Nr.503.36.Jahrg. Bezugspreis Biertefjährl.& L., monatl.& frei ins Haus, voraus zahlbar. Bob bezug: Monatlich& erl. 8u ftellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 6,25 M2, für das übrige Ausland 10,25 m, bet täglich einmal. 8aftellung 8.25 Mt. Boftbeftellungen nehmen an Dänemart, Holland, Buremburg Schweden u. die Schwetz Eingetragen in die Boft- Beitungs- Breislife. Der„ Borwärts" mit der Sonntage beilage Boll. Beit" erscheint wochen täglich zweimal Sonntags einmal, Telegramm- Abreffe: Sozialbemofrat Berlin. oslomalaizo Morgen- Ausgabe. Vorwärts Berliner Volksblatt. 15 Pfennig Anzeigenpreis: Ste achtgespaltene Nonparetllezeile toftet 1,50 tRleine Anzeigen", Das fettgebruckte Wort 60 Pfg.( zuläffig fettgebruckte Worte), jedes weitere Bort 40 Pfg. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen das erste Wort 60 Bfg tebes weitere Wort 30 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für gwet Worte. Teuerungszuschlag 50% Familien Anzeigen, politische und gewertschaftliche Vereins Anzeigen 1,50 Mt die Zeile Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhe nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion und Expedition: SW. 68, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Moritplat, Nr. 15190-15197. Donnerstag, den 2. Oktober 1919. Umbildung des Kabinetts. Die Verhandlungen über die Umgestaltung des Kabinetts Irische Grundlage, wie sie unter der Ministerpräsidenthaben am Mittwoch sowohl in der Sache wie bezüglich der schaft Scheidemanns vorhanden war. Im Ausland dürfte Ressorts zu einer vollen Verständigung geführt. Die De- der Vorgang als ein Art der Konsolidierung angemokraten übernehmen das Ministerium der Justiz, sehen werden und den politischen wie wirtschaftlichen Kredit deffen Leiter gleichzeitig mit der Vertretung des Reichskanz- der deutschen Regierung steigern. Vorwärts- Verlag G.m.b. H., SW. 68, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Moritplas, Nr. 117 53-54. Eine gemeingefährliche Denunziation. Bon Besonderer Seite wird uns geschrieben: Reichswehrminister Noste hat am Dienstag im Haushaltsausschuß der Nationalversammlung die Gründe dafür angeführt, daß die Reichswehr nicht, wie beabsichtigt war, lers betraut werden wird, das Ministerium des Innern, Innerpolitisch verliert zwar die Sozialdemokratie durch bis zum 1. Oktober auf 250 000 Mann herabgesetzt werden fowie das neue Ministerium zur Durchführung der den Hinzutritt der Demokraten das absolute Ueber- tonnte. Es sind dieses die unerwarteten Ereignisse wirtschaftlichen Friedensbedingungen, ins- gewicht im Kabinett, das sie während der Zeit der Allein- in Oberschlesien, Westpreußen und Kurland. besondere des Wiederaufbaues in Nordfrankreich und Belgien. regierung mit dem Zentrum inne hatte. Aber dieser Verlust Die bolschewistische Gefahr für die Heimatlichen Gebiete in Diesem Ministerium werden zugleich die wichtigen Aufgaben ist nur scheinbar, denn in einem Roalitionsfabinett fann Oberschlesien und Westpreußen machten es sogar notwendig. der Entschädigung der Auslandsdeutschen, der Entschädigung niemals nach Majoriäten regiert werden, sondern es die dort stehenden Truppen zu verstärken. Ließ sich also auf der Kolonialdeutschen, der Abwicklung der Vorkriegsschulden muß stets auch auf die mitregierende Minderheit Rücksicht deutschem Boden der geplante Abbau nicht durchführen, und der Zwangsliquidationen, sowie der Entschädigung für genommen werden. Daher konnte auch in der verflossenen so machte es die unvorhergesehene Verzögerung des Rückunsere Handelsflotte zugewiesen. Die endgültige Bezeich- Periode nicht einfach die sozialdemokratische Kabinettsmehr- transports der außerhalb Deutschlands auf baltischem Boden nung und Geschäftsabgrenzung für dieses Ministerium bleibt beit ihren Willen diktieren, denn dann wäre das Ben- stehenden Truppen der Regierung unmöglich, deren Ver vorbehalten. trum einfach aus dem Kabinett ausgetreten und dieses minderung in vorgesehenem Umfange durchzuführen. Auf Grund dieser Verständigung wird der Reichskanzler hätte teine Mehrheit mehr hinter sich gehabt. War also die Reichswehrminister hat, nachdem er allgemein die im Auftrag des Reichspräsidenten die in der Verfassung vor- Mehrheit unserer Partei im Kabinett bisher eine nur for- gänge im Osten" als Ursache der Verzögerung bei der geschriebenen Verhandlungen führen, die noch im Laufe des male, so wird auf der anderen Seite jetzt die Position der Herabsetzung unserer Heeresstärke anführte, zuerst von den heutigen Tages zum Abschluß gelangen werden. Partei dadurch günstiger gestaltet, daß fie nicht auf die Mit- heimatlichen Gebieten", Oberschlesien und Westarbeit einer einzigen Partei angewiesen und daher in preußen gesprochen, die eine zeitweise Vermehrung ihrer Ueber Kurland dagegen, geringerem Grade von deren Wünschen abhängig ist. In Truppenbesatzungen brauchten. bielen Dingen fann der Hinzutritt der Demofraten bewirken, dessen Räumung energisch betrieben wird, und wohin mit daß auf das Zentrum ein stärkerer Drud im Sinne einer deutscher Hilfe kein Soldat mehr gelangt, sprach er die Hofffreiheitlichen Kulturpolitik ausgeübt wird. nung aus, daß seine Druckmittel die dortigen Truppen beranlassen werden, auf schnellem Wege zurückzukehren. Minister Dr. David wird dem Kabinett als Minister ohne Portefeuille angehören. Der interfraktionelle Ausschuß der Mehrheitsparteien tritt, wie früher, unter dem Vorsitz des Abg. v. Bayer wieder in Tätigkeit. 11 " " Der VorNatürlich bringt jedes Bündnis mit einer anders gearDiesen flaren und eindeutigen Sachverhalt benugt die Das Berliner Tageblatt" glaubt berichten zu sollen, daß teten Partei neben Vorteilen auch Nachteile. Aber es ist die Forderungen, auf deren Erfüllung die Demokraten für au begrüßen, daß unsere Partei in sozialpolitischer Beziehung Freiheit" in Nr. 475 unter der Ueberschrift„ Roste die Forderungen, auf deren Erfüllung die Demokraten für absolut fest geblieben ist und namentlich das Betriebs- im Porzellanladen" zu einer infamen Verdrehung. ihren Eintritt in das Kabinett bestanden haben, seitens der rätegefes als unantastbares Palladium der Indem sie die Bemerkung des Reichswehrministers von den übrigen Parteien in allen wesentlichen Punkten bewilligt Arbeiterschaft erklärt hat, das durch das neue Bündnis nicht Vorgängen im Osten, die ihn zwangen, statt abzubauen mehr worden seien. Insbesondere sei den Demokraten in der Frage angetastet werden darf. Damit schwindet das Haupt- Leute dorthin zu schicken, und die selbstverständlich, wie gedes Betriebsrätegefebes entgegengekommen. Wie bedenten, das vor kurzem noch an dieser Stelle gegen den zeigt, nur für Oberschlesien und Westpreußen gemeint war, die P. P. N. von einem Beteiligten erfahren, widerspricht Sinzutritt der bürgerlichen Demofraten geäußert wurde. in sinnwidriger Entstellung des turzen Presseberichts auf diese Darstellung des B. T. dem Tatbestand. Von einem Im ganzen fann gesagt werden: Die Zusammenarbeit Sturland bezicht, geifert fie: derartigen Kompromik kann keine Rede sein. Es steht mit bürgerlichen Parteien ist für uns ein notwendiges fest, daß die Sozialdemokraten von vornherein den vorliegen- le bel, solange wir feine sozialdemokratische Mehrheit im den Entwurf des Betriebsrätegesebes als ein unanta ft- Barlament befizen und die Unabhängigen auf ihrem Standbares Minimum erklärt haben, eine Erklärung, die punkt der Opposition um jeden Preis beharren. Wir tun von den Demokraten auch als selbstverständlich entgegenge- es nicht übermäßig gern, da es aber einmal gefchehen muß, nommen worden ist. Die Darstellung des B. T.", die von so ist ein Busammenarbeiten mit zwei bürgerlichen Parteien, vornherein die wünschenswerte Koalition mit der Beugung untergestellte Bedingungen belastet, fann nicht gerade als glücklich oder gar förderlich bezeichnet werden. Der Rücktritt der Demokraten in die Regierung verschafft dieser wieder dieselbe breite parlamenta Heute keine Versammlungen. Der Polizeipräsident von Berlin hat an die Orts. verwaltung des Metallarbeiterverbandes folgendes Schreiben gerichtet: werden. Eugen Ernst. die ihre schädlichen Einflüsse zum Teil gegenseitig aufheben, der Zusammenarbeit mit nur einer von beiden vorzuziehen, weil dadurch sich das Verhältnis zu den einzelnen Parteien lockerer und weniger verbindlich gestaltet, während gleichzeitig die parlamentarische Basis eine breitere wird. ing Achtung! Arbeiter, Parteigenoffen! * Der Bezirksvorstand. Es wird die Nachricht ausgesprengt, daß die Versamm Die Ortsverwaltung des Metallarbeiterverbandes fest als lungen auf Betreiben Schlickes doch genehmigt seien. Das selbstverständlich vorans, daß die Arbeiterschaft sich unter ist Schwindel; mit den maßgebenden Stellen hat kein keinen Umständen provozieren lassen und die nötige Ruhe be- Mensch über eine Genehmigung der Versammlungen verMit diesem Eingeständnis hat die Regierung fich selbst gerichtet. Ihre Beteuerungen, daß fie alles getan habe, um die Räumung des Baltikums durchzuführen, und daß sie infolge ihrer Entwaffnung nicht in der Lage sei, ihren Befehlen an die furländischen Truppen stärkeren Nachdruck zu verleihen, werden durch die Erklärungen Nostes Lügen gestraft. Was auch die Regierung weiterhin zu ihrer Entschuldigung vorbringen sollte, ist nun von vornherein als Täuschungsversuch getennzeichnet. Sinnentstellende Verdrehungen ist man bei diesem schieläugigen Sensations- und Revolverblatt ja nachgerade gewöhnt. In vorliegendem Falle handelt es sich jedoch um eine Perfidie von ganz besonderer Gemeingefährlichfeit. " Die Freiheit" weiß, daß die Entente, um die rasche Wie wir von vielen Seiten hören, wird wieder einmal in den Räumung Kurlands zu erzwingen, die Versorgung Werkstätten mit dem Gedanken gespielt, die 30 vom Deutschen Deutschlands mit Lebensmitteln und RohMetallarbeiter Verband einberufenen Berfammstoffen zu unterbinden droht. Ebenso weiß sie, lungen zu Straßendemonftrationen zu benken und daß die Regierung alles in ihrer Macht liegende tut, um die die Arbeiter, die die Arbeit fortseßen, mit Gewalt zur um ihre Hoffnungen ihre Hoffnungen betrogenen renitenten Truppen In der Freiheit" vom 30. September 1919 find 30 Ver Arbeitsnieberlegung zu zwingen, ebenso den zum Gehorsam zu zwingen. fammlungen der organisierten Arbeiter Groß- Berlins vom Metall- Bertehr der Straßenbahn zu verhindern. Da leider der Sie weiß auch, daß Reichswehrminister energische Offiziere mit bearbeiterverband einberufen. Diese Bersammlungen sind nicht an die früheren Ereignisse gezeigt haben, daß eine gewisse Schicht nur fonderen Vollmachten an Ort und Stelle geschickt hat, gemeldet und genehmigt, sie sind daher unzulässig und müßten nach allzu leicht geneigt ist, auch solche Gedanken in die Tat umzusetzen, daß eine strenge Grenzsperre jeden weiteren Zuzug an den bestehenden Bestimmungen verhindert werden. In der selbst- und daher befürchtet werden muß, daß es auch heute zu Gewalttätig. Menschen und Material nach Kurland verhindert, und daß verständlichen Ueberzeugung, daß dem Metallarbeiterverband der feiten und Aufläufen kommt, ersuchen wir unsere Parteigenoffen, auf Leute, die die Grenze überschreiten, geschossen wird. Der Wille einer Verletzung der Verordnungen des Oberkommandos fern sich von allen Demonstrationen, Aufläufen und Freiheit" ist ferner bekannt, daß die nicht aus Kurland liegt, ersuche ich ergebenft, die geeigneten Schritte zu tun, um die Krawallen fernzuhalten. Zurückkehrenden ihrer Löhnungs- und Versorgungsansprüche Bersammlungen nicht stattfinden zu lassen. Gegen gleichwohl stattberlustig gehen. Und doch wagt es sie, indem sie dem Reichsfindende Bersammlungen unter freiem Himmel müßte eingeschritten wehrminister die Worte im Munde herumdreht, die Regierung der Hinterhältigkeit und des Doppelspiels zu verdächtigen. Was fümmert sie es auch, wenn die Ernährung des leidenden Boltes bedroht wird! Was geht sie es an, wenn das darniederliegende Wirtschaftsleben in noch größeres Siechtum versinkt! Was sind ihr die Interessen des deutschen Volkes, Das„ 8- Uhr- Abendblatt" erhebt ein großes Sensationswenn es sich darum handelt, sich in blindwütigem Haß gegen geschrei über einen bevorstehenden Putsch im Zusammenhang die„ Noskeregierung" auszutoben und der Regierung auf mit dem Metallarbeiterstreit nnd über die zu seiner Verhindeihrem schwierigen Wege dauernd Knüppel zwischen die Beine zu werfen. rung angeblich getroffenen Maßnahmen. Es besteht gar kein Da die Ratifitation in Italien nicht bis nach den Die Einwohnerwehren denunzierten die Unabhängigen Grund, auzunehmen, daß die organisierte Arbeiterschaft Groß- Kammerwahlen hinausgeschoben werden tann, so wird als geheime Militärorganisationen und haben dadurch nicht Berlins sich von irgendeiner Seite davon abbringen lassen der Friedensvertrag borläufig durch ein tönigliches geringe Beunruhigung, namentlich bei den Franzosen hervorkönnte, die Erfüllung ihrer Forderungen auf anderem als Defret genehmigt werden. Sofort nach der Veröffent- gerufen, obwohl die Einwohnerwehren ihre polizeilichen friedlichem Wege anzustreben. Wir haben in diesem lichung dieses Dekretes, das Garantien für die nachfolgende Funktionen in aller Deffentlichkeit ausüben. Immer wieder Jahre wahrhaftig genug erlebt, als daß nicht jeder wissen Ratifizierung in der Kammer enthalten dürfte, werden die verbreiteten die Unabhängigen falsche Zahlen über die sollte, wohin der törichte Gedanke und seine Betätigung führt, diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu den deutsche Heeresstärke. Noch unlängst hat Longuet in französischen Kammer die Lüge Crispiens in dem niedergebrochenen Deutschland die erprobten Wege der 8entralmächten wieder aufgenommen werden. der Das Kabinett begründet die Auflösung der Kammer mit nachgebetet, daß Deutschland 1 200 000 Mann unter Waffen gewerkschaftlichen Taktik zu verlassen. Die Lage für uns alle dem Hinweis auf die lange Legislaturperiode und die geringe habe. Namentlich aber versuchten sie es, das Ausland auszuist ernst geung; es ist ungebührlich, sie durch sensationelle Bahrscheinlichkeit, die Ratifikation vor dem 26. Oktober vor- bezen durch ihr ewiges Geschrei von der drohenden GegenAufbauschungen noch zu verwirren. Nur der entschlossene zunehmen. In dem Bericht an den König wird darauf hin- revolution aus dem Osten und dem doppelten Spiel, das die Wille aller Volksteile, zu arbeiten und zu produzieren und im gewiesen, daß die Friedensverträge von 1859, 1860 und 1866 Regierung im Baltikum treibe. Der 3wed ist flar. Der Berhandlungswege die jeweils besten Bedingungen dafür zu ebenfalls erst nachträglich vom Parlament ratifiziert macht fattor, der verhindert, daß Deutschfichern, kann uns wieder vorwärts bringen. land von den Unabhängigen zu einem bol wahren werde. handelt. Vorläufige Ratifikation in Italien. wurden. schetvistischen TollhauS gemacht werde, soll. wenn möglich, mit Hilfe der Alliierten zer- schlagen werden. Leider hat dieses landesverräterifche Treiben in der noch immer nicht gewichenen Atmosphäre allseitigen Mißtrauens namentlich bei den Franzosen nur zu viel Erfolg gehabt. Trotz grundverschiedener Motive finden sich der„P o p u- l ä i r e" und der„T e m p s" zusammen in dem Wunsch, Deutschland völlig wehrlos zu machen. Während die einen bezwecken, Deutschland dem Bolschewismus ans Messer zu liefern, fürchten die anderen selbst von einer noch so unbe- deutenden deutschen Truppenmacht Gefahren. Nun kann nicht oft und laut genug betont werden, daß die deutsche Regierung schon aus finanziel- len Gründen gern auf jeden Mann, den sie entbehren kann, verzichtet. Wie bei der Durch- führung des Friedensvertrages im allgemeinen, so ist sie auch bei der Herabminderung des Heeres benrüht, das Diktat der Entente in loyal st er Weise zu erfüllen und ihr mit absoluter Offenheit jeden ge- wünschten Einblick in unser Heerwesen zu ge- währen. Selbstverständlich soll auch in Zukunft der Ver- such gemacht werden, mit 100 000 Mann Reichswehr auszu- kommen. Aber die Ehrlichkeft gebietet, es schon jetzt offen auszusprechen, daß es schlechterdings unmöglich erscheint, diese Verkleinerung bis zum 1. April 1020 durchzuführen. Infolge der Kohlen- not und der mit ihr verbundenen Arbeitslosigkeit gehen wir einem sehr schwierigen Winter voll unberechenbaren Möglich- keiten entgegen. Deshalb wäre es dringend erwünscht, wenn wenigstens vom 1. Januar 1920 ab nicht mehr wesentlich an den Beständen der Reichswehr gerührt zu werden brauchte. Abgesehen davon, daß dadurch die Ziffern der Arbeitslosen fortgesetzt anschwellen müßten, würde eine rasche Verwinde- rung auch die bestehenden Verbände zerreißen und in ihrer Verwendungsfähigkeit beeinträchtigen.' Infolge der Verzögerung der Ratifizierung des Frie- densvertrageS war es bisher leider nicht möglich, mit den Vertretern der Alliierten in Verbindung zu treten. Sehr viele Mißverständnisse hätten sich dann leichter beseftigen lassen. Inzwischen ist die Vorkommission der alliierten Ueberwachnngskommission unter Führung des französischen Generals Rollet eingetroffen und auch General D u p o n t am 1. Ottober aus Paris zurückgekehrt. In dem bisherigen Zustand allgemeinen Mißtrauens konnte das Gift der„Frei- Heft* leider nur zu sehr wirken. Wir zweifeln jedoch nicht daran, daß sehr bald, nachdem die offiziellen Beziehungen und ein regelmäßiger Gedankenaustausch aufgenommen sein werden, die Alliierten sich davon überzeugen werden, wie unangebracht aller Argwohn gegenüber Deuffchland ist. Dann wird sich auch zeigen, daß die Lügen der„Freiheit" kurze Beine haben. Auf die Dauer wird sich auch das ängstlichste Genmt auf Seiten der Entente der Einsicht nicht verschließen können, daß 200 000 bis 300000 Mann deutscher Reichswehr für niemand in der Welt eine Gefahr bilden, daß dazu aber gegenwärtig 100 000 Mann werden könnten, denn diese dürften äugen- blicklich kaum in der Lage sein, die Flick des Bolschewismus aufzuhalten. Ein bolschewistisches Deutschland jedoch bedeutet eine Katastrophe für das ge- famte Ab e.n bland._ Die �Ireiheit" gesteht! Gestern noch auf stolzen Rossen... Testern noch Ge- schrei über Lüge, Verleumdung und Entstellung deS„Vorwärts"— heute ein halb trotziges, halb verlegenes Ge- ständnisl Diesen Umschwung in der Haftung der„Frei- heit" haben die Zitate hervorgebracht, die wir in der Mitt- woch-Morgennuimner aus der französischen sozio- listischen Presse veröffentlichten. ytiis Thoma. Am 2. Oktober wird HanZ Thotna. der Altmeister der deutschen Maler, der immer noch schafft und uns eben erst in einer kleinen Schrift.Wege zum Frieden"(E. Diederichs, Jena) trostvoll« Be- tnrchtunizcn gespendet hat, 80 Jahre alt. In all dem wild auf- gärenden Gebrodel unserer Zeit steht er ruhig da: ein Bild in sich gefestigter Kraft und Geschlossenheit. „Wenn wir nun arui zu nennen sind an materiellen Gütern, das soll uns die Freude an der Arbeit nicht verleiden. Es ist be- Wiesens Tatsache, daß man arm und dabei fröhlich sein kann— Wir müssen auch in die Zukunft hinein weitsichtig werden wie das Alter über die Gegenwart hinweg, in der Hoffnung auf neue Jugend, in der deutsches Wesen, zu unvergänglicher Klarheit geläutert, wieder aufersteht. Im Volksleben muß man mit Geschlechtern rechnen und muß über Persönlichkeit und Gegenwart hinwegsehen, der Blick in die Weite gibt uns die so notwendige Gelassenheit und Seelen- ruhe, das Ungemach der Gegenwart zu ertragen." So spricht der Achtzigjährige,... Hans Thoma ist geflissentlich als der deutscheste der deutschen Künstler gepriesen und als Bannerträger einer nationalen Volks- hwp ausposaunt worden. In seiner schlichten Art hat er solchen Ehrgeiz von sich gewiesen. Er ist ein wackerer MalerSmann, der sich in steter Entwicklung gefunden und seine besondere Art auS- gewirkt hat. Diese Art freilich ist tief verwurzelt im bäuerlichen deutschen Volkstum, das künstlerisch gesteigert und verfeinert in ihm zum Ausdruck kam. Thoma selbst hat alles nötige darüber gesagt: „Die Natur hat niir gute Augen zum Sehen und Schauen mitge- geben. Von den Ellern erbt« ich Ausdauer im Arbeiten nnd Ge- buld. das große Erbgut der Armen. Als besonderes Muttererbe wurde mir ein reicher Schatz bon Phantasie und Poesie in den ein- fachen Grundformen, loie sie noch im Volk« lebt." So ausgerüstet hat der Bauern- und Handwerkersproß— er stammt aus Bernau im südlichen Schwarzwald— selbst seinen Weg suchen müssen. Er ist bei eiltem Lithographen und später bei einem Uhrenschildmaler in die Lehre gegangen und hat also auch Hand- werkliche Tradition übernommen. Von früh auf hat fick sein Talent angeregt, so daß man auf ihn aufmerksam wurde und ihn schließlich mit 20 Jahren auf die Karlsruher Akademie schickte. Wie so vieles im Leben, bat er den Drill ohne Gefahr überstanden und dann den schweren Weg deS Künstlers gehen müssen, der ohne den festen Anhalt einer Schul« und ohne die materielle Stütze von Auf- trägen sich durchfrettet, bis er Freund« findet, dke ihn verstehen. In Viesen Wander- und Lehrjahren hat Thoma starke Anregungen, besonders auch französischer Kunst, in sich aufgenommen: dieser deutsch« Maler hat wie Dürer nach guter deutscher Art sich euro- pätsch orientiert. Die Landschafterschule von Fontainebleau und besonders der urwüchsig-kraftvolle Tourbet, der Entdecker der All- tagsschönheit, habe» stark auf ihn gewirkt. Als er nu» in Karls- nahe und München auszustellen begann, wurde er von den Kunst- Vereinsphilistern in den Bann getan. Ja, der später so gefeierte und populäre Thoma war wegen seiner roalistischcii Malerei als „Sozialdenwkrat" verschrien und dauernd unverkäufllch. Er hat spüler in seinem schönen Plauderduche.Im Herbste des Lebens" mit Htnnor dadoa erzählt- s5» ist heut besonders zeitgemäß, daran zu Wer freilich das verlegene Gestammel in der Mittwoch- Abendausgabe der„Freiheit" liest, der bekommt keine Vor- stellnng, um was sich die ganze Auseinandersetzung eigentlich dreht. Die alte Taktik, hinter Schimpsworten die a b s o l u t e Ratlosigkeit zu verbergen, feiert Triumphe. Die„Frei- heit"-Leser erfahren, daß die Redakteure des„Vorwärts" ein- fältiM Pinsel find, was aber diese„Pinsel" eigentlich der Welt mitgeteilt haben, wird schamhaft verschwiegen. Wir rekapitulieren kurz: Wir haben festgestellt, daß die französischen Sozialisten die völlige Entwaffnung Deutschlands bis zum letzten Mann und zur letzten K anone fordern, mit der Absicht oder m i n d e» stens Nebenabsicht, dadurch den Steg eines u n» abhängig-kommunistischen Putsches zu fördern, wir haben weiter festgestellt, daß ihnen als Material für diese Kampagne die von den deutschen Unabhängigen verbreiteten Lügen über die angebliche Märke der deuffchen Wehrmacht dienen. Die„Freiheit" begeifert das als Schwindel, Lüge usw. Wir bringen darauf ein klares und eindeutiges Zitat aus einem Leitartikel des„Populaire", in dem die französische Partei aufgefordert»vi od, eine große Kampagne zur völligen Enttvaffnuirg Deuffchlands zu unternehmen, denn ihr könnt e�es doch nur lieb sein, tvenn auf diese Weise die„Republik Scheidemann" in Trümmer gehe und die Unabhängigen und Kommunisten in den Sattel gehoben würden. Natürlich hat die„Freiheit" nicht den Mut, ihrenLesernauchnurdieExistenzdieses „Populaire"-Artikels, geschweige denn sei- nen Inhalt od er. gar Wortlaut zu verraten. Dafür beschuldigt sie uns, daß»vir keine Ahnung vom In- halt der französischen Presse hätten. Mehr offenbar, als der „Freiheit" lieb ist! Aber da sich nun gegen unser» Fest- stellirngen nichts sagen läßt und die„Freiheit" auch den Crispienschen Schwindel in Luzern nicht ableugnen kann, so bequemt sie sich zu folgendem Geständnis: Nun wolle« wir v.-n NoSke-Nationalisten gegenüber gar kein Hehl daraus machen, daß, wenn wir Gelegenheit gehabt hätten, unS mit den franzSfifchen Genossen darüber z« verständige«, wir sie sicher nicht davon abgehalten hätten, die genaue Einhaltung derjenigen Bestimmungen des Friedensvertrages z« fordern, die uns writau» die beste dünkt. Nämlich die Einschränkuag der Wehrmacht a«f daS für Polizeizweckr nötige Matz. Na also! Warum denn dann erst daS große Theater moralischer Entrüstung?! Es ist doch eine»nerttvürdige Taktik, erst mft großem sittlichen Pathos ein« Tat abzu- leugnen, um nachher zu erklären, man hätte sie ganz gern ausgeführt, wenn man nur Gelegen- heitdazu gehabt hätte! Nur soll uns die„Freiheit" nicht erzählen, daß es den Unabhängigen an Gelegenheit g e- fehlt hat. sich nnt den französischen Sozialisten zu verstän- digen! Ist man denn in Amsterdam und Luzern nicht miteinander zusammengekommen? Und nun beachte man: Die Gelegenheit war reichlich da. Dre„Freiheit" sagt:„Wenn wir die Gelegenheit gehabt hätten, hätten wir es getan."— Wer glaubt nun, daß sie es nicht getan haben?!_ Die Lebensmittelnot im Saargebiet. Die bekannten unhaltbaren Zustände auf dem Lebensmittel- markt im Saargebiet, die sich durch die willkürliche Herab- setzung der Mark herausgebildet hatten, waren in den letzten Tagen Gegenstand von Besprechungen der Militär- v e r w a lt un g s- L a n d r 2 te und Bezirksamtmänner deS Saarlandes bei dem Oberften Militärverwalter deS Saargebietes in Saarbrücken. Das Resultat dieser Be« spreckiungen war, daß der Oberste Militärver Walter anordnete, daß die Zuschüsse der Kommunalverbände zur Verbilligung der französischen Lebensmittel beibehalten werden. Ferner sollen im Auftrage der französischen Verwaltungsgebäude vereidigte Bücherrevisoren die Bücher und die gesamte Geschäfts« führung der Kommunalverbände bezüglich der Lebensmittel aus französischen Lieferungen prüfen. erinnern, tvo dieselbe Unduldsamkeit sich gegen die jüngste Kunst breitmacht. Wer die Welt anders schaut und gestaltet, als«S die Zeitgenossen gewohnt sind, wird zwar immer Wioerstände über- winden müssen. Wer der AusgleichSprozetz kann ohne Gehässigkeit und Bitterkeit vor sich gehen. Thoma mußte fünfzig Jahre all werden, biS die andern mit feinen Augen febea gelernt hatten. Dann kam rasch der Ruhm und die Popularität und das Wirken ins Breite. Er wurde nun museumsreif(in Karlsruhe, wohin er als Galeriedirektor berufen wurde, gibt eS ein eigenes Thoma- Museum) und die Bücherschreiber bemächtigten sich seiner: er wurde Zielscheibe und Schild im Kunstkampfe. Auch das hat nun wieder abgeebbt und heute wissen wir ungefähr, was wir an dem alten kleinen Mann mit dem starken Kopf und den feinen Zügen haben. ES ist ein herzliches Gutscin mit ihm, das viel wertvoller ist denn die Verhimmelung. Thoma ist immer ein Eigener und Wseitiger gewesen. Darum bat er bei aller Berührung mit den Zeitgenossen etwas Zeitlose?. Wenn man wollte, könnte man ihn heute besonder?«modern" finden, da er, wie die Expressionisten, nicht die Natur abgeschrieben, sondern in sich neu geboren, seinen Kunstzwecken untergeordnet und mit allerlei guten Gaben auS seiner Phantasie ausgestattet hat. Er ist knie Böcklin ein Dichter-Maler, wenn auch seine Poeterie hausbackener, derber, irdischer gerichtet ist. In seinen Mappen und Wandblättern, in seinen Kalendersachen ist viel altes volkstümliches Gut wieder lebendig geworden. Aber so schöpferisch und vielseitig er seine Welt gestaltet, so stark er sein Innenleben zum Ausdruck bringt, so hat er doch den fruchtbaren Anschluß an die Natur nie aufgegeben. Unermüdlich hat er ihren unerschöpflichen Formenreichtum in sich aufgenommen, um nachher frei mit diesem Schatz zu Wirt- schaften. Wie die alten deutschen Meister hat- er die Andacht zum Kleinen und Kleinsten. Jeden Grashalm und Stein Hat er voll Ausdruck gefunden und mit frischen Sinnen sich liebevoll in die Natur versenkt.(Seine köstlichen Zeichnungen im Besitz der Na- tionalgalerie legen Zeugnis davon ab.) Neue Generationen sind herangewachsen, neue Klassen, die den Traditionen des Bauerntums entfremdet find, heraufgestiegen. Diesen jagt Thoma heute am meisten in seinen Landschaften und reinen Stimmungsbildern. Hier hat er uns sein Bestes gegeben: seine Innerlichkeit, seine Frohhcit und vor allem auch seine Maler- gualität. Als Südlvestdeutscher bat er vorzüglich die heitern Land- schaften des Oberrheins, des SckiwarzwaldeS. d«S Taunus gemalt. Raumweite und sonnige? Gefühl strömt au» ihnen: wir werden frei und leicht davon. Schöpfer und Schöpfung sind völlig eins ge- worden, eS klingt uns die frohe Botschaft von der Alleinheit alle» Seienden aus Baum und Wiese und Bach. Der Geist des deutschen Volksliedes ist hier Anschauung geworden; wie ein« holde Musik umfängt uns der Zauber deutscher Heimat. Der Maler Thoma ist es nirgends mehr als in der Landschaft. Nirgends hat er feinere Tonwerte, größere Harmonie, leichteren Rhythmus und freiere Uebersetzung der Natur. Wer den Maler Thoma, der auch ein gediegener Terboiker ist, kenne« lernen will, der soll ihn hier erspüren. Mit Hans Sachsens Ruf sei uns der Alle in Karlsruhe heute gegrüßt: i Ehrt eurs deutschen Meister, dann bannt ihr gute Geister! K. H. v. Sozialöemokratke unö Antisemitismus. Vom Genossen Georg L an d»b erg. Breslau erhalten wix folgende Zuschrift: „Folgende Angelegenheit, bei der nach meinem Gefühl perfön- lichc, publizistische und politische Reinlichkeit in gleicher Weise in- teressiert sind, zwingt mich den„Vorwärts" um ein wenig Raum zu bttden. August W i n n i g, der jetzige Oberpräfident von Ostpreußen. veröffentlicht in Nr. IS der„Glocke" einen Artikel:„Glossen zur Ratifizierung", in dem er den Sozialdemokraten jüdi- scher Abstammung zumutete, fich in allen Fragen, die na- tionale Gefühle des deutschen Volkes berühren, zurückzu- halten, weil ihnen durch ihre volksfremde Abstammung der Weg- zum Verständnis für das Fühlen des Volkes versperrt sei. Da kein anderer antwortete, so hielt ich mich für verpflichtet. der 5datze die Schelle umzuhängen indem ich in Nr. 20 der„Glocke" Winnigs Rassentheorie kritisierte und ihn an die Seite der Anti- semiten stellte. In Nr. 22 trat Winntg zu länger« Antwort an. Zunächst kieß er sich von einem ungenannten Parteigenossen den Mut be- fcheinigen, der ihn, wohl gegenüber der Alliance isvaelite, zu seinen Schriftleistungen beseelt hätte. Dam» aber spielte er den natio- nalen Otto Landsborg gegsn mich ans und überhäufte mich mit Schmähungen, weil ich seinem Anspruch an Patriotismus nicht genüge. Max Schippe! hat vor Jahnen melancholisch über gewisse Par- toS>iSkus sinnen geäußert, sie fangen bei der Weltanschauung an und endeten in der Gosse. Antisemitische Darlegungen wie die WinnigS bleiben von vornherein der Gosse treu. Ich verzichtete selbverftändlich, denselben Ton anzuschlagen und sandte der„Glocke" beifolgende kurze Erwiderung, die bemüht ist, daS sachliche Ergebnis der Debatte herauszuarbeiten. Unter dem 27. v. M. teilt mir die Redaktion mit, daß sie die Diskussion als abgeschlossen betrachten möchte. Ich derzlchte darauf, gcgem diese merktvüiÄige Auffassung her- auSyeborifcher Anzuttäglichkett zu polemisieren. Da mir aber der ganze Vorfall als Beitrag zu der Frage.Antisemitismus und Sozialdemokratie" nicht gang unerheblich zu fein scheint, wäre ich dem„Vorwärts" dankbar, wenn er mein« Erklärung veröffentlichte." Wir kommen dieser Bitte nach. Die abgelehnte Entgegnung lautet: „Herr Winnig gibt zu, daß er kein Rassenöheoretiker ist. Das ging aus feinem Aufsatz klar genug hervor. Jödenfctlls freut mich. daß er seine Unlänglichkeit auf diesem Gebiete jetzt selbst einsieht. Wenig« fortgeschritten ist die Selbsterkenntnis Winnigs in Fragen der praktischen Politik. Er„weiß sich von jeder anttsemiti- scheu Regung frei", llnd hat doch in Nr. 16 der„Glocke" unseren Genossen jüdisch« Abstammung zugemutet,„sie sollten darauf ver- ziehten, dem deutschen Volke da ihren Rat zu erteilen, wo ihnen durch ihre volksfremde Abstammung der Weg zum Verständnis für das Fühlen de» Volkes versperrt ist*. Kurz gesagt: jeder deutsche Jude soll sich als Deutscher, und wenn or Sozialdemokrat ist, als Parteigenosse zweiten RangeS fühlen und verhalten. Mit anderen Worten steht das auch in jedem antisemitischen Programm. Die Traub(in den„Eisernen Blättern") und Bruhn (in der„Wahrheit") wissen schon, warum sie Winnig als Retter begrüßt haben. Winnig tut mir die Ehre an, mich als Typuö der ihm un- sympathischen Juden zu bebandeln. Er irrt. Ich bin ein klein« Vorstadtarzt in ein« zurückgebliebenen Großstadt, habe niemand hinter mir, niemand um mich. Winnig selbst bezeugt mir mit sein« hilflosen Raterei, wie unbekannt ich ihm bin. Aber ich glaube wie Tausenide anderer deutsch« Juden nach beffem Ermessen schweigend mein« Pflichtunken. Dabei fehlen fast alle ausländischen Zahlungsmittel. Hätte man aber vor Monaten mit weniger Rücksicht auf die deutsche Valuta die deutsche Industrie mit Rohprodukten versorgt, wir hätten heute auf dem Markt deutsche Produkte. Auch jetzt noch muß alles darangesetzt werden, die Rohmaterialeinfuhr zu fördern. Denn nie ist das deutsche Volk mehr in der Lage gewesen zu konkurrieren als in der Zeit des schlechten Valutastandes. Doch es sind nicht bloß materielle Wirkuti�en, welche so auf die Zahlungsbilanz ein- wirken, sondern der Sturz der deutschen Valuta hat auch poli- tische Gründe. Den letzten Stoß hat die deutsche Valuta durch die Politik de? ReichsfinanzministerS erlitten, zuerst sein Wort vom StaatSbankerott in der Rit- tionalversammlung und dann der Plan der Notenabstempelung. Tie Arbeitslosenunterstützung darf nickt zum Schlupf- Winkel für Elemente werden, die störend in den WirtfchaftZprozeß eingreifen. Ebenso ist die Rückkehr der Akkordarbeit zu fördern. Bei sicherer Führung wird e» gelingen, Valuta- anleiben im Ausland aufzunehmen. Reichsfinanzminister Erzberger: Diese Begründung war eine Enttäuschung, denn sie hat nicht ein einziges neues Mittel angegeben. Die Regierung war bisher nicht untätig und hat auch vielfach schon besiernd gewirkt. Die Vorwürfe des Vorredner? find unbegründet. Ich habe nie eine Notenabstempelung, sondern nur einen Notenumtausch zur Hinderung der K a- p i t a l f l u ch t beabsichtigt. Unüberwindbare technische Hinder- nisse haben die Ausfübrung verhindert. ES ist nicht richtig, daß diese Pläne einen Kurssturz von E» Proz. verursacht hätten. Der Sinn' der ganzen Hugoscken Rede war: Erzberger muß weg. dann wirs die Valuta bester. Es ist nicht richtig, daß das Ausland kein Vertrauen zu mir hat. Gestern hat mein Vertreter in Holland einrn große» Lalutakredit abgeschlossen, und weitere Abschlüsse find in der Schwebe. Das Aus- land kennt uns. es weiß, daß der Aufbau stch bei unS nur langsam vollziehen kann, und daher kann sich die Valuta auch nur langsam bessern. Mit.der Zwangsarbeit ist nichts zu machen, lieber Zwangsarbeit für Wucherer, namentlich solche im Lederhandel, läßt sich reden. Doch im allgemeinen wird die Zwangsarbeit kommen, aber anders, als es sich mancher denkt. Nur noch wenige Deutsche werden von ihren Renten leben können, alle werden arbeiten müssen, oben wie unten. Die Arbeitslosenunterstützung wird abgebaut werden. Aber jetzt, vor einem harten Winter, ist die gänzliche Beseitigung unmöglich. Die Akkordarbeit wird m steigendem Maße eingeführt und wird in den Reichsbetrieben bereits mit gutem Erfolg geHand» habt. Rohstoffe haben wir so viele eingeführt, als wir bezah- len konnten. Hätten wir noch mehr Rohstoffe gekaust, sv wäre die Valuta noch weiter gesunken. Der LuxuS ist zurzeit noch immer unerlprt Das deutsche Volk vertrinkt täglich für 3 Millionen Mark Kaffee. Bleibt die Einfuhr für Kaffee offen, so werden bald 5 bis 6 Millionen Mark für Kaffee in das Ausland wandern. Das muß verwüstend wirken. Mit der absoluten Aufhebung der Zwangswirtschaft würden wir das deutsche Wirtschaftsleben ruinieren. So nötig wir Kupfer gebrauchen, können wir die Kupfereinfuhr doch nicht schrankenlos steigeben. Im übrigen hatte das Finanz- Ministerium mit der Valutapolitik bisher nichts zu tun, das war Sache der Reichsbank. Welcher Industrie zuerst Hilfe geleistet werden soll, werden Besprechungen mit dem RctchSwirtschaftS- Ministerium ergeben. Vor der Ratifizierung des Frieden? ist es aber unmöglich, größere Anleihen im Auslände zu erhalten. Die Valutafrage muh durch internationales Ab- kommen gelöst werden. Bedauerlicherweise verkaust die deutsche Industrie nach dem Auslande viel zu billig. Die Valuta kann auch nicht gesunden, wenn die Kapital- und Steuerflucht so weitergeht, wie in den letzten Monaten. Auch die Ordnung im Etat muß hergestellt werden. Erfreulicherweise hat die Ar- beilsfreubigkeit allgemein ganz erheblich zugenommen. Es wird auch in Bergwerken mobr gcsördert. Die Regierung wird nun noch für bester« Lebensmittelpreise sorgen, demnächst soll Fleisch und Speck zu billigen Preisen abgegeben werden. Die Schwierigkeit der Kohlenfrage liegt im Trans. Port. Vielleicht wird sogar auf bestimmte Z«t der Personen. verkehr cingestcll: werden. Die Natlonalversammluna darf das Vertrauen haben, daß die Regierurig bestrebt ist, die Valutastage mit allen Ästtteln befriedigend zu lösen. Die Besprechung der Interpellation wird beschlosten. Abg. Braun-Franken-(Soz.): De? Forderung des Abg. Hugo auf weitere Aufhebung der Zwangswirtschrft kann ich w'.chr beistimmen. Wir haben die ver- hängnisvollen Folgen beim Hafer und beim Leder gesehen. Wir bcfüchcn uns in einer finanziellen WcltkrisiS, wie wir sie noch nicht erlebt haben. Der Zusammenbruch unseres MarkkurfeS im Auslande muß auf das lebhafteste bedauert werden. Wenn der Sturz des Markkurses im Zulande nicht so erheblich ist, so verdanken wir da? nicht Herrn Hugo und seinen Freunden, sondern der Planwirtschaft des Fmanzministerrums. Die Notlage auf dem Geldmärkte rst eine europäische Erschei- nung. Das einzige Land in der Welt, eckgesehen von Japan. das einen günstigen Wechselkurs hat, ist Amerika. Es ist aber lächerlich zu sagen, daß alles bei uns besser stünde, wenn wir ein« andere Regierung hätten. Das Traurige an unseren Wirtschaft- lichen Verhältnissen erklärt sich ganz natürlich aus dem Krieg und seinen Folgen. Der einfachste Mann weiß, daß wir vor dem Kriege unsere Waren nicht mit Gold oder Wechseln bezahlt haben, sondern mit Waren. Heute, wo wir nicht genügend produzieren können, befinden wir uns in der traurigsten Lage, UnS fehle« Rohstoffe. Wir müssen Häute aus Argentinien bekommen, um wieder Schuhe machen zu können. � Wst brauchen spanische Erze, um Stahl herstellen zu können. Wir können die Rohstoffe aber nur hereinbekommen, wenn wir sie mit Fertigprodukten bezahlen. Die jetzt eingetretene Erhöhung der Lebensmittelpreise sowie die Erhöhung der Löhne verlangen, daß wir mehr produzieren. Das müssn wir dem deutschen Volte immer wieder klar machen. Die Minderung der Leistungen des deutschen Volkes ist nicht damit zu erklären, wie es Abg. Hugo getan hat, daß man sagt, die Arbeiter hätten ihre Pflicht nicht getan. Wenn«ine Unlust zur Arbeit vorhanden ist, so ist dies die Folge d« 4�4 jährigen Entwöhnung von der Arbeit, die der Krieg verschuldet hat. Erfreulich aber ist es, wie der Finanzminister Erzberger hervorgehoben hat und wie ich bestätigen kann, daß die Arbeitssreudigkest bei den deutschen Arbeitern ununterbrochen im Steigen begriffen ist. Hier beginnt der Gesundung? Prozeß. Waren e» die oberen Klassen, die unS in den Krieg geführt haben, so wird eS die Arbeiterklasse sein. die Deutschland wieder hochbringt. Auf diese Weise wrrd die Valutafrage am besten gelöst.(Lebhaftes Bravo bei den Soz.) Abg. Gothcin(Dem.): Eine dauernde Besserung der Valuta ist so lange nicht möglich, solange die Preise auf dem inneren dentschen Markt nicht den Weltmarktpreisen annähernd gleichgebracht sind. Wir sind tatsächlich das billigste Land der Welt. Wir brauchen Rohstoffe, damit unsere Industrie arbeiten kann. Das Vertrauen des Auslandes zu uns wird geschwächt, wenn wir zuviel Zwangswirtschaft und zuviel Sozialisierung haben. Reichssinanzminlster Erzberger: Solange die Entente ums nicht zu Herren unserer Westgrenze macht, so lange ist es tatsächlich unmöglich, das deutsche Wirtschafts. leben in Ordnung zu bringen und eine geordnete Finanz. Politik zu treiben. Eine sofortige Annäherung der inner- deutschen Preise an die Weltmarktpreise ist nicht möglich, denn das würde eine vier- bis fünffach Verteuerung bedeuten. Wir lassen die Ausfuhr möglichst unbehelligt. Reichswirtschaftsminister Schmidt: In der staatlichen Subvendionierung zur Senkung der Lebens- mittelpreisr ist unS Frankreich bereits während deS Krieges und später auch England vorangegangen. In der Lederversorgung ist die Rückkehr zur Zwangswirtschaft unmöglich Petroleum brauchen wir in solchen Mengen, daß wir eS der armen Bevölke- rung zu erträglichen Preisen nicht liefern können. Ohne erhebliche Senkung der Valuta werden sich dies« Zustände nicht bessern. Abg. Schiele(Dnat. Vp.): Die Erklärung des Reichswirt- schaftSministerS und auch des Finanzministers haben recht wenig zur Klärung der Lage beigetragen. Die Hauptursochen des schlechten Standes unserer Valuta sind die Ueberschwemmung mit Waren aus dem Westen und der ungeheure Einsuhrbedarf. Abg. Bolz(Zentr.): Man darf den Einfluß der politischen Verhältnisse auf den Stand der Valuta nicht überschätzen. Di« Mittel zur Hebung der Valuta sind Beschränkung der Ein- fuhr, Steigerung der Ausfuhr, Besorgung von Krediten. Tonnerstag Fortsetzung der Beratung. Demokratische Jnter- pellation über den kleinen Wohnungsbau. Schluß Uhr._ preußische!anöesversammlung. 67. Sitzung. Mittwoch, den 1. Oktober 1919. Am RegierungStisch: Südekum. Präsident Leinert erössnet die Sitzung 12 Uhr 30 Minuten. Die Denkschrift über die Gewährung einer neuen einmalige» Teuerungszulage an unmittelbare Staatsbeamte und der in erster Beratung auf der Tagesordnung stehende Gesetzentwurf über die Bereitstellung von Geldmitteln zur Deckung für eine den unmittelbaren Staatsbeamten, Volksschullehrern sowie den im Staatsdienst beschäftigten Lohnangestelllen höherer Ordnung und Lohnempfängern zu gewährende einmalige Beschaffungsbeihilfe werden ohne Beratung sofort dem Staatshaushaltsausschuß über- wiesen. Es folgt die förmliche Anfrage de« Abg. F ritsch u. Gen über die K o h l e n n o t im Leinengewerbe. Die Regierung erklärt sich zur Beantwortung bereit. Abg. Fritsch(Soz.) führt zur Begründung der förmlichen An« frage ans: Kaum ein Industriezweig ist durch den Krieg so ge- troffen worden wie die T e x t i l i n d u st r i e und ihre Arbeiierichast. Sie ist fast völlig aus ausländische Rohstoffe angewiesen. Anstelle der ungeheuren Werte, die eingeführt werden miißlen, ist eine ausblühende Leinenindustrie entstanden, die sich auf die ge- waltig gesteigerte Flacksernte stützt. Große Mengen der Flachs- ernte sind durch lange Lagerung dem Verderben ausgesetzt, obwohl sie bei rechtzeitiger Verarbeitung unfern Wäschemangel vermindern wurden. Durch die Verweigerung der Kohlen iür die Leinenindustrie gehen aber nickt nur der Volkswirtschaft ungeheure Werte verloren. sondern die 100> bis 120000 Arbeiter der Leinenindustrie sind einen großen Zeilraum hindurck zum Feiern gezwungen. Wenn die Re- gierung die Kohlen nicht beschaffen kann, muß die zum Feiern ge- zwungene Arbeiterschaft mehr als bisher aus öffentlichen Mitteln unterstützt werden.(Beifall bei den Soz.) Ich appelliere an die Kohlenarbeiter! von ihnen'hängt es ab, ob wir unsere Industrie aufrecht erhalten können. Auch sie können sich und ihre Familien nicht kleiden, wenn die Textilindustrie stillsteht.(Lebhafter Beifall.) Ein Rcgicrungsvertreler: Auch die Staatsreg'erung ist der Meinung, daß die voijährige Flachsernte resttos verarbeitet werden muß. Der Reichskodlenkommisiar hat auch bereits in den von ihm herausgegebenen Richtlinien die Verteilungsstellen darauf hingewiesen, daß auf allen Gebieten gerade der Robstoffversorguug besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden muß. Er hat dabei die Ftachsröitanstallen besonders hervorgehoben. Trotzdem wird es un- vermeidlick sein, daß ab und zu ein Stocken in der Kohlenzuhihr kür die Röstanstalten einlritt. Aber es wird alles geschehen, um die Fehlziffer auf ein Minimum zu beickiänken. Man denkt auch daran, den FlackSbaufleiellichafien Zuicküsse zu den teuren Ge- stehungSkosten aus Reichsmitleln zu machen. Abg. Rubinstein(U. Soz.): In allen Industrien wird weniger gearbeitet, nicht bloß in der Texlilindustrie. Sorgen wir erst für die Bergarbeiter, dann helfen wir nicht bloß ihnen, sondern auch uns selbst. Abg. Steinbrink(So,.): Die Antwort der Regierung kann nicht befriedigen. Man sollte endlich die großen Plätze, die bisher der MilitärfiskuS zur Verfügung Halle, für die Industrie freimachen. Die Regierung muß hier radikaler zugreifen.(Sehr richtig! links.) Da die Kohlenförderung zweifellos zugenommen bat, muß auch eine beffere Belieferung der Textilindustrie möglich sei». vsanerstag, 2. Oktober 1616 Abg. Lang(Soz.): Die Ursachen der Kohlennot find inter« national. Wenn man die berechtigten Wünsche der Bergarbeiter, besonders auch hinsichtlich ihrer Wohnungsverbältnisse mehr be- rückfichtigt, so wird man auch bessere Erfolge erzielen. Abg. Brust(Z.): Die ewigen Vorwürfe gegen die Bergarbeiter- schaft wegen ihrer angeblichen Arbeitsunlust müssen endlich auf- hören. Die Schuld an den traurigen Verbältnissen trägt der Raub- bau während des Krieges, der zur Durchführung deS Hindenburg- programms getrieben wurde. Die Besprechung schließt. Die Seratung ües Jinanzetats. Abg. Cuno(Soz.): Das von Herrn Hergt hier entwickelte Programm war nur ein Agitationsprogramm, das zu nichts verpflichtet. Die Ausführungen des Abg. Hergt über den Willen seiner Partei zur Mitarbeit war doch nur ein Ruf an die Entente: Zhr könnt mit uns viel bessere Geschäfte machen als mit der jetzigen Regierung. Wir in Preußen sind von der Finanzlage de« Reiches abhängig. Selbst wenn man günstig rechnet, hat das Reich immer noch ein JahreSdefizit von 9—10 Milliarden Mark. Aus weiteren Verbrauchsabgaben kann man diele nicht decken. Also bleibt nichts andere« übrig, als die Einführung eines neuen großen N o t o p f e r s. Das jetzt beabsichtigte No.topfer gebt uns lange nicht weit genug. Die Fabrikanten empfinden es lediglich als eine Betriessteuer und werden versuchen, es auf die Kon» s u m e n t e n abzuwälzen.(Sehr lichtig! links.) Dem Uebergang der Steuerhoheit aus das Reich steht meine Partei durchaus sym- pathisch gegenüber. Wir hoffen, daß bald auch Oesterreich-Uugarn diese« deutsche» Einheitsstaat einverleibt wird, dazu auch die deutschen Volksstämme, die jetzt durch den Macktipruch der Entente von ihm abgetrennt sind. Deutschland ist durch den Krieg arm geworden und mutz sich in seinem Konsum Einschränkungen auferlegen. Die Hauptsache zur Gesundung unserer Finanzlage ist die möglichste Steigerung unserer Erzeugung. Deutschland hat sich schon oft aus schwierigen wirtschaftlichen Lagen herausgearbeitet, ich glaube, es wird ihm auch diesmal gelingen. (Lebhafter Bestall bei den Soz.) Abg. Dr. Schmeddiug(Z.): Wir wünschen, daß Preußen den- selben Weg geht wie das Reick, daß es Zahlungen in Staats- papieren zuläßt. Bei der Neuregelung der Beamtenbesoldung muß vor allem die Sorge für die Familie im Vordergrund stehen. Abg. Höflcr(Dem): Der unabhängige Abgeordnete Leid hat stch gegen die lebenslängliche Anstellung der Beamten ausgesprochen. Nun wissen die Beamten, was sie von einer unabhängige» Regierung zu erwarten baben.(Zuruf deS Abg. Wehl: Wir find gegen Beamienvorrechte I) Wir verlangen dieses Vorrecht, da von uns andere Pflichten ver- langt werden als von den Arbeitern.(Großer Lärm bei den Un»- abhängigen.) Unerhört ist die Einwirkung der Deutschnationalen auf die Beamten, den Eid ans die Verfassung unter Vorbehalt zu leisten. DaS heißt, den Beamten pharisäerhaftes Auftreten zu« muten. lGroße Unruhe rechts.) Mit der Schaffung eine« neuen Beamtenrechts muß endlich ernst gemacht werden.. Abg. Meyer- Herford(D. Vp.): Wir verlangen, daß der Be« amte seine Pflicht tut, wie er eS nach der Verfassung gelobt hat. Die Supernumerarzeit muß abgekürzt werden; zum mindesten sind Tagegelder zu zahlen. Auch wir sind für feste Einstellung der Hitfsbeamten, für freiheitliche Entwicklung des Beamtenrechrs und lebenslängliche Anstellung.(Beifall bei der Deutschen Volkspartei.) Da« HauS vertagt die Weiterberatung auf Donners- tag 12 Uhr. Außerdem kleine Vorlagen. Schluß 5'/« Uhr._ die Mrbeitsgememfchast. Von linksrad-italer Seite wind die zlwfichen den Gcnvrkschcrsten und den Unternehmevovganisationen abgeschlossen« Arbeits gemein- schaft aus das enltfchiedenstc bekämpft unld als ein Werk von Ar- beiterverrätern bezeichnet Um dem nicht durch politischem Fanatis- mns verblendeten Teil der Arbeiterschaft von sachkundiger Seite Aufklärung über das Wesen der ArbsiiSgemeinschast gebe» zu lassen, hatten unsere Parteigenossen im Metallarbeite overband am Dienstag ein« Versammlung der VerbanldSmitglieder emrbornsen, die der S. P. D. angehören. Die Vevsammlung fand im großen Saale des Lehrerveröinshauses statt, der bis auf den letzten Platz gefilllt war. Der Referent Adolf Cohen erläuterte in einem anderthalb- stündigen Vortrage den Zweck unld den Ausbau der Arbeitsgemein- schaft. Die Anregung zur Schaffung derselben ist schon vor der Revolution gegeben worden. Man ging davon au«, daß ein Wie- deransbau des Wirtschaftslebens nicht möglich ist ohne die Mitwirkung der Arbeiterorganisationen. Di« Vertreter der Arbeiter haben gründlich darüber beraten, unter welchen Bedingungen sie sich an der Arbe-idsgemern schaft beteiligen können. Sie waren sich klär darüber, daß man wohl eine politische, aber nicht eine wirtschaftliche Revolution über Rächt durchführen kann. (Sehr richtig!) Wenn die Verhältnisse gegenwärtig noch nicht veif sind für die volle Verwi-rklichung der sozialistischen Wirtschast, so müssen die gegeben«» Umstände doch im Interesse der Arbester restlos ausgenutzt werden. Von diesem Gesichtspunikt ausgehend, forderten die Gewerkschaften als Vorbedingung ihrer Mitarbeit die Erfüllung ihres Programms: Gleichberechtigung der Arbeiter bei Festsetzung der Lohn- und Arbeitsbedingungen. Regelung des Arbeits Nachweises auf paritätischer Grundlage, Einführung des Achtstundentages. Dies« Forderungen, für deren Anerkennung die Gewerkschaften seit Jahrzehnten gekämpft haben, sind durch die Arbeitsgemein. schaft verwirklicht. Die Gewerkschaften sind als die berufene Interessenvertretung der Arbeiter anerkannt. Die Arbeitsgemeinschaft ist eine über ganz Deutschland ver- breitete Organisation, in der die Vertreter der Unternehmer und der Arbcster in gleicher Zahl und mit gleichen Rechten vereinigt siüd. Alle Jndustriegruppen sind in ihr vertreten und in 14 In- dustviegruppen eingeteilt. Die Spitze bildet der Zentralausjchuß, der einen Zentralvorstanb hat. Jede der Jndustriegruppen bildet eine ReichSarbeitSgemeinschaft, die Unterabteilungen für die Haupt- sächlichsten Berufe hat. Diese Teilgruppen sind nach Bezirken und Orten gegliedert. Nur die Organisationen können Vertreter in die Körperschaften entsenden. Der Ausbau ist derart, daß er kein Hin- dernis für die praktischen Bedürfnisse der Arbeiter sein kann. Die Befürchtung, daß in gewissen Fällen die Vertreter der christliichen und Hirsch-Dunckerschen Gewerkschaften— die ja auch der ArbcstS- gemeinschast angehören— den Ausschlag zugunsten der Untorneh- mar geben könnten, ist hinfällig, denn bei Abjtimmunzen stimmen die Unternehmer und die Arbeiter getrennt. Ein Antrag gilt nur dann als angenommen, ivcnn er die Mehrheit der Unternehmer und auch die Mehrhest der Arbeiter bekommen bat. In diesem Jahre sind durch die Arbestsgemeinschast schon mehr Tarifverträge abgeschlossen als in all den Jahren, wo wir uns um den Abschluß von Tarisen bemüht haben.— Gewisz, wir forde rn mehr, als durch die Arboitsyemein'chaft erreicht werden kann. Aber wir müssen mit den tatsäcklicken Verhaltnissen rechnen und nehmen deshalb, was wir im Augenblick erlangen können, ohne aus unsere weitergehenden Forderungen zu verzichten. Wir wollen auch mitwirken in dem in der Verfassung sestgeleg- ten Reichswirtschaftsrat. Da dieser erst im Weg« der Gesetzgebung geschaffen werben muß, ist für die Zwischenzeit eine vorläufige Körperschaft, genannt WirtschastSrat. gebildet worden, dem Vertreter bes Handels, Fer Industrie, der Arbeiter und der Konsumenten| Wirtschaft. Durch Schreten erreichen wir unser Biel nicht. Es angehören. Auch ich( Redner) bin Mitglied des vorläufigen Reichs- muß erarbeitet werden.( Lebhafter Beifall.) wirtschaftsrats. Seine Aufgabe ist, das Wirtschaftsleben so zu regeln, wie es dem Interesse des Volkes entspricht. Die Lösung der wirtschaftlichen Fragen ist ebenso wichtig wie die Lösung sozialer Aufgaben. Wenn wir erfolgreich mitarbeiten wollen, müssen wir uns die nötigen Kenntnisse in wirtschaftlichen Dingen aneignen. Lernen müssen wir. Große Worte und radikale Resolutionen fönnen uns nicht helfen. ( 3uftimmung.) Zur Frage der Betriebsräte fagte der Redner, wenn neben den Gewerkschaften eine Organisation der Betriebsräte auf gebaut wird, so muß das zu Kollisionen führen. Soweit die Betriebsräte zweckmäßig sind, ist ihnen in der Arbeitsgemeinschaft Raum gegeben. Sie haben in den Betrieben darauf zu achten, daß die Rechte der Arbeiter durchgeführt werden. Sie sollen aber nicht selbständig Lohnbewegungen für die einzelnen Betriebe führen. Das würde uns zum Syndikalismus bringen. Wir bestehen darauf, daß die Arbeitervertreter bei allen Fragen, die im Betriebe zu behandeln sind, mitwirken und wenn hier keine Ginigung zustande kommt, dann soll eine unparteiische Instanz entscheiden. Daß die Arbeitervertreter das Recht haben, die Geschäftsbücher einzusehen, die Bilanzen zu prüfen und in den Aufsichtsräten zu fiben, ist von großer Wichtigkeit, hat aber für uns erst dann eine wirkliche Bebeutung, wenn die Betriebsräte verstehen, was sie in den Geschäftsbüchern lesen, wenn sie die Dinge nach eigener Kenntnis beurteilen tönnen und nicht angewiesen sind auf das, was ihnen die Beauftragten der Unternehmer fagen.( Sehr richtig!) Wir wollen durch unsere Mitarbeit das Wesen, die Seele des Betriebes tennenlernen. Darum müssen wir bei der Wahl der Betriebsräte vorsichtig sein. " Nachdem noch einige Redner Betont Batten, Bag die Metallarbeiter aller politischer Richtungen im Lohnfampf vollkommen einig sind, nahm die Versammlung einstimmig die Resolution an, welche wir in der Mittwoch- Morgenausgabe mitgeteilt haben. In der Diskussion führte Genosse Büche I aus, in der Arbeitsgemeinschaft sei bas verwirklicht worden, was Richard Müller auf dem zweiten Rätetongreß beantragt hatte. Weiter trat der Redner dafür ein, daß neben den Betriebsräten die Gewerkschaften weiter bestehen müffen, um die Lohn- und Arbeitsbedingungen zu regeln, Vorträge, Vereine und Versammlungen. während die Betriebsräte in Fragen der Produktion mitzuwirken haben. Stahnsdorf. Morgen, 8 Uhr, im Lotal 8ur Boft": Deffentliche Nachdem die Diskussion über die Arbeitsgemeinschaft beendet Bersammlung. Bälinger: Was will der Arbeiter Turners war, tam es noch zu einer kurzen Aussprache über den Metall- bund?"- Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Bezirk Bantow. arbeiterstreit. Wuschid wandte sich gegen einen Artikel Mitgliederversammlung Freitag, 7, Uhr, im Türkischen Belt, Bantow, Breite Str. 14. Tagesordnung: Holz- und Kohlenfrage. Arbeiter. der Freiheit", der sich mit seinen( des Redners) Ausführungen in Stenographen Bund Intersystemal. Sihung jeden Freitag von 7-9 der Agitationskonferenz am Sonntag beschäftigte. Die Freiheit" im Babenhofer, Fruchtstr. 71, Anfängerkursus nach Stolze- Schreh Freitag, sagte Wuschick fucht einen Gegensatz zwischen uns und den 3. Oftober, legter Anmeldetag. Unabhängigen hinsichtlich des Streits zu konstruieren. Ein solcher Gegensaz besteht nicht. Ich wiederhole, was ich am Sonntag sagte: Soweit es sich um einen wirtschaftlichen Kampf handelt, unterstüßen wir ihn. Im Kampf für die wirtschaftliche Besserstellung unserer Kollegen gibt es für uns feinen Unterschied der Parteien. ( Lebhafte allseitige Zustimmung.) Aber es läßt sich nicht ableugnen, daß Drahtzieher am Werte sind, die den Streit ins politische Fahrwasser brängen möchten. Sportnachrichten. Die Freie Turnerschaft Berlin hat im Norden Berlins eine tags von 6-8 Uhr Turnhalle Demminer Str. 27. Mädchenabteilung eröffnet. Turnstunden Montags und Donners Beitrag monatlich 25 Bf., Einschreibegeld 35 Pf. Mädchen und Frauen, die der zu eröffnenden Frauenabteilung beitreten wollen, fönnen sich bei der freunde. Heute 8 Uhr: Mitgliederversammlung Dhmstr. 2. Sonntag: Leiterin der Mädchenabteilung melden. Touristenverein Die Naturangelsberg, Stienbaum, D.- Müncheberg. Abf. Schlef. Bbf. 5.30, Friedrichftraße 5.15. Schwimmverein„ Vorwärts", Berlin 1897. Monats. versammlung Sonnabend, 4. Oftober, abends 7 Uhr, Dresdener Str. 45. Briefkasten der Redaktion. Adrehbuch. Im Café Bauer, 1 Treppe. Die Metallarbeiter machen dabei nicht mit. Ich weiß, daß Bestrebungen am Werke sind, um die Elektrizitätswerte nicht nur hier, sondern auch in Bitterfeld zum Stillstand zu bringen. Auch die Arbeiter der Gas- und Wasserwerke sucht man für diese Absicht au gewinnen. Am Sonntag wurde mir auf der Konferenz erwidert, die Forderungen der Gemeindearbeiter seien schon am 1. Juli gestellt. Das ist richtig. Aber in einer Versammlung am 10. September hat jemand, der behauptet, die Elektrizitätsarbeiter Wehe der Arbeiterschaft, die die Wahl des Betriebsrates von feiner hinter sich zu haben, angeblich im Namen einiger anderer Organi A. F. 1884. Es tann Befreiung von der Vorschrift des Alters Parteizugehörigkeit abhängig macht oder den wählt, der das träffationen Forderungen für die Gemeindearbeiter vertreten, bie durch den Justizminister eintreten. Der Adoptionsvertrag ist vor dem Getigste Großmaul ist. weit über die Forderungen vom 1. Juli hinausgehen. Die Abricht oder vor einem Notor zu schließen und vom zuständigen Amtsgericht Antrag an das Polizeipräfidium auf Namensänderung lehnung der Forderungen will man benutzen, um die Arbeiter in au bestätigen. den Streit zu ziehen. Für uns tann es nur die eine Aufgabe müßte seitens des Vormundes geftellt werden, erscheint aber ausfichislos. geben, für die wir unsere ganze Kraft einsehen wollen: Den LohnA. K., Lenbachstr. 18. 1. Sämtliche Kinder, auch die Töchter find Bampf der Metallarbeiter zum günstigen Abschluß zu bringen. So- den Eltern gegenüber unterhaltspflichtig, sofern fie dazu ohne Verlegung des eigenen Unterhalts imitande sind. 2. Nein, falls Sie vermögenslos balb es sich aber nicht mehr um einen Lohnkampf, sondern um find. 8. Ja, falls der Verdienst ausreicht. E. E. 11. 1. Die Zeit einen politischen Kampf handelt, werben wir dazu Stellung nehmen. muß abgewartet werden. 2. Antrag bei der für Ihre Wohnung zuständigen Bezirksfürsorgestelle. A. St. 10. Ja. 100. D. R. ( Lebhafter Beifall.) ( Beifall.) Es ist ein ungeheurer Erfolg, wenn das, was in der Vorlage des Betriebsrätegesebes steht, verwirklicht wird und wir alle Bläge mit tüchtigen Kräften besetzen können. Die sozialistische Gesellschaft ist unser Ziel. Die Arbeitsgemeinschaft versperrt nicht den Weg zu diesem Biel, sondern sie ist ein Meilenstein auf dem Wege zur sozialistischen Sozialdemokrat. Verein Berlin( S. P. D.). Unser Mitglied Franz Dietrich Rorförer Str. 23 ift am 29. September 1919 verstorben. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung erfolgt am 3. Oftober, nachmittags 2 Uhr, im Krematorium, Gerichtstr. 87/38. Rranzspenden verbeten! Zahlreiche Beteiligung ermartet Der Borstand. Danksagung. Für herzBe Berband der Gemeinde- und Staatsarbeiterung! Filiale Groß- Berlin Achtung! + Städtische und Gemeindebetriebe Arbeiter Berlins! MOBEL Freitag, den 3. Oftober 1919, abends 6 Uhr, in Breners Festfälen( Königsbank), Große Frankfurter Straße 117: Vertrauensmänner- Versammlung. Tagesorbnung: Bericht über die Tarifverhandlungen. Die Vertrauensleute und Arbeiter- Ausschußmitglieder aller Gemeindebetriebe Groß- Berlins müssen erscheinen. Verbandsausweis ist vorzuzeigen. 85/1 Die Ortsverwaltung. Auf Anordnung des Amtslicher Zeilnahme bet ber De- 20 öffentliche Volksversammlungen erdigung heißgeliebten Mannes, unfres guten Bruders, Schwagers und Onkels Paul Krüger 356 fage ich allen Freunden, Betannten fomie den Mietern des Hauses Stroffener Str. 21 im Namen aller Angehörigen un feren herzlichsten Dank! Volksversammlungen gerits fit am 19. 9. 19. bie am Freitag, den 3. Oftober, abends 7 Uhr. 1. Referat: Eltern, schafft die weltliche Schule! 2. Diskussion. 1. Berlin N: Humboldt- Gymnasium, Gartenstr. 25. N: 183. Gemeindeschule, Müllerstr. 158/159. 2. 3. Frau Ella Krüger geb. Bode. " 4. N: 132. N: 51./304. 5. 6. 7. 8. 9. " 10. " Spezialarzt " 23. Demminer Str. 87. Schönfließer Str. 7. NO: Rönigstädt. Zyzeum, Greifswalder Str. 24/25. 0: 268. Gemeindeschule, Frankfurter Allee 87. S: Lutfenstädt. Oberrealschule, Dresdener Str. 113. S: Friedrich Realgymnasium, Schleiermacherftr. W: Charlotten- nzeum, Stegliger Str. 29. NW: 216./222. Gemeindeschule, Roftocer Str. 82. C: Sophien- Lyzeum, Weinmeisterftr. 16/17. Behandl, schnell u. sicher ohn. 12. Beißensee: Reform- Realgymnasium, Boeldpromenabe 82. Berufsstörung. Teilzahlung. 18. Lichtenberg: Realgymnaftum, Bartaue. Dr. med. Lommer Harn- und Blutuntersuchung Brunnenstr.185( nahe Rosen- 14 Karlshorit Friedrichsfelde: Realgymnasium, Tresdowfte. 44. thaler Platz). 15. Adlershof: Wöllsteins Luftgarten, Bismarcftr. 73. Sprechz. 9-1 u. 4-8, Sonnt. 9-12. 16. Neukölln: Realschule, Bobbinftr. 34/39. Dr. med. Laabs Spezialarzt. Erfolgreiche Behandlung. Königstr. 34/36 Alexanderplatz. 10-1, 5-8, Sonnt. 10-1. 17. Schöneberg: Uhlandschule, Rolonnenftr. 84/89. 18. Tempelhof: Realgymnasium, Raiserin- Augufta- Str. 18/21. 19. Lantwig: Gemeindefesthalle, Dillgesstraße. 20. Charlottenburg: Hindenburg- Realschule, Gueridestr. 82. Die Referenten find Lehrer und Lehrerinnen aller brei sozialistischen Richtungen( S. P. D, U. 6. P. D., R. P. D.). Vereinigung sozialist. Lehrer und Lehrerinnen Groß- Berlins. Achtung! Arbeiter u.Angestellte der ,, Ufa" Sonntag, den 5. Oftober, vormittags 10 Uhr, in den Kammer- Lichtspielen am Potsdamer Platz: AF Versammlung. Tagesordnung: Spezialarzt Bortrag über Ziel u. Zweck der Betriebsräte. Sanitätsrat Dr. Müller, Friedrichstraße 190 II, Eingang Kronenstraße. Spr. 11-1, 5-7, Sonnt. 11-1. Erfolgreiche Hellmethode. Harn- und Blutuntersuchung. Spezialarzt Dr. med. Koeben. Erprobte und schmerzlose Behandlung in Dr. Homeyer& Co. konz. Labor. f. Blutunters. Friedrichstr.81. gegenüb Panoptik gegenüb. Königstr. 56 57, Rathaus. Spr. 10-1 u. 5-8, Sonnt. 10-1. Separates Damenzimmer Spezialarzt Referenten von beiden Bollzugsraten. Freie Aussprache. Verschiedenes. Alles muß erscheinen! Die Betriebsräte werben gebeten, thren 219/13 Betrieb vollzählig zur Stelle zu bringen. Paul Labigti, Arbeiterrat berufa. Berliner Elektriker- Genossenschaft( E. G. m. b. H.) in Berlin, Geschäftsstelle BerlinLichtenberg, Rittergutstraße 24, unter Jr. 832 im Genossenschaftsregister eingetragen worden. 336 Nächste außerordentliche Die 15 er Rommission und bas Metallfartell haben beschlossen, zur Unterstützung der streitenden und ausgesperrten Arbeiter der Metallindustrie einen Unterſtügungsfonds durch Bertrieb von Streifmarfen à 5 und 10 m. zu schaffen Streitmarten sind in den Bureaus der Gewerkschaften während der üblichen Bureauzeit durch die Obleute aller Betriebe zu entnehmen. Wir appellieren an die Opferfreudigkeit des Berliner Proletariats. Das Metallfartell. Die 15er- Kommission. Für die Obleute bes Metallarbeiter- Berbandes find Marten 128/13 täglich von 2-4 Uhr in Bureau, Linienſtr. 83/85 im Zimmer 12 zu entnehmen. Dr. med. Karl Reinhardt Berlin, Potsdamer Str. 117( a. d. 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Schulz, part, abends 5-7 Uhr. aslpizo Nr. 503 36. Jahrgang Groß- Berlin Wie Stimmung gemacht wird. 3 sous emmans 11m 2. Beilage des Vorwärts Das Reichspoftministerium stellt sich diesen Bestrebungen hemmend in den Beg und verweigert aus leicht zu widerlegenden Gründen die Nußbarmachung. Warum betraut man nicht ein Reichsfunfamt mit der Wahrnehmung der Wünsche der pielen Interessengruppen, als da sind: Industrie, Breffe, Handel, Heer, Bost, Arbeitnehmergruppen usw., anstelle des den Forderungen der Zeit keinerlei Verständnis ente gegenbringenden, bertnöcherten Reichspoftminifteriums. Wie lange noch-? Donnerstag, 2. Oktober 1919 Berlin bestimmt ist, lediglich an den Händler Franz Bergenthal abgibt, der schon im Kriege das Monopolgeschäft für babisches Obst gehabt hat, und es jetzt hier zu den höchsten Marktpreisen( 75 bis 80 M. pro Bentner) verkauft. Jeden Tag läuft eine Reihe von Wagen der Badischen Obstversorgung für Herrn Bergenthal ein; sein Gesamtverdienst während des Monats September wird auf mindestens eine Million Mart geschäßt. Ganz abgesehen davon, daß dieses Geschäftsgeboren doch einmal nach dem Wucherparagraphen untersucht werden sollte, ist es dochy geradezu unerhört, daß die Berliner Bevölkerung dem Monopol eines einzelnen Mannes ausgeliefert ist. Das badische Volk roeiz Der Sport Berein Salenfee. B., Berlin W von diesen Machenschaften nichts, und auch im badischen Ministerium scheint man darüber nicht unterrichtet zu sein, daß die Surfürstendamm 288, versendet folgendes Schreiben: Geebrtes Mitglied! Obstversorgung Berlins mit badischem Obst einem einzelnen HändWir geftatten uns darauf aufmerksam zu machen, daß laut ler anvertraut ist. Hier einzugreifen, wäre Pflicht des Magiftrats. polizeilicher Erlaubnis uns Glartéipiel geBu bemerken ist, daß die badische Obstversorgung das alleinige stattet worden ist, und unsere Räume ab 1 Uhr mittags ge- Ausfuhrrecht mit der Begründung erhalten bat, daß Baden öffnet find. Das Mittag- und Abendessen wird nach wie vor zu gibilen Preisen serviert. Hochachtungsvoll Jm überfüllten Straßenbahnwagen war's, wo der Mensch dem Menschen nähergerückt" ist. Ein gutgekleideter Fahrgaft tam neben einem Manne zu stehen, dessen Kleidung ihn als Arbeiter tennzeichnete. Na, Donnerstag geht's los!" hörten wir den Gutgefleideten zu dem Arbeiter sagen. Soo-?"-" Ja, da steht alles still. Die Elektrizitätsarbeiter machen hoffentlich ebenfalls mit".- Haben sie's doch wieder geschafft!" sagte der Arbeiter vor sich hin. Eifrig redete der Werber weiter auf den Arbeiter ein, aber der, antwortete einfilbig und abweisend. Der andere begriff endlich und brach ärgerlich ab: Nun, dann sind Sie tein Genosse, dann gehören Sie nicht zu uns". Mitleidig sah der Mann im Arbeiterrod den Gutgekleideten an, ohne ihn eines Wortes zu würdigen. Da tam der Schaffner in den Wagen, um sich nach der vorderen Plattform hindurchzuwinden. Mit ihm band jezt der Werber an:" Donnerstag geht's los! Da steht alles still. Sie machen doch mit?" Da hat mich", antwortete grob der Schaffner, borhin schon einer angequatscht, daß wir mitmachen müssen. Nun quatschen Sie mich auch wir noch an!" Sprach's und wies dem Verdugten den Rücken. Der Gutgekleidete begriff diesmal rascher als vorhin. Still brückte er sich in eine gerade freiwerdende Ede und schwieg, wie auf den Mund geschlagen. Für alle, die an die Redaktion schreiben. 1. Frantieren nach den erhöhten Boftiäzen. 2. Bei unverlangt eingesandten Manuskripten lege Südports bei. 3. Glaube nicht, daß alle Einiendungen auch für die Deffentlichkeit Intereffe haben, und sei nicht gleich ungehalten, wenn die Redaktion anders darüber bentt. 356 4. Schimpfe nicht, wenn Dein Gingesandt nicht schon in ber nächsten Rummer stebt; wir leiden an chronischem Bapiermangel und lönnen auch nicht in derselben Angelegenheit hintereinander mehrere Buschriften geben, dies würde dem Blatt einen monotoneu Charafter geben. 5. Beschreibe Manuftripte nur auf einer Seite. 6. Schreibe nicht heute oder morgen zu bringen", sondern nenne Tag und Datum. So erleichterst Du uns unsere Arbeit und erfparft gegenseitigen Berger und Berdruß. Erwerbslosenproblem und Funkentelegraphie. 10 # Der Borftanb. Bir empfehlen den zuständigen Stellen, hier einmal nach dem Rechten zu sehen! Zur Verwendung des Charlottenburger Schloffes. Auf Wunsch des Reichsbundes der Striegsbeschädigten hatten einen Protest der im Charlottenburger Schloß unter Beachtet die neuen Boftgebühren.d bis 250 g 204 500 3.0 1008Briefem Orts Nachbarortsverket bis 20g 15-, bis 250g 20-3 in Fernverkehr bis 20g 20s, bis 250g 30 Postkarten in Urts Nachbarortsverkehr in Fernverkehr Drucksachen bis 50g 5 bis 100g Drucksachen über 100g Fesdrakspapiere, Mischsendungen Warengraben/ nur bis 500g zulässial Rohrpostkarten Rohrpost briefe 50-8 Postanweisungen bis 5-20 bis 700 M- A bis 250 M- 60 s 500M- 80 bis 100-14 Wertbriefe Aanke wie ir Einschreibbriefe, daze Versicherungsgebühr für je 1000 M- 408 Pakele ahzone( bis 75 kon) Quants de bis 5kg. 75 A 50 über 510 Cap ber 5 18 15. 15.20. bis 5 102,58 • 78.15. 15 20 9104 Der ab 1 Oktober 1919 geltende Posttari gebrachten Kriegsbeschädigten beröffentlicht, worin fie fich gegen die Behauptung wehrten, daß der Kunstwert des Schlosses durch ihren Aufenthalt irgendwie beeinträchtigt worden wäre. Uns wird geschrieben: Die mannigfaltigen Errungenschaften auf dem Gebiete des Bertebrs und der Technit zwingen zur Ruzbarmachung derselben angesichts der stets fich verschärfenden Zustände unferes Wirtschaftslebens. 4800 technisch geschulte und über alle einichlägigen Betriebsfenntniffe verfügenden Funter der Armee, Marine und der Handelsflotte find bezw. werden auf Erwerbsloienfürforge angewieien. Anstatt die Funtentelegraphie in großzügigfter Weise dem Erwerbsleben nuzbar zu machen und in alle Darauf erhalten wir jetzt vom Finanzminifterium eine längere intereffierten Streise hineinzutragen, so daß z. B. Redaktionen, Buichrift, aus der hervorgeht, daß nicht eine Beschimpfung der Handelsfirmen, Industrieunternehmungen usw. mit. Empfangs- Kriegsbeschädigten beabsichtigt war. Es sollte nur eine fachliche Apparaten ausgerüstet werden, anstatt mit Hilfe dieser Kräfte einen Brüfung vorgenommen werden, ob in den vorhandenen Räumen geeigneten Apparat aufzuziehen, follen diese Funter unproduttive überhaupt ein orthopädisches Dauerlazarett eingerichtet werden Unterſtügungsgelder beziehen. Sie wollen nicht Beriorgungs- tönne. Das Finanzministerium ist der Auffassung, daß trog aller ansprüche nach dem Gefeh für Militäranwärter geltend machen, Beränderungen bei der Unzulänglichkeit des Vorhandenen eine fondern verlangen Arbeit, Arbeit und nochmals Arbeit. brauchbare Anlage nicht zu erzielen ist, da ein solches Lazarett noch viele Jahre bestehen muß. Für die Kriegsbeschädigten soll aber in bester Weise gesorgt werden. Seit März dieses Jahres betreibt das Reichspoftminifterium Vorversuche zur praftischen Einführung der Funtentelegraphie und ist über dieses Stadium wesentlich nicht hinausgekommen. Die Reichspoft hat einen Blan beröffentlicht, durch den die Funfen telegraphie der Allgemeinheit nußbar gemacht werden soll. Wir sagen ausbrüdlich foll", benn von einer wirklichen Verwertung farn durch das Projekt feine Rede sein. Bis heute befiben wir acht Funfenleitstellen, die auf die Beseitigung der Kalamitat im Tele graphenverkehr feinerlei Einfluß ausüben. Wir brauchen auf die nur allzu befannten Schwierigkeiten im Telegraphenverkehr nicht weiter einzugehen. Warum muß heute noch unsere Bresse Radiosprüche über Amsterdam beziehen, anstatt sie selbst aufzunehmen? 81] 81 Erleuchtung. Roman von Henri Barbuffe Verdeutscht von Mag Hochdorf. Endor ist im Artois an den Augen berwumbet worden. Er tastet und zögert beim Gehen. Die Baronin hat ihm eine fleine Stellung in der Schloßküche verschafft. bunden wäre. Ein eigenartiges Monopol. gegen das Heraufschnellen der Obstpreise geschüßt werden soll. Gibt es da aber feinen Weg, um die Berliner Bevölkerung vor der Ueberborteilung durch einen einzigen Händler zu schützen? hielt in Berlin seine erste Hauptversammlung nach dem Striege ab. Der Zentralverband beutscher Arbeiter- und Schrebergärten Es tonnte Uebereinstimmung über wichtige Maßnahmen zum Schuße der Kleingartenbesiber auf Grund des neuen Reichsgesetzes und über die Düngemittel erzielt werden. Ebenso sollen die neuzeitlichen Bläne über Eingliederung der Gartenfiebelungen und die Bebauungspläne der Städte energijch weiter verfolgt werden. Hinfichtlich der Organisation fanden die Vorschläge auf Schaffung von Staats, Provinzial- und Lokalverbänden, die wiederum mit einer Reichsftelle für den Meingarten, Provinzial- und städtischen Meingartenämter in Verbindung au treten haben, einstimmige Artnahme. Die Georgen- Kirchengemeinde und ihre Bächter. Die Ge omgen- Kirchengemeinde besitzt an der Landsberger Allee- niptode straße große Ländereien, die fie durch einen Mittelsmann an KoIonisten verpachtet hat. In einer Versammlung der Stolonisten der Kolonie Transvaal II haben sich diese mit ihrem ferneren Verhältnis zur Grundeigentümerin auseinandergesetzt. Da es Genevalpächter nicht mehr geben darf, will die Kirchengemeinde zwischen sich und die Kolonisten einen Bevollmächtigten" einschieben. Das haben aber die Kolonisten abgelehnt. Trotzdem die Georgen- Kirchengemeinde ihre großen Ländereien einmal geschenkt erhalten hat, versucht sie es immer wieder mit Bachtsteigerungen, diesmal um 20 Prog. Somohl hinsichtlich der Bachtsteigerung tie auch der Einfeßung des Bevollmächtigten" dürfte die Aufsichtsbehörde der Kirchengemeinde einen Strich durch die Rechnung machen. " Das Berliner Brodenhaus, ein Wohltätigkeitsverein, erklärt im§ 4 der Satzungen, weber politischen noch einseitig religiösen Intereffen zu dienen. An Leute, die fich auf eine pseudonyme Werbeanzeige in der Kreuzzeitung" an Saiser- Wilhelm- II.Getreue" melben, schreibt er aber: Unser Verein ist von Seimer Majestät besonders geschäßt. Auch aus Amerongen haben mir gleiche Anerkennungen erhalten. Daß wir treu zur alten Monarchie stehen und über des Kaisers Berdienste unser Volt wit aufklären, verschafft uns einflußreiche Gagner. Um diesen uns nicht ergeben zu müssen, bedürfen wir neuer Freunde." Unpolitisch ist das schon nicht, da beißt seine Maus einen Faden ab. Neber zwei Totschlagsversuche mird aus Neukölln berichtet. Der 83 abre alte Schlosser Mar Susseth in der Hobrechtstr. 8 lebte mit seiner 27 Jahre alten Frau Selma schon länger in Unfrieden. Es tam zwischen den Eheleuten öfter zu Bant und heftigen Auftritten In der vergangenen Nacht fehrte Suffeth erst unt 12 Uhr heim. Auch jetzt gab es wieder einen Wortwechsel mit seiner Fran, bie mach im Bette lag. Suffeth, des seiner Behauptung nach angetrunken war, wurde so erregt, daß er nach der Stüche lief, eine lasche Aether holte und die Flüssigkeit seiner Frau ins Gesicht go. Als diefe darauf laut um Hilfe rief, padie er fie und versuchte sie aus dem Fenster des dritten Stods hinauszuwerfen. Die Frau wehrte sich nach Kräften und schrie noch Lauter. Es famen Nachbarn hinzu und befreiten fic aus den Händen des Mannes. Die Polizei nabin Susseth fest und brachte die Frau, die ange Berlegungen im Gesicht erlitten hat, nach dem Krankenhause Budow. Uns wird geschrieben: Bekanntlich leidet Berlin nicht unter dem Ueberfluß an billigem Obst. Wenn man den Ursachen dieser Erscheinung nachgeht, fommt man zu dem Ergebnis, daß immer noch nicht genügend getan wird, um eine regelmäßige Bes Noch grauftger ist ein Verbrechen in der Erlanger Straße 6. lieferung bes Marktes zu billigen Preisen zu ermöglichen. Bes Dort wohnt eine Witwe Therese Hermann, die ein Verhältnis geichnend ist dafür das Geschäftsgebaren der Badischen Obst mit einem 84 Jahre alten Gefreiten Gustav cha do to aus Thehoe bersorgung in Karlsruhe, die das zu einem Höchstpreise unterhielt. S. lag gestern vormittag zu Bett und erwartete bie von 20 bis 25 Mart pro Zentner aufgetaufte Obst, soweit es für Hebamme. Brötlich taat ihr Geliebter, der am MichaelkirchBorübergehen Brisbille. Der Schmied schleudert ihm einen und sie hämmert in meinem Schädel. Sie besagt:" Ich wütenden Blid zu und schreit: Rechtsverdreher!" Dann habe Vertrauen in den Abgrund des Volles!" bedenkt er den Redner noch mit einem fräftigen Schimpfwort. Und ihr Blick, der wie Ich bin verlegt durch alles, was ich fehe. Ich vergrabe Aber das Posaunteren ist ja entfesselt. Man sieht mur, mich in meinem Winkel. Die Wahrheit ist schlicht, aber die tote der Mund des Schmiedes aufspringt, und in Herrn Miel- Welt ist es nicht mehr. Es gibt soviele Dinge, die noch zu baque tanzt es vor Bohlgefallen. Mielvaque ist auch garni- löfen find. Wie kann die Wahrheit, die noch so schwach ist, sondienstunfähig erklärt worden, und er soll feine alte femals fiegreich werden? Wie kann die Wahrheit jemals all' Stelle wieber antreten. Seine Schreiberseele ist elender als die Menschen heilen, die noch nicht zur Klarheit aufgerüttelt Die Leute fagen: Wie sie gütig zu den Invaliden ift, jemals. Er ist abgewegt und abgeschabt und geflict. Er ist find? Ich leide, da ich so ohnmächtig und schwach bin. Ich leide, sie ist die wahre Wohltäterin!" Aber jetzt kann ich mich nicht mehr zurückhalten, und ich noch dürrer geworden und noch mehr durch die verzweifelt da ich nur das bin, was ich bin. Beh, die Wahrheit ist hie Aber jegt fann ich mich nicht mehr zurückhalten, und ich lange Arbeit zusammengekrümmt. Er pflegt die abgenutzten nieden verurteilt zum Schweigen, und die Seele kann nur fage laut: Nein, der Wohltäter steht bort!" Und ich beute Spuren feines Mantels mit Tinte zu übertünchen. Jezt einen Schrei lösen, der bald in sich selber erstickt. auf dieses Menschengetrümmere, in das dieser einst junge windet er fich vor Lachen. Er deutet auf Brisbille, dem die Mensch verwandelt worden ist. Ich deute auf dieſen arm- Mufit das Wort abgeschnitten hat, und er brüt mir ins der mich nicht allein läßt. Ich bin zu sehr allein. Meine Ich suche nach einer Stüße, ich möchte jemanden finden, feligen, umdüsterten Zweifüßler, der seine Augen vor dem Ohr:„ Das sieht aus, als wenn der Sterl fingen wollte!" Tageslicht niederschlagen muß. Und Tudor der mitten in Augen starren suchend in die Weite. Aber nur Brisbille ist dem Menschenschwarme steht, muß sich gegen einen Baum lähmt. Der Verlust, an den fie unaufhörlich denkt, hat ihre Frau Marcassin zeigt sich dann. Ihr Gesicht ist wie ge- sichtbar! lehnen. Es sieht aus, als wenn er an einen Richtpfahl ge- Büge entstellt. Auch sie flatscht zu all dem Geraffel Beifall. diefes Berrbild von einem Menschen. Jawohl, er allein ist Sichtbar ist nur diese weindurchtränkte Gliederpuppe, Und die Leute flüstern: Ja, ja, im Grunde ift es fo!" ein Lämplein erloschen ist, fichtbar! Stommt man ihm näher, dann wird er noch wilder Sie tun es so nüchtern, sie zwintern auch mit den Augen, blitt einen Augenblick auf. Geschieht das nur, weil heute die von dem Rausch herumgewälzt. Die Trunkenheit besudelt ihn über und über. Sein Blick ist weinfeucht. Seine Wange ist als wenn der Anblick dieses armen Wohltäters ihnen zu spät allgemeine Aufmerksamkeit auf sie gerichtet ist? die Aufklärung gebracht hätte. Aber die Posaune brauft. Und Eine Mutter, die auch durch den Verlust ihres gefallenen wie aus Lehm gebrannt. Seine Nase ist ein Bratapfel. Eine in dem schwärmenden Gelärme hört man die Leute nicht mehr, Sohnes schwer getroffen ist, spendet bei dem Einsammeln für Locke, die zausig herunterhängt, verdeckt ihm das eine Auge. fie hören sich selber nicht mehr. Der Triumphmarsch braust den Bund zur ewigen Erinnerung" ihren Nidel. Sie Da er so unter uns steht, scheint er von einem Wirbel herumborbei. Mit seiner ganzen förperlichen Bucht brauft er vorbei. bringt die dürftige Mithilfe einer armen Frau zu den geschleudert. Einen Augenblick fiellt er sich vor mich hin, und Vorwärts! Marsch! Du fannst nicht wissen! Die Gaffer und Menschen, die da sagen: Erinnert euch an das Uebel, nicht, er schleudert mir wütende Worte ins Gesicht. Aber in diesen Lauicher pumpen fich voll mit diesem Musikgedröhne, fie um es zu vermeiden, sondern, um es von neuem zu tum! Reben erkenne ich die Wahrheiten, an die ich selber glaube! quellen über davon, fie flatschen Beifall. Spornt die Urfache des Hasses mit allen Mitteln an! Machet Dann möchte er mit verzweifelten Bewegungen, deren Der Festestrubel ist zu Ende. Wer gefeffen hat, steht aus der Erinnerung eine ansteckende Strankheit! Sie blutet Echwerfälligkeit er nicht gewachsen ist, irgendwelches zerrauf. Fontan, der eingeschlafen war, jetzt wieder mühevoll felber im Web und ist doch selber blutdürftig nach dem Web bild der Reichen entwerfen. Er möchte sie zeigen mit ihren feinen Bylinderhut auf den Stopf. Der Hut ist zu eng. Er der anderen. Sie ist von der stumpfen Eigensucht der Rache aufgedunsenen Wanst, der wie ein Goldfad aufgeblasen ist. muß ihn drehen und förmlich am Schädel anschrauben, und er entflammt. Sie streckt der Sammlerin ihren Arm entgegen. Er möchte die Reichen entlarven, wie sie sich auf das Proleschneidet dabei eine Frage. Dann lächelt er mit seinem zahnlosen Sie schleppt ein Mägdelein nach sich, das doch eines Tages tariat niedersehen, um ihm die Nase in den Sumpf zu drücken. Munde. Alle beglückwünschen sich unter einander. Sie schütteln sich felber wieder eine Mutter werden soll. Dorten verschlingt Er richtet die Augen zum Himmel hinauf, er preßt die Hand bie Hände. Nach dieser patriotischen Verbrüderung werden ein Lehrling mit seinem Blide förmlich die Uniforin eines aufs Herz und schreit: Vor allem darf es teine Klaffensie zu ihren Rechenmaschinen und zu ihrer Selbstfucht zurüd- Offiziers. Der junge Mensch bleibt wie gebannt, und das kämpfe mehr geben!" Der Mann, dessen Gesicht dort fo fehren. Sie fühlen sich verherrlicht, geweiht und verschönert Himmelblau und das prächtige Rot färben in seinen Augen findlich verzerrt und dessen Gehirn so verstopft ist, verrät von ihrer Lust am Eigennut. Sie werden heftiger als je ab. Und in diesem Augenblicke wird es mir recht flar, daß doch in, all feiner Ungelentigkeit eine entsegliche Wahrheit. ihre persönliche Sache mit der Sache der Menschheit bermischen die Schönheit der Uniformen noch boshafter als töricht ist. Es ift, als entlade fich aus alledem der Menschen LeidensAch, die entsetzliche Prophezeiung, die ich einftmals ge- fchrei mit einem tierischen Laute. und ausrufen: Wir allein bedeuten die Welt!" Der Nedner, der dicht vor uns gesprochen hat, ftreift im hört habe, sie ist noch immer in meine Gedanken eingeschlossen, Forti. folgt.) Xhaben. Wegen Verbrechens gegen das keimende Leben wurde eine 57 Jahre alte Arbeiterftau Anna Kod egy aus der Knesebecstr. 39 zu Neukölln verhaftt. Sie behandelte in ihrer Wohnung ein 20 Jahre altes Mädchen mit dem Ergebnis, daß es ihr unter den Händen starb. Um die Todesursache zu verschleiern, verstümmelte sie die Leiche und ließ sie dann noch vier Tage lang in ihrer Wohnung liegen. Die Obduktion brachte Licht in den dunklen Todesfall, und Frau Nockegh wurde festgenommen. Sie gab dann auch zu, Hilfe" gewerbsmäßig geleistet und dafür Entgelt genommen zu Schmerfälligkeit in der Krankenversorgung. In einer Zuschrift, an den Vorwärts" wird Klage darüber ge. führt, daß es in Schmargendorf den Kranten besonders erschwert merde, in den Besitz der Krantennahrungskarten zu gelangen. In einent, all mußte der Krante 10 Tage lang auf die Genehmigung des Attestes warten. Ein scharlachfrantes Kind bekam erst nach 11 Tagen Milch und Weißbrot. Es ist nicht einzusehen, weshelb nicht auch in Schmargendorf, wie in anderen Gemeinden Groß Berling, den Kranten die Karten unverzüglich ins Haus geschickt berden. Es ist an der Zeit, daß Schmargendorf sich daran ein Beispiel nimmt Wieber eine Beraubung einer Regimentstaffe. In der Nacht In der Nacht zum Mittwoch erbrachen die Kanoniere Elze und Lange vom leichten Freiwilligen- Artillerie- Regiment Nr. 30, das in der Garde- Küraffier Kaserne in der Friesenstraße untergebracht ist, die Staffe des Regis ments und raubten daraus ungefähr 75 000 m. bares Geld und Wertpapiere. Bevor der Raub entdeckt worden, waren die beiden Ranoniere verschwunden. Sie werden jetzt von der Kriminalpolizei gesucht. Beide tragen Zivilfleidung, sind klein und haben ein bart lojes Gesicht. 19 Soziales. Wochenhilfe und Wochenfürsorge. In der Nr. 494 des„ Vorwärts" habe ich eine notvendige Gr plak untergebracht ist, mit einem Hammer an fe Benam und) Chen- Theater:„.. w. g." Rad langjähriger Bergeffenbelt perfette ihr in der Nähe der Schläfe mehrere iebe, bie ist das ehemalige Zentraltheater" in der Alten Jakobstraße wieder Haffende und blutende Wunden an der linken Kopffeite hervorriefen. zum Leben ertedt worden. Eine Revue" in drei Bildern nebst Auf das Hilfegeschrei der Wehrlosen eilte die Nachbarin Johanna einem Vor- und Nachspiel U. A. w. q." oder„ Um Abbankung wird Markucki herbei und warf sich dem Gefreiten mutig entgegen. gebeten", oder was sonst für eine Ausdeutung der vier Worte beSie hatte noch gesehen, wie dieser dreimal zuschlug. Dann pacte liebt wird, soll vorerst dieser neuesten aller Unterhaltungsstätten gänzung des Gesezes über Wochenhilfe und Wechenfürsorge zum sie ihn und entriß thm im Ringkampf den Hammer. Schadow die Eristenz gewährleisten. Hierbei sind drei Väter behilflich ge- Schub des Reichs und der Krankentassen gegen unwurde festgenommen, die schwerverletzte Frau nach dem Ent- wesen: Leo Leipziger und Alfred Berg verantworten den Tert, berechtigte und mißbräuchliche Ansprüche gefordert. Nachstehende bindungsheim am Mariendorfer Weg gebracht. Victor Hölländer gab die Musik. das Beste am Ganzen. Die Text- Ausführungen sollen dem Verlangen nach einer Ausführungsbe berfasser haben sich die Beruffung alles zurzeit Bestehenden vor- stimmung zum Schuße der Wöchnerinnen dienen. Der§ 10 des neuen Gesezes bestimmt durchweg, daß die vergenommen. Der Umsturz durch die Revolution im November bildet den Auftakt. Der Fürst Soundso muß abdanken. Besondere ſicherungsfreien Ehefrauen, Töchter, Stief- oder PflegeLeibichmerzen scheint ihm die Verabschiedung nicht zu machen. töchter der Versicherten als Familien- Wochenhilfe die schon be" Jezt macht Euch Euren Drec alleene", ruft er den Volksver- sprochenen Leistungen des§ 195 a erhalten. Wie ist nun die Rechts. tretern nach bekanntem Muster zu- und will fünftig im Film lage, wenn sowohl der Vater wie die Mutter Kassenmitglieder sind auftreten. In den folgenden Bildern wird die errungene Frei- und als solche zwei verschiedenen Krankenkassen angehören? Sollen heit" auf ihrem schwierigen Wege von der Theorie zur praktischen die versicherungsfreien Wöchnerinnen im Gegensatz zu Anwendung zu fennzeichnen versucht. Man fennt ja alle die den perficherungspflichtigen und minderbemittelten jungen Müttern Straßenvorgänge, als da find: allerhand Sändler, streifender Ver- in einem solchen Falle die Möglichkeit haben, doppelte Wochenhilfe fehr, Einbrecher usw. Manches ist recht wibig, beispielsweise die zu beziehen? Das hat die Nationalversammlung mit Bestimmt Verhohnepipelung der neuen Polizei. Das Auftreten des Zensors beit nicht gewollt, leider aber auch nicht flar in das Gesetz zunt in Schwarz mit langwehendem Trauerflor erweist sich jedenfalls Ausdruck gebracht. Jedenfalls läßt aber der Hinweis auf den als stürmisch belachter Schlager. Mathias Erz- nein Wechsel- 195 a ben Schluß zu, daß auch die berficherungsfreie berger geht als qzfungene Moritat über die Bühne; männiglich Wöchnerin nur die dort aufgeführten Leistungen, alfo eine einfann jich jest mal gründlich an ihm weiden. Auch Wilson tritt in malige Wochenhilfe zu beanspruchen hat. Sache der Krankenfeiner Maflereigenschaft hervor, und zwar so, daß er, allen Gaumen taffan wird es sein, sich und den Staat gegen mehrfache Jnanzusagt. Ob delifat ober nicht ist bei dieser Zurichtung freilich eine ibruchnahme zu schüßen. Welche Krantentasse ist nun aber zur Gewährung der Wochen. andere Frage. Man hat aber für Kurzweil gesorgt: ungemein hilfe an eine unverheiratete, verficherungsfreie Wöchfarbige Szenerien, Ballettfeerie, Leben draußen wie drinnen. nerin verpflichtet, wenn die Eltern, also Vater und Mutter, zur Joseph Josephi steht im Mittelpunkt der großen Aufgebote. Summa Reit fummarum: ein lustiger Jahrmarkt- ohne politische Anschauung. Bei der Entbindung ihrer Tochter versichert sind und zwei versummarum: ein luftiger Jahrmarkt- ohne politische Anschauung. schiedenen Krankentaffen angehören? Die Kasse, bei welcher der erste Antrag eingeleitet, oder diejenige Kasse, bei welcher der Vater versichert ist, oder diejenige Kaffe, bei welcher die längste Ver sicherungsdauer der Eltern vorliegt? Das neue Gesez schweigt ſich auch darüber völlig aus, und schafft dadurch für diese Wöchnerinnen eine unerträgliche Rechtsunsicherheit. Weiter, was geschieht, wenn beide Krankenkassen, gestützt auf irgendwelche Erwägungen oder die mangelnde Rechtsvorschrift, die Unterstüßung verweigern? Die Wöchnerin fann wohl bei dem zuständigen Versicherungsamt Klage erheben. Da aber infolge der fehlenden Vorschrift über die leistungspflichtigen Krantentassen dem Versicherungsamt die Möglichkeit genommen ist, einen beftimmten Versicherungsträger zur Gewährung der chenhilfe zu verurteilen, würde die Wöchnerin troß ihres Anspruchs an zwei Kaffen tatsächlich ohne Wochenhilfe bleiben. Das geht natürlich nicht an, und deshalb muß sofort, minbestens bei den Ausführungsbestimmungen bes Gefezes über die Wochenhilfe und Wochenfürsorge im Inter effe der Wöchnerinnen flargestellt werden, welche Krankenkasse bei ben versicherungsfreien unverheirateten Wöchne. rinnen leistungspflichtig ist. Bereitelte Zuckerschiebung. Zu diefer Notiz in unserer Dienstag, Abendausgabe teilt uns der Geschäftsführer der Speicherei Broh mit, daß er nicht verhaftet wurde. Tribünenkarten für die Stadtverordnetenfitung. Die Fraktionen der Berliner Stadtverordnetenversammlungen haben beschlossen, Tribünenfarten für die Befucher der Stadtverordnetenfizungen ein zuführen. Ueber die Art der Verteilung wird noch' näheres bekannt gegeben werden. e k. Neuköln. Eröffnung der Volkshochschule. Die Borlesungen der Volkshochschule Neutöln beginnen am 18. Oftober. Für das Vierteljahr Oftober/ Dezember find 26 Kurse,( 5 Abende mit Doppelstunden) vorgefehen. Die Vorlesungen finden in den Aulen der städtischen Schulen in der Zeit von 6 bis 8 bzw. 8 bis 10 1hr abends statt. An Gebühren werden erhoben: Einschreiben 1 M., für jeden Kurfus 8 M., Doppelturfe 6 M. Für Einichreibung und Ausstellung der Hörerkarte ist das Bureau, Rathaus, Bimmer 220, bom 3. bis 11. Oftober, werttäglich von 10-1 Uhr und 4-7 Uhr geöffnet. Vorlesungsverzeichnisse find vom 3. Oftober ab in den " Borwärts"-Speditionen Nedarftr. 8 und Siegfriedftr. 23 erhältlich. Bei der Eröffnung wird Ministerpräsident Hirsch über Kulturaufgaben der Gemeinde" sprechen. " Wilmersdorf. Städtische Müllbeseitigung. Die Mülbeseitigung ift am gestrigen Tage in Wirksamkeit getreten. Die städtischen Auflösung von Kommunistenversammlungen. Zu diefer, einer Körperschaften haben 650 000 M. für die Beschaffung von 8000 Botalforrespondenz entnommenen Meldung schreibt uns der Arbeiter Müllgefäßen bewilligt und das Hausmüll aller Gebäude Wilmers. rat der Arbeitslosen Berlin, es fei nicht wahr, daß die dorfs wird jetzt in städtischem Betriebe abgefahren und beseitigt. Arbeitslosenversammlungen vertagt wurden, um sie am Abend Wilmersdorf tonnte nur deshalb so rafch die Mülbefeitigung verwieder unter falscher Flagge zu eröffnen. Wahr sei, daß am Nach- stadtlichen, weil es das Müll zur Zuschüttung des Wilmersdorfer mittage Arbeitslosenversammlungen stattgefunden haben, die vom Sees im neuen Seepart verwendet. Dorthin fann das Müll auf 4 Arbeiterrat der Arbeitslosen einberufen waren, von denen aber nur bis 5 Jahre hinaus geschüttet werden, ehe sich eine feste Dede über zwei Versammlungen. infolge des Saalmangels am Abend in den dem Seeschlamm bildet. felben Lofalen stattfanden, wie die Abendversammlungen. Arbeitslosenversammlungen standen in feinerlei Beziehung zu den Abendversammlungen der K. P. D., was schon daraus hervorgeht, daß die kommunistischen Versammlungen erst am Dienstag bekannt wurden, während die Arbeitslosenversammlungen bereits am Freitag beschlossen wurden und die Genehmigung dafür bereits am Sonnabend bormittag vorlag. Binnen wenigen Wochen wird der Die Wilmersdorfer See vollständig zugeschüttet sein.. Dann bedarf es aber noch mehrerer Jahre, ebe mit dem Hausmüll auf dem Unter grund eine feste tragfähige Dede hochaeichüttet werden kann, auf die dann die Erde zur Anlage von Pflanzungen und Spiel lägen gebracht wird. Eine öffentliche Protestversammlung aller Babefreunde gegen die Schließung der Hallenbäder findet am Mittwoch, den 8. 10., statt. Der Soal wird noch bekanntgegeben. Tempelhof. Einrichtung eines Wochenmarktes. Einem lang gehegten Wunsch der Einwohnerschaft entsprechend, hat der Gemeindevorstand beschlossen, einen öffentlichen Wochenmarkt einzurichten und zwar auf dem neben der alten Dorffirche und dem Gemeindepark idyllisch gelegenen Reinhardtplaß, der nach Zuschüttung des dort vorhandenen fleinen Teiches ursprünglich als Kinderspielplatz in Aussicht genommen war. Nachdem für die Kinderspiele in dem neuen Gemeindepark an der Boſeſtraße ausreichend gesorgt worden ist, soll der Reinhardtplatz aufgeschüttet und gepflastert verden. Er bietet Raum für mehrere Hundert Stände und liegt inmitten des alten Ortsteils außerordentlich günstig für die EinDie Kosten der Herrichtung des wohnerschaft und den Verkehr. Platzes zum Wochenmarkt sind auf 40 000 m. veranschlagt. Speisewagen im Winterfahrplan. Der Betrieb von Speisewagen ist bekanntlich wegen des Mangels an Sohlen und Lokomotiven er heblich eingeschränkt. Es ist dies überall geschehen, wo es die Rüdficht auf die Bewältigung des übrigen Verkehrs erfordert. Nur wo die Betriebslage es gestattet, werden noch Speisetagen geführt. Man hat diese vor allem auch deshalb beibehalten, um den An gestellten der Speisewagenbetriebe ihr Brot nicht zu nehmen. So sind auch wieder im Wintesfahrplan eine beschränkte Reihe von Speisewagen vorgesehen. Sie sollen gefahren werden, folange Marienfelde. Aus der Gemeindevertretung. Die neugewählten nicht weitere Einschränkungen notwendig werden. Die Wagen find Schöffen Thieroff( SPD.), Greulich( USP.), Dr. Jacobsohn( Dnat.) vorgesehen im Verkehr von Berlin mit Hannover, Düsseldorf, Köln, wurden durch den stellvertretenden Gemeindevorsteher. Schöffen Kassel, München, Breslau, Myelowig und Wirballen, ferner zwischen Behrodt, in ihr Amt eingeführt. Die Sagungen des Lehrer Hamburg und Frankfurt, Frankfurt und Leipzig, Leipzig und Köln, ausschusses wurden einer Kommission überwiesen. Dem Tarifvertrag Hannover und Dresden. für die Gemeindearbeiter nach dem Muster Groß- Berlin wurde zu Geschäftszeit der Brottommiffionen. Vom 6. Oftober ab find gestimmt. Die Kommiffionen wurden durch Buruf neu gewählt. die Brottommiffionen für das Publikum nur noch für die Zeit von Gine recht lebhafte Aussprache verursachte der Antrag auf Ge9-1 und 8-4 Uhr geöffnet. Nur diejenigen Personen tönnen abwährung von Anwesenheitsgeldern, man einigte sich schließlich gefertigt werden, die bis 24 Uhr erschienen sind. Der Sonntags auf folgender Basis; der stellvertretende Gemeindevorsteher dienst bleibt bestehen. erhält unter Fortfall der Bauschulsumme für die LebensStädtische Maschinenbauschule. Die bisher in der Straßmann straße 6 untergebrachte dreiklaisige Fachschule für Maschinenbauer ist am 1. Oktober zu einer vierklassigen Anstalt ausgebaut worden. Der Unterricht an der untersten( vierten) Klaffe, neuer Lehrplan, findet in der Beuthschule, Berlin N 65, Am Zeppelinplag, statt; die 2. und 1. Stlaffe( alter Lehrplan) verbleiben zunächst noch in der Straßmannstr. 6. Meldungen zur 4. Klasse für Herbst 1919( 3ahl der Plätze beschränkt) und für Ostern 1920 find umgehend an Herrn Direktor Bolt, Am Zeppelinplag. zu richten. Zirtus Busch. Das gegenwärtige Programm mit der Pantomime Aphrodite" hat eine derartige Nachfrage nach bestimmten Blägen hervor gerufen, daß sich die Direktion hat entschließen müssen, den Borverlauf dret Tage voraus zu legen, um den jeitberigen, sich auf den Spieltag aus fammendrängenden Ansturm etwas mehr zu verteilen. Dienstag und An diesen beiden Freitag jeder Woche fallen die circenfischen Künfte aus. Wochentagen finden ausschließlich Boytämpfe statt. Bis zu dieser Klärung dürfte es ratfam fein, baß bei unver heirateten versicherungsfreien Wöchnevinnen in erster Linie diejenige Krantenkaffe Wochenhilfe gewährt, bei welcher der Bater, Stief oder Pflegebater der Wöchnerin versichert ist. Da der§ 197 der Reichsversicherungsordnung auch für die Familien- Wochenhilfe Geltung hat, ist es m. G. bedenkenfrei, daß die leistunggewährende Kaffe auch diejenigen Krantentassen zum Ersatz heranzieht, bei denen die Mutter der Wöchnerin im Laufe des letzten Jahres vor der Niederkunft der Tochter versichert tvar. Dadurch würde das Risiko der vorläufig unterstützenden Kranfenfasse auf ein erträgliches Maß herabgedrüdt werden. Guftas Basewit Groß- Berliner Parteinachrichten. Beamtinnen der Boft und Telegraphenverwaltung hatten fich Dienstag in der Aula Tempelhofer Ufer 2 zusammengefunden. Mit ein dringlichen Worten wies Genoffin Adele Schreiber auf die Forderungen und wünsche der Frauen, insbesondere der Beamtinnen, in der neuen Zeit hin und betonte, daß das von der großen Masse erstrebte deal allein our ben Sozialismus auf demotratticher Grund. Ia ge erreicht werden kann. Nach ausgiebiger Aussprache trat der größte Teil der noch nicht politisch organisierten Beamtinnen der Partei bei. Werbeausschuß für Post und Telegraphie. Freitag abend 8 Uhr in Sizungszimmer, Bellevueftr. 7 II, erweiterte Bezirksleiter Konferenz Jungfozialistische Bereinigung( S. P. D.) Donnerstag abend 7%, Uhr im Saal der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Bortrag des Genossen Sternberg Hat das Leben einen Bed?" Gäste willkommen. Arbeitsausschußigung 6 Uhr. Niederschöneweide. Frauenabend Donnerstag, den 2. Dftober, bei aften, Berliner Str. 42. Ref.: Genoffin Lodenhagen. Thema:„ Die Lehre von Rußland und Ungarn." Bildungsveranstaltungen. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Sonntag, nachmittags 3 Ubr, Kleines Schauspielhaus, Fafanenstr. 1, mittelverteilung vom Lage der Uebernahme der Geschäfte( 15. Mai) Ede Hardenbergstraße: Maria Magdalene, Trauerspiel von Friedrich Hebbel. eine Entschädigung von 750 m. pro Monat, die übrigen Schöffen starten a 1.50 und 0,15 M. Barberobengebühren sind erhältlich in fämteine solche von 1200 m. pro Jahr, ferner alle Gemeindevertreter lichen Berliner Borwärts" Expeditionen, in der Buchhandlung Vorwärts, und Kommissionsmitglieder für jede Sigung 6 M. Falls an einem Lindenstr. 3 und bei Horsch, Engelufer 15, sowie Steglis, Siegeldeder, Lage zwei Sigungen stattfinden sollten, zählen diese nur als eine Schildhornstr. 11; Charlottenburg, Scharnberg, Sefenheimer Str. 1; Sigung. Beamte erhalten diese Anwesenheitsgelder nur, wenn die Striemer, Tauroggener Str. 11; Wilmersdorf, Schubert, Gasteiner Str. 12; betreffende Sigung außerhalb der Dienstzeit stattfindet. Der am Friedenau, Petermann, Rheinstr. 27; Schöneberg, Bäumler, Belziger Str. 27; 30. 8. gefaßte Beschluß auf Auflösung des Schulfuratoriums ist Lichtenberg. Seifel, Wartenbergstr. 1; Neutölln, Heimich, Nedarstr. 2; Marienfelde, Sturstedt, Kranittyftr. 5. bon der Regierung beanstandet worden. Der Gemeindevorsteher Dr. Klomfag teilt mit, daß er das Disziplinarverfahren gegen sich eingeleitet hat. Schöneberg. 180 Millionen Mark Einlagenbestand hat die Schöneberger Sparkasse am 25. September 1919 überschritten. Geit dem 27. Dezember 1917 ist ein Einlagenzuwachs bon 180 Millionen Mart eingetreten.. " Laffalle Vorlesung. Mar Schiebellamp, der Autor des Schauspiels Die Spinne", wird am Donnerstag, den 9. Oftober d. J., 8 Uhr abends, im armoniumfaal, Steglizer Str. 35, fein Drama Laffalle vorlesen. Das Wert minde bereits im Frühjahr 1918 vollendet, wurde vom Autor aber aus politischen Gründen bisher zurüdgehalten. Starten zu 5, 3 und 2 M. find bei Bote u. Bod und A. Wertheim zu haben. Preiswerte Damenhüte Im Erdgeschoß: Filzhüte. m. 19, 24, 29, 39 Velourhüte. 2. 38, 45, 55-85 Samthüte... m. 62, 72, 85, 95 nur echter Samt Zylinderhüte m.65,95, 110-150 Modellhaus Auguste Münzer Berlin W 8 Markgrafen- Straße 28 zweites Haus von der Leipziger Straße tus Im 1. 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