung, die Sittlichkeit gefährdende WahnungS- vechältnifse wird natürlich auch die Ausbreitung der Syphilis be- günstigt, aber eine spezifische Syphilis-Prophylaxe muß sich leider fast ganz aus Aufklärungsarbeit beschränken, nnt Ausnahme kleiner Mittelchen, die man dem Einzelnen anrät oder in die Hand gibt, wie dies früher beim Heer zeitweise eingeführt war. Üeber die Art, wie die Aufklärung am besten vorbeugend wirkt, sind die Meinungen zurzeit noch sehr verschieden.— Der Film kann zweifellos hier«ine große Einwirkung haben, doch muß er sich erst von den, jetzt geübten„Kitsch" zu einer von jeder Reklame, und Gewinnsucht freien, von berufenen Fachärzten durchdachten Form durchgerungen haben. Aber auch die beste Prophylaxe und die besten BchandwngS- Methoden werden den Kampf gegen die Volksseuchen niemals so erfolgreich gestalten können, wie es wünschenswert ist, wenn die rechtzeitige Erkennung der Krankheit nicht emwandösre, und möglichst frühzeitig nach ihrem Auftreten gewährleistet wird. Als äußerst wichtiger Faktor reiht sich also der Prophylaxe und der Tberapie die D i a g n o st i k an. Je frühzeitiger die sichere Diagnose gestellt wird, um so günstiger ist die Aussicht aus er- folgreichc Therapie; um so ftühzeitiger kann auch bei der Um- gebung deS Erkrankten die Prophylaxe einsetzen. ES ist heute allgemein anerkannt, daß man imstande ist, eine SyptnlrS mit einer einzigen energischen Kur zu heilen, wenn die Behandlung früh genug beginnt, nämlich solange die Erkrankung noch lokal ist d. h. solange daS Blut noch frei ist von Krankheitskeimen. Auch ein tuberkulöser Lungenspitzenkatarrh heilt, wenn frühzeitig genug die LoSlösung deS Individuums von der schädlichen Ujn- oebuna und wenn entsprechende Behandlung zeitig genug ein- setzt, meist ohne irgendwelche Folgen für da? betreffende Jnd> Siduum auS. Hieraus ergibt sich die«norme Bedeutung der ersten u n t e r s u ch u n g des Panenten beim Arzt. Es kommt alles daraus an, daß mit allen Mitteln der modernen Diagnostik so schnell wie möglich versucht wird, einwandsfrei Diagnosen zu „ Mx jjni fr-jit« vg. der ÄB� ouS einem Veschjwür be« Wir Wiederhören: Hier spricht ein Mann, der schon vor dem Umschwung in Ungarn mit seinem ganzen Idealismus für den Bolschewismus gearbeitet hatte. Wir haben� seinen Angaben nichts hinzugesetzt. Sie sprechen deutlich genüg. heraus mit öen Silanzen! Die Industrie leidet erschreckende Not. So jammert man allerwärts, und die Unternehmer können sich gar nicht darin überbieten, den Arbeitern Vorwürfe zu machen, weil sie die Politik in die Werkstatt hineintragen. In Wirklichkeit steht das Unternehmertum mehr als je in geschlossenen! Kampfe gegen den Fortschritt des Sozialismus und vermag auch aus den geschwächten Kassen der verlustbringenden Unternehnnrn- gen Gelder zum Kampfe gegen das Prole- t a r i a t herauszuholen. Es flattert uns da auf den Redak- tionstisch ein Schreiben der„K o m m i.s s i o n zur Sammlung, Verwaltung und Verwendung desindustriellenWahlfonds", derma, die Groß- industriellen A v e l l i s, Beumer, Hilger, Hugenberg, Peter K l ö ck n e r, Rötger, V ö g l e r angehören. Es hat folgenden Wortlaut: Berliv-WilmerSdorf, September ISIS. All die deutsche Industrie! Der für Deutschland unglückliche Ausgang des Welt- kricgeS, die Revolution vorn November 1918 mit ihren Folgen, die in unser gesamtes Erwerbsleben tief einschneidende,! gesetzgeberischen Maßnahmen und die zahlreichen, es vielfach schwer belastenden Regierungsverordnungen und-Verfügungen, wie auch die augenblicklichen ungünstigen M e h rh e i t S v« r hä ltn i f se in den V o l ks v e r t r« t u n- gen machen eS den Vertretern unseres Wirtschaftslebens zur u n- bedingten Pflicht, sich in ganz anderer und viel nachdrück- licherer Weise, als es bisher zumeist geschehen, am politischen Leben z u beteiligen und im besonderen guch den politische»Wahlen ein größeres Interesse ent. gegenzubringen. Vor allen Dingen ist eS auch notwendig, in opsmvilliger Weise sich an der Aufbringung der Mittel zu beteiligen, die nun einmal bei allen Parteien zur erfolgreichen Durchführung der Wahlkämpse nötig sind. Durch das neu« Wahlgesetz, insonderheit auch durch die neue Wahlkreisen, teilung, serner durch die bedeutende Erhöhung der Porto-, Druck- und Papierkosten usw. wird bedingt, daß sich bei den einzelnen Parteien die Wahlunkosten gegen früher ganz gewaltig gesteigert, ja vervielfacht haben. Will die heimische Industrie Vertreter, die eine gründliche Kenntnis unsere? gesamten Wirtschaftslebens und seiner Beziehungen besitzen, in den Volks- Vertretungen haben, dann muß sie auch bereit sein, die zur Ermöglichung der Wahl solcher Vertreter er. forderlichen Mittel zusammenzubringen. Diesem Zweck soll eben der vor nahezu zehn Jahren begründete industrielle Wahlfond S dienen, der gewissermaßen die Zentralstelle darstellt, von wo auS die Wahl sachverständiger Ver- tretcr unseres Wirtschaftslebens ermöglicht und gefördert werden soll. Der industrielle WablsondS hat, wenngleich für die breite Oeffentlichkeit wenig erkennbar, Gutes geleistet. ES ist aber nötig, daß ihm. wenn er seinen Zweck im ganzen Umfange erfüllen soll, in Rücksicht auf die so gewaltig gestiegenen Wahlunkosten in weit größerem Umfange als bisher Mittel zugeführt werden. Den einzelnen politischen Parteien steht die den Wahlfonds verwaltende Kommission, wie schon auS ihrer Zusammensetzung er- kennbar ist, völlig neutral gegenüber. Sie ivird auch in Zukunft bei Verwendung der ihr überwiesenen Gelder sich lediglich von den Interessen unseres Wirtschaftslebens leiten lassen und ihre Wahl- Beihilfen dahin geben, wo eS sich um die Wahl von Persönlich. leiten handelt, deren Eintritt in die Bolksver- tretnng für unser Wirtschaftsleben förderlich ist. Daß versucht werden muß, in die gesetzgebenden Körperschaften weit mehr als bishet Männer hineinzubringen, die mit den Bedürfnissen unseres Erwerbslebens, im besonderen der hermischen Industrie, vertraut und verwachsen find, ist heute ein« so all- gemein anerkannte Forderung, daß sie nicht mehr der Begründung bedarf, Wir richten deshalb an die Angehörigen der gesamten deutschen Industrie, ohne Unterschied der Parteizugehörigkeit, die dringende Mahnung und Mite, in ihrem eigenen Interesse Beiträg« ziehungSwetse auS einer Drüse in 19— 20 Minuten mit Hilfe de? sogenannten mikroskopischen Dunkelfeld-VerfahrenS unS die Krankheitserreger lebend sichtbar zu machen.— Wir sind imstande in einigen Stunden festzustellen, ob in einem Auswurf Tuberkel- bazillen, und wenn auch nur in ganz verschwindenden Mengen, vorhanden sind. �— Wir verfügen zur Erkennung von Krankheits- erscheinungen über wissenschaftlich erprobte� Methoden von auS- gezeichneter Schärfe und Feinheit, wir können die geringsten Spuren von Eiweiß, Zucker, Blut usw. in Ausscheidungen fest- stellen, wir verfügen über Röntengemrichkungen, mit denen man in derselben Minute die härtesten und weichsten Strahlen«rzeu- gen kann, und wir haben meines ErachtenS die Verpflichtung, von diesen Fortschritten der Wissenschaft zum Segen der Allgemein- heit den ausgiebigsten Gebrauch zu machen. ES ist ein alter Er- fahrungssatz, daß der Arzt der tüchtigste ist, der am meisten unter- sucht. Der Arzt hat natürlich größere Aussichten, die Ursache deS Leidens zu erkennen, der sich nicht nur auf die Untersuchung eines einzelnen Körperteils beschränkt, sondern eine Gesamtunter- suchung vornimmt. Unseren heutigen Ansprüchen darf jedoch auch «in« solche Untersuchung noch nicht genügen; wir müssen uns aller Mittel bedienen, die die moderne Diagnostik unS in die Hand gegeben hat.»- Wenn wir beispielsweise bei jedem Patienten, bei dem auch nur der leiseste Verdacht einer syphilitischen Infektion besteht, eine mikroskopische Untersuchung auf„Lpiroeboete pallida*(Erreger der Syphilis) vornehmen würden, würde die Zahl derer gewaltig steigen, die in der glücklichen Lage sind, mit einer Kur von ihrem Leiden geheilt zu werden. Aber eS liegt leider nicht allein in der Hand des ArzteS, dem Erkrankten diese Möglichkeit der schnellen' Heilung zu geben, das Haupterfordcrnis ist, daß der Patient rechtzeitig genug den Arzt aufsucht. Würde man bei jedem Katarrh der Lunge, bei jeder Krankheit deS Rippen- oder Brust- felles eine Untersuchung de» Auswurfs vornehmen, sowie ein Röntgenbild anfertigen lassen, so könnle man durch frühzdiige Erkennung und Behandlung zweifellos einen gewaltigen Prozent- satz schwererer tuberkulöser Erkrankungen vermeiden. Wir verfügen seit IVi Jahren über Statistiken, die ftn Diagnostischen Institut der Allgemeinen Ortskrankenkasse der Stadt Berlin angefertigt worden sind und die Bedeutung der diagnostischen Untersuchung nicht nur bei den beiden Bolksseuchen, sondern auch bei den anderen Krankheiten, wie z. B. bei der Er- kennung d«S Krebses, der Magen- und Darmkrankheiten, der Er- krankung der Nieren usw. deutlich erkennen lassen. So zeigten beispielsweise 20 Proz. der dem Institut eingesandten Sputa(Auswurf) das Vorhandensein von Tuberkel- bazillen. 45 Proz. der Untersuchungen auf „SpirochaeU pallida"(Erreger der Syphilis) waren positiv.— Diese beiden Tatsachen lassen klar erkennen, daß viel zu wenig zweifelhaste Fälle zur Untersuchung kommen. Man kann sich demnach vorstellen, welche Erfolg« man erzielen wurde, wenn man das ganze Material restlos erfassen könnte. Noch ein Faktor spielt besonders in der heutigen Zeit, in der sowohl Staat wie Kommune, verschuldet und verarmt find, eine große Rolle. Die Behandlung der rechtzeitig Diagnostizierten ist eine ganz wesent- lich sparsamere, als die der vernachlässigten Fälle. Die Kranken �Wexdeu schneller, also auch billiger und gründlicher geheilt, ihre an den industriellen Wahlfond- baldigst abzuführen, damit für d'? bevorstehenden Wahlen zum Reichstag die zur Wahl i n d u st r i- eller Vertreter nötigen Schritte rechtzeitig eingeleitet werden können. Beiträge an den industriellen Wahlfond? sind unter der Be- zeichnung„Für den industriellen Wahlfonds" zu richten an d'a Direktion der Disconto-Gesellschaft in Berlin, Unter den Linden 35. Kommisston zur Sammlung, Verwaltung und Verwendung deS industriellen WahlfondZ. Man seye überall an Stelle des Warles Industrieller das Wort-Unternehmer und der Sinn des Aufrufes wird klar. Das Bezeichnende ist, daß dieses schreiben an dra Direktion eines industriellen Werkes gerichtet wurde. Dia Mittel zur Bestreitung dieses„parteilosen" Wablfonds scheinen also aus den Geldern der UnterneHmun- gen s e l b st aufgebracht zu werden— ein Versahren, daS bei dem heutigen Tiefstand der Produktion nicht gerade zur Minderung der G e n e r a l u n k o st e n beiträgt. In jedem Falle haben die Arbeiter das größte Interesse daran ziv wissen, ob die Werke, bei denen sie beschäftigt sind. Kampf- mittel gegen die Arbeiterklasse mis dem Ertrage ihrer eigenen Arbeit ausbringen. Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, daß eine Reihe von Unternehmer- o r g a n e n auf diese Weise unterlialten werden. So versteht es sich auch, daß die Unternehmer sich gegen die Entsendung von Arbeitern in die Aussichtsräte und gegen ihre Einsichtnahme in die Bilanzen wehren, wie es das VetriebSrätegesetz vorsieht. Nachdem aber gerade von deiftschnationalen Kreisen der Gedanke der W e r k g e m e i n s ch a f t lebhaft propagiert wird, ericheint diese Kampfstellung des Unternehmertums gegen das Prole- tariat, zu dem letzteres noch die Mittel aufbringen Helsen soll, doppelt merkwürdig. Die Arbeiter werden gut tun, sich von den Unternehmern nicht hinters Licht führen zn lassen, son- deni nun erst recht auf die Einsichtnahme der Bilanzen zu be- stehen, um zu erkennen, wo der Gedanke der Arbeitsgemein- schaft ernst gemeint ist und wo nicht. Der Streit um öie Umsatzsteuer. Die Nachrichten der bürgerlichen Presse über einen Plötz- lich ausgekrochenen Konflikt wegen der Umsatzsteuer sind, wie wir schon gestern abend feststellten, stark übertrieben. Der Vorfall von gestern brachte auch nichts wesentlich Neues, da die sozialdemokratische Fraktion der Nationalversammlung den Standpunkt, den sie gestern einnahm, schon vor der Vertagung in Weimar aufs klarste präzisiert hat. Es Handell sich dabei zunächst nicht um eine sachliche Stellungnahme zu den einzelnen Steuervorlagen, soildern nur um die Reihen- folge, in der sie verabschiedet werden sollen. Die sozial- demokratische Fraktion fordert aus guten Gründen, daß die Umsatzsteuervorlage nicht eher verabschiedet wird, als bis die Entwürfe über die direkten Steuern er- tedigt sind. Sie geht von der Auffassung aus. daß man zu- nächst den Besitz mit seiner vollen Leistungssähigkeit heranziehen müsse, und daß erst dann das noch Notwendige auf die Schultern der breiten Masse gelegt werden dürke. Sie besorgt, daß das umgekehrte Verfahren dazu führen könnte, die indirekten Steuern hochzuschrauben in der Abficht, dadurch den Besitz zu entlasten. Es ist nicht einzusehen, warum dem billigen Wunsch der sozialdemokratischen Fraktion nicht Rechnung gerragen sollte. Auch die Terminfrage, die von einem RogierungSvertreter an- geschnitten wurde, kann nicht entscheidend sein, denn die recht- zeitige Erledigung aller Steuergesetze ist gleich notwendig. und an gutem Willen, ralche Arbeit zu leisten, wird es bei der sozialdemokratischen Fraktion nicht fehlen. Die heutige Zusammenkunft der sozialdemokratischen Fraktionsmitglieder wird sich mir der Lage, die durch die gestrigen Vorgänge im Ausschuß geschaffen wurde, beschästigen. Arbeit kommt der Allgemeinheit rascher wieder zugute, und der schädliche Einfluß auf die Umgebung und die Nachkommenschaft wird vermindert.— Die Kosten, die für diagnostische Untersuchungen entstehen, werden also, seien sie noch so hoch, stet» eine weit größere Ersparnis auf dem Gebiete der Krankenbehandlung und-sürsorge zur Folge haben. Die Medizin ist eine ErfahrungLwisscnschaft und muß siw unabhängig machen von subjektiver Spekulation; gegründet auf die Resultate einer objektiven und genauen LaboraiormmSunter- suchung wird die Diagnosenstellung leichter, schneller und sicherer. und der Therapie wird der Weg gewiesen. Auch wenn ein Teil der persönlichen Beziehungen zwischen Arzt und Patienten dabei geopfert werden muh, soll man dieses Opfer darbringen, wenn eö uns in der Erreichung unseres Endzieles unterstützt: die Go- sundheit dem Volke zu sichern und zu erhalten.— welngartner-Erfatz. Die Weingartner« Konzert« hatten stets den Anstrich deS Sensationellen. SS war Stimmung da, wie im Tbeoter, und die Triumphe deS Dirigenten erinnerten schon oft an die Vergölterung der Primadonnen. Die festliche Stimmung war aber zum guten Tc,l Ausdruck einer Dirigierpersöntichleit von großem Wuchs, die selbst mit dem Aufwand einiger Koketterie wahrhaftige Musik gestalten und bannen, Musiker und Laien fesieln konnte Nun hat Wem- gartner absagen müssen; und im großen, kalieii Pbii Hormon iesaal. der Lücken zeig», fehlt die Siedehitze. Zwar spielt Wilhelm Back» hau«, der Besten einer, mit untadeligem Gelenk und herzhaftem Schwung da» L-dur-Konzerl von Brabin«: aber Erinnerungen an Schnabel und d'Albert quälen und da« Geständnis ab, daß da noch ein Rest an Größe und Kühnheit des Wurf« zu löten blieb. Zuletzt dirigierte Schilling« die erste Sinfonie von BrahmS. Schilling« ist tür dce Zusammenstellung des PcogrammS ja nicht verantwortlich; schwerlich bälte er tonst seine beioudere Neigung zu dem Sinioniker BrahmS entdeckt. Was Weingartner, was Nikisch in diesem Werk hergaben, war Erlebnis und Bekenntnis; bei Schillings blieb e« bei einer soliden und fast akademischen Erkenntnis und Auslegung. Die beiden nächsten Weingartner-Konzerte erhallen durch zwei Namen besondere Anziehungskraft: Hans Pfiyner und Karl Muck. K. S. Notlzea. — Von PfitznerS Pa laestrina. dessen Ausführung bevorsteht,«scheint demnächst im Musikvcrlag Fürstner ein SUa- vierauSzug zu zwei Händen mit überlegtem Text. — Eine Volkshochschule für Musik ist iu Hamburg in Vorbereitung. — Die Wiederher st eilung der Ka the dral«, von Reims. 50 000 Einwohner sind schon wieder nach Reims zurück- gekehrt, und die Wiodcrberstcllnngöarheiten an der Kachedrale sind bereits in Angriff genommen. D.e Kathedrale hat«in vorläufiges Dach erhalten, das die Schifte und Gewölbe vor den Unbilden der Witterung schützt. Ein Querarm wird für den Gottesdienst her- gerichiet. Die im Jahr« 1017 begrnndeie.Gesellschaft'der Freunde der Kathedrale von Reims" hat bereits namssaflc Beträge für den Neubau zusammengebracht. Nr. 490 ❖ 36. Jahrgang Heilage des vorwärts Vonnerstag, 25. Sept ember 1919 preußische Lanöesverfammlung. 53. Sitzung. Mittwoch, den 24. September IS 19. Am Regierungstisch: Hirsch, Defer. Präsident Leinrrt eröffnet die Sitzung 12 Uhr 2V Minuten. Das Haus erledigt zunächst eine Anzahl kleiner Posten des Staatshaushaltplans in zweiter Beratung. Der Etat der Lotterieverwaltung wird gegen die Stimmen der Unabhängigen angenommen. Beim Etat der Münzverwaliung verlangt Abg. Wenke(Dem.) die Wiedereinführung eines 50»Pfennig st ücks. Abg. Adolf Hoffmann(U. Soz.): Man sollte endlich alles Gold aus der Kirche herausholen.(Lebhafter Widerspruch im Ztr.). Der Etat wird ebenso wie der Etat der Staatsschuldenverwaltung unverändert angenommen. Beim Erat der Staatsarchive verlangt Abg. Henuig CU. Soz.) Oeffnung der Archive. Der Generaldirektor der Archive stellt fest, dqfc die Archive der wiffenschastlichen Forschung offen stehen und keine Geheim- n i s s e enthalten. Der Etat wird unverändert angenommen. Zum Etat der Oberrechnungskammer verlangt ein Ausswuffantrag zeitgemäße Vereinfachung des Geschäftsverkehrs der Oberrechnungskammer. Nach Bemerkungen der Abg. K a e h l e r- Greifswald(Dnat. Vp.) und Schuberl(Soz.) wird der Etat genehmigt, ebenso die Etats für den Disziplinargerichts- d o f, den Gerichtshof zur Entscheidung der Komvetenzkonflikte, da? Gcsetzsammlungsamt, den«Reichs- und Preußischen Staats- anzeiger". Beim Etat des K r i e g s mi n i st e ri um s spricht Abgeord- neter Klausner(U. S.) über die Berbrennung der französischen Fahnen vor de« Zeughaus. Darin zeigt sich eine Ueberfpannung der nationalen Leidenschaften, wie sie auch bei dem Mord an dem ftanzöfifchen Soldaten zu Tage trat, worüber Sie(zur Rechten) sich noch freuen. Präsident Leinert: Es ist eine unerhörte Beleidigung, Ab« geordneten dieses tzauseS vorzuwerfen, daß sie sich freuen, wenn ein Mord vorkommt. Ich rufe Sie deshalb zur Ordnung.(Bravo I rechts.) Abg. Gräs-Anklam(Dnat. Vp.): Ich hätte es nicht für möglich gehalten, daß in einem solchen Parlament gegenüber einem Akt der nationalen Verzweiflung, wie es die Tat vor dem Zeughaus war, eine derartige Kritik geübt wird. Sie auf der Linken find schuld daran, daß unsere Armee zertrümmert wurde.(Stürmischer, an- haltender Lärm links.) Abg. Grzefiuski sSoz.): Diese Behauptung ist eine unerhörte Verleumdung und nach den Veröffentlichungen der letzten Zeit eine Verleum- dung. von der ich annehmen muß, daß sie wissentlich gemacht worden ist.(Stürmische Zustimmung links, Unruhe rechtS.) Wir find alle tief erschüttert über den Ausgang des Krieges, aber Sie, auf der Rechten, sind die Allerletzten, die uns die Schuld an dieser Katastrophe beimeffen können.(Sehr richtig I links.) Ihre ganze Politik hat den Zusammenbruch herbeigeführt und die Art Jijres Auftretens hier im Hause und draußen der» hindert es, daß unser Volk nun endlich ernstlich an den Wiederauf- bau gehen kann.(Lebhafte Zustimmung links.) Durch die Ver- öffentlichungen der letzten Tage ist deutlich festgestellt worden, daß Ihre Parteifreunde die Schuld an dem Kriege haben.(Zustimmung linkS) Unruhe rechts.) Die Vorgänge im Zeughause kann ich mit dem.Vorwärts" nur als einen Dummenjungenstreich bezeichnen. (Beifall links. Lachen rechts.) Abg. Adolf Hoffman»(ll. Soz.): Man sollte überhaupt die »anzeit Erinnerungen im Zeughauic beseitigen.(Pfui-Rufe rechts.) Abg. Rippe!(Dnat. Vp.): Die Unabhängigen haben kein Ver- ständnis für die Taten nationaler Verzweiflung. Ohne die Er- rignisse vom November 1918 wäre ein ganz anderer Frieden zu- standegetommen.(Beifall rechts.) Abg. Grzrsinski(Soz.): Hindenburg hat bereits im Ok- tober erklärt, daß nach dem Abfall BiglgarienS und der Türkei die Lage unhaltbar war. Die Revolution war also an dem Zu- iämmenbruch nicht schuld. Sie war vielmehr eine Folge deS Zusammenbruchs. Bis zum 9. November war die Entscheidung zuungunsten Deutschlands gefallen.(Adolf Hoffmann: Und Wilhelm ausgerissen!) Abg. Cohn(U. Soz.): Es ist ein Märchen, daß wir das Heer zermürbt haben. Die zwangsweise ausgehobenen Millionen waren eben nicht mehr kriegsfähig.(Abg. Graf sDnatl.): Wo find Joffes Millionen?) Ueber die Verwendung der russischen Gelder habe ich öffentlich Abrechnung abgelegt. Wenn jemand behaupten sollte, ich hätte sie zu anderen Zwecken verwendet, so würde ich ihn als einen Verleumder bezeichnen. lAbg. Gräf: Und das andere Geld?) Für diese Verdächtigungen uenne ich Sie einen gemeinen Ver- lcumder. Der Irrsinn von Scapa Flow entspringt derselben eitlen Prestigesucht, die uns in den Krieg geführt hat, und der wir diese Niederlage verdanken. Abg. Nippel(Dnt. Vp.): Mit Herrn Cohn kann man sich nicht über nationale Würde unterhalten. Die Unabhängigen sind schuld an der völligen Zertrümmerung deS Heeres und an der Wehrlos- machung Deutschlands. Abg. Moldenhauer(D. Vp.): Es ist nicht wahr, daß Deutschland die Schuld am Kriege gehabt Hai. GS«*S!«>»» Opfern vor, möglichst bald eine größere Summe Geldes zu brauchen. Er könne jedoch den gewünschten Betrag nicht sofort slüisig machen. Zur Glaubbastmachung seiner Angaben legt er ein Sparbuch vor, das vollständig gefälscht ist, und in welchem durch nachgemachte Stempel und gefälschte Unterschriften die Kündigung der Sparsumme b e s ck e i n i g t ist. Unter Uebcrgabe des Sparbuchs tritt er das Guthaben an den Geldgeber ob oder verpfändet es ihm gegen Hergabe eines DarlehnS. Sobald der Geldgeber das Guthaben einzuziehen versucht, stellt sich der Schwindel heraus. Tie Fünfzigpfennig-Stadtkastenscheine, welche vom 1. Oktober d. I. ob zur Einziehung gelangen sollten, werden b!» zum 30. Juni 1320 im Berkehr belassen. Für die ZlngehSrigen von taubstummen Kinder«, sowie von er- täubten, ichwerbbrigen oder sprachgestorken Kindern im vorschulpflichtigen Alter hält der Dtrektor der Taubstummenschule und Jnwizient der Berliner Schulen für Schwerhörige, Herr Schorsch, Markusiir. 49, jeden Freitag von 11—1 Uhr eine pädagogische Sprechstunde ab. Angestellten. Ansschüffe der EisenkonftruktionSanstalte» ver- sammeln sich niaraeu, Freitag, 7 Uhr, im Spatenbräu, Frtedrichstr. 172. Tagesordnung: Unser Tarif. Westpreußen! Anläßlich der Abstimmung in unserer Heimat bitte ich alle im Kreise S t u b m geborenen mämiilchen und weiblichen Personen über 20 Jahre ihre Adressen an Theodor Woclt, Neukölln, Reuter str. 33, baldigst einzusenden. Fahrt zur Abstimmung und Ver- pflegung frei.—(Warum wird da? nicht von einer Zentralstelle einheitlich geregell, statt dors- oder Ireisweise? Red.) Wilmersdorf« Stadtverordneten-Versammlung. Trotzdem zurzeit in Wilmersdorf ca. 10 000 ärztliche Atteste auf Gewährung von Krankennähr Mitteln vorliegen, konnte Frau Frey- hau(Dem.) feststellet:, daß von 60 schwer skrophulösen Kindern nur 3 im Besitz einer Milch karte sind. Unsere Fraktion hatte deshalb beantragt, oie Ausstellung von ärztlichen Attesten zur Erlangung von Krankonnährmitteln nur durch beamtete Vertrauensärzte der Stadt und unentgeltlich stattfinden zu lassen. Der Antrag wurde einer Kommission überwiesen.— Der zum zweiten Male ge- stellte sozialdemokratische Antrag, die Vorschulen mit dem be-- ginnenden neuen Schuljahr auMheben, fand bei den bürgerlichen Parteien heftigsten Widerstand. Um den Demokraten Gelegenheit zu geben, sich mit dem grundsätzlich demokratischen Antrag noch näher zu befassen, beantragte Lüdemann(Saz.) KommissionS- beratung, was beschlossen wurde.— Eine sehr umfangreiche Aus- spräche rief daS Verlangen der Demokraten hervor, die täglich mehr oder weniger offen auf den Markt kommenden großen Mengen ra- tionierter Leleitsmittel entgegen den Bestimmungen deS Lobens- -nittelverbanideS rücksichtslos aufzukaufen und sie an die Bc- völkerung, soweit sie zahlungsfähig ist, abzugeben. Stadtrat Mechelke erklärte, der Magistrat habe täglich Gelegenheit, waggonweise Butter, Schmalz, Zucker usw. hintenherum zu kau- fen, zwar zu viel höheren Preisen als den gesetzlichen, aber etwas billiger als diese Waren sonst im Schleichhandel zu kaufen seien. Lüdemann(Soz.) wies darauf hin, daß jeder Waggon Lebens- mittel, der hintenherum über die Grenzen kommt, durch die lieber- schwenrmung des Auslandes mit deutschem Papiergeld die Valuta immer mehr drücke und somit unsere ganze Lebenshaltung im Reich immer mehr verteuere. Er wisse wohl, daß die Erkenntnis dieser Sachlage in weiten Kreisen fehle. eS wäre aber eine gofähr- liehe Popularitätshascherei, ihr nachzugeben und dadurch das Ernährnngselend in kurzer Zeit noch größer zu gestalten. Auf keinen Fall dürfe der Magistrat sich dem Schleichhandel anschließen. Diesen Standpunkt vertrat auch der Unabhängige Hil'big, der'' Unabhängige Lagodzinski jedoch bekannte fich mit Begei- sterung zur Moral des Schleichhandels und forderte den Magistrat auf. ohne Rücksicht auf Höchstpreise alles zu kaufen, was ihm der Schleichhandel biete. Die Fraktion der Unabhängigen war sprach- los. die Rechte dagegen spendete lebhaften Beifall. Der Magistrat erklärte, nach wie bor VI« gesetzlschen HSchstpreise einhakten zu wolle»._ Groh-BerU«« Lebensmittel. Süststoff auf Rr. 47. Gegen Mittelstück der Karte, In einiger Zeit neue Karten, also ausbeben I Milch. Aus Kinderkarte 02 Liter Vollmilch, Kinberkart» 01 eine Büchse Kondensmilch. Berit». 200 Gramm Graupen und 100 Gramm Haferflocken(81), 250 Gramm ausländisches Maismehl(90). Lichtenberg. Die Winterkartoffelversorgung durch direkten Bezug vom Erzeuger soll auch in diesem Jahre ermöglicht werden. Anträge aus AnsuhrerlaubntS sind mündlich RathauSstr. 7 vom 29. September bis S. November, wochentags 3—2 Uhr, zu stellen. Höchstmenge für Anträge, die vor dem 27. Okiober gestellt werden, 3 Zentner, für Anträge, die vom 27. Oltober bis 8. November gestellt werden. 2'/, Zentner aus den Kops. — Die mehrsach beobachtete Ueberschreitung der Gemüse- Höchstpreise veranlaßt das NabrungSmitteidezernat, die Bevölkerung auf die Höchstpreise ausmerksam zu machen. jJm Kleinhandel 1 Psund Weißkohl 7 Ps., Rotkohl, Wirsingkohl, Krünkohl 12 Pf., rote Möhren und Karotten 9 Ps., gelbe Möhren 7 Ps., weiße Möhren S Pf., Zwiebeln 25 Pf. Di« Käufer werden gebeten, Beschwerden über Uebervorteilung in der RathauSstr. 7(Beschwerdestelle) anzubringen. Frtedrtchsfelde.'I, Psund AuSIandSmehl(Z 16 und 7 19). GeoK-Serliner paetelnachrichten. Eharlottenburg. Heute Donnerstag: vorwärts- Agitation. Die Genoffen wollen fich restlos den Gruppenführern der 2., 3., 4., 5., 6., 7., 8.. S., 10. und 14. Gruppe zur Verfügung stellen. Sonnabend muß die Abfrage stattfinden. Die Bestellungen sind dann sofort durch die Grupvensuhrer den Genoffen Scharnberg und Striemcr zu übennitleinR Juiigsozialtstische Vereintgnug»beor- derte telephonisch das Detachement Neukölln herbei, welches ohne Kampf das Depot besetzte. Am Abend bildeten fich dann unter Füh- rung von Kolterzahn und Hafke zwei bewaffnete Abteilungen, welche da« Depot zurückerobern sollten. ES entstand ein Feuergefecht, welche» die ganze Nacht andauerte und nach Behauptung der An- llage einen Gebäudeschaden von 1S1000 M. anrichtete. Nachdem Kotterzahn und Hatte daS Nutzlose ihre» Bemühens einsahen, ver-- schwanden sie und ließen ihre Leute im Stich.— In der heutigen Verhandlung führt den Vorfitz KriegSgerichtSrat Dr. Eckstein, die Anklage vertritt KriegSgerichtSrat Rehs«. Der Angeklagte Briscki ist nicht anwesend; et soll inzwischen flüchtig geworden sein. AIS Verteidiger treten die R.-A. Dr. Oskar R e u m a n n, Dr. Sieg- fried Weinberg, Bönh e im, Dr. Herzfeld und Hehn auf. ES find 100 Zeugen geladen. Für die Verhandlung sind zehn Tage angesetzt, vor Verlesung der Anklag« erklärt der Vorsitzende u. a.. daß der Prozeß ja einen politischen Einschlag habe, aber kein politischer Prozeß sei. Eine längere Debatte knüpft sich an die Anträge de« R.-S. Dr. Weinberg und anderer Verteidiger auf Haftentlassung einzelner Angeklagter. Der Anklagevertreter erklärt, daß diejenigen Lnge- klagten, die bisher auf freiem Fuß belassen worden find, nunmehr in Haft genommen werden müssen. Nach Verlesung der Anklageverfügung erklärt der Anklage- Vertreter KriegSgerichtSrat Rehs«, daß er möglicherweise in Bezug auf einige Angeklagte zu einer anderen RechtSauffassung kommen werde, als der Verfasser der Anklag«. So werde er möglicherweife fallen lassen die Strafibarkeit aus dem Belage- rungSzustandsgesetz, serner die Annahme, daß die Straftaten„im Felde" begangen sind. In einigen anderen Punkten werde sith vielleicht«ine Aenderung der rechtlichen Gesichtspunkte ergeben. Rechtsanwalt Dr. Weinberg bestritt die Zuständigkeit des Gericht?, indem er ausführte, daß die republikanische Soldai.'.rwehr kein« militärische Formation sei und e» sich also nicht um Personen de» SoldatenstandeS handle. Dr. Neumann und Dr. H e r z f e l d traten der Ansicht deS MitverteidigerS bei. Anklaget! e-rtretet KriegSgerichtSrat Rehfe gab zu, daß die angeschnittene Frag« nicht ganz ohne Zweifel sei. DaS Kommandanturgericht habe die Zuständigkeit bejaht und zwar mit Recht. ES sei nicht richtig, daß daS aktive Heer als solches mit dem 9. November völlig aufgehört habe. Die Angeklagten haben frei- willig die Dienftverpflichtungen von HeereSangehörigen übernom- men und daS Militär-Strafgefetz fei in vollem Ilmfang« auf sie anzuwenden.— Nach langer Beratung verkündete der Vorsitzende. daß sich da» Gericht für zuständig erkläre. DaS Gerickit habe die Frage, sehr eingehend geprüft. ES sei unrichtig, daß mit der Zerschlagung de» HeereS und der Verfassung da» Militär aufgehört habe, zu existieren. Auch die Einwände bezüg- lich der Verfassung treffen nicht zu. Der Staat habe al» Staat nicht aufgehört zu existieren, nur die Vertreter de» Staate» haben gewechselt; e» hat also«inen organisierten Staat gegeben. Sobald die republikanische Verfassung sich befestigt hatte, war die Möglich- keit gegeben, eine Heeresmacht aufzustellen, um die Regierung zu schützen. Da habe fich die republikanische Schutzwehr durch Volkes Willen gebildet. Sie ist al» Militärtruppe organisiert und untersteht deshalb dem Militärftrafgesetz. Bezüglich de» An- geklagten Schirmer erklärte sich da» Gericht für unzuständig. Zur Verhandlung kamen gestern nur zwei untergeordnete Fälle der militärischen Unterschlagung, bei denen die Angeklagten Schulz und Hafke in Frage Samen. Sie wurden in diesem Punkte vom Gericht freigesprochen.— Die Verhandlung wurde auf Donnerstag L llhr vertagt. Drei Teilnehmer an einer Fabrik falscher 50-Markscheine, die ihren Hauptsttz in Leipzig hatte, standen vor dem Schwurgericht. Angeklagt waren der Lithograph Heinrich G ö n e n, der Reisende Karl Ringel und der Kaufmann Karl Ebers. Gönen und Ringel fielen dadurch auf, daß sie im Hotel Osnabrück große GeldauSgvben insbesondere in grauen 60-Markscheinen machten. die vi» gefälscht sich erwiesen. Al» sie verhaftet wurden, fanden sich bei Gönen im Futter feine» RockeS noch 30 Stück solcher 60-Markscheine vor, außerdem allerlei Handwerkzeug, wie eS zur Falschmünzerei gebraucht wird, bei Ringel drei gefälschte Gut- scheine de» Provinziolverbande» der Rheinprovinz über je 100 Mark. Auch bei dcr Hauptkaffe der Reichsbank waren vonjünern gewissen Walraff aus München-Gladbach drei gefälschte Scheine de« Provinz ialverbandeS hingegeben worden und ebensolche Scheine lagen bei der Landesban! in Düffeldorf. Dieser Walraff, der seiner Aburteilung in Leipzig entgegensieht, war der geistige Vater deS ganzen UnteknehmenS. Die Fabrikation der Falsifikate ging in Leipzig in einem gemieteten Keller vor sich, wobei Gönen älS gelernter Litho- und Chemigraph die Saupttätigkeit entfaltete.— Die Gefckworenen billigten mit Rücksicht auf die bisherige Unbefcholtenheit der Angeklaigten und die Verführung durib Walraff mildernde Umstände zu. Gönen wurde zu 2 Jabren, Ringel zu 1 Jahr S Monaten, Eber» zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis unier Anrechnung von 6 Monaten UnierfuchungLhaft verurteilt. Jugenüveranftaltungen. Südosten und Treptow> Bonmichulenweg. Heute(Donnerstag), '/, 8 Uhr; Gemeinsame Funlttonärfitzung im Jugendheim, Wrangetstr. 128. Moabit. Sonntag. 28. September: SIternwandenmg nach Stolpe tReft.«ergmiann). Treffpunkt 7 Uhr, Nachzügler 12 Uhr mittag». Kleiner Tiergarten(Denkmal). ESPenick. Der zmn 26. September angesetzte Lichtbildervortrag findet erstem 1. Oktober statt. Die Karten behotten Gültigkeit.— Jugendheim am 1. Oktober geschlossen. Am 22. d. Mts. verstarb plötzlich und unerwartet unser Angestellter Herr Wilhelm Passesk, Wir verlieren In dem Verstorbenen einen langjährigen Mitarbeiter, welcher sich durch seine Pflichttreue und Uewissenhaftigkeit unser vollstes Vertrauen erworben hatte. Wir werden demselben ein dauerndes Andenken bewahren. 27(V10 Berlin, den 24. September 1919. Der Vorstand der Ortekrankenkasse der Mechaniker, Optiker ■od verwaodtcn Gewerbe zu Berlin. Am Montag starb plötzlich unser verehrter Kollege Wilhelm Passek. Ehre seinem Anbeuten I Die Beerdigung findet am Freitag, den SS. September, nachmittag» 8 Uhr, vom ftitdi. Gemeindesriedhof in Buch an» statt. W7i>b Kollegen und Kalle- aimreu»er Ort».Kr..Saffe der Mechaniker. Konkurrenzlose CrwcrbsmägliSkciicn, jv�bauf) jph Räch innoem, schwerem Leiden verschied am LZ. 9. mein herzensguter Rann, unser lieber Bater, der Schlosser 154/6« Julias Salbach lin Alter von 38 Jahren. Um stille Teil» ahme bitten Martha Saldach ti. Kinder Di« Tinöschcrung findet am Freitag, nachm. 3 Uhr, im Krematorium, Sericht- strafte, statt._ LlsktroZKotors KnpserdrShte und andere «lenrische Rtatertaiten taust* Elckt romeebsotk Zentnun Shttjeffe 1& Set:«Ufr 4782 Verband der Bureau* angestellten Beutfd)!. Ortsgruppe Srotz Berltn Unseren Mitgliedern»ur Kenntnis, botz unsere seit vielen Jahren in unserem Verbände organisierten Kollegen, die Krankenlassen. angestellten 49/13 Hudolf Arendsee Ortskranlcnlasse der Buchdrucker, und Whelm passek Ortstrantentaff« der Mechaniker, verstorben find. Wir werben ihr Andenken stets in Ehren hatten l Die Beisetzung de« Kol- legen Arendsee hat bereits stattgefunden. Am Sonn- tag, den 23. September, nachmittags 3 Uhr. findet tut der Srabstistte auf dem Friedhof Oberschöneweide, Rathenaustr, eme Trauerseier statt. Die Beerdigung des Kollegen Paffe: findet am Freitag, den SS. September, nachmittags 3 Uhr. in Buch statt Abfahrt des guges t.46 Uhr vom Stettlner Borort babnhos. Zahlreich« Beteiligung er- wartet vi« Orisverwaitung. SeiiliiiiM.�AS"" Preuß,»«Mfonftc. TA.• Danksagung. Statt Karte». Für die vielen Beweis« herzlicher Teilnahme anläßlich des Seimganges meines geliebten Mannes, unsere» lieben Batrr», des Gastwirtes Ernst Lange sprechen allen Verwandten, Freunden und Bekannten, dem «asiwittsverbanb.Elld-West" und besonders dem Herrn Pfarrer Kaumann für die irvst- reiche» Worte hiermit ihren innigsten Dank aus 8975b Frau Ida Lange geb. Siebert, nebst Kindern. Statt»arkon t Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Mannes sog« ich zugleich im Namen meiner Angehörigen hiermit allen Berwanbien, Freunden und Bekannten, ins» besonder« Herrn Wiesener für die inhattareichen Motte und dem Desangverein.Männer- Quartett 1916», meine» herz- iichst-n Dank. SAD Bln..Z!iederschönh..S«ptl919. Meto Oreth. f Hautjucken *(Kriirs) wirksame* Spezialmittel 1 Per«. 7,50 M, 2 Pers. 14 M. Apotheker Lauenstelns Von. »prombog U 44.* ichtung! i Platin Gramm 46.-1 I aold.SlIber.aUeZahn-t |sebisse 10—50% um. Lndenpr.> 4- Frauen-f* Sygien. 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Die Kleinhändler haben die Anmeldeobschnttte zu den oben aufgerufene» Nummern am Montag, den 29. September 1819, bei den Großhändlern abzuliefern. Nicht abgehotte Ware verfällt nur dem 1. November 1919. Berlin, den 24. September 19191 Magistrat. «dtrilnng stir Nährmittel. Tgd�Rr. 5319 Nä- AbsckrlUM, Aiire$Mn,Dlktatc, Venieltältlgiiiigeii allerxchnelistens. »Adler", BfilowstraQc 98. Femspr. Nollendorf 1640. Metallbetten, Stahldrahstnattatzen, Kinder- betttn, Belst» an Zeder». K-t. mmm Instrumente. Konetzny «lagandorttr.»k sAIrppI.).' ited- Woezitttttti-w ng gründliche Unterweisung. F. Simon, Berlin W 35, Magd». Opernhaas. Rigoletto. Anfang 7 Uhr. Die Journalisten Anlang 7 Uhr. Direktion Max Reinhardt. Uentschea Theater. 7 ui,r: Wie es eueli gelit Freitag 7 Uhr: Faust l. Kammerspiele. 7 uhn Gespslersonate. Freitag 8 Uhr: Nju._ Theater i. d. KdnigsrätzerStraße '/.Ä Uhr; Kameraden. Fre'tag; Kabale und Liebe. Sonnabend: Kameraden. RomSdienhans t/zg: Lleelott von derPlalt. Berliner Theater VaS: Die Dame im Prack. Central-Theater Uhr; Hie Schönste von Allen. Deutsches Opernhaus 7u.:Postiilonv.Lonjiifn8u Frledr.-TVilhelmst.Th. t«/, uhr: firetchen. Kleines Theater. 8 uhr: Sumnia Siuninaim Kl. Schauspielhaus. 7 Uhr; Krach. Komische Oper 7v. u.: liebeszanber. Stg. z>/,: SchvarzwaldmSdel. Lnstsplelbaus 7'/. uhr: So ein N3dei. Ketropoi-Thcatcr. 7 uhr 20: Die Fasebingslee. Neues Operettenhaus. 7v,u.: Die Dame vom Mds. HehUIer-Thent. Chart. �FlachsraannalsEpzielier Thalia-Theater 7,/i U.: Th. amN'ollendarfplats 3',,: Siützen der Gesellschaft. Tv« uhr= Die Puppe. Theater des Westens 7v.u.: Die FranimHenneliii Ha, 37, U.: Die lustige Witwe. Theater jie Trihftne" T/iU. z. I.Male:„Wandlung" Theater d. Friedrichstadt tv.u Vier Einakter. Wallner-Theatcr uhr Eine Ballnacht Stg. 3.15 Uhr: Oeisha. Residenz- Theater. Untergrundb. Klosterstraße, Stadtbahn JannowitzbrOckc. I'C'S' 244. Male Das lere Lei. KomOdle von Sudermann. Haati Arnstadt, OlgaLimbnre, Rosa Valeltl. Emil Manclok, Paul Bildt, Jul. Falkensteln, Georg Schnell, HelgaMolander Sonnab. nachm. 4, kleine Pr.: Hänscl nnd Grete!. Sonntagnachm. 4, kleine Pr.: Gespenster. Trianon-Theater. Bahnhof Friedrichstraße. Untergrundbahn Friedrichstr. "'SS,"r 369. Male Der gute Huf Komödie von Sudermann. Soai}Bbendnachm.4,kleinePr.: Aschenbrödel. Sonntagnachm. 4, kleine Pr.: Johannlsfener. Voranzeige! Mittwoch, den I. Oktober: Maskerade. Rose-Theater. TV. Uhr: Das Gesetz. Walhalia-Theater. atschJasseo. APOLLO THEATK» Friedrichstraße 218| i Dir.: James Klein 7''' Sonnt J'/jU. 7' 1 Rlesen-Variet�-I Programm mit ab 10.1 |ala Jlu-Jltsu-JAc.ster.| 4 Urbanis LbesLAKrobatd-Welt] u. a. m. foranzelge,- Die große Variete-Schau {Die Weltl lim Jahre! 2000! I Mit: Senta SSneland{ Lade Blattner Lambertz-Paulstn Willy Weiss Alex Siamer Erna Ultzke | u. Vnrlett Attraktion.> -Aivlienscdau lim Satire ZVOO! I Vorverkauf erölfnet! I | Sonnt 37,1. Erwachs. 1 1 Kind frei! Volksbühne aÄwpi. ijhf; Der SEhsarzWnstler. l»e«Btng-Thonter Direktion: Victor Barnowsky. TV«: Liebe. Freitag 7: Zum 1. Malel Christa die Tante. Sonnab. 7V« Christa die Tante Dentsches Künstler- Theater. Donnerst, b. Inkl. Sonntag 7t/,: Das Schloß am Wannsee. Lnisen-Theater. randgnt. 3; Hansel d. Grete!. Sonntg. 3: Ich lasse dich nicht Sonntag abend 7v.Cliarlolt, Klinger Casino- Theater Lothringerstraße. TZgL>/,8U.: Großstadt-Pflanzen Volksstück In 3 Akten. Vorher: Schwarzwaldbüble. Operettenakt m.ViktorLitzek. Dazu erstklass. Spezialitäten. Sonntag Vyl: Madchenehre. Theater am KottbuserTor Tel: Moritzpl. 14814. T1/, Uhr und Sonntae nachm. 3 Uhr: Elite-Sänger Seidel, Ruselli, Schubert, Horst, O. Schräder*tc. Neues Programm! Großer Lacherfolgl Sonnt, nachm. ermäß. Preise. I Kind frei! BIOtligen-Konzerti Beg.TU. Winter- Gaden TBclIcb?>/, Uhr: Variete-Spielplan Rauchen gestattet I 1 Admirais-Paiast 1 | in allen Gewichtsklassen| um die Meiste rachaften von Deatacbland. : 8 Uhr. 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Wegen der wichtigen Tagesordnung darf kein Kollege in der Versammlung fehlen. 137/1________ PI« 8wHMl»enteKimfl. u WMWMll Ortsgruppen Groß- Berlin. iiDSIiellii Nachdem die Aerschmelzmig obiger Verbände beschlossen worden ist, führt der gemeinsame Verband ab 1. Oktober d. I. ab den Namen ZMMM Der igeftelKeo. DaS Bureau der Ortsgruppe befindet sich vom 1. Oktober ab SW 61, Belle- Slliance-Str. 7/10 III, und ist geöffnet von 10—3 Uhr, auherdem Montags und Freitags von 5—7 Uhr nachmittags. �" fiM'~ Wegen des Umzugs sind unsere Bureau? in der Zeit vom 25. bis 30. Eep« lember nur in dringenden Fällen geöffnet. Die Einkassierung der Beiträge — soweit dieselbe nicht in den Betrieben erfolgt— geschieht vom 1. Ottober d. I. ab durch mit LegitimationSkarten versehene Katsierer. Der Monatsbeitrag beträgt vom 1. Oktober ab bei einem Einlommen biS unter 200 M.... 8,— M. ,,» von 200— 300 M.... 4,—, .» von 300 M. und darüber 5,—. für jugendl. Angestellte unter 17 Jahren bis 100 M. 0,75, f2/u»____ Die Oetöverwaltungen. Wo findet man die Technische Nothilfe? iiiiiiiiiiiiiiiiiiiininiiiiiiiiiiininis Zentrale: Kurfürstendamm 194, Zimmer 695 Auskunft I: Markgrafenstr. 27 y Auskunft II: Roßstr. 3 Kranken- und Sterbekasse der im allgemelneD Verkehrswesen beschall. Personen und verwandten Berufsseaosien „Eintracht" 7° SÄ Dienstag, de« 28. Oktober 1919, abend» 7 Uhr: Außerordentliche Generalversammlung im Restaurant.Bi.., Alte Schiinhaufee 6 23/24: Tagesordnung: 1. Antrag auf Aendcrung de» s 9, Ziffer 2 der Satzung. 2. Innere Aaffenange>ger> vor vorstand. I.A.: Kari Wendt, 1. Vorntzend. Bekanntmachung. Siebenter Nachtrag zur Satzung der Allg.SrlskrllnrevUe en in der außerordentlichen Ausfchutzsitzuna vom 29. August 1919. In 8 20 Absatz 1 Ziffer 2 werden die Worte„und alle" durch„ausschließlich� ersetzt. 8 20 Ergänzung der Ziffer 2 im V. Nachtrag ist zu streichen. 8'20 Absatz 3 h» V. Nachtrag erster und letzter Satz— stall „sechsmidzwanzigstcn" ist ,u letzen„neununddreitzigsten-— ist zu streichen. 8 22 Absatz t werden die Wort» �>on zwei " Worte salben" ersetzs Dritteln des- durch �>es halben" ersetzt. 8 22 Absatz 2 Im V. ist zu streichen. 8 32»euer Absatz 2 Nachtrag ist zu streichen. Diese Aniderunaen find auf Anordnung de» Versicherung»- Amte» de, Kreise» Teltow ge- mtitz 8 391 R.B.O. seit dem 24. März 1919 in«rast. Adlershof, den 1. Sept. 1919. vor vorstand. viaz Knappe, Vorsitzender. Genehmigt Thsrlottenburg, 11. Sept. 1919. Obcrvorsid'erungsamt Srotz-BerUn. gez. von Gelder». lt. Siegel. II. 9.«. 345/19. 278/9 Veröffentlicht Adler-chof, den 28. Sept. 1919. M vor vorstand. «atz Knappe, Vorsitzender. sssne Mm brauen, schattige Wimpern und interefiantrn Gesichtsausdruck durch Reichel» orinet. Augen- branenfarb«. Keine Schminke, unverwaschbar, in blond, braun und schwarz SM Venet. 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Der Verlust wäre für den deutschen Kunstbesitz unersetzlich. Jürtvabr unglaublich! Es handelt sich hier um einen Iall von Unterschlagung, der mit den profansten Paragraphen des Bürgerlichen Strafrechts zu ahnden ist. Die Untersuchung üer �anuarunruhen. Der NniersukbuugSauSschutz der Preußischen La«deSversaaimlung vernahm heute zunächst den Konsul Simon und Fra», die bekundeten, am ki. Januar gesehen zu haben. wie von einem Zuge der Spartakisten aus vor dem Kaiserhof auf den unbewaffneten Temonstrotionszug der MehrhcitSsozialisten .�ndgranaten geworf'n wurden. Dann wurde eine Reihe der früheren stührer der VokkSmarinedi Vision vernommen, die früheren Komtr.andmrten R a d t k«, JSungc. HalvcS und H i ld c- Stand. AuS ihren Aussagen ergab sich, daß am 12. Dezember auf Betreiben Derenbachs die DolkSmarinedivifion beschlossen bat. für den Kall, daß dt: Regierung Ebert-Haase auseinanderfiele, geschlossen mit Waffengewalt auf W« Leite HaaseS .zu treten. Dieser Beschluß ist in daZ Protokoll der Sitzung vom 12. Dezember nicht aufgenommen, sondern streng geheim ge- halten wochen. Die Festnahme der Volksbeauftragten am 233. Dezember hat Dorenbach auf eigene Faust unter- nommen. Er erhielt dabei 2 Mann Verstärkungen aus dem Po- Istzeivräsidium. Weiter vernahm der Ausschuß den Feld webelleutnawt S ch u I tz e, der vom 3. November bis Ende Äärz Kommandant de? Maikäfer- regiments gewesen ist. Schultz« gab eineu ausführlichen Bericht über die Erstürmung der„Roten Festung" und itber die anderen Waffen- taten der Maikäfer. Insbesondere sagte er auch aus, daß von dem Zusammenstoß am 6. Dezember d«r damalige Stadtkommandant Kelz überhaupt keine Kenntnis gehabt hätte, daß auch der Befehl zur Llbriegelung der Chaussee- ssraße nicht von Wels ausgegangen fei, sondern von dem Mitglied des Soldatenrats beim Generalkommando Krebs. Wiederholt vernommen mnvb« der Zeuge Erich Prinz, der noch der Revolution zuerst Kommandant der Eichhorn schon Sicher- beitswehr war. Er ergänzte fein« früheren Aussagen dahin, daß schon am 6. und 7. Dezember vom Pclizcivrilsidium auS durch Gabel Waffen an die Schwartzkopfffcheu Arbeiter ausgeteilt worden ssud. Durch den Matrosen Gehrken sind dann beim Polizeipräsidium wiederholt große Mengen Waffen aus allen möglichen Waffenfaüriken geholt und an die„R o st a"(Russische Telegraphen-Agentur) und andere kommunistische Hauptquartiere zur Verteilung an ihre Anhänger geliefert worden. Nach der Ab- Atzung von Prinz sind, da man ihm bei der Verhaftung sein Fak- ümile abgenommen hatte, weitere umfangreiche Waffenbestcllungen unter seinem Namen erfolgt. Endlich vernahm der Untersuchungsausschuß den V i z e f e l d- w« bei von T v s z ka, der entgegen den Angaben der Perteiidigung im Lcdcbourprozeß mit großem Nachdruck erklärte, daß er nie- m a l S den Auftrag gehabt hätte, Ledebour oder Meh-r oder sonst .lemand zu�crmorden, und daß er niemals von dem da« nialigen Stadtkoniman danken Leutnant Fischer Geld bekommen b:be, außer den ihm und leinen Leuten zustehen.den Gebührnissen von U> M. den Tag. Der Zeug« bestritt auch entschieden, den Rechtsanwälten Rosenfeld und Liebknecht jemals andere Angaben gemacht zu haben. Auf die Frage,«b er von Rechtsanwalt Rosenfeld größer« Geldsummen iw Hinblick auf den Ledcbourprozeß erhalten habe, verweigerte der Zeuge die AuS. taoe. Die serner geladenen Zeugen Dr. Kurt Rosenfeld, Adolf Hoffmann und Emil Eichhorn waren nicht er- ich t« n e n und hatten Briefe geschickt, in denen fie erklärten, zu dem Untersuchungsausschuß kein Vertrauen zu haben. Die Untersuchung der Fanuarunruhen ist damit im wesentlichen beendet. t S neben nur noch die Zeugen Präsident Le inert und Gefreiter Jürgens aus. valutafragen km Haushaltsausfihuß. Im HauSchaltSausschuß der Nation alversam m. lung Finamsminiite-r Erzberger vertrMlich auf die Valuta-rrage ein.. Im Einvernehm' n mit dem ReichSwirtschaftSamt stten Maßnahmen zur Wied er Hebung der deutschen Valuta in Vo-rbeweitung. NicküS sei lnirk'aaner für einen und günltrgen Valutastand als die Arbeit des deutschen Volkes. Beim Forlbestehen der bisherigen VerhäUmiss« würde, ein Teil Europas an der Valuta verhimgern, ein anderer Teil hm Fatt ersticken. Uichedingt ngtlvendiia feien me-u e Zollgrenzen im Westen. -ti« gewünschte Sachv erstand igenkonnnission sei für nächsten Mon- tag berufen. Emre alkgemrine durchgreifend: Sanierung könne nur durch«in« große Anleihe kommen, die durch eine tnter- nationale Konferenz rn die Wege geleitet und mir Hilfe Amerikas durchgeführt werde. Mimstc? Erche-vgpr betonte ferner, daß er die Abstempelung der Papiere nicht vovgeitommen habe, aber auf die Anmeldepflicht und dem Umtausch d«er Wertpaplere als Maßnahme gegen die Kapitalflucht nickst drrzichtem könne. Dem Smbverständigenams'chuß würden neu»; Vorschläge darüber am wachsten Montag unoe abreitet werden. Die Ansähe des Etats des ,rrnanzmlNifteriun'.S wurden genehmigt, bis auf dle Beamtersttellen für die Landets.inarrz-rmtsr, worüber erst im einem Unterausschuß verhandelt werben wtrd. Bei den«mmnltgpn Ausgaben wurde die Position von b2<)(X)l> Pl. zur Ausstattung von D i e n st w o b- nungen für vier Reichsminister beanstandet. Minister Erz- bei�or sagte auf Anregung des Abg. Stückfen(Soz.) die Ciivrich. tliwg einer zentralen A b w i ck lu ng s st e lle für di e HeereSeiurichtungen zw.Hieraus wurden die Ansätze ge- nehm rgt. Die Posttion von L&j Millionen M. für Heberte n«- o:UNgSzuschüsse an SiedlungS- imd Bau unterneb- mungen wurde auf 351 Millionen erhöht. Bei der Position für EdrwerbSl osen für sorge richtete Dr. Pachmicke an die Regierung die Anfrag«, ob und wann diew Fürsorg- abla-utcn Ui�> in eine Vorst chernng umgewandelt werde. Wie ein Regi:- rumgSvert reter mitteilte, sind d-rrüber kommissarische Verhandlun- gen im Gang«.____ Kattoffelüeputate für Erntearbeiter. Die R-ichskartoffelstelle, VerwaltungSabtcilung, hat mit Zu- stimmung deS Herrn R-ickSernährungSministerS in ihren„Bestim- , nungen für die Kartoffelversorgung im Wirtschaftsjahre I0!v/S1" die Kommunalver bände bezw. die Kartoffelerzeuger ermächtigt, den von auswärts zur Hilfeleistung bei der Kartoffelernte zugezogenen Arbeitern bis zu 2 Pfund Kartoffeln für jede» von ihnen geernteten Zentner Kartoffel» abzugeben. Als Höchstgrenze der hiernach zu gewährenden Kartoffelmeng« sind b Zentner für jeden Kartoffelgräber und jeden seiner Haushaltungsangehörigen festgesetzt. Roter Vollzugsrat Eine Kommifllon In der gestrigen Vollversammlung de? Roten VollzugSrateS machte Fr st er von der Freien proletarischen Hochschlugemeind« Propaganda für diese. Alö er jedoch davon sprach, dasz jeder ein- zelne Arbeiter für dies: Einrichtung Ovker werde bringen müssen, man denke an einen Beitrag von 5 M., erhob sich Unruhe und Widerspruch in der Versammlung. Fister geriet in große Erre- gung und rief schließlich in den Saal hinein:„Wenn Jbr nichts im Kvpf ballt, nützen Euch kein? Maschinengewehre!" Darauf erstattete M a l tz a b n den Bericht einer Kommisston-, die der Rrc Vollzugsrat nach Sberschlesieu entsandt baitc. Sie bestand aus zwei Mitgliedern des VollzugSrate?, einem Unabhängigen und einem Kommunisten, zwei Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft der Arbeiterräte beim Magistrat, einem Vertreter der Siemens-Arbeiter und einem Vertreter der Wittenauer Arbeiter. Oberbürgermeister Mermuth sagte die verlangte Finanzierung zu und auf seine Veranlassung nahmen auch die beiden Leiter der Kohkenstelle Groß-Derlin an der Informationsreise teil. Maltzahn berichtete u. a.: Unter den gewaltigen VmKäten an Kohlen habe die Kohlenförderung gelitten. Auch die Qualität der Kohle verschlechtert sich durch die allzulange Lagerung. Die Kohlen müssen schließlich noch einmal die Sortieraulagen passieren. Dieses Verfahren ist mit großen Transportkosten verbunden, die dann wieder auf den KoblenpieiS aufgeschlagen werden müssen. Der Wagenmangel habe Berlin einen Ausfall von SU 000 Tonnen Kohlen gebracht. Die Arbeiter hätten erklärt, die Kohlennot sei eine politische Mochination.(Da? werden ihnen wohl die Parteigenossen Maltzahn?«ingeredet haben! Red.) Die tRegierung habe sie künstlich erzeugt, damit sie die sin Frie- densvertrag festgelegte Kohlenmenge nicht an die Entente abzu- liefern brauchet Ferner um den Bergleuten den Achtstunden-Är- beitStag wieder aufzuhalsen und schließlich wollte N o S k e durch die Kohlcnnot der Entente belveiscn, daß es infolge de? Wider- siandeS der Beraarbeiier notwendig sei, den Bestand der Reich?- wehr bis zum Frühjahr auf-100 000 Mann zu erhalten.(Per- iolgungSwabn l Red.) Der Rückgang der Förderung auf den Kopf des Bergarbeiter? von 800 bis 900 Kilogramm auf 500 bis 601) Kilogramm fei nicht auf den Rückgang der Leistungsfähigkeit der Belegschait zurückzuführen, sondern darauf, daß während deS Krieges Notstands arbeiten nur in den allerdringendsten Fällen vor- genommen lvorde» sind. Stadl Beendigung des Krieges ist die Ge- samtbelegschaft von 123 000 Mann auf 153 500 Mann gestiegen. Diese überschüssigen 30 000 Mann arbe-ten aber ausschließlich über Tag« und sind mit den Instandsetzungsarbeiten und Auf- räumungcn beschäftigt. Trotzdem werden sie aber in die oben ge- nannte FördcrnngSstatistik mit einbezogen. Daraus ergebe sich aber, daß di« Arbeitsleistung des einzelnen Bergarbeiter? letzt noch genau, so hochwertig wie während de» Krieges sei. TaS Werkzeug sei überdies mangelhaft. Die Kommission bat den Eindruck gewannen, daß in der ober- sMesinfren Bergarbeiterschaft der Wille vorhanden ist, das kapitalistische Joch abzuschütteln. Zur Unter- stützung dieser Bewegung müssen mehr tüchtige und geschulte Ar- beitcr inS oberschlesisch« Revier.(Zwischenrufe:..R a u» au« den Parlamenten!"— und kein Zwischenruf: Rin in die Kohlengruben! Red.) Die Löhne genügten nicht. Die Kommission hat dann die Reparaturwerkstött« für Lokomotive» in Gleiwid besucht. Während früher 16 000 Arbeiter 80 Lokomo- tiven reparierten, werden jetzt von einer gesteigerten Arbeiterzahl nur 10 Lokomotiven bewältigt. DaS lieg« aber daran, daß währenv deS Krieges nur das Wernotwendigste an den Lokomotiven ge- Zur Sie weltliche Schule. In feist dreißig gntllesuchten Mtgli-ederversammlungen unserer Partei wunde gestern abend die Forderimg der weit- ließen Schule aufgestellt. An dir Eltern wurde die Mahnung gerichtet, zunächst einmal dafür zu sorgen, daß ihre.Binder nicht mehr am Raligiowsunterricht teilzunehmen brauchen. Die Referenten faßten ihre Ausführungen in folgender Entschließung zusammen: Die versammelte» sozialdemokratische» Elter« erkläre«: 1. Wir halte« nach wie vor an der alte» sozialistischen For. dernng der allgemeine» Einführung der weltliche» Schule fest. 2. Bis dahiu ist der RcligienSunterricht i» der letzten Nnter. richtSstundc zu erteilen. 3. Der Konfirmandeuunterricht ist außerhalb der Schule ab. zuhalten. 4. Eine Beeinflussung der Eltcra und Kinder für und gegc» de» ReligionSuuterricht haben dir Lehrer i» ihrer amtlichen Eigen- fchaft zu unterlassen. In der gutbesuchten Versammlung im.Deutschen �>os"(Luckauer Straße) referierte Genosse Dr. Lohmann: Der Kampf am Schul« und Bildung ist. führte«r auS. für das Parlament zu Ende. Für idie Volksgenossen aber fetzt jetzt erst dieser Kampf ein. In der Nationalversammlung bat die Sozialdemokratie, weil sie nicht die Mehrheit ist, die weltliche Schule noch nicht durchzusetzen vermocht. Diese kann jedoch überall da eingerichtet werden, w o die Mehrheit der Eltern sich dafür entscheidet. Jetzt kommt es darauf an. daß gnserg Parteigenossen überall fest zu dieser Forderung stehen. Die Sozialdemokratie ist nicht veligioi! siein Mich, höchstens kirchenfeiudlich, weil die Kirche sich zu einer Dienerin des.Klassenstaats gemacht hat. Wir fordern aber die Trennung von Kirche und Staat, die Trennung der Schule von der Kirche, die Entfernung de» Religionsunterrichts aus dem Schulbetneb. Zwingt der Staat unsere Kinder in die Schule hin« ein, so muß er>n ihr die Glaubens- und«ÄewissenSfreiveit sichern. Wir wenden uns gegen den Religionsunterricht in der Schule auch im Interesse der Kinder selber. Es bedeutet eine Vergewaltigung der Seele dos Kindes, wenn man cß ichon m die starren Fesseln einer Knnf.'ssion schlage» will. Auch ist der Religionsunterricht mit feiner Fülle eines toten, für die Kinder unverständlichen G, dächt- niskrams keine Erziehung zur Sittlichkeit. Di« meisten Erzähstingen des Alte» Testaments atmen einen Geist der Wiederve rgeltung. den wir von unseren Kindern fernhalten möchten. Als Ersatz für den Rellgionsunterricht fordert man Moraluntcrricht. Referent hält .'inen besonderen Unterricht dieser Art nicht für nötig. Die starke Persönlichkeit der Eltern und Lehrer ist ausschlaggebend für eine Ernebung zur Sittlichkeit. Nur in rner Ges« ll fchaft? ordnung, die lrci von sozialer Ungerechtigkeit ist. kann sie gedeihen. Durch die Bcrsgssung sind nun Glauben»- und Gewiffensfreiheit so festgelegt. daß Eltern und.Kinder sie von der Schul« fordern dürfen. Der erste Schritt ist dir Befreiung der Kiudrr vom Religionsunterricht. Darüber hinau» erstreben wir natürlich die weltliche Schule. ES ist beschämend, daß in den seit dem Abschluß der Verfassung ver- flossenen Wochen fast niemand sein Recht, für sein Kmd die' Be- srchung vom Religionsunterricht zu iovdern. geltend gemacht bat. In Berlin ist das selbst in den Gemeindeschul«! de» radikalsten" Nordens v i sb e rn u r ganz spärlich geschehen. In den höheren Schulen liegen die Dinge wesentlich günstiger.(Hört, hört!) ES gilt, den Gedanken der religionslosen Schule hinauszutragen in weiteste Kreise der BeVölker ung. Wir müssen eine möglichst große Zahl religionsloser Schulen schon jetzt einrichten können. Tamil ist nichts getan, daß wir von der Rezierung die und Kohienftage. in Gderfthlesien. macht wordei» sei. Es werden jetzt Lokomotiven eingeliefert, die vier bis fünf Fahre gelaufen sind und die man in normalen Zeiten zum alten Eisen geworfen bat. Die Löhne seien unzureichend. In Kattowitz hatte die Kommission eine Konferenz mit dem Eisenbahn- Präsidenten und 6 Vertretern des ZechenverbandeZ. ES kam zu derartigen Austritten, daß schließlich die Bergherren� demonstraktv den Saal verließen. Der Eisenbahnpräsident erklärte, daß tn seinem Bezirk die Ursache für den Warenmangel nicht zu suchen sei. Maltzahn griff dann die Regierung an, die im vergangenen Winter die Betriebe in Berlin stillgelegt habe. Am Dienstag hat nun die Schlußsitzung der Aommission stattgefunden. Es waren Vertreter des Reichskohlenkommissars, der Zentral-Eisenbahn- direktion und der Schisfahrtsabteilung anwesend, die sich gegen. sei tig die Schuld an der Kohtennot zuschoben. Es war- so sagte Maltzahn, das„reinste Theater". In der Aussprache erklärte der Arbeiterrat Sehffert, daß in Verlin große Kohlenmengen verschoben würden. Er Habe festgestellt, daß im Cafe Vaterland große Vorräte lagerten und 2400 Zentner seien in einem Keller e i n g e- mauert gefunden worden. Vorder hatte der Direktor das Vor- handnsein dieser Vorräte bestritten. Der Redner erhob dann Vorwürfe regen einen Leiter der Kohlenstelle, der während des Krieges sein Kohlengeschäst hocho'ebracbt habe, weil er sich selbst 1350 Waggon sährlitfi zugeteilt habe. Die Zentralheizungen im Westen und die staatlichen Gebäude seien überheliefert, ebenso die Kasernen._— Richter trat für einen Yleneralstreik der Berliner Kohlenorbeiter ein. ES wurde mit allen gegen eine Stimme ein« Entschließung angenommen, in der u. a. die Schuld an der bestehenden Kohlcnnot der verlotterten, unfähigen StaatSbureaukratie, der Politik der Regiennnq der kav'talistischen WirischaftSordnnng gegeben wird. Alle Versuche, die Schuld auf die Arb-iter'chaft abzuwälzen, ver» folgten nur den Zweck, di-' wahren Schuldigen zu decken. Die büraerliche Presse, einschließlich der Presse der RechtSsozia- listen, betätigt sich täglich auf diesem Gebiet. Diese freche Berleumdunq richtet sich von selbst. Kein andere» Blatt hat wie der ,, Vorwärts", z. B. in den Artikeln Otto HueS, die Sache der Bergarbeiter vertreten. Aber al« Otto Wels ans der Internationalen Sozialistenkonserrnz in Luzern auf die Welt- kohlenkatastrophe hinwies, da antwortete der Unabhängige Hilfer- ding spöttisch, WelS rede nicht von den großen Fragen der Jnter. nationale, nur van solchen Dingen wie der freien Seeschiffahrt und der Kohlennot... DaS war weit bezeichnender für den Nichts» alS-AgitationSssn« der Unabhängigen als ihr Scheininteresse für die Lösung der Kohlenfrage. Sie stehen ja auf dem von alle« Bor- kämpfern des Sozialismus stets abgelehnten Standpunkt, erst müsse alles noch viel schlechter werden, bevor eS besser wird. '' i Der Koblenverband Groß-Berlin bat die von mehreren Ge- meinden gewünschte Perordnung zweck? schärferer Heber» w a ch i! n g'der Kohlenhändler erlassen. Danach kann die Kohkenstelle Groß-Berlin im Einvernehmen mit dem Borstand des zuständigen Kommunalverbandes Kohlenhändlern, die gegen die Bekanntmachung über di« Verteilung van Kohlen für Hausbrand, Kleingewerbe und Landwirtschaft in Groß-Derlin vom 6. März 1013 verstoßen, den Westeren Betrieb deS Handels untersagen. Die gleiche Befugnis hat nach vorangegangener Mitteilung an die Kohlenftelle Groß-Derlin der zuständige Kommunalverband. Der Kohlenhändler ist berechtigt, binnen einer Woche die Entscheidung deS Kohlenverbandes Groß-Berlin anzurufen. weltliche Schule fordern und die Nationalversammlung wegen ihrer Beschlüsse kritisieren. Alles Große wird von unten heraus geschaffen. Wir wollen den Anfang machen! Wir wollen miZ die weltliche Schule schaffen! Und die Bahn dazu ist jetzt frei' (Stürmischer Beikall.) In der Diskussion betonten verschiedene Redner, daß jeder, d.. sich innerlich von der Kirche losgesagt hat, auch den Austritt aus der Kirchengemeinschaft als Pflicht ansehen sollte. Vorgeschlagen wurde, eine Massenaktion der Eltern zustande zu bringen, damit die vom Religionsunterricht befreiten Kinder nicht vereinzelt dastehen.— Cfiti Redner empfahl, auch di« Lehrerseminare vom Rc. ligionSunterrickt zu besrerrn. Im Schlußwort wies der Reserent darauf hin, daß die Lehrerbildung überhaupt einer völligen Neu- ordnung bedarf. Tie Versammlung in der Aula>der Schule in der Danziger Straße 23 war sehr gut besucht. Referent war Genosse Lehrer Bahlke. In seiner Rede lvurde er mehrfach unterstützt durch stürmische Beifallskundgebungen. An der Diskussion beteiligten sich mehre« Redner, sämtlich im Sinne des Referenten. Die Resolution wurde ein tt immig angenommen. lieber den Verlauf ter übrigen Versammlungen werben wir noch berichten. Unternehmer gegen öie Setriebsräte. Der ReichSverband der deutschem Industrie und die Bsrsini. gung der deutschen Arbeibgebeirverbände faßten in einer verfamm- luwg folgende Enüschließirng: „Dir deutsche Industrie, dke auf dem Boden der ArbeiiSgv- meinschast sieht, hat bei der Beratung de» Vo-veutwuvfS eines Gesetzes über BetriObSräte von Anfang an bmxrttwillig und sachlich mitgearbeitet, in der Hoffnung, daß eS gelingen wurde durch das Zusammenwirken der bevufenen Bentveter der Arbeitgeber unÄ Arbeitnehmer, die in dem Gesetz behandelten Fragen zu einer alle Beteiligten befriedigenden Lösung zu bringen. Da jedoch ihre VarbesserungSvorschläge im wesentlichem unbe- rücksichtigt geblieben und tverteve Verschärfungen eingefügt sind. erhebt die Industrie einmütigen und entschiedenen Einspruch gegen diesen Entwurf. D« deutsche In» dustrie erwartet von dar Nationalrrrsamrmlnug im Hinblick auf die gefährliche Lage der deutschen Wirtschaft, die weitere Experimente nicht mehr»errrägt. verständnisvolle Berücksichtigung der Wünsche. die.in gemeinsamer Eingabe oer zentralen N'tbeitgeberUarbchrdk! der Nationalvcrsammluiig unterbreitet worden sind. Ter künftige Einfluß der Betriebsräte aus die Betriebsleitung, ihr MiibcstimmungSrccht bei Einstellungen und bei der Einführung neuer Arbeitsmethoden, ihrer jederzeit. igen Absetzbarkeit durch die AetriedSverfammlnmg. der Zwang zur Vorlegung der Bilanz solyie der Gewinn» und Verlustrechnung. die Abordnung von BetriebSratSmitgliedern in den RufsichtSrat. erscheinen so gefährlich für die Leitung. Ordnung und SeisvungS. fähig reit der Betriebe, daß der Entwurf in dteter Zoom nicht Gesetz werden darf." Die Provimzi-lanton-mie OberschlesienS. Im Ausschuß oer preußischen Qm rü>ööveir s-c�m ni'l uing für fcie oberschTesis dit F..r?ß*,unik �cn Gesetzentwurf über die Erwerjerirntg der Sdi* itan0i9Jf.it der Pr�vin�en wurde zMlÄchst der voen Z-enteum vso» gelegte Gesetzentwurf über die Errichtung einer Pro» vrnz Ober ich le sie» m den von der Unterkommission vorye» schlage nen Fassung bei einer Sdtmmenthaitunz(unahhängigen) angenommen. Nach dem Emwua-f soll die Teilung der Provinz Schlesien ig eine Provinz Ober- und Nrederschlesieu am 1. Aptii 1920 01 Kraft tectdL GewerffchoMewMNZ Der Kampf in öer Metalliaüustrie. Bisherigen Meldungen zufolge Hai der Streik in der Metallindustrie eine wesentliche Verschärfung erfahren. An dem Matze, wie die Zahl der Streikenden wächst, nimmt auch die Zahl der Ausgesperrten zu. Momentan durften etwa 60 000 Arbeiter als Streikende und Ausgesperrte in diesen Kampf verwickelt sein. Die Zahl der Streikenden wird von der Wnfzehner-Kommission auf 18 000 angegeben, während die Unternehmer bereits ljOOOO Arbeiter ausgesperrt haben. Es zeigt sich in diesem Kampf, datz das Unternehmertum jede Erweiterung des Streiks mit erhöhter Aussperrung be- antwortet. Ob der Streik sich zu einem großen Ringen in der Metallindustrie entwickelt, lätzt sich momentan noch nicht vorausscheu. Die langsame Entwicklung dieses Streiks scheint gerade nicht dafür zu sprechen, datz in der Arbeiterschaft der bei solchen Kämpfen erforderliche Elan vorhanden ist. Zum großen Teil dürfte die Auffassung vorhanden sein, datz die Voraussetzungen zu einem solchen Kampf noch bricht in hinreichendem Matze gegeben waren. » Ueber den Stand der Bewegung teilt die Streikleitung fol-- gendeS mit: Die Zahl derjenigen Betriebe, deren Belegschaften sich an dem Kamps beteiligen wollen, hat sich aus 90, die Zahl der im Streik be- findlichcn Firmen aus 00 erhöht. Bei den bereits im Streik be- findlichen Firmen hat der Streik eine weitere Ausdehnung en'ahren. Die Zahl der Streikenden beträgt zur Stunde rund 18V00; die Zahl der Ausgesperrten rund 30 009. Die Zahl der Streikenden und Ausgesperrten wächst stündlich. Alle streikenden und ausgesperrten Kollegen haben sich täglich in ihrem Streiklokal zu melden. Alle noch in Arbeit stehenden Kollegen werden aufgefordert, zu prüfen, ob in ihren Betrieben Streikarbeit geleistet wird. Diesbezügliche Meldungen sind unvcr- züglich der Kommission zu machen. Insbesondere fordern wir alle Meister und Angestellten in der Metallindustrie auf, Streikarbeit zu verweigern l In den Berliner Tageszeitungen werden irreführende Nachrichten über die Stimmung in den Kreisen der Berliner Metall- arbeiter verbreitet. Unsererseits kann festgestellt werden, datz der KampfeSmut der Berliner Metallarbeiter stündlich wächst. Die Führung des Kampfes durch die Fünfzehner-Kommission erfolgt unter bestimmten Voraussetzungen. Betriebe, die diesen Boraus« setzungen nicht entsprachen, sind bisher von der Fünfzehner-Kommission gegen ihten Willen zurückgewiesen worden. Die Pressenachrichten, nach denen man in den Kreisen der Metallarbeiter einzusehen beginnt, datz die Bewegung einen vollen Erfolg nicht bringen kann und man mit dem Eingreifen des Arbeits- Ministeriums rechne, sind frei erfunden. Angesichts der Haltung und Stimmung der Metallarbeiter wächst mit jedem Tage die Bewihheit, datz der Kampf mit einem vollen Erfolg für die Arbeiter abge- schloffen werden wird. « An die Hanptvertraueuslcute in der Metallindustrie. Die unterzeichneten Organisationen laden ihre HauptvertrauenS- leute der Metallindustrie zu einer Versammlung für Donners- tag, den 2S.«eptember, abends 7 Uhr, nach dem»Englischen Hof', Alexanderstr. 27 o, ein. Tagesordnung: Aussprache über den Streik der Arbeiter in der Metallindustrie. Jeder Betrieb mutz durch«ine Person vertreten sein. Zentralverband der An- gestellten. Bund der techn Angestellten und Beamten. Deutscher Werkmeisterverband. « Deutscher Transportarbeiter- Verband, Sektion 5, Transport- und Lagerarbeiter usw. der Grost-Berliner Metallindustrie. Die im Streik stehenden Betriebe haben mglich nachmiltagS SVa Uhr einen mit Legitimalion versehenen Vertreter nach dem Lokal Pappelallee SS, Ecke Stargarder Stratze, zu senden. Es handelt sich bei diesen Zusammenkünsten um Entgegennahme von Berichten aus den Betrieben und um Zustellung von Mitteilungen an die Betriebe. Jeder Betrieb hat sich bestimmt vertreten zu lassen. _ Die SekiionSleitung. verbanSstag öer Hausangestellten. Am Mit'woch wurden die beiden Referate über die Arbeits- berm-ittelung und die Versicherungsgesetzgebung diskutiert. Die wucherische Ausbeutung der Hausangestellten durch gewerbSmätzige Stellenvermittler wurde durch Beispiele aus dem Leben illustriert. Es wurde aber auch betont, datz die gewerbS- mätzige Stellenvermittelulig durch die Hausangestellten, welche sie benutzen, begünstigi wird. Nicht an die gewerbSmätzige» Bormittler, sondern an die städtischen Arbeitsnachweise sollten sich die HauS- angestellten wenden.— Einstimmig wurde ein Antrag angenommen, der die Aufhebung der privaten Stellenvermittelung sowie das Verbot der Stellenvermittelung durch Zeitungsinierate fordert und verlangt. datz nur die öffentlichen, auf paritätischer Grundlage ruhenden Arbeitsnachweise für Hauspersonal in Anspruch genommen werden. Zur Versicherungsgesetzgebljng wurde beschloffen: Da die Hausangestellten bisher von der Unfallversicherung ausgeschlossen waren, wird die Regierung der deutschen Republik ersucht, eine Verfügung zu erlassen, datz die Hausangestellten der Unfallversicherung der ReichSversicderungSordrnmg unlelstellt werden. Hieraus schritt der Verbandstog zur Statutenberatung. Dabei handelt e« sich in erster Linie um Anträge auf Beitrags- IfBeiHauüeiden, il 5 oüene Füße, u Iskroph. Ekzema,>! 1 alten Schäden, 1] J Kramptaderleid, t Flechten l [Versuchen Sie die hauthitdende.juck- reizstill. antisepu Wundsalbe ■ aus dem CrlnoN M M werk, Chem. Fabr. H K Welnbiitala t. Sa. El M Aerztl, empf. Dose M Etz Mk. 2,50. Zu haben:|| Barbarossa-Ap,, Kurfürstendamm 264. Engel-Ap, Kanonlerstr 44. König-Salomo-Apotheke, Charlottenstr. 54, Wittes ApM Potsdamer Str. 8S. Diana-Apotheke, Turmstr. 2& Cermanfa-Apoth,, Lothringer Strade SO. Oranien-Ap., Elisabethufer 34. Marlannen-Ap, Mariannenplatz 6. Apotheke am sehles. Tor, Skalitzer Straß# 72. Oust.-Adoli-Ap» Koioniestr. L Alexand.-Ap., Alexanderstr. EL Borussia Ap., Scnönn Allee 66 Hohenstaufen-Ap., Kottbuser Damm 11 erhöhlmg und ausreichende Anstellung besoldeter Kräfte. Die Re- serentin B a u tz- Hamburg befürwortete einen Monatsbeitrag, der je nach der Lohndöhe auf 1,99. 1,59 und 2.99 M. festzusetzen ist. Die Arbeiten, weicht nicht von den Ortsgruppen geleistet werden können, sollten von der Zentralstelle erledigt werden, die deshalb mit ausreichend besoldeten Angestellten versehen werden müsse.— Dagegen beantragt die Ortsgruppe München die Anstellung von Gauleiterinnen, was mehr Erkolg verspreche, als wenn alle Arbeiten von der Zentralstelle erledigt werden.— Andere Rednerinnen vertraten den Standpunkt, datz der Verband noch nicht so weit ent- wickelt sei. um zur Anstellung von Gauleiterinnen überzugeben. Weiter wurde betont, beim Ausbau der Finanzverhältnisse des Ver« bandes müsse berücksichtig: werden, datz auch bei den Hausangestellten Streiks vorkommen kölinten, die eine finanzielle Unterstützung er- fordern. Die Fortsetzung der Diskussion wurde auf Donnerstag vertagt. 9. verbanöetag öer Haftwirtsgehilfen. In Hannover tagt zurzeit der Verbandstag der Gastwirts- gehilien: er ist beschickt von YS Delegierten. Ferner sind vertreten die Hauptverwaltung, Redaktion, der VerbandSausichutz und die Revisionskommission sowie IS Gauleiter und sonstige Verbands- funktionAre. Von ausländischen Bruderorganifationen sind erschienen: Je zwei Delegierte von Deut schö st erreich, Schweden und Holland; ferner ist vertreten der Deutsche Kellnerbund, über dcffen VerschmelzungSbestrebungen mit dem Verband der Gastwirts- gehilftn der VcrbandStag beraten wird. Der Bund der Gewerkschaften Deutschlands ist vertreten durch seinen Vorsitzenden L e g i e n; ferner sind erschienen Vertreter der Stadtverwaltung, des Arbeitsnachweises, des Gewerkichnst?- kartellS und des OrtSvereinS des Deutschen KellnerbundeS der Stadl Hannover. Der gedruckt vorliegende Geschäftsbericht wird vom ersten Vor« sitzenden des Verbandes der GastwirtSgchilfen, Z e i S k«, ergänzt. Ans dem Bericht ist zu erwähnen die Frage der Doppelbeschäfti- gung; während also aus der einen Seite eine ungeheure Arbeits- losigkeit herrscht, benutzt ein Teil von Arbeitern die durch den Acht- Stunden-Tag gewonnene freie Zeit, unr neben dem Hauptberuf noch im Gastwirtsriewerbe als Lobnkellner zu arbeiten,«s müsse darauf hingewirkt werden, datz seitens der Arbeitsnachweise nebenberufliche Tätigkeit erst dann vermittelt werden darf, wenn die Kellner untergebracht sind. Die voraussichtlich grotze Debatte über die sogenannte „Kriegspolitik der Gewerkschaften" wirft ihre Schatten voraus. Der Berichterstatter verteidigt aus- führlich die auch von ihm gelegentlich der Vorständekonterenzcn im Sinne der Kriegspolitik vertretene Meinung. Er ichlietzt mit einem beifällig aufgenommenen Appell an die Einigkeit der deutschen Arbeiterschaft. Die Diskussion, welche noch vor der Mittagspause recht lebhaft einsetzt, gestallet sich erfreulicherweise sebr sachlich, und ist— wie gleich der erste, der Opposition angehörige Redner betont— von dem Bestreben geleitet, den Verband als EinbeitSorganiiation aufrecht zu erhalten, auszubauen und vorwärts zu bringen. In der NaSmittagsitzung ivird eine Resolution Berlin. welche der Hauptverwaltung„wegen der Politik der Gewerkschaften während und nach dem Kriege' das schärfste Mitztrauen ausdrückte, zurückgezogen zugunsten einer Resolution, welche eine Kritik in milderer Form enthält, im zweiten Teile aber die Einigkeit betont. In dieiem versöhnlicheren Stnne wird auch die weitere Aussprache bei aller sachlichen Schärfe der poli- tischen Gegensätze fortgesetzt, wobei natürlich auch an der Haltung deS VerbandSorganS»Der GastwirtSgehtlfe' von der Opposition Kritik geübt wird. Nachdem noch der Redakteur Gelegenheit gehabt hatte, seine Auftaffung zu verleidigen, tritt um ü'/, Uhr auf Antrag Schlutz der Debatte ein.— ES folgt der Bericht'der MandatS-Prüfungskom- Mission, der das eingangs erwähnte Bild ergibt. Sämtliche Plaudate werden für güllig erklärt, zwei Proteste zurückgewiesen. Verband der Gemeindearbeiter. Die am Dienstag abgehaltene Generalversammlung der Filiale Berlin nahm den Bericht vom BerbandStag entgegen. Dem Referat de« Delegierten Elitz folgte eine längere Diskussion. Die gegen« sätzlichen Anschauungen über gewerkschaftliche und politisch« Fragen wurden mit einer unter den beuligen Verhältnissen angenehm auf- fallenden Sachlichkeit und Leidenschaftslosigkeit erörtert.— Nach dem Vorschlage der erweiterten Ortsverwollung wurden als Bei- sitzer in den Hanptvorstand gewählt: Brahnke, Eiffert. JüdiS, Schünemonn, Krumm und Neumann, als Revisoren der Haupikaffe Otto. Perfölz, Baum.— Hierauf erfolgte die Wahl der Angestellten der OrtSverwaltung. An Stelle des bisherigen ersten Vorsitzenden M n n st e r, der in den Hauptvorstand gewählt ist, schlug die OrtS- Verwaltung Polen Ski. die Opposition LaboczinSki vor. Mit grotzer Mehrheit lvut de P o l e n S k t zum ersten Vorsitzenden gewählt. Ohne Gegenlandidaien wurden gewüblt S ch a r l a u als zweiter Vorsitzender. LaboczinSki als«ekrelär. Getzner und G L r d e als Agitationsleiter, Doktor und B e h r e y d als Hilfsarbeilcr.. Ueber di? Tarifbewegung teilte Polenski mit, datz die Beratungen der Stadtverwaltungen Ärotz-BerlinS über den Tarif beendet sind und Ende dieser Woche die Verhandlungen mit der Tarifkommission beginnen, so datz voraussichtlich in der nächsten Woche daS Endergebnis der Verhandlungen mitgeteilt werden kann Vom Geist der Einigkeit beseelt war eine stark besuchte Ver- sammlung deS Vereins der in Schriftgietzereien be- schäftiaten Arbeiter und Arbeiterinnen Berlin«, in der Genosse Mermuth einen Vortrag über»Ardeiterräte' hielt. Obwohl an der sich anschlietzenden Diskussion auch Kollegen gegenteiliger politischer Auffassungen das Wort nahmen, bewegten sich deren Ausführungen zu dem instruktiven Ret erat in durchaus sachlichem Rahmen. Alle Redner betonten die Notwendigkeit der gewerkschaftlichen Geschlossenheit und die Freibaltung der Organi- sation vom politischen Meinungsstreit. Die Versammlung zeigte durch ihren ganzen Berlauf, datz in dieser Organisation politische Unduldsamkeit und Krakeel keine Stätte finden. Reichswehr gegen Streikposten. Vom Deutschen Buchbinderverband wird uns gemeldet: Die Luxuspapierbranchc steht im Streik. Bei Herntann Woiff, Boppstr. 7, sind ca. 50 Mädchen und 2 Arbeiter beschäftigt, dir sich auch dem Streik angeschloffeu haben. 15- bis ISjährige junge Mädchen stehen Streikposten. Sie halten sich io tapfer, datz auch zwei Kriminal« und zwei uniformierte Polizisten sie von rbrem Koalilionsrecht nicht abhalten können. Da lätzt der Unternehmer Militär rufen und es kommen ca. 29 Stahlbehclmte und Bewaff- nete, die sich am Eingang in den Hof postieren. Wenn die Streikenden lediglich in Ausübung ihre? Koaliiions- rechts für die gütliche Fernhaltung von Arbeitswilligen sorgen, keinerlei sewaltsameS Vorgeben zeigen, so können wir nicht ein- sehen, weshalb das Truppenkommando Militär in den bestreikten Betrieb beordert. Bewaffnete Soldaten sollen doch nur der Auftechthaltung der Ordnung, nicht aber der Beschützung kapiralistlscher Interessen dienen. Vom Lrbciteratisschiiß deS Materialprüfungsamtes erhalten wir folgende Zuschrift: Zu der in ihrer Sonntagsausgabc veröffentlichten Erwidc- rung eines Unterbcamten aus dem Materialprüfungsamt wird hiermit unter amtlicher Bestätigung kolgendeS festgestellt: 1. Das in der Veröffentlichung angeführte Einkommen eine« ungelernten Arbeiters stell: das Höchsteinkommen desselben dar und zwar ohne Abzug der gesetzlichen Beiträg». 2. Eine Gegenüberstellung des Einkommens der in Frage kommenden planmätzigen. Unterbcamten, wie eS die tarifliche Regelung der Arbeiter vorsieht. Hot ergeben, datz die eigentlichen Arbeiter in keinem Fall das Einkommen des berreffenden Unterbeamten erreichen. Ueber die Tutalisntorverwaltung des NnionklubS geben uns au? Angestslltenkreisen Klagen zu. die so recht zeigen, datz hier der Geist der neuen Zeit, noch keinerlei...Einwirkung hinterlassen hat. Die Verwaltung beschäftigt an den Kasten auf den verschiedenen Renn- bahnen mehrere hundert Beamte, teils an den Billettschaltern, teils an den Wettschaltern. Ein Beamtenausschntz, wie ihn die Regierung in allen Beirieben vorschreibt, existiert nicht. Di« Beamten, zum Teil seit vielen Jahren tätig, sind aus tägliche Kündigung angestellt, können also an jedem x-beliebigen Renntage aus die Siratze gefetzt werden. DaS Wohl und Webe«ineS sieden Beamte« ist von seinem Vorgesetzten in einem Matze abhängig, datz dies zu einem Kriechershstcm erniedrigendster Art geführt bat. Wie sehr die Ar- beitslust der Beamten darunter leidet, ahnt der Herr Bureaudirektor Hirschfdld nicht. Ter Beamte kann durch die p�ringsto Me«- nungSverschiedenhcit mit seinem Vorsteher sokort um seine Stellung kommen. Die Besoldung der Beamten richtet sich nicht nach der Länge der Dienstzeit, dem?Mer uird der Verantwortung, sondern ist ganz schematisch. Dem System entsprechend ist anck die Besetzung der einzelnen Posten, nämlich ganz wahllos und je nach Protektion. Herr Hirschfeld leitete während der Kriegszeit eine Abteilung des KricgSministeriums, in welcher auch sein Sohn als Beamtenstellvertreter tätig war. Nun ist ein Teil der in dieser Abteilung beschäftigten Beamtenstellverireter und Soldaten b:im Toto eingestellt worden— meistens zum Nachteil der au? dem Felde heimgekehrten Beamten. Wie ist dieser Protektionswirtschaft ab- zuhelfen? Nur durch Bildung eines BeamtenratS. welcher, unterstützt von allen Beamten, eine durchgreikende Reform im Einvernehmen mit der Verwaltung durchführt. Es müssen ge» fordert werden: Feste Anstellung mit bestimmter Kündigungsfrist. Entlassungen nur im Einvernehmen mit dem Ausschuß. Feste Ar- beitszeit und Gewährung von lieherstunden. Erhöhung der Ge- bälier, und zivar: Billettkassierer 69 M., Verkäufer und AuSzahler mindestens 89 M. Hilfen entspreck>end ihrer Tätigkeit wie diese Beamten. Bei längerer Dienstzeit Aufschläge. Zuschläge für Be- amten höherer Kassen. Bei Renntaaen mit früherem Beginn er- höhte Sätze Einstellung nur wirklich qualifizierter Kräfte. Aus- rücken in besser dotierte Posten möglichst nach Dienstalter. Be- stimmte Anrechte an die bestehende Unterstützunai-kaffe. Verwaltung derselben unter Mitwirkung mit dem AuSschutz._____ Deutscher Transportarbeiterderband. SebenS-nnd G e nuh- mittelhraiiche. Frettng, den 26. September, abends 7 Uhr, im Königündtkafino. Holzmarttstr 72: Grotze Broncheiwerlcunvilung. Tages- orbnttng t 1. Vortrag über.Räteiystem und Arbeitertchast'. 2. Bericht oon der örtlichen Geiiernlpersammlung. 3. Brnnchenangelegenheit und Ver- schiedenes._ vortrage, Vereine und Versammlungen. Freie Turnerschaft Berlin. Heute öffentliches Tnrnen der Knaben. Lehrlinge und Mättner des I ü d b e z i r l» in der Turnhalle Kottbiiier User 5l(Kottbuser Brücke). Zlnfang 6 Uhr. Eintritt frei. Gäste willkommen. Freier Wandcrbnnd. Tour I. Tchönfeld— Hoher Golm— Kunersdorf. Abfahrt Sonntag früh 7 Uhr'tll Mililärbahnhok Schöncderg. Führer Sawade. Tour ll. Strousberg und Umgebung Strausberg. Abfahrt Sonnlag früh 6 Uhr 19 Schlcf. Sabnhok. Mitglieberperlaminlung morgen 79, Uhr bei Heise. Bovenstr. 13. Vortrag.— Tonriftenverciu»Die Ratursrennde-. Sonntag Trell. Fahrt nach dem Gr. Lattkee. Zlbsobrt ») Schlei. Bahnh. 6 Uhr nach Fredersdorf, dl Wriezener Bahnh. 8.30 Ubr nach ticfcnfee.— Arb.-Esperantisten. Jeden Sonnabend, 7�, Uhr. Sitzung im Restaurant Petruichke, kl. Franlsurter Str. 1, Ecke Gr. Frank- lurlcr Stratze. Aninngerkursus: TonnerSlag, 79, Uhr. Sophien-Lyzeum, Weinmesitersfr. 16/17.— Krankenschwestern und Pfleger: Am 39. d., abend» 7'/, Uhr, im Herrenhaus öffentliche Versammlung. SSetteranSstchte» für da» mittlere Rorddentschland biS Freitag mittag. Ziemlich mllb, zeitweise aufklarend, jedoch überwiegend bewölkt mit weit verbreiteten, im Westen und längs der Küste zum Teil starken Regensällen. Berontw. für den rebaftion. Teilt Alseed Scholz, Neukölln: für Anz-Igont Iheoboi (Blockt, Berlin Bering: Borwärt S-Berlag S. m. b. K.. Berlin. Bruck: Borwäri». Buchdruckerei und Verlagsanstalt Vau! Einaer u. To. in Berlin, Linbenltr. 3. Hierin 1 Beilage. Berliner f�ettenhaus Charlottenburg mLJß Wilmersdorfer Str. 53-54. 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