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SS H M H �W/W f OTfÄ0äm,XBtS«tems"«* et" w Str„5orTOärt«-mti 6« Sonntag» B WM i�RbJP/>HL\ � B] t»' Mi bte'g eilt Hnjelgni»r Mf d�wg-.Lolk ll. S->N-rf».m. wo».» WWI«AV 4BäM� V V Zs TT/ �ßm\ // Mi ailchft. Rummn müstm bf,»«tz» iiigl.« jw-miai Sonmags«»mal. L«di> S vv ilinrri �;\ aodiminag» tm k>°uolg.l«iitt.«etil» -_ J®3B 88. Üinbrofttait 8. abgezebn, leltaramm-a bttfle: C � �.___"rf"<" � JT*•' osrtxn.»«offne» oon 9 Uhr früh bis j.,,. � i>Cl ItltCI? i'ÖiU5»Ul Cltt ♦ Zentralorgan der rozialdemokrati leben Partei Deutfcblands. Reöaktioo und Expedition: SU). 68,£inden(tc. 3* aernivrecher: Amt Morlvvla». Nr. LStSV— tälv?. Dienstag, den 14. Oktober 1V19. vorwärts»veriag G.m.b. h., SV. dS, iindenflc. 3. fvprufpredjcr; Amt Mormplatz, Nr. 117SS— 54. eSWÄ�MALWWMSWWWWWWWWWWSWSWWWWWSWWWllSSMMlBWWW Reitet! Die ersten kalten Tage, vielleicht schon Vorboten eines strengen Winters, sind da. In Grotzstädten und Ländereien, die von den Kohlenrevieren weit entfernt liegen. wächst die Sorge der Bevölkerung um die Hausbrand' beliefern ng. Verarbestende Industrien aller Gewerbe sind von Betriebseinschränkungen bedroht. Die Kartoffeltransporte in den letzten Wochen waren gering: man hofft allerdings, sie durch Bevorzugung vor an- deren Transporten bald steigern zu können. Einschränkun- gen des Perfonenzugverkehrs sind bereits erfolgt: weitere stehen noch bevor zum Schaden des deutschen Handels- Verkehrs, dessen Interessen zurücktreten müssen hinter den dringendsten Bedürfnissen der Menschen. Holz muß in verstärktem Maße niedergeschlagen. Torf als Ersatzbrenn- stoff herangeholt werden. Und das alles nur, um die Woh- nungen vor der schlimmsten Kälte zu schützen! Geben wir uns keinen Täuschungen hin. Schon am Beginn der kalten Tage müssen wir zur Sicherstellung der Kohlen- und LebensmitteltranSporte zu Notstandsmaßnahmen greifen, die später kaum noch wesentlich verschärft werden können. Und welchen Erfolg bringen sie? Können sie allein aus der T r a n s p o r t k r i s«, die unser gesamtes wirtschaftliches Dasein bedroht, heraushelfen? Geben sie uns die Gewähr, daß die Gefahr, die uns schon der Frühwinter bringt, im späten, strengen Frost noch vermieden Werden wind? Hat es einen Zweck, darüber zu rechten und die Frage nach der Schuld an diesen Zuständen zu stellen, wo uns viel- leicht nur noch Wochen von einer Stillegung des gesamten Personenverkehrs, vielleicht von bitterster Kälte und Not trennen? Bitter rächt sich die für die Arbeit verlorene Zeit! Sollen wir da klagen und anklagen, wo wir doch a l l e d a s- selbe G-e schick zu teilen haben, wenn es nicht gelingt, die Krise zu beseitigen? Es fehlt an Kohle. Fmmer noch! Selbst wenn die Haldenbestände befördert werden könnten, die sich in den letzten Wochen dank der gesteigerten Leistung der Berg- arbeiter angesammelt haben und die nach überschläglicher Schätzung insgesamt sicher nicht mehr als 1 bis Is/o Millio- nen Tonnen Steinkohle betragen— was der Friedens- leistung weniger Arbeitstage entspricht— ist die Not noch nicht beseitigt. Die Kohlenproduktion muß auw ferner noch gesteigert werden mit Aufbietung aller Kraft, nicht nur der physischen Leistung der Bergarbeiter, deren Erhöhung man nur dankbar begrüßen kann, sondern auch der organisatorischen Kraft aller Wirtschaftsfaktoren, die hier helfend eingreifen können. Es sind Maßnahmen getroffen, um die gelernten Bergarbeiter, die in andere Be- rufe abgewandert sind, ihrer früheren Tätigkeit wieder zuzu- führen: großzügige Organisationen zur Beschaffung geeigneter UnterÄnfte, vorläufig gute Notstandsbaracken, später Arbeiterwohnhäuser sind teils schon im Bau, teils in Vor- bereitung. Aber Eile tut not und tätige Mithilfe aller, die daran zum Nutzen des Volksganzen teilnehmen können! Klagen der schaffenden Bergarbeiter über Störungen in den wichtigsten Betriebseinrichtungen, über den s-blechten Zu- stand der Werkzeuge und Bohrmaschinen, über starken Ge- steinsgehalt ertönen noch immer. Man höre sie und setz« alle Hebel in Bewegung, um abzustellen. Die Zeit drängt? Noch schlimmer aber steht es um die Transport- not. Muß nicht der willige Beraarbeiter an seinem Werk verzweifeln, wenn er die Hilferufe seiner Klassengenossen anderer Berufe und seiner Wohnorte hört, während die Holdenbestände wachsen und mit jeder Minute die Stunde näher rückt, wo Feierschichten wegen Neberflusses an Förderkohle am Werk eingelegt werden müsien? Erwachender Ar- beitswille und steigende Produktion sind heute ein unschätzbares Gut. Wenn irgend etwas, so will dieses gepflegt sein! Wobin muß eS führen, wenn auS Mangel an Kohlen die Lokomotivfabriken ihren Betrieb einschränken müssen, während Koble auf Halden geworfen wird, zu deren Abtransport Lokomotiven fehlen? Sieht keiner den furcht- baren Kreislauf, wie die verminderte Leistung der Eisenbahnwerkstätten, die heute noch mit Kohlenlieferungen bevorzugt werden, sich schließlich gegen sich selbst richten muß? Wir wollen keine Sekunde daran zweifeln, daß das Mißtrauen der Eisenbahnarbeiter gegen die Verwaltungsbehörden in vielen Punkten nur allzu berech- tigt ist. Dieselben Spalten, die heute den Notruf leidender Volksteile in die West hinaustragen sollen, haben manche? erbitterte Wort der Kritik und manchen positiven Vorschlag zur Abhilfe der Mißstände gebracht, die nicht aenügend be- achtet worden sind, zum Teil auch wegen der Kürze der Zeit nicht durchgeführt werden konnten. Aber gerade weil wir für uns in Anspruch nehmen, die Klagen der Arbeiter'chaft vertreten und begründet zu haben. ist es uns doppelte Pflicht, zu Frieden und Arbeit zu rufen, wenn das Land in Gefahr ist. Wennesersteinmalso weit ist« daß Millionen Mensche» hunser«d Der Staatsgerichtshof tritt zusammen vor öen Vernehmungen. Der Staatsgerichtshof, deffen Zusammentreten ebenso oft gewünscht wie bezweifelt wurde, wird nunmehr in Tätigkeit treten. Heute nachmittag 1 Uhr beginnt eine Sitzung des„Parlamentarischen UntersuäiungsausschusicS für die Schuld am Krieges in der über die Art und Weise Beschluß gefaßt wird, wie die in kurzer Frist beginnenden Unter- s u ch u n g e n und Vernehmungen geführt werden sol- len. Genosie Dr. Sinzheimer wird Bericht über seine Prüfung der Akten des Auswärtigen Amtes erstatten. Die kommenden Sibnngcn werden von einer Unterabtei- lung des Parlamentarischen UntersuchungsausschusieS ge- leitet und werden öffentlich stattfinden. Ihr Beginn kann noch im Laufe dieser Woche erwartet werden. Zu den ersten Persönlichkeiten, die vernommen werden, gehören Ludeudorff, Bernstorff und Bethmänn Hollweg. Nach den Enthüllungen der letzten Zeit, die durch die Akten des Auswärtigen Amtes in ihren letzten Dunkelheiten noch erhellt werden, ist die Untersuchung der Schuld durch ein Gericht ebenso nötig, wie die Welt erwartet, daß von den Schuldigen Rechenschaft und von den Richtern ein der großen Tragödie gerechtes Urteil verlangt wird. Ueberraschungen werden nicht zu erwarten sein. Die Redseligkeit der Hauptschuldigen hat ja viel vorweg- genommen: interessant wird nur sein, ob diese Mohrenwäsche vor kühlen Augen standhält. Man täusche sich nicht: lediglich ein Tadel, der an der robusten Natur eines Ludendorff wie Wasser am Fettopfe ablaufen würde, kann dem Empfinden deS Volkes nicht genügen, das zu viel gelitten hat, um sich mit einer Ehrengerichtskomödie zufriedenzugeben. Ohne Mitleid mit den Millionen haben die Schuldigen Geschickste gemacht, ohne Mitleid mit dem einzelnen soll die Geschichte richten._ Sühne öer Sarbarel. Vor kurzem haben sich deutsche und französische Bergsach- verständige zur Besichtigung der sinnlosen und verbrecherischen Zerstörungen der nordfranzösischen Kohlengruben durch die deutsche Heeresleitung zusammengefunden, um über deren Wiederherstellung, die für das deutsche und franzölffche Wirt- schaftsleben von einschneidender Bedeutung ist, zu beraten. Es hat sich dabei herausgestellt, daß nur genaue Kennt- n i S der während des Krieges an den Schachtanlagen, ins- besondere an den Schachtröhren vorgenommenen Zerstörun- gen den Wiederaufbau der Gruben ermöglicht. Hierzu ist er- forderlich, daß die Unterlagen über die Zerstörunge» schnell und lückenlos gesammelt werden. Alle Personen, die zweckdienliche Angaben über die Ent- stehung der Schäden, besonders über die Tiefe, in welcher die einzelnen Schächte gesprengt, über den Erfolg der Spren- gungen, über die Menge des verwendeten Sprengstoffs, über Beschädigung der Schächte durch Hinabstürzen von Förderwagen. Munition und dergleichen machen können, wer- den daher gebeten, Mitteilungen hierüber mündlich oder schriftlich der Reichsentschädigungskommission. Abteilung KEA. II, Berlin W.8, Unter den Linden 17/18, zur Ver- fügung zu stellen. Monarchistisches aus öer Schweiz. Die„Berner Tagwacht"' berichtet u. a.: „Schweizerische Finanzkreise glauben zu wissen, daß«S der ehe- maligen deutschen Kreonprinzessin Cäcilie gelungen sei, einige zwanzig Millionen ihre» RiesenverniögenS in die Schweiz schmuggeln zu lassen. Auch Kaiser Karl habe auf diese Weise einen schönen Teil seines nach Hunderten von Millionen zählenden Vermögens rechtzeitig unter Tach gebracht." Ein Kapitalistenblatt schreibt dazu:.... Außerdem haben wir in unserem Lande gegenwärtig Tausende von feudalen Herren, einstige Lenker der Völker, zu beherbergen, die unseren großen Börsenumsätzen nicht fremd stehen. ES werden große Summen bei deutschen Banken zugunsten schweizerischer Banken einbezahlt und die betreffenden Gutschristen auf allerlei Umwegen hierher spediert. In der Schweiz, z. B. in GlaruS, haben sich eigene Gesellschaften gegründet, um die Gelder in Empfang zu nehmen. Den Kapitalisten folgen dann die Eigen- tümer nach, die sich durch Ankauf von Liegenschaften usw. bei uns festzusetzen suchen und so die Preise samt den Mietzinsen in die Höhe treiben. Oder diese Steuerdefraudanten wandern, manchmal mit Millionenvermögen, bei uns jahrelang von einem Kurort und Hotel zum anderen, ohne je eine Steuer zu entrichten." So schmarotzt in der Schweiz auch Graf Berchtold, einer der größten Hauptschuldigen am Völkermorden, der mit den ge- retteten Geldern am Thunersee sein fürstliches Leben weiterführt, als ob nichts passiert wäre. Berchtold war einer der ersten, der sein Vaterland im Stiche ließ und sich aus dem Staube machte, als feine verbrecherisch« Politik zusammenbrach. Neben Berchthold treibt sich der berüchtigte Prinz Windisch- grätz mit seinem Anhang in der Schweiz herum. Bekanntlich sollt« er daheim über die Millionen, die er als Ernährungsminister mitlaufen ließ. Rede und Antwort stehen. Der Windischgrätz- Cliqne ist nachgewiesen, daß sie au? monarchistischen Wühl- h u b e r n besteht, die von der Schweiz aus in Oesterreich und Un- garn die Habsburgische Monarchie wieder aufzurichten suchen. Der italienische Berichterstatter Zingarelli berichtet in der „Epoca" über die« Hetze der Wiener Christlichsozialen gegen die Re- publik und gegen den Anschluß an Deutschland. De« RuntiuS Balftri unterhalte ständig Emissär« in der Schweiz. Die Mittel zur Propaganda kommen größtenteils aus der Schweiz. Weiter be- richtet Zingarelli, daß der„Prinz" Windischgrätz,„Baron" Chlu- mecky,„Graf" Hunhady,„Graf" Andrassy und„Graf" Berchthold, die sich zumeist in Freiburg cmfhalten, die Hauptträger der man- orchistischen Propaganda in der Schweiz seien. Die Monarchisten wollen sich an den 23 jährigen Bruder des Exkaisers Max halten, wenn Karl nicht mehr die Führung übernehmen wolle. Von Windischgrätz sagt Zingarelli, daß er als ungarischer Er- nährungSminister die Karioffelernte des Jahre? 1917 für den Staat beschlagnahmt, sie zu Mehl verarbeitet und dieses Mehl an die Schweiz. Holland und Oesterreich verkauft habe. Der Reingewinn betrug 18 Millionen, zehn davon behielt Windischgrätz für sich und legte sie in einer Bank Budapests ein. Von Karl erzählt die„Epoca": Schwach, unentschieden und unfähig war der letzte Kaiser von Oesterreich. Er möchte jetzt der Lsteroeichische» Krone gern entsagen, wen« er dadurch Aussichten auf den ungarischen Thron erlangt. Sein« Getreuen wiegeln ihn immerwährend für ihre Pläne auf. Die Mutter der Exkaiserin arbeitet mit großem Druck beim belgischen Hof, wie auch durch ihr« Söhne. Sehr viele Familien der hohen englischen Aristo- kvati« beschäftigten sich mit dem Stande seiner Finanzen. Ge- wiß ist, daß die österreichischen Emigranten in der Schweiz ein luxuriöses Leben bei vielen Champagnergelagen führen, und es sche'nt fast, daß die ganze monarchistische Bewegung ihnen zu nichts mehr dient, als ein gutes Leben mit dem Gelde zu führen, da? sie vom Karl erhalten. Tatsache ist, daß Karl sehr oft Ausflüge an die französische Grenze unternimmt, wo er mit englischen und französischen Persönlichkeiten zusammenkommt. Und das Volk von Wien weiß heute nicht, was es morgen essen wird, der Wiener Wald wird wegen der Kohlennot einfach abgeholzt und hunderte Eisenbahner, von Tschechen, Südslawen, Italienern verjagt, hausen mit ihren Familien in lichtlosen Güterloooen aus den Bahnhöfen. Die Sehnsucht nach deutjchlanü. (Drahtung eines österreichischen Mitarbeiters.) Am letzten Sonntag hielt in K i tz b ü h e I unter freiem Himmel und bei massenhafter Beteiligung der Nationalrat Genosse S ch e i b e i n eine Versammlung für sofortigen Anschluß an Deutschland ab. Der Redner schilderte die furchtbare Kohlen- und. Ernährungskrise des deutschösterreichischen Staates und rief dannt große Be- wegung hervor, die zum Schluß in einhelliger Annahme einer Entschließung zum Ausdruck kam. die sofortigen Anschluß an Deutschland verlangte. Auch der Hinweis deS Redners, daß der Anschluß an Teutschland großen Einftuß auf die Wieder- Vereinigung der deutschen Südtiroler zu dem Mutterlaude hätte, wurde mft Bewegung zur Kenntnis genommen. Wlaölmkr Rosanoff hingerichtet. AuS Stockholm kommt uns die erschütternde Nach- richt, daß unter denjenigen russischen Sozialisten, die wegen der Moskauer Attentate von den Bolschewisten hin- gerichtet worden sind, sich auch WladimirRosanosf befindet. Als Mitglied der menschewistüchen Partei gehörte] er der ersten russischen Abordnung an. die im Sommer 1917 zur Internationalen Konferenz nach Stockholm kam. Er hatte lange in Deutschland gelebt und sprach auch sehr gut deutsch. Wer den hochgebildeten, lieben und feinen Menschen kennen- gelernt hat, der wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren. FortbilbnngSsckmlwcsen und Kultusministerium. Bon der Ab- geordneten Frau I a q u e t war in der Preußische LandeZver- sammlun? ein Antrag dahingehend gestellt worden, da? gesamte F o r tb i Id u n g S fch u lw e se n fortan dem Kultus- Ministerium zu unterstellen. Wie die P P. N. dazu erfabren, haben die Erörterungen über diese Frage im Schöße deS vreußischen Kabinetts übereinstimmend die Ansiibt erkennen lassen, daß eine Trennung von Fortbildung?- und Fachschulen u n m ö g- l i ch und eine Uebertragung des gewerblichen BildungSwesen? vom Handelsministerium auf das Kultusministerium zurzeit nicht an- gängig sei. und', frierend' auf der Straße liegen, wird keiner sich mehr mit dem bloß en Mißtrauen entschuldigen können, wenn er die Mitschuld an dem Elend trägt. Schon dehnt sich ein Kreis des Hasses um die, die man schuldig wähnt. Die Reaktion jubelt. Besonnene werden enttäuscht. Die Sache des Sozialismus leidet unermeßlicken Schaden, wenn es so fortgeht. Darum laßtab von dem Streit! Fordert und er- kämpft euer Recht, wir werden an eurer Seite sein. Aber denkt daran, daß jeder Kampf Vernichtung bringen muß, der mit den Waffen des Hasses ansgefochten wird! Was hilft es, dem anderen immer bösen Willen unterzuschieben, wenn man nicht selbst zugreift, wo Gefahr droht? Darum gilt es jetzt, nach Verbesserungen in der Betriebsfiihrung zu suchen und Formen des Lohnes zu finden, diederguten Leistung erhöhten Gewinn bringen, ohne die Er- rungenschaften des Zeitlohnes als Grundbestandteil des Lohnes anzutasten. Man muß guten Willen fordern, ernste Arbeits- freude unetrstiitzen, ohne dabei dem Kapitalismus Vorspann- dienste zu leisten. Eine Steigerung der Produktion ist Vor- bedingung für jede sozialistische Ordnung der Wirtschaft. Wer es jetzt nicht glauben will, kann nur durch sein eigenes Elend, das nicht ausbleiben wird, belehrt werden. Diejenigen aber, die berufen sind, in der öffentlichen Meinung und der Gestaltung tätig mitzuwirken, Verwal- tungsbeamte und Parlamentarier oller Par- teien, sollten hinaus in die Werkstätten, ohne Haß und Pessimismus, sollten sehen, lernen und mit praktischer, Vorschlägen und in steter Fühlung mit dem Arbeiter selbst anstreben, daß es besser wird. In der Amtsstube und dem Sitzungssaal läßt es sich schön plaudern. Worauf es jetzt an- kommt, ist, daß ein jeder Arbeiter sieht, wer zu helfen gewillt ist. Und da darf keiner fehlen, mögen noch so dringliche poli- tische Aufgaben imd reizvolle Polemiken winken. Gebt den Arbeitern eine gesunde Betriebsdemokrat ie, schafft die Hemmungen beiseite, die die Tradition eines Menschenalters verknöcherterBeamtenhierarchie hat entstehen lassen. Dann muß es werden! Ter Abtransport der Kohlen auf dem Wasserwege, der so viel zu wünschen übrig ließ, leidet im Westen unter dem Tiefstand des Wassers und dem Mangel an Frachtraum. Dayon wird vor allem Süddeutschland betroffen. Organisatorisch wird aber an der Ausnutzung der Wasserwegs stärker gearbeitet als früher. Hoffentlich fehlt der schnelle Erfolg nicht. Vor den Grenzen Deutschlands stehtder unerbitt- liche Sieger. Er hat es sich nicht versagen können, die Feindseligkeiten auf wirtschaftlichem Gebiete durch die er- drosselnden Friedensbedingungen zu verlängern. Wollen wir dem unversöhnlichen Geist der westlichen Machthaber den Willen zur Verständigung entgegensetzen, so müssen wir dem Vertrag Treue zu halten wenigstens erstreben, auch wenn wir überzeugt sind, daß wir ihn nicht erfüllen können. Dieses Werk, das auf Millionen von Kriegergräbern wächst, ist der Aufbietung aller Kräfte wert. Dann müssen aber alle, die Hand- wie die Kopfarbeiter, an der Ueberwindung der Kohlen- und Transportkrise mit- wirken. Rettet! Rettet das Land! Rettet die Zukunft! Rettet Euch selbst! Gärung bei üen Unabhängigen. In einer Leipziger Parteiversammlung der Unab- hängigen rechnete Lipinski mit dem jungen Kurt Geyer ab. Geyer verlange, daß die Parlamentstribüne benützt werde, um von dort aus den Massen Signale zu geben, lehne eS aber ab, in der Nationalversammlung zu reden. Er habe in seinem Streit mit den anderen„Volks- zeitungs"-Redakteuren verlangt, daß binnen 14 Tagen ent- 'chieden werden müsse, ob er oder die anderen Redakteure ausscheiden müßten. Lipinski verteidigte die Beteiligung am Parlamentarismus und sprach gegen den Anschluß an Cin belgifther Kriegsroman. Pierre BroodcoorenS, dessen ausgezeichneter, im„Vorwärts" uÄgedruckter Roman„Rotes Flamenblut" die Aufmerksamkeit auf diesen, leider französisch schreibenden Vollblutflamen gelenkt hat und auch in deutscher Nebersetzung in mehreren Auflagen erschie- nen tst, kündigt einen neuen Roman an, der unter dem Titel ..Noule-clarc�sse" im Brüsseler„Peuple" zuerst veröffentlicht werden wird. Erinnert schon der Titel an MaupassantS berühmte Kriegsuovelle„Boule-äe-snik", so läßt das Vorwort, das der Tichter der Publikation vorausschickt, erkennen, daß es sich um einen Kriegsroman handelt, der, wie Maupassants Novelle, die Besetzung des Landes durch die Deutschen zum Hintergrund hat. Nach diesem Vorwort dürfen wir hoffen, in BroodcoorenS keinen von Haß und Bitterkeit verblendeten Ankläger zu finden, 'andern einen Dichter, der zwar offen zugibt, daß sich in seinem Werk sein Temperament und seine ererbten Anschauungen aus- vrägen, daß er sich aber bemüht,„-wahr zu sein und unparteiisch, wie die Geschichie selbst". Alle Leiden, Bitterkeiten. Demütigungen Okkupation haben nicht vermocht, in seinem Herzen die edlen Quellen wahrer Menschlichkeit zu verstopfen.„Ich sehe um mich nur -rrme Menschenkinder, Opfer ihrer Irrtümer und ihrer Unwissen- bcrt."„Der Romanschriftsteller", sagt er,„hat das Recht, patriotisch -u sein, nur bis zur Schwelle seines Arbeitszimmers. Hat er diese einmal überschritten, so gibt'S' für ihn kein Zeitalier und keine Nationalität mehr. Er muß dann nicht mehr Leidender, nur Wissender sein. Er muß den stürmischen Erregungen seines Her- zenS Schweigen gebieten. Er bleibt Dichter, aber sein Verstand und seine Ueberlegung müssen seine Gefühle eindämmen, sie füh- ren, beraten und zurückhalten." BroodcoorenS ist sich bewußt, daß seine Landsleute von ihm eine chauvinistische, deutschfeindliche Dichtung erwarten, seine Lartdaleute, die nicht mehr an den guten Geist des Deutschiums glauben, seit die Deutschen„ihre Häuser in Asche gelegt, ihve Frei- Helten zerstört, ihre Lorräte geraubt und eine halbe Million Bel- gier zu Sklaven gemacht haben". Aber gerade für seine Lands- leute, mit denen er geweint und mit den Zähnen geknirscht hat— ..wie sie Hab ich das Gesicht in den Händen verborgen vor dem Schrecken des Gemetzels, deS Plünderns, HinrichtenS"— hat er sein Buch geschrieben. Denn diesen Krieg sieht er nicht aus der Schuld Teutschlands geboren an, sondern in Wahrheit als das Werk der„alten Gesellschaft in ihrer Gesamtheit. Sie hat das Kapital rnid die Arbeit von hundert Jahren mobilisiert. Und mit ihr sind die Völker in den entsetzlichen Abgrund gestürzt". Man sieht, der Dichter steht auf sozialistischem Boden, und auf diesem erwartet er eine bessere, glücklichere Zukunft für die Menschheit: , Wir grüßen das Leben, das vor uns aufsteigt, wild und frei, un- Moskau. Auch Bloch sprach gegen die Unduldsamkeit Geyers und bekannte sich zu dem Ausspruch:„Vorläufig sind wir noch keine Bolschewisten". In seiner Entgegnung sagte Geyer: Tie literarischen Arbeiten KautSkhS bilden heute eine Gefahr. Sie gehören zum Arsenal der Gegner. Ich muß erklären ,datz ich gar nicht daran denke, zu den Kommunisten zu geben, da dort die Unklarheit viel größer ist. In Wirklichkeit gibt eS eine Menge Genossen, die eS am liebsten sähen, daß die Revolutionäre aus der Partei gehen. Diese Strömungen sind nicht mir in Leipzig, sondern auch ander- w ä r t s zu beobachten. In Wahrheit ist es so, daß die alten Parteigenossen sich zum Teil nicht von den alten demokratischen Formen freimachen können. Eine Resolution,-die sich für Austritt aus der Zweiten Internationale und Eintritt in die dritte aussprach, kam wegen Vertagung nicht zur Abstimmung. Gärung, aber keine Klärung! Staatserhaltenöe Unabbängige. In Hamburg wurde kürzlich mit den Stimmen der Unabhängigen ein Betrag von 90 000 M. für Entlohnung des Hafensicherheitsdienstes bewilligt, der einer Reichswehr- t r u p p e, den Bahrenfelder Jägern, zugute kommt. Gegen kommunistische Angriffe rechtfertigt die unabhängige„Volks- zeitung" diesen Beschluß damit, daß man das„kleinere Ucbel" gewählt habe, um keine„Landfremden" nach Hamburg kam- men zu lassen. Außerdem lägen aber noch Gründe vor, deren Erörterung das unabhängige Blatt„im Interesse der Arbeiter- bewegung doch lieber unterlassen will". Die unabhängigen Volksvertreter haben also für ihre militärfreundliche Haltung Gründe, die sie ihren Wählern vorenthalten. Dos HambuvAer„Echo" vermutet, es handle sich um einen ähnlichen Versuch, zwischen U. S. P. und Reichswehr Abmachungen bezüglich der künftigen Staats- erhaltung zu treffen, wie er seinerzeit von dem seither ver- schollenen Emil Barth im Edenhotel gemacht worden ist. In Hof regieren die Unabhängigen. Auch dort stnelen die Kommunisten die Rolle der Hechte im Karp- fenteich. Zwischen„Regierung" und„Opposition" ist ein Kampf um die Milchzentrale ausgebrochen, deren Errichtung von den Kommunisten stürmisch gefordert wird, während das U.-S.-P.-Blatt nur auf eine Kommission hinweisen kann, die im Schweiße ihres Angesichts berät. Angesichts der kommu- nistischen Undankbarkeit läßt sich dann das Organ der un- abhängigen Lokalregierung folgenden Stoßseufzer entfahren: Ja, ist denn die Fraktion der lk.S.P. daran schuld, daß so traurige Zeiten über dos arme Volk hereingebrochen sind? Die Herren Einsender wissen ganz genau, wie schwer es ist, die An- sprüche der arbeitenden Bevölkerung nur einigermaßen zu er- füllen. Denn als vor kurzem an sie da? Ersuchen gestellt wurde, einen Mann von ihrer Partei in die Lebensmittelkommission zu entseßden, da haben sie es abgelehnt mit der famosen Begrün- dung, sie treiben keine Kompromißpolitik. Ja, TjcJt denn die Ernährung mit der Politik etwas zu tun? Und kann man in den Versammlungen nicht mehr schimpfen, haben die Mitglieder kein Interesse mehr an der Partei, und die Herrlich- kett der im Eingesandt unterzeichneten Verwaltung(nämlich der kommunistischen. Red. d.„V.") hätte bald ein Ende. Kann man nicht mehr schimpfen, so haben die Mitglieder kein Interesse mehr an der Partei. Man sieht, der Hofer kom- niunist'ich-uuabhängige Froschmäusekrieg enthüllt tiefe poli- tische Wahrheiten._ dutafta nach Berlin. Nach„Echo de Paris"-bestätigt es sich, daß Dutafta fran- zösischer Botschafter in Berlin wird. Während einer Ueberyangs- Periode wird Frankreich durch einen Geschäftsträger vertreten sein. Diese Mission wird dem gegenwärtigen Geschäftsträger in Bern Clinchant übertragen werden.— Dutafta ist dem deutschen ZeitungÄeser als Generalsekretär der Versailler Konferenz be- kan-nt geworden. »--------------____ i_____________________ gezügelt und triebhaft, aber stärker alz alle Erinnerung an die Vergangenheit." Wir dürfen mit Spannung diesem Werke des jungen und starken Poeten entgegensehen, der uns verspricht, die Wahrheit zu sagen. Denn die können wir jetzt vertragen. Die Ausstellung zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, die in den Landesausstellungshallen vom Nationalhygienemuseum und der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechts- krankheiten vSranstaltet wird, wird am 17. Oktober eröffnet. Die Ausstellungsgegenstände teilen sich in bildliche und plastische. Die, bildlichen sind kleinere und größere Tafeln, die— meist farbig— den anatomischen Bau des äußeren und inneren Gcschechtso-rgauS des Mannes und der Frau bzw. die Veränderungen und Zer- störungcn an diesen Organen durch eine der drei Geschlechtskrank- leiten darstellen. Die plastischen sind zum Teil farbige Holzmodelle, die denselben Zweck erfüllen wie die Albbildungen, z. B. Moulagen. d. h. Wachsabgüye. die in Gestalt und Farben naturgetvcue Nach- bildungen von Gliedmaßen und Krankheusprozessen sind. Alle Abteilungen zeigen dem Beschauer offen die einzelnen Stadien der Geschlechtskrankheiten vom anscheinend harmlosen Beginn.bis zu den schwersten Zerstörungsprozessen. Ungeschminkt wird dem ein- zelnen vor Augen geführt: so ichen die Krankheiten aus, so können sie vernachlässigt werden und so können sie' verhütet werden. Schillertheater:„Der Meineidbauer". In farbig lebendigen Bildern zog Ludwig AnzengruberS jetzt beinahe schon ein halb Jahr- hundert älteS Mdnetdbaner-Drama vorüber. Erstaunliche Charakte- risierungskunst, ein ehrlich starker Wille, von der Bühne her bessernd und läuternd auf die Zuschauer zu wirken, und alwolksstücksmätzige naive Holzschnittmanier des szenischen Aufbaues kreuzen sich in diesem wie in den anderen Werken Änzengrubers. Die Hauptfigur, der Kreuzweghofbauer selbst, ist eine der eindrucksvollsten, prägnan- testen Charaktergestalten, auS quellendem Reichtum lebendiger An- schauung geschöpft und in der Mischung der Züge im Grund ein viel überzeugenderes Gemälde menschlicher Heuchelei, als Molieres klassisch gewordener, von keinen Skrupeln mehr geplagter Tartüsfe. Mit wundervoller Klarheit läßt uns der Dichter in der großen Szene des zweiten Aktes, wo der Alle dem Sohne die Geschichte semeS Verbrechens beichtet, ins Innere dieses Menschen sehen. Zug um' Zug enthüllt sich die Verkettung, die nach der ersten, nicht zu- rückgewiesenen Versuchung auf abschüssigem Wege vorwärts stieß, wie das Gewebe immer sinnloserer Sophismen, durch die er sein Gewissen oder vielmehr seine Angst vor einem Strafgerichte Gottes zu betäuben sucht. Jene Gewaltsamkeiten der Handlung, die aus dem Wirrnis, das die böse Tat geschaffen, ein paar junge tüchtige Menschen, die kernige Vroni und den Sohn des Schuldigen, zum Ausblick auf ein neues, jubelnd begrüßtes Hoffnungsglück auf- steigen läßt, treten hinter diesem Großen und Bedeutsamen, durch Kontrastierung mit anderen Gestalten sich Ergänzenden weit zurück. Die Darstellung. von einer stimmungsvollen Dekor wrung unterstützt, war bis in alle kleinen Einzelheiten mit glücklichem Gelingen abgetönt. Nirgends ein störender Mißton. Direktor Pategg gab seinem robust gedrungenen Meineidbauer den Aus- Antisemitische Volkspartei. Der Haupworstand der Dsutschnationalen VolfZpartsi ist am 13. Oktober zu einer Tagung zusammengetreten, die von über 200 Vertretern der Landesverbände besucht war. Eine vorhergehende Sitzung des Parteivorstaudes hatte bei der eud- gültigen Wahl der Parteileitung die bisherigen Mitglieder derselben einstimmig wiedergewählt, und zwar Staats-! minister a. D. H e r g t, Geh. Justizrat Dr. Dietrich, Bankier Edler v. d. Planitz, Buchdruckereibesitzer Gräf. Nach den Mitteilungen des Hauptgeschäftsführers zählt die Parteiorgcknisation 1 100 000 Mitglieder(?) in 3024 Orts-! gruppen. Die Verhandlungen am Vormittag galten der„völkischen" Frage. Unter stürmischem Beifall wurden einstimmig folgende beiden Entschließungen angenommen: 1.„Die Deutschnaiionale Volkspartei steht auf dem Boden deS deutschen Volkstums. Von dieser Grundlage aus kämpft sie sjegen jeden zersetzenden undeutschen Geist, mag er von jüdischen oder anderen Kreisen ausgehen. Sie wendet sich besonders gegen die Vorherrschaft des Judentums, die seit der Revolution in Regierung und Oeffeuilichkeit immer verhängnisvoller hervortritt." 2.„Der Hauptvorstand der Teutschnationalen Volkspartei spricht den deutschnationalen Fraktionen der Nationalversamm- hing und der Landcsversammlung volle Zustimmung zu ihrem Vorgehen gegen die Uebcr schwemmung mit ostjüdi- schen Elementen aus. Er ersucht sie, auch weiterhin nach Kräften auf ein Verbot der jüdischen Einwanderung hinzuwirken." Danach hielt es der Vorsitzende für geraten, in einem per- sönlichen Schlußwort von dem Radau- oder Pogromantisemitismus abzurücken, der die völkische Frage mit den Mit- teln der persönlichen Hetze oder Gewalttat lösen will. Tiefe taktische Wendung ändert nichts an der Feststellunc,, daß mit der Annahme der oben abgedruckten Resolistionen die Deutsch- nationale Volkspartei vollkommen ins Läger des Hetzantisemitismus abgeschwenkt ist. Militärschimpfkonzert. Der Homerische Wortwechsel zwischen General G r ö n e r und Generalmajor Graf W a l d e r s e e nimmt feinen Fort- gang.' Nachdem Gröner dem Grafen einen„Verleumder" aufgebrummt hat, erläßt Graf Waldersee in der„Täglichen Rundschau" eine längere Erklärung gegen Gröner. Darin teilt er der Oeffentlichkeit die erschütternde Tatsache mit, daß er bereits am 23. November 1918 auf dem Rückmarsch durch Belgien ehrengerichtliche Rechtfertigung des Generals Gröner auf dem Dienstwege beantragt und gemeldet habe, daß die Behauptung, das Frontheer habe am 9. No- vember vormittags nicht inebr hinter dem Kaiser gestanden, „eine ungerechtfertigte Beschimpfung und Beleidigung der Armee sei.- Die Oberste Heeres» leitung habe aber den Antrag abgelehnt. Er, Waldersee, habe dann nach der Unterzeichnung des Friedens von neuem eine ehrengerichtliche Rechtfertigung des Generals Gröner auf dem Dienstwege beantragt. Aber auch dieser Antrag sei ab- gelehnt worden. Inzwischen erwächst Gröner ein starker Sekundant in der Person des Generalfeldmarschalls H i n d e n b u r g, der als einstiger unmittelbarer Vorgesetzter Gröners die An- schuldigungen des Grafen Waldcrsce als„d u r ch a u s n n- zutreffend" bezeichnet und fein Bedauern über das Vor- gehen des Generalmajors ausspricht. Hindenburg bezeichnet die Tarstellung WalderleeS als„tendenziös gefärbt und viel- fach unrichtig". In früheren Zeiten hätte ein solcher Disput zwischen Offizieren mit einem wechselseitigen Piff-Paff-Puff geendet. Die Revolution scheint indcS erzieherisch gewirkt zu haben.__ Tie preußischen MixeratwSsscr mis dem Staat pehö reichen Quellen sollen, wie dcr HanShaltausschuß der Landesversammlunq beschloß, sobald es tunlich ist, Krankenkassen zum Selbstkostenpreis überlassen Norden. druck einer geduckt lauernden Verschlagcnbeit und vermochte es da- bei— jeder Verluckung zu theaterbafter Böscwichter-Uebertreibung weit aus dem Wege gebend—, Mitleid für den argen Sünder wachzurufen. Sehr gut war Mela Hartwigs aufbrausend temperamentvolle und dock liebenswürdige' Brom, wie Fanny WolffS prächtige alte BürgerlicS. Die etwas blasse Rolle des Franz beseelte P ae sch k c mit frischer Natürlichkeit. Von den kleineren Episodenrollen sind insbesondere der jüdische Hausierer Arthur Menzels, Wirths biederer Großknecht und die schnippische CrcScenz des Fräulein Rössing. ckt. Ter dänische Tichter Karl Gjcllerup, der vor zwei Jahren den Nobelpreis für Literatur erhielt, ist in Dresden, 63 Jahre alt, ge- storben. Mehrere Romane und Dramen seiner letzten Jahrzehnte bekunden sein ernstes Denken auf Wegen einer Philosophie der Er- lösung. In buddhistischen Bildern sprach sein ideales Wollen sich miS. Der badische Theaterkricg. Drei Heidelberger Zeitungen er- klären, daß sie beschlossen baben, die Besvvechung von Leistungen der Mannheimer Ortsirupve der Deutschen Bübnengenossenschafr einzustellen. Das als Erwiderung auf den Eingriff in die Freiheit der Kritik, dessen die Mannheim« Mitglieder der Bühnengenossen- schaft sich schuldig machten durch ihre Weigerung, weiter zu spielen. falls der Kritiker der„Neuen Badischcn Landeszeitung" Dr. Ernst Leopold Stahl weiter über ihre Leistungen berichte. Lnvo 911. Hortmann, der österreickntche Gesandte in Berlin, svrscht am 18. Oktober, nachmittaas 4 llbr, am Veranlassuno tcr Arbeitszemein- schakt lohaldemokraii'cher Lcbrer und itcbrmnnen Grotz-BerlinS über den „Untergang der antiken Welt" in d-r Aula des Dorotbccn- slädli'chen Realgtimnasinms, Georgenstraße, am Bahnhof Friedrichstratze. Zutritt für jedermann. Tie Vorlesnnqen des Mhiiswrjjrästdenten Hirsch an der Ber- ItnerUnioersität über„Kommiinal'politische�Zroblcme" be- ginnen hrnte, abends 6 Uhr, im Hörsaal 122. Theater. In der Dolksbübne wird am 15. Oktober das Lust- spiel„Matz für Matz� vou Shakespeare wicdcrbolt.— Die Aus- sübrungen des Dramas„Das Geseh" finden vom 16. Oktober ab im Rosc-Tbeatcr statt.— Im Walhalla-Theater wird am Donnerstaa die dreiaklige Operette„ E in e Frau w i e Du" von Tecker und Schech, Musik von Hermann Krome, erstauszesühit. Ter Vergleich Jchnsr-Reinbardt. Agnes Straub bat mir dem Tentschen Theater einen sünksäbttgen Vertrag abgeschlossen. Ihre Tätigkeit an den Rcinhardtbühnen beginnt bereits in der nächsten Zeit. Volksbühne-Konzert. Das einzige Konzert von Wanda San- d o w s k a in dieser Saison findet im Nahmen des Verbandes der Freien Bolksbübnen am 19. O.'tober, vormittags Ii1/, Uhr, im Tbeater am Bülow« Platz statt. Frau Landawsla lond aus der Geschichte der Volten und Walzer Werte auf dem Cembale und Klavier vortragen Karten zu 2 M. lein' cht. Klctderablace) u. a. bei Ttetz und in der Gclchäjtsilcll« des Ver- bandes, Linienstr. 227. Philosophische TZorlcsungc», Genosse Max AP el beginnt biete Woche solgente Vorlesungen: Die Weltanschailungen der Griechen, 71/, bis 8'/, Uhr; Eintührung in die Philosopbie A. Donnerstag, abends 81/, bis 9'/, Ulm, Georaenllr. 30; GoetbeS Faust, 71/,— 8'/, Uhr, Einführung tu die Phlilosophie I, Freitag, abend? 8'/,-V'/, Uhr. BelletzaesU. 15, Znöustrie und tzandel. Börse. Am Petroleuni-»ind Kolonialmarkt nabm die Auf. wärtsbeweguna ibren Fortgang. TaS Eesckäft war teilweise gerade- zu stürmisch, namentlich in Southweft-Africa-Company, Sloman Salpeter, Otavi und Caoco. Kolonialante�le und Petroleumanteile waren zwar fest, die Stimmung indcZ wenig beträchtlich. Von Petroleum werten waren namentlich Steaua Romana be- fragt, die auf 720 anzogen. Auf den übrigen Gebieten war das Ge- schüft weniger lebhaft. Immerhin konnten einzelne Montan» werte, Zchiffahrts-, Färb- und Elektropaprere weitere Kurssteigerungen erzielen. Feit toaren auch die Werte deS freien Verkehrs und des Einheitsmarktes; Rentenwerte waren im allgemeinen wenig verändert, teilweis« leicht gebessert. GroßGerlw Beträchtliche Iteuererhöhung in Groft-Berlin in Sicht. In fast allen Berliner Gemeinden haben Kommunalpolitiker» konferenzen stattgefunden, die sich m,t den Forderungen der HilsZ. angestellten und den zu ergreifenven Matznahmen beschäftigten. Durch den drohenden Streik der Angestellten und die dadurch ent- stehenden Mehrkosten wurden Vorschläge zur Erhöhung der Ge- meindeemlommenstener und der indirekten Steuern gemacht. Es ist der Vorschlag gemacht worden, die Gemeindeeinkommensteuer von LOO auf 350 Proz. zu erhöhen. Weiter wurde vorgeschlagen, den Gaspreis auf SO Pf. zu erhöhen. Weiter soll eine Erhöhung des Stratzenbahntarifes vorgesehen werden. In den westlichen Vor- orten wurde von den Kämmerern der stärkere Ausbau der Lust- barkeitssteuer angeregt. In Wilmersdorf wurde z. B. der Vorschlag gemacht, die Hundesteuer zu erhöhen und eine Dienstbotensteuer ein- .zuführen. Auch die indirekten Steuern müßten erhöht werden. Vorläufig sind all diese Steuererhöhungen noch Projekte. Es soll in nächster Zeit jedoch eine neue Konferenz der Kämmerer einbe- rufen werden, in der man sich über die weitere AuSgeftalhing des SteuerwefenS klar werden wird. Zum Neuköllner Hilfsangestelltenstreik. Der Magistrat Neukölln ersucht unS um Aufnahme folgender Richtigstellung: In der Morgenausgabe des„Vorwärts* vom 14. Oktober 1019 wird bezüglich des Streiks der Bureauhilfsarbeiter in Neukölln von einem Mitglied der Streikleitung behauptet, daß eine Deputetton dieser Angestellten am Montagmorgen 8 Uhr in Abwesenheit de? Bürgermeisters Dr. Mann mit dessen Vertreter verhandelt habe. Diese Behauptung ist u n r ich t i g. Vielmehr ist seit dem Eintritt des Streiks weder mit dem Dezernenten Bürgermeister Dr. Mann, noch dessen Vertreter, noch einem anderen Vertreter des Magistrats über die Forderung der Hilfskräste verhandelt worden. Dem Ma- gistrat ist noch heute keineoffizielle Mitte ilung darüber zugegangen, ob die Bureauhilfsarbeiter den am Sonnabend in Berlin gefällten Schiedsspruch anerkennen oder ablehnen, ob sie ihre Forderungen, die sie vor dem Schlichtungsausschutz gestellt haben, im vollen Umfange aufrechterhalten oder in welcher Höhe sie jetzt Forderungen stellen; insbesondere ist dem Magistrat noch keine offizielle Mitteilung'zugegangen, ob die BureauhilsSarbeiter den Anspruch auf eine einmalige Wirtschaftsbeihilfe weiter aufrechter- halten oder ob sie ihn fallen lassen. Sachlich steht der Magistrat auf dem Standpunkr, daß die Frage der Gehälter der Bureauhilfs- kräfte nur einheitlich für Groh-Bcrlin geregelt werden kann, datz ein Sendervorgehen Neuköllns in dieser Frage durchaus unzulässig ist. Wie die Lebensmittel verteuert werden. Vom Reichsverband deutscher Obst- und Gemüsehändler er- halten wir eine Zuschrift, der wir folgendeö entnehmen: Die Angaben der Firma Bergentbal über das Monopol der Aepfelvcrsorgung Grotz-Berlins sind zweifellos richtig. Unbegründet ist aber die Vermutung, datz die Kleinhändler sich an dem badischen Obst„gesund gemacht baben*. Sowohl von der Firma Bergentbal. als auch von der erwähnten„anderen Seite*, von der diesbezügliche Mitteilungen gemacht wurden, sst nämlich folgendes verschwiegen worden: Die Firma Bergenthal gibt das ihr zur Ver- sügung siebende badische Obst nicht direkt an den Kleinhandel ab, sondern gibt es er st an den Obstgrotzhandel weiter, von dem ein entsprechender Aufschlag auf die Ware gelegt wird und der Großhandel gibt«s wieder an die ibm nahe- stechenden Z w i s rb e n- G r o s s i st c n a b, die ebenfalls wieder einen entsprechenden Aufschlag auf die Ware legen, die erst in die Hönde des Kleinhandels kommt, nachdem sie die beiden erwäbnten Zwischenstationen durchlaufen hat, die an der Ware einen ver- bältnismätzig hohen Verdienst mühelos einstreichen. Unser Ver- band als berufene Vertretung der Kleinhändler hat von jeher gegen diese schon-im Frieden von ihm bekämpfte Verteuerung der Ware durch diesen vollständig überflüssigen Zwischenhandel Stellung genommen. Leider begegneten unsere Bemühungen in dieser Beziehung gewissen Schwierigkeiten bei der Direktion der Berliner Markthallen, die zur Herauswirtschaftung ihrer Verwal- tungskosten diesen Zwischenhandel stützt und groß zieht. Dieser erwähnte Zwischenhandel lebt tatsächlich als Parasit von der Ber. liner Volksernährung. Je eher et verschwinden würde, desto eher würde es möglich sein, die Berliner Verbraucher nicht nur mit billigem Obst, sondern auch mit erheblich verbilligtem Gemüse zu versorgen._ Zwat gseinquartierung In Charlottenburg. DaS Charlottenburger städtische Wohnungsamt geht an die Durchführung der Zwangseinquartierung. Zunächst wird es fest- stellen, welche im Verhältnis zur Zahl ihrer Bewohner übergroße Wohnungen sich ohne erhebliche bauliche Aenderungen in mehrere lelbständige Wohnungen aufteilen lassen, oder, wenn eine Ab- trennung von Wohnungen nicht möglich ist, welche Räume sich zur Aufnahme von einzelnen Personen eignen. Da nicht ausge- säblossen ist. datz Schwindler die Gelegenheit der jetzigen Fest- stellungen dazu benutzen werden, um tn Wohnungen zu kommen, wird dringend geraten, sich die Legitimation der Beauftragten des städtischen Wohnungsamtes vorzeigen zu lassen und im Zweifels- fall sich sofort telephumsch an das städtische Wohnungsamt(Amt Wilhelm, Magistrat Charlottenburg, Anschluß 3-16) zu wenden. Wo gibts die Fahrkarten? Uns wird gekchr'cbcn: Seit Ende September prangen in den Wagen der Sieinens-Stratzcnbahn Piakaie mit der Mitteilung, daß Arbeiterwochenkarteu vom 1. Oktober zu haben sind. Aus wieder- holte Nachtrage bei den Schaffnern ist denen nichts davon bekannt: einer meinte, datz die Karten wohl tn der Hollmonnstr. 34 zu haben find. Es würde sich doch empfehlen, Meie Karten Montags dem Schaffner mitzugeben, da§ war doch früher bei der Siemens- Halske-Bahn auch der Fall. Oder soll erst jeder Fahrgast s e d e Woche nach der Hollmannstratze oder einem Betriebsbahnhof fahren, um sich eine Karte zu löten? Im übrigen ist die Ein- iühruna zweifellos eine Erleichterung für beide Teile, da bei der Uebertüllimg der Wagen das ewige Wechseln unliebsamen Aerger vermeidet. Der Rcichsbuiid der Invaliden, Ortsgruppe Grotz-Berlm, hielt dieser Tage mehrgre öffentliche Versammlungen ab, die seist gut besucht teeren. Referenten waren die LeidenSgenossen Subke und Scharte. Die Erhöbung der Teuerungszulage, der Invaliden- und Altersrenten van 8 M. auf 20 M. und der Witwenrente lJnvaliden) von 4 Mk. auf 10 Mk. ist völlig ungenügend und wirkt, in Anbetracht der Kohlen- und BrotpreiSerböhung toie eine Verhöhnung der Aermsten der Armen. Alsdann habe man die Unfallreatner völlig übergangen. Ebenso Hot der Magistrat die Armenunterstützung?- berechtigten anscheinend vollsiändig vergessen. Es mutz eine sofor- tige wirksame Er höhung aller Renten und Unter- st ü tz u n g s s ä tz e gefordert werden. Um aber diese? zu erreichen, ist es notwendig, daß sich alle Invaliden, Erwerbsbe- schränkten und Armen dem Reichsbund der Invaliden anschließen und nur die Presse lesen, die ihre Interessen voll und ganz vertritt. Die Ortsgruppe Grotz-Berlin zählt bereits 1000 Mitglieder.— Eine Resolution fand einstimmig Annahme, wonach die am 1. Ok- lober � zur Auszahlung gelangte Erhöhung der Teuerungszulage für völlig ungenügend bezeichnet wurde. Sie fordern eine sofortige Erhöhung aller Renten bis zur Höhe der Unterstützungssätze der ReichSarbeitSIosensürsorge. Ferner erwarten die Versammei- ten vom Magistrat der Stadt Berlin, datz den Stadtverordneten umgehend� eine Vorlage unterbreitet wird, um die Armenunter- stützungssätze, den Teuerungsverhältnissen entsprechend, zu erhöhen. Vom 12. Oktober ab befindet sich die Geschäftsstelle ocs Reich-- bundes der Invaliden vp.. Ortsgruppe Grotz-Berlin. N. 58, Stubben- kammer Str. 6. Sprechzeit: Montag, Mittwoch, Freitag, 5— 7 Ufr. Hohe Entlohnung von StaatSarbeitern. Zu dieser Notiz schickt uns das Landwirtschastsmirnstertum eine Erklärung, wonach nur zwei erst kürzlich angenommene Arbeiter den von uns gerügten Lohn erhalten. Alle im Ministerium gezahlten Löbne entsprechen aber dem von den Behörden Grotz-Berlins festgestellten Tarif. Auf einen Mörder aus Salzwedel fahndet die hiesige Kriminal- Polizei. Es handelt sich um einen Polen, der gestern abend in Salz- wedel den Althändler Remer umgebracht und beraubt bat. Der Flüchtige, der sich wahrscheinlich nach Berlin gewandt bat, ist etwa 28 Jaore alt und blond und trägt einen grauen Anzug und eine alte Miliiärmütze. Bei sich hat er mebreve Perfete, die geraunte Anzüge enthalten und mit Blut befleckt sein müssen. An Geld fielen ihm 400 M. in die Hände. Von der Straßenbahn überfahren und getötet wur.de gestern abend am Alexanderplatz ein unbekannter Mann von etwa 50 bis 60 Jahren. Er hatte ein Sparkassenbuch auf den Namen Adolf Zern bei sich, scheint dem Arveiterstande anzugehören. Autodiebstahl. Auf dem Grundstück Albrechtstr. 12 stand ein Auto des türkischen Prinzen OSmar Farnk. Die Verfügung darüber lag dem General v. S t e m p e l ob. In den letzten Tagen erschienen nun zwei Männer bei der Portierfran und legten"ihr eine Bescheinigung mit der Unterschrift des Generale vor, in der gesagt wurde, daß das Auto durch die Ueberbringer des Scheines nach Jena überführt werden soll. Die beiden Männer hatten auch Schlüssel ntitgebracht zur Oesfnung des SchtuppenS. Anch eine Blechkanne mit Brennöl. Vertrauensselig ließ die Frau die Männer in den Schuppen hinein. Das Automobil wurde fahrtbereit gemacht und ohne Bereitung fuhren sie auf und davon. Von den Schwind- lern fehlt jede Spur.'» Holzwucher. Man schreibt uns: Um der Kohlennot in etwa- zu begegnen, kaufte ich am letzten Sonnabend einen halben Zentner klein geschlagenes Holz zum Preise von 5,50 Marli Als ich am Montag, um einen kleinen Vorrat für den Winter zu bekommen, in demselben Holzhandelsgeschäfte wieder einen halben Zentner Holz gleicher Art kaufen wollte, wurden mir dafür bereits 6,50 M. abveklangr. Dabei handelt es sich nstla etwa für den Verkäufer um eine neue Holzlieferunq. die vielleicht den erhöhten Preis be- dingt hätte, sondern die Mehrforderung ist reiner Konjunkturgewinn. Ließe sich denn wirklich gegen eine solche wucherische Ausnutzung der Notlage nicht einschreiten? Die Ttudrnten'gcgen die GeiüvrenerhLhuuiig. In der letzten Sitzunq der Ctiidentenvatrewng der Berliner Universität wurde einstimmig der Beschluß gesaßt, bei Rektor und Senat sowie dem Ministerium vor- stellig zu werden, daß die Borlesunaeii und Seminare über ZeilungSwele» künftighin in der Universität ftaltsinden sollen. Auch ist die Gründung einer juristischen Beratungsstelle anzustreben, in der Prosessoren der sutislischen Fakultät kostenlos Rotlchläge erteilen. Fernerhin wurde in einer Rclolutian Protest gegen die Erhöhung der Audi! orten-, Praltltanten- und JnstitutSgcbühren um 100 Proz. erhoben. Freireligiöse Gemeinde. Morgen Mltwoch, 8 Uhr. be! Wilke, Scbastianstr. 83: Mitgliedervertammlung. Mariendorf-Tüt-etide. Gemeindcvertreterstyung. Zum Branden- burgischen Städtetage wurden delegiert Binte(S. P. D.), R i ck ter(U. S. P. 35.). Luschen(Dem.). Hesse(Bürgerl.). Die Tagegelder sollen vom 1. Juli ab um 100 Proz. und die Kilo- metergelder vom 1. Oktober um 50 Proz. erhöbt werden. Für die durch die Einrichtung einer Gmeindenähstnb? eriorderlichcn baulichen Umänderungen im Rathanse wurden 1100 M. bewilligt. Von der Aufhebung der Michaelisetnscbulung in den Volksschulen wurde Kenntnis genommen. Genosse G e r I a ch wünschte, daß in bezug auf die Schulangelcgenheiten ein etwa? schnelleres Tempo eingc- schlagen werden möge. In der vorigen Sitzung war der Beschlutz gefaßt worden, für die Schulkinder die Zahnpflege einzuführen durch einen Vertrag mit den hiestgen Zahnärzten. Nach Prüfung der Angelegenheit durch den Finanzausschuß soll die Errichtung einer eigenen Zahnklinik erwogen werden. Diese Angelegenheit soll so schnell als möglich erledigt werden. Ein Antrag ani B-ewilli- gung eines Beitrages für die Verwaltungsakademte für Beamte wurde abgelehnt insolge der geringen Beteiligung der örtlichen Beamtenschaft. Für die Bureauhilfsarbeiter wird mit die Regelung der endgültigen Gehaltssätze ein weiterer Porschutz von 260 M. bewilligt, fiir ein Vierteljahr im voraus zahlbar; die Gemeinde» arbeiter erhalten diesen Vorschutz jede Woche gezahlt vi» zur Rege- luirg ihrer Lohnsätze. Für die bei de? Gemeinde beschäftigten Tischler wird eine weitere Lohnerhöhung nakk den Tarifabschlüssen des Holzarbeiierverbandes bewilligt. Die Umwandlung von sechs Diätar- in Assistentcnstellen wird genehmigt mit der Matzgabe, datz die Anstellung mit Kündigung erfolgt. Ein Antrag unserer Frak- üon, die Vertvaltnng de? Kirchhofs in Gemeinderegie zu über- führen, soll in nächster Sitzung zur Beratung kommen. PeterShagen. Yiemeindevcrtrelung. Eingangs der recht an- regend verlaiifenen Sitzimg protestierte Herr Schöffe Fischer gegen den letzten Bericht im„Vorwärts". Genosse Grün beseitigt mit einer kurzen Erklärung alle Zweifel an der Lbjekiivstät desselben. — Gegen sogenannte„wilde Bauten'' soll mit aller Strenge vor- gegangen werden. Bis auf die Wasserversorgung fanden alle.ftom- missionsberichte ihre Erledigung. Die Inangriffnahme von Neu- anschlüssen ist vor dem 1. April nächsten Jahre- ausgeschlossen.— Ter Antrag der freireligiösen Gemeinde auf Gewährung eines Britroges zu dem von ihr eingerichteten O'horalunterricht stieß bei den bürgerlichen Parteien auf horten Widerspruch. Genosse Ra- domski begründete den Antrag. Die mit großer Leidenschaft ge- führte Debatte erreichte mit der Annahme des Antrage? ihr Ende. Bewilligt wurden jährlich 200 M., rückwirkend vom 1. Oktober.— Beschlossen wurde die Änsiellung eines Bureaugehilfen. lieber die unerquickliche Debatte betreffs Bolil-zählung schweige im Jnter- esse unserer gesamten Gemeinde des Sängers Höfli-bkeit.— Die Versorgung mit elektrischem Strom dürfte noch in diesem Monat erfolgen.— Die Unpassierbarkeit des Friedhofsweges bei Regen- Wetter soll beseitigt werden.— Die Abgabe von Kohlen hat nach Gewicht zu erfolgen. Eine Bcschtverde gegen den Händler P., Tatzdorfcr Chaussee, veranlatzte Meie Distussion.— Schritte für die Erlangung eine? brauchbaren Fahrplanes für inisercu Orts- bahnhof sind unternommen. Groh-Bcrliner Lebensulittel. Stralau. Sonnabend: 250 Gramm Hajei flocken(44) für Jugend« l i ch e 200 Gramm Mai-mebi(P), 500 Gramm Kartofselwalzmehl(Qi, 250 Gramm Bohnen Abschnitte bis Miltwoch. Dahlem. 13. bis 19. Oktober. 260 Gramm Hülsenfrüchte(91) bis Freitag(3i), 200 Gramm Hülsenfrüchte(44), 250 Gramm MaiSgrieß(92), Kondensmilch, soweit der Borrat reicht. Malzextrakt auf Attest Frei- ko er tauf: Salzheringe, Vabclbissen in Dösen, Krabbenextrakt 60 Ps. Leberwurst ä Do!: 5 M. Steglitz. 18. bis 16. Oktober: Anmeldungen attf 250 Gramm Granden» meljl(91), 250 Gramm ameritanischcs Seizcnmebl(K 20), 2 Päckchen Milchiüßspeise oder Mllch-Puddingpuiver(Sa). Für Kriegsbeschädigte von 50 Proz. und darüber vom 13. bis 25. Okt. 1000 Gramm gcs. Nudeln, 1000 Gramm Hascrslocken. Iohannislhal. Ab Freilag t 250 Gramm ousl. Hübensrüchte(75). 260 Gramm Suppen in Paketen(91), 250 Gramm amcrii. Weizenmehl (.7 19i, 250 Gramm Marmelade(321). ein Päckchen Mnchlüßlpeijcn(522), zwei Suvperwüifel(628), Sondei anSgabe(524). Für Kinder von 1—6 Jahren 250 Gramm Kindergerjicnmehl(525). Groß-Serliner parteinachrichten. Rudow. Gcneralversommlnnz Donnerstag 8 Uhr bei Bester, 1. Verlesung des Protokolls. L. Geschästliches. 3. Bericht des Bor- slandes und deS Kassierers. Steglitz. Die Mitgliederversammlung Mittwoch 7 Uhr findet nicht statt. Fraueuabendr. Z<1. Sibteilnng. Frauenversammlung Mittwoch 71/, Ubr bei Blclfin, Stargarder S». 3, Vortrag: Lehrer Kreuzigcr. Borwärtsteser will- kommen. Nontgcntvl-Ruch. Mittwoch bei Marks, Bärwolfstraße, 7'/, Uhr. Res. t Genossin Todenbageii:„Die neue Ler'assung*. Kaulodorf. Mittwoch bei Schwarz. Hönower Str. 5, 7','t Uhr. Ref.: Genosse Trinis:„Die Frau und der Sozialismus*. Roinickeiidorf-Lst. Mrtlwoch in der Schuloula, Letteallee 25/26. Res.: Genosse Heilbutt:»Was ist Religion?* Sklöungsyeranftciltungen. Charlottenburg. Gebühr für den BUdunzskursus für arbeitslose Genossen 2 M. Der KursuS beginnt Freitag 7 Uhr in der Königin- Ellsabeth-Schulc, Tanckclmannitr. 26/23 Iungsozialiftiiche Noreinignng. liniere Milglieder beteiligen sich an dem morgen'l,S Uhr von der Sozialisliichcn ArdeitSgemeinichait an der Handelshochschule im Gencralver sammlungssaal der Börse. Surgilt. 25, veranstalteten Vortrag des Genossen Eduard Bernstein über: „Sozialismus und Börse*. Gäste willkommen l Vertrage, Vereine unö veroammlnr�et:. Lichtenberg. Dienstag, 21. Oktober. 7 Uhr. spricht Rudols Wijscll in össentlicher Vollsveriommlung in der Aula, Part- Aue, über:„Dre soztal- deinolraiie im neuen Deutschland*. 1 4. OeneraZyeesaNimwng öes Deutsihen NleSallardeitsrvLrbanöes. Stuttgart, 14. Oktaber. 1 l Ul m 3 C 1 l C I I II ü. I»»t'l l 4 V,. I L. f f u*. V�;»„ ♦" 15 ♦— den, daß Mitglieder, die noch nickst 29 Wochen dem Brrbande angehörten. nickt zur Zstabl zugelassen wurden, obwohl nur ein: 28;vöchige Mitgliedschaft nötig ist. Ferner fungierte ein Kandidat als Wahlleiter. Die Kommission schlägt vor, diese Proteste für imgültig zu erklären. t_ In der Debatte verteidigt Richard Müller- Berlin die Vor- kommnisse bot den Berliner Wahlen mit den besonderen Berliner Verhältnissen uüd Bestimmungen des WafilreglementS. Er habe sich selbst etinen gestrichenen Zettel geben lassen, da er unmög- lich alle Kandidaten keinen konnte. Im üvrrgen. müßten zu Wahlleitern durchaus„zuverlässige� Kollegen ge- ttammen werden. R i tz e r t- Mannheim tritt den Auk-rahrunyen Mullers entgegen und weist auf den bekannten Brief DitzmannS hin, der zur Beurteilung der Wahltaktik der Opposirion bizeichneüd sei. Retckelt vom Vorstand arklärt, datz der Vorstand den Wah.- Protest der Berliner bereit? am v. Seviember an dre Bakurer weitergegeben haive, datz aber erst am letzten Sonntag die Antwort per dortigen Bezirksleitung eingetroffen fei, so datz es dem Vor- stand unmöglich war, dazu Stellung zu nebmen. �_ Haas- Köln/Main erklärt, datz das Wahlrcglemetst wie snr olle Orte, fo auch für Berlin Gültigkeit haben müsse, sollten dm angeführten Vorkommnisse in allen Sri1 liner Waibllokocken an der Tagesordnung ckeweien ietn. dann müsse man alle Berliner .Mandate filr ungültig e'r klären, anderen sali? nur die in den einzelnen Bczirlcn abgegebenen Stimmen kassieren. � Ditzmann» Frankfurt et. M. gibt zu. daß einzelne Unrege!- mätzrgkciten vorgekommen sind, verwirft das ausgefeilte und an-- gobrütete Wablreglement und fordert, datz es in Zukunft von der Generalversammlung ausgearbeitet würd.. Tost erklärt, datz die Proteste keine Berechtigung hätten. Em Schlützcrnirag wird gegen die Minderbsit angenommen. Räch dem Schlntzwort kommt es zu erregten AnSe in ander- setzungen zwischen Mehrheit und J Hm? beantragt namentliche Abstiminung über die Gültigkeit der Berliner Mandate. Da- wird beschlossen. � � Vorsitzender Schlicke erklärt, daß die Inhaber der angefochtenen Mandate nicht mitstimmen dürfen.(Lärm bei der Mvlchheit.) In der Geschäftserdnungsdebatre erinnert die Oppcsition daran. «Xrh man tm? de.m Bevbandvt monatlich. 2. Nur dann, wenn der Entlassene kriegS- beschädigt ist.— C. K. 86. 1. und 2. Ja, sosern eine Eniiaffung noch nicht ausgesprochen ist.— 21. B. 31. Beschwerde an das Reichswehr- Ministerium.— B. St., Klixstr. Der Hauswirt bat die Bringepsiicht. Falls der Mieter nicht angetroffen wird, mug dieier alsdann die Karlen abrol-n. Berantw. für den redaition. Teil: Alsred Scholz, Neukölln: sür Anzeigen: Theod», Klocke, Berlin Bering: Vorwärts» Bcrkag®. m. b. S.. Berlin. Druck: Vorwürts- Buchdruckerei und Verloasanstalt Vau! Singer II. Co. in Berlin. 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