Ur.333. 36.Iahrg. Bezugspreis» VierteljShrl. MI. monalL 8.— Sä frei las Sau», oorau» zahlbar. Poft» dezug: Monatlich K— MI. exkl. Fa- ficllungsgebMir. Unter Areuzdaad für Deutfchlanb und Oefterreich- Unzar» SLä Ml. iltr da» iidrtg, Ausland 10 23 Ml. bei täglich einmal. Zustellung � 23 MI. Poftbestellungen nehmen au Dänemarl. Holland. sturem du rg. schweben u. dt» Schwei» Eingetragen m die Vost-Zeinrng»-Preisliste. Der.Porwätt»' mit»er Sonntag» dellage»Voll u. geir' erscheint woche» taglich zweimal. Sonntag» einmal. Morgen-Ausgabe. Telegramm-stldreffe; �Sozialdemokrat Srrfla*. BcHtuct VolKsblÄtt. �ISPifeiintfl} Anzeigenpreis i Vit achlgel palten« Vonpareillejeil» lostet ILO Ml..Kleine«azeigea», da« fettgedruckte Wort SO Pfg. fzuläfstg 8 fettgedruckte Worte).>edes weiter» Wort«0 Pfg. Stellengesuch« und SchlaMellenairzeigen da« erste Wort SO Plg. lebe» wettere Wort SO Pfg, Sorte Uber t3 Buchsteden zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 30«/» isamilten- Anzeige», polittsche und gewerlschastlich» Verein»» Anzeigen lLO Ml die Zeile. Anzeigen für d>, aiichste Nummer müssen dt» S Aha nachmittag» im HaupigeschSft. Berlin LW 88. Lindenstrah» 8, abgegeben werden, lbeöffnet oon 9 Uhr früh bis d Uhr abend». Zentralorgan der rozialdcmokratlfchcn parte» Deutfchlanda. Ueüaktion und Expedition: SM. 6$, Lindenstr. Z. aernivrecher: Amt MoriKPla«. Nr. t.'itso— lälS7. Vonvärts-Verlag G.m.b.H., SM. öS, Lindenstr. Z. Fernsprecher: Amt Monliplati. Nr. 117 SZ— 54. Entente X öaltikum.x Sowjetblockaöe. Der deutschen Regierung sind von der Entente zwei Noten überreicht worden, die auf die innere und äußere Poli- tik des Deutschen Reiches von einschneidender Bedeutung sind. Die eine Note droht uns wegen der Vorgänge im Baltikum die Hungerblockade an, und durch die andere werden wir g e» beten, uns an. der Ausübung eines gleichen wirtschaftlichen Druckes auf Sowjetrußlond zu beteiligen. Wir lasten die beiden Noten hier folgen: Die Saltikum-Note. In der Frage der Räumung des Baltikums hat die Entente der deutschen Regierung folgende Note zugehen lasten: Paris, den 10. Oktober 1919. Die alliierten und assoziier- ten Regierungen nehmen Kenntnis von der in der Note vom 3. Oktober in aller Form zum Ausdruck gebrachten Absicht der deutschen Regierung, den Rückzug ihrer Truppen aus dem Balti- kum und aus Litauen mit größter Energie einzuleiten und durch. zuführen. Sie billige» gleichfalls die Aweckmäßigkcit der zu diesem Zweck von der deutschen Regierung eingeleiteten Matz. nahmen. Die Deutsche Regierung versichert jedoch, daß die von ihr eingeleiteten Matznahmen sie von der Anschuldigung frei- sprechen, die Erfüllung ihrer Ehrenverpflichtungen, wie sie durch die Bestimmungen des Waffenstillstandes festgesetzt sind, vernach- lässigt zu haben. Nachdem aber die Anordnungen der deutschen Regierung offenbar trotz der wiederholten Ersuchung und Vor- itellungen der alliierten und assoziierten Regierungen solange aufgeschoben worden sind, daß die deutsche Regierung jetzt Behaupten kann, sie sei tatsächlich nicht in der Läge, ihre Ausfüh. rung durchzusetzen, ist es schwer, nicht anzunehmen, daß diese Verzögerung beabsichtigt wurde, um die Verhältnisse herbeizuführen, welche die deutsche Ztegierung jetzt zu bedauern vorgibt. Augenscheinlich ist es tatsachlich unmöglich, eine andere Erklärung für die Weigerung zu finde», den General v. d. Goltz zurückzurufen, welcher ihr offizieller Vertreter gewesen ist, um die gegenwartige Situation zu schaffen, die durch d«n offenen Wiederstand gegen dl« berechtigten. Ansprüche der alliierten und assoziierten Regierungen charakterisiert wird. Warum hat man die Zursickberufung des Generals, die dreimal verlangt worden ist, verweigert? Warum wurde der General, nachdem er«rst vor einigen Tagen nach Berlin berufen war, absichtlich auf das Ope- rationsgebiet zurückgeschickt? Offenbar geschah dies, um mit Hilfe der Autorität seiner offiziellen Stellung eine Organisation durch. zuführen, die heute der deutschen Regierung gestattet, zu behaup. ten, datz die Truppen, die bisher durch diese selbe Regierung be' zahlt, gekleidet und befördert worden sind, heute unbotmäßig ge- worden sind. Hat General v. d. Goltz seinen Instruktionen cut- gegen gehandelt? Wenn das der Fall ist, warum ist dann seine Insubordination nicht bestraft worden, sei es durch«ine schlichte Verabschiedung oder auf irgendeine andere Weise? Sofern die Regierung auf diese Frage nicht genügendere Erklärungen, als sie bisher gegeben hat, liefert, können dt« alliierten und assoziier» ten Regierungen nicht glauben, datz die deutsche Regierung ihren Versicherungen gemäß alles getan hat, loaS in ihrer Macht stand, um alle deutschen Truppen aus den baltischen Staaten zurück» zuziehen. Es ergibt sich ührigenS aus den letzten Nachrichten aus Letttand, datz die Lage sich erheblich verschlimmert hat iujiolge der Offensive, welche die Deutsche« mn 8. Oktober eryrifs-n haben, indem sie die deutsch-lettische .3on« verletzten, die lettische Stellung nrit Panzerzügen, mit Flugzeugen und mit giftigen Gasen angegriffen haben, indem sie lveiter Riga bedroht und in Kurland die Bildung einer deutsch, russischen� Regierung hervorgerufen haben, die sich der Lokalre» glerung feindlich gegenübergestellt hat. Im Hinblick auf diese -.agv halten die alliierten und assoziierten Regierungen das Prinzip der vollen Verantwortung der deutschen Regierung in der Ausführung des Abtransportes aufrecht und sie wünschen die in ihrem Telegramm vom 27. September angekündigten Matz- regeln in vollem Umfang aufrecht erhalten zu wissen, wenn der Abtransport nicht endlich unternommeu und mit aller wünschenS» werten Eil« durchgeführt werden wird. Immerhin, um die AuS» führung dieser Operation zu erleichtern und die deutsche Regie» rung zu unterstützen, nehmen die alliierten und assoziierten Re- gierungen den Borschlag an, alliierte Vertreter zu entsenden, deren Mission darin bestehe» wird, bei der deutschen Regierung von den Matzregeln Kenntnis zu nehmen, die von ihr getroffen worden sind, um die Bedingungen des Abtransportes zu er- stillen, wie auch, um ihr diejenigen vorzuschlagen, die sie selbst für nützlich halten, um am Platz« selbst und in voller Akstons- freiheit die wirksame Kontrolle der Ausführung dieser Matz- regeln auszuüben. Der Vorsitz de? Alliiertenkommijsion wird in die Hände eine? Generals gelegt werden, den die alliierten und assoziierten Regierungen ernennen werden. Erst wenn dieser General dem obersten Rat der allierten und assoziierten Regie- rungen mitgeteilt haben wird, daß die Matzregeln des Abtransportes normal durchgeführt werden, können die durch das Tele- gramui vom 27. September vorgesehenen Matzregeln ausgehoben werden. Die deutsche Regierun« wird gebeten, ihre Antwort fe schnell wie möglich bekanntgebe» zu wolle», Sie ist beooch- richttgt, daß die alliierten und assoziierten Regierungen sie für jeden Akt der Feindseligkeit verantwortlich machen werden, der gegen ihre Repräsentanten in den baltischen Provinzen durch die deutschen Truppen sich Ereignen könnte. gez. Marschall Fach/ die �ntifowjet-Note. Der deutschen Regierung ist durch die Waffenstillstands- kommission folgende F o ch- N o t e überreicht worden: 1. Der Präsident der Friedenskonferenz ist durch die Kon- ferenz beauftragt worden, die neutralen Regierungen von den durch den Hohen Rat der alliierten und assoziierten Mächte betreffs des auf das bolschewistische Nußland auszuübenden wirt- schafttichcn Druckes gefaßten Beschüsse in Kenntnis zu setzen. Tie deutsche Regierung wird gebeten. Matznahmen zu er. greifen, die den in§ 2 näher bezeichneten entsprechen. 2. Die gegen alle Regierungen gerichtete, ausgesprochene Feindseligkeit der Bolschewiki und das durch sie verbreitete Pro- gramm einer internationale« Revolution bilden eine große Gefahr für die nationale Sicherheit aller Mächte. Jedes Anwachsen der Widerstandsfähigkeit der Bolsche- wiki vergrößert diese Gefahr, und es wäre im Gegenteil wünschenswert, datz alle Völker, die den Frieden und die soziale Ordnung wiederherzustellen suchen, sich vereinigten, um sie zu bekämpfen. In diesem Sinne haben die alliierten und assoziierten Mächte, nach Aufhebung der Blockade gegen Deutschland, ihren Staatsangehörigen nicht erlaubt, die Handelsbeziehungen mit dem bolschewistischen Rußland wieder aufzunehmen. Diese Be ziehungen können in der Tat nur durch die Vermittlung der Oberhaupter der bolschewistischen Regierung statthaben, die nach Belieben über die ihnen durch die Handelsfreiheit gelieferten Produkte und Quellen verfügen. Sie werden daraus eine be. trächtliche Kraftvermehrung schöpfen und auf diese Weise die durch sie auf das russische Volk ausgeübte Tyrannei steigern. Unier diesen Umständen haben die alliierten und assoziierten Mächte die Regierungen Schwedens, Norwegens, Dänemarks, Hollands, Finnlands. Spaniens, der Schweiz, Mexikos, Chiles, Argentiniens, Columbiens, Venezuelas gebeten, im Einvernehmen mit ihnen sofort die nachstehend bezeichneten Matznahmen er- greifen zu wollen, um ihre StaatSangehöfsgen zu verhindern, mit dem bolschewistischen Rußland irgendwelchen Handel zu treiben, und versichern zu wollen, datz sie diese Politik streng durchführen werden: a) Jedem nach einem russischen Hafen zu den Bolschewiki fahrenden Schiffe wird jede AuSfahrterlaubniS und jedem von einem dieser Häfen kommenden Schiffe wird die Ein- fahrtSerlaubnis verweigert. K) ES werden ähnliche Maßnahmen für alle Waren ergriffe», die auf irgendeinem anderen Weg nach dem bolschewistischen Rußland befördert zu werden bestimmt sind. c) Jeder nach dem bolschewistischen Rußland gehenden oder von dort kommenden Person werden die Pässe verweigert. (Ausgenommen Einzelfälle im Einvernehmen mit den alliierten und assoziierten Mächten.) d) ES werden Anstalten getroffen, um die Banken zu der- hindern, mtt dem bolschewistischen Rußland Geschäfts- Verhandlungen zu pflegen. «) Jede Regierung verweigert ihren Staatsangehörigen jede Erleichterung der Verbindung mtt dem bolschewistischen Rußland, sei es'durch die Post oder durch drahtlose Tele- graphie. Der Oberstkommandierende fügt hinzu: .Teilen Sie der deutschen Regierung mit, datz die englischen und französischen Krieg�chiffe im finnlandischen Golf fortfahren werden, die bolschewistischen Häfen zu blockieren und die nach bolschewistischen Häfen fahrenden Schiffe anzuhalten, sobald sie diese auf ihrem Wege in Sicht erblicken werden." In der ersten Note kommt rn den Anklagen, die gegen die deirtschc Regierung erhoben werden, die Wirkung der schäm- losen, lcmdesverräterischen Denunziationen der un- abhängigen Sozialdemokratie zum Ausbruch. Neben den Unabhängigen haben wir sie der verrückten Bock- beinigkeit einzelner deutscher Truppenführer im Baltikum zu verdanken. Der deutschen Regierung wird darin eine Verant- Wartung auferlegt, die sie beim besten Willen nicht tragen kann. Neben den Vorwürfen, zu denen man gegenüber der deutschen Regierung im Ententelager berechtigt zu sein glaubt, wird dem deutschon Volke, den unschuldigen un dunbeteiligten Männern und Frauen, Greisen und Kindern, der Wiederbeginn der Hungerblockade, die B e- drohung ihres Lebens angekündigt. An der Wiege des Völkerbundes, und just im Augenblick der Beendigung des KrisgszustandeS mit uns, erscheint die Ankündigung der übelsten Kriegsmaßnahmen, die einem Land« widerfahren können. Wenn man nickst den bösen Willen der Entente an- nehmen will, Deutschland nicht wieder zur Ruhe kommen zu lassen und es physisch zu vernichten, so'erscheinen diese Note und ihre Vorgängerin als im höchsten Grade unpolitisch weil man auch bei den alliierten Regierungen genau wissen muß, daß wir gegenüber Soldaten deutscher Nationalität, die sich in fremden Gebieten und unter fremder Hoheit befinden, an die die deutsche Reichsgewalt nicht herangreisen kann, keine staatlichen Machtmittel anwenden können. Tie deutschen Truppen im Baltikum geben vor, die B e- kämpfung der bolschewistischen Herrschaft in Rußland als höchste Lobenspflicht anzusehen. Sie sind deswegen trotz aller Drohungen für ihre künftigen deutschen Staatsbürgerrechte in den Verband der westrussischen Armee übergetreten. Da erscheint es mindestens sehr eigentümlich, daß man uns gleichzeitig mit dem Befehl zur Rückschassung Dieser antibolschewistischen Truppen„bittet", an einer allge- meinen Kampfmaßnahme gegen Sowjetrußland im Verbände mit den Alliierten, die uns selbst die Blockade androhen, und mit den neutralen Ländern an der Niederwerfung der Sowjetherrschaft in Rußland mitzuwirken. Der Fünferrat in Paris hat die Einsetzung einer Kam- Mission zur Kontrolle über die noch in Deutschland be- findlichen russischen Kriegsgefangenen und die Auslieferung des von Deuffchland erbeuteten russischen Kriegsmaterials an Denikin und Koltschok beschlossen. Tie Alliierten unterstützen die südlichen und öst- lichen antibolschewistischen Truppen; bei den westlichen, unter A w a l o f f stehenden Kampftruppen gegen die Bolschewiki, bei denen deutsche Soldaten sich befinden, scheinen sie deutsch- freundliche Gesinnung zu argwöhnen. Sie werden mit Ententehilse bekämpft. Kampf gegen die Sowjet- macht, Kampf gegen antibolschewistische Truppen. Blockade gegen Deutschland, weil deutsche Soldaten gegen die Sowjets kämpfen, gleichzeitig Aufforderung Deutsch- lands zur Blockade gegen Rußland. Wer wird daraus klug? Gegen Rußland soll die Weltblockade ausgenchtet werden. Kein Brief, keine Postkarte, keine persönliche, keine wirtschaftliche, keine politische Beziehung durch irgend jemand in der Welt soll mit Rußland mehr unterhalte« werden. Das bedeutet die völlige Isolierung und Aechtung desrussischenVolkes, das in seiner Mehrheit wahr- hastig nichts mit dem verbrecherischen Regime der Bolsche- wisten zu tun hat oder aar dafür verantwortlich gemocht wer- den kann. Außerdem wird damit eine Einmischung in innere Angelegenheiten eines Volkes verlangt. Wir haben die Wirkungen der Blockade im höchsten Maße zu spüren bekommen. Millionen an Unterernährung gestorbener Deutscher sind ihre Opfer— unschuldiger Deutscher. Für Rußland bedeutet die Blockade nicht in dem Maße eine Hungerblockade wie für Deutschland. Sie bedeutet lveniger eine Verschärfung des Hungers für das russische Volk, als eine Verhinderung, die in dem völlig zusammengebrochenen Verkehrswesen Ruß- lands begründete Not der dichter bevölkerten Gebiete irgendwie zu m i l d e r n. Die Note ist so gehalten, daß ein« Antwort seitens der deutschen Regierung nicht imbedingt erforderlich ist. Aber es ist immerhin möglich, daß die deutsche Regierung veran- laßt ist, sich darauf zu äußern. Bei der eventuellen Beantwortung diesex Note oder für das Verhalten der deutschen Regierung zu ihr scheinen uns folgende Erwägungen berücksichtigenstvert: 1. Die Blockade gegen ein Volk, mit dem man sich nicht im Kriegszustande befindet, ist im besonderen Maße verbrecherisch und unsittlich. 2. Die Blockade soll eine Aenderung der RegierungSform in Rußland herbeiführen, ist deswegen ein Eingriff in die inneren Verhältnisse eine? Landes. WaS wir selbst nicht wollen, sollen wir nicht gegen andere aus- üben. 3. Die Blockade ist eine KriegSerklärnng. Wir wollen aber mit allen Völkern in Frieden leben, 4. Tie Beteiligung Deutschlands an einer Blockade gegen Rußland ist selbst im Willensfalle zwecklos, weil wir mit Rußland weder zu Lande noch zu Wasser eine Verbindurag haben können, die nicht über alliiertes oder von den Alliierten kontrolliertes Gebiet führt. L. Eine Beteiligung Deutschlands cm der Blockade konnte leicht zu innerenUn ruhen bei uns führen und dadurch unsere inneren Verhältnisse aufs schwerste erschüttern. Danach ist zu sogen, daß Deutschland, soweit eS eigener Herr seiner Enttchließungen ist, die Blockade gegen Rußland von sich auS ablehnen muß. Darin wird kein Mensch ein« Unterstützung der russischen Sowjetmacht durch Deutschland erblicken können. Alle Welt weiß, daß die Sowjetregierung Rußlands m erbitterter Feindschaft zur deutschen Regierung steht. Von Intorcsse wird dieHaltungderSozialisten in den alliierten Ländern, namentlich in Frankreich, sein. Wir erinnern uns der heftigen Kampf- rufe gegen eine ententistische Intervention in Rußland, die eben erst in L u z e r n ausgestoßen wurden, an den prokla- inierten, aber nicht durchgeführten Weltstreik am 21. Juli. Sie werden auch jetzt wieder protestieren. Was werden sie aber tun? * Aus M i tau wird gemeldet: Der Korrespondent der.Daily Expreß* berichtet über ein Interview mit V. b. Goltz, v. d. Goltz teilte dem Korrespondenten mit, daß er von der deutschen Regie- rung zurückgerufen sei, doch daß die deutschen Truppen bleiben würden,.oder*, sagte der General,.sagen wir lieber, baß sie über ein paar Tage keine deutschen, sondern russische Soldaten sein wer- den. Tie deutschen Truppen in den baltischen Löndern sind keine deutschen mehr, sie haben nichts mit der deutschen Regierung zu schaffen, sie werden niemal» nach Deutschland zurückkehren"; r» sind Nusirm ES ist keine Arbeit für sie in Deutschlemd, es ist keine Nahrung für sie dort. In früheren Zeiten gingen solche Leute nach Amerika. DaS können sie nun nicht tun, deshalb sind sie nach den baltischen Ländern gekommen. Sie wollen Land für Wohnung und Industrie haben. ES ist unwahr, daß ihre Wünsche hier politischer Art sind- und daß sie die deutsche Monarchie wieberhcr- stellen wollen. ltlemenceau über DeutschlanS. Der franzSsische Senat hat dem Friedensvertrag mit 217 Stim- rnen bei einer Stimmenthaltung zugestimmt. Die Bündnisver- träge mit England und den Vereinigte» Staate» wurde» einstim- mig angenommen. In der Senat sdebaile appellierte Clemenceau an die Einigkeit der Franzosen und sagte dabei unter den heftigsten AuS. fällen gegen die deutsche Kriegsführung und die deutsche Pro- paganda, z. B. das Manifest der S3 deutschen Intellektuellen, auch folgendes: Das ganze Leben bestehe aus Wachsamkeit. Zu dieser Wachsamkeit sei auch Frankreich verurteilt. Den Krieg der Deutschen habe Frankreich seit einem halben Jahrhundert erwartet. Die Franzosen seien einig darin gewesen, einmal diesen Krieg niemals zu provozieren, und(rnbernteilZ hätten sie die lleberzeugung gehabt, daß, wenn der Krieg käme, sie alle Lasten ertragen müßten. Aus diesem Gebauten heraus sei die Allianz mit Rußland entstanden. Wilhelm II. hätte gesagt, die Zukunft Deutschlands liege auf dem Wasser. Heute liege seine Zukunft unter dem Wasser. Dann sprach Clemenceau gegen diejenigen, denen der Vertrag noch nicht weit genug geht: Wie hätte er unter dem Varwand, die deutsche Einheit zerstören zu wollen, die Menschen» schlächterei fortsetzen dürfen in dem Augenblick, in dem Deutschland den Waffenstillswnd verlangte, Man hätte vielleicht noch£>0 000 Menschen töten müssen, die glückliche nveise jetzr noch lebten. Di« Niederlage hätte die deutsche Einheit nawrnotwendig stärken müssen. Frankreich wolle die Deutschen nicht beherrschen. Die Franzosen wollten frei sein, um zu befreien. Die Deutschen aber knechteten s ick, um zu knechten. Es liege nicht in der Absicht Frankreichs, in das Herz der Deutschen einzudringen. Was die Frage der Entwaffnung Deutschlands anbetreffe, so müsse er zugestehen, daß zwischen fünf Millionen Soldaten und hundert- tausend ein Unterschied sei. Man habe die Militärpflicht gegen die Vorschläge der militärischen Sachverständigen beseitigt. Man habe die ganze schwere Artillerie verboten und die leichte Artillerie aus zweihundcrtachtundachtzig Stück herabgesetzt. Warum habe man Deutschland diese Kanonen und die Festungen im Osten gelassen? Weil Deutschland ein Interesse daran habe, sich zu verteidigen und weil Frankreich lein Interesse daran habe, ein bolschewistisches Teutschland zu sehen. Belgien, die Tschecho- siowakcn und die Südslawen befänden sich in einer ziemlich starken militärischen Lage. Der Deutsche sei in seinem Heim«in liebenS- würdiger Mensch mit anerkennenswerten Gefühlen, aber es gebe Unterhaltungen, die man mit ihm nicht Pflegen könne. Die So- zialdemokraten seien Alliierten der militaristischen Partei (!) und regierten Deutschland. Er wisse nicht, ob die Sozialisten »palestrma/ Erstaufführung in der StaatSoper. »Palestrina* heißt die erst« Dichtung, die Pfitzner sich selbst, ohne HÄfe seines Freundes Grun, in drei Akten aufgebaut hat. In der Figur des berühmten-Retters der Musik*, deS Schöpfers der Missa Pap« Marcelei und der Lamentationen Pierluigi da Palestrina, in dieser Gestalt glaubt Pfitzner innerlich-menschlich und tiefst-künstlerisch so sehr sein Ebenbild zu sehen, daß er au» Eige- nom nur heraufzuholen, aus eigenem Erlolen und Verzagen nur mitzuteilen brauchte, um ein Lebendiges, Großes zn schaffen. Bitternis und Enttäuschung, Verkennung durch die offizielle Welt, Knebelung, Neid und Mißgunst einem aufstrahlende» Ruhm gegenüber, guälerische Reizbarkeit und schließlich der Kampf Ein- samer gegen die Ungebundenheit der musikalischen Form, gegen futuristische Umstürzler, gegen allzu versteinerte Schulmeister der Musik,— alles das ist und gärt bei Palestrina, lobt in Pfitzner. Wie riesengroß auch der Abstand der künstlerischen Potenzen ist — bei Beiden ein EthoS, ein Gewissen, eine Verantwortung in jedem kleinsten Gebilde. Mit dem Blick nach der Vergangenheit und einem visionären Schauen nach vorwärts, aber abgewandr dieser Gegenwart, in der st« leiten. Der Erfolg solcher Veranlagung war bei Palestrina monumentale Tat, bei Psitzner— Gedanke, Wille. So fällt er auf im Knie vor dem reinen, selbstlosen, freien Künstlertum, schreibt einen gegensätzlichen Akt zur Geschäftigkeit eines um Nichtigkeiten kreisenden Weltgetriebe», fühlt brennenden Haß gegen kunstfeindliche, krittelnde VerständniSlosigkeit, hebt von diesem EhaoS noch einmal die göttliche Gestalt de» leidenden Genius ab und prägt Traum und Wirklichkeit zu einem großartigen dichterischen Wurf. Die— wahre oder ersonnen«— Beziehung zum Leben und Schaffen Palestrina? gab Pfitzner den Stoff, gabi bm aber auch die Gabe, diesen Stoff in freier, geschichtS- widriger Gestaltung zu adeln; ihn zu einem Symbol zu formen: zum Symbol vom Gegensatz der Welt und der Kunst, von der Tragik dessen, der ein große» Werk einsam schaffen und den Men- schon preisgeben mußte, von der Herrschaft des Genies, vor der sich selbst die höchste Macht von alten Gesetzen, Traditionen. Bräuchen und Dogmen schließlich beugen muß. DaS Edle, Große, das Ideal, — es ist stets obenan. Mit Andacht lesen wir dieses Bekenntnisbuch ei«» Dichter», der unS zur Selbstzucht und zu reiner Kunstliebe zurückführen könnte. Lesen von Palestrina und dem Kirchenfürsten de»!0. Jahrhunderts. lesen v»m Kampf um neuen und alten Stil, von der Enfrückung eines einsam Großen in der Musikgeschichte, von der Gewalt der Inspiration, der Psychologie de» willenlos, traumhast Schaffenden, nehmen Gebalt, Sehnsucht und Fruchtbarkeit all dieser Probleme für jeden Genius, für jede Zeit, für unsere Zeit in Anspruch,— und warten, warten auf die erlösende Tat der Musik. sich militarisieren würden, akier er wisse, daß die Milita- risten sich nicht sozialisieren würden. Aber was er wisse, sei, Krisen in Deutschland seien unvermeidlich. Damit Deutschland bezahlen könne, müsse es arbeiten. Man müsse niemals vergessen, daß es sich um ein intelligentes. ordnungsliebendes Volk handele. Mit dem Haß löse man nichts. Frankreich müsse sich bei der linksrheinischen Bevölke- rung Freunde schaffen, indem man sie gut behandele und sie gegen den preußischen Despotismus schütze.(Schütze er sie doch gegen den Entente-DespotiSmuSI Red.) WaS den Völkerbund an- betreffe, so sehe er Mitglieder des Völkerbundes, die sich gegen- l soitig mit der Pistole in der Hand betrachten. Der Tag werde kommen, wo die Arbeiterklasse sich mit der Friedens- konftrenz vereinigen werde. ES gebe keine Gruppe von Menschen, die daS wirtschaftliche Lebe» eines Landes zum Stillstrhen brin- ge» könnte, ohne sich selbst den größten Schaden zuzufügen. Frank- � reich müsse viele Kinder haben. Ohne diese, da könne man in einen Vertrag hineinschreiben wa» man wolle, sei Frankreich der- l o r e n. Clemenceau schloß: Nnsere Väter Hab«»«nS dir schönste Geschichte hinterlasse«. Wir habe« Frankreich für die A ch t u n g der Völker reif gemacht. Dieses Legat können wir unseren Kindern übermittel». Sie wer- de» z« gut sein, um es zu degeneriere». Clemenceau erhielt starke» Beifall, und e» wurde beschlösse», seine Rede im ganzen Land anschlagen z» lasse». Llopü Georges verstaatHchungsvorschlag. Der von Lloyd Georg« der Forderung der Bergarbeiter gegen- übergestellte Vorschlag geht dahin, alle Schuldrechte zu er- werben, um die Kohlenlager zu verstaatlichen und von der dafür bezahlten Kompensation einen Teil zur Hebung der Lebenshaltung der Bergarbeiter zu verwenden. Die Bergarbeiter sollen durch Bergbaukommissionen und Vertretungen in den Bezirksräten mit- entscheiden. In den Vergbaukommissionen würden sie eine entscheidende Stimme in allen die Gesundheitsverhältnisse und die Sicherheit in den Bergwerken betreffenden Fragen haben, in den Dezirksräten in allen Fragen mitentscheiden. Die liberalen-Daily News* nennen die Rede Lloyd Georges eine Herausforderung nicht nur der Bcrgarbeiterklasse, sondern aller fortschrittlichen Kräfte im Lärche. Der sozialistische-Daily Herald" schreibt: Im industriellen Leben Englands werde nicht eher Ruhe herrschen, als bis die Verstaatlichung Tatsache und die Nation De- sitzerin der Hauptbetriebe, von denen sie lebt, geworden ist. Der irische Abgeordnet« Patrick wurde wegen einer aufrührerischen Red« zu 18 Monaten Gefängnis»erurteilt. Zuspitzung im Netallarbeiterftreik. Ei» Ultimatum der Maschinisten vnd Heizer. Die ablehnende Antlvort bcS Verbandes der Berliner Me- tallindustriellen auf den Vermittlungsvorschlag deS Reichs- arbeitsministers hat, wie nicht anders zu erwarten war, die Si- tuation wesentlich verschärft. Trotz der Versicherung der Unternehmer, daß sie gar nicht daran denken, die Spitzen- löhne abzubauen, zeigt die Antwort doch so wenig Entgegen- kommen, daß die'streikenden Arbeiter nur das starre Nein! herauslesen. Wohl jeder, dem das Wohl unserer zerrütteten Volkswirtschaft am Herzen liegt, hätte gewünscht, daß die Unter- nehmer bei ihrem Beschluß besser beraten gewesen wären. Herrenstandpunkt und Eigensinn sind schlechte Mitarbeiter beim Wiederaufbau unseres Wirtschaftslebens. Wenig Sinn hat eZ auch, über Streiks zu lamentieren und selbst sich bockbeinig zu stellen, wenn die Möglichkeit gegeben ist, einen so gewaltigen Streik durch Verhandlungen zu beendigen. Wenn es nicht doch noch in letzter Stunde gelingt, eine beide Teile befriedigende VerhandlungZbasiS zu schaffen, dürste der Streik sich bald auch in anderen Industrien und darüber hinaus auch für die gesamte Bevölkerung sehr bemerkbar machen. Wie uns nämlich die Streikleitung mitteilt, nahm Palestrina ist nach dem Tode seiner Gattin Lucrezia gealtert. Sinn und Kraft zur Komposition fehlt ihm; schon droht die Jugend den Verlockungen de» futuristischen Florenz zu erliegen und des Meister» strengem Stil abhold zu werden. Da» Konzil zu Trient tagt im letzten Jahr und streitet noch immer darum, ob der polh- Phon« Gesang zugunsten des Gregorianischen Chorals ausgerottet, ob Meßtexte in de: weltlichen Sprache gesungen weiden sollen. Palestrina soll eine neue Messe schreiten, die die Reinheit des alten Stils mit der Monodie und der Ungebundenheit de» gegenwärtigen verbinden soll. Er versagt sich der Bitte deS Borromeo, der ihm den Antrag des Kaisers überbringt; er kann nicht mehr schreihen, ist innerlich gelähmt, vielleicht auch seinem Gott fremd und abgekehrt. Da erscheinen ihm im Traum die Meister früherer Jahrhunder« und erinnern ihn an seine Bestimmung, sein unvollendetes-Erden-. Pensum"; Lucrezia beschwört ihn, und Engel intonieren ihr Kyrie. Da schreibt der Meister die Stimmen seiner Vifion in Noten nach, eine ganze Nacht. Zwar ergreift den Widerspenstigen die Kirche und wirft ihn in den Kerker; aber die Messe erklingt schon in Rom, in der St. Marien-Kirche, und der Papst selbst beugt sich vor dem Genius, vor dem Retter der Musik. Einsam sitzt Palestrina wieder an seiner HauSorgel.-Nun schmiede mich, den letzten Stein,, an einen Deiner tausend Ringe, Du Gott, und ich will gut« Dinge und friedvoll sein.*— Ist P fi tzn er ein solcher Ring in der Kette der Genies? Sein Buch läßt e» fühlen, seine Musik kaum ahnen. Ein Eigenbrötler vergrub sich in die altertümlich geformten Tonfolgen, die kalten Harmonien des erste» AktZ, die ihn fast der eigenen Inspiration enthoben. Diese askettsche Scheu vor durchhaltenden Melodielinien, diese zart« Orchestrierung, die fast nur Streicher bemüht, diese dem sinnlichen und sinnfälligen Aufschwung so abholde Gesamt- färbe werben zunächst mehr um unser Interesse als um unsere Liebe. Verschmäht sie der Tondichter? Dem herben Orchester gesellt sich ein im Ausdruck starker, dem Gedicht intuitiv nachspüren- der GesangStei! zu, der, an sich spröde, doch mit der Begleitung zu- sammen eine vollkommene Worttonverschmelzung gibt. Ein Akkord, eine alte Ouartensolge, ein Piccicato, eine Pause werden stim- mungSmotivisch ausgenutzt, Glocken, Chöre, die mit kontrapunk- tischer Meisterschaft gesetzt sind, unterstrichen jene ferne. Welt- ftemde, abgelegene Kunstepoche, in der wir die Geschehnisse abrollen sehen. Ein reiner, klarer, ein bewußt-kühler Stil, dem wir uns mit Respekt, aber mit dem Zittern der getäuschten Erwartung hingeben. Der GeniuS in SchaffenS.wt— welch hochgetürmte Musik, welche Hitze, welches Temperament, welche Bewegung hätten wir uns da gedacht! Merkwürdig: der zweite Akt, der von des Künstlers Erden» wallen so wenig weiß und dessen innere Bedeutung ich(trotz all« Ablehnung historischer Geschehnisse aus der Bühne) nicht unter- schätze, gibt viel reichere, dramattsche, wirbelnde und hie und da sogar unterhaltsame Musik. Ist dies der echte Pfitzner? Ein Problem, ob er zu einer Musikkomödl« großen Stils nicht der rechte Mann wäre. Hier platzen Gegensätze scharf aufeinander, hier lösen sich faßbare umsikalische Gedanken in gutem Wechsel ab; hier er- sine Konferenz der Funktionäre der Heizer, Maschinisten und Elektriker folgende Entschlisßunp an: „Laut Beschlaß der Obleute des Heizer» und Maschinisten- »erbnndeS wird dem ReichSarbeitS Ministerium anheimgrstellt, auf Grundlage de» Vorschlages des Herrn Reichsarbeitsministers Verbandlungen zwischen dem Metallarbeitervcrband und dem Verband Berliner Mctall-Jndustricller bis Mittwoch, de» 1ö. 10. 191S, vormittags 12 Uhr einzuberufen.— Weigert sich der B«- band der Berliner Metall-Jndustrielle», auf der vom Arbeits- Ministerium vorgeschlagenen Grundlage bis Mittwoch mittag i» Verhandlungen einzutreten, so lehnen die Heizer und Maschinisten di« Verantwortung für alle aus dieser Weigerung entstehende» Folge» ab. DaS beißt mit anderen Worten, wenn bis zum Mittwoch mittag nicht die Möglichkeit gescbaffen ist, die stteitendcn Par- teien über die Art der Verhandlungen zu einigen, besteht die Gefahr, daß nicht nur in industriellen, sondern auch in lebcns- wichtigen Betrieben, wie Gas-, Wasser und Elektrizi- t ä t. sich die Folgen eines Streiks der Maschinisten und Heizer fühlbar machen werden. Die Schuld daran fiele diesmal nicht den Arbeitern, sondern dank seiner Halsstarrigkeit dem Verband der Metallindustriellen zur Last. » Wolff meldet amtlich: Da» Oberkommando NoSke hat Nachricht erhalten, eS fei von einige« gewissenlosen Elementen beabsichtigt, im Falle eine? Streik? der Maschinisten und Heizer der Elektrizi- täls- und Gaswerke die Maschinen zu sabotieren, um das Eingreifen der Technische» Nothilfe unmöglich z» mache». Da» Oberkommando teilt nn» mit, daß gegen derartige versuche mit de» allrrschärfsten Maßnahmen, die der Belagerungszustand gestattet, vorgcgiingeu werden wird. Die Einbringung See Kartoffelernte in GftxreuZen. Durch di« Zurückziehung der polnischen Arbeiter und Arbeiterinnen aus Ostpreußen lind den dadurch entstandenen Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitskräften scheint in ver- schiedenan Gegenden der Provinz die Einbringung der Kartoffelernte gefährdet, zu sein. Di« Versuche, die Kartoffelernte durch deutsche Arbeiter und Arbeiterinnen, die aus den Großstädten nach dort entsandt werden, ein- bringen zu lasten, scheitern anscheinend cm den in Ostpreußen noch herrschenden Arbeitsbedingungen in der Land- Wirtschaft. Tie Landwirte, bisher an die polnischen Arbeiter und deren Arbeitsleistungen gewöhnt, können sich mit den ans Großstädten eintreffenden Hilfskräften nicht abfinden, da dieselben eine andere Entlohnung, Verpflegung und Behandlung verlangen und naturgemäß«ine g c- ringere ArbeitSlei st ung besitzen. Tie daran» entstellenden Meinungsverschiedenheiten veranlassen die nach Ostpreußen entsandten Arbeiter imd Arbeiterinnen teillveise zufluchtartigerRückkehrindie Heimat, während die Landwirte ivegen Mangel an Arbeitskräften d'e Kartoffeln in der Erde zu lassen gezwungen sind, was ihnen nach vielen Aenßerungen leichter zu fallen scheint, als berechtigten An- sprächen der Arbeiter entgegenzukominen. Da für die deutsche Volksernährung die Kartoffelernte Ostpreußens von außer- ordentlicher Bedeutung ist, erscheint es notwendig, durch Eingreifen berufener amtlicher Stellen eine Regelung der Verhältnisse in Ostpreußen und in den von ähnlichen Um-..., ständen betroffenen anderen Gegenden Deutschlands zu treffen, die ein schnelles und sicheres Einbringen der Kar-� toffelernte gewährleistet.___ Technische Rothilfe»fflen El cktr» streik. Jnücckgr eines Streiks der El« i trizit ä t So»bei der lag nir die Stadt Ffterach die Gefahr vor, daß sie durch Aufboren der Beleuchtung in völlig«; Tunke? gehüllt würde und außerdem Betriebe lahmgelegt würden. Die..Tech- nische Nothiffe* hat von Weimar aus eingegriffen und da» Elektri- zitälSwerl wieder in Gang gebracht, wa» di« Wiederau fnahanc der Arbeit veranlaßt«. starrt nichts, hier ist in einer fast zu kecken Persiflage de? heiligen Konzils wirkliche Musik«ingesangen, hier erleben wir unter Führung eines voller gefärbten Orchester» und im treibenden Schwung der Chöre auch endlich einmal eine dramatische, wenn auch brutale Steigerung. Musikalisch ergreifend und eine schmerz- liche Verklärung stark nachziehend wirkt dann der kleine letz'e Akt, in decy der Papst daS Werk und seinen Schöpfer segnet, in dem Borromeo und Palesttina wieder Freundschaft schließen. Nehmt alles nur zusammen: Ihr habt da? Werk eines fa- natisch von der Welt und vom Gefallen der Welt Abrückenden; ihr habt«ine dichterisch gefühlt« und gestaltete, musikalisch aber kon- sttuierte und erfindungsschwache Schöpfung. Gerade die genannten Strecken des AuffchwungS, gerade die echten Palestrina-Klänge lassen daS bitter bedauern. Der künstlerische Riß, den der zweite Akt bringt, wurde durch die Aufführung kaum geschlossen Und zu- letzt: den echten, den spezifischen, den Original-Psitzner, da» Besonder« seiner Kunstprägung: Ihr ahnt e». aber ihr fühlt es nicht. E» vergreife sich einer, der ihm nachgeht, an dieser nebligen Ver« steckkunst— und die Oper erstirbt, zu Tode gequält. Dem reinen, ehrlichen Palestrina-Dichter aber bleibe auch bei der Vergänglichkeit seines Merks unsere Bewunderung erhalten. AuS dem großen Solopersonal ragte Ärmster nickt nur körperlich hervor; er schuf eine meisterhafte, in Bewegung und Hal- tung, in der Klarheit der Sprache vorbildliche Figur des Borrome». Josef Mann, zuerst um ein Viele» zu zart, ja fast phlegmatisch» wuchs vom Augenblick seiner Masseninspiration an zu einem inner- lsth stark erlebenden, leidenden und verzückten Meister heran; daZ kam auch seinem Whöncn weichen Tenor zustatten, der zum Schluß noch einmal alle? klangvoll hergab. Fein charakterisievriid der Novagerio H en ke S und von breit ausladender Älangvollenduug die Stimme de» Moron«(SchluSnuS). frisch und lieblich der Jphino Birgitt E n g e l l Z. Manch andere Figur au» dem Konzil wäre noch zu nennen und zu würbigen; alle leisteten Gutes und Bestes. Die Chöre klangen rein, waren aber in ihren Bewegungen stereotyp. Der Regisseur Psitzner hätte viele« au» dem Theater- mäßigen in die Sphäre de» Außergewöhnlichen, Mystischen erheben können. Der große Beifall galt ihm, dem Idealisten, galt Schillings und Stiedrig. Dr. Kurt Singer. Der»mnpf gegen vir Tnberknlose. In der«clersih-ift fttt soziale Medizin spricht«in 2?. Oktober, abend»« Uhr. w» Hörsaal der Laffar- scheu Klinik, Karlstraß« lS, Prof. Dr. Kayserling über.Anioroerungen an ein ReichStuberkulosegesetz* Ferner wird über den vor- trag von Prof. Czerny über di«»Bekämpsung der KinderMberkutose* diskutiert. Der Bereleich Jeßner-Aeinhordt. Da» Deutsche Tbeeter gibt be- kann«, daß die Intendanz der BwatSiheatcr di« gegen simil Jan- n i n g S. Paul H a r t m a n n und Werner K r a u ß«ugefirengten Pro- zesse zurückgezogen hat. Di« drei Künstler hauen sich seinerzeit dem Hof- theater vcrp suchtet, hatten den Vertrag aber nicht gehalten, sondern waren zu Reinhardt zurückgekehrt. DaS Slaatitheater hält also die gebrochenen Verträge für ettedtgt, und die drei Künstler find einvrrstanden mit dieser Auffassung, dar sie selber durch ihr Verhalten»oiqeerbeitet haben. Ein jüdischer BolkSliederabend findet heute, abend? 7% Uhr. im Oberlichtsaal der Philharmonie statt. Gememöevertreter-Konferenz üer S. P. D. Schulwesen.— Arbeiterräte. Die gestrige Grofc-Berliner Geineiirdevertreter-Konferen, der 3. P. D.»utie vom Lorsitzenden Stadtv. Ritte r.Berlin eröffnet �rrt einem Nachruf auf den verstorbenen früheren Stadtverordneten Dr. A ron»- Berlin. Di« vom Schulausschuß aufgestellten Leitsatz« zur ll m g e st a l° tunz der Schuldeputation wurde zur Beschlußsasiung vor- gelegt. Unter den Forderungen, die Stadtv. H ü b n e r» Berlin in einem begründenden Referat erläuterte, find die folgende«. In allen Gemeinden find, entsprechend der Zusammensetzung ihrer neu. gewählten Gemeindevertretungen, die Schuldeputationen umzu- gestalten, und zivar in der Weise, daß nach Auslösung der Schul- deputation völlige Neuwahl erfolgen muß. Durch Ortostatut ist festzusetzen, daß die Deputation besteht au? MagistratSmitglie' de:s, der doppelten Zahl von Gemeindevertretern und der gleichen Zahl von Bürgerdeputierten, wobei an den beiden letzten Gruppen d-c Fraktionen nach ihrer Stärke beteiligt sein sollen. Wo Schuldeputaiionen noch nicht bestehen, find soforl solche einzu- setzen. Mitarbeit der Geistlichen ist nicht als grundsätzlich nötig an- zusehen, sie sollen höchstens bei besonderer Eignung wie jeder Bür- per al» Bürgerdeputiertc in die Schuldeputatio« hineingewählt wer- den können. Eine Notverfügung soll sofort ermöglichen, daß Ver» rretar der Elternschaft durch Elternbeiräte und Vertreter der Lehrerschaft durch deren Organisationen gewählt werden. In der EinheitSgemeinde Eroß-Berlin ist das gesamte ErziehungS- und BildungSwesen von einer Zentralstelle aus zu verwalten, deren llnterabteilung di« Schuldeputation für Groß-Berlin ist. Ucber Fortbestand der örtlichen Schuldeputationen, die zu örtlichen Zen- tralstellen auszugestalten wären, entscheidet die neue Groß-Berliner Stadtverordnetenversammlung. Kür da» zukünftige Schulunter- baltungSgesetz ist unter anderem zu fordern, daß Geistliche alS solche nicht mehr Sitz rn der Schuldeputation haben, daß deren Mitglieder nicht der Bestätigung durch die Aufsichtsbehörde bedürfen, daß tei Auewabl, Berufung und Versetzung der Lehrenden die Gemeinde gegenüber der Aufsichtsbehörde völlig selbständig ist und di« Lehrer- schafi mitwirkt. Der Referent betonte, daß noch vor Zustandekom- men Groß-BerlinS di« Umgestaltung der Schuldeputationen und ihre Einführung für alle Gemeinden durchgeführt werden muß.' In der Diskussion wurde am ausgiebigsten die Frag« der Wahl von Lehrern zu S ch u l d e p u ta t i o n» m i t g l i e. d e r n erörtert. Stadtv. Kehle- Lichtenberg will sie nicht als Lehrer, sondern bei besonderer Eignung gewählt sehen. Stadtrat Dr. S i l b e r st e i n. Neukölln warnte davor, den Lehrerräten zu- viel Einfluß zu gewähren. Wir hätten dann im Schulwesen ein Rätcshstem, da? um so bedenklicher sei, da viele Lehrerräte noch recht reaktionäre Anschauungen haben. Auch Stadtv. Beterhansel. Licbtenberg bat Bedenken gegen die Lehrerräte. Oft werde von den Lehrern ihr berufliche» Interesse in den Vordergrund gestellt. Ge- mcinbevertreter 38 i t t ha u e r- Tempelhof sucht nicht so schwarz und rixbmte den Kampf der Lehrerräte gegen die Reaktion. Stadt- rat O e st r e j ch- Schöneberg regte an, noch vor der angekündigten Rcichs-Schulkonferenz eine Partei-Schulkonferenz einzu- derußen. Sie müsse besonder» die EinheitZschuI«, über die in Par- toi kreisen noch größte Unklarheit herrscht, gründlich erörtern. Nach einem Schlußwort des Referenten wurden die Leitsätze einstimnng angenommen. Dem Schulausschuß wurde ein An. trag B l u m- Charlottenburg überwiesen, der wegen einer Gesetzes- Novelle über Umgestaltung der Schul deputation den Minister zur Btscblennigung mahnt. De Leitsätze des Schulau sfchusses über sofortigen Abbau derJBorfchule und der Unterstufe des Lyzeums wurde von Stadtv. Frl. Riedger- Berkin begründet. Diese Standes- schnleinrichiungen würdet bei Einführung der gemeinsamen Grundschule vollends überflüssig. Di« freiwerdcnden Lehrer und Lehrerinnen sollen hauptsächlich den Gcmeindeschulen überwiesen werden. Private Vorschulen find nicht zu gestatten; nur mit Landerziehungsheimen und anderen vorbildlichen Versuchs- schulen ist eine Ausnahm« zu machen. Di« Lehrpläne find so um. zugesralten, daß drei Vollssch ulsahre auf die höheren Schulen vorbereiten, oder begabte Volksschüler müssen im dritten Jahr durch Wiederunterricht vorbereitet werden. Allgemein wurde in der Diskussion schleunigster Abbau getordert. Die Leitsätze fanden Zustimmung ebenso«ine von Stadt- rat Oesterreich-Schöneberg beantragte Resolution, die da» Mlnistorimn für Volksbildung usw. und die preußisch« LandeSver- iammlung ersucht, alsbald und eventuell durch Notgesetz eine klar« Entscheidung darüber herbeizuführen, daß die Vorsckullehrer unter Wahrung ihrer Ansprüche an andere Schule« versetzt werden dürfen. damit nicht an dieser Streitfrage der Abbau der Vorschulen und der Ausbau der Einheitschulen scheitert. Tie Resolution for- dert, daß auch der Abbau der privaten Borschulen dem Wortlmit der Verfassung gemäß schleunigst erzwungen und Neueinrichtungen rucksilitslos verboten werden. Heber die Stellungnabme zu den kommunalen Ar- b e i t« r r S t e n referiert« Stadtv. Scholz. Neukölln. Die Frag« >st, führte er au», in den meisten Gemeinden spruchreif. Wir dür» fen uns nicht durch persönliche Rücksicht auf die Arbeiterräte einzol- ncr Gemeinden leiten lassen. Prinzipiell haben wir uns zu ent, weiden. Di« Demokratisierung der Gemeinden ist ,n der Durchführung begriffen, die Gemeindevertretungen find neu zu. sammengesstzt, die Gemeindevorstände und Magistrat« werden er» «eirort. Damit werden die kommunalen Arbeiterräte überflüssig. In Berlin hat man sie von vornherein nicht für nötig gehakten, sondern sich mit vier VotkSheauftragten als Kontrolle be- gnügt. Auch die Unabhängigen sind hiermit«inverstanden gewesen. Selbst wo kein« sozialistische Mehrheit besteht, können wir nicht der Minderheit durch Arbeiterräte ein Vorrecht geben. Würden wir uns gefallen lassen, daß anderswo etwa die bürgerlich« Minderheit für sich da»jelo« Recht forderte? Die vom Verfassungsausschuß vor- gelogte Entschließung lautet:.Tie kommunale Konferenz be- schließt, daß nach Durchführung der demokratischen VerfassungSbe- st-mmungen für dio Gemeinden, die spätestens bis zum 31. Oktober ISIS erfolgt sein muß. eine Rvtwenbßjkeit für daS weiter« Fori- befteben der kommunalen Ar> eitorräte nicht mebr br-ff-M. Sorem die soeialbvmokrati scheu Fraktionen glauben, nicht die genügende Sicherheit für dt« Durchführung der Demokvati« zu haben, bleibt «s ihnen uberlassen, durch besoldete Kräfte den genügenden Ein- fluß zur Kontrolle zu schaffen. Diese Kvntrolleinrichwng soll keine besonder« Korporation darstellen, sondern ist nur der Gemeinde- Verwaltung verannvortlich. In der Diskussion forderte Stadtrat Dr. Silberstein- Neukölln, den auf Bestätigung der kommunalen Arbeiterräte gehen- den Bcsck lul baldigst zur Tat zu machen. Strieder- Treptow hält dre Z'.'iemgimg nich» für so einfach; in kleinen Gemeinden sei der Albriierra' of» noch als Konirolle nötig. Zimmermann- Newewe» sckill.ri.' die üntäligkeit der längst überflüssig geworde- nco Arbeiterräte V o i g t- Buchholz hält di« Arbeiterräte für be- wegkicher unfe aktionsfähiger als die Gemeindevertretung. R o tz o l t- Wittenau sieht in ihnen einen Hemmschuh für die ganze kommunale Tätigkeit Im Schlußwort erklärte der Referent, daß überall, wo die De- nivkratifierung der Gemeindeverwaltung erreicht ist. mit den kommnnalen Arbeiterräten Schluß gemacht wer. den muß. Die»»'ckiließun, wurde mit allen gegen< Stimmen angenommen. Die preußischen vtnatSininister haben, wie die>P. P. N." er- fahren, beschlossen, auf di« ihnen zustehend« Entschuldung»- summe zu verzichten. Der erst« Intrrnieetenznz an» Pole« trifft varausssckitlich honte in Kreuz ein. Die Polen begannen auch mit der Entlassung solcher gerichtlich Verurteilter und Angeklagter, deren Fälle klar liege». Wege» schwierigerer Fäll« wind demnächst verhandelt, GroßSerüu Die juristische Sprechstunde findet vom Montag, den 13. bis zum Sounlibend, den 18. einschließlich, nur von 3 bis 5 Uhr statt._ ZkoangSelnesoirtierung in WismerSdorf. llm dem großen Wohnungsmangel abzuhelfen, hat WilmorS» darf die Zwangsein quartierung verfügt. Sämtlichen WchnungSinbabern wird unverzüglich ein Formular zugestellt, in da» die Zahl, Lage und Größe der vorhandenen Zimmer und die Zahl der zum Haushalt gehörenden Personen einzutragen find. Die ausgefüllten Formulare find dem Wilmersdorser fiadii schon Wohnungsamt bis spätestens 13. Oktober einzureichen. Die Zwangs- «inquartierung wird rn der Werse durchgeführt, daß das WohnungS- amt dem Inhaber übergroßer Wohnungen für die entbehrlichen Zimmer, die ohne erhebliche bauliche Veränderung als gesonderte Wohnung verwendet werden können,«inen Wohnungsuchenden be- zeichnen kann. Kommt zwischen dem WohnungSinhaber und dem zugewiesenen Mieter ein Mietvertrag nicht zustand«, dann setzt auf Anrufen das Einigungsamt den Mietpreis und die sonstigen De- ftrmmnngen fest, falls für den Verfügungsberechtigten ein beson- derer Nachteil nicht zu erwarten ist. Der Vertrag gilt alS abgc- schloffen, wenn der Wohnungsuchend« nicht innerhalb einer be- stimmten Frist Einspruch beim EinigungSamt erhebt. Das Eini- gungsamt ist befugt, anzuordnen, daß an die Stelle des Wohnung- suchenden die Gemeinde als Mieter tritt und diese berechtigt ist, die Wohnung dem betrcfscnden Bedürftigen weiter zu vermieten. Eingerichtete Wohnungen solcher Personen, die innerhalb oder außerhalb der' Gemeind« noch ein« zweite Wohnung befitzen, die als Hauptdomizil angufchen ist, gelten als unbenutzte. Jeder Inhaber mehrerer Wohnungen hat dies sofort dem Wohnungsamt zu melden und dabei anzugÄen. welche Dobnuwr er zu bebalten wünscht. Auf di« Nichibefolgung dieser Vorschriften sleljen Geldstrafen bis zur Höhe vyn 1000 Mark. Tevtsch�amerikanische Hilfe. Die ersten großen LiebeSgabcnscndungen von kondensierter Milch sind aus den Vereinigten Staaten hier eingetroffen. Das Zentralkomitee vom Roten Kreuz hat von den Gebern die Weisung erhalten, zunächst unterernäbrten VolkSschul- kinde rn deutscher Großstädte vier- bis sechs wöchentliche Milchkuren durch diese in rascher Folge zu erwartenden Milchgaben zu ermöglichen. Beim Roien Kreuz sind erfreuliche Rachrichten auS New Dork, Philadelphia, Rochester, Elcveland, Ehikago, Balimore, Mikwaukee. St. LouiS,. Ohama, Portland, Seattle, San Francisco usw. eingelaufen, die im einzelnen von der regen Liebestätigkeit der amerikanische» Stammverwandten und Freunde für unsere Heimat berichten. Davon sei nur erwähnt die Unierbringung von tausend tuberkulösen deutschen Grotzstadtkindern für 8— 4 Monate in der Schweiz durch New Yorker und die Einkleidung von 00 000 bedürftigen deutschen Kindern durch San JranciScoer Freunde._ SiuckfichtSloS ohnessleichea. Daß der Stadt- und Ringbahnverkehr oft unregelmäßig ist, liegt am Lolomotivmomgel und wird getragen. Daß infolge falscher Schilderziehung Leute sich verfahren müssen, ist schon schlimmer und kann, beim letzten Zug, die ärgsten Folgen haben. Daß man aber, wie in der Wacht zum Sonntag, den letzte« Zug ausfalle,, läßt fPotSdamer Babnhof— Westen), ist ein« unverantioortlich« Rück- sichtSlosigkeit, die empfindliche Bestrafung der Schuldige« fordert! Skandalöse Zustände herrschen seit Wochen und Monaten auf der Vorortstrecke Berlin— Erkner. Die Fahrpläne bestehen ledig- lich auf dem Papier. Keine HauSfrau kann mehr ihr« Wirtschaft auf eine regelmäßige Heimkehr der in Berlin beschäftigten Fa- miliemngehcpigen einrichten. Die Arbeiter kommen Tag für Tag um den Nutzen, den sie sich von der Verkürzung der Arbeitszeit ver- sprachen hatten. Die Stunden, die sie früher länger in ihren Be- trieben tätig waren, müssen sie jetzt unnütz vergeuden, indem sie lvartend auf den Berliner Bahnhöfen oder auf den noch kälteren Steigen in Friedrichshagen herumstehen. Mehrmals sind die Be- trieb-Sleiter in Friodrich» Hägen von der harrenden Menge bereits gezwungen worden, einen Friedrichshagener Zug durchlaufen zu lassen. ES wird ohne Zweifel zu schweren AuSschreitun. gen kommen, wenn nicht endlich wenigstens halbwegs erträgliche Zustände wieder geschaffen werden. ES ist höchste Zeit, daß die zuständigen Stellen diesen unerträglichen Zuständen endlich einmal ein Ende machen. Die Schnellzüge im Osten sind eingestellt. Beim Eisenbahn- minister ist beantragt worden, in den Nachtpcrsorrenzügen Schlaf- wagen zu führen.— Im Wcichsclgebiet ist nachts der erste. Schnee gefallen. Die PilzauSstellung im Märkischen Musen« wurde gestern er- öffnet und fand sogleich starken Zuspruch. Sie ist wieder vom Lehrer Roman Schulz, dem Leiter der Berliner Pilzberatungs- stelle, nach dem in den Vorjahren bewährten Verfahren eingerichtet worden. Die ganze Anordnung ist so, daß höchste Anschaulichkeit erreicht und der Zweck eindringlicher Belehrung erfüllt wird. Auch ist das Gesamtbild sehr viel anziehender als bei den PilzauSstel- lungen, die daö Botanisch« Museum zu veranstalten Pflegt. Der Raumüberfluß in dem VortragSsaal des Märkischen MuseumS hat eine sehr übersichtlich« Gruppierung ermöglicht und gestattet dem Dißbepterigen ungehindert« Betrachtung. Die Ausstellung kommt in diesem Jahr« etwa» später als sonst, weil e» im Früherbst m- folge der ungewöhnlichen Trockenheit cm Pilzen fehlt«. Sie bleibt bis nächsten Sonntag täglich von 10 W 3 Uhr geöffnet. Der Zu. tritt ist unentgeltlich. Wetterbericht. Etwas wärmer, überwiegend bewölkt, im Westen und längs der Küste ziemlich zahlreiche, im östlichen Binnen» lande mehr vereinzelte, meist geringe Regenfäll«. Groft-Verliuer Lebensmittel. Martendorf.»luf die Abichnilt« 7« der Groz-vcrllner Lebensmittel- karte 50j Gramm, oul 78 250 Gramm Teigwaren. Karten 5i» Dienstag vorlegen. Aus Abtchiiilt O der braunen Lebensmittelkarte: Ronlag nach- mittag t Uhr t Pfund Marmelade(1,30 M). >U Skienick«. 13. bis U. Okt. 125 Gramm Graupenmedl, 250 Gramm Roigentranl(89). 850 Gramm amcrik Weizenmehl(L. 19), 250 Gramm Saubohnen>28). Für Kriegsbeschädigt« 1 Pfund Haferflocken(42). Für Kranke 250 Gramm Teigwaren(Aädrmtttelkarle). Frisch«« Gemüse, so- weit Porrat reicht. Für stillende Plütter 1 Dos« Raljeztrakt. Britz. 13. bis 19. Oktober. H Pfund Teigwaren(81). M Psnnd Kartoffelmehl<8»). Falls Abschnitt nichi mehr virhandc», gegen Ad- stempeln der Karle. H Psnnd»m«r>k. Weizenmehl(JB. IS). 100 Gramm Ztatzrrnittel(44). Für KritGsbeschävigi« 1 Pfund Hafer flocke» oder ReiS (4). Fllr werdend« Mütter und für Kind«r V» Pfund Haferflocken«der Rei»(7). Freihändig: Rollmspfe, Teltkatehheringe, mariniert« Gar- dinen und Salzhering«. Fern«r»«rschieden« Lebensmittel, verknus ab Montag. Lickterfelde. 13. bis 1». Ott. fe 850 Gramm«mertk. Weizenmehl auf X 16, Z 16. I 19, K 20 und L 20 bis 18. Okt. 250 Gramn, Rai»- Produkte(52) bis 25 Oft. Friedrichsfekdc. 18. bis 18. Okt.>m Dienstag: 250 Gram« Brot- ausstrich(«>. Am Donnerstag: 250 Gramm Teigwaren(91).»m Sonnabend: V4 Pfund Buchweizengrütze oder Buchweizenmehl(24). «dlerStzos. 13. bis 19. Okt. 10 Pstind»artosseln(42). 250«ramm Marmelade(75). 250 Gramm amerit. Weijenmedl(I 1«). 100»ramm Ret»(21). 250 Gramm Hafeiflock««(44). Für Kranke 125 Gramm bzw. 250 Gramm Weizengrieß(1. Abschnitl). Freihändig: Feitheringe, ausländ. Srdse», amerik. Maismehl. Karioffelwalzmehl, Gemüseton- serven, Speisesalt. Mars rill er Fetts eis« sowie di». Lebensmittel und Ge- brauchSarttftl. Für Pserdedesitzer und Kleintierhalter ausländ. Sleie, Zentner 60 SR. Treptow. 13. bis 19. OB. 880 Gramm Nudeln(91). Für Jugendliche 200 Gramm Sag«(44). 125 Gramm Kakao(48). 250«ramm Kunft- Honig(49), 250 Gram« AuSlandZmehl(I. 19). Rrrnickendorf. 250 Tramm Maismehl(82). Groß-Serliner pakteinochrtchten. Tempekhof. Heute, 719 Uhr. Frmr-nleleadend im Zeichenfaal de» ReakghmnafwmS, Kaiferiu-Slnsusta�trag«. Zioferenttn: Genossin Ziynick. SilöungsverKKftaltungen. BollShochlchulc Reinickendorf. D» SurfuS von Dr. Rosenberg über „Die großen Revolutionen der Neuzeit" beginn« heut« 8 Uhr im Real- ghmnasium.— Dienstag beginnt der Kursus von Nestrieple üb« „Staats- und GescllfchajtSideale im Laufe der Jahrhundert«' in der V. Gerneindefchul«. VortrZae, Vereine unü Verfammlunaen. Retchkbrm»»er Kric�ibcsch., Bez. Lichtender«, Mitgliederverfamm- luna Dienstag, lhS Uhr, bat Schwarz, Millendorststr. 25, Referat über „Milltiioeisergnngsgll-tz". Kam. Mend«(Schsnebirg).. Ausnahme neuer Mitglieder. Arbeitcr-Sanrarlter-Bund. Dezirk Süden, Vbteklung I, Mittwoch, TH Uhr, Melchiorstr. 16, Prüfung der Teilnehmer. Ausgabe von Per-- barrdSmaterial._ Mus alier Welt. Attentat im v-Zng. Im v-Aug Dresden— Görlitz wurde in der Nacht zum 10. Okto- ber ein schwerer Raub Überfall verübt. Au» einem Abteil 2. Klasse ertönten plötzlich Hilferufe Ein im Nachbarabteil sitzender Kauf- man au» Bunzlau wollte zu Hilfe eilen, fand aber die Tür ver. schlössen. In diesem Augenblick erhielt er durch die Tür hindurch auch einen Schuß in die Brust. Als der Ang in Bautzen hielt, fand man in dem Abteil einen Lberingenieur aus Breslau blutend und bewußtlos am Boden liegen. Offen- bar hatte der Täter, der inzwischen durch de? Fenster entsprungen war, den Versuch gemacht, den Oberingenieur, der im Schlafe lag, mit einem Handtuch zu erdrosseln und Hann mit einem Totschläger niedergeschlagen. Der Täter wurde in Arn-»- dorf bei Bautzen verhaftet: er nennt sich Willi b. Matkowski und will in der Nähe von Warschau geboren sein. Die beiden Ver- letzten befinden sich in ernster Lebensgefahr. Besserung in her Pf«l� Die Zeitungen erscheinen wieder zur gewohnten Stunde, und die Straßenbahnen sind wieder m Betrieb. HewkiMostsbeuWing ?in vctsran öer Serliner firbeiterbewegung. Gustav Busse, der Verwalter der Herberg« des Berliner GewerkschaftShauseS, begeht heute in voller geistiger und lörper- sicher Frische seinen s i e b z i g st e n Geburtstag. Da sei eS ge. stattet, unserem Freunde, dem alten Gewerkschaft», und Partei- genossen an dieser Stelle einige Worte der Anerkennung wie dc» DankeS zu widmen. Freund Busse blickt am heutigen Tage auf ein arbeitSschwercS, an Opfern und Mühen reiches Leben zurück. Busse ist einer von den vielen ungezählten Tausenden, die ihr Beste» für di« Arbeiterbewegung, für die Befreiung der Arbeiter« schaft aus den Fesseln der politischen Knechtschaft und Wirt- schaftlichen Abhängigkeit hergegeben haben, wenn auch ihre Namen nicht alle Tage in der Leffentlichkeit genannt werden. Während d-S Sozialistengesetzes bis 1001 betrieb unser Freund i» der Gegend des Rosenthaler ToreS ein« kleine Laderzurichierei, er be- schäftigte einige Gesellen— war also, wie man damals sagte, ein .Kleinkrauter"—, trotzdem tat er seine Pflicht für die Partei, ebenso war er in der GewerkschafiSbewegung tätig. Als im Jahre 1830 die Berliner Streikkontrollkommission als Zentralinstanz der Berliner Gewerkschaften geschaffen wurde, gehörte er dieser als Vertreter der Lederzurichter an. Bald darauf sehen wir ihn in dem engeren Ausschuß der Kommission. AlS dann später aus der Streikkontrollkommission die heutige Berliner Gewerkschaft»- komission hervorging, gehörte Busse auch hier dem Ausschuß an. Busse war hier wie überall ein eifriger, tätiger Förderet der Arbeiterinteresse». Als dann nn neuen Jahrhundert durch die hervorragende Hilfe de» leider vor wenigen Tagen verstorbenen Genossen Dr. Leo AronS der stolz« Bau des Berliner GewerkschaftShauseS seiner Vollendung entgegenging, wurde Freund Busse mit dem schwierigen Posten der Verwaltung der Herberge betraut. 19 lange Jahre schaltet«r nun mtt seiner ibm liebevoll zugetanen Gattin auf diesem schwierigen Posten. Peinlichste Sauberkeit und«Ordnung herrscht überall. Die Berliner gewerkschaftlich organisierten Arbeiter können mit Stolz auf daS Heim, das sie ihren wandernde» bzw. reifenden Berufskollegen aus dem Reiche geschaffen haben. blicken. Nicht immer ist es»glatt" gegangen; manchmal mußte unser Freund auch zugreifen, um einem allzu großen Raubautz z« .zeigen", daß auch in der Herberge Ordnung. Zucht und Sittlich- keit herrschen muß. Und gerade darum lassen die Handwerks- burschen auf ihren»Vater" Busse nicht» kommen. Ein Leben voller Arbeit, Mühe und Opfern liegt hinter unserem Freunde. Trotz aller Schwierigkeiten, die in den letzten KrtegSjahren die Arbeiterbewegung durchwühtt haben, die an ihrem Mark zehren, bat Gustav Busse keinen Augenblick geschwankt. Er ist sich treu geblieben. Er steht zur Partei, der er mehr alS 30 Jahre gedient hat. Er erfüllt seine Pflicht auch jetzt unter den denkbar ungünstigsten Verhältnissen. Wir hoffen und wünschen, laß Freund Busse in gleicher Frische noch recht lange seine« Posten erhalten blecht. Kampsbereitschaft der TisenkjandelSarbriter. Die in den Eisen-, Stahl- und Metallhai�lungen beschäftigten Arbeiter, für die der TvanSportarbeeterverband ba zuständige Organisation ist, hatten ihren Tarifvertrag zum 1. Oktober gekün- digt und Mitt« September ihre Forderungen für den Abschluß eine« neuen Tarifs eingereicht. Der Arbeitgeberverband hatte die Verhandlungen bis fetzt verschleppt, die Arbeiter kannten des- halb annehmen, daß ihre Forderungen nicht' berücksichtigt und die Unternehmer vielleicht sogar mit Lohnverschlechterungen vorgehe» würden. Dies« Befürchtungen schienen um so rrehr begründet, als die Unternehmer auch nach dem Ablauf deZ Tarife» noch keine Verhandlungen eingeleitet hatten. Am 7. Oktober hatte ein« Ver- trauenSmännerversammlung der Arbeiter den Unternehmern de« Ulitirnatura geflellt. hiS spätestens Sonnabend, den 11. Okiober, mit den Arbeiter» in Verhandlung zu treten, anderenfalls würde» die gewerkschaftlichen Kampfmittel zur Durchsetzung der Forde- rungen angewandt werden Am Sonntag hat eine massenhaft besuchte Versammlung der BisenhandelSarbeiter zu der äußerst gespannte» Tituatr,» Stellung genommen. Inzwischen wa?»her eine gewisse Eutspanuüng dr- durch eingetreten, daß der Arbeitgeberverband am Sonnabend tu aller Form erklärt hat, daß er am Montag di« Verhandlun- gen mal den Vertretern der Arbeiter cufnehme» wird. Di« ver- föäirmTiinfl beschloß einstimmig, das Ergebnis der Verhandlungen abzuwarten; sie erwartet aber, dag die Arbeitgeber weiteres Ent- gegenkommen zeigen werden, da bereits eine Anzahl Firmen, die dem Arbeitgeberverband nicht angehören, die Forderungen aner- karmt haben.— Die Stimmung der Versammlung lieh keinen Z.reisel darüber, daß die Eisenhandelsarbeiter zum gewerkschaftlichen 'tomps bereit sind, falls bei den Verhandlungen kein befriedigendes Ergebnis erzielt werden sollte. Durch einen fast einstimmig gefaßten Beschluß machte es die V'-rmmlung allen Kollegen zur Pflicht, die für den Metall- aroeiterstreik ausgegebenen Marken zu S und 10 M. regelmäßig zu kaufen. Ein empfehlenswerter Arbeitgeber. Vom Zentralverband der Fleischer wird uns geschrieben: In der Ziegenwurstfabrik von G e tz l a f f, Charlottenburg, Wilmersdorf«! Straße, herrschen noch die alten Zustände, wie sie vor dem Kriege im Fleischergewerbe üblich waren. Unbeschränkte Arbeitszeit von 12— 14 Stunden täglich Auch Sonntags ist in letztsr Zeit den ganzen Tag gearbeitet worden. Vorstellungen seitens der Organisation waren erfolglos, da sämtliche im Betriebe beschäftigten"Geselle� demgelben Bund angehören, resp. nicht organisiert sind. Hoffentlich interessiert sich der Magistrat Charlotte: urgS einmal für diesen Musterbetrieb. Rechtsverbindlichkcit des Tarifvertrags für Portiers. Der zwischen dem Deutschen Portierverband, Sitz Berlin, und dem Bund der Berliner Grundbesitzervereine E. B. am 17. Juli ISIS abgeschlossene Tarisventrag zur Regelung des Arbeitsverhält- nisses� der Portiers und Hausreiniger in Wohn- Häusern ist für das Gebiet des Zweckverbandes Groß-Berlin für allgemein verbindlich erklärt worden. Die allgemeine Ver- Kindlichkeit beginnt mit dem 15. Oktober 1S19. Ailgcstclltenvcrband dcS Buchhandels. Buch- und ZcltungSgewerbeS und Zcntralverband der Angestellten: Versammlung aller Angestellten der Groß-Berliner Zeitungsbetriebe am Mittwoch, den 15. Oktober, abends 7 Uhr, im Wintergarten der Schultheiß-Brauerei, Hasenhcide 22—31, zwecks Stellungnahme zum Schiedsspruch. Deutscher TranSportarbcitervcriand. Branche der Fenster- und Messingputzer: Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 15. Oktober, nachmittags 5 Uhr, im Lokal don Heinrich. Große Frankfurter Sw. 2g. Tagesordnung: 1. Bericht über das Egebnis der Tarisverhandlnnge«. 2. Beschlußfassung. A. Borsig, Tegel, Dienstag, den 14. d. M., von 12 Uhr ab, findet in der bekannten Meldestellen dt« Auszahlung der Stteikunterstützung statt. Der Arbeiterrat. Ludwig Loewe, Huttenstraße. Die Streikenden von 1—500 Montag von 9— 1 Uhr, von 501— 786 und die Ausgesperrten von 1—121 Dienstag von g— 1 Uhr im Streiklokal zur Unterschrist. Zahlung am Donnerstag. Die Streikleimiig. Lleinbau-Tiemens-Schuckert. Montag, den 13. Oktober. AuZzah- lung der Unterstützung in solgenden Lokalen: Abteilunzen 1— 15 und 26 bei Rogacki. Tegeler Weg 101: Abt. 16—18 bei Lenz. Tegeler Weg 97; Abt. 19— 60 bei Wochtmann, Tegeler Weg 107. Die Stteikleitung. A. E. G. Fabriken Hennigsdorf. Am Dienstag, den 14. Ottober, 3 Uhr vormittags, findet bei Brose in Hennigsdorf eine Streikversamm- lung statt. Tagesordnung: 1. Bericht der Streikleitung. 2. Regelung der Unterstützungsfrage. Die Streikleitung. Verantw. für den redaktion. Teil: Alfred Scholz- Neukölln: für Anzeigen: Theodor Glocke, Berlin. Perlag: Porwörts-Verlag D. m. b. K., Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruckcrei und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co. in Berlin, Lindeustr. 8. Milch, Eier, Sutter und Ileisch W i.j] sind knapp. Unsere dadurch bedingte Unterernährung durch physiologisches Nährsalz ZAW W p|„Pf-ifferol" zu beseitigen, ist Pflicht gegen uns und unsere Kinder. 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Bühnenschau JETTATORE (Die geheimnisvolle Macht) Film in 5 Akten/ Auf der Bühne SS"'« PaulHeldaiann sä „Ein heißer Tag" ■ Pßt'*;•'v; v? " AdmJraIs»Kino BerßolöeneSeel mit Resel Orla Reiclisliafl-Tlieater Vi, Uhr und Sonntag � nachm. 8 Uhr: \ f*5*3 nachm. halbePr. i\ Retchshallen-S.: -» Donhoft-Brcltl. Chm�ich 5 jeden Dienstig u. Freitag ?. aar Boxkämpfen Ü,: übrigen Tage 7'/, Unr; \„Aphrodite" i'ragikomisch.Pantomime in 3 Akt. v. Paula Busch, insz. v. Hofballettmeister Georges Blanvalet Vo-bei�gnZirkus�ro�r. Elektiomotore Gleichstrom:: Orehstrom kauft f* Ingenieniinireau Sehlichtlng Berlin W 9, Linksir. 10. Tel. LUtzow 370S und 8S18, Bereinigung Gr.-Berlincr Krastfahrfchulen dMtIlrMsgeiiMrerM. Näheres durch d. Geschäftsstelle: Berlin. Eharloiteostr. 50. Fernruf: Morizplatz 1256.» »s-Platm Gramm bis 80 Mark kaust aictamtontoc. Alte Zakobfrr. 188. Fernfpr.: Moritzplatz IASS. Zu den bedeiaiend erhöhten Freisen kaufe jede Menge; Platin! Oold! Silberl Münzen! anlpeters. Silber! 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