Pr. 506. 39.f BiaMmd.•/— aRt. msmifl.' M, frei tat* San», ooccnu tand 10.25 Ml. bei täglich etntnal. guilelluug 8,25 ML Postbestellungen nehmen es DänenurrL Holland. kuxemdurg, Schweden u. die Schwei». Eingetragen tu die Post-Zeihing»-Dmalist». Der.Borwärt»' mit der Sonntag» deilage.Boll u. geit" erscheint woche» täglich zweimal. Sonntag» emmaL Telegrarmn-Adrest«, �Sozialdainatra« varNu». Morgen-Ausgabe. Nerlinev Volksdlettt. Dt» achtgefpaltene RonpareillezeN» loste« ILO ML«alstn»«nzoigon-. da» fettgedrucste Wort SO Pfg.(zulässig 2 fettgedruchte Worte), fede» weiter, Wort«0 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort »0 Psg. fede« wettere Wort 30 Pfg, Wort» über 15 Buchstaben zählen für zwei Wort». Tenerungszuschlag SO«/» Famttten- Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Verein»» Anzeigen ILO ML die Zeil«. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Ahr nachmittag» im Hauptgeschäft. Berlin EW 68, Lindenstrahe 8, abgegeben werden. Secffnet von S Uhr früh bis 5 Uhr abend». Zentralorgan der fozialdeinokratlfchen Partei Deutfchlands. heoaftfon und Expedition: Sw. HF, Lindenstr.z. Z�rrttsprecher: Amt Mortttpla«. Rr. RSISv— KS»«?. Freitag, den ä. Oktober 1S19. vorwärts-verlag G. m. b. H., EW. HS, Linöenstr. Z. Fernsprecher: Amt Moritzplatz. Nr. 117 23—5�. rankreich ratifiziert. Sie demaskieren sich. In der nächsten Zeit wird in der Nationalversammlung das Betriobsrätegesctz zur Verabschiedung kommen. Den der- änderten Produkiionsverhältnissen Rechnung tragend, ist im Gesetzentwurf den Arbeitervertretungen ein weitgehendes Mitbestimmungsrecht im Produktionsprozeß zugesprochen worden. Ganz zweifellos wird unsere Fraktion bei der Äe- ratung mit allen Kräften für weitere Ausgestaltung der wirt- schaftlichen Rechte der Arbeiter in diesem Gesetz eintreten, und es ist zu hoffen, daß das Betriebsrätegesetz in seiner end- gültigen Faffung eine wuchtige Waffe in den Händen der Arbeiter ist. mitbestimmend auf den Produktionsprozeß ein- zuwirken. Den Unabhängigen und ihrem kommunistischen Anhang freilich war der Gesetzentwurf vor seinem Bekannt- werden ein Scheusal, das in den OrkuS geworfen werden müsse. Sehr begreiflich, ist doch ihr Feldgeschrei: Alle Macht den A r b e i t e rr ä t e n! Wie Anhänger der U. S. P. D. die von ihnen verlangte politische Macht in der Praxis handhaben, lehrt ein Streik. der am Mittwoch bei der Berliner Metallwaren- fabrtk Danneberg ck Ouandt ausgebrochen ist. Ueber die Ursachen des Streiks unterrichtet folgendes Protokoll einer Sitzung der Firma mit ihrem Arbeiterausschuß am 1. Oktober 1919: Dem Bericht ist vorauszuschicken, daß am Morgen des 1. Ok- tober seitens der Betriebsleitung ein Schlosser eingestellt werben soll», und als derselbe dem ArbeilerauSschuß zur Genehmigung vorgestellt wurde, konstatierte dieser Arbeiterausschuß, daß der Mann Mehrheitssozialist ist, was er umunwunden zugab, und trotzdem der Mann gewerkschaftlich organisiert war. wurde er aus dem Grunde, daß er Mehrheitssozialt st ist, von dem Arbeiterausschuß abgelehnt. Die Sitzung wurde um 11 Uhr eröffnet. Anwesend waren: 1. die beiden Arbeiterausschüffe aus der Frankfurter Allee und der Siegfriedstraße, 2. zwei extra hinzugezogene Arbeiter. 3. der Obmann des Beamtenauöschuffes, Herr Schröder, 4. Herr Flesch von der Betriebsleitung.. t»»" 64?lr!»" Herr Reiche eröffnete die Sitzung mit dem vorerwähnten Zwischenfall, worauf Herr K o l o tz i die Sache so erklärte, daß ein Mehrheitssozialist nicht mehr in unseren Fabriken angenommen werden kann weil, wie er wörtlich sagte, dieser Mann sonst Unruhe in»nser« Betriebe bringen würde". Herr Boddenberg bemerkt hierzu weiter, daß über diesen Fall überhaupt keine Verhandlungen mehr nötig wären, die Einstellung des ManneS wäre eben abgelehnt. Weiter sagte er, wer heute noch dem Mehrheitssozialismus angehört, »hat seine Zeit verschlafen'. Herr Reiche tritt diesen Bemerkungen energisch mit der Be- grllndung entgegen, daß Politik nicht in unsere Betriebe gehört, worauf noch anschließend von Herrn Schräder bemerkt wird, daß der Arbeiterausschuß selbst stets in alle» Sitzungen, denen er beigewohnt hat, Herrn Danneberg immer wieder gesagt hat, daß wir ein rein wirtschaftlicher Betrieb sind, und Politik nicht in unsere» Betrieb gehört. Herr Flesch widerspricht dann weiter der Sache, indem er sagte, daß unter diesen Umständen auch nur eine Partei im Be» triebe vertrcten sein dürste und dürsten dann auch keine Kam- m u n i st e n darunter sein. Er betonte wiederum, daß Politik nicht in unsere Betriebe gehören soll und er einen solchen Fall nichl durchgehen lassen könne. Er prolestierte energisch gegen solche Borg äuge. Herr Boddenberg erwiderte darauf: Seine Meinung ginge dahin: Die BeiriebSleitung prüft die Tüchrigteu des Arbeiters, der Arveitcransschuß dagegen die politisch« Richtung. Boddenberg meint weiter, die Firma hätte das größte Jnieresse daran, gleich. artig gesinnte Leute zu beschästigen, damit unnötige Unterhaltunge» über Politik unterbleibe«, die sich andernfalls nicht vermeiden lassen. Gegen diese Auslassungen wehrt sich Herr Reiche ganz energisch und weist wiederholt darauf hin, daß wir Politik auf keinen Fall in unseren Betrieben zuloffen können und daß wir nur einen rein wirtschaftlichen Betrieb haben, der mit Politik nichts zu tun hat. Herr Boddenberg bleibt hierauf auf seinem Standpunkt bestehen, daß eS im Interesse des Geschäftes wäre, wenn nur eine Pa r t e i in der Fabrik vertreten wäre. Jetzt wird die Frage wegen der gewerkschaftlichen Organisation der Arbeiter anfgeworseu und zwar Paris, 2. Oktober. Die Kammer hat die R a t i f i> kation des Friedensvertrages von Versailles mit 372 gegen 53 Stimmen angenommen. ist die Sache angeregt von Herrn Pohl. Es wird gesagt, daß eine gewerlschaftlichc Organisation nicht vor- geschrieben werben tüniie. Herr Friesen antwortete daraus, daß früher vom ArbeiterauSscbuffe unbedingt verlangt wurde, daß jeder neu einzustellende Arbeiter gewerkschaftlich organisiert sein müsse, worauf Herr Boddenberg hinzusetzt, daß jetzt der Arbeiter geWerks chaftlich oder politisch organisiert sein müsse. Die Politik läßt sich heute nicht ausschalten, da dieselbe eng mit dem Wirtschaftsleben verbunden ist. Daraufhin stellt Herr Boddcnberg fest, daß ein ganzer Teil der Kollegen nicht gewerlschaftlich, sondern nur politisch orgaui- siert ist. Weiter wird seitens des Herrn Kolotzi, RaujokS und Boddenberg sestgestelll, daß vor 14 Tagen ein W e r l st a t t- b e s ch l u ß gefaßt ist, nach ivelchem nur noch Arbeiter einer Partei bei uns eingestellt werden können. Sie gehen hiervon nicht ab und andere Arbeiter können nicht eingestellt werden; denn dieser Beschluß, wie jeder Werfftattbeschluß,„sei ihnen heilig'. ES kommt nun zu einer Besprechung, an der alle Parteien teil« nehmen und nach welcher die Geschäfts- und Betriebsleitung fest- stellt, daß sie von ihrem Vorhaben, den Arbeiter einzustellen, nicht abgeht. Hierauf tritt«in« Paarsc in der VerhanAlung ein, wächrc�d toelcher der Arb>eiterend ausführlich wieder- geben. Er entwickelte darin sein Wirtschaftsproigramm, ins- beson-dere soweit es die Forderungen des Handels betrifft. Das Programm enthält einige Andeutungen über die künftige Wirtschaftspolitik des Reiches, über die Regelung des Außenhandels, dem eine freiere Betätignngsmög- lichkeit zugesagt wird. Von dem heutigen System der Ein- und Ausfuhrkontrolle soll abgegangen werden. An seine Stelle tritt die grundsätzliche Genehmigung der Aus- fuhr sowie der Einführung von Listen für verbotene Gegenstände und das grundsätzliche Verbot der Einfuhr und der Aufstellung einer Freiliste für alle die- jenixicn Waren, deren Einfuhr in Zukunft ohne weiteres ge- stattet sein soll. Die Einfuhr von Lebensmitteln bleibt frei, doch müssen diese den zuständigen Zentralstellen zugeleitet werden. Die Zlbsage des Reichswirtschaftsministers an den P e s s i- mismus, der heute zum Sport jedes volkswirlichastlichen Schreibers kapitalistischer Orientierung gehört, wird auch im Auslande ihren Eindruck nicht verfehlen. Wohl liegen heute Handel und Industrie noch danieder. Die Katastrophen- Propheten haben aber bis heute unrecht behalten, und sie n?er- den es so lange, als in der deutschen Volkswirtschaft noch die Kräfte tätig am Werke bleiben, denen über den Pavteistreit der Sinn für die wahren Interessen der Allgemeinheit nicht verlorengegangen ist. Genoffe Schmidt führte ans: Werne Herren! Ich teile Ihre schmerzlichen Gefühle bemi An- Mck der leeren Stapel haufer, des verwaisten Hamburger Hafens. Die 21 Milliarden Außenhandel des Jahres 1313 sind die Erinnerung an ein versunkenes goldenes Zeitalter, das nickt so bald wiederkehren wird. Aber ick teile nicht den Pessimismus mancher Wirtschaftskreise, die. wn einen Wiederaufstieg verzweifeln wallen. Der Außenhandel mit 21 Milliarden Umsatz tmirde nun im Kriege durch die Blockade nahezu vollständig lahmgelegt. Was war die Folg«? Unsere überseeischen Verbindungen nickt nur mit den feindlichen Ländern, sondern auch, mit den Neutralen gliigen verloren oder sie blieben mit den Neutralen nur im mäßigen Um- fange aufreckt. Damit wurde die Basis für die E r n ä h r u-n g und die Rohstoffversorgung beengt, und je schärfer die Blockade anzog, um so unerträglicher wurde die Lage. Volks- wirtschaftlich stand da» Problem so, daß bei einer verminderten Warenbeschaffung der Bedarf des einzelnen gekürzt werden mußte. Meine Herren, ich stehe nicht an, trotz der maßlosen Angriffe, die während deS Krieges gegen die Zwangswirtschaft erhoben worden sind, es klar auszusprechen, daß ich bei Anerkennung aller Mängel diese Wirtschaftsmethode auch heute noch als die einzig denkbar« Methode der Kriegswirtschaft ansehe. Tie Kriegswirt- schaft war Mangelwirtschaft. Die Preistcndenz war also schroffer steigend, während das politische und soziale Interesse zur zwangsweisen Tiefhaltung der Preise trieb. Damit war die freie Konkurrenz ihres Kompasses in der Gestalt der freien Preisbewsgiiug beraubt. Der staatliche Wille mutzte diese'nneviich führungSlos gewordene Wirtschaft ichlecht und«cht«i feine Leitung übernechmou. Nun sind zwei Beijpce�e »nzu führen. Nach flvtistrschen TrmüUrmgen betrug in der Groß- stadt in einer Arbeiterfamilie der Verbrauch pro Kopf im Monat an Brot bor dem Kriege rund 12 000 Gramm p er war im April 1917 auf 8646 Gramm herabgedruckt. Für Butter und Fett von 1166 Gramm auf b?S Gramm gesenlt. Eine Organisation, die eine solche schmale Ernährungsbasis herbeiführte, mutzte mit Angriffen von allen Seiten rechnen. Niemand schränkt sich frei- willig ein, der Zwang aber wird als Plage empfunden. Meine Herren! Aus dieser Wirtschaftsepoche kommen wir. Wir kommen zu einem verlorenen Krieg, unser Voltskörper leidet schwer an der" maßlosen U e b e r a n st r e n g u n g der letzten .labre, an körperlicher Entkräfwng und an einem schweren geistigen lieber. Mit diesem Wirtschaftskörper lassen sich keine Eisenbart- urcn machen. Jetzt die Entwicklung in ein neues System hinein- zwängen, wäre verkehrt; wir müssen zum natiirtichen Aufbau mrück. Schon die außenpolitische Lage verbietet die Aufstellung eines Planes auf lange Sicht. Immer noch nicht kennen wir die Entschädigungsansprüche unserer früheren Gegner an uns, immer noch ist der Osten Europas Kampfgebiet und in seiner wirtschaftlichen sukunft völlig unübersehbar. Da bleibt nichts anderes übrig, ulS die jeweilige äussere»nd innere Situation klar zu erfassen«ad danach den Wirtschaftsplan einzurichten, bereit, ihn zu madifizieren, wenn neue Faktoven auftreten. Da» Kennzeichen der gegenwärtigen WirtschastSepoche ist gerade diese Flüssigkeit und Unsicherheit. Um nur einige Momente auf- zuzählen, nenne ich voran die Valuta. So verheerend der Tief- stand der Mark auf unsere Einfuhrgeschäfte wirkt, das aller- schlimmste find die unaufhörlichen Schwankungen des Geld- wertes. Sie machen jede Kalkulation unmöglich und verwandeln die ganze Zirkulation von Geld und Ware in ein reines Epe- !' n la t> o n s g e sch ä f t. Die Ausnahm« großer ausländischer Kredite gibt allgemein für ein wirksames. Heilmittel unserer Wäh- rungsnot. Ich habe mich auch zusammen mit dem Reichsfinanz- minister mit aller Kraft fttr die A n b a h n u n g s o l ch e r K r e d i t- g e sch ä f t e eingesetzt. So notwendig diese Operation zur Stützung unserer unmittelbar notwendigen Kaufgeschäste ist, ein Allh e 1 1- mittel gegen die Valutakalamität i st s i e n ich t. Ich kann nur immer wiede«holen, was ich allen ausländischen Vertretern uner- n, üdlich sage: Das W ä h r u n g s p r o b l e m ist ein internationales Problem, unter dem fast alle kriegfiihrenden Staaten, auch der größere Teil der Sieger, zu leiden haben. Nur eine internalionale Regelung, ein- Ncimusüalanzieruu, der Kurse durch eine internationale Anleihe bringt endgültige Heilung. Ebenso dringend ist aber für un?, daß endlich das Loch im Westen verstopft wird und wir wieder eine normale Grenze er- l alten. Leider haben die langwierigen Verhandlungen mit Frank- reich immer noch nicht zum erwünschten Ergebnis geführt. Wenig Bedeutung lege ick den manchmal geäußerten Befürch» tungeu bei, die deutschen Waren würden keine Absatz-. Märkte finden. Fragen Sie bei unseren großen Export- Industrien an. Sie sind überhäuft mit Aufträgen. Der Besuch bei der Leipziger Messe hat eS mir deutlich vor Augen geführt, daß die i deutsch« QuaNtStsware nach wie v»r begehrt ist. Die Mengen, die wir für die nächste Zeit bereitstellen kSnneu, werden auch sicher unterkommen. �' In der klaren Erkenntnis, daß nur eine schnelle Anbah-! nung der AuSlandSge sch äste daS Schwungrad unserer inneren Wirtschaft wieder in Bewegung setzen wird, habe ich vom> ersten Tage meiner Amtszeit an mich bemüht, alle Hemmungen; -n beseitigen, die im Interesse des Schutzes der heimischen Arbeit- und de? heimischen Verbrauches entbehrlich waren, um gerade dem Sandel möglichst große Bewegungsfreiheit zu geben. Ich darf l an die Aufhebung der Debisenordnung erinnern, an die Freigabe> der Einfuhr für Tcxtilrcchstoffe und Kautschuk. In der alleruäch-' » sten Zeit ist die! Freigabe der Einfuhr für weitere Rohstoffe( beabsichtigt. Zur Ausführ sind freigegeben: Textilfertigfabrikate,, soweit sie nicht Gegenstände des täglichen Bedarfs sind, Kautschuk- j iertigfabrikate, gewisse Eisen- und Stahlerzeugnisse. Auf dem, Gebiet der Ernährung ist Ihnen bekannt, daß bisher die Einftchr z von Reis, Hülsenfrüchten und Kakaobohnen freigegeben und die i innere Bewirtschaftung aufgehoben ist. Die Stammprodukte der j Ernährung: Gel reihe, Karkofsekn, Fleisch und Fett, kssnnen frei eingeführt werden, müssen aber, solange ihre Bewirtschaftung auf- recht erhalten ist, den zuständigen Zentralstellen zugeführt werden. Es wird Sie interessieren, einige Zahlen zu hören, in welchen Grenzen sich unsere Rohstoffeinfuhr seit Abschluß des Waffenstillstandes bewegt. Verglichen mit der Einfuhr des letzten Friedensjahres ist unsere gegenwärtige Ein- fuhr, der Menge nach berechnet, immer noch sehr gering. Sie hatte im vergangenen Juli noch nicht 26 Proz. der Mengen des Juli 1913 erreicht. Prozentual am höchsten standen hierbei neben den Lebensmitteln Oele und Fette, Kautschuk, Papier, Ton- und GlasNwen sowie unedle Metalle. Ein ganz anderes Bild ergibt aber die Einfuhr auf den Wert berechnet. Während im April der Einfuhrwert noch nicht 25 Proz. gegenüber dem April 1913 betrug, hatte er sich im Juli gegenüber dem Juli 1913 mehr alsverdoppelt. Dieser Einfuhrhöhe stehen leider nicht die entsprechende:! AuS- fuhren gegenüber. Seit April haben wir ein« passive Zahlungsbilanz schon nach den Zahlen der amtlichen Statistiken, geschweige denn, wenn wir die unkontrollierten Einfuhren in Rechnung stellen. Im Juli hat der Einftihrwert fast das Vierfache des Ausfuhrwertes be- tragen, wovon ja unsere Valutabewegung ein deutliches Zeichen gibt. Die AnSfuhrmenge betrug im Juli noch nicht den sechsten Teil der Mengen des JahreS 1913. Voran stehen Fertig- erzeugnisse der chemischen, keramischen, graphischen Gewerbe, der Maschinenindustrie, sowie mineralische Rohstoff«. Solche Zahlen mahnen zn allergrSsstcr Vorsicht. Sie zeigen, daß der Wirt- schaftSkörper noch unter so schweren FunktionS- störungen leidet, daß er nicht unkontrolliert sich selbst über- lassen bleiben kann Di« technisch« Durchführung der' AuS- und Einfuhrregelung für die nächste Zeit ist so gedacht, daß die Einfuhr gruud- sätzlich verboten bleibt. Für die freigelassenen Artikel wird ein« detailliert« Freiliste ausgearbeitet werden. Umgekehrt soll die Ausfuhr grundsätzlich erlaubt sein. Für die der- bo tonen Waren wird eine Verbotsliste aufgestellt. Ich hoffe in absehbarer Zeit eine klein« gedruckte Zusammenstellung nach den Warenbezeichnungen deS Zolltarifs herausgeben zu können, an deren Hand sich der einzelne Kaufmann genau orientieren kann. In meinem Ministerium habe ich zur Beschleunigung der Geschäfts- erledigung dt« Außenhandelskragen einem diktatorischen A u s s ch u ß zur Entscheidung übertragen, der»räch kaufmännischen Gesichtspunkten arbeitet. Um in allen wichtigen Fragen m engster Fühlung mit den beteiligten Kreisen selbst vorgehen zu können, habe ich für die Zwischenzeit, solange der verfassungsmäßige ReichSwirtschaftSrat noch nicht besteht,«inen Wirtschaft» rat aus den maßgebenden Organisationen von In- dustri«, Handel, Landwirtschaft und Verbrauchern berufen. Mit größtem Interesse verfolge ich daher auch die neuerlichen Versuche, ein« einheitliche Arbeitsgemeinschaft des gesamten Handels zu bilden. Ich messe diesen Bestrebungen größten Wert bei, denn sie schaffen die dringend benötigten Vertretungsorgane, deren ich mich zur Beratung und Unterstützung bedienen möchte. Im Binnenhandel bietet sich mit fortschreite»«« Abb»« der Bewirtschaftung dem freien Handel von selbst t» der nächsten Zeit ein immer grötzercS Betätigungsfeld. Mein« Herren! DaS Drängen noch völliger Freigabe der privaten Wirtschaftsbetätigung ist heute stärker als je. Lassen Sie mich zum Schlüsse hierüber noch ein offenes Wort sagen. Ich weiß, daß der Handel eine produktive Tätigkeit ist, denn pro- duktiv sein heißt Werte schaffen, und Werte schafft nicht nur der, der in der industriellen und landwirtschaftlichen Produktion Kraft und Stoff verbindet und verändert, sondern auch der, der das fertige Produkt an den Ort der größten Rachftage bringt, wo es den größten Wert besitzt. Ich weiß auch, welch beflügelnde Kraft ungehemmte Bewegungsfreiheit des persönlichen SwebenS und der un- gevstndenen Betätigung entwickelt. Aber, meine Herren, ich mutz noch einmal auf den Ausgangspunkt zurückkommen: Denken Sie daran, daß wir a«S einer verarmten Wirtschaft kom- men, von der jede weiter« soziale Erschütterung ferngehalten werden muß. So würde die Anlehnung deS JnnenmarkteS an die Preislage des Wettmarkte» volkswirtschaftlich und politisch von katastrophaler Wirkung sein. Wir haben mit vieler Mühe in der Kohlenproduktion ekne gewisse Etettgkeik erziekk. Auch au» manchen ankeren K neige» der Industrie ist mir bekannt, daß Arbeitswille und Arbeitslust all- mählich wiederkehren. Dieses allmähliche Erwachen des Produktionswillens darf auf keinen Fall durch übereilt« Experiment« gestört werden. Sie können Ihre Tätigkeit im Warenumsatz und in der Warenverteilung nur ausüben, meine Herren, wenn Waren er- zeugt werden. Aber, meine Herren, wenn sich der Handel als Glied der gesamten deutschen Volkswirtschaft fühlt und bereit ist, in den schweren Uebergangsjahren, die uns noch bevorstehen, mitzu- tragen auch an den Opfern und sich diejenige Selbstbeschräne k u n g aufzuerlegen, die notwendig ist, damit wir den sozialen Frie- den im Lande wiederherstellen und bewahren, dann werden wir auf sicherem Boden den Aufbau vollziehen. Dann gehen wir zwar einer an harter Arbeit überreichen Zeit entgegen, aber einer Zeft des Neuaufbaues, in der der deutsche Handel eine seiner Be- deutung und seiner früheren Stellung entsprechende Position ein- nehmen wird. Das Programm, das der Reichswirtschaftsminister vor den Hamburger Kaufleuten entwickelt hat, umsaßt natürlich nicht alle Fragen, die die deutsche Wirtschaft betreffen. Außer- ordentlich klar hat der Reichswirtschaftsminister seine Stellung zur Zwangswirtschaft dargelegt. Sie soll nur da aufrecht- erhalten werden, wo das unumgänglich notwendig ist, und auch da nur so lange, als es sich im Interesse des Volksganzen nicht vermeiden läßt. Wir sind verarmt und können mit unserer Armut nicht noch Schin-dluder treiben, indem wir mit einer Bankerottpolitik liebäugeln. Das ist alles. Der Reichswirtschaftsminister bekennt sich in seinen Aus- sühruugen nicht zu einem Wirtschaftssystem, sondern zu einer praktischen Wirtschaftspolitik, die aus den unsicheren EntwicklungAbedingungen der heutigen Zeit entstanden ist und sich den Notwendigkeiten des Tages anpaßt. Man mag das über den größeren Gedanken einer straff organisierten Wirtschast ablehnen. Es kommt aber heute nicht darauf an, Theorien in die Masse zu werfen, die im Widerstreit der Einzelinteresien verzerrt, im Kampfe der Parteien umstritten und erst im Laufe der Jahre durchgesetzt werden können. Unsere heutige Wirtschaft bedarf einer starken Gegen- w a r t s p o l i t i k, die alle positiven Kräfte zum Wiederaus- bau eint. Die Verbilligimg öer Lebensmittel. In der Sitzung de» HauShaltsauSschusscS der Preußischen Landesversammlung vom Mittwochabend machte Finanz« minister Dr. S 2 d e k u m nähere Abgaben über die Aktion zur Senkung der Lebensmittelpreise, für welche das Reich annäbernd 2ft, bis 3 Milliarden aufnehmen werde. Wenn Speck zu den bisherigen billigen Preisen und wie bisher t2ö Gramm gegeben werden soll, erfordert dies bis zum Ende des Etat- jahreS 1189 Millionen Mark, bei kondensierter Milch S1 Millionen. Wenn die bisherige Aleischration aufrechterhalten werden soll, so find für Zufuhren aus dem Ausland« 800 Millionen erforderlich. außerdem für Kartoffeleinfuhr 25 Millionen. ES ist zu hoffen, daß infolge dieser neuen Aktion die Ernährung der Bevölkerung für den Winter einigermaßen gesichert ist. Vorbedingung dazu ist aber«. a.. daß die Margarine- f a b r i k e n genügend mit Kohlen und Rohmaterialien beliefert werden. Sollte die? nicht der Fall sein, so würden neue große Beträge sür vermehrte Einfuhr von Rohstoffen für die Margartnefabrikativn notwendig werden. Die Abgabe von AuSlandSmehl soll wie bisher zu billigen Preisen, aber in etwa« geringerem vmsang erfolgen. Für daS Mehl ist im Ausland 4000 M, pro Tonne zu zahlen. Der Brot« preis wird um ungefähr 10 Proz. erhöht werden, was einen Zu« schuß von 238 Millionen bis zum Ende des Erntejahres erfordert. Der Trle»raphenbienst in gauz Frankreich ist, wie uns aus Bern gemeldet wird, m dem vorkriegSmäßigen Umfang wieder hergestellt worden. fim den berliner Kunstsalons. Der Maler Carl Hofer, von dem Paul Cassirer eine Sonderausstellung zeigt, ist ein Schüler von Kalchreuth und Tboma gewesen und har dann je fünf Jahre in Rom und iu Paris gearbeitet. Wollte man die Spuren dieser Lehr« und Eniwickelungs- zeit iu seinen Werken aufsuchen, so würde man indessen zu einem negativen Resultat gelangen. DaS Schaffen Hofer«, wie eS uns hier vorliegt, zeigt'kcine klar nachweisbaren Einflüsse, aber eS zeigt ebensowenig eine ganz deutliche und ganz selbständige, alles durchdringende künstlerische Note. An ein paar fabelhaft virtuos ge- malten Akten(.Stehende und Sitzende') imponiert die Wucht der Formen und die gesammelte Kraft der Farbe. Die Bildnisse be« künden das Bestreben, die Bision de» innersten Wesens malerisch zu gestalten, wobei mancke eindrucksvolle Wirkung zustande kommt, ohne daß es gelingt, bis zu den tiefen seelischen Analysen etwa eines Kokoschka vorzudringen. I» Bildern w.ie.Mädchen mit Blumenstrauß' und.Mann, ins Zimmer tretend', die zu den besten der Ausstellung gehören, ist das Gegenständliche nicht restlos in die innere Rhythmik eingeschmolzen, unv der Zwie- ipalt zwischen einer teils flächigen, teils plastischen Auffassung läßt leinen reinen Gesamteindruck aufkommen. Wenn wir aber Werken wie„Schlafende',.Der erwachende Gefangene',.Hiob',.Kahn- fahrt' gegenübertreten, so gewinnen wir doch den Eindruck einer imrken und wenigstens in begrenzlein Gebiet eigenartigen In- dividualität. Wie auf der großen Fassung der.Schlafenden' die charfeu, eckigen Linien der Gruppe von der.sanft geschwungenen lontm deS Hügels umrahmt werden und wie darüber sich aus sein fließendem, horizontal gelagertem Schnörkel ein sanfttS, goldiges Licht ergießt: dieses allmähliche Lösen beängstigender, krampf- hiister Traumstimmungen und ihr Hiuübergleiten in das ruhige Weben der äußeren Natur, die an den Ovalen der Menschenseelen nicht teilnimmt— das ist fein und redlich empfunden und male- risch eigenartig zum Ausdruck gebracht.— Interessant ist.ein Vergleich der.Gefangenen''in der ersten und zweite» Fassung. Beide zeigen eine Anzahl Gestalten, die, von dem Gemäuer eines runden Turmes eng umjlblvsien, in müdem Trott eine Mühle drehen. In der ersten, ausführlicheren und größeren Fassung tritt das Gegenständliche mit seinen zufälligen Details so hervor, daß durch die reinen Kunstmittel keine Stiminung zustande kommt. Die zweite Fassung gibt in kleinem Format dasselbe Motiv, ober hier verschwindet das eigentlich Gegenständliche und die reine Sprache der Farben und Linien wird deutlicher vernebmbar, der eindrucke- volle/ Rhythmus des gesamten Aufbaues erzeugt die ergreifende Stimmung der Monotonie, des Trost- und Hoffnungstessen. Diese Fassung ist zweifellos weniger.malerisch' und technisch weniger imposant als die erste, aber in dem, worauf e« ankommt, steht sie hoch über ihr: sie dringt direkt zu Herzen und erreicht ihr Ziel mit rein lünstlertschen Mitteln.— Den tiefsten und klarsten Eindruck von der Eigenart Hofers gibt aber das Gemälde.Kahnfahrt'. Ein Nachen, der inr Vollmondlicht über den Spiegel eines Gebirgssees streicht. Ein idyllisches Motiv-- aber wie hat Hofer es ver- wertet I Alles Schaurige, Gespenstische, Aengstigende, daS eine Fahrt auf nächtlichem Wasser in nervösen Naturen erwecken kann, ist hier zu mächtiger Wirkung zusammengeballt. Die Nachtseiten des Leben« sind Hofers Domäne. Er ist der Maler des Alpdrucks, der für wirre Angstzustände und stiere Verzweiflung ergreifende Töne zu finden weiß. ES ist ein kleines Gebiet, das er beherrscht, aber auf dieiem ist er immerhin ein Meister. Bei Nieolat(Bikioriaftr. 20») lernen wir in Walter Hippel einen jungen Autodidakten kennen, der sich müht, auf eigene Weise der Lösung des Bildnisproblems im modernen Sinne nahezukommen. Mit der Farbe weiß er nicht diel anzufangen, aber einige resolut hingestrichene Schwarzweiß-Porträts zeugen von zweifellos starker Begabung und von dem ehrlichen Streben, über rein impresfionistifche Wirkungen zu tieferen Ausdrucksmöglich- leiten zu gelangen. Die Ausstellung im Sturm(Potsdamer Str. 184») zeigt neben der üblichen.Gesamtschau'— darunter erstklassige Werte von Albert G l e i z e S, Paul Klee, Fritz Stuckenberg und Kurt Schwitter«— ältere und neuere Arbeiten von Georg Much« und Hans Sittig. Much« hat sich als einer der ersten Ver« treter der sogenannten absoluten Malerei einen Namen gemacht; er begründete seinen Ruf vornehmlich mit Werken, die in einer streng geometrischen Linien- und Formensproche ihr charakteristisches AuS- drucksmittel hatten. Die Ausstellung zeigt daneben eine Reihe von Gemälden, bei denen diese Tendenz zurücktritt und ein feines Gfumato, ein sanfte» Zerfließen, Verdampfen und AuSklingen der Farben vorherrscht. Nach meinem Gefühl liegt diese Art ihm besser, und gegenüber der ergreifenden Vifion„Wilhelm Runge zum Ge- däcktnis" und der kleinen koloristischen Kostbarkeit.Gegenschein' wirken jene anderen Arbeiten trocken und schwer und fast alodemisch. — AuS hellen, fröhlich leuchtenden Farben baut HanS Sittig seine graziösen Rhythmen, denen er seltsamerweise düsiere Namen, wie.Krankenstube',.Karfreitag',.Mühlentod' gibt. Es sind gute Arbeiten von kultiviertem Geschmack, die als Wandschmuck die Sinne erfreuen mögen, aber tiefere seelische Regungen nicht wecken. _ John©chitowfll Der 41, deutsche Aerztetag, der vom 27. bis 28. September in Eisenach tagte, brachte vieles, was über den Rabmsn deS Bertis- lichen weit hinausging, stand doch als erster Punkt die S o z i a l i- s i e r u n g d e S H e i I w e s e n S auf der Tagesordnung. Es zeugte von einem nicht geringen Verständnis der Aerztesckaft diesem Prob- lem gegenüber, wenn Mugdans Thesen hierüber nicht ohne weitere« angenomnten wurden. Dieser Referent setzte nämlich Sozialisie- rung,'Verstaatlichung und Verbeamtuug gleich. Wenn nun derAerztetag auch gegen eine derartige Verstaatlichung einstimmig Stellung nahm so bedeutet eS doch einen großen Fortschritt, daß bemängelt wurde, daß kein Beiürworter dieser Idee da» Korreferat erhalten hatte. Und in der Diskussion wurde besonders von Berliner Aerzten energisch bestritten, daß im Erfurter Programm ein« solche Rege- lung gefordert werde. Wollen die Aerzie nun im Krankenkasseadienst die organisierte freie Arztwahl restlos durchführen, so find sie doch für beamtete Fürlorgeärzte zur Bekämpfung der Volkskt ankheiten und Errichtung eine« Gesundheitsamtes mir einem Arzt an der Spitze. Die sozialhygienilche Ausbildung der Aerzte wurde erfteulicherwetse übereinstimmend verlangt. Hierüber referierte Prof. Krautwig, Köln, während Schwalbe, Berlin, der Herausgeber der.Deut« scheu medizinischen Wochenschrift', über die Reform des Medizinal- swdiums sehr ausführlich sprach. Die hier schon früher erwähnte Idee einer Krankenwärterzeit der künstigen Aerzte wurde von fast allen Seiten als unerläßliche Forderung bezeichnet. Die gesamte Debatte hierüber wurde als Material einer zu bildenden Regierungs- kommisflon übergeben, zu der beamtete praktische Aerzte und— wieder ein erfreulicher Fortschritt— Studierende zugezogen werden sollen. Am 29. September tagten dann in vertraulicher Sitzung die Vertreter der wirtschaftlichen Abteilung des AerzteveretnSbundeS, der.Leipziger Verband'. Man begeht aber keine Jndiskretiot� wenn man hervorhebt, daß hier, wie auch schon in der Sonntags sttzitng, eine friedliche Stimmung den Krankenkasienverbänden gegen- über herrschte. Von allen Seiten wurde die Mitteilung, daß eine zentrale Verhandlung der Verbände schwebte, mit großer Hoffnung begrüßt und der Wunsch ausgesprochen, daß die Zeit der Kämpfe endgültig bei aller Wahrung der berecktiaten Interessen vorüber sein möge." vr. E. L. An? der Republik der Wissenschaften. An der neuen lettischen Landesuniversität in Riga wirkt auch Prof. Karl Ballod, der bisher im preußischen ftaiistischen LandeSamt und an der Berliner Univer- sität tätig war. Prof. Ballod, ein gebürtiger Balte, hat bekanntlich unter dem Pseudonym Atlanticus im Dietzschen Parteiverlag ein Büchlein über„Produktion und Konsumtion im Sozialstaat' er« scheinen lassen. Nach der Revolution wurde er Parteigänger der Unabhängigen. B. war Mitglied der SozialisierungSkommission. Hundert Jahre Auskultation. In Frankreich wurde dieser Tag« der hundertste Gedenktag einer medizinischen Großtat gefeiert. ES handelt sich um die Austultatton, das heißt um die ärztliche Unter- suchungsmethode, die mit Hilfe des menschlichen Obres oder eines Hörrohrs, deS sogenannten Stethoskops, die Geräusche im Innern de« menschlichen Brustkasten» und damit auch etwaige Erkrankungen borauSzuhören sucht. Der Erfinder dieser Methode ist der im Jahre 1826 in der Bretagne verstorben« Arzt Lasnnec, dessen grundlegendes Werk über die Auskultation gerade vor hundert Jahren erschienen ist. LaSnnec hat übrigens auch das Stethoskop erfunden. Die andere Unteriuchungsmethode, die de« Abklopiens oder der Perkuifion, geht auf den Oesterreicher Auenbrugger zurück. Die Rückkehr Dr. Karl MuckS. Nach 10 monatft.c Jnternierung in Amerika ist Dr. Karl Muck wieder in Berlin eingetroffen. Er bat, vom Philharmonischen Orchester freudig begrüßt, bereits seine Tätigkeit aus der Probe aufgenommen. Bsttzner-Hausse. Die Oper hat die Preise der Plätze für die Erst- auphrung des.Palestrina'(für Kriegsgewinnler: tetn Druckfehler sür Palestrinaj mit Rückficht aus den Andrang«rbeblich erhöht. Die Fremden- log« Mitte kostet z. B. 100,59 M.(in der zweiten, im Abonnement statt- findenden Vorstellung«0,50 M.). Der Stehplatz bleibt aus 3,50 M. stehen, Mustk. Der 1. Abend des Kammcrmusikzhklus in der Singakademie am 6, Oktober bringt ausschlietzlich Werte von B r a h m S,— Die Neue Musikoereinigung(Dirigent Paul KlcbS) veranstaltet am 7. Ottober in der Hochschule einen Bach-Mozart- Abend. Der Berliner Bolks-Ehor beginnt am«. Oktober einen einjährigen Elernentarkursus der Notentebre, des vom Blattsingcns und der Stimm- bildung, an dem auch Nichtmttglteder— Damen und Herren— gegen Zahlung«ine» monatlichen Beitrages von 3 M. in beschränkter Anzahl teilnebmen tonnen. Der Kursus findet jeden Montag von 8 bis 10 Uhr abends in der Aula der 5. PflichtjortbildungSschule, Langeftr. St, statt. Borträge. Am 10, Oktober beginnt Dr. Adols Sehne im Frauen- Nub, Genthin er Str. 18, eine Vortragsreihe.Einführung in die Kunst* mit Lichtbildern(8-10 Uhr abends). Nr. 505 ♦ 50. �«chrgaag Seilage öes Vorwärts §reitag, 5. Oktober 1019 Deutsche Nationalversammlung. 8g. Sitzung, Donnerstag, 8. Oktober. Am RezierungStische: Erzberger. Die Valuta-Interpellation. Die Aussprache über den Tiefstand der deutschen Valuta wird sortgesetzt. Abg. Heim(Bayr. B.-Bd.): Auch die siegreichen Lände: haben ohne Ausnahme einen Rückgang der Valuta zu verzeichnen. Wir werden wohl zu einer Doppelwährung greifen müssen: Tie P a p i e r m a r k mit Zwangskurs im Innern und die Gold- mark für den Weltverkehr. Auch wenn die W i s s e l l s ch e Planwirtschaft falsch war, war sie doch besser als die jetzige Planlosigkeit, die weiter so nicht gehen kann. Die Regierung hofft auf eine gute Ernte, man hüte sich vor Illusionen! Abg. Wurm(U. Soz.): Zuerst muß man Lebensmittel einführen, dann erst Rohstoffe. Die Valuta kann nur gebessert werden, wenn das Volksvermögen gehoben wird, aber nicht das Vermögen einer kleinen Schicht. Die Revolution hat den Ar- beitern aller Länder zum Bewußtsein gebracht, daß, wenn sie wollen, sie auch können. Eine vernünftige Politik muß freund- schaftliche Verhältnisse zu Rußland schaffen. Die Arbeiter müssen Vertrauen zur Regierung haben. Es wäre frevelhaft zu sagen: Wenn wir sozialisieren, ist morgen Wohlstand. Sozialisierung geht nicht von hente ans morgen, die Früchte können nicht über Nacht reifen. Doch es geht von heute auf morgen mit dem Beginn der Sozialisierung einzusetzen. ReichSfinanzminister Erzberger: Wenn der Abg. Wurm den Zusammentritt einer Konferenz von Sachverständigen verlangt hat, die die Gründe unseres schlechten Valulastandcs erörtern soll, so kann ich ihm mitteilen, daß diese Konferenz bereits zusammengetreten ist und heute schon getagt hat. Ter Abgeordnete Wurm hat weiter erklärt: wir brauchen ein« Re- gierung, welche die Rechte der Arbeiter achtet. Darin bin ich durchaus mit ihm einverstanden. Herr Wurm und seine Freunde sollen uns dabei aber nicht in den Arm fallen. Wir achten diese Rechte aber gegenüber jedermann. In dieser Beziehung befindet sich die Regierung also in voller Ueber- einstimmung mit dem Abg. Wurm. Daß die Regierung sich in dem Metallarbeiter st reik auf die Seite der Unternehmer ge- stellt bat, ist unwahr. Die Regierung hat sich überhaupt nicht ein- gemischt.(Lebhafte Zurufe: Versammlungsverbot!) Wenn Ver- samiiilungen nicht angemeldet werden, dürfen sie nicht abgehalten werden, ob es sich dabei um Arbeiter oder andere Leute handelt, ist grnz gleich. Wenn Sie die Valuta heben wollen, müssen Sie die Arbeitskraft des deutschen Volkes heben und stärken. Dazu muß man aber dem Arbeiter ausreichende Nahrung gn angemessene« Preisen zur Verfügung stellen. D«r Abg. Wurm hat kein Recht zu sagen, daß wir hier nur Worte machen, denen keine Taten folgen. Die Regierung hat für den Zeitraum von einem halben Jahr 8�4 Mi!- liarden zur Verbilligung der Lebensmittel ausge- warfen. Di« Regierung tut also mehr, als diejenige getan hat, der seinerzeit der Abgeordnete Wurm angehört hat. Diese 3� Milliarden sollen dazu benützt werden, Fett und Fleisch auf dem bisherigen Preisstand zu halten. Eine Valutaanleihe kann uns nicht dauernd helfen. DaZ Deutsch« Reich ist nicht zu klein, um S0 Millionen auch für die Zu- kunft zu ernähren, wenn nur alle Leute ihre Pflicht hin. Eine großzügige Auswanderungspolitik würde für unS ein lln glück sein. Das deutsche Volk ist zu gut, um Kulturdünger für fremde Nationen abzugeben.(Lebhafter Beifall.) Abg. Dr. R i e tz e r(D. Vp.): Die Sozialisierung ist kein Mittel, die Produktion zu heben und zu verbilligen. Damit ist die Interpellation erledigt. Es folgt die erste Beratung des Gesetzentwurfs zur Abänderung der Verordnung über Sie Arbeitszeit in öen Sackereien und Konditoreien. Danach können die von den LandeSzentralbehörden bestimmten Be- Hörden auf Antrag eine Verschiebung der Lage der achtstündi- gen Betriebsruhe um höchstens eine Stunde genehmigen. Nach der alten Verordnung darf in Bäckereien und Konditoreien an Sonn, und Fe st tagen überhaupt nicht gearbeitet werden. Nach der neuen Vorlage sollen von 6� Uhr bis 954 Uhr vormittags leichtverderbliche Konditortvaren hergestellt und ausgetragen wer- den können. Ferner dürfen nach ö Uhr abends während ein«r Stunde Arbeiten vorgenommen werden, die zur Wiederaufnahme des regelmäßigen Betriebs am folgenden Werktage notwendig sind. Abg. Binder(Soz.): Die Fachausschüsse haben nicht genügend Gewalt. Das Gesetz ist gut und gerecht, wenn ei Gleichheit und Einheit über das Rcicij schafft. Ich schlage vor, den Entwurf dem sozialen Ausschuß zu uberweisen. Abg. Hartmann(Dem.): Der Entwurf bedeutet zweifellos eine Durchbrechung der gesetzlichen Sonntagsruhe. Aber da A r- beitgeber und Arbeitnehmer sich für die Aenderung ausgesprochen haben, wollen wir un» nicht gegen den Entwurf wenden. Hierauf sprechen die Abag. Biener(Dnat. Vp.) und Dr. Ma- retzki(D. Vp.), der der Vorlage grundsätzlich zustimmt. Abg. Vock(U. Soz.): Man will die Sonntagsruhe wieder be« seitigen, dagegen erheben wir Einspruch Der Arbeiter muß zu seinem Recht kommen. Nach einer Richtigstellung durch den ReichSarbeitSminister Schlicke wird die Vorlage einem sozialpolitischen Ausschuß über- wiesen. Arbeitsentgelt und Militärversorgungsgebührnisie. ES folgt die erste Beratung eine? Gesetzentwurfs, wonach Militärversorgungsgeb ührnisse auf daS Arbeits- e n t g e l t nicht angerechnet werden dürfen. Reichsarbeitsminister Schlicke: Die Vorlage führt eine einheitliche Regelung herbei. Das große MilitärversorgungSgesetz soll noch im Winter der Nationalversammlung vorgelegt werden. Abg. Hoch(Soz.): Leider gibt es noch viele Unternehmer, die schamlos genug sind, da? Recht der Kriegsbeschädigten auf den Arbeitsverdienst zu umgehen. Auch nach diesem Gesetz wird der Unternehmer zu dem Mittel greifen, den kriegsbeschädigten Ar- beiter zu entlassen. Die Rente ist nur eine Entschädigung für den verloren gegangenen Teil der Arbeitskraft. Von der Rente allein kann niemand leben, oder gar feine Famflie erhalten. Zur Lohndrückerei darf die Arbeit der Kriegsbeschädigten nicht benutzt werden. Auch in dieser Beziehung müssen die Staatsbetriebe Mu st erbe- triebe werden. Hier liegen viele Beschwerden vor. Die Staatsbetriebe sollten den Privatbetrieben mit gutem Beispiel voran- gehen.(Beifall.) Abg. Gilsing(Z.) stimmt dem Gesetz zu. Reichsarbeitsminister Schlicke: Die meisten Beschwerden wer- den sich durch das Gesetz über die Z w a n g s e i n st e l l u n g er- ledigem das nächstens der Nationalversammlung zugehen wird. Abg. Siehr(Dem.) begrüßt die Vorlage und die Ankündigung des großen Militärversorgungsgesetzes. Abg. Koch-Düsseldorf(Dnat.): Tie Vorlage läßt viele Lücken. Das Hau? ve r t a g t sich. Freitag, 1 Uhr, Interpellation H e i n z e(D. Vp.) über die Zahlung der Einfuhrzölle in Gold, Weiterberatuna, demokratische Interpellation über den Kleinwohnungsbau. Schluß der Sitzung: 65� Uhr. preußische Lanöesversammkmg. Lk. Sitzung. Donnerstag, den 2. Oktober 1919. Am Regierungstisch: Hirsch. Südekum. Präsident Leinert eröffnet die Sitzung um 12 Uhr 29 Minuten. Di: Beratung des Etats des Finanzmini st eriums wird fortgesetzt. Abg. Dr. Rosenselb(U. Soz.): Wir begrüßen den Uebevgang der Finanzhoheit von Preußen auf das Reich, denn wir wünschen, daß die Gliedstaaten reinere rwaltungskörper ohne Sou- veränität werden, und daß mit den mittelalterlichen Zuständen der Kleinstaaterei gründlich aufgeräumt wird. Der Redner wird, als er dann wieder auf den Streik der Metallarbeiter zu sprechen kommt, vom Präsidenten Leinert wiederholt ersucht, zur Sache zu sprechen. Der F i n a n z m i n i st e r muß dafür sorgen, daß die Forderungen der Metallarbeiter beachtet werden. All: gewinnbringenden Unternehmungen müssen der Allgemeinheit nutzbar gemacht werden. Wir wünschen mit Herrn von Hergt, daß das Volk recht bald das Wort erhAt, und deshalb verlangen wir Auflösung der Preußischen Landesversammlung und der Na- tionalversmnmlung.(Große Unruhe.) Ministerpräsident Hirsch: Den Minister des Innern Hein« brauche ich gegen die maß- losen Angriffe des Herrn Dr. Rosenfeld nicht in Schutz zu nehmen. Tatsache ist, daß der Minister des Innern Heine in den sechs Mo- naten seiner Amtstätigkeit sicherlich mehr für die Durchführung der Demokratie getan hat, als Herr Rosenfeld und seine Freunde. (Lebhafte Zustimmung links.) Den Fall Vogtherr sollte Herr Dr. Rosenfeld in VogtherrS eigenem Jimresse nicht immer wieder anrühren.(Zurufe der Unabhängigen: Warum denn nichtl Doch! Doch!) Ich stelle nur fest, daß der Minister Heine niemals in einem großen Berliner Wahlkreise als Kandidat aufgestellt worden wäre, wenn nicht Herr Vogiherr hätte aus sein Mandat verzichten müssen.(Große Unruhe bei-den Unabhängigen.) Ueber die von Herrn Dr. Rosenfeld hier geforderte Auflösung der Nationalversammlung brauche ich kein Wort zu verlieren. Die von ihm benfalls ge- forderte Auflösung der Preußischen Landesversammlung kommt vor der Erledigung der ihr gestellten Aufgaben nicht in Frage, um so weniger, als ja noch nicht einmal die Verfassung verabschiedet worden ist. In diesem Zusammenhange stelle ich nur fest, daß Herr Dr. Rosenfeld, als er kurze Zeit RegierungSmitglied war, alle Hebel in Bewegung gefetzt hat, das Recht des Volkes auf Wahlen zu verhindern. (Lebhaftes Hört, hört! im ganzen Hause.) Die verfassunggebend� Preußische Lande-versammlung repräsentiert unbestreitbar den Willen deS Volkes, und die Erfiillung ihrer Aufgaben bedeutet keinen Mißbrauch der Rechte des Volkes. Der Minister gibt so- dann eine ausführliche Darstellung der Besprechungen niit Vertretern der thüringischen Gebiete über die Abtretung preußischer Gebietsteile unter Vorlrehalten für ibre wirtschaftliche und verwaltungstechnische Zukunft zur Bildung eines großthürin- gischen Einheitsstaates. Die Vorschläge der Thüringischen Regierimg sind in einer Weimarer Besprechung von Vertretern aller Parteien aus Thüringen, unter anderem auch von Freunden des Herrn Dr. Rosenfeld einmütig abgelehnt. Verhandlungen in der Angelegenheit werden aber weiter fortgesetzt. Minister Heine hat auch in Weimar der Auffassung Ausdruck gegeben, daß Preußen und die Thüringsichen Staaten das gleiche Interesse hätten, zu einer Einigung zu kommen, aber nicht auf Kosten der Schwächung Preußens, da diese auch eine Schwächung Deutsch- lands bedeuten würde. Die Preußische Regierung wird mit aller Entschiedenheit an der Begünstigung der Entwicklung zum deutschen Einheitsstaat festhaften.(Lebhafte Zustimmung links.) Meine Mitteilungen im Haushaltsausschuß über die spartakistischen Bestrebungen halte ich Wort für Wort aufrecht, auch wenn mich die„Freiheit" deswegen beschimpft. Ich habe bereits im Ausschuß erklärt, daß das M-a- terial nicht durch Spitzel aufgebracht worden ist, sondern einem Kommunisten bei einer Grenzüberschreitung abgenommen worden -ist. Der Ministerpräsident verliest dazu unter großes: Heiterkeit des Hauses ein spartakistischrs Zirkular, in de IN auf den Fall bezug genommen wird und den Kommunisten geraten wird, Grenzüberschveitungskurse niit vertrauten Genossen abzuhalten. Den Vorwurf, daß die Regierung sich der Spitzel be- diene, weise ich entschieden zurück. Die Behauptung ist nicht be- weisbar.(Zuruf bei den Unabhängigen: Jeden Tag!) Ich stelle aber fest, daß die Kommunistische Partei Spitzel beschäftigt. Dem roten Vollzugsrat sind beispielsweise von militärischen Dienststellen durch Personen in kommunistischem Solde Originalbe- fehle übermittelt worden. Angesichts des Ernstes der Sache rate ich de« Unabhängigen, zwiscben sich und den Kommunisten einen Strich zu ziehen. Unser unglückliches Vaterland wird viel« Jahre ge- brauchen, um sich von den Kriegsfolgen wieder zu erhol:n.(Leb- hafte Zustimmung links.) Angesichts dieser Tatsache läßt«S sich nicht verantworten, daß unser Wirtschaftsleben durch Inszenierung von Putschen fortgesetzt gestört wird.(Lebhafter Beifall.) Die Regierung betrachtet eS als ihre Pflicht, Ruhe und Ordnung mit allen Mitteln durchzusetzen.(Lebhafter Beifall.) Danach wird ein Schlußantrag angenommen. Daran schloß sich eine langandauernde Geschäftsordnungsde- hatte, in der der Abg. Dr. Rosenfeld(U. Soz.) sich immer wieder- holende Lärmszenen hervorrief. Es folgt die Abstimmung über dm Haushalt des Fi- Nanzministeriums und der Finanzverwiltiing. Dabei wurde mit großer Mehrheit der Antrag des HaushaltsauSfchusseS auf Strei- chung der Ostmarkenzulage angenommen, dagegen ein An- trag Adolf H o f f m a n n(II. Soz.) und Genossen auf Streichung der staatlichen Zuschüsse zu den Kriegsteuerungszulagen 'der G e i st l i ch e n gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Unabhängigen abgelehnt; der Etat wurde angenommen. Es folgt die Beratung der Denkschrift über die Gewährung einer einmaligen Teuerungszulage an unmittelbare Staatsbeamte. und die zweite und dritte Beratung des Enttvurfs über die Be- reitstellung der dazu erforderlichen Geldmittel. Es liegt dazu eine Reihe von Anträgen vor, die verlangen, daß auch die in den Abstimmungsbezirken und in den von Preußen abzutretenden Gebieten ansässigen Beamten usw. die einmalige 82� Erleuchtung. Roman von Henri Barbusse. Verdeutscht von Max Hochdorf. Brisbille hat gesprochen. Er sinkt auf einen Stein zurück. Mit der Hand, deren Haut wie die Haut einer Kuh von roten Haaren bedeckt ist, wischt er über sein unseliges Gesicht. Man niöchte meinen, daß ihm einer ins Gesicht gespien hat. Er sagt: „Das Volk ist nicht bösartig! Aber es ist blödsinnig, blöd- sinnig, blödsinnig!" Und Brisbille bricht in Tränen aus. Da kommt Vater Piot heran— im Silberkranze seiner Greisenhaare und mit seinem wütenden Lächeln und mit dem ständigen unbestimmten Gestammel, das seinen Lippen ent- gleitet. Er tritt in. unseren Kreis, jedem nickt er zu. Er spinnt an seinen Gedanken, die so lauter sind, weiter und sagt:„Na ja, na ja, das Wichtigste ist im Kriege, daß man sich wieder auf die Frömmigkeit besinnt!„Na ja, na ja!--" Ich muß auffahren bei diesem ungeheuer sanften Worte. Dieicr Satz des Priesters bringt den Schmied noch einmal zum äußersten auf. Es schleudert ihn empor. Er ballt die Faust, die vom Rausche gelähmt ist. Er möchte dem alten Geistlichen ins Gesicht fahren, und er winselt:.Du, soll ich Dir tagen, wie Du aussiehst? Du, Du, Du--?" Junge Leute packen ihn. Sie stoßen ihn und werfen ihn zu Boden. Sein Kopf schlägt auf die Erde. Dann bleibt er reglos liegen. Vater Piot hebt die Arme zum Himmel auf; dann kniet er neben dem Tollen, der besiegt daliegt, nieder. Der Greis hat Tränen in den Augen. Hernach kann ich mich nicht enthalten, Marien mit einigem Mute zu sagen, daß Brisbille nicht in allem, was er sagt, Unrecht habe. Maria ist gekränkt und antwortet nur:„Ach, geh' doch!" Und sie fügt hinzu:„Einstmals hast Du Dich selber auf ihn gestürzt!" Aber ich möchte, daß Marie meine Worte verstünde. Ich erkläre ihr, daß dieser Schmied gewiß ein Trunkenbold und eine Bestie ist. Doch er hat recht mit dem, was er denkt. Er stottert wohl, und er stammelt wohl die Wahrheit, aber es ist nicht er, der die Wahrheit gemacht hat. Die Wahrheit ist unberührt und unbefleckt, auch ohne ihn. Der Schmied ist nur ein Schreier, der heruntergekommen ist. Aber was von seinen Träumen übrig bleibt, das bleibt doch der Gerechtig- keit voll.— Und dieser heilige Greis, der die Ergebenheit selber ist, und der nickt einmal einer Fliege ein Leid antun würde, er ist doch nur ein dürftiger Knecht der Lüge. Er schmiedet nur sein winziges Gliedlein in die allgemeine Sla- venkette hinein. Er steht nur neben dem Scharfrichter und lächelt. Man darf niemals die Gedanken mit den Menschen verwechseln. Solche Verwechselung ist ein Irrtum, der vieles Leiden erschafft. Maria schlägt die Angen nieder und sagt nichts. Dann aber flüstert sie:.Ja, Du hast Recht." Ich hasche nach diesem schmächtigen Satze, den sie mir schenkt. Zum ersten Male geschieht es, daß sie mir näher- gebracht wird durch eine derartige Zustimmung. Sie trägt ein Lichtlein in sich..Sie begreift geWiste Dinge. Die Frauen begreifen trotz mancher unvernünftiger Triebregungen viel leichter als die Männer. Dann meint sie:.Seitdem Du wieder heimgekommen bist, zerquälst Du Dich zu sehr!" Crillon folgt uns auf dem Fuße. Er läßt uns nicht mehr. Er ist unzufrieden und er sagt:.Ich habe genau ausgepaßt. Ich muß ihm doch sagen, daß Sie nun wieder zu Haus sind, Sie sehen wie ein Fremder aus! Wie ein Belgier oder wie ein Amerikaner! Sie sagen Sachen, die ganz intolerant sind. Erst habe ich geglaubt, daß Sie ein wenig matt im Verstände geworden sind. Aber nein, nein, das ist es nichtl Sie sind nur zu verbittert! Weiß gar nicht, welche Laus Sie juckt. Muß Ihnen aber doch informieren, daß Sie sich mit alle Leute verkrachen werden. Diese Leut', Sie müssen sich doch in ihre Haut hineindenken. Sie erzählen ihnen das, Sie erzählen ihnen jenes. Sie reden ihnen was vor, wovon die Tendenz doch faustdick aufgetragen ist. Sie sind nicht mehr wie die übrigen Leute. Wenn Sie so weiterfahren, dann wird man Sie auslachen wie'nen Riesen auj'm Jahr- markt. Und wenn Sie hier gar flau machen wollen, nehmen Sie sich in acht, Paulin I" Er pflanzt sich vor mich hin. Die Ueberzeugung wurzelt fest und massig in ihm, das scharfe Tageslicht sprengt die Schärfe seiner alten Züge noch mehr heraus. Die Haut über den Knochen seines Schädels ist durchfurcht. Die Muskeln an seinem Halse und an seinen Schulterblättern arbeiten schlecht. Es reibt und scheuert in ihm, als wenn eine alte Schublade auf- gezogen würde. Er fährt fort:„Und dann, was wollen Sie denn eigentlich? Krieg muß der Mensch doch führen! He? Wir müssen doch den Boches eins aufbrennen! Na, und damit ist alles gesagt!" Ich gebe den Kampf schon im vorhinein verloren, und doch frage ich mühselig:„Und dann?" Crillon:„Und dann? Was denn, und dann? Und dann wird man neue Kriege führen, aber zivilisierte Kriege! Und dann? Was scheren Sie sich denn um die künftige Nachwelt? Ha, geben Sie nur zu, Sie wollen wohl die Welt erlösen? Natürlich, wenn man sich auf solche großen Macht- Nationen einläßt, dann mutz man natürlich Blödsinn sagen! Also die Zukunft? Und dann? Die Zukunft also?" Ich wandte mich ab. Wozu ihm erwidern, daß die Ver- gangenheit tot ist, und daß auch die Gegenwart in die Ver- gangenheit hineingleitet, und daß nur die Zukunft etwas Bestimmtes ist? Durch die väterliche Warnung Crillons fühle ich die Drohung, die von den anderen ausgeht. Noch sind sie mir nicht feindlich gesinnt. Aber sie sind schon bereit, mich fallen zu lassen. Schreite ich nicht mit dieser Wahrheit, die sich ganz allein an mich anklammert, aus einer Gespensterwelt heraus, um in ein Trauerspiel hineinzustoßen, das unmöglich ertragen werden kann? Die Menschen meiner Umgebung sind bis zum Munde und bis über die Augen von dem weit-mächtigen Aberglauben überschwemmt, der die Menschen in Bestien ver- wandelt. Sie beobachten mich mit Mißtrauen. Sie sind bereit, gegen mich wütend loszugehen. Wenig schlt nur noch. und ich werde ebenso verstoßen sein, wie Brisbille es schon vor dem Kriege gewesen ist. Und doch hat er sich als ein- ziger vor der Menge aufgerichtet, um ihr zuzurufen, daß sie den Abgründen entgegeneile. Eorts. folgt.) Teuerun�sSzukafle ci�ßer, ebsnfo die Im Zkutzefland befindlichen Beamten, Lehrer und Geistlichen, ferner dah auf die Kommuiialverwaltungen usw. auf Zahlung einer einmaligen Teue- rungSzulage an die ihnen unterstellten Beamten und Angestellten hingewirkt wird. Die Staatsregierung soll ferner erwägen, ob die Pcnfionskassen, denen die in Staatsbetrieben beschäftigten Ar- heiter und Bediensteten angehören, eine Aufbesserung der Zu- schüsse erhalten können, und ob bei NichtHerbeiführung der Gleichstellung der im Ruhestand lebenden Beamten, Lehrer und Geistlichen wenigstens eine einmalige Teuerungszulage gewährt werden kann. Abg. Schmedding fZ.) berichtet über die Ausschutz verHand- lungen. Finanzmmister Dr. Südekum: Die Staatsregierung ist davon durchdrungen, datz alles, was in ihren Kräften steht, zur Erhaltung einer leistungsfähigen Be- amten. und staatlichen Arbeiterschaft getan werden mutz. Alle Anträge jedoch, die über das im Ausschutz beschlossene hinausgehen, bitte ich abzulehnen, weil sonst daS ganze Werk gefährdet werden kgunte. Neben der hierdurch herbeigeführten großartigen Hilfe schreitet einher die gewaltige Aktion zur Berbilligung der Lebensmittel durch das Reich, die noch diel wirksamer werden wird als die in der Zeit vom Juli bis Oktober inaugurierte. Wenn das Reich sich ent schließt, für Mitte Januar mehr als drei Milliarden Mark auf- zubringen für Verbilligung von Leibensrmtteln, so betrögt Pre?�xns Anteil daran mindestens drei Fünftel. Dabei ist zu beachten, datz es immer diefelbtn Zensiten sind, die die Mittel auf- bringen müssen. Ueber eine gewisse Grenze kann die Belastung nicht hinausgeirieben werden. Vielleicht zum letzten Mal haben wir die Möglichkeit, eine so große Aktion auf Anleihe zu unter- nehmen. Denn nach dem Uebergang der StaatSsteuewevwaltung auf daS Reich werden wir demnächst mit dem Reich Auseinander- setzungen pflegen müssen über die Staatsschulden und da dürfen wir hoffen, datz die prentzischen Staatsschulden bei Uebergabe der Eisenbahnen abgebürdet werden. Die Aufgabe der Steuerhoheit ist ein großes Opfer, ans dem für die kommende Pofifik der Preußischen Landesversammlurig ernste Konsequenzen sich ergeben (Sehr richtig!), um so mehr, als die längst geplante, aber zurzeit nicht durchführbare Reform der Bcamtengehälter in Angriff genommen werden mutz. Das kann nur im Einver- nehmen mit dem Reich, mit den Ländern geschehen. Jedenfalls müssen wir mit der Wirtschaft, in die wir gekommen sind, crnj- täumen. Die Annahme des neu«ingebrachten Antrages auf Er- höhung der. B e f ch affn ng s z u lag e für Lohnempfänger auf 800 Mk. würde die Regierung veranlassen, die ganze Vorlage zu- nächst zurückzuziehen.(Hört! hörtl) Auf den Vorschlag, die er- höhten Beträge unter Vorbehalt auszuzahlen, kann sich die � Regierung nicht einlassen. Das gleiche gilt von dem Antrag auf Er- höhung der einmaligen Teuerungszulage an Geistliche. Ich bitte also, nicht durch eine Annahme dieser neuen Anträge eine Verzögerung der Auszahlung, auf die man so sehnsüchtig wartet, eintreten zu lassen. Man will drautzen endlich Taten sehen; an mir soll es nicht fehlen. Nehmen Sie also die Vorlage under- ändert an!(Beifall.) Abg. Schmiljan(Dem.): Wir stimmen der Vorlag« zu, weil die Not so grotz ist. Wirklich Helsen kann aber nur eine durch greifende Besoldungsreform. Die kommende Besoldnngsreform mutz den Wünschen der Beamten entsprechend ausgestaltet werden.(Bei- fall bei den Demokraten.) Abg. Schubert OSoz.): Wir stimmen der Vorlage unverändert zu. Die Notwendigkeit der Teuerungszulagen ist eine Folge der falschen Lohnpolitik der früheren Regierung. Die Beamten wollen nicht Titel und Orden, sondern ausreichende Entlohnung. tSehr richtigl) Es ist richtiger, die Lebens- mittelpreise zu senken als Beihilfen zu zahlen, denn die erste Maßnahme kommt der ganzen Bevölkerung zugute. Datz die Arbeiter sich besser- stehen als die Beamten ist nicht wahr. Bei der kommenden Regelung der Gehälter dürfen sich die Bezüge£-> Unterbea-mten und der Oberbeamten nicht mehr in so schreiendem Gegensatz besinden. Wer seine Arbeit verrichtet, ob Beamter oder Arbeiter, mutz so bezahlt werden, datz er davon leben kann.(Bei- fall bei den Sozialdemokraten.) Alg. Grttwald(Z.): Da die Regierung da? Werk scheitern lassen will, wenn wir über die Regierungsvorlage hinausgehen, mutz die Vorlage in der vorliegenden Form rasch verabschiedet weichen. Die neue Besoldungsordnung wünschen wir recht bald. Abg. Oelze(Dnatl.): Wir hoffen, datz die Auszahlung diesmal möglichst rasch erfolgt. Wir brauchen eine organische, den Verhält- nissen angepatzte Besoldungsreform. Abg. Meyer-Herford(D. Vp): Die Parteien sollten zusammen arbeiten fiir die Beamten und sich nicht gegenfertig Konkurrenz machen.(Beifall rechts.) Di« Auszahlnug der einmaligen Zulage mutz rasch geschehen und möglichst gleichzeitig.(Bravo! bei der Deutschen Volkspartei.) Abg. Kicdt(U. Soz.): Bis in die neuest« Zeit hinoin ist der- langt worden, datz den Beamten das Streikrecht entzogen werden soll, Abg. Wulfstange lDeutsch-Hannoversche Partei): An den Be- amten mutz manches Unrecht wieder gutgemacht werden. Damit schließt die Besprecknmg. Die Denkschrift wird durch Kenntnisnahme erledigt und die Vorlage angenommen. Das Haus vertagt sich aus Freitag 12 Uhr. Schluß: 6 Uhr._ GeoßSerün Die gestrigen Zusammenstöße. Die von unverantwortlichen Stellen verbreitete unlvahre Nachricht, das Verbot der gestrigen Ver- sammlungen sei aufgehoben, hatte zur Folge, daß Streikende und andere in Massen zu den Versammlungslokalen ström- ten. Ueber das Schicksal der einzelnen Versammlungen haben wir bereits kurz berichtet. Mittwoch, spät abends, war durch den Fernsprecher auch versucht worden, die falsche Nachricht, die so viel Unheil an- gerichtet hat, in den Vorwärts" zu bringen. Unsere An- fragen beim Reichswehrministerium und beim Polizeipräsi- deuten ergaben alsbald, daß mit diesen allein für die Sache maßgebenden Stellen kein Mensch über eine Genehmigung der nicht angemeldeten Versammlungen verhandelt hatte. Dieser Weg hatte auch der„Freiheit" offen gestanden, die aber solcher Gewissenhaftigkeit die glatte Veröffentlichung Siner folgenschweren Irreführung vorgezogen hat. * Am Vormittag fanden verschiedene Umzüge statt, so in Char- lottenburg vom Volkshause aus, im Tiergarten, dann vom Rat- Hause in Cöpenick aus. Besonders zahlreich waren die Umzüge im Norden und Osten der Stadt. Der Zusammenstoß in der Müllerstraste hat leider ein Menschenleben gefordert, während neun Personen verwundet wurden. Wie eine Lokalkorrespondenz meldet, treffe die Schuld an dem bedauernswerten Vorfall die Exzedenten. dre bei im Transport ht* drei i» den MaruS-SÄen verhafteten Personen nach der Pokizei eine sehr drohende Hol- t u n g gegen die Polizeitruppe einnechmen. Danach hatten die Sicherheitssoldaten die Verhafteten in die Mitte genommen und führten sie ab. Der Truppe marschierte auf den Schienen der Straßenbahn, gefolgt von einem Straßenbahnwagen. Demonstranten sprangen auf die Vorder- Plattform und riefen dem Führer zu: „Fahr die Hunde doch über den Haufen!" Junge Burschen auf dem Bürgerfteig schleuderten Steine gegen das Wachtkommand». Frauen hätten auf die Mannschaften ein- geschlagen. Der Sturm gegen das Polizeirevier wurde von einem Mann veranlaßt, der in der Menge verschwand, als die Sol- daten die Karabiner schußfertig machten. Es wurde dreimal die Aufforderung wiederholt, die Straße frei zu machen. Dann erst und nachdem sie tätlich angegriffen worden waren, machten die Polizeisoldaten von ihrer Waffe Gebrauch. Einige Demonstranten hatten versucht, sie zu entwaffnen. Die Haupt- schreier flüchteten. Die hinzugerusene Feuerwehr brachte die Verwundeten in das Paul-Gerhard-Sfift, wo ein Arbeiter, der einen Steckschuß in der Wade hatte, in Pflege genommen wurde. Drei Personen, die leicht verletzt waren, wurden nach Anlegung von Notverbänden wieder entlassen. In der Rettungsstelle in der Lindower Straße würbe eine Frau verbunden, die einen Streif- schütz am Kopf davongetragen hatte. Im Rudolf-Virchow-Kranken- Hause befinden sich fünf Verletzte, von denen ein Mann schwerer, aber nicht lebensgefährlich verwundet ist. Zwei andere Männer haben leichtere Schußverletzungen. Auch zwei Frauen befinden sich unter den Verwundeten, sie haben aber nur ganz leichte Streifschüsse davongrtagen. Der Tote wurde als der Metallarbeiter Hermann Marx, Schulstraße 44, festgestellt. Die Schußverletzten heißen: Fritz Janke, Müllerstraße 31, Gehla, Togostraße 74, Brummund, Feh- marnstratze 7, Bredow, Schwedter Straße 29, Fritz Wenk, Müller- siraße 35, Fritz Marten, Charlottenburg, Sicktngenstraße GS, Frau Margarete Hedke, Oudenarder Straße 6, Frau Marie Rüffer, Falkenhagener Straße 14. Es sollen 17 Funktionäre des MetallarbefterverbandeS in den Versammlungen verhaftet worden sein. Wenn daS richtig ist, so sind sie jedenfalls nicht als Gewerkschaftsfunktionäre, sondern als Teilnehmer an verbotenen Versammlungen festgenommen worden. Dem unabhängigen Parteisekretär Brühl, Mitglied der Ratio- nalversammlung, ist es ebenso ergangen. Wir erwarten, daß alle Verhafteten, gegen die weiter nichts vorliegt, sofort nach Feststellung ihrer Persönlichkeit freigelassen werden. Man überlege sich übrigens mal. wie ganz anders die russische Rätediktatur gegen alle oppositionellen Kundgebungen vorgeht! * Ein bedauerlicher Mistgriff. Im Reichenberger Hof tagte gestern abend eine DetriebSver- sammlung, die den Bericht ihrer Lohnkommission entgegennahm. Bald erschienen 70 Mann Militär und da die(gar nicht erforder- liche) Versammlungsgenehmigunq nicht vorgewiesen werden tonnte, wurde die Versammlung aufgelöst. Man sollte die unteren Organe doch eindringlich bekehren, um solche Vorkommnisse zu verhindern. * Ein Hetzflugblatt. WTB meldet: In den Ansammlimgen, die stch nach der Auf- läsung der vom Metallarbeiterverband einberufenen Versammlun- gen auf den Straßen Berlins gebildet hatten, wurde vielfach das Blatt„Der revolutionäre Arbeiter" vertrieben, daS vom„Kommunisfischen Komitee zur Förderung der Diktatur de? Proletariats" heramsgegebcn wird. Das Blatt trägt tm seiner Spitze einen Auf- ruf mit der Ueberschrift: „Auf die Barrikaden!", in dem es heißt- „Wann endlich werdet Ihr begreifen, daß Such solche wirt- schäftlichc» Streiks nie zum Ziele führen können? Seht die Zeichen von Mailand, denkt an die kleinen Möchte- gern-Bonzen unter Euch! Schlagt sie zusammen, daß die Feve« sklegen! Recßt herunter die Maske vom„wirtschaftlichen Streik". Wisset, dah alles Politik ist, und datz nur der politische Massenstreik Euch retten kann. Streikt! Reiht ei»! Sabotiert! Nichts mehr habt Ihr zu verlieren, aber alles zu gewinnen. Auf die Barrikaden!" Wenn es sich dabei nicht um ein Produkt von Irrsinnigen odar Verbrechern handeln sollte, dann können die Berliner Arbeiter cm diesem Machwerk erkennen, wozu sie mißbraucht werden sollen. » Protest des Mctallarbeiterderbandes. Gegen das Verbot der Versammlungen haben die Fünfzebner- Kommission und die Berliner Gewerkschaftskommission entschieden Protest eingelegt. Den Verhafteten ist von der Fünfzehner-Kom- Mission ein Rechtsanwalt gestellt worden. Es werden alle Schritte zur Freilassung der Verhafteten eingeleitet. Der Hauptvorstand des Metallarbeiterverbandes hat an den Polizeipräsidenten und an den Ministerpräsidenten folgendes Telegramm gerichtet:„Versammlungen unserer Berliner Mitglie- der Metallformer, Rohrleger, zur Beratung wirtschaftlicher An- gelegenheiten sind von dortiger Behörde aufgelöst und Versamm- lungsleiter verhaftet worden. Wir erheben hiergegen entschieden Einspruch und verlangen dringend Rückgängigmachung der behörd- lichen Maßnähmen, ferner Freigabe der für heute angesetzten Gewerkschaftsversammlungen." Heute findet die juristische Sprechstunde von 3—& Nhr statt. Keine Lokalbeleuchtung nach der Sperrstunde. Die Kohlenstclle Groß-Berlin teilt mit, daß ab 2. Oktober für Gastwirtschaften und gastwirtfchastliche Betriebe jeder Art(auch Hotelrestaurants, Cafös und dergleichen) sowie für Konzertsäle, ZirkuSunterncbmungen und für Vergnügungsstätten anderer Art, soweit deren Gewerbebetrieb eine besondere Genehmigung nach de» §§ 33 a— o der ReichSgewerbeordnung erfordert, nach Eintritt der Polizeistunde die Entnahme von GaS nnd ElektrizitSt zn Belench- tungszweckrn völlig zu»nterbleibrn Hai Die UeberwachungS- beamten der Kohlenstelle Groß- Berlin haben die Kontroll- tätigleit mit Unterstützung der zuständigen Polizeibebörde in weitestem Umfange aufgenommen.— Die Beamten müssen sich unauigefordert durch Vorzeigung deS Ausweises von der Kohlen- stelle Groß-Berlin legitimieren. Diese Verordnung ist eine Selbstverständlichkeit. Bezeichnend genug, datz sie mit WirtschaftSbetrieb nach der Sperr st unde rechnet. Die Sperrstunde hat nicht nur Beleuchtung«-, sondern GeschäftSschlutz zu bedeuten. Die Vergnügungslokale könnten, wenn schon nicht ganz, so doch früher geschlossen werden. Im übrigen achie man auch darauf, daß die Verordnung nicht nach Wiener Muster durch Karbidgas Beleuchtung umgangen wird, denn zur Herstellung von Karbid wird auch Kohle verbraucht, sogar ganz erheblich. Hilfe in GaS- und Kohlcnnot will eine Ausstellung die- ten, die vom Charlottenburger Hausfrauenverein vevarfitcrltet ist und gestern im Jugendheim zu Charlottenburg, Goethestraße 22, eröffnet wurde. Was sie zeigt, stützt sich meist auf Erfcrhrunae«, bie vcm be« HauSftÄ«« fcCcc gomacht Budde» stud. De L«S- stellung enthält nicht nur Heizappcrrate, die Kohle mitz GaS sparen, wie z. B. Zwcrgbrenmer, transportable Kochöfen u. a. m., man sieht dort auch viele selbstgefertigte Vorrichtungen, die den Zweck haben, die mit möglichst wenig Heizmaterial er- zeugte Wärme möglichst lange Msammenzuhalten. Das Prinzip der immer noch nicht hinreichend gewürdigten Kochkiste ist auf die verschiedenste Art variiert worden bis zu dem ganz einfachen Ver- fahren, die fertig gekochte Elpeise in i-kwem heißen Topf lediglich mit mehreren Lagen ZeitungSpa-pier zu umhüllen. Auch wer selber auf diesem Gebier schon ällerlei probiert hat, kann aus der Ausstellung vielleicht noch manche Anregung schöpfen und manchen Ratschlag mitnehmen. Sie ist geöffnet am 3., 4. und 5. Oktober von 10 bis 1 und von 3 bis 6 Uhr. Der Eintritt kostet 30 Pf. 133 810 Fremde besuchten im September die Reichslhauptstadt, Kennzeichnend ist die Zunahme der Besucher aus dem ehemals feindlichen Ausland. Nach dem Bericht der Zentralstelle für den Fremdenverkehr Groß-Berlms kamen aus Rußland, einschließlich der Rqndstaaten, 1745, cms Polen 1393, an? Frankreich 203, anS England 187, aus Italien 124, auS Belgien 105, aus den Vereinigten Staaten 304, aus Portugal 16 Fremde. Von den ehemals ver- � bündeten Ländern trafen aus Oesterreich 1402, aus Ungarn 234, aus der Türkei 65 Fremde ein. Die Balkanstaaten sind mit 154 vertreten. An der Spitze der neutrcvlen Staaten erscheint Schwe- den mit 1062, Dänemark mit 924, Holland mit 753, die Schioeiz mit 557, Spanien mit 64. Zum ersten Male erscheinen wieder mit verhältnismäßig bemerkenswerten Ziffern Japan, Australien, Aegypten, Persien, Argentinien, Brasilren, Chile, Peru, Java auf den Fremdewlisten. Ein großer Pelzwarend iebtzahl wurde im der vergangenen Nacht in der Jerusalemer Straße 26/27 verübt. Einbrecher dran- gen durch das Oberlichtfenster der Tür in die Geschäftsräume des Geschäftshauses von Naumann und stahlen für ungefähr 100 000 Mark Pelzwaren aller Art. Auf die Wieder hembe i s chaffung find 10 P-roz. Belohnung ausgesetzt. Beim Bäumefälle» erschlagen wurde gestern nachmittag in der Jungfernheide die Frau Amanda Werner, geb. Meißner aus der Rache nvw er Straße 48. Mit schworen Verletzungen wurde sie nach dem Virchow- Kranke uhaus gebracht, wo sie bald ihren Ver- letzungen erlag. Die neuen Postgebühren bei Rohrpostbriefen und Karten betrogen bei Briefen nicht 50, sondern 60 Pf„ bei Karten nicht 40, sondern 50 Pf. Neues Postbuch 1919,20. Die neuen Post, und Telegramm- gebübren mit vollständig ausgearbeiteten Tanten für gewöhnliche Pakete, Werlpatcte, Telegramme nebst Angaben über die Beförderungsbedingungen für das In- und Ausland, den Postscheckverkehr und einem alphabetischen Verzeichnis der besetzten Orte in Demschland find sür 2,80 M. erhältlich. Jndustrieverlag Spacth u. Linde, Berlin 0 2. Tchnlrefornicrtagnng. Am Sonnabend, früh 8st, Nhr pünktlich, be- ainnt im Pienariaale des Herrenhauses die Tagung der entschiedenen Schulresormer unter den akademisch gebildeten Lehrern und Lehrerinnen. Vormittags sprechen nach der Eröffnung durch den Vorfitzcnden Professor Oestreich: U m b s c n über den.Neuen Geist in der Schule-; O e st r e i ch über.Begründung und Ausbau der Einheitsschule-; Wagner über.Ge- meinichailSerziebung-; Koch über»Familien- und Staalserziehimg-, Für die Dislussian sind zahlreiche Redner aller Richtungen angemeldet.— Am Nachmittag»m 2 Uhr wird.Lehrerbildung und Lehrersreiheit- be- handelt durch Stadtrat Dr. Buchenau(Lehrerstand und Lchrerbildunzt, UnterstaatSsckretär Dr. Baege(Pädagogische Prosessuren, Hochschulen und Fatullälen) und Dr. Karl Karsen(Versassung der Lchrerschast). Wieder salgt eine gemeinsame Diskusston. Abends 71/, Uhr sprechen in einer V o i k S v e r i a m m l u n g in der Aula des Wilhelms- Gymnasiunis, Bcllevucstr. 15, Stadschulrat Dr. Buchenau über.Sozialpädagogik-, die Abgeordnete Dr. Hitdegard Wegschcider.Zicgler über„Gemeinschaftliche Er- zicbung und gcmcinschnstlichcn Unterri-Vt von Knaben und Mädchen-, Dr Kawerau über.Schule und Ffiedensgedanke-, Eine freie Aussprache folgt.— Tageskarten zu I M. sind aus tclephonischen Anrus(Südring 3411) zu erhallen durch Dr. Karjen, Tempclhoj, Berliner Str. öS, und an der Tagestaffe im Herrcnhause.' Achtung glrbeiterräte der KriegSorgantsattone«. Dienstag, vorm. 0 Uhr, Sitzung Potsdamer Str. 32 l. Tagesordnung: 1. Finan- zierung der Arbeitcrräle. 2. Abbau der Kriegsorganisationen. 3. Ver- schicdenes. I. 41.: Glnschke. Angestellte der Grost-Berliner Zcitnugsbetriebe. Heut« abend 7'/, Uhr Versammlung aller Angestellten in der Schultheiß-Biauerei, Hasenheide.- Un entgeltliche Verteilung von Gummisangeru. Englische philan- thropische Kreise haben sür deutsche Säuglinge eine beschränkte Menge Gummisauger unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Mütter, welche ein Kind von stach nicht neun Monaten haben, tönnen unter Vorlegung des Geburtsscheines des betreffenden Kindes bei ihrem zuständigen Polizei- revier einen Bezugschein aus einen tÄummstauger erhalten. Die Gummi- lauger sind gegen Rückgabe des Bezugscheines und QuiltungSleiilung in der aus dem Bezugschein angegebenen Drogerie zu erhalten. Da nur eine beschränk>e Menge Gummiiauger zur Verfügung steht, wollen die- jenigen Mütter, welche aus Grund ihrer Vermögensverbältnisse in der Lage sind, Gummisauger iäuslich zu erwerben, den minder begüterten Müttern de ii Vortritt iassen. ErbschaftssteuergeseN vom 10. September ISIS. Textausgabe mit aussüdrlichem Sachregister;Guttcntagsche Sammlung deutscher Reichsgesetze). Vereinigung wissenschnstlicher Verleger Walter de Druyter 6c Co., Berlin V/ 10. Taschensormat. Sü Seiten. Preis 1,60 M. Ter wahre Jacob ist erschienen. Wilmersdorf. Die„ V o r w ä r t S"- S p e d i t i o n befindet sich jetzl Gafteiner Str. 12, Laden. Bücher und Broschüren lönnen von dort emnomme» werden. Reinickendorf. Die Volkshochschule eröffnet ihren Winter- lchrplan mit einem Licktvilde wortrag des Privcrtdozenten Dr. Kohn-Wiener:„Zum 250 Tod-Stage RembrandäS". Dor Vortrag findet movgen 7 Uhr im Recrlgvinnafirnn. Bernerstraße, statt. Einteilt IM.__ Groß-Serlmer partemachrtchten. 7. Abt. Die Sitzung der LezirkSführer findet nicht beute, sondern morgen, Sonnabend,'/j8 Ubr, bei Grüntbah Urbanstr. 187, statt 18. Abt., 318. u. 325. Bezirk. Zahlabend. Aussprache. 8 Uhr, bei Heese. Memeler Straße 63. 44. und 4.5. Adteilnng. Sonntag, deu S. Ottober, abend« 7 Uhr, W i I h e l m- B u i ch- A b e n d, Aula, Grünthaler Str. 5. Eintrittskarten bei den Bezirkssübreni, bei Gatzmann, Stetttncr Str.«8, Kcrfin, Paul- ftratze«0 und Pose, Kolonicstr. tö. TtegliN. Die nichtveräußerten Programme zum ttinftlerischen unter- halwngSodend sind bereits um 7»/, an der Kaste zurückzugeben. Alt-Glienicke— Falkenberg. Sonnabend, ist, Uhr, tm Lvkal von Bahn(„Deutsches Haus-), Alt-Glienicke, Grünauer Strohe: Oeffentlichc Volksversammlung. Tagesordnung: Vortrag über Betriebsräte. Referent: Genosse Dr. Joachim. DtStussion. Röntgentai-Zepernick. Sonnabend, ten 4.: Bunter Abend. Ge- sang, Rezitation und Lieder zur Laute, anschlichend Tanz. «Äerbeausschutz für Post und Telegraphie. Sonnabend, 8 Nhr, sür die Beamten und Angestellten des Postzeitungsamts, grosie Betriebsversammlung tm Deffauer Garten, Deffauer Strah« 1(Ecke Konig- (Näher Strahe). Tagesordnung: Rälesystem und Beamtenschast. Referent: Obertelegraphen-Assiftent Groneseid. Freie Aussprache. Sriefkaften der Redaktion. Hente findet die jnristifche Sprechstunde von 3—5 Uhr Patt. «.®.. Nowawes. Generaltoinmando eoentl. Kriegsminifterwm.— ©. 4. 1. Nur nach 14 tägiger Kündigung. Falls Sie mindestens SO Proz. beschädigt sind, ist die Entlassung mir mit Zustimmung des Hauptsürtorge- auSschusscs zulässig. 2. Ja. Sie müssen sich an die(Gemeinde wenden, außerdem lönnen Sie wegen Nichtinnehalwng der 8 stündigen Arbeitszeit Anzeige erstatten.— T. B. 100. Ja, solange die Kinder bei�Jhrec Frau find. Sie haben aber einen Anspruch auf Herausgabe, den Sie auf dem Klagewege geltend machen können.— Friedrtchshage« 99. Zuzug nur mit Zustimmung des Wohnungsamts zulätfig.— K. 39. Leider nicht Wetteransfichten für das mittlere Norddentschland M« Gerichtszeitung. Besondere Sdjwlerifiteltt«»erden d« Gvledignna einer Straf. fache bereitet, die gestern d»r b«n Schernevaericht de» Landgerichts I zu einer teilweise recht aufqerechen Veryamd-lung führte, llnae. klagt waren der Arbeiter TzaFIsu» Krwaezh n»li und die Schanlwirtin Gertrud Tocktenhagen. Der Hauptangekbagte, Bruder des Kr., hat stch serner Festnahme lerrch die Flucht ent» zogen. Bei der Echan kwirtin Docktenhagen verkehrte die Tochter des Rohschlächtorineifter» SchmolinSih in der Wvangelftratze. Durch sie war ruchbar gaoorden, daH ihr Vater in einem in die Wand gebauten Geldschrank gaSheve Summen bewahrte. Darnuf- hm beschloh Peter Kr.„ein Dtng zu drehen�, und dabei soll Frau Tochtenhagen mitganiM haben. Al» SchmolmSch am 20. Otto» der 1918, abends zwischen 9 und 10 Ubr, tn seine Wohnung zurück- kehrte, fand er den Peter Kr.«nd die Angeklagte T. vor. Der «rstere hatte<»uS dem Wandschrank 43 000 M. gestohlen und aus einem Schreibtisch 17 000 M. Peter Kr. schoH mrt einem Revolver zweimal auf ihn. Sin Schuh ging ihm tn die linke Hand, ein zweiter in die rechte Brustieite. Als Nebenkläger tritt Justizvat Dr. SchoepS für ihn auf. Frau Tochtenhagen behaupte� daß fie an jenem Abend betrunken gemacht und von Peter Kr. und einem andern in die Luft geführt Wochen ist. Ei« habe au? Irrtum die silberne Handtasche der Tochter de» SchmolinSky, die ihrer eigenen ähnlich sehe, mitgenommen, in dieser Tasche Hütten sich die Schlüssel zum Haus« und«ur Wohnung deZ Schm. befunden. Wie sie dorthin gekommen und wa» dort passiert sei, wisse fie nicht, da sie vollständig betrunken gewesen sei. Auf Antrag de» Rechts» ■omM Sflfc M W» Am FtÄlian, w Aaflhscf«uf ihnen Geiste»zustand mrterjifcht worden. Gestern verfiel fie im Termin in«inen solchen lärmenden Wutanfall, dah der Sachter- ständige Dr. Gütz fie für nicht verihandlun-zöfi-stg«klärte. Tin Antrag de» Rechtsanwalt» Dr. Jame» Friedlände�r, de« An- geklagten KrwaczhnStt, der jetwede BÄeiligm» an dem Raub« bestritt, au» der Haft zu entlassen, wnb« abgelehnt. TS sollen noch weiter« Dewaise erhoben worden, Gegen? I7S verstoßen zu haben, ist der frühere Paß«: fSv der gestern vor der S. Strafkammer de? Landgerichts m stand, geständig. 23, war Geistlicher in Tegel und tn seiner Gemeinde sehr beliebt. Er wurde beschuldigt, Konfirmanden unzüchtig be- rührt zu haben. Tr hatte eine krankhafte perverse Neigung. Nach- dem weder durch seine Verheiratung noch durch ernste, gewissen- haste Versenkung in sein Amt Besserung eintrat, ist«r auS dem Amt geschieden und als Kriogsfreiwilliger ins Feld.gezogen. Der Sachverstandige Dr. Magmrf H i r sckfeld gab auf Grund feiner Beobachtung des Angeklagten ein Brld von dessen SeslennSten und schilderte seinen vergeblichen Kampf gegen dte unnatürlichen Triebe. ES liege ein krankhafter Zwang vor.'Der StocnSanwalt schloß sich dem Grrtachten an und beantragte die Frei- sprechung, auf dt« da» Gericht auch erkannte. Wa» bedeutet„gewerbsmäßig"? Von der Strafkammer de» Landgericht» III war ei-n Sckxrnckwirt D. wegen gewerb»- mähiger Hehlerei zu 2 Jahren Zuchtlhaus verurteilt wor- den. SS handolt« sich um«inen völlig unbescholtenen Mann, der von Gästen seine» Lotal» mehrsach ifemre Posten Zigaretten ge- »»..»»-»...MM. »qMi» uyrc�M; Hchlorei� bracht, da der Angellagt« �!ewer�»lnMA« in Anwendung ge«. uckt gestoÄenor 2Sar« gewerb»« mngen de» Ver- anschloh, kam zu einer Aushobung de» Strafkammer« urteil» mit folgender Begründung: Die AluSführungen de» am gefochtenen Urteil» über'den Begriff Gewerbsmäßigkeit erwecke« den Anschein, als wenn schon jeder Verkauf von hehleriöch erworbenen Sachen, um darau» Bortoil zu ziehen, ein gewerb>< mäßiges Handel» tm Sinne de» K 200 darstelle. Gewerbsmäßig? eit liegt nur dann vor, wenn der Täter fich bei der Hehlerei von der Abficht leiten laffc di» Handlung zu wiederholen«nd an» der wieverholten Begehung der Hehler«» sich«in«n dauernden Gewinn, ein» Ginnahme- quell», zu verschaff en. Vorträge, vereine und Versammlungen. Zentralstelle für Einigung der«ozialdemokratte. Bezirk Moabit. Morgen Sonnabend. Ist, Uhr, Thealwerbrüu, Alt-Moabit Tck« Stromstratze i Mitgliederversammlung, Wahlen, SatzungSberatunq. Sozialistische Lehrerverelnignng. LS SfsenMch» BolkSversamm- bmgen heut» 7st, Uhr. Thema i.Eltern, schafft di«»eltliche Sch' Bersammlungslokal« tm Annoneenteil der Morgenausgabe de».B von gestern. ul« I" orw." vsniessgung. zilen k'rellncien vn6 velconnteii oonkea»tr hentlch tflr die warme Teilnehme beim Helmgang« anaer«» teuren Entschlafenen. Es war uns ein Troat In nnstrra Sehmert Waldemarstraße IS. Helene Jensch. Walter Jensch. ikademlsebe Onterrlciilskurse für irbeiler(E.¥.) Deutsch— Rechnen— Naturkunde. Lokale: Gipsstr. 2 Ja, Nledcrwallatr. It, Lange rtr. m. Karsbeginn: Montag, den<■ OfctodT l»19. 220.1 Hörerversammlung Sonnabend, den 4. Oktober 1919, Otpsatr. Zba. Handelsschule(Realschule) Berti» S 1«,©ttebenn Straß« 90, erteilt Sinsährigen. geuanta. Bisher bestanden leid ZchiUer die Echiust- und 90 Schuler die Notpritfting. Anmeldung wdcheMiich lA—l Uhr im Amtszimmer, 2. Hof. VireNor aogelberg. 90/2* Fchten dUntschen Kautabak, Zigarren In allen PreUlagen Ton SSO JK. per Min« na. Orientalische Zigaretten Ter,ch Rauchtabak 1 Marken. garantiert rein, lote und In Paketen. Zigarren- und Zigaretten- Großhandlung, Neukölln, Schinkestraße 4/5. Piatina Gramm bis 46 Mark Gold, Silber, alte acblaae bla 750 Mark, Platinzabne ren 2,50 Ma 38 Mark kauft Prnu Kniith, Zionakircbatr. 54, Tora I (Ecke Anklamer Straße, nahe Brunnenstraßa). Piatina Gramm bis 46 Mark Alte Gebisse bis 750 Mark Gold-, Sllber-ZShnt mit Platfnatlttca bla 51 Mark kauft Frau Linke, BlflcberatraB« 40, Portal I, vorn III. Hornhaut, Ballen und Wtrxea beseitigt man aehBelt, sicher und achmerzloa mit laBT* Ifsslv-ta-rsl In Helen tausend PHtlen IVUii.irUI. gllnzend bewihrt, In Apotheken und Drogerien lom Preis« ron 1�0 M. erhältlich. Lassen Sie rieh nicht« andere« aufreden, es gibt nichts Besseres. Engroslager H. BarfcowaÜ, Bctihi SO 15. Kronen, Brflcten, Plomben Zähne in 1 fag lieber 100 Ausfahrungen. Dir. Koppe'a Spez.-Inst. für mod. Zahnersatz 1. Magdebnrger Strafle 28, Ecke Lötzowstraüe, Kurf. 1230. 2. Alexanderstr. 14b. 3. Kantstr. 49. MM MM« MellfBteile den tn metner HartlSt-Reparabiraierfstutt unter«aranffa yallburfeit promptrst nalvlef. tz�rtidtfiustmfttal für Metalle und Seichlütpdst«» in dnerfaunt vorzüglichen werben der alle Qualitäten. Kartin Meyer, Fabrik cbemisetier FroMte, Prenzlauer j&ee 100. Teiephou: Ndnigftadt 1002. Max Ziegenhals Ranch-, Kan- nnd Schnupftabake Zigarren, Ktgaretten en gros. wohnt Berlin C., Poststraße 12 jetzt: Fernsprecher; Zentrum 8760 und 2977. Gciiiiiikrose&lgl., Brücken, Zahnersatz obneEDnünlplatte. Unbegrenzt haUbnr und farbecht. Zabnziehrn m. Einspritzung fast vollkommen schmerzlos. Zahnarzt Wolf, s dblSF" Nur allein-HWU v KunstspielaPianos und Flügel• ! Virtuola! ■ ermöglichen gleichzeitige Wiedergabe der Stücke O 4 nach Auffassung d. Künstlers u. Sclbstnllancierung W 2 Römhildt A.=Q., S An- U. Verkauf von Motoren Jeder Stromatlrke und Jeder Art, sowie Um» u. Neuwickelungen n�t Wiilieini Neumann, G.m.b.H., Berlins. 14, Dresdener Str. 45. 12L* Tclegr.: Utzcnkabd. TcL: MoriUpL 15R/S4. Bekanntmachung betreffend den Ersatz fflr 2 awgetchledeo« Sfadlverordoet«. An dl« Stelle der acsgcschledeban Stade»« 01 du«lau ■) Anna Schmidt, b) Wilhelm Pries« treten nach dar mir auf Grund der»•■nmnumg de»# 8 der Verordnung über die anderwelta Regelung des Qe- meindewahlrechts vom 24. Januar 1919, sowie dar§§ 5S und 59 der Wahlordnung für die Wahlen su? verfassunggebenden deutschen Natlonalversaramlung vom 30. November 1918, In Verbindung mit dem§ 21 de» Reichs Wahlgesetzes vom 30. November 1918 vorgenommenen Feststellung als nächste Bewerber a) aus dem Wahlvorschlage MtzImlHem Riedel der Direktor Conrad Schaedei, Beriln NW. 2t, Crcfelder Str. i, b) aus dem Wahlvonchlaga Hngo Helmana Fräulein Dorothea Hirschfeld, Berlin ZW. 47, Torckstr. 45a, als Ersatzmann Hl die Stadtvero i dnatenv et tammfang In Berlin ein. Berlin, den SO. September 191«. Der KommlzzaF dea I.V.: Prerauar. MaglstrataraL (Tgb. No. 1191 Wahl. 19)_ Soeben erschien i U nsenr JmlilisUeii WM" Dr. Max Quarck Der Qeisf der neuen Reichsverfassung mit einem Anhang der gesamten Verfassung des Deutschen Reiches Preis kartoniert M.*r— gebunden M. 4,50. s Sprach« i che Schrift zu einer allgemein verständlichen Einführung für das ganze deutsche Volk. Verlag für Sozialwissenschaft Berlin SW 68 M Llndenatr. N4 Postscheckkonto 27576. Zkksas 21�. 127.2001» MRM ishefle tMbBKitch-JA«o!ri4-AßAl vemi«.»«Dbrnj.«.�». K2ÄSM. kirVisK IB Wl»« IL KlMLA %mm f:%'GOOO imll'SSLaHSk Ueberau erhSitUch. A-PSsEvlBfiBBSl aerlln W. S, Lsnneatr. 4 nervös« Ragen-*. beschwrrden. ttelchel« .wrermenf" frewer flfinnaenattejuaV»m ungemein deruhig ende«, kifl- (am wirkendes Svezistkum, vi« natürlich» Medizin f.d. « ero. M.»diu. vif« Reichel, �Berlwtt��mba�nslk� DelillWMsii Kepuratursn Gleichstrom— Dnhltrom Ankauf— Tausch— Verkauf. SchSuberter, Blumenstr. 100 II Alezander 1723, Ahtcnwapps Affenstück enthaltend, Sannabend morgena Stadtbahn Al-randerplag zurückgelassen. Wiederdrwg. erhalt Belohnung. Rechteanwalt Dr.«iolästrom, «Sirigstr. 45. 10/16 P ' Wer Jetzt kaaft, kauft billig 1 TBE . jeder Art Skunkk Marder, 1 rzr Alaska-, Blau- u. Kratutücbsc-, W Jk juZt � Herreitpeire, Damen-Pclt- bfliig.— Repaxa Poczter Bs müntel. Eigen. Fabrikat, daher tu ren nach neuesten Modellen. rschnerorlr., Kottb. Damm JH. * Bitte Hautnnmmcr beachten I Acht ans! Udsrbranclii. Möchte mit rinen per» fektan Box-Leder« Metefer In Verbindung treten, der nach Finnland kommer. konnte. Werte Offerten unter i t 54 an die Expedition des„Vorwärts", Berlin. «.ooooooooooowo pisr PreuB, Brat Vertrauensvolle Auskunft. 'reoS, prontMQjfr. 79.* Dr. örütering Spaadalant. InvalidenstraBe 39 Ecke Chausseettraß« am Stettiner Bahnhof.* 10-1.>�SonTTt�1--U Ktts Qebisse NinstL ZLHn- bla BL 13.- Ksttu auch Abfülle, Brennsttst«, Kon- tum, Tiegel,(bolb- tt, Stii rrfoch. kaust 4 et«, dring. Bedarf, auch bei Tinsendung, ,, bekannt reell. hohen Preisen stets" »hrrn. Labor.«. Irichlrr Vrr.L Fischer, Belleall!anrepl.0a 1» Statt« gibt jede« Ou au tum sehr preiswert ab Sellokgl.SollWerStt.ll � parterre links, Nedeneinaana. Moabit 6085. JO/S R. JaekePa Patent»MSbel» Fabrik, Berlin, Markgrafenstr� Ecke Kochstr. München, Dlenerstraß« 4._ 25/19." 6� Jß ß K.«4"Droschken J"a y»* Ach» auf neu aufgearbeitet und betriebsfertig verkauft Peunstr. 31._ WU F Aut wiamas*.- twnut.»« t 5Äke Ort Ver-afläduMlilp ■ Tertaat«! s braKhtive Ter»aaaduPflliApatl)ekerksaB,Haaeever 15 Spezlalarzt Dr. Hasch6 6ptechfhwben 10— 1, 5—8.®onnt 10— L zstkMiMk w„aasa..-'»ar- Spezial-Behandlung«fi» Harn- u. Blutunterauchung, Licht- u. Finsen-Behandlung, Bestrahlungen, Hohensonne, Vierzellen-, Elektr. u. med. Bäder. Aerztliche I nca|l UJSuncfp Q nahe Alexenderplatz Reilanstalt LUScr, IvlUliZoir. ö 9— i, 4— k.Sonnt. 9—1. 4- Spezlal'ßehandiQDg Kuhn«,"«?-S- InHpospcf» 75 I Ecke Breslauer Str, dicht am Schles.Bnf. JullLrCiuMr. 18, I Spreche. 10—12. 5—7, Sonnt, geschlossen Harn, und Blufnnterauchungen Spezlalarzt Dr. med. Coleman Sprechstunden 9—1, 5—8. Sonntags 9—1 MMMMSI/ge -X, o—o.«uiuiiuy» D— 1, Ecke DorolHsen». Lei Ii raste. gestattet. -»»>. Ou Teilz. wöchentl. I M. Plomben 1�0. Goldin- /OnnP T krönen I8M. Zahnziehen m.Einspr. höchst LQilllw T.v,n schmerzlind.Umarb.schlechts.aeDisse.Rep. Zahnarzt Wolf sof. Potsdamer Str. 55. Hochb.Sprechz. 9-7." Schlaf betten 145X195(Mil-Decken) neu Stück lg.»0 Mll.-Ant»r| alten, gute Lualttitten Eick. 20.80 u. 11.80 9.80 Mtr. 8-50 Paar 8.80 «IL-Anterhosen. «ran BllL-Vre«. 88 cm breit, «olL herrensolten.... Steffho Jen. gute Qual fkein Srjatzstaff) f.Bnrschen 28.00 (Schrittlange angeben) sllr Männer 80.00, Rein«. Strickgarn, schwarz 4 Draht. Pfd. 32.00. Bersand unter Nachnahme. 851$* Otto Siemens, Rflsteii(vrschwg.) ähAftifät+ßt Wunderbar ge»wlrktVhat bei mir ihr Bartfltchtenmlttel „Parasan*. Et Ist vo» allen Mitteln das best«, vaa Ich seit vier Jahren angewendet habe. Bestrahlungen und alles andere haben nicht so geholfen, vrie Ihr berühmtes Spezialmlttcl. Bitte senden Sie mir noch ein« Flasche. B. H. In Ch.*- Derartlre Anerkennungen wiederholt. Mark 9,50. Otto Reichel, Berlin 43 SO. Eisenbahnstr. 4. •ÄTW JaliPon fcnerkarink besT» Haarfarbe; firW«hl«inatäriidi blond btsun.'sänwzrtÄia-�btWje �J-Sdrwarrfose Schnss/. «epllr»j> ftkrkgrafen3}r.2fi-"� l»ct«B»ihjUÖiS� Spezlalarzt Erfolgreiche Behandlung. KSnlgstr. 34/36 Alexanderplata»* 10—1, 9— 8, Sonnt. 10—1. Spezialarzf Sanltätarat Dr. M filier, FrieiMctistniSe 199!l Eingang KronenstraB«. Spr. 11-1, 5—7, Sonnt, 11-4. Erfolgreiche nüllmethod� � Rarn- und Blutuntenuchnng. Spezlalarzt Dr. med. Lommer Harn-QiitlBlutuiitoeliiiiig Behandl. schnell u. sieher ohn, BerufsstOrung. Teilzahlung. Brannenstr.lBSÄÄ Sprecht. 9-1 u. 4-8, Sonnt 9-12 Bereinigung Gr.-Berlinrr KrastfaHrschiflen !iüi!l:Äk?Msge!iMmM. Nähere» durch d. Geschäftsstelle: Berlin,«harlottensfr. SO. Fernruf i Moritzolaß IM.' te med. Koebao. erprobt« und schmerz- rBeUandiuog* Hntncyer 4 Ca. konz. Labor. fBlutunfers. FrWrleblrUiÄk Spr. 10-1 u. 5-8, Sonnt. 10-1. Separate« Dameeezlmmw � Spaziafarzt S?. med.Wockeßfoß FrieilriefistF. 125 b2Är Spr. ll-l, 6—8, SonuL 11-1 Erfolgreiche Behandlung Harn- u.Blnlurifersuchanq RÄNA beseitigt oM�Hanssalbe Jed. HautausschL Fiecht, I naMjuck� bes. Bclnscbad., f Kramptadei a der Frauen I n.dergl. In Originaldosen i 480,7 50 erhältlich in der t „Elefanten-Apotheke"[ ferlln 213, Leipziger trsß« 74 f«. Dnnhoifpll i Isolierten Kopfordratit, Litzen mdWaclisdrabt, kauft hOchstzahiend» ingeniturhurcau Schlich ttnj Berlin W 9, Linkstraße 10 Tel.: Lützow 3705 und 8818. Ankauf r Juwelen 1 [ Porten, Smaragde et«. Margraf& Co. , cLaeb.B. Ä ZuMnlentT, 9. iakirf wertvoller fflntlonltitOB ALTKUNST a.m.h.EL , WUheliMez. dDiu Z«ite.549L Hobel Schlafzimmer Speisezimmer Herrenzimmer Polstermöbel kompl. KQchen Einzelne Möbel Gr. iusvalil, Li Preise Auf Wunsch 4 Tellzahlg. Liefere auch nach ausw. Gekaufte Möbel können kostenlos lagern. Köbel-Eohn Gr. Frankf arter Str. 58 5 Min. v. Alexanderpl.» Filiale: Badstr. 47/48. Nordhäuser Kautabak I. Rod. u. Stang. Zigarren In allen Preislagen. Debersee-tetitaliak. Gold-Flake Pairfaz, Navy-Cnt laufend Jed. Quantum aii Resiaurst, Kantinen etc. preiswert abzugeb. In den Zlranrea-aeschattea FrlcdrlchstrJ«(HaII,Tor) Alexanderstr. 9(N.Pol.-Pr.) S AnSknnst umsonst bei ehuierhörigkeil Ohrger, nerv. Ohrschmerz übet uns. toitfenbt. betuhttpafcntamtl. geschHUrtrommeli Bequ. u. unjichtba: zu ttagen. (Hänj. Anerkenn. ÄrdHe SanlsVersend München. 35 not lüGeldlü •«r J»b» aBcrtfach«. Hüchst« An- ifspttife für Pfandsch'wA Brtdanten, Soldgegenstandc Teppich«, Blldier usw. Wol», F rf«drichstr.4l»L Eck« Rochst«. Dnchfahmngf gründlich» Untertreisuna. F. Simon,«erlin W 85, Magde- hutg« Dtrahe A4. Berlangen Ste�ratisJBiDbetrief���l* «k suchen per sofort für wafia Schreib ueaschwra- ZRvittageabteiiung einen Merkmeister. DCflfuiCtt. ttttt« i,_ Bild n. Angade der I von Lebenslauf. Zeugnis» eroetan lln iehattsansprllch« Nemdes LSromWiiea' tum WUWette - MehliS f. Thür. 10/14 MgerWm!.NM Feldlazarett als Sanitäter tät alt. :im tätig ,0000 2».) tanken' auch als ftonfoc- oder»assendet«.®cf. Off. gern» unt. K. Sch. an die Bitzen bnrg chU.' zostiag ZNttger Met mit vielsähriger Werkstatt»- illttgtrit für praktische Arbeit»- u Drehdänken, W.� Ä*»bfä: von erster Werkzeugmaschinen- fabrik gesucht. 5« kommt nur ein Mann von starker Energie und geotzer Erfahrung im Bleilöter IfWassepstofllßtangatfj Bewerbung, unt. r. 54\ an di» EM. d. gig. Ikhttlehrliiig sucht Theodor Anlsei-, Stetnpelfnbrich EHon Schntzmünirin ,. nsw. Iltesnrr, EampHarsenstr. 5 v. 2—8 Uhr. Putz-Zuarb eiterimleu tüchttg«, suchen bei hohem«ehalt Merke»»«a., Andenstr. 85. Straßenhandler sör den„Uormarts" stellt ein Hauptexpedition, Lindenftr 8. A uMtrii�eriniieia für den„Vorwärts" werden eingestellt in folgenden Filialen! RoHin» Ackersfr. 174, am Koppenplatz.— Prinzenstr, 31, Hof part— Pttae, Bteglitzer UCI1IU. Straße 37, Laden.— Markusstr. 36.— Dölz, Immanuelklrchstr. 24.— Meile, Petersburger Platz 4.— Zinke. LIndenstr. 3. Laden.— Joseph, Wilhelmshavener Straße 48.— Lausitzer Platz 14/15. OJanllf',- ,. ,.,..„ Schöneherg: Geiziger Straße 27 öteailtt. Schildhomstr.n. Charlottenonro: St1"" Steglitz: Hohenschönhausen: wSez�Äav Opemhaas. Salome. Anfing» Uhr_ Scbanspielhans. Corlolan. Anfing 7 Uhr. Direktion Mix Relnhlrdt Uentsches Theater. i Uhr- Othello. Sonnabend 7% U.l Clarlyo, Kammersplele. u�-Dleßüelisa ßerPanilora SDd, 7'/t; Frühling» E machen. Theater i. d. KSalggrätzerStraSe '/«S Uhr: Kameraden. Sonnabend; Kameraden. Sonntag 3,15 Uhr: Musik. 7 Uhr: Kabale und Liebe. KomSdleobans VaS: Llsclott von der Pfalz. Sonntag 3: 5 Plankfurter. Berliner Tbeater 7 Uhr: Bummelsteadenten. Sonntag 3: D. tolle Komteß. Centrai-Theater t/, uhr. Die Fascfilngslee. Uentaehea Opernhaus � uhr. Tanntaänser. Eden-Theater T Uhr. ü. A. W. g." Stg. M/.U.: Prinzessin rom Nil. F rleor.- Wilhelm«t.Th. tv. uhr. Gretchen. Kleines Theater. Tf. uhr. Beiden. KL■ehnnsplelhaus. 7% uhr; Krach. Kamiaehe Oper � u; Liebeszauber. Stg. PI,: Schwarz vraldmädel. Lnstaplelhsus TV. Uhr; SO CID Mädel. Hetropol-Thoater. Sbd Heute geschlossen. Sjbill. Ikonea Operettenhnns. 7>/. u.:Dl8Daiae vom Zirkus. Hiehlller-Theat. Chart. t1/. uhr: Ylßl Lärm um nichts Thadia-Thester T'hU.! Xlu»so N ollondox�pla-tB tv. Uhr. Die Puppe. Theater des Westens 7V. u.: Die FraulmBeraelin Stg. SV, U.: Die Uutlge Witwe Theater„Die Tribüne" 7V, Uhr.„llle Theater d. Priedel chatadl -v.u.- Vier Einakter. Walluer Theater uhr Eine Ballnacht. Sonntag 3','. Uhr: Gelgha. Residenz- Tbeater. Untergrundb. Klosterstraßc. Stadtbahn Jannowitzbrßcke. X"um 252. Male Gas lere Lei. Komödie von Sudermann. Olga Liraburg, Harry Liedtke, Hose Valetti, Emma»ebner. Sonnab. nachm. 4, Kleine Pr.t HUnael und Bretel. Sonntagnachm. 4, Kleine Pr.: Geapcnuter. Trianon-Theater. Bahnhof Friedrichstraße. Untergrundbahn Friedrichstr. Täglich V-8 Uhr: Maske r ade. Komödie In 4 AKten von Ludwig Fulda. Hanzl Arnstadt, Eugen Burg, Khthe Dorsch, Marietta Olly, Paul Blldt, Jul. Falkeustein, Hugo Flink, Pi» Ii Levermann. Sonnabend 4 Uhr, Kleine Pr.: Asche nbr» d el. Sonntag 4 Uhr, kleine Pr.: JohannlHfener. -Theater. Oeacblossen. Böse-Theater. 7*/, Uhr; Das Gesetz. Casino- Tbeater Lothringerstraße. Tägl.s/48U.; Grcßstadt-Pfianzen Volksstück in 3 Akten. Vorher: ScfawarzwaldbQble. Operettenakt m.VlktorLitzek. Dazu eritklass. Spezialitäten. Sonntag'/«L; MädcheneUrt. Winter- Galten Täglich?>/, Uhr. Varietd-Spielplan Kanchea gestattet I 1 KABARETT I SBEHftENSTR.iO? Merry Ronald Fred Marlon Blenita | ächlOter-Grünltz| Mary Walter 4 Varadls Irma Traun Negrel u. Pola Max Marzelll Paul Stelnitz Conf.: Slogtr. Platow r Ans Plogah Baoasba Tolksbübae l'SSS�l tv, u.i Die Bürger?Dn Cdals l.enBJ.ng;-Theater Direktion: Victor Birnowsky. 7'/i: Christa die Tante. Sonnabend 7: Peer Qynt. Sonnt 7'/. Christa die Tante Dentschea Künstler. Theater. Aliabendlich 7'/,: Das ScbloO am Wannsec. APOLLO THEATEK Friedrichstraße 218| Dir.: James Klein 7V, allabendl.>7'/, Sonnt.S'/rU.• Die Welt im Jahre 2000! Große Variet�- Ausstattungs- Ischaui.5 Bildern In Szene gesetzt von Dir. James Klein. Unter anderem- Modenscltaup i. Jahre 2000 10 Ikarier zu Pferde/ Akrobatische Spiele Tänze /Effekte ad. Jahre 2000 ' Senla Söneltutil Lncie Blstteer iHiantlierts-Paulsen AlexStamer usw. 1 Sonnt. 3V,(.Erwachs. 1 1 Kind frei! Theater am KottbuserTor Tel.: Moritzpl. 14814. T'/t Uhr und Sonntag,- nachm. 3 Uhrr Elite-Sänger Seidel, Rusem, Schubert. Horst, O. Schräder etc. Neues Programm! Großer Lacherfoig! Sonnt, nachm. ermaß. Preise, 1 Kind frei! BIQthgen.Konzert. Beg.7 U. 'Aöffllrais-Falast' | in allen Gewichtsklassen| um die Meisterschaften von Deutschland. Anfang 8 Uhr. �dmirals-KIno Die Austsröpplnzessln Nach dem Ciewittcr Reicttstiall.-Tti6Bter T'/t Uhr und Somitag nachm. 3 Uhr: Stettin. Säuger nachm. halbePr. SHeich«halIen-S.: Dönhoff-Brettl. Unter den Linden 22-23. Direktion; M. Soliman. Di. große Nachfrage, der kolossale Kassenandrang 1 veranlassen mich zu einer j Verlängerung des Auf- | sehen erregenden, lange nicht dagewesenen I Südwest- Films: Die Welt derEestien und des 3akt. Lustspiels Nie sollstdn mich; befragen mit Ilse Bols In der Hauptrolle Kassmeröffnon. 4 Uhr Sonntags 3 Uhr. Anfang 4,30. 1 Der Licbtspielpalast Schweizer (Garten Am Friedrichshain 29/ ist die neueste Filmbühnel | TgL 6V, U, Stgs. ab 3U.:| Da. Sensatlons- Programm f ; Ab 8Vj U.,i.grünen Saal j Kabarett! Darbietungen I. Künstler I Eintritt fre.I SimWmek Da der Andrang zu der neuen Traglkoinlsch.Pantomlnte ff Aphrodite" so gewaltig Ist, daß die Plätze allabendl. schnell vergriffen sind, empfiehlt es sich, Einlaßkarten vorher zu beschaffen. Vor- verk. immer für 3 Tage im vorauf. Es wird be- sond. darauf aufmerksam gemacht, daß bis auf weiteres Jeden Dienstag und Freitag JJJJf Boxkämpfe stattfinden. am Bhf. Friedrichstr. Schleifenbahn Figur- 8-Bahn Berg- and Taibahn Taifun-Rad lWöiM-MZüs! Werktags ab 3, Sonnt. 4 U. U r A_ DerTünzeri T Teil) nach dem Bornen von Felix Hciländer Haoptdaretell«: Bertred Welcker/Jnn- gardBern/LlllDaoover Margarete Kupfer V/ oft her Janssen Theodor Barghardt Reele: Carl Froelleh Ilster kliwir< us- i Tillen»! Lucia Kieseihausen I Praeee-, Ehre,-,. Frelkait-.r0 beben kc I n e übiükkeil Vfocbeclngs V.T.'W öüt, Sonnlsgs.. 4. 8, 8 il»»> 6 xxzzxmm» INTERNATIONAL! azzzzzzazzzn BOX-KAMPFE Nur erstklassige Kämpfe! Jeden Dienstag und Freitag! ZIRKUSBUSCH Hente Freilas:, 8 Uhr: Kenmann, Hamburg(138 Pfund)— Itncknahn, Berlin(141 Pfund)* Deiitscli-Dänlsclier Herausfürderurpskampf: MpBrl, München(118 Pfd. 870 g—"Wollbrecht, Kouenhag.(Iis fia.) Nerausfonlarungskainp! d. Negerchamp, v. Nord-tmerlka Ilambnln jaOS Pfund)— Michel Kompa(löO Pfund) Mittelgewichtsmelster von Dentechland Iknbols(140 Pfund) gegen Mittelgewichtsmeister der Marine Hahn(148 Pfund). Das Amt des Schiedsrichters hat für diesen Abend der bekannte Helaterbozer Sabrl Matatr übernommen. t m 'lK*mrT.*TT**XXTZT*mmXXXXXTXmTTTTmXTTTK Heuetfötlfrarmome tf otrszze yo-W7. | uwiffgfiirrqoannn&T jfiaAiprQcze. STl Feindliche Gatten ITraof führnnjp Indische Nächte. S tilr LÄnscliiniie, auch Reste, tauft S. Hagedorn, Kochst». 50/51. Hagedom, 8b* ksrf4r.tmd.en. e. friedriebetr. Der Täiizer&, nach dem ßoms.n von Felix Hoübnder llanptdarsteller; Gertrud W eicker Irmgard Bern I. III Dagover PJtargareto Kupfer Walther Janseen Theodor Burghardt Kegie: Carl Froelloh Untcrlii' Wirkung derTin- eerln Lucie Kleeslhaesen Nollendorfpletz: Die 7. GrOöSmaciit Modernes Filmdram» lij.aptdar8t®Iler: Herta Hedfen/ Half Salfner/JosefRömer Re�ie; Willi Grunwald ßchöneberg: Kitsclx Die Tragödie einer latrisantin mit Johannes Rlenwnn Edith Posoa Eegie; Lupu Pick Alexanderplatat Oer grosse Maxim-Film Die Liebschaften der Käte Keiler nach dem Roman von Richard Skowronek Eegie: Carl Froelleh Hanptdarstelier: Irmgard Gern Margarete Kupfer Paul Hertmann Reinhold Schünxal Hascnbeide; Henny Porten im Bohansplol Die lebende tote n. Knappchen L d. Parodie Die Llebtlngaflamme des Manoradscha Wochentag«'(.T, V,8 Uhr Sonntage...... 4, 8, 8 Uhr «f VOW � vv AP vveFV ifleMsmana Inder Siiimm am fhixtfamm PSafc g�SCN�O ft.ieMT�Z»HELC DIREKTION GEBR. KÖTTN6R Kantstraße 163 Der goine See I. Abenteuer aus dem Decla-Abeateurer-Zyklus Die Spinnen Verfaßt und inszeniert von Plitz Lang 500 645 830 Cöpenicker Str. 68 (früher Natlonal-Theater) Eröffnung Freitag, den 10. Oktober llietropol• Cbeater. Sonnabend, den 4. Oktober er. %£ Zum 1. Male 7 Uhr SfbilB. Troße AuSstattungS-Operette in 8 Akten von Max Brody und Franz MartoS. Uebersetzt u. bearbeitet v. Bodansky u. Neidhardt. - Musik von Victor I a c o b t.- In Szene gesetzt von Direktor Fritz Friedmann-Frederich. r> ' KQnstlcrhous, Bellevuestraße. MorsenSonnalieni!, 4., bis Sonntag, 12. 0kllir.,tggl.80. MARCEIX SALZER Linstige Abende:: Xenee. Programm Karten von 6 bis 2 M. Bote& Bock, Wertheim E�edc Hai'sy liedäse IVtpen« Mut 'jytts---- vl. yc- nie folgen einet nngieit- llUen W. ÄS.) Pers-nnch Eotder Carena. Dem Glücke entgegen. Hilde Wolter. , 8,>.> Uhr. eigene Lichtanlage. '»oroetfauf non 10—3 Uhr.> B a Fd Zigaretten 1 ohne Mundstück, F.-Banderol«. El ■ n iner Tabak, keine Ersatzmischung. K 100 Stück 500 n 1000„ Mk, 22.50 „ 105.— 200.— rei. A HS erpackung und Versicherung f u erungorfolgt franko geg.Voreinsendung® es Betrages oder gegen Nachnahme, ö lartial"Jabal!waren-Vsrlriebi 13 g» BREMEN-M. Telegminm-AdresB.: Martlal, Bremen. Poatsoheok-Konto: 28 558 Hamburg. na nSBHBBHBBBHBBBBBSSBft HADAMIE Dm/\ttßy\ MIT POLA MEQP-J REOIEiERflST LUE>IT3lLJ-1\ Wochentags 1it7 n. 1/t9/ Sonntags 4, 6, 8 Uhr Wegen dei grosjen Andränge« wird um ausgiebige Benutrang de« Vorrcrktuf« täglich n bis i Uhr(ohne Aufschlag) gebeten.— Freikarten anfgehoben! Schwarzer Kater Schaubühne ESorltzplatz (früher Buggenhagen) Das ftiesen-Obtober-Variste- Programm I Anfang 8 Uhr Anfang 8 Uhr , Sona- n. Feiertags 2 Vorstellunges 3 Uhr nachm. u. 8 Uhr abends Nacbmittaxs kleine Preise M, 1 Vorverkauf Sonntags zw. 12—2 Uhr a. d. Tageskasse BuchbantllDGg Vorwärts Paul Singer Q. m. b. H. Berlin SW 68, Lindenstr. 3. Soeben erschienen: lllastrlerter Neue-Welt-Kalender 1920 Preis 80 Pfennig (Porto 20 Pfennig) TECHNISCHE NOTHELFE War In dar Stunde der Gefahr uns helfen will, die für uns alle lebenswichtigen Betriebe(z. B. Wasser, Licht, Verkehr) aufrechtzuerhalten, melde sich unverzüglich beider Technischen Nothilfe Auskunft I: Markgrafenstraße 27. Auskunft II: Neßstraße 3. (Werktags von 3 bis 7 Uhr, Sonntags von 10 bis S Uhr.) MW Potsdamer Str.. Uraufführung: Aphrodite Das Problem der Liebe. Turm str. 12 Asta Nieisen Nach dem Gesetz. Friedenau, Rheins. r. 14 Alexanderpletz-Possoge Bruno Kastner Eines MannesWort hierzu Die Rone von Stambal ml(iesanpgeinlagc. Rauchtatiak garantiert rein überseeisch, geschnittene SBlättcrroare, la. Dualität, Grobschnitt, AI. 2t,— p. psund. ff, Qualitäts-Zigarren 85 und 100 Pf, Ernst Wenke& Co Seemen 270. 81/18 gigarteofabtU, gegr. 1893. twch Rußlaaö Dieser Ruf wird diesmal nicht von den Leuten deS Generals b. d. Goltz erhoben, sondern im Gegenteil... von den linls- radikalen Arbeiterräten Groh-BerlinS. Sie haben einstimmig eine kommunistische Resolution angenommen, die die Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen(Geld- und Waffeneinfuhr!) mit Sowjetruhland verlangt, damit die bolschewistische»Forderung nach 800 0(X> deutschen Arbeitslosen berücksichtigt werde. Ein U. S. P.-Mann war in der Debatte so kritisch, sachlich, kurz so«n- revolutionär, bestimmte Vorschläge für die Durchführung und eine sorgfältige Auswahl der Arbeiter und der Arbeitsplätze zu fordern. Aber der Antragsteller' erklärte, die Resolution zeige klar den Weg; der Bollzugsrat solle Aktionen einleiten, zu deutsch Klamauk machen, um die Regierung zur Wiederaufnahme der Be Ziehungen zu zwingen— die Russen verließen sich auf die Aktionen des deutschen und polnischen Proletariats. Worauf die Versammlung sofort parierte und resolvicrte. Unseren Arbeitslosen wäre das Leben in dem einst so billigen, fruchtbaren und auf deutsche Arbeit angewiesenen Rußland gewiß zu gönnen, ebenso wie diesem Lande ihre Arbeit und beiden Ländern der Austausch der deutschen Industrie- gegen die russischen Bodenprodukte nötig ist. Aber heute«st ja die russische Industrie lahmgelegt, die Städte sind entvölkert und, wie Dr. Hilferding aus der Berliner U. S. P.-Generalversammlung sagte, der Industrie� arbeiler ist zur Landsiedlung ungeeignet. Wenn Sowjetrußland deutsche Arbeitslose verlangt— wovon übrigens bisher nichts be kannt war— so eben zur Verstärkung der roten Arme»! Das ist der.klare Weg' und auf ihm könnten ja unsere Linksradikalen ihren tödlichen Haß gegen die deutschen Grenzschutztruppen wirklich in die Tat umsetzen-- als prinzipielle Kriegsgegner mit Bomben und Granaten._ Die Regierungsbilöung in Sachsen. Nachdem die Derhandlimgen des Reichskabinetts über den Eintritt der Demokraten in die Regierung zum Abschluß gebracht sind, wird nunmehr das Ergebnis der Beratungen zwischen Vertretern der sozialdemokratischen und der demo kratischen Volkskammerfraktion in Sachsen über den Ein tritt von Mitgliedern der demokratischen Partei in die sächsische Regierung mitgeteilt. Die Richtlinien der bisherigen Regierung, wie sie vom Genossen Dr. Grad- n a u e r in der Volkskammer dangelegt wurden, bleiben voll in Geltung und sind auch von den Demokraten im wesentlichen anerkannt worden. Die demokratische Fraktion übernimmt das Kultus- Ministerium und das Finanzministerium. Den Vorschlägen der demskratischen Fraktion entsprechend, wird der Minister' Präsident den Abgeordneten N i t s ch k e in das Finanz- m i n i st e r i u m und das Mitglied der Nationalversamm- lung Schulrat Seyffer in das Ministerium für Kultus und Unterricht berufen. Es ist vorauszusehen, daß nwunehr von tmoWjcmgig- kommunistischer Seite lebhaftes Geschrei über die„Verbürger- lichung" der Sächsischen Regierung erhoben wird. Diesen Versuchen gegenüber, die lediglich agitatorischen Zwecken dienen sollen, muß von vornherein mit aller Entschiedenheit auf die Tatsache hingewiesen werden, daß die Aufforderung an die Demokraten erst erging, nachdem die Unab- h ä n g i g« n den Eintritt in die Regierung durch die Stel- lung von bewußt unannehmbaren Bedingungen unmöglich gemacht hatten. Die Sozialdemokraten haben sich, wie auch der letzte sächsische Parteitag bewies, die denkbor größte Mühe gegeben, die Unabhängigen zur Regierungs- bildunig heranzuziehen und dadurch dem Lande ein reines Arbeiterministerium zu geben. Aber die Unabhängigen scheuen jede Verantwortung und jode positive Arbeit. Sie wollen in der starren Opposition bleiben. Durch die Beteiligung der Demokraten an der Regierung erhält auch in Sachsen'das Parlamentär ischeSy st em einen festeren Ausbau und den Regierungshandlungen wird durch die Heranziehimg weiterer Volkskreise zu praktischer Mitarbeit eine breitere Basis gegeben. Das sozialdemokratisch-demokratische Ministerium der- fügt in der Kammer über eine Mehrheit, während die reine sozialdemokratische Regierung gleichsam von der parlamentarischen Gnade leben mußte._ Die Unterjuchung öer Schulüfrage. Znsammensetzung der Ausschlüsse. Der Untersuchungsausschuß der Nationalver- sammlung über die Kriegsschuldfragen einigte sich am Donnerstag über die Besetzung der vier Unterausschüsse. Der erste(Vorgeschichte deS Kriege?) besteht au» drei Mehrheitssozialisten, eine«», Demokraten, einem Zentrums Mitglied, zwei Mitgliedern der Rechtsparteien und einem Unab hängigen. Der zweite(FriedenSmöglichkeiten) besteht ans zwei MehrheitSfozialisten. zwei Demokraten, einem Zentrumsmitglied und einem Mitgliede der Rechten. Dem dritten (Militärische Maßnahmen) gehören an zwei Mehr- b e i t S s o z i a I i st e n, ein Demokrat, ein Zentrumsmitglied, ein Unabhängiger. Der vierte(Wirtschaftliche Maßnahmen) besteht ans drei MehrheitS sozialisten, zwei Zentrums- inngliedern und einem Mitglied der Rechten. Zur Bildung eine» Bureau» und zur Honorierung von H'lfsarbeitern und Sachverständigen sollen zunächst 100(XX) M. an- gefordert werden. Auch die Frage des Verhältnisses zwischen Z't v i l- und Militärgewalt soll geprüft werden, ebenso die Frage der Schuld am Zusammenbruch. Ueber die Oeffentlichkeit der Sitzungen wird endgültig erst entschieden werden, nachdem der Ausschuß einen Bericht über daS llnter- suchungsverfahren in anderen Ländern gehört hat. Beschloffen wurde die Herausgabe eines amtlichen Berhand- lungSberichtS._ Der Kampf gegen Sie Schieber. Von einer von 600 Personen, Post-, Eisenbahnbeamten und Arbeitern besuchten Versammlung in Heidelberg wurde folgende Enlschließung angenommen: .Die täglich zu befördernden Sendungen und Telegramme in Schleichhändler- und Schieberangelegenheiten haben einen derartigen Umfang angenommen, daß der ganze übrige Verkehr gehemmt, ja zeilweise unterbunden wird. Die im Kriege und in der Revolulion bewährte Beamten- und Arbeiterschaft sieht sich jetzt veranlaßt, dem Staate als beste Stütze zu dienen, indem sie sich geschlossen verpflichtet, zum Segen des Staates und zur Gesundung der Volkswirtschaft keine Schiebersendungen mehr zu bearbeiten. Es muß folglich von der R e g i« r u n g ge« fordert werben, daß sofort die Zensur über die im Verdacht des Schieber» und Schleichhandels flehenden Postsendungen, sowie über dt« Telegramme und Gespräch« eingeführt wirb.' vmnche« Im SrmmMweign Kreisgefängaw. Am Mittwoch ist eS im Braunschweiger Äreisgefäng- niS zu Unruhen unter den Gefangene« gekommen. Eine mit Holzspalten beschäftigte Gruppe von Iii Mann drang mit Beilen bewaffnet nach dem HauptauSgang deS Gefäng- nisies vor. Die zu Hilfe gerufene Reichswehr schritt gegen die Meuterer ein, von denen zehn entkommen find. Die ein- geleitete Untersuchung hat ergeben, daß die Meuterei von langer Hand vorbereitet war. Zwei der entflohenen Meuterer konnten inzwischen wieder eingefangen werden._ Neues zu Geftereeichs Schulü. Die„Wiener Arbeiterzeitung" veröffentlicht einige Be- richte des Wiener Fcldzeugmeisters P o t i o r e k, der im Juni und Juli Landeschcf von Bosnien und der Herzego- w i n a mit militärischer und ziviler Gewalt war. Die Mit- teilungen ergeben mit zwingender Schärfe den Beweis für die Kriegsschuld der österreichischen Machthaber, hierbei ist es eigentümlich, daß jetzt bei der Verösfentlichung der Dokumente die Namen derjenigen Personen als am meisten belastet erscheinen, die im Kriege verhältnismäßig wenig ge- nanut wurden. Potiorek berichtete am 29. Jnni 1914 nach Wie«, er sei der Neberzeugung, daß nur durch ein energische» Borgehen auf dem Gebiete der äußere« Politik in Vosuien und Herzego- wina ruhige uud normale Verhältnisse geschaffen werden könnten. Am 1. Juli meldete er nach Wie«, die Schreckenstat vom 28. Juni habe ihn belehrt, daß die Lage e r« st e r geworden fei, als er geglaubt habe. E» dürfe nicht weiter gezSgert werden, gegen den äußere«»«d den innere« Semd rücksichtslos vorzugehen. Am Z. Jnli verlangte Potiorek eine sofortige Macht- änßrrung der Monarchie gegenüber dem Königreich Serbien und die sofortige Beseitigung der Immunität der Abgeordneten. Am(5. Juli bat er, im gemeinsamen Ministerrat für s»- fortigen KriegSbeginn einzutreten Potiorek spielte also ungefähr in den kritisch«« Dorkriegs- tagen die Rolle, welche die G e n e r a l e bei«ns in D e« t s ch- land gespielt haben. Während aber diese in Deutschland wenigstens einem schwachen Widerstand m d«r Dtplo- m a t i e begegnete», traf Potiorek in W i e n auf einen ebenso entschlossenen Kriegswillen des führenden Diplomaten, des Grafen B e r ch t o I d. Die Ereignisse treten mit der Zeit immer klarer hervor, und es wird offensichtlich, daß die Kriegsschuld der deutschen Regierung vorwiegend in ihrer Nachgiebigkeit und Unkenntnis der Vorgänge lag, während die österreichische Regierung die eigentliche aggressive Tendenz vertrat._ Dänisther Parteitag. (Drahtbericht unseres Kopenhagener Korrespondenten.) Heute vormittag wurde hier der 18. Kongreß der dänischen Sozialdemo« kraten eröffnet. Es waren 500 Teilnehmer erschienen, 800 Delegierte und als Gäste u. a. Gustaf Müller au« Schweden, Otto Wels und Adolf Ritter aus Deutschland. Von der englischen Arbeiterpartei war ein Begrüßungstelegramm eingetroffen. In seiner Einleitungsrede wie» Sigvald Olsen auf da» glück- liche Schicksal Dänemarks hin, da» dem Kriege und seine« Schrecken entronnen sei. Er gab einen Ueberblick über daS Wachstum der sozialdemokratischen Partei Dänemarks, die seit 1915 50 000 neue Mitglieder zählt. Besonder« herzlich hieß Olsen die deutschen Parteimitglieder willkommen. Er äußerte den Wunsch auf gute Zusammenarbeit sowie danach, daß die deutsche Bruderpartei die Krait finden werde. daS Gute, da» durch die Revolution erreicht sei, festzuhalten und da« deutsche Volk vom Joch« deS Kapitalismus und Imperialismus freizumachen. Wels dankte in einer kurzen, kräftigen Rede für die Einladung und äußerte seine Freude darüber, daß das Band zwischen der dänischen und deutschen Sozialdemokratie von Dauer gewesen sei. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch die deutschen Sozialisten»nr Einigkeit gelangen würden. ü'Mnnunzios Abenteuer. Gabriel« dÄmeunKa. der iialienische KricySsänger feit ltem TvipolisKuye, ist in der Welt viel belacht worden. Damit kommt man heute nicht mehr auS. Sein Zug nach Fmrme und der bisherige Verlauf dieses kühnen Abenteuer» spreche« dafür, daß er als politischer Faktor grivevtet werden muß. d'Annunzio ist stärker als die italienische Regierung und selbst i«r Tntente gegenüber«ine Macht. Er ist heute der unbestritten« Herr von Fium« urid für die sehr aktiven itManksche» Rationalkisden ein Programm. Der Aulauf zu seiner Schar ist den IeihtugSnach- richten zufolge noch immer rege. Die Entente scheint sich in die Mnmefrage nicht offiziell«im mischen zu wollen oder zu kömwn. Sie läßt die Dinge tre-ibeir Nun hat d'Annnnzio— ermutigt durch diese Passivität— sein Unternehmen ins Hinterland von Fkime ausgedehnt und, wie eS scheint, sogar den Jugoflalven, die ihm den Besitz von Finme streitig machen wpllen, den Krieg erklärt. Sowjetrußlanüs angebliche Zrieöens- versuche. Ein Friebensgefuch der Sowjetregienmg soll, nach einer Budcrpester Meldung, von dem dortigen rumänischen Ober- befehlshober bekanntgemacht worden sein. Russische Ver- treter sollen an der finnischen Grenze eingetroffen sein, unter- Wegs nach Stockholm zu den Ententsgesandten. Die„Times" schwächen die erste Sensationsmeldung der Agentur Radio schon ab: das russische Friedensangebot an Amerika sei zwar nicht offiziell von der Sowjetregierung, aber in deren Auftrag von mehreren ihrer Vertreter ausgegangen. Bis jetzt erachte man die unverbindliche russische Mitteilung als nicht genügend, um daraufhin Entschlüsse zu fassen. B a l f o u r erklärte, daß ihm von einem russischen Friedens- angebot noch keine offizielle-Mitteilung aus Washington vor- liege. Er wisse nur absolut zuverlässig, daß die Räteregie- rung in Moskau unmittelbar vor dem Zusammen- b r u ch stehe. „Times" melden aus Omsk, daß D e n i k i n große Fort- schritte in der Richtung nach Moskau macht. PiSmarifS Erinnerungen. Der dritte Band von Bismarcks .Gedanken und Erinnerungen" wird noch vor Weihnachten erscheinen. Der von dem Verlage noch zu vergütende Teil des Au- torenhonorarS wird nach Bestimmungen des jetzigen Fürsten Bismarck lediglich wohltätige» Zwecken zugeführt werden. Die Ratifikation durch Italien. Ein königliches Dekret in Erwartung. Bern, 2. Oktober. Der italienische Justizminister Mortara hat mit ewigen Minister» anderer Ressorts eine Formel aufgestellt, die ermöglichen wird, daß der Friedensvertrag durch königliches Dekret unter Borbehalt der später e» Zustimmung des neue» Kabinett» rati- f i z i e r t wird, sobald entweder das französisch« Kabinett oder der amerikanische Kongreß die Ratifikation vollzogen hat. Staötverorönetenversammlung. Ter Kampf gegen die Zwangswirtschaft. Vor den Treppenaufgängen im Rathause hat sich bereits seit 3 Uhr ein so starker Zustrom, angeblich auch von Arbeitslosen, ein- gefunden, daß die Hausverwaltung Veranlassung genommen hat, die Zuhörertribüne zu sperren. Erst nach längeren Verhandlungen wird die Tribüne geöffnet und ist sofort bis auf den letzten Platz dicht gedrängt gefüllt. Um Uhr eröffnet Dr. Wehl die Sitzung. Das neue Mii- glied Fräulein Hirschfeld(Soz.) wird eingeführt, das Andenken des verstorbenen Hackbarth geehrt. Da sich die Eröffnung des städtischen Wohlfahrtsamts bts zum 1. Oktober 1919 nicht ermöglichen läßt, sollen die städtischen Frauenwohlfahrtsstellen bis Ende März 1920 weiter- geführt werden. Von Frau Dr. Weyl(U. Soz.) und Frau Hopp: lSoz.) wird die Saumseligkeit des Magistrats bemängelt, der die Einrichtung des Amts bis zur Schaffung eines Groß-Berlin hinausschieben will. Frau Dr. Weyl will die Wohlfahrtsstellen einem Kuratorium unterstellen. Frau Friedenthal(Dem.) schließt sich letzterem Vorschlag an, ebenso Koch(Bg. Vgg.) und Dr. Lammerich (Zentr.). Stadtrat Doflein sucht den erhobenen Vorwurf zu ent- frästen. Tie Vorlage wird mit dem Antrag der Frau Dr. Weyl ein st immig angenommen. Die Versammlung setzt darauf die Besprechung des Antrags der Bürgerlichen Vereinigung betr. das von den Großhändlern nicht abgenommene Gemüse und Obst fort. Pattloch(Sog.) spricht sich für den Antrag aus, der dieses Gemüse zu billigen Preisen der Allgemeinheit in den Marktballen zugänglich machen will, und gegen die von Mclzer gegebene Begründung, die auf eine Empseh- lung des freien Handels und die Beseitigung der Zwangswirtschaft hmauAief. Redner bedauert, daß, wie heute der.Vorwärts" zu lesen sei, ein Herr Bergenthal an der Lieferung deS badischen Obstes, da» er fast monopolistisch in der Hand habe, auf Kosten der Berliner Konsumenten am Zentner 50 M. verdienen darsi Weiter erklärt der Redner sich für den Antrag Cassel, der daS betr. Gemüse den Kleinhändlern zu Preisen übergeben will, die durch eine aus Klrinhändlern und Magistratsvertrelern bestehende Kom- Mission festzusetzen sind, und auch für die Ergänzung dieser Kom- Mission durch Vertreter der Verbraucher. In der weiteren Er- örterung kündigt der Sprecher der Demokraten Levy die Zustim- mung zu beiden Anträgen an. Koch verwahrt sich»nd seine Freund« gegen dl« Unterste llung. daß sie den sofortigen Abbau der Awangswirtschaft fordern, so wahnsinnig seien ss« nicht. Für den Abbau habe sich u. a. auch der sozialdemokratische Landwirt- schaftsminister Braun ausgesprochen. Gegen die Zwangs- Wirtschaft habe auch, allerdings 1910, vor der Revolution.>n einer Eingabe an das Herrenhaus der Oberbürgermeister Mermuth scharf Stellung genommen. Die Zwangswirtschaft habe die Milchversorgung Berlin? nachgerade völlig i n Frage gestellt. Mit Recht habe der Landbund gegen di: Behauptung Protest erhoben, daß eine Milchsperre über Berlin be- absichtigt sei.— Beim Eisenbahnerstreik habe der Oberbürger- meister geschwiegen, ebenso beim Verkehrs- und beim Lichtstreik. (Andauernde Zurufe: Gemüse! Tosender Lärm.) Oberbürgermeister Mermuth: Den Vorwurf deS GefimmngS- wechfels mutz ich abermals zurückweisen. Ich habe hier als redlicher Arbeiter in meinem Amte stets dieselben Grundsätze vertreten, ich erinnere nur an die Einführunig des russischen Fleische» 1912. Im Kriege habe ich für die Zwangsbewirtschaftung von Brot, Kar- wffeln, Fleisch usw. mit allen Kräften gewirkt. Meine Unterschrift unter einer Eingabe deS Städtetage» von 1916 kann dagegen gar nicht in Betracht kommen. Hinterrücks und g«- heim die Kommnnalifierung einzuführen, haben wir wahrlich nicht nötig. Herrn Gothein darf ich auf feinen Angriff gegen mich in der Nationalversammlung erwidern, daß ich i m M e ta l l- arberterstreik zu vermitteln bemüht war, um ihn nicht auf die Berliner Volksernährung übergreifen zu lassen. Die Bürgerliche Vereinigung hat den Leidensweg der städti- schen Verwaltung in der ErnährungZftag« nicht»ntgemacht. (Stürmischer Widerspruch und Beifall, auch aus der Tribüne; nn Saale rufen sich die Gegner gegenseitig.Unverschämtheit!" zu. Der Vorsteher ersucht, diese gegenseitigen Liebenswürdigkeiten gtt rniict- lassen. Stürmische Heiterkeit. Em Zuruf auf der Rechten: Die Tribüne ist gut instruiert! ruft bei der Mehrheit einen neuerlichen Ausbruch der Entrüstung hervo-r.)� Der ans de, Not der Bevölke- rung hervorgegangene Schrei der Beprängnis wird von 4 Millionen erhoben und m n ß Eindruck machen, da er geschlossen erhoben w:rd; es muß unheilvolle Wir- kung haben, wenn dreser Schrei in der Vertretung der Bürger- schaft gebrochen ertönt. In einer neuen Zuschrift hat der Branden« burgische Landbund übrigens eine viel weniger herausfordernde Sprache geführt, und die Bahn zu weiteren Verhandlunge» scheint wieder eröffnet. Immerhin bleibt die Besorgn:s, daß eS uns mit der Milch ebenso gehen kann wie mit dem langsamen Verschwinden der Viehzufuhr nach Berlin, während der Viehbestand sich nicht unbeträchtlich vermehrt hat. Wir wollen kein« Dialekstk, wir wollen NahrnngSmittelzuftihr! Die Agitation gegen Berlin ist vom Verein der Milch» Pächter ausgegangen, während der Verein der Milchkleinhändler auf unserer Seite steht und der weiteren ZwangSbewiri- schaftung das Wort redet.(Lebhafter Beifall.) ' Bürgermeister Dr. Reick? gibt zu dem Vortrage Mermuths noch emige Ergänzungen betreffs der Kartoffelwirtschast. Hintze (U. Soz.): Die große Gefahr für die Bevölkerung liegt in der Be- drohung durch die Agrarier, in den unerschwinglichen, unerhörten Wucherpreisen, die die Folge des fteien Handels sein müssen. An der weiteren Erörterung beteiligen sich noch Bieten,(Zentr.). Stadtrat Runge, und die Stadt vv. Dove(Dem.) und Pattloch (Soz.), der den.Vorwärts" gegen die irreführende Akethod« in Schutz nimmt, die Koch bei seiner Zitierung befolgte.— Um 8 Uhr erhält Stadtv. Melzer(Bg. Vag.) das Schlußwort. Er bekommt es fertig, dem Herrn Bergenthal für die Beschaffung badischen Obstes nach Berlin em Verdienst zuzuschreiben, wenn er ihm auch den hohen Verdienst von 50 M. am Zentner nicht ganz gönnt. Dann aber leistet er sich aus Taine Zitate von einer Länge und Breite, die in immer steigendem Maß« die lärmende Opposition aus der Mehrheit und t o- bende Ausbrüche der Tribüne hervorrufen. Der Antrag Koch wird in Verbindung mit den Anträgen Cassel und Wehl einstimmig angenommen. Die vom Magistrat beantragte Erhöhung von Beihilfen tm einige Bereine geht au einen Ausschuß Schluß&10 Uhr GewerkschaflsbewMng fln Sie Arbeiterschaft Groß-Serlins l Ueber ivvlXX) Arbeiter der Metallindustrie stehen im schwersten wirtschaftlichen Kampf um die Sicherung ihrer Existenz. Gelingt es den Unternehmern, ihre Ziele durchzusetzen, so hat die gesamte Arbeiterschaft die Folgen zu tragen. Wehren die Metallarbeiter das Vorgehen der Unternehmer ab, so ist das ein Erfolg der gesamten Arbeiterschaft. Das Unternehmertum arbeitet geeint. In vollster Soli- darität müssen die Arbeiter zusammenstehen, um geeint den Abbau der Löhne abzuwehren. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission hat beschlossen, zunächst die im Streik befindlichen Metallarbeiter durch Sammlungen zu unterstützen. Zu diesem Zweck werden außer den Sammlungen der 18er-Kommission Marken im Betrage von 1 M. von uns herausgegeben. Die Abrechnung hat mit der Gewcrksckafts- kommission zu erfolgen. Gelder sind an A. Körsten, Berlin SO. 16, Engelufer 15, zu senden. Der Ausschuß der Gewerkschaftskoni Mission Berlins und Uni gegen d. * Wir machen erneut darauf aufmerksam, daß das Metall- kartest und die 15er-Kominission beschlossen haben, Sammel- marken von 5 und 10 M. an die Mitglieder der streikenden Verbände abzugeben. Sammelmarken werden ausgegeben von den Ortsverwaltungcn der dem Metallkartell ange- schlossenen Organisationen sowie beim Deutschen Metall- arbeiterverband, Linienstr. 83/85, in der Hauptkasse. Arbeiter und Arbeiterinnen, tut Eure Pflicht I Der Ausschuß d er G e w er ks ch a fts k om m i ssi on Berlins und Umgegend. ** • Oer Netallarbekterftrelk. Die Streikleitung des Metallarbeiterperbandes ersucht uns um Veröffentlichung folgender Zeilen: Durch Säulenanfchlag versuchen die Berliner Metallindustriellen die Arbeiterschaft Berlins trrezuiführen. Der Säulenanschlag be- sagt 1..Bestehende höhere Löhne und Akkorde werden nicht der- schlechtert." Wir erklären dazu: Die Teilschiedssprüche setzen die Verdienste her Arbeiter herab. Beispiel: Metallformer: Jetziger Verdienst 3,50 bis 4 M. pro Stunde; nach dem Teilschieds- spruch Nr. 5 2,40 bis 3,20 M. Zu 2. sagt der Säulenanfchlag:„Ein Abbau der Spitzenlohne findet nicht statt." Wir stellen fest: Mit- gliedsfirmen des Verbandes der Industriellen nehmen den Abbau jetzt schon vor. Zu 3. und 4. behauptet der Säulenanschlag:„Die bestehende Lohnhöhe kann nicht durch Wechsel der Belegschaft oder Neueinstellung herabgesetzt werden.— Wo z. B. höhere Löhne als die des Schiedsspruches gezahlt werden, erhalten neueingestellte Akkoridarbeiter die gleichen höheren Akkordsätze und neuangestellte Lohnarbeiter nach 6 Tagen für gleiche Leistungen die gleichen Löhne, die den bisher im Betrieb Beschäftigten gezahlt werden, auch wenn sie höher sind als die Sätze des Schiedsspruchs." Wr bemerken dazu, daß täglich in unserer Beschwerdestelle Klagen einlaufen, das Firmen durch Entlassung von Arbeitern und Neueinstelluiig anderer Ar- bester die Löhne herabdrücken.— Der Säulenanschlag bemerkt ferner:„Die bereits gefällten Teilschiedssprüche sehen wesentliche Verbesserungen im Vergleich zu früheren Tarifen vor." Das trifft zu. Die Teilschiedssprüche entsprechen jedoch nicht einmal der jetzigen Entlohnung, sondern verschlechtern dieselbe. Wenn der Säulenanschlag weiter behauptet, wir wären der Meinung, man wolle die Gesamtbelegschaft entlassen und zu ge- ringeven Löhnen wieder einstellen, so können wir dazu sagen: für so blödsinnig dumm halten wir die Metallindustriellen nicht. Unsere gewerkschaftliche Erfahrung sagt uns, daß die Unternehmer, um zum Abbau der Löhne zu kommen, allerdings nicht so plumpe, den Ar» oeitern in die Augen springende Mittel anwenden. Wir kennen die Hartnäckigkeit der Metallindustriellen, wenn es gilt, durch Ber- schlechterung der Entlohnung die Profite zu retten. ** Zum Streik in der Metallindustrie schreibt unS der Kelchs- bund der Kriegsbeschädigten: Laut Verordnung vom 9. Januar 1919 und der Nachtragsperordnung vom 3..September 1919 dürfen Schwerkriegsbeschädigte mit einer Erwerbsbefchrän- kung von 50 Proz. und darüber vom Arbeitgeber nicht gekündigt oder entlassen werden ohne Zustimmung der.Hauptfitrsorgestelle. Dieser gesetzlichen Bestimmung trug die Streikleitung Rechnung, indem sie anordnete, daß obige Kriegsbeschädigte n i ch t am Streik teilzunehmen brauchen. Die Unternehmer dagegen sperrten auch diese Kameraden trotz der gesetzlichen Bestimmungen aus und weigern sich, ihnen Lohn oder Gehalt zu zahlen. Wir machen die ausgesperrten Kollegen und Kameraden darauf aufmerksam, in allen Fällen Lohn oder Gehalt für die ausgesperrte Zeit zu fordern. Wird das verweigert, so ersuchen wir.die Kameraden, nach dem Gaubureau des Reichsbundes zu kommen, damit wir im Einvernehmen mit der Streikleitung ihre Rechte als Kriegsbeschädigte wahrnehmen können. Kein politischer Streik! Die Streikleitung des Metallarbeiterverbandes versichert, sie denke nicht daran, den Metallarbeiterstreik zu einem polstischen Streik zu machen. Sicher ist aber auch, daß die Kommunisten und der mit ihnen sympathisierende Teil der Unabhängigen an diesen Streik die Hoffnung von dem Wiederaufleben politisch-revolutionärer Kämpfe knüpfen. Unter den Besuchern bei am Donnerttay einberufen fttoefema Versammlungen waren die kommunistischen Agitatoren eifrig am Werk, um für ihr« Pläne Propaganda zu machen. Gewisse An- zeichen sprechen dafür, daß die Linksradikalen nach allen Vensamm- lungen Redner ihrer Richtung dirigiert hatten. Im Gewerkschafts- hause gelang eS ihnen, zum Wort zu kommen. Nachdem hier die Versammlung ausgelöst war, die Besucher sich zerstreut hatten und schließlich auch die Truppen abgezogen waren, fand sich ein kleiner Teil der Versammlungsbesucher— etwa 200 bis 300— wieder im Saale ein, und dann wurde unter kommu- nistischer Leitung eine regelrechte Versauimlung abgehalten. Ein Referent war-da, der in einer langen, Phrasen geschwollenen Rede die Wrltkommune feierte und den Zuhörern goldene Berge zeigte, allerdings in sehr weiter Ferne. In Sowjetrußland sollten sie zu finden sein, wenn wir uns mit den Trägern der Sowjetregierung verbünden, waS aber von der deutschen Regierung — im Interesse de? Kapitalismus natürlich— verhindert werde.— Der Redner fand starken Beifall. Kein Wunder. Warum sollen nicht ungenügend aufgeklärte Leute, denen eS trotz erhöhter Löhne immer noch an vielem Nötigen fehlt, auf solche Phantastereien hineinfallen. Der zweite Redner schlug ebenfalls kommunistische Töne an. Er sagte, man habe erwartet, daß dieser Streik der Ausgangs- Punkt einer neuen revolutionären Welle sein werde. Aber ein« verfehlte Gewerkschaststakttk wolle nichts davon wissen. In diesem Zusammenhang versetzte der Redner dem„Ge- Werkschaftsbonzen Rusch"— so nannte er ihn— noch einen besonderen Hieb als dem Verantwortlichen für die dem kommunistischen Ideal nicht entsprechende Streikleitung. Hieraus sprach ein Redner, der sich als Mitglied der Ort»- Verwaltung d«S Metallarbeiterverbandes vorstellte. Er sagte, die Fünfzehnerkommission habe«inen Generalstreik in» Werk setzen wollen, aber diese Absicht sei daran gescheitert, daß ein großer Teil der Kollegen nicht aus den Betrieben herauSzukriege« sei. Die Fünfzehnerkommisston werde wohl Gebrauch machen müssen von dem Angebot der Elektrizitätsarbeiter, sich dem Streik anzuschließen und dadurch die gesamte Berliner Industrie lahm» zulegen. Wie man steht, find die Konrmunistsn äußerst rührig, um den Metallarbeiterftreiik für ihre Parteizwecke auszunutzen- Einigung im Serliner Holzgewerbe. Noch zweitägigen Veihandlungen kam im Berliner Holzgewerbe über die Ferienfrage eine Vereinbarung zustande. Alle Arbeiter und Arbeiterinnen, die am 1. Juli 1919 in einem Betriebe be- schäfiigt sind, erhalten in diesen Betrieben drei Tage Ferien, für die der vereinbarte Lobn für 23 Stunden zu zahlen ist. Die Ferien werden gewährt vom Donnerstag bis Sonnabend. Diese Vereinbarung gilt nur für dieses Jahr. Außerdem wurden die am 25. August zentral vereinbarten Mindest- und Durch- schnittslöhne anerkannt und festgelegt, daß dort, wo b e- reits höhere Löhne gezahlt werden, diese be- stehen bleiben. Beide vertragschließende Parteien dürfen vor dem 15. Februar 1920 keine Aenderungen an den Löhnen vor- nehmen. Für Montagearbeiten wird vom 1. Oktober 1919 ab innerhalb des Vorortverkehrs ein Zuschlag von 30 Pf. pro Stunde bezahlt; über den Vorortverkehr hinaus mit Uebernachten werden pro Tag 10 M. Zuschlag gezahlt, einschließlich des Sonntags. Die Arbeitszeit bleibt so bestehen, wie fie am 2b. August ebenfalls zentral vereinbart wurde, und zwar Sonnabends 6 Stunden, an den andern Werktagen 8 Stunden, also die Woche 4S Stunden. Diese getroffenen Abmachungen gelten als Zusayvereinbarungen zu dem Arbeitsvertrage für die Berliner Holzindustrie vom IS. Fe- bruar 1913, der noch bis 15. Februar Geltung hat. Wenn auch das Ergebnis der Verhandlungen nicht vollauf be- friedigt, so kann doch gesagt werden, daß durch die Festlegung einer dreimonatlichen Bcschäftigungszeit(anstatt wie es zentral vereinbart war, nach sechsmonatlicher Beschäftigungi die große Masse der Ber- liner Holzarbeiter in den Genuß von Ferien kommt. Diejenigen, die sonst nach den zentralen Vereinbarungen bis zu sechs Tagen Ferien Anspruch hätten, müßten eben unter diesen Umständen, um zu einer Einigung zu kommen, zugunsten der andern auf ihre Vor- teile verzichten. Bezüglich der Löhne find ausreichende Garantien gegeben, daß die zurzeit bestehenden Löhne, die weit über die vereinbarten Sätze hinausgehen, bestehen bleiben._ Tarifbewegung der Redakteure. In einer Sitzung des Vorstandes deS Bezirksverbandes Berlin- Brandenburg im Reichsverband der Deutschen Presse am Mittwoch- abend lag der von einer gewählten Kommission ausgearbeitete Eni- Wurf eines Tarifvertrages für Redakteur« und Mit- arbeiter innerhalb deS Bezirkes Groß-Berlin vor. Der Vor- stand beauftragte die Kommission, nach der Vornahme einiger redakiioneller Abänderungen unverzüglich in Verhandlungen über diesen Tarif mit dem Berein Großdeutscher Zeitungsverleger und dem Verein Deutscher Zeilungsverleger, Ortsgruppe Berlin, einzu- treten. Der Entwurf des Tarifvertrages wird dem Verlegerverein im Laufe dieser Woche eingereicht werden. Ergebnislose Verhandlungen über den Tarif der Gemeindearbeiter. Im Berliner Rathause begannen am Mittwach die Verhand- lungen der Gemeinden Groß-BerlinS mit der Vertretung der Ge- meindearbeiter. Es handelt sich um die Erneuerung des Lohn- fcrrif». Der Geineindearbeiterverbanb forderte GtundenkSffne von 2,80 M. für ungelernte, 2,90 M. für angelernte Arbeiter, 8 M. für Handwerker und einen um 10 Pf. höheren Lohn für Vorarbeiter, für jugendliche Arbeiter 1,50—2 M. Für Arbeiterinnen, soweit sie nicht die gleiche Arbeit wie Männer verrichten, wird ein um 80 Pf. geringerer und für jugendliche Arbeiterinnen«in um 25 Pf. ge- ringerer Lohn gefordert.— Die von den Verbänden der Transport- arbeiter, Metallarbeiter, Maschinisten und Heizer, Eisenbahner, Fleischer, Gärtner, Böttcher und Hausangestellten eingereichten Anträge fordern durchschnittlich 50 Pf. mehr als die vorstehend an- geführten Sätze. Die vom Stadtrat Seckt und dem Stadtverordne- ten August Hintze vertretenen Gegenvorschläge der Gemein- den sehen eine Lohnskala vor mit Anfangs- und Höchstlöhnen für alle Arbeiterkategorien. Die Ansangslöhne sollen betragen für im- gelernte Arbeiter 2,30 M., für angelernte Arbeiter 2.40 M., für Handwerker 2,60 M., für jugendliche Arbeiter 1,20— 1,50 M., für ungelernte Arbeiterinnen 1,40 M., für angelernte Arbeiterinnen 1,50 M., für jugendliche Arbeiterinnen 1— 1,20 M. Vorarbeiter und Vorarbeiterinnen sollen 10 Pf. mehr erhalten als die anderen Erwachsenen. Die Anfangslöhne der Handwerker, Arbeiter und Arbeiterinnen sollen jährlich um 10 Pf. steigen und in drei Jahren die Höchstgrenze erreichen, die von den männlichen Arbeitern mit 2,60 resp. 2,70 M., von den Handwerkern mit 2,90 M. und von den Arbeiterinnen mit 1,70, ILO, 1,90 M. erreicht wird. Nach diesem Vorschlage würden also die Höchstlöhne noch hinter den Anträgen des Gemeindearbeiterverbandes zurückbleiben. Da die Gemeinden jede? weitere Entgegenkommen ablehnten und auf Grund dessen auch die Vertreter der Arbeiter auf ihren Forderunyen beharrten, wurden die Verhandlungen ergebnislos abgebrochen. Die Arbeiter haben den Zentralausschuß angerufen. Die Situation ist äußerst ernst. Zum angeblichen Landarbeiterstreik auf Rügen. Ebenso wie einige ZeitungSnachriibten über Arbeitseinstellungen auf Gütern in Pommern und in der Mark sind ouw die Nadbridbien über die Arbeitseinstellungen auf Gütern der Insel Rügen über- trieben und den Tatsachen nickt entspreckend. Wie die vom Landwirtschaftsministerium veranlassten Fest- stellungen ergeben haben, bat der Gauleiter G ö b e l vom Dcutscken Landarbeiterverband deS Kreises Rügen eine Teuerungszulage für die in der Ernte beschäftigten Landarbeiter gefordert und für die Beantwortung dieser Forderung eine 8- bis lOtägige Frist gestellt. Obwohl der Landarbeitgeberverband dieser Forderung nicht nach- gegeben bat, find aus diesem Zwischenfall keine Weiterungen und Arbeitseinstellungen entstanden. Die Frage der Teuerungszulage wird in einer besonderen Lobn- kommission behandelt und außerdem auch noch vom SchlichtungS- ausschuß des Kreises geregelt werden. Bon der Desinfektorenbewegung.. Dieser itage fand eine Versammlung aller in Groß-Berlin tätigen Desinfektoren statt, die von 95 Proz. aller Berufsangehörigen besuckt war. Nack einem Referat des Bundesvorsitzenden Schildt gelangte eine Entsckließung ein- stimmig zur Annahme, in der es beißt:„Die Versammlung der Desinfektoren von den städttschen Desinfektionsanstalten Berlin I, Berlin U. Cbarlottenburg, Lichtenberg. Neukölln, Schöneberg. Steglitz, und Wilmersdorf-Friedenau sowie der städtischen Kranken- Häuser Groß-Berlins und des Kreii'eS Teltow sieben gescklossen hinter der Forderung deS dritten Deutschen Desinfektorentages, daß kämt- liche geprüften Desinfektoren als Beamte anzustellen sind. Weiter erkennen die Versammelten die Berufsorganisation der deutscken Desiniektoren, den Deutschen Desinfektoren-Bund E. V., Sitz Berlin- Lichterfelde, als diejenige an, die ihre wirtsckaftlichen und beruf- lichen Interessen zu vertteten hat. Die zurückgelegten Dienstjahre der jetzt bei den Behörden im Angestellten- oder Arbeiterverhältnis tätigen Desinfektoren find bei der Besoldung, Beurlaubung und Pensionierung voll anzurechnen." A. E. G.. Hennigsdorf. Streikende und Ausgesperrte! Heute, mittags VL Uhr, bei Brost, Hennigsdorf: Versammlung und Lohnzahlung. Der Arbeiterrat. Lichtenberg. Knorr-Bremie. Lohnzahlungen finden Freitag, nach- mittags 2—4 Uhr, Sportplatz, statt. Jugenüveranftaltungen. Jugendheim. Lindenstr. 3, abends 7 Uhr. Heimbesvrechung. Abr. Südost und Trcptow-Baumschulenweg. Heute abend 6 Uhr im Lokal von Zielich, Wiener Str. 10, gemeinsame Helferfitznng. Wichtige Tagesordnung. Osten. Jugendheim, Ehrenbergstrasje(220/255®. Sch.) Mitgliederversammlung. Wedding. Sachse, Lindower Str. 26, abend» 7 Ubr. Bunter?lbend. Moabit. Schmidt, Wicleffstr. 17. Bunter Abend. Beginn 5 Uhr. Neukölln. Jugendheim, Nogatftraße 53(«tadtv. Jürgens), abends 7 Uhr. Abt. Treptow. Baum'chnlenweg. Heute abend 8 Uhr im Jugend- heim. Elsenstr. 3, wichtige Mitgliederoeftammlung. Weistcnsce. Jugendheim, Woelckpromenade 1. Wichtige Mtglieder- Versammlung abends 7 Uhr._ Sportnachrichten. Alicrsturner Groß-Beriius. Am 4. Oktober, abends 7'/, Uhr: Zusammentuinen in der slädtischcn Turnhalle, Siemcnsstr. 20. Nach dem Turnen: Wichtige Sitzung.— Arbeitcr-Nadfahrerverei»„Grosi-Berlin-. Sonntag früh 7 Uhr: Mittenwalde, Gastbos„Zum Kronprinzen"; nachm. 2 Uhr: Lichtenrade. Start: Mariannenplatz. Der große Herbstpreis kommt am Sonntag in Treptow zum Aus- trag. Das Rennen bestreiten: Bauer bmter Hofimann. Appelbans hinter Krüger, kkruvkal hinter Nachtmann und Wittig hinter Käser. Die Zusammen- sührung dieser vier in Treptow bewährten Matadore in zwei Rennen über 25 und 75 Kilometer bildet eine besondere Attraktion. Das Flieger- Programm bringt neben dem Armbinderennen ein Prämien- und Eni- schädigungS- sowie ein Tandemsahren. Bewährte Tandempaare wie: Schwab-Kudela, Münzner- Krahner, Müller-Hofimann usw. werden am Start erscheinen. Berantw. für den redattion. Teil:«Isrcd Scholz, Neukölln? für Anzeigen: Theodor ivlocke, Berlin. Bering: Borwärts-Berlag