Nr.S40.8«.I«I,rs. Bezugspreis: «iertellShrl. Mk» monatl. Ml. frei tns Sau«, ooraiu jaftlbat Poft» bezug: Manatlich S<- Ml. etfL Ru« ftellungsgedühr. Unter Rttujbanb füt Deutsch lanv und Oesterreich- Ungaru 6,25 Ml. für Da« Qbrtgt«uslanb 1025 Ml. bei täglich einmal. Rultellung 625 Ml. Pastbestellungen nehmen au Dänemarl. Sollanb. stutemburg, Schweben u. ble Schwei» Eingetragen In ble Poft-Reltungs-Preislik«. Der.Vorwäns' mit ber Lanmag» bellage»Voll u. geit� erscheint wachen- täglich zweimal. Sonntag, einmal. MorgenAnsgabe. Telegramm-Abresse: „Soziolbcmalral verlin-. Berliner Dolksblnii. (iSpssnnio) Anzeigenpreis: Die achtgelpalten» Nanparelllezelle loste, ILO Ml»Sieine Anzeigen-, äa» sengedruilte Wart«0 Big. izulässtg i tettgebturttc Wort»), lebe« weiter» Wort«0 Pig. Stellengesuche unb Schlafstellenanzelgcn bo« erste Wart 63 Pfg. lebte weitere Wort 80 Pfg. Borte übet 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50V». gomtllen• Anzeigen, oolltische unb gewerkschaftliche Vereins. Anzeigen ILO Ml bie Reile. Anzeigen ftit bi« nächste Nummer müssen bis S Ith» nachmittags im Sautstgeschäsl. Verlin SSB 68, Lindenstraße 3, abgegeben werben Geöffnet von 9 Uhr früh bis 6 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdetnokratlfcben parte» Deutfcblands. Redaktion und Expedition: 610.68, Lindenstc. 3. iZernivrecher: Am» Mortnplav, Nr.»Z»Zi>v— l.S»S7. Mittwoch, den ÄS. Oktober 1V1N. vörwarts-verlag G.m.b.tz., SR). 68, Linöenstr.?. Fernsprecher: Amt Morinpla«. Nr. H7 53—54. MU»CT«OMEg'.«a«M»fui'«in. i—i»■ i)*'jseaa— nCTBBj Ms Gleichberechtigte in Washington. Der erste Tag. Im letzten Aben.dblatt ist der äußere Verlauf des ersten Tages, �der im Untersuchungsausschuß der N a t i dma lversammlung den Beginn der Vernehmung des früheren deutschen Botschafters in Washington brachte, umrissen worden. Den Schluß des Berichts über das glänzende Referat des Genossen Sinzheimer, der frei aus dem Gedächtnis die verwickelte Materie zeitlich geordnet vor- trug, und den Bericht über den Beginn des Zeugenverhörs lassen wir weiter unten folgen. Hier ist ein gedrängtes sachliches Urteil über das bis- herigc Ergebnis unb die tatsächlichen Feststellungen am Platze. Der Umriß des schauerlichen Dramas, das zwei Millionen deutschen Jünglingen und Männern das Leben gekostet und uns alle in Unglück und Elend gestürzt hat, wurde schon am ersten Tage entrollt. Wie stellt es sich dar? Der amerikanische Präsident Wilson wollte den Frie- den schon mit dem Beginn des Krieges. Er scheiterte aber zu Anfang am Widerstande der Entente. Planmäßig nimmt er seine Friedensvermittlung erst im Jahre 1916 auf. Die deutsche Regierung ist damals einverstanden. Bethmann und Wilhelm selbst weisen Bernstorff soyar an, Wilson zur Friedensvermittlung vorwärts zu treiben. Sie drängen wiederholt zur Eile. Aber immer wieder hält ein Zwischen- fall den amerikanischen Präsidenten zurück. Bald ist die En- tente zu übermütig und siegesgewiß, wie zur Zeit der rumä- nischen Kriegserklärung, bald ist die Stimmung in Amerika zu deutschfeindlich wegen irgendwelcher Ereignisse zur See oder wegen der belgischen Deportationen. Dann hemmt den Präsidenten der Kampf um seine Wiederwahl und die lange andauernde Unsicherheit des Wahlausfalls. Am Iri. November schreibt er seine Friedensnote nieder und— läßt sie in seinem Schreibtisch liegen. Er verspricht wiederholt, sie im geeigneten Augenblick herauszubringen, bis spätestens zum Jahresschluß 1916. Aber die deutsche Heeresverwaltung und Marine drän- gen inzwischen, es dürfe für den rücksichtslosen U-Bootkriag keine Zeit menhr verlonenn werden, spätestens am 1. Feoruar müsse er beginnen. So wartet Deutsch- land nicht länger, sondern bringt am 12. Dezember das Friedensangebot der Mittelmächte heraus. Es stößt auf höhnische Ablehnung, und Wilson:--chn Tage später unternommener Friedensschritt hat kein besseres Schicksal. Am 9. Januar wird im.Hauptquartier zu Pleß der verhängnisvolle Beschluß zum rücksichtslosen Unterseebootkrieg gefaßt. Nochmals bietet Wilson Vermittlung an, aber jetzt weist ihn die deutsche Re- gierung schroff zurück. Man will aufs Ganze gehen. Man h a t es getan und das Ganze verloren. Irrungen und Wirrungen auf beiden Seiten— Unsicher- heit bei W i l s o n. Er verspricht, wenn Deuttchland sich an das Völkerrecht im Seekrieg hält, auch England dazu zu zwingen, und teilt ein paar Wochen später mit, er sei dazu nicht mehr stark genug, weil das amerikanische K a p i- t a l schon zu eng mit dem englischen Kapital verknüpft sei. Als Ersatz versvricht er seine Friodensvermittlung, die er ehrlich und ernsthaft betreibt, aber immer wieder verzögern muß. Noch viel schlimmer das Bild auf deutscher Seite. Ein Durcheinander von Strömungen entgegenge- setzter Art, die bald den Präsident.'. Wilson zum Frieden- stiften ermutigen, bald ihn durch Verschweigen der eigenen Friedensbedingungen bemmen dann'eine Pläne durch eige- nes Vorgeben stören und sie schließlich durch schroffe Abloh» nung durchkreuzen. Deutschland hat im Kriege überhaupt keine Politik gehabt. Es besaß weder eine cinheit- liche Regierung, noch ein klares und festes Ziel, noch eine bestimmte und sichere Methode. Spielbmll rasch wechselnder E n t s ch I ü s s e, mußte es der ganzen Welt als bi itterlistig und-unzuverlässig- erscheineni Man verläßt die erste Verhandlimg des Untersuchungs- ausschust'es mit dem Gefühl, daß a l l? s l? n g l ü ck des deut- schen Volkes hätte vermieden werden können, wenn die Volitik der Sozialdemokratie gemacht wor- den wäre: fester Wille zu energischster Landesverteidigung auf der einen Seite und unbeirrhares Friedensbestreben auf der andern. Dann hätten wir 1917 einen sebr anständigen. die Lebensnotwendigkeiten de- dc'ttch.'n Volke" verbürgenden Frieden haben können. Teutschlands Unglück war, daß die Sozialdemokratie nicht ein paar Jahre früher den Ein- fluß erlangt hat, den sie henta besitzt. Deutsche gehen zur Konferenz. Wegen der Entsendung deutscher und ö st e r- reichischer Delegierter zu der bevorstehenden A r- beiterschutzkonfcrenz in Washington habe» sowohl von Regiernngsscite»vie von den Gcwcrkschaftsver- bänden weitere Verhandinngen stattgefunden. Nach dem Ergebnis dieser Verhandlungen erscheint es angängig, von der bisherigen ablehnenden Haltung gegenüber der Frage der Beschickung der Konferenz durch deutsche Vertreter abzusehen. Dem deutschen Gcwcrk- schaftsvcrband ist durch neutrale Vermittlung die Erklärung zugegangen, daß der O b e r st c Rat der alliierten und assoziierten Regierungen die Z n l a s s u u g der deutschen und österreichischen Delegierten als vollberechtigte Mit- g l i e d c r zu der Konferenz empfohlen hat, so daß auf diese Zulassung in der ersten Sitzung der Konferenz m i t Sicherheit zu rechnen ist. Dies ist dem Vorsitzenden der deutschen Friedensdclegation in Paris bestätigt worden. Die deutsche R e g i c r u»n g hat unter diesen Um- ständen i» Ucbcreinstimmnng mit der Auffassung des deut- schen Gewerkschaftsverbandes sich entschlossen, Tele- gierte nach Washington zu entsenden. Außer den zwei Rcgicruugsvcrtrctcrn, je einem Vertreter der Ar- heiter und Arbeitgeber, werden der deutschen Delegation eine Anzahl Sachverständige angehören. Die Abreise wird voraussichtlich gemeinschaftlich mit den ö st c r r e i ch i s ch c n Delegierten Ende dieser Woche er- folgen. Da der Beginn der Konferenz, der ursprünglich ans den 29. Oktober er. angesetzf war, voraussichtlich um einige Tage verschoben werden wird, steht zu erwarten, daß die dcnt- schen und österreichischen Delegierten noch rechtzeitig zum Beginn der sachlichen Verhandlungen in Washington ein- treffen werden. Der Sitzungsbericht. (Schluß aus der Abendausgabe.) In der gestrigen Sitzung des parlnmentarisilien NntersticklüngS« ausschitsseS führte der Nesercnt, Abg. Genosse Tr. Siiizheitner, noch auS: . Am LS. Januar telegraphierte Betnstorff. daß Oberst Hause im ausdrücklichen Auftrage Wilions mts von neuem die Friedensver- Mittelungen angeboten habe. Er wolle sich nicht in territoriale Fragen einmischen, wolle unter allen Umständen den Krtcg vcr-- tncidcn und wünickie eine Beendigung des Krieges ohne Sieger und Besiegte. Alle Borbereituugcn zur Friedensaition seien getroffen. Darauf fand eine Reise BethmannS nach dem Hauptquartier statt. Das Ergebnis war, daß Bethmann an Bernstorff telegraphierte, eS sei zu spät, Wilson bätie früher mit einer solchen Aktion kommen sollen, und daß eine Rücknahme des U-Boot- ineges n i cki t mehr möglich sei. weil eS technisch unausführbar sei, U-Boote, die vereits in See seien, zurückzurufen. Die deulsche Regierung sei aber bereit, ihm vertraulich die Friedensbedingungen mitzuteilen. Sie werden dann am 28. Januar dem Grafen Bernstorff mttgeteilt, der sie zur Kenntnis Wilsons bringen soll. Es heißt nun nicht im Schreiben des Reichskanzlers, die Friedens- bedingungen, die er mitteile, seien die Bedingungen, utiier denen er bereit sei, Frieden zu schließen, sondern eS heißt, daS seien die Bedingungen. unter denen Deutschland bereit gewesen iväre, am 12. Dezember Frieden zu schließen. Ob also diese Antwort der Bitte Wilsons entspricht, ist eine Frage, die weiterer Erörterung bedarf. Am 31. Januar erfolgte die Uebergabe der Note über den , rücksichtslose n U-Boot-Krieg und dann der Abbruch der Beziehungen mit Amerika. Wilson scheute sich offenbar, in den Krieg cinzutrete». Darauf deutet die Tatsache hin, daß er die gleichlautende Erklärung des österreich- ungarischen Botichnfters in Amerika verheimlicht, um den Weg zu Oesterreich offen zu ballen, lieber die Schweiz ist dann ge- meldet worden. Wilson luchc weiter den Flieden z» vermitteln und verlange nur eine Erklärung, daß Tenischland die Aniveiidung de« nicksichtSloien U-Boot-Krieges auf Amerika nicht inS Auge fasse oder wieder ztnückstebe. Darauf wird erwidert, daß die Durchführung de? U-Boot-Krieges die allgemeine Anwendung verlangt. Im März wurde der Krieg erklärt, nachdem das mexika- irische Telegramm Zimmermann bekannt wurde, das schon im Januar zur Absendunq gelangt war. Damit ist da? Referat Sinzheimer beendet und es wird in die Vernehmung des Grafen Sernstorff eingetreten. � Botscha'ter a. D. Graf Bernstorff: Wilsoi�hat Anfang August 1914 sofort nach Kriegsausbruch eine erste Friedens- Vermittlung persticht. Im September hat er einen zweiten Versuch machen lassen, der daran scheiterte, daß die Entente meines Wissens gar nicht gcaniworiet hat. Wilson hat im August eine Proklamation an das amerikanische Volk erlassen, in der er die Amerikaner zur Neutralität auffordert, weil eine so erregte Stim- mung entstanden war, daß die Privatbeziehungen darunter litten. In dieser Proilamalion hat er schon erklärt, daß das amerikanische Volk das einzige Voll wäre, das in der Lage wäre, den Krieg zu beendigen, wenn es dem Streit fernbliebe, n»d daß es die einzige Großmacht sei, die genügend Macht und Einfluß habe, um dieses Ziel herbeiznsühren. Das ist die Politik Wilsons gewesen. Als das zweite Friedensangebot scheiterte, hielt er es für notwendig, sich mehr znrückznhallen. Er sandle trotzdem Oberst Hottie im Winter 1914/15 nach Paris, London und Berlin, wo er im März war. Er sollte die FriedeiiSvermiitlung Wilsons vor» bereiten. Als er von Berlin zurückkam, iagte er, der Augenblick wäre noch nicht gekommen. Es wäre noch niemand bereit, auf einen Frieden einzugehen. Er würde aber später wieder nach Europa gehen, um zu sehen, ob etwas zu machen sei. Wtison hat zum ersten Male mit mir über den Frieden gesprochen, als ich nach der Lufitaitta-Slngelcgenhcit eine Audienz bei ihm bekam, als die Gefahr des Krieges mit Deutschland sehr drohend war. Damals sagte er, wir sollten durch ein Nachgeben im U-Boot-Krieg einen Apcll an die Moral richten, da nur durch eine Verständigung, nicht mehr durch die Waffen der Krieg endgültig entschieden werden könnte. Würden wir den U-Boot-Krieg aufgeben, so würde er auf Aiifhebnng der englischen A u S h u n g e r u n g drängen. Das, englische Kabinett werde darauf eingehen, und er hoffe, daß damit ein Anfang gemacht sei für eine Friedensaktion im großen' Stile. Das war am 2. Juni 1915. Nach dem ersten Telegrammwechsel über die Lusitania schien der Krieg unvermeidbar. Ich ging zu Wilson und verabredete, um Zeit zu gewinnen, daß Herr Meyer-Gerhard nach Berlin reisen sollte. Wilson ging darauf ein und versprach, daß er. bis diese Mission Erfolg gezeigt habe, keine ernstlichen Schritte� tun würde, welche zum Bruch führen könnten. Der Nolenivechsel über die Lusiiiania ging Ivctter, aber inzwischen wurde ein anderes eng- lisches Schiff torpediert und es kam zum zweiten Male beinahe zum Kriege. Es tvitrde unsererseits nachgegeben, indem zugestanden wurde, daß Passagietdampfer nicht ohne vorherigeWarnung torpediert werden sollten. Auf eine Anfrage des Vorsitzenden erklärt der Zeuge, daß er nicht wisse, was aus der Mission Melicr-Gerhard geworden sei. Er fährt dann fort: ES kam dann am S. November eine Note an Eng- land, in welcher die die cngltschr Blockade nlS nicht zu verteidigen erklärt wurde. Die Verhandlungen über die Lusitania brachten uns zum drittenmal an den Rand des Krieges, weil wir anerkennen sollten, daß die Versenkung illoyal gewesen wäre. Dieies Wort wurde von uns unbedingt abgelehnt. Schließlich gab Wilson»ach. Er würde sich damit begnügen, wenn wir rrllärteii. daß solche Repressalien Neutrale nicht Ireffen dürften. Diese Erklärung war schon fertig und sollte enSgetanscht werde», als in Berlin der vcr- schärfte U-Boot-Krieg �liärt wurde. Es wurde also nichts ans dieser Lösung.(Der Vorsitzende stellt fest, daß eS sich hier nur um den verschärften, nicht um den tntbeschränlten U-Boot-Krieg handelt.) Bald darauf wurde die Suffex torpediert. Jetzt kam eine endgültige. Einigung zustande. Der U-Boot-Krieg sollte nach den Grund- sähen des KrcuzerkriegeS geführt werden. Int Januar ISIS kam Houfe zum zweiten Male nach Berlin. Als er zurückkam, erklärte er mir. daß der Haupl widerstand gegen einen Frieden vorläufig noch in Paris zu finden iväie, daß er in England eine gewisse Bereitwilligkeit gefunden hätte. Auch in Berlin habe man gesagt: Wir würden zu geeigneter Zeit bereit sein, auf eine amerikanische FriedenSver- miltlung eti n zugehen. Ich habe zum ersten Male von der Absicht der Kaisertichen Regiermig. den Wilion'schen Wünschen ent- gegenzukommen, durch ein Telegramm gehört, welches der Bo:- ichafter Gerard nach Erledignu-r der Süsser- Affäre nach Washington richtete. Dort stand, daß die deutsche Regierung nunmehr bereit sei, eine Fricdensvermttilitng Wilsons onztt- nehmen. Ich habe darauf in Berlin angefragt, ob diese Auffassung richtig sei. tind die Antwort erhalten, daß ivegen der ö ff ent- l i ch e n Meinung in Deutschland noch einige Zeit hingehen müfie, daß es aber im allgemeinen der Wunsch sei, WilionS FriedenSvermittliing anzunehmen. Es müsse aber verlangt werden. daß Wilson vorher gegen Ena land vorgebe. Es ist viel- leicht merkwürdig, daß ich mir einer Privatperson, wie dem Obersten House. über diese Fragen verhandelt habe. Ente Geheintbaltiing von Verhandlungen in Washington wäre ganz nnmögltch gewesen. DaS Weiße Hans war dort von Journalisten unilagert. Des- wegen war eS der Wunich Wilsons, daß ich diese vollkommen vertraulichen Fragen mit seinem intimen Freunde House in Nework führte. Er sagte mir Wilson hätte nicht mehr die Macht England zu zwingen, den völkerrechtlichen Normen zu gehorchen, iverl der ametikantsche Handel so sehr mit der Entente verbunden tväre, daß Wilson nnmöglich diese HandelSbeziehtingeii stören könne, ohne einen ungeheuren Sturm hervorzurufen. Im Gegensatz dazu wäre er m der Lage, einen Frieden ohne Sieg herbeizuführen, und er hätte die NbslÄt, das zu tun. sosald die Gekegenheit dazu käme. Nachdem aber ein solcher Schritt in Amerika allgemein als prodeutsch dezeichnet würde, könne er ihn nur tun, wenn die öffent« liche Meinung sich etwas über die Beziehungen zu Deutschland be- ruMgt hätte. Er schlug eine P aus« vor und hoffte am Ende deS Sommers die FriedcnZvermittlungen bestimmt anbahnen zu können. Dann trat Rumänien in den Krieg ein. ES werden dann die Instruktionen verlese», die dein Nvtschaftcr am iB. August mitgeteilt wurden und wonach die deutsche Regierung erklärt, dast sie gern bereit sei, eine Vermittlung des Präsidenten anzunehmen mid daß eine entsprechende Tätigkeit ded Präsidenten nachdrücklich enmitigt werden solle, daß wir und aber noch nicht ans irgendwelche konkrete FricdcnSbcdinxungeu verpflichten können. (Äras Berustorff: Nach diesen Justruklionen. deren Inhalt ich Oberst Houie mitgeteilt hatte, sagte mir de- Oberst, dos; eine Ver- milllung Wilsons jetzt unmöglich und daher ausgcschoben wäre, weil infolge deS Eintritts Rumäniens in ve« Krieg die Entente völlig siegesgcwiß geworden wäre und Wilson daher abweisen würde./ Referent Dr. Tinzßeimcr: Diesen Instruktionen war eine tele- graphische Anfrage deö Reichskanzlers v. Bethinann Hollwcg vom L. September vorausgegangen. In ihr biest cS, daj; unsere' West- front f e st steht, das; die Ostfront durch die Kriegserklärung Rnmä- mens natürlich etwa: gefährdet wäre, daß aber ein Zusammenbrechen der Front n i ch t zu besorgen wäre. Bulgarien und die Türkei wären zuverlässig. ES lourdc dann gefragt, oh, wenn im Osten keine größere Katastrophe eintreten würde, eine Friedens- Vermittlung Wilsons möglich und erfolgreich wäre, wenn wir Belgien die bedingte Wiederherstellung zusicherten. Andernfalls müßte der rücksichtslose N-Bootkrieg ernsthaft in Erwägung gezogen werden. Graf Bcrustorff: Ich kann nur wiederholen, daß Oberst House mir sagte, die Friedensvermittlung Wilsons, nützte ausgcschoben werden, weil die Entente infolge des Einwiits Rumäniens in den Krieg siegcSgewitz geworden war. Diese Ecklärong des Oberst House ist mir auch späterhin immer als besonders wichtig erschienen, weil, als Wilion wirklich Friedcnsschriite unternahm, ich glaublr, daß cr nun bestimmt davon überzeugt wäre, daß sie auch von der Eillenti� angenommen werden würden. Sonst hätte es ja gar keinen Kinn gehabt, daß Wilson vorher erklärt hatte, eine Ver- mltilung scheine ihm keine Aussicht auf Annahme zu haben. Vorsitzender Warmuth: Das Telegramm vom 2. September war in ver Tat die Antwort auf das Telegramm der deutschen Regierung vom 18. August. In der Antwort vom 2. September wiid gesagt, Wilson Befihchte, von England kühl abgewiesen zu werden. Falls aber Wilson bei den Wahlen siegen würde, wofür die Aussichten günstig ständen, wolle cr sofort eine Vermittlung ein- treten lassen. Die FriedenSvermiitlung liege im ameritanischen Interesse, nach dem leine der kriegführenden Mächtegruppen einen entscheidenden Sieg erringen dürfe. Graf Bernstorff: Wichtig erscheint mir in diesem Zusammen- hang auch ein Mtmvraudnm zu sein, das vom Kaiser selbst geschrieben war und daß Herrn Gerard nach Amerika mitgegeben werden sollte, als er auf Urlaub dorthin fuhr. Referent Dr. Sinzheimer: Dieses in englischer Sprache ab- gefaßte Memorandum bezieht sich nur auf den U-Boot-Krieg, nicht aber auf die Frieden Salti on. Ich habe eS deshalb nicht erwähnt. Graf Bernstorff: Nach meiner Erinnerung hat aber gerade diese? Memorandum in Amerika den tiefsten Eindruck ge- macht. ES ist datiert vom 9. Oktober und stützte sich auf eine Unterredung, die Herr Gerard in Charleville mit dem Kaiser gehabt haue. In diesem an Gerard gerichie'.en Memorandum heißt eS: „Euer Exzellenz haben Seiner Majestät bei Jbrer Unterredung in Charleville im Hauptgriartier gesagt, daß Präsident Wilion gegen Ende deS Sommers bereit sein würde, seine guten Dienste an- zuhicten, um den Frieden anzubieten. Die deutsche Regierung hat keine Nachricht darüber, ob der Präsident an dieser Idee noch fest- hall, und hinsichtlich de-? Zeitpunttes, zu dem er diesen Schritt unternehmen will. Inzwischen hat aber die Führung des Krieges eine solche Form angenommen, daß die deutsche Regierung glaubt, daß cS ihre Pflicht ist. Eurer Exzellenz mitzuteilen, daß sie es für iivlig halten würde, die beabsichiigte Aktion des Präsidenten zu b e- schleunigen, damit sie nicht zu spät im Jahre stattfindet.� Dieses Memorandum sollte Herrn Gerard mitgegeben werden, als er nach Newyor! fuhr. Er war aber bereits abgereist, und des- halb ivnrde es mir nach Washington telegraphiert und ich habe es dein Präsidenten Wilson übermittelt. In den Unterredungen, die zeitlich hierauf folgten, wurde immer wieder betont, daß vor der Präsiventenwoh! ein Friedensschluß unmöglich wäre. Abg. Dr. Cohn jU. Soz.): Nach welcher Richtung hat dieses Memorandum so großen Eindruck in Amerika gemacht? Graf Bernstorff: Dem amerikanischen Volke war dieses Memorandum natürlich unbekannt, wohl aber hat es großen Em- druck aus die amerikanische Reg i e r u n g gemacht, und zwar in» fasern, als von jetzt ab in kSlnierika die feste Ueberzeugung entstand, daß die deutsche Negierung bereit sein würde, eine Vermittlung Wilsons anzunehmen. Die Präsidentenwahl fand am 7. November statt. Es dauerte sehr lange, bis das Endergebnis feststand. Aus dieser Verzögerung erklärt sich. daß Präsident Wilson erst nach geraumer Zeit einen Friedensschritt tun konnte. Ich habe später erfahren, daß Wilson die Friedens« note, die er am 18. Dezember absandte, schon Milte November auf- gesetzt, aber in seinem Schreibtisch behalten hatte, weil damals in Amerika wieder wegen der belgischen Deportationen rine�antidcutsche Welle durch das Land ging. Oberst House bat mir mitgeteilt, daß das . schon Mitte November fertige Friedensangebot nicht obgcsch'ckt " worden fei, weil Wilson es wegen der Stimmung im Volke vorder öffentlichen Meinung nicht verantworten konnte. Borsitzender Warmuth: In dem Bericht über diesen Punkt heißt eS: „Wilson beauftragte den Oberst House, mir streng vertrau- sich zu sagen, daß er möglichst bald Friedensschritte tun wolle, vermutlich zwischen jetzt und Neujahr. Er mache zur Bedingung daß bei uns bis dahin möglichst wenig von Friedensvermittlung geschrieben nnd gesprochen werde und daß wir alle U-Boot-Kon- troversen vermieden, um eine vorzeitige Ablehnung deS Schrittes durch unsere Feinde zu»erhindern. Wilson? Gründe für den Schritt seien folgende: Er glaube feine Vermittlung nur ein. Irrten lasse» zu können, wenn die öffentliche Meinung uns gegen- über in'Amerika so günstig bliebe, wie sie es in den letzten Mo- naten gewesen war. Deshalb beklagte er auch, daß die belgischen Deportationen und neue U-Boot-Kontroversen die Stimmung in Amerika gegen uns wieder verschlechtert haben. Wenn diese Fragen ausgeschaltet würde«, nnd wenn die Spannung mit Eng- land sich voeschärfen würde, die in den Stimmen der englischen Presse über den Ausgang der Präsidentenwahl zum Ausdruck ge- kommen war, wäre die Vermittlung aussichtsreich. Aber die Ttiminnng würde immer wieder durch N-Boot-5tontr»verscn von England abgelenkt. Eine Ablehnung des Friedensschrittes durch England ist w»hl nicht zu befürchten, eher, daß England zum Schein auf die«ermittlung eingeht und versuchen wird,«n» in da? Unrvcht»u fetzen." Referent Dr. Sinzheimer: Wichtig ist crnßertdsm Ihr Telegramm.'das am 4. Deezmber hier eingelaufen ist:„Lqnsing sprach mir besonders eindriiiplich von dem amerikanischen Protest bin- sichtlich der belgischen Deporiationeu. Durch diese wird die gesamte belgische Hilfsaktion gefährdet. Dadurch wird die Stimmung wieder vergiftet, nnd«war gerade in dem Augenblick, wo«s so aussieht. als oib Friedensverhandlungen beginnen könnten." Und in einer Instruktion des Reichskanzlers v. Bethmann Hollweg vom 26. Sep- tember wird darauf hingewiesen, daß die Marine den unbeschränk- ten U-Boot-Krieg wünsche, die Gesamtlage sich aber dadurch ändern könnte, daß Präsident Wilson— wie angedeutet— den Mächten eine Friedensvermititlung vorschlagen würde. Eine solche Aktion müßte aber bald erfolgen, und nun heißt es:„Euer Ex- zellenz wollen die Angelegenheit mit Oberst Hause besprechen und die Absichten Wilsons in Erfahrung bringen. Ein Friedensschritt bes Präsidenten, der nach außen spontan erscheinen müßte, würde bei uns ernsthaft in Erwägung gezogen werden." Eine Instruktion des Reichskanzlers vom 14. Oktober sagt, daß Wilson die Friedensvermittlung jetzt nicht unternehmen könne, und eS heißt da, daß Präsident Wilson nach wie vor zu einer Aktion er- m u t i g t werden mächte, die von uns gern angenommen würde. Wenn er allein den Schritt nicht tun möchte, sollte er sich mit dem Papst, mit dem König von Spanien und den europäischen Neutralen in Verbindung setzen. Darauf erwiderten Sie: Das gehe nicht, nach amerikanischer Anschauung könne eine gemeinsame Aktion nicht zustaudekommen. Schließlich heißt es in einem Privat- bries des Staatssekretärs Jagoty' an Sie vom 29. November, daß wir den Friedenstenden, zen des Präsidenten Wilson nach wie vor sympathisch gegenüberständen. Natürlich dürften diese Ten- deuzen aber nicht aus konkrete Vorschläge biuauslausen, weil sie für uiIS iricht günstig sein könnten. Hieraus schickten Sie am 24. November ein Telegramm zurück, in dem es wörtlich heißt: „Wilion beanstrazte Oberst House, mir streng vertraulich zu sagen, daß cr möglichst bald einen Friedensschritt tun wolle, ver- nintlich zwischen jetzt und Neujahr. Er machte indessen zur Bc- dingung, daß bei uns möglichst wenig vom Frieden gesprochen würbe, und daß wir keine neuen N-Voot-Kontroversen aufkam- mcn ließen, um eine vorzeitige Ablehnung durch unsere Feinde zu verhindern." Das war also unmittelbar vor unserer Friedensaktion vom 12. Dezember., Graf Bernstorff: Ich halbe diese Instruktionen imgner mit dem Obersten House'besprochen und erwartet, daß die FriedcrSr.ktion im Lause d:s Dezember erfolgen werde. Ich habe bis zuletzt ge- glaubt, wir wünschten nicht, daß Wilson sich in die Verhandlungen über territoriale Fragen einmische, wir stimmten vielmehr einer zweiten Konferenz zu, die Mische:'ämtlichen Staaten der Wel: statifiudcu solle und tu der über Völkerbund, Freiheit der Meere. Schiedsgericht usw. verhandelt werden solle, während die territorialen Fragen unter den Kriegführenden allein geregelt werden sollen. Wilson hat niemals verlangt, an der Friedenskonferenz teilzunehmen, er hat aber ge- glaubt, daß es nicht ohne ihn zu Friedensverhandlungen kommen würde. Abg. Sinzheimer: In der Instruktion des Staatssekretärs Zimmermann vom 26. Nover.vber�heißt es, man würde eine Frie- densaktiou Wilsons vorziehen, Sie telegraphierten zurück, diese Friedensaktion stehe bevor. Abg. Spahn(Zeiitr.j; Ist Oberst House vom Wortlaut Ihrer Instruktion in Kenntnis gesetzt worden, so daß er sich ein eigenes Urteil darüber bilden konnte, ob in Berlin eine Schwen- kung eingetreten sei? Gras Bernstorff: Er ist fortlaufend von mir unterrichtet war- den, aber nicht in dem Sinne, das wir nicht mehr Friedensver- Handlungen wünschten. Das habe ich ihm niemals mitgeteilt. �bg. Dr. Spahn: Ter Wortlaut ist dem Oberst Hause nicht mitgeteilt worden? Graf Bernstorff: Nein. Abg. Kahenstein(Soz.): Ist daS deutsche Friedensangebot vom 12. Dezember von der anrerikanischen Regierung als Unterstützung oder Gefährdung Ihrer Friedensaktion aufgefaßt worden? Graf Bernstorff: ES wurde als Gefährdung angesehen, das hat mir Oberst House in: Auftrage des Präsidenten gesagt, weil es als Schwäche unsererseits anSgetegt würde. Abg. Dr. Sinzheimer: Botschafter Gerard soll eS aber als eine ausgezeichnete Aktion bezeichnet haben. Gvaf Bernstorff: Gerard war zu jener Zeit doch tn Amerika. Sachv. Professor Bonn: Wann haben Sie Mitteilung davon erhalten, daß unsererseits ein Friedensschritt stattfinden werde? Graf Bernstorff: Bei den Akten liegen zwei Telegramme, daZ eine vom 16. November. Professor Bonn; Sic hatten also keine Zeit, in Berlin darauf auftnerksam zu machen, daß ein Friedensangebot unsererseits-für die amerikanische Aktron sehr störend empfunden werde. Graf Bernstorff: Soweit ich mich entsinne, hatte ich keine Zeit mehr, zu telegraphieren. Dr. Cohn: Am 22. November ist ein Telegramm deS Staatssekretärs v. Fagoiv an Sie ergangen, wonach ein Frie- dcnSangabor der Zeniralmächte in Aussicht stehe. Abg. Dr. Sinzheimer: Dieses Telegramm ist als ganz geheim und nur zu persönlicher Kenntnisnahme für den Botschafter be- zeichnet worden. Darin wird zur Bedingung gemacht, daß möglichst wenig von der Foiedensvermittlung gesprochen werde. Soll dos heißen, daß überhaupt nicht von der Anbahnung eines Friedens ge- sprochen werde oder nur nicht von den Wilsonschen Vermittlungen? Graf' Bernstorff: Auch aus anderen Berichten und Delegram- mcn von mir geht hervor, daß die Amerikaner immer auf dem Standpunkt standen, eine Friedensvermittlung könne nur gelingen in einem Hugenblick. wo Deutschland stark sei, infolgedessen mußte ich immer wieder Einfluß üben darauf, daß bei uns weder in der Presse noch von der Regierung irgendwie vom Frieden gesprochen wurde, denn sonst würde immer«ine Wilsonsche FriedenSvermitt- lung gestört werden. Abg. Ketzenstein(Soz.): Bisher hat die Meinung geherrscht, daß die deutschen Friedensangebote mit der Aufzählung deutscher Er.folge bei den Kindlichen Mächten abschreckend gewirkt haben. In Amerika soll die Auffassung anders gewesen sein. 1 Graf Bernstorff: Ich kann mich genau entsinnen, auf Grund einer Unterhaltung mit House, wie er eS bedauerte, daß wir einen Friedensschritt getan hätten; er befürchte, daß die Wilsonschen Maßnahmen dadurch gestört würden, Wilson werde aber vielleicht trotzdeirt noch weitere Schritte tun. Abg. Dr. Sinzheimer: Sie haben sich doch dahin auS- gesprochen, daß unser Angebot nicht ernst genommen werde, weil es ohne konkrete FriedenSbedingungen erfolgt sei, nur zu dem Zwecke, den unbeschränkten U-Beet-Krieg fuhren zu können. Graf Bernstorff: Dies bezog sich nur auf die öffentliche Mei- uung in Amerika, nicht auf die Ansicht der Regierung. Die öffentliche Meinung war, bevor die deutschen Meldungen kamen, schon längst durch Telegramme aus London sehr stark beeinflußt. ES war nicht möglich, unsere Nachrichten dann noch in die Presse zu bringen. Abg. Dr. Sinzheimer: Unser Friedensangebot vom 12. Dezem- der war also als Durchkreuzung der amerikanischen Pläne anzusehen? Graf Bernstorff:„Durchkreuzung" möchte ich nicht sagen, aber als Erschwerung. Mit dem Oberst House habe ich über unser Friedensangebot nicht gesprochen, da das Telegramm ausschließlich für mich persönlich beftunutt war. Darin stand auch, das Weitere hänge von der militärischen Lage ab. Zwischen dem 12. und 18. Dezember aber h a b e ich mit House über das deutsche Friedens- angebet gesprochen. Abg. Dr. Cchn: Haben Sie den Eindruck gehabt, daß man auf amerikanischer Seite mit dem Friedensangebot vom 12. Dezember aus Prestigegründen unsusrieden f«? Graf Bernstoüff: Ich habe den Eindruck gehabt, daß die amerlikanische Regierung ziemlich enttäuscht war, weil ihr dadurch die Möglichkeit, den ersten Schritt zu tun, ge- nommen wurde. Professor Bonn: Oberst House hat Ihnen gesagt, ein deutsches Friedensangebot werde als Schwäche aufgefaßt werden? Graf Bernstorff: Einmal hat House mir gesagt, die Friedens- aktion Wilsons würde dadurch gestört, daß bei der Entente die Auf» fassung bestände, wir würden das Friedensangebot nicht gemacht haben, wenn wir den Fnieden nicht so nötig brauchten.(Bewegung.) Abg. Cohn: Erinnern Sie sich, daß Sie zu Ihrer persönlichen Information vom Staatssekretär v. Jagow die Mitteilung erhalten haben, daß man im Hinblick auf Ihre Unterhandlung mit Wilson oder House tti eine Frieden saktion eingetreten sei, daß aber es später abgelehnt worden sei, im Moment die Aftion weiter zu verfolgen. Graf Bernstorff: Ich habe immer nur darauf hingewiesen, daß eine Friedensvermittlung Wilsons jeden Tag zu erwarten sei. Abg. Dr. Sinzheimer: WuC sind bei der heutigen Vernehmung bis zum 12. Dezember gekommen. Ich stelle somit als Ergebnis öer heutigen Sitzung fest; Haben Sie die Instruktion in dein Sinne aufgefaßt, daß Sie den Präsidenten Wilson oder Oberst Honse ermuntern oder beeinflussen sollten, eine Fricdensaktion zu unser/n Gunsten zu untcrnehmeu? Graf Bernstorff: Ja.(Bewegung.) ?lbg. Dr. S i n z h e i m e r: War Wilson bereit, diesen Wün- schc» Rechnung zu tragen? Graf Bernstorff: Ja. Abg. Dr. Sinzheimer: War innerhalb dieses Rahmens, der Ihnen gesteckt war, Wilson bereit, auf eine Friedenskonferenz mit internationaler Grundlage einzugehen� auch ohne konkrete Frie- dcnsvorschlnge unsererseits? Graf B e r n st o r f f: Ja!(Bewegung.) Darauf wird die Vernehmung abgebrochen. Fortsetzung heute, Mittwoch, 19 Uhr. Auftakt zum unabhängigen Parteitag. In Leipzig hat die unobhängige Parteileitung eine schwere Niederlage erlitten. Eine überaus zahlreich be- suchte Mitgliederversammlung hat die von der Parteileitung ein- gebrachte Resolution., welche die bisherige Parteitaktik beibehalten will, also insbesondere Beteiligung an den Wahlen und Verbleiben in der zweiten Internationale fordert, mit großer Mehrheit abgelehnt und dafür ein« Resolution Bnttcher- Geyer angenommen, die den Austritt aus der zweiten Jnter- nationale und den Eintritt in die dritte Internationale verlangt. DaS Stimmenverhältnis war: 497 Stimmen für die Resolution der Parteileitung, 919 Stimmen für die Resolution Böttcher-Geher. Der Uebergang der unabhängigen Parteimitgliedschaft in» kommunistische Lager vollzieht sich unaufhaltsam. Wo eben nur mit radikalen Phrasen gehetzt wird, da ist kein Halten und Bremsen mehr möglich. Da auch andere große Mitgliedschaften der U. S. P. sich ans den Leipziger Standpunkt gestellt haben(z. B. Teltow-Bceskow) und Leipzig als Hochburg der Unabhängigen und Tagungsort deS kommenden Parteitages eine besondere Rolle spielt, so dürfte die Stellung der jetzigen Parteileitung auf diesem äußerst gefährdet sein. Zimperliche Generale. Genosse Noske hat an uns folgenden Brief gerichtet: Im„Vorwärts� vom 18. Oktober morgens ist die Ver- abschiedung zweier Generale in einer Form angr- zeigt, von der ich weit abrücke. Wenn dort von„heraus- werfen" des einen und„im großen Bogen folgen" des anderen gesprochen wird, so kann ich es nur verurteilen, wenn in einer derartigen Weise von Männern gesprochen wird, deren Auffassungen und Wege sich von meinen trennen, deren langjährige Friedens- und Kriegsdienste sie aber vor solchen Ausdrücken schützen müßten. Was den sachlichen Teil der Notiz anbelangt, so entscheidet der Reichspräsident nach Recht und Gesetz über die Verabschiedung von Offizieren. Die Herren Generäle sind zimperlich wie alte Tanten. Sie haben sich offenbar bei Noske beschwert und dieser glaubte ihnen eine Genugtuung schuldig zu sein. Noske ist aber für die Schreibweise des„Vorwärts"— wie in beiderseitigem Interesse festgstellt sei— in keiner Weise verantwortlich. Der „Vorwärts" ist Partei- und nicht Regierungsorgan. Wäre er Regier-ungsorgan, so müßte er sich etwas ste�flederner aus» drücken. Als Parteiorgan hat er das aber nicht nötig. Er braucht darum auch nicht auf eine gewisse Frische des Tons zu verzichten, die gerade beim Militär früher sehr beliebt war, soweit sie sich an Untergebene richtete. In der S a ch c sind wir zufrieden, wenn Generäle, die sich in die neue Ordnung der Dinge nicht finden können, wie Waldersee und Goltz, entfernt werden. Amtlich mag man sich dabei so höflich ausdrücken, wie es beliebt wird. «-Reichsprästüent Damaschke/ AlS wir Herrn Damaschkes Bild jüngst in einer illustrierten Zeitung mit dem Hinweis entdeckten, daß der Abgebildete für die Würde des deut'cken Reichspräsidenten kandidiere, glaubten wir. Herr Damaschke hal?e-einen schlechten Freund, der mit Gewalt be« strebt sei, ihn lächerlich zu machen. Der schlechte Freund deS Herrn Dama'chke ist indessen— Herr Damaschke selber. Uns zugegangen« Drucksachen lassen leinen Zweifel darüber, daß der Bund deutscher Vodenresormer— in völliger verkennung seiner Aurgabcn— sich offiziell mit aller Macht für die Kandidatur seines Präsidenten ein» setzt. Auch ein EinladungSzettel zu einer Versammlung liegt unS vor, in der Herr Damaschke über„Meine Kandidatur für da» Amt des Reichspräsidenten" reden wird. Herr Damaschke täu'cht sich schwer, wenn er glaubt, daß solche« Reklamepolitikertum den an sich nicht unsympathischen bodenreformerischen Bestrebungen dienlich oder nützlich ist. Die Erinnerung an seinen Wahlmißerfolg von 1997 sollte ihm im übrigen genug zu denken geben. Vorbesprechung zur Reichsschulkouferenz. In der von den Kultusministerien aller Sinzelstaatcn beschickten Vorbesprechung zur ReichSschulkonferenz wurde beschlossen, die ReichSschulkonferenz um Ostern 1929 statt- finden zu lassen. Eine Reihe wichtiger Fragen müsse schon vorher schnellstens durch ein Reichs-Not sch u lg e se tz geregelt werden. Ein Ausschuß von 34 Mitgliedern, von denen Preußen 3. Bayern, Sachsen und Württemberg je 2, die andern Länder je 1, der deutsche Städtetag 2, der ReichSstädtebund und der Verband der größeren deutschen Landgemeinden je 1 Vertreter stellt, wurde zur Vorbe- reitung zur Konferenz gewählt. Ihm wurde auch die Vorbereitung d«v Reform d e S LehrcrbildungSwesenS sowie die Au»-!egung deS Artikel 146 der Verfassung über die Errichtung von Bekenntnisschulen übertragen. Nr. 540 ❖ 36. Jahrgang Seilage des vorwärts Deutsche Nationalversammlung. 104. Sitzung, 21. Oktober 1913, 1 Uhr. Am Negierungstisch: Mayer. Anfragen. Auf eine Anfrage des Abg� Bergmann(Ztr.) erklärt die Re» gierung: Die Ausfuhr von Gelreide wird mir Ge'ängnis bestrast. Eine gKuzliche Verhinderung iolcber Schiebungen wird erst möglich sein, wenn es gelingt, hie alle Zollgrenze wiederherzustellen. Die Nachrichten in der Presse sind vielfach übertrieben. Das Reichsschatztmtuftermtn. Zweite Beratung; verbunden damit wird der Bericht des Aus- schusses über die Militärwerlstättcn. Reichsschatzminister Mayer: Der ordentliche Ausgabenela» des Reichsscbatzministeriums stellt sich iür das laufende Jahr auf insgesamt 432 Millionen Mark. Dazu ireten die autzerordentlichen Aufwendungen für einmalige Ausgaben während des laufenden Jahres in der Höhe von 1.8 Milliarden Mark. Zu den Ausgaben des Reichsichatzminisieri- ums gehören 1. Verwaltung und Verwertung der mobilen und immobil gewordenen Heeresgüter. 2. Verwaltung der ini Kriege entstandenen grotzen industriellen Unier- nehmungen des Reiches und 3. finanzielle Kontrolle der Kriegsgesellschaftcn. Bei 2. handelt es sich um große Unternehmungen des Reiches auf dem Gebiete der Stick- ftoffgewinnung und der Eleklrizitäts- und Aluminiumerzeugung. Werte im Betrage von ISO Millionen Mark sind bereits in die Hand des Reiches zurückgeführt. Ueber 400 Millionen, die zum grötzlen Teil auch dem Reich zurückgegeben werden, schweben noch Verhandlungen. Das Reichsfinanzniinisteiium hatte seinerzeit den geianilen Wert der noch gereltelen Hcerekgüler auf drei Milliarden Mark geschätzt. Bis heute aber in eö uns schon gelungen, drei Milliarden aus dem Heeresgut zu erlösen. Nach meiner Schätzung befindet sich noch für etwa zwei Milliarden Mark niobiles Hecresgur in Deutschland. D'e Heeres betriebe werden in Gesellschaftsform übergeführt und»ach kaufmännischen Gesichtspunkten betrieben werden. Die Jndustrieabteilung des NetchSschayministemimS wird den größten Jnduftrickonzern der Welt darstellen. Die Umstellung der Heeres- und Marinebetriebe auf den ZriedenSbetrieb bereitet große Schwierigkeiten. Ein Um- bau der Anlogen ist meist nickt möglich. Für die Beamtin und Arbeiter, die nicht übernommen werden können, soll nach Möglich- leit anderweitig gesorgt werden. Diese Verbältnisse werden durch einen demnächst vorzulegenden Gesetzeutwiirf geregelt werden. Wir haben, soweit eS möglich ist, die Akkordarbeit ei iige führt, unr fleißige Arbeit zu erzielen. Es be- steht die Hoffnung, daß wir genügend Aufträge bekoinnien, um die vorhandenen Arbeiter zu beschäftigen. Es ist beabsichtigt. hierüber eine D e n l s ch r i i l vorzulegen. Das Reichsschatz- Ministerium ist in Zukunft Eigentümer aller Liegenschaften des Reiches.— Man muß für die iiiterallilertcu Besatzungstruppen mit einer jährlichen Gesamtausgabe von mindestens 2s/z Milliarden Mark rechnen.(Hört, hört!> Wir kennen seit Abschluß des Waffen- stillstandeS auch nicht annähernd die ziffernmäßige Stärke der Be- fatzung. lHört, hört!) Im August dürften es 400 OVO Mann gewesen sei. Unter.Unterhalt" haben w i r die Unterbringung und Verpflegung der Truppen verstanden, die A liierten verstehen darunter aber sämtliche Ausgaben jedweder Art. Eine Berechnung der Unlerhaltskosten wurde bisher noch immer ohne jede Begrün« dung abgelehnt. lHört! hört!) Die Requisitionen werden in den ersten neun Monaten auf etwa 900 Millionen Mark geschätzt. Mündlich wurde uns eine Herabsetzung nach der Ratifikation zuge- sagt, schriftlich wurde aber in einer Antwortnote eine ausweichende Antwort gegeben. Unnnttelbar nach Friedens- sckluß sollen in Berlin zwei UeberwachnngSkommiisionen eintreffen, für deren Unterbringung mehrere große Hotels mit Hunderten von Zimmern sowie Garagen für 00 Automobile er« forderlich sein werden. Diesen lleberwachungskommissionen wird deutscherseits nur eine Kommission von S Offizieren gegenüber- gestellt. Für jeden auch nur oberflächlichen Kenner unserer Wirt- schaftS- und Finanzlage ist es unbedingt klar, daß dieser Zustand Montrose. llj Detektivroman vvrz Sven Elve st ad. Uobersetzung von Julia Koppel. (Cop�riAbt by Georg Müllor Verlag, Mänohen.) Trotzdem aber war Krag erst vierzig Jahre alt. „Was meinen Sie dazu?" fragte der Gcrichtsarzt und gähnte. Verbrechen waren für ihn etwas Altgewohntes. „Ich meine, daß es ein herrlicher Morgen ist", antwortete der Detektiv, kreuzte die Arme und atmete begehrlich die duft- gesättigte Luft. „Rein, ich meine die Sache da drinnen", sagte der Arzt. „Das sehen Sie ja selbst," antwortete Krag,„Einbruch, Plünderung, Raub, was Sie wollen. Ich nehme an, daß Abb6 Montrose viele Wertsachen in dem zerschmetterten Ma- hagonischrank gehabt hat." „Es sind mehrere Verbrecher geivesen." „Zweifelsohne. Einer von ihnen war höchstwahrscheinlich Seemann." �„Alle Wetter, woher wissen Sie das?" Krag ivandte sich zum Arzt um und zeigte seine kräftigen Zähne in einem gutmütigen Lächeln. „Es fiel mir ein Vers aus einem Seemannslied ein," antwortete der Detektiv,„der so lautet: In leuchtenden spanischen Farben, In Farben von rot und gelb— An diesen Vers habe ich die letzte halbe Stunde unab- lässig denken müssen." „Ich verstehe Sie nicht," sagte der Arzt mit leiser Stimme.„Glauben Sie, daß ein Mord begangen ist? All das Blut—" „Jsa, Blut ist überall." antniortete der Detektiv aus- tveichend. .�Jedenfalls hat ein Kampf auf Leben und Tod stattge- funden." „Ohne Zweifel." „Wo aber ist Abb� Montrose?" „Verschwunden," sagte Krag,„aber er ist zugegen ge- Wesen." „Heute nacht, während de? Kampfes?" .Sicherlich." Der Gerichtsarzt schauerte wie von Kälte. «Es wäre traurig," sagt« er,„wenn ihm ein Unglück nicht länger so andauern darf, wenn Deutschland seinen Wirtschaft- licken Verpflichtungen gegenüber der Entente gerecht werden soll. Diese Maßnahme würde als Dauermaßnahme einen Aussaugungsakt darstellen, der in letzter Linie der Entente zum Schaden ge- reichen muß.(Sehr richtig I> Nack dem Friedensvertrag müssen die Beiatzungslruppen auf das nolweiidige Maß eingeschränkl weiden, sie müssen Reguisilionen in dem Maße unterlassen, in dem unsere Behörden den Bedarf der Truppen decken, und die Enlente darf unserer Verwaltung in den besetzten Gebieten keine Schwierigkeiten bereilen. Die Reichsregierung weiß sich in ihren Forderungen einig mil der ganzen Nationalveriammlimg. mit dem ganzen deuischen Volk, und weiß auch, daß diese Forderungen im Ausland von jedem Billigdcilkenden als gerecht anerkannt werden müssen.(Lebbafler Beifall.) Abg. Giebel(Soz.): Die Alliierten sollten bedenken, daß sie nicht zu einem reichen Manne kommen. Sie sollten sich den Ver- t ftn unsere Inserenten! 1 Ol« weitere Verteuerung der BerlteUungehoftcn • des„Vorwärts" zwingt uns, ab i. JSovcniber>y,y J die Orundprcifc für Xnferatc zu erhöhen. Vorn >. Hiovember 1919 an beträgt der Inkertionspreis für die achtgelpaltene hionpareUlezeile Hlh. 1,80. s Ceuerungszufchlag 60 Prozent. Kleine Hnzeigen: Vas fettgedruckte Mort J Hlh. 0,75, jedes weitere hük. 0,50. 1 ötellengefucheu. Schlaf rtellenanzeigen: A Das erste CUort HIK. 0,65, weitere HIK. 0,40. M Ccuerungszufchlag für Cdortanzcigm 50 Prozent. | f amilicnanzetgen, politisch«, und ge- I M wcrhschaf tliche Vereinsanzeigen)Ah. 1,60 pro Zeile. |»vorwärts-Verlagn dieser Weise verfahren ist. weil es die Auffassung vertrat, daß über den Verfasiungeparagrapben hinaus noch besondere gesetzliche Vorichriilen über die Auf-� Hebung der religiösen Eidesformel tiätten getroffen werden müssen. Der Jnstizminister hat sich diese Auffassung aber nicht zu eigen gemacht. Zur Eidesleistung mit religiösen Formeln kann niemand gezwungen werden. Der Lanöwirtschafisetat. Abg. Graf von Kunitz(Dnatl.) begründet einen Antrag über die Aufhebung der ZwangSwirtschait in West- und Ostpreußen. Es folgen weilere Anträge: Darunter die des Abg. von Kessel und des Abg. Pctcrs-Hochdonii(Soz.i aus reichsgesetzliche Regelung der LandarbeilerverbällNlsse und auf Ausdehnung der Bestimmungen der Kleinpachtlandordnung auf die Verpachtung von Grundstücken bis zu ffz Hektar Größe. Abg. Rippel(Dnall) begründet einen Antrag um Aiisbebiing der Verordnung des Landwirtschansministers über die»SicherstellunH landwirtschaftlicher Arbenen". Die Landwiriichait bat sich zu Tarif- »ertragen bereit gesunden. Der Ministcr sollte endlich für Durch- führung der bereits bestebenden Tarifverträge sorgen, und sein Amt auffassen wie ein Munster, und nicht wie ein sozialdemokratischer Parteisekretär.(Große Unruhe links.). Abg. Wittich(Soz.): Die Not der Zeit verlangt die Ueber- brücknng der Gegensätze zwischen Landwirtschaft und Industrie. Unnötige Streiks müsien durch A u s k l ä r n n q vermieden werden. Würde aber die Landwirtschaft besser abliefern, so hätten wir güstigere Verhältnisse und weniger Streiks.(Lebhafte Unruhe recht?.) Ganz besonders ist die Versorgung mit Milch, Kartoffeln und Brot- getrcide völlig unzureichend. Die Landwirtichait kann mehr lieiern. (Lebhafte Zustimmung links. Widerspruch rechts.) Wir haben in Deulschmnd. beispielsweise über 9 Millionen Milchkühe und brauchen täglich etwa 6 Millionen Liter Milch, bekommen sie aber nicht, obwohl eine Kuh doch sicherlich täglich mehr als einen Liter Milch gibt.(Lebhaftes hört, hörtl) Die Landiäle lassen es an dem nötigen Druck sehlen. Da der Großgrundbesitz im allgemeinen un- wirtichaitlich arbeitet, unterstützen wir das Siedlungswesen. Land« wirtichaft ist Dienst an der Allgemeinheit.(Lebhafter Beifall.) WeiterberaUmg Mittwoch 12 Uhr. Schluß 5>/z Uhr._ GroßSerlln Kartoffel-„Se In der Schöneberger Stadtverordnetenvetsammlnng riet der Magistratsverlreter den Einwohnern Schönebergs, sich gegen Kar- toffeimangel durch Selbstveisorgung zu schützen. Das läuft auf etile Empfehlung auch des H a m st e r» S hinaus, gegen das sonst mit allen Milleln angekämpft wird. Wer Lust hat, den Rat zu be- folgen und.Selbstversorger" zu werden, sei hrermit auf die Not- wendigkeit der Beschaffung einer A u s s u h r c r l a u b n i s hinge- wiesen. Hat er keinen Erlaubnisichein, so riskiert er, daß ans denr fachen hatte und wahrscheinlich eine ganze Sammlung davon besaß. Einige davon bewahrte er in seiner Bibliothek in einem vierhundertjährigen alten venezianischen Wandschrank. Dieser Schrank ist zerschmettert und sein Inhalt verschwun- den. Ferner hat man konstatiert, daß der Abb6 tags zuvor zehntausend Kronen in der Bank behoben Haft mit denen er die Wochenrechnungen des katholischen Hospitals bezahlen wollte. Abb6 Montrose war nämlich der Kassenführer des Hospitals. Die Auszahlungen pflegten am Freitag stattzu- finden. Daß das Verbrechen gerade in der Nacht zum Frei- tdg begangen ist, kann der Polizei ein Fingerzeig sein, daß man die Verbrecher zwischen denen suchen muß, die mit den lokalen Verhältnissen vertraut waren. Diese zehntausend Kronen sind auch gestohlen. Abb<5 Montrose"— fuhr die Zeitung fort—„hatte sein Schlafzimnier neben der Bibliothek. Wahrscheinlich ist er durch das Geräusch, das die Verbrecher in der Bibliothek machten, geweckt worden. Aber bereits hier zeigt sich der erste mystische Umstand. Anstatt nämlich gleich ins Nebenzimmer zu stürzen und die Diebe zu verscheuchen, hat Abb6 Montrose sich gute Zeit zum Ankleiden gelassen und sich erst, nachdem er den Priesterrock übergeworfen hat, in die Bibliothek be- geben. Was sich dann ereignete, ist schwor zu verstehen. Ein?r der Verbrecher mag eine Pfeife geraucht und sie beim Er- scheinen des Abbss in seiner Kirchentracht vor' Schreck von sich geworfen haben; vielleicht war es die Absicht des Abb6s, den Verbrechern zn imponieren. Die brennendeJBfeise hat aus dem Teppich Feuer gefangen, daS von den Schutzleuten gelöscht wurde. Die Blutspuren und der Zustand des Zim- merS beweisen, daß ein furchtbarer Kampf stattgefunden hat. Abb6 Montrose hat es verstanden,� in der kurzen Zeit, wo er als Haupt der katholischen Gemeinde wirkte— wenn auch keine Freundschastsverbindiing, denn er ist ein sehr ver- schlössen«? Mann—, so doch höchste Anerkennung für seine Wohltätigkeit und großen.wissenschaftlichen Verdienste zn erringen. Wir bedauern darum, der Ansicht Ausdruck geben zu müssen, daß dieser hochgeachtete Mann wahrscheinlich das Opfer eines Verbrechens geworden ist. Gleichzeitig aber müssen wir auf die Mystik hinweisen, die die Sache in ihr Dunkel einhüllt. Am merkwürdigsten ist der Umstand, daß die Verbrecher Zeit gefunden haben, den Abbä— tot oder lebendig— zn entführen. In welcher Absicht dies geschehen sein könne, ist sowohl für die Polizei wie für andere, die sich in diese merkwürdige Angelegenheit vertieft haben, ein bisher unlösbares Mysterium. (SostUoIflU Heimweg seine Hamsterkartoffeln ihm durch Polizeibeamte oder Ar« beiterräte beschlagnahmt werden. Ein Schöneberger schilderte uns kürzlich, wie auf der Lorortstrccke nach Zossen von Arbeiter« rälen die Bahnhöfe beobachtet und den Hamsterern ihre auf den Feldern mühsam gestoppelten oder für teures Geld er« wordenen Kartoffel» abgenommen worden seien. Er selber hat da brausten ans einem Slück Land seine eigenen Kartoffeln gezozen,.aber auch ihm sind diese beschlagnahmt worden, als er sie nach Schöncberg heimbringen wollte. Dast selbst er dazu eine Ausfuhrerlaubnis haben mutzte, war ihm nicht bekannt und wird wohl noch manchen, anderen dieser lleinsten„Kartoffelbauern" unbekannt sein. Der Schöneberger Arbeiter, der sich auf seinem bihäien Land abrackert, ist ganz und gar nicht erbaut von der Naschheit, mit der gegen ihn und andere Geplagte zugegriffen worden ist, und äutzert sich darüber in bitteren Worten. Er empfiehlt den Arbeiterräten,'sich mal darum zu kümmern, dast auf den Aeckern möglichst alle Kartoffeln ausgebuddelt werden und nicht so viele in der Erde stecken bleiben und verfaulen. GS lebe der Vorgang! Man schreibt uns: Vor mehreren Wochen ersuchte das Ge- meindeamt Lankwitz das Landratsamt des Kreises Teltow in Ber- lin, Vikloriastr. 1ü, um Ausstellung eines Heimatscheines für mich, zum Zwecke der Eheschlietzung. Nachdem ca. 10 Tage darüber hin- gegangen waren, erhielt ich vom Landralsamt unter„Eilt sehrl* einen Fragebogen, welcher erschöpfende Auskunft, auch über Militär- Verhältnis meinerseits, Auskunst über meinen Vater und auch noch Grotzvater verlangte. Da die Angelegenheit als„Eilt sehr" be« zeichnet war, füllte ich den Fragebögen sofort aus und brachte denselben persönlich am Tage darauf nach der vikloriastraße 19. Ich bat die mich bedienende Dame, die Sache schnellstens zu erledigen und wurde mir erklärt, dast die Akten schnellstens als „Eilig" zum Regierungspräsidenten weitergegeben werden. Dar« über sind wieder Wochen vergangen und meine Papiere liegen sonstwo. Auf ein diesbezügliches Schreiben an das Land- ratsamt erhielt ich keinerlei Antwort. Ich frage hiermit öffentlich das Landratsamt ganz ergebenst, mit Vorzug« licher Hochachtung, ob ich diesen gewünschten Heimats- schein noch im Jahre 1919 bekommen wer.de? Schiebung mit Medikamente». In der letzten Zeit haben sich die Fälle gemehrt, in denen Schleichhändler hochwertige Medikamente ins Ausland zu verschieben versuchen. Dieie Schiebungen find umso gemeingefährlicher, als dadurch sehr begehrte Arzneimittel unseren eigenen Kranken entzogen werden. Im Kampfe gegen solche Schleichhändler ist es der Abteilung„Wieder- ersassuug" des Reichsverwertuugsamtes in diesen Tagen gelungen, einen Schieber festzunehmen, der Novocain über Rostock ins Aus land veräutzern wollte und ihm Medikamente im von 200 0l>0 M. abzunehme n. In einem anderen mg es in Berlin. 8i)0 Schachteln Morphium, -oben-erden WW Werte Falle ge- die ver« e am > Zu« Ent- Der halt- i n— von >dorf, . sich «Wbe auf Ziel ihren riege rden. UrtS« eine ten digen vor- 20 Jahre Neuköllner GcwcrVegericht. DaZ Gewerbegericht der Stadt Neukölln kann am 25. Okiober d. I. auf eine 20 sährige Tätigkeit zurückblicken. Seine Errichtung erfolgte alsbald nach der Stadtwerdung Neuköllns im Oktober 1899. ES wurde stark in An> spruch genommen. Von 427 eingebrachten Klogen stieg diese Zahl bis auf 1077 im letzten Geschäftsjahr vor Kriegsausbruch. Während seiner bisherigen Tätigkeit hatte der Ausswutz des Gerichts häufig Gelegenheit, in Gemätzheit des Z 75 des GewerbegerichtS-GesetzeS Gutachten über gewerbliche Fragen zu erstatten. ?part Brennstoffe k Unter diesem Lcltwort veranstalten der Verein deutscher Jngentcure und die Vereinigung der Elektrizitätswerke vom 29. Oktober bis 1. November Im groben Saal des Ingeuienrbautes, Sommerstr. 4a, eine BortragSfolge über Brenustoffwirtschast. Die Vorträge sollen zeigen, wie mit einfachen, zurzeit zu Gebote stehenden Mitteln der Brcnnstoffnot vorzubeugen ist und dem Volksvermögen erhebliche Werte erkalten werden tömien. Vortragspläne und Teilnehmerkarten sind im Jngenieurhaus, Berlin, Sommerstr. 4 a, erhältlich. Lessing-Hochschule. Die" Vorlesungen haben begonnen. Der erste Vortrag Kart C I e w i n g s über das deutsche Volkslied findet am 22. Oktober abends 5 Uhr im Konzertsaal der Hochschule für Musik, Hardenberg- ftratze, statt. Dr. Kurt Singers zweiter Vortrag über Messe und Oratorium am 27. Oktober abends 9 Uhr in der Leihniz-Oberrcalschule, Schillerstratze 125, behandelt Bachs E-Moll-lKeffe und Beelhovens Mlasa solernnig. Die BolkShochschule Wilmersdorf veranstaltet jeden zweiten Sonntag VollsunterhaitungSabeilde. Am kommenden Sonntag findet ein Expcrimcntalvortrag über die„Röntgenstrahlen und ihre Entstehung" in der Biktoria- Luisenschule, Wilmersdorf, Gasteiner Str. 21, Ecke Uhland- stratze, statt. Zirkus Busch. Freitag Jubelaufführung der diesjäbrlgen Spielzeit mit der tragikomischen Pantomime„Aphrodite" von Paula Busch. Schöncberg. Die Stadtverordnetenversammlung, über deren ersten Teil wir schon berichteten, zog sich am Montag noch bis Millernacht bin. Die vom Magistrat beantragten 2iX>(XX) M. für die K o h l e n st e l l e wurden auf Vorschlag des Ausschusses be- willigt. Die Versammlung beschlotz noch Bewilligung von 960 850 M. für die durch Tarifvertrag erhöhten Arbeiter« löhne. Sie nahm den Schiedsspruch über die Verlängerung der Gültigkeit de« Lohntarif« bis 30. September 1919 und den SchiA>ö- spruch über die Vereinbarung eine« neuen Lohntariks bis 1. April 1920 an und bewilligte die'Mehrausgaben von 130 000 M. und 700 000 M. lieber eine Magistratsvorlage, den nichtständigen Hilfskräften auf die zu erwartende Erhöbung ihrer Bezüge einen Vorschutz zu gewähren i400 M. für Erwachsene, 100 M. für Jugendliche) wurde lange debattieri. Die sozialdemo- krarische Fraktion beantragte, statt des Bor- schusies eine einmalige.W i r t s S a f t S b e i h i l fe in der beabsichtigten Höbe zu- Döhlen. Dem widersprach Stadlv. Koche nehme In Zahlung. Liiere auch:wch auswärt». LmzÄ-Bauparzellen i südl. Vorort,>/,. ab«ertiit direkt am Bahnhof, de- I sonders günillg, Friedenspreise, daher flute Kapitals» anlöge, guter Ackerboden, geringe Anzahlung, langjährige Aniortisalion. Jl. Wrichhol«. W S. J&gcrntr. 53. Möbel-Rossien 57 Kastanien-Allee 67 Schlafzimmer Speisezimmer Herrenzimmer Wohnzimmer . von 2250 bis 8400 M. 2200„{>300 2500„ 7800 2700„ 4650 Eigaretten tilrt, ameritan. und ägyptische, Schweizer Memphis, o. Mund- stück M. 200,— per Rille. Zigarren' 100 Stück 70, 85, 100, 120 M. Rauchtabak garantiert rein, überseeisch, rtppenfrei Pfund Marl 25,—, bei 25 Pfund Mark 28,-. L. Manbeimer, Berlin, Berg mannstr. 1(n.kr eozderg). Platiu, KM. Silber, höchste Tagespreise. Alfs Gebisse bis 1000 Al. ptatinjähue„ 45, E. Hausdorf, SO 18, Patisadenstr. 11, v. II. Küchen solange Vorrat relcbt Mk. 360 Schlafzimmer von 3ik. 1-450 an Spclaczlmnier• Herren Kimmer In allen Prelsl. nur in der Möbelhalle, Osten' Alexar.derstr. 14 b. Juckkrätze verschwindet In wenig. Tagen d. Reichels KrfltzcbaUam. der auch in den hartnäcKiest Pillen vollkommen sicher wirkt Fl. MO. Otto Reichel, Berlin 48, Elsenbahnstr. 4. !!!GeldM sllr lebe Wertsache. Höchste Au» taufspreise für Psandschein«. Piano, 17/2 gut erhallen, mll gutem Ton, suche Privat«rbitte Preis. «ranfe, NZilloersdars. Cüllriaer Sir. 23111. !! Ksl�sn S I prima lackiert, JU'<1441 lomplett. 7 Teile. M. Otü, grohe, mit Anrichte,»» nn- 2 Stühlen ufto. M, 075, auch k-mpl-tt.' direlt Jlobrll EharloNen- bntg.ÄUmetsPorferSfe.ar, erste fftoge. 17/1 Stoffe zur Deinen- und Herrc-nbekleidurtR | Fif-terstoffe/ Kn5pie j Konstklion | für Damen u. Mädch.[ Maßanfertlgung. 0. fd jö KßiteF Sir. IIUIflltriliBIIWifW Obstbäume find eingetroffen und stehe« In bekannter Gute zuiu Bcrtauf. E. Boese Co. «. m. b. 9. C a, Landsbeeger 6tr. 8»—»7. 3 0 d; e c van denen man spricht. Verlangen Sie touenlufe Pros», o. Vertag«arora, Dreeden-WeinbaMn. . MkmeMM. I auch in tleinen Pesten taust k ! regetv.iifttg©eorv,- Norant,( | Bcrtin.Friedenau, Jörtner. 1 1 üraße 4si>. Tet: Stegtitz! >770, Telegr.-Adreffe: Petz-l I absall Berlin. MÖBEL Tischlerei• F. Kernten, Neue Königslr. 19b. Qegrllndet 1894. Wihllzimniir Scbiabiainer Speisuiminer llerranzlmin. in sehr gefällß. Formen j[in groB.Ausw. am La"er wrir'.t.'�aKSCJjss ismos gegen bar und auf Teilzahlung.• Planohandlg., Berlin, Qöbeastr. 10, pt. Wie krälligs icd meinen Körper? von Dr. Rieb. WciC. Sonderabdruck aus:«Blätter tllr Volksautkläning", aul Anfrage frei von Dr. Rieb. Weiß, Berlin C t, Probststr. 13/14. IttrFfiSlii medizinisch anerk. Prospekt u. Broschüre verschlossen.• P»stlagcrk.3a. Konstanz Wr.49. KJäsrisfii inoiHB in flvofitit Pollen abzugeben. Niiuirt» durch verein fßc Älnbee-Bollsiüthen, Rllrn. berger Platz 4 UHKmd 6768. e.».!>.». LbevstvaMe bei BeHm Fernspr. No. 34, 607, 610 u. 689\ Abteilung Telegr.-Adrcsse: Ardeltwerk/ Zahnräderfabrik alioräir jeisrM Yerzaöö. sinyesaniiLKifp. in 2-3 iriieitstni;. 142L* ARGENTINIEN. Dr. C. Indalccio Oomez, Rechtsanwalt, promoviert in WQrzburg und Buenos- Aires.* Robert Pineas, Ingenieur u. Palentanwalt Bucnos.Alres. Reconflnista 37. TrI.-Adr. Pnicus, Buenos- Aircs, A. B. C. Code. Pronß, Oraooenstt. 76.* Befreiung solort Aller u. Geschlecht anz. Ausk. umsonst Sanis Versand. Mönchen. Sshitush�r Cii„Cmitraverm", an ne Wuroijltei ISr imdu.>. ki»d«r(S3tr4Janri) Facto jger it. UL.Vsn. aaaio�Appitz� MaAaovIr Opernlmns. Siegfried. Anfana 5 Uhr. Volksbühne Äw,.. 7Va Uhr; Paul Lange und Tora Parsberg. Schansplelhaus. Maria Stuart. Anfang 6'/i Uhr. Direktion Max Reinhardt. UeatMckes Thenter. 7 uhr: Hamlet. Donnerstag 7 U.: Cymbelin. Karomersplelo. BieEiiehse toPamlora Donnerstag 7 Uhr; Iwanow. Theater i. d. KMggrgtzerStraße 8 Uhr: Katneraden. Donnerstag Zum I. Male: Schloß Wetterstein von Frank Wedekind. (Herta von Hagen, Maria Orska, Ernst Dernburg. Ludwig Harta u.Werner Hollmann, Paul Rehkopt, Johannes Riemann, K. A.Römer, Felix Ros- sert, Heinz Stieda, Hans Tillo.) Freitag: Ein Traumsplel Sonnabd.: ichloB Wetterstein Sonntag nachm: Musik. Abends; SchloB Wetterstein KomostisnMiiS ä: Liselottv.d.Pfalz Beriincr Theater 7.io u.: Bummels _ Studenten Central-Thester 7-/- uhr: Die FaseUngsfee. Deutsche« Opcrnnaas 7 uhr: D!s Istea Augen. £Ce: Theater des We.ten. tv, u.: Die Frauiffifieraielin Theater„Die TrlbGne" tv, uhr:„Die WKiHnng." Theater d. PriedrichBtadt 71/j Uhr: Dr. Stieglitz mit RülSchlmkraut IVallner-Thrater uhf Eine Ballnacht. Residenz- Theater. Umergrundb. Klosterstraße. Stadtbahn Jannowitzbrücke. Nachm. 4 Uhr, kleine Preise: Itotk&ppehon. "S-27I.Kale Bas ita La�en. Von Hermann Sndermann. Regie: Alfred Rotier. Olga Limburg, Harr/ Lledtke, Rosa Valettl, Emma b ebner, (iunold, Brcukendorf.Mamelok Sonnabend 4 Uhr, kleine Pr.: Sfiinscl un-i Gretel. Sonntag< Uhr, Kleine Pr: Z. 381. Maie: Der xute liut. Tklaven-Theater. Bahnnot Friedrichstraße. Untergrundhahn Friedrichstr. rischm. 4 Dhr, kleine Schneewittchen. Täglich'/«S Uhr: J&tskcrads. Von Ludwig Fu da. Regie: Alfred Roller. nansl Amstidt, Eugen Burg, Käthe Dorsch, Paul Blldt, Jul. Falkenstein, Huio FHnk, Paula Ee, ermann. Sonnabend«Uhr, kleine Pr.: Aschenbrödel. Sonn tat 4 Uhr. kleine Pr.: Johanmstcuor. Gasino- Theater Lottaringersiraße. Tagl.V.kU.. Großstadt-Pflaazes Volksstflck in j Akten Vorner; SchwarzHaldbabie. Operettenak: m.ViktorLltzek Dazu erstklass. Spezialitäten Sonntag.Mädchenehre, ,-Hl.„ rsm-saS Merry Ronald Fred Marlon Elenitn. | Sclli&ter-Qrü.ltz j Mary Walter 4 Varadla Irma Traun Negrel u. Polo Max Mcrzclii Paui Stcloltz Conf.; Slenfr. Piatow Am Flügel; HcnKhtl 1 Direktion: Victor Bamowsky. 7V«: Christa die Tante. Dorm. 7V,: Christa die Tante. Freitag 7: Peer Cynt. Beolsetes KörrStisr-Tlieater 71/,; Der Blaufuchs. Leopoldine Konstantin, Anna- llese Halbe, Kurt Götz, Theodor Loos, Erich Walter. Dorm. 7V«: Der Blaufuchs. Freitag 7: Zum 1. Malet _ Cyprienne. APOLLO THEATEK | Friedrichstraße 218| Dir.: James Klein 7V, allnbendl,>?>/,> Sonnt.31/, u. i| m IDie Well im Jahre 2030! Gr.Varietd-Ausstatf.-■ schau in S Bildern. In Szene ges. von Dir. James Klein. ju.a.: Modenschau im Jahre 2000 18 Ikarier zu Pferde I ' Akrobatische Spiele,' t Die Lichtfee in der f Slihergrotte/Tänzc; I Effekte a. d Jahre 2000 jj Santa Söncland Lucie Blatlner n. Lamberts-Paulsen[ Alex Staraer Hedtvls Oitzke usw 1 Sonnt 3l'a j.Erwachs, 1 I Kind frei! Tb» Voivarkt Wintsr- Garten Wegen des untfangreieben Oktober-Spielplans — Anfang: 7.15— Rauchen gestattet! W!«M Alexanderstr. 21. m SB Täglich 7.30 BW Spezialnäita u. Varietd. Burleske l!.�SNtzM-IKSW In 3 Bildem. ß�bs!i.-TReat8r 71/, Uhr unb Eonntag . nachm. 8 Uhr: Stct&i. Säger nachm. halbrPr. RcichzhaIIen»S.: DÖahakf-Breitl. Vorläufig keine Boxkämpfe dafür jetzt wieder tägl. TV, auch Dienstag und Freitag „Aphrodite" Traglkcmisch.i'amaminie in 3 Akt. v. Paula Busch. Vorher d. grü rkus-Progr. Freitag, 24.�0., 7V, Uhr: Zun, 25. Mole „Aphrodite" Pers. Auftr. d. Verfass, Panla Bosch. JUM Lilly D.witz Max Hllllr Zw«! Qeradta Lea Florenz Mizzi Rieder Stary Maximow Mia Gradsr und Paul Räckmann In ihrem Sketch „So eine CeaeifllielL" Hugo Hancld Gr, Tonkünstler-Konzert Anfing 7, Sonntags 4V, Ubr. Walhalla-Theater. Ti, Uhr: Eine Frau wie Du. Rose-Theater. TV, Uhr: Das Gesetz. Sozialdemokratische Partei Deutscbiauds ___(Bczlrbnorsanlnatlon Berlin)_ Sonntag;, den 26. Oktober, vormittags II Uhr, Im Richard■ Oswald. Lichtspieltheater, KSpenicker Straße 68(froher Natlonaltheater) i Heg's'Ußsiii�sifeler für die heimgekehrten Kriegsgefangenen emas- Mitwirkende; zum Heute! Male Paul Conrad!...... Prolog 1 Irmgard Hasper... Klavier Sorbsv- Vokaiquartett Oesang| Eiinede John.. Rezitation Festrede: Vizepräsident der Nationalversammlung Loebe Eintritt frell Mit beispiellosem Erfolg Madame Dubarry Der grosse Union-Film der Ufa ™»~ Pole Nagri Regle: EmSt Lü bÜSdl Beginnt 6i\ und 8% Uhr Vorverkauf: 11 bis 1 Uhr Wegen des grossen Andranges zu der Vorstellung um 8V, Uhr wird der Besuch der Vorstellung um 6V, Uhr empfohlen! am Lehrter Bahnhof. GeOflnet von 10 bis 6 Uhr. Eintrittpreis 80 Pix. i Montag nur Iflrl SEI welblicne Besucher Donnerstag Ein- trltfs- Donnerstags f0r( Pre's allgemeinen Besucht 1 M- li.GeschieEfitskrsHkiiEltei! riyimiiWfrTr.'tf : JiTH.1 1. Hfr.'CTTTTJ! Ate überrageavc Perlönlichkeit von an» KotthUMer Tor. Äuriizviatz 14 81«. .rr»3i««h 1 Klml BWl• Raacbni tfostnUeL -Kanzan- ßeg- 7.1»«1 L U—IV, u. 4— 6 Ül «««»« Annahme ter Verwetten. Rennen zu Berlin-Karlshorst* 23., 27. Oktober Dortmund...... 26. Oktober Magdeburg.... 25., 26. Oktober Dresden....... 26. Oktober Trabrennen zu Bcrlln-ÜKariendort.. 26. Oktober Annahme von Vorwetten für Berlin bei persönlich erteilten Aufträgen bis 3 Stunden vor dem ersten programmäßig angesetzten Rennen. Für auswärtige Plätze nur am Tage vor dem Rennen bis 6V« Uhr abends: Hcliadowhtr. 8 parterre, Karlürsten- «lamm 334, Bayrlwcher Platz O, Eing, Innsbruokcr Str. 5?, Pothdamor Str. 23a Oranienburger htr. 48;40(an de: Kriedriohstr.), Friedrlchütr. 83. Wchlfl- baneniamm III'Kommission für Trab- rennoa), KcabOlln, Bcrg'htr. 43 u. an den Theaterkassen der Firma A. Weilhclir Horltzplatx Tauentzlenstr. 12a Leinzlxer Str. 132 Moüendorfplatz 7 i'-ianafer 24 Unter den Linden 14 Rathenower Str. 3 Könlgatr. 31/32 Roscnthaler Straß Für briefliche u. telegraphische Aufträge Annahmt bis 3 Stunden vor Beginn des ersten programmäßi;, angesetzten Rennens nur Schadowstr. 8. An Wochentagen vor den Rennen werden Wetten in derSchadow- und Oranienburger Straße, am Kur flirstendamm und Bayrischen Platz bis 7 Uhr abends angenommen. Alle anderen Stellen schließen die Apnahma um V«6 Uhr. Weinresiauraut u. Früh- slüeitsslubcB..,. Stadthttehc Flaschen-Verkauf wohl gepflegter Weine, bei echtaiL Bordeaux (rot und weiß) Tafelmusik: Kanellra. Wianko Anruf ß.Uhr.Tea(ürTischbesteiig Feine Konditorei Lützow 5080. DIREKTION GEBR. KÖTTNER Cöpenicker Str. 68?hac"°"'; Nur noch bis Donnerstag � „Die letzten Menschen" Regie: RICHARD OSWALD. Voranzeige! Ab Freitag, den 24. Oktober) Reinhold Schünzei in Seine Beichte Bekenntnisse eines Lebemannes nach dem Roman von Jolanthe Maros. Weibliche Hauptrollen: Hedda Vernon/ Qrlt Hegesa. Regie: HUBERT MOES T. jTranfe Wedekind ist beut« unerVanat. Er ist der beut« am meisten aufgeführte Autor. Er ist der geistige Führer der neuen Generation Sein Letenswcrk ist vereinigt in der Ausgabe (Mammelte Werke 6 Bände Gebunden M, 72,— (mit 100/o Buckhan dl craufecillag) Georg Müller Verlag München» GlissderHkr. 26 V tri angen Sit hosttnfrti unser t Kataloge Ltw, I rirtimiSAl'aMiiHkaiIHS atoMWiiiUsl Iii: f> Möbel Gelegenheitskäufe f spei8ezi!nffler,ekomPLifoen3050''n 'Scitiafzimmer, 2175,- Eerrenzimmer.�mpfvon' 1680,- RÜClieil>» ollen Farben von 500," ElnreimSbel, Klcinmdbel, Polstermöbel große Auswahl Roaanthaleratr.ta I u.12(Lad.) laron Zigaretten aus garantiert reinem orientalische», golbaefben Tabaf. ohne a«unbttUcf. P-Banberole. lOOO iiatf M. 230.-. Egyptlache Zigaretten 1000 Stück JS. 220.-, 245.-. 205.-. Englische Zigaretten 1000 SlOck». 275,-. Dicke T ürken 1000 siaet m. 350.-. Verlauf nur am Lager. M. Gattinann, Berlin 0 27.A!"tÄ- VMWFWWMWVVWMM» VU- Robert Godro Llnkstraie 2 (8.Potadam.PJaU) ♦ C A HERinCH mmm BERLIK W66, Leipziger St9-1 1 ßbteilmg. Rüctiffah cfar Kotifervterungs- Gtgenfiäneft werfttägfiS von 9-5' Ubr Rücßftntfungtn trfofgen scßntffjhns. jeefoS Benötigen vir Bei ftarBer Anhäufung der Aufträge eint Trifi von S—H Tagen. Der von Oeiibänuten. Herren- odil, Zlerftrckuchern usw. hat begonnen. L. Späth, Baumschule, Garten- gestaltung, vaumschnlrnweg. Verlan Isiei: oon S b!«'/t5 Uhr. Junge Eieleute' erhalten Prospekt überMutterschutz unentgeltlich. Frau Emma Fischer, Berlin-Wjl- mersdoii 139, Kaiserallee 169 Ziparetten aus rein orientalischem goldgelben Tabak ohne und mit Goldmundstück F.- Band. 209,— 230,— 2*0,— Hark pur Mille. Keine Auslandsware. Zigarren GoDs!!», Deutsehe. Gr. Aaswahl wie alt- bckar.nt preiswert in verschied. Preislagen. Besocb sehr lohnend. Verkauf nur an Selbstverbraucher u. Gastwirte. Oeöflnet 8—6 Uhr. M. Dessen, Bsrliii JetzttAlexanderplatz2I gegenüb. Lehrerveralnsh, Sntsdu Cinst- Acker- Uhr Für Handwerker, Kaufltnte, Arbeiter, Land- Jl fmK wlrle, Beamte, Wärter und alle dieienigen, J /if welche im öftentl. Leben stehen, Ist meine 1 fl V Dt. Dienst'Anker«Uhr eine wil!k«mm«ne»8.« billige Uhr. Sie entspricht allen Anforderungen, die man an eine gutrehende Uhr stellt, hat einfache, präzise Konstruktion und übertrifft an Dauerhaftigkeit und gutem Gang; selbst viel teurere Uhren, so daß dieselbe jedermann zu empkehltn ist, der eine starke, zuverlässige Strapazieruhr braucht. Soweit Vorrat— zum alten Preise— M. I7.W» erhältlich— mit Leuchtzifferbla«... M. 19.50 8.3«6bM*»ÄU Geschäftszeit 9—6 Ubr« Geöffnet von 8—6 Uhr. Besonders vorteilhaftes 1 Büfett Eüoho 1 Kredenz„ 1 Ansziehtisoh„ 6 Stühle„ Mark; 2850,3759,4988 etc. Hsrrenzi«r 1 Bibliothok, Siehe 1 Sokreibtiseh„ 1 rander Tiaoh n 1 Sohreibsessel„ 2 Stühle Mark: 2450.3650.4575 etc. Schlarzimmer 1 Schrank mit Spiegel 1 Wasohtoilotto mit Spiogol und Marmor 2 Naehtschränk« mit Marmor 2 Bettetellen 2 Patontbödun,* 2 Steilige Auflegomatratzen mit Keilkissen 2 Stühle 1 Handtncbhaltar M. 1875, 2650, 2950, 3875 � Ständig große Ausstellung von ca.»>00 Ilerrenrimraorn, SpeltezimniBni, SchlatziDiinern, Wohnsalons, Wohnzimmern, Küchen, Dielen etc. Leder-Möbel— Gobelin-Solas und Sessel. HorvorrageBd sebbae, gedieeene Ansftlbrangen ti einfacher, mittlerer und öle Tcppiche' Kronen/ gwiteater Art u Kristall/ Porzellan. Berlin C, Dircksenstr. 31 am Bahnhof Alexanderpl, Ecke Königsgraben ?».!. i i-tr'.iTi.'n rr,..-Area.--, ajg i.i-.a.- �. I BanftelleiT Parzelle» mit und ohne asalbheflnn. ßfäigtaiff*Sw 5®®«»«; belle Relagt für Criparnlife mit nur WVU* gor M. 500"WU Anzahlung und Plertelsithrlicher�Abzahliina'von mr M. ioo-mt An, fünfte unb Pläne oa nur»rüste A,ft«s vembev 1919 an Nachlaßpfleper 'WiZK. C, Daum« Lissa!. P., Bismarckstr. 39,11. Ba�Siner SStzmSise!- industrie G m, b. H. BerllnC2, NeucPromcnad.I Eckhaus am Bahnh.Bürse. Eigenes erstkl. Fabrikat, Lagcrbesucb erbeten I RUDI FELD Girio 'Antiquitäten Mllsl. Korzsll&na, ßtmi-d«. QoMiini oiw. ALTKUNST ».». d. H. . Wiüelmatr. toA.. Aakaufi rKottanIoi« SthätzuBgi«� wtrtroller fÄntiquititcH ALTKUNST S. m. b. H, k WHhelmetr. WA. Zectr. 8496. J WAREN Export Enjjros Einzelverkauf wie alljährlich preiswertes Angebot in Kragrcn, iJ niTcii und Pelthiiten* FuelisgarnHuren in großer Auswahl Reparaturen uJoiariieilung prompt und billigst. Ad. Abrahamsohn Nachfg;. 261 Neue e csttrhcsuchnnSltyr* | A>wcr*r!ira/%tk,*y Laufkatzen Fiaschenzüge Kabelwinden Wandwinden Taukloben Drahtseilktoben Zahnstangen winden at.ts sof.'ab Lager G. Wagner Berlin lO CöpcnIckerStr. 71. Verl. Sic Frsl.V.H. ItuehlUliruns grünbltchc Unterweisung. F. Simon, Berlin W S3, Magdeburger Straße 24. Verlangen Sie gratis Prvbedrief N. 31* Möbel auf Kredit! Wohn-, Schlaf-, Speisezimmer moderne Küchen- sowie! Einzel hlShei zu kulantesten Bedingung, liefert{ Grebler O. m. b. H., Weinbergsweg für Damen, Flausch. Ulster von 50,00 M. an, auch Kostüme, sehr preisweri. 16/7* nlotzffe.a? 11 Unt». Pelz- Kragen, Muffen, Mintel,| modernste Formen, beste Verarbeitung, gegen bar u. erleichterte! Zilungsbediiipji. | Pelzhans Abuco,! Leipziger Str. 58'• ümAICi Ün etilen. Geachaßen ua hotben! Kriegsanleihe wird zum Kurse von 86 0/o in Zahlung genommen. Sehr biillse Preise! 490. 670, 850, 1125. 1800, 2400, 3300. Mite, molllie Ulster 89, 115, 163, 210. Wundervolle Samtkostüme(Modeile) 750, 1100, 1350. Flotte Röcke 33,54, 69. Impr.Seidenmäntel 130, 168, 189. Entzückende Kostüme 123, 169, 198, 235. Kammgarn-Kostüme 350, 475, 625. Pelzgefütterte Mäntel und Jacken 600. 825. Westmann 1. Geschäft: Berlin W 8, Mohrenstrasse 37a. Sonntasn gaaoblonaen 2. Geschäft: Berlin MO, Gr. Frankfurter Str. 115. �feisslack: ftV BOuxloirg, Sei ianamer�öarren. Dielen. Louis XVI. Schlafzimmer Joseph Dreyfuß Kurfurstendamm 213 Steinplatz 5388.* la. Kautabak, aus reinem Ueberseetabak, Beize alkoholhaltig, nur für Händler, jed. Posten M. 80.— die 100 Rollen liefere laufend I Beste engt- Zigaretten, 1000 Stck. M. 295- Alles Kasse voraus, franko I Wilhelm Kirsten, Wiesbaden. Postscheckamt Frankfurt a.M., Nr. 27 356. 121Z» Erfinder bebienen sich zur Anmeldung und Verfcmf ihrer Erfindungen, Ideen eine« Patentfachmannes. Rat und Auskunit kostenlos! Erfolg: u. a. Verkauf eine» Palente» durch unseren Mit» arbeitersür* SSv oso ZK. E. Erdmann& Co., Berlin, Käniggrätzer Str. 71. Harn- und Blutuntersuchung, Licht- und Finsen-Behandlung. Bestrahlungen. Schnell, sicher, ohne Berufsstörung. = Getrennte Wartezimmer für Damen und Herren.=: HciUnstah LÖSSt, MÜnZStf. 9-ahC' A'exenderplatz 9—1.4— 8. Sonnt, 9—1. Spezialarzt Dr. Hasch6 Eprechswnben 10—1, 5—8. Sonnt 10— l. Teilzahlun gestattet. »z-8pkzis!-öehsvfj!ullg KÜImlÄf-g- Itiiippaccfp 75 I Ecke Breslauer Str., dicht am Schles.Bnf, allUrCAjotl. In, I Sprechz. 10— 12, 5— 7, Sonnt geschlos sen — Harn, und Blutuntersuciiungen.« Kronen 18 i, Briieken, Zahnersatz ohne Oamnennlatte. l'nbrgrenzt haltbar nnd farbecht. Zahnzieben m. Einspritzung fast vollkommen schmerzlos. 7ahr*<3a»7f Wr«!f Potsdamer Strasse SS. �annar�L VV Vll9 Sprechz. 9-7. Tel.: Kurl. 9764 Spezialarzt Dr. med. Coleman Sprechstunden 9—1, 5— 7'/-. Sonntags 9—1. Zriewchillliije 91/92 ZV"" ♦ fßocKm I�RFüM FÜR. BLONDINEN FÜR BRÜNETTE' HERREWRFÜM ELEGANTE SCHA.CHTEL M 2.50 TERASHAUS MAX SCHWARZLOSE H BESUN. OB Der allerbeste Schutz für Frauen. Lassen Sie sich sofort Prospekt kommen von Frau Marie Dietrich, Berlln-Uchtcrfelde, Brauerstr. 11 L 196b* Bürgerliche Möbel die noch günstig eingekauft, daher preiswert und gut, sind noch In großer, reichhaltiger Auswahl vorhanden Lager» besuch Ist lohnend und ohne Kaufverpflichtung. Auf Wunsch Zahlung»» erielchterung, BVlöbei-Fres er Weinbergsweg 1, Rcsenthaler Platz. Quecksilber 1 Kilo bis IWark 50.- Metallkontor,"SÄÄV" In groBar Aaswahl and guter Ausführung auf Bar oder Kredit. Möbel- Gross Gr. Frankfurter Str. 141, Invalidenstr.5, Bing. Ackerstr, Kr.egsanl. u.SpareinI. nehme In Zahlung Jetzt wieder Lborall käuflich, Jetzt wieder iiberaü USufheh n Apotheken. Drogen. Feinkoslband uneen, General-Oepoi' N 4. Berns rrcSe 34. Für schles. Zeitung sofortigen Eintritt ein (Tendenz E. P. D.) wlrd zum 220/17* Aeäsklsur gesucht.— Ausführliche Bewerbungen mit Angabe der Dehaltsansorüche und des frühestens Elnlritts unter H. 38 an die Hanptexpeditton des„Vorwärts". Berlin SW 68. erbeten Maschinettbauer als Kolonnenführer. wie auch Helfer, dle auf Kuvert- und Tütenmaschinen gut eingearbeitet sind, werden fürs Ausland gesucht. 297b Angebote unter A. 39 bis Sonntag an Hanptcxpebitton des Vorwärts. L.oka1i*ectakteui*, Gesckäftsfükrer I und Akquisiteur gesucht für das ab 1. Dezember d. J. erscheinende Parteiblatt„Der Hammer" in Hamm i/W. Gehälter nach den Sätzen des Vereins Arbelterpresse. Antritt etwa am 15. November 1919. Bewerbungen bis zum I. November erbeten an Emil Becker. Arbeitersekretär, Hamm faien), Hohestr. 25. ZllsttM-Akqmfitk«� für große Berliner Tageszeitung unter günstigen Behingtingen gesucht. Offerten unter B. 39 an die/ Expedition des„Vorwärts".»[• 1 Perfekte Bieilöter ffle beraernb gesucht. 96ÖD* Me Sweisliselflilirll nie BoifsWiftung at!(.-fflcf-, Wert'ücnffabl. Bieiioiet fütMeMMDS gesucht. Bewerbungen unter 7. 38 an die Exp. d. Blatte«._ 966D Zusammensetzer Anöarbeiter, je zwei Mann, für größere Flügel» tu Pianofabrik Kopen- Hagen, bei Hohem Lohn gesucht. möaltchft unverheiratet. 16/i9a Angebote unter 0. K. Nr. 20 an Vorwärts- Ausgabestelle, Lansitzer Plah 14—15.____ yörddbcrgolbci- und Farbigmacher. welche aber auch ir.ciallisteren können, finden sofort Einstellung 206b Albert ganbet, Tavetenleineniadrik, Gchönebcrger Etc. 27. iZlMlllklllt! werden eingestellt. 29Zb Zimmerpolier Lehmann, Scdalborn& Co., Baugeschitst. Platz:• Eharlotienbrunner Str. 16 Bahnhof: Hohenzollerndamm. i———«f Muster-Näherin für Kinderkleider im Hause, bei hohem Lohn, Arbcitszeli 9—4 Uhr, per sofort gesucht. Vorstellung 11—2 Uhr. 198b Moriq Türk, Kommandanten str. 19/11. teffftefi-irtellLPiifiiLii für Schilder verlangt ff. Rah& Co.,(Etiinslc. 1. für elektrischen Betrieb bei hohem Lohn, Arbeitszeit 9—4 Uhr, verlangen 79/12 M& örNWN. Scharrenstr. 11/13, Aufg. C. für Blufen und Kleider im Hause bei hohem Lohn. Arbeitszeit 0-4«he. Frank& Bernstein Scharrenstr. 11/13. GeMe Meülerin für letd/tt silberne Meffcrschaien für Heimarbeit 10, ort gesucht. 972D Josef Schmid.Cottbufer User« I. Plätterinnen, geübte, auf Kragen verlangen van Laatk. Schmitz «.«ltschig, 298b Wäschefabrik, Sreifswalder Straße 5. Näherinnen, geübte, auf Hemden, Schlaf- anzüge und Kragen- Singer- steppcret verlangen in und außer dem Hause van Laack, Schmitz n. Eitschig, 299b Wäsch-fabrii. Dreifswaldcr Straße 5. ßAMt-trlieileiiWi! in und außer dem Hause, vir» langt per sofort oder später SIexmund Haagen, 11/12. Elekfromatore Gleichstrom:: Drehstrom kauft f* IngeniearbureaD SdiMtlno Berlin W 9, Linkstr. 10. Tel. LOtzow 3705 und 8518. Für Skamiinavien gesucht: Fiieiiii II UerrmiselielaH. Freie Reise. Angebote unter Beifügung von Gebalts- ansprüchen erbeten an die Hauptexpedltion des„Vor- wärts" unter Z. 38. 202b*| Isülierten Kupferdraht, Litzen und Wachsdratit, kauft höchstzahlend• Ingenieurbureau Schiichting Berlin W 9, Linkstraße 10 TeL: LOtzow 3705 und 8318. Aujsträ�erlnneii für den„Vorwärts" werden eingestellt in folgenden Piilalen: Ttorlin* Ackerstr. 174. am Koppenplatz.— Prinzenstr. 31. Hof part— Fritze, Steglitzer Ovlllll» Straße 37. Laden.— Markusstr. 36.— Dölz. Immanuelkirchstr. 24.— Melle, Petersburger Platz 4.— Zinke. Llndenstr. 3. Laden.— soseph,\V ilhelmshavcner ................ Steyiiiz:' Schm>or"- itraße 43.— Lausitzer Platz 14/15. Beiziger Straße 27. Schöneberg: Charlottenburg: l1™" Johannisthal: �arcÄch8 Bis- Neukölln: Heinrich, NeckarstraSe l / 7 Druck auf DeutschlanK. Der Ausschuß für Entwürfe unterbreitete dem Obersten Rate den Entwurf für ein Schreiben, in dem znm Zu- sammentritt des Bölkerbnndrates in Paris nnverzüglich»ach der Ratifikation des Friedensvertrages aufgefordert wird. Der Rat fordert von allen Ausschüsse« der Koufereuz B e- r i ch t e bis zum 23. Oktober darüber, welche Bedingungen des Waffen st ill st audsvertrages die Deut- scheu nicht erfüllt haben, um Maßnahmen zur Erzwingung ihrer Durchführung zu treffen. Abkehr vom Terror. (Frankfurter Drahtbericht des.Vor wärt S'.) In öffentlicher Versammlung haben heute die Eisenbahn- arbciter folgenden Beschluß gefaßt: Die am 21� Oktober 1919 tagende öffentliche Eisenbahnerver. sammlung macht sich die am 17. Oktober gefaßte Entschließung der Bollfitzung der Arbeirerausschnffc von Franksurt a. M. und Fried- brrg zu eigen und bebt den Beschluß betreffend den Rücktritt dcS Präsidenten Dr. Stapf, deS ObcrbauratS Straßburg und des Ober- rrgieruugsratS Lütge ans. Den Beschluß gegen de» Allgemeinen Eisenbahncrvcrband nimmt die Versammlung auf Grund der Eni- schließung der Dirrktions-Arbeiterrälekonfrreuz vom 29. Oktober zurück. Damit haben auch die Frankfurter Eisenbahnarbeiter sich der beginnenden Aufstandsbewegung der deutschen Arbeiter gegen die verantwortungslosen Alles-Kaputmacher und Volks- vernichtex angeschlossen._ Deutschöfterreichs Hoffnung. (Wiener Drahtbericht des.Vorwärts'.) Die Nationalversammlung hat heute das Gesetz annehmen müssen, wodurch auf Befehl der Entente der Name Deutsch« ö st e r r e i ch durch.Republik Oesterreich' ersetzt und die Vrrfaffnngsbcsiimmung aufgehoben wird, daß Deutschöstcrrcich ein Bestandteil der deutschen Republik ist. Der Berichterstatter Abg. Dr. Weißkirchner(christMoz.) erklärte: Wir fügen uns nur einem Zwange, unser Hcrz wünscht noch immer den Anschluß an Deutschland l— In der Debatte führte Austerlitz(Soz�) au«, daß dieser Gesetzentwurf daS schmerzlichste Ergebnis der Friedensverhandlungen sei. Er zwingt uns nicht nur, den Namen, den wir gewählt haben, aufzuheben, sondern auch aus die Verbindung mit dem Deutschen Reiche zu verzichten. Unsere Verfassung war auö dem freien Einschluß deS Volkes hervorgegangen und aus der Ueberzeugung, daß ein Volk, das so gedemütigt ist, sich nur aufzurichten- vermag, wenn vor ihm ein großes Ideal auf- gepflanzt wird. Dieses Ideal war die Verbindung mit dem Deutschen Reiche. Wir haben daS Gefühl, daß das deutsche Volk, wenn eS auch durch diesen Krieg so tief gesunken ist, und wenn auch so ungeheuere Lasten auf dieses Volk gewälzt worden sind, in seiner Tüchtigkeit unversehrt, in seinem Fleiß unverlümmert dasteht, und wir cinpfinden, daß wir, die wir losgetrennt von unserer deutschen Mutternatio» zu einer.Selbständigkeit' verurteilt werden, die nur ein Hohn auf dieses Wort ist, zum Verdorren verurteilt worden find, und zwar nicht nur in wirtschaftlicher Beziehung. Wir fühlen, daß wir auch moralisch schwächer geworden sind, weil«in Volk, das nur leben kann, indem es das Mitleid hervorruft, allmählich seinen Moralisten Halt einbüßt. So wisien wir, daß wir zu einem Zustand verdanimt sind, der ein qualvolles Dahinsiechen, ein Verkümmern und Zugrundegehen bedeutet. Deswegen werden wir niemals den Gedanken auf« geben, daß der Zusammenschluß mit der deutschen Station sich voll- ziehen muß, denn er ist eine Notwendigkeit für daS gesamte deutsche Volk und für die Gesundung ganz Mitteleuropas. Wenn die Entente auch jetzt an unserer Vergewaltigung festhält, welche wohl die schSitdlichste Verleumdung der Grundsätze ist, zu deren Verwirk- lichung der Krieg angeblich geführt wurde, so wollen wir, obwohl wir unS über die beutige Funktion des Völkerbundes keineswegs täu« fchen, dennoch die Hoffnung nicht aufgeben, daß einmal erleuchtetere Gedanken in Europa ihren Sieg feiern, daß einmal Menschen kommen werden, frei vom Gefühl deS Hasses und der Räch- sucht, und daß der Tag kommen wird, an dem die ganze zivili- fierte Welt nur mit einem Gefühl der Scham daran denken wird, daß man uns den Anschluß verboten bat. Wir hoffen vor allem aus die sittliche Kraft der Internationale, wir hoffen darauf, daß einmal die tapilaiistischen Regierungen von sozialistischen Regierungen abgelöst werden und daß die Krait der vereinigten Arbeiterklasse den Triumph des Imperialismus vernichten und unS den Anschluß ermöglichen wird l(Stürmischer Beifall.) Sorgen öer russischen Nanöftaaten. Die bolschewistische Regierung Rußlands wird konzentrisch berannt. Die bedeutendste Sinnee und wohl auch ziffernmäßig die stärlste, ist die des Generals Denikin im Süden und Südwesten; ihm hat auch der Befehlshaber der westruisischen Armee, General Awa- I o f f sich unterstellt. Denikin ist jetzt schon der Herr des bedeutend- sten Teiles der Ukraine und seine Herrschaft ist dort unbestritten. Sobald die Räieherrschast überwunden ist. wird eine Regierung ans Ruder kommen, die die meist aus Schwäche gegebenen Zusagen für die Selbstäudigkeit der kleineir Randitaaten nicht anerkennen wird. Die Hattnng DenikinS und Awaloffs läßt erkennen, daß. ein geeintes Rußland lPolen, wenigstens vorläufig, aus- genommen) geschaffen werden soll. Die Randstaaten fühlen die Gefahr für ihre Selbständigkeit. Die Vertreter der acht RandstaateN Aserbeidschan, Nordkaukasus, Estland, Georgien, Kuban, Lettland, Litauen und Ulraine baben am 8. Oktober der Pariier Friedenskonferenz eine neue gemeinsame Note überreicht, in der es u. a. heißt:.Die Erfahrungen zweier Jahre haben es hinreichend erwiesen, daß alle Versuche, Rußland in seinen ehemaligen Grenzen wiederherzustellen und die Teile de» alten Rußlands, welche sich auf Grund des Bolkswillens von diesem getrennt habeii, mechanisch wieder zu vereinigen, keineswegs imstande sind, Frieden, Ordnung und Freiheit zu bringen... ES scheint unS, daß eS im Interesse der Großmächte selbst liegt, diese neuen Staaten zu unterstützen, welche bereits viele Proben ihrer organisatorischen Fähigkeil abgelegt haben, und welche den Borschlag machen, eine befriedigende Lösung zur Regelung ihrer Anteile an den Schulden des alten Rußlands zu finden.' Die Note fordert Anerkennung der Selbstäudigkeit der acht Republilcn und sofortige Prüfung der sich daraus ergebenen territoriellen, finanziellen, wirtschaftlichen und anderen Fragen._ ZranMsihes Einlenken. Wie anS Saarbrücken gemeldet wird, sind die Forderungen der Eifeutickhncr inzwischen durch einen neuen Entscheid des Marschalls Fach zufriedenstellend erledigt worden. Hiernach fällt die Gruß- Pflicht derEtsenbahner gegenüber den französischen Offi- zieren sowie das Tragen her Armbinde mit der Rattffziermrg de» Dsr Münchener Gesellenmorö vor Gericht. (Fortsetzua>g aus der Abendausgabe.) Nach Verlesung der Anklage erfolgt d-ie Vernehmung des Haupt- angeklagten Müller, der aus Dultz in Oberfranken stammt und sich seil dem 5. Mai in Untersuchungshaft befindet. Er war bis zum Seprenxber 1918 im Felde und hat beim 29. Neserve-Negiment ge- dient.'Während der letzten Offensive wurde er verschüttet und kam dann ins Lazarett, von wo aus er sich nach vier Wochen wieder freiwillig zur Truppe meldete. Auf die Anklage hin erklärt er: ..Ich war damals ohne Beschäftigung und las in Bayreuth einige Flugblätter, daß in München ein„großer Saustall' sei, weil dort die Spartakisten hausten. Da bin ich dann zum Freiwilligen Schützenkorps gegangen. Unsere Vorgesetzten sagten uns, bei dem Vormarsch auf München würden uns die Kugeln um die Ohren pfeifen. Wir sollten keine Rücksicht nehmen, sondern, wenn wir Spartakisten träfen, sie kurzerhand nieder- schießen, um unser eigenes Leben zu retten. Je energischer wir vorgehen würden, um so eher würde Ruhe einkehren.'(Lachen im Zuhörerraum. Der Vorsitzende bittet um Ruhe.) Der Angeklagte fährt fort:„Es wurde uns auch gesagt, daß die Rote Armee einen Preis von 300 Mark auf den Kopf eines jeden Reichswehr soldalen ausgesetzt habe, und unser Hauptmmm Hosfntann, unser Kompagnieführcr, erklärte uns ausdrücklich, wir sollten, wenn wir einen Spartakisten erwischten, gleich von der Waffe Gebrauch machen. Als wir am 2. oder 3. Mai abends in München ankamen und ausgeladen ivRrden, kam gerade ein Panzerzug in den Hauptbahnhof, von dessen 80 Mann nur vrerzurückgekonimenwaren. Und siese waren noch schlver mißhandelt worden. Das verstärkte meine Wut gegen die Sparta- listen. Wir kamen dann ins Wittelsbacher Palais, wo ich Dienst tat. Am 6. Mai bekamen wir etwas Wein von der Kompagnie und ich hatte meinen gerade ausgetrunken, als uns gesagt wurde, daß wir an diesem Tage keinen Ausgang hätten. Ich ging trotz- dem auf die Straße, und zwar in Bealenung einiger Kameraden, darunter der Mitangeklagte Kreinet. Wir kamen in das Restaurant „Zur Stadt Straßburg", wo tvir ein Glas Bier tranken. Auch dort wurde über die Spartakisten sehr geschimpft. Wir gingen fort, als eine Schießerei auf der Straße begann. Diese rührte von einem Gefangenentransport her, der die Straße hermiterkam. Alles schrie:„Das sind Spartakisten, die ge- hören alle erschossen.' Mehrere Borgesetzte und auch wir Mann- schaffen schloffen uns dem Zug an. Wir fragten wiederholt, was denn das für Leute seien. Darauf hieß es, die habe man in einem Hintsrrallm eines spartakistischcn Vereins harrseS versammelt ge- funden. Sie hätten einen Posten vor dem Lokal aufgestellt und geheim getagt. ES seien auch Maschinengewehre und Waffen bei ihnen gesunden worden.(Protestrufe in: Zuhörer- räum.) Wir zogen dann mit und hörten plötzlich einen Schuh fallen. Gleich darauf fiel ein Sanrtätssergeant im Zuge tot zu. Boden. Wir beobachteten auch, daß mehveve Gefangene Waffen sortwarscn und daß der tödliche Schuß auf den Sergeanten aus der letzten Gruppe der Gefangenen gekommen war.(Erneute Bewegung und Protestrufe im Zuhörerranm.) Wir kamen dann in den Hofraum und alles stürmt« auf die Gefangenen zu. Es wurden auch mehreren der Gefangenen Sachen und Waffen abgeno-minen." (Unruhe im Zuhörerraum.) Vorsitzender: DaS h a t bis- hernochniemandbehauptet.datzdieLeute Waffen gehabt haben, auch Ihre Kameraiden nicht.' Angeklagter:„Es wurde doch aber aus einen Kameraden geschossen. Ich hielt es für meine Pflicht, nach den Anweisungen unseres Hauptmanns unseren Kameraden beizustehen. Später ging ich dann in den Keller hin- unier, wo die anderen schon über die Gefamgenen hergestürzt waren und alle schrieen:„Die gehören auch erschosfenl' Ich schoß nun mit meiner Pistole auf die Spartakisten, und da es eine machtige Schießerei wurde, wurde ich sehr erregt. Aus etwas anderes kann ich mick, nicht mehr besinnen.' Vorsitzender:„Wieviel Wein hatten Sie damals getrunken?" Angeklagter:„Ob ich be- trunken war, kann ich nicht sagen, aber etwas angeheitert war ich.' Vorsitzender:„Also Sie geben zu, die Leute mit in den Hof geführt zu haben?' Angeklagter:„Jawohl.' Vorsitzen- der:„Die Sache ging Sie eigentlich aar nichts an. Sie gehörten doch gar nicht zn dem Kommando.' Angeklagter:„Ich wollte meinen Kameraden helfen.' Vorsitzender:„Ja, leider haben sich dazu noch viele andere verpflichtet gefühlt. Wären Sie damals nicht all« mit hineingegangen, so säßen Sie nicht hier. Die Leute sind nun ohne weiteves an die Wand gestellt trorden. Hat man Sie nicht unterwegs darauf aufmerksam gemacht, daß die Leute immer wieder betealerten, sie seien harmlos« GesellenvereinS- Mi tg l ieder?' Angeklagter:„Davon hatte ich nichts gehört.' Vorsitzender:„Wie diele haben Sie Wohl getötet?" Angeklagter:„DaS kann ich nicht sagen.' Vorsitzender: „Wie oft haben Sie geschossen?' Angeklagter:„Wie oft ich getroffen habe, weiß ich nicht.' Vorsitzender:„Sie sollen dm- nach«ich mit dem Seitengewehr auf die Leute ein- g e st o ch c n haben.' Angeklagter:„Ja.' Der Vorsitzende macht dann darauf auftnerrsam, daß die Gefangenen sämtlich schon unterwegs verstümmelt worden sind. Einem war«in Auge heraus» geschlagen worden und auch sonst wurden di« Leute fürchterlich zu- gerichtet.— Der Angeklagte will davon nicht? gesehen haben.„Im Keller hieß eS dann, sie sollten sich alle niederlegen." Vor- sitzender:„Wer sagte daS?" Angeklagter:„Ein Vorgesetzter." Vorsitzender:..Welcher?' Angeklagter: „DaS kann ich nicht mehr sagen.' Vorsitzender:„Sie sollen aber irgendioelche Befehle überhaupt nicht abgewartet, sondern gleich weiter gemordet haben." Angeklagter:„Unser« Vorgesetzten gingen damals ohne jedes Abzeichen. Es kann nur ein Vorgesetzter gewesen sein, denn ein einfacher Soldat karnv einen solchen Befehl dock nicht erteilen." Vorsitzender:„Nun sollen Sie aber gerade einer von denen gewesen sein, die kommandierten: Nieder- legen! Sie- sollen sogar den ersten Befehl zum Erschießen gegeben I haben." Angeklagter:„Das kann keiner von mir behaupten." j Bor sitzender:„Sie sollen auch noch auf die am Boden liegenden Opfer eingestochen ! haben." Angeklagter:„Das ist ausgeschlossen." Vorsitzen- der:„Sie sollen so fürchterlich zugeschlagen und gestoßen haben, i daß sich Ihre Waffe krumm bog." Angeklagter:„Es wt npir ' leid, wenn ich das getan habe, dann habe ich es nur meinen Nerven zu verdanken." Vorsitzender:«Sie haben, nachdem Ihr Sciteiigewehr unbrauchbar geworden war,»roch das Seitengewehr eines Kamerade» verlangt, weil daS Ihrige nicht nicht zog."(BeweMUg.) Der Vorsitzende hält dem Angeklagten dessen Seitengewehr vor, das an der Spitze vollständig krumm gebogen ist, und bemerkt:„Sehen Sie sich das an, wie ein Metzger haben Sie gearbeitet.(Große Bewegung.) Die Zeugen werden übereinstimmend bekunden, daß Sie am grausamsten gearbeitet haben, daß Sie wie ein Rasender gewesen seien. Ver- schieden» Leute haben den Versuch gemacht, die Nng'.ücköchm auS Ihren Händen zu erretten, aber Sie haben geschrien:„Geht fort, j sonst erschieße ich Euch auch noch' Dabei haben Sie den Leuten ' Ihren Revolver auf die Brust gesetzt." Angeklagter:„Da muß ich geistesabwesend geweieii sein. Ich weiß davon nichts." Vorsitzender:„Einem der Ge- töteten haben Sie drei Hiebe iijter den Kops gegeben, daß ihm daS Hirn aus dem Kopf her ausspritzte." Angeklagter: „Das ist doch ausgeschlossen." Vorsitzender:„Lassen Sie doch das Wort beiseite. Die Zeugen sind siclwrer in ihren Aussagen als Sie. Sie sagen ja selbst, daß Sie nichts mehr wissen." Angc- k la gter:■ „Jrfi war so aufgeregt, daß ich mich an nichts mehr erinnere." Von den Mitangeklagten weiß der Angeklagte nichts. Vorsitzen- der:„Tann müssen Sic inzwischen JJHr Gedächtnis verloren haben, denn in der Voruntersuchung haben Sic vor allem Ihren Kameraden Makowski in schwerster Weise beschuldigt." Angeklagter:„Ich kann nur sagen, daß Makowski mit im Keller gewesen ist und die Gefangenen nach ihren Papieren gefragt hat." Borsitzender: „Nein, nein, er soll nach Ihrer Behcmpwng auch nutgeschosj«n und mitgestochen haben." Angeklagter: „Geschossen haben wir alle." Vorsitzender:„Der Makowski soll auch einem der Getytz'ien die Schuhe ausgezogen haben." Angeklagter:„DaS ist richtig." Es wird dann der zweite der Aügcklagten, der Vizefeldwebcl Makoivsn, vernommen. Cr ist in Beuthen in Oberschlesien geboren. Er bekundet, daß er an dein Mordtage abends im Cafe Maria Theresia gesessen habe, als gegen 9 Uhr abend-» der Zug der.Ge- fangenen vorübergckommen sei und ein Vizeseldwebel ihn gebeten habe, auf die Leute mit Obacht zu geben. Er sei dann biS zum Karolinenplatz mitgegangen. Plötzlich sei der Sanitätssoldat Schütze tot umgefallen. Dazu sei noch der Führer der Truppe, Hauptmann Kunz, plötzlich bersck?wunden. Daraufhin habe er sich verpflichtet gefühlt, das Kommando zu übernehmen. Müller habe sofort daS Seitengewehr gezogen und auf dem Hof gleich mit dem Revolver geschossou.„Ich sah," so erklärt Makowski weiter,„wie Müller am tollsten zuschlug. Ick selbst habe nichts getan, sondern war lediglich bemüht, die Leute in Sicherheit zu bringen." Vor- sitzender:„Sie sollen aber auch mitgearbeitet haben." A n- geklagter:„Ich hätte kein Ehrgefühl, wenn ich Leute erschossen hätte, die nichts getan haben. Ich habe niemals geschossen und ebensowenig ein Kommando abgegeben." Auch mit dem Dolch will der Angeklagte keineAvegS gearbeitet haben, obwohl dieser blutgefärbt vor ihm liegt. Der dritte Angeklagte. Gräbst, stammt aus Berlin. Er war am Mordtage mit anderen Kameraden im. LindenkasinD gewesen und befand sich bereits aus dem Heimweg, als er zufällig am Karolinenplatz Schüsse fallen hörte. Darauf fei er mit den anderen über drei Zäune in den Hof des GebÄtldes geklettert und habe hier ans dem Hof bereits 7 bis 8 Mann erschossen gesundem Müller holte gerade ein weiteres Opfer hinauf und brachte den Mann an die Mauer. Der Angeklagte Grabat lagt aus, daß er Müller zu- rückbielt, aber es War schon zu spät. Er hatte dem Mann bereits Schläge über den Kopf gegeben, daß das Gehirn heraus sprang. Auch hatte er einen Schuß in di« Brust bekommen.„Da sich der Un- glückliche noch etwas bewegt«� gab ich ihm einen Gnadenschuß. Weiter habe ich nickt? gemacht." Grabat gibt am er habe gesellen, daß den Toten Wertsachen abgenommen wurden. Nach der Metzelei machte uns Hauptwann Kuntz Bouhsltungen und fragte Müller, ob er etwa betrunken sei. Er sagte einmal„ja" und ein- mal„nein". Nach meiner Ueberzeugung war er betrunken. Als ich ihn später im Keller traf, sagte er, eS seien alles Spartakisten ge- Wesen. Der vierte und letzte der Angeklagten, Kreiner a-nS Bayreuth, crcklärt, daß an dem Montag pro Mann ein halber Feld- kessel Wein verteilt worden sei. Er habe auch davon ge- trunken. Er bestätigt di

seS Arne- rongen, wenn nicht ab und zu die Welt, von ihnen redet. Für Auguste hat jüngst ibre treue Dienerin Margarete Behin von der Tribüne der Nsrionalveriammlung Reklame gemacht, allerdings sehr unangebracht, denn die Heimarbeiterinnen, als deren uncr- müdlichen Schutzengel Margarete Behm Augusten pries, haben ihr Lebtag von ihrer kaiserlichen Fürsorge nicht da« Mindeste gemerkt. Wilhelm macht wie gewöhnlich für sich selber Retlame. Er verklagt seinen ehemaligen Hosschauspieler und Diener Ferdinand Bonn wegen des Kaiseifilins. Bonn st c:!ie Lel.ion wohl zu gönnen. Aber wie wird Wilhelm zumute werden, wenn Bonn vor Gericht den Wahrheits- beweis antritt und all die notorischen Taktlosigkeiten der ehemals geheiligten Person ans Licht der Oeffentlichkett zerrt? kleine politische Nachrichten. t Im Befinden HimseS, welcher vorgestern abend als aufgegeben galt, ist eine leichte Besserung eingetreten, so daß man hoff- nungSvoller über die Aussichten einer Genesung urteilt. Doch ist zu irgend einem Optimismus leider noch lein Anlaß. Der Patient ist bei vollem Bewußtsein und ist sich über den Ernst seines Zvswndes vollkommen klar. Das Betriesrätegrjetz. Der Ausschuß nahm zu Artikel 2l u. a. 'olgende Bestimmungen an»„Die Sitzungen de« Betriebsrat» finden >in der Regel und nach Möglichkeit außerhalb der ArbtttSzeit statt. Sie sind öffentlich. Der Arbeitgeber n i m n> t an den Sitzungen, zu denen er eingeladen ist. oder die auf seinen Antrag anberaumt sind, teil. Ihm kann in dieieu Sitzungen nach Ver- einbarung der Vorsitz übertragen werden. Bon Sitzunaen, die während der Arbeitzeit stattfinden müssen, ist der Arbeitgeber zu benachrichtigen. Weiter wurde bescbiossen, daß der Betriebsrat sein Amt ehrenamtlich verwaltet. Versäumnis der Arbeitszeit dar: keine Lohn? ü r z n n g nach sich ziehen. Die durÄ die Geschäftsführung entstehenden Koste» trägt der Arbeitgeber. Für die Sitzungen sind geeignete Räum« zur Verfügung zu stellen. Erhebung von Beiträgen für den Be- triebSrat ist verboten. Polnische Landarbeiter für Wrstvreußen. Nach Westprenßen sollen, wie polnische Blätter melden. 15 000 landwirt- schaftliche Arbeiter aus dem Königreich Bolen geworben werden. Berichtigung. In der Meldung„AuSreiseverbot" unseres DienStagmorgenblatteS muh es natürlich heißen, daß dem Journa- listen Sacerdote die schweizerische AnSruifeerlanbiHö nach JtalisU verweigert wurde. 74. Generalversammkung öes deutfthez� NletaUarbeiterverbanöes. Stuttgart, 2t. Oktober. 9. VcrhandluiigStag. � 3a unserem Bericht ni der DieuStagmorgetimnnmer über die Staiuienberoiuiic, isr nach�iiiragen, dag gegen den Kommission�» niilrag zu Z I d'tichard Müllcr-Berlin Bedenken erhob, weil die Fassung desselben mit der von ihm eingebracklen und angenomme »en Erklärung zur Schaffung eines Iudustrieverbandes nictit im Einklang stehe, da für den Kompromigantrag die für Statuten- äiidcrungen erforderliche Zmeidiiltelmehrheit nicht vorhanden war, blieb§ 1 des alten Staiuls bestehen. Die angenoinmene Eni- schliegung Müller ist daniir cbenio wie die von Dißmann einge- gebrachte als bloge Willeiiskundgebung des VerbandslageS zu lie- trachien. Die heute vorgenommene Abstimmung über die Erwerbs- l o s e n u n t c r n ü � u n g ergab keine Mehrheit für Erhöhung der- selben. Beschlossen wird, die Kranleiiunterstützung mit den be- stehenden Sähen der Arbeitslosenunlerstützung gleichzustellen. DnS Sterbegeld wird in Klasse 1 fcsigcsctzl auf GO M. nach 52, steigend auf 200 M. nach 572 Beitragswochen. Borstandswahl. (Eigener Trahtbcricht des„Vorwärt s".) Tie heute vorgenommene VorstandSwahl hatte folgendes Er- grbniS: Dißmann, Brandes und Reichel B o r f i h e n d ef Wicmcr und Schäfer Kassierer; Sichert, Schlicstett und Tost Sekretäre; Richard Müller und H aase-Kiel Rcdak- teure; Lang und ZZaumann Ausschufworsitzende. Tic Ber- Handlungen gehen am Mittwoch weiter. GewerkschastsbeWVlMg 9eginn öer SchieösgerichtsverhanÄlungen in üer öeriiner Netallinöuftrie. Die Konstituierung des Schiedsgerichts ist ani Dienstag vormittag 10 Uhr auf der von beiden Parteien vereinbarten Verhandlungsgrniidlage vom 16. Oktober unter Leitung des Unterstaatssckretärs im ReichSarbeitsiiiinistcrium Ol e i b erfolgt. Als unparteiische Schiedsrichter ffnd vom RcichSarbeiis- minister im Eiuvernchincn mit beiden Parteien die Geheimen Negierungsräte Professor Dr. Joffe und N o m b e r g. Unterstaatssekretär z. D. v. M ö l l e n d o r s f, Minister a. D. Wissel! und Stadtrat Dr. S i in o n s o h n als Stellvertreter ernannt worden. Hierzu treten sechs weitere Beisitzer, die als Vertranensleiite de: Verbände von diesen selbst bestimmt sind. Nach Festsetzung der Geschäftsordnung des Schiedsgerichts haben die Verhandlungen zur Einreihung der Arbeitergruppen in die einzelnen Lohnklassen sosort eingesetzt und werden mit größter Beschleunigung zu Ende geführt werden. * Tie Fünfzehnerkommission teilt mit: Die Verhandlungen vor dem Schiedsgericht haben heute begonn-cn. Im Schiedsgericht sind die Arbeitnehmer vertreten durch die Genossen Rusch, Schl lcht: reg und Kühne, die Un- temehmer durch die Herren Hasse, Kreiuinencr und Tr. Rover. Als llnparteiische gehören dem Schiedsgericht an die Herren Profeffor Romberg, Geheimrat Joffe, Arbeitersekretär Wi stell und Professor Moellendors. Als Ersatzmann ist Herr De. Simonsohn bestinimt worden. Es kamen nur zwei Gruppen zur Verhtindlung: Schmiede und Maschinenschlosser. Die Verhandlimgen gestalteten sich sehr schwierig, so daß das Schiedsgericht bis in die sväten Abendstunden hinern mit den Angelegenheiten dieser beiden Gruppen be- schästigt War. Es N-ar in Aussicht genommen, heute noch über die Gruppen der Eisendreher, Metallarbeiter und Transportarbeiter' zu verhandeln. Zu diesen Verhandlungen konnte es nicht mehr i kommen. Die Verhandlungen über diese Gruppen Werden erst am Donnerstag zu der bereits vorgesehenen Zeit stattfinden..Heute wird über ii; Gruppen der Metallformer. Maschinenarbeiter. Schraubendreher, Einrichter und Revisoren, Kupferschmiede, Kessel- schmiede, Heizer und Maschinisten verhandelt. Die Verhandlungen beginnen um 10 Uhr vormittags. Wir weisen wiederholt daraus hin, daß kein im Ausstand be- findlicher Kollege die Arbeiter wiederaufnehmen darf, solange die Zustimmung der Fünfzehnerkoinmission nicht vorliegt. s Sympathickuudgcbuiigcu für die Streikende». Die Mitgliederversammlung der Ortsverioallung Berlin desTeiit- icbeii Miisikerverbandcs spricht in einer einstimmig angenommenen Resolution den streikende» Metallarbeitern Groß-BerlinS ihre wärmste Syinpaihie aus und fordert die Mitgliedes aus. den schweren Kainps der Metallarbeiter gegen das starrköpfige Unternehniertnm moralisch »nd finanziell mit aller ihnen zu Gebole stehenden Kraft zu unter- stützen. Soweit den einzelnen Lrcbesteril nicht besondere Sammel- listen zugegangen sind, werden die VertrauenSlente der Orchester und Ensembles aufgefordert, Sneikmarken von der öeichäfisfiellc der Ortsverwallung, Kaiscr-Wilbclm-Straße. sich abzuholen und recht rege den Verlauf der Marken zu betieibeii. Der Beamten- und Arbeitern usschuß des Paket- Postamts faszie gleichfalls eine Entschließung, in welcher der Sieg der lämpsenden Metallarbeiter als unerläßliche Boraussetzung für die freiheitliche Entwicklimg auch des Beamleiitums gehalten wird. Der Ausschuß fordert deshalb neben der ideellen auch die iatkrästige materielle Nnterstütziing der Streikenden durch alle Post- und Tclegrapheubcamle und-beamtinnen, Post- und Telegraphen- arbeiier, Aushelfer und Aushclferinucn. Streikmorkeu„Soiidariläl" sind zuni Preise von 1, 5 und 10 M. sogleich N. 54, Linienstr. 83/85, oder im GewerkschaftshauS, Engeluier 15, zu entnehmen.-> Tarifubschlui; im Kartoffelgrosthandel. Für die in den Kartoffelgrotzhandlungen Groß-Berlins täti- gen Kutscher und Schipper wurde im April d. Js. durch VerHand- lungen mit dem Ortsverbaud Berlin der Arbeitgeber in den j Transport-, Handels- und VcrkchrSgcwerben und dem Deutschen i Transportarbeitcrverband, Bezirksvcrwaltung Groß-Bcrlin zum ersten Male ein Tarifvertrag geschlossen, wodurch die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Arbeiter dieser Branche eine Regelging er- fuhren. Bis dahin waren die Löhne in den genannten Betrieben nicht nur unzureichend, sondern auch sehr ungleich. Durch den Tarifvertrag wurde eine einheitlime Regelung der Lohn- und ArbeiiSverhältnisse für alle Bet-riebe erzielt. Ansang Oktober d. Js. fanden neue Verhandlungen zwischen beiden Organisationen statt, wodurch verschiedene Verbesserungen des abgelaufenen Tarifvertrages geschaffen wurden. Die Ar- beitszeit für Kutscher und Schipper beträgt 8 Stunden täglich, gleich 48 Stunden vro Woche. Ueberstunden sind nur in drin- genden Fällen zulässig, es werden die ersten 0 Stunden in der Wocke zum regulären Lohn und die nächsten Stunden mit 50 Proz. Ausschlag xum regulären Lohn bezahll. Der Lohn für Kutscher und Schivvcr ist einheitlüh und beträgt pro Woche 150 M. Alle Arbeiten an den Sonntagen, außer der Pferdepslcge, werden mit 50 Proz. Aufschlag zum regulären Lohn bezahlt. Jeder im Betrieb beschäftigte Kutscher und Schipper erhält unter Fortzahlung des Lohnes SomMerurlaub. Derselbe richtet sich nach der Länge der Beschäftigung und beträgt 3 Tage bis eine Woche. Streitigkeiten auS dem Vertrage werden, sofern durch VerHand- lungen des Arbeiterausschusses resp. der Vertrauensleute mit der Geschäftsleitung eine Einigung nicht zu erzielen ist, durch eine Schlichtungsstelle, welche paritätisch aus Vertretern der Parteien gebildet ist, geschlichtet. Streik im Eisenhandel. Die im TraiisportarSeiierveiband organisierten Lagerarbeiter, Packer, Kutscher usw. aus den Betrieben des Eisenhandels haben, da Berhandluiigeii niit dem Arbeitgeberverband zu keinem Ergebnis geiiibrt haben, beschlossen, ihre Forderunge» durch das Mittel der ÄrbeitSeinstellung durchzusetzen. Die Branche der Jalonficarbeiter im Deutschen Holzarbeiter- Verband steht zurzeit in einer Lohnbewegung, die, da mit einer Baukonstliikiur nicht zu rechnen ist»nd fast alle Arbeilen sich auf Reparaiuren beschränken, sehr schwer durchzuführen ist. Trotzdem festgestellt ist. daß die Ilnlernebmer dauernd ihre Preise erhöhen, suchen sie die Löhne möglichst niedrig zu halten. Siliiidenlöhne, die oft nicht einmal 2 M. erreichen, gehören nicht zn den Selten- beiten. Trotzdem ist es getungcn, bei den Firmen Samson,- Bock- staller, Bocck, Mertens, Filtz, Gari nnd Freese annehmbare Stunden- löhne zu erzieleii. Einige dieser Firmen haben sogar die im Tarif des Deurichen.Holzaibeiler-Verbandes vorgesehenen Ferien bewilligt. Dagegen verstehe» sich die Unternehmer Lanzke. Hitdebrand i. Fa. Bonnet n. Eo., Olto, Salewski, Globig und der hinreichend bekannte Herr Wohlfahrt aus ihren Herrenstandpunkt und lehnen nicht nur die Erhöhung der Stundenlöhne, sondern jede Verhandlung ab. Leider sind es auw unsere Kollegen, die nicht den Mut ausbringen, diesen Herrchen einmal den Arbeitersiandpnnkt klarzumachen. Wir stellen infolgedessen an die organisierten Portiers und VernfSgenosieii, die sehr auf die Vergebung von Arbeiten einwirken können, die Bilte. nur solche Firmen zn berücksichtigen, die wirklich den Wünschen der Arbeiter gerecht werden. Die Branchenleitung. I. A.: P. Grezelkowski. Vom Verband Deutscher Handlinlgsgchilfrn und vom Kauf- inäniilschen Perein 1858 erhallen wir zu obiger uns vom Verband der Handluiiasgehilfeii seincrzeil übersandten Notiz folgende Be- richtigung: In Nr. 400 Ihres Blattes vom 10. Oktober 191-0 wird unter dem Kennwort„Wie sie sich schmieren lasten!" die Behauptung aufgestellt, der Verband Deutscher Handlungsgehilfen, Leipzig, und der Kaufmännische Verein von 1358 in Hamburg hälien am 24. April 1919 von der Zigarettenfabrik Georg Jnsmatzi A.-G. Dresden den Betrag von 3000 M. angenommen. Diese Beoauptung eiit>piichl nicht den Tatsachen, da sie den Anschein erweckt, als ob die Leitungen der betreffenden Verbände die Annahme dieser für Wohlfahrtszwecke bestimmten Spende gut- geheißen hätten. Die Leitung dcS 58er Vereins hat sie glatt ab- gelehnt, die des Leipziger Verbandes konnte dies nicht iokort!un, weil daS Geld dem StiftüngsauSichuß deS Geiiesungsbeiines Nieder- fchlema i. E. zuging, der als selbständige juristische Körperichakl ihr nicht unterstellt ist.' Sie hat aber, nachdem sie von der Spende er- fuhr, unverzüglich Schritte unternominen, die eine Rückerstattung des Beirages bezwecken. F. Bntzkc n.(.I I und V), am Sonnabend, den 25. Oktober, von 9— I Uhr, sür die Dienststellen der Grün- nnd Weserstraße(M III und Betrieb Haumann). Ausweise(Abgangsbescheiniguiigen usw.) sind vorzulegen._ GsrichtsZeitung. Die Heilsche Sülze. (Hamburger Draht bericht des..Vorwärt s".) Arn Dienstag hatten sich der berüchtigte Hamburger Sülzefabrikant Heil und seine Betriebsleiterin in Ham- bürg vor Gericht zu verantworten. Das Gerichtsgebäude ist mili- tärisch besetzt und bewacht, jedoch machen sich keinerlei Unruhen bemerkbar. Es sind ungefähr 150 Zeugen und 15«ach- verständige zu vernehmen, und die Verhandlung dürfte sich einige Tage hinziehen. Der erste Tag brachte die Vernehmung der beiden Angeklagten, sowie den Beginn der Beweisaufnahme. Heil macht den Eindruck eines kleinen Provinzbürgers. Er ist sehr geschäftstüchtig und redegewandt. Er führt seine Sache meist selbst, bestreitet entschieden, gesundheitsschädliches Materml verarbeitet zu haben und weiß sehr geschickt alle ihn belastenden Momente auf das Konto seiner im gleichen Hause besind- lichen Gerberei zn schieben. Von den Verhandlungen deS ersten TageS ist bemerkenswert, daß die drei Personen vcrnom- men wurden, die als erste an dem fraglichen Tage mit Heil sprachen und die Fabrik besichtigten. Diese sind e i n st i m m i g der 1! Überzeugung, daß Heil sich schuldig gemacht habe. Vor allem der Arbeitcrrat Walter macht stark belastende Aussagen. Er hatte in der Fabrik eine widerliche Masse gefunden, die schon in Verwesung übergegangen zu sein schien. Demgegenüber steht die Aussage eines S a ch v e r st ä n d i g e n. der die ihm überbrachten Beweisstücke als nicht g e s u n d h e i t s- schädlich bezeichneie. Man darf auf den weiteren Perlauf des ProzcffeS gespannt sein.__ Bus aller Welt. 20 000 Kronen Monatsgehalt erhalten die Stenotypistinnen der amerikanischen Mission in Wien; soviel machen nämlich ihre 300 Dollar. Aber selbst die schwarzen Diener könne» mit ihren 0500 Kronen Monaislohii stolz auf den arincil Hascher von Staats- kanzler herabsehen. Wenn übrigens jetzt die englischen Bauarbei- ter einen Stundenlohn von 2 Schilling fordern, so sind das auch schon 12 M. oder in der- Achtftundenschicht 06 M. täglich. Wie wäre e?. wenn das ganze deutsche Volk(mit Ausnahme der Produ- zenten natürlich) von der Entente— angestellt würde? Jugenöveranftaltungen. Zeutraljugrndhcim. Liiidenstr. 3, 2 Hof, links III: DiSkufsionS- abenv. Sithtenbrrg. Jugendheim, Parkane 10, Ecke Möllciidolsstaßc: Schach- und Brettlvtelabeiid. Prenzlauer Vorstadt. Lokal Eichhorn, Danzigcr Skr. 93: Dis- kussionSäbcnd. Trwpclkivi. Lokal.Sängcrheim'(Düse), Werder-, Ecke Kaiser- Dilbelm-Straße. Sämtliche Veranstaltungen beginnen um 7 Uhr. Südost. Sonntag 6 Uhr im»Reichcnberger Hoj", Zieichenberger Str. 147: Hcrbstseicr mit'Musik, Gesang, Rezitationen. Ansprachen und Reigentänzen. Karten zu 75?f. bei Haß, Harzer Str. 117, und am Saaleingang. Wrdding, Gesundbrunnen und Reinickendorf. Heute 7 Uhr bei Pose, Koloniestr. t.0: Fniiktionärtursnö. Vortrag: Die Geschichte dcr proketarischen Jugendbeivegung. Perantw. für den redaltion. Teil: Alfred Scholz, Neukölln! für Anzeigen: Ttziodor SUocke, Berlin Verlag: Borwäris- Verlag G. rn. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts- Buchdrnckcrei und Verlagsanstalt Tan! Singer u. Co. in Berlin. Lir.dcnlir. Z. Hierzu 1 Vellage. S?«>» � � Wir Litten'•C9' sie rn � 3; Fhrcm eigenen Interesse � Jfi von Ihrem Buchhändler tu verlangen � � W l e K a t S n ftafh Roman von Artur Landsberger Geh, M.7.—. jfeh. M. 10.—(mit Bachh.-Aofschlaä) � Georg IMü/ZerVer/ag München g »***#