Nr.498.36.z«chrg. vezuySvret»» -CtctlttlBStL•<— Sit.«iimafl. Frei üu fcou*. oortru« zahlbar. Polt» drzug- Mo�aillch I*- Ml. cfCi Rw FtelllMg»g»bildQ Unter ÄctujbanD für D-nUchl-n» an# OeNerrenii Ungar» iX-'i Ml. für da, übrig« Au« fand 10 N Ml» bei taguch einmal, gufteaung i 2S Ml. SoftbntfDunaen nehmen Ol DLnemarl. Holland üuirmbncf, Schweden u. die Schwer». Slngekrage» w dt» Poft-8e>rung»-Pre>«l>lt«. See.Vorwärts� mtl der Tonmag»- dellage»Boll u-Snf erfchelnl Wochen» täglich»weimaL Sonntag, einmal. Abend Ansgnbe. OG Telegrmnm�drefs»- »Sojialdmnokra« verlfu»». Derlinev VolKsblAtt. (lSI»k«Nk,!g) UnzeigenpreiS« vi« achigefvallen, NonrorefffegeN» toftel ILO Ml»«leine«nzetgen-, da» lengedruiite Wo««0 Pfg.(»uläflH • iellgedruille JSotte), fede» weiter» Bon«0 Pfg Sielleng efuch« und Schlafüellenan»eigen da» erste Bari <0 Pfg. fede« weiter, Won»0 Pfz. Wort« über. IS Buchstaben zählen für zwei Worte TeuerungszufchlagSip/� Familien- Anzeigen, poliilfche und gewerlfchafifiche Berrln»» Anzeigen ILO Ml die Feile. Anzeigen für die nächst» Nummer wüsten bi» S Ahe nachmittag» un Hauptgefchäfi. Berlin SW A. Llndenstraße Z. abgegeben werden. SeSffnei von 9 Uhr früh bi» » Uhr abend«. Zentralorgan der lozialdemohratirchen parte» Deutfchlanda. Kcdaftion und Expedition: Ew. b8, Lindenstr. Z. ' ,>ernivrecher:«uti Morinplatz,'Kr. 15 1 90—15 1 97. Montag» den 39« September 1919. Vonvarts-Verlag G.m.b. tz., SM. öS, Lindenstr. Z. Fernsprecher: Amt Mortnvldi!, Nr. 117SZ— 51. El/aß-�ochringen vor öem Generalstreik. Vas Ultimatum Ser Arbeiterschaft. i Bericht unseres elsaß-lothringischen Korrespondenten.) DaS Hauptaugenmerk der elsatz-lofliriugtschen Beviitkerung richtet sich nach Lothringen, wo bereit? seit 10 Tagen der große �Generalstreik der Berg- nnb Hüttenarbeiter an- dauert. Tie Unternehmungen haben die von den Bergarbeitern aus- gesfelllen Forderungen, die in einem gestaffelten Tarifvertrag fest- gelegt sind, abgelehnt und sind bis heute noch nicht in Unter- handtnngcn eingetreten. Der Borsivende des Lothringer Brrgarbeiterverbtdidcs, l?harleS Lfferle, hat an daS Generalkommissariat für Elsaß-Lothring:n in Straßburg tin Schreiben gerichtet, in welchem er demselben mit. teilt, daß die Unternehmungen die Forderungen der Arbeiter abge- lehnt lwben, und das Generalkommissariat ersucht, seinen Einfluß bei den Unternehmungen dahin geltend zu machen, daß sie die Forde- runecn, die nur gerecht und in keinem Falle übertrieben s.nd, akzep- tieren. Mit Nachdruck Wird betont, daß die Arbeiter nicht auö Luft und B.'rgnLge» die Arbeit niedergelegt hoben, sondern aus bitterster Not, weil das Einkommen mit den Ausgaben nicht mehr in Einklang zu bringen war. Tie Negierung hat bis jetzt zu den Forderungen der Bergarbeiter noch nicht Stellung ge-, n o ui m e n; aber c» war auck) festzustellen, daß militärische Vre- stärlungen bis jetzt noch nicht ins Streikgebict dirigiert wurden, da der Streik ruhig und normal verläuft und bis jetzt noch keine Au- fammcnstöße zwischen Militär und Streikende zu verzeichnen sind. Die lothringische Arbeitersck>aft hat die Sache der Bergarbeiter- schast zu der ihrigen gemacht und einmütig in einer Bezirk?. kvnfercnz beschlossen, wennnichtbiS Montag, den 29. Erp- tember, die Forderungen der B e r g a r b e i t« r � b e. willigt find, in den General st reik einzutreten. Sir hat dafür noch folgende allgemeine Forderungen aufgestellt: 1. Anerkennung der Organisation. 2. OrganisntionSzwang für jeden Arbeit- 3. Verstaatlichung aller Gruben. 4. Beseitigung aller unfähigen Beamten. 5. Mindeftlohn und allgemeine Lohnerhöhung. 6. Neuwahl der ArbeiterauSschüsse»nd SicherheitSmänner. AlS erster erklärt« In dieser Konferenz der Vertreter de? Metall- arbeitcrverbandcS, daß 21 000 organisierte Metallarbeiter bereit sind, in den Generalstreik einzutrete«. Bereits am Mittwoch haben die lothringischen Arbeiter die Arbeit niedergelegt; die Arbeiter der BerkehrS- und TranS- portanstalten sind vorläufig noch ausgenommen. Am gleichen Tage fand in Straßburg eine LandeSversammlung der ebsah- lothringischen Gewerkschaften statt, um über einen all.ge- meinen elsah-lothringischen Lande! st reik rnd. gültigen Beschluß zu fassen. In einer besonderen«er- sammlung haben die Organisationen der Eisenbahner bereits beschlösse», daß sie der Parole auf Generalstreik Folge leisten werden. Zwischen dem Streikgebiet und dem Saargebiet ist eine strenge Sperre durchgeführt worden; damit ist jeder Verkehr zwischen den Bergarbeitern in Lothringen und denen im Saargebiet völlig unter- bunden, auS Furcht, der Streik könnte auch ins Saargebiet über- greifen. Gegenüber den Aeußerungen der bürgerlichen Presse, daß die herrschende K o h l r n n o t im Elsaß auf den Streik in Lothringen zurückzuführen sei, erktärt das Streikkomitee, daß Kohlen massenhaft vorhanden seien und auf Depot gearbeitet werde; wenn Kohlennot vorhanden sei, so sei diese auf mangelnde Transportmittel zurückzuführen. Wirkung ües englischen(jienbahnerftreiks« Einer Radiomcldnng zufolge berichten dir englischen Blätter, baß die englische Regierung große Borbereitungen getroffen habe, um die Lebensmittelversorgung sicherzustellen. ES besteht die Absicht, den Htzdepark abzu-sperre» und dort einen Automobilpark und die Hauptverwaltungsstelle für die Lebensmittel in London einzurichten. 25 000 Ehausfeure haben sich freiwillig gemeldet.. Marschall H a i g hatte am Sonnabend eine lange Unterredung mit dem Transportminister Sir Eric Gedd.'S. Was ist los! Hamburg, 28. September. Die Marine-SchiffsbesichtigungS. kommission teilt mit; Auf Grund eine» auS London plötzlich erfolgten Befehl? hat dir englische Marinrkommandantur auf dem Kreuzer Eonventrd in Hamburg die deutsche Behörde ersucht, die zum Rückt ranS- Port unserer KriegSgefangenrn in Engl-Ondbe. stimmten Dampfer zurückzuhalten. Dtzr Grund für diese An. ordnung ist der englischen Marinekommanbantur nicht bekannt. Noch ihrer Ansicht wird diese Verzögerung nur von kurzer Zeit sein. Die beiden am Srnnabend aus Hambnr, ausgelaufenen Dampfer Villareal und Melilla sind daher in Cuxhaven vor Anker gegange». Ver Wiedereintritt der Demokraten» Die Borstände der Mehrheitssozialistischen, der Zentrums- und der Deuischdemokratifchen Fraktion werden heute nachmittag 5 Uhr beim Reichskanzler zusammentreten, um die endgültige Entscheidung über den Wiedereintritt der Demokraten in die Re- gierung zu treffen. Die pommerschen Landarbeite? hinter dem Landwirtschastsminifter. Mehrere hundert Landarbeiter von Bänvalde und Umgebung haben am 27. September scharfen Protest erhoben gegen die dort am 24. September von der Deutfchnationalen Volks. Partei veranstalteten Protestvcrsaoimlungen gegen den Land- wirtschaftSminister Genossen Braun. Dir Landarbeiter von Bär- Wälde und Umgebung erklären, daß sie zum Landwirt- schaftSministcr das größte Bertraurn haben. Sie wissen, daß sie im Kampfe um ihre gerechten Forderungen von dem Genossen Brau» jederzeit unterstützt werden. Freigabe eines Groß-SchiffahrtSwegeS. Die Admiralität gibt be�awnt, dg von etwa SO <5 ee mcilen das rntnenfreve Gebiet der inneren deutschen Bucht mit den gleichfalls minensocten Gewässern der nördlichen Nordsee irnid dc5 SfagerraJ? und ermöglicht dem Schiffsverkehr auf dire.tem Wege den Zugang zu den narwegi'chen Häfen und den Fangptahen der nordlichen Fischgründe.. Die bayrische Partei für Regierungsumbildung. - Nürnberg, 29. September.(Eig. Drahtbericht des „Vorwärts".) Die bayerische Landeskonferenz, die am 27. und 28. September in Nürnberg tagte, war von 122 Teilnehmern besucht. Nach eingehender Erörterung der politischen Lage in Bayern wurde e i n st i m m i g folgende Resolution beschlossen: Die in Nürnberg am 27. und£8. September tagende Landes» kcmferenz der sozialdemokratischen Partei Bayerns hat eingehend die politischen Schwierigkeiten der sozialdemokratischen Regie- , rungSmitgltetder und die Stellung der sozialdemokratischen Partei zur Gcsamtregieruug besprochen. Die Landeskonferenz spricht den sozialdemokratischen Dertretern im Ministerium ihr volles Vertrauen a u s. Sie empfindet es als eine besonder« Schwierigkeit der sozialdemokratischem Partei in Bayern, daß die jetzige Regierung, genannt Regierung Hoffmann, als eine sozial- demokratische Regierung gilt, während e? klar ist, daß die An» fammensetzunz deS LandStagS eine rein sozialdemokratisckje Politik ausschließt. Deshalb fordert die Landeskonferenz eine gründliche Umbildung deS Ministeriums. Sie ermächtigt die Gr- Nossen Hoffman«, Segitz und EndrcS, ihre Mandate in der Sie- gierung niederzulegen, falls die von der Landeskonfrecn» für notwendig erachtete Umbildung der Rstgierung nicht durchgeführr werden kann.'• Ueber den MitgNoderstanb der Partei in Bayern wird folgendes berichtet: Der Stand der Partei vor dem Kriege betrug 91 694, der Tiefstand während des Krieges 29 911, der jetzige Stand beträgt 132 190 Mitglieder, also über vierzigtausend mehr als vor dem Kriege. LuSenöorff gibt nichts! Unsere Meldung, wonach Herr Ludendorsf gedenkt, den riesigen Gewinn auS seinem Kriegsbuche den v e r st ü m- melten deutschen Soldaten.zuzuführen, ist ein Irr- tum. Herr Ludendorff dementiert. Er gibt nichts. Die „Deutsche Tageszeitung", die ihre Pappenheimer kennt, hat vorsichtshalber angerufen und kann feststellen, daß unsere Meldung jeder Tatsächlichkeit entbehrt. Ueberhaupt eine unverschämte Zumutung. Wer nicht weiß, was Herr Ludendorff für die Kriegsopfer schon getan hat, der lese auf Sc te 379 seiner„Kriegserinnerungen" nach: »Die Ludendorffspende'prachie weit über 150 Mil- lionen Mark. In der Revolution erhielt die Spende den Namen »Volk? spende". War es... der ersten Regierung der Repu- Wik nicht recht, daß mein Name mit einer WohltätigkeitSveranftal- tung verbunden blieb, die gerade meines Namens halber soviel gebracht hatte.. Herr Ludendorff hat recht. Nicht um der Krüppel, son- dern um„seines Namens willen" gab die Witwe, die ihren einzigen Sohn verloren hatte, den letzten Bettelgröschen, der ihr im Namen Ludendorsss abverlangt wurde. Und Luden- dorff gab seinen Namen. Das ist gerecht und. genug. Dabei beibt es. Nun soll noch einer kommen und sagen, daß uns ein Volk der Welt unseren Ludendorff nachmacht. Heill Mieternot und- öehördenschachteluW. Die gegenwärtig« Mieternot bat zstvei Seiten: die eine ist die Wohnungsnot, d. h. der Mangel cm geeigneten Wohnräumen, die andere nicht minder wichtige kommt daher, daß Lie Mietpreise in einer Weis« gestiegen sind, die bei- nahe ans Unerschwingliche grenzt. Beide Seiten der Mieter- not bedürfen der ausgiebigen Beachtung und Bekämpfung. Man versucht alles Mögliche, um diese Bekämpfung zu einem Erfolg zu führen. Auf der einen Seite lasse» sich die Ge- nieindebehörden Groß-BerlinS Ermächtigungen geben, um alle leerstehenden Räume zu erfassen und möglichst nach einheitlichen Gesichtspunkten zu verteilen. Alt Ergänzung hierzu ist unbedingt notwendig, daß auch die jetzt noch besetz- ten, aber anS irgendeinem Grunde freiwerdenden Wohnräume nach demselben Gesichtspunkt verteilt werden, und zwar unter Ausschaltung jeglicher pri- Vater Wohnungsvermittlung, die gerade in letzter Zeit eine außerordentlich merkwürdige Blüte gezeigt hat.— Eine Reihe von Gemeinden hat sich bereits die Geneh- m-gung eingeholt, neue Mietverträge nur in.Kraft treten zu lassen nach vorheriger Zustimmung des Wohstungs- bzw. Mieteinigungsamtes. Darüber hinaus hat Wilmersdorf als erste Gemeinde den Antrag gestellt, daß auch die gesamte Wohnungsvemnetung lediglich durch da? Wohnungsamt geschieht, daß also alle Verträge, die zwischen Vermieter und Mieter geschlossen werden, nicht erst nachträglich vom Wohnungsamt genehmigt werden, sondern unter Miiwirkrmg deS Wohnungsamtes bereits abgeschlossen werden, ein Beispiel, das den anderen Berliner Gemeinden durchaus zur Nachahmung empfohlen werden kann. Auf der anderen Seite sollen die Mieteinigungsämter dazu dasein, um dem wahnsnmigen Emporschnellen der Mietpreise Einhalt zu tun. Die Mieteinigungsämter haben sich dieser ihrer Aufgabe aber zu einem sehr großen Teil nicht gewachsen gezeigt.-Sie sehen nach wie vor ihre Aufgabe im wesentlichen darin, die gesamt« Steigerung der Unkosten, die an sich unzweifelhaft vorhanden ist, den: Mieter auszu- bürden, und sie versuchen dies klbst in Fällen zu tun, in denen die persöstlichen Verhältnisse deS Mieter» eine weiter« Belastung mit Mietsteigerung unmöglich machen, in denen also der Mieter, wenn er eS mit der Erfüllung seiner Ver- pflichtlmgen ernst meint, nur die Wahl hat, entweder sich den ihm zugewiesenen MietzinS abzuhungern oder die Wohnung zu verlassen, ohne Aussicht zu haben, unter den gegenwär- tigen Verhältnissen eine andere Wohnung zu erhalten. M« diese Verhältnisse sind zu offenkundig, als daß man sich dar-/ über weiter verbreiten müßte; aber trotzdem geschieht von feiten der maßgebeuden Faktoren nichts, um eine durch- greifende Abhilfe zu schaffen. Dabei haben wir einen Woh- nungSkommissar und einen WohlfahrtSminister und alle möglichen sonstigen Einrichtungen. Es fehlt unS nirr eines, nämlich ein Mann, der tatkräftig genug Ist, um. endlich hier einmal Wandel zu schaffen. Wer sich längere Zeit bemüht, im Interesse der Mieter etwas zu erreichen, wird alsbald auch eine derjenigen Quellen finden, auS denen die Unmöglichkeit zu positiven Resultaten sich ergibt. DaS ist die I n e i n a n d e r s ch a ch- teiung der zustäMgen Behörden. Wir haben einen R e i ch 8 w o h n u n g S k o m m i s sa r, welcher dem ReichSarbeitsmimster unierstellt ist. Dieser ReichswohnungSkommissar ist gleichzeitig preußischer W o h n u n g s k o m m i s so r und untersteht als solcher dem preußischen Wohlfohrtsminister. Sollen aber allgemeine An- ordnungen herausgehen, die sich insbesondere auf dem Gebiet der Notverordnungen bewegen, dann ist der Reichs-/ j u stiz m i n i st e r zuständig: und handelt e» sich um die Freimachung irgendwelcher Räume, die bisher für andere Zwecke benutzt wurden, für die sie vielleicht gegenwärtig nicht so dringend notwendig sind, dann ist der R e i ch s f i n a n z- minister znständig. Und so erlebt man daS erbauliche Bild. daß imme reine Behörde sich hinter der an- deren versteckt, daß immer ein« Behörde der anderen die Verantwortung für etwaige Eingriffe zuschiebt. Die Kyrrespondenz zwischen dem Berliner Oberbürger- merster W e r m u t h und dem Wohlfahrtsminister hat daS jo bezüglich der freizumachenden öffentlichen Ge- bäude in Berlin deutlich gezeigt. Aus den Notschrei des Berliner Oberbürgermeisters hat das Wohlfahrtöministerium in etwas spitzer Meise erwidert, die Gemeindebehörden brauchten sich ja nur entsprechende Vollmachten gehen zu lassen und das Wohlfahrtsministerium erledig« daraus hin-, zielende Anträge umgehend: alles übrige sei dann die Sache der Gemeindebehörden. Berlin Hot entsprechende Anträge gestellt, und trotzdem Hot sich sein» Oberbürgermeister zu diesem Notschrei veranlaßt gesehen: denn was nutzen ihm papierene Vollmachten, in denen wieder andere Reichsbehörden ihm hindernd in den Weg treten. So wie es hier geht, geht es aber allent- halben. Mag man bei der Wohnungsfrage oder bei der Frage der Nietsteigevungen oder etwa bei der Frage der Kleinhau SsiÄiunKen antippen, es ist immer dasselbe Bild: LZehörden arbeiten gegen Behörden� Tie Mieterschaft ist der leidtragende Dritte und der Hauswirt ist der profitierendc Tritte. Gerade am Üsi e i ch s j u st i z a m t scheint der Hau S- besitz noch immer seine bleibende I t ü tz e' zu haben. Man kann sich dort nun einmal offenbar nicht non der bisherigen Denkart, die im Hausbesitz eine besonders zu b e- Vorzug ende Klasse von besonders nützlichen Bürgern sah. los machen. Anders ist weder die Verordnung vom 22. Juni 1919 bett. die mit Tammelheizung und Warm- Wasserversorgung versehenen Häuser und deren späterhin er- folgte Auslegung zu erklären, noch die Ergänzung der Mieter schütz ordnung von demselben Tage, welche vorsieht, daß die Mieteini'gungk'äniter und die ganze Mieterschutzgesetz- gebung ob 31. Dezember 1920 zu v er s ch w i md e n hoben. Sollen die. Unruhen in der Mietcrichast nicht aus die Stütze getrieben werden, soll für die Massen, die gerade jetzt nach Berlin strömen und die Wohnungsnot nicht nur gegenwärtig 'Perschärfen, sondern auch auf vorläufig nicht absehbare Zeit verlängern, einigennaßsn gesorgt werden, dann mich zunächst einmal dies« Belwrdenschachtelung aufhören, die, es jeder Be- Hörde ermöglicht, die Verantwortung von sich aus eine andere abzuwälzen mit dxm Resultat, daß letzten Eudes nichts Positives geschieht. Man entschließe sich endlich, diesen b ii r e o n k r a t i sich e n Zopf energisch a b z u s ch n e i- den und das gesamte Wohnungswesen n e b st allem, was damit zusammenhängt, aber auch mit allen Machtvollkommenheiten, die notwendig sind, um etwaige E n t i chlü s s e'd u r ch� ü s e tz e n, e i n e r e i ii z i g e n Z e n t r a l st e l l e zu übertragen, die dann unter eigener Verantwortlichkeit alle Maßnahmen, die gegenwärtig notwendig sind, nicht nur aus dem Papier bewilligt, sondern auch in die Praxis umzusetzen die Kraft hat. Erst wenn eine solche Zentralstelle geschaffen sein wird, wird es möglich sein, im Einvernehmen mit der Gesamtheit der Groß-Berliner Gemeinden, das hossentlich schon vor dem Zusammenschluß von Graß-Berlin in dieser Frage erzielt werden wird, fruchtbringenide Arbeit zu leisten.. Dr. jur. L. Holz. D:e �ngst vo? üem deutschen Sieg« In der gestrigen Generalversammlung der unabbän- gigen Bezirksorganisatioii für Berlin-Stadt hielr Hilfer- ding einen Vortrag über die Internationale, in dem er seinen bekannten Standpunkt entwickelte. U ebergang zur dritten Internationäle sei Isolierung vom Westen und Aus- lieserung der U. S. P. T. an die Kommunisten, Verbleiben in der.zweiten Internationale sei nur möglich, wenn die deutsche Sozialdemokratie aus ibr ausgeschlossen werde, wor- über der internationale Kengreß in Gens entscheiden müsse. Hi'kserding weiß natürlich genau so gut wie wir, daß man i die deutsche Sozialdemokratie in Genf nicht ausschließen wird, braucht aber diesen Trost für die Unentwegten, die mit Sack und Pack nacki Moskau laufen wollen. Natürlich mußte Hilfer- >ding. um sein Ziel zu erreichen, aus die Sozialdemokratie schimpfen wie ein Kommunist. Er tat dabei die Aeußerung, die Sozialdemokratie habe gegen die Demokratie gekämpft, früher hätte sie von der Republik als von einer korrumpie- renden Staatsform gesprochen, heute sei ihr die Republik das Höchste. Diese Attacke kann sich kaum gegen wen anders als gegen den verstorbenen Genossen Bebel richten und seine oft zitierten Aeußerungen über die Steatssorm.� Das ganze Gerede Hilserdings läuit natürlich nur auf die be- kannte Tatsache hercrus, daß wir als Sozialisten auch gegen die Schattenleiten der Republik nicht blind sind, aber natür- lich wollen wir nicht in die Monarchie zurück, sondern über die bloße Staatsform der Republik hinaus zur sozialen Gleichberechtigung aller Volksgenossen. Am interessantesten Die hexe von Schlagenthien. Schlageickhien? Ein Torsi in den, e§ Butter und Eier gibt, aus dem man aber ni»Is holen kann, denn die Bauern dort find hart. Ein Dorf, NO Kilometer vom Weichbild der Stadt Berlin entfernt und Ort der Handlung für folgende Geschichte: Der Brudersobn einer 50 Jahre alten Bauernfrau bezichtigt seine Tante der Hexerei. Er war Krieger und ist Invalide gc- worden, aber nicht geistig. Seine Mutter ist tuberkulös und sie sei das geworden, so sagt der junge Mann, weil die Tante einst durch eine Beigabe zu den Federn das Brantbett verhext habe. ' Man hat auch schon daS Kopfkissen aufgetrennt und wirklich ein Hexenstiick darin gefunden: nämli» einen Nickelgroschen. Damit war die Hexe in den Augen ihrer Angehörigen überführt und niemand stieß sich daran— wie im seligen Mittelalter—, daß die Hochzeit vor 23 Jahren statlfand, daß die Frau schon zehn Jahre lang kranl ist nnd daß der Groschen die JahreSzohl 10U trägt. Also, die Tante ist eine Hexe. Sie hat auch schon manches Stück Vieh verhext. Niemand aus der schwer betroffenen Familie hätte je so etwas gedacht und man wäre der bösen Hexe nie auf die Spur gekommen, wenn nicht der Hexenafie von einer guten Hexe au« Nathenow. die einst ein verhexte« Kalb besprach, auf die Bösartigkeit seiner Tante aufmerksam gemacht worden wäre. * Nickt jeder Einwohner von Schlagenthien glaubt an Hexen; etliche aber sind doch da. die sagen, wenn die eigene Familie davon spreche, müsse doch etwas wahr sein an der Geschichte. Die„Hexe" hat mir mit Tränen in den Augen ihre Geschichte erzählt. Jch glocibe gerne, daß sie nichr hexen kann, aber, so sagt sie, in Schlagenthien glaube man das nicht. Weiß jemand, wie das arme Mütrerlein ans ibrer Bedrängnis erlöst werden kann. ehe sie sich selbst aus Verzweiflung einen Strick um den Hals legt? v E. F. Kleine» Schauspielhau». Die vom sozialdemokratischen Be- zirtS-BildungSauSschuß Grotz-Berlin im Sinne einer Ausbreitung der Volkcbühnenbewegung für die laufende Spielzeit geplanton Vorstellungen begannen diesen Sonntagnachmittag mit einer Auf- fübrung von Hebbels Maria Magdalena in dem der Altmonnscl-en. Direktion angegliederten Charlottenburger Kleinen Schauspielhaus. Mii gespaanter Aufmerksamkeit folgte» die Zu- schauer, den Nauni bis zu de« letzten Platz füllend, de« düsteren EchicksalSgang der Hebbelschen Tragödie, die nach de« Dichters Intentionen zugleich gewisse typische,„aus der � Enge und der schrecklichen Gebundenheit" kleinbürgerlichen Lebens sich ergeben. den Tendenzen jpiederspiegeln soll. Sing ZamilienkatastropZe, war aber Hilserdings Versuch, die unklare Haltung der Un- abhängigen im Krieg zu rechtfertigen. Er sagte: Schon vor dem Kriege bat Ruhland aufgehört, der Hort der europäischen, Reaktion zu sein, weil es die Revolution in sich trüg. Das Land der wirklichen kapitalistischen und militaristischen Reak- tion war Deutschland. Deshalb war die Parole, aus demo- Iratischsn Gründen gegen das zaristische Rußland zu kämpfen, eine verlogene Parole. Ein großer deutscher Sieg hätte eine Stärkung der Reaktion in ganz Europa be- deutet. Auf der anderen Seite sagte Hilferdiug, der Frieden von Versailles sei eine Vergewaltigung der Völker, also ist wobl auch er ein Sieg der Reaktion. Ter Unterschied zwischen uns und den Unabbängigen besteht nun darin, daß wir diesen Sieg der Reaktion, diese.Vergewaltigung der Völker, wie sie in Versailles erfolgte, für eine viel realere Gefahr gehalten haben als die blöden alldeutschen Phantasien. Wir erkannten, daß man im Kampf gegen die ganze Welt nicht noch Eroberungen machen, sondern höchstens die Vergewal- tigung des eigenen Volkes verhindern kann. Sie zu der- hindern oder uns wenigstens nicht mitschuldig an ihr zu machen, war das Ziel unserer Kriegspolitik,?lber auch dar- um hatten wir vbr dem Sieg Deutschlands keine solche Angst, weil wir wenjger Respekt vor der Reaktion und mehr Zu- trauen zur deutschen Arbe:terklasse hatten als sie. Diele ewige Angst der Unabhängigen vor einem Sieg des eigenen Volkes wor. unendlich kurzsichtig und schwächlich. Heute legen die Unabhängigen großes- Gewicht auf die rich- tige Tatsache, daß nicht die Revolution den militärischer! Zu- sammenbruch verursacht hat, sondern umgekehrt der militä- rilche Zusammenbruch die Revolution. Sie wollen begreif. lich erweise nicht die Schuld am Frieden von Versailles tragen. Diese Schuld wollen wir auch nicht chaben und wir find im Interesie der Arbeiterbewegung srob. mit gutem Gewissen sagen zu können, daß wir aille� getrn haben, um dielen Aus- gang zu verhindern, daß alle Schuld an ihm die Reaktion trögt. Dem Vortrag Hilserdings ging die Vorstandswsihl voraus� bei der es eben nicht lieblich zuging, da man sich gegen- seitig Schiebung vorwarf. Die Linke blitzte mit ihrem Antraa, die Kandidaten auf ihre Stubenreinheit heionders zu untersuckien, ab. Schließlich wurden Krause und Brühl zu Vorsitzenden gewählt. wie verbringen üie rusiischen Arbeiter ihre Feit! Ohne Zweifel, schreibt uns ein r u s s is ch e r Genosse. eine sehe interessante Frage! Wie gestalten die in den Stödten nocki verbleibenden Arbeiter der„sozialistischen Sowjct'Republik" ihr Leben, was tun sie, was treiben sie? Das nruß doch ein wundervoll durchgeistigtes Leben sein, durchtränkt von Arbeit und Streben im Geiste und Interesse des Sozialismus, der Höher- und Weiterentwicklung. So denkt sich wobl jeder, der trotz aller verbürgten Schilderungen über das „sozialistische" Reick im Osten und ungeachtet der feststehenden Tatsache, daß die übergroße Mehrheit des wirklich arbeitenden 'russischen Proletariats den Städten den Rücken gekehrt hat. im Grunde seines Herzens den Glattben an das Märchen aus dem Sowjet-Land nicht preisgeben kann. Es ist furchtbar traurig, daß das in diesem instinktiven Gefühl zum Ausdruck kommende tiefe Sehnen der Millionen von Arbeitern nach dem Sozalismus so schnöde enttäuscht wird, aber die Schuld dafür tragen die gewissenlosen Demagogen. Kein geringerer als der„ D o r f k o m m u n i st"(„Derewenski Kommunist"), da? für das Land bestimmte Blatt der am Staatsruder stehenden kommunisti'chen< bolschewistischen) Partei Rußlands, stößt den folgenden Stoßseufzer aus: „Entgegen der Formel:„8 Stunden für Arbeit. 8 Stunden zur Erholung und 8 Stunden zum Schicken" wird jetzt nur S Stunden gearbeitet, 8 Stunden geschlafen nnd 10 Stunden Karten g e s v i e l t. Kartenspielen und Nichtstun— das ist die er in seiner kurzen Münchener Studienzeit im Hause seines OuartiergeberS, des Tischler? Schwarz miterlebte, gab ihm An- regungen, aus denen dann ein paar Jahre später 18Sö in Paris das Drama wuchs. In Vielem berührt es jetzt befreiend. Der spätere Naturalismus hat einen im Detail sich der Wirklichkeir enger anpassenden Darstellungsstil entwickelt und heute unter fo völlig beränderten Verhaltnissen wird man den Meister Anton schwerlich, so wie ihn Hebbel dachte, als ihpische Verkörperung eines Standes gcllten lassen- wollen. Dock darum bleibt die Figur in ihrem urwüchsigen EhrbarkeitSfanckismu», dieser erbarmungslos eigenwillige Puritaner, dem äußere bürgerliche Korrektheit höher alK das Leben steht— er, der die eigene Tochter durch Drohun- gen, er würde ihre„Schande" mit dem Tode büßen, zum Selbst- mord treibt— doch eine �cer wuchtig eindringlichsten Charakter- gestalien, die in dramatischem Rahmen je geschaffen wucben. Nerv und Muskeln seiner Wesensart sind mit unnachahmlich sicherer Kunst herauSgemeißeli. Von ihm und durch ihn lobt das ganze Stück. Aber eben darum stellt daS Werk, wenn das Eigenste desselben lebendig werden soll, auch an den Darsteller des Anton höchste Forderungen. Herrn Hill er, der sich verständnisvoll heistühte, fehlte von anderem abgesehen, schon in der Erscheinung ganz das Gepräge knorrigen Handwerkertums, das von dem Bilde unabtrennbar ist. So konnte sich die innere Spann- kraft des Stückes nicht frei entfalten. Aus der sonstigen Be- setzung ragte Leonore Ehns schlicht natürliche spmpckhische Klara hervor. Tonrad Schmi d't. Der Galerieperkaus des Oldenburger Großherzogs. Der Groß- Herzog von Oldenburg bat, wie uns von dort mitgeteilt wird, nur ein Drittel seiner-Galerie nach Holland verkauft, von wo er inzwischen schon nach Amerika versrochtet worden sein soll. Aller- dingS ist es der wertvollste Teil seiner 300 Bilder, die aus- ländischen Meister, voran die fünf Rembxandt«, ein Rüben-?. Italiener wie Moroni und Boltrassio. 200 Beider bleiben in Oldenburg, darunter die alldeutschen' Bilder von Schongauer, I? ran ach, vom Meister deS Hausbuchs. DaS formale Recht des Großherzags zu dem Verkauf war leider nicht fraglich. Ganz nnd gar nicht fraglich aber ist, daß' dieser Fürst daS moralische Recht nicht besaß. Die Bilder waren als Privateigentum anerkannt, und ihr U ebergang in Staatsbesitz war Gegenstand langer Verhandlungen mit dem Landtag. Ein Vertrag war zusta-ndegekommen, wonach der Großherzog für Ueberlassung der Bilder eine Rente von 150000 M. beziehen sollt«. Nach seinem Tode sollte ne das Land für 5 Mit- lionen Mark erwerben können. Im letzten Augenblick vor der Unterschrift trat der Groß Herzog plötzlich zurück.®» scheint, daß er noch einmal dem Volke leins absoluKstnchcen Zähne zeigen wollte, und was sich da entblößte, war ein sehr ekles Gebiß. Der Grotzherzog hatte schon seine wertvolle Bibliothek am eise» Antiquar nach Osnabrück verkauft nnd die Einrichtung seines die wichtigste und beliebteste Art de? Zeitvertreibe?. Was ist mit den Parteiklubs geworden Z Die Arbeiter besuchen sie fast nie mcbr, und wenn sie schon mal hingeben, so nur, u in dort zu rauchen� die Klubs sind zu wahrhaftigen Ställen gc- worden." Ter„Dorfkommunist" ist doch zu amüsant, fürwahr! Er merkt nicht, daß er in wenigen Worten das Urteil über das famose Sowjet-Regime spricht: der beste, pflichtbewußte Teil der Arbeiterschaft aus den Städten verjagt, ist die„sozialistische" Regierung auf den Teil der ehemaligen Arbeiterklasse angc- wiesen, der Parteiklubs in wahrhaftige Ställe verwandelt und deren Hauptarbeit das Kartenspielen ist! dr. Oberfohrens Unwahrheiten. Der deuts-chn-aiiocnale Abgeordnete Dr. Oberfohren hat uns neillich mit einer Berichtigung auf Grund Z 11 des Preßgc. setze? über seinen in Kiel vor Berufssoldaten veranstalteten„Aus- klärungsabenid" behelligt ucnd darin behauptet: In der betr«ffon>den Berfamcmlung habe ich unter Bermei- dung jedes Eingehens auf politische Angelegenheiten einen sack- glichen Bericht über die in Weimar erfolgten Beratungen be- tretfand des Offiziers- und KapitulantenentschädigungsgesetzcZ gegeben. Erst die sozialdemokratischen Gegen- r e d n e r haben die L-rthandlaurgen auf das politische G e- biet gezerrt. Jetzt veröffentlicht die deutfchnatiana-I«„Post" rnttfer einer Hetz. Überschrift eine DarstMnng über die Versainnckung Dr. Ober- fobrcns. die.ihr von..maßgebender Seite" zugeht. In dieser Dar- stcllung heißt es: In Wirklichkeit hck Dr. Oberfohrsn das angekündigte Thema „Das Oftiziers- und Kapitulant«»enrschädlgu.ngsgsjetz" in völll'-g fachlicher Weise bebandelt, daß er ein-e Uebersicht über den Gang der Veri-ancdlungen in Weimar und über den JrchcÄt des Gesetzes gab. Von der Regierung ist in der ganzen Rede mit keinenr Wort die Rede gewesen; eine kritische Beleuchtung Hai nur das Verhalten der Mehrheitsparteien, namentlich der Sozialdewo- kratie, gefunden. Aus dieser Darstellung des deutsch-nationalsn Blattes geht klar hervox. daß Dr. Obersobrens Red« einen stark politischen Anstrich hatte, er tat also im seiner Berichtigu-ng die Unwahrheit gesagt. Im übrigen ist die schlaue Uittecrs-cheidum-g. daß sich seine Angriffe nicht gegen die Regierung, sondern gegen die Mittelpovteicn gerichtet hätten, ein durchsichtiger Trick. So viel wissen heutzutage die Solda-ten, daß die Regierung aus Man» ne-r-n der Mittelparteien besteht und ihr politischier In- stinkt say-t ihnen sehr richtig, daß ein deuischnationaler Redner, der aus die Mittelparteien schlägt, die jetzig« Regierung und die Republik meint. Auf alle Fälle steht fest, daß Herr Dr. Oberfohren seine politischen„ZlufklärungSabende" zu politi- scher Propaganda im Heere und den Berichtigungspara- graphem deS Preßgesetzes zur Verbreitung von Unwahr- hei t e ic mißbraucht hat. Oer Seemonnsstreik. (Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Hamburg, 29. September. In Brake haben die Hochiecfisiber beschlossen, sofort wieder in See zu gehen. In Nordenham wirs der Betrieb gleichfalls im vollen Umfange wieder auf« genommen. Eine ftanzösssche Bitte. Die französische Rxgierung ist an die deuliche Regierung mit der Bitte herangetreten, ibr für die von Deulschland auf Grund de« W a s f e n st r l l s» a n d s v e r« träges gelieferten Dampfpflüge Lehrpersonal zur Einarbeitung französischer Dampfpflugführer zur Verfügung zu stellen. Benötigt werden zunächst etwa 35 Mann, die in S o i s s o n S unter einem Verlreler der deutschen Wafienstillstandskommiision ge- schlössen arbeiten sollen. Für völlige Bewegungsfreiheit, gute Behandlung und Schutz gegen jegliche Belästigung hat die französische Regierung alle Ga- rannen übernommen. T a g c l o h n bei freier Wohnung und freier Verpfleauug 20 französische Frank gleich.heute etwa 60 Mark. Dauer der Bcr- Wendung mindestens zwei Monate. Eintritt sofort. Gesuche sind zu richten an die Waffenftillstandskommission, Abtl. IV, Berlin, Budapester Str. 14. Schlosses sich an alle Winde zerstreuen lassen. Also auf ganzer Linie Raub am allgemeinen deutschen Volksgut! Dir Tagung der Gocthegesellschaft, die gestern in'Weimar stattfand, stand im Zeichen des Reformkampfs. Für diesmal miß- lattg aber der Versuch, die aristokratisierte Leitung durch ein« andere zu ersetzen, durch welche die Gesellschaft besser mit der geistigen Kultur- Deutschlands in Zusammenhang gebracht werden würde. Der Vorschlag Heinrich Brauns, der Gerhart Hauptmann an die Spitze eines aus allen Zweigen von Kunst und Wissenschast gebildeten Vorstandes setzen wollte, wurde abgelehnt. Erreicht wurde nur die Erhöhung der Zahl der Vorstandsmitglieder auf fünfzehn Personen.� Dem � mutzte der bisherige, jetzt wieder gewählte Vorstand selbst zustimmen. Es bleibt also für diesmal noch dabei,'haß nicht die Generalversammlung, sondern der Bor- stand den Vorsitzenden der Gesellschaft wählt, und nach wie vor bleiben die Mitglieder, die nicht zur Generalversammlung nach Weimar reisen, von dem Recht ausgeschlossen, an den Beschlüssen dieser Tagung bestimmend mitzuwirlen. In diesem Punkte ist dringend ein« Temokrckisierung der Gesellschaft nötig. Mnsskalische Hauskomödie. Im stimmungsvollen Meistersaal läßt jetzt Erich Fischer seine meist heiter gerichteten einfachen Szenen mit ihren Arien und Weisen aus längst verschollenen Singspielen oder Opern erster klassischer Komponisten wieder aui» leben. Nichts da von dekorativen Tcheaterbehelfen. Auf dem Podium unveibrnit das einzige sinfonische Instrument: ein Flügel, etwa noch ein Tischckien nebst zwei, drei biedermcierschen Sitzgelegenheiten— und das Spiel hebt an. Man gerät gleich mit H a y d n s..Teebrett"- Musik in wohligen Kontakt, sehr glücklich bat Fischer eine schall- hafte Handlung und ein erst vor fünf Jahren aufgefundenes, bis- her unbekanntes Lied von Mozart gewoben und so in würdiger Art den Manen des unsterblichen Meisters gehuldigt. Derbe:, groteskkomüch im besten Sinne des Wortes, nimmt sich eine im Berliner Jargon gehalten« Dialogizene:„Roman in der Waschküche" aus. sind die Musik aus kontischen Opern des alten D i t t e r S vonDittersdorf erweist sich vollkommen lebensfähig, zum mindesten eberckmrtig der modernen Operette. Hier begegnet uns zudem in Kläre Jache als Waschfrau eine Komikerin von verblüffender Eharakterisierungskraft und Bcrwandlungssähigkeit. Sie hctt alles, was von Herzen lachen kann, für sich und heimst jubelnden Beifall ein. Der Raum war vollbesetzt. Und so wird eS Wohl bleiben, est. Ei« Eesetzentwurs für Archjtettcmlammer«. Das nächste.stiel de? setzt i« Hildesheim als„Deutsche Architettenschaft" umacstalieien bisherigen Bundcs deutscher Architekten ist die Vorlage eines GeseyenNvurfes für eine Architektcnkammmer aus Grund der neuen Reichsverfaltung. Die Kammer ist der.„Bauwett" zufolge als stwangsverband gedacht aus össenllich-rechtlicher Grundlage mir erheblichen Rechrcn und Pflichten sowohl gegenüber den Mitgliedern wie gegenüber der Oefsenllichkeit. Musik. In der G e d ä ch« n i s k i r ch e am stoo findet am 4. Ol- iober ein Aöendkonzcrt für Tenor und Violinsolo, Orgel, zwei Harfe« und großes Orchester statt. Miitvirkende Alfred Goltz< Tenor). Pf ritz Beinnann(Orgel), Nikolaus Lamdino»(Biollne) und das Llütbner- rchch«. Dirigent Carl iL ü siel. die Luüwigshafener Opfer. Note der deutschen Regierung. Bei den Unruhen in Ludwigshafen war, wie er- innerlich, in der Nacht vom 28. zum 29. August eine fran- zösische Vatrouille in das Hauptpostamt eingedrungen und hatte dort den Postverwalter See sowie den Briefträger Funck erschossen und einen weiteren Beamten, den Packmeister Groß, schwer verwundet. Die deutsche Regierung hat aus diesem Anlaß der französischen Regierung eine Note überreicht, in der sie der Erwartung Ausdruck gibt, daß frcmzösischerseits eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet worden ist und um Mitteilung der gegen die Schuldigen getroffenen Maßnahmen ersucht. Zugleich beantragt die deutsche Regierung, daß die beiden ihrer Ernährer beraubten Fa» milien eine angemesiene Entschädigung erhalten,' und daß der verwundete Beamte durch Ersatz der Kur- k o st e n schadlos gehalten wird. „Titnes� zur Schulöenchüllnng. „Time s" schreibt über die österreichischen Snthüllun- gen, wenn di« telegraphischcn Auszüge genau seien, so stehe man einer unerhörten Sache gegenüber. Graf Berchtold werde einer Tat angeklagt, die sich an„Schlechtigkeit und Infamie" nur mit Bis- marcks Ems er Telegramm vergleichen lasse. Wenn Gras Berchtold wirklich schuldig sei, so gebe es kein« Wort«, die den Grad seiner Schlechtigkeit schildern könnten. Die Berichte, die Graf Szögenyi nach Wien geschickt habe, gäben ein entscheidendes Bild von der Haltung und den Wünschen des Kaisers und seines Kanzlers. Das Blatt meint nicht, daß die Enthüllungen für Teutschland eine Entlastung bedeuteten. �rieüensüngebot Lenins an Englanü I Laut„Allgemeen Handelsblad" wird aus HelsingforS gemeldet, daß Lenin dem aus Moskau zurückgekehrchn Korrespondenten des „Manchester Guardian" Dr. Goode die Ausgabe anvertraut habe, der britischen Regierung. F r i e d c n s v o r sch l äg e zu über- bringen. Kvngreh der Sozialisten des Osten?.„Algenieen Handelsblad" meldet, dag die japanischen Sozialisten im Oktober einen Kongreß der Sozialisten des Ostens in �Schanghai ab- halten wollen. An die Sozialisten Sibiriens. Südchinas. Britisch- Indiens, Koreas und der Philippinen sind Einladungen zu dem Kongreß gesandt worden._ Znöustrie und Handel. / Börse. Die Börse eröffnete die neue Woche in sehr zuversichtlicher Stinimvng. Anregend wirkten der englische Eisenbahnerstreik. die Besserung der Valuta und die Aussicht aus eine höhere Divi- dende der Phönixgesellschast, als sie bisher geschätzt worden war. Slürmisch war das Geschäft wieder am Kolonialmarkt, auf dem Kaoko mit einer starten Steigerung bis aus 127 im Vorder- gründe standen. Auch. Deutsche Kolonialanteile Pomona und Ltaviwerte sehr fest. Petroleum Papiere stärker schwan- kend. Steaua �Romana nach anfänglich stärkeren Rückgängen, schließlich auf Sonnabandschlußkurs wielder erholt. Deutsche Pe- troleum etwas fester, Deutsche Erdöl schließlich 14 Proz. höher. Canada im Verlause 1» Proz. gebessert, dagegen Deutsch-Uebersee »m 11) Proz. schwächer. Von Montanwerten besonders ZZochumer. Luxemburger, Phönix und Rombacher anziehend und durchschnittlich 3 Proz. höher. Die übrigen Montanpapiere rund 1 Proz. gebessert. Schiffabrtwerts gleichfalls Höher unter Bevorzugung von Argo. Am Rüstungsmartt setzten Rheinmetall die Aniwärtsbewegung um 17 Proz. fort, auf angeblich gute Ge- scbästslage in den neuen Friedensabteilungen. Anilin- papiere stark steigend, namentlich Badische Anilin und Höchster Farben. Elektrische Worte bis zu 2 Proz. gebessert. Kriegsanleihe unverändert 77. Die älteren heimischen Anleihen lustlos. GroßSerün �e?r Luöenüorff, wie ick mir freue... f Krüppellied zum Leierkasten.) Bei La Bass6e und cm der Weichsc f focht ick for Ihren Ordensstern. Fn Dreck und Speck— ick tat es fern. Tafor hat heute mir der Deixel! Herr Ludendorff, wie ick mir freue. det ick jehört, et jeht Sie jut! Nütnüt!„Was man aus Liebe tut..." O alte Kameradentreue! Ick höre da die Zeitung schreiben, Von villen Millionen wat. Et is so schecn, wenn man was hat. Wat wird wohl für uns übrig bleiben? Herr Ludendorff, wie ick mir freue, det ick jehört, et jeht Sie jut! Nütnüt!„WaS man aus Liebe tut..." O alte Kamerodentreue! Wat, nischt! Et is die olle Leier. Ter eine hält die Knochen hin für'n andern seinen Kriegsgewinn. Der Blitz fahr in die Tante Maier... Herr Ludcndorff, wie ick mir freue, det ick jehört, et jeht Sie jut! Nütnüt!„WaS man aus Liebe tut.. O alte Kameradentreue! Paulchen. 1V4 Millionen Schmiergelder. Der Bewein gegen das BestechungSunwefen, Sitz Bmlin, schreibt uns: „Der aub'chcr'errcflende Fall de? Prokuristen HanS Plate der Reichöstelle für Gemüse und Olli ist bisher unrichtig beurteilt worden. Plate war bis Ende August IL18 Prokurist der ReilbSftelle. .Fit seinen Pflichten gehörte die Beanbeitung der riesigen Trans- poitversicherungen. Plate war Fachmann, weil er Agent der „A l l.i a n z" in Berlin war. Er vergab nunmehr biege- samten Transportversicherungen der Reichs- st e t l e an die„Allianz" und forderte dafür für sich persönlich„Provision". Die„Allianz" gewährte ibm 15 Proz. Dieser Satz wurde später auf die Hälfte ermäßigt. Plate erhielt im ganze» unbestritten von der„Allianz" IM Millionen Mark. Diese Gelder ssrid strafrechtlich Bestcchungsg«lder. Der Dach- per halt fällt unter ß 12 de? Wettbewerbsgesetzes/ der die Ange- ftelltenbestechung in erster Lini« mit Gefängnis bedroht. Die RstchSstelle tst keine Behörde, sondern ein. geschäftlicher Betrieb in Form einer<5. m. b. H. Plate ist Nicht obfektrv verfahren, sondern hat aus persönlicher Gewinnsucht di«„Allianz" bevorzugt. Er hat sich damit unlauter gegen die Wettbewerber der„Allianz" ver- halten.§ 12 will bekanntlich nicht den Prinzipal gegen die Be- stechung seiner Angestellten schützen, sondern in erster Linie den anständigen Kaufmann gegen seine mit Bestechungen arbeitenden Wettbewerber. Deswegen wird die Strafbarke.it des Plate nicht dadurch ausgeräumt, daß er, wie feststeht, die Genehmigung seines Vorgesetzten zur Annahme der Bestechungsgelder zu erlangen wußte. Diese Genehmigung durfte nicht erteilt werden. Sie ist rechts- widrig erfolgt. Plate wurde als Prokurist der Reichsstelle ü-berdieS auf die Bundesrar sverordnung vom 3. Mai 1917 durch Handschlag ver- pflichtet. Dies kommt einer Vereidigung gleich. Die Berordnung gilt für Angestellte von Kriegsorganisatidnen. welche nicht Beamte sind. Sie bedroht�solche- Angestellte mit Gefängnisstrafe, welche für eine zu ihren Obliegenheiten gehörende Handlung Borteile an- nehmen. Diese Strafbestimmung kann natürlich nicht durch irgend- eine Genehmigung eines Vorgesetzten äußer Kraft gesetzt werden. Die dem Plate zugeflossenen Vorteile gebührten der Reichsstelle. Da di� Kriegsorganisationen zur Ausübung staatlicher Funktionen errichtet sind, so ist tatsächlich der Staat um VA Millionen Mark geschädigt. Auch der betreffende Direktor der„Allianz" hat' sich straflar gemacht. Er wußte, daß Plate Prokurist der R-eichssielle war und als solcher die Versicherungen zu vergeben hatte. Der Direktor mußte ohne weiteres erkennen, daß die dem Plate evdeflt« Geneh- migung rechtswidrig war. Er mußte sich auch unbedingt sagen, daß Plate durch die riesigen Schmiergelder zu einer unlauteren De- vorzugung der„Allianz" gegenüber anderen Versicherungsgesell- schaftcn bestimmt wurde. � Der Verein gegen da? Bestechung? Unwesen wird gegen beide Personen Strafantrag wogen Bestechung stellen." Ter Kampf gegen die Wohnungsnot. In einem ArtikÄ:„Wird so die Wohmtirgsnot behoben?" in der Nr. 486 vom 12. September hatten wir mehrere Mißstände aus dem Gebiete des BauwensenS kritisiert und unter ander am auch die Fortführung des Baues des Asiatischen Museums in Dahlem. Dazu eühalten wir jetzt vom Ministerium für Volks- Wohlfahrt die Miiteilumg,� daß die Fortführung dieses Baues duxch den Oberpräsidenten der Provinz Bran'dcnburg am 10. September verboten worden ift. Zugelassen tst lediglich die Ausführung einiger zum Schutze der bereits vorhandenen. Bau- teile des Zkeubaus notwendigen Arbeit«». Die auf der OauIteNe lagernden Materialien sollen zugunsten«ner benachbarten Sied- lung enteignet werden.' Die Ueberfüllung der Liingenheilstätten, ans die wir kürzlich hinwiesen, wird durch weitere Zuichritten an uns beleuchte«. Der wahrscheinlich längsten Warle, eit kann ein Lungenkranker sich „rühmen", der schon seitJanuar wartet. Am 26. Sep» tember sollte, wie eine ihm zugegangene Borladung versprach, end- lich die Schlußuntersuchung stattfinden. Aber im letzten Augenblick kam noch ein neues Schreiben mit der Nachricht, der Termin sei wieder aufgehoben, weiteren Bescheid solle er abwarten. Der Kranke ist neugierig, ob man ihn noch vor Jahresschluß mit der Aufnahme in eine Heilstätte beglücken wird. Wie sehr durch solche Verzögerungen der Erfolg de« HeüstättenaufeuthaltS beeinträchtigt und die Möglichkeit der Heilung verringert wird, davon könnten die Aerzte erzählen. Radrennen im Olympiapark„KoldeneS Rad von Berlin*, Dauer- rennen üb« eine Stunde: 1. Saldow 71,930 Kilometer, 2. Krupkat 70,520 Kilometer, z. Rettelbeck 70,460 Kilomeier, 4. Bauer 68,160 Kilo- man.— Fünsertampf für Flieger, Gesamtklafiement: 1. Ostermev« 10, 2. Abraham und Arend je 11, 4. Schräge IZ, 5. Stabe 15 Punkte.— Preis von Carlshöf, 20 Kilomet«: 1. Saldow 10 MW. ZI Sek., 2. Krup- ka« 70. Z. Nettelbcek 210. 4. Pawke 1160, 5. Bau« 1250 Meter zurück.— Colibri-Preis, 160V Meter: 1. Günther 2 Mn. 24 Sek., 2. W. Sawall, 3. Schulz, 4. Petri, 5. Schöllner.— Borgabefahren, 1200 Meter: 1. 23. Sawall(10) 1 Min. 31 Sek.. 2. Günther(20) und Kudela(0), 4. Schulz(80 Meter Vorgabe). Wannsee. In der Gcnmndevertreterfitzitng wurden die beiden neugewählten Schöffen Rentier Witt(Soz.) und Dr. Brasch sbürgerl.) erngeführl. Die erste Frau im Wannicer Gemeinde- Parlament, Genoisin Liebenow, wurde vom Bürgermeister Dr. Haase besonders herzlich begrüßt. Zur Verhandlung standen An- träge der Kriegsbeichädigten auf Zahlung einer einmaligen Beihilfe an Hinterbliebene und Schulgeldbefreiung, welche der Eiatkommiffion überwiesen wurden. Für orthopädischen Turnunterricht in den Schulen wurden die Mittel bewilligt. Gewählt wurde noch eine Schuldeputation, welcher 3 Parteigenossen angehören. Potsdam bleibt Rsftdvnzstadt. lieber das Ergebnis per Wahl der unbesvldeton Stadträte haben wir beoeirs bericktot. Eine lange Debatte brachtte noch eine Anfrage eines Siladtverond rieten über �>ie Kohl-mV?r sorgung Potsdams, welche gegen die anderen Orte in der Provinz Brairdenbiing bedenitend schiachter sei. Das von einem Magistratsvertreter vorgelegte Zahlenmaterial ergab, daß die Belieferung des Hausbrandes durch sie Zentratlbsizirngen benachteMgt wird, die bisher voll beliefert wurden. Hierin soll aber nach Möglichkeit eine Asiiderimg eintreten.. Mit Holz hat sich die Stadt ffill eingedeckt, so daß in dieser Bezrehimg wenig zu befürchten ist. An Minderbemittelt« soll das Holz außerdem zu einem ermäßigten Preise abgegeben werden.— Me iuumg sver schi e- denheir bestand bei der Durchberatunz der neuen Geschäftsordnung neben einigen anderen Punkten über die Ueberfchrist, welche da? Wort„Residenzstadt" enthält. Trotz aller Hinweise von sozial- demokratischer Seite auf die neue Zert waren dierechtsstehen» den Parteien einschließlich der Demokraten da- rin einig, daß Potsdam diesen Ehrentitel weiter beibehalten muß und wurde demgemäß beschlossen. Groh-Berliner Lebensmittel. gharlottenvurg. Keschäfisshmven ver Brotkommissionen wegen Kohlentnappheit vom 15. Oktober bis 31. Marz täglich 9—3 Uhr. an Sonn. abotUien vor der Haupwerieikm« d« Karten nur'von Hv— 12 Uhr. Hennigsdorf. Mittwoch, 1. Oktober, im Kimm« 12 des Rathaus«» Bezugsschein für Kartoffeln. Bezug vom Erzeug«. Verforgungsperiod« vom 27. Oktober bis 17. Juli. Groß-öerlmer parteinachrichtea. gharlottenburg. Da» Parteisekretartat befindet sich Roünenftr. 4, vorn l, im BolkshauS. Geöffnet Dienstag», Donn«Stagz, So.mabendS von 5—7 Uhr. Jnristifche Sprechstunde jeden Sonnabend von 5—6 Uhr wl Sekretariat. Ovaschönewctde. Morgen. 7V> Uhr. im„Verewshaus zur Post* Mitgliederversammlung. UM« andern Vortrag üb« das Betriebsrats gefei. W«beimSschust für Post und Telegraphie. Morgen 7ft Uhr w d« Aula der Gemeinveschule, Tempclhof« Str. 2 III, große Versammtuiig für die Beanttinncn der Post- und Telegraphenverwatrung, wozu auch Lehrerinnen und Gemeindebcamtinnen freundlichst emgrladen find. Tages- ordmmg: Die Forderungen d« Beamtinnen und die neue Zeit. Re- f«enlin: Frau Adele Schreiber. v Für die Beamten und«ngcstcllten des Postamt» W. 9 morgen 8 Uhr im Dessau« Garten, Dessau« Str. 1, Bctriebsveksitmmlung. Tagesord- iinng: Rälcsystem und Beamtenschaft. Res««,»: Ob.-Tel.-Ass. Grone- e s> f reü Anssvrawe. Potsdam. WahlvoreinSverfammlung Mttwoch abend 8 Uhr bei Beck« m der Lindenstr. 20. Vortrag. s � Vortrage, Vereine und Versammlungen« Neukölln, jentralstcll» für Einigung der Sozial- d e m o k r a t i e. Morgen, pünkflich szg Uhr, Auberordentlich« Mit- gliedcrversauimlung in Wolfis GesellschaftZhauS. Kirchhof., Eck« Wipp«- stratze. Tagesordnung: i. Stellungnahme zum EmigungSprogramm und Organisationsstatut. 2. Di« autzerordemltcha©enaotoersaemtinng. S. Delegiertenwahl. Steno graphend erem Swlze-Schrcd zu D«lin, Nordvesirl. Hebungen jeden Dienstag von Uhr m der 1A0. Gemeindeschule, Garten» jtraße l07o. Anmeldungen daselost. Güste wUllommen. RcichSbund d« Invaliden usw. Orisgruppc Olroß Berlin. Oesscnt- liche Versammlungen all« Unfall-, Arbeits-, AlterSinvaliden- und Armen- rentenbezieher, 1. Oktober, abends 6 Ubr, tn der Schulaula Cöpenicku Straße 125; 2. Oktober, abends 6 Uhr, in d« Schulanla Gräscstr. 85/88; 3. Okwber, abends 6 Uhr, in der Schulaula Skalitzer Str. 55/56; Re- ferent: LeidenSgenoffe Hugo Subke. Thema: Das Elend d« Invaliden. — Der Beisammlungen halber fallen die Sprechstunden in det Geschäftsstelle am Mittwoch und Freilag auS. GewerkschoflsbeMM� ver MetallarbeiteLstreik. Em« Korrespondenz meldet: Wie zu erwarten war. hat am heutigen Montag der Streik der Metallarbeiter durch die Still- legung größerer Firmen eine weitere Ausdehnung«sichren. Di« Filnfzebnerkomlnissron, die es in der Hand hatte, den Ausstand der Heizer, durch den die Großbetriebe stillgelegt und die gesamte Be- legschaft arbeitslos gemacht wird, zu beenden, hat dies nicht getan. sondern bereits gestern den Maschinisten der Firma Borsig die Genehmigung erteilt, in den Streik zn treten._ Qtnte morgen wurde der Direktion der Vorsig�Werle in Tegel mitgeteilt, daß die Heizer jede weitere Tätigkeit einstellen. Den Arbeitern wurde dieser Beschluß übermittelt und die Direktion gab bekannt, daß unter diesen Umständen eine Weiterarbeit im Werk immöglich sei. ynsolgedeffen waren di« b000 bis 6000 Arbeiter ge- zwungen, das Werk zu verlassen. � Der Streik bei Borsig dürste des- halb vou größerer Bedeutung werden, weil nun die größte Loko- motivfabrik Berlins stillgelegt worden und weder Reparaturen noch angefangene Neubauten vollendet werden können. Gerade vor wem- gen Tagen war es der Eisenbahnverwaltung gelungen, so beträcht- liche Mengen von Kupfer auszutreiben, daß jetzt mit größter Be- schleunigung der Umbau der betriebSunsähigen Maschinen, die noch eiserne Feuerbuchsen besitzen, vorgenommen werden sollte. Durch diefen Umbau würde der Reparaturstand der Maschinen bedeuten t- gesenkt werden. Der Streik der Heizer bei den Borsig-Werken legt auch die dortigen Wasserwerke und die Feuerwehr lahm, so daß bei einem Brach kaum Hilf« möglich sein würde. Wie wir hören, hat die Leitung der Werke sich deshalb an die Fünfzehn-rlommisfion ge- wandt, um zu erzielen, daß wenigstens die NotstandSarbeiten weiter- geführt werden.— Es ist nicht zu verkennen, daß die Methoden der Streikenden, je länger der Ausstach dauert, auch entsprechend rigo- ros«r werden. Bei der Firma Karl Flohr, wo feit Sonnaibend nicht mehr gearbeitet wird, haben heute auch die Pserdepfleger die Wartung der ihnen anvertraute» Tiere verweigert. GS ist zu hoffen, daß'die Streikleitung hier eingreifen wird. Schlußtagung der Saftwlrtsgehttfen. Hannover, den W. September. Fünfter BerhandliingStas. von einer Diskussion über das Referat betr. die weitere Ge- staltung der Lohn- und ArdeitSverhSttniss« wird in Anbetracht der vorgerückten Zeit Abnand genommen. Bon Ströhlinger-Berlin wurden folgende Zusatz- resolutionen begründet: „Der S. Verbandstag de» Verbände» der GastwirtSgehilsin hält eS für unbedingt noiwendig, daß in dem in Aussicht stehen- den neuen Arbeilerrecht eine Bestimmung aufgenommen wird, wonqck, allen Vollarbeitern, Arbeiterinnen und Angestellten mindestens der durch die zuständigen Behörden festgesetzte ortsüdliche Tagelohn vom Unternehmer bezahlt werden muß, wobei Trinkgelder und ähnliche von dritter Seite geleistete freiwillige Zuwendinigen nickt in Anreckming gebracht werden dürfen. Abgaben außer den gesetztichen B-rsicherungsbeiträgen dürfen vom Arbeitgeber nicht erhoben werden."...... „Der v. Verbandstag des„Verbandes der Gasiwirtsgehilsen empfiehlt die Veibindlickmackung der tariflichen Vereinbarungen in der Regel nur dann anzustreben, wenn die feste Enilohnung. die acklstündige Arbeitszeit und günstige allgemeine Bestimmungen vereinbart find." In Anbetracht des Umstände«, daß die Unternebmer gegen die Festlegung des Sckistundenlages für da« Gastwirtsgewerbe Sturm laufen, begründet Poetzsch-Berlin folgende Resolution: Der Achtstundentag ist durch Verordnung eingeführt und soll durch Gesetzgebung festgelegt werden. Er hat auch für daS Gast- wirtSgewerbe Geltung. In den meisten der seit Bestehen der Verordnung verein« barten Tarife ist ein Uebereinlommen dahingehend getroffen worden, daß die achtstündige Arbeitszeit von Pausen bi» zu zwei Stunden unterbrochen, dadurch auf zehn Stunden verlängert werden darf. Die gastwlrtsckchftliche» Unternehmer verlangen nun in Em- gaben an die Reicksbehörden und die gesetzgebenden Körperschaften darüber hinaus weitere Verschlechterungen� der kommenden gesetz» lichen Regelung durch Einschiebung noch längerer Pause«. Alle Vorteile und Wohtlaten, die durch Herabsetzung der Ar« beitszeit der arbeitenden Bevölkerung zugute kommen sollen, würden damit für die gastwirlschastlichen Arbeiter und Angestellten gänzlich wieder aufgehoben werden. Im Interesse der Gesundheit, eines geordneten Familien« leben», zur Hebung des ganzen Gewerbes und der darin befchäf- tigten Personen in wirtschakilicher, sozialer und sittlicher Bezie« ziebung ist es notwendig, daß auch für das GastwirtSgewerbe der Achtstundentag volle Gesetzeskraft erlangt. Der Verbandstag des Verbandes der Gastw!rtsgehilfen be« auftragt die Hauvwerwaltung, alle geeigneten Schiine zu tun, die von den Unternehmern geforderte Berichlechterung der kommenden Gesetzgebung abzuwenden und für strikte Durch- fübrung deS achtstündigen Arbeitstage« Sorge zu tragen. Sämtliche Resolutionen zum Punlt»Lohn« und ArbeitSverhält- nisie' werden einstimmig angenommea. DaS zum Punkt: Dir LehrlingSkrage vorgesehene Referat T b o m o S- Hannover wftd auf Antrag schriftlich erstattet. Die dazu aufgestellten Richtlinien werden mu geringfügigen Lenderungen, denen der Referent zusrnnmt, an« genommen. Es folgt die Beratung verschiedener Anträge, welche messt spezielle Berufssragen, wie Arbeitsvermittlung, AröeilSUeidung sowie verwattungStechnische Verbandsangelegenbenen betreffen, mit Aus- nähme der Frage ver Maifeier. Dazu wurde b-ichtossen, dieselbe im Einvernehmen mit den örtlichen GewerkschaflSkartellen zu veranstalten. Der Bericht der Anstellungskommission wird erstattet von Hegewald» Berlin, Darauf wird eine Erklärung Riem a nn und Kenoffe» ver» lesen, worin erklärt lpirtz, daß die Opposition nnr deswegen gegen die Perlrauen-ckundgebang für die Hauptverwaltung gestimmt habe weil i» dieirr Skefointion die Oppostlion als Partei« und Tewetk» schnftSzeriplitterer bezeichne« wurde. Der 1. Vorsiyeirde Zeisk» und Hauvikassierer Ströb- linger werden wiedergewähst; elfterer mit 7«, letzicrer mit 74 von 31 abgegebenen Stimmen.— Neuzewählt werden al» 2. Bor- fitzender N i e m a n»- VerNn. als Redakteur S a l l e» Dortmimd und als Sekrelär M ll n cki» Berlin; als Selieiär für den Sützen« dienst ferner Saar» Berlin. Der TaflunczSort deS nächsten Ber- bandsiaqeS wirf» der Hauptverwallung, dem Ausschuß und dem Beirat überlassen._ Ter Konflikt im Berliner Zeitung�zewerbe. Die Beiiramnisleulc der kaulinännucheu Ai gcslcllien im Groß- Berliner fleiinngS�ewelbe nahmen in einer Eiyiipa�zur f�raae der Durchsüdiung ihrer Forderungen endaülüg Sicllung. Die Ber» liner ZeiiungSlönige halten out das Illiimailim bis �um LS Erp« teinbcr nicht aeanlivvriel. In, wichen mögen sie wohl von der Eiilschlossenheit der Angestellten den Lohnkampf durchpifübren, etwas vernommen haben und sie beetUcn sich nunmehr, ihre Be« reilwilligleit zu Verhandlungen am he» l igen Montag zu er« klären. Sie knüpften jedoch daran die Bedingung, daß auch die gelben Arbeilnehmer-Organiialionen an diesen Verhandlungen teilnehmen müssen. Die Vertrauensmänner« Versammlung beschloß gegen zwei Stimmen diese Bedingung strikte abliilebnen. Außerdem erhielten die BerbaiidSleilungen den Auftrag, unter aflen Umständen an den GehaltSforderungen, die durch die Verbällnisie schon längst wieder überholt seien, und an dem Mitbestimmungsrecht festzuhalten. Kommt»in Ergebnis in dieser Michtung bi» D i e n« t a g, den 80. September. nicht zustande, iritl der Streik im Wroß- Berliner ZeitungSgewerbe am 1. Oktober ein. Die Verireter der Buchdrucker und des Handels- und TranS« portarbeiter-Vcrbande« haben die tatkräftige Unterstützung ihrer Verbände zugesagt. Ter Bund der technischen Anzeflcklten und Beamte« hatte zum 27. u»d'28. Gept. seinen VundeSanS'chuß nach Berlsirzu einer Tagung einberufen. Aus den Berichin, ging hervor, daß die neue seit Juni bestehende EmheilSoraaniialion der deulichcn Tech- niler sich in steligem Auii'chwung besindet: sie zählt jetzt 1011 000 Mitglieder. Der Bundeiveili eine gemeiniame Sitzung, um zum Tarii Stellung z» nedmen. Der Verband balle im Mai mit den Arbeitgebern in, Fii'eiirgewerbe einen koiporaiiven Tarifvertrag abge'cblosien. worin der Gehilfeliverein 64 al» Arbeilnehmerlonlrahent nicbl entballen ist/ Das gatz der leylepem böies Blut gegenüber dem Verband. Die im Januar gefühlten Einigungsverhandlitngen scheiterten auf beiden Seilen. Da indessen den gegebenen Berufsverhällnissen Rechnung gelragen werden muß. kam man jetzt zu der vernünftigen Auffassung, ein Kariell zur wirtschaitlichcn Jnleressenvertrelung zu bilden, um«egeiiüber den Arbeitgebern al» geschloi'eneS Ganzes auflcelen zu können. Die veitreler der Gehilfen erklärten, zur ge- gebenen Zeit auf der ganzen Linie im Reiche eine norwendige Ver- schmelzung vorzunehmen diese sei aber jetzt noch nicht spruchieif. Die Fuliktionäre der beiden Organisationen woüen bei ihren Mit- gliedern iür Bildung eine« Kariell« emtreten. dessen erste Sitzung dann am 6. Ollober Zimmerstratze 80 stailstnden soll. Ter Deutsche Landarbeiterverband beruft seine 2. Generalversammlung für die zweite Hälfte de» Monat« Februar 1020 nach Berlin ein. Der Mitgliederstand dieser jungen Organisation in der deutschen Gewerkschaftsbewegung beträgt bereits 4SV000. dos Organ.Der Landarbeiter- wird in einer Auslage von övv 000 verbreitet._ „Ter freie Augestellte". So heißt da» Organ de« auk dem Zentralverband der Hand- lungSgehilien und dem Verband der Bureouangriiellien zu einer FreiheitSorpani'ation Msammengefaßlen Zentral verbände» d e r A n g e st e l l t« n. E» ist bereits als erste llkummer erschienen und enthält«ine Anzahl guter Artikel auS der Feder der Organisa- ttvnSsührer. Deutscher Drrmsvortarbeitervcrdand. Blanche Hvlzlndufirie. Am DicnStag, den SO. Sept, nachm. ö Ubr: veriammliinz aller in der GalMeistenbirinche heschästlgten Packer, Lagerarbeiter usw. bei Hedmann- Engeluier 1». Berantw. wr den redaktion. Teil: Alsre» Ech-l,. Neukölln! sUr«nzcim n: rbeodoi Stocke, Berlin Berla«: Vorwärto-Beela,, S. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärt»- Buckidruckerei und Berlaa»anltalt Paul Eiaaer u. To. in Berlin. Cindcnftr.#. BOX-KÄMPFE ZIRKUSBUSCH lecisn Dienstag u. Prellag 8 Uhr. Hur erst�Sssaige Kämpf«. Gros««« Orchosiorl Leitung Kapellmelstor Franc Majewskl. i Alles KShere In den Tagesseltungen I» Karbidlatnpen zu Fabrikpreisen— neue Muster soeben wieder eingetroflen I Bitte besuchen die uns oder verlangen Sie Preisliste gratis und Irankol Karbid ntets am Eiaper! 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