Nr. 531. 36.Iahrg. vezngSpret», VterteljLhr«. I— Ml. manatL 1�—10. frei ts* k> Ml. für da« üdng««tu, lau» io?ö Ml. dei täglich etainai. kiuftellmig i2ö Ml. Poftbeitellungeu nehme» a» Dänemarl. Holland. üuremdarg, Schwede» u. die Schwei». Singerrag«» in dt« Poit»k!eitung»-Pr«i»Iiil«. Der.Sonn&rt«' mit der Sonntag» dellage.Poll a. gerN erfcheini wache»- täglich jwermal Sonntag» Telegramm-Adrrff,: .Sojloldemotcal Betflo". Morgen Ausgabe. Nevlinev VolKsblettt. SluzeiaenpretS: v>« achtgelpalten« NonpareivezeN, lostet ILU M!.kleine Anzeie?»-, da» lengedruclte Morl Sli Pig. izulasstg I tengedruckie Worte), lede» welter» Wort«0 Psg. Stellengesuche und EchlaMellenanzetgen das»rfle Wort »Z Plg. jedes wettere Won 30 Psg. WoN» Uder l5 Buchstaden zählen für zwei Wone. Teueningszuschlag 50»/» F-mllten- Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Verein,»Anzeigen t» Ml die Rtüe. Anzeigen für die ' nächste Nummer müssen bis» Ahr nachmittags>m Hauptgeschäft. Berti» SW«d. Lindenstraße 3. abgegeben werde». lieoffnet von 9 Uhr früh dt» d Uhr abend». Zcntralorgan der rozialdcmokrati fchen parte» Deutfcblands. Neöaktion und Expedition: SW. bS, Lindenstr. Z. arrnivrecher: Amt Moritwla«. Nr.».»l tt«—»Zt i>7. Freitag, den 17. Oktober 1V13. vorwärts-verlag G.m.b. H., SV. HS, Lindenftr. Z. Fernsprecher: Amt Moriftpla«, Nr.»17 53—54. Eine neue Entschiedene Schulreform. Genosse Konrad Haenisch Hai sich in zwei„Vorwärts"» Aufsätzen zur Wehr gesetzt gegen Angriffe, die auf der Tagung des Bundes entschiedener Schulreformer gegen ihn gerichtet wurden. Er tut das in einer so sympathischen Weise, daß es fast schmerzlich ist, bei der Kritik zu verharren. Aber eS geht nicht anders! So mögen mir als Bundesvorsitzenden einige Darlegungen vergönnt sein. Hoenisch ist ein Optimist in dem Grade, daß er seine rühmlichen Absichten schon zu Taten verwirklicht sieht, daß er daran glaubt, die Todfeinde unserer Volks- und Menschheits- auffassung überzeugen zu können. Das bismärckisch- wilhelminische Zeitalter hat aber jahrzehntelang die Menschen so sehr schablonisiert, jede Schicht derart in ein Gesinnungs'chema gepreßt und so geruhsam in Bestimmungen und Borschristen eingebettet, daß die Söhne dieser Epoche sich verzweifelt dagegen sträuben, aus den Schranken ihrer frei- wistig-unfreiwilligen Heldenverehrerischen Untertänigkeit her- ausgerissen und in die scharfe Luft der Selbstverantwortung gestellt zu werden. Sie wolle.n nicht umlernen, sie wollen nicht einmal prüfen, sie sind starr; solange die alten Mächte, Adel. Militär. Korpsstudenten und Geistlichkeit, herrschten, erklärten sie es ohne jede„Sentimentalität" für eine Anstandspflicht, daß jeder, der irgendwie republikanisch oder sozialistisch angekränkelt sei. sein Amt zu quittieren habe. Damals waren disziplinarische Vernehmungen, Verwarnungen und Strafen die„selbstverschuldete" Reaktion darauf, daß ein Beamter auch nur von einem Zusammengehen mit der Sozial- demokratie zu reden wagte:„Das kann sich der Staat doch nicht gefallen lassen, daß seine Lehrer mit vaterlandslosen Gesellen Umgang pflegen." Nun hat sich, nach einer unerhörten Orgie von Blut, Betrug und Lüge, nachdem die Schul« wie die anderen Behörde» vier Jahre lang den Geist der Unehrlichkeit und Unmoral über die Jugend ergoffen, jede pazifistische, ja jede ehrliche Regung mit plumper Gewalt unter- drückt haben, das Blättchen gewendet. Und nun — geht keiner der alldeutschen Gewalt» m e n s ch e n! Sie„fügten" sich zuerst, nun— warten sie der baldigen Wiederkehr. Und säen konter- revolutionären Samen in die Herzen der„höheren" Schüler I Es wird Zeit, daß sie merken, daß wir die Republik behalten wollen! Daß wir jede Ucberzcugung achten, daß jeder außerhalb der Schulmauern reden und tun tann, was er will— wir dursten das nicht, uns hielt man läppische und brutale Ansprachen,— daß aber der ihm an- vertrauten Jugend gegenüber der Lehrer neu- t r a l zu sein hat. Hinaus mit dem deutschnationalen Jugendbund und ähn- lichen, alle. Gemeinschaft, alles Schullcben untergrabenden Hetzgesellschaften, hinaus aus der Schule I Man verleitet die Jugend zu unverantwortlichen Umtrieben, die nicht möglich wären, wenn nicht Eltern und Lehrer schürend dahmter ständen! Und würden die S ch ü l e r st r e i k S nicht sofort ein Ende haben, wenn man dem Schüler, der unmotiviert dem Unterricht fernbleibt, bedeutete, daß der Staat niemandem seine Wohltaten aufdrängt? Aber leider ist der Respekt— den können die Leute der alten militärischen Schule nicht entbehren, für die freie Ein- orvnung sind sie noch nicht reif— zum guten Teil verscherzt. Im Dezember und Januar waren die Herren zu allen Kon- zejsionen bereit, damals war man— damals hatte man Logik!— auf alle Aenderungeu gefaßt und wollte sie ertragen, die die Zeit erforderte. Damals hätte man all' die Namen der byzantinischen Periode— Hohenzollern-, Viktoria-Luise-, Cäcilie-, Auguste-Viktoria- usw. usw. Schulen— durch zeit- gemäße ersetzen, die Bilder unfähiger Fürsten(nicht des alten Fritzen) entfernen können, damals hat man diese Notwendig- keit. diese so ungemein wichtige, des Alltags versäumt. Nun sind diese Dinge, die schon halb auf dem Schutthausen lagen, zu„Symbolen" aufgerückt und man kann sich um sie schlagen, da man keine Folgen zu fürchten hat. Das Ministerium hat sich ja alles gefallen lassen, es ist— darauf pochen die Herren l— verpflichtet, sich alles gefallen zu lassen, denn es bekennt sich doch zur Bekehrung durch Güte! Als der in der Form verfehlte, dem Inhalt nach prächtige Wy'iekcnsche Schulgemeindeerlaß so von vielen Direktoren mißachtet wurde, daß sie nicht einmal die vorgeschriebene Be- sragung der Schüler vornahmen und— trotz aller War- nungen— das Ministerium daS hingehen ließ, nicht wenig- stens die formelle Befragung erzwang, da war der psycho- logische Moment verpaßt. Seitdem glauben Schulleiter und Oberlehrer, diese Regierung sei eine vorübergehende Erschei- Die vom ReichSarbeitsmmlsterium angeregten Verhand» lungeu der Arbeiter und Unternehmer der Metallindustrie haben gestern in später NachmittagSstunde begonnen und zogen sich bis in die elfte Stunde hin. Der letzte Vermitt- lungSvorschlag deS ReichSarbeitsministers Schlicke wurde nochmals eingehend erörtert. Es wurde schließlich eine neue VerhandlungSgrundlage in Aussicht genommen. Ueber die endgültige Stellungnahme dazu sollen beide Parteien dem ReichSarbeitSministcr bis heute Freitag abends K Uhr Mit» trilung mache«._ Eisenbahner gegen politische Streiks. Eine Massenversammlung der Dessauer Eisenbahner faßte eine Entschließung gegen den politischen Umsturz und die Strcikbrwe- gung. Sie erwarten von der Regierung gegebenenfalls Schutz und Sicherung des Dienstes. Protest gegen öie Gstseesperre. Die deutsche Delegation in Versailles ist beauftragt worden, wegen der über die deutsche Schiffahrt in der Ostsee verhängten Sperre, insbesondere wegen ihrer Ausdehnung auf die Territorialgewässer, unter Hinweis auf die durch die Maßnahme herbeigeführten verhä'ugnrsvolleu wirt- schaftliche» Folge« dringende Vorstellungen bei der Entente zu erheben« Rotgardisten gefangen. Die„TimeS" melden von der Ostfront vom 12. Oktober: Die rote Armee in Ost-Turkestan wurde umzingelt und ge» zwungen, sich bedingungslos zn ergeben. Es wurde» 33 ülst Gefangene gemacht. nung, dieS Ministerium fei zu belehren, von Schlimmerem gar nicht zu sprechen. Die paar Schulgemeinden verbluten oder werden langsam erdrosselt, die alldeutschen Lehrer wissen, um was es geht. Leisten sie nicht offenen Widerstand, so suchen sie den Betrieb durch ostentatives Fernbleiben zu sabotieren. Aus diesen Erfahrungen heraus, nicht aus Gegnerschaft gegen eine Person, habe ich auf der Schulreformertagung vom Minister gefordert, er solle sich eüdlich einmal Respekt verschaffen. DaS„Exempel statuieren", das„über die Klinge springen lassen" ist eine Sache, die ich stets verabscheut habe, aber hier handelt es sich ja nur um die B e st r a f u n g eines der vielen Fälle oftener Aufsässigkeit. Tau- sende der Herren harren d« TageS der Wiederkehr der Monarchie, und dann wird man sehen, wie nach altem Rezept brutal jeder Republikaner, Demokrat und Sozialist niedcrgeknüttelt und niedergehauen wird. Sehen wir beizeiten zu, daß die Reaktion unserer nicht Herr wird. Jedes Mitbürgers- Ueberzeugung fei geachtet, ober hinaus mit der nationalistischen, monarchjjchen, antisemitischen Agitation aus der Schule. Es muß endlich aufhören, daß jeder Schulleiter bei jeder Aulazusammenkunft verhüllt oder unverhüllt die Jugend aus der„schrecklichen Gegenwart" zurück in das goldene monarchische Zeitalter weist! Es ist jahrzehntelang die Schule ein offenes Parteiinstrument gegen die Linke gewesen; jetzt verlangen wir, daß das aufhört! Die beflissenen Diener der alten Ordnung fahren wahrhaftig nicht schlecht. Wer tut ihnen etwas? Nein, Erlaffe und Verfügungen machen es nicht! Haenisch hat Recht, sondern der Geist, sondern der Wille, sondern die Kenntnis der Menschen und Dinge. Und da fehlt viel! Es hat wenig Wert, daß Tausenderlei unvollendet bleibt: Eines nach dem andern, in stetigem Fortschritt. Die Revolution hat die Wege frei gemacht. Nun kann es vielleicht langsam gehen, aber es muß gehen. Und es humpelt kaum I Was die meisten oder viele Ausschüsse an„wertvoller Arbeit" keiften, hat nur retardierenden Wert. Während man Er- Hebungen über die Schulgemeinde anstellt, ist sie unselig ent- schlafen. Von kolleg-ialer Schulleitung merken wir an de»/ höheren Schulen garnichts, so wenig wie von einem „modernen Konferenzrecht". Tie alte Dienstanweisung Härte längst aufgehoben sein muffen, es geht ohne sie. Statt dessen suchte man sogar dem Lehrer wieder das Recht freier Wähl» barkeit zum Gemeindeverordneten zu nehmen und der Schöffe soll immer noch um Bestätigung einkommen: ein Rest des alten Mißtrauens und der alte» Bevormundung I Für die Elternbeiräte ist immer noch keine Neu- ordnung heraus— daß die vorrevolutionäre Verfügung, dies Dokument autokratischen Geistes, immer noch besteht, ist un- verständlich—, die Vorschulelassen fangen an, sich neu zu„verankern", weil der Minister trotz vielfacher Ausforde» rung keine Klarheit darüber schafft, daß die Vorschullehrer, unter Wahrung aller materiellen Rechte, an andere Schulen versetzt werden dürfen, der R e l i g i o n s e r l a ß— die Bc- freiung vom Religionsunterricht— ist verfassungs- widrig aufgezogen, denn in der Reichsvcrfassung(Artikel 143 Absatz 2) ist eine Willenserklärung über Teilnahme am Religionsunterricht vorgeschrieben, der Ministerialerlaß vom 22. August aber sagt:„Die Befreiung vom Rcli- gionsnnterricht findet zu Beginn des Schulhalbjahrs für das Schulhalbjahr statt I l" Die Handhabung ist denn auch streng verfassungswidrig und hat den Erfolg, daß niemand fern zu bleiben wagt! Das sind nur einige Wirklichkeiten. Es kommt soviel anderes hinzu, was mittlerweile den Willigsten müde macht. In der Frage der M u st e r e i n h e i t s's ch u l e ist bisher nichts geschehen, kein Versuch gemacht und doch wird ohne solche Versuche alles versumpfen, da niemand bisher weiß, wie die vielgerühmte„Einheitsschule" aussieht. Ein dummes Allerweltgeschwätze aller möglichen Leute läßt als einzigen Effekt erwarten, daß alleö Alte bleibt, nur ein wenig neu auflackiert. Für solche Versuche muß Geld da sein und Leute finden sich auch, man muß nur nicht des Glaubens sein, daß jeder erst durch den Gamaschendienst hindurch muß. Da wird meist mehr verdorben als erlernt. Wenn Milliarden über Milliarden in den Schlund des wirtschaftlichen Zu- iammcnbruchs unwiderbringlich hinabkollern, so müssen sich Millionen für die Versuchsarbeit an unserer Zukunft, für die Volksjugend, finden. Kein Finanzminister kann der wirklichen Energie und Beredsamkeit versagen, kein Parlament wird dem Tatkräftigen die Gefolgschaft verweigern. Aber man muß wiffen, was man Will, gestern, heute, morgen l Die Koalitionsregierung!? Wer 23 Jahre politisiert, weiß was Resultanten inpolitischen Kräftckoniplcxen bedeuten, aber er weiß auch, wie ich Konrad Haenisch schon im Herrcnhause sagte, waS der zähe, impulsive Wille vermag. Der andere darf freilich nicht im voraus wissen, daß der Eine nachgeben wird. Er wird es sich zehnmal überlegen, ob er um eine einzelne Frage einen. Kampf ums Ganze wagen soll: die Wählerschar könnte wanken, besonders, wenn ihnen von der anderen Seite aus einer konsequenten Politik heraus klare Ziele gezeigt werden können. Nochmals: Mit Worten überzeugt man nicht die Nutz- nießer und Illusionisten eines verflossenen Regiments. Sie müssen merken, daß es ernst ist. daß die Hoffnung auf Unlkehr ein Schemen ist; sie müssen sehen, daß die Menschen, die auS ihrer Mißwirtschaft die Trümmer über- nahmen, his zur Dransetzung ihres LebeliS gewillt sind, neues Leben zu erbauen. Dann werden die, die nicht gänzlich un- belehrbar sind, sich allmählich zurechtfinden, dann werden andere es wagen, ihre Schifflein an das neue Staatsschiff zu hängen. Wir brauchen überzeugte, ehrliche, fur6)tlose Partei- gänger des Neuen, die unbedenklich ihre Aufräum- und Auf- bauarbeit verrichten. Wir Akademiker im Bunde entschiedener Schulreformer — unsere Schar wächst fast lawinenhaft—»vollen diese Ar- best tun, soviel wir vermögen, soviel noch zu retten ist. Denn es ist hohe Zeit! Wir wollen in unscrm neuen Reichs- bunde alle versprengten Reformer, Männer und Frauen, unter den Akademikern sammeln, nicht zu bornierter Absonde- rungsarbcit, sondern weil die„höheren" Schulen, die auch weiterhin dem Volke viele„Führer" liefern werden, nur dann dem Volke geöffnet werden können, wenn die Besatzung dieser Forts den anstürmenden Revolutionären sich zuneigt. Wir stehen alle, jeder an seiner Stelle, in seiner Partei, in Reih und Glied mit allen Schulreformern,. wir sind alle Republikaner und Demokraten, viele Sozialisten. Wir wollen Revolutionäre des Geistes sein, die leiden- schaftlich eine wahre Volksgemeinschaft erstreben, wir sind darum verpflichtet, nach Musterhaftigkeit im Leben zu streben, damit wir unangreifbar werden. Wer Pflichtenlosigkeit be- gehrt, gehört nicht in unsere Reihen, er muß. will er uns eine Verstärkung sein, Doppeltes tragen. Wer dazu bereit ist, ist uns willkommen. Und wird mit uns siegen! Denn der Sieg ist stets da, wo Vertrauen zur Volkskraft und Zukunft, Wille und Glauben zu Neuem, Wagemut und Zu- verficht sind. Wenn Konrad Haenisch. deffen freundliche Worte wir gern annehmen, m i t uns iein will, wird er weniger konziliant sein müssen. Wrx wünschen das von Herzen. Paul Oestreich. Die Daumschrauben. HavaS kündigt zwei neue Ententcnoten an. Die eine der« langt AuSlirserung der während deS Krieges an holländische Gesell« schaften verkaufte« dentsche« Schiffe, welche sich jetzt in deutsche« Häfen befinden, weil diese Handlungen deS(damals unbesiegten»nd noch selbständigen) Deutschen gleiches null und nichtig seien; die andere antwortet auf dir deutsche Mcmelgebiet- Borstellung, Deutsch« land habe da gar nichts mehr zu reden, den» es habe i« Brrsaillcr Vertrag auf alle Rechte über MS Mcmelgebiet verzichtet. So wird daS Schicksal Deutscher ohne Mitbestimmung, ja auch ohne Anhörung Deutschlands entschieden. Wehe dem Be« siegte« heißt es wieder, wie damals, alS der Evollem Roms sei« Schwert in dir Wagschalr warf. Clemenceau siegt. Die französische Kammer hat gemäß dem Verlangen der Re- gierung, welche die Vertrauensfrage stellte, mit 234 gegen 132 Stimmen den Vorrang dar Kammerwahlen vor den Gcneralrats- und Senatswahlen beschlossen; sie wurden auf den 16. November festgesetzt. Die 182 Abgeordneten, die dagegen stimmten, sind folgende: 67 geeinigte Sozialisten, S republikanische Sozialisten, 46 Radikale, 10 aus verschiedenen linksstehenden Gruppen. Auf Antrag Briands• hatte die Kammer letzthin beschlossen, die Protokolle der Aeheimsitzungen während des Krieges zu ver- öffentlichen, allerdings soll zur Veröffentlichung diplomatischer Aktenstücke und Vorgänge erst der betreffende Alliierte und Asso- ziierde seine Zustimmung geben. Jetzt ist durch den Auswärtigen Ausschuß die berühmte.Eiserne Kasse" geöffnet worden, die die Geheimprotokolle enihält. Sin eigener Drahtdericht von der badischen Grenze meldet unS, daß in Mülhausen, Colmar und Straßburg ans Anordnung der französischen Regierung begonnen wurde, sämtliche Arbeitslose ohne Unterschied der Nationalität nach dem Wiederausbaugebiet ab zuschiebe u. In Mülhausen und Colmar hat es deswegen bedenkliche Unruhen gegeben. Die gesamte lothringische Metallindustrie ist infolge Generalstreiks stillgelegt. 35 060 Arbeiter streiken. Metz ist ohiue Straßenbahn, Gas und Licht. Wiederholte ernstliche Zusammen» stoße zwischen Streikenden und Truppen werden gemeldet. « Wie un? unser Berichterstatter schreibt, hatte das unterdrückte Metzer»Freie Journal", hinter dem natürlich nicht deutsches, son- dern lothringisches Geld steht, seine Auslage binnen kurzem auf 25 000 gebracht, was für die französische Regierung bei der oppo- sitionellen Haltung des Blattes eine schwere Sorge war. Die Unterdrückung wird natürlich die um ihr Blatt gebrachten Leser tu ihrer Meinung nur bestärken. Pierra, der Bolschewist. ZU twm schon gemeldeten Kotau des verhafteten„Volk?- tridüne'-Redakteurs Pierra schreibt der Mülhausener sozialistische „Republikaner":»Mit dieser Erklärung ist dieser Herr wohl für alle Zeiten abgetan. Der Chefredakteur, der unbewußt einer Partei dient, war bisher noch nicht gefunden— Herr Gaston Pierra mußte auftreten, um diese Spezies zu schaffen. Diese politische Bewußtlosigkeit deS Herrn Gaston Pierra, zu der er sich vor feinem Verschwinden öffentlich bekennt, wirkt vollends über- Wältigend, wenn man weiß, daß ausgerechnet er bei dem inzwischen wieder aufgehobenen Beschluß der lothringischen Parteiorgani. satian bezüglich/ deö Uebertritts zur dritte» Internationale die treibende Kraft war. Was hat diese Bekehrung gekostet?" Diese Erklärung de? nun verhafteten ehemaligen Chefredak, teurS Pierra hat in den sozialistischen Kreisen Lothringens und auch im gangen Elsaß große Bestürzung hervorgerufen, weil dieser Borkämpfer deS„Bolschewismus" in fo jämmerlicher Weise nmge- fallen ist. Sie hat bereits Austritte sozialistischer Arbeiter auS ihnen Organisationen zur Folge gehabt. Düren gegen Versailles. J« der Debatte im südafrikanische« Parlament mißbilligten ebenso wie Dcwet auch die übrigen Burcnvertreter dc« Friedens- vertrag ans das schärfste. Cr sei ein unehrliches Dokument voller Ungerechtigkeit und Heuchelei, ei» Dokument dcS Dieb» st a h l S und des Unrechts. Die Rebner protestieren gegen den Vertrag» der über jede Menschlichkeit triumphiert, R a ch g i e r und Verrat atmet und den von allen ersehnten Frieden unmöglich mache. Schutz öes Volkswilleus. In D« u t sch öst e r r e i ch.ist ein« Regierungsvorlage ein- gebracht worden, durch welche die geltenden strafrechtlichen Vor- schriften über Hochverrat und verwandte Delikte aufgehoben und Strafbestimmungen zum Schutz der neuen Verfassung erlassen werden. An Stelle bei VerbrÄHens deö Hochverrats tritt das Verbreche» deS BolkSvcrratL. Ein besonderer Mschnitt handelt von Vergehen gegen den Bolkswillen. Nißlmgen öes New Zorker Hafevarbelterstreiks. Hollandsch NieulvSbüro meldet: Der Streik der Hafenarbeiter ist mißlungen. Verschiedene Gruppen haben die Bedingungen der Direktion angenommen mid sich mit einer Lohnerhöhung von durch- schnittlich 10 Proz. begnügt._ �ufstonü in Persien! In Aserbeidschnn, der größten, volkreichsten und bestentwickelt- sten Provinz Persiens, ist wegen des englisch-persischen Abkommend, das Persien unter britische Oberherrschaft stellt, ein Ausstand ausgebrochen. Die Bevölkerung will von der Knechtung deS Landes, zu der sich die Teheraner Regierung pressen ließ, nichts wissen. Aserbeidschon, unter Führung seiner Hauptstadt T ä b r i s, war seit jeher besonders aktiv in der persischen Politik. Hier war auch die Hauptstütze der revolutionären Verfassungsbewegung für Persien. Der Generalgouverneur von TabriS ist von den Aufstandi- schcn abgesetzt worden. Von der Regierung in Teheran will man nichts wissen. Die besetzten Gebiete unS üer Zrieöen. Entsprechend den Bestimmungen des Friede nZvertrazcS soll die Verwaltung der besetzten Gebiete nach der endgültigen Ratisi- zierung deS Friedensvertrages an die deutschen Behörden zurückgegeben werden. Die alliierten Truppen sollen als einzige Aufgabe durch ihre Anwesenheit in den Garnisonen die Aufrechterhaltung der Ordnung sichern. Die besetzten Länder sollen unter die Kontrolle der Interalliierten Zivil- kommission gestellt werden, die aus je einem Vertreter Frank- reichs, Englands, bei Vereinigten Staaten ünd Belgien» bestehen wird. Da» französische Hauptquartier wird am 20. Oktober endgültig ausgelöst. Die rheinische BescchungSarmee wird durch daS französische Kriegsministerium verwaltet werden und Marschall Foch unterstehen. Die Deschaffungsgelöer für Staatsarbeiter. Von Post- und Eisenbahnanaestellten wird uns mitgeteilt, daß die Bestimmung, daß die BelchaffungSzulage nur denen ausbezahlt werden soll, die vor dem 3. März lvl9 eingestellt worden sind, dort als Ungerechtigkeit empfunden wird und große Verbitterung ausgelöst hat. Biel« Leute haben seit ihrer Entlassung auS dem Kriegsdienst lange Zeit arbeitslos auf der Straße gelegen, andere find aus der Gefangenschaft heimgelehrt, andere wieder sind in den Lazaretten gelegen, als der 3. März da war. Sie find später eingestellt worden und erhalten nun. obwohl ihre Notlage größer ist. als die der Re- ilamierten und seit längerer Zeit angestellten Kräfte, nichts. Hier scheint eine Neuordnung dringend geboten. Die Welt öes �llerkleinftsn. Der Mensch hat sich daran gewöhnen müssen, außerhalb seiner »Welt", in der er so lange beschränkten Geistes lebte, andere Welten anzuerkennen, in die ihm erst die Wissenschaft Einblicke eröffnet hat. Neben der größeren Welt der Sterne und Sternsysteme über uns, die wenigsten« uiiieren Augen zugänglich ist. haben sich unter un» ander« Welten im allerlleinsten offenbart, die da? Spiel der Groß- Welten wiederholen. Die Verhältnisse dieser Kleinwelten sucht unserer Anschauung«ine Berechnung im.Prometheus" nahezubringen. Dos Atom ist der kleinste, weder auf chemischem noch phhsi- kalischem Wege mehr teilbare, Teil eines Elemente«, lieber die .Größe" eines Atoms gibt die kinetische GaStheorie einigen Auf- schluß, die den Radius eines kugelförmig gedachten Atom« mit ein angibt. ES ist aber außerordentlich schwierig, mit solchen Zahlen auch eine Vorstellung von den Größen zu verbinden, welche durch sie«usgedrückt weiden, und wenn man auch 10� als 1 mit 8 Nullen ausschreibt, so ist damit nur sehr wenig geholfen. Etwas deutlicher wird uns die Kleinheit eines Atom» schon, wenn wir hören, daß 114 500 000 Wasierstoffatome dicht aneinandergelegt — der Begriff dicht reizt hier schon zum Lächeln— eine Linie von 1 om Länge bilden würden, und daß sich die Masse eine» Wasser- stoffatom» zur Masse eines Gramms verhält, wie etwa die Masse eine« Kilogramm» zur Masse de» ganzen Erdballes. Und die Wasserstoffatome sind durchaus nicht die kleinsten und die leichtesten Dinge, deren Gewicht und Größe wir berechnen können. Die Elektronen, die»Atome der Sleltrizität", find ihnen noch weit über, 2 denn das negative Elektron hat einen Radius von nur z�r-cm 1 62 � «nd feine Masse beträgt nur jgggxiQÄ'®ie Masse von 1900 negativen Elektronen verhält sich also �ur Masse eines Gramms etwa so wie die Masse eines Kilogramms zur Masse des Erdballes! Da beginnt denn doch das Vorstellungsvermögeu zu streiken. aber es muß ihm noch viel mehr zugemutet werden. Roch neueren Anschauungen trifft nämlich die eingangs gegebene Begriffs«: llärung des AiomS nicht mehr zu, ein Atom»st vielmehr zusammengesetzt aus einem positiv geladenen Kern, um welchen fich. wie die Planeten um die Sonne, negative Elektronen bewegen. Im Raum eines kugellörmig gedachten Aioms hat man sich also' noch ein voll- ständiges, in Bewegung befindliches Sonneniystem zu denken, dessen Sonne der Atomkern ist. der naturgemäß so klein sein muß. daß noch Raum für die Bahnen der Elellroplaneten bleibt. Und dieser Raum bleibt; die Elektronen können ungehindert ihre Straße ziehen, erst etwa 2000 Wasserstoffkerne find zusammen s»»groß" wie«in negative» Elektron! Wenn wir un« daS Atom auf die Größe de« Erdballs angewachsen denken, dann besitzt der Atomkern ungifahr die Größe einer Billardkugel, und da« negative Elektro» ist eine Kugel von vielleicht 100 Meter Durchmesser, auf ein paar Meter mehr oder weniger kommt eS wirllich nicht an. Ob eS noch etwas kleineres gibt als den Llomkern? Preuße« und die Theaterkultur. Durch Beschluß der Preußi- scheu Staatsregierung vom 15. Oktober 1919 wurde das Mini- sterium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung für das Theater- Wesen grundsätzlich als zustandig erklärt. Damit hat Preußen eine Maßnahme von weittragendster kultureller Bedeutung ge- troffen. Ein eigentümlicher Zufall wollte eS, daß am gleichen Tage daS Tarifabkommen zwischen Bühnenverein und Bühnen- genossenschaft Gesetzeskraft erlangt hat, somit in gewissem Sinne da» erste„ReichSthecrter-Gesetz" aus tariflicher Grundlage zu- stände kam. Für Umwaidlnug der Deutschen Schillerstiftung tritt seit Jahre» der Dichter Hans Kyser ein. Jn�kovember wird die General- Versammlung der Stiftung in Weimar tagen. Er legt ihr nnn sein» Botschläge in einer Denkschrift vor. die nnS in einem Sonder- druck de«»Literarischen EchoS", das sie veiöffentlichen wird, soeben zugegangen ist. Kyser gibt leinen Forderungen ausführliche Be« gründungen, auS denen fich ein klares Bild vom Zustande der wichtigen Stiftung und von den bessernden Vorschlägen ge- Winnen läßt. An diesem Werk sind nichr nur Dichter und Schrift» steller interessiert, die»für die deutsche Natumalliteratur verdienstlich gewirkt haben, hier sollte die deutsche Gesamtheit die Ausgabe erkennen, zu bewrsen, daß sie mit ihren Dichtern in enger geistiger Gemeinschaft leben will. ES gibt Möglichkeiten, das durch Taten zum AnSdruck z« bringen, und Kyser ruft die deutschen Schriftsteller und ihre Organisationen und weiter die Gesetzgebung aui. diesem$iele zu dienen. Um den Anschluß an die Stiftung Handeft sich'S, und die Gesetzgebung müßte jährlich wenigsten« eine halbe Million für die Pflege und Unterstützung unierer dichterischen Kultur ausbringen und müßte darüber hinaus das Urhebergesetz durch die Bestimmung ändern, daß die Verleger und Theater- diretioren verpfliäuet werden, drei vom Hundert ihreö Gewinne« von schnßfteier Dichtkunst der Stiftung zn iusühren. Doch nicht nur um die Bermehrung deö Kapitals der Stiftung ist eS zu tun. In den Vordergrund stellt Kyser Forderungen, die darür sorgen sollen, daß der von den Gründern vor sechzig Jahren gewollte Sinu der Sriftung wieder rein zur Geltung komme. Die Stiftung soll keine Einrichtung zur Austeilung von Almosen an Bedürstige sein; sie soll mit ihren Gaben immer Ehrungen aussprechen, die nicht nur einen Dank bedeuten, sondern abfichtSboll dem Ziele dienen, die Lebensbedingungen dichte- rischer Arbeit zu kräftigen. Daß in dieser Hinsicht viele« im Argen liegr, ist von Kyier seit einer Sterbe von Jahren oft zur Sprache gebracht worden; nun faßt die Denlichrifr alles zusammen und ent- wickelt Vorschläge, ivie oroani'atorisch verfahren werden tollte, um der Arbeit der Stiftung Sicherung vor Abwegen und die Mög- lichkeit großzügigen Wirken« zu verschaffen. Kyser will, daß die Stiftung in Zukunft mit Angeboten an die zu Dotierenden herantrete und nicht Bewerbungen abwarte; daß ferner alle Gaben öffentlich bekanntgegeben werden; daß die Arbeit des Generalsekretärs erweitert, daß sein Amt nicht unter der Hand wer wiA Getvakt) Am Donndrstog morgen haben wir hier gesagt, baß der Belagerungszustand in drei Tagen nicht mehr bestehen wird, wenn alle drei sozialistischen Richtungen sich ans die Erklä- rung einigen, daß sie alle den Belagerungszustand als Re- gierungsmethode verwerfen, a l l e auf Gewaltanwendung ver- zichten. alle das Recht des Volkes, in freien Wahlen und Abstimmungen über sich selbst zu bestimmen, rmeingeschränkt anerkennen. Wir haben unzweideutig festgestellt, daß die sozialdemokratische Partei zur Abgabe einer solchen Erklärung bereit ist und haben gefragt, wie sich die anderen sozialistischen Richtungen dazu stellen. Die„Freiheit findet nun nicht den Mut, auf diese offene Frage eine offene Antwort zu geben, sondern schlägt sich mit folgender Ausrede in die Büsche: Der.Vorwärts" und sein« Part« wollen also eine Garantie übernehmen, die sie gar nicht erfüllen können. Haiben sich denn die Rechtssozialisten vorher bei den Militärs erkundigt, ov sie damit einverstanden find? ES ist doch in Wirklichkeit so, daß die rechtssozialistischen Führer gar nicht mehr darüber be- stimmen können, wie lange der schändliche Zustand der Will- kürherrschast noch bestehen und unter welchen Bedingungen er beseitigt werden soll. Darüber entscheiden heute ganz, andere Kreise! Die„Freiheit" macht sonst stets die sozialdemokratische Partei für den Belagerungszustand und seine Handhabung bis ins kleinst« verantwortlich. Jetzt entdeckt sie auf einmal, daß nicht die Sozialdemokratie für den Belagenmgszustand verantwortlich ist, sondern das Militär. Aber das ist natürlich nur ein verlegenes Drumherum- reden. Wir wiederholen auf das bestimmteste, daß wir den Belagerungszustand beseitigen wollen, und daß wir auch die Kraft haben werden, ihn zu beseifigen, sobald auch die Unabhängigen und Kommunisten darauf ver- zichten, mit Hilfe des Belagerungszustandes regieren zu. wollen. Daß sie diesen Verzicht nicht aussprechen wollen, zeigt daS Verlegenheitsgerede der„Freiheit", und noch deut- lieljer die am Mittwoch in der preußischen Landesversammlung von Knrt Rasen'feld abgegebenen Erklärung, dieUnabhän- igen lehnten es ab, ein für allemal zu er- lären, daß ei n e G ew a I t anwend u n g f ür s ie nie mehr in Frage komme. Nach dieser Klärung der Lage ist es für die Unabhängigen unmöglich, sich fernerhin als Kämpfer gegen den Belagerung«- zustand und für Volksrechte aufzuspielen. Wir stellen fest, daß die Unabhängigen au* den Belagerungszustand nicht ver- zichten wollen, wenn s i e an die Herrschaft kommen sollten. Unabhängige und Kommunisten sind grundsätzliche An- Hänger des Belagerungszustandes, die SoznSdemokmtcn find seine grundsätzlichen Gegner, können ihn aber noch nicht beseifigen, Veit die anderen aus ihn nicht ver- zichten wollen. So stehen also die Dinge! Oder sollte eS fich viellei�t wiederum nur um ein„Mißverständnis" handeln, so sind wir Belehrung gern zugänglich. Einstweilen sieht d'e Sache aber so aus, als ob sich die Unabhängigen in ihrem eigenen Netz gefangen hätten und nicht mehr loskvnnten. Die Kautskp-fikten. Die Veröffentlichung der deutschen amilichen Dokumente zum Kriegsaucbruch steht unmittelbar bevor. Die vom Auswärtigen Amt mit der nochmaligen Sichtung und Ergänzung der Akten beaus- tragten Herausgeber Graf Max Montgclas und Professor Walter Schückmg haben die Durchsicht der von Karl K a u t» k h znsammen- gestellten Dokumente nahezu beendet, und die Drucklegung der ersten Teile deS mehrbändigen Werke« hat soeben begonnen. Die Heraus- gäbe der sogenannten.Kautsky-Akten" erfolgt in Verbindung mit dem Namen ZtnutskyS und dessen vollem Einverständnis. Kautsky wird auch die Korrekturen fortlaufend selbst lesen. Die Sammlung erscheint unter dem Titel:.Die deutschen und nur an einen verdienten Dichter oder Schriftsteller vergebe» werden soll; daß seine Wahl möglichst in Ucbereiiistimmung mii den BeiufSorganisationen(deren Zeripliicerung jetzt eine gedeihliche Mit» Wirkung bei der Wahl unmöglich macht) erfolgen und daß der Generalsekretär im BerwaltungSrat eine Slimme erhalten soll; endlich, daß die Besugnifie des VerwalluiigSratS. Pensionen und Unter- stützungen zu gewähren, über die jetzigen Begrenzungen hinaus er- wettert weiden. Wir können auf die Vorschläge hier nur mit dieser kurzen Kennzeichnung eingehen. Sie verdienen allgemeine Anfmerlsamlcit. denn sie haben Hand und Fuß, find dem Sinn und Wesen der Siiftung organiich verwoch en, bauen aus den Aasfasiungen Weiler. die in den Anfängen ein Mann wie Karl Gutzlow hall«, und sind auch infofern bedeuiungövoll, als sie zugleich ein Schritt ans dem Wege zum gemeinsamem Handeln all der verwandten deul'chen Stlstuiigen zum Besten dichterischen Schaffens sein wollen. Daß die Generalversammlung der Echillerstiftung die Vorschläge Hans Kyser« nunmehr ernsthaft in Beratung nimmt, rst als eine dringende Notwendigkeit zu bezeichnen. Die Stiftung wurde bei idrer Gründung als nationale Angelegenheit angesehen, nno das soll sie nun endlich werden. Die Weigerung der Tribüne, TollerS Drama.Die Wandlung" vor streikenden Arbeitern»ufzirführen, und zwar unter Bruch der schon gegebenen Zusage, hat zu neuen Verhandlungen mit dem „Bund für proletarische Kultur" geführt, die fich abermals zer- schlagen haben. Die Direktion(an Stelle des Herrn Wenzler amtiert jetzt ein Herr Mellinger) war zu einer kostenlosen Vor- stellung vor den«leikeirden bereit, sofern die Mitglieder deS Theaters sich zur Verfügung stellen würden. Die Mehrzahl dieser Mitglieder fühlt« sich aber durch Notizen der„Freiheit, die von „Klassenkampf" und„sozialistischer Kunst" redeten, zum Wider- sprüch veranlaßt, und so rückte die Direktion von dem genannten Bunde, dessen Ausschuß seine Farbe von Unabhängigen und Kon- muniste» hat, ab. Damrj soll jedoch der Plan, Vorstellungen für Arbeiter zu veranstalten, nicht fallen. Direktor Mellinger erklärt: .Die Tribüne will Vorstellungen für Proletarier geben, abcr sie wird keine Veranstaltung inszenieren, die einer p a r t« i- politischen Stcllungnalime gleichkäme. Die Tribüne wird revolutionäre Kunst geben: aber nicht äußere, nur aktuelle Revolution, sondern allein die ewige Revolution des Menschen- geistes gegen alles Allzumenschliche scheint uns bedeutsam genug, um ihr ein Theater zu weiden." Die bisher in der Presse, nicht nur der sozialistischen, laut ge- wordenen Kommentare zu dieser Tribünc-Angeleaenheit können durch diese Erklärung wahrlich nicht erledigt werden. Der Ab- stand deS Theaters von Denken und Empfinden der sozialistischen Arbeiterschaft wird auch in diesem zwei Sätzen deutlich. Der Hin- weis auf„Veranstaltungen, die erner parteipolitischen Stellung- nähme gleichkämen", riecht hock, st vornovembcrlich und paßt beileibe nicht als Lorklang zu einem Unternehmen, das auf Vertrauen und Sympathie und aus die Mitarbeit der Arbeiter rechnet. L«dlvia Hardt, der heute Dichtungen vorträgt von Heinrich Hein«. Baudelaire. Poe, Wedekind und Aeorq He gm, dem vor etwa zeh« Fadren beim Eislauf ertrunkene« jungen Berliner Dichter, spricht am Sonntag.ErgSpliche Ecschichleu" von Kleist. Zchäjer, Waljer, stontane. Morgenstern. Beide Abend« ö Uhr im Metfterfaal. Nr. ZZI»Z«. Jahrgang Jtettog,17.®(toi«1«1» Deutsche Nationalversammlung. 100. Sitzung. 16. Ottober 1910. Am NegierungStisch� Koch, Bell. Der parlamentarische Untersuchungsausschuß. Auf dsr Tagesordnung steht der Bericht des parlamentarischen Untersuchungsausschusses iiber die Arbeitsausschüsse und den Arbeitsplan, Nach den Beschlüssen des AusscbusseS soll die Untersuchung auf die Beantwortung bestimmter Fragen gerichtet werden, und zwar 1. Aufklärung der Vorgänge im Juli 1914. 2. Ausklärung über sämtliche Möglichkeiten j,u Friedens» be sprechungen. 3. Aufklärung über völkerrechtlich verbotene oder doch unverbältniSmätzig grausame oder harte kriegerische Matz. nabmen und s. Aufklärung über die Wirtschaf tlichen KriegS- matznahmen. die völkerrechtswidrig waren oder ohne besonderen Voneil versprechen für die betroffene Bevölkerung eine nicht zu rechtiertigende Härte mit sich gebracht haben. Die Untersuchung soll sich auf alle kriegführenden Länder erstrecken. Abg. Dr. Petersen sDem.) berichtet über die Ausschutzverhand» lungen und beantragt unter anderem, die Regierung möge ersucht werden zu veranlassen, datz sämtliche von den UntersuchungSaus- schüssen zu vernehmenden Beamte» von der Pflicht der Amts» Verschwiegenheit entbunden werden. Abg. Hautzma««(Dem.) spricht den Wunsch aus, datz die Snt» Bindung von der AmtsversAuiegenheit auch für frühere Beamte gelten soll. ReichSminisier des Innern Loch: Die Regierung hat dagegen keine Bedenken. Die Anträge d«S Ausschusses werden darauf einstimmig ange» nomine». Die Kinogefahr. Auf der Tagesordnung steht sodann die Interpellation Arn» stadt sDnat. Vp.). Dr. Heinze(D. Vp.) über die gesetzliche Ein» führung der Zensnr für Lichtspiele und geietzlick« Matz» nahmen zur Bekämvfung der Schund- und Schmutzliteratur. Abg. Mumm CTnat. Vp.) begründet die Jcherpellalion. Auch unsere Verfassung ist sich klar darüber, datz nicht nur die Jugend, sondern das ganze Volksleben eines Schutzes durch die Oeffentlichkeit und das Gesetz bedarf.(Sehi� richtig! rechts.) ReichSminister des Innern Loch: Betreffs der Kinozensur habe xfi die Absicht, eine ent- sprechende Vorlage ausarbeiten zu lassen. Bei der Prüfung, die an zwei oder drei Stellen für ganz Deutschland vorgenommen werden könnte, mützten natürlich Sachverständige zugezogen werden. Das neue KommunalisierungSgesetz wird den Städten Gelegenheit geben, im Kinowesen ein Monopol zu errichten und dadurch das Kino in den Dienst der Volksbildung zu stellen. Die Uebelstände in der Schmutz» und Schundlite- r at u r find zum grotzen Teil darin begründet, datz die Polizei von den ihr zustehenden Machtmitteln mcht überall den nötigen Gebrauch macht. Der Einbringung einer Gesetzesvorlage auf diesem Gebiete wird eine ausgiebige Besprechung mit den Männern von der Kunst und Feder vorangehen müssen. Ich werde. es als meine Pflicht betrachten, in meinem Amtsbereich möglichst ..bald dafür zu sorgen, datz diese für unser Volksleben so Verderb- . lichen Erscheinungen beseitigt werden. Die Besprechung der Interpellation wird mit der Beratung deS Etats für das Ministerium des Innern verbunden. ReichSinnenminister Koch: Ich will mci» neues Amt streng sachlich und ohne jede Vorein- genommenheit verwalten. ES wird kein Tummelplatz für politisch» Agitation werden.(Beifall.) Im Vordergrund meiner Aufgaben steht die Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung, die allein die Grund- läge für alle weitere Arbeit ist.(Zustimmung.) Das deutsche Volk liebt die Ordnung, e» fühlt sich ohne Ordnung nicht wohl. Auf die Dauer wird unser Volk nur dem die Anhänglichkeit bewahren, der ihit? die Ordnung wiedergibt.(Sehr richtig!) Wenn eS der Demokratie nicht gelingen sollte, Ordnung zu schaffen, so wird sie ihre Aufgaben nicht erfüllt habe».(Sehr richtig! be, den Demo- kraten.) Wer dem Bolke die Freiheit bringen will, muß ihm die Ordnung bringen. Die eine kann nicht ohne die andere bestehen.(Sehr richtig I) Zu einem überstiegenen Pessimismus besteht kein« Veranlassung, Erleuchtung. 941 Roman von Henri Borbusse. Verdeutscht von Max Hoäidors. Maria erwidert:„Sa, so ist die Liebe Ich erwidere nichts. Und Maria von neuem:„Ach, man versucht, sich mit Wortspielen zu betäuben, aber man kann sich doch nicht vor der reinen Wahrheil verstecken." Und da fatzt ei mich:„Die reine Wahrheit l--- Jetzt werde ich Dir sage», waS ich in Wahrheit gewesen bin!" « Ich muß daS sagen, ich muß es laut und zitternd hinaus- schreien, während ich mich zu Maria beuge. Schon lange ballte sich dieser Sckrei in mir, der jetzt endlich heraussprengt. Wie ein wahnsinniger Trieb nach Aufrichtigkeit und Wahr- haftigkeit packt es mich plötzlich. Und ich entschleiere vor ihr mein Leben. daS doch neben dem ihrigen einhergegange» ist, mein ganzes Leben, mit seinen, Scheitern und Ausschweifen. Ich zeige mich vor ihr in meinen Begierden und Lüsten und bis in das Innerste des Herzens hinein. Niemals hat ein Mann noch vollkommener gebeichtet. Ja, ein Mann muß fast toll sein, um nicht die Schicksale mit Lüge zu verbrämen, die Mann und Frau zusammenschmieden. Ich rolle meine Vergangenheit auf und die Reihe meiner buntscheckigen Abenteuer. Ich bin ein Mann ge- Wesen, wie jeder andere Mann auch, nicht besser und nicht schlechter. Ja, da stehe ich nun. ich. der Mann, der liebende Mann, in all* meiner Aufrichtigkeit. In dem Zimmerlein ist eS ganz fahl, da Maria sich ein wenig aufrichtet, um mir zuzuhören. Sie fürchtet sich offen- bar vor der Wahrheit! Sie gibt auf meine Worte acht, als wenn sie einen Lästerer belauschte. Aber die Wahrheit hat mich nun einmal ergriffen, und sie läßt mich nicht mehr. Und ich rede von dieser und jener Frau und von allen. denen meine Liebe gehört hat. ohne daß es mir je ein- gefallen wäre. daS näher zu prüfen, was die Frauen mir mit ihrem Körper entgegenbrachten. Uns ich rede wieder von meiner wilden Selbstsucht. die unersättlich gewesen ist, und von all« Wildheit meines früheren Lebens. Ich sage das in anderen Ländern haben die Unruhen nach unglücklichen Kriegen Jabre und Jahrzehnte gedauert. Wir alle müssen e,ne ruhige Ent- Wicklung fördcin und schützen. Sie darf nicht durch Verfassung»- kämpfe gestört werden. Die öffentliche Ordnung ist nicht allein mit polizeilichen Maßnahmen zu schassen. Ich b,n mit dem ReichSweBrmin.ster der Meinung, datz wir die Verct- wortung für die Ausrechterhaltung der Ordnung den militärischen Stellen allmählich abnehmen müssen.(Sehr richtig!) Wir müssen zurück zum geordneten Rechisstach. Die ReichSversassung hat uns die Reichseinheit erhalten Die Demokratie mutz die ReichSeinhsit schützen. Gelingt ihr das nicht, so wird sie einer anderen Staats- iorm Platz machen müssen.(Sehr richtig! bei den Demokraten.) Aber die Demokratie wird nicht versagen! Reichseinheit ist noch nicht Einbertzstaat. wohl aber macht die neue Verfassung den Weg zum Einheitsstaat frei. Wir werden den Ländern geben, was der Länder ist. Aber infolge deS neuen Ge- süges ist die Stellung des Reiches überragend geworden-(Sehr richtig! links.) Die GehaltSfrage der Beamten wird einer Neurege- lund unterzogen werden. Auch die höheren Beamten auf verant- wortliöbcn Posten müssen besser besoldet werden, damit sie nicht auf den Geldbeutel ihrer Eltern angewiesen sind.(Sehr richtig! links.) Damit werden wir auch die Korruption am wirksamsten be- kämpfen. Die Ausarbeitung einer neuen Schulgesetzgebung ist im Garge. Politik mutz der Schule fernbleiben. Der per- trieben«, Elsatz-Lotbringer werden wir uns annehmen. In diesem Winter wird sich das Schicksal unseres Volkes entscheiden. (Sehr richtig!) Ich bitte das HauS, uns bei unserer schweren Pflichterfüllung in diesem Winter zu helfen.(Lebhafter Beifall links und im Zentrum.) Abg. Braun-Franken(Soz.): Das ganze Innenministerium mutz von Grund auf neu aufgebaut werden. ES mutz zu einem Kulturministerium werden. Wir brauchen dringend eine ReichSschulrefor«. Den Auf- gaben der Schule wird noch immer viel zu wenig Interesse ent- gegengebracht. C? fehlt uns jede Zentralstelle für Schulstatistik. Erziebung und Unterrichtswesen müssen vollkommen vereinheitlicht werden. Und vaS läßt sich fast ohne Geld durchführen. Zu den ungeheuren Kriegsschäden, die unser Volk während des Kriegs er- litten hat, gehört auch der herrschende UeberftrualiSmus und der Geburtenrückgang. Diesen Fragen mutz größte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die Wirkung der K i n o s ist äußerst nachteilig. Wir sind Gegner einer Polizeizensur Durch ein Reichsfilmnwnopol und Kommu- nalifierung der Kino? ließe ssch ein« wesentliche Besserung der Herr- schenken Zustände herbeiführen. Dem Berliner Polizeipräsidium liegen heute allein 625 Gesuche auf Gencbmigung neuer KinaS vor Der HamasexualiSmuS hat sich in der letzten Zeit ganz un- glaublich enrwickelt. Homosexuell veranlagt zu sein, ist eine Krankheit, zum Homosex.ialrsmus" aber anzueifern, ist ein Verbrechen. Wir müssen unser Volk psychisch und physisch stärken, der Alkohol- teufel darf nicht wieder Einfluß gewinnen. Große Aufgaben erwarten da das ReichSgesundheits- a m t. DaS Germanische Museum in Nürnberg uno die Deutsche Bücherei in Leipzig müssen nach Möglichkeit weiter gepflegt und ausgebaut werden. Die Puppeuallee im Tiergarteu# hat uns in der ganzen Welt lächerlich geuiacht. Kein Atensch denkt aber daran, die Denkmäler des Grotzen Kurfürsten und Friedrichs des Grotzen zu entfernen, denn sie sind der Stolz Berlins, lieber- flüssig aber vom Standpunkt der Kunst und auch der Geschichte ist z. B. das Denkmal Friedrich Wilhelms III. Wir müsse« durch die deutsche Wissenschaft wieder zu dem Ansehen unter den Rationen kommen, um daS uns der MilikariSatuZ gebracht hat. Zu den Aufgaben des ReichSinnenministeriuMS gehört es auch, dafür zu sorgen, datz die im Krieg gefallenen deutschen Soldaten, die in Feindesland begraben sind, wicht über den Tod binaus noch der Feindschaft des Feindes teilhaftig bleiben. Für ihre Gräber mutz gesorgt werden. Wrr müssen der Synlpatbie für die linksrheinische Bevölkerung werktätig Ausdruck geben. Der Auswauderungsbewe» gu n g mutz die Regierung besonderes Augenmerk zmvenden. Für die Sünden, an denen der einzelne unschuldig ist, wird dieser ein, zcln«, ivcnn er ein Deutscher ist, im Auslände nur allzu leicht per- antwortlich gemacht werden. Die Kommunalisierung geht leider nicht so schnell vor sich, wie wir es gewünscht hätten. Wann wird uns endlich daS Rahmengesetz über die Kommunalisierung vorgelegt?(Beifall bei den Sozialdemokraten.) alles hin, ich bemühe mich nicht einmal. Einzelheiten zu unterdrücken, die zu grausam treffen könnten. So will uh meine schwere Aufgabe bis zum Ende bewältigen. Manchmal seufzt Maria nur leise auf:„Ich wußte eS." Dann wieder sagt sie, und es ist wie ein Schluchzen:„Es ist wahr!" Sie möchte mich auch ein leises tadeln, fie möchte mir auch einen leisen Vorwurf machen. Aber bald hört sie noch gespannter zu. Es ist, als wenn die Größe meiner Beichte all ihre Herzensfurcht übersteige. Und dann wird sie nach und nach ganz stille. Ein Schimmer von Helligkeit dringt noch in diesen anbetungswürdigen Winkel des Raumes. Einige Tröpflein des Himmels sickern noch auf die Haare, auf den Nacken und auf die Hände Mariens hernieder. In diesen Tagen, da mich die unerwartete Köstlichkeit der fremden Frauen zur Tollheit austrieb, habe ich ihnen von ewiger Treue, von übermenschlicher Verlockung, von göttlicher Begeisterung und von heiligen Schicksalen gesprochen, die sich über alle? hinaus zusammenschmieden müssen. Gesprochen habe ich ihnen von den Geschöpfen, die sich seit ewig erwarten und für einander geschaffen sind. Damit ich zum Ziele ge- lange, habe ich olles das gesagt, manchmal beinahe aufrichtig. Ach. deswegen schäme ich mich jetzt am meisten! Alles daS, ich bekenne es, ich schleudere es fort von mir. als wenn ich mich jetzt endlich all' meiner Lügenhaftigkeit vor Maria und vor den übrigen Frauen und vor mir selber entledigte. Der Trieb ist der Trieb, der herrscht wie eine Naturkraft. Was ab« den Trieb besudelt. daS ist die Lüge. In mir steigt ein Fluch auf gegen diese blinde Ver- ehrung, mit der wir die Dinge des Fleisches verkleiden. Die Dinge des Fleisches sind stark, und ich bin ihr Spielzeug ge- wesen, wie es alle Menschen sind, wie eS seit altersher und überall gewesen ist.-- Nein, zwei Liebende, die sich sinn- lich lieben, sind nicht zwei Freunde. ES sind dielmehr zwei Feinde, die eng aneinander gekettet sind. Ich>iveiß es I Ich weiß es! Vielleicht gibt es einige vollendete Liebcsbündnisse — die Vollendung wird ja irgendwo zu finden sein— aber wir übrigen Menschen, all' wir gewöhnlichen Menschen! Was ist mii uns? Ich weiß es! Mit. Spott nur bedenken die sinn- lick Liebenden die wahre Eigenschaft deS Geliebten, die fein gefiederte Zartheit der Träume und daS lieblich verschlungene Geheimnis, das jeder Mensch in sich birgt! Wenn man sich liebt, schlägt und stößt und wütet nur Selbstsucht gegen Abg. Fr. Zettle,(Zentr.): Die Familie ist und bleibt die natürlichste, erfolgreichste und gesündeste Organisation. Abg. Nuschle(Dem.): Die Ordnung mutz sich auf der Frei« w i l l i g k e i t aufbauen. Abg. Delbrück(Dnat. Vp.): DaS ReichSmnemninisterium ist viel kleiner geworden. WirtschaftS- und Sozialpolitik sind abge» trennt. Ich begrüße die Bewilligung der Mittel für ein Reichs- Presseamt, doch dar- dort keine einseitige Politik getrieben wer- den.(Sehr richtig! rechts.) Das Haus vertagt sich. Freitag 1 Uhr: Anftagen. Weiterberatung und ArbeitSministerium. Schluß muh 6 Uhr. Reichsrat. In d« öffentlichen Sitzung des Reich»rat» vo« Donner». tag wurden u. a. drei Mitglieder aus Gewer IschastS kreisen neu in den Beirat für das AuSwanderungSwesen gewählt. Zuge- stimmt wurde einer Verordnung, wonach beim weiteren Stelgen der Preise für Brennstoffe die Preise für elektrische Kraft, Gas und Wasser entsprechend erhöht werden dürfen. Die Reise- und Aufenthaltskosten für Schöffen und Geschworene sollen auf das Doppelte erhöht werden. Ferner wurde noch beschlossen, daß dem neuen Minister K o ch die im Gemerndedienst zugebrachte Zeit bei der eventuellen Versetzung in den Ruhestand angerechnet werden soll._ GroßDerlw Aushilfe für Kriegsverstmamelte. DaS Orthopädische Lazarett. daS in Nebenräume» de« Schlosse« ,a Charlotte«Sur g uniergebracht ,st, wurde gestern von Vertretern deS ReichSwebnninisteriumS und der Berliner KrjenSbeschädigtenfürsorge besichtigt. Mit dem Reich»- webrminister NoSk« war auch der Reichspräsident Cbert unler den Gästen, die von dem Chefarrt und seinem Aerziestab durch die Räume der umfangreichen Heilstäite geführt wurden. Der Presse war Gelegenheit geboten, an der Besichtigung teilzunehmen.� Der Zweck dieser Anstalt ist, verstümmelten Kriegsbeschädigten durch Ersatzglieder und durch andere Behelfe die Möglichkeit geregelter Beschäftigung und hier- mit die Freude am Leben wiederzugeben. Sie ent- hält 300 Betten, die wegen der Unzulänglichkeit der in den Schloß« gebäuden zur Verfügung gestellten Räum« grösstenteils nach in Bäracken untergebracht sind; auherdem wird sie von 600 ambulanten und meist schon erwerbstätigen Kriegsbeschädigten von Zeil zu Zeit wieder in Anspruch genommen. Die Anstalt ist niehr als ein Lazarett, st« bat in der planvollen Zusammenfassung ihrer einzelnen Zweige die Bedeutung einer Zentralstelle für ärztliche und wirtschaftliche Kriegsbeschädigten- fürsorg e. Neben der chirurgischen»nd der mediko-mechanischen Abteilung bestehen mannigfache Einrichtungen zur Beschaffung zweckmäßigen Gliederersatze«, eine Prüsstelle für neu erfundene Ersatzglieder, eine eigene Werkstatt zur Anfertigung von Ersatzgliedern, eine Lebrstälte zur Anlernung im Gebrauch dieser Behelfe. Aerzte und Mechaniler Wetteikern, zur Erleichterung det Lose« der Verstümmelten immer Beffere« zu ersinnen und zu schaffen, wobei fie auch den Erfindungsgeist der Kriegsbeschädigten selber willkommen heitzen. Damit die von Kriegsbeschädigten ge- machten Erfahrungen im Gebrauch von Ersatzgliedern verwertet werden können, ist der Reichsbund für Kriegsbeschädigte um Mit« teilungen hierüber gebeten worden. Bei dem Lazarett ist eine Abteilung der Kriegsbeschädigten- süriorge untergebracht, die noch vor der Wiederherstellung de« Kriegsbeschädigten da« Erforderliche zu seiner wirtschaftliche« Förderung in die Wege leitet. Für die Entscheidung über_die künftige Beruf«-»nd Erwerbstäligkeit wird Rar und Hilfe gewährt von der BerufSberolungSstelle, in deren Dienst SOO Berufsberater au» Gewerkschaftlern und GewerbegerichlSbeisstzern ehrenamtlich arbeiten. Bedauern mutz man, daß eine so w'chiige und umfangreich« Anstalt auf Räume angewiesen ist. die höchsten» ein Notbehelf sein können._ Zur Bekämpfung der GeschlechtSkraukheitea hat da« Dresdener.Narional-Hygienemuseum' zusammen mit der .Deutschen Gesellschaft zrrr Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten" eine Wanderausstellung veranstaltet, die jetzt nach Berlin kommt und heute im Landes-AuSstellungSgebäud« am Lehrter Bahnhof eröffnet wrrd. Sie soll belehren über Entstehung und Verlauf der GeschlechtSkrankheiizn. über ihre Gefährlichkeit, abxx Selbstsucht. Die Liebenden verbünden sich zum Tiefsten, damit sie sich für einen Blitz der Wollust hinopfern. Man würde sich nicht scheuen, die Lust gewaltsam an sich zu raffen, wenn ein. Verbrechen den Erfolg verhieße. Ich weiß eS, ich habe es erfahren durch alle diese Frauen, die ich nach- einander gebraucht und verachtet habe, ich habe es sogar erfahren durch die Frauen, die nicht viel mehr wert waren als ich selber. Ich stehe im Erker und rege mich nicht, und ich rede ganz leise, und doch bedünfi es mich, als schrie ich, als hätte ich einen mächtigen Kampf zu führen. Nachdem ich so gesprochen habe, find Maria und ich nicht mehr die gleiche». Denn eS gibt keine Lüge mehr zwischen uns. Dann schweigen wir eine Weile, und Maria hebt ihr Haupt empor. Ihr Gesicht ist das Antlitz einer Gescheiterten. In ihren Augen lebt keinerlei Leben mehr, und sie fragt: „Aber waS bleibt denn, wenn diese Liebe nur ein Trug ist?" Ich rücke ihr noch näher und betrachte sie. um ihr zu antworten: Ich betrachte beim Widerschein des Himmels, der noch dämmerfahl ist. die versilberten Haare Mariens. Ein Mondschatten ruht auf ihren Flechten, und ihr Gesicht ist ver- schleiert vom Abend. Ich bin ihr sehr nahe und erfasse mit dem Blick das Fünklein Erhabenheit. daS auf ihrem Antlitz ruht, und ich denke, daß ich dieser Frau unendlich geneigt bin. Es wäre ein Unrecht zu sagen, sie wäre weniger bedeutsam für mich, weil die Begierde mich nicht mehr, wie einstmals, zu ihr hinschleudert. Führt mich nun die Gewohnheit zu ihr? Nein, nicht nur das. Zwischen uns waltet vielleicht auch die Gewohnheit, die überall ihre sachte Gewalt an- wendet. Aber uns verbindet etwas Stärkeres. Nicht nur die EngniS dieses Raumes ist der Grund, daß wir näher zu- sammenrücken. Die Ursache ist eine stärkere Macht, eine stäikere Macht! Ich spreche also zu Marien:„Du bleibst mir doch!" Sie erwidert:„ I ch-- ich bin ja gar nichts I" „Ja, Du bist alles. Du bist alles für mich I" Sie ist aufgestanden, sie stammelt. Sie legt ihre Arme um meinen Hals. Hilflos sinkt sie an meine Brust. Sie klammert sich an mich, und ich trage sie, einem Kinde gleich, zu dem alten Sessel, der dort im Räume steht. lSchluß folgt.) ouch Lber Mc MSgNchseit>et Heilung Bei rechtzeitigem Eingreifen eines sachverftändigen Arztes. Ge- rase bei den Geschlechrslrankbeiten. über deren Wesen infolge törichter Vertuschung und Verheimlichung noch viel Unklarheit in der Bevölkerung herrscht, kann eine solche Ausstellung ein sehr wirk« fames Ausklärungsmittel sein. Die in sehr übersichtlicher Anord- nuiig_ dargebolcnell Abbildungen, Wachsmodelle und stalistischen Tabe�en reden eine eindringliche Sprache und mahnen, dah jede GeschlechiSkraiikheit, besonders jede Syphilis, eine Gefahr für die Allgemeinheit ist. Das Ver- sländnis hierfür und für du Notwendigkeit ärztlicher Behandlung in weiteste Kreise der Bevölkerung hineinzutragen, ist der Zweck dieser Ausstellung, deren Besuch nur empiohlen werden kann. Sklaven der Schulunternehmer. Vnter allen Aligestellten kämpfen jetzt die Privatschul- lehrer Groß-Berlins wohl den schwersten Ex.stenzkumpf. Von ihren Arbeitgebern, den Schulunternehmern oder— wie sie stolz kich nennen— Schuldircktorelt, beziehen sie Hungerlöhne, mit denen heute ungelernte Arbeiter nicht mehr zufrieden sind, und die als geradezu menschenunwürdig bezeichnet werden müssen. Die Unternehmer zahlen durchschnittlich für den Monat 225 M. Gehalt» an sebr wenigen gut besuchten Anstalten einige Alterszulagen, viel- fach aber weniger, als vertragsmäßig ausgemacht ist. Dafür geben die Lehrer den Unternehmern alles hin, was sie an Zeit, Kraft und Gesundheit haben. Wollen sie ihr Einkommen noch durch einige am späten Abend gegebene Privatstunden ver- bessern, so erregen sie das Mißfallen ihrer Arbeitgeber und ziehen sich zunächst eine Warnung zu. Stillschweigend müssen viele Privatschullehrer sich das alles gefallen lassen. Stillschweigend müssen sie in der Erziehung meist solcher Schüler, die in den öffent- lichen Schulen nicht fortkommen, ihren schweren Dienst tun zur Mehrung des Einkommens der Schslunternehmer. Sie müssen ungeachtet des kärglichen Lohnes, bei dem sie täglich tiefer in Sor- gen geraten» arbeiten und wieder arbeiten, wenn sie nicht auch noch diese jämmerliche Stell« verliÄen wollen. Die graue Not der StellungSlosigkeit schreckt von Schritten gegen die Unternehmer ab. Trotzdem hat eine Anzahl Privatschullehrer sich zusammen- getan und zum Schuh ihrer Interessen sich organi- siert. Aber sofort schlössen s.ch die Direktoren zu einem gegne- rischen„Schntzvcrband" zusammen. Infolge des Entgegenkommens der Lehrkräfte kam es zu AuSgleichsderhandlungen, die dazu fübrten, daß die Unternehmer die Einrichtung eines p a r i t ä- tijchen Arbeitsnachweises bedingungslos annahmen. Beim GründungStermin im Berliner Rathaus erschien jedoch kein Vertreter der Unternehmer. Dafür lief ein Schreiben ihres Vor- sitzenden ein» daß sie die Teilnahme am Arbeitsnachweis verwei- gern, solange der erste Vorsitzende des Privatschullehrervereins im Amte sei. Sie verlangen, daß nur ihnen genehme Leute in den Bor st and des Vereins g«wählt werden dür- fen, der zum Schutze gegen ihre Uebergriffe entstanden istl End- lich fordern sie, daß die Lehrer, bevor in tveiter« Verhandlungen mit ihnen eingetreten wird, sich verpflichten, sie vorher von allen etwaigen Eingaben und Schritten bei Behörden und dergleichen in Kenntnis zu setzen, damit sie schon vor Einreichung Stellung dazu nehmon können. Würde dann nicht die ganze Orga» nisatioit zur Farce? Das ist blutiger Hohn! Nachdenklich kann übrigens ein Ausspruch stimme,!, den in der Versammlung der Lehrer ein Direktor tat..Wenn Sie uns nicht/ sagte er, .vorher von Ihren Eingaben benachrichtigen wollen, so nützt es Ihnen doch nichts. Ein Geheimrat ruft mich dann telephonisch cm und teilt mir alles mit, tvaS Sie geschrieben haben/ Soll man dos für Prahlerei und leer« Drohung halten oder für Wahrheit? Bisher ist zum Schutz« der Privalschullehrer nichts geschehen. Hoffentlich erleben wir eZ auch hier nicht wietzer, daß erst zu dem letzten Mittel.— zum Streik— gegriffen wird. Gegen die Aufhebung der Zwangstvirtschast. Eine von der Akbeitsgemeinschaft der Ardeiterräte der Kriegs- «ganiiationen einberufene Protestoersammlung, die gestern im großen Saale des LehrervereinhouieS tagie, nahm einstimmig eine Reiolulion an, welche sckiärfsten Protest erhebt gegen die von Interessentenkreisen geforderte Aufhebung der Zwangswirtschaft. Nach einem Hinweis auf die üblen Er- iabrungen, die wir nach der Freigabe des Handels in Leder, Metallen und LandeSprodukien gemacht haben, fähr, die Resolution fort: Da ein weiterer Abbau der Zwangswirtschaft nur einen Ge« winn für bestimmte Jnteressentengruppen bedeuien würde, er« wartet die Veriomnrtung von den matzgebenden Stellen, daß die- selben die Beschlüsse der letzten Tage einer gründlichen Revision unterziehen._ Unterbringung der Enteutckommisfioneu. Auf Grund des Friedensvertrages hat die deutsche Regierung die verpflichlung, für die Unterbringung der nach Artikel 203 des Vertrages nach Deutschiana zu emsendcnden Kontrollkommiisionen zu sorgen. Der Unterhalt und die K o st e n der Ueberwachungs- ausschüsse und die Auswendungen, die durch ihre Tätigkeit veranlaßt werden, fallen Deutschland zur La st. Die Re- gierung mußt«»aber Borkehrungen treffen, um vom Augenblick des Inkrafttretens des FriedenSverirages an die Unterbringung der Kommissionen und Arbeitsräumlichkeiten für sie sicherzustellen. Die Zahl, mit der die Kommissionen angekündigt wurden, ist auch jetzt noch, nachdem eS der Regierung gelungen ist, eine Ver- ringerung durchzusetzen, immer noch als exorbitant g r o ß zu betrachten. Nach dem Ergebnis der Verhandlung ist aber eine weitere Verringerung nicht mehr zu erwarten. Die Ausschüsse kommen in einer Stärke von zunächst rund mehr als 400 Offiziere und 800 bis 900 Mannschaften mit etwa 200 Automobilen nach Berlin. Die Regierung sah sich in eine außerordentlich schwierige ZwongSkage versetzt. Die einzige Möglichkeit, die fich Bei den krntg- wierigen Beratungen ergeben hat. war die, daß die sämtlichen Räume zweier größerer HoielS in Anspruch genommen werden mußten und zwar der Kaiserhof und das Edenhotel. Für die Bureauräume der Kommissionen find zum Teil amtliche Gebäude» wie die Militärtechnische Akademie und ein im Besitz des Auswärtigen Amtes befindliches Gebäude in der Wilhelmsttaße bestimmt Weiterhin wird voraussichtlich das Hotel Saxonia in der Königgrätzer Straße und das E a r l t o n- Hotel, Unter den Linden, in Aussicht genommen. Die Kosten der Unterbringung erscheinen im Etat deS Reichs- schatzministeriumS._ Der„Militäroberarzt von Döberitz", über dessen Schwindeleien wir vor einiger Zeit berichteten, ist neuerdings wieder in Dresden ausgetveten, wo er einer Berliner Dame sämtliche Schmucksachen im Werte von über 32 000 Mark raubte. Der Gauner, ein 26 Jahre alter Techniker Karl Herbert Dathc, der es u. a. fertiggebracht hat, ungefähr ein halbe? Jahr lang als Militär ober- arzt rn Döb«r»tz zu praktizieren, trat. jetzt wieder als Oberstabsarzt Hofrat Dr. med. von Hartmann auS München auf und wohnte als solcher in den ersten Dresdener .Hotels. Er ging nur selten in Zivil und trug meistens eine Ober- stabsarztuniform mit feldgrauem Rock, schwarze' Hose, langem Säbel. Komthurkveuz, Johann! terkreuz und dem Eisernen Kreuz I. Klasse. In dieser Uniform lernte er auch die Wohlhabende Berliner Dam« kennen, und er gewann als Arzt auch rasch deren Ver- trauen. Weil sie über Herzleiden klagte, brachte er sie m das Zimmer ihres Sanatoriums und überredete sie, sich von ihm eine Einspritzung zur Linderung ibr«r Schmerzen machen zu lassen. Die Dame verfiel nach dieser Einspritzung in einen tiefen Schlaf. Als sie erlvachte, war der Ärzk und mit diesem ihr ganzer Schmuck ver- schwunden. Der von verschiedenen Staatsanwaltschaften gesuchte Schwindler ist mittelgroß und schlank, hat schwarzes, gescheiteltes Haar, ein längliches, blasses Gesicht und Pflegte einen goldenen Kneifer zu tragen. Auf feine Ergreifung ist eine Belohnung aus- gefetzt. Die Städtische LolkSkunstauSsteflung fn der Litauerstraße 18 erfreut sich fortgesetzt so außerordentlich lebhasten Besuches, daß ihre Dauer bis zum 2. November einschließlich verlängert worden ist. Mit Rücksicht auf die verändertm Lichtverbältnisse der JabreS» zeit und um besonderen Wünschen der Bevölkerung deS Berliner Ostens entgegenzukommen, wird die Ausstellung künftig an den Sonntagen von 10 bis 8 Uhr geöffnet sein; werktäglich bleibt eZ bei den Besuchsstunden von 2 bis 9 Uhr. Die Vorträg« und Füh- rungen, zu denen stets besonders starker Andrang herrscht, werden weiterhin Dienstags und Freitags abends um 7 Uhr, Sonntags aber von nun an um 11 Uhr vormittags stattfinden. An ihre zweite Stätte, im Norden Berlins, wird die Wanderausstellung dann Anfang des kommenden Monats übe rste dein, um dort am 8. November neu eröffnet zu werden. BilligeS Schuhwerk. Wie das Konsortium für KriegSstiefel- Verwertung, Berlin, Neue Friedrichstr. 23, mitteilt, bat der Haupt» verteilungöauSschutz wegen Liquidation seine Bestände an ein Greßhandelskonsortium veräußert, das daS sehr gute Schuhwerk zu billigen Pressen verkaust. Jeder sollte fich rechtzeitig ein Paar davon sichern. Der neue Milcherzen gerhöchftprets betrügt ab 1. Oktober für Vollmilch nti« mehreren Kuhbaltungen frei Bestimmungsort 68 Pf. pro ötier, für Vollmilch ans Mollereien SS Pf. und 32 Pf. das Liter für Magermilch. Aufragen über Deutsche in Amerika find bei dem ReichSwand«. rungSamt, Gruppe VI. Berlin IV 8, Wilhelmstr. 71, einzureichen. In de» sonders drinalichen Füllen können die Antrüge statt dessen auch an daS Auswärtige Amt in Berlin gerichtet werden. In Nachlaßangelegenheileii werden die Antröge der Interessenten zweckmüßigerweisc stets an das Aus- würtige Amt zu richten sein. Marienderf. AuS der Gemeindevertretung. Zur Durchführung einer gerechten und gleichmäßigen Koblenverteilung hat die Ge- meinde besondere Bestimmungen ausgestellt. Kein Kohlenhändler darf hiernach Kohlen, Koks uiw. verkauten, ohne vorher mit der Gemeinde die Festsetzung und Bekanntmachung der Verkaufstoge und-zeiten genau vereinbart zu haben. Bei jedem Verkauf wird eine Frist festgesetzt, in der zunächst die Kunden zu beliefern sind, die bei vorhergehenden Verkäufen nicht berücksichtigt werden konnten.— Dem Beschluß der Gemeindevertretung vom 8. Juli betreffend Erhöhung der Wertzuwachssteuer ist die Anfsichtsbebörde beigetreten. Zu dem Anteil an dem Ertrage der Zuwachssteuer, welcher der Gemeinde zufließt, wird ein Zuschlag von 100 vom Hundert erhoben. Zuwachssteuer und Zuschlag dürfen zusammen 80 vom Hundert der Wertsteigerung nicht überschreiten. NowaweS. Gemeindevertretung. Di« neu eingetretenen Ge- meindevertreter Quappe und Philipp(Dem.) und ThomaS(Soz.) werden eingeführt. Infolge Versetzung des OrteS in die Teue- rungsklasse A beschließt die Vertretung, daß die für die Gemeinde- beamtcn zu gewährendem Teuerungszulagen bereits mit Geltung vom 1. Januar 1019, ferner als Ausgleich für Angestellt« und Ar- beiter für die Monate Januar bis einschließlich Juni 1919 pro Monat für Unverheiratete 16 M., für Vorheiratete 20 M. und für jedes Kind 10 M. zu zahlen find.— Den Gemeindebeamten aus dem Militäranwärterftende mit 12 Dienstjahren und darüber sollen 3 Militärdienstjahre, den Beamten mit 9 Dienstjahren und darüber 2 Jahre und den Beamten mit 0 Dienstjahren und dar- über 1 Jahr auf das Besoldungsdienstalter angerechnet werden. Genehmigt wird die Schaffung einer Sekretärstelle für das Rech- nungsbureml und die Einrichtung je einer Asfistentenftell« für daS Einwohnermeldeamt sowie flir die. Steuerverwaltung.— Einem Beschluß deS Schulausschusses, die unterste Vorschulflasse an beiden höheren Lehranstalten vom 1. April 1920 cm abzubauen und die Vorschuflehrcr Reiff und Licnarz bzw. Fr. Warnecke und Vorschul- lehrer W. Lehmann staffelweise auf die Hauptanstalt zu über- nsssmen, während Lehrer Habicht an die VolkSfchule zurückkehrt, wird zugestimmt. Die beantragte Errichtung einer katholischen Volksschule wird einstimmig abgelehnt, ebenso die Bereitstellung von Mitteln für den katholischen Religionsunterricht gegen die Stimmen der Bürgerlichen. Der Deutschen Heilstätte für Lungen- kranke in Davos wivd ein einmaliger Beitrag von 300 M. über- wiesen. Zwecks Errichtung eines Schuppens auf dem Sportplatz im Park �von Babelsberg werden 4ö3 M. bereitgestellt, gleichfalls 4000 M. zum Umbau des bisherigen Ratskellers zur vorübergehen- den Verwendung für Bureauzwecke. Ein für 30 000 M. zum Kauf angebotener Lastkraftwagen soll erworben werden. Als Beihilfe an zurückkehrende Kriegsgefangene werden 2000 M. bewilligt. Groß-Serliner parteinachrichten. Friedenau. Der Fnrnenabend findet heute 8 Mr in der Luisen. Ichule, Goßlcrstrahe, statt. Die G-noIfm Todenhagen:.Die Verfafiima der Dculschen Republik'. Die Genossinnen werten dringend um zahlreiches Erscheinen gebeten. Anschließend freie Aussprache. Trmprlbos> Martendorf. Sonntag 6 Uhr Elternabend im Dyo:< nafium, KaisersNaße. Karte» t,— M. bei den BezirkSführern. Hilöungsveranftaltungen. Eharlottenbnrg. Der VortragSkmfuS über daS Erfurter Programm beginnt nicht heute Freitag, fondein erstnüchsten Donnerstag. Steglt«. Die unverkauften Eintrittskarten zum Lichtbildervortrag über den Ursprung deS Menschen am 19. Okiober find entweder am S-onn» abend tagsüber det Frau Alexander, Düppelitr. 41, oder abend» u»t b-4 Sonntag mittag in deren Wohnung, Grunewaldstr. 18 I, zurückzugeben.— Die künstlerischen Darbietungen am 9. November abends im Lyzeum fitö so vorzügliche, daß wir schon jetzt Entnabm« von EinlriNSkarlen bei de» BeznkSjübrern und durch Plakate getennzeichneten Gc'chäftcn empfehlev. Martenfelde. Der BtldungSauSichuß vcranstaliei am Sonnabend, VI, Uhr, im Lindcnpark, Berliner Straße, einen Mufikabend, verbunden mit Lichibildervoriührung: Die Tiroler Grenzgebiete. Karten zn 1 M. beim Voss. Thirow, Bismarckstr. 6, und im Lokal. Niederschönbausc». Sonnabend, 8 Uhr, Konzert(n der Aula des Lyzeums. Mitwirkende«. a. Eugen Brieger und Frau Brieger-Palm. ?ugenüveranftaltungen. Verein Arbeiterjugend Grass-Berlin. Sonntag, vorm. 9 Uhr. im Sophien-Gymnafium, Weinmeisterstraße 15: Generalverlammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag: Die gegnerischen Jugendbewegungen. 2. Bericht de» vorfitzenden. S. verschirdene«. Au träge.— Dl« Delegierten baben fich rechtzeitig ibren Ausweis vom AbtellungSIeiier zu holen und daraus zu achten, daß derselbe mit Etemvel und Unterschrift deS Leiter» verseben ist. Ohne AuSwete und Mandat kein Zutritt. Zentral-Jugendbeim, Lindcnstr. S. 2. Hof links, 8 Tr. Bortrag: Die Zünite und ihre Bedeutung im Mittelalter. Moabit. Lotal Schmidt, Wlelefftr. 7. Vortrag: Die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. I. Teil. Osten. JugendNubzimmer der 2204285. Gemeindeschule, Ehrenberz- straße. DiSkusfiönSabend: Die Ausgaben der Schülerräte. Wedding. Lokal Sachse, Lindower Straße 26. Mufikabend. Lieder- bllcher und Mufitinilrumente mitbringen l Eharlottenbnrg. Jugendheim BolkShauS, Rofinevstr. 4 L DiSkusfiönSabend: Die Freie Jugend und wir. Reukölln. Städt. Jugendheim, Rogatstr. 53. Vortrag: Erinnermrg Vau der Walze. Lichtenberg. Jugendheim, Parka»» 10, Ecke Möllendorsstraße. vor- trag»- und DiskusfionSabend. Treptow. Baumschnlenweg. Jugendheim. Elseni'tr. S(Ringbahnhos Treptow). Vortrag: Die Geschichte des Sozialismus. Weissrnsee. Jugendheim, Woetckpromenade l. DiskufstonSabend. Sämtliche Veranstaltungen beginnen abends 7 Uhr k Vorträge, vereine und Versammlungen. ArbeitSgemetnichaft sozialdemokratischer Lebrer und Lehre- rinne«. Sonnabend, 4 Uhr, DorotheenstäötischeS Realgymnajrnm, Georgeustraße. Genossen Pros. Dr. Lück, M. Hartmann lOilerr Gesandte» in Berlin):»Der Untergang der antUen Welt'. �Lite, auch NichUehrer, willkommen. Eintritt frei.— Reichsbund der SriegSbeschä.'igren (Ortsgruppe Friedrichshagen). Heute, 7st, Uhr, im Lindengarten. Friedrich- straße 74: Versammlung. P s ä n d n e r: Der Reichsbrnrd und die KriegS- gesangenen- und Hinterbliebenensüriorge.— Arbeiter- T am oriler- vuud. Bezirk Süden, Abt. V, Neukölln. Heute. VI, Uhr, W-ichsetstr. 8; Prüfung der Teilnehmer.— Bezirk Norden, llsedomstr. 33: Vortrag.— Sonntag, 2 Uhr. Nationalhos, Bütowstr. 37: Sitzung de» Kreise« Branden- bürg.— Jüdischer Kulturvereiii.Borochoiv«. Heute, 8 Uhr. im BrudervereinShauS, Kursürstei'str. 115/116: Gewesener ukrainische: Votl«- mwister Rewutzli: Politische Situation und Judenpogrome in der Ukraine. Karten 5, 3 und 2 M. bei Weriheim, Bote u. Bock, VeiemSgeichäftSi-elte, Linicnstraße 159 und an der Aberidkosse.— Arbetter-Steoographeubund .Jutersyftemal". Sitzung jeden Freitag, 7— S Uhr, im.Patzeuhoser", Fruchtstr. 71. Gäste willkommen. Sportnachrichten. 10. V>» iner Gepäckmarsch de« Berliner Sportverein» t89S am 26. Ottober. Meideschluß Sonnabend, 18. Oktober. Metdunge» bei Fritz Pmgel, Prag« Platz 1._ Mus aller Welt. Raubanfall. Am 14. Oktober, abends, wurde der Siaftoir»- Vorsteher des Bahnhofs Eidelstedt bei Altona beim Nachzählen der Lohngelder von drei Männern mit Revolvern überfallen; sie raubten 95 000 M. und entkamen. Der Beamte wurde gefesselt und geknebelt aufgefunden. Schneefall. Nachdem bereits seit einigen Tagen Schneefall mit starkem Frost auf den Höhen des Schwarzwaldes eingesetzt hatte» durch den die Obsternte erhebliche« Schade» erlitt, ist nun auch in den niederen Lagen des südlichen Schwarzwaldes Schneefall ein» getreten.— In München hat es stark geschneit. Opemhaus. Der Ring d.Nibelungen Vorabend: Rheingold. _ Anfang V/, Uhr. Schauspielhaus. Coriolan. __ Anlang 7 Uhr. Uirektion Max keinnardL Ueattuches Theater. «•/. uhr Faust I. Sonnabend 7 Uhr: Cymbelio. Hammerapiele. Zum7Uh£e Iwauow. Sbd. n,: Die Büchse d.Pandora Theater 1. d. KönlggrätzerStrafie 7 Uhr: Ein Traumsplel Sonnabend: EinTraumspiel Sonntag IIS: Musik. Abends: Ein Traumsplel Montag: Kabale und Liebe Komödienhaus uhr: Liselott von der P!a!z, Berliner Theater 7.10 Uhr; Baiiimei- htiidenteft. Oentral-Thencer p/- uhr Die Faseiilngslee. Bentaehes Opornhna« 7u.;M8Qv.LßnluineBQ Eds-«-Theater TV« U.:„ü. Ä. W. B." Stg. 3 U.: Printessin vom Nil. JPrledr.-WUhelmat.Th. w.uhr Gretchen. Kleiner« Theater. 7V, Uhr: HcideU. Kl. Schaaspieltaani«. & Er kann niciit befeiilen. Komische Oper 7v. u.: Liebeszauber. Stg. 3V«; SchHarzwaldmadel LnatHplelhana 7"/. uhr So ein Mädel. Metrapal Theater. 7 Dur: Syblll mit Massary und Thielscher Stg. 3 Uhr: Chsrieys Tante mit Thielscher. Bleuen Operettenhaan. 7v.u.:EigDanievoiii Zirkus. Mehlller-Thent. Charl. 7vs uhr: Viel Lärm oniniülils Thalia-Theater 7>,.u.: Mgier ÄMuseiieiu Th. am B'oUendorrplata Zum 1. Malet 7 Uhr: JDcr&teCgeffetbfe Theater den Wentenn 7v. u.: DleFrauimPiennelln Stg. 3%U.: Die lustige Witwe. Theater«Die Tribüne" 7v. uhr:„Die MMg.- Theater d. Prledricbstadt 7«/, Uhr Dr. Stic gilt« mit Rud. Scblldkrant Vl'allner-Theater uh? Eine Ballnacht Stg.?/« Uhr; Die Geisha. Residenz- Theater. VolhsbDhne a.T,lfa,tr BQiownl. ppehen. 266. Male Untcrgrundb. KiosterstraOe. Stadtbahn lannowitzbrücke. Nachm. 4 Uhr, kleine Preise: Uotkhpprhen. Tlglich heut 8 Uhr. zum Das im Leben. Von Hermann Sudermann. Regie: Alfred Rotter. Erleb Kaiser-Titz, Olga Lin- bürg, Harry Lledtke, Rosa Valettl, Emma»ebner, Gunold, Brenkendorf, Mameluk. Sonnabend 4 Uhr. kleine Pr.t Hiinael und Gretel. Sonntag 4 Uhr, kleine Pr. Z. 380. Male. Der gute Ruf. Trlanon-Theater. Bahnhof FrledrichstraBe. Untergrundbahn Friedrichstr. Nachm. 4 Uhr, kleine Preise: bchneewittehen. Täglich Chr: JKasHerade. Von Ludwig Fulda. Regie; Alfred Rotter. Hansi Arnstädt, Eugen Burg, Käthe Dorsch, Psuf Büdt, Jul. Falkenstein, Hugo Flink, Paula Levcrman«. Sonnabend 4 Uhr, kleine Pr.: Aschenbrödel. Sonntag 4 Uhr, kleine Pr.: Z. 417 Male: Der Lebensschlller Rose-Theater. TV. Uhr: Das Gesetz. Walhalla-Theater. <>., Uhr: Eine Frau wie Du. Caslno- Theater Lothrlngerstrallc. TägLVräU.: Großstadt-Pflanzen Volksstück In 3 Akten Vorner: Schwarzwaldbüble. Operettenakt m.ViktorLirzek. Dazu erstklass. Spezialitäten. Sonntag",4; Mädchenehre am Bht. Friedrichstr. Schleifenbahn Figur-8-Bahn oerg- und Talbabn Taifun-Rad iüippodroni-Solta!! Werktags ab 3, Sonnt. 4 U. TV, U. DieBürger von Calais i.eH»(nK-TUe«iter Direktion: Victor Bamowsky. 7: Peer Cynt. Sbd. 7'/,: Christa die Tante. Sonnt 71/, Christa die Tante Dentachea Künstler- Theater. Allabendlich 7V,: Der Blaufuchs. Leopoldine Konstantin, Anna- tiese Halbe, Kurtüötz, Theo- d-r Loos, Erich Walter. APOLLO THEATER | Friedrichstrahe 218| Dir.: James Klein 7V, alhbendl. 7'/, I Sonnt J'/jU. I Die Welt im Jahre 2000! Or.Varielä-Ausstatt.- schau tu 5 Bildern. in Szene ges.von Dir. James Klein. Unter anderem: Modenschau im Jahre 2000 10 Ikarier zu Pferde /Akrobatische Spiele/ Die Lichtfee In der Silbcrgrolte/ Tänze/ Ef fekte a.d.J ab re 2000 1 Senta Süneland Lude Btattner H. Lamberlg-Paulsen! Ate* Stainer usw. I Sonnt 3'/,(.Erwachs. 1 1 Kino freil CinasBmch Jeden Dienstag u. Freitag 8 Uhr nur Boxkämpfen Die übrigen Tage 7V,Ubr: „Aphrodite" Tragikomftch.Pamomlme in 3 Akt. v. Paula Busch, insz. v. Hofballettmeister Georges Blanvalet Unter den Linden 22-23. Direktion: M. Sollman. 2 Urauiiührungea AuseinesMams Mädclienjaliren. Nach d. bekannten Roman von N.O.Body. In der Hauptrolle: Erika Gläfiser. Dazu ferner ein Drama in 3 Akten: Finstere Mächte oder Dämon dJeides. Tneat. am Cottbus erTor. l eleph. Moritzplatz 14814, Jeden Abend T'j, Uhr Elite» Sänger Das vorztlglieho Oktober-Proqr.1 .stg.naohm�Uhrr «: wä»». Preise (Voll. Abd.-Prog.) I Kind fr«L BlOthasn Konzert Brfino 7 Uhr. Vorverkaat ll-t«/, u. 4-6 Dbr. Biiren. Licht- Rauch ecatatt. Releiis}iall.-Theater 7>/, Übt und Sonntag nachm. 3 Uhr: �rSletiin. Sänger * nachm. haldePc. !\>Al W eichst ollcn-S.: I**•'- Dönhoff-Brettl. Winter- Gatten Wegen des umfangreichen Oktober-Spielplans — Aufangf 7.15— Rauchen gc.tattctl ,Adinlrals>Kino Die Arche. Das ewige RgUel. Merry Ronald Fred Marlon , Elerlta, !«chlilter-Grfinlti 1 Mary Walter 4 Varadls Irma Traun Negrel u. Pola Max Marzelll Paul StelniU Conf.: Sl.gfr. Flatow, I Am Flügel: Ucasditl■ am Lehrter Bahnhof. Eröffnung: heute Freitag nachm. 3 Uhr. Geöffnet sonst täglich — von 10 bis 6 Uhr.— Elntrlttprela 80 Plg, Unssteilung znrßekäinnfDng IGeseMechtskrankbeiten »man son Selig PHUUppi Vorverfaul von 10—3 Uhr. f MDPEriiCriER- STR.S«/,, •SWv*««.«üaitiec.>ojo£ Uraufführung: t( Sensationsdrama rn. RIA WITT(persönl. anw.) Der lust. Ehemann Lustspiel von Etnst Lubitsch mit Victor Jaeuon Ein fixer Junge Lustspiel. IrNEATFfi AM VOSlfmOfiFPtArj� Freitag/, den 17. Oktober 1919, abends 7 Uhr Zum ersten Male: jOer* J�cr-TTian.statten Y�vfc. von l/Xidecimttt_ von Cxlo*j.rcLjKürmjcßo in Szene gesetzt von Hermann Haller i.jr.tan«* 7 ü-ir D«vorzugt« •oflfidtttti Berlin« find dt. Tonndorf- Betriebe -«d.»».o- Dnilev-ReflSMitt U.err b« n LI a b». 44 .ab Friedrichstraß, 67 Vornehme« Wein- und �ier- Restaurant »»pflegt, echt» Bier» wlallM«: Pilfne, Urqn.ll kefellfchafteilmmer Mit-ng. n. Abrodmostt, �».pell- D.ichNoe. ♦«onnHüFf ♦ Unter b« n Cfaben 88 äkaffi». Diele. Bar Zlbnib. Wetn. Nestanra« i 3t ach«., u ätbeeb-Kanzaer» Kapellen tlschmann.Wagner Eigene Wiener Däckereil Kaff-�-Zaberettnag»ach Karlabobar Art. •fUt«!«!»eriihmf» Serßflrgmii. i. \ s 't l ! mWWmATATXVA-WAWTXTäVAVAWWm 4�� UHU"'.......................................................................................................................—-------- 7.....'r~TTNI. � � 2 Ausnahme-Tage* Nur Freitag und Sonnabend, im Erdgeschoß Neue Samtkappen, schwarz und farbig, mo- dernste Verarbeit., echte Samte 38, 44, 54 Mk. Moderne Zylinder-«. Samthüte, feinster Ver- arbeitung, schwarz u. farbig 65, 75, 95 Mk. Garnierte Samt- und Zylinderhüte 75, 95, 110, 125 Mk. Moderne Schleier zu billig. Ausnahmepreisen Modellhaus. Auguste Münzer Markgrafenstraße 28 2. HauS von der Leipziger Straße. Geschäftszeit von 9—6 Ahr. fc fc üi Z 8 8 > 8 Künstlerhau» �Beiievuestt.) tfeu». und folg. Tage 8 Uhr: Lustl ge Abende Marcell /x er v u u v-—■ SALZER i Schau-Burg Karten 5—2 M. Bote 4 Bock, Wertheim, Künstlerhaus. A. 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UZ, » Ecke Mauerstrahe Liukftr. l. Ecke Potsdamer Str. Friedrichstr. ISS», Eck« Leipziger Straß« Frtedrlchstr. 106, Eck« Ziegel. sttaße ZI Creachäfte: cnj Belli-Allianee- Straß« 4. iZi». am Halleschen Tor 72 Znoalidenstr. t«4. Ecke Brunnenstr. Schönhauser Alle« SI. vochbahn-Station Nordring Friedrichstr. l«, Irl», Ecke Dorotheenstraß, Wir haben in solchen Fällen»stfeftfiellen können, daß das alles nur von einem Fehler der Augen herrührte und daß geeignete Augengläser, die nicht in allen Fällen dauernd getragen zu werden brauchen, Abhilfe schafften. Je eher das geschieht, desto bester, desto sicherer vermeiden sie eine dauernde Schädigung der Körperhaltung und der Gesundheit im allgemeinen und ungerechte Zurücksetzungen. Besonderen Wert legen wir auf ein sorg« fältiges Anpassen des Gestelles. Augen- gläser müssen mindestens genau so tadellos sitzen wie Kleider und Schuhe, sonst schaden sie oft mehr, als sie nützen. Frankfurter Alle« 14 Charlottenbnrg; Taueugicnstraße 15, Ecke Marburger Straß«. Zoachimithaler Z trotz» z, am Bahnhof goo. Dienstag, den 14. Oktober, labends 6 Uhr, stari» nach I Ilängerem, schwerem Leiben I i mein imngsigetiebter Mann, I ■ unser herzensguter Batet,\ j Schwiegervater, Großvater j jlanb Schwager Karl Berlin' j im Alter von 57 Jahren, ja Dies zeigen in tiefer I s. Trailer an»523)1 Riederichönhansea, Treskowftr. 58. Anna Berlin, geb.Ryneck. jj nebst Ainbern. ,, Die Beerdigung stnbet f? am Sonnabend, den 18. Oi» l! iober, nochni. 4 Uhr, von gl der Leichenhalle de» neuen Nied erschonli auf. Gemeinde- ?. iriedhofee, Cvrmanenjttofce I 5' Schbnholz), ans statt. (Linie 38.) Dr, Gr&tering Epeziolnrxt. favalidenstraße 35' i eke ChaiisseestraBe am Stettiner Bahnhol.* iy-I.' jS— V-T, Sonnt. U— 12. Mn jtöeliet- gMUiüe" ß. B. »erlin S 2, Zteu« Zciedrlchstr..53-56, II Zimmer 88. 10—13.■ Zentrum 4690. WWW- M Mek-WWÄMg vlenslog, 24. Oktober, abend»?>/, Ahr, . Dr. Felix B o rch ard t: �, Heinrich Heine al« Prophet der Gegenwart. Seginn üer Vorlesungen Montag, üen 27. Gktober 1979, und folgende Tage. »eekhooen» werte. Dozent G. Ernelt. Elnfahrung in die noturwifsenichastliche Venkweila. R. Potoniä.— Geld-. Sank- nnd»drsenwesen. Dr. Ioh. Croner ibieichs» wirtschastsminiitertumi.— volkswirtschnftl. Aebnngea sttr Anlanger.— Kurf»« in einfacher lZuchsShrung. DWI.- Sandels» tehrer H. Lüdke.— Unterrlchtotnrs« in französischer and eaglischer Sprache. wigenschasttiche Abend«. Borkesuiigövrrzcichnisse, Mitglieds» und HSrerkarten in der Geschäftsstelle C 2, Reue Friedrichstr. 53/56, II. 16—12, 1—5. Zentrum 4690.< i im, 2NItgli«d»b»I/, Uhr: Zufammenkunst Alle Iakobstr. 04 Aünstbr und Ztunftgewerdler(mb eingeladen. MWUlSM sei Anzeslelllen lhHV VI, Belleallianceftp. 7—10. r« l e p h o N: Amt Nolltndorf Nr. 44«»— 4463. Aufruf: Kolleginnen! Kollegen! Vergeht es nicht, der Kampf der Metallarbeiter ist unser Kampf! Uebt Solidarität und steuert nach Kräften! 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Die Herausgabe der vier anderen Bände erfolgt noch im Oktober. Die wer- den ungefähr SSV Aktenstücke und m einem Anhang eine Reihe von Ergänzungen, darunter den Dreibund-Vertrag und den Vertrag mit Rumänien enthalten. Der erste Band umfaßt die Zeit vom Attentat von Sarajewo bis zum Eintreffen der serbischen Ant- wortnoten in Berlin, dazu einige Dokumente auS den vorhergehenden Wochen. Der' zweite Band behandelt den Zeitraum bis zur KriegSerklä«lNg Deutschlands an Rußland; der dritte Band etwa die Zeit bis zur Kriegserklärung an Frankreich; der vierte Band die Borgänge bis zur Kriegserklärung Oesierveich-Ungarns an Ruß- land. /lgrarifthe Verhetzungslogik. O,>vir kennen sie genau, diese VerhetzungSlogik und VerdrehungStaktik der konservativen Presse: sie rechnet mit dem Denkvermögen der geistig Armen, die ihre Leser sind und stellt konsequent die gegenwärtigen bodenlosen wirtschaftlichen und moralischen Zustände in Deutschland nicht als eine selbstverständliche Folge der wahnwitzigen v i e r Kri e g sj a h re hin. die das deutsche Volk bis aufs Hemd ausgezogen haben, fondern als Folge der Revolution. Viele sehen ja nur das Nächste und haben das Weiterzurückliegende schon halb vergessen. Und so zieht die„Deutsche Tageszeitung" ihre Schlüsse aus den Selbstverständlichkeiten unseres Artikels über die Er- nährungSwirtschaft im kommenden Winter: Durch die Revo- l u t i o n und die„seitherige Regierung"(meint sie da die Regierung Wilhelms H.— Ludendorff?) sei das Volk so tief gesunken(nachdem der Krieg die letzte Faser zermürbt und zerbrochen hat); durch die Revolution sei das Volk noch immer unwissend darüber, wie tief es heruntergekommen(und nicht durch die Lügenpolitik der jahrelangen Ludendorss- Zensur und der reaktionären Blätter); durch die R e v o l u- t i o n sei das Eisenbahnmaterial heute altes Eisen und Bruch kund nicht durch die Ludendorfische Herunterwirtschaftung der Reparaturbetriebe, die kein Kupfer, kein Messing, kein ordentliches Werkzeug mehr hatten); durch die Revolution müßten wir Milliarden Arbeitslosenunterstützung zahlen(und nicht durch die kriegsmäßige Verwüstung unseres Wirtschafts' lebens); durch die Revolution sei der Mangel an Arbeits lust und Arbeitsleistung gekommen(und nicht durch die jähre lange kriegsmäßige Aushungerung der Menschenleiber); durch die Revolution und ihre Regierung(alS unseliger Erbe!) sei das Volk vor eine Einschränkung des BahnverkehrS gestellt ivorden(und nicht durch die Ablieferung von Tausenden von Lokomotiven und Waggons an die Entente. die wir liefern mußten, weil das Ludendorff-Regiment so und so viele aus Belgien und Frankreich geraubt und vernichtet hat); durch die Revolution treibe die Regierung eine„Angst- Politik"(nachdem die Machthaber von 1914 18 am 9. November vor Angst inS Mauseloch gekrochen waren); durch die Revo I u t i o n hätten wir eine Regierung von„bodenloser Unfähig- keit und gewissenloser Leichtfertigkeit"(nachdem die Hohcnzollern- Ludendorfische Regierung mit ihrer bodenlosen Unfähigkeit und gewissenlosen, ja verbreche- rischen Leichtfertigkeit das deutsche Volk an den Abgrund gebracht und die folgende Revolutwnsregierung zum bc- klagenSwerten Konkursveriv alter hat werden lassen); durch die Revolution müsse das Volk jetzt frieren. hungern und entbehren(nachdem die vier KriegSjahre uns so ausgesogen haben, daß unsere allerletzten Quellen fast versiegt sind und obendrein die produktive Landwirtschaft viel- fach eine ganz offensichtliche Aushungerungs- und Wucher- Politik am eigenen Volke betreibt). Und als Schluß: Darum sei nicht das Selbstverständliche, was sich mit folgerichtiger Naturnotwendigkeit voll- zogen hat, Selbstverständlichkeit, sondern nur das sei Selbst- Verständlichkeit:„daß eine solche Negierung zum Teufel ge- jagt würde". Während doch das Umgekehrte sich heute als eine„Selbstverständlichkeit" erwiesen hat: daß nämlich die Revolution die unfähige und verbrecherische Regierung der Hohenzollern-Ludcndorff zum Teufel gejagt hat! Die Arbeiter tvcrden dafür sorgen, daß sie nicht wieder- kehrt. Das ist auch eine Selbstverständlichkeit. Die �usschußsitzungen. DaS Tamultschadeagesetz. Im Ausschuß wurde am Donnerstag 8 2 des Gesetzes gegen den Widerspruch der RegierungSver- : reter in der Fassung angenommen, daß em Anspruch auf Ent- schädigung nur gegeben ist, wenn und soweit ohne solche nach den lim stäuben eine unbillige(Mlärimg des Fortkommens des Be- troffenen eintreten würde. Seine gesamten Vermögens- und Erwerbsverhältn.sse sind zu berücksichtigen, ftcrnez wurde beschlossen, daß die Zahlung von Ersatz bei Beschädigungen von Grundstücken oder Gebäuden davon abhängig gemacht werden kann, daß die Wieoerherstellung der Grundstücke oder Gebäude sichergestellt wird. Re«e Ententefordernnsen. Fm ReichShauShaltsausschuß der Rationalversammlung machte DormcrStog Schatzminister Dr. Mäher Aufsehen erregende Mitteilungen über neue Forderungen der Entente. Di« Unterhaltung der gesamten BesatzungS- armse werde jährlich 2% bis 8 Milliarden losten. Letzten Endes würden diese übertriebenen Forderumgen der Entente selbst zum Schaden gereichen. Der Berichterstatter Stücklen(Soz.) hob bervor, daß derartigen Bedingungen den Ruin Deutschlands zur Folge haben müßte». D'e Jnscratcnsteuer beschlossen. Im Umsatzsteueraus- f ch u ß der Rational Versammlung wurde noch Erörterung der vor- liegenden Bedenken die Inseraten st euer mst allen gegen die Stimme des Unabhängigen mit der Maßgabe der endgültigen Stellungnahme in der zweiten Lesung angenommen, des- gleichen die Hotelsteuer unter Berücksichtigung eines Antrages der Deutschen BolkSpartvi, die Minimalbesteuerungs- grenze von 2 auf 3 M. hcvaufzusehen. Gegen den Wucher. Im Volkswirtschaftsausschuß fand ein Antrag der Abgeordneten Hermann, Irl u�d K ä p p- lcr einstimmige Annahme, in dem B-e strafung für Handlun- gen gegen die Vorschriften über den Verkehr mit Leim, Knochen und Leimleder, sowie Prüfung verlangt wird, ob die festgesetzten Preise den heutigen Erzeugungskosten entsprechen. Zum Zweck von Verhandlungen über Wucherpreise sind zurzeit vier bayerische Minister in Berlin anwesend. Die bürgerlichen Partei«« in Deutschland. Dieses Thema be- handelt Genosse Erich Kuttner in einem Kursus zu acht Abenden, der von der Sozialistischen BildunaSichule Groß-Berlin veronstattet wird und heute Freitag, aoends 7 Uhr. in der Aula des LuthertyzeumS. Tenipelhofer Ufer 2(Nähe Hallesche» Tor), beginnt. Hörerlarten find am Eingang zu haben. Der Kampf in der Metallinöuftrie. Von der Gewerkschasts- und Fünfzehnerkommisston wivd unS folgender Aufruf an Sie Arbeiter See MetallmSustsie. übermittelt: Folgender Beschluß wurde heute gefaßt: „Die Fünfzehnerkommission hat beschlossen, den Streik der Etektrizitätsavbeitcr aus der ganzen Linie durchzuführen. Die Unternehmer haben sich bis zur Stunde noch nicht bereit erklären können, aus der vom Reichsarbeits- minister geforderten und von uns zugesiimmten Grundlage zu verhandeln. Schon aus diesem Grunde macht es sich notwendig, daß der Beschluß der Elektrizitätsarbciter durch- geführt wird. Es ist aber auch aus diesem Grunde not- wendig, daß wir den Streik der Elektrizitätsarbeiter auf der ganzen Linie durchführen, well eine behördlich konzessiv- nierte Streikbrecherorganisation,„Technische Nothilfe" ge- nannt, in unseren wirtschaftlichen Streik eingegriffen hat. Wir fordern alle Kollegen der ElektrizitätIindustrie auf, un- verzüglich die Arbeit niederzulegen und die Betriebe zu der- lassen." Anschließend hieran bemerkt die Streikleitung: Wenn durch diesen Beschluß für die Bevölkerimg Härten entstehen, weil nunmehr auch die Notstandsarbeiten nicht mehr durchgeführt. werden können, so bedauern wir das außer- ordentlich, weisen aber darauf hin, daß wir den die NotstcnÄs- arbeiten Verrichtenden nicht zumuten können, mit Streikbrechern zusammenzuarbe' ten.' Die Fünfzehnerkommission hat beschlossen, den Streik der Maschinisten und Heizer auf der ganzen Linie durchzuführen. Dieser Beschlutz hat für alle Maschinisten und Heizer Gel- tung, gleichviel welcher Organisation sie angehören. Ausge- nommen von diesem Beschluß sind vorläufig nur aus beson- deren Gründen die Heizer und Maschinisten der städtischen Gaswerke, der Wasserwerke, der Krankenhäuser und der Lebensmittelversorgung. Wie aus vorstehendem Beschluß ersichtlich, beabsichtigt die Kommission, die Gas- und Wasserwerke noch nicht in den Streik einzubeziehen, trotzdem seitens der Arbeiter dieser Werke die Forderung aufgestellt wurde, mit in den Streik zu treten * Der Aufruf öes �vorwärts'. Im Zusammenhang mit vorstehendem beschäftigt sich die Streikleitung auch mit dem in der Morgennummer des„Vorwärts" veröffentlichten Aufruf, worin Bezug genommen wird auf die Borgänge in der Versammlung in dm Zentral-Fest- sälen, über die wir noch etwas eingehender in unserer DonnerStagabendmmimer berichtet haben. Die Streikleitung kennzeichnet den Aufruf des„Vorwärts" als eine bewußte Verleumdung der Streikleitung, ohne sich zu den bemerkeus- werten Vorgängen in der fraglichen Versammlung zu äußern. Allem Anschein ist der Streikleitung der Nachtrag von der ommösen Versammlung, in der die Böse und S y l t ein so merkwürdiges Spiel getrieben, bei Abfassung ihrer Kritit noch nicht bekannt gewesen, denn sonst könnten wir es nicht verstehen, daß sie dazu rein gar nichts zu sagen weiß. Das Schimpfen hat die Streikleitung mit der ihr geistesverwandten „Freiheit" gemeinsam, die von„vollendeter Grund- s a tz l o s i g k e i t",„schäbigstem Parteiegoismus" und „schwarzem Verrat" des„Vorwärts" schwafelt. Solche Beschimpfungen in einer Situation, die uns gewissenhaftes Handeln oberstes Gebot sein läßt, ehren uns. Wenn die Streikleitung, wie oben mitgeteilt, den Not- staudsarbeit Verrichtenden nicht zumuten kann, mit Streik- b rechern zusammenzuarbeiten, so sagen wir: wer Not- standsarbeiten verrichtet, ist kein Streik- b re ch e r; Nvtstandsarbeiten stellen, sobald durch sie die G e- samtheit vor unverdienten Härten und Lei- den verschont wird, eine sittliche Handlung dar. Streik See Charlottenburger Lichtarbeiter. DoimerStagnachmittag sind die Charlottenburger ElektrizitätS- arbriter in den Streik getreten. Es gelang, eine Dynamomaschine in Gang zu halten.— Durch llrnschcrltunzen wurden die Krankni- Häuser, das Rathaus, die Bahnhöfe und die Straßen angeschlossen, während die ganze Gegend«n Kurfürstendamm und die nach Wilmersdorf führenden Straßenzüge mn Dunkol blieben. Die Straßenbahn in Ehavlottcnbnrg vermoeyie den Verkehr auf-.chtzu- erhalten, da sie ein eigenes Kraftwerk besitzt. Die Cafes, Rejum- rcmtS, soweit sie nicht Notbeleuchtung aufzutreiben vermochten, mußten, ebenso wie die meisten Kiews in Charlottenbrug, geschlossen werden. Die Ardeiter des Charlottenburger Gaswerks haben sich—- wenigstens vorläufvg— dem Streik noch uuyt angeschlossen. * Der Setrieb See SLäöLischen Elektrizitätswerke ist noch nicht zum Stillstand gekommen. Die Direktion ist der An- ficht, daß sich der Betrieb mit gerungen Einschränkungen wird durch- führen lassen. Bis jetzt war es noch nicht notwendig, aus die Teck irische Nothilfe zurückzugreifen, und' man glaubt, auch bis aus weiteceS auf deren Unterstützung verzichten zu können. Tfc Die Streikabftimnnmg in öer Moabiter Aentralr. Wie»venia Neigung die in den lebenswichtigen Betrieben beschäftigten Arbeiter hoben, der Dtreikparole zu folgen, zeigt die in der elektrischen Zentrale Moabit vorgenomuieste Ab- stimmung der in der Nachmlltagsschicht tätigen Arbeiter. Von 50 Arbeitern, die für die Abstimnmng in Frage kamen, haben in geheimer Abstimmung 24 ihr Votum abgegeben. Davon stimmten 22 für Fortführung des Betriebes, zwei gaben Weife Stimmzettel ab. Die übrigen Arbeiter, die sich an der Ab- stimmung nicht betellrgten. wünschten zunächst eine'Aussprache in einer Betriebsversammlung der gesamten Belegschaft, und erst nn Anschluß dar«! eine M stimmung vorzunehmen. b* Das lkinsreifen See»Technischen Nothilfe*. Uns wird mitgeteilt: Die„Technische Nothilfe" hat bisher nur in Charlottenburg eingegriffen. DaS Charlottenburger Elektrizitätswerk arbeitet wieder in vollem Umfang. Di« Ar- beiter in Moabit, Weißensee, Stralau-RummelSburg und Bitter- feld haben beschlossen, bis Freitag früh 8 Uhr zunächst weiter zu arbeiten, um dann in Betriebsversammlungen erneut Stellung zu nehmen. Angesichts der Sachlage ist zu hoffen, daß der Groß-Berliner Bevölkerung eine schwere Beeinträchtigung der dringendsten Lebcnsnotwendigkeftc-n, wie eS die Lahmlegung des Verkehr? und die Abschneidung von Licht und Kraft wären, erspart bleibe. Sollte wider Erwarten die Einsicht der in allen Betrieben zweifellos vorhandenen arbeitswilligen Mehrheit durch die Kurz- sichtigkeit von Minderheiten ausgeschaltet werden, so müffeu die bereitstehenden Abwehrmittel, im besonderen die Technische Rothilfs, unverzüglich einsetzen» um die unabseh« baren Folgen einer über das gebotene und berechtigte Maß weit hinausgehenden Vertretung von Sonderintercssen der Ge- samtheit fernzuhalten. Alle erforderlichen Maßnahmen werden selbstverständlich amb vom Berliner Magistrat auf das nachdrücklichste getroffen. Auch der Magistrat sieht seine vornehmste Ausgabe darin, das vielgestaltige Leben der Reichshauptstadt in Gang zu halten. Er hat seit Tagen und Wochen versucht, diese Aufgabe auf dem Verhandlungswege zu lösen. Sollten die Verhandlungen zu einem Ergebnis nicht führen, so werden die erforderlichen Maß- nahmen des Oberkommandos volle Unterstützung de? Magistrats finden. * Zentralverbaud der Maschinisten, Heizer und Berufs- genossen Tentschlands. Heute Freitag, de« 17. Oktober, mittags 12 Uhr: Der- sammlung aller Vertrauensleute der Maschiulftc» und Heizer auS fimttichcn Bctriebru Groß-BcrlinS bei Schulz, Königs- graben 3, Nähe Wexanderplatz. Die Slreilleituug. Sevorftehenöe Einigung im hilfsarbeiterstreik. Nach langwierigen Berhandlungen ist eS gelungen, eine Basis zu finden, auf der der Streik der städtischen Bureaukräfte, der das gesamte Leben Groß-BerlinS aufs empfind� lichste schädigt, beendet werden kann. Gestern vormittag fand eine Sitzimg der großen Deputatton der Berliner Sbadtver- ordnetenversammlung statt, in der der Magistrat über seine Stellungnahme zum Streik berichtete. Es wurde beschlossen, daß die einzelnen Fraktionen, vertreten durch je ein Mitglied, mit den Ausständigen eine Aus- spräche pflegen sollten, um möglicherweise eine Einigung herbeizuführen. In dieser neuen Sitzung kam schließlich folgende Verein- barung zustande: Die Vertreter der streikenden HUfSkrSste bei» Magistrat erkennen den Schiedsspruch vom Ist. Oktober alS ein Provisorium an und erklären sich zur sofortigen Aufnahme der Arbeit bereit. Sie erwarten jedoch die gleichzeitige Aufnahme neuer Verhandlungen mit dem Ziele der Herbeiführung einer Entscheidung vor dem SchlichtungSauSschuß Groß-verlins» welcher von beide« Teilen alS bindend anerkannt»erdon muh. Die Vertreter der Fraktionen erklären sich bereit, im Sinne dieser Entschließung auf den Magistrat und ihre Fraktionen zu wirken. Es ist wohl als sicher anzunehmen, daß die Vereinbarung sowohl von den Streikenden als auch von dem Stadtverord- netenkollegium angenommen wird. ' Auf der Grundlage dieses Vorschlages fanden gestern abend auch in Neukölln Verhandlungen mit den Streikenden statt, die sich bis in die späte Nachtstunde hinzogen. Es ist zu hoffen, daß die Vereinbarung, die einen gangbaren Weg zeigt, auch von den Ausständigen in Neukölln angenommen wird. Neukölln leidet bereits unter diesem Streik, dem sich bekanntlich die städtischen Arbeiter anschlössen, in erheblichem Maße. Es fehlt an Licht, lagen doch am Mittwochab.nd die Straßen Neuköllns in völliger Dunkethett. Und die Tausende von Haushaltungen, denen es an Kahlen mangelt, können nicht mehr ihre Mahlzeiten herstellen. m Atreik der??riedhofSarbciter. Auch die Neuköllner FriedhofSarbeiier sind in einen Svmp,?- thiostreik zugunsten der BureauhilfSkräfte de? MazistratS einge- treten. Infolgedessen konnten am Mittwoch und am gestrigen Donnerstag Sie angesetzten Beerdigungen nicht stattfinden. So- wohl auf dem städtischen Friedhof in der Gottlieb-Dunkel-Straße wie auch auf dem Kirchhof in der Rudower Straße sollten Bei- setzungen erfolgen, mußten jedoch aufgeschoben werden, und die erschienenen Leibtragenden muffte« unverrichteter Sache nach Hause gehen. Naturgemäß hei das Unterbleiben der Bestattungen bei den beteiligten Angehörigen außerordentlich« Erregung her- vorgerufen. Wie mitgeteilt wird, hat die Streikleitung auf Vor- stellungen sich bereit erklärt, die verschobenen Beerdigungen stakt- finden zu lassen und die erforderlichen Arbeiter dafür freizugeben. • Auf halbem Wege— halt! Ällb der Lohnerhöhung für die städtischen Hilfsarbeiter und Arbeiter springen auf alle Zölle Sieucrerhöhungen heraus, davon beißt keine Maus einen Faden ab. Auch die„Freiheit" muß das feststellen— als Organ der stärksten Fraktion in der Stadt- verordnetenbersammlung kann sie gar nicht ander«, so unange- nehm ihr das naturgemäß ist. Sie schließt aber ihre Betrachtung ziemlich plötzlich damit, daß der einzige Ausweg die Senkung der Lebensmittelpreise und die Steigerung des Geldwert» sei. Voll- kommen richtig— aber warum auf halbem Wege halt? Warum n»chi auch die Schlußfolgerung ausgesprochen, daß nämlich der Geldwert nur durch Ausfuhr deutscher Waren und deuffcher Kohle gesteigert werden kann, daß aber Streiks die Ausfuhr hindern, insbesondere Streiks in den Reparaturwerkstätten für die Lokomotiven— die auch den Berliner Arbeitern Winter- kohle zuführen müssen— und dglß die unentbehrlichen Auslands- lebentmittel um so teurer bezahlt werden müssen, je weniger wir ausführe«. Aber die„Freiheit" darf ja so etwas nicht sagen; gegen die AlleS-Kaputmacher läßt sie jenen Mut vermissen, den Otto Bauer gerade von de» Marxisten gege» lknks fordert. Deutfthlanö und Aas Osltikum. Dem Vertreter des Marschalls Fach ist folgende Note übergeben worden: Die alliierten und assoziierten Regierungen haben die deutsche Regierung zum ersten Male in ihrer Mitteilung vom IS. Juni zur Räumung de» valtikums und Litauen« auffordern lassen, nachdem sie noch im Mai ausdrücklich verlangt und ungeacktel de» Proteste» der deutschen Regierung daraus be- standen halte», dast die deutschen Truppen von dort nicht zurück- gezogen werden sollten. Seitdem ist die deutsche Regierung un- abläsfig bemüht gewesen, die Zurückziehung der Truppen durch»»» führen. Sie hat alle ihr zu Gebote stehenden Mittel angewandt, um den Widerstand der Truppenteile zu brechen, die sich um da» ihnen von der lettischen Regierung versprochene CiubürgerungSrecht und die erhoffte AnsiedeiungSmöalichleit gel bracht sahen. Sie hat schliestlich den widersetzlichen Truppen den .Sold, deir Proviant und die sonstigen Zufuhren gesperrt und ihnen sogar die bereits erworbenen Ansprüche auf spätere Versorgung entzogen. Sie hat Mahregeln getroffen, um jeden etwaigen Per» such von Munition»- oder MannschailSnachschüben zu unterbinden und hat zu diesem Zwecke den gesamten Personenverkehr nach dem Laltilum gesperrt und die Ueberwachung aller Grenzstationen durch besondev« Beaus- tragte angeordnet. Die» alle» zeigt, dast die deutsche Regierung t e i n e Veranlassung gegeben hat, so einschneidende Mastnahnzen zu ergreifen, wie sie in den Noten der alliierten und osioziierten Re- gierungen vorgeschrieben find. Die deutsche, Regierung hat auch nicht abgelehnt, den General von d.r Goltz au» dem Baltikum abzuberufen, sie hat vielmehr lediglich darauf hingewiesen, daß e» sich' um eine imrerr deutsche Angelegenheit bandele. Tatsächlich ist Graf von der Goltz damals abberufen worden. Erst die bald nach seiner Abreise erfolgte Meuterei der Eisernen Division veranlagte ihn au» eigenem Entschluß, nach Mitau zurückzukehren. Dieie vorübergehende Rückkehr wurde auch nur deshalb geduldet, weil Graf Goltz noch am ehesten den«nzu« friedenen Truppen gegenüber genügende Autorität zu haben schien. um sie zur Befolgung be« Abmarschbefehle» zu bestimmen. Ein Teil der Truppen ist denn auch damals seinen Anordnungen ge- folgt. Al» auch sein Einfluh zu versagen begann, ist Graf von der Goltz endgültig abberufen und nach Berlin befohlen worden. Inzwischen hat General von Eberhardt als sein Nachfolger den Befehl übernommen. Die deutsche Regierung hat keine neue Regierung in jenen Gebieten anerkannt, noch mit einer solchen irgendwelche Verbindung. Sie hat den deutschen Soldaten strengstens verboten, in russische Formationen einzutreten, und mit denjenigen, die die» trotzdem getan haben, jede Verbindung abgebrochen. ES befindet sich bei den russischen Kampftruppen im Baltikum kein einziger deutscher Soldat, über den die deutsche Regierung noch eine BesehlSgewalt ausüben /. lönnt«. An der Offensive des General» Vermont sind keine deutschem Kommando unterstehende Truppen beteiligt. Die politi» schen und militärische« Pläne deS Generals Awalow-Bermont » werden in keiner Weise gebilligt. Deutschland hegt weder gegen da« lettländische noch gegen das russische Volk irgendwelche kriegerische Absichten. Die deutsche Negierung nimmt— so schließt die Note— gern davon Kenntnis, daß die alliierten und assoziierten Regie- rungen eine interalliierte Kommission nach den baltischen Provinzen entsenden wollen. Sie bittet, diese Kommission sobald als iryjglich abreisen und zur Be- sprechung mit den hiesigen Stellen einen kurzen Aufenthalt in Berlin nehmen zu lassen. Die Kommission wird sich durch ihr eigenes Urteil überzeugen, daß die gegen die deutsche Regierung erhobenen Borwürfe nicht aufrechterhalten werden können. » Der Rücktransport der deutschen Truppen soll von Schaulen aus auf der einzigen verjLgbaren Linie erst am 18. d. M. beginnen können. Nach Eingang der Meldung über die Verhaftung der Beauf tragten der deutschen Gesaudtschaft in Riga ist von der deutschen Regierung bei der hiesigen lettländiscken Gesandischast um um« gebende Aufklärung über diesen Fall gebeten und vorausgesetzt, dost sich die Nachricht bestätigt, gegen die Wiederholung des Exterritorialitätsrechtes nachdrücklicher Einspruch erhoben worden mit dem gleichzeitigen Hinweis, daß die deutsche Regierung, wenn diese völkerrechtswidrig« Maßnahme nicht umgebend zrnück genommen werde, entsprechende Gegenmaßrcgeln ergreifen müsse. Gegenüber einem holländischen LuSsrager erklärte Awaloff> Bermondt. die 20 000 Deutschen bedeuteten nicht« in seiner Armee, die bald Hunderttausende zählen werde. Dagegen weiden die Awaloffichen Kriegshandlungen in den lettländiichen und Entente berichien immer wieder als deutsche Talen hingestellt; die wirk- lichen Russen täten nur gezwungen mit. Die„Times" findet, der Streit gebe jetzt nicht mehr zwischen den Bolschewiki und ihren Gegnern, sondern zwischen der deutschen Politik in Rußland und der Entente I Angesichts dieses antienglischen Komplotts müsse Deutschland gezwungen werden, gegen seine Agenten im Baltikum vorzugehen, und man müsse die Regierungen Kollschak und Denikin anerkennen. Eine solche Provo- kation der Arbeiterklasse wird Lloyd George sich wohl überlegen. Dagegen betonen die„Daily News", daß eS die Entente sei, die die iriedenSbedürstigen Randstaalen zwinge, zu kämpfen und sie vor die Entscheidung stelle, bolschewistisch oder germanisiert zu werden. Di« Nordwestarmee Judenitsch' meldet, daß sie sich kämpfend Petersburg nähere. Doch werde mit zäher Verteidigung Peter» burgS gerechnet. Denikin steht 300 Kilometer südlich von Moskau. Der estnischen Regierung soll von einem englischen Bank« konzern eine Anleihe von 10 Millionen Pfund bewilligt worden sein. vie Gskseebiockaüe. Fünf deutsche Dampfer wurden auf der Ostsee angehalten und nach R e v a l gebracht. Der KönigSberger Hafen liegt fast völlig.still. Zwei Leichter mit Kohle für Königs- berg wurden vor dem Hafen von Pillau von den Engländern gekapert. Dagegen traf ein Dampfer mit Heringen auS Norwegen ein; der Kapitän behauptet, in der ganzen Ostsee nicht ein einziges Fahrzeug getroffen zu haben. Im Lübecker Hafen liegt ein halbes Dützend deutscher Schiffe, die nicht ausfahren können. Es ist den unterwegs nach Deutschland befindlichen Schiffen noch gelungen, unversehrt nach Lübeck zu kommen. Schwedische und finnffche Schiffe verkehren unbehindert. preußische Tanöesversammlung. 66. Sitzung, Donnerstag, den 16. Oktober 181g. Am Regierungstisch: Braun. Präsident Leinert eröffnet die Sitzung um 12.20 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Haushalts für die Forstverwaltung. Abg. Dr. Schloßman»(De«.) begründet den Antrag seiner Fraktion zur schleunigen Vorlegung eines NutgesetzeS, nach dem Rodungen und Abholzungen in Privatforsten nur nach vorheriger Eenehmiigung de» zuständigen Regierungsprä- sidenten zulässig sind, und Forsten über 1ö Hektar der staat» lichen Oberaufsicht unterstellt werden. Abg. Kreymuth(Sog.): Die Haupteinnahmen der ForsWerwrl- tung stammen leider infolge der Wucherpreise aus dem Holzver». kauf. Die Forsiverwaltung muß für gesündere Wohn- und Ar- beitsstütten tätig sein. Im Interesse des Deutschtums begrüßen wir, daß zahlreiche Forjibeamte in den abzutretenden Gebieten bleiben wollen. Die Förster fühlen sich durch die Revolution er» 'äst von dem überm äßmen Druck der oberen Verwaltung.(Leb- hafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Riehl(Z.): Das au» unseren Wäldern zu gewinnende Brennholz mutz un» helfen, über die Kohlenuot hinwegzu- komme». Abg. Nenmann-Bärenberg(Dem.): Wir warnen vor allzu großem Holzeinschlag, sonst steigern wir die Grubenholz- knappheit. Unser Holzvorrat reicht nicht zum Ersatz der Kohlen für den Hausbrand aus. Abg. Klausner: Wir verlangen billigeres Holz, das auch van den minderbemittelten Klassen erworben werden kann. Die schwer« Arbeit der Fnlstarbeiter muß durch höhere Löhn« und besser« Wohnungen anerkannt werden. Abg. Kopsch(Dem.): In Rückficht auf die NahrungSmittelver«. sorgung und die Rohlennot dringe» wir auf rechtzeitige Delisfe- rung der Bäckereien mit Holz. Landwirtschaftsminister Braun: Der den Forstbeamten von allen Seiten de« Hauses gezollt-.n dankbaren Anerkennung ihrer Leistungen schließt sich auch die Regierung an. Eine allgemeine Aufbesserung der Gehälter ist nur möglich im Zusammenhang mit einer GehaltSregeluuz der gleichstehenden Beamtengruppen. Die Klagen über die LnstellungSverhältniffe der Der HauSssaR für die Forstverwaltung wird danach in zweiter Lesung anaenommen; der demokratische Antrag über die Beauf- sichtigung der Privatforsten geht an den SiedlungsauS- fchuß Es folgt die zweite Beratung deS Haushalts der Gestüts» Verwaltung. Abg. Graf von Kunitz(Dnat.): Rennen sind im Interesse der Pferdezucht nötig. Außerdem bringen sie dem Staate ö0 Millionen Mark Totalisatorgelder ein. Darauf kana man bei der jetzigen schwierigen Finanzlage nicht verzichten. Danach vertagt sich das HauS auf Freitag, 12 Uhr: Klein« Anfragen, Weitrrberatung. Schluß: 5% Uhr._ Hewersschafisbewegung Lohnbewegung im Schuhwareuhandel� Das kaufmännische Personal der Schuhworenhäuier Groß- Berlins, das im Zentralverband der Angestellten organisiert ist. be« findet sich in einer Lohnbewegung, da die zurzeit in den Schuh- geschäflen bezahlten Gebälter in keinem VerhäliniS zu der Heuligen leuren Lebensweise sieben. Gehälter von 100 bis 125 M. uro Monat— nicht eiwa wöchentlich— sind gar nicht selten anzuircffen, doch gibt es sogar noch Schubwareiifiimen, die dem Perional nicht einmal diese Sätze zablen. Demgegenüber haben die Filmen nach den eigenen Angaben der Geschäflsinhaber direkt glänzende Ge- schärte gemacht und überaus Hobe Gewinne erzielt, was sie iedoch mit geringen Ausnahmen nicht veranlassen konnte, die im Tarif für den Einzelhandel Groß-Berl'nS festgesetzten Gehälter zu zahlen. Um sieien unhaltbaren Zustand zu beseitigen, haben die Angestellten den Zentral- Verband der Angestellten beaustragt, ihre Interessen zu vertreten und einen Tarii einzureicben, der den heutigen Lebensverhältnissen Rechnung trägt. Nach Einreickung dieses Tarifes erklärten die Schuhwarenfirmen mit einem Male daß sie aui der Grundlage deS alten Tarifs im Einzelhandel verhandoln wollten. Davon kann aber setzt keine Rede mehr sein; wenn jetzt verhandelt wird, io kann da» nur auf der Grundlage deS neuen Tarifenlwurfs für den Schuhwarenhandel geschehen. Die Bngestelltenichast siebt gescbloss-r hinter dieser Forderung und wird den Kampf für ihre gerecht« Sache bis zum Siege führen._ Die Angestellten der Potz-Detailgeschäste versammelten sich am Mittwoch, den Ib. d. M., im„Rosentbaler Hos". M e tz n e r vom Zentralverband der Angestellten führte in seinem Reierat aus. daß die beute in den Putzgeschäften gezahlten Gehälter nickt im ge- ringsten der Not der Zeit Rechnung»ragen, und daß die Arbeit« geber dieser Branche sich endlich an zeitgemäße Gehälter gewöhnen müssen. Die Versammlung stimmte dem vorgelegten Tarisentwurf ,u und beauitragte den Zentralverband der Angestellten mit der Wahrnehmung ihrer wirtschaftlichen Interessen. Vom Gewerkschafts- kariell der Bekleidungsindustrie war die bekannte Sprengkolonne erschienen, welche durch lärmende Zwischenrufe die Versammlung zu sabotieren versuchte, aber»«verrichteter Sache abziehen mußte. Zum Metallarbeiterstreit. Kleinbau Elemens-Schnckert. Betriebsversammlung Freitag, vor- mittag» 10 Uhr, in den Moabiter Prachtsälen, Diclesslr. 2t. Quittungen unterschreiben. Konz Zsram-iverte. izrev trauenSIeute II Uhr im SIreiNokal melden. Räch der Beriämmlung Ouiitung unterschreiben. Wer Freitag, den 17. und Sonnabend, den 18. seine Quittung nicht unterschrieben hat, muß bis nächsten Freitag, den 21. 10., warten. Die Stieilleitung. Firma Freund. Freitag, den 17. Ottober, 8—12 Uhr, Quittung unterschreiben.— DienSlag, den 21. Oktober, 1 Uhr, VelvauSzablung und Abgabe der Streikkarten im Stieitlolal. Die Stteitleitung. Streikende von Telefunke». Am Freitag, den 17.. um 11 Uhr vor- mittags, zur Unterzeichnung der Ouiitung zwecks Auszahlung der Streck- Unterstützung Kommandantenstr. 62(Rational-Diele) einfinden. Di« Streikleitung. Zwietur'ch». QTo. Achtung, Kollegen I Heute vormittag 10 Uhr: Betriebsvcisammlung im ColUtjaus, Rosinenstratze. Der Arbeiterrat. F. Schuchardt, Rungeslraße. Allgemeine Betriebsversammlung am Sonnabend, den 18. Oktober, nachmittags 1 U'r im Rehamanl Königstadt- Kasino, HolzmarltsUage(Stempelstelle). Der Arbetterrat. Lage der Waldarbeiter wäre durch Tarifvert.'äge zu besseren und zu befestigen. Dies« werden allerdings steigernd auf die Holzpreise wirken. Was an Brennstoff fehlt, kann aus den Wäldern kaum herausgeholt werden. Ein G/ietz. das die Staatsaufsicht über die Privatwaldung ausdehnt, wird de« Hause in Kürze vorgelegt, es soll ein Forftkulturgesetz im weitesten Sinne werden. Gerichtszsitung. Vegnadlgung. Wegen der Unruhen, die seinerzeit tn Friedrich». Hägen stattsanden, wurden der Jngemeür F u t r a n aus Köpenick und der Werkzeugmacher Mündt aus Friedrichshagen zu 2 Jahren Gefängnis, ferner der Reisende Friedrich Rosenkranz und der Schriftsetzer Seidel zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt. Bon diesen wurden Futran, Rosenkranz und Mündt jetzt durch dt« preußische StaatSreaierung begnadigt. Der Schriftsetzer Seidel, welcher seiner- it au» der Hast entflohen und bisher noch nicht aufzufiirden war, >t seine Strafe überhaupt noch nicht angetreten und kam infolge- dessen für die Begnadigung nicht in Frage. WetterauSsichteo für da» mittlere Rorddeutschland bis Sonnnabend mittag. Zeitweise heiter, aber noch kühl und lehr ver- äuderlich, im Osten noch ziemlich zahlreiche, im Westen mehr vereinzelte, größtenteils gering« Riederschläge. Berant«. für de» redaktion. Teil: Alfred Scholz. Neukölln: für Anzelgcn: Theodor Stocke. Berlin Verlag: Borwärto-verloa IL. m. b.!>.. Berlin. Druck: Vorwärt«- Buchdruckerei und Berlaasaniiali Baut Einoer a. Co. in Berlin. Linden klr. 3. Hier»» 1 Beilage. m w Berlin O. 17