|tr.524.36.|»!ir8. vezug»veet« t MertellSkzrt."SIL. monatl. WZ. frei m* x.au». oorous zahlt»«. HoA» bezug. Monatlich Mt. exf!. Z«. stellungsyebllhr. U-Nter Kreuz daiU» für Deutschiant» und Oeüerreich. Ungar» KL5 Ml� für da» tlbng» Zustund 10 II) ML, bei täglich einmal. Zustellung SL.Z ML Postbestellungen nehmen an DanemarL Holland. truxemburg, Schweden u. die Schweiz. Elngercag» w dt» Post-Zeitnngs-Pretsltstl. Der �Borwäns- Mit der SonnkagA» detlagc»Volk u. g. � erscheint wachen« täglich zweimal. Sonntag» einmal. Abend-Ansgave. Teln, tomm-H brrfli i .Sojlaltieaotcal Brenn". Derlinev Volksblnkt. ( 15 Pfennig} Bttjeifleninreifi Dt» otfir�ttpultriu flonpncedlfjetlt bftet l>) Ml..ftlctn« ilnjeisen". taM tettgtbrueftr Wort 00 Psg.(juldfflg > tettgtbeuefte Sont), lebe»»eitere Wort«0 Stft. Krellengeluche unb SchlaMellenanjteigen das erste Wort 10 Psg. lebe, wettere Wo« 90 Dsg. Bort» Uber lb Buchstaben jdblu. eilr jioei«orte. Teuerung», uschtag SO"/. Familien•«n, eigen, volililche unb getDerffchaftliche Verein»• Vn, eigen LSO Ml. ble geile Anzeigen für bi» nächste Nummer müssen bi» t Uhn «achmittag, im Smumgelchüli. Betlin SB 08. Linben strafe 3. abgegeben werbe» Geöffnet von» Uhr früh dt» t Uhr abend» �eniralorgan der rozialdcmokratifchcn parte» Deutfcblands. Reöaktion und Expedition: Ew. öS, Lindenstr. Z. Nernivrecher: Amt Morinpla«, Sir.»7» I UU—»Zl 37. vorwärts»verlag H.m.b. h., Ew. öS» Lindenstr.?. Frrnsprcchrr: Amt Morruplay. Str.»17 SS— St. Rüstet zum 9. November! /In die parteil Henojpnnen onö Genosse»! Am Sonntag, den 9. November jährt sich zum ersten Male der Tag, an dem daS kaiserliche Reich zusammen. Sebrochcn ist. Mehr als vier lange KricgSjahre hindurch hatte as deutsche Volk unerhörte Lpser an Gut und Blut gebracht, als mit dem Zusammenbruch des Heeres auch daS ganze von der'Obersten Heeresleitung errichtete Presse-Lügcogcbäude in sich zusammenstürzte. Als mit dem Angebot deS Waffenstillstände« dir hoff. nungslose Lage unseres Landes aller Welt erkennbar wurde, fiel es dein deutschen Volk wie Schuppen von den Augen. Zorn ersahte die Massen, besonders gegen den Träger des imperialistischen Systems, den Kaiser. „Herrlichen Zeiten werde ich Euch untgegrnführen!�— so hatte er dem Volke grosisprechcrisch verkündet. Durch ein Meer von Blut hat er daS Volk in daS tiefste Glend geführt. Immer stürinischer wurde sein. Rücktritt verlangt. Als der Kaiser sich weigerte, seinen Plah zu verlassen, zerstörte er die lebte Hoffnung aus eine friedliche Umgestaltung der politischen und sozialen Verhältnisse im Reich. Lawinenartig war der Unwille deS Volke« angewachsen. In Kiel fand die erste revolutionäre Erhebung statt, die wie eine gewaltige Icuergarbe die zündenden Funken über da« ganze Reich aussprühte. Als am 9. November Berlin ohne jeglichen ernsten Wider- stand in die Hände der revolutionären Arbeiter und Soldaten fiel, hatte die lebte Stunde des Monarchismus und der Junkerherrschaft mit allen ihren Klasirnvorrcchten geschlagen. AuS dem morschen, in Not»nd Elend versunkenen Kaiser- reich erstand die junge deutsche Republik. „Freiheit«nd gleiches Recht für alle!" — da« war eine Selbstverständlichkeit vom selben Tage an. Der Achtstundentag und viele andere sozialistische Forderun- gen wurden sofort aus Beschlust der Volksbcauftragtrn dekre- ticrt. Aber Brot und Fleisch, Fett und Kohlen lasten sich nicht dekretieren— daß alles mun in fleistiger Arbeit produziert und transportiert werden! WaS auf diesem Gebiete gcsün. digt worden ist, wiegt um so schwerer, weil daS junge Staats. Wesen, abgesperrt von aller Welt, den furchtbarsten Waffen- stillstandSbedingungcn unterworfen war und jetzt den schwersten FriedrnSbedingnngcn unterworfen ist. Unsere wirtschaftlichen Zustände sind so schlimm, dast wir nur mit de? grösttr« Sorge dem Winter entgegensehen kön- neu. Zu alledem kommen die selbstmörderischen Bruderkilmpfe unter den Arbeitern, sowie de? offene«nd geheime Kampf der R e a k t i o ä r e gegen die Republik. Wahrhaftig, ernster kann die Lage eines Staatswesens nicht sein. Und dennoch brauchen wir nicht zu verzagen! Nein, ganz im Gegenteil! Frohen Mutes wollen wir in die Zukunft blicken. Die vielen Arbeiter, die von der revolutio- närcn Umwälzung mehr erwartet haben, als sie bringen konnte, werden zu der Einsicht kommen, dast man die Wirt- schuft eines grasten Landes wohl in kürzester Frist ruinieren, nicht aber sozialisiert umgestalten kann. Die Nationalversammlung hat eine Verfassung beschlossen, die die Mehrheit des deutschen Volkes in die Lage setzt, alles durchzusetzen, was ver- ntinftigerwei'e durchgesetzt werden kann. Die Demokratie ist gesichert für alle öffentliche» Einrichtungen«nd für jeden einzelnen. Damit ist der Grund gelegt für den Sozialismus, der nur aus demokratischer Grundlage erreicht werden kann. DaS gilt es, den Masten zum Bewusttsrin zu bringen, denen jetzt von törichten oder gewistenloscu Ouacksalbern goldene Berge versprochen werden. Am 9. November must die JahreSdilauz geschlosten werden. DaS soll und must ohne jede Beschönigung geschehen. Es muh geprüft werden, waS zur Sicherung der Republik geschehen, WaS für die Demokratie und den Sozia- HSmnS erreicht worden ist und was zunächst weiter erreicht werde» muh. Genossinuen und Genosten! Trefft für den V.November alle Vorbereitungen für feierliche und würdige Kundgebungen zugunsten der jungen Republik, der Demokratie und des Tozialismus! Seid pslichtbewustt! Gestaltet den 9. November zu einer grasten Heerschau und zu einem Werbctag der Sozial-. demokratie! Berlin, 12. Oktober 1919. Mit Parteigruh ver parteloorffanö. Die ölockaüe gegen Sowjet-RußlanÜ. Dast eine Teilnahme Deutschland« an den von der Entente gegen Rustland geplanten Blockade-Mastnahmen ihre schweren Bedenken hat, liegt auf der Hand. Dast Deutsch- land sich ohne weiteres dazu verstehen sollte, sich an Mast- nahmen zu beteiligen, die aus die Verhängung einer Hunger- blockade über Rustland hinauslaufen würden, ist ihm nach den fürchterlichen Erfahrungen, die es fünf Jahre lang mit der Hungerblockade machen muhte, nicht zuzumuten. Es mühte also zunächst einmal festgestellt werden, wie die Entente sich die Durchführung der Blockademastnahmen und ihre Wirkungen vorstellt. Hierbei wäre dann auch zu er- örtern, ob die von der Entente beabsichtigten Mastnabmen überhaupt mit den Grundsätzen deS Völkerrechts in Einklang z'i� bringen sind, sowie mit den Prinzipien, ans denen der Völkerbund ausgebaut ist. Zur Klärung nll dieser Fragen wäre eine eingehende Aussprache zwischen den alliierten und astoziicrtcn Mächten. Vertretern der neutralen und der Mittelmächte unumgänglich notwendig. Dast Deutschland kein Interesse daran hat, den Bolsche- wiSmus irgendwie zu stüNen oder zu fördern, ist eine Selbst- verständli�keit. Aber freilich, ob die von der Entente geplante Blockade ein wirksames Kamvfmittel gegen den Bolschewis- mnS ist, daS ist ohne weiteres nicht klar, und auch darüber mühte in der Besprechung mit de« beteiligten Mächte» Klar- hcit geschaffen werden. Der bauschst Hexenkessel. Im Balkan an der Ostsee kreisen die politischen und militärischen Wirbel immer toller. Wie die P. P. N. melden, ist eine Rentermeldung, wonach v. d. Goltz sich auf der Reise nach Berlin befindet, unzutreffend. Er hat viel- mehr noch gestern an die zuständigen Stellen mitteilen lassen, daß er eifrig bestrebt sei, die Truppen zur strengen Ein- Haltung der ergangenen Rückmarschbefehle zu veranlasten. Eine Londoner Meldung dementiert denn auch die Beteili- lung Deutscher an der Besetzung Rigas. Nachrichten au« Helfingfor« berichten von schweren Kämpfen am rechten Uf�r der Düna. Die Letten haben Riga in den Händen und wurden von den Esten durch einen Panzerzug im Kampfe gegen die Bolschewisten unterstützt. Englische Marine liegt vor Riga gefechtsbereit. Nichtsdestoweniger scheinen die Aussichten für die antt- bolschewistisckvm Truppen n'cht allzu günstig. So heißt eS in einer Meldung, daß Riga„noch" in lettischem Besitz sei. Zwischen dem Befehlshaber der russischen Nordwestarmee Iudenitsch und dem Führer der pseudorussischen Korps Bermondt bestehen nichts weniger denn freundliche Be- Ziehungen. Der erstere beze'chnete Bermondt als Landes- Verräter und findet de.bei den Beifall ententefreundlicher Kreise, während andererseits unter den Offizieren und Mann- schaften der Judenitsch-Armee Strömungen für Bermondt festzustellen sind. Die estnische Regierung ist bereits sehr un- ruhig und hat eine besondere Ueberwachung deS russi- schsn Militärs angeordnet. In Sowjetrußland ist man angesichts der Erfolge der cmttbolschewistischen Truppen in großer Besorgnis, weshalb das Zentralkomitee der allrussischen Rätemacht die Ein- berufung des siebenten Rätekongress es be- schlössen hat. Der edle Einiguns»freiind. Mit gtnizer Seele um di« Einigung der Eozialdemokrarie ist Herr Helmut v. Gerlach besorgt. Sein acmzes Blatt gibt er zu diesem Zweck her. vorweg schreibt er selbst einen Leitartikel zur Einigung, hinterdrein läßt er drei Mehrheitllozialisten, drei Unabhängig« und einen Zweifelhaften ihre Ansichten über die GinigungSfrage äußern, ffür die Beilage verfaßt der poetische Mi'urbeiter sogar ein Einigungsgedicht. Wirk- lich zuviel, zuviel des Guten von dem Mann, der im Dezember borigen Jahres aus lauter EmigungZsucht— die Deutsche Demokratische Partei gegründet hat. Rückkehr Internierter an? Polen. Die Polen haben nunmehr mit der Heimsendung der deutschen Internierten be» gönnen. Die begannen auch mit der Entlassung solcher g e r i ch t- lich verurteilter und Angeklagter, deren Fälle klar liegen. Wegen schwierigerer Fälle wird demnächst mU den p o l n i. schen Justizbehörden verhandelt, Therfltes Ludendorff. Wenn altrömische Feldherren eine Schlacht verloren hatten, stürzten sie sich ins Schwert. Heute sini) wir anspruchsloser unb humaner und wären schon zufrieden, wenn sich die Babanquejpieler des Weltkrieges m Schweigen hüllen würden. Herr Ludendorff aber schweigt nicht, er stürzt sich auch nicht ins Schwert, sondern— in d i e Tinte. Am 2. Oktober, dem Geburtstage HindenburgS. veröffentlichte er in der Berliner deutschnationalen Presse gegen Reichswehrminister Noske einen gehässigen polemischen Artikel, der insofern zumindest eine vollendete Geschmack- losigkeit war. als der Feldmarschall dem parteipolitischen Ge- triebe ausdrücklich fernzubleiben wünscht. Die in jenem Artikel begonnenen Bemühungen, zwischen den Reichswehrmini st er und die Reichswehr einenKeilzutreiben, setzt Herr Ludcndorff nunmehr fort. In einem Artikel:„Die vereinsamte Arme e", der am Sonntag früh in allen dcutschnationalen Berliner Blättern stand, gefällt er sich in der Pose eines Anwalts der nach seiner Meinung„verlassenen Armee" und zugleich in der Nolle einer verfolgten Unschnld: Herr Noske hat der Wessung des sozftavdemokratischen Partei- Vorstandes bis jetzt insoweit entsprochen, daß er in meiner Person den inaktiven, stark national empfindenden Offizieren das Recht freier Meinungsäußerung zu nehmen sich bestrebt. Ick jodenfallS werde mich durch nichts abhalten lassen, von diesem bürgerlichen Recht Gebrauch zu machen, um von jetzt an nament lich auf die Scl>ädvn hinzuweisen, die in der Armee herrschen. Wie viele nehmen sich denn des verlassenen HoereS an? Ach nein, der Sozialdemokratie könnte, wenn es sich nur um Herrn Ludendorff handelte, nur recht sein, wenn er sich noch recht oft vernehmen ließe. Wäre das doch das sicherste Mittel, um weiten Kreisen, die in altpreußischer Tradition in einem General, selbst wenn ihm in so erheblichem Maße wie Ludendorff die pupillarische Sicherheit des großen Feld- Herrn fehlt, eine Art„Halbgott" erblicken, die Augen darüber zu öffnen, wie klein im Grunde gelwmmen doch dieser „große Mann" ist. Was Noske in seiner Rede in der Nattonalversamm- lung dem General Ludendorff bestritt, war das moralische Recht, an seiner Tätigkeit während der Revolution und seiner Führung der Reichswehr Kritik zu üben. In seinen Kriegscrinnerungen schreibt Ludendorff, daß er Bismarcks leidenschaftliche und gewaltige Größe glühend verehrte. Nur schade, daß er aus dem Kampf dieses wirklichen Politikers gegen die„Halbgötter" so wenig gelernt hat. In seinen„Gedanken und Erinnerungen" sagt Bismarcks Es ist natürliche daß in dem Gmeralstabc der Aomee nicht nur jüngere, strebsame Offizier«, sondern auch erfahrene Stra- tegen das Bedürfnis haben, die Tüchtigkeit der von ihnen ge- leiteten Truppen und die eigene Befähigung zu dieser Leitung ' zu verwerten und in der Geschichte zur Anschauung zu bring«,. ES wäre zu bedauern, wenn dies« Wirkung kriegerischen Geiste» in der Armee nicht stattfände; die Aufgabe, das Ergeb- ni» derselben in den Schranken zu halten, auf welche das Friedensbedürfnis der Völker be- rechtigten Anspruch hat, liegt den politischen. nicht den militärischen Spitzen des Staa teS ob. Das tragische Verhängnis des deutschen Volkes und auch Ludendorffs selber im Weltkriege war es, daß sich die mili- tärische Spitze auch zur eigentlich politischen machen konnte. An dem politischen Dilettantismus der Obersten HeereS- leitung ist Deutschland letzten Endes zugrunde gegangen. Un- fähig, in ihrem rein militar stischen Denken die tieferen Ursachen für das immer deutlicher fühlbar werdende Versagen der sich mehr und mehr erschöpfenden und in immer stärkerem Maße notleidenden Heimat zu erkennen und klug in Rechnung zu stellen, glaubte die Oberste Heeresleitung, daß auch hier nur ein scharfes DrauffoSgehcn notwendig wäre, um die Dinge zu meistern. Die„bessere Stimmung", meinte sie. brauchte nur energisch kommandiert zu werden I Als die Sozialdemokrat'« im Herbst 1918 in die Regierung eintrat und die Mitverantwortung für die Politik über- nahm, stellte sie sich selbstverständlich die Aufgabe, den Frieden herbeizuführen. Sie dachte aber n'cht im geringsten an ein überstürztes Kriegsende, sondern wollte das Flugzeug im Gleitflug landen lassen. Wer anderSabertrieb zum übereilten Sturzflug als General Luden- dorff! Er ließ durch den Majop Frhrn. v. d. Bussche am 2. Oktober 1918 den Parteiführern des Reichstags eröffnen. daß alle« verloren fei. Er drängte zu einem Waffen still st andSangebot binnen kürze st er Frist. Den unausbleiblichen gewaltigen Stimmungssturz hatte e r herbeigeführt. Aber wo war Herr Ludendorff, als dos Verhängnis sich erfüllte, der überspannte Bogen jäh zerbrach? Wo war er. als NoSke aus den Trümmern des gänzlich zerfallenen Heeres mit entschlossener Hand einige geringe Streitkräfte zusammen- raffte, um Teutschland vor dem russischen ChaoS zu be- wahren?!(Nach Schweden davongelaufen. Red. d.„Vorwärts".) Jetzt, nachdem wir wieder einigermaßen festen Boden unter den Füßen haben, kennt Herr Ludendorff keinen höheren Ehrgeiz, als d aS schmale Fundamenk, das den Bau des deutschen Staatswesens trägt, zu zermürben! Was anders, als eine gemeingefährliche, zer- mürbende Hetze ist es, wenn er von der Reichswehr schreibt: So sehen wir den Soldaten schlecht gelöhnt, gelleidet und verpflegt, zum Teil mangelhaft untergebracht, während sonst, trotz unserer Not, staatliches Geld— auch für Parte izwecke— recht reichlich vorhanden ist. Was erfordert allein die feindliche Kon- trolllommisfion, die von unL gerufen ist, obwohl der Friede noch nicht Kraft erlangt hat!? Und dabei weiß Herr Ludendorff ganz genau, daß die Regierung wegen der hohen Löhnung und guten Verpsle- gung der Reichswehr dauernd auf das heftigste angegriffen wird. Aber trotz des gewaltig hohen Heeresetats denkt sie nicht daran, in der Fürsorge für die Truppe nachzulassen. Roch indiesenTagen hat sich derReichswehr- minister erneut für eine weitere Verbesse- rung der Verpflegung seiner Truppen bei den Reichs stellen eingesetzt, denn er weiß sehr wohl, daß nur eine Truppe, die satt und zufrieden ist, brauchbar und zuverlässig bleibt. Versucht Herr Ludendorff deshalb sie unzufrieden zu machen? Obwohl er die Stärke der alten Armee darin erblickt, daß sie sich von der Politik fern hielt, möchte er der Agitation gegen die bestehende Staatsordnung und die Regierung in dem neuen Heer freien Zugang verschaffen. Jeder Deutsche hat in der Republik daS Recht steier poli- tischer MeiungSäußerung, nur der Soldat soll«S nicht haben, der in dieser Regierung nicht daS Heil Teutschlcmids zu erblicken vermag. In diesem Falle gilt freie Meinungsäußerung als Ber- brechen. Jawohl, ein Verbrechen ist eS, die Reichswehr, von deren innerer Festigkeit die Existenz des deutschen Staates abhängt, gegen diesen Staat aufzuhetzen! Und politisch töri.cht zugleich ist es! Denn wenn die Reichswehr zer- bräche, öffnete sich ein Vulkan, der in erster Linie Herrn Ludendorff und seinesgleichen verschlingen würde. Wie kurz- sichtig ist doch dieser„große Mann!" Bei aller Te- schäftigkeit im einzelnen fehlt i h m der Blick für das große Ganze. Wie im Weltkriege, so auch jetzt!» Herr Ludendorff stolziert einber im Harnisch Achills und ist bei näherem Zusehen doch nichts als ein Therntes, der hinter den Männern estrherschmäht. von denen die Sicherheit Deutschlands ayhägj, BerjRbsrd Rausch. Der Mentäter voß. Ueber den Attentäter Johann Roß werden der Wiener..Ar- betterzeiwng" von einem alten Bekannten des Voß interessante Mit- teilungen gemacht. Danach gehörte Voß in den ersten neunziger Jahren einem Arbeiterbildungsverein an, war auch wiederholt Mit- glted seiner Gewerkschaft, scheint aber infolge feiner quernlanten Natur nie auSgebalten zu haben. ES wohnt ihm ein Drang zur Kritik und Nörgelei inne. Im Herbst 1 918 kam er von Berlin plötzlich nach Wien, weil er die Blödsinnige Furcht hatte, daß nach dem Waffenstillstandsangebot Oesterreich-Ungarns die in Der- lin wohnenden Oesterreicher verfolgt(!) werden würden. Schon in Wien erzählte er, daß er einem großen Schwindel bei der Preußischen Klaffenlotterie auf die Spur gekommen sei, durch den bestimmten Personen Treffer zugeschanzt würden, so regelmäßig dem Kaiser Wilhelm und anderen Persönlichkeiten in Deutschland. ScheidemannS und Haasts Stillschweigen über diese brenzliche Sache sei durch Zuwendung angemessener Treffer erkauft. Er ging in Wien zu einer Ziehung der österreichischen KlasstnloUerie u nd e n t- deckte auch da prompt solche„Schwindeleien".'Er zeigte Photographien von Briefen vor, die er an mehrere Beamte der Preußischen Klassenlotterie geschrieben hatte. Sein Bekannter hatte schon damals den Eindruck, daß eS dem Voß dabei auf Er- Pressungen angekommen fei. Er war froh, al« er diesen �Menschen wieder vom Halst hatte. So sieht in Wahrheit der„hochbezahlte Mordbube" der U. S. P.» Parteileitung aus! Hemaßregelt, weil er beim Minister war.. In der unter dieser Ueberschrift hier mehrfach be- handelten Angelegenheit wird uns aus dem M i n i st e r i u m des Innern mitgeteilt: Der Minister des Innern hat die Vorgänge wegen der Kündigung des Unterwacknme'.sters I. von der Berliner Sicher- heitswehr geprüft. Er billigt es nicht, daß die Kündigung aus- gesprochen ist, weil I. sich beschwerdeführend an ihn»nler Umgehung der zuständigen Behörden gewendet habe, ohne daß zuvor seslge- stelll war. welche Vorstellungen Jordan bei ibm erhoben hatie. E-° sind Vorkehrungen getroffen, die eine Wiederholung der- artiger Maßnahmen ausschließen. M'it dieser Entscheidung deS Ministers können wir uns gern einverstanden erklären. Marmnachrichten aus üem Nuhrgebiet. Aus dem Ruhrkohlengcbiet wird unS geschrieben: In neuester.Zeit gefallen sich gegen die jetzige Regierung arbeitende Organ« mit einem auffallenden Eifer darin, die Oeffent- lichkeit mit Alarmnachrichten aus dem rheinisch-westfälischen Jn- dustriebezirk zu beunruhigen. Da sollte an einem bestimmten Tage— vom 8. Oktober wurde geträumt— der groß« Putsch losgehen. Die Kommunisten seien rührig, von geheimnisvollen Vorbereitungen wollte„man" erfahren haben. Die Organisation der Kommunisten, Spartakisten, Syndikalisten und wer weiß was sonst noch für„listen" sollte sich„bedeutend" ausbreiten, die„alten Gewerkschaften" kämen kaum noch dagegen auf. In allem: da? Ruhrgcbiet steht vor mindestens so schlimmen Ereignissen, wie eS im Frühjahr durchkosten muhte. So könnte man annehmen, wenn man sein« Kenntnisse der Verhältnisse mrr aus der antidemokratischen Press« schöpft. Da ist«S nun von großem allgemeinen Interesse, was der Bergarbeiterverband über die Stärke der kommunistisch- syndikalistischen Organisation im Bezirk Bochum festgestellt hat. In diesem Bezirk ist eS im Frühjahr wiederholt sehr wild hergegangen. Die Zechen„Engelsbuvg",„Präsident" und„Karo- linenglück" galten als„Hochburgen" der Kommunisten, von wo der „Klamauk" über das ganz« Revier übertragen wurde. Eine von den Gewerkschaftsfunktionären im August vorge- nonrmene Bücherkontrolle hat auf 22 Zechen bzw. Schächten fol- gendeZ ergeben: Gesamtbelegschaft 20 300 Mann, davon in den vier Beraarbeitcrgewerkschafben(Arbeitsgemeinschaft) LI 609, ge- werkschastlich nicht organisiert 7184, in der kommunistisch- syndikalistischen„Vereinigung" 454. Das ist die ganze„gctvaltige" kommunistische Heerschau im Bezirk Bochum! Von der Statistik find auch alle die Zechen ergriffen worden, die sich als„kommunistische Hochburgen" hervorgctan haben. Nach deren 'Geschrei hätten ängstliche Gemüter annehmen dürfen, die„Kom- munisten" hätten bereits die Masse der Bergleute gewonnen. Wir sehen, et ist noch kein halbe? von fast Dreizigtausend. Möglich, daß ihre organisierte Gefolgschaft im gärenden Frühjahr bedeutend höber war; nun, dann sind sie heute auf ein bedeutungsloses Häuflein zusammengeschrumpft. Die alten Gewerkschaften mustern selbst hier über 70 Proz. der Bergleute und nehmen weiter zu. Zweifellos hat der„kommunistische" Hexensabath eins zuwege gebracht: nämlich eine bedeutende Vermehrung der unorganisierten Drückeberger! Einige Wochen nach Ausbruch der Revolution halten sich wohl 8S— 00 Proz. der Belegschaften gewerkschaftlich organisiert. Die vielen Frischlinge wurden vielfach Futter für den..Kommunismus". Aber das Ende vom Liedc war nach dem„Klamauk" das Zurücksinken Tausender in den Zustand der giuverkschaftlchen Gleichgültigkeit. Das ist bezeich- nenderweise am stärksten geschehen in den„kommunistischen Hoch- bürgen". Beispielsweise wurden auf„Karolinenglück" von 2300 Arbeitern 1053 als unorganisiert und nur 4(vierl) als Mitglieder der„kommunistischen Vereinigung" festgestellt! Die kapitalistischen Feinde der gewerkschaftlichen Morgengrauen. Von Paul Haupt. Durch den schneidend herben Herbstnachtwind, der die reifen> Früchte, d« welken Blätter von den Bäumen reißt und sie zu Unrathaufen zusammenfegt, der so den Morgen vorbereitet, indem er nur daS Gesunde, das kräftig Lebende bestehen läßt, schreitet ein Mann. AuS einer der hohen Mietkasernen kommt er, die sich vor der Altstadt breitmachen; ist dort mit denselben Gedanken aufgewacht, mit denen er eingeschlafen, mit den Gedanken, die er gestern in einem Artikel niedergeschrieben, in seinem Gehirn weirergewebt, bis sie der Schlaf in bunte Träume einwirkte. . Erwachen müssen wir, erwachen!" aber hieß die Neberschrift deS Artikels. Vor dem Dahinkchreitenden reckten sich fpitzdachige, niedrige Häuser in die gräuliche Schwärze deS Morgens. Die oberen Stock- werke hängen über die unteren. Als müßten sie ihnen habgierig Sonne und Luft absperren, denkt der Mann. Eng und krumm sind die Gassen, durch die er schreitet. Sein Fuß aber tritt glatten Asphalt» ein Schienengleis teilt den Straßendamm, über die bald und dann den ganzen Tag über die elektrische Straßenbahn rattert. Von dort oben her, wo das altersgraue Tor sich über die Straße spreizt mit den beiden alten Patrizierhäuscrn davor, die die Straße einengen, wie sie sie schon vor Jahrhunderten eingeengt. Sie haben der Bahn nicht den Eingang verwehren können, unter ihren vorgeschobenen Giebeln hindurch fährt sie. Fährt sie doch trotz des Einspruchs altersgrauer Stadtväter. die Welt, die Fabriken da draußen waren zu mächtig, sie forder- ten die Leute aus den licht- und luftbeschränkten unteren Stock- werken, aus den winkligen Hinterhäusern. Sie allein ernähren und bekleiden die heimatlosen Mieter der engen Wohnungen, ohne sie wären die alten Häuser längst leer, unnützes Gerimifel. So aber drängt sich in ihnen frisches, kämpfendes Leben, das sich her- aussehnt aus der Eng«, mitkreist im starken Pubs der Zeit. Er umspült die alten, winkligen Straßen, spült ein Haus nach dem anderen, einen Winkel nach dem anderen fort.— Ein Tor durchschreitet der Mann. Wäre eS hell, würde er eine verwitterte Tafel an dem einen Torpfeiler lesen können:„Nur für Angehörige deS Hofes, da? Hofmarschallamt". Wo ist der Hof, das ..Hofmarschallamt"? Ein Regen nach dem anderen verlöscht die Schrift der Tafel, schnurgerade zieht sich über den ehemaligen Schloßhof eine Straße, Bordstein an Bordstein gefügt; noch liegen die Steine in Hausen, auf das Einstampfen wartend, wohl noch Monate, dann zieht sich ein schnurgerader, glänzend neuer Weg durch den Hof, über die Stelle hinweg, wo der„allergnädigste Herr" einst geruhte, die hübschesten Töchter der Arbeiter und Bür- gex tzirt jeiner Liebe ztz begnaden. Die gerade neue Straße läßt den Mann schnell die Altstadt durchqueren, schon hat er das zweite Tor erreicht. Ein Lich: brennt in dem einen Fenster des TorhäuSchenS, ein Schgüssel dreht sich in der Tür. ES ist der alte, längst pensionierte Torwart. Er hat schon jahrelang nichts mehr zu schließen, aber l Morgen für Morgen steht er um 6 Uhr auf, wie er eS in seiner Jugend gewohnt, sieht hinan» und brummest vergrämt, weil daS Tor längst aus den Angeln gehoben, das er zu schließen. Leise lacht der Mann vor sich hin:„Warte nur, After, die neue Generation. | die denkt nicht mehr daran, daß hier ein Tor zum Ausschließen war."— In den RotationSmaschinensaal tritt der Mann ein. Gerade streck: sich das Gestänge der blitzblanken hohen Maschinen, die Räder und Wellen drehen sich langsam, aber mit stämmiger Kraft, wie ein starker Mann, der zu gutem, kraftvollem Tagwerk erwacht. Ein paar Umdrehungen, dann Rufe, ein kurzer, sammelnder Atemzug, dann surrt der elektrische Strom, selbstbewußt, stolz aus die, die sie erdacht, drehen sich Gestänge, Waizcn und Platten, werfen ein farbige? Blatt nach dem anderen heran«. ,„Erwachen müssen wir, erwachen!" Truckfertize Lettern werden et denen entgegenrufen, die aus den engen, dumpfen Schlasgemächern zur Arbeit eilen, werden e» vorbcirufen an dem alten tauben Torwächter, aber sein Sohn wird eS lesen, wird sein« jungen Glieder recken.--- .Erwachen müssen wir, erwachen!" Der Mann steht am hochgelegenen Fenster und blickt auf daS Gewur der krummen, winkligen Slraßen hinab. Ueber sie hin gellen die weckenden Pfeifen der Fabriken, rasselnd durcheilt die erst« Bahn die Gassen. AuS engen Buden in hohe Fabriffäle tragen sie die Menschen, ein schlechtgeschlafen«», bedrücktes, schlechtgenährtes Volk. „Erwachen müssen wir, erwachen I" Tag für Tag sollen euch die Worte aufrütteln, Tag um Tag und Jahr um Jahr, bis auch der letzte erwacht, mit stohcn Mienen zur gesunden Arbeit schreitet. „Erwachen müssen wir, erwachen!" Wir, die Säenden. Wann werden wir auch die Erntenden sein? „Erwachen müssen wir, erwachen!" Tag um Tag, Jahr um Jahr soll et uns wachrütteln, bis wir reif geworden, um zu ernten, was wir gesät, jede Dumpfheit auS Herz und Hirn vertrieben ist. von üer kurischen Nehrung. Zu dem ostvreußischen Land, das als Memeler Freistaar oder als Teil des künftigen Litauischen Staates dem Friedensvertrag ge- maß abgetreten werden muß. gehört auch die ganze nördliche Hälfte der Äurischen Nehrung. Di« Linie, durch die sie vom deutschen Multerlande abgeschnitten wird, beginnt im Memel-Delta, etwa beim Städtchen Ruß, und geht genau westlich durch das Kurische Orgauffation haben keine besseren HekferShekfer ab» die„Kom- munisten".. Diese Feststellungen zeigen klipp und klar, was von den inter- essierten Alarmnachvichten über die„große Bedeutung" und„Rüh- rigkert" der„Kommunisten" im Ruhrbergbau zu halten ist. Aller- dings tragen hochtrabende Redensarten von U.S.P.-Leuten in Versammlungen dazu bei, die raffinierten Beunruhigungsmanöver der wilhelminischen Organe zu erleichtern. Noch viel be- zeichnender aber ist, daß die Zechenverwaltungen dem Bestreben der Vertragsgewerkschaften, möglichst alle Belegschaftsmitglieder zu or- ganisieren, zähen Widerstand leisten! Schon der Versuch der Vertvagsgewerkschaften, durch Büchcrkontrolle auf den Schichten festzustellen, wieviel Arbeiter gewerkschaftlich organisiert sind, wird als„TerroriSmus" denunziert! Die Gewerkschaften stehen in Tarifverhandlungen mit dem Zechenbcsitzerverband. Ist der Ta- rif abgeschlossen, dann liegt es doch im beiderseitigen Interesse, daß durch eine möglichst geschlossene Organisation die Jnnchaltung der Tarifverhandlungen gewährleistet wird. Diese Sicherheit und damit ebne ruhige Entwicklung der Arbeits- Verhältnisse zu schaffen, dagegen sträuben sich die Zechenverwaltungen, begünstigen so die Un- organisierten, die undisziplinierten Elemente und den„Kommunismus"! Sonst legt jeder Geschäftsmann- Wert darauf, daß seinem Kontrahenten eine gewisse vertragliche Garantie eignet. Unsere Zechenverwaltungen aber sträuben sich gegen die Sicherung deS Tarifvertrages durch eine geschlossen« Ge- Werkschaftsorganisation. Man erkennt daraus die kapita- listische Feindschaft gegen den Tarifvertrag und gegen die Gewerkschaften überhaupt. Das Dop- p e l s p i e l: Zusage eine? Tarifs und gleichzeitig Sabotierung seiner Durchführung, indem man die Vervollständigung der Ge- werkslbaften hartnäckig bekämpft; dieses Doppelspiel bringt die Ar- befterschatt in Erregung. Dazu kommt die beharrliche B e» rennung der zunächst auf Grund freier Vereinbarung zwischen der Arbeiter- und Unternehmerorganisation eingeführten Be- triebSräte seitens sehr vieler Zechendirekttonen. DaS schafft G ä r u i g in der Arbeiterschaft. Wenn eS wegen der gewerk- schaftSfeindlichon Haltung der zum Teil recht protzig auftretenden Kapitalsvertreter im Ruhrgcbiet zu neuen Wictschaftskämplen käme, dann müßte dafür nicht daS winzige Häuflein der„Kommunistischen Verewigung", sondern das unruhe st iftende Treiben der Bolscbewisten von rechts" verantwortlich ge. macht werden! Diese beunruhigen die Bcrgarbeit.erschaft in erster Linie; die Bolschewisten von links kommen ofwe ihre Wegbereiter von rechtS gar nicht m Betracht. Menftbl'chkekt. In Uebereinsttmmung mit Ausführungen der neutralen Aerzte- kommission, d-ie Deutschland besucht hat, schreibt„Mancbester Guardian": ES herrscht bereits ein entsetzlicher Milchmangcl in Deutschland, der täglich seinen Zoll an Kindcrleben fordert. Daß die Deutschen in den besetzten Gebieten von Frankreich und Bel- gien Vieh requiriert haben, ist Tatsache, aber an der Rückgabe dieses Viehs festzuhalten, würde eine Grausamkeit«hncgleichcn sein, da eS auf die Forderung hinauslaufen würde, als Bezahlung für dieseS Vieh unschuldige Kindcrlcben aufzuopfern. Die Auslieferung d«S DicheS würde schätzungsweise 600 900 Säuglingen da? Leben kosten. E? ist genug V:eh in Australien und in der neuen Welt vorhanden, das zur Auffüllung des französischen und belgischen ViehstandeS angekauft werden kann. Man scllte dieses Vieh so rasch wie möglich kaufen und Teuffchland die Kauffumme dafür bezahlen lassen. Haase» Befinden verschlimmert. In dem Befinden des Abgc- ordneten Haas« ist leider eine nickit unbedenkliche Ver schlimme« rung eingetreten. Ter Patient hat seit einigen Tagen Fieber, daS am Sonntag nachmittag guf 39,1 Grad gestiegen war. Die Ur- fache dieser Verschlimmerung ist anscheinend eine Blutvergif- tung. Haase leidet beftig« Schmerzen und bat irnolgedessen die ganze Nacht zum heutigen Montag keinen Schlaf finden können. Haff. Sie trifft die Kurische Nehrung südlich des bekannten Neh- rungSdorseS Nidden. Von Nidden bis hinauf zum Memeler Tief ist dieser eigenartige Streifen für uns höchstwahrscheinlich verloren und damit zugleich«in Teil der großartigsten Dünenlandickiaften Europas, die in der Alten Welt ihresgleichen nirgends haben. Zwischen Rossttten und Nidden steigen diese gigantischen Wandcr- düncn bis zur Höhe von 62 Meter auf. Diese Dünen wandern, so- weil sie nicht durch mühevolle Arbeiten befestigt worden sind, von der offenen See hinüber zum Haff, in das sie abstürzen, das Haff allmählich ausfüllend. An drei Stellen haben sich auf der Nehrung Reste der ehemaligen reichen Bewaldung erhalten, bei R o s s i t- ten, Nidden und Schwarzort. Mit dem Nordabschniti der Nehrung verliert Teutschland seinen bisherigen nördlichsten Bade- ort, das romantisch gelegene Schwarzort. Die Stimmung der'Land- schaft ist hier schon ausgesprochen nordisch, die Sommer sind nicht allzu lang, aber warm und köstlich, der Herbst, ist hier oben immer von milder Anmut. Prachwoll ist der Blick vom Aussichtspavillon des BlockbcrgeS aus; er reicht über die ganze Nehrung, über- Haff tief in die Urwälder des Memeldeltas hinein, über die Stadt Mcmel hinaus bis in die Forsten an der bisherigen russischen Grenze und weil hinaus in die Ostsee. Gelegentlich hat der Düncmoanderer auch daS Glück, ein paar Elch« zu sehen, von denen etwa 50 auf der Nehrung leben. Verloren sind uns auch der Nein« Memeler Badeort S ü d e r- spitze und der Memeler Sandkrug, weiter südlich der ehemalig« Bern st einhafen, Mittelpunkt der 1899 eingegangenen Me- meler Bernstcinbaggerei, die in guten Jahren bis 75 000 Kilogramm Bernstein aus dem Haffgrunde förderte, dann Schwarzort, weiter südlich die Reiherberge, wo Scharen von Reihern horsten. Dann geht die alte Poststtaße, welche die ganze Nehrung durchzieht. 15'/, Kilometer lang durch den traurigsten und ödesten Teil der Neh- rungshzndschaft mit Dünen, die ganze Dörfer verschlungen haben. ES folgen die Fischerdörfchen Verwelk und Preil, dann im aufgeforsteten Dünengelände das von haushohen Dünen umgebene Fischerdorf Nidden mit Leuchtturm und Rettungsstation. Dies alles ist uns verloren; erst ein Stück südlich von Nidden beginnt daS Nehrungsgebiet, das dem Deutschen Reick« verbleibt, mit ibm die Orte Pilkoppen, Rossitten(bekannt durch seine Vogelzug-BeobachtungSstatiyn) und S a r k a u. P. Dresdener Galericnenbau In Dreden wird der Neubau einer modernen Galerie immer dringender. Pläne und Modelle zu emem solchen Bau sind jetzt im Dresdener' Kupierstichkabineti ausgesicllj. Di« im zweiten Stock deS Semverichen Häuft« zusammengedrängte moderne, Galerie fordert eine würdige Unterbringung. Ja, in Spanien! Im spanischen Kultusministerium ist man mit der Ausarbeitung eireS GeseSentwurics beschäftigt der daS Verbot der Ausfuhr historisch und künstlerisch wichtiger Werke zum Inhalt bat. Im Dom veranstaltet Walicr Fischer am TonnerStag 8 Uhr ein Orgel- konzevt Eintritt stet gegen Entnahme eines Programms. Ein Biencnfilm ist von der Kulturabteilung der Ufa settiggeitellt worden. Man steht die Eieburt einer Arbeitsbiene, die Echwarmvorgänge usw, die Honigfuche aus den Blüten, die Arbeit an den Waben. Regkrungsschutz für öeamte. (Drahtbericht unseres Thorner Korrespondenten.) Ueber den Abtransport der Beamten aus den an Polen abzutretenden Gebieten ist vom Preufzischen Staatsministerium in Thorn nutimehr Mitteilung eingegangen. Für den Fall, daß die Verhandlungen mit dem polnischen Staat wegen des Schutzes der Persönlichkeits- und Eigentumsrechte der nach Deutschland zurückkehrenden Beamten sich zerschlagen sollten, wird durch Bereit- stellung von Sammeltransporten den Beamten die Möglichkeit gegeben werden, spätestens mit dem Abrücken der Truppen sich mit ibren Familien und ihrem Eigentum in Sicherheit zu bringen. Von den Sammeltransporten können Beamte aller Ressorts, auch Kommunalbeamte, Gebrauch machen. Für die Beschaffung von Wohnungen in Vcrsetzungsortcn haben die Beamten selbst zu sorgen; für solche, die nicht selbst Wohnung beschaffen können, wird gemeinsame Unter- k u n f t beschafft werden. Als geeignete Orte hierzu hat man vorläufig die O st s e e b ä d e r in Aussicht genommen. Die Ausführung der Transporte liegt in den Händen der Eisenbahndirektionen und Linienkomma n- danturen, die letzteren werden auch die Verpflegung während des Transportes sicherzustellen haben. Die Trans- Porte erfolgen in nachstehender Reihenfolge: Zunächst wird das Eigentum der nach 1908 zugezogenen Beamten in Sicher- hcit gebracht, darauf werden die Familien der Staatsbeamten sowie die besonders gefährdeten Beamten abbeföi dert werden. Die Transporte erfolgen auf Kosten der Beamten, denen auf begründeten Antrag Vorschüsse auf die Unizugskosten ausgezahlt werden können. Der zweite Geiselmoröprozeß. (Drahtbericht unsere» Münchener Korrespondenten.) Der von der hiesigen Bevölkerung mit größter Spannung er- wartete zweite Gdsetmordprozcß begann am Montag unter gewal- tigem Zulauf des Pu.-l:kums vor dem Volksgericht im Justizpalast am Karlsplatz. Den Vorsitz führt wie im ersten Eeiselmordprozetz Oberlandesgerichts rat Aull. Unter starker militärischer Bedeckung werden die vier Angeklagten aus der Untersuchungshaft vorgeführt. Unter der Anklage des Mordes bzw. der Beihilfe haben sich vor den Volksrichtern zu verantworten: 1. Der ILSL geborene Hilft- arbeiter Alois Kammcrstättcr; 2. der 1890 geborene Tagelöhner Rudolf Greincr? 3. der 1898 geborene russische Student Andreas Strelcnko aus Minsk; 4. der 190l geborene Kellner Luitpold Debus. Die Angeklagten werden durch Rechtsanwalt Dr. S o u t e r verteidigt. Am 80. April d. I. im Laufe des Vormittags wurden im Hofe des Luitpoldgymnasiums zwei gefangene Husaren der Rczierungstruppen, der Gefreite Fritz Linnenbrügger und der Husar Walter Hindorf, aus Befehl des Eglhofer durch acht bis zehn Rotgardisten erschossen. Kammerstätter hatte am Mor- gen des 30. April den mündlichen Befehl EglhoferS zur Erschießung der Husaren als dessen Ordonanz dem Kommandanten de» Luitpoldgymnasiums Fritz Seidel in seiner Privatwohnung üteer- Krittelt. Daraufhin erhielt er von Seidel den Befohl, „die Sache zu machen". Kammerstetter begab sich ins Gymnasium, setzte sich dort mit dem Zugführer Johann Schicklhofer ins Benehmen und vollzog mit diesem im gemeinschaftlichen Zusammenwirken den Bs- fehl. Beide sammelten auch die Rotgardisten, die die Erschießung vornehmen sollten. Kammerstetter führte die beiden Husaren zum Richlplatz, stellte die Schützen in einer Linie auf, führte die Husaren an die Mauer und drehte sie dort um, worauf die Erschießung er- folgte. Später ließ er auf Befehl Seidels die Leichen durch zwei Rotgardisten nach Ausweispapieren und nach ihren Wertsachen durch- suchen, bio er Seidel übergab. Im Lauf« deS Nachmittags wurden im Hofe des Luitpold- gymnasiumS weitere acht Geiseln(Daumenlang, Neike, p. Teuchert, Berger, NeuhauS, v. Seydlitz. Gräfin Westarp, Prinz von Thurn und Taxis) ersckwsien. Bei'der Ausführung haben sich Grein«, Strelenko und Debus beteiligt. Greiner hat bei der Erschießung von vier bis fünf Geiseln mitgewirkt; Strelcnko mindestens bei der Erschießung von Daumen.lang; Debus hat auf Befehl des Zug- fühvers Hausmann drei Geiseln zum Richtplatz geführt. Wo bleibt öie Wohnungsfürsorge! Bekanntlich herrscht Wobnungsmangel nicht nur in Berlin. Um nun von den 44 vorhandenen Heeresbaracken in Küstrin einen Teil für Wobiiungszwecke zur Lieferung an die Kommunen freizubekommen, ist der VollzligSausschutz der Arbeiierräte des RegierungsbeziilS Franlfurt-a/O. an das Reichsschatzministerilim herangelreren, um nach mehreren Monaten glücklich— vier ganze Baracken für die Stadt Küstrin zu erhalren. Ucpcr die Vor- fchleppungstaktik dieser Behörde ungehalten, wandte sich der Vollzugsausschuß an den Staatskommissar für Wob» nrrngSwesen mit der Bitre, das Nötige zu veranlassen, sonst müßte die Sache der Ocffentlichkcit übergeben werden. Und daS Ergebnis?— Die Antwort lauret wörrlich folgendermaßen? Preußischer Minister Berlin 66, den 8. Oktober 1919. für Volkswoblfahrt. Leipziger Straße 8. St. 4. 4397 Urichr. mit 1 Anlage dem Vollzugsausichuß der Arbeiterräte des RegrerungsbezrrleS Franlfurl a. O. in Frankfurt a. O. mit dem Erwidern zurückgesandt, daß daS Miiristcrium an der Frei- gäbe und Verleitung dreier Baracken nicht beteiligt und hier über dre Angelegenheit nichts bekannt ist. Im Auftrag«: gez. Unrerichrift. Jede« Wort des Kommentar« wäre Raumverfchwendung. Wir hoffen, daß die Wiedergabe dieses Schreibens das Ministerium veranlaßr, über eine passende A n t w o r t auf eine ernsthafle Anfrage nachzusinnen, wenn anders eS ein Interesse daran bat, als enrscheidcnde Instanz für daS Wohrrungsweien angesehen zu werden. Knüppelkunze— die verfolgte Unschuld. Herr Richard Kunze ist sehr betrübt über die Kennzeichnung, die ihm der Reichcwehrminister in der Nationalversammlung hat zuteil wer- den lassen und richtet einen offenen Brief an NoSke, in dem er eS„ als„grobe Unwahrheit" bezeichnet, daß er jemals zu Gewalt- tärigteiten gegen dre Juden aufgefordert habe.— Sicherlich, und auch seine Gummiknüppel hat Herr Kunze nur zu ganz friedlichen Zwecken vertrieben, nämlich als Radiergummi, um die hetzerischen Stellen aus seinen Schriften auszuradieren. Dies Kind, kein Engel ist so rein.... Beigelegter Streik in England. Noch einer Reutermel- dung aus London vom 11. Oktober ist her Streik der Eisen- gießer beigelegt worden. Znöustrie und Handel. Börse. An der Börse zeigte sich wieder Interesse für Kolonial- Papiere, die erneut namhafte Kurssteigerungen erzielen konnten, imd zwar gewannen die Anteile der Deutschen Kolonial- geiellschaft und der Pomonagesellschaft je 220 Proz. Begehrt waren sodann Canada und P« t ro l e u m w er te; dagegen gestaltete sich auf den übrigen Gebieten das Geschäft ruhiger. Farbwerte gaben teilweise nach. Montanwerte kour.teu sich dagegen später wieder befestigen. Heimische Anleihen waren gut be- hauptet. Kriegsanleihe unverändert. Fremde Renten blieben vollkommen unbeachtet; am Einheitsmarkt überwog feste Tendenz._ GroßSerlln Aufhebung des Hcizverbotes. Die Kohlenstelle Groß-Berlin teilt mit: Infolge des Eintritts der kalten Witterung hat die Kohlenstelle Groß-Berlin den 13. Oktober als Zeitpunkt für den Betrieb der Sammelheizungen festgesetzt. Es ist deshalb jeder Hauswirt seinen Mietern gegen- über verpflichtet» von heute ab die Zentralheizungen in Betrieb zu setzen. Mit Rücksicht auf die außerordentliche Kohlenknappheit wird mit einer ausreichenden Belieferung der Zentralheizungen keines- falls gerechnet werden können, es ist vielmehr wahrscheinlich, daß die gesamte zur Ablieferung kommende Kohlemnenze kaum mehr als 60 vom Hundert betragen wivd. Die Lagerbestände bei den Kohlengroßhandlungen Groß-Berlin» sind zurzeit sehr klein und decken, kaum einen Tagesbedarf. Es muß daher auf die größte Sparsamkeit bei der zur Verfügung stehenden Menge hingewiesen werden, damit nicht schon vor Ablauf der Heizperiode die Kohlen- Vorräte erschöpft sind. Aus diesem Grunde wird jedenfalls auch die Belieferung von Kohlen für die Sammelheizungen vorüber- gehend eingeschränkt werden, sobald wieder eine Temperatur- erhöhung eintritt. Tie stadtischen Werke militärisch besetzt. Auf Anordnung des Reichswehrgruppenkommandos sind heute morgen um 8 Uhr sämtliche Gas-, Wasser- und Elek- trizitätswerke in Groß-Berlin durch Militär be- setzt worden, um Sabotageakte zu verhindern. Aus Anraten der Direktionen ist die Besetzung ohne jeden Zwischenfall wieder aufgehoben worden._ Knochenerkrankungen infolge Unterernährung. Vom Preußischen Ministerium für Volkswohl- fahrt wird mitgeteilt: Durch die Tages- und die ärztliche Fach- presse wird auf das Auftreten von Knochenerkrankungen hinge- wiesen, die etwa seit der ersten Hülste dieses Jahres besonders unter den körperlich arbeitenden Jugendlichen bis zum 13. Lebens- jähre, aber auch bei Angehörigen höheren Lebensalters unter einem der sogenannten englischen Krankheit(Rachitis) sehr ähnlichen Bilde auftreten. Als Ursache dafür wird die durch den Krieg und seine Folgen vcranlaßte Unterernährung der Bevölkerung ange- geben. Die Medizinalverwaltung in Preußen hat dieser Frage die gebührende Aufmerksamkeit zugewandt und schon vor längerer Zeit eine Umfrage bei den zuständigen Stellen in ganz Preußen ver» anlaßt. In allernächster Zeit wird die Zusammenfassung der Be- richte erfolgen. DaS Ergebnis wird der Oeffentlichkeit bekanntgegeben werden._ Tie juristische Sprechstunde findet dorn Montag, den 13. bis zum Sonnabend, den 18. einschließlich, nur von 3 bis 5 Uhr statt. Beim Abspringen vo» einem fahrenden Straßenbahnwagen kam gestern gegen 10 Uhr abends eine unbekannte Fiou vor dem Hause Wiener Straße 45 zu Fall, geriet unter den Wagen und wurde io schwer verletzt, daß sie auf der Stelle v e r st a r b. Die Leiche wurde naw dem Schauhouse gebrawr.— Bei der Arbeit ge- rret auf dem Babnhot Kvoßgörschenstraße der Kohlenärbeiter Goltlieb Görsdorf aus der Kulmstraße 27 unter die Räder und wurde ebenfalls auf der Stelle getötet. Selbstmord eines GrciscS. Aus Furckit vor Erblindung hat stch der 75 Jahre alte frühere Kauimann Adolf Freitag, der im Ruhestände lebte und in der Melchiorstr. 83 wohnte, das Leben genommen. Eine Leiche mit durchschnittenem Halse wurde gestern in der Mililäischwimmanstalt in Plötzensee geflinden. Die Ermittelungen ergaben, daß es sich um den 80 Jahre allen Schlosser Viktor Z e b u l l a aus der Triflstr. 44 handelt, der seil 8 Tagen vermißt iviirde. Zebulla hatte vor seinem Verschwinden an seinen Bruder geschrieben, daß er sich das Leben nehmen werde, über den Grund aber nickiS angegeben. Er hat sich dann selbst im Wasser den HalS durchgeschnitten. Die Mcthylakkoholverg'.ftiing in Oberschöneweide, der der 26- jährige Melallaibeiler Walter Gun dl ach erlegen ist, hat nunmehr noch ein zweites Todesopfer gefordert. Auch der Metallarbeiter Wolf aus Oberichöneiveide ist gestorben. Der Arbeiter Bergmann, der ebenfalls von dem Methylalkohol genossen hatte, ist fast völlig erblindet. Kraftwagenverkehr Oranienburg— Bernau. Oranienburg und Bernau sollen mit den dazwischenliegenden Vororten mittels Kraft- Wagenverkehrs verbunden werden Es sollen täglich sechs Wagen verkehren. Di« Fahrzeit für die 36,4 Kilometer lange Strecke ist aus ungefähr 2 Stunden vorgesehn. Die Aufnahme des Verkehrs soll noch im Laufe d-ieses Jahres erfolgen. Klessling» Berliner Berkehr, WinterauZgade soeben erlchkcnen, Preis 2 M. Bund für Mutterschutz, Wilmersdorf, Uhlandstr. ItZ. Heim und Beratuiigsllelli: Sprechzeit werktäglich 16—1, DienSiag und Freitag außerdem von S— 8 Uhr. Tie Pikzausstellling im Märkischen Museum ist bis IS. Ottober täglich 10—5 Uhr(nicht 10—3 Uhr) geöffnet. Baldigste Beseitigung der kommunalen ZlrbeiterrSte(nicht.ve- ftäfinmifl*, wie in Nr. 523 injolqe eines Druckfehlers stand) wurde vom lScuossen Silbersiein-Neutölln auf der Gemeindcvertretcr- k o n s e r e n z gefordert. Potsdam. Stadtverordnetenversammlung. Die Bürgerlichen mit einem Teil der Demokraten brachten die Vor- läge, die eine Ermäßigung bzw. Erhöhung der Einkommensteuer auf Grund des Gesetze» vom 4. Juni vorsieht, zu Fall. 16 000 Steuerzahlern wäre durch diese Vorlage ein Vorteil erwachsen, während rund 1000 eine ihrem Einkommen Nack gar nicht in Be- tracht kommende Erhöhung ihres Steuersatzes erfahren hätten. Nach der Vorlage sollten die Einkommen bis zu 3900 M. bis 10 Proz. ermäßigt werden, die über 9500 M. staffekweise erhöht werden.— Di« Vorlage über die Aukwandsentschädigung an die unbesoldeten Stadträte und Stadtverordneten wurde zurückgestellt. Für. die Stadtverordneten wurden ö M. pro Sitzung bewilligt, eben- so für Kommissionssitzungen. 42 M. Tagegelder wurden für die Mitglieder der Feststellungskommission bewilligt. Die Feststellungen dieser Kommission bezüglich der Butter- und Mflchablieserung spotten jeder Beschreibung. Für den Posten eines besoldeten Stq�t- rate» find 118 Bewerbungen eingegangen, von denen 6 Herren In engere Wahl gestellt werden. Für die Stelle eines Stadtmedizinal- rates wurden die erfovderlichen Mittel bewilligt. Groft-Berliner Lebensmittel. Bohnsdorf. Ab Freitag'1, Pfd. Maissabrikaie<92), 150 6tr. Haser- flocken(93), fl, Vid. Marmelade(O 13). 1 Pfd. braune Suppenwürfel(1 13), l/j Pfd. amerikanisches Auszugsmehl. Anmeldungen bis Mitiwoch. Nowawes. 13. bis 19. Oktober: 250 Gramm amerikanisches Weizenmehl(W 16), 150 Gramm Graupenmchl(39), 230 Gramm Haferflocken in Bill<31), 250 Gramm Maisgricß(92). 250 Gramm Pflaumcnmng(44), 200 Gramm Sago(44 Jugendliche), 250 Gramm Bienenhonig(45). Groß-Ser!iner parteinachrichten. Eborlottenburg. 1. Gruppe(Westend), Versammlung aller.Vor- wärts'-vescr und Mitglieder, Mittwoch 7 Uhr bei Schellbach, Königin- Elisabcth-Str. 6. S. P. D. Schöneberg. Ocffentliche Versammlung, Mittwoch 7'/, Uhr, Hohenzollern-Neatschule, Belziqer Str. T.-O.: 1. Gen. Wille: Die Aufgaben der Gemeinde aus dem Gebiete des Bildungswcjens. 2. Ken. Oestrclch: Der Ausbau der neuen Schule. 3. Gen. Tichenljchcr: Schulpolilit Schöncbergs. Potsdam. Außerordentliche Milglicdcroclfammlung des WahlvercinS am Mitiwoch 8 Uhr bei Becker, Lindcnftr. Erscheinen aller Parteigenossen notwendig. Der Zablabend sällt aus. Borsigwalde-Witteiiau. Dienstag 7'/, Uhr: Mitgliederversammlung deS Wahwcreins bei Haschinski, Neue Ernststr. S. Frauenabende. 3. und 4. Abt. Dienstag, nicht Montag 7'/, Uhr, Kursllrstcnflr. 41. 34. und 36. Abt. Heute 7'/, Uhr bei Krüger, Schcringilr. 12. Stralau. Dienstag, nicht Montag, Tl, Uhr bei Bollenbach, M« Stralau 9. Cliarlottenbnrg. Gruppe VI. Dienslag 7 Uhr im.Lützow-Earten�, Am Lützow 3: Kiuppenvcrsammlung. Gen. Rettor Blume: Eitern, schallt weltliwe Schuten! Alle Genossen und Genossinnen müssen erscheinen. Oberschöncweide. Dienslag Tl, Uhr im.LeretnShaus zur Post", Raihausslr. 10: Mitgliedcrversammimig. Bortrag:.Was ist seit dem 3. November getan?• Rosenthat. Heute Tj, Uhr— nicht Dienstag— bei Barth, Prinz- Heinrich- Str. 7. < Hohenschönhausen. Dienstag 8 Uhr: Sitzung bei Müller, Berliner Str. 97. Jugenöveranftaltungen. Wedding. Heule 7 Ubr bei Sachse, Lindower Str. 26: Mi! lieber- Versammlung. Vortrag: Was muß der junge Arbeiter von der lozialen Gesetzgebrny wissen?_ Sportnachrichten. Im O:y>upiapark kam am Sonntag ein lOO-Kilometer-Manuschalts- rennen zmn Slustrag, das einen rech! spannenden Verlaus nahm. Bier- zehn Mannschaslen gingen gingen auf die lange Reise, die erwartungS- gemäß von Rütt-Abrrgcr als siegende Mannschait ihren Abschluß sand. I. Rütt-Abcrger 2 Eid. 35 Min. 32 Sek. 45 Punlle, 2. Lmenz-Behrendi 40 Punkte, 3. Swrage- Rudel 30 Punkte, 4. Stotz- Wehlitz 17 Punkte, 5. Schwab-Sawall 15 Punkte. Tie FührungSpreisc sielen an Golle und Düwcl. Fünf tumjllabipoilllebbabern ausgeworfene Prämien wurden von Abcrger, Schwab, SawaU, Golle und Rüde: genommen. Silüungsveranfta!tungen. Tempclhof. Dienslag 7'/- Uhr: Kursusabend des Genfseu Heller, Rcalgymnasium, Kaiser-Friedrich-Ltr. GAveMoflsbeMgung Die Tarifbewegung öer öureauhilfskräfte Groß-Serlins. Die in den TemelnbebureauS nicht Festangestellten haben für Groß-Berlin die Forderung auf Gewährung einer Wirtschastsbei- Hilfe sowie tariflicher Regelung ihrer Lohn- und Arbeitsverhältnisse erhoben. In der letzten stattgefundenen Verhandlung war man übereingekommen, zunächst über die Frage der WirtschaftLbeihilfe und Gehaltsregetttv.g getrennt zu verhandeln. Obgleich die Ange- stellten sich in ihrer Gehaltsforderung genau an den Sätzen hielten, welche den Gemeindearbeilern im Schiedsspruch vom 7. Oktober 1919 zugebilligt waren, konnte keine Einigung erzielt werden. Der Magistrat schlug vor, den im Schiedsspruch vom 20. April 1919 für Berlin festgesetzien Schlichtungsausschuß anzurufen. Hier- gegen erhob Z i e s l e r vom Zentraloerband der Angestellt«: im Namen der Tarifkommission Einspruch. Er machte geltend, daß die Forderungen ja nicht nur für Berlin, sondern in der geschaffenen Tarifgemeinschaft der 67 Gemeinden um Berlin gestellt sei. Ob- gleich dieser Eimvaud auch gegenüber der Spruchkammer geltend gemacht wurde, fällte der Ausschuß am 11. Oktober 1919 für Berlin folgenden Schiedsspruch: 1. Die Forderung der MrffchaftSbeihlife ist abgelehnt. 2. Jugendliche unter 18 Jahren erhalten zu ihren bisherigen Bezügen eine monatliche Gehaltserhöhung von 25 M. 3. Den männlichen und weiblichen Hilfskräften über 18 Jahre ist zu den im Schiedsspruch vom 39. April 1919 festgesetzten Ge- hältern ein Zuschlag von 190 M. monatlich zu zahlen. Die Eni- scheidnng gilt für die Zeit bis zum 31. März 1920 rückwirlend ab 1. September 1919. Die am gleichen Tage stattgefundene VertrauenSmännemr- sammlung lehnte den Schiedsspruch einstimmig ab. Jedoch wurde beschlossen, die endgültige Entscheidung über Annahme oder Ab- lehnung desselben durch Urabstimmung, welche am heutigen Mon- tag in den einzelnen Betrieben stattzusinden hat, durch die Kollegen- schaft selbst herbeizuführen. Das Resultat der Abstimmungen muß noch heute der Tarif- kommission zwecks weiterer Entscheidung in dieser Angelegenheit übermittelt werden. Gleichzeitig wurden die Organisationen beauftragt, dem Reichs- arbeitsminifterium Kenntnis von dem Swnd der Tinge zu geben. • Streik der Neuköllner Hilfsarbeiter. Die Neuköllner Hilfskräfte sind bereits am heutigen Montag- morgen in den Ausstand getreten. Der Beschluß hierzu wurde in einer am Sonntag staitgehabtcn Versammlung im Trutschen Wirts- hauS durch Handaufheben gefaßt. Eine Nrabstimmung, wie sie die am 11. Oktober stattgcsundcne BertrauenSmännerverfammlung beschloß, hat nicht statlgefnndcn. Auch ist dem Neuköllner Magisttat vorher keinerlei Mitteilung gemacht worden, daß die HiljSIriifte am. heutigen Morgen in den Streik treten würden. Die Zalss der beim Magistrat Neilkölln beschäftigten Hilfskräfte beträgt rund 1600 Personen. Zum Streik der Weinkellerarbeiter. Die Meinkcllerarbeiter und-arbeiterinncn haben in' einigen� Betrieben die Arbeit niedergelegt. Obwohl die Branchenleining in der letzten besonders stark besuchten Versammlung beschlossen hatte, von einer Arbeilseinstellung so lange abzusehen, bis die. in Frage kommenden Instanzen entschieden, haben dennoch in einigen Betrieben die in Frage Kommenden anders beschloiien. Obgleich zum Dienstag, den 14. Oktober, die streitenden Parteien vor den Schlichtungs-Ausschutz geladen waren, hat am Freitag nachmittag vor dem TemobilmachungS-Kommissar eine eingehende Verhandlung stattgefunden, in dieser ist eine Einigung erzielt 2 1 e 8 e n o to, vom Deutschen TranSportarbeiterderband be» htete über das Ergebnis dieser Verhandlung. Von den gestellten Forderungen sind verschiedene Abstriche gemacht worden. Verein- »art ist. daß der Lohn für über 20?ahre alte Arbeiter 100 M., nach einem Jahre der Tätigkeit 106 M., nach 2 Jabren IIS M.; fürKutscher über 20 Jahre 110 M., nach einem Jahre IIS M., nach 2 Jahren I2S M.; für Frauen über 20 Jahre 3S VL, nach einem Jahre 70 M.. nach 2 Jahren 75 M. beträgr. Ferner ist ver- einbart, daß bei Neueinstellungen die Dienstzeit, welche nachweiZ- Nch in anderen Detrieben der gleichen Branche zurückgelegt ist, in Anreck nung gebracht wird. Diese Vereinbarungen gelten bis zum Ablauf des Tarifvertrages, 31. März 1320. Di« Streikenden waren darüber, daß eine Wirtfchaftkbeihilfe nicht gewährt worden ist, sehr ungehalten, haben aber dennoch, nachdem die Unterneh- mer in ihrer am 11. d M. stattgehabten Mittagsversammlung dem Vergleich vor dem TemobilmachungS-Kommissar zugestimmt haben, die Vereinbarungen angenommen. I» einer überfüllte» Versammlung der Aageftcllte» für die '«rdöstliche Textilindustrie" referierte Fräulein S ö h n e r vom entralvcrband der Angestellten und Kollege Hopfe vom Deut- kchen Dlerkmeisterverband über die zum Abschluß gelangten Tarif- vcrhandlungan. Die Redner betonten, daß in der GehaltSfrage ganz erhebliche Zugeständnisie gemacht worden sind. Die Arbeits- jirtt ist auf 46 Stunden festgelegt worden. Leider aber fei das Mitbestimmungsrecht in der Form, wie es die Angestellten for- dern, nicht durchzudrücken gewesen. Um jedoch durch einen evtl. Streikbeschluß da- Wirtschaftsleben nicht noch mehr zu zerrütten, empfahlen die Redner die Annahme des TarifeS in der vorlie- genden Form. Die Abstimmung ergab die Annahme des TarifeS durch die überwiegende Majorität der Versammlung. Forderungen der Vcrwaltungsbeamteu. Im Lehrerverein Shaus hielt am Sonntag der Gewerkschaft- liche Bund deutscher Verwaltungsbeamten bei zahlreicher Beteili- gung seine Hauptversammlung ab. Geh. RegierungSrat Dr. Falkenberg vom RcichSamt des Innern, Ministerialdirektor Dr. Meister vom Ministerium des Innern und Regierungsrat Hoch- darf vom Ministerium der öffentlichen Arbeiten wohnten den Ver- Handlungen bei. Vor Eintritt in die Tagesordnung schilderte Aktuar H e l f e n st e i n al» Vertreter deS Verbandes preußischer Justizsekretäre die Notlage der Diätare in Justiz und Verwal- tung.— Ministerialdirektor Dr. Meister betonte, daß die Or- gonisotio» die Beamtenschaft nicht nur auf ihre Rechte, sondern auch auf ihre Pflichten verweisen sollte. ES ist leider notwendig geworden, die Beamtenschaft zu ihrer früheren Unantastbarkeit zurückzuführen, die zum Teil in den Wirren des Krieges ver- loren gegangen ist.— Der Vorsitzende, Polizcisekretär Zech, er- klärte demgegenüber, daß in der- Beamtenschaft ein guter Kern steckt und eS Sache der Regierung fei, ihn wieder zur Entfaltung zu bringen. Ja, heute werden die Beamtenorganisationen noch schärfer überwacht alS früher.(Hört, hört!) Die Gärung in Kreisen der Beamten war so stark, daß sich die Beamtenschaft am 3. November restlos hinter die Revolution stellte. Sie ist aber in ihren Erwartungen birter enttäuscht worden. Tie Bcamien be- finden sich in einer Verschuldung, die jeder Beschreibung spottet. Das Mitbeslimniungsrecht wird den Beamren vom Ministerium bestritten. Tie Verordnung über die Beamtenausschüsse bat in der ganzen Beamtenschaft außerordentliches Befremden hervor- gerufen.— Geheimrat Falkenberg forderte uneingeschränktes I Mitbestimmungsrecht für die Beamten. Dies liege nicht nur in ! ihrem Interesse, sondern in dem des VolksstaateS. Vielfach herrsche � noch in Regierungsstellen die Meinung, daß man die Beamten- Schaft mit einem kleinen Gnadengeschenk abfinden könnne. Auf- abe der Regierung muß eS fein, die Beamten so zu stellen, daß re daS Streikrecht nicht in Anspruch zu nehmen brauchen. Gegen vereinzelte Stimmen gelangte eine Entschließung> zur Annahme, in der es ü. a. heißt: „Tie Versammlung fordert: 1. Sofortige Verfügungen aller Ministerien, die den Aufstieg der Beamten regeln.— 2. Umgehende Errichtung von Beamtenbeiräten in den Ministerien.— 3. Annahme der vom Bundesvorstand aufgestellten Leitsätze über Be- amtenauZschüsse.— 4. PrüfungSerlcichterungcn für Kriegsteil- nehmcr.— 5. Sofortige Anstellung aller Diälare.— 6. Sofortige Inangriffnahme der Besoldungsreform im Einvernehmen mit den Groß-Organisaiionen der Beamtenschaft.— 7. Sofortige Schaffung eines ncuzeitigen Beamtenrechts.— Die Versammlung erwartet von der Reichs- und Staatsregicrung, daß sie diesen Forde- rungen in Würdigung der treuen Erfüllung der Amtspflichten der ganzen Beamtenschaft Folge gibt. Eine weitere Hinausziehuzg würde den ohnehin starken Unwillen der Beamtenschaft inS Un- gemessene steigern, was zu unliebsamen Folgen fuhren könnte." Vom WachStum dcrdeutschösterreichischen Gewerkschaften. Tie der Wiener Gewerkicbattskrmmission angeichlosienc» Gewcrkickiailen haben in der ersten Hälfte dieses Fabres ihren Mit- gliedcrstaud von 2Sv 147 auf SS2 703 erhöht; das ist eine Steige- rung auf mehr als da? Doppelle. In Wien allein ist in die'em Zeilraum der Mitgliederstand von 162 804 aui 877 806 gewachsen. Auf Wien und Niederösterreich entfallen allein dreivierlet aller Mitglieder._ Die FunktivnSre unserer Partei Im Betriebe der Post- und Telegraphcnverwaltung des OberpostdircktionSbezirkS Berlin nahmen im Jugendheim Stellung zur Betriebsagitation. Genosse Thomas gab hierzu in gutem Vortrag Anregungen, denen sich eine ausgiebige Ausspräche anschloß. U. a. wurde er-; wähnt, daß die hiesige Qberpostbirektivn versucht, den§ 123 der Reichsverfassung zu inhibieren, wonach den Beamten Einsicht in ihre Personalnachweise zu gewähren ist. Es wurde folgend« Resolution einstimmig angenommen: .Die am 11. Oktober versammelten Vertrauensleute samt- licher Verkehrsämter der Post- und Telegraphenverwaltung im! Oberpostdrrektionsbezirk Berlin protestieren mit aller Schärfe gegen die Art, wie die Oberpostdircktion die Behandlung der Personalakten verfügt hat. Die Versammlung verlangt restlose, Offenlegung der Akten, auch wenn hierdurch die Möglichkeit ein- treten sollte, daß Vorgesetzte zur Rechenschaft gezogen werden, die in der vergangenen Zeit auf diesem Gebiete gesünöigl haben. Heber die Konfession ist in die Personalbogen kein Vermerk zu nehmen."_ Deutscher Drantportarbeiterv-rband. Sektion 5. TrauSvort-. Lagerardeiter uiw. der Berliner Merallbetriebe. Air machen uwere Mitglieder und ganz besonders die Verirauenslente darair aus» mcfiom. dag in den bisher üblichen Abendion-erenzen eine Aenderunq ein« getreien ist, so dafj diele in Znkuiiil nur noch an den Tagen Liensiag, Donnerstag und Sonnabend siaitfinden, und zwar abend? 5 tllw vünltlüg im Loial von Baul Zakrzewskt, vormals Kurze. Pappel-Ailce 35. Ecke Stai garder Gtraste. Jeder Beiueb und im ganz besonderen die streikenden Betriebe dabcn bestimmt einen mit Legitmation oer'ebenen B r- treter zu entsenden, der die dort auszugebenden wichtigen Mitteilungen entgegennimmt. Deutscher Buchbinder-Berbaud. Zahlftelle Bertiu. An alle Wertslätlen-Bertraurnsteule, Betriebsausschüsse unseres LeraandeS. Diens- tag. den 11. Olioder, nachmibags 5 Uhr, Jopbienläle. Tovbienitrage 18, Bcrsammlung aller Funtlionäre ocS graphischen«SewerbeS. TaseSordnung: Lusammenschlus in dem graphischen Gewerbe. Air erwarten daS Srichunen oller. Die OrtSoerwallung. Becrmann, Hirschhorn, Riehm u. Söhn«, Moosdorf u. Hoch- Häusler. Am Mittwoch, den IS. Ltlober. findet im WewerlschaitSoauS, Engcluscr 15, groxer Saal. natmiitagZ 4 Uhr, eine Äersammtung ver Är- beiler und Arbeiterinnen und Angcitellten der cbengenannten Betriede statt. Tagesordnung: Der streit w der Metallindustrie. Der Arbeiterrat. Müller. Wernerwrrk! Siemens u. HalSte. BetricbSoeriammlung, Dienstag, 14. Lllober, 12 Uhr, im Vergnügungspark, Tegeler Weg. Bund der technischen Angestellten und Beamten. Berlin Norden Sil. Alle Einzelmilgliedcr und Vertrauensleute werden ersucht, die neue Nummer der»Deutschen Techniler-Zeilung' erstmalig von heule ab vom Lokal Metz, Genter«tr. 63(nage Seestrage) abzuholen, Soziales. Eine Reftrentin im WohlfahrtSminifterium. DaS Wohlfahrt?- Ministerium ist an ein« feiner Hauptaufgaben, die Organisation der Mitarbeit der Frau auf dem Gebiete der WohlsahrtSpflege, jetzt damit herangetreten, daß eS in die noch in der Bildung begriffene Abteilung für Allgemeine Fürsorg««ine Frau al» Referentin em- gestellt hat. Diese erste Referontin in einem preußischen Ministe- rium ist Frau Meta Kraus- Fessel, die, nach vielseitigen Erfahrungen als Sozialbeamtin, während der Kriegszeit als stellvertretende Leiterin des Städtischen Fürsorgeamtes für Kriegs- Hinterbliebene in Frankfurt a. M. erfolgreich tätig gewesen ist. Frau KrauS-Fessel wird im Wohlfahrtsministerium auf dem Ge- biete deS Mutter- und Säuglingsschuhes, des Schutzes Gefährdeter, der Prostitution, der Geschlechtskrankheiten und der Krregshinter- bliebenenfürsorge mitarbeiten. vcrantw. tllr den rcdattion. Teil! Allret, Scholz, Neukölln: sllr«nzetgrn: Ttzrodor Slockr. Berlin Berlag: Borwärts-BerlagGehreI»«n. Sport- pelzen, Wagenprlzen.— irotzer Posten S-rrenanzllge, etots, von 85—260,—, chelegant. Gelegenheit in zmcnkostllmcn, Plllschmön. {ein, Astrachanmänteln.— Ferner im Lombard versal- k»ne Uhren. Rtnae. Brillan» tzui, stlberne Taschen, unter Tozpreiita im Leihhaus Mo- Jttzplatz 51a. U7H* flaflAous SäfrttlSnltttet, Intenttraftc 203/4, Ecke Ro» «nthalerftraste. nur 1 Treppe, oufen Sie allerbtlligst Pelz. »gen. Muffen. Skunk»,?tot> fe. Alaska, Stcuzillchfc knd all« anderen Beizarten, afchenuhren, Brillanten, ildertaschen. 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