Nr.FÄZ».36.Ialsrg. Morgen Ausgabe. ftd tu» Jxm*, mtem Mh»«. bszug: Monatlich Ml. e&L g» f.rnimgtfltbBbt. Untre Jttmjfccui» ftti Deutschland und Oesireretch- Ungarn SLS Ml. wr lx» Wr�,«clan» Ml, bei tSg lich emZnai. gncheLnng SJb Ml. Poitbestellungc» nehmen an Bänemort Holland Ca�nMitg, Schweden d. die Schweid Eingetragen w die Poli-Ze!tttng»-Vret»it1ta Der.BorwSno' am»re Sanatag» beilage.Boll n. geif erschreat Mchc» täglich ztveunal. Sonntags ettunal. Mtgromni-eereffr t ..Scjlalörajofrat Nerlinev Volksblsti. flSPfenn�gT) SwzeigeuvreiS, SM achtgeipalten« Ronpateillezeile tollet UOMt.«Sleiue Unzelgen-, da« tengedruckte Wort SO Pjg.(zulüisig > tettgedruckte Worte!, tedes weitere Wort tll Lsg. Stellengesuche and Schlassiellenanz eigen das erste Wort >0 Psg. tede, weiter» Wo« ZV Lsg. Wort» über 15 Buchstaben zählen sür . poel WoNe. Teuerungszuschlag 50»/«. Familien- Lnzetgen. politische und gewertschaftliche Bereins- Anzeigen ISO Ml. die geile. Anzeigen für dit nächste Nummer müssen bis ö Lha nachunitag« im Hauptgeschäft. Berlin KW SS. Lindenstraße 8. abgegeben keoffn« oon S Uhr irüh dt« i Uhr abend«, Zentrahrgan der rozialdcmokratifcbcn Partei Deutfdilands. Neöattion und Expedition: SW. 6$, Lindenstr. 3. Scmfuredier: Ami Msrntpiai». Rr.»StSO— IZIi»7. Dienstag, den 14. Oktober 1S19. vorwärts-verlag G.m. d. h., EW. öS, Lindenftr. 3. Fernfprechert Amt Morttzvlat». Str. 117 53— 54. Kein Zuzug ins Saltikum. Die Reichsreqierunq hat sich in ihrer Sihung am Montag mit der neuen Note der Entente wegen der Nänmnug des BaltilumS beschäftigt. Nachdem am 11. d. Mts. bereits die gällzliche Einstellung der Berpflegungszufuhr an die wider- ipenstigen Truppen im Baltikum verfügt worden war, ans- genommen an die Truppenteile, die sich nachweislich anf dem Auckmarfch befinden«nd denen nach den Etappcnstationcn Ber- pflcauug entgegengeschickt wird, soll nun auch jeder Personen- Verkehr nach dem Baltikum sofort gesperrt werden und nur Leerzüge zur Abholung der Truppen hinausfahren dürfen. Ebenso sind verschärfte 51oiltrollmaßnahmcn getroffen worden, um jede verbotene MunitiouSzufnhr unmöglich zu machen. Der General Graf von der Goltz, der anwcisungs- «cmäß den letzten Rückmarschbefehl der Regierung nnd ihren lusrus au die Truppen diesen noch bekannt gegeben und mit allem Nachdruck auf Befolgung hingewirkt hat, hat' am 12. das Kommaudo endgültig an den General v. Eberhard abgegeben uud wird dieser Tage in Berlin erwartet. Der Stettincr ftrachl» und Passagierdampfer„Holthia* ist von der letlischen Regteruna mit Beschlag belegt worden. Die Mautiichoit rnupte das Schaff Verlasien und befindet sich in Libau. Der Danipfer diente zum Truppen- und GefangeneniranSport. Awaloff-B-rmondl hat an Denckin ein fiegverkündendes Telegramm verschickt und ihm die Hoffnung ausgesprocken, nun bald vom Westen her auf die Bolschewiki iosscdlagen zu können. Riga ist aber noch nicht in seinem Besitz und �en Letten, die die deutsche Gesandtichoit an der Abreise verhindert haben, eilen E n t e n te-K r ie g S s ch i s fe zu Hilfe. Am Ende weiden noch thre Kanonen gegen die anttbolschewtstischen.Weilnisien* donnetn und so Lenin und Trotzky helfen I Einerseits will ja die Eniente die Bolschewiki niederwerieu, andererseits aber die Rand« staalen als ihre Werkzeuge aufrechlerhaiten, um den heiiloS ge- fürchteten, jedoch nolwendigen, späleren deulsch-ruffischen Wirtschaft- lichen Zusammenschluff zu hindern. Desien Notwendigkeit erkennen nun auch Leute wie Sasonoff. der frühere zaristische Auhenminister, den doch die Entente wahrlich nicht für einen heimlichen WeltrevolutionSr oder besonderen Deutschenfreund ansehen wird. Aur Einigungsftage. In der letzten Ninnmer der.Welt am Montags, die ganz der Einigungsfrage gewidmet ist, findet Kautsky das treffende Wort der Situation, mdem er sagt, daß die Einigung nie notwendiger, aber auch nie unmöglicher war als jetzt. Es ist ein trauriges Fazit einer Lebensarbeit, die dem So- zialisinus gewidmet war, feststellen zu muffen, daß die Ar- beiterbewegung nicht imstande ist, das zu vollbringen, was jedes ihrer Mitglieder als notwendig erkennen muß. In seinem guten Willen, vielleicht doch den richtigen Weg zu finden, sagt dann Kautsky, man müßte einmal unter- der deutsche Beauftragte in Riga Donnerstag verhaftet worden sei, � fitcheii, unter welchen Bedingungen eine Einigung möglich Der nordrusfische General Iudenlsich hat Swiloff als LandeS- vertäter erklärt. Die zaristischen Generale scheinen in ihm einen Empotkömml'ng zu erblicken, obgleich seine Leute doch ganz im großrussischen Sinn arbeilen und er selbst sich soeben zum General« gouverneur der»Provinz Kurland" ernannt haben soll. Bei seinem Einzug in Mitau flaggten die Bewohner denn auch stilgerecht weiß- blau-rot— die alle russische Trikolore I AuS Riga«n Mitau eingetroffene Arvilpersonen melden, daß ebenso der deutsche Beauftragt« in Liba» mit seinem Personal. Gegen die Verhaftungen wurde lei der lettischen Regierung Pro- test eingelegt. Die Letten haben das WaffenstillstandSoingebot Nwaloff-Ber- mondtS bisher nicht beantwortet. Eine Beröffenilichnng der letlischen Regierung wirst dem Gene- ral v. d. Goltz vor, daß er über die RäumungSfrag« gar nicht mit der rechtmäßigen letlischen Regierung verhandelt, sondern daS besetzte Land eine hergelaufenen Abenteurer— eben dem Ameloff- Bermondt nnd einem meuternden Söldnethaufen übergeben habe, der seinerzeit die lettische Negierung überfallen hatte. Leitland und die Randstaaten kämpften gegen die Bolschewiki und daS mtt solchem Erfolg, daß die Bolschewiki ihnen jetzt den Frieden anböien. Ber- mondl aber habe den Befehl Judenitich', sich an einen bestimmten Frontabschnitt zu begeben, nicht ausgeführt. Bemerkenswert er- scheint folgende Erklärung: Dit lettländische Regierung besteht uuS Letten, Deutsche», Russen uud Juden und ist dem Lettlandischeu Bolksrate vcr- antwortlich, der aus allen Nationalitäten und auS allen politischen Parteien, aiicgenommeu die Bolschewiki, gebildet ist. Nusgenommcu eine kleine Adelscliqne uud ihre vereinzelteu lcttischeu Strohmänner, setzt sich daS ganze lettländische Boll für die lettländische Republik ein und ist überzeugt, daß dieses auf nationalem Ausgleich, politischer Demokratie und sozialer Gerechtigkeit begründete Staatswesen daS einzige ideell und materiell wahrhaft wirksame Bollwert gegen die Fluten des Bolschewismus, gegen die Desorganisation, Rechtlosigkeit nnd Gewalttätigkeit von rechts nnd links ist. Die Vorgänge im Soargebiet. Die französische Polizei hat wieder 24 Plünderer verhaftet, welche an den öiaubzügen in St. Ingbert teilgcnoatmeu haben. Bei den Unruhen in Saarbrücken wurden fünf Deutsche und ein französischer Hauptmann getötet, andere Arbeiter und PciluS verwundet. Die St. Ingbert benachbarten früher preußischen Ort- schaften wurden von französischem Militär besetzt, weil von dort aus die Aufruhrbewegung in das Saavgebiet getragen worden sei. Marschall Koch hat die Erfüllung der Sonderfvrderungen der E i s e n b a h n e r des CaargebietS, darunter die Abschaffung der Grußpflicht gogenübe' französischen Offizieren und die Zurück- ziehung der farbigen DesatzungStruppen von den Fabrikwerkstälten, vorläufig abgelehnt. Dagegen wurde die Anmeldefrist von Eisenbahnerversammlur.gen von drei Wochen(!) auf fünf Tage ermäßigt.— Di« Eisenbahner haben die Arbeit wieder aufgenom- inen unter dem Vorbehalt, daß sie auf Erfüllung der Versprechungen General Andlauers vertrauen können. Dagegen verharren die Hüttenarbeiter größtenteils im Ausstand. Allen im Saar gebiet nicht dauernd wohnenden Personen wurde die Teilnahme an politischen Versammlungen oder die Zugehörig- keit zu politischen Vereinen streng verboten. As, cnn Mittwoch in Saarbrücken ein Zug mtt Kriegs- gefangenen einfahren sollte, trieb der französische Bahnhofs- kommandant eigenhändig mit der Reitpeitsche in der Hand sämtliche Leute vom Bahnsteig hinweg. Die Menge vor dem Bahn- Hof stimmt« dafür„Deutschland, Deutschland über alles" an. Am nächsten Tage mußte die Stadt 10 000 Mk. Geldstrafe bezahlen. Die erzwungene„Wahl" des französischen Leutnants Tardieu zum Landrat im Kreise SaarlouiS ist vom General Andlauer nicht bestätigt worden. » Die Pressezenfur ist in ganz Frankreich aufgehoben, der Be- kagernngsziistand bis auf—— Elsaß-Lothringen! Die Streiks ia Amerika. Di« New Dotier Rvllpthrkntfcher haben die Arbeit niedergelegt. Es streiken 10 000 Mann. Die Milchversorgung ist in Frage ge- stellt. Es ist so gut wie siber, daß die Verhandlungen zwischen den Bergarbeiter» uno den Kohtengrubeiibesipern sich zerschlagen haben. Der AuSbtnch des Streiks wiid»ür den 1. November er- wartet, er wird ungefähr 32ö 000 Bergarbeiler umfassen. Hugo haase. Die Untersuchung hat ergeben, daß eine neue Operation nicht erforderlich ist. Haas« geht es besser. wäre, und er fügt aufmunternd hinzu:„Man sollte annehmen, unter Verzicht auf jedes Gewaltregiment von rechts und links sowie auf jede Abhängigkeit von bürgerlichen Parteien und ihren Werkzeugen müßte eine Einigung möglich sein." In derselben Nummer ber„Welt ani Montag" sagt aber der fiichere Demokrat Veit scheid, man müsse, wenn es notwendig sei, zur Ueberwindung deS Kapitalismus auch wagen,„sich über die Forderimgen ber formalen Demokratie hinwegzusetzen". Das sieht nicht wie ein Verzicht auf jedes Gewaltregiment von links aus. Jeder Versuch von links, ein Gewaltregiment zu etablieren, hat aber die unausbleib- liche Folge, ein Gewaltregiment von rechts ins Leben zu rufen, das desto brutaler werden müßte, je weniger die So- zialdemokratie in der Lage wäre, auf seine Methoden kon- trollierend und mäßigend einzuwirken. Tie Entwicklung würde dann dazu führen, alle Mittelparteien vom Zentrun: bis zu den Unabhängigen auszuschalten, das deutsche Volk wäre dann die Beute, nm die der weiße Terror der Mon- archisten und der rote Terror der Koimnunisten miteinander kämpften. Um die Frage„Demokratie oder Gewalt?" kommen wir nicht herum. In den Lerfossungskämpfen, die vom 9. November bis zum 11. August dauerten und die vorläufig abgeschlossen sind, hat dieDemokratie den Sieg davongetragen. Seit dem 11. August haben wir eine Verfassung, die dem Volke imd seinen Vertretungen in Reich. Staat und Gemeinde die Macht verleiht. Das Volk kann die Verfassung durch direkte Abstlmnmug abändern und auf denrselben Wege auch sonst jeden ihm nützlich scheinenden Vorschlag zmn Gesetz erheben. Der Reichspräsident ernennt die Minister, darf sie aber nickfi im Amt halten, wenn sie sich nicht mehr mit dem Vertrauen der Parlamentsmehrhcrt ausweisen können. Das find die Grundzüge unserer„formalen Demokratie". Hente kann keine Einigungsdebatte an der Frage vorbei- gehen, ob wir als'Sozialisten die Grimdzüge der neuen Ver- fassung anerkennen und verteidigen oder verwerfen und be- kämpfen sollen, ob wir Verfassungsänderungen, die wir für notwendig hallen, anstreben sollen auf dem Wege der Ver- fassung selbst, also durch Parlaments- oder Volksbeschluß, oder auf dem Wege der Gewatt, indem wir uns als Minder- heit in die Macht setzen und dekretieren, was weller zu gellen hat. Verzichten wir auf eine gewallfame Minderheitsherr- schast, die wir Sozialdemokraten nicht nur für grundsätzlich verwerflich, sondern auch für praktisch unmöglich haften, so bleibt uns gar nichts anderes übrig, als verfasfungS- mäßig zu operieren. Dann stehen toir aber sofort wieder vor dem Problem der Zusammenarbeit mit den bürgerlichen Parteien. Man könnte sich eine Einigrmg vorstellen auf dem Boden eines Beschlusses, wonach die Sozialdemokratie, solange sie nicht über die Parlamentsmehrheit verfügt, in O p p o- sition bliebe, also das Regieren den bürgerlichen Parteien allein überließe. Aber würden die Arbeiter ein solches rein bürgerliches Regiment, bei dem die Deutschnafionalen bald die Hauptrolle spielen müßten, geduldiger ertragen als die jetzige Koalitionsregierung? Würde sich dann nicht der, Flügel, der da? Minus an Mandaten durch ein Plus cm physischer Gewaltanwendung auszugleichen wünscht, verstärken und gäbe das nicht bald eine neue Spaltung? Daß die Koalitionsregierung nur ein Uebel unter vielen und daß der Belagerungszustand eine Schenßlichkell ist, braucht mast uns Sozialdemokraten nickst erst zu sagen. Aber wäre es nickst besser, wenn die Unabhänigen, statt uns für diesen unerfreulichen Zustand verantwortlich zu machen, zu begreifen vorsuchen würden, w a r u m es dazu gekommen ist? Aus blinder Liebe haben wir uns doch wirklich nicht den Bor ber Eisenbahndirektion Frankfurt a- M. erschienen Sonn- Bürgerlichen an den Hals' geworfen, und aus bloßem Ber- tag 15 000 bi? 20 000 Arbeiter, um von dem Präsidenten Dr. Stapff 1 gnügen daran, staatsbürgerliche Freiheitsrechte zu meucheln, die Teilnahme des von den Arbeitern gewählten Verkehrs.� haben wir uns mit dem Belagerungszusrand nicht abgefunden. a uS s chu sseS an den regelmäßigen P r ä s i d i a l s i tz u n g c n Ein bißchen guten Willen, aus diesen Zuständen herauszu- der Direktion und daS Mitbestimmungsrecht in diesen zu Verlan-� kommen, dürste man uns doch zusprechen, nur den Weg gen. Präsident Stapff sagte Erfüllung zu unter dem Vorbehalt,' soll man uns zeigen, den Wog! daß das Ministerium darüber endgültig zu enischeiden habe. Die! Tie Unabhängigen können ihn uns nicht zeigen, weil sie Forderungen der Arbeiterschaft waren bisbrr vom Präsidenten � ihn selber nicht wissen. Jeder von ihnen hat darüber seine bo- verweigert worden. Gleichzeitig wurde von den Demonstranu'w sondere Meinung, und was sie Zusammenhält, ist nur ihr der Rücktritt des EisenvahnprSftdenlen geforvert, da er nichts Gegensatz zur Sozialdemokratie. Kämen sie selbst zum Han- mehr das Vertraue» der Arbeiterschaft besitz«. 1 dein, so wären auch sie wieder sofort gespalten, wie ja auch Könkgs-pogromistea. Die republikanisch« Partei in Budapest hatte für Sonnlag nachmittag eine Versammlung einberufen, zu der sich mehrere tausend Personen, darunter auch zahlreiche Sozial- demokraten eingefunden hatten. Doch waren anscheinend die Gegner der lltepublikaner in der Mehrheit. Es kam zu großen Kundgebungen gegen die Republikaner, wobei Ruf« ausgebracht wurden:„Es lebe das christliche Ungarn!"„Nieder mit den Juden!"— Es entstand eil» Wattige Schlägerei, so daß rumä- nischeS Militär einschreiten mußt». Di« Versammlung konnte nicht abgehalten werde». Keine bayerische Regierungskrise. Bekanntlich drohte in Bayern eine Regterungs- k r i s e, weil über die Zusammensetzung des Kabinetts eine Einigung nicht herbeigeführt werden konnte. Nunmehr hat am letzten Sonntag die bayerische sozialdemokratische Landeskonferenz hierzu eine Entschließung an- genommen, die in der Erklärung gipfelt, daß eS die Partei angesichts der im Winter zu erwartenden Schwierigkeiten nicht verantworten könne, wenn durch den Austritt der sozial- demokratischen Mitglieder aus der Rxgierung daS Lano erneut den schwersten Erschütterungen ausgesetzt wird. Dadurch könnten die politischen, kulturellen und sozialen Errungen- schaften der Revolution gefährdet werden. Mit diesem Be- schluß. der das Verbleiben der Sozialdemokraten im Ministe- rium ausdrücklich billigt, scheint die Regierungskrise beigelegt zu sein,— Auf dem Zentrumsparteitag wurde berichtet, daß der Landesbefehlshaber General Moehl sämtlichen Ministcrn ein unverlangtes Gutachten geschickt hat, Neuwahlen wegen der damit verbundenen politischen Erregung zu unterlassen._ Kundgebung frankfurter Eisenbahner. bitfe Ipaktung sofort da war, als sich am 10. Novem- der ihr Eintritt in die Rsgierung volhog. Eine EimAing wird iiilbt früher möglich fein, als bis sich die Unabhängigen in der Irage„Demokratie oder Diktatur?" zur völligen Klar- heit durchgeruirgen hoben werden. Was bis dahin möglich iein könnte, ist eine gewisse Entspannung der Gegensätze, aber auch die erst dann, wenn der Belagerungszustand weg ist. Da aber stehen wir wiederum vor der Frag«: Soll der BelagerungS- zustand g a n z und ein für allemal weg, oder soll er nur weg, damit er von der anderen Seite etabliert werden kann? Es ist erfreulich, wenn dw Unabhängigen für sich den Schutz der Versasiirng anrufen, wenn sie für die freie„Meinungs- äiHerung" eintreten, die„das erste und höchste Recht der freien Staaksbürger" ist.(Aufruf der„Freiheit" ju den Pro-ests? smnmlungen.) Von da sollte nirr ein Schritt sein zu der Erkenntnis, Satz diese Freiheit gegenseitig ge- währleistet werden mutz und daß man sich auf die Verfassung nur stützen kann, wenn man selber cm sie sich zu halten ge- willt ist. ' Man kann das Problem drehen und weichen, wir man will, man kommt immer wieder, wenn man sich nicht mit all- reinrnen Redensarten bmmigcn will, auf die Grundfrage zurück:„Wie stellen sich die Unabhängigen zur Verfassung?" Oder noch präziser:„Aus ioelchcm Wege gedenken die Unab- höngige» das, was ihnen mi der Verfassung mißfällt, ab zu- inbeni, auf dem Skgc: der Verfassung selbst ober auf dem der Gewalt?" Der Verzicht auf jedes Gewaltregi- ment von links bedeutet zugleich die Unmöglichkeit jedes Gr» waitregiments von recksts. Die Verfassung, die für jede Vertretung des Volkes das zleichr Wahlreckst vorschreibt und dem direkten Volksbeschluß die höchste Autorität über Verfassung und GeietzHebimg der- lscht. gibt der Arbeiterklasse ungeheure Maclstnirttel in die Sand. Alle» hängt davon ab, daß sie sich dazu entschließt, von diesen Machtmitteln gemeinsam entspr«h>WMl»vte u.Ver- b.eir. v. Dr. med. K. Hutten über gesund, giückl. Eheleben u. s. Vorbeding. Anhg Knabe od. Mädch.? M. 2.20. Nachn. 51. 2 50. Hf utjarzt. Verlar, Berlin-Steglitz 23, !!!Geld!!! stir jede Wertsache. Hbchste An» kausspreise für Piandschein� Brillante», Eoldgegenstände, Teppiche, Bücher usw. Woift. f riedrichatr.dl III, CdeSochiu. Gaslicht und Ca» Jacher ohne Bohrlei tung. Äderall anwcad. bar, jede Lampe erzeugt sich da. Gas selbst. Anfragen erbittet 9399 Senger Nach!. Düsseldorf 49. Nordhäuser Kautabak I. Roll. u. Stanz. Zigarren In allen Preislagen. Ia SeäweizEP Stümpen. llehersge-RäRSlilatiak. Gold-Flake Fatrfax, Navy-Cut laufend jedes Quanium preiswert abzugeben: ZIgarrcn-Huus Gebr. Schanzer, Friedrlchstr J43(HaIl.Torl Aiexar.derätr. 9( N.Pol.-Pr.) Kleldorschrfinke, �'eptllrow», Waschtol leiten, Spiegel, Sota«, Stnbebotten in groller Auswahl zu bMIg- sten Preisen. Auf Wunsch Zablangs- erlcicäierang. Siölzmann Besse AUjanccstt. 3ler J-Ulftme!. JJeijtcan.n billig vrrtäuflich. U3b Becker, Hagelderger Str. 12, 1. Kupferdrähte Metalle Kabeln und Litzen für Aaslandsbedarl! , kauft Kabelv.rtrieb, [ Joachim-Frledricli-StJ4] Amt Pfalzbur" 4559. Wbacotbncler sucht In hciiccctn Hause l« der Nähe des Adgeordnetenhouses ein gut 912D l. ZiNMk. Angrd. an die Ex», unter V. 37. ZlrikFssnleMs kau««exe« Barrablunx Derae lutillMastrlB, Potsdcmer Str. 67 S Auskunft umsonst bei el«ser!i»n!ikeil vdrecr., nerv. Odrschmerz über uns. tansrndi. uat. bewhrt. Patentamt l. Mjsil gesch Härtrommel:/ Bequ. u. unfichtba: zu trugen._ t; Ar.rrkonn. CtSo' i SanlsVcnandMüacben, 35> Zissaretten tiizt. u. anirriian.(opiumsrei), Zigarren 100 Stück 70, 85, 100, 120 9DL, Rauchtabak garantiert rew Uedersce, Pfund A M., alles vorrätig. Ksodewer, ksslin. Berzmanostr. I(n.Kreuzderg) Bereinigung Gr.-Berlinrr Kraftfahrschulcu WetilriillwägenMerW. Rähcres durch d. Deschäftsstelli: Berlin. Eharloiienslr. 66. Kern ruf: Morifiplag 1258.* t&JB~ Idealer_ �raueufchutz: mediz. ontet. Prosoest gren,. voijt2iCo., Stnttgatt 23, Eyninasiurnstratze 19. 85,•SO* Garantiert reiner Holl. Rauchtabak abzuaebm. per Pfd. 24 M. Näh. Marreristr.». vorr� 4 Tr. I lenliesten Knpfesliselit, tiken vnilWeeliellsZlit, kaust hOchstzahiend* Incenleurburtau Schlichtlng Berlin W 9, Linkstraüe 10 Tel.: LOtzow.1705 und 8518. Ich bin zurück. FMM'ir Spr. 10—1, 5—8, Sonnt, 10—1. Erkolgrelctae Behandlung. HarnÜeiden. Spszialarzt Sanltätsrrt Dr. Müller, Friedrielistpaße 190 II. Eingang Kronenstralle. Spr. 11-1, 5-7, Sonnt 11-1. Erlolgreiclie Beilmethode., Harn- und Blutuntersuihung. Spszialarzt Dr. med. Ijommer Hara-nüiiaifltiintersurliiiiig 1 Behandl. schnell u sicher ohn. ' Eerufsstöruna. Teilzahlung. kkWWss.IKlha�S Spezlalarzt. Erfolgreiche Behandlung. Könißstr. 34/36 Alexanderplatz.• 19—1, 5—8, Sonnt 10— 1. Spezlalarzt — Dr. med. Kochen, g Erprobte und schmerzlose Behandlung» In Dr. Horaeycr A Co. Konz. Labor.(.Blutunters MMiMl.ßZMb BnigstP.SBlil.i«�; Spr. 10-1 u. 5-8, Sonnt. 10-1. Separate. Damenzimmer beseitigt DÄsHaussalbe ied. Hautaussehl, Flechte ilautjuCK., bes.Biinsctiaa., Krampfadern der Frauen u.dcrgl, inOrigmaldosen 450.7 50 erhältlich inaer -Elefanten-Apotheke" Berlin 213, Leipziger strage 74(a. DäiihoOcl 1 Raucher dank! MtSges. gesch., ermögl. in MM einig. Tag. das Rauch S*£| ganz od. tellw. f. unter- K HL lassen. Amt), begut- ö iBachtet Wirkung ver- W blOff. Vollstämi un- schädl. Tägi. Anerkenn. Ausk ums. Institut Englbrecht München R. 5, Kapuzinerstr. o Ankauf v Juwelen, Perlen„w MARGRAF& C- S BERLIN b. Kanonierstrasse 9 H. Tauentzienstr. 18a OpernhaDS. Palestrlna. Anfang S'/i Uhr. Schauspielhaus. Maria Stuart. Anfang 61/, Uhr._ Direktion Max Reinhardt. UeDtNekeM Theater. 7 uhr: Cymbelin. Mittwoch 7 Uhr: Kamlet. Kammerspiele. 7-/-u.- Friililiiigs Erwachen Mlttw.7*/,; Büchse d.Paodora. Theater i. d. KöniggratzerStraße 8.15 Uhr: Kameraden. Mittwoch: Neu einstudiert Ein Tranmspiel von Aug. Strindaerg. Musik von E. R. von Reznicek Irene Triesch, Ludwig Hartau, Alfred Abel, Ferdinand von Alten, Gustav Hotz, Ernst Dernburg, Frieda Richard, Jenny Marba, Gustav Hilde- brant, Felix Rossert. Donnerst: Ein Tranmsplel Freitag: Ein Traumspiel Sonnabend; EinTraumspiel KomMienhaus VaS: Liselott von der Pfalz« Berliner Theater 7 Iü. Bummels Uhr: Studenten. Centrai-Theater 7�0 uhr; Die FascWngsIee. Dentarhca Opernhaus 7 uhr: Mignon. Eclen-Xtaeater T*U U.:„U. A. W. 0." Frledr.- Wllhelmat.Th. uhr: Gretchen. Kleinem Theater. r*> Uhr: ileiileu. Kl. NchsaspielhanH. uf; Er kann nicht heiehlen. H.omi»iche Oper 7v. u.: Lieheszauher. ItUMtBpielliaaai 7'f.uhr: So ein MHdel. Mctro;-Theater. 7 Uhr: Srblll. Sienes Oiierettenhana. 7v.u.:DleDa!iievcin Zirkus. »rhlllcp-Thcat. Chart. llMcdsmMZlsEPÄedkP Thalia-Theater �uJunglErSotiDeDsclieiii Tb. am\»üendorfplatc 7/. uhr: Die Puppe. Theater des Westens 7'/.u.: Gie Frau Iraierinelln Theater„Die Tribüne»» vi, uhr: Je Wandlung." Theater d. Prledricliittadt 7V. u.: vier Einakter. w allner Theater uhr Eine Ballnacht. Residenz- Theater. Umergrundb. Klosterstraüe, Stadtbahn Jannowitzbrücke. X"rmuale Das lere Leieo. Komödie von Sudermann. Regle: Alfred Rotter. Olga Limburg, Harry Licdtke, Rosa Valetti, Emma»ebner. Mittwoch 4 Uhr, kleine Pr.; Kotkäppehen. Donnerstag 4 U, kleine Pr.: ibchneßwlttchen. Freitag 4 Uhr, kleine Preise: Kotkhppchen. Sonnabend 4 Uhr, kleine Pr.: Iliinsel und Oretel. Sonntag 4 Uhr, kleine Pr.: Gespeiistep. Trianon-Theater. Bahnhof FrledrichstraSe. Untergrundbahn Friedrichstr. Täglich VjS Uhr: Maskerade. Komödie von Ludwig Fulda, Regle: Alfred Retter. Hansl Arnstädt, Engen Burg, Käthe Dorsch, Paul Bildt, Jul. Falkensteln, Hugo Filnk, Paula Letcrmaim. Mittwoch 4 Uhr, kleine Pr.i nchncetvittchen. Donnerstag 4 U.. kleine Pr.: ttotkäppetaen. iitaS 4 VIhr, kleine Preis«; achnecwlttchen. Sonnabend 4 Uhr, kleine Pr: AschenbrUdel. Sonntag 4 Uhr, kleine Pr.: Jl o honn i■( e n e p. Rose-Theater. Letzte Aufführungen I TV, 17.; Kleine Sklavin. Walhalla-Theater. Vi, Uhr: Das Gesetz. Theat.amKottbuaerT op. .: e leph. Moritzplatz 14814. 1 Jedon Abend 7li, ühr Elite- Sänger Daz TorsttgUche Oktaber-Proor.l elg.riadun JUhz: eim&sa. Prel.0 (VoR Atd.-Pzog.) I Kind fraL BiUtbuon-Konzert BcauiL 7 ühr. Tprverkant 4-6Dhr. mg*'' Tiffifll— Eapoh. ecetatt, Volksbühne Jb"� 71/, Uhr: Paul Lange und Tora Parsberg._ Xiesslng-Theater Direktion: Victor Barnowsky. 7: Peer Gynt. Mittw. 7'/,: Christa die Tante. Donn. 7'/,: Christa die Tante. Deutsches Künstler- Theater. Allabendlich 71/,: Der Blaufuchs. Leopoldine Konstantin, Anna- iiese Halbe, Kurt Götz, Theodor Loos, Erich Walter. &P0LL0 THEATER | FrledrichstraBe 218| Dir.: James Klein | TV, allabendl 7V,> 1 I Sonnt.ä'/iU. I f Die Welt im Jahre 120001 | Gr.Varletd-Ausstatt.- schau In 5 Bildern.| 1 In Szene ges. von Dir. James Klein. Unter anderem: Modenschau im Jahre 2000 1 10 Ikarier zu Pferde L I/ Akrobatische Spiele; j ] Die Lichtfee In der f Sllbergrotte/Tänze/ I 1 Fifekte a.d. Jahre 300<:>J | Santa Söceland Lude Blattner ! K.Lamberts-PauIsen I I Alex Stumer usw. 1 | äonnt. 31',(.Erwachs. 1 I Kind frei! Casino- Theater Lotbrlngerstrafie. Tägl.J/«8U.: Großstadt-Pflaiizen VolksstOck in 3 Akten. Vorher: Scbwarzwaldbüble. Operettenakt m.VIktorLitzek. Dazu erstklass. Spezialitäten Sonntag'M: Mädchenehre Winter- Gatten Wegen des umfangreichen Oktober-Spielplans — Anfang 7.15— Rauchen gestattet! Ballett auf dem Bise Die lustige Puppe In neuer Prachtausstattung. kdmlraU.KIno Der goldene See mit Reaef Orla Reiclisliail.-TtiEatEr T1/, Uhr und Sonntag nachm. 3 Uhr: Stettin." .Sänger haidtPr. nachm. Haidt. Rcichehalltn-E. Dönhoff-Bretll. Ol«» Potsdamer Str. 3S Turtn.tr. 12 Arme Thea mit Lotte Neumann Potsdamer Str. 38. Friedcaan, Rhefnstr. 14 Asta Nielsen In; Nach dem Gesetz. Trotz des Riesenerfolges unwiderruflich letzte zwei Tage! PRINZ KUCKUCK Vorverkanf II— i Uhr 8» «ll SS«! mft Bühne nach an einigen Sonnabenden und Sonnlogen fiel, desgleichen wochentags Wr Berfammiungen. peschtfSI«.«li-Verliu-, Bwmmstr.10. RSnigstadl 3035. Cireasjfusch ' Jeden Dienstag u. Freitag S Uhr nur Boxkämpfe!! Die übrigen Tage 71/, Uhr: „Aphrodite" Tragikomisch. Pantomime in 3 Akt. v. Paula Busch, insz. v. Hofballettmeister Georges Blanvalet. Jjforhe�fRrZirkus�Prcgr� Wc/rt' Restaurant 1. Ranges Tünf* Ußr* Tei Täglich nachm. a. abende: Tanz- Vorführungen. J.F. Alte Weinstuben Brunnenstr. 174, nur neb Goldsesch. Busse. Friedrichstr. 11, Gr.FrankLStr.llZneb.Jandorf. Cognac! Rum. Endlich ein guter, zuckcrgesO&t., preiswerter, krülliger LikOr: Körners Original Stonsdorfer Zuckergesllfiter Sekt,* Echt Schwarze Steinhäger, kräftig. Vorzügi. Rotweine. Süder Obstscltaumwein, SUBer Mailrank. Fl. 3,75 Mk Höbe! Neuzeitlich geschmackvoll gediegen preiswert NICOIAUS Pindo Hackcacber Markt 1 dicht am Bahnhof Börse Ankauf rJuwelen� [ Perlun, Smaragde usw. Margraf& Co. L. Um. h. H. i . laaonlenrtr. 9.. —»«»»»»««MM muuiw«i»v ttawaaaaaai Leder Möbel- Fabrik verkauft direkt ebne Zwischenhandel Klubsassel and Leder-Sofas in pr. garant. echt. Leder; zu billigen Preisen. Curt Roeder Innungameister Berlin SO 30 Oraniensfr. 25. BlMono Schwechfen.Nann, OEtfc, Schied- hiayet. Auswahl ecilflaifiger nfirnmente. Kenetxnv, .«(fflftpL).• MADAME DliBARRY DER TRIUMPH DER EIMSTt ÜALANTEMZEIT LUDWIGS 3CSZ JETZT: ««»MFAlP/�AST AMZO< «WHErfrwrawgim_.. VDRVERBulWt., 71-1 UHR fRElHAHTEM AUFGEHOBEN ;«ARTEM MAßEMMURAM LÖSGMOSTAGECiOUIÜHEIT ■O.OttSUf» ------- DBEH Aosslellung zur Bekämpfung der Geschleehls- krankbeiteo LaoiieS'Ägsstelloggsiiaüe am Lehrter Bahohol Eröffnung Freitag, denH.Oktober nachmittags 3 Uhr RICH/dUR» a#Wfckl.O DIREKTION GEBR. KÖTTNER Cöpenicker Str. 68 =«= Nur noch S Tage 1 1 Das Tagesgespräch von Berlin. Die Arche. Regie: RICHARD OSWALD. Aufsehen erreg: der e. Akt „Auf dem Totenschiff Heivetia". 6;!0 8� Merkur«Palast Ecke Stransberger- und PallsadeattraO«. EratanfTtthrane: Heldin der Liebe Modernes, wunderschönes Drama von seltener Spannung in 6 Akten.— Aulerdem; JUQENOLIEBE 6 Akte nach dem Roman von Felix Phlllpet Film- Palast[ (Kammersttle) H llnNn IllUnnn Ckj, Jj_.____. � BeHe-IIIiMCE-: Ecke Tcltower Str., Ha)l«sch.Tor TrauftUbrang Mary Wood DieToehterd.Stririings Sensationsdrama in I Akten mit Egede Nissen persönlich allabendlich anwesend, AoSerdem das glänz. Beiprogramm. Wochentag» 5 Uhr Sonntags 4 Uhr Eigen« Lichtanlage."TBfli Achtung! m Kampfe gegen den nnreck'tmäfii�en Verehr mit Katao Waren machen die unterzeichneten Fabriken der berliner Kakao- imö S<�o?o!aüen-�nHustrie alle Kreis? b.;i sinschlägigen. legitimen Handels wie auch das kaufende Publikum darauf aufmerksam, daß nach den bestehenden Lorschristen Kakao, Schokolaöe unö Pralinen ssuch �uslanösroare) nur in Fabrlkpackunq mit dem Aufdrucke der Herfteller-Firma, deS Gewichtes und des Kleinverkauf�preifeS in den Verkehr gebracht werden uiksen. Nnr beim Kaufe einer diese Merkmal« tragenden gepackten Ware schützt sich das Publikuu» vor Ueber« vorteilung und sichert sich dadurch zugleich ein preiswertes, reelles Erzeugnis. Theodor Hildebrandt A Sohn. „SaroUi" A-G. Gebrüder Stollwerck A.»G. Werckmetster A Rrtzdorff. iio/ü* Pan! Wesenberg Sohn. Lewsrzer Wer! LoksudÜknö ZNorideplst» (früher Buggenhagen) Da» Riesen-Gtitober-Yariete- Programm Anfang 8 Uhr Anfang 8 Uhr' Sonn- n. Feiertags 2 Vorstellungen, 8 Uhr nachm. u. 8 Uhr aband* Nachmittags klein« Prefs« Vsjtg am Z«-., 39. und 27. Oktober Rote Kreuz-Lotterie deh C äiln KHtbnrg« Schwestern-Vereins 290000 Icose ond IQCiH) üeviant ira Werte von Mark 200000 Haaptfj;ewiime im Wurte va�Mark 00000 30 000 AOOOO Lose zu 3 Mark ErhSIttlch In allen durch Plakate ken..u.i.,fen Verkaufsstellen. A. ETtsrller V*7. O. lenr.£s(r. 4. I Vorverkauf Sonntags zw. 12—2 Uhr a. d. Tageskasse I •«WUtem S5«din» find M. Tonndorf-Betriebe "®** 2lr»» Xonnbeef- Mlefl'BeflsllkM U Vtf Ol»».« 44 «■b Uri,drlchftr»ß, 87 Vornehmes Wem. und Bier- Reflaursnl «.»fl.ak,«cht, B,,,. Sonoüort« Uat». fifab.a 5« Kaffee. Diele. Dar Zlb«d» w�..!IUfta««ef A ach«., a. Sfbcab-JtBnHcSt ÄapKlni Usch«am,.w-m>« eign.»i.m.e S4rftt.ll »offtt-gubttrfhiau»ach Rncbbobtt au. WUtlH»«lühmfe»trpflegtm». evtlaOtat; Pils.« Urqu.n ®"X* Ilschaft»zimm»r anittos- atbrabmunt: ÄopiIX. D.ich.lok. Kronen, Brucken, Plomben ausnunainnnennupokiw»— nu—ai— i e>.«»a»,-- Zähne in 1 Tag Ueber 100 Ausführungen. Dir. Koppe'» Spez.-Inst. für mod. Zahnersatz 1. Magdeburger Sfrafle 28, Ecke Lützowstraße, Kurf. 1230. 2. Alexanderstr. Hb. 3. Kantstr. 49. Nach wie vor johle ich— rote bekannt— für alte Gebisse höchste Preise! «eroöhnl. pkaNn Aohn bis S Bit, Olafe(eboch flidlt nnttt M.ZMxcrZchii! »Inf.-. Skiff, n. Vlalt-njShne bis«S 7!L(noch Gewicht). Für Platin den letzigen Mea Preis I AM: Bttlin W, gtouM. 5S-58, Ät Höfel«eünec Baum. 70/18* Vogler. Berlin. Säle für Vereine und Gewerkschaften zu Ver- lamn'.lunkicn und Festlichkelten zu vergeben Köv!gUüt'Ml!0.ß0!Z!i!l!lkkltt.7? Teleph Alexanber 424 u. 2040.» SttUge Herrenstiefel 9320* hereingekommen Halenseer Schuhbaus Heinrich Schäfer, Rtnsbahnstr. 1(am Bahabof Halensee}. Speditiun lürdasln-u. Ausland LagurMusur mit Bahnanscftfuü und Hafen �ÄDtoiDGbO-Speilliior Roll. Berlin W 9 FürHouy Hof- upö . 3~tr. | v/irkl.Loth ' unl Nuf* IDWAGEN tiefem wie STersra turProbo Wunhd» UAijfWu Mos 9990* Jsralen J/r aoAvr itluilr. ffr. ISIS grati* vonrfet Mira, Berlin 5.4Ä Alexandrinenstr.97 Reifenstaucii- u. Biegemaschioen offeriert preiswert* Andreas Plum Berlin, Cöpe«zlckerStr.9Z Fernspr, Moritzplatz 10820.; Am Taunus bei Prankfurt am Main— AuBerhalb des besetzten Gebietes und der neutralen Zone gelegen. ArterieBTcrkaikunf, Muskel- und Gelenk — Slmtliche neuzeitliche Kurmlftel. -wml wr A Am Taunus bei Prankfurt am Main— AuBerhalb des besetzten Geblei R_jB|Äk ¥ Hervorragende Heilerfolge bei flerzkrankhelten, beginnender Arterli lil'�K£Tfx a xdl__ I NEjk,8'fH H» B Mk'W rheumatlsmus, Gicht, ftlickenmarks-, Prsnen» und«errenlelden.— iwitt+wicttt* if bei ftarbe* Anbäufung der Aufträge eine Friß von 8—14 lagen. \ß5df �Voss-Mjslh �Jp rech maseßi man—' l/i'oUn zn—TJTanc/o/fnzn— iCaulzn— Quitarr�n rjamtf. OlTuti'ßi'n slrum e.nfa_ • BnSTKLASriGSTE AUSVaHAUNO— . b. H. Werft Straisuod. selbständige, erste Rräste, svr dauernde«eschästignng ver» langen sofort Balm-BpleM, Lenndslratz« S. SlvS* jinleaurDeKf rissen selbständige,«rite Jträiie, für dauernde Beschäftigung verlangen soso« Salm- Spiegel, K 90/» GroSbank sucht zum baldmögiichstcn Antritt einen 922D* kerslertenEilektenheanitsn. Gel. Angebote unter Beifügung v. Zeugnisabschriften und Angabe der Gehaltsansprüche erbeten unter M- 37 an d. Hauptexped. d. Vorwärts. SMWeuMM! Ein tüchtiger verzier er. ein vergolder unb ein JSollriic- ocbcttec werben be! höh. Lohn gesuchb 18/14* Gdr. Jeppesea, •olbUUintfabtil Chürassej fc Mahatn» C. für Blofen ond Kleider im Hause bei hohem Loh«. «rb»il»zeit»-4 Ahe. Frank& Bernslein Tcharrcnstr. 11/13. Geschästepolitik! Während die Aufforderung der Entente an Deutschland, sich an der russischen Blockade zu beteiligen, ziemlich allge» mein auf Ablehnung siötzt, spricht sich das„Berliner Tageblatt" erstaunlicherweise gegen ein glattes„Nein" aus. In einem Artikel„Was müssen wir tun" wird gesagt: Ein Rein ist noch keine Politik(!) und wir wiederholen, daß die deutsche Regierung in der Aussprache über Rußland, die jeyt von der Entente veranlaßt ist, Gelegenheit finden müßte, ein eigenes russisches Programm vorzulegen und die Frage auf- zuwerfen, ob nicht eine Verständigung, zunächst über die Wirt- schaftliche Ncuerschließung Rußlands, zwischen der Entente und Deutschland erzielt werden könnte.... Es liegt im Interesse der Entente, die eine künftige Verständigung zwischen Deutsch- land und Nußland fürchtet, daß Teutschland sich nicht absondert, und es liegt in unserem Interesse, daß wir bei der wirt- schaftlichen Wiederaufrichtung Rußlands nicht abgesondert werden. Diese Ausfübruugeu stehen in zienilich auffälligem Ge- gensaß zu der Haltung, die das gleiche Blatt während der Un- rerzeichnungskrise einnahm, und haben einen stark kapita- I i st i s ch e n Beigeschmack. Das ganze läuft auf ein ge- meinschaftliches Schiel>ergeschäft(die Worte„wirtschaftliche Erschließung" usw. sind natürlich gleich„wirtschaftliche Ausbeutung" zu lesen) mit der Entente heraus. Die Frage ist ober, ob diese ernsthaft daran denkt, den deutschen Kapi- talismus als Partner bei ihrem russischen Geschäft zuzulassen. Wir glauben es nicht; das englische Kapital wird sich schwer hüten, der deutschen Konkurrenz Konzessionen zu machen: hat der deutsche Mohr seine Schuldigkeit getan, dann kann er gehen, und in diesem Falle könnte man mit dem Herein- gefallenen nicht einmal Mitleid haben. Die bescheiüenen Unabhängigen. Bei den Stadtverordnetenwachlen in Köln haben die Unabhängigen noch nicht ein Fünftel der Stimmenzahl unserer Partei erreicht. Dieses Ergebnis ge- nügt der„Freiheit"(Nr. 490), um von einem glänzenden Wahlergebnis der Unabhängigen und von einer wahren Katastrophe für die„Rechtssozialisten" zu schreiben. Für diese Phantasien hat das Blatt nur die Grundlage, daß die„Unabhängigen" allein ihre Stimmenzahl steigern koünten, während alle anderen Parteien Stimmenverlust er- litten, da die Wahlbeteiligung nur bO Proz. betrug. Die Steigerung der„unabhängigen" Stimmen erklärt sich aus der Tatsache, daß diese Partei bei den Ianuarwahlen weder eine Presse noch eine einigermaßen funktionierende Organs- sation besaß. Jetzt hat sie beides. Sie hat sowohl journa- listisch wie organisatorisch und nicht zuletzt auch durch viele Plakate den Wahlkampf mit mindestens so großen M i t t e I n geführt wie die anderen Parteien. Sie war auch die einzige Partei, die einen Stab auswärtiger Redner auf- marschieren ließ. Das demokratische„Kölner Tageblatt" hat vollkommen recht, wenn es der U. S. V. D. bestätigt, daß das Wahl- ergebnis in keinem Verhältnis zu dem Aufwand stehe. Die bürgerliche Press? batte der U. S. P. D. bis zu 29«Ntze zu- gesprochen Tie Vertrauensleute der„Unabhängigen" rech- neten mit IL Sitzen. Erreicht haben sie glücklich 7, während die Mehrheitssozialistep mit 43 Sitzen in das Rathaus ein- ziehen. So sehen die glänzenden Wahlergebnisse der Unabhängigen und so sehen rechtssozialistische„Katastrophen" aus. kleine politifthe Nachrichten. Kein Bersammlunqöverdot. Entgcgen anderslautenden Presse- na-bricbten wird amtlich mitgeteilt, daß die von der Parteileitung U. S. P. für Dienstag abend in Berlin einberufenen Sd Protest- Versammlungen gegen den Belagerungszustand stattfinden dürfen. Recht so! Die schwarze« Listen hat der Oberste Rat endgültig ausgehoben. Die Ein- und Ausfuhrbeschränkungen bleiben natürlich bestehen. Adolf Hoffmaun verleidigte in, preußischen HauShaltSauSschuß seine Tätigkeit als Minister in dreistündiger Anti-Haenischrede. Getretener Quark wird breit, nicht lang. Auf Entschuldungssummen verzichtet haben auch die Reichs-' minister. Wirtschaft. Ter Berkehr mit Hafer. Das Verbot des Ausdrusches von Hafer endet mit dem 15. Oktober. Eine Verlängerung deS Verbots ist nicht beabsichtigt. Dagegen werden die Kommunalverbände an- gewiesen werden, zur Sicherung der Ablieferung der auSgeschrie- benen Pflichtmangen die zur UMerstühung des Druschverbotes bereits erlassenen Ausfuhrverbote für Hafer zu ver- längern oder neue Ausfuhrverbote zu erlassen, soweit solche bisher noch nicht bestehen. Diese Ausfuhrverbot« werden erst auf- gehoben werden, wenn der einzelne Kommunalverband einen er- hebiicbsn Prozentsatz der auf ihn entfallenden Hafevumlage — mindestens die Hälfte— erfüllt haben wird. Die Kommu- nalverbände sirtd angewiesen worden, gegen diejenigen Landwirte, die bis zum 1. Dezember nicht 25 Proz. und bis zum 1. Januar 50 Proz. der Haferumlage abgeliefert haben, sofort mit den E nteig n u n g S- and Strafvorschriften der ReichSgetrerdeordnuug vorzu- g e ben. Ausnahmen von den Ausfuhr- cider Transpo-rtverboten wer- den von den Kommunalverbäuden allgemein zugelassen werden für Lieferungen an die ReichSgetreidestelle, für ander« Lieferungen nur, wenn der Absender die auf ihn entfallende Pflichtmenge an Hafer erfüllt hat. Weitere AuS- nahmen dürfen nur mit Zustimmung der ReichSgotreidestelle in dringenden Fällen zur Verhütung von Futternot in landwirtschaft- lichen oder anderen volkswirtschaftlich wichtigen Betrieben geneh- migt werden. Ententekapital auf dem deutscheu GrundstülkSmarkt. Die»friedliche Durchdringung" Deutschlands, das immer mehr zum Tummelplatz des internationalen, vornehmlich aber des EntentekapiMlS wird, greift in letzter Zeit stark um sich. Zu den bereits bekannt gewordenen Bank- und Handels- Niederlassungen der Franzosen und Engländer im besetzten Gebiet, zu den Hotel- und Grundstückskäufen der Franzosen in Wiesbaden gessllen sich jetzt,'wie die P. P. R. aus bester Quell« erfahren, weiter großzügige GrundstückStranSaktioaen französischer Kapttalisten in einer großen Anzahl deutscher Bade- orte. So werden aus Baden-Baden, Homburg, Wie». baden weitere umfangreiche Grundstücksaufkäufe seitens der Franzofen gemeldet, welche die Gefahr näherrücken lassen, daß dies« alten berühmtem Heilstätten mehr und mehr in franzöfisch« Hände übergehen. Der zweite Sei (Fortsetzung aus der Abendausgabe.)• Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er nicht selbst die Aufstel- lung der beiden Weißgardisten an der Mauer vorgenommen habe, erwiderte Angeklagter Kammer stätter: Nein, sie sind auf Vedlrngen der Rotgardisten selbst an die Mauer getreten und haben sich mit dem Gesicht nach der Wand gelehrt. Er bestreitet, die beiden Husaren an die Mauer gestellt und sie aufgefordert zu haben, sich zur Mauer zu wenden. Er habe auch nicht milgeschossen. Die Rotgardisten waren so sehr erregt und schrien:»Nieder mit den NoAehunden!", auch schimpften Sie auf die Saupreußen. Man rief auch: „Rur gleich an die Wand mit ihnen." Er behauptet, eine ganze Reihe von Zeugen benennen zu können, daß er die Leute weder an die Wand gestellt, noch mitgeschossen habe.— Vors.:»Aber zwischen dem Militär und den Leuten im Gymnasium bestand doch wohl ein Unterschied?"— Angekl.: »Das ist schon loahr."— Vors.:»W- run, sind Sie überhaupt aus dem Hof geblieben?"— Angekl.:»Ich habe nur zugeschaut." — Vors.:»Wohin sind Sie dann gegangen?"— Angekl.:»Zum Kommandanten S-eidl hinauf. Ich sagte ihm, jetzt sind die beiden Weißgardisten erschossen."— Vors.:»Was sagte Seid! daraus?" — Angekl.:»Er sagte: „Ist schon recht!" (Bewegung.)— Vors.:»Wissen Sie, ob Levien. Axelrod und Le- vine-Mssen dabei waren?"— Angekl.:»Nein, ich hörte nur, daß sie fragten, warum die Weißgardisten erschossen seien. Seidl erwidert« ihnen, daß sie bei der Vernehmung ausgesagt hätten, eZ seien Kopfprämien auf die Erschießung von Rot- g a r d i st e n zugesichert worden, und daß E a lhofer die Er- mächtigung zur Erschießung erteilt habe.— Vors.:„Sie sollen zu den Russen gesagt haben:»Seid doch so gut und tut den Beiden die Papiere heraus. Ich habe mitgeschossen, aber jetzt graut mir. Holt Ihr sie doch."— Angekl. sehr erregt:»Das ist «ine Gemeinheit, so etwas habe ich niemals gesagt."— Vor f.; ..Mäßigen Sie sich nur; es werden noch weitere Zeugen kommen, die Sie belasten."— Der Angeklagte erzählte dann, daß er aber- malS mit Ee-idl im Auto fortgefahren sei und erst nachmittags um 3 Uhr etwa kam der Befehl zur Erschießung weiterer Geiseln; er sei ins Gymnasium gegangen und habe gesehen, wie gerade drei' Geiseln heruntergeführt wurden. Wenige Minuten später krachten die ersten Schüsse.— Vors.:»Woher wußten denn Sie, was mit diesen Leuten geschehen würde?"— Angekl.:»ES war doch vor- her davon gesprochen worden, daß weitere Erschießungen erfolgen sollten." Der Angeklagte behauptet weiter, daß er den Hotelier Aumüller bcfteit habe, und daß er von diesem 8 M. für Freibier für die Wachmannschaften erhalten habe. Auch habe er noch drei anderen Geiseln zur Flucht verHolsen.— Ter Vor- sitzende hält dem Angeklagten vor, daß er auch zur Erschießung von Geisqtn aufgefordert worden sei, doch erklärt habe:»Jetzt kann ich das nicht machen, ich habe schon Vormittag mitgemacht."— Ter Angeklagte bleibt auch angesichts der Photographien der Er» schossencn dabei, daß er keinen Mord begangen und auch an den Erschießungen aktiv nicht teilgenommen habe.— St a a t s a n- w al t Hoffmann:«Haben Sie der Ginlieferung und dem Ver- hör der Geiseln beigewohnt?"— Angekl.:»Nein. Ich habe bei der Vernehmung der beiden Weißgardisten im Zimmer gesehen, daß Seidl den jungen Husaren ins Gesicht schlug, weil dieser nicht zugeben wollte, daß Kopfprämien«ruf vi« Erschießung von Notaardisteu ausgesetzt worden seien, und daß er an der Erschießung Liebknechts und der Luxemburg teilgenommen habe."— Vors: »Was haben Sie sonst noch bemerkt?" Angekl.:„Auch Lcvic« hat dem Kleinen eine hingchanen."(Bewegung.)— Vors.:„Hatte Seidl einen Revolver in der Hand?"— Angekl.:»Ja, tmuernd." — Vor s.:»Hat er etwa mit dem vorgehaltenen Revolver das Geständnis erpreßt?"— Angekl.:„Das kamt ich nickt sagen." Der zweite Angeklagte, Kellner D e b u s. ist am 4. März 1901 geboren. Er kam Ansang Dezember 1918 infolge Arbeitslosigkeit nach München und bezog hier Arbeitslosenunlerstützung. AIS es hieß, daß diese Unterstützung nur denen gezahlt werde, die in die Rot« Armee eintreten, ging er ins Luitpold-Gymnosium, wo er Wäsche und Abzsicken erhielt. Er wurde aber nicht militärisch eingekleidet. Er habe da Wacke gestanden.— Vors.:„Sind Sie auch einer Partei beigetreten?"— Angekl.:»I a, d e r U. S. P., denn die Zugehörigkeit zur U. S. P. oder K. P. D. war Vorbedingung für den Eintritt in die Rote Armee." Am 30. April hatte der Angeklagte Debus Urlaub. Als er mittags ins Luitpold-Gymnasium ging, um sich die Löhnung zu holen, wurde er zu Schicklhofer geschickt. Dieser sagte ihm: »Geh nur zur Wache, da sind Geiseln und Weiße zu erschießen." Schicklhofer veranlaßte den Angeklagten, ein Gewehr mitzunehmen, obwohl DebuS gar nicht schieße« konnte. Der Angeklagte gibt weiter an. er habe 5 Rotgardisten und etwa 14 oder 15 Zivilisten im Geiselzimmcr getroffen. Der Angeklagte schildert dann, wie der Baron v. SeyWitz und der Prinz von Thurn und Taxis auf den Hof geführt wurden. Der Angeklagte ist dann weggegangen, will aber nicht gewußt haben, was mit den Geiseln geschah, bis er auf den.Hof kam und dort die Leichen der Erschos- seinen gesehen habe. Da sei er ganz baff gewesen und habe in bezug auf die anderen Geiseln gesagt:»Die Leute sind noch gar nicht abgeurteilt." Da hieß es aber: „Da? ist ganz wurst, die werden auch erschossrn!" Herr v. Sehdlitz fragte dann, ob er noch etwas schreiben könne. Der Angeklagte hebe«inen Schreiber geholt und der gab dem Ba- ron Block und Bleistift in die Hand. Der dritte Angeklagt«, Andreas Strelenko, ein Russe, ist in Minsk geboren, hat die Bürgerschule und höhere Lehren- stalten besucht und hat Medizin studiert. Deutsch, das er sehr gut versteht und auch recht gut mit bayerischem Einschlag spricht, hat er erst in der Gefangenschaft gelernt. Er sagt aus: Am 26, April kamen revolutionäre Soldaten in das Lager bei Buchheim und haben uns mit Gewalt fortgeführt. Sie erklärten, daß wir erschossen würden, wenn wir nicht mit- kämen. Im Luitpold-Gymnasium erhielten wir Gewehre und mußten nur Posten stehen. Als ich am 80. April früh bereits wieder im Zimmer war, kam ein So loa t hereingestürmt und sagte. er brauche Soldaten, damit zwei Weißgard'sten erschossen werden könnten. Ich erklärte ihm, ick wolle keine Soldaten er- schießen. Leute, die im Zimmer waren, haben darüber ge- schimpft, daß man Gefangene erschießen wollte. Von der Erschie- ßung der Gefangenen habe ich nickts bemerkt; ich bin erst nach- mittags um 3 Uhr wieder in da» Gymnasium gekommen �und habe dort Posten gestanden. Um Uhr, kam wieder der Soldat anscheinend tvar es Schicklhofer— und sagte zu mir:»Rußki,>zeh mit." Darauf sagte ich: Ich habe doch diensisrei. Er antwortete: »Einen Augenblick nur, Du wirst schon sehen, was Tu zu tun hast." Wir find dann hinuntergegangen und er hat mir ein Gewehr ge- geben. Darauf gingen wir in den Hoff Ivo bereits mehrere Soldaten mit Gewehren standen. In diesem Augenblick wurden die beiden Husaren an die Wand gestellt und es wurde laut durchein- ander geschrien. Die anderen haben geschossen und ich habe mich umgedreht und habe gesagt:„Da tu ich nickt mit." Dann bin ich in mein Zimmer gegangen und später in die Kantine. Dort haben die Szoldoten, welch« die beiden Weißgardisten erschossen hatten, Wein getrunken und hatten Zigaretten hekommeu,--- Porj.:»Bot Ihrem, Vernehmung aus der Polizei hoben Sie doch gesagt, Sie hätten bereits das Gewehr angelegt und gezielt und hätten nur nicht mitgeschossen, weil Sie das deutsche Kommando nicht verstanden Kitten."— Angekl.:„D a s stimmt nicht."— Vors.: »Der früher« Angeklagt« Bittmeher hat behauptet, daß er Sie�mit dem Gewehr im Anschlag gesehen hat. Auch der Kantinenwirt seidl hat am Tage vor seiner Hinrichtung noch zu Protokoll gegeben, daß er Sie unter den Schützen gesehen habe."— Angekl.:„Als das Schietzen angefangen hat, haben viele das Gewehr sortgeworfcn und gesagt: Das ist eine Schweinerei. Darum habe ich auch mein Gewehr weggeworfen." Der vierte Angeklagte Gr« in er ist Mitglied der Kommunistischen Partei. Er ließ sich in die Rote Armee aufnehmen, um seinen Lebensunterhalt zu haben. Am 30. April, nachmittags, sei im Bureau Seidls erklärt worden, die Löhnung werde nickt früher ausgezahlt,«he nicht die Geiseln erschossen seien. Ilm 5 Uhr hieß es plötzlich, es fei Alarm Als er dos Bureau verließ, habe er schon schießen gehört. Als er auf den Hof zum Richtplatz kam, habe dort eine Person am Boden gelegen und eine andere wurde gerade herbeigeführt. Er könne mit Bestimmtheit sagen, daß Hauß- mann das Kommando gegeben habe. Die Behauptung de? Kanttnenwirts Josef Seidl, daß er mitgeschossen habe, sei nicht richtig. Dos habe Seidl auch gar nicht von seinem Fenster aus sehen können. Diese AuSsaye sei ein Racheakt. Es beginnt dann die Zeugenvernehmung, die sich sehr kurz gestaltet. Der Zeuge Postbote Max PauluS bekundet mit Bestimmtheit, daß die beiden Weißgardisten von Kammcrstätrer an die Mauer geführt und dort mit dem Gesicht zur Wand gedreht wurden.— Der aus dem Zuchthaus Straubing vor- geführte Lermer, der im ersten Prozeß zu 15 Jahren Zuchtham verurteilt wurde, gibt an, daß er mittags Kammerslättcr in dar Nähe des HolzjchupvenZ, in dem die Leichen der Weißgardisten lagen, getroffen habe. Kammer stätter habe chm ge-sagt: die Zwei habe ich erschießen lassen! Ob das Großsprecherei war oder nicht, wisse er nicht.— Zeuge Josef Schneider erklärt, daß der Angeklagte chn gefraat- habe. ob er nicht so gut sein wolle, die beiden RegierungSsoldalen nach Papieren zu untersuchen. Er hnbe sie wohl niederschießen helfe», aber nun finde er nicht den' Mut dazu, den Leichen die Papiere abzunehmen, weil ihm davor grcrnle. Ter Zeuge hat den Angeklagten an die Russen verwiesen. Darauf wurde der ebenfalls zu 15 Jahren ZuchhauS verurteilte Johann Hannes vorgeführt. Er bestätigt, daß er am Nachmittag des 30. April zusammen mir Grein er da» Gymnasium verlassen habe. Ab Greiner an d Erschießung beteiligt gewesen sei, wisse er nicht,« er HumreL gi. zu, daß er zu einem Schutzmann gesagt fytbe, Joses Seidl habe ihn: erzählt. Greiner sei an der Erschießung beteiligt gewesen.— Der Zeuge Neubauer gibt an, daß Greiner die Geiselcrschießung al» Gemeinheit bezeichnet habe und ebenso bei dem scharfen Vor- gehen gegen die Weißgardisten erklärt habe: das verdanken wir den Schlawaken im Luitpold-Gymnasinm. Zum Schluß der Beweisaufnahme wird die Aussage des Kantinen- wirtS Josef Seidl verlesen, die er am Tage vor seiner Hinric. tung gemacht hat. Seidl erklärt, daß er m i: eigenen Augen gesehen, daß Greiner mit seinem Gewehr aus die Geiseln ziel:.: ob er selbst geschossen habe, wisse er nicht, aber bei vier bis füitt Geiseln habe Greiner sicher mitgewirkt. Er habe das vom Fenster seiner Kantine aus sehen können. > Die Plaidoyers. Es erhält darauf zur Vertretung der Anklage Staats- anwalt Dr. Mugler das Wort Er hält es für erwiessn, daß Kammerstätter an der Erschießung der Weißgardisten teilgenommen habe. Der Angeklagte sei deshalb des Mordes schuldig. Kammer- stätter habe die Erschießung nicht abwarten können. WaS Kammer- stätter eingestanden habe, sci schon allein für den Mord genügend. Dazu komme noch, daß er sich der Tat rühmte. Er sei der typische Mörder. Greiner habe nachweislich mährend des ersten Prozess.- den Staub Münchens von seinen Füßen geschüttelt. Ileberzeug.c Vertreter ihrer Ideen suche man vergeblich unter den Angeklagten. Sie haben alle nur ihren Vorteil gesucht. Der Staats- anwatl hält die Anklage des Mordes auch gegen Greiner aufreckt. Sehr scharf wendet sich der Staatsanwalt gegen den Russen Stre lenko. Strelenko habe sich schuldig gemacht, weil er am Nachmittag fredvilltg mitgegangen sei. DclmS hält der Staatsanwalt der Bei- Hilfe für schuldig, und zwar müsse gegen ihn auf die Höchststrafe erlannt werden. Der Staatsanwalt beantragt, Kam in er stätter, Grei- n e r und Strelenko wegen Mordes zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, Debus wegen Beihilfe zum Morde zu IbJahrenZuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust zu verurteilen. Wahrend der Ausführungen deS Verteidigers der vier Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. Sauter, bekommt der Angeklagte Greiner«inen Krampfanfall. Er fällt von der Anklagebank herunter und schlägt lang zu Boden. Nach kurzer Zeit hat er sich oder wieder erholt Greiner leidet cm Krampf- aufällen. Der Verteidiger ist der Meinung, daß die ganze Anklagesich nicht begründen lasse. Der Kronzeuge sei der Hingerichtete Seidl, der enttveder unschuldig hingerichtet sei oder noch ange« sichts des Todes gelogen hätte. Die Anklage gegen Gveiner stützt sich lediglich auf diese Aussage. Es sei aber nochweis- bar, daß Seidl die Unwahrheit gesagt habe; Seidl habe offenbar «wS Rache gehandelt Auf solche Zeugenaussage könne ein Todes- urteil nicht ausgebaut werden. Greiner habe sich zu einer Zeit, als die Vorgänge im Luttpold-Gymnasium noch als etlvaS Rühmenswertes galten, über dieselben abschreckend und auf-- geregt geäußert Die scharfen Worte des Staatsanwalts gegen den Russen Strelenko find auf das Konto der öffentlichen Meinung zurückzuführen, die vielleicht solche harten Worte verlange. ES habe geklungen, als ob der Staatsanwalt Strelenko am liebsten erschossen sehen möchte, bloß weil er Russe � ist Man müsse mit diesem Manne Mitleid haben, denn er sei fünf Jahre von seinen Angehörigen in Gefangenschaft ferngehalten worden. (Der Angeklagte Strelenko bricht in lautes Wei- neu aus.) Gegen Strelenko sei nur wenig bewiesen; nur ein absurder Polizeibericht liege vor, nach welchem Strelenko selbst erklärt laben soll, daß er das Gewehr angelegt habe. Vor Rich- fem und als Zeuge habe der Angeklagte immer gesagt, daß er das Gewehr an der Seite gehabt habe. Es könne vielleicht bei diesem Polizeibericht ein falscher Ausdruck infolge der Mangel- haften Cprachkennlnisse des Angeklagten vorliegen. Diese Mo- mente können aber nicht zur Verurteilung führen. Die Leiden- schaftlichkeit der Anklagebehörde mute dem Gericht einen Rechtö- bruch zu. Es könne vielleicht Kammerftätter wegen Beihilfe zum Morde verurteilt werden, die übrigen müßten aber f r e i g e- sprachen werden. Wenn der politische Kurs nach links geht dann werden vielleicht die Leute, die heute als Verbrecher verur- teilt werden, als politische Märtyrer gefeiert werden. Wohin werden wir kommen, wenn jeder politische Umschwung be- gleitet ist von Bluttaten aus der einen und Todesurieilen auf der anderen Seite. Das Gericht müsse zur Beruhigung beitragen, indem eS nicht weiteren Zündstoff in die Massen wirft Es erhielten dann noch die Angeklagten daS Schlußwvrt. Sie versichern sämtlich, daß sie die Taten nicht b e ga n g e n kof n und bitten nm Freisprechung, teilweise um mildernde Um>- uoe. Die Angeklagten Debus und Strelenko sprechen dabei unter T nen. Der Vorsitzende, OberlcrndesgerichtSrat Aull, fetzt darauf bis U r t eils verlündung auf Dienstag nachmittag 2% Uhr«, Sewerffchaflsbewegung Verdanöstag der Metallarbeiter. Vorpostcnqefechtc. (Eigener T r a h t b e r i ch i.) Stuttgart, 13. Otiober. Unter star?er Vstsiligung wurde um 19 Uhr die Tagung der 14. Generalversammlung deß Deutschen Metallarbetterverbandes erösmet. Erschienen sind 829 Delegierte und ein groyer Teil von Gästen anS den neutralen Ländern, An der Spitze marschiert Dänemark mit drei Delegierten, Holland, Oesterreich, Ungarn und ?? orwogeri haben je jwei Delegierte entsandt, Schweden und die Echioeiz j« einen Vom Deutschen GeiverischaftZbund jit Legien erschienen. Außerdem herben Vertreter eursandt: der Verband der Maschiutsten und Heizer und der Verband der Kupferschmiede. Nach der Begrüßung der Versammlung durch einen Vertreter der Stuttgarter Metallarbeiter eröffnete der Verbandsvoriitzende Scklicke die Tagung. Er weist auf die Geschehnisse feit der Kölner Generalversammlung und die ungeheure Bedeutung de» Verbarstwtageö hin. �Teilen»vir uns nicht, damit»icht andere herrfchenl' ruft er den Delegierten zu. Hatte die Opposition schon während dieser Rede ihr Dasein befindet, so trat sie bc? der Wahl zur MandatSprilfungSkommisfion zum Kampfe an. Ditzmann- Frankfurt a. M. und H a a s- Köln kreuzten als erste die Waffen. Alle Versuche, die Haas als Führer der Minderheit machte, um eine Verständigung«t zu bahnen, traten fruchtlos. Diymann wollte die ganze Fülle feiner jungen Macht ausnutzen, er wollte nickst? wissen von Part tät und tonnte seinen Antrag, der Minderheit nur drei Sitze in der MandarsprüfungSkominission zu bewilligen, zum Siege führen Damit wurde jede Versiändigungsmöglichkeit aufgeschlossen, und Haas erklärte im Namen seiner.Fraktion", in der Kommission nicht mitarbeiten zu können. So konicke Tißmann neun seiner Freunde in die Kommission entsenden. Viel, sehr viel Wasser goß der Vevtreter de» Zentral verbände? der Eisen- und Metallindustrie Ungarns in den Wein der Mehrheit deS Kongresses. Er sprach von unmöglichen Lohnforderungen der Arbeiter, von willkürlichen Sozialisierungen und sogenannten „Genossen", die aus Rußland kommen und die Funktionäre der sogenannten Kommunisten b e st e ch e n. Die Mehrheit, die bei den Begrüßungsansprachen der anderen Vertreter deS Auslandes oft ihr Bravo! und Sehr richtig! dazwischenwarf, saß mit eisigem Schweigen da, als M i a k i t s den schweren Kampf des ungarischen Proletariats gegen den EntentekapitoliSmus, für den die Räte- republik den Boden bereitete» schilderte Erst als er Bela Khun und Genossen politische Abenteurer nannte, die Ungarn zugrunde gerichtet haben, wistd es bei der Opposition unruhig. Diese Schilderung über die»übereilte Revolutionstätigkeit" dieser ungarischen Gesinnungsgenossen bringt die Dißmann und Ge- nassen in große Verlegenheit, darum ruren sie:»Wie bei unSl"— „Macht NoSke auch so!" Wer sie können den Eindruck, den diese Neide hervorruft, nicht verwischen. Das blöde Nachäffen der russi- schen Methode hat Ungarn und seine Arbeiterschaft in» Elend gebracht. Mit einem begeisterten Gelöbnis zum Deutschtum schließt Domes- Wien als Vertreter der österreichischen Metallarbeiter den Ring der Begrüßungsansprachen. Oer Metallarbeiterstreik. Bis zur Stunde ist keine wesentliche Veränderung der Lage des Streiks eingetreten. Die Zahl der Betriebe, die die Forderung der Arbeiter bewilligt haben, hat sich auf 86 Firmen erhöht. In einzelnen Betrieben ist eine Verschär- fung des Kampfes zu verzeichnen, so daß fich die Gesamtzahl der bestreikten Betriebe wiederum vermehrt hat. Di« Streikleitung gibt folgenden Situationsbericht: Die Gemeindevertretung Wildau verlangt, daß da» Maschinen- personal, S Mann, für Licht-, Klär- und Pumpanlagen freigegeben wird, um die Versorgung für die in Frage kommende Arbeiter- bcvölkerung Wildaus mit Wasser und Licht aufrechtzuerhalten. Der Streikleitung bleibt das Recht vorbehalten, ein« Kontrolle darüber auszuüben, daß kein Strom zu anderen Zwecken ent- nommcn wird. Jm SiemenS-Werner. Werk hatten die Fabrikmanr«r bei Einzug der Reichswehrtruppen WS Werk ihre Arbeit verlassen. Dieselben sollen nun die Eiirmauevung der Kessel vornehmen; da die Inbetriebsetzung dieser Kessel 4 bis ö Wochen erfordert, wird den Maurern die Erlaubnis zum Arbeiten gegeben. ES«scheinf eine K om m i fflon Fer Straß en Fahne r. Sie erklärt, daß ihr Aktionsausschuß zu der Frage des Streiks in der Metallindustrie Stellung genommen hat. Tie Aussprache er- gibt, daß schnellstens Veriammlungen einberufen werden sollen. Das Stimmungsbild im Gesamtlager der Straßenbahner, das für das Eingveifeil in die Bewegung der Metallarbeiter ist, ist ein ggtes. Dem Aktionsausschuß wird die Durchführung übertragen. Berichte der bürgerlichen Zeitungen, daß heute morgen samt- liche Gas-, Waffer- und Elektrizitätswerke der Stadt Berlin militärisch besetzt worden seien, wessen zu. Die in den Zeitungen genannten Gründe: Sabotage am den Maschinen müssen wir als Ausflüchte der auSfübnonben Organe kennzeichnen. Di« gesamten Belegschaften dieser öffentlichen Betriebe nahmen sofort dazu Stellung und erveichien dadurch, daß nach kurzer Zeit die militärische Besatzung zurückgezogen wurde. Ebenso ein» mutig haben sich die Arbeiter de» VerkehrSgewerbeS dahingehend ausgesprochen, daß, wenn ihre Betriebe militärisch besetzt würden» sie einmütig die Verantwortung für das Kommend« ab- lehnen müßten. Die Gewerkschaftskommiffion der Groß-Berltner Gewerkschaften. Di« Fünfzehner'Kommission. • Das geiamte Personal der Verkehrsbetriebe Groß-BerlinS nimmt heute, Dienstag, nach Betriebsschluß in Nachjversamm- lungen Stellung zum Metallorheiterstreii. Tie Versammlungen finden stn Bereich der Dienstftrllcn statt. Der Arbeiterausschuß der Verkehrsbetriebe. vis Lohnbewegung der städtischen öureauhilfskräste. DaS Nachrichtenamt der Stadt Berlin gibt über die Lohnbewegung folgende Darstellung: Die städtischen Bureauhilfskräfte find in ein« Lohnbewegung eingetreten. Nachdem die Verhandlungen von dem für diese Frage zuständigen gemeindlichen Schlichtungsau-schuß. welcher aus vom Magistrat und den Hilfskräften gewählten Mitgliedern (Stadtverordneten) und einem vom Reichsarbeitsminister bestellten unparteiischen Vorsitzenden besteht, sich zerschlagen haben, hat der Ausschuß am 11. Oktober seinen Spruch dahin gefällt, daß die Bezüge der Hilfskräste vom 1. September ab um 100 M. monatlich erhöht werden. Hierdurch ergeben fich beispielsweise für die verheirateten ungelernte« Hilfskräfte Monatseinkommen von 486 R., nach einem Jahr blv M., nach zwei Fahren 626 M.; Sätze, die über die von den Angestelltenverbänden selbst und sonst in der Privatindustrie gezahlten Beträge erheblich hinausgehen. Der Schiedsspruch ist für beide Teile endgültig und verbind- l i ch. Der Schiedsspruch belastet die Stadt mit einem Mehr- aufwand von 13 Millionen Mark jährlich. Diese Summ« zusammen mit den für die Lohnerhöhung der städtischen Arbeiter notwendig werdenden 38 Millionen Mark und den für die Ausbesserung der Beamtengehälter erforderlichen Beträgen stellt eine ungeheure Mehrbelastung de« Stadtsäckels dar. Der gesamte Aufwand mutz durch eine weitere Erhöhung der reise für GaS, Wasser, Elektrizität usw. und der laufende» Steuern sein« Deckung finden. Wenn bei dieser gesamten Lage die Hilfskräfte des Berliner Magistrats, wie der- lautet, fich veranlaßt sehen sollten, unter Mißachtung d«Z Spruches des gemeindlichen Schlichtungsausschusses vom 11. Oktober 1919 in den Streik zu treten, so würden fi« einmal, da sie an länger« Kündigungsfristen gebunden sind, der Stadt gegenüber vertragSbrüchrg werden und sich ferner einer gröblichen Verletzung des für das Mitbestimmungsrecht matzgebenden Schiedsspruches vom 30. April 1919 schuldig machen. Vor der Oeffentlichkeit müßte ihnen die volle Verantwortung für einen solchen Schritt zugewiesen werden. »» « Vom Magistrat Neukölln erbalten wir über den dort ausgebrochenen Streik der Bureauhilfskräfte folgenden Bericht: Die Bureauhilfsarbeiter in Neukölln sind gestern in den Au»- stand getreten, ohne daß sie dies vorher dem Magistrat m i t g e- teilt haben. Wegen verschiedener Differenzen hatten der Mo- gistrat sowohl wie die Bureauhilfsarbeiter den SchlichtungSaus- fchuß angerufen, der am Sonnabend einen Schiedsspruch gefällt hat. Die Bureauhilfkarbeiter haben dem Magistrat weder mit- geteilt, ob sie den Schiedsspruch annehmen oder ablehnen, noch irgendeine andere Mitteilung an den Magistrat gelangen lassen, daß sie eine sonstige Grundlage für Verhandlun» gen wünschen. Der Magistrat kennt daher überhaupt keine un- mittelbare Veranlassung zu diesem Streik. Der Magistrat hat be- schlössen, eine abwartende Stellung«inzunehmen, bis ihm die Bureauhilfsarbeiter überhaupt erst einmal eine Mitteilung über die Gründe des Streiks zugehen lassen. Im Geyensaff zu Fieser Meldung erMri nnZ ein Mitglied der Streikleitung, daß gestern morgen 8 Uhr eine Deputation der Angestellten, bestehend aus dem Obmann, dem Mitglied der Zentralkommission und drei Mitgliedern des Angestelltcnaus- fchusseS, in Abwesenheit des Bürgermeisters Dr. Mann mit dessen Vertreter verhandelt habe. Sie hätten dem Herrn erklärt, daß die Angestellten den Schiedsspruch nicht an- nehmen könnten, und daß sie gezwungen seien, in den Streik zu treten, wenn nicht sofort Verhandlungen über die strittigen Punkte eingeleitet würden. Der betreffende Vertreter habe der Deputation erklärt, daß er den Herrn Bürgermeister davon in K'.nntnis setzen würde. Weiter ersucht nnS die Streikleitung um folgende Richtig- stellung zu unserer Notiz über den Streik in Neukölln: Der Beschluß zu dem am 12. Oktober 1919 erfolgten Ausstand wurde nicht in der am 11. Oktober stattgefundenen Versammlung durch Handaufhebcn, sondern bereits durch die am Dienstag, den 7. Oltober vorgenommene geheime Urabstimmung inner- halb der einzelnen Betriebe gefaßt. Tarifverhandlung der Arbeiter in Spritfabriken. Di« in der Svritfabrrkation Groß-Berlins beschäftigten Ar- beiter, organisiert im Verband der Brauerei- und Mühlenarbeit-r und verwandten Berufsgrupven. stehen seit dem 26. Mai d. I. in einer Lohnbewegung. Di« Geduld der Beteiligten wird auf eine harte Probe gestellt Doß e» noch nicht zu einer Arbeitsnicder- legung gekommen ist, können die Arbeitgeber nur dem Umstand der- danken, daß sie sich bereit erklärten, dem al�uschließenden Vertrage vom 1. Juni rückwirkend« Kraft zu gewähren. Die Löhn« betrogen zurzeit für Arbeiter 80 M. wöchentlich. Einige Gelernte werden etwa? besser entlohnt. In«wer Verband- lung wurde bezüglich Arbeitszeit, Urlaub,§ 616 B.G.B., Bezahlung der lleberarbeit ein befriedigendes Resultat erzielt. In der L o h n- frage blieben die Arbeitgeber auf ihrem Angebot von 96 M. für ungelernte und 106 M für gelernte Arbeiter bestehen. ES wurde nun von feiten der Organisation ein SchlichtnngsauSschuß ange- rufen, der entschied, daß allen Ungelernten 110 M. und Gelernten IIS M. zu bezahlen find. Den in drei Schickten tätigen Arbeitern wird die Sonntagsarbeit, die innerhalb der 48stündigen wöchentlichen Arbeitszeit fällt, mit einem Aufschlag von 26 Proz. zum regulären Stundenlohn vergütet. Di« Unternehmer hoben die beantragt« VerbindlichkeitZerklarung durch Nichtbeant- wortung abgelehnt und den Schiedsspruch dadurch nicht aner- k a n n t. An dem DemobilmachungSkommissar liegt«S nun, reckst bald sein Urteil der in Frage kommenden Organisation zukommen zu lassen._ Zum Metallarbeiterstreit. Maffai-SchwartzkoPfl Werte, WUda«. Mittwoch, den IS. Oktober, S Ubr oormittnoS. Versammlung. Tchwartzkopffarbeiter B. M. 91.®. SStldau. Die Kollegen vom Deutschen Melallorbcitcr-Vcrband DienSIag. den 14. Ottober, vormittags von 8—1'/, Uhr, Stteikgutttungen unterschreiben im Kasino. Die Etreitlettung. Zwtetnsch u. So. Die Kollegen und Kolleglnn-'n werden ausge- fordert, beute. Dienstag, w der Zeit von S— 3 Uhr die Quittungen zu untertreiben bei ArnSwald, Tharlollerrburger User 64. Osram-Wcrk. Die Auszahlung der bis Sonnabend, den 11. Oktober unterschriebenen Quittungen findet am Dienstag, den 14. Ottobrr tm bc« kannten Streitlotal statt. Nr. 1— t200 von 12—1 Uhr, Nr. 1201— 2400 von 1—9 Uhr. Nr. 2401—3696 2—3 Uhr. Nr. 3700-4737 und 6001-6098 3 bis 4 Uhr. Die am Monlag unterschriebenen Quittungen und abgegebenen Kontrollkarten werden am Donnerstag, den 16. Oktober, von 10—1 Uhr ausbezahlt. Di« Streikleitung. Siemens«. HalSke, Vlockwerk. Mittwoch vorm. 10Ndr vetriedS- oeriammlung im Lokal»Stadtparl", Junglernheid«. Daselbst Auszahlung der Unteritühung. A. E. G. Glühlampenfabrik. Mittwoch 10 Udr vorm., Betriebs« Versammlung im Stadlthealcr Moabit. Alt-Moabit 48/49. Die Streikleitung. Dpnamowcrk Sirmens-Schuckert. Auszahlung am Mittwoch, den Iii. Ollober. Abt. 1—20 von 9-11 Uhr, Abt. 30-69 von II-l Uhr.• Abt. 60— 91 und M. B. □ 1— 8 Ubr. Die Streikleitung. Deutscher Dran Sportarbeiter- Verband, BezirkSoerwaltung Trost- Berlin. Am Mittwoch, den Ib. Olloder, abends 7 Uhr. im Lokal»Deulscher Hos", Luckaucr Str. 16, allgemeine Funktionärveriammlung. Tagesordnung: Der Komps in der Metallindustrie. Zahlreiches Erichemcn ist»otwendiz. Ohne Mitgliedsbuch und Funttionäriarte kein Zutritt Die BezirkSoerwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Mittwoch, den 16. Oktober abend« 6 Uhr. Versammlung aller in der Gold- und Stldcrwarenindustrle beschäfligten Arbeiter und Arbeiterinnen im.Dresdner Marlen", Dresdner Straste 45». Ecke Vrinzenstrage. Die OrlS Verwaltung Strluholzleger und Helfer l Am Mittwoch, den 16. Okt, abends 7 Uhr. im GewerkichaltSdau«(Saal 10) Mitgticdeiversammlung. TageZ- .ordnung: 1. Bericht der Lohlikommiifion. 2. Neuwahl de« SektlonsleiterS. ssriicnrgebllirn. BeznlSversammlungen vom 16. bis 17. im Monat. Tagesordnung:.Die Antwort der Arbeitgeber." Beranti». für den redaltlo». Zell:«lired Scholz ReukSlln! für Anzeigen: Tb-Vdsr Slocke, Berlin Berlag: BorwSrts-Berlag®. m. b. H.. Berlin. Druck: Borwarlo- Buchdruckerei und Perlageanftalt Paul Linaer u. Do. in Berlin. Lindenitr. 3. Hlcrzn 1 Vellage. e. m. b. n » KÖN)G5TßA55E* i?05ENTHALEß5TB.» MOBITZ PLATZ LEIPZIGEß5TßA55E C?h egroßon QfenjcLunßQn cfinß oirißotr offnere: Je'' 3�. öerron zoicL ZZmcCoit in vohfo/uodonen. yx und iZudfufvaaßon, öaMzntoi düofeC fwc dort täd&cAxsri dfoßrcuxA, J'amcQ. Q&Qccrdexß.-rfluf*' fä/btiüiB�ri. cfduß- urud AAapa�LonjtißfQC. fbausscAußo. iiiililliillf i|ri||iiffifficiiiifff(f ii«if ai iiff■■'"■■"■'■"'''■tffiVftiflifikiviliiiiiiaiAirtfWffiAff«#*»««*»« „.......;- ■imiiM) vnTrriTnu niiirfniiiiiiaiiHiiniKiniiiiinnni ..st yl f'• � iW.«