Nr.SSS.SS.z«hrg. Bezugspreis: SiirielZilhrl.»/— Ml. oonalL 8,— Mt frei ins Hau», Daraus zahlbar. Poft. bezug: Monatlich ch-- Ml.«xkl. gü. ilk llung sg ebühr. Unter Kreuzband Mr Deutschland und Oesterreich< Ungar» «,2b Ml, für da» übrige Ausland lllLb Ml. bei täglich einmal. Zustellung S 2S Ml. Postdestcllungen nehmen au Dänemari, Holland, Suremdurg, Schweden u. die Schweiz, Eingetragen in die Post-geiuengs-Preislist«. Der.Vorwärts' mit der Sonntag» deilage.Voll u.geit' erscheint Wochen» täglich zweimal. Sonnlag» einmal, Telegramm-Adresse: .Sozialdemokrat varlia-, berliner Volksblstt. ( 2Opf«nnig� SluzeigenpreiS i Dt« achrgeipattene Nonpareillezell« toftel Ichv Ml,.«leine«azsigea-, da» settgedruckle Worti» Psg.(zuläistg 8 fettgedruckte Worte), iede» weiter» Wort tll Vig, Steliengesuch»»nd Schlasstellenanzeigen das erste Wort »ll Pig. lebe» weile» Wort SO Pfg. Worte übet 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, Teuerungszuschlag 50»/� Familtey» Anzeigen, politische und gewertschastliche Vereins» Anzeigen hd« Ml. die steil», Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis» lllzr nachmittags im Haupigeschäst. Leriin EW 68, Lindenstrahe 3. abgegeben werden Geöffnet oou 9 Uhr früh dl» d Uhr abend», Zcntralorgan der rozialdemokratifd�en parte« Deutfcblands. Neöaktion und Expedition: SN). 6$, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Moritiplat?» Nr. IZIiw— Sonntag, den 1A. Oktober 1919. vorwärts-verlag G.m.b. H., SV). b8, Linöenstr. Z. Fernsprecher: Amt Moristplii«, Nr. 117 ö.l— ät. Die Dlockaöe öer Ostsee. Die von der Entente angedrohten Blockademahnahmen gegen Deutichland haben teilweise, in der Ostsee, eingesetzt. Als Grund dafür wird angegeben, daß deutsche Frei- k o r p s an einem Angriff auf Riga teilgenommen haben. Man unterstellt, daß das deutsche Volk und die deutsche Regierung für das Verhalten jener Freikorps dle Veranllvortung tragen, obwohl jedermann wissen kann, daß das deutsche Volk und die deutsche Regierung sich aus jeder Verstrickung in die baltischen Abenteuer nach Kräften zu befreien streben, und daß die deutschen Soldaten im Baltikum gegen die ihnen erteilten Befehle eigenmächtig handeln. Damit ist die weitere Verschärfung eines Konflikts ge- geben, der nur deshalb nicht zu neuem Krieg führen wird, weil Deutschland neuen Krieg führen weder null noch kann. Uns Deutschen stellt sich die-exichc so dar, als ob nur ein Anlaß gesucht würde, um trotz des Friedens auf Deutsch- land immer noch weiter loszuschlagen, es ist aber möglich, dach ein Teil der Gegner wirklich des Glaubens ist, die deutsche Regierung meine es mit ihren Versicherungen hinsichtlich des Baltikums nicht aufrichtig und stünde niit den Gehorsams- Verweigerern in geheimem Einvernehmen. Diesen Irrtum zu zerstören,� müßte dann Ausgabe aller Sozialisten sein, denen es um die Wiederherstellung der internationalen Verständi- gung ernst ist. Leider muß festgestellt worden, daß die französischen Sozialisten in dieser Bcziehimg vollständig versagen, und zwar deshalb versagen, weil sie nscht die geringste Ä h n u n g davon haben, was wirklich vorgeht. Sie nehmen in der gehässigsten Weise gegen Teutschland Stellimg. und im „Populaire" phantasiert Daniel Renoult sogar. Foch und Noske steckten im Baltikum unter einer Decke, das Ultimatum der Enteute au v. d. Goltz sei gar nicht ernst gemeint gewesen usw. Wenn man auf Grund solcher Räuberpistolen Politik macht, muß sie freilich danach aussehen. Es ist eine Politik, rein zugeschnitten auf die innerpolitischen Bedürfnisse der Unabhängigen, die— siehe Henkes Geständnis— sehr zufrieden sind, wenn die Entente Deutschland nicht zur Ruhe kommen läßt.. Von Sozialisten, gleichgültig welchen Landes, sollte man aber wenigstens die Anerkennung des Grundsatzes erwarten, daß es unrecht ist, aus einen schon am Boden Liegenden noch zu treten. Ganz abgesehen davon, daß es die notleidenden Massen sind, die naturgemäß solche Tritte zuerst zu spüren bekommen! Die Verhäugung der Blockade wurde der deutsch-eu Regierung durch folgendes Telegramm der interalliierten Marmckoinmis» sion mitgeteilt: Infolge des Angriffs auf Riga werden alle Frei- fahrte rlaubniffe für deutfä,« Schifft der Ostsee vorübergehend außer Wirkung gesetzt. Schiffe, die sich in der Ostsee befinden, find zuritckzurufrn, und keinen anderen Schisten ist die Erlaubnis zu geben, in See zu fahren, solange diese Außerkraftsetzung dauertd Deutsche Schiffe, die in der Oftsee befindlich angetroffen werden, find der Beschlagnahme durch die Alliierten unterworfen. Mincnränmbeote find zurück- zurufen. Offenbar ist diese Maßnahme auf die Teilnahme deuifcher Freikorps an dem Vormarsch der.Westrussen' auf Riga zurück- zuführen. ES ist bor allem die sogenannt« Eisern« Divi. sion des Majors Bischoff. die sich ja unter russische Flagge gestellt hat und die min mihnar schiert. In einer Beschwerde der lettischen Regierteng an iie Entente wird behauptot, daß Deutschland während� des Waffenstillistands seine Truppen in Kurland iperdoppelt habe und daß diese sich Verbrechen und Gslvalttätigkeiten zu- schulden kommen ließen; sie hätten auch alles getan, um den Kampf der Letten gegem die Bolschewisten zu VerHintern, ja sie hätten sogar die lettischen Tnchpen im Rücken angegriffen. Dazu muß man ja freilich sagen, daß das Vorgehen der Letten und Esten gegen die„Westrussen' des Nwoloff-Bermondt, der gegen die Bolfchewisten marschiert, auf eine Unterstützung der Bolsche- tristen hinausläuft. Aber zunächst richtet sich ja dieser Vorstoß allerdings gegen Riga, das augenblicklich in lettischer Hand ist. Awaloff meldet bereits die Eintiahme von Tucknm, der Rigaischen Vorstadt Thocensberg und der Dünabrücken. Dieser Awalofffche Bericht sagt auch, daß Awaloff-Bermondt die von ihm besiegten Esten und Letten auffordere,! endlich den Durchmarsch zur Bol- scheivistenfront freizugeben, und daß«r sie z»m gemeinsamen Kampf gegen die Bolfchewisten aufrufe. General v. d. Goltz hat nunmehr sämtlichen deuffchen Truppen im Baltikum ein Ultimatum gestellt, sich über ihren Entschluß zur Räumung des Landes zu äußern, widrigen- fällS die von der Reichsregierung angedrohten Folgen einticten wnvden. Das Mtimatnm richtet sich auch an die Abteilung Bischofs. Es werden auch Kämpfe zwischen Leiten und Deut- sckon gemeldet, worunter wohl die zu den Russen übergegan- genen Deutsck� zu verstehen sein dürften. Außerdem sollen deutsche Truppen völlig ifvliert bci-Tünabutg im Kampfe mit den Bolschewisien stehen. Inzwischen scheinen die Fr iddensaus sichten zwischen den Randstaaten und Sowjejrüßland sich zu verbessern. Ttitscherin hat den baltischen Vorschlag, die Verhandlungen außerhalb SowjetrußlandZ zu nihren, zugestimmt und ssch niit Dorpat ein- verstanden erklärt. Der estnische Außenminister erklärte, da die Sowjetrcgierung bereit sei, die Unabhängigkeit der b.t ltifchen Staaten anzuerkennen, hätten diese keinen Grund mehr zum Kriegführen; eS sei nicht ihre Sache, die Sowjetregierung zu stürzen, zumal die Unabhängigkeit der Randstaaten von den Westrusfen und Koltschakleutcn besonders bedroht seien. Dieser Befürchtung kann die Begründung nicht abgesprochen werden, denn die erste Tat der Westrussen war, daß ihr Oberst Wrgolitfch die besetzten Gebiete Litauens als russisches Gebiet erklärt und die litauischen Truppen in Schauten entwaffnet hat. Während Ententemeldungen von immer neuen Niederlagen der Bolschewistenarmce zu berichten wissen, gneldct„Volketdag- blad' in Stockholm, das Sowjetrußland sehr nahe steht, schwere Niederlagen DenikinS in Südvußland, es sei den Roloir sogar gelungen, Kiew wieder einzunehmen, und der ukrainische Baueruaus stand gegen Demkiu wachse, Demkin hat mit altrussischcr Brutalität das ukrainische Volkstum auszu- löschen versucht. Jetzt aber bemüht cr sich, die Arbeiter auf seine Seite zu bringen. Er bat Verftignngen erlassen, die vom Acht- stundentag, von Schlichtnngskammer, von Arbciterversicherung, Arbciterschutz und von Landverteilung rede,». Wie es gemacht wird, zeigt folgende Meldung des„Daily Chronicle' aus Riga vom 8. Oltober: Eine deutsche Trup- penmacht von 20 OOO Mann greift die Letten auf einer Front von 10 Weiten einige Meilen außeobalb Rigas an. lZusatz des W. T, B.: Die Nachricht ist irreführend, ES handelt sich nm die russischen Truppen unter Bermondt-Awaloff. Deutsche Formationen sind an den Kämpfen nicht beteiligt.) „Daily Mail" meldet aus Helsingfors vom S. Oktober, daß die Vorhut deS Obersten Bcrmvndt Riga besetzt hat. Das deutsche Volk hat nur den einen Wunsch, sich von diesem ganzen Hexenkessel soweit wie möglich entfernt zu hallen. Es hat viel zu viel mit seinen eigenen Angelegen- heften zu tun, als daß es sich noch in fremde mischen könnte. ' Erneute Slockaöe gegen Deutschlanü. Aus Amsterdam wird gemeldet: Die zweite Note der Entente ist wahrscheinlich Sonnabend nach Berlin gesandt worden. Im wesentlichen stellt die Note fest, daß die Ber- sicherungen der deutschen Regierung durch die Tatsachen widerlegt werden. Die deutsche Regierung müßte not- wendige weise für alles verantwortlich gemacht werden, was durch den Aufstand der deutschen Truppen im Baltikum angerichtet wurde. Deshalb würde die Entente von den Maßregeln, wie Wiedcrcinsetzuna der Blockade und Sperrung der Lebensmittel- zufuhr, Gebrauch machen._ Ratifikation und Volksabstimmung. Reuter meldet auZ Lands«, daß der König den Friedensvertrag ratifiziert hat und daß die Urkunde nach Paris abgesandt worden ist. Ter japanische Parlamentsausschuß hat Ratifikation be- schlössen. Ein Irrtum bei der BoliSabstimmungt Abstimmungsberechtigt m den Solksabftimmungebezirkea von Ost-, Westprcußen und Schlrswig-Holstein sind alle dort Geborenen, die bis zum Inkrafttreten deS Vcrsailler Vertrages daS 20. Lebensjahr erreichen, und m Obcrschirsie» diejenigen, dir vor dem 1. Januar des JahrcS, in dem die A b st immun« ersolgt, 20 Jahre alt werden; die Abstimmung in Oberschlesien erfolgt frühestens 6 und spätestens 18 Monate nach Inkrafttreten deS Vre- träges. Italiens Krisen. Sämtliche Steuer- und Kanzleibeaniteu drohen mit dem Ans- stand. Desgleichen wollen die städtischen und pri'vinzialen Veomten ihre Tätigkeit ab 21. Oktober einstellen, wenn bis dahin ihre Forde rungen nicht erfüllt find. Durch einen Streik dieser Beamten� kategoricn würden die Wahlvorbereitungen zum Stilk� stand komme«. Beim Landarbeiter st reit in der Provinz Piaeenza, der seit dem'K. andauert, kam es zu schweren blutigen Av fa mm-n- stoßen mit der bewaffneten Macht, desgleichen in Rirsi bei llftlta- nifetta, wo a ch t Landarbeiter getötet, viele verwundet wurden. vie deutsche Schicksaissrage. Von Philipp Scheidemann. Wenn ich durch Enttäuschungen von Ueberzeugungen ab- zubringen wäre, so hätte ich nicht von 1883 bis heute — 36 Jahre lang!— Mitglied der sozialdemokratischen Par- tei sein können. Also wird mich auch die Rede des Abg. Oskar Cohn nicht veranlassen, die Arbeit an der E i n i g u n g d e s Proletariats aufzugeben. Von dem Abg. Henke will ich schtveigen. Mir liegt in dieser Kardinalfrage nicht das ge- j ringst« an Polemik. Selbst der Versuchung will ich wider- ! stehen, auf alle die freundlichen Unterstellungen einzugehen, als hätte ich aus Angst vor einem Abstrom aus der Partei oder wegen eines besonders raffinierten Wahltricks mich.ei den Unabhängigen„anzubiedern" versucht. Ich lasse all das beiseite und führe die Diskussion wieder auf den Kernpunkt zurück, um den der Abg. Cohn leichten Herzens herumgegangen ist und der in den Sätzen meiner Nationalversammlungsrede enthalten war: „Tie Herren von der äußersten Linken sprechen ihren An» hängern täglich von der gegenrevolutionären Ge- fahr. Warum sagen sie ihnen nicht, daß zur Beschwörung dieser. Gefahr es nur e i n Mittel gibt: Einigung der Ar- beiterklass c!" Hier hilft keine platonische Zustimmung, vor allem, wenn sie mit praktischer Ablehnung verbun-den ist, sondern einftg und allein der Entschluß, eine programmatische Einigung M versuchen. Henke hat, was agitatorisch immer wirkt, Personen m den Vordergrund geschoben, als die Steine dc� Anstoßes auf dein Wege der Verständigung. Das ist natürlich grund- falsch. Erst programmatische Einigung, dann wird nach deren Richtlinien die Auswahl der Personen zu treffen sein, die nach ihren. Anschauungen und nach dem llereinbarten Programm noch Parteiführer bleiben können. Was mich anlangt— um auch darüber keine Unklarheit zu lassen— so habe ich bereits ans dein Parteitag in Weimar unzwei- deutig erklärt, daß meine Person kein Hindernis für eine Uebereinkunft sein werde. Was bedeuten Personen bei einein solchen Werke! Das alles find Selbstverständlichkeiten oder müßten es sein für Männer, die Politik machen wollen und nicht persönliche oder fraktionelle Interessen darübw stellen. Aber eine Feststellimg hat die Wirkung meiner Reden in Cassel wie in der Nationalversammlung schon gebracht: daß nämlich langsam in allen politischen Kreisen die Erkenntnis aufdämmert, daß die Einigung des Proletariats die Frage, die deutsche Schicksalsfrage ist! Bis vor kurzem war es allgemeine Uebung der bürgerlich:» Presse, Auseinandersetzungen zwischen Sozialdemokratie und Unabhängigen als häuslichen Zwist zu behandeln und zu ironisieren. Das hat aufgehört. Gerade in b ü r g e r t i ch- p o l i t i s ch e n Kreisen w ä ch st die Er- kenntnis, was ein einiges Proletariat be- deutet.' Sie sehen, daß ihr heute noch so weitreichender. anscheinend dauerlzaft fundierter Einfluß nicht auf ihrer Einigkeit— die nahezu unmöglich ist—, nicht auf ihren Programmen und nicht ans dein Umfang ihrer Gcfolssschaft beruht, sondern nur auf der Uneinigkeit der Arbeiterklasse. Die Bürgerlichen sahen das— und die Arbeiterklasse, der von Unberufenen so viel Ouacksalbc- reien aufgeschwatzt werden, sollten nicht erkennen, daß die einzig wirksame Medizin längst in ihrer Hand ist und nur auf die Asi Wendung wartet? Ich habe meine eindringliche Mahnung zur Einigkeit des Proletariats von der Tri- b ü n e des Parlaments ans gerichtet, um sie allen Genossen zu Gehör zu bringen. Zur Weiter�ührung der Diskussion eignet sich die Parlaments- tribüne nicht, selbst wenn sie anders benutzt würde, als es der Ajjkg. Henke getan hat. Jetzt müßten andere Wege beschritten werden. Die nötige Zustimmung in den weitesten- Kreisen der Partei, ja der Parteien wird nicht fMchz. Das Wichtigste wäre, eine Entgiftung der tmosphäre herbeizuführen. Mögen die Unabhängigen unsere Fraktion„Scheinsozialisten" nennen, wie wir ihnen in besonderen Fällen den Namen von Sozraldemokra- ten veruteigern müssen. Was in Millionen und Millionen ! hinter den beiden Fraktionen steht, das si!'.d Sozi a I d e m traten. Fleisch vom gleichen Fletsche, mit den gleichen An- schauungen, wie vor der Parteitrennung, beseelt von dem /V Willen, Bte alt«'Kampfgenossenschaft sobald' wie irgend mög- lich zu erneuern. Wer in den Massen gegen- die Einigung ist, der hat die einige Partei nicht miterlebt, der ist in den meisten Fällen vor kurzem erst in die Bewegung gekommen, ohne in der schweren sozialistengesetzlichen Kampfzeit der Sozialdenio- kratie als Kamerad mitgefochten zu haben. Die besten der Genossen zehren von den gleichen, ihnen lieb gewordenen Erinnerungen und erkennen sich an den gleichen Narben. Auf s i e baue ich meine Hoffnungen für die Arbeiterklasse. Deutschöfterreichs tlou Unter dem Druck der unerträglichen Vereinsamung und Gestaltung, die deni unseligen Deutschösterreich von den kriegs-hatzverblendeten Weltverteilern in Paris auf Verlangen ihrer Agenten in Prag, Warschau, Belgrad und Rom aufgehalst worden sind, wankt das Land dem völligen Zusammenbruch entgegeu. Da ihm die Kohle fehlt, kommt nach und nach alle Industrie zum Stillstand. Der Erzberg in Steiermark liegt still, denn infolge Koksmangels ist nnr ein einziger Hochofen im Betrieb. So fehlt den Fabriken Eifen, Blech, Drahtstifte, Schrauben. Wird fchon einmal ein Tausch- vertrag auf Lebensmittel mit Südflawicn abgeschlossen, so kann er nicht erfüllt werden, weil der Gegenwert an Inda- strieprodukten nicht geliefert werden kann. Für die Liefe- rnngen drängt die Entente auf Bezahlung— will man dazu Habsburgische Gobelins verwenden, erhebt Italien Einspruch. Wo nichts ist, hat auch die Wiener Regierung ihr Recht verloren, die Länder, die ihr nichts liefern und von ihr nichts erhalten, gleiten ihr aus der Hand. Schickt sie einmal einen Transport Nahrungsmittel nach Innsbruck, so wird das, was nicht gestohlen ist, schon in Linz oder Salzburg be- schlagnahmt. In diesen Tagen waren eine ganze Anzahl Ländervertretcr hfffeflehend in Berlin, aber soweit wir unseren besammernswerten Brüdern etwas abgeben können, . liefern wir es nur an Wien, denn wir können die Absonde- rungstendenzen nicht unterstützen. Südtirol wird von den Italienern reichlich versorgt, Nordtirol hungert. Südtirol muß seinen Obstsegen verfaulen lassen und weiß nicht, wohin es mit seinem Wein soll, von dem Italien selbst übergenug hat— Nordtirol muß wegen der Transportnot und der Valuta auf Obst und auf die ange- stammten„Viertele" verzichten. 9 Ein Tiroler Parteigenosse erklärt uns, daß der Zusam- menbrach Deutschösterreichs unausbleiblich sei. Wsirn die Entente den Anschluß an Deutschland nicht als unerläßlich erkennt, wird man ihr eines Tages den Krempel hinschmeißen müssen: B it te— re gieren Sie! Zur Karteffewerforgung. Bon zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Die Reichskcrrtoffel- stelle steht der Veröffentlichung der Notiz über den angeblichen Zu- sammenbruch der Kartoffelversorgung völlig fern. Di« gegen- wärtigeu Stockungen in der Zufuhr sind lediglich aus Trans- Mrschwierigtciten zurückzuführen, die in der notwendigen B e- vorzugung der Getreidetransporte ihren Grund haben. Von nächster Woche an werden sich infolge einer Bevor- zugung der Kartoffeliransporte die Verhältnisse voraussichtlich bessern. Wenngleich die Ernte den Erwartungen nicht zu ent- sprechen scheint, so treffen doch Mitteilungen über eine schlechte Ernte nur auf kleiner« Bezirke Deutschlands zu. Selbst bei einer Ernte von nur bO Proz. der Fradensernte werden die Rationen bei glatter Transportlage aufrechterhalten werden können. Staatsopee:„paleftrina". PsitznerS„Paleftrina", um den das künstlerische Interesse der ganzen letzten Wochen kreiste, ging gestern als erster Tay der Cchillingschen Aera über die. Bretter der Staatsoper. Mit einem unvermeidlich großen Aufwand von Solisten, szenischen Bildern, mit einem guten Zusammenklang des von Ststdry vorzüglich ge- leisteten Orchesters, mit der großzügigen Sololeistung ÄrnsterS (Borromio), das allzu zart angelegten Paleftrina Joseph Manns. mit der verklärten Stimmung dsO' EngelchorS am Ende des ersten Mies, sowie mit dem geistvoll gezimmerten merkwürdigen Mittel- alt und dem schwellenden Pathos der Schlußapotheose konnte sich Psitzner einen fast unbestrittenen Erfolg verschreiben. Tic Dichtung gehört zum besten, was die Operngeschichte kennt. Die. von aller Melodiebetonung freie, keusch-verschlossene und scheu nach vergangenen Formen lugende Musik PsitznerS vertieft aber den Eindruck nicht, sondern läßt ihn mit langem, gleichförmigem Atem und in konstruktiver Technik ermatten. Das Pfitzner-Problem ist wieder neu angefacht, ein Rätssl mehr bereitgestellt. Zwei ungleiche Komponisten scheinen diese Partitur geschrieben zu haben. Ob dieser für Psitzner wohl typische erste Akt nun ein lebensweckender Anfang in der Musik, oder ob er nicht vielmehr zugleich ein Ende und ein Irrweg ist, über die hin- auch kein« Nachfolge mehr schreiten wird, diese ernsteste Frage be- darf der näheren Beleuchtung. Die Aufführung tyar durchschnittlich, aber nicht bezwingend, Mc Maschinerie allzu sichtbar, die Masscn-bewegungffteis. K. S. Wilhelm Speper: ,/ft kann nicht b»fehlen". Kleine? Schauspielhaus.• Wilhelm Speyer hat ohne Leidenschaft, aber entschieden alte, wöblerprobte Rezepte benutzt, um ein Volksstück mit mancherlei Heiterkeit und Lehren zu schreiben, die sich der Philister ins Ge- dächtniS schreiben darf. Eigentlich ist dieser Schriftsteller, der ein- mal recht empfindsame Ge'chichtlcin zu formen verstand, ein Hand- fester Possenschreiber nach dem Vorbilde des seligen L'Arronge ge- worden. Er schämte sich aber ein wenig, die gute Schulung, die ihm heute so angenehm und nützlich scheint, einzugestehen, und hängte seinem Stücklein noch eine Lehre an. Es mußte natürlich eine soziale Lehre sein, damit die Made der Zeit nicht leer ausgeht. Der Mann, der nicht zu befehlen vermag, ist ein Fibrikanten- söhn, den Studienjahre im freiheitlichen Amerika und außerdem noch etliche Millionen zur Verfügung stehen. Sem Gegenspieler soll ein Proletarier sein, wie Speyer ihn zurechtstutzt: ein Sohn deS Volkes, der nicht aus Gemeinheit, sondern einmal aus Not gegen dos ge- sündigt hat, was Kriminalgesetz ist. Nun mußte er ins Gefängnis, und al- er wieder herauskam, mieden ihn die Kumergden wie die Pest. Kein Wunder, daß!ich in diesem Menschen ein bcträchilicher Haß gegen alles ansammelt, wgs Arbeitskamerad ist und was sich in den Organisatwnen breit macbt. Dieser Proletarier sieht in fernen Gefährten nur Affen der schlechte» Bürgersleute. Da kommt Kem Konfiikt Schmlöt-Sralltt. Hinsichtlich der Deputatfrags für landwirtschaftliche Arbeiter ist in der Presse wiederholt von Unstimmigkeiten zwischen dem Reichs- ernährungsminister und dem Preußischen Landwirtschaftsminifter die Rede gewesen. Um weitere Irreführungen der Oeffentlichkeit zu vermeiden, wird dazu von zuständiger Stelle bemerkt: Wenn der Landwirt- s ch a f t s m i n i st e r für die Ausgabe des vollen Deputates in natura eingetreten ist, so hat er es getan, weil er in der Erfüllung dieser sowohl von den Arbeitnehmern als auch von den Arbeitgebern gestellten Forderung ein besonders geeignetes Mittet erblickte, die Arbeitslust und Arbeitsfreudigkeit der Landarbeiter zu heben. Er glaubte die Forderungen der Landwirtschast gegen- Über der Allgemeinheit um so eher vertreten zu können, als es sich vielfach doch nur um«ine Sanktionierung eines bereit? bestehenden Zustandes handelt, im übrigen aber auch das durch Tarifverträge festgesetzte Deputat in seinem Umfange meist nur wenig von der Selbstversorgerration abimcht. Der Reichsernährungsmini st er hat diese Gründe durchaus zu würdigen gewußt. Es erschien jedoch nicht möglich, das geforderte Zugeständnis an die Landarbeiter zu machen, weil die Befürchtung, daß bei einer Durchbrechung der bestehenden Grund- sähe die zurzeit noch! nicht entbehrliche Zwangsbewirt- s ch a s t u n g des Brotgetreides und die notwendige Kontrolle in hohem Grade erschwert, wenn nicht sogar teilweise unmög- lich gemacht würde, nicht von der Hand zu weisen war. Das ist der nackte Sachverhalt. Alles, was darüber hinaus besonders in dem Artikel der.Deutschen Tageszeitung" vom 4. Ok- wber—„zur Deputatfrage"— behauptet wird, ist unbegründete Unterstellung zu dem offensichtlichen Zwecke, künstlich Gegensätze zu schaffen, wo sie nicht vor- handen sind. Die Ernährungswirtfthast. Der kommende Winter wird unsere Ernährungswirtschaft wahrscheinlich ans eine ernste Probe stellen. Das Ernährung?- Problem wird sich im wesentlichen als eine Kohlen- und Transport- frage darstellen. Wir werden allem Anschein nach zwar Über«ine ziemlich gute Getreideernte und eine zur Not aus- reichende Kartoffelernte verfügen können, es ist aber weder bisher gelungen, noch wird es in der nächsten Zeit gelingen, so große Vorräte hinzulegen, wie eine ordnungsgemäße Vorrats- Wirtschaft das verlangt. Die Ernte liegt noch beim Erzeuger auf dem Lande, die Kartoffeln noch im Acker und es fehlen sowohl Arbeitskräfte, die Fel� fruchte verbrauchsfertig hinzulegen, als auch Kohlen und Tmnsportmaterial. Und so kann, wenn Nicht jeder einzelne nunmehr mit Hand anlegt, wenn nicht jeder einzelne be- greift, um was es sich eigentlich handelt, nur zu leicht der Fall eintreten, daß unsere Städte vor brotlosen und kartoffellosen Winterwochen stehen. Wir haben Unser Schicksal selber in der Hand. ES kommt heute darauf an, daß wir uns mit jedem e i n z e I- neu unserer Volksgenossen persönlich über alle diese Dinge aus- «inandersctzen. Die alte Streitstage über Zwangswirtschaft oder freien Handel steht hierbei ebenfalls nicht zur Diskussion. Es ist, wie bemerkt, anscheinend ungefähr genug da, �d es kommt nur 'darauf an, das Vorhandene ap die Konsumenten znr rechten Zest heranzubringen. Ganz von selbst ergeben sich daraus die Konsequenzen. ES ist zum Teil das alte Lied: Kohlen— Lokomotiven— Eisenbahnwagen. Die verantwortlichen Regierungsstellen haben, wie sie an Hand von Tatsachen ausführten, ihre Schuldigkeit getan, indem sie die Organisation, dieser drei bewegenden Hauptfragen planmäßig in die notwendigen Bahnen leiteten. Jetzt hat der Schritt zu er- folgen, der ausschlaggebend ist: Die lebendige Menschenkraft in diese Organisation zur vollen Betätigung zu bringen. Die Berg- werke müssen mehr Arbeitshände bekommen, die Felder müssen Kartoffelhacker bekommen, die Lokomotivenfabriken und Wagenreparaturwerkstättcn müssen die höchste Arbeitsleistung liefern; der Personenverkehr muß stark eingeschränkt und der millionengespickte, in Amerika erzogene Fabrikantensohn zurück, um seines setigen Vaters Erbschaft anzutreten. Er ist ein Mann mit Wilsonmanieren und Carnegieidealen. Er kann nicht nach oben kriechen und nicht nach unten treten. Er kann überhaupt nicht den'Herrn spielen. Und siehe, eins, fix, drei, ist zwischen dem Proletarier und dem Millionärssohn der Pakt geschlossen, daß der verfemte Arboitshund einmal auf 24 Stunden den Herrn spielen soll. Nach dem ernsten Auftakt beginnt die Posse. Der neue Herr schnauzt, er jagt die schärfsten Ausbeuter durch sein Unterdrücker- ideal ins Bockshorn, er bestellt sich die züchtigsten Jungfrauen zur Nacht in ssvparteipolitische Vergiftung der Jugend habe einen solchen Umfang angenommen: daß er sich trotz seiner Ab- neigung gegen polizeiliche Verbote entschlossen habe, in der kom- menden Woche eine Entscheidung des Ministeriums darüber herbei« zuführen, ob im Interesse des Unterrichts solche parteipolitischen Vereinigungen von Schülern noch länger geduldet werden könnten. Die Schulen müssen zur Staat streu« erziehen, das heißt jetzt zur Treue gegen den republikanisch-demokratischen Staat, und es sei auf die Dauer unerträglich, daß einzelne Lehrer in den Schulen in der wüstesten Weise parteipolitisch hetzten. verleumöer! Mögen die T-eutschnationalen ihren Monarchismus be- tonen, i>as ist ihr gutes Recht, solange sie nicht versuchen, die Republik gewaltsam zu erschüttern oder umzustürzen. Mögen sie gemein« Bilder und lügnerische Schriften verbreiten— das Volk wird auf die Dauer daran nur die edle Art der Kaisertreuen und„Ausrechten" erkennen, wie es stets die niedrige Hetzerei der Stöcker, Ahlwardt, Puckler abgelehnt hat. Aber schäbig und niederträchtig ist es, die aus der Ge- fangenschaft Zurückkehrenden, vom politischen Leben Deutsch- lands seit Jahren Abgeschlossenen durch bcwustte Lügen gegen die Republik beeinflussen zu wollen. Das geschieht, wie wir mitgeteilt haben, durch Mißbrauch des Vorgesetzten- amtes in Gefangenenlagern, es wird auch versucht in einer Entschließung des thüringischen Landesparteitages der sich jetzt deutschnational nennenden Konservativen, deren Herrschaft uns den Hast der ganzen Welt zugezogen und sich damit als äußerst antnmtivual erwiesen hat. Die Entschließung sagt: Die Heimkehrenden sollen es den.RcMolutiouspae- te i« n niemals vergessen, daß sie leichtfertig den übereilte» Waffenstiklstand sthloffen, ohne twrher über die Heim- sendung unserer Gefangenen eine bindende Zusage zu edWicn. Auf den Waffenstillstand gedrängt hat bekanntlich vor allem die Oberste Heeresleitung, und wäre er nicht abge- schlössen worden, so Wären nur noch ein paar Hunderttausend mehr in Gefangenschaft geraten, ganz abgesehen von den Toten. Verwundeten. Verkrüppeltem... Aber das ist ja den Hetzern egal! halten und ans- neu« die altgewohnten Wirkungen ausgeübt. Ja, sie warcu vielleicht noch stärker als je. Das hat diesmal feine besonderen Ursachen. Sie sind verankert in der Regie und in der Darstellung, die, zumal in der Verkörperung der beiden Tit-sb- gestalten geradezu glanzvoll zu nennen sind. K a y ß l e r und Helnee Feh dm er gaben sie. Und man muß gestehen, daß diese Charaktere über alle politische Parteiung, Verschwörung, alle Intrigen und Skandale so wundervoll, ja ergreifend und warm in die Sphäre echten MenschtmnS gehoben wurden. Beide, ver- einten den eimnütigen Beifall des Hauses auf sich und mußten zahlreichen begeistert«,! Hervorrufen Folge leisten. Reben ihnen behaupteten sich E. St a h l» N a ch ba u r und Guido Herz feld, beide in vortrefflicher Maske. Außerdem sind auch Maria W«i ß- l e d e r und Riehard Leopold zu nennen. Ueberhaupt gcro es gute Aibgeovdnete-Typem und da» Spiel, man merkte die Kayß- leoische Kunst der Regie, war sein abgetönt und äußerst lebendig. etz. Das Ende des„Kognaks". Zu den Opfern des Versailles Friedens wird auch der Kognak gehören, jedenfalls der„deutsche" und in weitem Umfang auch der sogenannte stanzösische. In Frant- reich wird die Benennung Cognac von Gesetz und Verkehr als Her- kunstsbezeichnung angesehen und geschützt, während in Deutschland das Wort Kognak vollständig zum Sachnahmen geworden ist, bei dem kein Mensch daran denkt, daß es an der Charente eine Stadt dieses Namens gibt, den Hauptsitz der Kognakbereitung. Deutsch- lond� verpflichtete sich in den Artikeln 274 und 27S des Friedens- derUages, für die Herkunsisbezeichnung fremder Weine und geistiger Getränke die Gesetze, Vcrwaltnngs-�und Gerichtsentscheidungen dcS Ursprungslandes zu beobachten; Ein- und Ausfuhr. Umlauf, Ver- kauf und feilbieten von Waren, die den fremden Gesetzen zuwider- laufende örtliche Bezeichnungen tragen, sind in Deutschland zu untersagen und zu unterdrücken. Also Frankreich bestimmt, was in Zukunft in.Deutschland als Kognäi bezeichnet, verkauft und ge- trunken werden darf. Welchen Namen wird der Deutsche Wein- brand nun bekommen? EI« RelchSanSschutz für kivgienische Volksbelehrung ist im Werden. Dem National-Hliqicnc-Muscum in Dresden soll er aiigeschloslcn werden. Eine Zusnmmcnkunit von Vertretern der Wissenschaft und der Bcbörden, die der sächiiiche Innenminister Benosse Otto Uhlig leitet«, wählte einen vorbereitenden Ausschutz.. z- c Znr GrSffnnng de« Volkshochschule in Wilmersdorf, deren Kurse am Montag beginnen, findet heute abend 7 Ubr eine H a n S- T h o m a- F e i c r in der Aula der Viktoria-Luise-Schule statt. Bautechn-schc Vorträge und Hebungen. Am 13. Oktober beginnt die Voriraaftclge;„Das Ellen im.Vach» und Ingenieurbau" im großen Saal des Lnaenieurbaules, Berlin NW. 7, Sommeritr. 4 a. Zunächst stricht Ingenieur Müllenhoss über:„Das Eisen als Baustoff". Teilnehmerkarten im Ingenieurbaus. Wege der Kleiderkunst bestricht Dr. Peter Jessen an zeb» Montagen, abends 8 Uhr, vom lS. Oktober ab im Hörsaal des Kunstgewerbe- museums, Prinz-Albrccht-Straße 7 a. Hos. Preis 5 M. Tic törnnd-agln dcö Bducnö bestricht Dr. Aisred Wiener w einer Reihe von Vortrügen(mit Lichlbiideru), die Dienstags, abends 8 Uhr, vom>4 Oktober ab in der Geologischen LandeSanslall, Jnoaltden- stratze 44, stattfinde». Nr. 522 ♦ 36. Jahrgang 1. Seilage des vorwärts Sonntag, 12. GktoberlHlH Sewerffchoflsbeweglmg (Ne-He mich Hauptbkrtt.) Die Bewegung in den Anuonc»nexpeditionen. Einer gestern abgehaltenen stark besuchten Versammlung de� Annoncenexpediti«.Zangestellten wurde das Ergebnis der erneuten Verhandlungen mit den Arbeitgebern unterbreitet. Hinsichtlich der Gehälter haben die Arbeitgeber etwas mehr bewilligt wie bei den borigen Verhandlungen. In anderen Punkten sind sie dagegen hinter ihre früheren Zusicherungen zurückgegangen. Die Gehalts- sätze sind dieselben wie im Haustarif der„Ala". Nach der Ouali- tät der Arbeitsleistung sind 8 Gehaltsgruppen aufgestellt und in jeder einzelnen Gruppe sind die Gehaltssätze nach dem Lebensalter abgestuft. Die Monatsgehälter betragen in der ersten Gruppe für Lehrling« 60— 120 M., für Jugendliche 75— 125 M., in der zweiten Gruppe(mechanische Arbeit) 175— 250 M., in der dritten Gruppe(Stenotypisten) 180— 325 M., in der vierten Gruppe(nor- male Leistung) 200— 450 M.. in der fünften Gruppe(besondere Leistung) 20 Proz., in der sechsten Gruppe(selbständige Stellung) 40 Proz., in der siebenten Gruppe(leitende Slellung) 80 Proz. mehr wie in der vierten Gruppe. Weibliche Angestellte erhalten 10 Proz. weniger wie männliche. Die wöchentliche Arbeitszeit ist auf 48 Stunden festgesetzt, jedoch darf, wo eine kürzere Arbeits- zeit besteht, dieselbe nicht verlängert werden. Urlaub soll je nach der Beschäftigungsdauer 6— 18 Tage gewährt werden. Der Referent Dr. Pftrrmann erklärte, die beteiligten Or- ganisationen der Angestellten haben kein Interesse an der An- nähme des Tarifs, denn er erfüllt in vielen Punkten die berech- tigten Wünsche der Angestellten nicht. Auch das spricht gegen die Unterzeichnung des Tarifs, daß er, wenn angenommen, von den Arbeitgebern zur Grundlage eines Reichstarifs gemacht werden wird.— Schmidt vom Zentralverband der Angestellten betonte, die Angestellten der„Ala" haben durch ihr auf den Abschlutz eines Haustarifs gerichtetes Sondervorgeben die Kpaft der Bewegung geschwächt und einen geschlossenen Kampf vereitelt. Jetzt bleibe nur noch übrig, den Schlichtungsausschuss anzurufen, um ein besseres Ergebnis zu erzielen. Die Versammlung lehnte mit großer Mehrheit den Tarif ab und beschloß, den Schlichtungsausschuß anzurufen. Vom Verband der Gemejpdearbciter, Ortsverwaltung Berlin, erhalten wir folgende Zuschrift: Nr. 518 des„Vorwärts" berichtet über eine gemeinsame Versammlung der Betriebsobleute der Ver- bände der Transportarbeiter, Maschinisten und Heizer usw. der städtischen Betriebe. Im Bericht wird mitgeteilt, daß die Organi- sationsvertreter des Gemeindearbeiterverbandes sich gegen den Antrag des TranöportarbeiterverbandeS auf höhere Entlohnung der Aushilfsarbeit«! gewandt haben. Dies« Mitteilung ist un- richtig. Der Kollege Polencke hat und zwar im Einverständ- nis und im Auftrage der anderen Organisatio- nen die Forderungen der Aushilfsarbeiter vor dem Zeniraiausschuß vertreten. Teutschcr Transportardeiter-Brrband. Hausdiener, Packer usw. der Engros-Texlilbrauchc und BclleldungSwduslrie am Dienstag, den lt. Lllober, abends 7 Uhr: Branchenveriammlung im tÄcwcrlichastsbauS, Engclufer 15(großer Saal). Berichterstattung und Stellungnahme zu den'Znriiverbandluilgen. Angestellte der Abzablungsgeichöste. Morgen Montag, den IS., findet im Königstadt-Kasino. Holzmarltstr. 72, eine Öffentliche Per- f a m m l u n g sta it, in der der Bericht öder die Verhandlungen mit den Arbeitgebern erstattet wird. Ei scheint cinnifuig und geschloffen. Zentral- verband der Angtstevleii, Sektion für Abzahlung- und Verlandgefchäste. Deutscher Holzarbeiterverband. Drechsler und Treppen- geländerar beiter! Montag, den 13. Ollober 1319, abends 7 Uhr, im.Verbandshaus", Nungeftr. 83(ArbeitSlofeniaal): Branchenverfamm- lung. Tagesordnung: 1. Unsere Lohn- und Arbeitsoerhältnisfe. 2. Wahl einer Zentralkommission für das Drcchflcrgewerbe Deutschlands. 8. Branchen- angelegenbeiten. Bildhauer aller Branchen. Am Montag, den 13. Oktober, abends 7 Uhr, im Gcwerksckaftshause, Engclufer 15, Saal I: Mitglicdervcrfamm- lung. Tagesordnung: 1. Wahlen. 2. Information über Bcitragshöhe und Zahlstellen. 3. Verschiedenes. Akt.-Ges. Mix u. Genest. Montag, den 13. Oktober, nachmittags 2 Uhr: Betriebsversammlung Schlosbraucrei Schöncberg: Aus- Zahlung der Streikunterstützung. Streikende und Ausgesperrte der Firma E. Lorenz A. G. Tempel« Hof. Die Betriebsversammlung und Auszahlung der Unterstützung kana am Montag nicht staltfinden. Weitere Bekanntmachung durch die Presse. A. Borfig. Tegel. Die Kollegen werden aufgefordert, sich Montag von 9— 12 in den Lokalen, in denen sie sich als Ausgesperrte und Streikende gemeldet haben, zum Unterzeichnen der Quittungen einzufinden. Nr. 96. Blut« aus marineblauem reinwollenen Stoff mit Stickerei, A(1 wie Abbildung. Nr. 98. Blut« aus vorzügl. weißer Japan-Seide mit farbigem Stieb u. flQ Knopfverzierung MMMMMIIMIimiMIIIIIMIIMIMMIttUIIMUltMt*! Röcke, Kleider und Mantel| fOr Domen und Kinder in grosser Auswohl i BERLIN C S�andauer Str. 16 Damenwäsche agliemJ«• Madapolam~ mit Stickerei-Ein- u. Anaati T agKemd a. Madapolam__~_ m Stick.-Einsatz u. Langette OU.UU T agliemd a.Madapolam,..__ reich geatickt............ 44.UU NacKthemd aui feinem„„ Madapolam m. Hohls&umen vJD.UU Naclltlieind mit Valea->jc ftf] ciennes-Einaätzen u. Spitze* ä/.Uv Beinkleid mit Stickerei- Anaatz.................. 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Akt: Auf dem Totenschiff„Helvetia" Großes Orchester(20 Mann), Leitung Kapellmeister Heinz Praetorius Eintrittspreise von 1.10 M. ab Vorstellung: 630, 830— Sonntags 300, 445, 645, 830 in ......................................................... Ilm, ...................................................................................... QiiiiiiLIIIIliiiiill!� 'tfev Opernhaus. Palestrina. Anfang 5 Uhr. Schauspielhaus. Coriolan. Anfang 7 Uhfj Direktion Max Reinhardt, Ueat.cheH Theater. v uhr: Cymbelln. Montag 7 Uhr; Der Canf- mann von Venedig. Kammersptele. 2'/, U.: Minna von Barnhelm. 8 Uhr: NjH. Mtg. 71/,: v. Büchse d.Pandora. Theater i. d. Köuiö'ji'ützerStraße J.lö Uhr; Musik. 7 Uhr: Kabale und Liebe. Montag: Kameraden. Dienstag; Kameraden. Mittwoch: Neu einstudiert Sin Tranmspiel von Aug. Strindoerg. Musik von E. R. von Rernicek HauptdarEtellerilreneTriesch Ludwiti Hanau, Alired Abel, Ferdinand von Alten, Gustav Botz, Ernst Dernburg, Frieda Richard, JennyMarba, Gustav Hildebrant, Felix Rossert. Donnerst: Ein Tranmspiel Frei lag: Ein Traumspiel Sonnabend; BlnTraumspl.l Sonntag 3,15; Musik. Abends; Ein Tmumsplel Montag: Kabale und Liebe Komödieuhans Nachm. 3 U.: Fünf Frankfurter 1/zS; Llselott von der Plnlz. Berliaer Theater Nachm. 3 U.; Die tolle KointeB 7 u.: Bummel» Studenten. Residenz- Theater. Untergründe. KiosterstraBe, Stadtbahn Jannowltzbrücke. Nachm. 4 Uiir, kleine Preise: Gespenster. ras1".r26i.«iüe M tisre UbeD. Komödie von Sudermann. Regie; Allred Rolf er. Olga Limburg, Harry Lledtke, Rosa Valetti, Emma Dehner. Mittwoch 4 Uhr, kleine Pr.; Itotkitppchcn. Donnerstag/ 4 IL, kleine Pr.: üichnecwlttcben. Freitag 4 Uhr, kleine Preise: Hotkllppcben. Sonnabend 4 Uhr, kleine Pr.: Httnnel and Gretel. Walhalla-Theater. 7'/, Uhr: Das Gesetz« Volksbühne 3 Uhr:'s Jungferngift. 7Vä Uhr: Paul Lange und Tora Parsberg;. l.oHslnar-Theater Direktion: Victor Barnowsky. 3 Uhr: Der rote Hahn. Vit: Christa die Tante. Montag 71A; Christa die Tante Dienstag 7: Peer Oynt. Mlttw. 7'/,: Christa die Tante. Dorm. 7Vj: Christa die Tante. Freitag 7: Peer Cynt. Sbd. 7 Vi: Christa die Tante. Sonnt T'V Christa die Tante Montag TV/,: Christa die Tante Oeatnehe« Künstler- Theater. 3 Uhr: Dies Irae. Allabendlich 71/,: Der Blautuchs. Leopoldine Konstantin, Annaliese Halbe, Kurt Götz, Theodor Loos, Erich Walter. Trlanon-Theater. Bahnhof FriedrichstraBe. Untergrundbahn Friedrichstr. Nachm. 4 Uhr, kleine Preise; Johann tatoaer. Täglich>/J Uhr: JSsskersdo. Komödie von Ludwig Fulda. Regie: Alfred Roller. Hansl Arnstadt, Eugen Burg, Käthe Dorsch, Marletta Olly, Paul Bildt, Jul. Falkenstein, Hugo Flink, Paula Levermann. Mittwoch 4 Uhr, kleine Pr.: Sctaneewlttchea. Donnerstag 4 U., kleine Pr.: Rotkäppchen. Freitag 4 Uhr, kleine Preise: Schneewittchen. Sonnabend 4 Uhr, kleine Pr,; AhchenbrVdel. Rose-Theater. 3 Uh:: Minna von Barnhelm. 7»/i Uhr: Kleine Sklavin. i Heute abend 8 Uhr Wieder-Eröffnung der Eis- Arena Die | lustige Puppe Grobes Ballett in Prachtausstattung. Bekannt gute Kick Admirals-Kino Der goldene See 1 nit Read Orla CentrM-Thenter 7.20 uhr: Die FaschlBisfee. Deotaches Opcrnhana 11 Vi Uhr; Mandragola. tu.: floümanns Erzählungen Eden-Theater 3 Uhr: Prinzessin vom MI. TV. u.:„ü. A. w. g." Frledr.-WlUtclmat.Tli, 3 Uhr: Jugend. t«/. uhr: firetchen. Kleinen Theater. S'/i Uhr: Kümmelblättchcn. 7-/1 uhr: Heiden. Kl. Schanapielhana. Er kann nickt befehlen. Komische Oper 3>/. Uhr: Schwarzwaldmädel. t«/. u.: liebeszauber. Lnktapielhank 3V, Uhr: 360 Frauen. tv. uhr; So ein Mädel. Ketropol-Theater. 7 Uhr: SVblll. KTenea Operettenhans. 3>/i Uhr: Die keusche Susanne. iv. u.: Die Haie fom Mus. Schlller-Thent. Charl. 3 Uhr: Wie es euch gefällt 7®/. uhr: Viel Lärm umniehts Thalia-Theater 3 Uhr: Polnische Wirtschaft. 7V.U.;JUj|ftfSL, Vi. Uhr Boontaga..... 4, 0, 8 Uhr Vorverkauf ttgllch 12—1 Uhr Freikarten autgehoben I Volkstümlicher KunstsAbend «B Hueierprogramm*. Vtriks- u.Bl.duo�au�aMhse Dgü�T Margarete Walkotte Mui"wirÄeon Prof. Hugo Dechert(Cello) Mittwoch, den 15. Oktober 1919, Im Schubert• Saal, Bülowstr. IM(am Nollendorfplatz)■> Beginn S Uhr «men xu 4, 3, 2 M. bei Bote i Bock, Leipziger StraA« 17, ertheim, Leipziger SUaöe und im SehubaHeei « 37, uri OrsusSmeh EDSStflS Cr. RlDiler-yorstDlIiing mit AmateafReltea. M. 100,— erhilt derjenige, der dreimal stehend die Manege umreitet Sowie die Uhr. hervorrag. Spesialitate o. Abends?>/, Uhr: „Aphrodite" Tragikomisch. Pantomime in 3 Akt. v. Paula Dusch, insz. v. Holballettmeister Georges Bianvaiet Voi her d. grürkns-Progr. Jeden Dienstag It. 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Konzet: 16. Nov. Schubert— Schumann | EngcII, Laubenthal(Bert. Trlo-Ver.), Mnyer-Mahr 1 Wittenberg, Cr&nteTd III. Konzert; 7. Dezember; Brahms, Ansorge, Wüllner, Zlotnicka j Fiscfaer-Maretzki I Abonnements 12, 9, 6 3 M. tflr 3 Konzerte zusammen Beethovensaal. Dienstag, 21. Oktober, VI, Uhr:| I, Liederabend Hugo« W olfs Abend E Elisabeth van nderT I Am Klav.: Wilhelm Scholz| Karten 8, 6, 4, 2 M. j Singakademie. Donnerstag, 23. Oktober,?>/, Uhr. Konzert mit dem Philharmonischen Orchester Therese PetzkO'Schubert rvioi.) | unter gel. Leitung von Hermann Scherchen ; Mitw.: Vera Maurina PreB(kuv.) Fei. Roh. Mendelssohn(Ceuo) P. Juon: Trlple-Konz.(Leltg.: Der Komponist); Brahms Doppelkonzert; Tschalkowsky,«Romeo und Julia" Karlen 8, 6, 4, 2 M. Karten f. a. Veransu b. Bote 4 Bock, Werth. u. a.d.Abdk. s Reitneas 'zu Bepim-Grunew ald< 18. Tag: Sonntacr. d. 12- Oktober, nachmittags 1 Uhr: 8 Retuien im Werte von 206000 M. u. n: Großer Preis von Grunewald, 80 04)0 M. i Verkehrsvcrblndungen> Vorortzüge bisBahnhof Rennbahn, Untergrundbahn( bis Bahnhol Reichskanzlerplatz, Straßenbahnen U und U bis Bahnhof Heerstraße etc. von Obssb dornen. Beeren- obsl, Zlerftröochern usw. hat begonnen. L. SpHtb, Baumschule, Satten* geslaltung, Boomschnlenmeg Vertausozei! von S bis'<45 Uhr. VarvnbeuiW SM LstinliGk Weciliing Größtes Haus* direkt am Nettclbeckplatz BaSiSfl- DM Herrea-SarÄsFobe Pelzkrsßey n. Süte Riesige Auswahl Auf Tclltiuhlung Möbel u. Polsterwaren eigenes Fabrikat. SPBZl ALITAT: l-RlZimirWediMW und einzBlno liieJsticke sowie farbige Riesen-Auswahl, billig, preise Sehr kulante Bedingtiogen »MW* Orötoes Haus direkt am NeltcTheckplatz Reinickendorfer St. 16 an d. Gcrichtacraße. 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Ferniprechcr: Steinplatz 4776. 162' VfWsys'''<, y" s'/';'■■■ //y,*■/, ss/.y'-ySss Der Zahnstein ebenso wie der Zahnbelag sind Schädlinge(De die Zlhne, die unbedingt durch regelmäßige Zahnpflege mittela '//'y Kaliklora beseitigt und ferngehalten werden müssen, und zwar ge- •f ichleht das durch bestimmte Salze, die im„Kaliklora" enthalten sind, und die durch ihre auflösende Wirkung das Zahnbein von Zahnstein und Zahnbelag"i, befreien und den natürlichen Schmelz des Zahnes wieder zur vollen Geltung bringen. V% Diese Eigenschaft des„Kaliklora" ist neben der Desinfektion der Mundhöhle und des\ Rachens eine außerordentlich wichtige. Der ständige Gebrauch wird zur an-} Ä genehmen Gewohnheit durch das köstliche Aroma./ Große Tobe S 91. Kleine Tobe l,ÄO Ä. Berstellsf: Qneisser& So., G. m. b. D. Mamburg: 19. BlDneiiino Schwechten.Mann, Ecke, Srhitb« mai)er. Auswahl erftllaffigrt Initrumente. Konetzoy, tüleranöccftt 37(Alfcpl.).• Pelze billig.— R. 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Unzählige' Bücher sind geschrieben, Gehirne zermartert worden, ohne dast das Wunder geschehen wäre. Aber warum sollte es nicht doch einmal glücken? Es braucht ja auch nicht gerade immer ein gelehrtes Haus zu sein, dem ein großes Werk gelingt. „Was kein Verstand der Verständigen sieht, das übet in Ein- falt ein kindlich Gemüt". Neugierig trat ich näher. Einer von jenen Markt- schreiern pries die Erfindung an. Ich sah und staunte das Ding an. Es war ein kleines, unscheinbares, unten spitz zu- laufendes Metallkörperchen, an einer Schnur befesfigt. So also sah der berühmte Stein der Weisen aus! Nun kam die Erläuterung:„An dieser Erfindung kann man feststellen, ob ein Lebewesen zeugungsfähig, ob ein Ei befruchtet ist oder nicht. Man hält das Metallkörperchen z. B. über die Hand einer Person. Bei einem weiblichen Wesen fängt es an zu kreisen, bei einem Mann dagegen pendelt es nur. Kein Scherzartikel, die ernsteste Sache von der Welt!" Er machte das Experiment erst bei einer hübschen jungen Maid, die sich's errötend gefallen ließ, dann bei einem alten Knaben, der zuerst protestierte:„Et sieht doch jeder, wat mit mir is", dann aber doch seine Hand hinhielt. Und siehe da, die Sache klappte in beiden Fällen. Verblüffte Gesichter rings umher, halb zweifelnd, halb überzeugt! „Das menschliche Leben beruht auf Magnetismus", setzte der neue Weltbeglücker seine„wissenschaftlichen" Darlegungen fort,„die magnetischen Ströme ziehen sich gegenseitig an oder stoßen sich ab, wenn sie nicht zueinander passen. Auf diesem Prinzip beruht die neue Erfindung, die bestimmt ist, der Menschheit ungeahnte Möglichkeiten zu eröffnen". Der ganze Haufe stand in schweigender Bewunderung da.� Aller Blicke waren in die Zukunft gerichtet. Man sah gleichsam lauter glückliche Menschen, von denen jeder den Stein der Weisen in der Tasche trug. Als aber das kleine Dingelchen gar mit einer Mark das Stück angeboten wurde, da fand sich vor allzuvielen Betvunderern nicht ein einziger Käu-fer.----- Berlin ohne Meisch. Nach monatelangen, erfolglosen Bemühungen, die äußerst mangelhafte Belieferung Groß-Berlins mit Fleisch aufzubessern, hat der Magistrat neben telegraphischen Vorstellungen beim Ministerpräsidenten, beim Staatskommissar für Volksernährung und beim Landesfleischamt erneut eine Eingabe an den Reichs- wirtschaftsminister gerichtet, in der darauf hingewiesen wird, daß für diese Woche immer noch 90« WV Pfund Fleisch ausstehen und für die nächste Woche überhaupt noch kein Fleisch geliefert worden ist. Der Magistrat spricht die Erwartung aus, daß die Regierung die nötigen Mittel anwenden wird, um endlich diese unerträglichen Zustände zu beseitigen. Der Stäötetag für Sie Awangswirtschast. Der Vorstand des Deutschen Städtetages warnt die zustän- digen Stellen dringend vor einem Abbau der Zwangs- Wirtschaft im gegenwärtigen Augenblick. Auch er sehnt die Abschaffung herbei, aber gegenwärtig wäre sie ein Experiment, für das die sei? ige Zeit ganz besonders ungeeignet ist. Die erste Folge dieses Experiments würde die Steigerung aller V r e i s c ans die ungeheuerliche Höhe der Auslandspreise sein und d'e weitere ein vollständiger Zusammenbruch der Wirtschafsführung der Verbraucher. Die Regierung ist für die Ernährung der Bevölkerung verantwortlich, und der Versuch des Landbundes, die Regierung von dem Benmßtscin dieser Verantwortung zu beftcien, ist aufs tiefste zu bedauern. Unbe- dingt erforderlich ist im Gegenteil eine Stärkung des V e r a n t- wortungsgcfühls nicht nur bei der Regierung, sondern auch in de" Erzeugerkreisen und an seiner Belebung mitzu- wirken, ist die Aufgabe der gesamten Volksgemeinschaft. Die K o m- m u n e n, die sich bisher mit Interesse und gern in den Dienst der öffentlichen Lebensmittelwirtschaft mit ihrer ungeheuren Bürde an Arbeit und finanziellem Risiko und Verantwortung gestellt haben, wollen diese Bürde auch gern weitertragen, aber sie können das nur, wenn die öffentliche Reichsbewirtfchaftnng die Grundlage ihrer Tätigkeit bleibt. Bon der Grosse» Berliner Straßenbahn. Der AufsichtSrat der Großen Berliner Straßenbahn hielt Freitag unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Mermuth eine Sitzung ab, in der beschlossen wurde, die Frage der von der Verbandsversammlung gewünschten Wiedereinführung der Sa mm el karte bis zu der in Aussicht genommenen allgemeinen Neuregelung der Groß-Berliner Straßen- bahntarrfe zu vertagen. Die Neuregelung soll am 1. Januar 1929 in Kraft treten. Als Nachfolger des verstorbenen Baurats Otto wurde der un° besoldete Stadtrat und Direktor der städtischen Straßenbahn Hage- meier in Barmen zum technischen Direktor der Großen Bcr- liner Straßenbahn gewählt. Ferner wunde mttgetoiltz daß der Name»Große Berliner Straßenbahn" auch nach dem Uebergang des Unternehmens auf den Verband Groß-Berlin erhalten bleibt. Eine dahingehende handelsgerichtliche Eintragung wird vorgenommen: zur rechtsver- bindlichen Vertretung der Gesellschaft werden drei Vorstandsmit- glieder bestellt. Für 399 999 M. Stoffs, Wäsche usw. erbeuteten Einbrecher in der vergangenen Nacht in der Großhandlung für Wäschekonfektion von Samulon u. Eo., Alexandcrstr. 55. Für die Wiederbeschaffung der Ware hat die Firma 39 999 M. Belohnung ausgesetzt. Mit- tcilungen an Kriminalkommissar Hoppe, Polizeipräsidium, Zimmer S3a. Einen großangelegten Zuckerschwindel betreibt eine Gauner- bände, die von der Kriminalpolizei gesucht wird. Sie hat es Haupt- sächlich auf Bonbonkochereien und andere Geschäfte- abgesehen, die zur Herstellung ihrer Ware Zucker benötigen. Bei diesen fahre«: sie mit einem Rollwagen vor, auf dem unter einem großen Plan eine Anzahl gefüllter Säcke liegen. Sie suchen dann den Geschäftsmann auf und bieten ihm Zucker sackweise zu einem trotz der großen Zuckerklmppbeit verhältnismäßig billigem Preise an. So finden sie schnell Kauflustige. Diese führen sie dann an den Wagen, schneiden in die Mitte der Säcke ein kleines Loch und der Geschäfts- mann findet, wenn er den Inhalt an dieser Stelle prüft, guten Zucker. Erst wenn«r die ganzen Säcke untersucht, stellt sich heran?, daß diese mit Salzgc füllt sind und nur ander Stelle, an der die Verkäufer das Loch in den Sack ge- schnitten hatten, ein kleines Beutelchen mit Zucker enthalten. Auf diese Weise hat die Gannerbande eine ganze Reihe Geschäftsleute um Beträge bis zu 29 999 M. und mehr geschädigt, von denen aber nur ein kleiner Teil sich veranlaßt gesehen hat, den Schwindel bei der Kriminalpolizei anzuzeigen. Bisher gelang es noch nicht, die Schwindler zu fassen. Warnung für Ausivanderrr. Die Reichszentrale für Heimat- dienst übermittelt uns nachstehende Warnung des Reichsanswaiude- rungsamtes: Die Kolonial-, Handels- und Farmge- s e l l s ch a f t m. b. H., Berlin S. 59, C a m p h a u s e n st r. 18, Leiter Jofe'f E-a ndmann, wirbt für ein Siedlungs- unternehmen in Argentinien. Die von ihr verbreiteten Werbeschriften benutzen jedes Lockmittel, um Mitglieder zu ge- Nwnnen. I n den Auskünften bei Anfragen werden falsche Tatsachen angegeben. Ein Besicdlungsplan ist nicht vorgesehen. Bor der Beteiligung an dem Unternehmen wird gewarnt.* Das Ergebnis der Volksabstimmung in Friedenau über die Zugehörigkeit zu einer Itachbargemeinde im künstigen Groß-Berlin ist gestern vom Friedenauer Gemeindevorstand bis auf wenige Stimmen, die noch ausstehen, aber cm dem Endergebnis nichts ändern können, festgestellt worden. Insgesamt wurden 29 297 Stimmzettel zurückgeliefert. Davon lauten auf Wilmersdorf 13 183, auf Schöneberg 12 339, auf Steglitz 547, ungültige, zumeist unbe- schrieben« Zettel waren 3937. Demnach sind von den gültigen Stimmen die meisten für den Anschluß an Wilmersdorf. Die Zahl der Erwerbslosen in Berlin ist, wie der Magistrat mitteilt, im September um 11990 zurückgegangen. An Unter- stützungen wurden im September rund 12 Millionen Mark gezahll. Die Gesamtaufwendungen von der Einführung der Arbeitslosen- Unterstützung an bis Ende September belaufen sich ans nahezu 179 Millionen Mark. VorzugSkurse für Heimkehrer für die Woche vom 13. bis 19. Oktober 1919. Amerika England Frankreich Belgien Noten Scheck Noten Scheck Noten Scheck Noten Scheck 25,— 22,— 110— 97,— 319,— 285,— 319,— 285,— ReichSbuiid der Kriegsbeschädigten, Bezirk 3(Süd-Ost� Nächst« Bezirksversammlmig Montag Tl, Uhr, Schuhmachers Fcstsäle, Dkalitzer Strasse 128. Mitgliedskarte legilimiert. Ausnahme neuer Mitglieder. Resercntin: Frau Schildhaner. Die städtische» Elektrizitätswerke Berlin veröffentlichen i» unserer heutigen Ausgabe eine Bekanntmachung betr. Erhöhung des Teuerungs« Zuschlages für das lausende Vierteljahr. Der Zcntralrat der deutschen Arbeiterräte verlegt seine Ge- schäftsränme mit dem 15. Oktober vom Herrenhaus nach In den Zelten 23. Cbarlotteubnrg. A« die Gewerkschaften k Am 13. Oktober be- qinnt das Winterhalbjahr 1913/29 der V o I l s d i I d u n g s k u r s e der Stadt Charlottcnburg. Der Beiuch der Kurse ist unentgellliÄ. Sämtliche Vorträge und Hebungen sinden im Schiller-Realghmnasium, Schillerstr. 24, abends von 7—10 Uhr statt. Die einzelnen Fächer verteilen sich solgender. Massen: Montags von 7—8 Pbysik; von 8—9 Volksivirischaststchrc; von 9-10 Volkswirtschaftliche Hebungen; von 8—10 Deutsch(llnterlursus). Dienstags von 7-8 Gesimdheitslehre, Technik: von 8—10 Litcralur, Rechnen(ObcrkursuS). Mitlwochs von 7— 8 Philosophie; von 8—10 Lite- ratur, Deutsch iMittclknrsuS), Rechnen sMitteUursus). Donnerstags von 7—8 Erziehungslehre, Chemie: von 8—10 Kunstgeschichte, Rechnen(Unter- kuriuss. Freitags von 7—8 Kulturgeschichte. Wirtschastsgeographie; von 8—10 Musik, Naturkunde, Deutsch(Obertursus). Weitere Auskunft erteilt der Obmann.der Charlottenburger Gewerk- schaftskommission, Otto Flemniing, Pcstalozzistr. 13, vor» IV, sowie die Eeschästsstelle Wallstr. 80(Arbeiterschule). Arbeiter- Tamaritcrbnnd Tempel Hof. Heute Sonntag 3 Uhr- Berliner Str. 92: Prüfung der Teilnehmer. Groß-Berlin. Brot aus.Wasser". Berlin. Auf die»E I"- Kindcrkarte Montag an Stelle von Frischmilch eine Büchse Kondensmilch stir die Zeit bis zum 18. Oktober. Auf die „Oll"- Kinderkarlen Liter Vollmilch. Elmrlotten bürg. 300 Gramm Graupen(81/ 10. bis 18. Oktober 230 Gramm ausländische Weizenjabrikate(8ö), 130 Gramm Teigwaren(891, 17. bis 23. Oktober 230 Gramm Hasernährmtttel(91), 250 Gramm ausländische MaiSsabrikate(32), 130 Gramm Margarine tv 18). IS. bis 19. Oliober 250 Gramm ausländisches� Weizenmehl(Iii 20), 230 Gramm Jnlandsmarmelade(259j 17. bis 25. Oktober. Ab 16. Oktober für Leute. die vor dem 16. Oktober 1831 geboren sind, aus besondere BerechtlgungS- karten einmalig 230 Gramm Kakavpnlver. Wilmersdorf. 130 Gramm Teigwaren auf 83(6s Pf.). Ausländische Maisfabrikale je 230 Gramm aus 33 und 83, zusammen 300 Gramm (2,90 M) Graupen: Fortsetzung dcS Vcrlauss auf Abschnitt 33 130 Gramm (44 Pf. für 500 Gramm). 250 Gramm Nährhefe auf dl(2,10 M. für 500 Gramm). Für Kranke: Eier Ende der Woche auf 42. Laiikwiü. 13. bis- 13. Oktober 3 Päckchen Milchsüssspeisen(82). 130 Gramm Nudcln.II(89). 230 Gramm Haferflocken(31), 200 Gramm Hascrflocken(44), 500 Gramm Marmelade(13). Neukölln. Ende der kommenden Woche voraussichtlich 150 Gramm Reis und 300 Gramm Hülicnsrüchte. Für 4., L. und 11. Brotkommission 123 Gramm Harzer oder Tilsiter Käse. Freihändig Bnchtvcizenmehl und Buchweizengrütze. Feigen, Sauerlohl, Bohnen mit Speck, Süsslirschen, Preisselbceren, Pffaiimeii. Neue Zufuhren a» Seesischeu und Heringen. Lichtenberg. bOO Gramm Marmelade Abschnitt 73 der Lebensmittel« karte.— Gegen Boranmeldung Aus Abschnitt 410 ich J, K, S der Lebensmittelkarte je 373 Gramm Zucker. Je 230 Gramm ausländische Hülsen- srüchtc(123 Ps. für 1 Psimd), Abschnitte 72 und 73.£50 Gramm Teig- waren(66 Ps. für 1 Pjund) Abschnitt 74). 1 Päckchen Puddingpulver (43 Ps.) Abschnitt 404 E..T, G, K. S der Lebensmittelkarte. Je Psund Bonbon(65 Ps.) Abschnitt 403 K und S. Je'/, Pjund Kandis(17 Pf.) Abschnitt 403 j, G, K, S. Aus Urlaiibcrkarte: 100 Gramm Nährmittel und 230 Gramm Marmelade. Für heimgekehrte Kriegs- und Zivilgesangcne je 250 Gramm ausländische Hülsenfrüchte Abschnitt lo bis 6o Zujatzkarle. Geschäjte siehe Anschlagsäulens Pankow. Für Kinder im 1. und 2. LeacnSjahre je 2 Päckchen, alle übrigen bis zum vollendeten 7. Lebensjahre 1 Päckchen �Gerstenmehl. Wegen weiteren Rückganges der Eingänge an Frischmilch können in den Geschäften, die die Firma Zpekowslh mit Milch beliefert, die'/«(Literkartcn bis auf weiteres leine Frischmilch erhalten AIS Ersatz ein Psund Haser- flocken auf die Abschnitte der Hz-Llter-Krankciikarte für 12. bis 19. Oktober. Friedrichshagen. 300 Gramm Erbsen(48). 123 Gramm Teigwaren (43), 230 Gramm Suppen(30), 130 Gramm Weizenmehl-(I. 13). vof Erleuchtung. Roman von Henri Barbusse. Verdeutscht von Max Hochdorf. Niemals dürfen sich Deine Augen von der Schlichtheit deS neuen Welienbildes abwenden! Die Wahrheit, die alle angeht, ist eine schlichte Wahrheit. Verworren ist nur, was die Wahrheit nicht niedertreten möchte: Die Verquickung von Irrtum und Vorurteil, die aufgeschichtet wird in dem Reich der Tyrannen, der Rechtsverdreher und Schmarotzer. Diese Ueberzeugung durchleuchtet wahrhaft, was Menschenpflicht ist. Diese Gewißheft deutet unverkennbar die Art, in der die Menschenpflicht zu erfüllen ist. Wer bis zum Grunde der Wahrheft gelangen will, der muß die Schlichtheit der Dinge wiederfinden, die grausam-schlichte Gläubigkeit, oder er ist verloren. Verspotte all die witzigen Auslegungen und Unter- scheidungen der Rededrechfler und besonderen Kiirpfuf8vrl Sage ganz laut:„So steht die und die Sache!" Und dann: „Darum stelle Dich so und so zu der Sache!" Volk der Erde, Du wirst diese Schlichtheit niemals besitzen, wenn Du Dich ihrer nicht gewaltsam bemächtigst. Trägst Du Verlangen nach ihr, so erschaffe sie mit Deinen eignen Händen. Und hier vermache ich Dir den ungewöhnlichen und magischen Zauberspruch:„Du kannst es!" Um ein Richter aller Dinge zu sein, geh auf den Quell der Dinge ein und dringe bis zu ihrem Ziele vor! Das Edelste und fruchtbarste Werk, das die Menschenklugheit vollenden kann, gebietet ein Aufräumen mit all dieser aufdring. lichen Ueberlieferung und ein Wegräumen all dieser be> schränkten Gedanken und Herrschergewohnheiten. Geh und suche, über allen Trugschein hinaus, die ewigen Stützen der Menschheit. Nur so wirst Du klar sehen, nur so den Ur- grund der Dinge, nur so das Sittengesetz! So nur, wird Dir das Wissen von der Gerechtigkeit und der Gleichheit klar werden, das schön ist. wie der Tag selber. Sei stark i dieser höchsten Schlichtheit und sprich:„Sich bin das Volk der Völker, also bin ich der König der Könige. Ich will, daß die Herrschaft allüberall von mir selber ausgehe, denn ich bin die Kraft und das Recht. Ich will keine Despoten mehr, keine aufrichtigen.ynd keine heimlicken, keine großen mehr »nd keine kleinen. Jetzt weiß, ich alles, ich will nicht mehr. Tie unvollkommene Menschcnbefreiung von 1789 ist von den Königen angegriffen worden. Das Geschlecht von heute, das vollständig befreft ist, wird die Könige angreifen. Andere Völker leben, bereit politischer Weg von großen und mächtigen demokratischen Persönlichkeiten gekreuzt wird. Aber solange die Gesamtheit der Dinge nicht umgestoßen ist, immer nur die Gesamtheit, die heilige Gesamtheit, können diese Männer das Unmögliche nicht vollenden. Früher. oder später muß ihr Wille, der zu schön war, beseitigt oder der- kannt werden. Was nützt es, da der Fortschritt doch so ent- setzlich dringlich ist, daß die Mittelchen, die zum veralteten Wcltregiment gehören, so spärlich ausgeteilt werden. Alle Herrschenden werden vom Schicksal gedrängt, daß sie fester zusammenhalten als Du glauben magst. Sie werden zu, sammengehalten durch das veraltete Räderwerk der Kanz- leien, der Ministerien, der Diplomatien und der eisernen Gebräuche, die nur obenhin vergoldet sind. Selbst, wenn sie sich untereinander bekriegen, so bleibt doch die Verwandtschast unter ihnen unauslöschlich und ausrecht. Aber gerade das darfft Du nicht mehr wollen! Darum zerbrich die Kette! Unterdrücke alle Sonderrechte und sage endlich:„Nur die Gleichheit darf regieren!" Jeder Mensch ist so viel wert wie der andere. Das be- deutet, daß kein Mensch in sich ein Sonderrecht trägt, ge- eignet, ihn ü b e r Las Gesetz der Gesamtheft zu stellen. Wohl, es handelt sich um eine Gleichwertigkeit aus Grundsatz, aber das entkräftet nicht die Rechte, die abgeleitet werden können aus der persönlichen Arbeit, aus den persönlichen Gaben oder der sittlichen Kraft des einzelnen. Wird jedtzr als gleich- berechtigt angeseben, so werden nur die Rechte des Bürgers getroffen, aber nicht der Mensch in seinem gesamten Sonder- Wesen. Der Arme,� der Proletarier, ist edler als ein anderer Mensch, aber sein Verdienst darf deswegen nicht höher an- gesetzt werden. In Wirklichkeit sind alle arbeitenden und ehrlichen Menschen ebenbürtig. Aber die Zabl der Armen und Ausgebeuteten beträgt hinieden 1% Milliarden. Sie sind im Recht, denn sie sind die Masse. Das Sfttengesetz ist nur die gebietende Förderung dessen, was zum allgemeinen Wohle gehört. Das Sittengesetz verlangt immer, wie es auch gestaltet sei, daß der Vorteil des Einzelnen und der Nutzin Aller sorgsam ausgewogen werde: das beißt, der Eine muß opfern zum Woble der Vielen, und die Vielen müssen opfern. auf daß es der Gesamtheit woRergebe. Tie republikanische Idee ist die Uebertragung des Sittengesetzes ins Bürgerliche. Was gegen die Republik geht, geht auch gegen das Sitten- gesetz. Auch die FraueU sollen in der Gesamtheit und ohne Ein- schränkung den Männern ebenbürtig sein. Die Geschöpfe, die uns Helligkeit schenken und Kinder zur Welt bringen, sind nicht ausschließlich geschaffen, um uns die Wärme ihres Körpers zu leihen oder freiwillig zu spenden. Es ist gerecht, daß alle Arbeit geteilt werde, daß ihre Last vermindert und daß sie ausgeglichen werde durch alle Hände, die berufen sind. Es ist gerecht, daß ves Menschen Schicksal auch mit der Kraft der Frauen aufgebaut werde. Mag ihre triebmäßige Nei- gung zu oberflächlichem Glänze auch gefährlich sein, mögen sie auch leichtfertig alle Dinge mit ihrem bloßen Gefühl und der bedrohlichen Verblendung einfärben, zu der ihre geringste Eingebung gleich verleitet, das Märchen von ihrer Minder- Wertigkeit ist ein Nebel, den Du mit e i n e r Handbewegung zerstreuen mußt. Das Reich, das die Frauen begründen sollenT-riiht auch in der Ordnung aller Dinge, und es ge- bört auch in die große Weltordnung, daß der Mensch mit Hoffnung im Herzen den Tag erharrt, an dem die Ketten fallen, die noch die wirtschaftlichen und politischen Rechte der Frau einschränken, und dann wird mit einem Male die Menschenfreiheit um das Doppelte vergrößert sein! Volk der Welt, richte die Gleichheit bis zu den äußersten Grenzen Deines weiten Lebens auf! Gründe die Republik der Republiken, das heisst, die gemeingültige und unverhüllte Menschensatzung! Richte sie auf auf der ganzen Erde, die das Reich Deines ssltmens ist. Lasse sie gebieten in allem, was Deinen Verkehr mit anderen Ländern angeht! Richte sie auf, diese Gemeinschaft der Gesetze, denen jede Arbeit und jede Schaffenskraft und jeder Verkehr gehorchen müssen! Werden diese hohen Kräfte der Vereinigung und Versittlichung von gesonderten Gruppen und Völkern zerstückelt, so ist das nur ein künstliches, willkürliches und schädliches Werk. Denn Volk und Volk oder andere Grüpplein, alles das ist nur eine Vergrößerung, die eine Verkleinerung bedeutet. Die angeb- lidheii unteilbaren Rechte der einzelnen Völker auf ein be- sonderes Glück verschwinden, wenn man sie näher prüft und betrachtet. Es gibt nur ein Glück, das den Einzelmenschen angeht, und dieses Glück darf nur von der Gesamtheit aus- gelöst werden. Sagt man:„Ick)", so will das besagen:„Ich allein". Sagt man:„Wir", so will das besagen:„Die Men» scheu insgesamt". Solange nicht eine einzige Republik den Weltenball bedeckt, werden die von einem vereinzelten Volke errungenen Freiheiten nur Anfangsspuren und geringe Feuerzeichen sein! lLorff. kolgt) Grsß-Serlkner partesnachrkchtetu 8. Abteilung. Mittwoch bei Rathmotm, ffiilSelmftr. 118: AbtetlungS- bersamlnlnng. Rcserent: Genosse Heller, M. i. L. über:.Da« Ersurtcr Programm und die Haltung unserer Genossen in der Negierung.' K. Abt. Mitgliederversammlung: Mittwoch 7 Uhr VI. Realschule, Belle, Miance-Str. 80. OuartalZbericht, Wahlen. Erscheinen aller Mitglieder netwendig. Iii.— 18. Abt. DienZtag VI, Uhr: Sitzung der FunMonäre IN v-triebsve?trauen«leute in den.ComeniuSsälen', Memeler Ztr. S7. t!«. Abt. Montag 7'/, Uhr: Sitzung der Funktionäre und Betriei. Vertrauensleute bei Albrecht, Stratzwannstr. 4Z.— Karten zur Nevolutivu... seicr am 9. November im Rosc-Theater 1,S0 M. bei Unglaube, Eckertstr. 4, Wölk. Petersburger Str. 13 und Guzh, Weidenweg 7. tN. Abt. Heute vorm. 10 Uhr bei Goldschmidt, Stolpischo Str. SS. 46. Abteilung. Mittwoch 7 Uhr in der Schulaula, Plantagen- strahe 15118: ülbteilungSveriammlung. Reserent: Genosse W. Schön- «älder, Langeubielau M. d. iL Thema: Wie bauen wir unser WirtschastS« leben aus.» 35. P. D-Ttzunktionärkonferenz der A. banniStal. Skiederschönewcide findet ein V o r t r a g S kurs u S: Em- sührung in den wisscnichasllichcn Sozialismus statt. Er beginnt am Donnerstag, IS. Oktober, abends 7 Uhr, in der Schulaula, Radicke- straße 12, AdlerShos. Teilnehmerkarten zm 4 M. sind an folgenden Stellen zu haben: Blumenthal, AdlerShos, Kionprinzenstr. 37 I; Greulich, Bohnsdorf, Paradies skr. 11; Brosetzkh, Grünau, Cöpenlcker Str. 12; Gart- lowSki, Jobannislhal, Mübldergstr. 1, III; Förster, Niedcrschöneweide, Hasselwerderstraße 10 III; Kriege!, Cöpenick, Flemmingstr. 10, Hof pt. 5ugenöveranfta!tungen. Süd> Ost. Am Montag abend DiSkussionsabend über„Arbeiter- Jugend'. Die Veranstaltungen finden wegen besonderer Umstände n i ch t im Jugendheim. Wrangelstr. 128, sondern im„Reichenberger Hos', Reichen- berger Str. 147, statt. Nord-Ost, Prenzlauer und Schönhauser Borstadt. Heute 5 Uhr w Havermamis Festsälen, Neue Friedrlchstr. 35, Herbstseft, bestehend au? Gesang, Rezitationen, Slnsprachc und Theateraussührung. Saalöffmmg 4 Uhr, Eintritt 75 Pf. Gesundbrunnen. Wanderung Biesenthal-Buckowsee. Treffpunkt morgen?'1,6 Uhr am Vorortbahnhof Gesundbrunnen. Ebariottenburg. Jugendheim, BolkSbauS, Rosinenstr. 4, vorn l. Heut? 5 Ubr: Unterhaltungsabend mit Leionderem Programm. Stegiitz. Friedenau. Wanderung nach Potsdam. Treffpunkt 9 Uhr Bahnhos Steglitz. Temvelhof-Mariendorf. Heute L Uhr In der Aula deS Evmnast- nmS in Marie ndors, Kaisersirassc, Elternabend mit SchulenilassungS- seier, bestehend auS Gesang, Prolog, Ansprache, Musik und Rezitationen. Billets ä 1,— M. sind bei sämtlichen Funktionären des Wahloereins in Marlcndors und den Mitgliedern der Jugendsektion zu haben. ESPenick. Heute 5 Ubr Eröffnung des neuen Jugendheims. Rrinickendorf-Ost. Wanderung Erkner-RuhlSdors. Treffpunkt 7 Uhr sruh Stratzenbahnhof. Heriusdvrf. Heute abend 7 Uhr Mitgliederversammlung mit wichtiger Tagesordnung im Jugendheim, Turnhalle. Roonstrasse. KaulSdvrs. Jugendheim, Adolfstraße, Gemeindefchul«. Heut« nach- mittag 4 Uhr, Bunter Abend. Parteigenosse« und Jugendfreunde! Macht Eure schulentlassenen Söhne und Töchter auf diese Veranstaltungen aufmerksam und sorgt dafür, daß sie regelmäßig« Besucher derselben werden. Vorträge, Verelne unü Versammlungen. Bereinigung saztaltstischer Lehrer und Lehrerinnen Grost-Ber- linS. Wegen Erkrankung deS Genossen Dr. Ballod sindet der Vortrag über„Soziatisicrung' am Montag nicht statt.— Arbeiter-Schwimmvcrein Nenköll«. Mittwoch 8 Uhr Mitgliederversammlung bei Kriegel, Reuter, siraße 22. Montag männliche und weibliche Jugend ebendaselbst.— Hilfs- gefangenenaufseher Gross- verlins k Montag 7 Uhr im Restaurant Lehrter Strasse 34 Versammliwg. Tagesordnung:»Wie verbessern wir unsere Lage.____ WetterauSstchteu für das mittlere Rorddeutschland bis Montag mittag. Zeitweise heiter, aber»och sehr unbeständig und kühl. An den meisten Orten öfter etwas Regen. und weii ICO ern breü... M. P a 1 1 1 e f f e 12,60 marine, mit far- blgen Streiten, 46 cm breit,.. M. Pailleff e achvarz, 64 cm breit......... M. V-/ V-� Eoli'enne In hellen, mittleren u. dunklen Forben, 00 cm breit.., M. AÖ Cr6pe Chiffon In ollen modernen Faxben, llO/llö cm breit......... 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Pferdekolik 4,—. Schweinezucht 1,60. Schweinefütferung 2,65. Schafzucht 8,-. DUngerlehre 4,75. Einträgt Gemüsebau 9,70. Einträgt Feldgemüsebau 4,65. Pilzbuch 3,—. Gartenbuch 5.75 oder 22,—. Gartenkunst 8,50. Kaninchenzucht 3,60, Ziegenzucht 3,60. Geflügelzucht 5,—. Hühnerzucht 2,20. Entenzucht 2,2'-. Gänsezucht 2,20. Bienenzucht 5,—. 6000 Re-neptc zu Handelsartikeln 15,—. Richtig Deutsch 5,75. »er.ntsformularbuch 5,75. Rechtschreibung(Duden) 7,15. Au'saizschule 5,75. Fremdwörterbuch 5,75. Englisch 5,75. Französisch 5,75. Spanisch 5,75. Polnisch 5,75. Buchführung 5,75. Bankwesen 5,75. Geschäfts- u. Privatbrletsteller 5,75. Schönschreibschufe 4,—. Zeichenschule 2,—. Guter Ton und feine Sitte 5,75. Mod. Tanzlehrbuch 3,35. Die Gabe der gewandten Unterhaltung 3,20. Gegen Nachnahme L. 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Lollsbghve: 12., IS. n.„'s Iungferngift", 12., 14., 16.„Paul Lanas und Tora Parsberg", 13., 17.„Die Bürger von Calais", 15.„Mah für Muß", 18., 20.„Suther", 19.„Gas".— Opernhaus: 12., 14., 15., 19.„Paleftrina", 13.„Carmen", 16.„ffigaros Hochzeit", 17.„Rheingold", 18.„Mignon", 20.„Hoffmanns Erzählungen".— Schauspielhaus: 12. n.„Stella", 19. n.„Gespenster", 12., 17. „Coriolan", 13.„Gespenster", 14. 15., 18., 19.„Maria Stuart", 16.„Peer Ggnt", 20.„Othello".— Deutsches Theater: 12., 14., 16., 18., 20.„Cymbelin", 13., 19.„Der Kaufmann von Venedig", 15.„Hamlet", 17.„Faust I".— Kammcrspielc: 12., 19. n.„Minna von Barnhclm", 12., 16.„Nju", 13., 15., 18., 20.„Die Büchse der Pandora", 14.„Frühlings Erwachen", 17. 19.„Iwanow". — Lcssing-Thcater: 13., 15., 16.. 18., 19., 20.„Christa, die Tante", 14., 17. „Peer Giint", 19. n.„Der rote Hahn".— Theater in der Äöniggrähcr Straße: 12., 19. n.„Mustk", 12.. 20.„Kabale und' Liebe", 13., 14.„Kanicradcn", 15., 16., 17., 18., 19.„Ein Traumspiel".— Deutsches Opernhaus: 12., 19. n.„Die verkaufte Braut", 12.„Hoffmanns Erzählungen", 13.„Die Liebe dreier Könige", 14.„Mignon", 15.„Die lustigen Weiber von Windfor", 16.„Lohcngrin", 17. „Der Postillon von Loujumeau", 18., 20.„Undine", 19.„Cavallcria rusticana", „Schwätterin von Saragossa".— Schiller-Theater: 12., 19. n.„Wie es euch gefällt", 12., 15., 17.„Biel Lärm um nichts", 13., 18., 19.„Der Meinmdbauer", 14., 16., 20.„Flachsmann als Erzieher".— Ziofc-Theatcr: 12., 13., 14., 15. „Kleine Sklavin", 16., 17., 18., 19., 20.„Das Gesep".— Urania: 12., 16.„In den Bergen Tirols", 14.„Die Schönheit der deutschen Landschaft", 15.„Die Geschichte der Urwelt", 17., 18.„Ueber den Bodcnsec und seine Ufer". Täglich. Die Tribüne:„Die Wandlung".— Kleines Theater:„Helden".—- Deutsches Künstler-Theater:„Der Blaufuchs".— Kleines Schauspielhaus:„Dis nicht befehlen".— Komödien Haus:.Lisclott von der Pfalz".— Berliner The- aler:„Bummelstudcnten".— Trianon-Theatcr:„Maskerade".— Residenz- Theater:„Das höhere Leben".— sieutral-Thcater:„Die Faschingssee".— Edeu-The-tcr:„II. A. w. g.".- Friedrich-Wilbelmstädtisches Theater:„Gret. chcn".— Komisch» Oper:„Liebcszauber".— Lustspielhaus:„So ein Mädel".— Metropol-Theatcr:„Sybill".— Neues Operetrcnhaus:„Die Dame vom Iir- kus".— Thalia-Thcatcr:„Jungfer Sonnenschein".— Theater am Rolleudors- plag:„Die Puppe", 15. 16. geschlossen, ab 17.„Der Vielgeliebte".— Theater des Westens:„Die Frau im Hermelin".— Theater der Friedrichstadt: Vier Einakter. Ab 17.„Dr. Stieglitz".— Wallner-Theatcr:„Eine Vallnacht".— Walhalla-Theater:„Das Gesetz", ab 16. Theater:„Grotzstadtpflanzcn". „Eine Frau wie du".— Kasino- �sclusibung der Stelle des Direktors des Jugendamtes der Stadt Berlin. Die Stelle des Direktors des Jugendpflegeamtes ist baldigst zu besetzen. Das Anfangsgehalt beträgt 5400 M. und steigt in 12 Dienstjahren in Stufen von 2 zu 2 Jahren um je 400 M. bis zum Höchstbetrage von 8800 M. Daneben werden die für diese Stelle festgesetzien Teuerungs- und Familienzulagen und außerdem eine jährliche pensionsfähige Zulage von 2000 M. gewährt. Der Direktor muß sich gegebenenfalls die Versetzung in ein anderes Amt mit gleichem Gehalt gefallen lassen. Die Pensionsverhältnisse richten sich nach dem Ortsstatut vom 10. März/14. Mai 1918. Bewerber, die bereits ein ähnliches Amt bekleidet oder sonst reiche Erfahrungen auf dem Gebiete der Jugendpflege(Jugendbildung u. Jugendunterhaltung, Kleinkinder- u. Schulkinderpilege, der Fürsorge für erholungsbedürftige Jugendliche, Berufsberatung und der Lehrstellenvermittlung) erworben haben, werden aufgefordert, ihre Meldungen unter gleichzeitiger Einsendung ihrer Zeugnisse und eines Lebenslaufes bis zum 31. Oktober 1919 an das unterzeichnete Jugendamt einzureichen, Berlin, den 9. Oktober 1919. Städtisches Jugendamt. C 2, Jüdcnstr. 51/53, Fischer. Goldinkronen 18!l! Jrlicken, Zalioers�tz olme Sunißiiplatte. InbogrenKt hultbai- and farbecht. Zahnziehen m. Einspritzung fast vollkommen schmerzlos. 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Nur eine Gefahr droht dem Streikrecht: Und zwar von jenen Leuten, die die Arbeiterschaft dazu aufhetzen wollen, das Streikrecht gegen die Interessen der Gesamtheit, jgegen die Lebens« bedingungen ihrer eigenen Volksgenossen zu missbrauchen. Bei dem sozialen Charakter unseres Staats- und Gesellschaftskörpers kann kein Recht ein absolutes sein, das schrankenlos und ohne jede Rücksicht auf andere ausgeübt werden darf.� Jedes Recht, auch das Recht der Arbeiterschaft, findet eine natürliche Grenze da, wo die Lebensbedingungen des Ganzen, die Existenz der Allgemeinheit, in Frage stehen. Grundsätzlich darf zum Beispiel heute jeder Mann bauen, wie und wo er will, aber niemand darf den Bau so ausführen, dass er den Nachbarhäusern damit Licht und Luft wegnimmt. So darf auch die Arbeiterschaft grundsätzlich streiken, wann und wo sie es für nötig hält, aber sie darf nicht durch den Streik Leben und Gesundheit ihrer Mitmenschen willkürlich gefährden. Wer diese Grenzen seines Rechtes übersieht, der setzt sich der Gefahr aus, dass die bedrohte Allgemeinheit gegen seine missbräuchliche Rechtsausübung Abwehrmassregeln ergreift. Während grosse Teile der Arbeiterschaft diese sozialen Schranken ihres Rechts begreifen und achten, ist es leider in letzter Zeit immer wieder vorgekommen, dass ungeschulte und unaufgeklärte Elemente sich durch gewissenlose Hetzer haben verführen lassen, gegen die Lebensmöglichkeiten der Gesamtbevölkerung zu streiken und dadurch ihre Mitmenschen, oft gerade die ärmsten Teile der Bevölkerung, der Gefahr des Verhungerns oder Erfrierens, der Gefahr von Seuchen und Epidemien auszusetzen. Wir nennen nur einige Beispiele für viele; Während der grossen Verkehrsstreiks in Berlin erklärte ein kommunistischer Versammlungsredner, es wäre ganz gleichgültig, ob eine Anzahl von Säuglingen und Kranken infolge der abgeschnittenen Milchzufuhr umkäme. Er möge das einmal den Müttern jener Säuglinge ins Gesicht sagen I Im Waldenburger Bergwerksgebiet hat der unabhängige Abgeordnete Ziegler die Bergarbeiter veranlasst, Ueberschichten zu verweigern, wodurch gerade der unbemittelten Be« völkerung von Breslau für den Winter die Kohlen entzogen werden.— Während der grossen Streiks im rheinisch- westfälischen Industriegebiet haben die kommunistischen Hetzer verschiedentlich die Ausführung der Notstandsarbeiten verhindert, so dass einige Hochöfen zu Bruch gingen und Bergwerksschächte ersoffen. Damit ist den Arbeitern dieser Betriebe auf Monate und Jahre hinaus jede Beschäftigungsmöglichkeit genommen. Derartiges kann im Interesse der Volksgesamtheit nicht geduldet werden. Die Aufklärungsarbeit unter der Arbeiterschaft, die diese über das Verwerfliche solchen Handels belehren würde, wird leider immer wieder von jenen Hetzern hintertrieben und zuschanden gemacht, die kaltblütig: und gelassen über Leichen schreiten,< wenn sie nur ihren politischen Machthunger befriedigen zu können hoffen. Deshalb musste ein unmittelbarer Schutz gegen die Gefährdung von Menschenleben und gegen die Vernichtung unersetzlicher Lebensgüter vom Staate geschaffen werden. Diesem Zweck dient die Technische Nothilfe __,-...'"-■ Geber sie sind die tollsten Gerüchte und die verlogensten Behauptungen verbreitet worden, natürlich von jenen selben Hetzern, die in ihrer volksverderbenden Tätigkeit sich nunmehr gehemmt sehen. Es ist behauptet worden, die Technische Nothilfe sei eine„Streikbrecher-Organisation", sie stehe„im Dienst des Kapitals", sie zerstöre das Koalitionsrecht der Arbeiter. Nichts davon ist wahr! Die Technische Nothilfe steht in keinerlei Gegensatz zur Arbeiterschaft, sie will deren Koalitionsrecht und Streikrecht nicht angetastet wissen. Nur gegen den Missbrauch des Streikrechtes zu antisozialen Zwecken, der die politischen wie wirtschaftlichen Interessen der Arbeiterschaft gleichermassen schädigt, schreitet sie ein. Am Schutz des Kapitals hat sie keinerlei Interesse, sie behütet weder Profit noch Zins noch Rente, sondern nur die Produktionsmittel, an deren Erhaltung der Arbeiterschaft selber in höchstem Maße gelegen sein muss. Bricht zum Beispiel ein Bergarbeiterstreik aus, so verhält sich die Technische Nothilfe vollkommen neutral. Erst wenn unter der terroristischen Beeinflussung unbesonnener Elemente die Arbeiter auch die Notstandsarbeiten stillegen sollten, so dass eine Gefahr des Ersaufens der Schächte entsteht, erst dann würde die Technische Nothilfe in Aktion treten. Aber sie erhält damit nicht den Unternehmern ihr Kapital, sondern den Arbeitern ihre Arbeitsmöglichkeit für die Zukunft, die nur verblendete Menschen preisgeben können. Weitere Arbeit, als die Erhaltung der Schächte erfordert, und für die Lebensmitteltransporte notwendig ist, würde die Technische Nothilfe dagegen nicht leisten, die dem Unternehmer Gewinn brächten. Bei der Stillegung lebenswichtiger Betriebe tritt die Technische Nothilfe nur soweit in Aktion, als durch die Stillegung Leben und Gesundheit der Bevölkerung unmittelbar bedroht werden. Die Technische Nothilfe verhindert, dass bei einem Verkehrsstreik, einer Grossstadt die Milchzufuhr abgeschnitten wird, was den Tod vieler Säuglinge und Kranker bedeutet. Sie tritt auch ein, wenn bei einem Elektrizitätsstreik einer ganzen Stadt das Licht auszugehen droht; denn auch hierdurch werden zahlreiche Menschen in den Krankenhäusern, auf den Strassen usw. unmittelbar in Lebensgefahr gebracht. Ist doch schon der traurige Fall vorgekommen, dass dem operierenden Arzt, der über den Körper des Kranken gebeugt, einen Eingriff auf Tod und Leben vornahm, plötzlich das Licht erlosch, weil in dem Elektrizitätswerk der Streik ausgebrochen war. Solche Vorkommnisse zu verhüten, liegt im Interesse der Arbeiterschaft selber. Denn der moralische Schaden, der der Sache der Arbeiterschaft dadurch erwächst, wiegt viel schwerer, als der materielle Vorteil, der aus dem Streik erwächst. Wenn in der jetzigen, ohnehin so schweren Zeit durch streikende Arbeiter bewirkt wird, dass bald der Hausfrau das Gas auf dem Kochherd ausgeht, bald der Familienernährer den weiten Weg zur Arbeitsstätte zu Fuss zurücklegen muss, bald die Zufuhr der wichtigsten Nahrungsmittel ausbleibt, so wird in kurzer Zeit bei der Arbeiterbevölkerung selber das Streiken so in Misskredit kommen, dass auch notwendige und berechtigte Streiks keinen Anklang mehr finden werden. Deshalb sollte die Technische Nothilfe und ihre Wirksamkeit von der Arbeiterschaft selber nicht nur gewürdigt, sondern begrüsst werden. Arbeiter und Angestellte sollten sich gleicherweise der Technischen Nothilfe zur Verfügung stellen. Sie brechen dadurch nicht die Solidarität mit ihren Klassengenossen, sie verhindern dadurch nur, dass von kurzsichtigen und unverantwortlichen Menschen die Solidarität in einer Weise missbraucht wird, die letzten Endes der Klasse selber schadet. Darum meldet Euch zur Technischen Nothilfe! Schriftliche Meldungen: Zentrale derTeeiiniscIien Milte. Berlin. Mrstendamnilill/t Auskunftei. 27 J Werktags von 3—7 Uhr und Sonntags von 10—5 Uhr. KIHTOTOTTE riPirtm IM) WINTfE x Breite 130-140 cm Kostümstoffe!o gemischten Farbenfönen, verschwommenen Karos, Streifen und im._ Herrenstoffgeschmack...... das Meter 1".— 22.— bis 86.— Einfarbige Kostiimstoffe. Kräftige Breite 1 20—140 cm v/ollgemischte Stoffe....... das Meter 19.— 23. 40 bis 48.c® Reinwollene einfarb. 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Ottober verschied I noch langjährigem Leiben I unser Genosse vr. Leo Arons. Er achürte der Partei seit 1891 an. 210/12 Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet Dienstag, den 14. Oftober, >12 Uhr, im Krematorium I Gerichtstr. 87 statt. Oer Vorstand. Deutscher Buchbinder verband. Zahlstelle BerNa. Unseren Mitgliedern jur traurigen Mitteilung, dag unser langjähriges Mitglied, der Buchbinder kydvrt Mttlg plötzlich verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 18. Okt., nachm. i'h Uhr, auf dem Neuköllner Semeindefried- hos. Martendorfer Weg, statt. 85/11 Ilm zahlreiche Beteiligung wird ersucht. llie OrtsverwaHung. Statt besonderer Meldnna. Am 8. Oktober starb nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, der ehe- malige Handelsmann, nach- her Kleber 18Sb Alftsl! Roiileder im 61. Lebensjahre. Die Beerdigung findet Dienstag, den 14. Oktober, vormittags 11 Uhr, von _ der Halle des St. Georgen- Friedhofes, Weitzensee, aus statt. Um stille Teilnahme /bittet Anna Aahleder, Wittve. Berlin, 10. Ottober 1914. Landsberger Str. 108. Am 9. d. M. entschlief nach kurzem Krankenlager mein lieber Mann, unser guter Vater, der Buch- rucker 134A Eduard Schlaak im 49. Lebensjahre. Um stilles Beileid bitten vle Hinterbliebenen. Beerdigung: Montag, 18. Ottober, nachm. 4>/, Uhr, auf dem St. Michaelis- Friedhof. Mariendorfer Weg. gurllckgckehrt. 14/6 Dr.ArtMcim'kiiIl. _ Motzstr. 72. Spextatarzi Dr. med. liOinmer ta-undßlutunteiwliiing Behandl. schnell u. sicher ohn. Berufsstörung. Teilzahlung. ßrminenstF.lSS�ferS: Sprech z. 9-1 u. 4-8, Sonnt. 9-12. Ich bin zurück. Dr.meil.WockeiM, Oranienburger Tor. Spr. 10— I, 5—8, Sonnt. 10— 1. Erfolgreiche Behandlung. HarnSeiKSen. Spezialarzt ~ Dr. med. Koeben.- Erprobte und schmerzlose Behandlung• in Dr. Homtyer& Co. konz. Labor, f. Blutunters. FriedriEhslr.BUifophk RönigslF. 56 5Uea1hans; Spr. 10-1 u. 5-8, Sonnt 10-1. 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Säfte mitbringen. 238/16 Der Vorstand, mm'- faliarlielttr. Achwg! Freitag, den 17. Oktsver, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer IS: Vorsammiung der S. P. D.-Holzarbeiter. Tagesordnung: 1. vle Wahle» der vetrlebsrklle und Ardeikerrklks. Referent: Genosse Wuschick. 84/8 2. vle vorgünge in» Holzarbeileroerbande. gutritt haben nur Perbandsmitgiieber gegen Porzeigung des Parteibuches oder die durch ParteifunttionSre legitimiert werden._ 5. p. V. vezirk Srsst-Verlln. j Jr. med. Karl Kelnhardt j Berlin, PotsdamerStr. 117(a.d.LQtzowstraBe) I SpezialsArzt bewährte fachmännische Behai Unentgeltliche Auskunft und aufklarende Gratis- I Broschüren(Beschreibung sämtlich. Heilverfahren) in den Sprechstunden von V. 12— 2 mittags, st, 6 bis st, 10 Uhr abends, Sonntags st,! 1—1 Uhr(Im verschlossenen Brief 1,25 Mk.).• SAkW ElMMMlle Milll. Nach den Beschliiffen der Gemeindebehörden sind zu den normalen Tarilvreisen der Elettrizität Tenerungszuschläge zn erheben, deren Höhe von den durchfchnittlidjen Gestehungskosten der Kohlen im vorhergegangenen Bierteljahr abhängt. In dem abgelaufenen Bierteljahr 1919 haben die Kosten der Kohlen In den Et. HS. Berlin je Tonne 100,14 M. betragen, der flir das Quartal Oitober— Dezember auf die Stromrechnungen zu erhebende Zuschlag wird auf 200 Proz. festgesetzt. Berlin, den 10. Oktober 1919. Städtische Elektrizitätswerke Berlin. Br. med. Hollaender Spezialarzt Aufklärende Broschüre Nr. X. 1,50 M. gegen Nachnahme, Berlin, Leipziger Str. 108\ täglich Ii- Hamburg, Kolonnaden 26/ Sonntags Ü— 1 täglich 11— 1,5— 7 Uhr, Uhr. Spezialarzt Dr. med. Coleman Sprechstunden 9—1, 5—8. Sonntag» 9—1. ■"»WS» MWjMk 91/32 SS'"*"' H Erste und älteste Hell SpezialsArzt, Heil«Anstalt Loser Dr. Skottl __ Dip.s Loser senior_ Harn« u. Blutontersuchungen. Elektr. u. mediz. Bäder, SSRosenthaler Str. 69-70, & Spezialarzt Dr. Hascht Sptechftunben 10—1, 5—8. Sonnt. 10—1. mmum so ■7- i__ n„ Teilz. wöchentl.l M. Plomben 1,50. Ooldln- / rifinR.1„ krönen 1851. Zahnziehen m. Elnspr. höchst Z.UIIIIU T.W an schmerzlind. Umarb.schlechts.Gebisse.Rep ikatm.rzi W o I t sol Potsdamer Sir. 55. Hocbh.Sprecbz.9-7.' Zu den bedeutend erhöhten Preisen kaufe jede Menge; Platin I Gold! Silber! Münzen t{ Salpeters. Silberl Quecksilber! Stanniolpapier I Kfm'fffsfsf RotgulS 1 Messing) Aluminium! r Nicke, 1 Zinnl Lötzinn I Zink! Blei I ■I-Spezlal-Behaadlnng Kühn Li'm?-i- IpHnfliccfn Ti I Ecke Breslauer Str� dichtam Schles.Bui. flUlU Cflooll. 10, i Sprechz. 10— 12, 5— 7, Sonnt, geschlos sen Zinkt Plaschenkapscln t Qlühstrumptasche 1 I! Zahngebisse!! Edelmetall-Einkaufsbüro, Schmelzerei, Weberstr. 31(Alexander 4243). 7900" imerikan. Stoffe garen t. reinwollene Friedensware, mod. Farben, in Tonpens ausreichend für yalefof», Kleider, Mäntel, 2%0v-'Waffen sein. Die Reichs»"'', j-.-.uß wieder in vorbildlicher Weise dem Verkehr dienen. Nock immer müssen als Ersatz für Dicbstabl- schöben ungeheure Summen aufaewenVt-verdm. Es herrscht nicht nur UnPünktlichkeit und Ulizuverlässigkeit, sondern es gibt hier und da Mißstände, die sich durch die Verhältnisse nicht rechtfertigen lassen. Wich hoffen, daß das gesamte Personal alle Maßnahmen unterstützen wird, die zur Behebung der Uebelstände getroffen werden. Auch der neue VerkehrSbeirat wird hoffentlich eingreifen. Die frühere Uebcrschußwirtschaft ging meist auf Kosten des Personals. Aber andererseits kann man es auch nicht gutheißen, wenn Jahr für Jahr für die Reichspost Zuschüsse geleistet werden müssen. Die Organisation des ganzen Postbetriebes maß vereinfacht wer- den, kaufmännische Grundsätze müssen hierfür masgebenö sein, da- mit die ganze Institution billiger wird. Alle technischen Neuerungen mutz man heranziehen, insbesondere die Funkentelegraphie. DaS Los der Hilfskräfte läßt noch immer zu wünschen übrig. Die Per- sonalreform soll womöglich so gehalten sein, daß sie allen berech- tigten Forderungen der Beamtenschaft gerecht wird. Abg. Nacken(Z.): Warum ist das größere Postkartensorniai noch nicht eingeführt worden? Bei den Beraubungcu ist in den letzten Wochen erfreulicherweise ein Rückgang eingetreten. DaS Mitbestimmungsrecht der Beamten muß eiihertlich geregelt werden. Die Verhältnisse bei den Postageuturen find unhaltbar. Abg. Pfeiffer(Z.) verteidigt die Nationalversammlungserinne- rungsmarken gegen die ablehnende Kritik der Oessentlichkeit. Unterstaatssekretär Tcuske: Die schlechte Beförderung hat ihren Grund vor allem in dem mangelhaften Zugverkehr und dem fehlen- den Material. Wir haben genug Personal, aber ein Drittel da- von sind Aushilfskräfte. Die weiblichen Hilfskräfte werden nach imd nach durch Kriegsbeschädigte ersetzt. Ich hoffe, daß allmählich eine größere Zuverlässigkeit des Personais und damit auch des Verkehrs erreicht wird. Die Gehaltsfrage wird einer Regelung neterzogen werden. Abg. DeliuS(Dem.) erhebt Einspruch gegen eine weitere Ver- ringerung der Briefbestellung in Berlin, fordert häufigere Leerung der Briefkästen und Wiedereinrtchtung des Luftpostvehkehrs. Montag 1 Uhr: Aenderung des Branntweinmonopols, Interpellation Scheidemann-Loeb« über die Schuh- und Lederpreise, Postverwaltung. Schluß 6fh Uhr. Reichsrat. Der R e i ch S r a t beschäftigte fich mit einem Gesetzentwurf, der fich auf den deutsch-polnlschcn Vertrag über die Entlassung festgehaltener Personen und die Gewährung von Straffreiheit be- zieht. Die Gewährung der Straffreiheit soll nicht im Wege der Gn a d e erteilt werden, sondern das marer'elle«o t r a f r e ch i wird geändert, so daß eine Handlung, die bisher strafbar war. durch ein neues Gesetz für straffrei erklärt wird. Der Entwurf wurde angenommen. OMerkschafisbrwkMW (Tiehe mich 1. Beilag?.) Der Netallarbeiterftreik. Tie Stellungnahme der Metallindnstriellen. Die am gestrigen Sonnabend tagende augcrordenkliche Haupt- Versammlung des Verbandes Berliner Metallindustriellcr einigte sich nach langen Erörterungen auf folgende Erklärung: Die außerordentliche Hauptversammlung des Verbandes Ber- Ihrer Metallindustriellcr bat am lt. Dltobcr zu dem Vorschlag des ReichSarbeitSniinisters einstimmig folgende Stellungnahme be- schloffen: „Der Vertband ist nach wie vor bereit, die Verhandlungen über den Tarifvertrag, die vom Mctallarbeiterverbaird an: 10. September 1ö19 abgebrochen wurden, wieder aufzunehmen und mit aller Be- schleuntgung zu Ende zu führen, wobei zunächst Unebenheiten, so- weit sie sich in den bereits gefällten 19 Teilschiedssprüchen vor- finden, beseitigt werden können. Die Verhandlungeri müßten, wie von dem Herrn ReichSarbeitSminister am 1. Oktober 1919 vor- geschlagen, vor einem Schiedsgericht stattfinde n, dessen Vorsitzenden der Herr ReichsarbcitSmimster im Einverständnis mit beiden Par- teien ernennt und dessen Entscheidung für beide Parteien bindend ist. Unter der Voraussetzung der Slnnahme dieses Vorschlages auch durch die Arbeitnehmer erklärt sich der Verband Berliner Metall- industrieller damit einverstanden, daß die im Schiedsspruch vom 2l. August 1919 in der ö. Lohnklasse vorgesehenen drei Zuschläge »on je S Pf. auf je 19 Pf. erhöht werden, während im übrigen »leser von beiden Parteien angenommene Schiedsspruch aufrecht- erhalten bleibt." Ferner hat die Hauptversammlung des Verbandes folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die außerordentliche Hauptversccmmlung des Verbandes Berliner Metallinduftricller stellt mit Entrüstung fest, daß die Führer der Arbeitnehmer dauernd die unrichtige Behauptung aus» rechtorhalten, daß von feiten der Arbeitgeber ein Ablau der Löhne beabsichtigt seil Die Bestimmungen des von beiden Parteien an- genommenen Schiedsspruches vom 21. August 1919 bieten die wei- testgehenden Garantien gegen einen Abbau der Löhne. Im übrigen erklärt die Versammlung einstimmig, daß die Absicht, die Löhne a b z u b a u e n, i n keiner W e i s e b e st e h L" Die Erklärungen der Unterwbmer haben leider die sehnlichst erwartete Entspannung der Loge nicht gebracht. Wohl erklären sie sich bereit, in erneute Verhandlungeu einzutreten, aber nicht auf der Grundlage des Vermittlungsvorfchloges des ReichsarbeitS- Ministers, sondern auf der der abgebrochenen Verhandlungen» Noch hoffen wir, daß es gelingt, die Metallindustrie llen zu einer anderen Auffassung zu bekehren, denn von ihrem Verhalten hängt es ab, ob der nun bereits drei Wochen dauernde Kampf eine weitere Ver- schärfting erfahren soll, oder ob er zu beiderseitiger Zufriedenheit beendet wird. Es steht wirklich zuviel auf dem Spiel, als daß eine der streitenden Parteien in eigensinniger Stellung verharren darf. • Von Herrn v. Borlig erhalten wir folgendes Schreiben: Nach einer Mitteilung in Nr. 529 Ihres Blattes soll ich in einer Sitzung der Verwaltungskommisston des Paritätnfchen Ar- bestsnachwetses den Arbeitnehmern gegenüber die Aeußerung ge- tan haben:„Wir wollen die Arbeiter jetzt so lange streiken lassen, bis sie keine Lust mehr zum Streiken haben." Ich stelle demgegenüber fest, daß eine derartige Aeußerung nreiuerseits nicht gefallen ist. Im Laufe der Unterhaltung habe ich lediglich, und zwar, was nicht mißzuverstehen war. scherzhafter- weise geäußert, für die Zukunft wäre es doch praktiich, wenn man den Arbeitnehmern vier Wochen ini Jahre hintereinander olme Be- Zahlung Ferien gäbe, damit sich dadurch alle Streiktage gleichzeitig erledigten und hinterher ohne Unte�brechting geabbeitet würde. Von dem gegenwärtigen Streik und dessen Dauer war in diesem Zusammenhange keine Rede. Abgesehen von der unrichtigen Wiedergale meiner Aeuße- rung muß ich Verwahrung dagegen einlegen, daß Unterhaltungen in einer paritätischen Kommission seitens der Beteiligten zum Gegenstand öffentlicher Erörterungen gemacht werden. Hochachtu ngsvo il Ernst v. B o r s i g. 4- Mitteilungen der Streikleitung zufolge, ist die Zahl derjenigen Firmen, die die Forderungen der Arbeiier bewilligt haben, auf 72 gestiegen. Die Arbeiter von weiteren 21 Firmen sind in den Streik getreten. Die Zahl der Streikenden ist um 1199 gestiegen. Den Kriegsbeschädigten mit über 99 Proz. Rente steht es nach dem Beschluß der Füufzehnerkommtsston frei, in den Betrieben zu verbleiben. In der Knorrbrcmse haben die Kriegsbeschädigten von ihrem'Rechte, weiter zu arbeiten, Gebrauch gemacht. Die. Firma mutet nun diesen Kriegsbeschädigten zu, die Soldaten, die zur Ver- richtung der Arbeit Streikender abkommandiert sind, zu beaufstch- tigcn. Die Streikleitung steht demgegenüber auf dem Standpunkt. daß auch Kriegsbeschädigte:uit über ö9 Proz. Rentenanspruch sich nicht dazu hergeben dürfen, Strenkarbeit zu leisten. Als Streikarbcit sieht die Kommission die Beaufsichtigung der militärischen Kom- mandos gleichfalls am In der Zinkraffinerie Oberschöneweide befinde« sich die Kollegen gleichfalls im Streik. Ei» dort besirMicher Hochofen würde, wenn er nicht unter Feuer gehalten wird, einfallen. Die Fünfzehnerkommissilnr will das Zusammenstürzen dieses Ofens ver- hindern und gibt zu diesen: Zwecke einen Arbeiter zur Befeuerung des Ofens frei.— Anträge dieser und ähnlicher Art dürfen nur von der Fünfzeh nerkommi ssiou entschieden werden. Ilm die Entladung von Waggons, f�. die Arbeit Streikender, durch Eisen babnarbeiter zu verbindern�at in der E'lfenbabndirektion eine Verhandlung stattgefunden.. Die Eisen- bahndirekttvn gibt zu, daß fiir das Eirtladon der Waggons durch Arbeiter der Eisenbahn von den bestreikten Firmen 39 M. und mehr an die Eiseniahnarbeiter, die hier die Arbeit Streikender machen, gezahlt worden ist. Es wird auch zugegeben, daß die entladenen Güter durch die Gespanne des Fuhrparks der Eifeubabnen der A. E. G. bzw. anderen Firmen zugestellt worden sind. Trotz der Einsprüche der Fünfzehncrkommifsion bleibt die Eisenbabndirektion auf dem Standpunkt stehen, daß die Entlaidung und Zustellung der Güter für die bestreikten Firmen ihrerseits nicht eingestellt wird. Wir wollen dazu bemerken, daß es uns fern liegt, Transporinnittel der Allgemeinheit zu entziehen. Wir müssen aber nach wie vor darauf bestehen, daß die Z wangsent ladung der Ei sen bahnwaggon s nur vorgenommen wird in der Art, daß die in den Waggons transportierten Güter durch die Eisenbahndirektion nicht in den bestreikten Betriseen, sondern in die Speicher der Eifeitbahn ent- laden werden. *» Mitglieder ber Fünfzehuerkommissiou! Sonntag vormiitag 8 llhr findet eine Sitzung statt. Wir bitten alle Mitglieder, püukt- lich zn erscheinen. * Obleute der streikenden Betriebe! Die bisher täglich stattge- fundegen Sitzungen finden von jetzt ab nur dreimal wöchentlich statt, und zwar Dienstag, Donnerstag und Sennabend, vormittags 1�19 llhr, Linienstr. 33/85. » Alle Betriebe der Metallindustrie, die Anträge auf Verscbär- fnng oder auf Teilnahme am Kampf zu stellen haben, sowie Aus- tünste werden von jetzt ab dreimal wöchentlich erteilt, und zwar Montag, Mittwoch und Freitag, vormittags in der Zett von 3�19 bis 11 Uhr. Eine Be rtrauenÄeutefitzu ng des Deutschen Wcrkmetsterver- balides hat Richtlinien herausgegeben für das Verhalten seiner Mitglieder. Nach diesen Richtlinien sind die Streikenden in jeder Beziehung zu unterstützen. Insbesondere sollen die Werkmeister es ablehnen, sogenannte schwarze Listen aufzustellen. » Zu der in der Sonnabeudmorgennummer veröffentlichten Zu- schrift:„Ist das auch Gewerkschaftsstrategie" schreibt imS die Streik- leitung: In einer Notiz des„Vorwärts" vom 11. Oktober 1919, Morgen- ausgäbe, wird unter der Ucberschrift:„Ist da? auch Gewerkschafts- strategie?" behauptet, daß in dem Betrieb der Firma Daimler, Marienfelde, die Vertrauensleute und der Betriebsrat beschlossen hätten, die Notstandsarbeiten weiter auszuführen. Auf Betreiben eines Mitgliedes der Fünfzehnerkommission sei dann dieser Be- schlug wieder rückgängig gemacht worden. Die Notstandsarbeiten betreffen das Ausbuddeln von Kartoffeln. Es wird hiermit festgestellt, daß dieses Kartoffelland einem Privatunterneümen zur Bewirtschaftämg übertragen ist. Da? Mitglied der Fünfzehner- kommission vertrat dort den Standpunkt, daß diese Arbeit nicht den Streikenden übertragen werden kann, weil der betreiiende Unternehmer, falls dort kein Streik wäre, sich dann ebenfalls um andere Arbeitskräfte hätte uanfeben müssen. Was das Kochen für die weiterarbeitenden Angestellten betrifft, verträte das Mitglied der Fünfzehiierkommission den Standpunkt, daß diese Arbeiten weiter ausgeführt werden. Bei der Behandlung der Kohlenfrage war das Mitglied der Fünfzehnerkomnstssion nicht anwesend, konnte also dazu auch keine Stellung nehmen. Spnöiealkstenpleite. Wie unS auS Hamburg gedrahtet wird, haben die Fisch- damvfcrmannschaften i» einer großen Versammlung beschlossen, den Streik aufzuheben. Damit ist der Secmaunsstreik, wie vorauszu sehe» war, endgültig erledigt. Die Seeleute beschlossen, den Trans- p-rtarbcitcrverband mit der weiteren Wahrnehmung ihrer Interessen z» betrauen. Zur Lohnbewegung der Mnhlenarbciter. Die in den Mühlenbetriebcn Groß-Berlin? beschäftigten Mühlenarbeiter hatten ihre Lohndifferenzen dem Schlichtungsaus- schuß zur Regelung unterbreitet. Tie derzeitigen Löhne betragen für ungelernte Arbeiter 99 M. und für einige Gruppen gelernter Arbeiter 199 M. Am 26. September faßte der Schlichtungsausschuß, unter einem unparteiischen Vorsitzenden, e i n st i m m i g den Beschluß, die Löhne für ungelernte Arbeiter auf 112,59 M., für gelernte Ar- beiter auf 117,59 M., wie im Hamburger Tarif und für Frauen auf 79 M. festzuseiwn. Die Mühlenarbeiter haben sich dem Schiedsspruch, trotzdem er ihre berechtigten Forderungen nicht er- füllte, gefügt, und unter dem 29. September die Vcrbindlichkeits- erklärung beim Demobilmachungskommissar beantragt. Di« Mühlenbesitzer haben den Schiedsspruch unter Schreiben vom 3. Oktober abgelehnt. Sollte die Verbindlichleitserklärnng nicht in allernäckster Zeit erfolgen, so ist mit Sicherheit mit einem allgemeinen Aus- stand der Mühlenarbeitcr zu rechnen. In letzterem Fall werden sich die Mühlenarbeiter auct: nicht mehr mit den ohnehin nicht zu hohen Zugeständnissen des Schiedsspruches bescheiden. Nerantw. für den rcbalfion. Teil: Als-cd(Bdjolj, Neukölln: für Anxcigen: Theodor Glocke, Berlin. Werlag: Borwärtz-Berlag<5. ui. b.$>., Berlin. Druck: Vorwärt»- Buchdruckcrci und Tcrlaesaniinlt Vanl Einnc? u. To. in Berlin, Lindcnltr. 5. Hierzu 3 Beilagen. A-WEK Leipzlgusr Strauße MorUsjpla� KJSnlgstraße Wische damen-Handschuhe Damenhemden m. sadterei 1750 2550 Damenbeinkleider, 1975 - Garnituren- Damenhemden mit Stickerei-_ Ein- und-Ansatz............. 3175 3600 Domenbelnkklder mit Stickerei- Volant...................... 1975 2800 Schweden Wildleder- Gestrickte Gestrickte Gestrickte Gestrickte ■Ersatz, Druck-#*> •Ersatz, Ä.ml,.Drack- 675 Handschuhe, farbig 490 Handschuhe, farbig 57S Handschuhe tlaT 850 Handschuhe, wo«».. 975 Schwarz Ziegenleder Weiss Ziegenleder Schwarz Ziegenleder Farbig Glace mit rvr«! 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