Pr. SIS. SS-I-hrg. vezugSvrei«» vierteNihrl. 9,— Ml. monotL BS. frei w» Hmi». voraus zahlbar. Dofb bezug: Monatlich».— Ml. exkl. gu- stellungsgebllhr. Unter Arruzbanb Kr Deutschland und Oesterreich»Ungar» 6,2ö Ml. für da» llbrtg» Ausland lv 2ö Ml. dkl täglich einmal. Zustellung »LS Ml. Postbestellungen nehmen an Dänemark Holland, Luxemburg, Schweden u. die Schwei». Eingetragen in die Post-Zeitungs-Preisllst«. Der.Vorwärts� mit der Sonntag» deilage»Boll u. geit� erscheint Wochen» täglich zweimal. Sonntag» einmal. Zelegramm-llldreff«: �dozloldemotrai vrrlln». Abend-Ausgabe. Vevlinev VolKsblstk. ( ISpksnmg) SlnzeigenyrclS: vi« achigelpalten« Nonparclllezelle lostet lL0 Ml,»Kleine Anzelgen". da» fettgedruckte Wort 90 Pfg. lzulösstg J fettgedruckte Worte), iede» weitere Wort»0 Vig. Stellengesuche und Schlafstrllenanzeigcn da» erste Wort »0 Pfg., iedes wettere Wort 80 Pfg. Worte Uber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50%. Familien■ Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Vereins»Anzeigen 1,50 Mb die Zeile Anzeigen Kr die nächste Nummer müssen bis S Uh« nachmittags im Hauntgeschäfl, Berlin SW 66, Lindenstraße 8, abgegeben werden Geöffnet oon 9 Uhr früh bis b Uhr abends. Zcntralorgan der fozialdcmokrati leben parte? Deutrcblands. Reöaktion und Expedition:€£0.6$» Lindenstr. Z. Fernsprecher: Amt Morttzplntz, Nr. 1Z» 80— Ist»7. Mittwoch, den 8. Oktober ISIS. vorwärts-verlag G.m.b.H., SW. 68, Lmdenstr.?. Fernsprecher: Amt Morivplatz. Nr. 117 sZ— 54. Mentat auf Haase. Vor dem Reichstagsgebäude wurde« heute mittag auf den unabhängigen Abgeordneten Hugo Haafe vier Revolverschüsse abgegeben, durch die Haafe am Oberschenkel verwundet wurde. Der Attentäter wurde verhaftet. Er machte den Ein- druck eines Geisteskranken und behauptet ein Wiener Lederarbeiter zu sein, der durch Haafe in seiner Existenz schwer geschädigt worden sei. Er habe Haafe dafür einen Denkzettel versetzen wollen, töten habe er ihn jedoch nicht wollen« Die Verletzung Haases soll leicht sein. das öffentliche Steuerbuch. Das finanzielle Ergebnis der von der Notionolversamm» hing beschlossenen Vermögens- und Einkommensteuern muß heute schon den Gegenstand ernster Sorge jedes verantwor- lungsvoll denkenden Staatsbürgers bilden. Der Erfolg oder Mißerfolg dieser Steuern ist von einer Bedeutung, welche weit über rein wirtschaftliche Gesichtspunkte hinausgeht. Nach außen hin bringt uns ein Mißerfolg in ernste Verwicklungen, welche die durch den Friedensvertrag von Versailles bereits engbegrenzte wirtschaftliche Selbständigkeit des Deutschen Reiches noch stärker einschnüren, ja zum Ersticken bringen kann. Fast noch gesährlicker aber muß sich die Lage im In» nern zuspitzen, wenn es offenbar werden sollte, daß es den Steuerdrücke bergern gelungen ist, mit Wendungen und Drehungen einen guten Teil ihres Vermögens vor dem Zugriff des Staates in Sicherheit zu bringen. Es gibt keine politische Partei in Deutschland, welche in den letzten Wahl- kämpfen zur Nationalversammlung nicht„die restlose Er- fassung der Kriegsgewinne" und die schärfste Heranzieh un g des Besitzes zur Deckung unserer un- geheuren Kriegsschuld auf ihr Banner geschrieben hatte. Bleiben diese lauten Versprechungen leere Phrasen dadurch. daß es nicht gelingt, die papiernen Bestimmungen der Steuer» gesetze in die Wirklichkeit umzusetzen, so wird sich die elemen» tare Wut der Massen gegen diesen neuen Volksbetrug der Kriegsgewinnler in Handlungen umsetzen, die unser ganzes Staatswesen den schwersten Erschütterungen aussetzen. Der Radikalismus von ganz links und auch jener von ganz rechts sieht der Entwicklung der Dinge mit großen Hoffnungen eist- gegen. Bei dieser entscheidenden Bedeutung der möglichst rest- losen Erfassung der Steuervcrmögen kann die Frage der Mittel nur nach ihrer Tauglichkeit geprü't werden, es muß ganz außer Betracht bleiben, ob das an sich taugliche Mittel dem Steuerträger mehr oder minder angenehm ist. Das schärfste Mittel steuerlicher Erfassung ist gerade noch gut genug, auch wenn es einen tiefen Eingriff in die Einzelinter- essen darstellen würde. Steuerfragen sind in weitestem Umfange Interessen- fragen; es liegt daher in der Natur der Sache, daß manche Interessen einzelner Kreise, z. B. in der Bank- und Industrie- weit zu den allgemeinen Volksinteressen in unüberbrückbarem Gegensatze stehen können. Unter Berücksichtigung dieser Tat- fache wird man an die Prüfung von Sachvcrständigengut- achten stets mit recht kritischem Sinne herantreten müssen. Die außerordentlichen Verhältnisse bedingen außer- ordentliche Mittel. Es war bis jetzt steuerlicher Grundsatz, daß die Veranlagung zur Steuer eine Angelegenheit war, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit zwischen Steuerträger. Veranlagungsbehörde und Steuerbehörde vorgenommen wurde. Tie aus diesem Geheimverfahren sich ergebenden Mängel sind offenkundig. Man ist hierbei auf den guten Willen des Steuerträgers angewiesen, weil es bei der großen Menge der Steuerfälle keiner Veranlagungsbehörde möglich ist, tieferen und� vollkommen genauen Einblick in die Ver- mögensverhältnisse jedes einzelnen zu erhalten� Dabei muß man noch mit der Tatsache rechnen, daß einzelne Mitglieder der Veranlagungsbehörde ihr undankbares Amt nicht ,mit voller Schöne und Nachdruck oft ausüben wollen und manch- mal nicht können, weil zwischen ihnen und dem Steuerbe- troffenen Beziehungen bestehen, deren Einfluß auf die Steuer- Veranlagung einfach nickt wegzuleugnen ist. Ganz an» dersgestaltensichdieVerhältnisse, wenndie Feststellungen der Veranlagungsbehörden der möglichen Nachprüfung eines nicht be- schränkten Personenkreises. also der Oeffentlichkeit. unterliegen. Der Steuerträger hat dann mit der Möglichkeit zu rechnen, daß das, lvas der Steuerbehörde säuberlich verschwiegen worden ist, anderen Personen, die besseren Einblick haben, gar wohlbekannt ist. Diese mögliche Nachprüfung wird ein vorbeugendes Mittel von ausgezeichneter Wirkung sein. Die Gefahr einer mög- lichen EntdeckungvonSteuerhinterziehungen .wird damit eine beständige. Der verbrecherische Kampf des Steuerhinterziehers spielt sich nicht mehr zwischen ihm und der Steuerbehörde allein ob und gibt ihm damit oft leichtes Spiel, sondern er muß mit allen möglichen unbekannten Gegnern rechnen und seme Lage wird dadurch schwierig und unsicher. Wir haben bereits theoretisch den Steuerverbrccher auf die gleiche Stufe wie den sonstigen Verbrecher gegen die Vermögensgüter gestellt, ober durch die O e f f e n t l i ch- keit der Steuerveranlagung wäre ein großer Schritt zur praktische« Durchführung dieser bis jetzt rein theoretischen Erkenntnis getan. Ter Steuerverbrecher muß in gleicher Weise der Möglichkeit der Verfolgung ausgesetzt werden, wie jeder andere Verbrecher auch. Wieviele Ver- gehen und Verbrechen wären ober der gerechten Sühne ent- zogen, wenn den Strafverfolgungsbehörden die Mithilfe der Oeffentlichkeit entzogen wäre? Von diesem Gesichtspunkt ist auszugehen, wenn wir die Einwände untersuchen, welche gegen die öffentliche Volkskontrolle in Steuersachen sprechen. Man fürchtet die Denunziation, insbesondere in ihrer un- sympathischen anonymen Form. Aber man frage auch hier die Strafbehörden über die praktische Wirkung, und man er- hält die Antwort, daß ohne diese„Denunziation" über viele Verbrechen der Schleier der Dunkelbeit gebreitet bliebe. Daß der einzelne es nicht wagt, bei Erfüllung seiner Bürgerpflicht, den Verbrecher der gerechten Strafe zuzuführen, mit vollem Namen hervorzutreten, ist letzten Endes eine Folge unserer mangelhaften staatsbürgerlichen Erziehung. Wir haben bis jetzt„die Behörde" stets als eine außerhalb des Volkes stehende Einrichtung empfunden und nach dieser falschen oder mindestens veralteten Auffassung unsere gesellschastlichsn Be- griffe gebildet. Wenn hier eine Revolution der Begriffe sich langsam durchsetzt und wir dadurch die gesellschaftliche Er- kenntnis gewinnen, daß jede Betätigung des einzelnen zur Ueberführung eines Steuerverbrechers eine einfache B ü r g e t p f l i ch t ist, so ist für die zu lösende Aufgabe einer restlosen Heranziehung der Steuervermögen unendlich viel getan. Es wäre damit auch einem Grundsatz unseres neuen Volksstaates, wonach jede öffentliche Angelegenheit unter Mit- Wirkung und Einwirkung des gesamten Volkes durchzuführen ist, Genüge getan; denn daß Steuerfachen in weitestem Umfange eine Sache der Mgemeinheit sind, dürfte Wohl füglich kaum einem Zweifel unterliegen. Em weiterer Einwand besteht in der Befürchtung, daß der P r i v a t k r e d i t des einzelnen geschädigt würde. Diese Tatsache dürfte, selbst wenn sie richtig wäre, an sich kein ab- solut durchschlagender Gegenstand sein. Aber eine nähere Untersuchung läßt erhebliche Zweifel aufkommen, ob von einer solchen Schädigung überhaupt gesprochen werden kann. Es ist zu beachten, daß alle Steuerträger in die gleiche Lage versetzt werden; ferner prüft im Geschästsleben jeder Kredit- geber selbständig den Kredit seines Schuldners und aeht darin bereits jetzt schon viel weiter, als es der Staat je tun kann. Weiterhin kommt in Betracht, daß die Wirtschaft an ungesunder Kreditanspannung des einzelnen gar kein Jnter- esse haben kann. Was bis jetzt letzten Endes uns gehindert hat, die Steuer- Veranlagung in das volle Licht der Oeffentlichkeit zu stellen, liegt in einer„Jmponderabilie", in einem gesellschaftlichen Begriff begründet, welcher sich mit großer Zähigkeit behauptet und den bis jetzt auch keine Revolution hat hmwegschwemmen können. Wir werten den Menschen nach der Größe des Geldes, das wir— bei ihm vermuten. Diese platte Tat- sacke als dem Ergebnis unseres materialistisch-privatkapi- talistitchen Zeitalters kann durch keine Redensarten h'nweg- disputiert werden. In dieser Richtung sind wir alle allzumal Sünder, selbst wenn wir und selbst lebhaft das GegenteÜ ver- sichern. Bei der landläufigen Redensart:„Ich schätze den Mann auf xtaujend Mark", liegt nicht allein eine rein objektiv? Feststellung einer wirtschaftlichen Tatsache, sondern es sließi mit unter die gesellschaftliche Wertung des Mannes: er wird damit eingereiht in eine der Klassen der Ritter„von.... und Besitz", wobei auf die ergänzende„Bildung" sehr oft wenig Wert gelegt wird und man sie deshalb ruhig beisei!? lassen kann. In dieser k a P i t a I i st i s ch e n Verwilderung unserer gesellschaftlich-ethischen Begriffe l i e g t d c s Pudels Kern. Sic zeitigt ia ihrer Folge das ängstlich? Bemühen jedes einzelnen, über seine Vermögensvcrhältnisse einen dunklen Schleier zu breiten, der— wie so oft im Leben— mehr ahnen lassen soll, als darunter verborgen ist, um so in gescllsckastlichcr An'ckauiing in eine möglichst hohe Klasse„derer von Besitz" zu kommen, während dieser Schleier über, die Vermögensverhältnisse der Steuerbehörde gegenüber gleichzeitig zu dem entgegengc- setzten Zwecke mißbraucht wird. Und nun erhebt sich die schicksalsschwere Frage; können wir den nichtbesitzendcn Massen des Volkes gegenüber,, welche diesen Vermögensschleier nicht brauchen, weil sie nichts zu ver- schleiern haben, in unserer fürchterlichen Finanznot die Auf- rechterhaltung dieser allen Anschauung verantworten? Sind wir nicht vielmehr gezwungen, einem verrotteten gesellschast- lichen Begriffe zum Trotze den Grundsatz der offe- neu Bilanz aller P r i v a t v e r m ö g e n der Steuer- träger restlos durchzusetzen und damit jedem einzelnen Volks- genossen die Möglichkeit geben, anstatt zwecklos über Steuer- drückebergcr zu schimpfen, selbst bei der Erfassung der hinterzogenen Vermögenswerte mitzuwirken? Wir haben den alten Obrigkeitsstaat zusammenfallen lassen und ihm manche Grabrede nachgeschickt. Wenn wir im neuen Volksstaat wiederum die Steuerveranlagung zu einer geheim zu haltenden Angelegenheit zw ichen Behörde und dem einzelnen Steuerträger machen, so holen wir damit ein wesentliches Jnventarstück des alten Staates hervor, der seiner geschickt- lichen Struktur nach fast restlos auf die Interessen der be- sitzenden Klassen in diesem wesentlichen Punkte aufgebaut war. Es genügt auch nickst, wenn wir„der Behörde" eine nach demokratischen Grundsätzen veränderte Zusammensetzung geben, denn ihre Machtlosigkeit gegenüber dem geschickten Steuerhinterzieher bleibt die gleiche. Die Wege zur Durchführung des oben verfockstenen Grundsatzes der offenen Steuerveranlagung können mannig- fache sein und im folgenden soll nur e i n e r in seinen Grund- zügen angedeutet werden. In jeder Veranlagnngsgemeinde wird ein Steuerbuch angelegt, in welchem das Steuerver- mögen, das versteuerte Einkommen und die Höhe aller zu entrichtenden Steuerbeträge jedes einzelnen Steuerträgers einzutragen ist. Dieses Steuerbuch steht nach Art unseres Grundbuches jedein zur Einsicht offen; es können gegen Ent- rickstung der Gebühren Abschriften von jedem verlangt wer- den. Tie Stcüerschätzungsbehörde hat das Reckst, bei dem Verdacht einer Steuerhinterziehung für eine größere Pudli- zität der Stcuerangabcn Sorge zu tragen, um dadurch die öffentliche Volkskontrolle noch stärker anzuspannen. Bei größeren Vermögensmassen werden auch die einzelnen Ver- mögcnsteile in das Steuerbuch eingetragen; ebenso werden bei Einkommen von bestimmter Höhe die Einzeleinkommens- quellen angegeben. Verbinden wir die Einrichtung des Steuerbuches, durch welches das Volk selbst sein eigener Steuerkommissar wird, mit der bereits in der Oeffentlichkeit behandelten Katasterierung der sogenannten„mobilen Werte" und dem Hilfsmittel des„Sleuereides", so erhalten wir ein System von Maßnahmen, die in ihre? Gesamtwirkung dem Steuer- hinterzieher doch das Leben recht sauer machen, insbesondere dann, wenn wir in unseren Steuerstrafen das„Arbeitshaus" als wertvolle und wirksame Nebenstrafe einführen. I. F. A m b e r g« r» Bretten, Msftänöe im Reich. Es ist unverkennbar, dag— tvie auch vom Reichskanzler Bauer in seiner Rede zu Beginn der politischen Debatte in der Nationalversammlung am Dienstag ausgeführt wurde die Arbeitslust in der deutschen Republik allmählich wieder zu wachsen beginnt. Jedoch machen sich naturgemäß noch immer Ausstände bemerkbar, die geeignet sind, un- sercm schwer geschädigten Mrtschaftsleben neue empfindliche Schläge zu versetzen. So wird aus Königsberg gemeldet: Wegen Lohndisfereuzen sind Diensdagvormittag die Arbeiter des Elektrizitätswerkes in den A u S st a n d getreten. Die Straßenbahn verkehrt nicht. Ferner traten morgens die Transportarbeiter in den Ausstand, ebenso die in der Binnenschiffahrt beschäftigten SchiffS-fiihrer, Heizer, Maschinisten vnd Matrosen, so daß die gesamte Binnen- schif fahrt still liegt. Ucber Ausstände im Reich liegt ferner folgende Mel- bung vor: Die Angestellten der Straßenbahngesellschast m Gtettijn stnd, nachdem sich die BerhandliMgen wegen ihrer Lohnforde- r u n g e n mit der Direktion zerschlagen haben, Mittwoch früh in den Ausstand getreten. Der Betrieb ruht vollständig. Es muß die grundsätzliche Forderung den Arbeit- g e b e r n gegenüber erhoben werden, alles auf das peinlichste zu vermeiden, was irgendwie geeignet wäre, berechtigte For- derungen der Arbeiterschaft zu unterdrücken. Das ins- besondere von der nationalistischen Presse so oft erwähnte Wort von der„Sabotage der Arbeit" sollten sich ganz beson- derS die kapitalistischen Saboteure zu Herzen nehmen. Zu der gesunden Auffassimg der Arbeiter- schaft haben wir volles Zutrauen, daß sie dann ihrerseits tatkräftig am Aufbau der deutschen Wirtschast helfen wird._ Leviens Verhaftung bestätigt. DaS von uns heute morgen mitgeteilte Gerücht von der Verhaftung deS Dr. Max Levien in Wien bestätigt sich. Levien war— wie erinnerlich fein dürfte— einer der Hauptführer zur Zeit der Münchener Schreckens- Herrschaft der Rätediktatur, der auch im M ü n- chener Geiselmordprozeß wiederholt in Verbindung mit Dr. LevinS-Nifsen genannt wurde. Levien behauptete anfänglich hei seiner Verhaftung, Engländer zu sein und nur englisch oder französisch zu verstehen. Er hatte sich bereits längere Zeit bei Gesinnungs- genossen verborgen gehalten und wurde am Dienstag auf grund der von München ergangenen Mitteilungen auf der Straße erkannt. Die»Wiener„Arbeiter-Zeitung" erklärt schon heute, daß eine Auslieferung LevienS nach München nicht in Betracht kommen könnte, da der Verhaftete wegen Hoch- Verrats, also wegen eineS politischen Verbrechens verfolgt wird._ Nationattste» und Sozialisten. Die Stadtverwaltung von Bologna veranstaltete einen großen Empfang zu Ehren der Teilnehmer des s o z i a l i st i- schen Kongresses. Tausende versammelten sich vor dem Rathause, von dessen Balkon aus die sozialistischen Führer zu der Menge sprachen. Als die Nationalisten eine Gegenkund- g e b u n g versuchten, entstand ein Kampf, bei dem es Verwundete gab. Die Ruhe trat erst ein, als das Militär die Verhafteten steigab und abzog. Eine Note aa Belgien. Seitens hex deutschen Regierung wurde an den Borsitzenden der belgischen Waffen still st andSkom- Mission eine Note übergeben, in der gegen die Verletzung der deutschen Hoheitsrechte auf dem rechten Rheinufer, die in Gestalt von Verhaftungen deutscher Staatsangehöriger erfolgte, schärfster Protest«ingelegt wird. Die Note ersucht, daß Maß- nahmen getroffen werden, welche die Wiederholung derartiger Vor- kommnisse ausschließen. Sozialismus. Von Julius Zerfaß. Sozialismus ist nicht Bruderschaft. Sozialismus ist nicht Bruderschaft; er ist Gemeinschaft, und Brüderlichkeit ist Gesinnung. Die Menschheitsfamili«, der Sozia- liSmuS, ist Golfstrom aller Erdteile. Aber da die Liebe zwischen Brüdern beim Erbe auseinander- strebt«, so wollet, daß der Sozialismus, das heiligste Väteverbe. enger zusammenführe. So, daß aller Kampf'nicht um daS Erb« sondern für da? Erbe geführt werde. Denn Sozialiemu» ist auch Kampf! Durch Kampf geboren, wird er auch im Kampfe leben. Da? durch Kampf erhöhte Leben ist Sozialismus. Die Brüderlichkeit aber bleibe der Golfstrom, der vom Herzen zum Herzen geht. Der Wille zum Vollkommenen. Sozialismus ist der Wille zum Vollkommenen, ist Heiland dieses Wollen?. Es gibt viele Wege zum Vollbringen solchen Willens. Manche Christen suchen ihn abtoegS der Welt in Aszese, sie wollen vielem entsagen und glauben so alle» zu gewinnen. Sie scheitern. Sozialismus will: Gewiiine alles und entsage nicht! Wa» hülfe dir der Glaube, den Himmel gewonnen zu haben, wenn du die Aussicht auf Vollkommenheit im Sozialismus»er- lörest? Die Aussicht auf Freiheit, Liebe, Schönheit. Menschentum I Der wahre Himmel blaut in allen Herzen, denen der Sozia- liSmus Sonn« ist. Der Wille zum Vollkommenen aber ist das höchste Gesetz! Einem Tapfere»»um Gedächtnis. In den achiziger Fahren hat der Name Max Vogler für die klassenbewußte deutsche Ar- briterschaft zu den Hoffnungen gehört. Durch einen sozialen Roman, der der Verfolgung verfiel, und dann durch viele Arbeiten in der»Neuen Zeit" und der„Neuen Welt" wurde dieser Name weithin bekannt. Heut« wissen freilich nicht allzuviele mehr von ihm. Aber ei ist gut, daß der Genosse Linn» Scheibe die Er- innerung an ihn auffrischt. Viel zu früh für die sozialistische Ar- beiterschaft starb heute vor 30 Jahren in dem sächsischen Mulde- städtchen Lungenau, seinem Heimatsort, dieser Mann, dem die pestsächsi scheu Arbeiter großes Vertrauen entgegenbrachten, Da? 5üe öen ZrlsSea mkt RuKlanül (Drahtbericht unser«? Kopenhagener Korrespondenten.) In HelsingsorL fand eine stark besuchte Arbeiterver- sammlung statt, auf der eine Resolution angenommen wurde, worin die finnischen Arbeiter die Annullierung aller Kriegspläne gegen Sow�et-Rußland fordern, sowie die sofortige Einleitung von Friedensverhandlungen und Einberufung des Reichstages zum Zwecke des Frie- denSschlusseS._ 9e!gischer UeberfaU auf üie Aachener Gewerkschaftsbureaus. Eine große Heldentat haben am Freitag die belgischen Besatzungstruppen in Aachen begangen: Am Morgen erschienen mehrere Offiziere mit einem bis auf die Zähne bewaff- neten Trupp Soldaten vor dem Hause Rudolphstraße SS, wo sich die Bureaus einer Anzahl Gewerkschaftsverbände befinden, und verlangten Einsicht in alle Schrisistücke. Zuvor jedoch wurden alle anwesenden Angestellten, auch di« Schreibmaschinistinnen usw., verhaftet; es wurde„Hände hoch!" befohlen und jedem, der sich rühren würde, eine Kugel angedroht. Dann wurden die Verhaf- teicn unter bewaffneter Exkorte wie Schwerverbrecher nach dem Polizeipräsidium geschafft. Nun erst begann die Haussuchung, wobei die Bureaus in vandalischer Weise verwüstet wurden; sämtliche Schlösser tvurden erbrochen, Füllungen au» den Türen geschlagen, Akten und Karto- theken durcheinandergeworfen. Außerdem verschwanden aus fast allen Bureaus die Kassenbestände, bei den Transportarbeitern allein 800 M. Angeblich handelte ei sich um die Suche nach B o l s ch e- misten und bolschewistischen Schriften. Der leitend« belgische Offizier, ein Einäugiger, behauptete, daß die Bolschewisten auf seinen Kopf b000 Franken gesetzt hätten. Das wäre sehr töricht, denn einen so guten Propagandisten für ihre Sache würden doch die Bolschewisten sicher nicht zu beseitigen streben. Gemaßregelt, weil er beim Minister war. Eigentümliche Auffassungen von den Rechten de? GtaatSbür- gerS hat der Kommandant der Berliner Sicherheitswehr, Herr v. Schönstadt. Kennzeichnend ist folgender Fall: Schon stüher war an dieser Stelle die Rede von der plötzlichen Verabschiedung deS Begründers der Sicherheitswehr, Major M e y n. Am 10. Sep- tember 1019 begab sich nun«ine Deputation von Ver- trauenSleuten der SicherheitSwehr zum Minister deS Innern Heine, um bei diesem dafür einzutreten, daß dem zu Unrecht entlassenen Führer Genugtuung zuteil werde. Für Major Meyn hatte diese Unterredung ein günstige» Resultat. Der Minister Heine ließ ihn kurz darauf zu sich kommen und bot ihm einen anderen ehrenvollen Posten in einer der größten Städte deS Westen» an, worüber wir berichteten. Ganz ander» verlief aber die Sache für die Vertrauen»- männer der Sicherheitswehr, auf deren Eingreifen dieser Um- schwung zurückzuführen war. Einer von ihnen, der Vertrauens- mann I. der 0. Hundertschaft, wurde am nächsten Tage zu seinen Vorgesetzten gerufen. Dort wurde ihm erklärt:„Sie waren gestern beim Minister."(Auf welche Weise dies den Offizieren bekannt geworden ist, steht dahin.) I. gab da? unumwunden zu. Darauf verlangt« man von ihm, daß er die übrigen Mitglieder der Deputa- tion angeben sollte. I. lehnte dieses ehrkose Ansinnen natürlich ab. Darauf erhielt er seine sofortige Entlassung. Die Vertrauen»- leut« wurden zwar formal angehört, es wurde ihnen aber gesagt: Sie könnten entscheiden wie sie wollen, I. würde auf jeden Fall entlassen werden. Gegen seine Entlassung reichte I. Beschwerde ein und berief sich in dieser auf den Z 128 der Reichsverfassung, der jedem Deutschen das Recht gibt, mit feinen Beschwerden sich an die Regierung zu wenden. Er erhielt auf die Beschwerde folgenden Bescheid: ___________ i-LJi—.■»——• jl_________.■■ii- j-i'u.- i zu erringen, tvar damals unter dem Sozialister.gssetz nicht so leicht wie heute. Da mußten die Sporen schwer verdient werden. Und Dr. Max Vogler bat redlich dazu beigetragen, wenn seit Fahr« zehnten tn ganz Westsachfen, von Leipzig über Ehen, netz daS Vogtland hinauf, der sozialistisch« Gedanke tiefer in den Massen wurzelt, als das in tncnchtc anderen Gegend in Deutschland tex Fall ist. MS Max Vogler 1880 die Arigen noch kurzem aber qualvollem Leiden unter den Häuden eines leichtfertigen Arztes für immer geschlossen, fühlten unsere tätigen Genossen am Grabe dieses erst SSzährigen, wie der alte Wilhelm Liebknecht ihnen aus dem Herzen sprach, als er sagte: hier sei mehr als ein Mann der Partei, hier sei ein Mann deS Volke» ins Schattenreich gegangen. Vogler hat damals in der deutschen Schriftsteller Welt durch wissenschaftliche und erzählerische Arbeiten gute? Ansehen gehabt. Von seinen Ar- beiten ist dielet Pseudonym gedruckt worden. Einmal aber blitzte sein Name weit sichtbar auf. Da» war 1884, al» die Staatsanwaltschaft s etuen Roman«Der Herr Kommerzienrat, eine moderne Geschichte", auf Grund deS Schandgesetzes verbot, da sich ein bekannter sächsischer Großindustriellsr, der in Eheimntz. dem Wohnort Voglers,«ine groß« Spinnerei besaß, beleidigt fühlte. Die realistische Schilderung de» ArbeiterinnenelendS der damaligen Zeit fiel den KapitalSgewaltiqen auf die Nerven. Das Gericht konnte Vogler aber nichts anhaben wegen— Verjährung. Sein Roman jedoch blieb verboten und wurde nun natürlich um so begieriger gelesen. Daß ihm, dem Sohn eines ach tund vierziger demokratischen Webermeisters, der Hang zur sozialen Kritik im Blute saß, hatte er schon 1880 mit einem Vucb über die„Verwahrlosung der moder- -neu Gefellschaft" bekundet. Da» ethische Moment stand in dieser Schrift bei Vogler im Kampfe um di« soziale Fra�: noch im Bot- dergvund; erst später gewann der MateriabiSmn r bei ihm die Ober» Hand. Aber die Arbeit war doch ein vortrefflicher Vorläufer deS bekannten Nordauschen Werks über die»konventionellen Lügen der Kulturmenschheit". Nach dem Verbot seines Roman? geriet Vogler bald ganz auf die Bahn politischer Tätigkeit. Er opferte ihr seine dichterischen Pläne, schweren Herzens. In Krimmitschau und Burgstädt half er bei den neuen schwierigen Anfängen einer sozialistischen Presse. Treu nahm er auf sich, was der dornige Weg ihm dort verhängte. Er war eine freudige Jdealistennatur, die in sich selbst- ihre Kraft fand. Daß seine bürgerlichen Freunde ihm wegen seine» mutigen Eintretens für die Arbeiterklasse den Rücken kehrten, verdarb ihm den Mut nicht. Er hielts mit feinem Liebling Ulrich von Hutten, von dessen Art er noch im Jahre feines TedeS in der„Neuen Zeit" ein Bild entwarf. Wie Vogler war. da» ist in den Berfen anSge- sprachen, die«r schrieb, als di« alten Freunde sich von nhm abwandten: Du mutzt der Welt dich recht geschmeidig zeigen, Dich freundlich neigen, lächeln gegen alle Und ganz besonder», waS du denkst, verschweigen: So steht cS gut mit dir in jedem Falle. Di« Wahrheit ist, der Grund, auf dem ich steh«, Sie Ihab ich mir hur Führung auserlesen; Kommando der SicherheitSwehr BerUn, den 2. Oktober 1919. Personalabteilung II Tageb.-Nr. 1716/19. Bin. Herrn Franz I. Ihre mir eingereicht« Beschwerde vom 28. 9. 1919 ist u n- gerechtfertigt. ES ist Ihnen von Seiten des Komman- deurs der Gruppe II nach Anhören der Vertrauensleute der Gruppe wegen Ungeeignetheit gekündigt. Tie Ungeeignetbeit liegt in Ihrer Beschwerdeführung bei dem Herrn Minister de» Innern unter Umgehung der zuständigen Behörden. Ter Artikel 120 der ZieichSverfassung gibt pzhnen lediglich das Recht, sich schriftlich an die zuständige Behörde(hier Kommando der SicherheitSwehr) oder an die Volksvertretung zu wenden. Im übrigen ist durch Schriftvergleichung festgestellt, daß Sie auch der Schreiber de» Aufrufe? vom 3 0. 3. sind. Diese Tat würde allein Ihre sofortige Entlassung recht- fertigen. I. A. de? P. P! v. S ch ö n st a d t. Zu dem letzten Absatz ist zu bemerken, daß dieser eine ganz andere Angelegenheit betrifft, von der bei der Vernehmung des I. überhaupt nicht die Rede gewesen ist. I. bestreitet entschieden, der Schreiber des Aufrufs vom 30. 8., der sich gegen die Entlassung des damaligen Vertrauensmanns Richter wendete, gewesen zu sein. Im übrigen wurde uns, der Redaktion des„Vor- wärts", vor kurzem noch von leitenden Offizieren der SicherheitS- wehr eine andere Person al» der mutmaßliche Schreiber diese» Aufrufs bezeichnet und deren Entlassung mit dieser Tat be- gründet. Die plötzliche Heranziehung dieser durchaus ungeklärten Angelegenheit deutet darauf hin, daß Herr v. Schönstadt schließlich sich doch nicht getraut, mit der Teilnahme an dex Ministerdeputa- tion die Entlassung zu rechtfertigen. An den Minister Heine richten wir folgende Frage: Er hat die Deputation empfangen und angehört; er hat wesent- lich auf ihre Erklärungen hin dem Major Meyn Genug- tuung verschafft. Duldet er eS, daß jetzt auf die Angeberei irgend- einer Person seiner Umgebung hin ein Teilnehmer der Deputation gemahregelt wird? Das ist unserer Meinung nach undenkbar, denn der Minister würde damit sein« eigen« Handlungs- weise d«»avouier«m_ wann wird ü!e Nilitärftrafgerichtsbarkeit aufgehoben I Der Abgeordnete Genosse Landsberg Hot in der Nattonalversammlung folgende Anstage eingebracht: In der Sitzung der Nationalversammlung vom 19. Februar d. I. hat der Preußisch« Herr KrieaSmimster mitgeteilt, daß die Reichsreyicrunz den Plan gefaßt habe, die M i l i t ä r st r a f- gerrchtsordnnng so umzuwandeln, daß von Militär- Personen begangene Straftaten, die nach dem Reichsstrafgesetzbuch zu abnden seien, vor den bürgerlichen Richter kommen sollten. Ich frage an, wann die Eintmingung eurer dieser Ankündigung«rt sprechenden Vorlag« zu erwarten ist. Gegen die Aufhebung der Militärstmfgerichtsbarkeit treiben zurzeit eine Anzahl höherer Offiziere lebhafte Pro- .paganda, die ihren Sitz beim Grenzschutz Nord hat. Namentlich ein OberkriegZ�erichtsrat D i e tz tut sich dabei hervor, indem er auch gefügme Vertrauensleute durch einseitige Darstellungen dahin beeinflußt, daß sie Kund- gedungen für Beibehaltung der Militärgerichtsbarkeit unterzeichnen. Auch der Generalleutnant Alb recht als Oberbefehlshaber glaubt einen„Warnruf" in diesem Sinne nicht unterlassen zu dürfen.— Diesen Treibereien gegenüber erscheint uns notwendig, daß der angekündigte Entwurf b a.l d komntt. Da» Alkoholverbot in Norwegen, KaS sich zu einer politi» schen Frage gesichtet hatte, ist jetzt zur Abstimmung gelangt. Das erste Ergebnis, das DienSIag abend um 9 Uhr vorlag, zeigt, daß 398 089 Stimmen für das Verbot und 272 841 Stimmen g e g« n daZ Verbot gestimmt haben. Bemerkenswert ist die verhält- niSmaßig geringe Zahl derer, die in der Hauptstadt Kristiania für da» Verbot de? NkobolS gestimmt haben: Es waren 18 842 Stimmen, wähnend 89 977 Stimmen für die Bei- behnltung des Alkohols eintraten. Was andere tun, wa» sonst um mich geschehe— Ich bleibe immer, der ich stets gewesen! August Gaul, der Berliner Meister, hat zu dem Fabek- buch des allen Karl Wilhelm Namler, eine größere Folge von Tier- lithographien geschaffen, DaS Wert soll, au; der Panpress« gedruckt, in Subskription erscheinen. Die Jnternatlonale der Technik. DaS Präsidium de?„Lestev- reichischen Architekten- und JngenieurverelnS" hat eine Eni- schließung, die aar Grund eines Berichtes deö Präfidenten Stadt- baudirektor Dr. Woldemund zu den wichtigsten technischen Bcdin- Clingen des Friedensvertrage? von St. Germain Stellung nimmt, auch den wissenschaftlichen Körperschaften de? feindlichen AuS. landeS zur Kenntnis gebracht, mit denen der verein vor dem Krieg in Verbindung stand. DaS Londoner Jron und Steel- instiiut begrüßt e» in seiner Antwort, daß die lange Zeit, während der die Verbindungen uuterbrochm waren, glücklicherweise vorüber sei, und gibt der Hoffnung Ausdruck, die früheren freundschaft- liehen Beziehung«! zu den technischen und wissenschaftlichen Ber- «inen Deutschösterreichs wieder aufnehmen zu können. Lueir HöflichS Streit mit Steinhardt ist noch nicht beendet. Am 14. Oktober wird aber die Künstlerin als Maria Stuart im Staats- theater auftreten. Zurzeit t«fassen sich die Minister Hacnisch und Hain« mit der Airgelecenbeii Nach der»B. Z." bemühen sie sich um die giftliche außergerichtliche Beilegung deL Streites. Sie stehen natürlich auf dem Siandpunkt de? Direktors Jeßner vom Staats- thsatar, der die von Frau Höflich gegenüber Reinhardt eingecangcne Beuvfttchtung für hinfällig erklärt;, und zwar auf Grund der zwischen Bichuengenossenschaft und Bühneuv«rein abgeschlossenen Veveinbarung, die am 10. Okiober in Kraft tritt. Tbeaier. In der Erstanssahrung von 53. Björnson».Paul Lange und Tora Parsberg" in der Volksbühne am 11. Oktober, werden die Titelrollen von Friedrich Kavhler und Helene Fehdmer gespielt. — Vom IS. Oktober ab gelang» tiglich Paul Bader» Drama„DaS Gesetz" im Rose-Theater zur Aufführung. Der Bund sü« proletarische Knltur. veranstaltet gemeinsam mit dem Theater Tribüne«ine Aufführung vor streikenden Metallmbettern am S. Lttober, ll'/, Uhr vormillag«, im VolkShaus« Eharloltcnburg. Aus« gesührl wird die Tollerfche Dichtung»Die Wandlung". Aus LassalleS Schriften trägt am 0. Oktober, abends 8 Uhr, Max L ch i c v e l k a m p im Harmontumsaal, Steglitzer Str. 3ö, vor. Grete Wlesrnthal bat ihr« Memoiren geschrieben. Das Buch, da» den Werdegang dieser lebensvollen Tänzerin von der Dalleitschuie der Wiener Hosoper bis zu ihren großen Erfolgen schildert, erscheint im Ernst Rohwoidt Verlag, Berlin. Eine künftlerische Weltfriedens- Briefmarke. Der bekannte dänische Architekt Knud B. Engelhardt hat ein« Weltsriedcn»- Briesmarke geschaffen, dir er durch Vermittlung der französiichen Regierung in den ilScitvostverkebr einzuführen sich müht. Die Marl« zeigt auf sein abgetan- lern blauen �nind die weiße zierliche Silhouette der Notr« Dame zu Pari». über der tn rotem Druck da« von Strahlen umgebene Wort.Pax' sichtbar ist. Mieu, fferr v. Nasjenbach! Der bisherige Regierungspräsident von Potsdam, Frei» Herr v. M a s s e n b a ch, hat seinen Abschied nehmen müssen und benutzt noch schnell die Gelegenheit, um in einer Abschied?- kundgebung seinen Schmerz und seine monarchistisch« Gesinnung auszutoben. Sie lautet: Auf meinen Antrag ist mir die Entlassung aus dem Staatsdienste erteilt worden. Ich habe da» mir von meinem Könige anvertraute Amt des Präsidenten der Potsdamer Regierung, daS ich unter den gegenwärtigen Verhältnissen auf die Dauer nicht führen konnte, ohne meinen poli» tischen Ueberzeugungen zuwiderzuhandeln, heute in die Hand meines Herrn Vertreter? niedergelegt. Allen Behörden und Selbstverwaltungskörperschafsen, die mich durch vertrauensvolle und hingebende Mitarbeit in schweren und schwersten Tagen unterstützt haben, danke ich von Herzen. Der Potsdamer Bezirk ist durch die E r n i e d r i» gung Preussens vor allen betroffen, die Erinne- rung an seine ruhmreiche Geschichte wird ihm he Kraft zu neuem Aufstieg geben! Freiherr von Massenbach, RegierungSprästdent. Die Zahl der Leute im Potsdamer Regierungsbezirk, die eS als besondere Erniedrigung empfinden, daß Herr v. Massenbach sich von ihnen verabschieden muh, dürfte verschwindend sein. gg Proz. der Bevölkerung rufen ihm ein fröhliches:„Auf Nimmer» wiedersehn!' nach. König Ruotbarb als Rrichsvcrweser. Für die immer mehr anS Pathologische grenzcnSe Geistesverfassung der Alldeutschen zeugt ein gedrucktes Zirkulär, das uns zugesandt wird. Es ist unterzeichnet . Der Teuitche König Friderich der Ruotbard', geschmückt mit dem Wappenschild eines Adlers und allerhand an Runen gemahnenden Zeichen. Der Rotbart kündrgt an, daß er nach der Flucht Wilhelms als der heimliche Kaiser sogleich daS Zepter ergriffen habe und er- läßt in pompösem Stil allerhand Befehle, die in ihrer unfreiwilligen Komik zwerchfellerschütternd wirken. Man könnte das Ganze für das Werk eines armen Geisteskranken halten, aber arm ist der Ver- fasser sicher nicht, denn das Zirkular oder Flugblatt ist in luriö- fester Ausstattung und zweifarbigem Druck auf allerbestem Papier hergestellt und mutz ein Heidengeld gekostet haben, so das; wir an» nehmen, daß an seinen Kosten ein« ganze Anzahl.Deutschgeboren' beteiligt sind. Zwei Schriften z«r Verfassung. Nachdem daS Werk der Reichs- Verfassung unter Dach und Fach gebracht und damit ein Rechts- zustand für gang Teutschland, der sich wesentlich von dem früheren unterscheidetz getroffen ist, braucht es nicht wunderzunehmen, datz zu gleicher Zeit zwei Sozialisten sich in Schriften, aus denen wir bereits vor einiger Zeit auszugsweise einige Abschnitte mitteilen konnten, mit dem Problem der Verfassung auseinander- gesetzt haben. Die Broschüre des Genossen Dr. MaxOuark.Der Geist der neuen NeichZverfassung'(Verlag für Sozialwissenschaft, l Berlin) geht auf die Grund- und Kernfragen der neuen deutschen Reichsverfassung ein. Sie beleuchtet mit begrühenSwerter Klarheit den VereinheitlichnngSgedanten, der wie ein roter Faden daS DerfassungSwerk durchzieht und in den Bestimmungen über das Zoll- und Handelsgebiet, sowie in der Aufhebung deS Systems der Matrikularbeiträge seinen deutlichsten Ausdruck findet. Da Genosse Quark der sozialistische Mit- Vorsitzende deS VerfassungSauischusse» war, so ist er in der Lage, von der Entstehung der Verfassung manche? Wesent- Aiche mitzuteilen, was bisher der Oeffentlichkeit entgangen war. Im Anhang ist die Schrift mit dem genau nach dem Reichsgesetz- b l a t t durchgesehenen Wortlaut der Verfassung versehen. Von einem anderen Gesichtspunkte aus beleuchtet Genosse F:- edrich Stampfer in einer Schrift:.Verfassung, Arbeiter- klasfe und Sozialismus'(Verlag Buchhandlung Vorwärts, Berlin) das Problem. Er untersucht es unter kritischer Würdigung der Be- ziehungen zwischen Verfassung und Arbeiterklasse. Aus- gehend von dem Fundamentalsatz deS Art. 1 der Verfassung:„Die Slaatsgewalt geht vom Volke aus', prüft er die Möglichkeit einer Verfassungsänderung und die Mittel hierzu. Stampfer widerlegt die unabhängig-kommunistische Dialektik, nach der die Aenderung der Verfassung nur ein Werk der Gewalt sein könne, und weist nach, daß die Verfassung selbst die Mittel zu ihrer eigenen Veränderung auf demokratischem Wege durch Volks- initiative und Reichstagsbeschlutz angibt. Indem sich Stampfer mit den Artikeln, welche die Frage des Privateigen. tumö, deS Erbrechts und anderer bürgerlicher Einrichtungen enthalten, auseinandersetzt, weist er die bereit? in der Verfassung enthaltenen Keime zu einer weiteren Entwicklung nach, zu einer allmählichen Beseitigung deS starren EigentumSbegrifftS, ohne jedoch den.Kompromitzcharakter deS VerfassungSwerkeS zu übersehen. Dieser Kompromihcharakter aber ist eine Folge der Uneinigkeit der Arbeiterklasse, und so prägt Stampfer für die Einigung des Proletariats die Formel, die bestimmt sein dürfte, die Phrase von der Einigung auf dem Boden der Räte- republik künftighin abzulösen: daS Verlangen nämlich nach der Einigung des Proletariats aufdemBodenderVerfassung. Znöustrie und Handel. Börse. An der Börse beobachtete die Spekulation gröhere Zurückhai- tung, so datz das Geschäft sich nur auf einzelnen Gebieten etwas reger gestaltet«. Besondere Beachtung fanden wieder Kolonial- wert e, und zwar Deutsche Koloniaigesellschaft und Pomonagesell- schaft, deren Anteile um 150 bzw. 200 Proz. anzogen. P e t r o- lsumpapiere waren wenig verändert. Auch a m e r i k a< nische Bahnen verkehrten ungefähr auf letztem Kursstand. Montanwerte gaben zumeist etwas nach. Auch Schif- fahrtSaktien waren vorwiegend schwächer, dagegen wurden Elektro-, Färb- und RüstungSpapiere zu höheren Kursen dem Markte entnommen. Von heimischen Renten zeigte sich Kaufbegehr für Kriegsanleihen, die ungefähr % Proz. gewannen.___ GroßSerlin 12000 Notwohnungen in Grost-Berli». In der gestrigen Sitzung deS Wohnungsverbandes Grotz-Berlin, die im Berliner Rathause unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Mermuth stattfand, erstattete zunächst der Geschäftsführer deS Verbandes, Stadtbaurat B e u st e r, eingehen- den Bericht über die gegen die Wohnungsnot in Grotz-Berlin bis- her getroffenen Matzuahmen. Es ging daraus hervor, datz seit Anfang de? Jahres 8000 neu Notwohnungen in Grotz-Berlin her- gestellr worden sind, während bis zum Winter noch weitere 2000 zu erwarten sind. Vom Verband selbst sind zurzeit 000 Wohnun- gen in Baracken und Holzhausbauten in Ausführung begriffen, die bis zum Eintritt des Winters fertiggestellt sein sollen. Von den 5500 bezuschußten Wohnungen in Dauerbauten werden infolge des Versagen? der staatlichen Vaustoffbewirtschaftung durch plan- lose Verteilung der Baustoffe noch nicht 1000 biS zum Winter t-rtiggestellt werden können» während etwa 3000 unfertig überwin- lern müssen. Der BerbandSausschuß lehnt für die Groß-Berliner Gemeinden die Verantwortung hierfür ab, nachdem von den Staatsbehörden auf die rechtzeitigen Vorstel- lungen des W oh n u n g S ve r b and e S nicht gehört worden ist, und hat einen Aufschub unter Führung des Ober- bürgermeisters Mermuth beauftragt, beim Wohtsahrtsminister per- sönlich mit allem Nachdruck auf durchgreifend« und schnelle Aende- rung zu dringen. Insgesamt werden biS zum Winter 11— 12000 neue Wohnungen, sei es als Notwohnungen, sei eS als Dauerbauten errichtet ivcrdcn. Hierzu treten die von den Kriegsgesell- schaften, militärischen Behörden usw. zurückgewonnenen Wohnun- gen. Ob diese Zahl ausreichen wird, ist noch nicht zu übersehen, da der Zuzug zurzeit autzerordeutlich stark ist. Durschnittlich mel- den sich auf der Verteilungsstelle des WohnungSverbandss täglich 70 neu angekommene Flüchtlingsfamilien. Es bat sich daher nicht vermeiden lassen, die Massnahmen zur TeilunggrotzerWoh- nungen und zur Zwangseinquartierung in Gross- Berlin in Gang zu setzen, und auf Veranlassung des Wohnungs- Verbandes sind alle Groh-Berliner Gemeinden mit den erforder- lichen Befugnissen ausgestattet worden. Die Aufruf« an die Be- sitzer grosser Wohnungen sind in diesen Tagen erschienen, und eS ist den betreffenden Wohnungsinhabern dringend zu raten, zur Vermeidung der, Zwangseinquartierung freiwillig eine Familie als Untermieter aufzunehmen. Das Näher« erfahren sie auf den örtlichen Wohnungsämtern oder den Gemeindevorständen. Ab- gabepflichtig sind alle Räume, die die Zahl der Bewohner einschliess« lich der Hausangestellten um mehr als eins überschreiten. Der Verbandsausschutz will zurzeit davon absehen, für Grotz-Berlin Zu- zugSbeschränkungen zu erwirken, die für Handel und Verkehr sehr lästig wirken würden, lätzt aber die dringende War- nung vor weiterem Zuzug nach Grotz-Berlin ergehen, da eS bald nicht mehr möglich sein wird, für die Ankömmlinge Ob- dach, geschweige denn Wohnung zu beschaffen. Ferner wurde der Errichtung einer Verteil ungs stelle für all« von auh-rhalb Zuziehenden beim Wohnungsverband zugestimmt. Tie Verteilungsstelle ist schon seit zwei Wochen in Tätigkeit. Ein« Liebevtragödie spielte sich gestern abend in dem Hause Naunynstratz« 84 ab. Der 4g Jahre alte Hillssarbeiter Max Käntsch aus der Ekalitzer Strasse 105 geriet dort während des Besuch? tet seiner Geliebten mit dieser in Streit, verletzte sie erheblich durch Messerstiche in den Arm und Unterleib und vergiftete sich dann auf dem Boden deS Hauses. Ein unaufgeklärter Todesfall beschäftigt die Polizei. In einem D-Zug, der von Düsseldorf nach Berlin fuhr, wurde gestern abend während der Fahrt ein Mann im Abortroum tot aufgefunden. Er wurde festgestellt als ein 40 Jahre alter Kaufmann Cduard Löwen- stein aus Witten a. d. Ruhr. Ein mitreisender Arzt konnte die Todesursache nicht feststellen. Die Leiche wurde deshalb bei der Ankunft des Zuges in Berlin beschlagnahmt und nach dm Schaubau se gebracht. Ein Verbrechen liegt nicht bor, da die Tür des LiaumeS von innen verriegelt war. Bioplion-Dheater-Lichtipiele, Potsdamer Str. SS, Freitag.Anne Thea' nach dem Roman von Rudols Stratz.. Verloren. Einem Slreiklclter der Siemeniwerk« ist ein« grüne Stoff- tasche mit 2 Bcrdandslartcn, zirka 1b Streiktarten und 2 Listen in einem Zuge nach der Cchöndauser Sillc« verloren gegangen. Die Sachen sind ab- zugeben iin Lokal Tegeler Weg 27. Maricnfelde. Gemetndevcrtretcrsttzung. Di« m der Sitzung vom 20. September erfolgte Wahl der einzelnen Kommissionen wurde infolge eines Formfehlers beanstandet. Vom Gemeindevor» stand wurde vorgeschlagen: In Anbetracht, datz neuerding? auch An» wesenheitSgelder für fede Kommifsionssitzung gezahlt werden, soll die Kopfzahl der einelnen Kommissionen herabgesetzt werden und die Sitze nach dem StmimenverhältniS der einzelnen Parteien ver- teilt werden; die Linke(«inschlietztich Demokraten) erhielt dann 12 und die Rechte 7 Sitze. Die Wahl erfolgte durch Zuruf. Auf An- trag des Landesausschusses für hygienische BolkSbelehrung wurde ein jährlicher Bertrag von 50 M. bewilligt unter der Bedingung, datz wenigstens ein Bortrag tn Marien felde stattfindet. Sodarm wurde noch mitgeteilt, datz der Gemeindevorsteher Dr. Klourfatz weitere 14 Tage Erholungsurlaub erhalten hat. WilmcrSd-rf. Die Volkshochschnle(«eschSItsflelle: Rathau«. Brandenburgische Strohe 1. Zimmer LS. Dienstag« und Freitag« 8—6 Uhr) kündigt sür Oktober— Dezember'folgende Lehrgänge an: 1. Eduard Bernstein: Sozialiftische Fragen der Gegenwart. 2. Schubert: Neue ReichZversassung. S. N cstrtep ke: Staat«- und GesellschairSldeale. 4. Schneider: Deutsche Dichtung der jüngsten Zeil 5. G o e t t c: Revolution von 1762. S. Burlhardt: Emsuhrung in das veiftändniS musitalifcher Kunstwerke. 7. Werner: Werke mitielalieUicher Seitlicher Kunst. 6. K r o g m a n n: Deutsche Kunst im IS. Jahrhundert. 0. Müller- Freienseid: Rietzjche. 10. Etzin: Echnlproblcm« der Gegcwvart. 11. Klose: Geologie. 12. O p p e r m a n n: Slellung des Menschen in der Nalur vom Slandpnnlt der Entwicklungslehre. 13. Schulze: Experimentalphysik. 14. L c m ck«: Elcktrizitätslehre. IB. Busse: Chemie des täglichen Levens. 16. Stolp: Ernährung de« Menichen(wie ernähre Ich mich am billigsten?). 17. L i n d n e r: Deutsche Landschasten und Pollsstämme. 18. H e i n i tz: Malhrmastk II. lg. Lötz- bebe r: Malheutatik iür Anfänger. 20. M i e t h e: Unsere engere Heimat tm Weltraum. Groft-Berliner Lebensmittel. Hennigsdorf. Am Donnerstag auf Fettkarte 60 Gramm Butler und 60 Gramm Margarine; bei Heckmann für Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahre und Leitle über 70 Jahre alt je 2 Pakete Keks. Bezugs- scheine hierfür in der LebcnsmittelabteUung. Am Freitag auf 4 A 250 Gramm Haferslocken, aus 6 A 260 Gramm Rudeln. Am Sonnabend aus 7? 8 600 Gramm Bohnen, aus B 2 150 Gramm Bohnenmehl. Außerdem geben die Ecschäste Panin(Maismehl) und Trockenkonservcn(HeercSkonscrven) niarkcnsrci ab. Für Säuglinge sieben bei Tigge« und im Konsum gegen Vorlage der Kindcrbrottane einig« Büchsen Nährzucker zum Verknus. Gross-Serliner parteinachrichten. S. P. T.. Beamte der Slngcstrlltrnvcrsichcrung. Die Beamten (auch Unierbeamten) der Retch»oerlicheruna«anstalt fü Angestellte WttmcrSdots, die der S. P. D. angehören, Verlammeln sich zu einer sehr tvickiligen Beiprechunq D o n n e r S t a g, den 9. d. Mt«., abend« 8 Uhr, im Restaurant Schäfer, Wilmersdori, Ecke Branden- burgische uno Mannheimer Straß«(Untergrundbahn gchrbelliner Platz). Mitgliedsbuch dient als Ausweis. Niemand darf fehlen. Ehnrlottrnbiirg. IL. Gruppe. Donnerstag, 7 Uhr: Gruppen- veriainmlung bei Zweig, Kant-, Ecke Kaiscr-Fricdrich-Slraße. Vortrag de« Geiiossen Siesert. 7. Gruppe. Freitag, 7 Uhr: Gruppenversamm- tung im.Lützow- Garten', Am Lätzow 2, Vorwag: Da« Ersurler Programm'. — Donnerstag'/,L Uhr: Konserenz der weiblichen Funktionäre bei Prill, Knesebeckilr. 2. DcuipeUiof. Heute Zahlabend in allen BezirkSlokalen.— Die Be« triebsvcrirancnölcutc erhallen da« Mitteilungsblatt sin Zahlabend. Frtedrichsbage«. Heute 8 Uhr bei Scholz, Friedrichstr. 80, Mitglieder-Versammlung. Barlrag des Genossen Lehrer Klee mann über: Schnlsragcn. Bericht von ver KreiSkonferenz. Gäste willkommen. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Deutscher Moniftenbund. Freitag VI, Uhr im Lhzcum-KIub, Lützowplatz 8, Lcdrlursus von Herrn UniveriitätSproselsor Dr. Nikolai. Thema:»Soziale Instinkt« bei Tieren und Menschen'. Bereinigung sozialistischer Lehrer Grast- Berlins, S. P. D.« Frattion. Freitag, nachmittag 6 Uhr: Versammlung in der Aula Hinter der Gornisonkirchc. 1. Wir und die Parteien. 2. Wahlen. Gewerffchaflsbewegung Der Netallarbeitersteeik. In der Strciklagc selbst hat sich wenig geändert. Auch heute wieder sind einige Betriebe in den Streik ctnbezegeii worden und hat sich die Zahl der Streikenden dadurch weiter erhöht. Heute mittag finden beim ReichSarbeitSmintstcr wiederum Besprechungen statt, in denen von dritter Seite neue Verhandlungsvorschlägc gemacht werden sollen. Ob diese Aktion von Erfolg fein wird, bleibt abzuwarten. Es wäre jedoch zu wünschen, datz endlich aus beiden Seiten die Einsicht Platz greift, datz eine Bewegung von so grotzem Umfange letzten Endes nur auf dem VerhandlungS- Wege zu erledigen ist._ SchieSsspruch für Sie ftäötischen Arbeiter. Die Befürchtung, daß der Äetallarbeiterstreik auf die lebenswichtigen Betriebe, wie Gas und Elektrizität, über- greifen würde, scheint behoben zu sein. Die Forderungen der städtischen Arbeiter, gestellt aus der wachsenden Teuerung aller Lebensbedürfnisse, sind gestern durch einen Schiedsspruch wenigstens so weit erfüllt worden, datz die beteiligten Arbeitervertrcter den Spruch anerkennen konnten und bei ihren Manöatgebern für die Annahme des Schiedsspruches eintreten»erden. Das von den städtischen Arbeitern gestellte und bis Mitt- wochmittag befristete Ultimatum hatte bewirkt, datz am Dienstägnachmittag im Charlottenburger Rathaus Berhand- lungen mit den Vertretern der Arbeitnehmer stattfanden. Tie Verhandlungen leitete Oberbürgermeister M i tz l a f f- Brom- bcrg, der Vorsitzende des Deutschen Städtetages._ Für die Stadt Berlin war Stadtrat S e ck t, für die Gemeinde- und Staatsarbciter deren erster Vorsitzender H e ck m a n n er- schienen. Ferner hatten der Transportarbeiter- verband, der Verband der Heizer und Maschi- nisten und der Gemeindearbeiterverba n d Ver- treter entsandt. Es wurde von den Gemeinden zunächst ein Verniittlungsvorschlag dahingehend gemacht, datz man den städtischen Arbeitern zu ihrem bisherigen Grundlohn einen Zuschlag von 20 Pf. pro Arbeitsstunde gewähren wolle. Ferner sollte die bisherige Lahnabstufung zusammengezogen werden. Man wollte die vorletzte Lohnstuse als Unterlage für die Gehaltssestsetzung nehmen. Die letzte und höchste Stufe sollten die Arbeiter nach einem Jahr erreichen können. Dieser Vorschlag wurde von den Arbeitnehmern abgelehnt und man vertrat die Forderung, datz als Grundlohn 2,70 M. pro Stunde sür ungelernte Arbeiter verlangt werden müsse. Das Schiedsgericht setzte schließlich als Grundlohn den Betrag von 2,00 resp. 2,70 M. sür ungelernte Arbeiter fest, für ge- lernte Arbeiter soll der Stundenlohn 2,00 resp. 3 M. be- tragen. Auf Einzelheiten des durch den Schiedsspruch ge- schaffenen Lohntarifs, der bis zur Stunde noch nicht vorliegt, werden wir noch zurückkommen. Wenn der Schiedsspruch, wie alle durch friedliche Vereinbarungen zustande gekommenen Ausgleiche, auch nicht voll die Forderungen der Arbeiter erfüllt, so ist doch im Interesse der stetigen Entwicklung unseres Wirtschaftslebens zu wün- scheu,-datz er in der beute ewend stattjindenden Versammlung der Vertrauensleute ver Arbeiter Annahme findet. UnabhönZige Gewerkschastsflrategie. Zwischen den Organisationen der Unternehmer und der Ar» beiter in der Holzindustrie besteht bekanntlich ein Konflikt, der aus der Ablehnung des nach langwierigen Verhandlungen zwischen den Vertreiorn der Parteien vereinbarten Reichstarif- Vertrages durch die Generalversaininlung deS Arbeitgeberschutz- verbände» herrührt. Die Unternehmer verlangen, datz die Be- stimmungen über die Betrieberäte und über' die Regelung de? Lehrlingswesens aus dem Vertrag entfernt werden, während sich der Deutsche Holzarbeiterverband auf den Standpunkt stellt, daß dl« Verhandlungen über Einzelfragen abgeschlossen sind und nur noch die Annahme oder Ablehnung de? Vertrage? im ganzen in Frage kommen kann. In zahlreichen Orten befinden sich die Holzarbeiter im Kampf um die Durchführung de? Reich«- tarifs und in einer Reihe von Städten ist er auch bereits von den Unternehmern anerkannt worden. Die Berliner Holzarbeiter haben in dem Kampf um den Reichstarif eine eigene Stellung eingenomnten. Auf der Städtekontzevenz des Verbandes stimmten die drei Berliner Ver- treter aus grundsätzlichen Bedenken gegen den Reichstarif. Wie der Bevollmächtigte Siegle in der Berliner VeriraumSmäntier- Versammlung ausführte, sollte mit dieser Abstimmung zum Aus- druck gebracht werden,„datz nicht anerkannt wird, dem Kapi- talismus eine Lebenszeitverlängerung bi» zum 15. Februar 1921 zu gewähren'. Die Vertrauensmänner haben diese Stellungnahme gebilligt. ES bestanden übrigens auch fach- liche Bedenken gegen den Vertrag. So erschienen die im Vertrage festgelegten Mindest- und Durchschnittslöhne für Berlin zu gering, auch die Festlegung von Zuschlägen für Ueberstunden widerspricht dem Herkommen in Berlin; hier soll daran festgehalten werden, datz eine Ueberschreitüng der wöchentlichen Arbeitszelt über« Haupt unzulässig ist. Trotz ihrer grundsätzlichen Bedenken trat die Berliner Ortöverwaltung im Einverständnis mit den Vor- trauensmännern mit der örtlichen Organisation der Unternehnrcr in Verhandlungen. Es wurde auch ein« Einigung erzi-elt, über welche im„Vorwärts" in der Morgenausgabe vom 3. Oktober berichtet wurde. Jetzt veröffentlicht die„Fach zeit ung der Tischler- meister" den Wortlaut deS getroffenen MkammenS, das namens der Arbeiter von Siegle unterzeichnet ist. Dieses Abkommen dürfte für die Berliner Holzarbeiter eine eigenartige Ueberraschting bedeuten. Das Abkommen lehnt sich eng an den Inhalt des Reichstarifs, aber es weicht in wichtigen Punkten vor» diesem ab. Auf die höhere Normierung der Mindest» und Durchschnittslöhne hat die Verwaltung ver» zichtet. Die Teuerungszulagen und die Löhne sind in der gleichen Höhe festgesetzt wie im Reiäistarif. Die Ferien sind abweichend vom Reichstarif geregelt. Dieser sieht nach halbjähriger Beschäftigung drei Tage Ferien vor, steigend nach jedem weiteren Beschäftigungsjahr um je einen Tag bis zur Dauer von sechs Tagen. Für Berlin ist nun vereinbart, datz allgemein nur drei Tage Ferien gewährt werden, allerdings an alle Arbeiter, die seit dem 1. Juli 1919 in einem Betriebe beschäftigt sind. Dt» Verzicht derjenigen, die Anspruch, auf eine länger« Feriendauer hätten, zugunsten derer, die nach dem Wortlaut de? Reichstarifs Werhaupt keinen Anspruch hatten, kann man allenfalls verstehen, wiewohl e» bedenklich erscheint, jetzt, wo in der Holzindustrie der Kampf um den Reichstarif geführt wird, örtlich abweichende Ver- einbarungen zu treffen. Die Festsetzung der Höhe der M o n t a g e- zuschlage überlätzt der Reichstarif der örtliche» Vereinbarung: nur ein Mindestsatz ist festgelegt, der nicht unterschritten werden darf. Für Berlin hat man sich mit diesem Mindestsatz zuftieden gegeben, der für die zurückgebliebensten Orte gedacht war. DaS stärkste Stück, das sich die radikal« Berliner Orieverwal- tung unter Führung deS prinzipienfesten Bevollmäch- tigten Siegle geleistet hat, ist aber der glatte Verzicht aus die strittigen Teile deS Vertrag-, denen die Unternehmer so grosses Ge- wicht beimatzen, datz sie daran den Reichstarif scheitern lictzen. In dem Berliner Abkommen ist weder von der Rege* Heute IPartelveranftaltungen in den Bezirkes Groß-Berlins! Parteigettoffett, beteiligt Euch recht zahlreich daran! luttg des Lehrlingswesens noch von den Rechten der Betriebsräte auch nur mit einem Wort die Rede. DaS ist eine starke Leistung. Man vergegenwärtige sich nur die Lage: Die Zentralleitung des Holzarbeiterverbandes, der von den gesinnung-tüchtigen Berliner Funktionären bei jeder Gelegenheit Arbeiterverrat und ähnliche schöne Dinge vorgeworfen werden, zwingt den Vorstand des Arbeitgebcrschutzverbandes, Be- snmmungen, welche die Rechte der Betriebsräte um- schreiben, in den Vertag aufzunehmen, die Vertreter der Ber- liner Verwaltung, welche das Bekenntnis zum wahren Räteshstem als Voraussetzung für die Wahl zu einem Vertrauensamt betrachtet, verzichten auf die Sicherung der Rechte der Betriebsräte durch den Vertrag! Man hätte ein solches Verhalten allenfalls noch verstehen können, wenn andere wichtige Zugeständnisse dagegen eingetauscht worden wären. Aber nicht? von dem. Die Unternehmer baben das Verlangen nach höherer Normierung der BertragSlöhne e igelehnt und Siegle und Genossen haben sich damit abgefunden. Noch mehr. Die Berliner Vertreter des Arbeitgeber- schutzverbandeS sind auf ihrer Generalversammlung für die unveränderte Annahme des Reichstarifs ein» getreten. Sie haben sich also mit der vertraglichen Regelung des LehrlingSwesenS und der Rechte der Betriebsräte abgefunden, und sie haben die Berliner Verwaltung der Holzarbei» t e r von dieser ihrer Haltung auf der Generalversammlung o f f i- ziell unterrichtet. Die Unternehmer verlangten in dem Schreiben, in dem sie ihre Bereitwilligkeit zu verhandeln erklärten, nur daß über Ferien und Montagezuschläge verhandelt werde; im übrigen stellten sie sich auf den Boden des Reichstarifs. Bei den Verhandlungen haben sie offenbar die Qualität ihrer Gegner richtig erkannt, und so ist eZ ihnen gelungen, viel mehr zu erveichen, als sie ursprünglich beabsichtigt hatten. Die Vertreter der Berliner Holzarbeiter haben nicht nur keine Verbesserung der materiellen Vertrags» bedingungen durchgesetzt und sich bei den Montagezuschlägen mit den Mindestsätzen abfinden lassen, auch die vertragliche Rege- lung des Lehrlingswesens und der Betriebsräte haben sie preisgegeben. Sie haben dadurch nicht nur die Interessen der Berliner Holzarbeiter geschädigt, sie sind auch den Holzarbei ternimReich, die den Kampf um den Reichstarif fuhren, in den Rucken gefallen. Die Jubeltön«, mit denen das Unternehmerorgan den Abdruck des von Siegle unterzeichneten Abkommens begleitet, sind begreiflich. Allerdings ist der Jubel ver- früht, denn die Wahrnehmung der Interessen der Holzarbeiter liegt nicht überall in den Händen solch eigenartiger Strategen wie in die erfolgreiche Führung des Gewerkschaftskampfes genügen eben Berlin. Aber der Vorgang ist sehr lehrreich für die Arbeiter. Für nicht radikale Redensarten und die richtige politische Gesinnung, dazu gehören auch einige Fähigkeiten, mit welchen die Berliner Ver- waltung der Holzarbeiter offenbar nicht belastet ist. Tie Bewegung in de» Annoncenexpeditionen. Die Verbandlungen der Angestellten mit den Arbeitgebern haben bis jetzt noch kein Resultat ergeben. Die Gehaltssätze, die die Arbeitgeber bieten, bleiben erheblich zurück hinter den keineswegs unbescheidenen Forderungen der Angestellten. Unter diesen Um- ständen konnte eine Verständigung nicht erzielt werden. Als die Verbandlungen auf dem toten Punkt angelangt waren, trat die Firma ,Ala'(Allgemeine Anzeigen G. m. b. H.) mit einem Tarif- entwurf hervor, über den sie bereits mit ihren eigenen Angestellten verhandelt bat. Dieser Entwurf, der für die Angestellten günstiger ist, als die bisherigen Angebote der Arbeitgeber, soll als Grundlage der Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband dienen, die am Sonnabend, fortgesetzt werden. DaS ist die Situation, wie fie am Dienstagabend einer Ver- sammlung der Angestellten geschildert wurde. In der Versamm- lung machte sich eine starke Strömung für den so- fortigen Eintritt in den Streik bemerkbar. Besonders waren es Angestellte der Firma Haasenstein u. Vogler, die dem Streik da? Wort redeten. Die Angestellten der Firma»Ala* wollen dagegen die weiteren Verhandlungen abwarten.. Sie sind aber willens, sich an einem Streik zu beteiligen, wenn ihr Tarif nicht angenommen werden sollte. Angesichts dieser Situation nahm die Versammlung von einem Streikbeschluß Abstand. Man wird das Ergebnis der am Sonnabend fortgesetzten Verhandlungen abwarten und von dem Ausfall derselben die weitere Stellungnahme der An- gestellten abhängig machen._ Lohnerhöhung für Droschkenkutscher. Zwischen dem Deutschen Transportarbeiter« Verband und der Personen-Lohnfuhrwerks-Jnnung ist nach längeren Verhandlungen eine Einigung dahin erzielt, daß ab 18. Oktober 1919 den Führern 89 Proz. von der Gefamleinnahme gewährt werden. Zugleich soll bei der Verkehrsstelle des Polizeipräsidiums um Erhöhung der Grundtaxe von 79 Pf. auf 1 M. nachgesucht werden. Der Lohn beträgt somit ab 1ö. Oktober für Pferdedroschkenführer 2 M. und 39 Proz. der Gesamteinnahme. Gegen die Organisationszersplitterer. Die Steinsetzer und Berufsgenossen in Charlottenburg beschäf- tigten sich in einer gutbesuchlen Mitgliederversammlung mit dem organiiatlonszerstörenden Treiben der Opposition im Verbände. Nach lebhafter Aussprache wurde einstimmig folgende Resolution angenommen: Mit schmerzlichem Bedauern nimmt die Versammlung der Steinsetzer und Berutsgenossen Kenntnis von den Vorkomm- nissen in Berlin. Sie erblickt in dem unverantwortlichen Treiben einzelner eine schwere Gefahr für die Organi- sation, die derselben auf die Dauer nicht Stand halten kann. In letzter Minute mahnt sie zur Einsicht. Die Resolution Petrick macht sie zu der ihrigen. Weiter wurde von den Versammelten zur Lobnbeweaung ein- stimmig folgender Antrag angenommen: Die Filiale Charlotten- bürg beauftragt die SchlichtungSkommission, sofort Schritte zur Unterhandlung zwecks Aufbesserung unserer Löhne ab 1. Oktober zu unternehmen. Wir erkennen die Schlichtungs« kommission als maßgebende Instanz dazu an. Tarifvertrag für Wächter. Wie uns der Transportarbeiter-Verbaud mitteilt, sind bei der Wachgesellschaft Berlin und Nachbarorte(Krenz ck Co.). Friedrich- straße 12S. die Forderungen der Wächter durch Abschluß eweS Tarifvertrages anerkannt worden. Deutscher Metallarbeiter-Verband. Donnerstag, den S. Oktober, abends 7 Uhr, im GcwerkfchastShauS, Engeluser IS(Saal 1), Versammlung der Mechaniker, Uhrmacher, Optiker und aller in den Betrieben, welche dem Arbeitgeber- Schutzverband für Mechanik und Optik angeschlossen find. Tagesordnung: 1. Bericht von den Verhandlungen mit den Unternehmern dieser Gruppe. 2. Wollen die Kollegen das Lohnabkommen amrehmen? 3. Diskussion. 4, Abstimmung. Alle Kollegen müssen erschemen! Mitgliedsbuch legitimiert. Deutscher Werkmeister-Verband. Versammlung sämtlicher Fabrik- Vertrauensleute am Freitag, den 10. Oltobcr, abends b'/i Uhr, Schultheiß Neue Jakobstr. 24125. Tagesordnung: Streik in der Metallindustrie Pünktliches Erscheinen sämtlicher Kollegen drmgend notwendig. Kollege» und Kolleginnen der«tzirma E. Zwictusch u. Co., Chailoltenburg, Donnerstag, den 9. Oktober, nachmittags 3 Uhr, Betriebs. Versammlung im Voilshause, Rosinenstratze. Der Arheiterrat. Verontw. für den redattion. Teil:«lsred Schobt, Neukölln: für Anzeigen: Theodor Sloike, Berlin. Verlag: VorwSrts-Berlag D. m. b. H., Bertin. Druck: Vorwärts- Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer u. So. in Berlin. Lindenltr. 8. ZMalMtzM Zlmmr MWM Zahlstelle Berlin und Umgegend. Donnerstag, deu 9. Oktober, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshans, Saal 5: AlMne herlmeiiMäMl- MW sämllicher Fabrik-, Tiefbau-». Hochbaufirmen. Es ist Pflicht der Vertrauensleute, zu dieserSitzung zu erscheinen. 2S4/11 ver vorstand. ___ Z. A.: F. Benada. Aus erster Hand reelle Matratzen, dreitlg. 46,— ab Lager: W. Relnecke, Katzbacbstr. 25 pt. Prima Stablmatr. für Holzbettst. 45,— mit Gegenf. 50,—. Ruhebetten 100,—. Mefallbettst. mit Messing. KlnderbcttsteUen enorm blilig. Verband der Tapezierer Am vonnerskag, den 9. Oktober 1919. abend» Punkt Z Ahr, in den SophiensSlen. Sophienstrob«: Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: L Das Angebot der Unternehmer bei ber Tarifverhanblung. 2. Diskussion. S. Fortsetzung ber Diskussion über den Berbanbstagbericht und der Verschmelzungsfrage. - 4. Verschiedenes. Zedes Mitglied hat die V sticht, zn der Versammlung zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Stoffe für Herren-Anzüge, Damen-Kostüme. Meter 30,—, 40,— ,60,— ,80,— M. Tnch-Lager Koch& Seeland£ T Eertraudtenstr. 20-21. Rechtsbeistand Dresdener Str. III Aufgang 2. Merdilligste Prvzetzftihr. Mi. menten», Ehcscheidungs-, Straf- fachen. 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