|lr. 500. ZO.Iahrg. lvezngSprrt» t StertcftZArL 9.— Mt. monati A,— Ät frei ws öau». voran, zahlbar. Pvft» vezug- Monatlich MI. esH. Ru» fttSungsgrbllhr Untn Stnuzbaub füi Deutichland unb Oefttrtrld)• Unaatn S�5 Mt fih Da» ubnR««uelan» 10 25 Mk.. bei togitch einmal. RufteOung S.2ä ML Polibeltellungea nehmen an Bänemorf, Holland inuemburg. Schweben u. Die Schweiz. Eingetragen in die Poft-Reitunga-Preislifte. Ber..Pvrwän,' mtt bei Sonntag» . deilage»Boll n. geil" erscheint Wochen- lügiich zweimal. Sonntag» etnmaL AbendAnsgabe. m» Telegramm-Abreffe: .Sogialbemottal BecOa*. Nerlinev Volksblstt. Slnzeigenvrel» r vt» achtgelpaltene NonoareillezeNe löstet lLV ML ,«!«iao Anzeigen-, da» teltgebnickte Wort#0 PIg.(zulässig * tettgebrnitte Worte). lebe, weitere Wort W Pfg. Stellengesuche und Lchlasstellenanzetgen bae erste Wort A> Lsg. lebe» weitere Wort SO Pfg. Worte llber lb Buchstaben zählen sitr zwei Worte. Teuertingozuschiag Familien• Anzeigen, politische unb gewerkschaftliche Berein,- Anzeige« ILO ML bte Reite Anzeige« fllr die nächste Nummer müssen bis» vhei nachmittags NN Hauptgeschäft. Berlin Sffl 68, Linbensrrabe 3, abgegeben werbe». Geöffnet von 9 Uhr früh bis i Uhr nbenbs. Zcntralorgan der fozialdcmokrati feben Parte» Deutfchlands. Ncüaktion und Expedition: EW. SS, Linöenstr. Z. aernfpreeiiert Am» tZNorivPlirtz. Nr. I.»lv0— ISA»?. vorwärts-verlag G.m. b. h., EW. HS, Linöenstr. Z. Fernsprecher: Amt Mortnplatz. Nr.»17 J,?— 54. Prügel um Ziume. Sturmfzenen in öer italienischen Kammer. Die Lcidenschaftlichleit. mit der in der italienischen Kammer nm F, u m r gerungen wurde, hat eine beispiellasc Höhe erreicht. ES handelte sich darum, daß die Kammer der Regierung salgende BertrauenSkundgebung abgeben sollte: „Tic Kammer bestätint neuerdings die I t a I i e n i t ä t von F i u m e und geht im V c r t r a u c n auf das Werk der Regierung zur Tagesordnung über." Leidenschaftlich sprach Tu rat i dag.'gen. Die Annexion von Finme werde den Krieg bedeuten, den Krieg mit Jugosl avenundAngelsachsen. ES liegt überhaupt keine Notwelidigkeit vor, den Bersaillcr Friedensvertrag so schnell zu er- örtern, da er ja dorerst nur vom rnglischen Parlamente«natnommen wordea sei. Die Entscheidung über die höchst« Lebensfrage der Natiea müsse der«enrn Kamme« übertrage« werden, vt» zeichnend ist, daß dar Nelormsozialist Marchesani sortiert«, daß die Kammer die Bnnexion von Finme uaeingrschrSnkt gut. heißen solle, Der englische �ifenbahnerftreik. Der Londoner„Daily Herald"«tflSrt, dag man glaubt, daß die Aerwendiing von Militiir zu einem Ausstände der TranS» port« und Grubenarbeiter führen könne. ES streiken bereits jetzt 8V vl)0 Mann. Fast alle Fabriten mußten schließen. Tie NahrnngS mittelrationen find heule überall h eradgcsetzt worden. Mau ist tatsächlich wieder zu den Kric-lZratione» zurückgekehrt. Lnut Meldung dcS Amsterdamer„Telrgraaf" ist der H y d e- park in London, der als Depot für Mstorlastwagen benutzt wird, jetzt für das Publikum uollstäodig geschlossen. Die Häfen von E a r d i f f, S w a n s e a und N e w p o r t find blockiert. In ?ork ist per«crkehr vollständig lahmgelegt. Der in England vorhandcne LebenSmittelvorrckt«ich« für etwa 1 4 Tage. Ter transettlantische Dienst eingestellt. Räch einer Meldung aus Washington gibt da? Londoner TchiffllhrtSamt bekannt, baß alle Berfchiffungen von de« Bereinig- «en Staaten nach England wegen drs Streik» eingestellt sind. Tie englische Mcgicrung fordert die Unterstützung des Publikums. Aus London wird gemeldet: Die Regierung verösfent- licht eine Kundgebung, in der das Publikum aufgefordert wird, bei der Niederkämpf ung des Streiks Hilfe zu leisten, indem an Kohlen und NahrungL- Mitteln gespart und Post. Telegraph und Telephon so wenig wie möglich in Anspruch genommen wird. Die Regierung fordert weiter Freiwillige für die Bedienung der Last- kraftNlagen au. ferner wurden ausgedehnte Bestimmungen lür die Aufrechterbaltung der Lieferung, Beförderung und Berteilung von Milch fleisch und anderen NahrungS» Mitteln erlassen. Im allgemeinen hat sich die. Lage wenig verändert. Tie Posidampfer nach Dieppe sind nicht abaefabren. Der s�ug von London nach Piolkestone ist zu» gewöbnlichen abgefahren. Sehr wenige der Vorortzüge konnten richtig abgelassen werden. Von London nach Edin> bürg sind insgewmt drei Züge abgegangen, die aber chren Bestimmungsort noch nickt erreicht haben. Besonders in Südwalcs bat der Streik, eine sehr ernste Lage her- vorgerufen. Wahrscheinlich toerden sämtliche Kohlen- bergwerke geschlos,en werden müssen. Die Kadel- fabrifen in Si'.dwoleS sind bereits stillgelegt. Der-Aeemannsstreik zufammenpebrochen. Ter Streik der SeemannSbündler kann al» vollständig verfehlt und zusammengebroclien angesehen werden. Der ausgebende Schiffsverkehr ist, abgesehen von ganz geringen Ausnahmen, kaum gefährdet worden, da die Mannickpften größtenteils an Bord blieben. In der Voraäissicht ihrer Niederlage hatte die Streikle'wng der SeemannSbündler auch am Sonnabend die zur Rückbeförderung unserer Ge- f a n g e n e n von England bestimmten Dampfer freigegeben, allerdings erst, nachdem diese bereits mit andern Mannschaften in See gegangen waren. Auch in den Kreisen der Fisch- dampfermannschaften behalten die besonnenen Element« immer mebr die Oberhand. Nachdem bereits von Hamburg und Kurbaven auS Fischdampfer in See gegangen sind, sind nunmebr auch von A l t o n o Dampfer ausgelaufen. In A'wnaer Reederkreiien bestcht die Hoffnung, dasi gerade wie in Geestemünde wo'�n diesen Tagen 16 Fiichdampfer den Hufen verliehen ichon heute weitere Dampfer zum Fang ausfahren können, da sich arbeitswillige Fischer ge- niiaend melden. Die Fahrten von Hamburg nach Island sind wieder aufgenommen. Dl« Verteidigung der VertrauenSerNSrung übernahm der frühere Minislerpräfident Orlando, der so geschickt an die patriotischen Gefühle der Abgrordnetarn appellierte, daß sich selbst G i» I i t t i veranlaßt fühlte, ihm zu gratuliere«. So gewann da» Vertrauensvotum eine Mehrheit von 60 Stimmen, wenn auch von einer Einmütigkeit der Kammer ganz und gar keine R«dc sein kann. Die Gegensätze erzeugten vielmehr zuletzt ein» der- artige Hochspannung, daß eine allgemein« Prügelei ent- stand, an der mindestens ein halbes Hundert Abgeordnete beteiligt war. Bielen wurden die Kleider vom Leibe gerissen. Am Abend fanden in Rrm große sozialdemokratische D r m» n- st r a t i o n e n gegen das Abenteuer von Fiunw statt. Unter dem Rufe„Nieder mit dem Krieg!" durchzöge« die Massen, Ab- geordnete und Parteiführer an der Spitz«, dir Straßen der Stadt. „A v a n t i" schreibt dazu, daß daö römische Lok? endlich wieder Herr der Straße sei»nd seine Macht für dir Unschädlich- mnchung der Nationalisten und der Militärklieiu« rücksichtslos b e n ü tz e n werde. Lanöwirtschastsminifter öraun gegen Sie Junker- In der Preußischen LamdeSversa!NNtlu,ng erklärte am Dienstag nach lScantwortiing kleiner Nnfra/gen in per fortgesetzten Vera- tteng dc? tzaushaltplnns des Finanzminifteriums LeuHwirtjchaftsmiatster Braun: Die Verordnung betr. die Sicherstellung landwirtschaftlicher Arbeite« vom 2. Semember d- I. hat in den Kreisen landwirtschast- licher Arbeitgeber starken Widerspruch ausgelöst, der sich rn der Presse bis zu persönlichen Verungliinpsungen msiner Person � steigert hat. Letzveve berühren mich nicht. Die Berord- nung ist eine Notverordnung., gehören aus der Not der Zeit. Von dem Ertrag dar Ernte unld fhoer Bevgllng hing e- rch. ob die VolsZernäürung gesichert und die Nvhängi.gke.it vom AuSkaidde gemildert würde. Die Einbringung der so verhältnismäßig glänzend ausgefallenen Ernte war nwtne grösi!« Sorge. Tie Ernte schien gefährdet nniie.r an- derrm auch durch das allgemeine Streikfieper. das unseren Volkskörp«r durchschüttelt. Tan? dar Grtiisichl der iiber- wdegrnwn MehrMchl dar Arbeit«hcr und Acheitnehiner ist es bis- her gelungen, diese Gefahr zu bannen und nnS vor einem allgemeinen Ernteftreil zu bewahren. Nicht zum wenigsten dadurch, daß ich bestrebt war, die berechtigten For- dernnge» der Arbeiter zur Geltung zu bring««, und zwar in der Form»an Tarifverträgen. Sie werden«an noch bekämpft einerseits Varl l o m m n n i st i s ch- n n ab hä ng i g e u Kret- sen. zum anderen von eiiwr kleine« Gruppe vommrrscher Gr»ßgru»bbesttzer unter Führung de» Herrn v. Hertzberg. Lottin. An dem Starrsinn dieser Herren scheiterte da? Zustandekommen eines TorifvertrngeS für dir Kreise Belgard und Neustettin ig Pommern. Die Arbeiter sahen sich also dort zum Streik gezwungen. Der Eigen- sinn dieser kleinen Arbeitgebergruppr mußte gebrochen werden, um die Ernte in diesen Kreisen nickt dem Verderben preiszugeben. Nach oeislicher Usberlegung habe ich dann unter Mitwirkung de» Reichs- arbeitsministeriums und des pmistischen Handelsministeriums die ««rordnung erlassen und sofort in Kraft gesetzt. Der angestrebte Erfolg t r a t e i n. ES ist nun gerügt worden, daß die Verordnung Zwangsmaßnahmen nur«inseitig gegen die Arbeltgeber vorsehe. DaS war notwendig weil ihr ja die Arbeitgeber da? alleinige Hindernis gegen die Einbringung der Ernte bildeten. Die Rechts- beständtgkeit der Verordnung ist zu Unrecht bestritten worden. Berücksichtigt man dst Zweckbestimmung der DemobilmachnngSver- vrdnunaen, dann hält die angeariffene Verordnung jeder j n r i st i, f ch e N Prüfung stand. Ich bedauere, daß die Verordnung in den landwirtschaftlichen Kreisen eine so aroste Beunruhigung hervor- gerufen bat, zum größten Teil wohl künstlich. AuS Partei- v o l i t i s ck e n Gründen und persönlichem Hast gegen mich ist sie noch geschürt worden. Bei voller Kenntnis der Vorkommnisse werden diese Protest« von ihren Absendern nunmehr alS� u n b e- gründet angesehen werden. Die Proteste der Bauern- vereine sind mir ganz unverständltch. denn di« selbst wirtschaftenden Bauern werden von der Verordnung überhauvt nicht be» rühr t. Die Verordnung ist aneb nur ein? AuSnahineverordaung unv wird aufgehoben werden, sobald die Gefahr für unsere Ernte nicht mehr besteht, solange sie aber besteht, wird sie im Hin» blick ans die noch ausstehende wichtige Hackfrnchternie ubernll dort zur Anwendung kommen und mit»llen gebotene» MochtmUteln durchgeführt werden, wo N n v e r st a n d. Starrsinn und E i g r n n n tz das Gemrinwohl gefährden.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemo- kroten.)___ Volksabstimmung gegen �rbeltszeitgejetz. (Drahtnachricht unseres Schweiler Korrespondenten.) Dnä Z ff r i ch e r P o l k bot in rner Abstiminung am Sonntaz den Kredit V zur Bekiinipsnng von WohnnugSnot und Arbeitslosigkeit angenommen, dagegen das kantonale ArbeitSzritgesetz verworfe«. Das Tirpitz-öuch. D schweigsam« Angeklagte und redselige. Die Männer, denen daS alte Deutschland seinen Untergang der- dankt, find alle redselig. Sie haben einen Berg von Er- innerungSschriften auf den deutschen Büchermarkt geworfen, und jede einzelne von ihnen weist haarscharf nach, daß i h n an der Katastrophe nicht daS mindeste Verschulden treffe. Je nach Temperament und Charakter sucht man die'Schuld. offen oder versteckt, auf andere abzuwälzen, auf die lieben Nächsten, mit denen man sich solange in den Glanz der kaiser- lichen Gnadensonne geteilt und mit denen man im Falle des Sieges ebenso eifersüchtig um den Ruhmesanteil gestritten haben würde, wie man jetzt bemüht ist, das Ganze der Ver- antwortung auf sie abzuwälzen. Wenn eS möglich war, den Eindruck der Würde- losig keit diese? Verfahrens noch zu steigern, so ist das durch das Buch de? Herrn v. Tirpitz geschehen, auS dem wir heute morgen einige Kostproben veröffek.tlichten. Keiner der Herren scheut sich, auf andere zu treten, um den rettend»- Ausgang zu gewinnen, am gründlichsten wird aber diese Ar- bsit von den Seemannsstiefeln des alten Großadmirals besorgt, die keinen schonen, auch den ehemaligen Kaiser nicht. Mag daS, was Tirpitz über Wilhelm II. sagt, tausend- mal wahr sein, und es ist zu wahr, man kann sich eines G e- fühl 8 tiesen Widerwillens nicht erwehren, wenn ein Mann des alten System», ein Mitbegünstigter, über „seinen" Kaiser öffentlich so spricht, wie eS Tirpitz tut. Und das Gefühl de? Widerwillens wird noch vermehrt, wenn man sieht, wie die alldeutsche und konservative Presse von hellte morgen den Mann und sein Buch feiert. Nickt den mindesten Anstoß nehmen diese Traiesten aller Treuen daran, daß in diesem Buch der letzte deutsche Kaiser als eine wahre Jammer- puppe geschildert wird. Was unsere Redner nn Reichstag, Bebel und später Scheidemann, über Wilhelm II. sagton, das waren im Vergleich zu dem. was jetzt unter dem Beifall der konservo tiven Presse über ihn geschrieben wird, die reinen Harm- losigkoiten. Wie aiber hat sich damals die konservative Presse in Entrüstung über die Redner und ihre Partei überschlagen. die. den Mut der Wahrheit besaßen nnd im wohlverstandene, Interesse de« deutschen Volkes den Kampf gegen das persö- liche Regiment führten! Die Staatsanwälte möchten w>' fragen, wieviel Jahre Gefängnis sie für sozialdemokrattst Redakteure beantragt hätten, wenn sie über Wilhelm II. geschrieben hätten wie Tirpitz in seinen Kriegsbriefen vo 1914 und 1915, also zu einer Zeit sogar, in der die Mor archie noch fest zu stehen schien. Es gehört schon ein erheb- sicher Grad von Taktlosigkeit, um nicht zu sagen, Schamlosig- keit dazu, von dieser Seite auS ietzt solche Briefe zu ve öffentlichen, deren Inhalt natürlich auch damals schon weite Kreisen nicht unbekannt geblichen sein kann. Aber wi können für diese Veröffentlichungen mir dankbar sein, da st nn? ein ungeschminktes Kulttirbild de? untergehenden Kaiser reiches entrollen— ein Bild, nach dessen Wiederholung siel kein Mensch im Deutschen Reich zurücksehnen kann. Tirpitz sieht in seiner Erbitterung viel« Dinge richtig. Sein Urteil, daß die Machthaber von 1914„in wahnsinnistz r Weise in den Krieg bineingeschlittert sind", trifft den Nagel auf den Kopf. Die Mischung von schlechtem Gewissen. Angst und Selbsttäuschung, die von 1914 bis 1918 deutsche Kriegs- Politik hieß, wird ganz zutreffend geschildert. Doch daS alles wird nur zu dem Zwecke getan, zu zeigen, daß e r, Tirpitz, der einzige richtige Mann gewesen sei, um Deutschland her- auszureißen, dem Beweiß dieser Behauptung dient sede Seite deS Buches, ohne daß der Verfasser bemerkt, wie solche Aus- dringlichkeit sich selber widerlegt. Kein kritischer Leier wird glauben können, daß dieser monomane, maßlos eitle und selbstgefällige, rücksichtslos intrigierende Mann wirk- sich berufen geto-ssen wäre, die Retterrolle zu spielen, zu der er sicki selber fllr groß genug hielt. Dabei ist seine Retteridee weiter nichts als der AuS, fluß eines ganz naiven RessartegoiSmus. Herr v. Tirpitz hatte sich in den Glauben verrannt, daß die von ihm ge- schoffene Flotte ohne weiteres imstande sein müßte, England in Grund und Boden zu rennen, sei es in offener Seeschlacht, sei eS durch den unbeschränkten U-Boot-Krieg. Wie Wil- heim II. für seine Kavallerie oder der altersschwache Graf Zepvelin fü'- die Bombcnfahrten über London und Paris, so schwärmte Tirpitz für seine Waffe, er ist natürlich etwas ernster zu nehmen als die beiden andern, aber eben auch nicht viel. Grundgedante bleibt doch immer der, daß das, rtas er gemacht habe, unübertresfsich und geeignet fein müsse, jede möaliche Heilstat zu vollbringen, und in dieser ogo- zentristischen Betrachtungsweise geht jede Spur selbstkritischer Erwäanng verloren. Tirpitz ist nicht imstande, zu begretf-'N, daß für die Zu» rück halt ung der deutschen Flotte lehr gute Gründe bestanden, zumal Deutschland nicht bloß gegen das seestärkere England, fondern gegen die Kriegsflotte der ganzen Welt stand. Für jeden anderen sind di« Gründe mir begreiflich, warum einer legten Kraftprobe auf dem Wasser cruZ dem Wege gegangen wurde, nur für ihn nicht. Und geradezu kindisch wirkt die Ausrede, der unbeschränkte U-Boot-Krieg iei im Fahre 1916 richtig, ein Jahr darauf sei es aber schon für ihn zu spät gewesen. Tos ist der letzte, aber auch schon der allerletzte Versuch, den Ruf eines Kriegsver- iabrens zu retten, der in jeder Beziehung von der Geschichte > gerichtet dasteht. Ja,„viele gehören auf die Anklagebank, die heute Nichter spielen wollen". Herr v. Tirpitz sagt eS selbst. Nur daß er selber, der Richter spielen will, ganz vorne auf der Anklagebank sitzt, das will er nicht begreifen. Seine Politik bat uns, was immer er dagegen sagen mag, die Gegnerschaft Englands eingetragen, ohne daß sie uns die Kraft verlieh, dieser Gegnerschaft gewachsen zu fein. Sein unbeschränkter U-Boot-Krieg Hab das Eingreifen Amerikas und dcknnt den unvermeidlichen Zusammenbruch zur ftolcie gehabt Sein minierendeS und intrigierendes Treiben hat den leitenden Reichsapparat während des Krieges zerrüttet— und der Mann glaubt dann noch über Meuterei in der Flotte klagen zu können! Sein Annerionsgeschrei, das er als Vor- sitzender der Vatörlandspartei vollführte, hat das deutsche Volk über die wirkliche Kriegslage in schmählicher Weise irre- geführt, nach außen hin den Vernichtungswillen der gegen unL. kriegführenden Völker gestärkt, jede Aussicht auf einen erträglichen Frieden verrammelt Und un? unrettbar nach Versailles geführt, wo man uns tat, was Tirpitz und seine Leute, wie sie in läppischem Eifer airsposaunten, den anderen zu tun gedacht hatten. Nein, mögen andere schuldig sein— sie sind es!—..so ist Tirpitz deslvegen nicht unsämldig. Dieser verhinderte Voterlandsrettcr war einer der schlimmsten Schädlinge des deutschen Volkes, und wenn er jetzt auf seinen Kaiser, seinen Kanzler, seine Mit-Admirale hinweist und sagt:„Tie sind es, haltet Euch an die!" so verdient er nicht nur die Verurteilung, die die anderen verdienen, sondern ein reichliches Maß von Verachtung dazu. Wir schenken den Deüischnationalen diesen Helden, mögen sie sich an ihm begeistern,, das' deutsche Volk wird kein Verlangen da- nach tragen, noch einmal von solchen Leuten regiert zu werden. Unabhängige Gesinnungsknechtung. Mit Reckt bot btc Arbeiterschaft es stoiZ als dsn Gipfel moralischer Gemeinheit des Untemckmerhuu.z betrachtet, wenn dieses Arbeiter nur wegen ihrer Gesinnung ftz rotloS a n f di e Straße setzte. Nichts hat an Proletariat solche Empörung ausgelöst, nichts ist als ähnlich infam und lumpig«mpsunden worden. Diese Taten des Unternehmertums loerdcn jedoch von den jeliiflen Taten der Nnabhäugigen und Kommunisten in den Schatte» gestellt. In Stettin Hecken sie es fertig bekommen, ein« regelrechte Aussperrung andersgesinnter Ar- heiter zu inszenieren. Als i,n Juni ans Anlaß der Beerdigung von Rosa Lurembürg die Unabhängigen und lwmmunisten die G-cn-eralstreikparole ausgegeben hatten, kam ein Teil der Arbeiter» schaft dieser nicht nach, weil sie kein« politischen Anhänger der Beerdigten waren. In den Stoewer-Werken(Automabtl- bau). Ivo die Ilnabhäugiyen und Kommunisten die Oberband hab»n, beschloß danmf et« Betrirbsversammllung vom 16. Juni die'A u s- s perru n g derer, die nicht midgestveikt hatten. Z! un da s Schönste. Dieser Beschluß.wurde nicht etwa in der Erccgurig, sondern mit völlig kaltem Blut durchge- rührt, erst nach mehr als drei Monaten kam man wieder darauf zurück Eine Betriebsversammlung von: � 21. September stellt» die Liste der„Ilebeltäter" auf und verordnete deren AuS- sperrnng auf drei Tage. An die Betriebsleitung wurde eine ent- sprechende Mit-ieilung gesandt und als diese sich weigerte, der Aufforderung nachzukommen, erklärte die Belegschaft, die Arbeit einstelle» unv s» lange in Untätigkeit verharren zu wollen, bis die lietrrffenden entfernt seien. Als dies noch uichis nutzte, drangen i irrige hundert Mann in die Stellmacherei ein, wo die Verfemt«"» irbei beten und warfen sie mit Gewalt hinaus. polMsihe Dichtung. Krise der Jüngsten? Die Reihen der geistigen Jugend' berührt Krisenluft. Dies« Jugend hat in den vulkanischen Erregungen von Krieg und Re- volution den schöpferischen Wort der Bereitschaft gelernt, den Tatinhalt des Augenblicks auszumünzen. Jetzt hat sich jenseits jener aufwühlenden, wachsenden Ereignisse der Zeitpunüt entwickelt, wo der stürmertde Mensch nur dann eine Macht des TageS sein kann, wenn er Bmitüchtigkeit erreicht. Di« großen Ziele allein tun«s nicht, auch nicht die Bewegung schlechtweg, die sie �auS- wirken: die Bewegung mutz besonderer Art sein. Ob sie das Stür- men liebt oder die bodächtiMwe Gangart, Wert hat sie nur dann, wenn Hinter jedem ihrer Schritte ein festes Stück Weg wächst. Hier ist l«r Punkt, an dem sich entscheidet, wer von dieser Jugend zukünftig groß mit zähle», wird. Für viele bedeutet das die Lösung d-S inneren Widerstreits-zwischen anarchistisch stürmendem, nieder- reißendem Rufen und sozialistisch besonnenem Steinmetzen und Mauerfüge». Diesqs Ausgletchkämpsen schafft oinan Zustand geistiger, seelischer Krisen. Der wird durch'ät sein von Person- lecker Tragik. Opfer, schwer zu beklagerde, werden am Wege liegen bleiben, werden meinen, noch zu leben und zu wirken, und doch wt sein für den lebendig vorwärts führenden A-ugenbltck Srüwmen können und das besonnen vorwärts schauende Bauen hinzugewmnen, darauf nun kommt es an. Wieder steht die Jugend an der TorsckweüPe der politischen Weisheit, di« das viel- gestaltige sichere Werden der großen Taten begreift und in Wahl und Würdigung der Mittel zum Ziel eingliedert. Herunter di- Scheuklappen, die den Bück unfrei macken! Alle Wege zum Ziel helfen zur großen Kraft sthaifender Taten. Eine der Dichtungen Walter H a s e n c l« v« r S, die vor !ce»igen Tagen an den Anfang der Arbeit des Theaters der Jü»gsten„Die Tribüne" gestellt wurden, war eine Absage an die oolitische Dichtung. Hasenclever, der das stärkst/ lyrische Rebellew mort in das Kriegsverirren hineingewuchtet hat, ein Abtrünniger! Am Sonntagvormittag wurde auf derselben Bühne der Widerspruch manifestiert. Dies gab der Veranstaltung eine Bedeutung, von der die Ankündigung nichts verriet. Nicht eigentlich die aufrührerisch. gedankenwogenden lyrischen Kundgebungen Hasenclever», HillerS, Becker?, Rubiners, Bolls. OttenZ, Leonhards waren doS Wefent- lichft«. Schon wirkten diese Explosionen revolutionärer Leidenschaft in dem und jenem als Rachklang der entweichenden Foltcrzeit. in der sie ausbrachen. Wie sebr auch das gläubig hingegebene EinSsein der Bortragenden Fritz Jetzner, Karlheinz Martin und der Roma Bahn ihre gewaltsenn-ursprüngliche Kraft tönend ringen ließ. Gegen den Krieg loderte quf ihre Parole, europäischer Mensch zu sein. lind wer sind die Leu.te, die diese Heldentat vollbrachten, büß Arbeiter vom ihren eigenen?l r b e t t sk o l l eg e n ausgesperrt und aüfs Pflaster geworfen wurden? — Bi? zur Nevelution fast alles Gelbe und Indifferente, Leute, die, solang« ihnen der Schützengraben drohte, nicht einmal den Mut aufbrmgti! konnten, in ehret Abteilung Handzettel z u einer Werkstatt Versammlung zu verbreiten, die sich bei Demonstrationen mit Urlaubs kar ten versehen, danvit ja nicht der Anschein erweckt würde, als wollten sie sich an der De- monstration beteiligen Diese gelben Naturen kennen nur zwei Möglichkeiten: geknechtet zu werden oder selbst zu knechten Was wirkliche Freiheit ist. davon haben sie auch heute kein« Vorstellung, io.revolutionär" sie sick dünken. In Verl! n treibt man es nicht anders. In den Verkaufs- stellen der Konsumgenossenschaften, wo die Leitung unabhängig ist, wird das Verkaufspersonal aufgefordert, Marken für lden „Roten lunabhängig-kommunistischen) RumpfdollzugSrat" zu kle- ben Als iu der Verkaufsstelle Köpenick sänrtliche Verkäufe- rinnen sich weigerten, wurde ihnen samt und sonders die Entlassung angekündigt. Es ist sehr notwendig, daß tzaS Mitbestimmungsrecht der Ange st eilten bei Kündigung und Entlassung noch dem Betriebsrätcgesetz schleu- nigst zur Tat wird, damit der TerrvriSmus unabhängiger Laute- sckindcr gegen ihre Angestellten endlich seine Schranken findet. In der Verkaufsstelle Erkner ging der Terror eines unabhängigen Gejinnungstyrannen noch weiter: Er verlangte von.seinen" An- gestellten nicht nur, daß sie die Marken kleben, sondern auch, daß sie insgesamt der 11. S. P. beitreten— sonst Entlassung! Selbst eine so harmlose' Beschäftigung wie das Schachspiel ist vor dem unabhängig-kommunistischen Terror wicht sicher. Zum Bundestag des ArbeikerschachbundeS haben die radikalen B e r- liner Schachbündler einen Antrag eingereicht, wonach nur solche Mitglieder Funktionäre im Arbeiierschachbund sein können, die Mitglieder der 11. S. P. oder der K. P. sind. Offenbar wollen diese-11 nentiwcgten ein neues revolutionäres Schachspiel einführen, wo nicht mebr nach den Regeln der Kunst gespielt wird, sondern wo' man sich um daS Schachbrett prügelt, mit Fausten aus die Figuren einhaut, und wobei nament- lich der König und die Königin kurz und klein geschlagen werden, denn diese Figuren darf es natürlich in einem vevolutio- näven Schachklub wicht mehr geben. Ein Lehrbuch für das Schach- spiel mit Handgranaten soll bereits in Vorbereitung sein. Der Terrorismus ist bekanntlich da? Kampfmittel derer, die mit geistigen Waffen nicht siegen können. Den Arbeitern, denen ihre Gesinnungsfreihett etwas wert ist, aber rufen wir daS Wort zu, das am Sonntag unter dem stürmischen Beifall der Berliner Funktionäre Noske aussprach:„Schlapp. schwänze, wehrt Euch!" Reaktionärer Schmerz über Noske. Die„Freiheit" schimpft mörderlich über die Berliner Parteifunktionäre, die Noske ein einstimmiges Vertrauens- Votum ausgestellt haben, sie hütet sich aber wohlweislich, ihren Lesern auch nur andeutungsweise den Inhalt der Nsskeschen Rede zu verraten. Insbesondere unterschlägt sie glatt die wichtige Mitteilung Noskes liber die Entfernung der reaktionären Elemente ans dem Offizierkorps und die Grundsätze bei d'er Einstellung v o n O f f i'z i e x e n in die Reichswehr. Um so aufmerksamer sind diese Mitteilungen in der r e a k t i o n ä r e n Ptzösse' verfolgt und gewürdigt worden. „Deutsche Tageszeitung" und„Post" stimmen ein gemein- schaftliches Schmerzens- und Entrüstungskonzert an. Die „Post" entnimmt der Noskeschen Rede als Resultat folgende „unumstößliche Tatsache":. Di« Noske icke Politik steht nach wie vor in erster Linie im Dienste der Partei, und die pflichübctvußten monarchischen Offiziere sind somit Opfer ihrer alten preußischen Pflichterfüllung geworden. T'e„Deutsche Tageszeitung" schreibt: Das Ofsizierkorps, dem Herr Noske in seiner Dresdener Rede so süßen Honig um den Mund strich, dürste dicke Grund- Soll sie leben, so mutz sie immer verjüngt heraufslammen aus der Arbeit des neuen Tags, der den Krieg im Abgrund verenden sieht. Diese Arbeit ungeheuersten Entwirrens und Entwickeins! Wie aber soll das Amt sein, das die geistige Jugend in der Pflicht dieses TunS auf sich nehmen wird? Was RudolfLeonhard der Tribünen- Veranstaltung als Einführung sprach, gab keine abschließende Ant- wort darauf. Doch diese einführende Gedanken-Phantasie(in einem Druckheft des Theaters„Der Ruf von der Tribüne" steht sie abge- druckt) war ein politisches Bekenntnis, geboren aus edelster Energie, und sie wurde zum Hauptton dieser Sonntagsstuirde. Hasenclevers Wille zur Abkehr von der Politik als Dichter hat Leonhard auf den Plan gerufen. Er ist der politische Ethiker der revolutionären Jugend. Nun wendet sich seine Art gegen Hasenclever Dieser Gefährte irrt, wenn er meint, Politik lasse sich von Dichtung trennen. Für Leonhard aber ist„politisch" nicht nur eine Eigen- sckaft der Dichtung, es ist sogar eine Eigenschaft, durch die ihr Wert sich groß erhöht!„Der Mensch gilt alS ein„Zooq politicon*(ein politisches Tier, nach Aristoteles" Bezeichnung), politisch ist, was daS Zusammenleben der Menschen betrifft, politisch ist die Gemein- schaft. di« GemeinsiWtlichkeit der Menschen: was für ein Ehrenname ist„politisch": Aussage des Menschlichsten, des Schwersten, Beglückend sten und Notwendigsten: der Gemeinschaft, Ueberwindung des lasterhaften Unglücks„der Einsamkeit", und Leonhard schließt diesen Satz mit der Feststellung:„DaS ist politische Dichtung." In der Begegnung, der Aufnahme, der Wirkung erst werde da? Kunst- werk ganz lebendig:„Die Entstehung des Kunstwerks ist religiös. seine Wirkung politisch. Es kann ja gar nicht anders wirken I' Und der politische Dickter. der„die Wirkung auf Mitmenschen im Sinn« der Richtung" bewußt will, sei„seiner Aufgabe treu wie keiner". Inbrünstig formt Leonhards Künstlerdrang den mahnen- den Satz:„Dichtung und Politik, beide Geburten der Leidenschaft, sie einigen sich, zwei mit den Schwingen des Wortes in die Zukunft Stürmend«. Nicht rhetorische Gedichte gilt es. sondern Gedichte, di« vom Menschen ins Mensckenherz zielen, die Menschendinge um- zugestalten." Das Drama aber könne, wenn es aufrichtig sei, kaum ander? als politisch sein.„Die neue.Kunst aber, die sick selbst als revolutionär empfand uud damit den Urfinn aller großen Kunst erreichte, darf weniger als irgendeine andere sich ihrer Aufgabe ent- ziehen." Die aber ist: nicht beim Revolutionieren der Form steben zu bleiben, denn die Form ist nicht? ohne den Inhalt, und wäre nur die Form revolutionär, so wäre das Dilettantismus.„Die letzte Konsequenz des politischen Dichters ist der Dichter als Poll- tiker." Ein Stnnptom, daß aus den Reihen der Jüngsten diese Ab- wehr d-S Schrittes, den � Hasenclever.tat. aufsprang! Es ist die Stunde der Krise. Leonhard weiß und spricht aus, daß di« Ar- hejt erst zu beginnen bat. Er knüpft an daS Wort EiSnerS an (das einem Satz in KautslyS Buch über soziale Revolution ent- fätze des Reichsw-hrministerS mit gemischten Gefühlen aufnehmen; aber man kann verstehen, daß der„Vor- w ä r t s" e n l z ü ck t i st.... Ruch Herrn Noskes Berliner Red« wird schwerlich dazu beitragen, haß„die anständigen Leute" sich fiir Revolution und den Sozialismus, wie wir ihn Tag für Tao vor uns sehen, begeistern. Dieses Wukgeschrei von rechts ist wohl ein deutliches Symptom dafür, daß sich unsere Parteigenossen mit den Grundsätzen, die Noske am Sonntag entwickelte, ivohl zu- frieden sein konnten. Glfaß-lothringischer Sozialiftenprotest. (Drahtmeldung unseres Lörracher Korrespondenten.) (ßiite Versammlung 2)? etzer Sozialisten protestierte gegen die Einberufung der Jahrgänge 1«98-99, gegen die Anwesen. heit von K- l» u i a l t r u p p e» in Lothringen, gegen die Rück- Weisung»lsässischer Arbeiter aus Frankreich. Ferurr wird die Ent- lassung bestimmter französischer Beamter gefordert. Die S t r a ß b u r g e r Sozialisten schloffen sich diesem Protest an. Kein üeutsch-englijches Clearinghouse. Durch die deutsche Presse ging vor einigen Tagen die Notiz, daß nach vorheriger Fühlungnahme mit dem Reichsministerium eine deutsch-« nglis che Abrechnungsstelle(Clearing- house) gegründet werden sollte, die die gesamte Ein- und Ausfuhr Deutschlands unter die Aufsicht englischerBeamten stellen tollte. Tante Voß fühlte sich in ihrer Kontinentalpolitik bedroht. fuhr sämtliche verfügbaren Kanonen auf und schoß mit schwerstem Kaliber gegen den vermeintlichen Feind. Es war aber nur eina Ente. Wie jetzt bekannt wird, haben die englischen Vertreter ge- legentlich eines Empfanges im Reichswirtschaftsministerium ledig« lich betont, daß die Absicht bestehe, zwischen englischen und deutschen Privatfirmen LieferungSvcrträge abzuschließen in der Weise, daß die Engländer die Rohstoffe lieferten und dafür Fertigfabrikate gegen Erstattung des Arbeitslohnes erhallen sollen. Dagegen ließ sich füglich nichts sagen, weil jede deutsche Firma das Recht hat, solche Verträge nach ihrem Belieben abzuschließen, wofern gegen die Bestimmungen der Em- und AuS- fuhr nicht verstoßen wird. Von der Abficht, eine Abrechnungsstelle mit staatlicher Genehmigung oder mit irgend welchen bindenden Verpflichtungen gegenüber England, war bei der Besprechung über- Haupt keine Rede. So erweist sich die ganze Auflegung über die drohende Versklavung des deunchen Handels als überflüssig. LandeSkulturbehördcn. Am 1. Okiober tritt das Gesetz über Landeskulturbehörden vom 3. Juni 1919 in Kraft. Damit beginnt eine neue Epoche für die preußischen Agrarbehörden. Die Kultur- 'ämter und Landeskulturämter sind berufen, das durch den Unglück- lichen Ausgang des Weltkrieges diktierte Agrarreformprogramm des preußischen Landwirtschaftsministers auszuführen, da? sich eine gesunde Mischung unserer Grundbesitzverhältnisse und die Urbar- machung unserer Moor- und Oedländereien zum Ziele setzt, um da- durch unsere landwirtschaftliche Produktion zu steigern. Damit soll unsere Volksernährung nach Möglichkeit vom Auslande unabhäitg:g gemacht und der Grund zum Wiederaufbau unseres Vaterlandes gelegt werden. Nochmals das Neinhardintervi.'w. Der Herausgeber der„Welt- bühne" sendet uns gegenüber der Erklärung Noskes in der Agi- tationskonserenz, der das Interview Reinhards mit Johannes Fisckort als eine Dichtung bezeichnete,, eine ausführliche Taricgung der Angelegenheit. Danach hat das Interview am Freitag, den 6. September, stattgefunden, und zwar ist die Initiative hierzu nicht von dem Mitarbeiter der„Weltbühne", sondern von Reinhard selber ausgegangen. Die Unterredung hat anderthalb Stunden gedauert, daS in der„Weltbübne" veröffentlichte Interview stellt einen kurzen Auszug von vier Seiten dar, da der Gesamtinbalt der Unterredung etwa zwei Hefte des Blattes ausgefüllt hätte. Fisckart erklärt, bei seinen Kürzungen durchaus loval vorgegangen zu sein, und zwar in einer Weise, die eber Dank als Schmähung verdiente. Er habe noch einen großen Teil dessen, was Reinhard ihm anver» traut habe, schonend für sich behalten.— Wir haben daS Interview nicht wiedergegeben, weil uns die f e u i l l« t o n i st i s ch e Ausmachung des Ganzen nicht geeignet erschien, die Darstellung als authentisches Tatsachenmaterial zu verwerten. keimt sein könnte): der Dichter als Künstler könne nur Anarchist, der Dichter als Staatsbürger könne nur Sozialist sein.„Wir stehen," sagt Leonhard,„an der Wende von Jahrhunderten. Für die Dchtcr, ob sie schon gesprochen haben oder nicht, fällt die Entscheidung. Ihr Anarchismus war leicht und bleibt es. und io leicht hat es der Anarchist heute: er darf ungekränkt der Ber- künder der ewigen Utopie bleiben. In seiner anderen Hälfte be- weise sich der Künstler: er stell« sich auf seinen Grund, er helfe: der Sozialismus(und das ist seine eigentliche Krise) hat sich heute zu beweisen." So sällt Krise und Krise zeitlich zusammen. Aber sie ist auch für Rudolf Leonhard noch nicht gelöst. Er hat den Widerwillen noch nicht überwunden, der, ein Erbe der bürger- lichen geistigen Unfreiheit von ehedem, das Arbeitsmittel Partei- gewählter Volksvertretungen mißachtet. Deuten in diesem einzel- neu Zuge nicht Hemmungen sich an, die erst überwunden sein wollen, wenn Leonhard wirklich gewinnen will, was er„zielende Be- ivegung" nennt? Er begreift, daß kein Sieg mehr als Scheinsisg sein könne,„wenn er sich nicht zur irdischen Erde kehrt". Es ist gewiß: die Arbeit des Dichters ist der WsrkungSwei.se nach ein« andere als die des volksvertretenden PartermanneS. Aber den Punkt, in dem Politik und Dichtung in gleicher Richtung wirken. hat Leonhard doch selber angedeutet in der Bestimmung, die er dem Begriff der politischen Dichtung gibt. Er ruft nach der get- stigen Tat, die mehr sein soll als der lättge Geist, den die Hoch- gestturmtesten des Vormärz als befreienden Aufschwung ihres Wesens empfanden. Aber wo beginnt dieses Mehr? Im Auf- fichnebmen des Tuns seiner Gedanken, sagt Leonhard. Aber ge- nügt das, bei dieser Forderung nur den Dchter im Auge zu haben? Und nur den Dichter zu rübmen. der die Freiheit dieser Tat ge- wann? Fordert nicht die Gerechtigkeit, daß jede Tat. auch die geringste, die aus dem Willen zur Menschlichkeit an der Gemein- schaft baut, mit gleicher Freude gerühmt wird? Wird die Grupve junger Dränger. die Leonhard nun, von dem Fall Hase-nclever ge- 'chreckt, vor dem Ausruhen warnt, den Weg zu dieser Gerechtigkeit politischen BegreiflnS finden? Hier ist die Lesung der Krise gelegen. von'der diese Kundgebung Zeugnis gab. Nirgend sonst! krck Zweite? Weingartncr-Konzcrt. HanS Pfitznet dirigierte. Und ein Wundsr geschah: aus dem weltfremden, mit Bempsrament. Glanz und Hingbung kompositorisch!o'parsamen Grübler wurde ein Dramatiker des romantischen Geistes; auS einem anscheinend nur dem Geistigen und Erd-Abgewandten zu- neigenden Propheten der Sclbst-Bezähmung wurde ein mit- reißender, Welt und Masse zwingender Apostel der� Lebendigkeit, •der Bewegung, des himmelhoch Wachsens. Aus Eis schlug Dauer- flamme., lind entzündete den Hörer, der durch das Phantasieland Schumannscher Romantik im Rausch hindurchgezmt wurde. Znöuftrie und Handel. Börse. X.;e Vönc.�rigtc wieder auf einige» Gsbieten einen äuZU't regen Verkehr. Im Vordergrunde standen Kolonialpapiere, Schiffahrtsaktien und Petroleumwerte. Am 5tolo- nialmarkt war das Geschäft teilweise sehr stürmisch und die Kurse schwankten hin und her. mit dem Endergebnis, daß die Papiere un- gefähr den gestrigen Schluhstand wieder erreichten. Zteu tn den Verkehr traten Colmanskop, die von 98 bis auf 114 emporschnellten. Von Schiffahrtswerten lagen besonders Deutsch-Australier fest, die übrigen Schiffahrtspapiere waren durchschnittlich bd lebhaftem Verkehr um 1 Proz. gebessert. Die Petroleumwerte stärker schwankend. Steaua Romoiw sckilietzlick, gegen gestern 19 Proz., Deutsche Petroleum 7 Proz. und Deutsche Erdöl 2 Proz. böher. Stark steigend Canada, die schon an der gestrigen Nach- börse ca. 15 Proz. gewonnen hatten, zogen erneut um rund 29 Proz. an. Auch Baltimore stärker anziehend. Am Montanmarkt war die Haltung nicht einheitlich. Der Ab- schlujj der Phönixgesellschaft befriedigte trotz der 8proz. Dividende nicht. Das Papier gab etwas nach. Ebenso Gelsenkrrchener, Har- pener, Rombacher. Stärker rückläufig Qberkoks. Fest dagegen Bochumer, Lothringer Hütte und Oberbedarf. Elektrizitäts- a k t i e n steigend. Bevorzugt A. E. G. und Siemens u. Halske. A n i l i n w e r t e wieder fest, namentlich Berliner Anilin und Höchster Farben. Von ehemaligen Rüstungspapieren Deutsche Massen wesentlich höher, dagegen Rheinmetall und Hirsch- Kupfer rückläufig. Kriegsanleihe unverändert 77. Die älteren Anleihen vernachlässigt, nur 3proz. Reichsanleihe fester._ GroßGerün Der Hilfsbeamtennufug in der Justiz. Vom Bund der Gefängnis-, Straf- und ErziehungSanstaltS- Aufsichtsbeamten wird uns geschrieben: Das bisher bei den staatlichen Behörden so beliebte HilfS- beomtenunwcsen blüht wohl bei keiner Verwaltung so, wie in der Justizverwaltung. Seit mehreren Jahrzehnten bereits werden dortselbst Hunderte von Stellen mit Hilfskräften besetzt, und so gibt es besonders bei den Gefängnissen und Strafanstalten, die vom Ministerium des Innern seit dem 1. April 1918 der Justizver- waltung unterstellt wurden, Hilfsgefangenenaufseher und-Merk- meister, die bereits seit 15, 20, ja sogar 25 Jahren dem Staate treue Dienste leisten und denen es, trotz größter Pflichttreue, bisher nicht möglich war. eine planmäßige Stelle zu erreichen, da die betreffen- den Beamten nicht Militäranwärter sind und die Regierung sich bis heute aufs äußerste ge st raubt hat, diese vielen Hilfsstellen in etatsmäßige umzuwan- d e l n. obwohl doch, durch das jahrzehntelange Bestehen derselben, ihre Notwendigkeit zur Genüge dargetan ist. Diese alten im Dienste beinahe ergrauten Hilfsbeamten sehen nunmehr einer tieftraurigen Zukunft entgegen, denn sie sollen in Kürze auf die Straße gesetzt werden, da man alle Stellen mit Mili- täranwärtern besetzen will. Wenn wir auch der Ansicht sind, daß diese untergebracht werden müssen, so fragen wir:„Was wird aus unseren alten Hilfsbeamren, wenn sie in der jetzigen Zeit entlassen werden?" Ihrem vielleicht früher erlernten Berufe können sie nicht mehr nachgehen. Haben sie nicht auch seit vielen Jahren alles dem Staate gegeben und haben sie nicht infolgedessen ein gleiches Anrecht, untergebracht zu werden, wie die Militäranwärter! Es ist wohl ein unbedingtes Ge- bot der Gerechtigkeit, endltck! dieses Hilfsbeamtenunwesen zu be- seitigen und alle die Hilfsstellen, welche sckion seit Jahren bestehen, zu plqnmätzigen zu machen und sie mit den in ihnen schon feit langen Jahren tätigen Hilfsbeamten zu besetzen. Am schlimmsten ist es jedoch mit den Hilfsbeamten in den abzutretenden Gebieten bestellt._ Sie stehen von allen verlassen da und wissen nnn nicht, wohin sie sich wenden sollen; denn der Staat entledigt sich seiner Dankcspslicht, indem er dies« Leute einfach kündigt. Es wäre hohe Zeit, daß auch� die Parlamente sich einmal mit diesen Zuständen eingehend befaßten; denn wir glauben, daß z. B. ein Hilfsbeamter, der schon seit 26 Jahren im Dienst steht, ein Anrecht darauf hat, weiter im Dienste beschäftigt zu werden. Auch die Lohnverhältnisse der Hilssbeamlen sind so traurige, daß unbedingt sofort Hilfe ge- schaffen werden muß; denn es ist wohl keinem Menschen in der beutigen Zeit möglich, mit einem Monatseinkommen von 299 bis 259 M. eine Familie zu ernähren. Wir wollen hoffen, daß auch in dieser Angelegenheit nun baldigst ein- Besserung eintritt. Ohne Vorlage führt Pfitzner die ck-moll-Sinfonie, pausenlos, zu Ende Nicht nur äußerlich kniet er sich in diese Partitur hinein; er. ist wahrhaft erfüllt von ihrer schwelgenden Melodie. Wie impro- vmert wirkt jede seiner sunschönen) Gesten, aus dem Augenblick geboren sein Halten, sein Drängen, sein Loslösen vom musikalischen Gedanken. Er vergißt abzuschlagen, greift, erfüllt vom Kommen- den. dem Orchester bereits vor. wenn sich die Musiker noch sammeln vom Selbsterlebton..Keine Kleinigkeit, seiner musikalischen Willkür auf schritt und Tritt zu folgen; er kennt kaum einen Mittelweg; er kämpft ab bis zur seligen Gemütlichkeit oder rast in Ekstasen. Aber, was er gibt, ist endlich doch: Musik aus einem Guß, Musik, wie sie ihm, und vielleicht ihm allein zum Dogma wurde. Viel gleichgültiger huscht Cimarvsas Ouvcriüre zur„heim lichen Ehe" vorbei. Und auch die Begleitung Schillingscher Or- chesterlieder wird unpersönlicher. Aber da hebt eine Nachwalterin «roste-»cr-w».' m v Wie st- Töne formt, Phrasen bindet, wie sie den Nacken wirft oder in Andacht innehält, wie sie steigert und sich mit Bravur über den Vollklang eines Orchesters erhebt, daseist vorbildliche, zu Herzen gehende Tat. Mlt der Kraft und der Schönheit einer großen Glocke wirbt sie mit urfolg für die kunstvoll gebauten Glockenlieder unseres Opern Intendanten._ Kurt Singer. _ Abschied vom Jsenheimer Altar. Am Sonnabend war Mathias Grunewalds Jsenheimer Altar zum letzten Male in der Münchener Pinakothek ausgestellt, und große Scharen andächtiger Besucher drängten sich vor den Tafeln, während unten schon der Packwagen zum Abtransport wartete. Unmittelbar darauf wurden die stolzen Altarteile, Plastiken und Gemälde, nach Colmar verladen, wo sie nun wieder in dem als Museum ausgestalteten Kirchenschiff ihren Platz erhalten. Die Befürchtung, daß die Franzosen dieses Juwel altdeutscher Malkunst in den Louvre bringen werden, scheint sich nicht»u erfüllen. Sine PrsiSatifgabe des norwegischen Robclinstltuts. Daß Nvbelinstitut in Kristiania stellt bis zum 1. Juli 1922 folgende Preisaiifgabe: Darstellung der Geschichte der Frei- handelsbewegung im 19. Jahrhundert und ihrer Bedeutung für die ?tr:edenSbestrebungen. Die Bearbeitungen sind in beutscher, fran- zonicher und englischer Sprache zulässig. Der Preis beträgt 5909 norwegiiche Kronen. Theater Im Theater.Die Tribüne' gelangt nach Toller« �Wandtung als nächst« Premier« Paul C l a u d e l s.Tausch' zur Aufflchrung. 5 c vollendet« daS Bübnensplel.Der gerettete Ällibtade§'. Das Werk wird an den Reinhardtbllhnen zur Auf- l nzcn. Vorträge über d°S Volkslied. In der Lessing-Sochschule wird 3 arl Clcwing einen sechsstündigen Vortragszvklus über die.Eni- wlckumg des deutschen Volksliedes in snnf Jahrhunderten'(mit eigenen «eiangslieispielen zu Flügel und Laute) abhalten. ilörpertultur und Tanz. Im Liising-Miheiitn führt am 2. Oktober, 8 U br, Lorte Hansen harmonische Gymnastik, Körperübungen und Tänze vor. Einleitender Vortrag von Hellmuth Menzel:.Körper- tultur und Tanz seit Lelstng'. Oskar Jensch wurde am gestrigen Montag auf dem Friedhof der Freireltgiösen Gemeinde zur letzten Ruhe bestattet. Ein statt l icher Kreis alter bekannter Parteigenossen, der mit dem Kämpfer und prächtigen Menschen Jahrzehnte � für die Ideale deS Sozialis mus gewirkt, erwies ihm die letzte Ehre. An der Bahre wurde nochmals der großen Verdienste des Verstorbenen für die sozia, listische Sache gedacht und unter weihevollem Gesang wurde das, was sterblich war an Oskar Jensch, in das Grab gesenkt. Vereitelte Zuckerschiebung. 499 Zentner Zucker wurden am Sonnabendnachmittag von den Beamten der Reichszuckerstelle mit Unterstützung von Mannschaften der Wachabteilung der Komman- dantur in der Lagerhalle des Ostbahnhofs.Küstrtner Platz beschlagnahmt und der Verteilungsstelle zugeführt. Verhaftet wurden gleichzeitig ein als Schieber bekannter ehemaliger Zahl- meister. dann ein Mann aus Magdeburg, woher der Zucker kam, und außerdem der Geschäftsführer der Speichevei Broh, woselost der Zucker lagerte. Laut Frochtbrief war die Sendung als Waschmittel in Kisten deklariert. Die V-rpackung bestand aber ausschließlich in Säcken, zum großen Teil aus Papier, eine Anzahl vollständig zerrissen, so daß auch jeder Laie den Inhalt als Zucker erkennen mußte. Für Rentenempfänger. Allen Empfängern einer Invaliden- rente, Altersrente oder Krankenrenke, soweit sie sich im Inland aufhalten, wird für die Zeit vom 1. Oktober 1919 bis einschließlich Dezember 1929 eine Zulage von 29 M. monatlich, allen Empfän- gern einer Witwsnvente(Witwerrente) und einer Witwenkranken- rente eine Zulage von 19 M. monatlich im voraus neben ihren sonstigen Renten gezahlt. Die bisherigen Zulagen von 8 M. und 4 M. monatlich fallen mit Eich« September 1919 fort. Besondere Zulageyuittungen find künftig nicht mehr erforderlich. Der Rentenbetrag nebst Zulage ist in der Quittung in einer Summe anzugeben. Eine fünfköpfige Räuberbande, zu der auch ein früherer Schutz- mann gehört, ist von der Kriminalpolizei unschädlich gemacht war- den. An ihre Spitze stand ein gewisser Fritz Duscha. Die Bande hatte sich mit gefälschten Ausweisen von Kriminalbeamten, Be amten des Kriegswucher amtes usw. versehen und hauste im Norden und Nordosten der Stadt, besonders in dem Viertel vom Schön Hausen Tor. Unter der Vorspiegelung, daß sie mit Durchsuchungen und Beschlagnahmen beauftrag: seien, verschafften sich die Räüeer Einlaß bei Privat- und Ge)«häftsleuten. Wahreno ein Teil die Leute, zum Teil mit ihren Frauen, kurzerhand verhafteten, nach dem Gerichtsgebäude in Moabit brachten und sie dort mit der Weisung, in irgendeinem Zimmer, in das sie sie hineinführten, auf ihren Aufruf zu warten, sitzen ließen, packten die anderen in den Wohnungen oder Geschäftsräumen alles zusammen, was sie für mimehmenSwert hielten, und verschwanden mit der Beute, die sie den anwesenden Dienstmädchen oder Angestellten gegenüber als beschlagnahmtes Gut bezeichneten. Diejenigen, die die Ueber- führung nach Dkoabit zu besorgen pflegten, waren der Tischler Karl Henkel,. ein großer kräftiger Mansch, dem sich niemand zu widersetzen wagte, und der frühere Schutzmann Fritz Sichler. Ein Kaufmann Walter Beskow und ein Händler Karl Kretfchmar be- sorgten mit dem Führer Duscha die„Beschlagnahme". Steglitz. Kinderspiele im Grunewald. Treffpunkt bei günstigem Wetter schon um 1 Uhr, bei schlechtem um 3 Uhr, Haltestelle der Grüne- Waldbahn am Bahnhof Sieglitz. Mundvorrat und Trinkgefäße nicht ver- gissen! Weißcnsee. Gemeindevertretung. Zur Bekämpfung der Schundliteratur wurden 189 M. und für den Heldenfrtedhof 5999 Mark bewilligt. Der Dezernent des Wohlmngsamts gab bekannt, daß von 623 Wohnungf uchenden nur 199 in den Besitz einer Woh- rnmg gelangten. Es sollen nun die Räume verschiedener Bureaus verlegt werden, um einige Wohnungen freizubekommen. Zur Schaffung, von Wohnungen in Ve rwaltu ngSgebäuden und Privat- Häusern wurden 599 999 M. bewilligt. Zu Armenkomniissionsvor» sichern wurden gewählt die Herren Schock, Schmäling und Jäckel. Fricdrichshagen. Unabhängige Freude an einem Arbeiter- gemetzel. Uns wird geschrieben: Von den vielen Maulhelden, die nach dem Ausbruch der Revolution die Arbeiterbewegung systematisch diskreditieren, besitzt auch Friedrichshagen ein ganz besonderes Prachtexemplar in der Person eines gewissen N a r o s ch a t. Dieser gehörte zuerst der U. S. P. D. an, beglückte dann die Kommunisten und ist zurzeit eifriger Propagandist für den Syndikalismus. In diesem politischen Wechselfieber beherrscht ihn der Wahn, ein Aus- erlesener zur Befreiung der Menschheit von der Arbeit zu sein. So ist es ihm denn möglich gewesen, als Arbeitslostznrat usw. eine Rolle zu spielen. Selbstverständlich fühlt dieses unabhängig-kommu- nistisch-syndikalistische Ckamaeleon die Pflicht in sich, die S. P. D., der ja bekanntlich Sozialismus Arbeit ist, zu bekämpfen, und diese Tatsache sichert ihm wieder die treue Gefolgschaft seiner ehemaligen unabhängigen Freunde. Wie weit aber diese Gefolgsckiaft geht, das muß als Charakteristikum doch festgehalten werden. In der letzten öffentlickien Versammlung, die zu dem Betriebsräteshstem Stellung nehmen sollt«, ergriff N a r o s ch a t als Diskussionsredner das Wort und stellte nach den üblichen Grammopbonphrasen und Theater- donnereien unter ausdrücklicher Betonung, sich der Tragweite seiner Worte völlig bewußt zu sein. den für seine Geistesverfassung bezcichiiendeii Satz auf:„Leider ist am 9. November kein Blut geflossen, aber die künftige Revolution wird uns ein Blutbad bringrn," und konnte dann nach weiteren Kraftmeiereien unter dem Beifall der anwesenden Iln- abhängigen die Bühne verlassen. Wenngleich wir den krank- haften Ergüssen dieses politischen Kürpfuschers keine Bedeutung bei- legen, so muß doch festgenagelt werden, daß Leute, die sich unob- hängige Sozialdemokraten nennen, einem Menschen, der b e- dauerte, daß am 9. November kein Arbeiterblut geflossen sei, Beifall spendeten und diesen Mensckien durch ihren Redner noch in Schutz nehmen ließen, als einer unserer Genossen ihn näher zu be leuchten versuchte. Gibt eZ denn auf jener Seite im politischen Kampf keine Scham und kein Reinlich- keitsgefühl?_ Wittenau. Frauenabend Donnerstag, 71/, Uhr, bei Böhm. Oranienburger Str. 69. Vortrag des Genosser. Lehrer Wendtland:»Di« sozialistische Erziehung im Hauie". Siemensstadt. Frauenabenh Mütwoch. 7'/, Uhr, im Lokal Heidekrug, Nonnendamm-ttllee 89. Vortrag Genossin Toben Hägen:»Frauen, was bringt Euch der Sozialismus?" Angestellte des Paketpostamtes. Mittwoch, 8 Uhr. in KellerS Festsälen, Bergstr. 69, grcche Betriebsoeriammlung für die Angestellten des Patetpoit amtes. Zeigt durch zahlreiches Erscheinen, daß Ihr die neue Zeit ersaßt habt. Aus die Abholung deS neuen Flugblatts wird besonders hingewiesen._ Vorträge, vereine und Versammlungen. Sozialistischer Aerztevcrein. Sitzung 6. Oktober, VI, Uhr, im Deutschen Zabnärztehaus, Bülowilr. 14, Rlchterzimmer. Tagesordnung: 1, Uekstr die Sckulärztcsrage. 2. Ueber die Organisation der öffentlichen Gesundheitspflege im zuknnitigen Groy-Berlin. Gälte willkommen. Zentralstelle für Einigung der Sozialdemokratie. Bezirk Südost. Lokal Grabcrt, Lausitzer Platz 7. Heute: Neuwahl des Vorstandes. Grost-Berliner Lebensmittel« Stralau. Sonnabend aus die Abschnitte U 15, V 15 und W 16 der Einstchrzutadkarte zusammen Ist, Psund amerikanisches Weizenmebl. pro Pfund 84 Ps., ans Abschnitt 87 der Lebensmittelkarte Maggi-Suvvenwürsel, pro Würfel 15 Ps,. serner auf die Zuckerabschnitte 375 Gramm Zucker. Die Abschnitte sind biS Mittwoch abzugeben. Sempelliof.'Verkauf von 500 Gramm Teigwaren(66 Pf.) auf Abschnitt 76. 250 Gramm Maismehl(1 45 M) aus Adlchnit» 83 der LebenS. mittelkarte des ÄreileS Teltow. 250 Gramm Halersabrikate(88 Ps.) aus Abichnitt 4,3 für Jugendliche, Nährmittel für' Oktober: An Kranke aus 9,-2iter-Lktober-Volmilchkortcn 500 Gramm Haferflocken, Anmeldung von 200 Gramm Suppen aus die Abschnitte 24 und 48 der Gemeinde-LebenZ- mittelkarte. Ferner Verkauf von 250 Gramm Marmelade<65 Ps.) aus Abschnitt 84 der Lebensmittelkarte des KreiieS Teltow; 500 Gramm Kakao für 10 M. ani Abichnitt 11 der Gemeinde-Lebensmittelkarte, Jede HauS. baltuvg erbält 1 Psund. Die Gemeinde behält sich daS Recht vor, den Verlaus vorzeitig einzustellen. Groß-Serliner parteinachrichten. II. Abt. 7 Uhr, Lokal PeiSIer, Euvrhstr. 11, Fortsetzung der DiS- kulfron über daS Referat Schlwz. ZiO. Abt. Heute, 7 Ubr, Bezirksabend in folgenden Lokalen: Labde. Löwcstr. t, Atbrccht, Straßmannflr. 42, Bohnsdorf, Petersburger Str. 86. 43. Abt. Frauenabend Mittwoch bei Schade, KöSIiner Str, 9. Vortrag deS Genossen Just. Gleichzeitig Zabiabend bei Meher, Pankstr. 82. Eharlottenburg. In der morgen, 7st, Ubr,(latifindenden Mitglieder- veriaminluvg im Voikshausc wird nicht das Schulkompromiß, sondern die neue Zicichsversassung behandelt. Resereut Genosse Franz Krüger, Mitgl. der Nationaloersammlung. Teviprlbof. Morgen, 8 Uhr, in der Aula des Realgymnasiums: Oeffentliche Versammlung. Vortrag: Die Verjassung. Reserent: Genosse Friedrich Stampfer., GewerkschastsdeVMNZ Der Metallarbeiterstreik. Es wird berichtet: Ob die am gestrigen Montag vom Obtt« bürgermeister eingeleiteten Besprechungen zu einem Erfolg führen werden, mutz vorläufig abgewartet werden. Die beiden Parteien haben in der Sitzung im Rathaus die Streitfrage aufgerollt, doch läßt fich nicht behaupten, tzaß eine bedeutsame Annäherung erfolgt wäre. Die Vertreter der Arbeitnehmer sprachen wieder ihre Be- fürchtung aus, daß die Metallindustriellen einen Abbau der Löhne versuchen würden. Dieser Ansicht widersprachen die Arbeitgeber energisch. Es wird heute versucht werden, den Reichsarbeitsminister zu einer Vermittlungsaktion zu veranlassen. Wie der Verband Berliner Metallindustrieller mitteilt, hat Herr v. Siemens an der gestrigen Vermittlungsaktion nicht teilgenommen; an seiner Stelle war ein Vertreter des Verbandes erschienen. Der Streik ist auch heute noch nicht trotz der eingeleiteten Be- sprechungen zum Stillstand gekommen. Allerdings sind nur kleinere Betriebe herausgezogen worden. Bei der Firma Dr. Paul Meyer sind die Fahrstuhlführer und Heizer in Streik getreten, so daß das ganze Werk, in dem 999 Personen arbeiten, zum Stillstand ge- kommen ist. » In der Vertrauensleutekonferenz der in den Metallbetrieben beschäftigten Transportarbeiter berichtete F r o m k e über den Stand der Bewegung. Es stünden jetzt ungefähr 8599— 4999 Transportarbeiter im Ausstand. In einzelnen Betrieben haben die Trans- Portarbeiter den Ausschlag gegeben. Wo die Transportarbeiter noch wichtige Arbeiten verrichten, sollten sie ebenfalls in den Ausstand treten. Es werde anscheinend von Arbeitgeberkreisen versucht, unter den Streikenden Unstimmigkeiten hervorzurufen, indem man den Streik für einen politischen erklären wolle. Dem müsse auf da? entschiedenste entgegengetreten werden. Der Streik sei nach wie vor rein wirtschaftlich.— Klose kritisierte dann die in der Agitatwns- konferenz der S. P. D. gemachten Ausführungen Wuscbicks. Er ver- weise auf die Ausführungen Fromkcs, der ja selbst Mitglied der S. P. D. sei._ Nevolutionäre öetriebsorgankfation. So nrnrnt sich bekanntlich das Gebilde, das unter erheb- lichem Auftvand von Sch'mpfworten gegen die Gewerkschafts- bewegung und ihre Führer unter der Arbeiterschaft für sich Stimmung zu machen sucht. Auch momentan werden in den Betrieben Berlins wieder Flugblätter verteilt, in denen die Gewerkschaften beschuldigt werden, Verrat an allen sozialisti- schen Grundsätzen während der Zeit des Krieges geübt zu haben. Die Gewerkschaften seien konterrevolutionäre Gebilde. Einzig und allein die revolutionären Betr'ebsorganisationcn seien befähigt, den Klassenkampf durchzuführen. Zum Schluß heißt es: Arbeiterl Genosse«! Wollt Ihr mit Eurem Schweiß und Wut die Schulden des Kapitals tragen, wollt Ihr Euch und Eure Kinder und Enkel weiter dem Hunger und Elend preisgeben, nur um dem bankerotten Kapitalismus eine Gnadenfrist zu verschaffen? Wollt Ihr weiter den Gewerkschaften für ihre konteroevolutio» nären Verrätereien seilst die Mittel liefern? DaS wollt Ihr nicht. Das wäre Verrat am eigensten Interesse! Deshalb tretet ein in die Revolutionäre Betriebsvrganisatio«. Diese Sprache gegenüber den Gewerkschaften ist nicht neu, sie wurde bereits geführt zu einer Zeit, als an die revo- lutionären Umwälzungen unserer Tage noch nicht zu denken war. Doch so sehr sich auch damals die Desorganisawren um die Zersplitterung der Arbeiterbewegung bemühten, ihr Machwerk scheiterte an dem gesunden Sinn der deutschen Arbeiterklasse. Daß auch die modernen Organisationszerstörer ihr Ziel nicht erreichen, dessen sind wir gewiß. Die„revolu- tionären Helden" der Gegenwart genießen— wie das bereits aus mannigfachen Beispielen zu ersehen war— in ihren Bestrebungen bekanntlich die Sympathien der Unternehmer. Je mehr es ihnen gelänge, die mühsam aufgebauten Organi- sationen der Arbeiterklasse zu zertrümmern, desto eher wäre es den Unternehmern möglich, das gesamte Lohnproletariat um seinen Einfluß mtf die kommende Entwicklung im Sinne des Sozialismus zu bringen. Daher müssen die jetzt in den Betrieben agierenden P'seudorevolutionäre, hinter denen sich nicht selten verkappte Gelbe und Prätorioner der Unternehmer verbergen, mit ihren Machinationen als Schädlinge gründlich heimgeschickt werden._ Der Streik in den chromolithographischen Anstalten. Seit zwei Wochen streiken die Arbeiter und Arbeiterinnen der -bromolithograpbiichen Anstalten und ckromolitbographischen Kunst- druckbetriebe. Gefordert wird die Anerkennung der Arbeits- bedingnngen, die in dem vom ScklilbtungsauSsKuh gefällien Schiedsspruch festgelegt sind. Die Arbeiter haben dem SchiedS- ipruch zugestimml, den die Unternehmer abgelehnt baben. Der Demobilmachungskommissar hat den Schiedsspruch nicht für verbindlich erklärt, weil feiner Meinung nach die Lohnsätze deS SchiedS- spruckeS den Unternehmer zu stark belasten. Neuerdings haben wieder Verhandlungen in der ReichsarbeitSgemeinschast für Papier- Verarbeitung stattgewnden. Das bei dieser Gelegenheit gemachte An- gebot der Unternehmer konnte die Streikenden nickt befriedigen. Die Vertreter der Sire'kenden machten als ihr äußerstes Angebot einen Vorschlag, der von den Lohnsätzen des Schiedsspruchs etwas ab- läßt. Die Unternehmer lehnien aber auch dieses Angebot ab und die Verhandlungen wuiden wieder resuliatlos abgebrochen. Die Organisationsleitungen(Buchbinder-, Fabrik- und Transportarbeiter- verband) hielten es für zweckmäßig, angesichts der Sachlage die Sireikenden selbst darüber enlickeiden zu lassen, ob sie den Streik ohne Ergebnis abbrechen oder soriietzen wollen, bis die Unternehmer annehmbare Zugeständnisse machen. Di« am Montag nachmittag in den Sophiewälen abgehaltene Versammlung, die außerordentlich stark besucht war, beschloß einstimmig, den Streik fortzu» setze». An die organisierte Arbeiterschaft! 8m bevorstchent«! 1. Oktober geben gar viele Ärbeitereltern ihre Söhne und Tochter als Lehrlinge in kaufmännische Betriebe und Bureaus aller Art. Vielfach werden diese jungen Leute von den bürgerlichen Angestelltcnverbänden für ihre Organisationen eingefangen. Mit den raffiniertesten Mitteln werden sie diesen Organisationen— deren eigentlicher Zweck die Verhetzung der An- gestellten und Arbeiter untereinander ist— zugeführt. Vielfach erfreuen sich die bürgerlichen Verbände bei diesem Gimpelfang der eifrigsten Unterstützung der Arbeitgeber. ES darr nicht wieder vorkommen, daß selbst Söhne und Töchter von organisierten Arbeitern diesen Verbanden beüreiei! und so die Reihen der Arbeitgeberschutztruppen im Kampfe gegen die Arbeiter und Angestc'ssten stärken., Denn all di« bürgerlichen Angestelltenperbände sie wögen sich noch so schön klingende Namen beilegen wie GewcrkschaftS, bund usw.— sind erbitterte Feinde der freigcwcrkschaftlich vrgani- sicrten Arbeiter und Angestellten. Die Söhne und Töchter der Ar- beiter gehören in den freigetverkschaftlichen Zentralverband der Angestellten. Der Zentralverband der Angestellten ist der einzige Angestellteiiverband, der den freien Gewerkschaften an- geschlossen ist. Er ist der einzige Verband der Handlungsgehilfen und Bureauangestellteu, der auf dem Boden des Klassenkampfes steht. Lehrlinge und jugendliche Angestellte unter 17 Jahren zählen Mir 75 Pf. Monatsbcitrag.____ Ter NeichStarif für daS Persichcrnngsgctvcrbe gekündigt. Die freigewerkschaftlichen Angestelltenverbände als Tariskontra, henten haben den Reichstarifvertrag für das Versichcrungsgewerbe durch folgendes Schreiben gekündigt: ET September 1919. An den Arbeitgcberverband deutscher Versichkrungsunternehmungen e. V., Berlin W. 8. Wir r»estStigen den Eingang Ihres Geehrten vom 22. d. Mts. und erwidern darauf, daß auch wir Wert darauf legen, das Tarif- venragsverhältnis aufrecht zu erhalten. In Ihrem Schreiben geben Sie selbst zu, daß einige Besiimniungen des. Vertrages reformbedürftig find. Aus demselben Grunde halten die organi- sicrien VersichernngSangestellten eine rechtlich einwandfreie Klä- rung der reformbedürftigen Bestimmungen, sowie die Acnderung einiger Positionen des Reich-tarifvertmgeS im Jkiteresso des Ar- heitSfriedenS für dringend erforderlich. Die notwendigen Abände- rungsvorfchläge können wir Ihnen jedoch erst unterbreiten, nach- dem eine für Oktober vcraesehene ReickSkonferenz der organi- srerten VersicherringSaiege stellten dazu Stellung genommem hat. Es ist. aber nach unserer Auffassung unmöglich, einzelnen Be° stimmungen des Vertrages eine einwandfreie Fassung zu geben oder Abänderungen vorzunehmen, oline den Vertrag selbst aufzu- kündigen, da dieser als ein einheiiliches Ganzes zu betrachten ist. Infolgedessen sehen wir uns genötigt, hierdurch die Kündigung dcS R- � Tarifvertrages zum 31. Dezember d. I. auszusprechen. Hochachtungsvoll Verband der Bureauangestcllten Deutschlands. Verband der deutschen Versicherungsbeamten. Zantraluerbaud der Handlungsgehilfen. I. A.: Otto Urban. A«S einer Einhcitsorganifation, die ja nun durch den Zu- sammeufchluß des ZentralverbandeZ der Handlungsgehilfen mit dem Verband der Burcanangestellten entstanden ist, hatte der Druck- fehlerkobold in der Notiz unserer Abendnummer vom Montag eine Freihcitsorganisatwn gemacht. Daß die jetzt zusammengeschlossenen Verbände auch brauchen wir wo frei hl nie waren, als sie noch getrennt marschierten, nicht besonders zu betonen. Das Wesentliche der neuen Form besteht in der Einheit. vcriammkiingen der Fleischer. findcn iolpenbe vei summtunae« statt: Vom Zentraleerband der Flelicher r I i n. ? c i Heule Tienstag. den .V>. Lestlembcr,«dendö 7>/, Uyr, in SSlcrt Fefttälei!. Webe: strafe'17.— Cdarloltenburg- WilmerSdors. Merzen MUIwoch. den 1. Oktober, abends 7'/, Uhr, im.Chailotlenburzer VolfSbanS", Nustnen» flrnjic 8.- N c u k ü l l n- L r> h Morgen Mittwoch, den 1. Oktober, abends 7'/, Uhr, im Lokal von PiohaSka, Sodinstraze 57, i» Neukölln.— Deihenl cc« Heiners dar s. idonien Mittwoch, den l. Ollober, abends TU Uhr, im.Prälaten-', Weizensee, Lehdcrflr. 122, Ecke Bertiner Alice.— Schönebrrg-Fr iedena». Siegtitz. Lichterielde. Donnerstag, den 2. Oktober, abends 7'/, Uhr. im Lokal von Berg., Beurig- slrage 16.— P a n k o w- N i e d e r' ch ö n h a u j e n. Donnerstag, den .2, Oktober, abends 7'/. Ubr, im Lokal von Sngel, Mühlenstraze 45, Ecke Lindenvromenade in Pankow. R e i n i ck c n d o r j, Wittenau- Tegel. Freitag, den 3. Oktober, dbends VI, Uhr, im Lokal von Pähl, Proviuzstr. IlZ.— Spandau. Freitag, den 3. Ottober, nachmittags 51/, Uhr, im.Alten Ratsteller". am Markt. Jugendobteilung der Melavarbrttcr. Donnerstag, den 2. Otibr., abends 7 Ustr: Zwei große EUciNdersamnitungen im tkewerUchaiiShauZ, Engeluser 15, Saal 4. und im Eopdien-Nhmiiafiiwi, Wunmeisierstr. 15, Aula. TogcSoidiiinig: Das LehrlingSwclcn in der(5,roh-Derl!iicr Molall- indultrie, die AiiSbiidlmg, die Enilohnung und die Forderungen der Jugegh. Ncserenlen: A. Meipner und F. S'inguib. Geladen sind dje Ctiern der in der Metaltindustri« bctltäjltglcn Lehrlinge loivic die Eitern, die sich noch um eine Lehrstelle bemühen.— Soweit Platz vorhanden ist, können auch die Lehrlinge diesen Versammlungen beiwohnen. Berantw. für den eedaktwn. Teil! Alsred Schdiv ReiitijllN! fllr Anjeieen: Theedsr Älocke. Berlii' vertag: Lorwäris-Perlag S. m. d. H.. Berlin. Druck: Borwitrta- KWiAlWNWvWZiZ kondpl. Volvturrvsslvu'lcO.tuimsem !S«rsr!tSZt.>«.SpftSfe-ELmmier WiJplSiri- 11. Hfirvorragenö scnCn und preiswert lÄ»«MSeü5>Bvss?.a5Rtf en u.$ai«urteot Klubsessel und Sofas in Oobelin und Lader 9�ax.-A SsIcISb: at g ff. 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