Ar. 538. 36.Ia!)rg. BezngSvretS» SieNeljährl. 9/~ Sit» monatl.•/— Wtt frei Ins sSou«, oocau* zahlbar. Post» bejug: Manalllch 5»— Ml. exll. gu- stellungsgebMir. Unter Ztreuzdond für Dentsldlänb and OeNerrrnb-Ungar» SLä Ml» für da» Ubng, ilnsland 10.25 MI» bei täglich einmal, ftufiellung 125 Ml. Polibeftellungen nehmen a» Dänemarl. Holland Lnremimeg. Schweden u. die Schwei». Singetrage» in die Post-Heitirngo-PreisitNe. Der»Vorwärts» mu»er Sonntag» bsilaze»Voll u. A.'.t»«rfcheMt Wochen» täglich zweimal. Sonntags einmal. Morgen Ansgabe. Telegrainm-Adrefle: »Sozinldanrokral L erlin-. Berliner VolKsblstt. (�Spksnnw) Auzetgenprei»: Die»chlgefiialten« Nonvareillezeil» leitet iL» MI.«lein» Vn, eigen-, da» feügedmckte Won SO Pf g.(zulässtg S ieNgedruckte Wone), fede» weitere .Wort<0 Pig. Etellengeiuche und Schlailtellenanzeigen das erste Wort *9 Pjg. lebe« weitere WoN SO Pfg. San« Uder lS Puchstaben zählen für zwei WoNe. Teueningszuschlag SO»/» Familien-Anzeigen, politische und geinertschaftlich» Vereiit»- Anz eigen lLO MI die Feile. Anzeigen fllr die aächsie Nnmniei mllisen bis S Ahr nachminags im Kaupigeschäst. Berlin SW SS. LindenftraKe 8. abgegeben werde». Seöffnet von 9 Uhr früh b* S Uhr abend». Zcntralorgan der rozialdemokrattfcbcn Partei Deutrcblands. NeSaktion und(Expedition: EW. öS, Linöenstr. Z acrnilirccher- Amt ipiomiUo«, Nr. 15100—15197 vonvärts-verlag G.m.b. H.» EW. öS, Linöenstr.Z. Fernsprecher: Amt N>orr0platz, Str. 117 53—54. Was ist mit Petersburg? Wer hat den Krieg verloren! Im Ob Petersburg und Kronstadt gefallen sind ober nicht, müssen mir nachgerade den Lesern zur Entschei- dung überlassen, indem wir uns begnügen, ein paar der Mel» düngen aufzureihen, die darüber vorliegen. Meldung Nr. 1 stammt ans Helsingfors, worin offiziell mitgeteilt wird, daß die russische Nardwestarmec ihren Vormarsch östlich von Krasnoje Sselo fortsetzt und die Bolschc- Misten behaupten, Petersburg verteidigen zu wollen. Die Lage Judenitschs sei gut. ober seine Truppen seien zu schwach, um den Bolschewiki eine entsäseidende Niederlage zuzufügen. Außerdem werden ernste Z w i st i g k ei t e n zwischen den e st nischen Truppen und den Russen bestätigt. Meldung Nr. 2 ist aus Versailles von der Agentur Radio. Donach soll S s a s o n o w Sonntag vormittag im russischen Botschaftsgebäude ein Telegramm aus englischer Quelle erhalten hoben, das offiziell. die Besetzung Petersburgs-durch die Truppen des Gene- r a l s I u d e n i t s ch anzeigt. Die Hauptstadt sei vorher von der Roten Armee ge r ä u m t worden. Meldung Nr. 3 ist in Wien zu Hause, gibt sich als Funkspruch aus Moskau von Montag 5 llhr morgens aus und behauptet, daß entgegen ausländischen Meldungen Kronstadt und Petersburg f e st in den Händen der S o w j e t t r u p p en sind. Meldung Nr. 4 kommt aus der Schweiz und besagt: eine Depesche von Sonnabend bestätigt die Einnahme von Kronstadt durch ein Marinedetachement von 4000 eng- fischen Matrosen. Der große Sowjet von Kronstadt ist von den Engländern festgenommen worden. Ter Angriff der antibolschewistischen Armee gegen die Vor- st ä die von Petersburg steht bevor. Meldung Nr. 5— doch laßt es genug sein des grausamen Spiels. Am besten wird es sein, die geschichtliche Wahrheit an den Knöpfen der Weste abzuzählen. Deutsch-Zranzö'sisches. Wie uns von der bodischen Grenze gedrahtet wird, ist die Streiklage in Litthrnigeu unverändert. Ani Montag nachmittag be- gannen in Metz inner dem Vorsitz des Präsekten Mirman Verhandlungen. Die Streikenden haben 12 Lohn- und Arbeitszeit- forderungen vorgelegt. Für den Fall des Scheiterns der Verband- lungen kündigt der lothringische Gewcrkschaft-bund den General- streik aller Berufe an. Streikveriammlungen in Dudenhofen wurden durch MilnSr gesprengt und 20 Verhaftungen vorge- nommen.. Oberst Pinot ist aus seinem Wiesbadener Posten durch den Oberst Jacquard.ersetzt worden, der in einer Antrittsrede erklärte, durch die Ratifizierung sei die Lage der Bewohner des besetzten Gebiets zum Besseren verändert. Hosten wir, datz eS nin den Praktiken Pinors vorbei ist. Die Wiesbadener Zeitungen mutzten ihm wahrheitswidrige Lobeserhebungen nachrufen. Der Verlag der bedeutendsten Mainzer Tageszeitung wurde unter feinem Nachfolger Degoutle mit einer Geldstrafe von 10 000 Franken bedacht, weil übersehen wurde, eine Theaterkritik ganz unverfänglichen Inhaltes der französischen Vorzensur zu unterbreiten. Französischer Geschäftsträger in Berit i wird Herr d e Mar- c i l l y, der seinerzeit an den Marokkoverhandlungen mir Deutsch- land beteiligt gewesen ist. In Speyer verbieten die Franzosen die»beleidigende' Be- Zeichnung ihrer farbigen Soldaten als Neger und Schwarze. Wünscht man sie als Franzosen bezeichnet zu sehen? In der Pfalz mutzte die Lieferung von elektrischem Strom wegen Kohlenmangel abermals eingestellt werden. Die streikenden Gemeindebeamten von Grotz-Paris droben, wenn ihre Lohn- und Miibestimmungssorderungen biS Ende Oktober nickt erfüllt werden, die Wähterlisten nicht rechtzeitig fertigzustellen. Damit tun sie den Mandatklebern einen Gefallen. In der Schlußsitzung der französischen Kammer sagte Präfident Deschanel: In Deutschland, in Oesterreich-Ungarn und in der Türkei sei es»nii der Unterdrückungsmachl und mit dem System des Stillschweigens zu Ende, welche die Völker an den Abgrund gebracht hätlen. Ueberall siege die Demokratie, und die Völker orientierten sich im Sinne der Grundsätze einer internationale« Gerechtigkeit. Mehr als je erscheine der Despotismus als die gesähr- lichste Regierungsform. In der neiien Welt, die aussteige, müste daS französische Volk als Losung proklamieren: alles für das Baterland, für die Freiheit, für die Gerechtigkeit! Run latz Taten folgen. Franlreich! Der Senat genehmigte den Amnestieentwurf und dehnte die Amnestie auf Deserteure auS, soweit sich die Fahnenflucht auf nicht mehr als zwei Monate erstreckt. Der italienische Wahlkampf. In einem Briefe an seine Wähler bemängelt der frühere italienische Ministerpräsident Salandra die Bestimmungen-des Londoner Vertrages, die Fiume den Kroaten zuteilen, erinnert aber dann daran, daß eine völlige Auflösung Oesterreich- Ungarns gar nicht im Sinne der Wiierte» lag. Bielmehr hätte die Politik 1017 18 das Bestreben gehabt, Oesterreich- Ungarn zu retten und wiederaufzurichte», vorausgesetzt, daß es sich dem deutschen Einfluß entziehe. Der Kriegshetzer Sonnino erklärt, auS Gesundheitsrücksichten nicht mehr zu kandidieren. In Bitonto bei Bari sind Unruhen ausgebrochen. Ein blutiger Streit entstand im Wahlkampf zwischen Anhängern des bisherigen Abgeordneten und des neuen Kandidaten. Viele Personen wurden verletzt,' zahlreiche Verhaftungen find vorgenommen worden. Die Blätter glauben, daß infolge dieser Unruhe» die Arbeiter von Bitonto in den Streik eintreten werden. Polens Gftgrsnze. Aus Warschau wird belichtet, daß nach Pariser Meldungen der Fünserrat die Ostgrenze Polens sestgesrtzt habe. Polen erhalte den ganzen Bezirk Suwalfi. den Bezirk Augustowo mit Ausnahme einer kleinen nordwestlichen Ecke, den größeren Teil des Bezirks Seiny, serner vom Gonverne- menl Grvdno die Bezirke Sokul, Biachstok und Bjelsk. Die Grenze verlause sodann längs des Bugslusses bis zur allen österreichisch-russischen Grenze und längs dieser Grenze bis zum Dnjestr. Bei Brest-Litowsk bauche sich diese Grenze zu- gunsten Polens aus. Das Schicksal von Wilna, Grodno und Minsk sei noch nicht entschieden. Aber auch so kommen fast 4 Millionen Ukrainer und Hunderttausende Litauer neben den Lstmarkdeutschen und Weißrussen unter die national äußerst unduldsame Herrschaft der Polen. So sieht die Befreiung der Völker und der Triumph der Gerechtigkeit aus. Fruchtbare Ernte wird dieser Saat entsprießen.-_ Die kriegsschulüuntersuchung. Der erste Unterausschuß des parlamentarischen Unter- suchungsausschusses hörte am Montag Karl Kautskv als Sachverständigen über seine Vorschläge zur Be- weiserhebung über die unmittelbare Vorgeschichte des Krieges. In dreistündiger eingehender Verhandlung wurden die Fragen festgestellt, die an die verantwortlichen Staatsmänner zu stellen sind und die die Ereignisse vom Attentat in Serajewo bis zur Kriegserklärung betreffen. In der Presse werden lebhaste Klagen über die Handhabung der Oeffentlichkeit erhoben. Die Ver Handlungen werden, obgleich doch von der Mietung des Palais Radziwill auf dem Pariser Platz berichtet werde, in einem Ausschußsaal des ReichstagshauseS stattfinden, wo der ganze verfügbare Raum durch die zuhörenden Mitglieder der Nationalversammlung ausgefüllt werden dürste. Es sind nur 12 Karten für die Berliner und 6 stir die auswärtige Presse ausgegeben worden. Wenn die„Vossische" fragt, warum man nicht einfach im Sitzungssaal des Herrenhauses ver- handle, so können wir uns dieser Frage nur anschließen. Ein �usreifeverbot. Unser Schweizer Berichterstatter drahtet uns. datz dem Züricher Vertreter deS.Avanti", Sacerdote, die Ausreise- erlaubnis nach der Schweiz ohne Angabe von Gründen verweigert worden ist. Der von einer Rutzlandreise zurückgekehrte italienische Abgeord- nete Morgari wendet sich öffentlich gegen den vom Parteitag in Bologna beschlossenen Anschluß an die Moskauer Internationale. Vermutlich weife er vom Bolschewismus mehr als die— U. S. P. in Teltow-BeeSkow, die ihren Parteitag auffordert, Moskau beizu- treten._ Die neuen§uhrer. Die radöstile Mehrheit des Metallarbeiter- Verbandstages hat beschlossen, von der Regierung sofortige Wiederaufnahme der Beziehungen zu Sowjet- rutzland zu fordern. Wahrscheinlich ist das die neueste Gewerkschaftsangelegenheit. Ist den neuen Führern des Metallarbeiterverbandes be- kannt, daß dies ein Bruch des Friedensvertrages wäre? Ist ihnen bekannt, daß dia Befolgung ihrer Forderung die Wiederaufnahme des Krieges bedeuten würde? Oder haben sie bloß wieder einmal eine alte liebe Resolution aus der Schublade geholt und sich weiter nichts dabei gedacht? Winter 1017 unterhielt man sich über das Thema, wer den Frieden von Brest-Litowsk bewirkt habe,� die russische Revoliltion öder„der Hammer Hindenburgs". Heute streitet man darüber,>ver den Frieden von Versailles herbeigeführt habe, die deutsche Revolution oder»der Hammer F o ch s". In diesen Tagen sind die amtlichen Urkunden des französischen Großen Generaistabs über die Ursachen des deutschen Zusammenbruchs im Herbst 1018 gleich in zwei deutschen Uebersetzungen erschienen. Beide Ausgaben sind von zivei bekannten deutschen Militärschriststellern einbegleitet. die bei Franz Helverich erschienene(Marschall Fach zur Steuer der Wahiheit) von Oberst R. Gädke, die von Reimar Hobbing herausgegebene(Ter Irrtum des Marschalls Foch) von Oberst B. S ch w e r t f e g e r. Beide Beurteiler stimmen darin überein— und hier kann man ihnen nur bei- pflichten—, daß die Urkunden des französischen Großen Generalstabs eine Tendcnzschrifi sind zu dem Zweck, die eigene militärische Gloire in die gehörige Beleuchtung zu rücken. . Im Gegensatz zu der deutsch- nationalen Tendenzlüge, Deutschland sei der Sieg durch die Revolution entrissen worden. versichern die französischen Urkunden, den Beweis dafür zu enthalten, daß Deutschland am 10, November, am Tage vor der Entscheidung des Waffenstillstandes,„vor dem größten militärischen Zusammenbruch der Weltgeschichte stand." Sic beginnen mit der Schilderung der militärischen Lage ant� 12. Juni 1918, wo dvr deutsche Angriff bei Villers-Eottercts und bei Compiögne zum Stehen kam, und zeigen dann, wie das französische Oberkommando der deutschen p. H. L. ihr Gesetz des Handelns auferlegte, bis sie, von einem Rückzug in den andern gedrängt, die strategische Manövrierfreiheit verlor. Es wird mitgeteilt, daß das s r a n z ö s i s ch e O b e r- k o in m a n d o über Bewegungen, Absichten und Verluste des deutschen Heeres bis ins einzelne unterrichtet tvar, und es wird gezeigt,>vie die erfolgreiche Taktik der Alliierten die deutsche Äalnpskraft der stärksten Abnutzung unterwarf. Am 15. Juli habe die deutsche O. H. L- noch über 207 Divisionen verfügt, 81 in der Reserve, am 11. No- vember aber nur über 184, 17 in der Reserve. Zu derselben Zeit ging die deutsche ArUlleriestärke von 12 500 leichten und 7880 schweren Geschützen und 9000 leichte und 4500 schwere zurück. Zugleich mir 7v endbaren Zusammenbruch wußte, hat sie um Waffen- stillstand g c b e t e n." Die Schlüssigkeit der französischen Logik wird von Oberst S ch w e r t f e g e r bestritten. Er gibt nicht zu, daß eine militärische Katastrophe Deutschlands unmittelbar bevorstand, sondern behauptet, daß ein Festhalten der Defensive milc- tärisch noch möglich gewesen wäre. Dazu hätte aber infolge der falschen Kriegspolitik die Möglichkeit der politisch-psycho- logischen Einstellung gefehlt. Auch dieser Militärschriftsteller, der der französischen Dar- stellung höchst kritisch gegenübersteht, kommt zu folgendem Ergebnis: Eines geht jedenfalls aus der französischen Schrift unwiderleglich hervor, nämlich datz es bei der genauen KenniniS der Alliierten von der Lage der Dinge auf deutscher Seite keiner noch s» hochwertigen diplomarischen Kunst gelingen konnte, einen für Deutschland auch»ur rmigermaßcu günstigen Frieden zu erreiche«, nachdem die mN so großen Hoffnungen unternommene Frühjahrs- offensive im Jahre 1918 in ihrer strategischen Ausweitung nicht nur, sondern sogar in ihren tattischen Erfolgen begrenzt geblieben war. Der in Deutschland entbrannte leidenichaitliche Streit um das Datum, von dem ab der Diplomatie im Sommer 1918 freier Betätigungsraum gewährt worden sei, verliert dadurch jede ernstere Bedeutung. Denn diplomatische Erfolge erwachsen nur auf Grund tatsächlicher Macht, und keine noch so überlegen« ftaats- männischc Kunst vermag im Kriege das Ausbleiben von Waffen- erfolgen«der gar eine tatsächliche Verschlechterung der Kriegslage, auszugleichen. Noch schärfer und deutlicher faßt Oberst Gädke sein Urteil dahin zusammen: Unter den widrigen Verhältniflen, unter denen da? deutsche Heer seit Mitte Juli suchten, leiden und darben mutzte, hatte eS in bewunderungswürdiger Weise Zusammenhang und Kampf- sähigkeit bewahrt. Aber siegen und das schwere Geschick Deutsch- landS abwenden konnte es nicht mehr, weil seine Feldherren von dem Gegner besiegt waren, weil Ludendorff vor Foch den Degen halle senke» müssen. An einer anderen Stelle sagt Gädke: An Kocks Siege hat Ludendorss fast ebenso viel B e r d i e n st wie jener selbst. Seinen Ruf als Feldherrn bat der litzte Zettraiün de? Krieges in-bt vennibrt. Er bewies vielmehr, daß er ein glänzender Generalstabs vjfizier. aber nicht zn jenen Whrern grejzen Kurfs geborte, die chreS Aolkcs Ge- schicke zur Höhe emporznfübren verstehen. Dazu fehlte ihm der weite Älick', die Fülle der Gedanken und kriegerischen Äushilfen, die klare Einsicht in die Möglichkeiten und, bei der Enge seines ausschließlich militärischen Denkens, auch die st a a t t m ä n u i s ch e Begabung, ohne die ein ivahrhaft großer Feldherr nicht sein kann. Zuletzt wurde er in ver- zweifelter Sage schwankend, widerspruchsvoll und klammerte sich an Hoffnungen, die jeder Möglichkeit ividersprachen. Dieses Ilrteil trifft, ganz besonders in seinem letzten Satze, den Zr'agel auf den Kopf. Es b e st ä t i g t das Wort S ch e i d e m a n n S vom Hazardcnr des Welt- kriegS", der Teutschland»aits den Himmeln eines ganz grundlosen Optimismus in den tiefsten Äbgrniid der Nieder- läge geschleudert hat. Die Revolution brach aus, als Deutsch- l a n d s Schicksal m i l ick ä r i s ch schon besiegelt iirnr. Mit Recht weisen die Unabhängigen die Anklage zurück, I i e hätten durch ihre Agitation Teutschlands Niederlage her- bcigcführt. Sie haben da? beinahe ebensoiocnig getan, wie wir Sozialdemokraten, die wir allerdings auch zugleich alles taten, was in unseren Kräften stand, um das Deutschland drohende Verhängnis abzukehren. Nicht die Unabhängigen haben uns nach Versailles ge- führt, sondern Ludendorff, Tirpitz und die Alldeutsche n. Wenn aber jetzt die Unabhängigen so groszes Gewicht auf die Tatsache legen, daß sie keine Revo- lution gemacht haben, solange durch sie für Teutschland noch eilvas zu verderben war, so bedeutet das eine starke Recht- fertiguug unserer Haltung während des Krieges. Das, was der Frieden von Versailles gebracht hat, haben wir nicht gewollt. Wir haben vielmehr alles getan, um dicseir Sturz tu den Abgrund abzuwehren. Gäbe eS eine Partei >n Deutschland, die das Ende von Versailles gewollt hätte, so hätte sie schon aufgehört zu sein! Einmischung oösr nicht! Der nordcinwrikmnicke Senator Fall erklärte anläßlich des Entschlusses Wilsens, Truppen nach O b e r s ch l e s i e» zu entsenden, eine derartige Maßnahme könne eS dahin bringen, daß der Präsident in den A n k l a g e z u st a n d versetzt werde. Senator Waith auS Montana dagegen brachte eine Resolution ein, die irländische Frage bei der ersten Tagung deS Rates oder bei der ersten Voll- sitzung de« Völkerbundes zur Sprache zu bringen. Staatssekretär Lansing hat die gesamte Leituiry der cmSwärti- gen Angelegenheiten übernommen. Wie verlautet, ist Lansing gegen alle auf die Besetzung der Türkei oder auf sonstiges Hin- einziehe» der Vereinigten Staaten in die europäischen Vcrwickiuu- gen gerichteten Pläne und für glänzende Vereinsamung. Auf die Weigerung der Eewcrlschast der New Dorker Hafen- arbeiter. die Arbeit wieder auszunehmen, hat die Regierung einen letzten Versuch zur Einigung untcrnonimen. Der Arbeitsminister wird in einer Versammlung einen EinigungSvorschlag unterbreiten, und wenn auch dieser nicht angenommen wird, weiden Truppen zu den Hafenarbeiten befohlen werden. .Daily News" wird aus Washington gemeldet, daß die jefcigr Arbeitskrise die schwierigste in der bisherigen Geschichte der Vereinigten Staaten sei. Am Freitag befände» sich 750 000 Arbeiter im Ausstand._ Die tzelöentat von Schaulen. Durch Wolfs wird eine Richtigstellung in die Presse ge- bracht, nach der unsere Mitteilungen über den Kamps zwischen deutschen Legionären und litmiischen Gymnasiasten in Schaulen eine vollständige Entstellung des wahren Sachverhaltes bedeuteten. Es heißt da: Zeii von Barnes formulierten die Abgesandte» die Forderungen der Teeleute auf internationaler Ba- sis, die vierzehn Punkte umfassen. Tarunter Mindestlohn, freie Kost an Bord auch während des Ladens, Festsenung einer bc- stimmten Zahl von Arbeitsstunden auf See und in dcn� Häfen, das Recht der Seeleute auf einen Teil ihres Verdienstes bcr der Ankunft im fremden Hafen. Im Falle von Schiffbruch Bezah- lung des L» b n c s bis zur Heimkehr des Seemannes, Entschädigung an die Hinterbliebenen bei Verlust deS Lebens, Entzchävi- guiigcn bei Unglück»ud bei Verlust von persönlichem Besitz, die Ne- organisntizn drl drnyt.. si.- telegraphifch«» Dwnstcs ans See und die Bildung eines rc»>chi.'n nationalen- efahrtrntcs und eines solchen mte n itiünalc» Rott»" wer hat recht? In der Montagmorgennummer der.Freiheit" sind folgende politische Erkenntnisse zu lesen: Tißmann Däamig auf dem Sluttgarter Metall- auf der unabhängigen Bezirks- arbeilertaq: konferenz für Teltow-Beeskow: .Ter Ton der verschiedenen.Wir leben in einer Zeit der Redner der rechten Seite beweist latenten Revolution, einer Re- alle? andere als ehrlichen Willen volution, die nicht zu vergleichen zur Mitarbeit. Man sprach von ist mit dem Revolutiöncheu von der Umwälzung der Verhältnisse 1918, in das Millionen von nicht anders als von Revo- Arbeitern hineingetorkelt find." lutiönchcn... Ditzman wehrt sich gegen die Ansicht, die den November- Umsturz als„Ncvolutiönchen" wertet. Sein Parteifreund Däumig wischt die Novemberereignisse mit wegwerfender Geste als eben ein.Revolutiöncheu" vom Tisch der Geschichte. Wem von beiden sollen die armen Leser der.Freiheit" nun folgen?_ Der Umschwung üer Stimmung. Am Sonntag sprach in Magdeburg Genosse Otto Landsberg in einer Versammlung, die so riesigen Besuch aufzuweisen hatte, wie man ihn selbst in Wahlzeiten in Magdeburg noch nicht erlebt bat. Es mußten sofort zwei Parallelversammlungen in einem Garten und in einem andern großen Lokal veranstaltet werden. Kommunisten und llnab- bängige suchten anfangs zu stören, wurden aber bei Lands- bcrgs Erwiderungen sehr kleinlaut und verstummten schließ- lich' vollständig. Die Stimmung für. die Partei war glänzend, der neue Schwung ebenso fortreißend. wie die Stiminung bei den Unabhängigen und Kommunisten tief gedrückt. Auch aus verschiedenen Teilen der Mark, insbesondere aus der W c st- P r i e g n i tz, wird gemeldet, daß die Stimmung vollständig umgeschlagen ist. Die unabhängige ynd kommunistische Demagogie ist dort überwunden und die Stellung der Partei gegenüber vtzn Konterrevolutionären von links und rechts stärker als je zuvor. Wenn die Sozialdemokratie jetzt fortschreitend die Wirt- schaftliche Ordnung wieder herstellt, wie sie politisch die De- mokratie zum Siege geführt hat, dann kann sie bei den nächsten Wahlen auf ein großes Vertrauensvotum des Volkes hoffen. dnitg gefunden, so ist«S um so erfreulicher, daß die sichtbaren Erfolge, wie wir nun wieder feststellen können, allenthalben zur Nacheiferung geführt haben. Beethoven galt die erste Ver- anftaltung. Drei Lieder, darunter„Adelaldc", womit er ja der Entäußerung leidenschaftlicher Empfindung im Liebe als erster, darf mau wohl sagen, Bahn gebrochen, wurden uinraknnt von zwei seiner schönsten Kammerkonzerle, nämlich dem Quintett Op. 16 für Klavier, Oboe, Klarinette. Fagott und Horn und dem Septett Lp. 20 für Geig«, Bratsche, Cello, Baß, Klarinette, Fagott und Horn. Mitwirkende ivaren Waldemar Henke(Gesangl und die Kammermusik-Vereinignng der StaatSoper. Kapelle. Den Klavierpart führte Felix Günther. Der große Saal der Philharmonie war sehr gut besetzt._ Zu einem Beethoven-Abend in der Singakademie lockte das Brüder-Po st- Quartett. Es waren drei zeitlich ziemlich anSeinanderliegende Streichquartette des Meister? gewählt. Au der Art. wie hier Geige, Viola, Cello zum In- und Miteinanderreden in Tönen gebracht wurden, tieß sich gleich erkennen, daß man es mit vier hervorragenden Musikern eines Blutes, eines har- monischen Willens zu tun hatte. Selten schön und weihevoll klan- gen hier die Instrumente zusammen; der herrliche Inhalt, in ihm ebenbürtige Formen gegossen, erfuhr eine, wie mich dünkt, kaum noch zu überflügelnde Ausdeutung. Es war höchstes Erleben uM wird nicht sobald vergessen sein. elc. In die Anden von Peru reist jetzt als erster deutscher Forscher, der die vom Krieg unterbrochene erdkundlich« Arbeit in Uebetsee« ländern wieder ausnimmt, der Ptivoldozent Dr. Schneider. Be« sonders den Tälern des oberen Malanon und des Santa gilt seine Arbeit. Tie Qrgaiiisaliou Betliuer Musiklehrkrüite hat sich zu einer Otganisation Deutscher Musiklehrlräfte umgewandelt, um durch den Zusammenschluß Aller auf einer boreist festzulegenden besseren wirt- 'chaftlichen Basis die künstlerische Hebung des Standes zu fördern. Die Organisation hofft nn». auch die bisher vergebens erstrebte Gründung von VoUsmusi'schulen lösen zu können. Eine Denkschrift über ihren Plan wird dem Kultusminister unterbreitet. Zuschriften an den Vorsitzenden W. Zimmermann, Charlottenburg. Sophie« Charlotte-Str. 36._ Dbeater. J» der Volksbühne wird in A b ä» d« u n q des Spielplans an, Donnerstag, den 23.. nicht»Luther« sondern ,'s Jungserngist« zur Rusführuna gelanaen.— Sudermanns neuestes Bübncnwerl »Die RaschhossS« wird in Berlin zuerst im Rcfidenz-Theater auf- geführt werden. Das Große Schaufhielhaus soll in der ersten Novemberwoche mit der»Orestie« eröffnet werden.- Blauer Ssnrasan heißt die ruisische Kleinkunstbühne am Nollendott- platz(Bülowstr. 6), die am 25. Oktober mit einer Szenenreihe»Moskau in Berlin« eröffnet wird. Ihr Ziel scheint Breitlunterhaltung zu fein. Rudolf Leonhard ist von seinem Posten als Dramaturg der»Ttt- Hüne- zurückgetreten. Damit geht dem Theater eine zweite geistig sühreude Kraft verloren. Der Männcrgrfangverein«Namenlos- veranstaltet am 25. Okt. zur Feier seines 25 jährigen Bestehen? ein Festkonzert unter Mit- Wirkung dcS BIüthrier-Orchesters in der Brauerei Köntgstadt. Außer drei tAesängen für Männerchor tSlislungSseier von Mendeiöiohii. Humen an die Musik von Lachner, Ausstieg von Tietze), wird er Szenen aus Fttthjos vo» Brust vortragen. Nr. 558 ♦ 36. Jahrgang Heilage des Vorwärts Dienstag, 21. Gktsber 1619 deutsche Nationalversammlung. 103. Sitzung, den 20. Oktober 1919, 1 Uhr. Äm Regierung» tisch: Schlicke Mayer. Bon den 421 Abgeordneten find bei Beginn der Sitzung nur 17 araoeferä». Das Neichsarbektsministerium. In der Einzelberatung spricht zunächst Abg. Bock- Gotha(II. Soz.>: Die Lage der Kriegsbeschädigtrn ist uichaltbar. Nicht nur ihre Bezahlung und ihre- Unterstützung ist schlecht, sondern sie werden auch schlecht behandelt. Lazarette find oft in ganz und gar nicht dazu geeigneten Baulichkeiten unter- gebracht. Tie Kranken leiden unter der Ratten- und Ungeziefer- plage. Die Verpflegung ist miserabel und oft sogar so ungenügend, daß die Schwestern au» diesen Lazaretten austreten. Ein Millionenunternehmen wie die A. E. G. schämt fich nicht, den In- validen die Frerfahrkarten zu entziehen. Reichsarbeitsminister Schlicke: Tie Lage der Kriegsbeschädig- ten ist gewiß traurig, die Regierung ist bemüht, nach Möglichkeit ihre Nor zu lindern. Adg. Schneider- Sachsen(Dem.): Die SchlichtungSauSschüsse sind auf das Vertrauen beider Parteien angewiesen. Um so mehr bat es uns gewundert, daß bei der Tarifbewegimg der Berliner ZcituugSangestelltcn der ReichsarbeitSmimster einseitig für den Zentralverband der Handlungsgehilfen Partei genommen und von den anderen Verbänden verlangt hat, den Zentralverband als Mundanwalt für s i e auftreten zu lassen. Das ist unerhört. Un- parteiisch war es auch nicht, daß alle Nachrichten den anderen Verbänden durch den Zentralverband übermittelt wurden. Eine Ver- schmelzung der Angestelltenversicherung und der Arbeiterversiche- rung lehnen wir ab, da sie nur aorf Kosten der Angestellten durch- gekührt werden könnte. Di« Angestellten zahlen höhere Beiträge und können daher auch höhere Leistungen beanspruchen, zumal da die Regierung sie nicht subventioniert. Warum hat die Regierung die Selbstverwaltung der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte nicht genehmigt? Reichsarbeitsminister Schlicke: Politische Parteien sind zur Borberatung des Betriebsräte- gesetzeS überhaupt nicht zugezogen worden, wohl aber haben die Gewerkschaften und Angestelltenverbände aller Richtungen Ein- ladu«gen erhalten und waren auch vertreten. Bei der Tarifbewe? gung der Zeitungsangestellten mußt« die Entscheidung in wenigen Stunden getroffen werten. In letzter Minute teilte mir der Zen- traj verband mit, daß die anderen Verbände einen Entwurf einge- reicht hätten, der weit hinter seinen Korderungen zurückbleibe; daraus könnten sie sich nicht einlassen. Diesen Standpunkt mußte 'ch als richtig anerkennen. Als späterhin Beschwerden der anderen Verbände kamen, habe ich sofort telephonisch verfügt, daß sie zuge- lassen werden. Ich selbst bedauere lebbaft, daß vorher eine Per- ständazung nicht getroffen wurde. Bei der Ablehnung des Antrages der Angestelltenversicherung auf Selbstverwaltung war ausschlaggebend, daß die Reichs Versicherungsanstalt ganz erhebliche Beiträge aus weiten Bevölkerungskreisen zu verwalten hat, woS ohne be- hördliche Aussicht undenkbar ist. Abg. Hoch(Soz.): Die BersicherungSfrage darf nicht zum Kampf zwischen Arbeitern und Angestellten fuhren, sondern beide müssen gemeinsam an der Schaffung einer einheitlichen Reichsver- sicherung arbeiten. ES ist selbstverständlich, daß sie kein« Berschlech- terung in der Versicherung der Angestellten bringen darf. Abg. Sachse(Soz.): An dem Arbeitsnachweis ist sowohl der Verband'der Bergarbeiter als auch der der Landarbeiter inter- essiert. Der Lohnvorsprung der Bergarbeiter ist berechtigt. Die übrigen Arbeiter müssen sich damit abfinden, zumal sie selbst das größte Interesse-ui einer ausreichenden Entlohnung der Berg- arbsiter haben. Bei der Erhöhung der Äohlenpreise ist nur die Lohnerhöhung der Bergarbeiter gedeckt worden.(Beifall.) Abg. Bolz(Zentr.): Ich bitte den sozialdemokratischen Antrag aus Erhöhung der Summe von 600 000 auf 1,6 Millionen zur För- derung des Arbeitsnachweises abzulehnen. Wir können bei der jetzigen Finanzlage die Verantwortung dafür mcht tragen. Ädg. Pick(Dem.) ist für die Erhöhung. ?cbg. Zubeil(II. Soz.) erhebt Einspruch gegen die Technische Rothilfc. Wir werden unsere Zustimmung zu tem Mehrerforder- niS von einer Miv'on davon abhängig machen, ob bei der Zentra- lisation des Arbeitsnachweises auch die Interessen und der Emfl. g der Arbeiterschaft genügend gewahrt werden. ES wird beschlossen, zur Förderung tes Arbeitsnachweise!. 1 600 000 M. auszusetzen. Abg. Frau Behm(Dnat. Vp.s: Es ist wie in Weimar: DaS Hau» ist leer, aber das Interesse ist groß.(Heiterkeit,) Die 20 Millionen zur Sicherung der Heimarbeit werden werbendes Kapital sein. Das HauSarbeitSgesetz mutz wirklich in Kraft treten. Die Löhne in der Heimarbeit müssen denen in Industrie und Werk- statt angeglichen werden. Abg. Simon(II. Soz.): Wir sind gegen die Heimarbeit, weil sie nur eine Folge der niedrigen Löhne ist. Abg. Frau Behm(Dnat. Vp.) rühmt die Teilnahme der frühe- ren Kaiserin für die Heimarbeiter. Noch heute danken das die Heimarbeiter der unglücklichen Frau in Amerongeiu(Beifall rechts und auf der Tribüne). Präsident Fehrcnbach rügt da? Verhalten der Tribüne und bittet erneut die Redner, sich kurz zu fassen. Als einige darauf ;- f M unsere Inserenten! 1 w > - nltltii« Die weitere Verteuerung der kterltellungsdolten J des„Vorwärts" zwingt uns» ab i. J�ovember 1919 die Grundpreise für Inserat« zu erhöben. Vom t florember>919 an beträgt der Insertionspreis J für die achtgespaltene JSonpareUUzeü« filh. 1,80. Kleine Hnzeigen: Das fettgedruckte Wort Mh. 0,75, jedes weitere Mb. 0,50. D Ötellenge Tu ehe und Schlafstellen-Hnzeigen: Das erste Wort Mb. 0,65, jedes weitere I Mb. 0,40. Oeuerun gszukchiag 60 Prozent. fiamilie nanzeigen» politische und gc- werhfchaftllcb« Vereinsanzeigen Mb.<»50 J pro Zeile. �vorwärts"'Verlag 6. m. b. H., Serlin.| aufs Wort verzichten, ruft er laut Bravo und erklärt unter der Heiteren Zustimmung des Haust s: Eins solche Beifallsbezeigung muß wohl dem Präsidenten gestattet sein. Abg. Herrmanu-Reutlingen(Dem.) fordert Unterstützung deS selbständigen Handwerks und eine Znsammenfassung des bestehen- den HandwerksrechteS. Abg. Frau' Reihe lSoz.): Heute wird niemand daran denken, die öffentliche Erwerbslosenfürsorge ohne weiteres einzustellen. Die Gemeinden müssen schnellstens NatstaudLarbeiten in Angriff nehmen, denn die meisten wollen lieber arbeiten als sich unter- stützen lassen. Sien Erwerbslosen mutz das zum Leben unbedingt Notwendige geboten werden. Es ist eine unglaubliche soziale Ungerechtigkeit, daß auch hier die' Frauen immer noch schlechter gestellt sind. Die Kinder der Aermsten haben nicht nur das Recht auf Fürsorge, sondern auch auf die Liebe der Mutter. Di« Kräfte die sich für die Hauswirtschaft melden, wollen nur Tag stellen annehmen. Das liegt im Zug der Zeit. Nach kurzen Ausführungen der Ab gg. Pick(Dem.), der für ArbeitSzwang eintritt und Mayer-Sachsen(Soz.) wird der HauS- haltsplan für das Reichsarbeitsministerium erledigt. Dienstag 1 Uhr, Anfragen, Reichsschatzministerium. Schluß 5% Uhr. GroMerlm Auch der Links wird teurer. Nachdem die Frachtsätze sowie die Erzeugerpreise für Koks all et A r t�mit Zustimmung der zuständigen Stellen wiederum erhöht worden sind, fleht sich der Kohlenverband Groß-Berltn ge- nötigt, die Preise für Koks für das Gebiet des Kohlende rbandos Groß-Berlin im Ausmaß dieser Erhöhung berctufzusctzcn: Preise für Küchen- und Ofenbrand: Es dürfen für Koks, GaSkokS gebrochen,, folgende Preise nicht überschritten werden: bei Selbstabholung ab Lager 8.9S M., bei Lieferung fte: Erdgeschoß oder Keller 9,50 M. pro Zentner. Diese Preisfest- setzungen find mit dem 20. Oktober in Kraft getreten. Bei Koks- lieferungen an das Kleingewerbe, sowie für Zentralheizungs- und WarmwasserbereitungS- anlagen in Fuhren nicht unter 30 Zentnern dürfen folgende Preist nicht überschritten werden: Gaskoks, grob 8,80 M., Gaskoks, gebrochen 8,90 M., westfälischer oder Lichtenberger Schmelzkoks 10 M., oberschlesischer Schmelzkols 9,60 M., nietet- schstsi scher Schmelzkoks 10,70 M. je Zentner. Die Preis« gelten sür Lieferungen frei Keller. Die bisherigen Ermäßigungen für Lieferungen ftei Grundstück, ab Lagerstelle usw, bleiben unver- ändert bestehen. Die sür fuhrenweise Lieferung festgesetzten Preise gelten für alle seit tem 1. Oktober ausgeführten Kokslieferungen; nur für mcterscblesischen Koks ist dst Erhöhung der Erzeugerpreise erst Mitte des Monats in Kraft getreten, so daß der Preis von 10,70 M. je Zentner nur Lieferungen, die nach dem 14. d. M. aus- geführt sind, betrifft,. Für Lieferungen von niederschlesischem Schmelzkoks in der ersten Monatshälfte darf der Preis von 9,05 M. frei Keller nicht überschritten werden. Besserer Kartenaufruf. Eine Leserin sthreibt uns: Am Sonnabend wird bekannt ge- macht, die Mitielstücke der Lebensmittelkarten, Kanoffelkarlen usw,, sollen aufgehoben werden. Da es aber schon seit Mittwoch Kar- toffeln aus Abschnitt 48 gibt und die neuen Kai toffelkarten schon ausgegeben sind, so hoben viele Leute die Miltelstücke weggeworfen. Wesbalb wird eine solche Maßnahme denn erst wieder so spät be- kannt gegeben? Die gelben AuShilsSkorlen sind doch schon den ganzen Sommer über im Besitz der Hausfrauen, weshalb werden diese denn nicht dazu verbraucht? Sollen denn wieder so und so viel um ihre Lebensmittel kommen? Beratungen über die Berliner Müllverwertung. Ein Stadtveroldnelenausschliß bat sich eingehend mit der Frage der Müllbeseitigung in Berlin beichästigt. Einige Magistraismit- glieder und Dezernenten traten kür die Verwertung des Berliner Mülls zu landwirtichaftlichen Zwecken ein; andere dagegen für eine Verbrennung und Verwertung zu industriellen Zwecken, Eine Einigung und Klärung über all diese Streitfragen ist noch nicht erzielt._ Bezirkstag der mittlere» Postbeamten. Im Lehrervereinshaus fand am Sonntag ein ordentlicher Be« zirkstag stalt, aus dem zur neuen Personal- und Besoldungsrjform Stellung genommen wurde. Einmütig kam zum Ausdruck, daß die Personalreiorm vor der neuen BeioldungSreiorm durchgeführt werden müsse; nur so könne den berechtigten Wünschen der mili- leren Postbeamten Rechnung gelragen und ein alles Unrecht, daS besonders auf der Assistenlenklaffe laste, wieder gutgemacht werden, Genosse Stein topf, W. d. N., wies insbesondere darauf hin, daß das Mißverhältnis in der Entlohnung der Angestellten bei den Iteichsbehörden im Vergleich zu ten Beamten geradezu grote-ke Formen zeige und die Beamien zwinge, bei der kommenden Be« soldungSreform diese Gehälter als Grundlage aufzustellen. Nach gründlicher Aussprache stellten sich die Versammelten einmütig hinter den vom letzten VeibandStag aufgestelllen Beschluß, dessen Durch« sührung der VerbandSvorstand mit allen gewerkschaftlichen Mitteln anzustreben habe._ Zu der Diiberttzer Waffenschiebung«rsohten tote, daß das Ergebnis der bisherigen Ermitt'ungeu nicht erkennen läßt, daß eS sich wirklich um dst Absicht r,? Verkauf» von Waffen und Murrst twn aus tem Depot teS Fr. korPS Hülfen handelt. Der von der Neuköllner' Kviminalpolizel verlioftete Büchsenmacher, der früher in dem Rekrutendepot m Döbemtz tätig war, behamptet, daß es ihm lediglich darum zu tun war, die Kaufluftigen um den verein- barten Kaufpreis zu prellen und so zu Geld zu kommen. Auch der Vizefeldwebal des Rekrutendepots des Frest korps Hülsen, der dst Wasstn liiestru wollte, und der sich in milst täuscher UiltersuchungShast befindet, bleibt bei der Behauptung, daß er keinen Augenblick daran gedacht habe, die Waffen wirklich den Käufern zu übergeben. Diese Behauptenden der beiten Haup beteiligten erscheinen nicht unglaubwürdig. Einmal war die Kontrolle im Döberitzer Lager sthr scharf, und es hätten immerhin eine ganze Anzahl Militär- Personen ins Vertrauen gezogen werten müsssn, um den Autos, die die Waffen abholen sollten, freie Ausfahrt zu verschaffen. Zum andern waren bei weitem nicht so viele Waffen vor- Händen als angeblich verkauft werden sollten. Statt der angebotenen 4M Gewehre waren höchstens 50 vorhanden. Pavabellirinpistolen, von denen 200 Stück geliefert werden sollten, gab es überhaupt nicht, und Gewehrtnunition befand sich an einer Stelle, wo sie dem Vizefeldwebel gar nicht zugänglich war. 2j Montrose. Detektivroman von Sven Elvestod. Uabecsetzung von Julia Koppel. (Copyright by Georg Möller Verlag, Mönchen.) W er in die Nähe des Hauses kam. wurde die breite Tür * aufgerissen und in der Türöffnung stand Nummer 12. „Hier ist niemand," sagte Nummer 12,„keine lebende Seele." Etwas Merkwürdiges in seiner Stimme weckte mdeflen 31/,? Uhr. bei Schreiber. Holzmarltstr. 65: Aeuferft wichtige Zusammenkunft. Zusammenschluß der Branche und Aus- spräche zum Tarif. Zentralverband der Slngeftellten, Fachgruppe 1b(Post und Tele. graphic). Mitgliederveilammli/ng der freigewerlschaftlich organisierten B-> amtenousheiser, am Mittwoch, den 22. Ollober, abends 7'/, Uhr, im Rosen- thaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12. Deutscher Werkiueister.Berbaud. Mittwoch, den 22. Oktober, in den Sopbiensälen, abend?«h, Uhr: Allgemeine Mitgliederversammlung. Die BctriebSvertrauensleute wollen fttr zahlreichen Besuch der Versammlung Sorge tragen. Inserat in der heutigen Nummer beachten. Berichtigung. V o r z» g s k u r s e für Heimkehrer für die Woche vom 20. Ott. bis 26. Okt. Amerika England Frankreich Belgien Noten Scheck Noten Scheck Roten Scheck Noten Scheu 27.— 24.— 115.— 100— 315.— 290.—-318.— 290.- Schiineberg.__ Aus der Stadtverordnetenversammlung. An Stell« des zum Stadtrot gewählten Stadtv. Mobs(Soz.) ist Ge- noffe Dan« als Stadive rord n ster in die Versammlung einge» i veten.— Die Unabhängigen fragten an, ob nach dem früher gefaßten Stadtverordnetenbeschluß und gemäß der Verordnung de? Kultusministers Haemsch die Kaiser bilder aus den Schu- l e n entfernt worden sind. Für den Magistrat aittwortete Stadtrai K o b, das fei„im allgemeinen" geschehen. Temgegen- über stellten Stadw. Dr. Bendiner iSoz.) und Stadtv. Will- be rg(II. Soz.) fest, daß in einigen Schulen die beseitigten Bilder sogar wieder angehängt worden sind. Ter Magistratsver- tr�er sagte dazu nichts mehr.— Die..Neue Frattton" beantragte, den Magistrat aufzufordern, daß er schleunigst alle geeigne- ten Maßnahmen zur ausreichenden Kartoffel- Versorgung trifft. Stadtv. Fritzsch(Soz.) bezweifelte, daß wir von einem wirklichen Zusammenbruch der Kartosselversogung sprechen dürfen. ES fehl« nicht an Kartoffeln, aber an Eisenbahn- lvageu zum Transport. Stadtrat Jacobs versicherte, zur Siche- rung der Kartofselversorgung habe die Stadt alles mögliche getan. Wenn die Wagengestellung sich bessert und de? Frost mchr zu früh kommt, fei nichts zu fürchten. Doch fei der Bevölkerung möglichste Selbstversorgung zu empfehlen. Die Versammlung nahm den Antrag einstimmig an.— Ein Antrag der sozialdemokratischen Fraktion forderte voni Magistrat, bei der preußischen Staatsrcgie- rung vorstellig zu werden, daß die Benachteiligung der nach dem vermuteten Einkommen für 1919 zur Steuer veranlag- ren Kriegsteilnehmer beseitigt wird. Namens der An- tragsteller schlug Stadtv. Er d mann(Soz.) vor, das von gleich- artigen Arbeitern und Angestellten erlangte Einkommen aus 1918 zugrunde zu legen. Oberbürgermeister D o m i n i c u s antwortete, er habe sich als Abgeordneter schon an den Finanzmtnister geevendet und den Bescheid erhalten, daß es zu einer Gesetzesänderung für da? zur Hälfte bereits abgelaufene Steu-erjahr 1919/20 zu spät sei und die Zugrundelegung des Einkommens gleichartiger Ar- bester usw. ihre Schwierigkeiten habe. Nack» dieser Auskunst blieb den Antragstellern leider nur übrig- den Antrag z u r ü ck z u- ziehen.— Bei der Neuwahl von 13 unbesoldeten M a g i st r a t S m i t g l i e d e r n erhielten wi r mit 18 Stimmen 4 Sitze(wiedergewählt Stadtrat Bernstein, Stadtrat Ocft- reich, Stadtrat Eichelhardt, neug« wählt Schriftsteller Herrn. Molkenbuhr), die Unabhängigen mit 6 Stimmen 1 Sitz lwiedergewählt Stadtrat Tärwaldi. die Demokraten mit 14 Stimmen 3 Sitze(wiedergewählt Stadtrat Katz. Stadtrat Kob, Stadtrat Schiller), die Neue Fraktion(au? Deutfchncrtionalen usw.) mit 24 Stimmen 5 Sitze(wiedergewählt Stadtrat Krebs, Stadtrot Di ü l l e r, Stadtrat W i ttk c, Stadirat Dr. T r o i tz s ch, neugewählt Stadtv. Dr. Schneider).— Ein Antrag der sozial- demokratischen Fraktion forderte, daß sie Stadt in der Leitung der von ihr unterstützten WohlsahrtS vereine und W obl- tahrtSeinrichtungen matzgebend vertreten sein soll. Stadtv. Freier(Soz.) bewies diese Notwendigkeit an dem Beispiel der in reaktionärem Sinne geleiteten Anstalt„Z i o n sb i l f e", aus der er über fchlimme hygienische und vädaaogisch«.Mängel berichtete. Die beste Lösung sei Uebernahme solcher Einrichtungen samt ihrem Vermögen auf die Stadt. Stadtv. Pflug(Neue Fraktion) entfesselte durch seine zweideutige Haltung gegenüber dieser An- gelegenheit eine lange Debatte, in der Sozialdemokraten und Un- abhängige ihm scharf enrgeg�i traten. Der Antrag wurde ange- n o m m c n. Grosj-Berliner Lebensmittel. Berlin. Auf Abschnitte Z 16 und J 19 der Einsubrzusatzkarte i« '/s Psund ausländisches Weizenmehl oder je'I, Psund inländisches Weizenmehl. Abschnitte von heute bis Donnerstag abgeben. Slbschnilte 43 a—v der Karlostelkarte verlieren morgen ihre iSüliigleit. Die aus die Abschnstle 44 entfallenden 7 Psund Kartoffeln dürfen bereits von beule ab entnommen werden.— Bis Donnerstag in der 67.. 73.. 75., 208. und 210. Brot- lornmiision und bis Freitag in der 74., 79., 83., 64., 105., 180.. 181., 212., 238. und 240. Brolkommisnon und bis Sonnabend in der 72.. 77., 78. und 193. Brotkommisfion pro Kops 125 Gramm Käse. Lichtenberg. Ein Päckchen S ü ß st o f f— Abschnitt 408e(50 Pf.).— Voranmeldung: 250 Gramm Haferflocken, Abschnitt 91(31 Pf.).— Ans UrlauberbezugSkarten: 100 Gramm Nährmittel und 250 Gramm Marmelade.— Für an« Gelangenschast Heimgekehrt«-. 250 Gramm ausländische Hüliensrüchte, Abschnitte 1c— 8o Sonderzusatzkarte.(Geschäfte sieh« rUnschlagsäulen.) -Niartendorf. Aus die Abschnitt« 7g, 80 und 81 der Grosi-Berliner Lebensmitteli'arle je 300 Gramm Nährmittel. Dt« Gemeinde gibt daraus aus: 750 Gramm Teigwaren(99 Pf.) und ISO Gramm Haserflacken(19 Pf.). Aus Abschnitt 43 für Jugendliche 250 Gramm Sago(65 Pf.). Die Lebens- mitleltarten sind bis Mittwoch, den 22., vorzulegen. Verkauf der Ware am 28. bzw. 29. Okt., nachm. 4 Uhr. Stralau. 250 Gramm Maismehl(90), 250 Gramm Kartoffelstärke- mehl(91), 500 Gramm Kartosselwalzmehl(R). Abschnitte bis Mittwoch abgeben._ Sroß-Serliner Partewachrichten. Sozialdemokratischer verein Serlin. Mittwoch, den 29. Oktober, abends pünktlich S Uhr, in den „Musikersälen", Kaiser-Wilhelm-Straße 31- Austerordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Die wirtschaftliche Lage. Referent: Reichs- arbettsmintster Genosse Schlicke. 2. Der innere Ausbau unserer Organisation. 3. Anträge. Der Vorstand. I. A.:-Fr. Schlegel. I. Abt. Mittwoch 7H', Uhr in der„Bierglocke", Bellealliancestr. 106: Genosse Fr. Lüh: Vom Werdegang des Zcitungswesens. Anschließend Besichtigung der Vorwärtsdruckerei. 14. Abt. Mittwoch TU Uhr Zablabend in folgenden Lokalen: Krüger, Engeluser 13, Radtte, Neue Jakobstr. 1. SK. Abt. Heute Dienstag: Frevenabend bei Barter, Wörther Str., Ecke Rykestraße, 7h, Uhr. Res. Genosse U n g e r:„Die Frau im neuen Reich". 37. Abt. Heute Dienstag: Frauenabend bei iAutenhofi, WilSnacker Straße 36, 71/, Uhr. Res. Genosse N o a ck:.Freund und Feind im Reiche der Bakicrien". SA. Abt. Miitwoch 7 Uhr Konferenz der Funltionäre und Betriebs- Vertrauensleute bei Trümper, Flensburger Str. 3. 43. Abt. BilleltS znr Revolutionsseier in- der Schulaula deS Lessing. Gymnasium» zum 9. November sind zu baden beim Abteilungskassieier Emil Glöckner, Wiesenstr. 21, II. und bei Meyer, Pankstr. 82. Arbeiterrüte und Betriebsvertranenslculr der Buchdrucker (2>. P. D.) Versammlung am Donnerstag 5 Uhr im Schultheiß, Neue Jakobstraße. Jeder Betrieb muß vertreten sein. Mitgliedsbuch der S. P. D. legitimiert. Arbeiterräte und Betriebsvertrauensleute der Straßenbahner lS. P. D.) Freitag 5 Uhr wr WilhelmShos, Wilhelmstraße, Ecke Anhalt. siraße Vertrauensmann er-Konserenz. Jeder Bahnhos muß vertreten sein. Ohne Mitgliedsbuch der S. P D. kein Zutritt. Arbeitsgruppe Gesundbrunnen. 3S.— 36.«ud 44.-4» Abt. Morgen Mittwoch. 7 Uhr. Sitzung bei Gillwalb, Pullbuser Straße 24. T. P. D.- Funkttonäre deS Siemens. Konzerns. Heute 3 Uhr Konserenz aller sich zur S. P. D. bekennenden Funtnonäre im Lokal„Zur Schleuse" am Bahnhos Jungsernbeide. Erscheinen notwendig. Eharlottendurg. Heute. 7'/, Uhr. im BoilShause. Rosinenstraße 8: Dr. Braun(Nürnberg), Mitglied der National» ersammllmg, ÖJtc„Die neuen Reichssteuern"..BorwärtS"Ieser w Wommen. Dcmpelhor. Heute»/,8 Uhr Mitglied«rversammlu«- Referent Genosse Dr. K ars en: DaS Kulturprogramm der Sozial- demokratie. Mariendors-Südende. Heute 7'/, Uhr w der Schulaula Kurfürsten- straße 53 Mtgliederversammlung. Vorstandsbericht. Vortrag des Genossen Jng. Ehrecke über:„Die Weltwlrtschastslage". Partei- angelegenheiten. Verschiedenes. Lichtenberg. Heute 7 Uhr, in der Aula an der, Parkaue: Oeffentliche Versammlung. Genosse R u d o l s Wissell spricht über:„Die Sozialdemokratie im neuen Deutschland". Sorgt für Massenbesuch. Rosenthal. Nordend. Mittwoch 7'/, Uhr im„Friebeusgarten". Blankenselder Str. 19: Mitgliederversammlung. Vortrag de» Genossen Möbius- Pankow. Wichtige Gemeindeangelegenheiten.— Gemeinsamer Tresspunkt von Rosenthal I 6»/, Uhr bei Frl. Barth, um 6'/, Uhr: Gemein- sanier Abmaisch. Bernau. Mittwoch 71/, Uhr bei Rothwald, Kasserstr. 82, Mttglied«. Versammlung. Kommunale Angelegenheiten. MahlSdorf. Heute 7'/, Uhr bei Anders, Bahnbosftraße, Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: Bericht der Gemeindevertreter. Partei- angelegenheiten. Verschiedenes. Silüungsveranstaltungen. Bezirkobildungsausschust S. P. T., Grost-Berli«. Sonntag, den 26. Oktober, nachmittags 3»;, Uhr im Kleinen Schauspielhaus. Fafanenstr. 1, Ecke Hardenbergstraße, Liebelet. Schauspiel in 3 Akten von Attur Schnitzler. Karten ä 1,65 inkl. Garderobe find in sämtlichen„Vorwärts". Speditionen, in der Buchhandlung„Vorwärts", Lwdenstr. 2 und bei Horsch. Engeluser 15, zu haben. Mörchenabeud«. Infolge ungewöhnlich starken Andränge» finden die Veranstaltungen jevt s-den Mittwoch, nachmittag» 4 Uhr. in den Schulen: Marklstr. 10/11: Leopoldstraße. Eingang Lückstraße i Siegsriedstraße und Kionprinzellstraije statt. Sozialiftische Bilduvgsschule Lichtenberg. Der Unterricht fällt heute abend aus. Fortsetzung am Dienstag, den 28., pünktlich 6 Uhr, in der Schule Kronprinzenstraße. Jugenüveranftaltungen. Ardeiterjugeud Gross. Berlin. In der Generaloersammlung am 19. Oktober sprach Deimann über die gegnerischen Jugendbewegungen. wobei er besonders aus die Gefährlichkeit des Deutschnationalen Jugend. bunde« hinwies. Täub ert machte in der Diskussion daraus auftnerklam. daß die deutschnational« Jugend ihre Mitglieder sogar b e w a f< n e I ES sei nur zu bedauern, daß die Regierung nicht dagegen einschreite. Rüdiger gab den Vorstandsbericht über da» letzt« Halbjahr. Dt« Mit- gliederzahl ist wieder«m mehrere Hundert gestiegen. Die Zahl der Ab- teilungen ist versechsfacht.— Täub ert berichtete über die erfolgreiche Tätig- keit der Jugendschutzkommilfion. Heute 7 Uhr. , Zentral. Jugendheim, Lmdenstr. 3, 2. Hos L M: Spiel« und Unter- haltuiigsabeud. Qfteo, Jugendheim. Jugendklubzimmer der 226 /255. Geeneindeschule, Ehrenbergstraße: Vortrag: Die Internationale. Moabit, Lokal Schmidt, Wielesftr. 17: Unterhaltungsabend. Wedding, Funktionärsitzung bei Schmiedicke, Prinz-Suge»-Str. 15. Cbarlottenburg. Jugendheim, Bolkshaus, Rosinenstr. 4: Bortrag: Vom Handwerk zur Maschine. Dreptow-Bauntschnlenweg. Jugendheim. Slsenstr. 3, an Ringbahn- hos Treptow: Besuch der Treptower Sternwarte. Vortrag: Sonn« und Mond. Niederschöneweide, Lokal Hillcher. Fennstr. 26: RezilationSabend. Weissensee, Jugendheim. Woelckprommenade 1: Humoristischer Abend. Niederschöndansen. Jugendheim, Zelchensaal in der KnaoeunUtel- schule, Wollankstr. 131: Bunter Abend. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Eine Gedenkfeier für die im Kriege gefallene» Rechtsanwälte de» Kammerbezirl« veranstaltet der Vorstand der AnwaltSkammn Berlin am 2. November 12 Uhr in der Empfangshalle de« Landgericht» I, Eingang Grunerstratze. Dazu werden die nächsten Hinierbliebene«— außer den Kammermiigliedern— um ihr Erscheinen ersucht.— Stenographen- verein Stolze- Schrey, Nordost-Bezirk. Donnerstag abend 7'/, Uhr 69. Gemeindeschule, Kleine Frankfurter Str. 6. sälen(oberer Saal), skottbuser Damm 76 i, 7 Uhr, in den Hohenstaufen. : Versammlung. Res. Genosse Sportnachrichten. Gärnug im Arbeiter-Turn« und Tportbund. Die Frage der Diktatur des Proletariats läßt di« Branden« burger Aroeiterturner nicht zur Ruhe kommen. Nachdem der Kreis Brandenburg sich in einer Urabstimmung gegen die Diktatur erklärt hatte, unternahm die Berliner radikale Richtung»ine» erneuten Vorstoß auf dem am Sonnabend und Sonntag abgehaltenen Kreisturnlag. Durch Ueberstimmung der S.-P.-D.-Turner bei der Delegicrtenwahl usw. gelang es diesmal. eine radikale Mehrheit zusammen zu belommen. Der Kreismrntag beschloß, wie uns von einem Delegierten mitgeteilt wird, mit Zweidrittelmehrheit u. a. folgendes: Erziehung seiner Mitglieder zum revolutionären Klassenkampf. Bekenntnis zur Diktatur des Proletariats, Ablehnung der Mitarbeit in staatlichen und städtischen Jugendsektionen so lange, bis sie in soziaastische Hände gelangt sind, frühere und jetzige Angehörige der Militär- gewalt, Grenzschutz, Reichswehr, Einwohner- wehren, Zeitfreiwillige sind der Gemeinschaft der Arbefrersportler fernzuhalten. Propagierung deS Kirchenaustritt«. Alle diese Beschlüsse verstoßen gegen die Grund- sätze de» Bundes. Die Aufnahme der.FreienTurnerschaft Berlin" wurde abgelehnt, weil sie einen Kampf in vorstehmdem Sinne nicht mitmachen wolle. Bon verschiedenen Dereinen wurde gar kein Hehl daraus gemacht, daß sie au« dem Bunde austreten müßten, wenn sie zur Durchführung obiger Beschlüsse gezwungen werden.__ Rrbeiterturnerbund,«ltersturuer Gross-verliuS. Am Sonntag Hcrbfttiirnsabrt naid dem Liepnitzsee mit Beteiligung de» Mufikkorp» c. r<__ 1 T Af\ MriM* � i* 44 1.v... Q3 KF rr> e (Mittagsrast Ankauf- Juwelen, Perlen™ MARGRAF& C Mus aller Welt. Eine Neger-Tampfschiffahrts-Gesellschast. In der letzten Zeit mehren sich die Anzeichen, daß die Farbigen in Amerika fest entschlossen find, mit allen Mitteln ihre volle Bleich- berechtigung auf allen Gebieten durchzusetzen. Jetzt macht sich zum ersten Male ihr wirtschaftlicher Unternehmungsgeist geltend. Im Staate Delaware haben die Neger eine DampfschiffahrtS-Gesellschaft „Schwarzer Stern" mit einem Kopital von 500 000 Dollar» gegründet. Besitzer. Leiter und gesamte Bemannung bestehe« an« Farbigen.' Ware wird zunächst nur dann besördert. wenn sie von Negern hergestellt ist. Die Waren sollen nach Weft-Jndien. Zentral- Amerika. Sich- Amerika ausgeführt werden. Das erste Schiff der „Schwarzen Sternlinie" wird Ende Oltober in See stechen. Berlin— Stockholm. Am Sonnabend landete das erste«erkehr»- seeflugzeug der Deutschen Lustreederei in Stockholm, wohin es aus Einladung der SvenSla-Luflirafic-Aktiebolaaet geflogen war. E« wird dort einige Zeit zur Susführung von Rundflügen verbleiben. Ter Hinrichtung entflohen. Alle französische« Uebeävachuiig«. Posten an der Schweizer Grenze haben die Personenbeschreibung für einen deutschen Offizier namens Bruno Leyer, der au» einem Gefängnis in Grenoble entflohen ist, erhalten. Leycr wurtw zmn Tode verurteilt wegen Verbrechen, dt« er m Frankreich waptvns 6er deutschen Okkupation begangen daben Q g BERLIN d. Kanoniers trasse 9 H. lauentzienstr. I84 Opernhaus. Die Walküre. Anfang 5 Uhr. Schauspielhaus. Coriolan. Anfang 7 Uhr. Direktion Max Reinhardt. Uentsehes Theater. TU.: Mittwoch 7 Uhr: Hamlet. Kamm erspiele. 7 uhr: Iwanow. Mittw.TVa: P.Büchsed.Pandora Theater!• d. RönlgarätzerStraße 7 Uhr: Ein Traumsplel Mittwoch: Kameraden. Donnerstag: Zum I. Male; Schloß Wetterstein von Frank Wedekind. (Herta von Hagen, Maria Orska, Ernst Dernburg. Ludwig Hartau.Werner Hollmann, Paul Rehkopf. Johannes Rie- mann, K-A. Römer, Felix Ros- sert, Heinz Stiedal, HansTillo.) Freitag: Ein Traumsplel Sonnabd.; Schloß Wetterstein Komödieshans W Lise!ottv.d.PfaIz Berliner Theater 7.io u.: Bummel' Studenten Central-Theater 71/. uhr: Die FaseMngslee. Ocatselies Opernbaas 7 uhr: Martha. Eden-Theatcf U.:„U. A. W. 0." Fricdr.-TVllhelmst.Tb. w. uhr: Gretchen. Kleines Theater. Ti/, uhr: Helden. KI. htchaasplellians, W Er kann nieht iieleiilen. Komische Oper Ti/. u.: liebeszanber. Lustsplelhans 7-/. uhr: So ein Mädel. Metropol-Theater 7 Uhr; Sybiil mit Massary und Thielscher. Siencs Operetten haus. 7/, Übt: Ciits-Sänier 8 nftem. Mitgl. der Stefllser Sänger. Sonne nehm 8 Ubr ermiß Prelseivoll Abend- Programa» 1 Kir-J Iren• Rsuob.n gestattsL igoa-Konierl, ß»g. 7.» Ubr. Votrerkl. 11— l1/« n. 4—6 Ubr. Tarmstr. 12 UrautlGhraog Eva May in der Tragödie Irrlicht. Potsdamer Str. 38 AI exanderpiatz-Passage. Tropenblut mit Egede X lauen, Harry Eledtbe. Friedenau, Rheinstr. 14 Die sich verkaufen. Programm Anfang 8 Uhr Anfang 8 Uhr 1 Sonn- n. Feiertags 2 Vorstellungen, 3 Uhr nachm. u. 8 Uhr abends Nachmittags kleine Preise Qoidfüiifeder EehtBold,laDltintBt� Iridium-Spitze Vorverkauf Sonntags zw. 12—2 Uhr a. d, Tageskasse I ISIcherheHs- ! Halter jl5cm lg.35Mk. ifS Wochen Um-: Reparaturen jAll'e Systemo.\ Prospekt weäwvertSiBi»» Gratis. FINK Friedrichstr. 74 .. 183 Berlin V. Zigarren gar an t. rda Uebersee von OSO Mk. an. Zigaretten Goldflake, dicke Türken sowie deutsche Marken. Nordhäuser Kautabak I. Roll. u. Stang. Ziehung am 34., 39. und 37. Oktober Cowcmiflh OoflfUttm Stcllns fhib M, Tonndorf-Betriebe ——«b. 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Von dei Wissenschaft ist das Buch rückhaltlos anerkannt, leider war das BuchünletzterZeitverboten. Wer das Glück»einer ghe festigen will, wer die Qualen, die die Gatten während der ganzen Oeschlechtsperiode empfinden, vermeiden möchte, dem empfehlen wir die wissenscheit- lichen Aufklärungen, wie solche m dem Buc.ie „Die Offenbarungen im Geschlechtilcben- enthalten sind, aufs angelegentste, es wird wie eine Befreiung von Not und Pein empfunden werden. Dieser Vorzüge wegen ist dieses Buch beliebt, wie kein anderes in der Ehe. Preis M. 5,50, Nachn. 6a Pf. teurer. 164/10« Linser-Verlag, Berlin- Pankow 1001. Das goIdeneBnehdesWeibesi ■0 Kapitel aus dem Intimsten Leben der Frau. fr. Aufl.| Von R. Gerling.— 152 Seiten. 164/5 I Inhalt: Wie erhält die Frau das Eheglück?— Warum 1 verblühen so viele Frauen so früh?— Pflege u. Er- 1 halturg weibl. Schönheit.— Das Geschlechtsleben in I fter Ehe.— Die Bedeutung der Krankheiten für das I Eheleben.— Gesundheitspflege während d. Schwanger- 1 schalt— Die Regelung des Kindersegens.— Unfrucht- 1 barkeit, ihre Ursachen und Verhütung.—Wie erlangt I rnaJn"• Besunde Kinder?— Das Recht der Frau I u. das Eherecht.— Preis 3 M., geb. 4 M. zuzügl. Porto.| Ormnla-Terlag, Oranlrnbnrir 918. Zlach ml* ooc zahle Ich— ml« batnnnl— ffit alte Gebisse höchste Preise! SewOhnl. plolin-Zahn bis 5 7Nf.. dies» jedoch MtMtrMii.3,8l>?trZlchn! plafln», tllfl- n. platlenzShu« bis 85 w.(noch Gemlchf) Für Platin den jetzigen hohen Preis 1 Hof: Berlin w. giflufenltt. 58-58. ä Hotel chrüncr Bonm. 71/8_ Vogler. Berlin. »UUkerkrampf.rittani u.ähnliche hallt nac'1 üeij von Prof. Esmarch, Nuß- Störungen UOlll bäum, Billroth usw. anerkannten Methode des verstorb. Julia« Wölfl einzfgeAssistentln und Tochter Frau Thea Oolwer• Wölfl, Berlin, Angaburger Str. 1« 1. Man verlange Prospekte. 13/5 Zigaretten au« garantiert reinem orientalischen, gofd gelben Tabak, ohne Mundstück, F-Panderofk. 1000 Sfütf». ISO.-. 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Wissenschaft und Industrie verlieren in ihm einen ihrerwesentlichsten Förderer, seine Angestellten den warmherzigen Chef. Sein Name gehört für alle Zeiten | der deutschen Technik. i6/i9| Der AngestelMiisscM | der Angesteliten der Siemsns-Schuckert- Werke. Verwaltungsgebäude. Am Sonntag, den 19. d. M, verstarb plötzlich i unerwartet infolge tferzechlags meine liebe Fran, unsere gute Mutler, Schwieger- und Grcßmittter Hostonsio Holz Ret». JUUbgch ( im 63. Lebensjahre. Die tieftranernden Blnterbllcbcneu Hermann Holz. Margarete BometBdt, geb. Holl. Artur Bornstedt. Heinz Bomstfidt. Berlin, Prenzlauer Alle 27. Die Beerdigung findet am Dopnefstag, den 23. d- M-, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Marien-Kirch- | hofej, Prenzlauer Allee 7, aus statt. 122/19 ms«, jian jtemhardl Berlin, Potsdamer S(r. 1 1 7(a. d. LützowstraBe) Spezial*Arzt bewShrtc lacbraanolsche Behnndlong. Unentgeltliche Auskunft und aufklarende Gratis BrosuhOren(Beseliretbunj slmtRch. 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Ottobkr 1979,«beudS 6>/, Uhr. in den SophirnsSIen, Sophienstr. 17/18: sr. sllW. MMer-nersMviW Tuqesordnuna: Fachgruppenbewegung und BerbandSpoliiik Referent: Kollege Ebmnud Kroll- Tüsselburf. Pflicht aller ZZerbandefallegen Ist e», für zahlreichen Besuch der Versammlung Sarge zu tragen. 228/20 vezler»gefchllst»fteae Berlin. SeiElB lo]ialmMifi.|oii]elMen ®ro8-Bnn«5. kwerbsuusschust der S. p. O.) Dienstag, den 21. Offober, nachmINngs dVs Ahr, In Hooerlands ZestsStan, Zlene Zrledrlchslr. SS: Oeffentl. Versammlung. Reserentr Senosse Bnschlck über: „Mutz unser Volk zngrnnde gehen?" Freie Aussprache. 814/14 Da in dieser Versammlung die wichtigsten Fragen, dl« uns angehen, dehandelt werden, Ist vollzählige« Erscheinen aller sta- meraden notwendig._ Der Einbernser. Zehlendor!. Yen!« Oleosfag, 21. Oflobet, Im �»alserhof-» Große dffeniüciie VoiksversammhiDg. Tagesordnung: „Der Rätegedanke." Referent: Genast« Öullus ftollsd. Senasflnnen u. Genossen van gihlendorf u. Umgeg. I Erscheint roll.- iihilg und bringt Cure Freunde mit. C« handelt sich um die Grundlagen zum Wiederaufbau unserer Wirtschaftsordntma. Der Botffand des f oslalbetn. Wahlsereins Zestlendorf. Dr. kiaelttz._ 196/13 MWMStt. welcher stch meldet, erhält Hove Belohnung, der am Sonntag, den 19. Oll., 5 Uhr nachmittags vom Hause Chariottendura�taiserdammioO den Herrn aesayren hat, welcher einen grahen Teppich einiud und in der Richtung Berlin weiterfuhr. Meldung beim Parlier Seidel, oder 2 Treppen recht»,_ Zigaretten türf., omeriftm. und ägyptische, Schweizer Aiemphis, o. Mund- stittl M. 200,- per Mille. Zigarren* 100 SlOtf 70, 85, 100, 120 M. Rauchtabak garantiert rein. Uberseeisch, rippensret Psund Mark 25�, bei 25 Psund Marl 23,—. L. Manheimer, Berlin, Bergnannstr. 1(n.Kreuiberg). Ws Gebisse UmfiL ZLstne bis M. 13.- mr flatln auch Abfälle, Brennstifie, Ron- iafie.Tiegel, Gold» u. Silbers ach. kaust z. ctg. dring. Bedarf, anch bei Cinsendung, z. befanni reell. hohen Preisen stet»* Ehern. 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L E« entfallen auf die«bschnlffe Z 19 und J 1$ 6 et ainfnf)r-3nfa%(acie der Stadt Berlin je?W. zilmoe» 1 VM mM- «Ws Mesmj» oder je V-VW. WmeiilvW IMWes welzeiimi nach Wahl des Bezugsberechtigten. 2. Unter Ausschluß nachträglicher Annahme sind die Bot» anmelde-Abschnitte Pom Sienslag, den 21., bis Donner». lag. den 23. Ottobct 1919, bei Hin Kleinhändlern ab- zugeben. Znlandstnehl tan« ahn« Botanmelbnng In den dnrch entsprechende plakale kennlllch gemachten tUolnhandelsgrschSsten sofort entnommen werden. L. Die Kleinhändler haben die Anmeldeadschnttte zu den oben aufgerufenen Nummern am Freitag, den 24. Oktober 1919, bei den Großhändlern abzuliefern.» Die ftir das Jniandsmehl entgegengenommenen Abschnitt« find am 15. November 1919 bei den Brottommisstonen ad- zugeben. 4. Nicht abgeholt« War« periäM mst dem 15. November 1919. Berlin, den IS. Oktober 1919. Magistrat. ' Abteilung für Nährmittel. Zu Tgd..Nr. 5480 Nä. M eW.WeWge«ll N.W.-I»». W-is emp ehemaliger Angehöriger der 89. Jnf.«Div. werben zu Weihnachten d. Z. erstmalig die Zinsen der Wohl- ---"hj. ausgeschutt-i. ehemalig, AngehSrig» folgender (fr. 7/XIV) fuhrtsfalf« ehem. 89. Inf-Dir. auch In Frag, lommen Truppenteile: t. Stab der 89. Znf.-Diu. 2. Stab der 178. Inf.-Brig. 3. Landw..Inf.-Reg. 8 6 Inf�Reg. 833 5. Ins.-Reg. 375 8. g:elbarH..3icg. 89' 7. t. Batl. bahr. Fußarb-Reg. 4 8. 4. Es!. Drag. 11 9. Ferttspr.-Dopp.-gg. 82 10. Fe.-Abil.«9 Gesuche um Zuwendung einer Uittl sind bis zum 10. November 1919 an den vnchhaNor Franz Gramenz, Stolp L Pom. Strellinerstraste 2, Ii zu richten und mvssm enthalten: 1. den Nachweis, daß Antragsteller(bei Kriegshinterbliebenen der Gefallene oder Berstorbene) ewem der aufgeftlhrten Inf.-Diu. während de« Krieges an- 184,17 IL 5. Feldfomp. Pion.-Batl. 26 12. Minenwerf.-Komp. 89 13. Sam-Komp. 68 14. PferdeLaz. IS3 15 Feld-Laz. 264 15 F-idpost 789 17. Proo.-Amt 89. Inf.-Div. 18. Feldiniend. 89. Znf�' 19. Dlv.«.«. 568 if�Dw. Fvhrp.-Kol. 233 Unterstiii itzuug au» der Kasse Truppenteile der SS. hifrte, n amtlich werbsunslit 5 den-mtitch 2. den amtlich beglaubligien Nachweis de» Grades der Er- 'ähialett bei Kriil...... gsbeschädigien, «gloubigten Nachweis der Einkommen- oder Bermägensperhältnisse dezw. der Bedllrstigfeit. Stolp i. Pom., den 10. Oktober I91S. Wohlfahrtskasse ehem. 8S. Jnf.-Div. Dr. Schmidt, Rechtsanwalt._ Gramenz, Buchhalter. I nnifnopirhtcpnf"• a Dr- IUI Wilhelm V. Klrchbech LduUyclluilljral pers.z. sprechen Potsdamer Sir. 115 (Llilzowstr.) Langjähr. Erfahr. Zuverläss. Rechtsbeistand in Ehe-, Alimenten- u. Vertmuenssach, Gcsuche-Verträge, Ermittelungen.— Beobachtungen Tel Lützow 2494. /% Teitz.wöchentl.lM. Plomben U0. Uoldln- /{llireP T krönen fSM.Zahnzlebcnm.Einspr.böchst *-Uillrt» t.W an sclimerzlliid.Umarb.schlechts.Gebisse.Rep Zahnarzt Wolf sof. Potsdamer Str. 51. Hochb. Sprech!. 9-7* Piatina zu wirklich höchsten Preisen. 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Uiuer der Ueberschlifl»Nur nicht verschleiern� glaubt die �Frei- heit" von einer amtlichen Irreführung über die deutsche HeereS- stärke reden zu dürfen.(£ie behauptet, das; die kürzlich im Armee Verordnungsblatt" veröffentlichte Aufftellimg über die SteHerv besetzung in der künftigen 200 000-Maiiii-Armee einen grotzen Teil der talsächlich noch bestehenden sxormation verfchtviegen habe. Die Absicht der Jrreführug dürfte hier einzig, aber desto voll- komme»er auf feiten der.Freiheit" bestehen. Jedermann weist, dast wir zuletzt etwa 40000) Mann Reichswehr hatten. Noske hat das öffentlich erklärt. Es kann heute hinzu- gefügt werden, dast sich diese Zahl bereits wesentlich unter 400 000 hält. Die Angaben des.ArmecverordnungSblatteS" bezogen sich aber, lvie jedermann, der auch nur halbwegs etwas von diesen Dingen versteht und nicht absichrlich falsch lesen will, weist, auf die uns künftighin durch den Friedensvertrag zugebilligt« Armee von 200 000 Mann. Es must festgestellt werden, dast die Darstellung der»Freiheit" abermals als eine an die Adresse des Auslandes gerichtete Denunziation erscheint. Es wird nicht daS Verdienst des Blattes der Unabhängige» fein, wenn hieraus eine für das deutsche Volk schmerzliche Wirkung nicht entsteht. Der Nünchene? Gesellenmorö vor Gericht. München. 20. Oktober. Am Dienstag wird' vor dem Münchener Volksgericht die Tötung von 21 Mitgliedern des katholischen Gesellen- Vereins als vermeintliche Spartakisten durch Airgelwrige der Reichswehr zur Verhandlung fteherr. Nachdem München durch Reichswehr besetzt worden war. wurde noch fortgesetzt von Dächern und aus Hinterhalten auf die Reichswrhrtritppe« geschossen, und so mancher Soldat fand dabei den Tod. Dadurch hatte sich der Truppen eine furchtbare Wut gegen alles, was des SpartakismuS verdächtig erschien, bemächtigt. Am Abend de» 0. Mai lief leirn Regiment Alexander von der Garde- ftch ü tz e n b r i g a d e die Meldung ein, dast im katholischen �» e s e l l e n v e r e: n in der Augustenstraste Spartakisten eine Heimliche Versammlung abhielten. Man fand dort 20 Personen versammelt, die in Wirklichkeit aber keine Spartakisten, sondern harmlose Vorstandsmitglieder de» katholischen Gcsellenveroins waren und die Vereinsangelegen. hciten besprochen. Ihre/ Versichevurog, dast sie keine Spartalisten seien, blieb unbeachtet. Der Führer der Soldaten ordnete ihre Abführung nach dem Wachlokal Äarolinenplatz 5 an, wo sie in den im Keller gelegenen Haftraum geführt werden sollten. Die Festnahme und Abführung vollzog sich schon unter schweren Misthandlungen. Unterwegs schlössen sich dem Transport sehr viele Soldaten an, die sich auch an der Misthandlung beteiligten. Die Erbitterung der Soldaten wuchs, als untenveg» plötzlich«in Schuh fiel, durch den ei» Sanitätssoldat von der Reichswehr getötet wurde. Dieser Schuh wurde von der Soldatenmenge den Verhoft tcten zugeschrieben. Von wem der Schust abgegeben worden ist, konnte ebensowenig festgestellt werden, wie von welcher Seite die falsche Anzeige herstammte. Mit dem Transport drangen die Soldaten in den H o f r a u m,> des Wachlokals ein und sielen nun über die angeblichen Sparta- listen her. ES wurden hier bereits siebeu Gefangene nicdergemebelt. Die Soldaten stürmten den übrigen Gefangeiren, die in den Keller gerettet werden konnten, nach und richteten hier ein furcht- bares Blutbad an. Die Gefangenen mustton sich auf Befehl mit dein Gesicht nach_ unten auf den Boden logen und es wurde dann blindlings auf sie geschossen und eiugcstochen. ES wurden noch weiter« 14 Personen getötet, so daß 21 Leute umS Leben kamen, während die überlebenden fünf Persoiren zum Teil sehr fchwere Verwundungen erlitten. Die Soldaten Müller, Makowski, Grabasch und Kroiner find "ur wegen Toischlag und Totschlagverfuch angeklagt, da der zum Mord gehörende Vorsatz nicht angenommen wird. Wie ein Berierkcr hat insbesondere der Angeklagte Jakob Müller gewütet. Ans sein Schuldkonlo fallen 14 Tötungen. Er hat schon im Hofe mehre ve Gefangeire mit seinem Revolver erschossen. Als er im Keller seine Patronen verschossen und sein Seiten- ge�wehr srumpfgchauen hatte, entriß er einem daiboiftehenden «hutzen das Seitengewehr und schlug uud stieß aus die am Bode» liegenden wehrlosen Opfer ein. Der Rase, cd« konnte auch nicht durch ruhigere Soldaten von seinem Morden abgehalten werden. .Die Umgestaltung deS Auswärtige» Amt«?. Im ReichShauShaltS- aUSfchust beionle der Berichterstatter. Abg. Wald sie in. dag Vre Bezahlung der«uslandsposteu viel zu wünschen übrig lasse. lodag die Jnbaber solcher Posten auS eigenen Mitieli, zuichiesten mfiBten. Minister Müller erklärte, dast bei Besetzung der auS- wmtlgen Posten nicht nach parteipolitischen Rücksichten, sondern nur «rundiatz der sachlichen Eignung gehandelt werden solle Das Gebäude des Suswäriigen Amts reiche u-cht mehr aus. sodast das angrenzende HauS in der Wilhelmstraste 7t hinzugenommen werden müfse. Wirtschaft. Tie wilde Einfuhr. lieber die Metren von Waren, die durch das Loch im Westen nach Teutschland hereinkommen, fohlen bekanntlich alle näheren Angaben. Jetzt beziffert ein« Eingabe, die die Handels kam- mer zu Köln im Namen der Vereinigung der 28 Handelskam- mcru des bei etzten Gebietes an das R e ich-iwi t tf chafts mini sterium gerichtet hat, den W e r t der bisher eingeführten Waren aus min- dcitens 3 Milliarden Mark, fugt ftäwch hinzu, dast ollein nach Angaben eines Vertreters der OberzoMnvektion bis-ber 1500 Waggon» ausländischer Zigaretten im Werte von einer Milliarde Atari eilige führt, sei und dast deshalb die Gesamtschätzung zu niedrig gegriszen(.ein dürfte. Bezeichnend für die Gemütsart der deutsch?,'. Kaufmannschaft ist die Feststellung der Handelskammer, dast Han- del und Industrie sich berechtigt fühlten, die formell mich gel- Deutschen Bestimmungen über Ein- und Ausfuhr. Be- ichmgnahme und Bewirtschaftuim z u umgehen und Deshalb fordern, dieses Schiebertum durch Einsüfirung des freien Handels zu legitimieren. Wenn bemerkt wird, dast selbst die an ständig- iten Firmen sich nicht mehr an die erlassenen Bestimmunaen halten. 10 weiß nun der deutsche Arbeiiex, in welchen Kreisen er die wahren Urheber der wilden Einfuhr und des Tiesstandes' der Valuta zu� suchen hat. Ter Verweis auf Friseure und Bordell- Wirte als Schieber zieht nicht mehr, wenn sich der anstündige Handel mit ihm aus eine Stufe stelll. Wenn die HandelSkam inern selbst icvcm mit ihrem Ansehen das schiebertum decken, so feilte dagegen mit aller Entschiedenheit eingeschritten werden. Vor allem sollte aber die Entente, di« an unserer Zahlungsfähigkeit ein Jnier- effe hat. daraus ersehen, welche ftwttOaren Folgen für unser Wirt- schaftsleben die Zerstörung der Zollgrenze im Westen nach sich zieht. Wirtschaft im besetzten Gebiet. Die ernste wirtschaftliche Lage in den besetzten Ge- bieten hat nach der ,,F. Ztg." den Reichskommissar für das besetzte Gebiet, von Stark, veranlastt, die Vertreter der einzelnen Bevol- kerungsschichten zu einer Konferenz nach Koblenz zusamme-n- berufen. In der Aussprache wurde festgestellt, dast die besetzten Gebiete aus eigener Ernte den Getreidebedarf für 7 bis 8 Monate decken könnten, daß aber die Landwirte sich w e i- gern, ihre Ablieferungspflicht zu erfüllen und das Geireide an die Schleichhändler zu Riesenpreisen abgeben. Der Schmuggel von deutschem Getreide über Wir und die technische Nothilse. Am Montagabend tagte in den Sophiensälen eine sehr stark besuchte Versammlung der Funktionäre und Ver- t r a u e n s m ä n n e r d e r S. P. D. Es galt Stellung zu nehmen zu dem von der GewerkschofiSkommission gefastteit Boykott- b e s ck l u ß gegen die Arbeiter, die sich der Technischen Nothilfe zur Versiigung gestellt lfaben. Nefereui war der Vorsitzende unserer Bezirlsorganisation Genosse Franz Krüger. Er führte unter anderem aus: Unsere Organisatio» Hai cs bisher abgelehnt, in irgendeiner Weise in den Metallarbeiierstrcik einzugreifen, ganz gleich wie man sich zu ihm stellt. Wir wollen auch jetzt nicht in den Streik eingreisen. Nur das sei festgestellt, dast die„Freiheit" am Sonnabend als erstrebens- wertes Ziel der Verhandlungen das hingestellt hat, was die Uuier- nehmer schon vor einer Woche zugestanden hatten.— Wir lehnen den Sympathiestreik nicht unbedingt ab. Aber der Shm- vatbiestreik der Elekirizitätsarbeiter war gar nicht geeignet, einen Druck aus die Unternehmer der Metallindustrie auszuüben. Wir denken natürlich nicht daran, die Hand zur Antastung des Streit- reckts zu bieten. Aber wer da» istteikreckt benutzen will, der must auch V e r a it t w o r t it u g s g« f ü b l haben. Ein Sympathiestreik, der. wie ein Elektriziiätsstreik und ein Verkehrsstreik, die ganze Be- völkcrung trifft, begünstigt die Bestrebungen jener Leute, die eine EinschränkungdeS Streikrechts fordern. Die Frei- beik und Demokratie darf nicht dabin führen, dast eine einzelne Arbeitergrappe ihre eigenen Interessen über die Interessen der Gesamtheit stellt. TaS Recht de? einzelnen must seine Grenze finden an dem Recht der Allgemeinheit. Den Svmpathiestreik der Elektrizitätsarbeiter halte ich nicht für berechtigt, denn er war ja nicht aus dem ernsten Willen der be- leiligten Arbeiter entstanden. ES ist zu verurteilen, daß durch einen Sympathiestreik der Maschinisten und Heizer Zehirtausende von Arbeitern gegen ihren Willen zum Feiern gezwungen werben. Wenn die Elekirizitätsarbeiter jederzeit einen Sympathie- streik veranstalten wollen, so nehmen sie sich eine diktatorische Gewalt hermts. die niemandem zugebilligt werden kann. ES fragt sich nun, ob die Arbeiter, die mit oder ohne die Tech- niscke Nothilfe die Betriebe ausrechterhakten haben, als Streik- breche: anzusehen sind, und ob man berechtigt ist, sie au» der Or- ganisation anszuschliesten. Als man wegen der Einrichtung der Technischen Nothilse an unS herantrat, haben wir von vornherein den Siandpunki eingenommen, dast sie in einem rein wirtschaftlichen Kampf nicht eingreifen darf, und dast sie nur soweit cxistcnz- berechtigt ist, als c» sich um die klufrechterhaltung lebensnotwendiger Betriebe bandelt. Dabei sind wir so weit gegangen, dast die allst u ig? Still- legung der Straßenbahn nicht zum Eingriff der Noihilf« be- rechtigt.— Als nach dem Ausbruch deS Streiks in den Elektrizitätswerken die Nothilke eintrat, fragten unsere Genossen in den Be- trieben, wie sie sich demgegenüber zu verhalten bähen. In dieser Situation entstand unser Aufruf für die Nothilse. Als dann die Maschinisten und Heizer die Ausnahme der Arbeit beschlossen hatten, sollte der Aufruf nicht mebr veröffentlicht werden. Tann aber änderte ssch die Situation, die Nothilfe sah sich zum Eingreisen veranlastt und die Plakate wurden ohne Wissen des Bezirksvor- standes, und ohne dast« eS verhindern konnte, doch angeschlagen. Den Inhalt des Aufrufs vertrete ich von Anfang bis zu Ende. Die GewerkschaftSkom Mission bat nun beschlossen, daß die Ar- beitcr. welck« sich der Notbilfe zur Verfügung gestellt haben, au» den Gewerkschaften ausgeschlossen werden sollen. Ich must sagen, vor den Beschlüssen der GewerkschaftSkommifsion in ihrer heu- tigen Zusammensetzung habe ich wenig Respekt. Sie ist jetzt nur noch ein Organ der Unabhängigen. (Sehr richtig!) Ich bedaure, dast da noch einzelne unserer Partei- genossen miimachen und Beschlüsse» mit denen sie nicht einver- standen sind, mifihrem Namen zu decken. Meiner Meinung nack haben unsere führenden Genossen in den Gewerkschaften da- durch, dast sie immer noch den Standpunkt strengster Neutralität vertraten, als die. Kommunisten und Unabhängigen schon längst ihre Politik in den Gewerkschaften zur Geltung zu bringen suchten, die Vorherrschaft der Kommunisten und Unabhängigen ermöglicht. Ich begrüße es, dast nnsere Parteigenossen in den Gc- werkschafton sich setzt zur energischen Vertretung ihrer Rechte auf- gerafft haben. Wir dürfen den Herren in der Funszchnerkommiffion und in der Geiverkschastskoiinnission keinen Zweifel darüber lassen, dast es wie Sprengpulver wirken must, wenn sie wieder versuchen sollten, unsere Genossen hinauszuwerfen. Wir haben keine Lust, uns solche Ungerechtigkeiten länger gefallen zu lassen. Wenn wir es für notwendig halten, dast der Betrieb der Elektrizitätswerke auftechterhalten blieb, dann müssen wir uns auch mit denen, die dies« Arbeit im Interesse der Allgemeinheit geleistet haben, solidarisch erklären.(Lebhaft« Zustimmung.) ES ist netwendig, dast wir diesen Genossen Richtlinien geben für den Fall, dast ihnen der Kampf von der anderen Seite aufgezwungen wird. Wir müssen den Mut haben, gegenüber dem gedanken. und ge- wissenlosen Treiben der anderen Seite auch Dinge zu sagen, die manchem unangenehm sind. Ein« wirksame Vertretung der Ar- beitcrintcressen, ein« Fortbildung unseres Wirtschaftslebens in so- zialistischem und demokratischen Sinne ist nur möglich, wenn durch die Vertretung der Juteresseu einzelner nicht die Interessen der Gesamtheit leide».(Lebhafter Beifall.) Der Redner empfahl folgende Resolution: Die am 20. Oktober in den Sophiensälen versammelten über 800 Parteifunktionär«, Betrieb SvcrtraluenSleute und Arbeiterräte der D. P. D. Groß-BerlinS sprecht u den im Kampfe für die Siche- rung kffter Lebenshaltung stehenden Berliner Metallarbeitern ihr« vollste Sympathie au?. Sie bedauern aber, dast die Fünf- zehnerlo�nnission und der Ausschuß der Berliner GelverkschaftS- kommisston zur Unterstützung dieses Kampfes die Arbeiter der Elektrizitätswerke gleichfalls zum Streik aufgerufen haben. Da der Elektrizitätsstreik und die daraus folgende Lahmlegung des BerlehrS Hunderttausende von Arbeitern uud Angestellten gegen ihren Willen zum Feiern gezwungen, sowie Leben und Gesundheit der Bevölkerung auf» schwerste gefährdet häite, kann die Versammlung hierin ein geeignetes Kampfmittel nicht erblicken. Das Versprecben, die Notstandsarbeiten auszu- führen, hätte keinen Wert, da e? technisch unmöglich ist, Strom nur für Krankenhäuser und ähnlube Institute zu liefern. Sie hält daher' die Fortführnng der Kraftwerke mit Hilft der Technischen Nothilft für eilte Notwendigkeit und ist mich mit der Haltung des Bezirksvorstandes in dieser Frage einverstanden. Die Versammelten protestieren auf das eirffchiedenste gegen jede» Versuch, die an der«Technischen Nothilft" Beteiligten aus den Gewerkschaften auszuschließen. Solveit hierbei Parteigenossen in Betracht kommen, werden wir ihnen Solidarität mit allen Konsequenzen halten. Die unabhängigen uud konnministi scheu Drahtzieher würden � damit ihrem bisher schon gegen die Anhänger der S. P. 2. gerichteten Bestreben, Andersdenkende durch Ausschluß von allen Funktionen und durch Boykott des„Vorwäriö" zu rechtlosen Mitgliedern der Gewerkschaften zu degradieren, die Krone aussetzen. Die Versammlung fordert da» her alle GewerkschaftSmitglftder. die ihre Organisation von poli- tischem Terrorismus befreien wollen, auf, sich zu entschiede- ner Gegenwehr unter der Führung der S. P. D. zusammen- zuschließen und mit aller Schärft den Kampf für ihre Gleich- berechffgung in der Organisation aufzunehmen. In der Diskussion wurde der vom Referenten vertretene Stand- Punkt in ollen wesentlichen Punkten einmütig gebilligt und tu mancher Hinsicht noch unterstrichen. Auch bezeichnende Einzel- heilen über die komtnunistisch-unabhängige Streiktaktil wurden vorgetragen. Thomas verwies darauf, daß der Sympathiestreik der Elektrizitätsarbeiter ins Werk gesetzt wurde, ioähreud noch große Adassen von Metallarbeitern sich dem Streik nicht a n g c- schlössen hdtten. Mit unlauteren Mitteln hat man die ElektrizitätSarbeiter in den Streik zu treiben versucht. Vorstands- Mitglieder des Verbandes der Maschinisten und Heizer gingen in die Betriebe und forderien zum Streik auf mit der w a h r h e i t L- widrigen Behauptung, in anderen Elektrizitätswerken würde bereits gestreikt. Als diese Taktik den gewünschten Erfolg nicht hatte, wurden Eingriffe in die Betriebe versucht. Man hat den Versucht gemacht, die Starkstromleitung von Bitter» seid mi Gewalt auszuschalten. Einem der Streikagitatoren gelang eS, eine Umformerstation gegen den Willen und unter Be- drohung der dort beschäftigten Maschinisten und Heizer für kurze Zeit stillzulegen. Von dieser Station wird keine Straßenbahn gespeist, aber sie liefert den Strom für das Hauptt el egraph en amt, von wo alle behördlichen Depeschen, auch die der E n t en te l o m- Missionen befördert werden. Es hätte also die schwerwiegend- iten Folgen haben müssen, wenn es gelungen lväre, diesen Betrieb für längere Zeit lahmzulegen. Und solche unverantwortliichett Handlungen werden von der Fünfzehnrrkomission gedeckt. Bei den Verbandlungen, die am Sonntag wegen der Beilegung des EftktrizitätsarbeiterstreikS im Stadthause geführt wurden, ver- langten Mitglieder der Fünszebnerkommission, auch Rusch, die wegen Eingriffe in den Betrieb Entlassenen müßten unbedingt wieder eingestellt werden, denn sie hätten nickt aus persönlichem Antriebe, sondern im Auftrage der Fünfzehiierkommission gehandelt. Dft Nothilse ist überall ganz korrekt verfahren. Ohne ihr Ein- greifen hätten die NotstandsaNbeiten nicht ausgeführt werden können, denn die Arbeiter ivollten mir Krankenhäuser und ähnliche Anstalten mit Strom beliefern. Da für diese aber keine be- sondere Leitung vorhanden ist, so wollten die Arbeiter nur so viel Strom erzeugen, als üblicherweise von den betreffenden Anstalten verbraucht wird. Auf den Einwand, daß doch auch feder an die Leitung rnigcfchtossen« Privatmann den Strom benutzen könne, erividerten Gegner der Nothilse, das sei ihnen ganz egal, sie könnten d«b nichts dafür, wenn die Bourgeois den für die Krankenhäuser bestimmten Strom für sich abfangen. Wer so denkt, kann natürlich nicht mit der Ausführung der NotstandSarbeiten betraut werden. Den beschlösse- nen Boykott müssen unsere Parteigenossen damit beantworten, dast sie i ndie Technische Nothilse eintreten. Dadurch wird auch ver- hindert, dast die Nothilfe bei Gelegenheiten benutzt werden könnte. wo wir es nicht wollen.(Beifall.) Der Vorsitzende verlas eine schriftliche Mitteilung einer Ver- sammlungsbesucherin, welche besagt, in einer Betriebsversammlung habe ein Kommunist Neumann in einem Vortrage gesagt: Die Lohnforderung ist bei dem Metallarbeiterstreit Nebensache. Die Hauptsache ist, daß wir die Macht in dir Hände bekommen. Der Vollzugsrat der Kommunisten und Unabhängigen würde die Leitung deS Streiks gern in die Hand genommen haben, eS fei aber zu befürchten, dast dann der Streik sabotiert worden wäre, des- halb haben sie die Sache den Metallarbeitern über- lassen. W u s ch i ck: Die Eleftriziiätsarbeiter haben gar nicht daran gedackst, der Sireikparole Folge zu leisten. Nur durch die unwahre Angabe, daß in anderen Werken bereits gestreikt werde, hat man die Werke in Moabit und R u m m e l s b u r g kurze Zeit stilllegen können. Daim erst ist die Nothilse eingetreten. ES ist eine Unwahrheit, wenn die«Freiheit", die Fünfzehner- kommission und die Gewerikschafiskommission behaupten, dft Arbeit in den Elektriziiätswerten fei erst niedergelegt worden, nachdem und weil die Nothilse eingegrisftn hat. Die Nothilfe ist in allen Fällen erst nach der Arbeitsniederlegung eingetreten. Weber: Als Streikbruch sehen wir es an, wenn einzelne für sich Vorteile zu erraffen suchen, während dft Allgsmeinheit im .Kampf steht für die Verbesserung ihrer Lage. Die technische Not- hilft will uns nur schützen vor Zuständen, dft Leben und Ge- sundheit der Bevölkerung gefährden. Dft technische Nothilft verrichtet also eine im höchsten Grade sittliche Tat. die nicht verglichen werden kann mit der unmoralischen Handlungslveift der Streikbrecher. W i e s e n t h a l bemerkt, nachdem die Streikleitung der Me- tallarbeiter erklävt hat, dast die Streikenden die Schiedssprüche, die gefällt werden sollen, anertennen, liegt keine Notwendig- I e i t mehr vor, den Streik fortzusetzen. Patt loch: Ms die Vureauhilsskräjft dft Arbeit niederlegten, haben einige Streikende die Geschäftsbücher mitgenommen, um den ganzen Betrieb lahmzulegen. Bei den Einigungsverhand- lungen wurde die Wiedereinstellung dftser Leute verlangt. Der Oberbürgermeister lehnte das aber ab mit der Bemerkung, er werde die Betreffenden sonst dem Staatsanwalt übergeben. UnS ist gesagt worden, Sylt, der Arbeiterrat der Elekirizitätsarbeiter, habe auch bei dem Streik der Bureauhilsskräfie feine Hand im Spiele gehabt. Es ist nicht wahr, dast die Maschinisten und Heizer auS Sympathie ffir die Metallarbeiter in den Streik getreten sind. In einer Konferenz, wo über die Notbilfe verhandelt wurde, haben die Vorstandsmitglieder des Verbandes der Maschinisten und Heizer, Schlichtung und Bube erklärt, da bereits 1000 ihrer Mitglieder am Streik der Metallarbeiter beteiligt sind und sie eine weitere Fortsetzung des Streiks nicht verant- Worten können, treten sie mich mit ihren übrigen Mit- gliedern dem Streik bei, damit er bald ein Ende nehme. Nach einem kurzen Schlußwort des Referenten Krüger wurde dft Resolution einstimmig und mit lobhaftem Beifall angenommen. Die Fümzehnerkommission des MeiallarlftiterverbandeS hat sich mit der Verordnung des Oberbefehlshaber Noske vom 10. Ok- tober 1010 beireffend Boykott und Beschimpfung der Technischen Notbilfe beschästigt. Die Stellungnahme und Bescblustfassung über die Verordnung ist der Berliner GewerkschaftSkom- m i s s ion übertragen. « Der Oberbefehlshaber(gez.) NoSke erläßt folgende. Verordnung: Nachdem die Arbeit in den lebenswichtigen Betrieben in vollem Umfang wieder aufgenommen worden ist, wird die Verordnung vom 17. d. M. wieder aufgehoben. die Westgrenze habe einen ungeheuren Um- fang angenommen. Tonnenweift, in langen Automobil- zügen, gehe aus den Kreisen Geldern und Eleve das Getreide nach Holland und kommt zu unerhörten Preisen als AuSlandsmehl wie- der herein. Die deutschen Behörden seien machtlos, da ihnen die Berechtigung der Zollkontrolle fehle. Die Schill ugglerauto- mobile feien zum größten Teile von. Angehörigen der Be- satzungsarmee begleitet. Aus diesen Umständen entstehe dft Gefahr, dast das besetzte Gebiet in absehbarer Zeit ohne jeden Vorrai von Brotgetreide dastehe. Um praktische Mastnobmvn zur Behebung der Notlage und Bekämpfung gegen das überhaird- nehmende Schieber- und Wuchertum zu finden, wurden für die eiazelren Gebiete Sonderkommissionen eingesetzt, die sich in Verbindung mit dem Reichskommissar uud mit den BesatzungS- behördeu über die geeigueten Hilfsmaßnahmen in» Emvernehmen setzen sollen. 14. Generasverfammllmg öes veutfthen Metallarbeiterverdanöes. Stuttgart, 2t!. Oktober 1919. 8. Verhau dlungstag. Nachdem der Vevbandstag in seiner SonntagSsitzurig noch eine« Teil des Berichts der Beschwerdeionrmission entgegengenoui- men hatte, trat er heute in die S t a t u te n b e r a t u n g ein, die nach Beschlutz der Generalversammlung eine Spezialberatung sein soll. Vorher begründet Kutnmer-Leipzig seine Anträge.„Die Gene- ralversammlung wolle beschließen und das Statut entsprechend abändern: Die Vertreter des Verbandes zu Generalversammlun- gen, Konferenzen und Kongressen, sowie die Mitglieder des Haupt- Vorstandes, Ortsverwaliunsten und Kommissionen sind, wenn es sich um zwei und mehr Mandate oder Stellen handelt, durch Verhältniswahl zu bestimmen. Die Verhältniswahl hat stattzufinden, wenn bei der die Wahlhandlung leitenden Körper- schaft mehr als ein Wahlvorschlag(Liste) eingereicht ist."— „Die Generalversammlung wolle beschließen: Für.den Hauptvor- stand findet die Verhältniswahl zum erstenmal auf der jetzigen Generalversammlung Anwendung". Dißmann erklärt, diesen Anträgen seine Zustimmung'nicht geben zu können, vielmehr müsse die Mehrheit entscheiden. Die Antröge wurden dann abgelehnt. Zur Spezialberatung liegen 375 Anträge vor.— Den Bericht der Statütenberatungskommission erstattet Pawlowitsch- Dresden und Sch l i e sie tt- Remscheid. Als erster erhält Pawlowitsch-Dresden das Wort, der eingangs betont, daß alle Aenderungcn des Statuts lediglich das Werk von Kompromissen sein können, da keine Partei die er- forderliche Zweidrittelmehrheit besitzt. Die Beratung erfolgt paragraphenweise, von einer General- debatte wird Abstand genommen. Der§ 2 bestimmt als Zweck des Verbandes: s) Hebung der Allgemeinbildung, Veranstaltung belehrender und wissenschaftlicher Vorträge, namentlich auf dem Gebiete der Wirtschasts- und Handelskunde, der Sozialpolitik und des Arbeitsrechts; b) Umstellung des Betriebes auf Produktion, beginnend vom Einzelbetrieb bis zu den höchsten Spitzen der Jen- tralwirtschastsorganisation nach dem Grundsatz der Demokratie und Selbstverwaltung; c) Regelung der Arbeitsbedingungen, ins- besondere der Arbeitszeit, der Ferienfrage, der Entlohnungsform und der Höhe der Entlohnungen durch kollektive Arbeitsverträge.— Abgelehnt wird ein Antrag Magdeburg, der die Worte„Ab- schaffung der Akkordarbeit" anfügen will.— Die Beitrage werden wie folgt festgesetzt: Klasse l: ILO M:, Klasse II: 0,00 M., Klasse III lIugendliche und Lehrlinge bis 10 Jahre) 0,30 M., Klasse IV:(Invaliden) 0,10 M. Die bisherige Klasse II (für männliche Mitglieder mit einem Wochenlohn bis 24 M.) wird aufgehoben. Es steht jedem Mitglied frei, in eine höhere Klasse einzutreten. Die Unterstützungssätze werden erhöht und zwar da? Rechsgeld auf 2 M. pro Tag Und die Umzugsuütcrstützungen auf öO Proz. Bei der. Festsetzung der Erwerbslosenunter st ützung kommt es zu lebhasten Aussprachen. Die Mehrheit wollte getreu der Forderung nach Abbau der Uuterstützungseinrichtungen diese Unterstützungssätze nicht erhöhen, während die Minderheit ihre gegenteilige Ansicht zum Ausdruck brachte. Auf Antrag D i tz m a n n wurde entgegen dem Widerspruch H a a S' die Debatte abgebrochen und die Vertagung auf morgen ausgesetzt. Es wurde damit der Bericht der Wahllommission entgegengenommen, den Ernst- Hagen erstattete. Die Opposition beansprucht sechs von neun Vorstandsmitgliedern und die beiden Redakteurposten. Alle Vorstandsmitglieder sollen sich auf die vom Verbandstag beschlossenen Richtlinien festlegen. Die Opposition . präsentiert als Vorsitzenden Brandes- Magdeburg und Titz- mann- Frankfurt, als Sekretäre. Tost- Berlin, Schliestedt- .Remscheid und S i ck e r t- Hamburg, als 2. Kassierer Schäfer- Leipzig und»IS Redakteure Müller- Berlin und H a a s e- Kiel. Außerdem erhebt die Mebrheit Anspruch auf die von der General- Versammlung zu wählenden beiden AuSschutzvorsitzen- den und schlägt dafür Lang und B a u m a n n aus Frankfurt am Main vor. Die Dstnderheit beansprucht vier von den neuen Borstandssitzen. Haas-Köln mahnt zur Verständigung und bezweifelt, ob die Mehrheii der Mitglieder des Verbandes auf dem Boden der U. S. P D. steht. Cr verlangt paritätischeBesetzungder Redaktion und erklärt, daß sich die Vorstandsmitglieder mit beiden Füßen auf den Boden der Statuten zu stellen haben. Es sei nicht moglüb, daß diejenigen, die gegen die vier zum Beschlutz erhobenen Resolutionen gestimmt haben, sich bei einer evernuellen Wahl in den Vorstand mit ihnen einverstanden erklären können. Im übrigen komme es bei der Wahl zum Vorstand nicht auf das Mitgliedsbuch der U. S. P. T., sondern auf die Qualifikation der zu Wählenden an. Maltzahn-Berlin erklärt unter stürmischer Heiterkeit, erwartet zu haben, daß die Minderheit der Mehrheit ihren Dank für ihr Entgegenkommen aussprechen werde. Er fordert eine Festlegung der Minderheitskandidaten auf die Resolutionen Ditzmann und Müller. Im weiteren Verlauf der Debatte empfiehl? der Kommunist Schnitter der Minderheit, alle Sitze an die Opposition abzu- treten, da sie dann ja zu beweisen habe, ob sie imstande ist, ihre vielen Versprechungen zu erfüllen. Auch sein Parteifreund MIller-Bremen wirft der Opposition Lauheit und Halbheit vor und hält ihr die„Grabrede", da sie an den vielen Miesmuscheln, die sie auf diesem Verbandstage geschluckt habe, zugrunde gehen werde. Zeruicko und Reichel, die von der Minderheit zur Vorstands- wähl nominiert wurden, erklären, heute noch nicht die verlangte Erklärung abgeben zu können, da das Statut noch nicht feststehe. Reichel erklärt ferner, daß er ehrlich bestrebt sei, mit den Kollegen von der Opposition zusammenzuarbeiten, lehnt aber einen G-- Wissenszwang als etwas von ihm Unannehmbares ab. Der Verbandstag beschließt dann, daß die Opposition sechs Mitglieder in den Vorstand entsendet und die beiden Re- dakteurposten besetzt. Der Minderheit werden drei Sitze im Vorstand zugestanden. Die Vorstandswahl erfolgt am Dienstag. GWerffchastsbeMglmg Der Netaliarbeitersirekk. Der mit den schärfsten Mitteln gefichrte Kampf in der Berliner Metallindustrie hat seinen Höhepunkt überschritten. Mit den Verhandlungen über die Gingruppierung in die einzelnen Lohnklassen, die heute Dienstag vormittag im Reichs- arbeitsminifterium beqstrnen, geht parallel ein gewisser Abbau des Streiks. Wie dieOrganisotionsleitung bekannt gibt, tritt eine weitere Verschärfung im Metallarbciterstr'eik nicht m e b r e i n. Alle Anträge auf Zustimmung zur Arbeitsniederlegung sind von jetzt abwiederwievorAusbruchdesMetallarbeiterstreiks vorher in Versammlungen, in denen-ein Beaultragter der Orts- Verwaltung anwesend ist, durchzusprechen und mutz in jedem Einzelfalle die Zustimmung der Ortsverwaltung durch einen Angestellten der Organisation nachgesucht werden. Wie weiter mitgeteilt wird, erübrigt sich mit dem Eintritt in die Verhandlungen die Teilnahme der Berliner G e lv e r k s ch a f t s k o m m i s s i o n an der Streikleitung. Die Gewerkschastskommission tritt daher aus der Streikleitung aus. Der Streik wird von der 13er-Kommission allein weitergefiihrt. Die Gewerkschastskommission belätzt jedoch einen Perbindungsmann zu informatorischen Zwecken in der Streikleitung. Da der Sympathiestreik der Maschinisten, Heizer und Elektriker beendet ist, werden alle Streikenden, die infolge des Sympathiestreiks, infolge von Strommangel nicht arbeiten konnten, aufgefordert, die Arbeit wieder aufzu- nehmen. Die Heizer und Maschinisten der Metallbetriebe verbleiben weiter im Streik. Ter Streik dauert noch an k Die Streikleitung teilt mit: Durch die Wiederaufnahme der Arbeit seitens derjenigen Kollegen, die für uns in den Sympathiestreik getreten sind, und durch die irreführenden Meldungen der bürgerlichen Presse iiher die Wiederaufnahme der Arbeit sehen wir uns genötigt, folgendes zu erklären: lieber die Wiederaufnahme der Arbeit durch die streikenden und ausgefperrten Arbeiter der Metallindustrie haben Verhandlungen noch nicht stattgefunden. Wir können darum irgendwelche Mitteilungen noch nicht machen. Wir behalten uns vor, nach dem Abschluß der Verhandlungen eine Generalversammlung ein- zuberufe«, die. über die Wiederausnahme der Arbeit Beschluß faßt. Man kann sehr wohl verschiedener� Meinung sein, ob es im Interesse eines wirksamen Abschlusses der Bewegung tak- tisch klug ist, die Entscheidung über die Wiederaufnahme der Arbeit bis' nach dem gesamten Abschluß der Verhandlungen hinauszuziehen. Und zwar um des- willen, weil beide Teile ja erklärt haben, datz die Entlchei- düngen, die aus den Verhandlungen herauskommen, e n d- gültig und bindend sein sollen. Uns erscheint zum Beispiel die Ansicht durchaus akzep- tabel, die erklärt, es wäre im Interesse eines wirkungsvollen Abschlusses taktisch klüger gewesen, wenn die Streikleitung die Wiederaufnahme der Arbeit in dem Momente beschlossen Kätte, wo feststand, datz die Verhandlungen ge- sickert waren und die zu fällenden Schiedssprüche als endgültig und für beide Teile bindend er- klärt wurden. Die Bezahlung der inzwischen zu ver- richtenden Arbeit hätte dann selbstverständlich nach den Be- stiminnngen erfolgen müssen, die durch das Schiedsgericht festgelegt werden. Zweifellos ist die Gefahr grotz, daß ein Teil der Metall- arbeiter, die ja nicht alle eine jahrelange gewerkschaftliche Schulung hinter sich haben, kein Verständnis für die Not- wendigkcit des Handelns der Streikleitung hat. Aber der Beschlutz ist gefaßt und mutz, wenn auch materielle Opfer damit verbunden sind, von den Streikenden durch- geführt werden. Die Solidarität verlangt, datz die Geschlossenheit der Arbeiter gegenüber dem Unternehmer- tum auch über diese kurze Zeit hinaus bis zur geschlossenen Wiederaufnahme der Arbeit erhalten bleibt. Also der Streik dauert noch an! * Maschinisten und Heizer. In der Versammlung der in der Metollmdustrie im Streik befindlichen Maschinisten und Heizer, die am Sonntag bei Böker stattfand und von etwa 450 bis 500 Kollegen be'ucht war, re'erierte Galle über den Stand der Bewegung und den Abbruch deS Sympathiestreiks in den Elektri« zitärswerken. Die Versammlung nahm zum Schluß folgende Entschließung einstimmig an: Die heutige Versammlung der Maschinisten und Heizer, die im Kampf in der Metallindustrie sich befinden, erllären, daß sie zuc Streikleitung ihr volles Vertrauen haben und geloben, solange auszuharren, bi« der Ruf zur Aufnahme der Arbeit durch die Orga-- nisation erfolgt. Danach fand noch die Wahl der Lohn» kommisfion zu der am Mittwoch im Reichsarbeitsministerium statt« findenden Verhandlung statt. Der Lichtenberger Bureauhilföarbeiterstreik beendet. Nach erneuten Verhandln: �n zwischen Magistrat und Bureau- Hilfsarbeitern ist für die Lichtenberger Gemeinde folgendes Ergebnis zustande gekommen: 1. Wegen der Frage der Besoldung der Bureauhilfsarbeiter soll der Schlichlungsausschuß Groß-Berlin angerufen werden- Beide, Magistrat und die Hilfsarbeiter, unterwerfen sich diesem Schiedsspruch. 2.>Die Arbeil wird von den BureauhilfSarbeitern sofort auf« genommen. Bis zur Fällung de? Schiedsspruchs gilt der(Berliner) Schiedsspruch vom 11. Okiober 1919 als Provisorium. Die Bezahlung der Streiktage ist seitens der BureauhilfS- arbeiter nicht verlangt worden. Die Eisenbahudirektiou verfügt. Im EiscnbabndirektionSbezirl Altona hat eine neuerliche Ber- fügung au die Bahnmeistereien große Erbitterung ausgelost. Während der Kriegszeit konnte der Bedarf an Bahnmetstenr rn den von den deutschen Truppen besetzten Gebieten kaum gedeckt werden, und es wurde daher für schleunige Heranbildung junger Bahnmeister Sorge getragen. Beim Zurückfluten der alten Kräfte aus de» be- setzten Gebieten, die dort eine gute, zum Teil doppell dotierte Stellung hatten, stellte sich plätzlich ein Zuviel an solchen Beamten heraus. Um diesen nicht selten schon 05—70 jährrzzen Beamten wieder Piap zu machen, sollen nun die jüngeren 30— 35 jährigen Kräfte, die bereiiS unter den schwierigsten Verhältnissen ihre Pflicht getan und sich einen eigenen Hausstand gegründet haben, wieder ans ihrer Stellung verdrängt werden, was aus folgender Verfügung der Eisenbahndirektion Altona zu entnehmen ist: In nächster Zeit wird eine größere Zahl von älteren Bahn« meistern anderweitig unterzubringen sein. Infolgedessen ist es nicht möglich, diejenigen Beamten, denen vor Eintritt der ver» änderten Verhältnisse trotz ibreS geringen Dienstalters selbständige Bahnmeistereien übertragen werden mußten, weiterhin als Dienst- stellenverwalter betzubehalien. Wir werden Ihnen deshalb in absehbarer Zeit die Bahnmeisterer abnehmen müssen und fordern Sie out, uns etwaige Wünsche wegen Ihrer künfitgen Be- schäftigung vorzutragen. Falls Sie dort oder in der Nähe eine andere Wohnung erhalten können, wäre es vielleicht möglich, Sie noch bis auf weiteres als zweiten Beamten dort zu lassen, bis sich zu einer geeigneten anderweitigen Beschäftigung Gelegenheit bietet. Sie wollen angeben, ob Sie dort oder in der Nähe eine Wohnung finden würden.— Frist 8 Tage. m Innerhalb 8 Tagen bei der heutigen Wohnungsmisere eine Wohnung zu finden, ist leicht gesagt, ganz zu schweigen, daß durch diese Verfügung viele Beamte hart getroffen werden, deren ganze Vorbildung und lange Dienstzeit eine selbständige Stellung vor- anssetzt. Die davon betroffenen Beamten sind der Auffassung, daß diese Verfüoung nicht nötig gewesen wäre, wenn die allen Beamten vom 05. Lebensjahre an ihre wohlverdiente Pension erhielten, denn daß Menschen, die in ihrem Leben sicher dem Staate das Beste gegeben, in einem so hohen Alter noch für den schweren und verantwortungs- vollen Eisenbahndienst verwende» und dafür solche in den besten Jobren aus weniger wichtige Posten gestellt werden sollen, scheint durchaus nicht glücklich. Wir hoffen, daß diese Zeilen die betreffenden Behörden zu einer beschleunigten Zurücknahme der fraglichen Verfügung ver- anlassen.___ Zum Mstallarbciterstreik. Daimler. Marienrclde. Die Auszahlung für die Nummern 353 bis 1123 findet Dienstag zwnchen 10—2 Uhr hei Brunn. Geneststraße, statt. Betrieb Zllbatros, Johannisthal. Mittwoch srüh Ii Uhr müsse» sämtliche Kollegen aus Quittungen Unterschrift leisten, im Llndenhos Bc- trielesversav.nilung. Siemens ü! Halske. Vlockwerk. Dienstag, den LI. Oktober, findet die Auszahlung im Streillolal statt. Äerkm. 1—3 um 9 Uhr, 10— 20 am 10'/, Uhr. 21-38 um 12 Uhr. 3t. L. G., Gludiampeufabrik. Tie Auszahlung der Streikuntor- ftistum; findet heute Dienstag von 10—1 Ubr statt. (f. P. Gocrz. Hauptbetrieb und Pappei-Allee heute vormittag 10 Uhr: Bersammlung im.Lindirnpark", Zehlendors. Ltndström-Konzer». Heute 2 Uhr in den„AndreaS.Festsäleu", An- dreasstraße: Versammlung aller Kollegen und Kolleginnen. Die Streikleitung. Csram-Werke. Dienstag, den 2t.'Oktober, von 10— 2 Uhr: AuS- zahlimg der Streik- und Erstraunierstühunz. 3t. A. w. Konlrollkarien von 1—2051 am Monlag unterschreiben. DienSiag, den 21. Okiober: Versaininlung säinilicher Maschinenarbeiter und Einrichter um 10 Uhr im.Bürgerpark", Ober'chönewcide. Verlin-NnhattifÄe Maschtnenba«- Akr., Ges. Dienstag, den LI. d. Mis., nachm. 3 Uhr, in der.Kronenbrauerei", Alt-Moabit 47/48: Betriebsversastimiung. Verantw. für den eedaktion. Teil: Alfred Scholz, Neukölln: für Anzeigen: Thendne Stocke. Berlin Vertag: Vorwärto-Verlag s. m. b. K.. Berlin. Druck: Borwärts- Bi-.Sbriickerei und Bartaasansialt Paul Linaer u. Co. ia Berlin. Lindcnftr. S. Hierzu X Vellage. -•vrav k*7* imcTC i s-j»'--'Wi-s i* w« A«iu. neinwei Liehst* \