Nr.F48.36.Ialirg. Bezugspreis t »erlellährl. ty— Ml. monatL l— SRt frei in» Hau», voraus zahlbar. Post» dezug- Monatlich Ml.«jH. gu- stellungsgedühr. Unier Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn SLö Ml, für da» llbng« Ausland 10.2S Ml. bei täglich einmal, gustelluna S.2ö Ml. Postbestellungen nehmen»o Dänemarl, Holland. Lnrrmdurg. Schweden u. die Schwei». Eingetragen w die Post-Zeltungs-Preisliste. Der.Borwärts' mit»er SonMag» beilage»Boll u. ge>N erscheint Wochen- täglich zweimal. Sonntag» einmal Telegramm-Adreff«: �Sozialdemokrat verlia». Berliner Volksblstt. [ Pfenn-g) Anzeigenpreis s Sil a»tgeipaltene Nonparelllezelli lostet lcho Ml.«leine lUnzeigea". da» fettgedrultte Wort 6lZ Pfg.(zulässig 1 fettgedruckte Worte), fede» weitere Wort I« Psg. Stellengeluch« und Schlafstellenanzelgen da» erste Wort V> Pfg. fede» weitere Won 30 Pfg. wart« Uder lS Buchstaben zählen fiir zwei Wort«. Teuerungszuschlag 30°/» Kamillen- Anzeigen, politische und gewertschaftlich« Vereins- Anzeigen tL0 Ml die geil«. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis S Ith» nachmittag» tm Hauptgeschäft. Berlin SW W. Lindenstraße 8. abgegeben «erden Geöffnet von S Uhr früh bi» t Uhr abend». Zentralorgan der rozialdemokratifchen parte» Deutfcblands. Neüaktion und Expedition: SW. öS, Lindenstr. Z. Ker-ivrecher:«mt Morinpla«, Nr.»»i Sonntag, den Ä3. Oktober IvIS. vorwärts-verlag S.m.b. h., SW. öS, Llndenstr.Z. Fernsprecher: stlmt Ntoriqplai;- Nr. 117 53—54. Die Spaltung öer Kommunisten. (Hamburger Drahtbericht des„Vorwärts".) Die Hamburger„Kommunistische Arbeiterzeitung" per- öffentlicht an der Spitze des Blattes folgenden Aufruf: Die Kommunistische Partei Teutschlands(Spartakusbund) hat sich gespaltr». Auf ihrem Parteitag hat die Zentrale dieser Partei dje Delegierte» mit Leitsätzen überfallen� die vorher den Organisationen zur Beschlußfassung nicht vorgelegen haben. Am Schluß dieser Leitsätze befand sich der Bermerk, daß alle Ge- »offen, die nicht ans dem Boden dieser Leitsätze stände», ans der Partei a n S z n s ch c i d e n'hätten. 18 von den 43 Delegierten haden gegen diese Leitsätze gestimmt, wurden deshalb als auße», halb der Partei stehend erklärt und aufgefordert, den Parteiiag sofort zu verlassen. Der Aufruf uimmt dann zu diesem Vorgehe« der Zentrale Stellung und weist am Ende darauf hin, daß sich die M i n d e r- h e i t sofort neu organisiere» müsse und daß die Parteiorgans sativu iu Hamburg die Durchführung der Borarbciteu für die Organisation der n e u e u Partei iu die Hand genommen habe. Der Aufruf ist uuterzeichnet u. a. von Dr. Laufenbcrg und Wolssheiln Hamburg. Die„Freiheit" schreibt, daß ..die ökonomiscken. sozialen und politischen Verhältnisse Deutsch- lands'für die spezifisch bolschewistischen Methoden keinen Boden abgeben und die Uebcrtragniig russischer»evolutionärer Mcfhc>t«m auf Deutschland nur die Gegenrevolution stärkt, was bereits immer weitere Kreise der Arbeiter beglriffen b-�bcn." Wir begrüßen lebhaft diese Erkenntnis, die in so erfreu- lichem Gegensatz zu der bisher befolgten Taktik des Blattes steht und wollen nur hoffen, daß es nicht umgehend gezwungen wird, Buße zu tun. Schweizer Polizei. (Lörracher Drahtbericht des„Vorwärts".). Die Geschäftsleitung der Schweizer sozialdemokratischen Partei erklärt jede Gemeinschaft mit dem internationalen sozialistischen Jugrndburcau abzulehnen. Die beiden deutschen Kuriere dieicr Jugendorganisation, die de» Brief des Kommunisten Marlowsli an Bucharin n»d Tschitschcrin in Moskau nach Deutschland bringen wollten, Student Aljred Kurella aus Berlin und Martin Kohler aus Konstanz, wurden aus der schweizerischen Haft rntlassrn, jedoch aus- gewiesen. Die schwcizerische BundeSanwaltschaft hat zahlreiche deutsche und italienische Arbeiter wegen gewerkschastlicher Betätigung des Landes verwiesen. Malmeüp. Ein« Note der Deutschen Waffenstillstoudskominission in Düsseldorf an die Entente protestiert gegen die unseren Lesen» bekannten sieben Auswcisrnrgen und sagt: Die ausgewiesenen Personen haben sich keiner Gefähr- dung der Sicherheit der belgischen Besatzungstruppen schuldig gemacht, sondern sind lediglich für das Verbleiben der Kreise Eupen und Malmedy bei Teutschland eingetreten. Der Friedensvertrag gibt den Bewohnern dieser Kreise das Recht, ihre Wünstlfe in diesem Sinne zu äußern, und die alliierten und assoziierten Mächte haben feierlich versichert, daß die Abstimmung in voller Freiheit vor sich gehen »verde. Mit diesen Zusick>crm»gen steht es in Wider- f p r u ch, lvenn unter der Bevölkerung jede Regung für das Verbleiben bei Deutschland«gcwaltiam u n ter drückt, andererseits aber belgische Propaganda mit allen Mitteln betrieben wird. Ter Bevölkerung von Malmedy hat sich durch die Ausweisungen eine tiefgehende Erregung bemächtigt, da sie in ihnen einen neuen Beweis für die von den belyischen Behörden vorbereitete Unterdrückung jeder freien Willens- äußerung in bezug aufedie Abstimmung erblickt. Die deutsche RegieHung legt gegen die Ausweisungen, die nür der Einschüchterung der Bevölkerung dienen können, nach- drücklich Verwahrung ein und spricht die E r w a'r t n n g aus. daß die belgifchen Militärbehörden unverzüglich Anwei- jung erhalten, die getroffenen Maßnahmen auszuheben. Nachgiebigkeit am Rhein? Wie uns ein eigener Drahtbericht von der badischen Grenze meldet, hat der Generalkommissar für Glsasi-Lothringen, Mi'lle- r a n d, durch Verfügung vom 23. Oktober den Belagerungszustand und die Pressezensur in Elsaß-Lothringen aufgchob.'n, auch die Bor- zcnsur für die sozialistischen Blätter. Der allgemeine Streik in dem belgischen Bescchungs gebiet soll den General M: ch e l veranlaßt haben, den Streikenden die Erfüllung aller ihrer Forderungen zuzusagen: Bcschräntung der Militärpolizei aus ihre eigemlichen Aufgaben, Befreiung der Bevölkerung von den Quälereien, Erleichterungen deö Verkehrs innerhalb der Besatzungszone und mit dem unbesetzten Gebiet und einen Teilversuch mit der Siebenstundenschicht. In Strasiburg wurden Flugblätter beschlagnahmt, die sich an die französischen Soldaten wenden und ihnen vorhalten, daß sie zur Unterdrückung der Elsatz-Lothcinger mißbraucht werden, die weder Franzosen noch Deutsche, sondern gleich den Soldaten aus- gedeutete Protetarier seien. ES wird gesagt, daß die Soldaten nach Hause und nicht mehr dem Militarismus dienen wollten. Der Schlußsatz„Nieder mit der Wahl!" zeigt die l i n k S r a d i- k a l e Herkunft des Flugblattes, welches unterzeichnet ist„Das elsaß-lothringische Volk". Aber nach der Enthüllung, daß der ver- schwundene jSolschetvist P i e r r a ein Agent Clemenceaus sei, da weiter eine antibolschewistische Rede Clemenceaus angekündigt wird und die bürgerliche Koalition den Wahlkamps gegen die Soziallsten unter dem Schlagwort des Bolschewismus führt, könnte man ver- sucht sein, auch dieses Flugblatt als eine Spitzelmache anzu- seheuz mindestens wird es gegen die Sozialisten ausgeschrotet wcrden. Der Hauptmann S a d o u l, der auf der Pariser sozialistischen Kandidatenliste steht und iocgen seines Uebergangs zu den Bolsche- wiki in Rußland angeklagt ist, soll seiner Bürgerrechte und seines Privatvermözcns für verlustig erklärt tverden, wenn er nicht vor dein Kriegsgericht erscheint. Dazu schreibt C a ch t n in der „H u m a n i tö":'„Jetzt ist es zuviel, Herr Clemenceau. Auf Ihre Provokation wird das gesamte Volk von Paris nicht verfehlen, Ihnen eine deutliche Antwort zu geben" Eine merkwürdige Parallele stellt Daniel Renondd im„Populgire" an, nämlich zwischen dem Angriff auf Sowjet- rußknd und dem Attentat aus H a a s r, das Renvult mit der Gegenrevolution in Deutschland zusamnienkoppelt. So wird einfach drauflos geschrieben, ohne daß man eine Ahnung von der Wahrheit hätte, aber auch ohne daß. man auf genauere Nachrichten warten würde! Das von uns mitgeteilte französisch« Gesetz über die Beendigung der Feindseligkeiten macht nur dem Kriegszustand i n Frankreich, aber nicht mit Dentschlaisd ein Ende. Dazu ist naiür- lich die Ratisizieriing des Versailler Vertrages erforderlich. Es heißt, daß die Ratifikation etlva Mitte November erfolgen wird. Die sozialistische„Humairite" greift die Regierung an, weil sie entgegen den strikten Verpflichtungen die deutschen Kriegsgefangenen noch immer nicht freilasse. TaS Aufhören der Feindseligkeiten sei offiziell im Amtsblatt angezeigt worden, was also die Rückkehr zum Frieden bedeute, wodurch alle Kriegsmaßnahmen sofort aufgehoben tverden müssen. Das Blatt weist aus das Beispiel der englischen Regierung hin und sagt, es sei ein u n e r t r ä g- l i ch e r Gedanke, daß man den Gefangenen auch nur eine Minute weitere unnütze Leiden auferlegt. In einer Bekanntmachung des französischen Militärverwalters im Saargebiet werden Saarländer und Franzosen aufgefordert, im Falle neuer Unruhen sich nicht als Neugierige unter die Ruhestörer zu mischen.' Wegen der Plünderungen sind über 1000 Personen verhaftet., Landrat v. Helfern in Saarbrücken ist durch Ministerialerlaß vom 2. Oktober unter Beilegung des Titels„Per- ltungspräsident" mit der vcrtrctungsweisen Wahr- 'hnvung der dem Regierungspräsidenten in Trier zustehenden Ver- waltungsgeschäfte un Gebiet des künftigen Saarstaatcs beauftragt worden. der Zrieöen tritt Anfang November in Kraft. Aus Paris wird gemeldet: Der Oberste Rat hat die Nicht- linien, die der Ausschuß zur Ausführung deS Fricdcnsvertragcö hin! fichtlich der Organisationru der B« l k s a b st i m m u n g s k» in- Missionen aufgestellt hat, gebilligt. Die. Bevollmächtigten wurden aufgefordert, ihre Repräsentanten für diese Kommissionen zu ernennen. Im weiteren Verlauf drr Sitzung wurde Marschall Fach vernommen, der Aufklärung über dir Bedingungen gab, unter denen die Volks- Abstimmung mit Rücksicht auf die militähschcn Bestimmungen deö Friedensvertrages vorgenommen werde» kann. In Paris wird er» wartet, daß die Konzentration und der Transport drr für die Ab- stimmungsgrbiet« bestimmten alliierten Truppen bis Anfang November erledigt sein wird und daß drr Friedens- vertrag bis zu diesem Termin in Kraft treten kann. Einstellung des Eisenbahnpersonenverkehrs. Die Münchener Cvrrespondenz Hoffmann meldet amtlich: Zufolge eines Beschlusses deS Ministerrates wurde an de« jLeichskanzler sowie an den Reichswirtschaftsministcr je ein Tele- gramm gerichtet, in dem der bayerische Ministerrat seine Auffassung betont, daß die in Süpdeutschland herrschende K« h l e n n o t zur Katastrophe führen' muß, wenn nicht die Einstellung d e S Ei f c n b a h n y e r s» n e n v e r k ehrs auf 10 bis14Tage erfolgt. Gleichzeitig wird ersucht, zur Beratung di-ser- Maß- nähme die Berkihrsminister der einzelne» Länder sofort nach Berlin zu berufen. Ver Gesellenmoröprozeß. Das Münchener Volksgericht hat die beiden Haupt- angeklagten im Gesellenniordprozeß, Müller und M a- k o w s k t, wegen Totschlages zu je vierzehn Jahren Zuckthaus ve r'u r t e i t t. Mit den Worten der Urteilsbegründung, daß die grauen-' hafte Tat ohne Beispiel dastehe und daß die Bestialität der Aussschrlmg jode Erwägung mildernder Umstände von vornherein unmöglich nrnchc, wird das Urteil des Mün- chener Volksgerichts dein Volksempfindcn gerecht. Immerhin hat das Gericht mir wegen Totschlags verurteilt. Ob es nicht wenigstens hinsichtlich des Wakowski — tvenn man schon Müller seine Angetrunkeicheit zugute hält — zu einer Verurteilung wegen Mordes hätte gelangen müssen, soll hier dahingestellt bleiben, weil wir einmal gruird- sätzlich Gegner der allein aus Mord stehenden Todesstrafe sind — wir hatten das auch beim Geiselmordprozeß betont—, und weil andererseits 14 Jahre Zuchthaus immerhin eine Strafe sind, die von der Auslöschung der Persönlichkeit nicht sehr weit entfernt ist. Mit der Gerechtigkeit um den Rest eines ge- knickten Lebens zu hadern, den die Strafe dei» Verurteilte»» läßt, überlassen wir den Anhängern der unbedu»gten Ver- geltungsjustiz. Unwillkürlich drängt sich die Parallele»nit dem Geisel- mord ans. Da beide Taten— Gesellenmord und Geiselmord — ein H ö ch st in a ß von Scheußlichkeit und menschlicher Ver- irrung darstellen, so erübrigt sich jeder Vergleich, welche Tat als die bestialischere anzusehen ist Beide Taten rufen»»ns niit eherner Deutlichkeit zu:„Das ist der Bürger- k r t e gl" Seit Jahrtausenden zeigt die Geschichte, daß der Kamps zwischen Bürgern desselben Staates innerhalb ihrer Stadt- mauern Grausamkeiten erzeugt, die selbst in dem Kriege zwi- scheu Nationen zu den Seltenheiten gehören. Und deshalb trifft für das Geschehene im höheren Sinne eine Verantwor- tung stets diejenigen, die den Bürgerkrieg gepre- digt und gewollt haben, mag sich auch die Tat in der Meinung der Täter gegen sie selber gerichtet haben. Die Leute, die schon am Tage nach dem 9. November die„zweite Revolution" ankundeten und vorbereiteten und jeden Ge- danken, daß weiterer Bürgerkrieg vermieden Werden müsse, als V e r r a t beschimpften, sie können nicht einfach ihre Hände in Unschuld waschen angesichts der grausamen Taten, die ihr Treiben auf beiden Seiten hervorgerufen hat. Wenn wir diele moralische Mitverantwortung der Hetzer zum Bürgerkriege feststellen, so fällt uns doch nicht ein. daraus einen Milderungs- oder Ei»tsch»»ldiguiigsgrui»d für die Per- somm abzuleiten, welche die unmittelbare Verantwor- tung an der Tat trifft. Offen sprechen wir aus, daß diese Tat nicht ohne i n i» e r e n Z u s a m m e n h a i» g i st m» t den Mißständen der Reichswehr, die an dieser Stelle oft genug kritisiert worden sind. Wir haben hier oft mit Be- dauern festgestellt, daß in der Führerschaft der Reichswehr das republikanische Element nicht stark genug vertreten ist. Gerade bei den Truppen, die München besetzten, ist nach zahl- reichen Beobachtungen dieser Umstand besonders stark hervovgetreten. Republikanische Führer unterscheiden sich von monarchistischen nickt nur in ihrer formalen Staatsauf- fassung, sondern auch sehr erheblich in ihrer Auffassung vom Soldatenberuf, nanientlich auch in der Beurteilung der Aus- gaben des Militärs im Bürgerkrieg. Mit der republikanischen Gesinnung paart sich regelmäßig ein größerer Sinn für Menschlichkeit und Humani- tat auch in» Kamhfe. Wo Truppen unter republikani- s�ch c r Führung standen, sind Taten, wie sie mehrfach das Schild der Reichswehr befleckt haben, nicht zu v e r z e» ch- n e>» geivesen. Hätten die Münchener Truppen unter dem Einfluß solcher Führer gestanden, anstatt unter Offizieren, die ihrerseits so manches taten, um-wilde Instinkte anzustacheln, so wäre die Tat wohl nicht geschehen. Freilich dürfen wir nicht vergessen, daß der Münchener Gesellenmord sich bereits im M a» abgespielt hat, also noch innerhalb der Periode der unäufhör- lichen Aufstände und Wirren, die unmittelbar an den ersten großen Spartaknsputsch im Januar anschlössen. Gerade in dieser Periode fehlte es außerordentlich an öer Möglichkeit, das Trnppenmaterial s o r g f ä l t i g z u sieben und auszusuchen,, weil die Verbände in größter Eile aufgestellt und dann bald hier, bald dorftrm Kampfe eingesetzt werden mußten, so daß sie gar nicht zur Ruhe kamen. Mit ihren fortwährenden Putschen haben die Unabhängigen und Koimnunisten selber d'e H a u p t s ch u l d daran, daß der Auf- bau der Reichswehr nicht besser aussallen konnte, als er tatsächlich ausgefallen ist. Hätten sie der Regierung Zeit und Ruhe gelassen, so wären wohl manche Elemente nicht- in die Reichswehr gelangt, die bei der allgemeinen Hast und Unruhe Eingang finden konnten. Die Regierung soll aus dem Gesellenniordprozeß die Mcchmmg ziehen, bei der S ä u b er u n g der Reichswehr von ungeeigneten Elementen größte Strenge walten zu lassen, und nanientlich ans die H c r a n b i l d u n g- c i n e s KäYrertUmS größten Wert zu legen, das bei aller Auf- rechterhaltung der Disziplin die Gewähr für P f l e g e e i n e s menschlichen Geistes in der Reichswehr bietet, der bei Siegen Mäßigung und Schonung des Besiegten nach den Ge- setzen der Humanität' zur Selbstverständlichkeit macht. Unter gr»ßem Andr«n«e des Publikums verkündete der Vor- schende OberlandcSgerichtSrat Hieber kurz nach 4%' Uhr folgendes einstimmig gefaßtes Urteil des Volksgerichts: Die Angeklagten Jakob Müller und Konstantin M a- kowSk» werden wegen Mittäterschaft am Totschlag zu je 14 Jahren Zuchthaus und zur Tragung der Kosten sowie zu 10 I a h r e n Ehrverlust verurteilt. Müller werden fünf Monate, Makowsti ein Monat Nntersuchnngs- Haft angerechnet. Der Angeklagte Otto G r a b a f ch wird wegen Totschlag? zu I Jahr Gefflngwi» verurteilt. Fünf Monate Untersuchungshaft werden als verbüßt angerechnet. Der Angeklagte wird auf freien Fuß gefetzt und es wird ihm für den Rest der Strafe eine Gewährungsfrist bis zum 1. November 1920 bewilligt. Der Angeklagte Fritz Krciner wird freigesprochen. In der Urteilsbegründung führte der Vorfitzende zur Begrün- dung des Strafmaßes gegen Müller und Mokowskh aus: Es ist nicht festgestellt, daß Müller und Makowsky an der Beuteverteilung beteiligt waren. Bei den Angeklagten hat das Ge-- richt ihre makellose Vergangenheit berücksichtigt, ferner, daß sie' im Kriege dem Vaterlande treu gedient sind daß sie neuerdings dem Vaterlands zur Bekämpfung der s p a r t a k i st i s ch e n U n ruhen sich zur Verfügung gestellt haben. Sie glaubten Spartakisten vor sich zu haben und waren in Er- regung über den Tod des Sanitätssoldaten. Es kommt ihnen auch zugute, daß in den ersten Tagen des Mai unmittelbar nach den erbitterten Häuserkämpfen die heimtückische Kampfes- weise der Kommunisten große Erbitterung bei den Sol- baten erregt hatte. Vielleicht haben auch nicht alle Befehls- Haber der Negierungstruppen auf die unnalhsichtige«nd strengste Einhaltung der Borschrist gedrungen, daß gefangengenommene Spartakisten nur dann sofort und ohne Verhör erschossen werden durften, wenn sie kämpfend festgenommen waren. Es wird an- genommen, daß Müller angetrunken war. Mankowsky ist in leichtem Maße Hysteriker. Gegenüber all diesen zugunsten der Angeklagten sprechenden Momenten steht die in subjektiver und objektiver Beziehung ohne Beispiel dastehende ungeheuerliche und grauenhafte Straftat, deren Einzelheiten geradezu bestialisch waren. Sie sind ein Hohn auf jede militärische Disziplin und Selbstachtung: sie widersprechen jedem sittlichen Gefühl und sind ioder menschlichen Regung bar. Die Angeklagten haben ihre Soldaten ehre mit Schmutz besudelt und der guten Sache der jungen Reichswehr Abbruch getan. Auch gefangenen Spar- takisten gegcnüber durften die Angeklagten in keiner Weise so unmenschlich vorgehen, auch Spartakisten müssen in einem Kulturstaat gegen gesetzwidrige Behandlung vollen Rechts- schütz genießen. Die erschwerenden Gründe sind so zahlreich, haß die Zubilligung mildernder Umstände, die zur Gefängnisstrafe geführt hätte, gar nicht in Betracht kam, und die Ungeheuerlichkeit und grauenhafte Ausführung der Tat schließe» jeden strafmildcrn- den Grund auS. Immerhin hat das Gericht unter Berücksichtigung der Trunkenheit Müllers und der hysterischen Veranlagung Ma- kotvskhs nicht auf die Höchststrafe von 15 Jahren Zuchthaus, sondern auf 14 Jahre erkannt.___ Noch ein jußtritt für Rumänien. Der Fünferrat hat der rumänischen Negierung eine neue Note übermittelt, in der er seine Befriedigung darüber ausdrückt, daß Rumänien in der Alliance verbleiben will, jedoch bedauert, dem Wunsche Rumäniens seine West grenzen be- treffend nicht Folge leisten zu können, da die Beschlüsse des Fünferratö bereits allen Mächten notifiziert worden seien. Auch hinsichtlich des Schutzes der Minderheiten lehnt der Aünferrat das rumänische Verlangen ab und erklärt, daß dies- Bestimmungen die rumänische Souveränität in keiner Weise berührten, da sie dem Statut des Völkerbundes entsprächen, dessen Mitglied Rumänien sei. baltisches, �lllzubaltisches. Die„P. P. N." melden: Es trifft zu, daß dem Reichs- w e h r m i n i st e r über die beiden westrussischen Agenten be- reits am Tonnerstagnachmittag Mitteilung gemacht worden war. Auf die sofortige Willenserklärung des Reichs- Wehrministers aber, die Beiden festnehmen zu lassen, hatte Abg. Dr. Cohn ausdrücklich gebeten, hiervon fürs erste abzusehen. Infolgedessen sahen sich die zuständigen Stellen veranlaßt, nicht sofort einzugreifen. Die beiden Agenten sind inzwischen festgenommen worden. Im übrigen sind alle Vorkehrungen getroffen— und nicht erst seit gestern, sondern bereits seit langem, um dem Schiebertum, das versucht, irgendivie die Ostsperre zu durchbrechen, das der- brechcrische Handwerk zu legen. Die„Freiheit" behauptet mit genauen Angaben selbst der Wagennummern, daß noch am 18. und HO. Oktober Munitionstransporte von Königsberg ins Baltikum gingen! Lettische Grausamkeiten gegen deutsche Berwündete und Gefangene werden gemeldet: die Nichtigkeit vermögen wir nicht nachzuprüfen. Nach MTB hat der lettische Bezirks- chef in Libau den Marineleutnant Stein, der dort bei der deutschen Marineauflösun gsstelle tätig war, der- haftet, und wolle ihn erst freilassen, wenn mehrere lettische Offiziere aus der Gefangenschaft entlassen werden. Diese lettischen Offiziere seien aber von den Awasoff-Bischoff-Leuten verhaftet worden. Dafür sollen nun die Libauer Deutschen durch Entziehung der Brotkarten bestraft werden I Wir möchten vorläufig noch bezweifeln, daß solche Bestialität mög- lich ist. Die katastrophale Ostseeblockade dauert unvermindert an. Vor Königsberg legte sich Sonnabend vormittags ein englisches Torpedeeboot beim Pillauer Tiefquer vor den Eingang zum Haff und sperrte dieses. Auf die Bitte des Pillaner Lotsenkommamdeurs, der an das Boot heranfuhr, gestatteten die Engländer den Fischern die Ausfahrt. Nachmittags fuhr das Boot wieder davon. Die russischen Heeresberichte lassen astes im Dunkeln. Trotzki meldet rote Erfolge, Judenitsch und Denikist weiße Doch muß Denikin den Verlust von O r e l zugeben. Aufs Neue läßt Judenitsch durch einen Londoner Ver- treter verkünden, daß er, Deuikin und ihr. Oberhaupt Koltschak, diese neuo�i unheiligen Dreikönige, keineswegs die Monarchie wieder aufrichten, sondern ein demokratisches Rußland konstituieren wollten. Jur Beruhigung der Volks- besreier-Entente versichern sie noch, daß alles für die Fest- nähme der Lenin-Regierung vorgekehrt sei. Die Nürnberger hängen keinen, sie hätten ihn denn. Trotzki ruft den russi- scben Arbeitern in einem Appell �zu, der Hauptfeind sei Eng- land; an allen Fronten stoße' das Proletariat auf englische Waffen. Tschitscherin fordert in einem Funkspruch, daß die Regelung der Frage der Aalandsinseln nicht ohne Sowjet- rnßland erfolgen dürfe. Finnland bedenkt sich sehr, seine Knochen für die verschiedenen West-, Nord- und Südrussen zu Markte zu tragen und Paderewski, der Polenpräsident, be- gnügt sich, man so zu tun. Wie wir erfahren, hängen seit einiger Zeit in Gefan- genenlagern in-Zentralrußland Plakate, wonach die Heim- kehr Kriegsgefangener eingestellt wird, weil die deutsche Re- gierung die Anwerbung in Deutschland befindlicher Russen für die antibolschewistischen Truppen fördere. So schädigen die Baltikum-Schieber das deutsche Volk an allen Ecken und Enden! He!a Khim nicht ausgeliefert. Wie der„Ost-West-Telegraph" meldet, erklärt die Aniwori der deuischöst�rreichischen Regierung auf das ungarische AuSlieferungS- begehren gegen die Räte-Regierer, die vorgebiachien Anklagen ge- nügten nicht, um zu beweisen, daß es sich nicht um absolute poli- tische Verbrechen handelt. Das Ersuchen der ungarischen Regierung müsse daher abgelehnt werden.— Die Münchener Unabhängigen haben an den Staatslanzler Dr. Nenner gedrahtet, die vcn Bayern Die Zukunft öes Serlmer Schloftes. Durch einen Teil der Presse ging dieser Tage eine Notiz, die detaillierte Angaben über das definitive Schicksal des Berliner Schlosses enthielt. Diese Angaben waren insofern unrichtig, als in dieser Frage endgültige Entscheidungen überhaupt noch nicht vor- liegen. Trotzdem ist'eS gut, wenn schon jetzt die Aulinerksamkeit weiter Kreise auf die Frage gelenkt wird: was soll. auS dem Ber- liner Schloß werden? Die meisten wissen vielleicht nicht, daß diesem kmisthlstorlsch wertvollen Bau das Schicksal drohte, zum großen Teil demoliert und für städtische Bureauzwecke eingerichtet zu werden. Diese Gefahr ist glücklich abgewendet worden, und wir wollen hoffen, daß fie nicht wieder aktuell wird, Denn auch die drückendsten WohmingSnöle der Gegenwart svlllen uns nicht dazu verführen, unschätzbare und überdies dauernd wachsende Werte für alle Zukunft zu zerstören. ES tauchte dann der Plan auf, au» dem alten Hohenzollern- schloß ein Vollshaus zu mache», eine Stätte der Erholung, Be- leyrung und Erbauung mit Bersammlungs-, Lehr- und Vortrags- säleir. Dieser Verwendungsmöglichkeit widerstrebt indessen die bauliche Anlage, die es an bequemen Zugängen für die einzelnen Liäume fehlen läßt. Von anderer Seile wurde vorgeschlagen, die eigentlichen Prunkräume in ihrer jetzigen Gestalt als Kunst- und kulturhistorische Denkmale zu erhalten und die übrigen Teile kür irgend welche praktische Zwecke zu verwenden. Aber auch dieses Projekt ist wegen de« Mangels an Einzelzugängen unans- führbar und würde jedenfalls tiefgreifende Demolierungen auch der Räume notwendig machen, die man unangetastet lassen möchte. Wenn sich die zunächst maßgebenden Instanzen jetzt darüber xjeeinigt haben, daS Schloß bis auf wenige nicht in Betracht kommende Räume für Museumszwecke zu verwenden, so wird man diesen Beschluß init Genugtuung begrüßen können, lind der Plan, hier das Kunstgewerbemuseum nnterzubringen, während dem Völkerkunde museum das bisherige Gebäude des Kunst- gewerbemuseumS als zweites Haus zugeteilt wird, ist die denkbar beste Lösung deS Problems. Beide Sammlungen leiden, ebenso wie die Nationalgalerie, unter einem kaum noch erträglichen Platz. mangel. und nachdem die Aussicht auf irgend welche Neubauten für absehbare Zeit geschwunden ,i»d der Nanonalgolerie da» frühere Kronprinzenpalais zur Verfügung gestellt worden ist lhoffentlich wird sie nicht wieder daraus vertriebe»), ist es durchaus notwendig, auch der Notlage der beiden anderen Museen abzuhelfen� Die in Frage kommenden Direktoren haben sich mit dem Projekt einverstanden er- klärt, und sobald die Mittel für die notwendigen Reueinrichtungen und Umzüge bewilligt sind, kann zu einer Reorganisation der 'beiden Sammlungen geschritten werden., Wir wollen hoffen, daß dabei die Gelegenheit benutzt wird, endlich zu einer größeren Popularisierung der Museen zu gelangen. Für die dem großen Publikum zugänglichen S ch a u s a m m- lun gen mnß die größtmögliche Beschränkung auf das Material verlangt werden. daS geeignet ist, allgemeines Jntercsse zu wecken. lebendige historische Belehrung zu bieten und daS künstlerische Stil. geAhl zu tultwierat. Je peniger umfangreich diese Schausammlungen sind, desto besser werden sie ihren Zweck erfüllen� Daneben sollte durch die ständige Veranstaltung wechselnder Sonder- a u S st e ll ung e n das Interesse immer auis neue angeregt und die große Masse zum Besuch der Museen veranlaßt werden. All- gemein verständliche g e d r u ck t e F ü h r e r, die sich nicht nach Art der bisherigen Kataloge auf trockene historische Angaben beschränke» dürfen, sondern zu einem lebendigen Hineinfüblen in Geist und Wesen der dargebotenen Schätze anleiten, werden neben regel- mäßigen mündlichen Führungen und Borträgen zur Hebung der allgemeinen wissenschaftlichen und ästhetischen Kultur der Besucher sehr wesentlich beitragen. Für das Völkerkundemusenm haben wir schon in der Persönlich- keit des neuen Leiters, des Genossen Cunow, eine gewisse Bürg- schaft dafür, daß bei der Anordnung und Verwaltung der Gamm- lungen die notwendige Rücksicht auf die Bedürfnisse der großen Massp Rücksicht genommen wird. Aber auch Prof. v. Falke, in desM Händen die Reorganisation des Kunsigewcrbemuseums liegt, hat die Absicht, der bisherigen streng wissenschaftlichen Sammlung in den Räumen des Schlosses einen mehr ästhetisch ein- prägsamen Charakter zu geben. Die Trennung in Schau- und Studiensammlung würde hier, wenn auch nicht streng und durchgängig, zum Ausdruck kommen. Die arckitekloniscki werlvollen Räume des Schlosses sollen natürlich in ihrem jetzigen Zustand er- hallen bleiben und in jedem sollen die Teile der Sammlung auf- genommen werden, die mit seinem baugeschickitlichen Charakter harmonieren. Den Haupteingang zum neuen Kunstgewerbemuseum würde das Eosander-Portal gegenüber dem Nationaldentmal bilden, und der Weiße Saal, in den man von hier aus direkt gelangt, wäre für Sonderausstellungen, Vorträge usw. zu reservieren. Alles in allem würden drei Viertel des ganzen Schlosses für die Zwecke des Museums zu verwenden sein und zur Versügung gestellt werden. Bei dieser Gelegenheit möchte ich zum Schluß noch rasch einen Blick auf da« Hohenzollern niuseum werten. Es ist selbst!- verständlich, daß diese Sammlung in der jetzigen Form nicht weiter- bestehen kann. Soweit eS sich bei ihren Beständen um Kuriositäten von ausschließlichem Panoptikumswert handelt, mag man diese der früheren Herrscherfamilie zur Verfügung stellen. Der teilweise sehr werlvolle Rest aber sollte unteren öffentlichen Kunstsammlungen zugeteilt werden»nd dadurch würde auch das Kunstgewerbemuseum einen nicht unbeträchtlichen Zuwachs an Möbeln, �allerhand Geräten und Einrichtungsgegenständen erkalten. Wie wäre es, wenn man diese dazu benutzt, um einige Räume des Schlosses als komplette Wohnzimmer im Charakter der Barock-, Rokoko-, Zopf-, und Bieder- meierzeit herzurichten? Dr. John SchikowSki. Die Aussichten für den Wiedcranfüau u»sercr BeVöller, mg. Die schweren Wunden, die Krieg und Blockadx unserer Bevölkerung ge- schlagen haben, find so groß, daß' man gelegentlich sogar von den Deutschen als von einem.sterbenden Boll" gesprochen hat. Nun haben wir zwar riefige Verluste erlitten, aber wir brauchen deshalb ncch nicht zu vcrzwcisel», wie aus einer Betrachtung über den Wiederausbau der Bevölkerung von A. Goltstein in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift hervorgeht. Vergleicht man die Be- sehr nachdrücklich geforderte Auslieferung Dr. Leviens nicht zu be« willigen. Der Münchener Staatsanwalt Dr. Liederich, der die Aus- lieferung Dr. Leviens in Wien sehr eifrig betrieben hatte, ist nach Hause gereist, nachdem ihm,— wie uns aus Wien be- richtet wird— bedeutet worden war, daß seine Anwesenheit und Tätigkeit durchaus unerwünscht sei. Die amerikanischen Jrieüensvorbehalte. Das Pressebureau Radio meldet, daß der amerikanische S e n a t s a u s s ch u tz für auswärtige Angelegenheiten vier weitere Borbehalte bezüglich des Friedensvertrages angenommen hat. Da- mit steigt die Zahl der Vorbehalte auf 14. Der 11. Vorbehalt sieht vor, daß keine Ernennungen für die Versammlung des Völker- bundes oder den Vorsitz des Rates oder für irgendeinen durch den Friedensvertrag geschaffenen Ausschuß erfokgen dürfen ohne be- sondere Ermächtigung des Kongresses. Der 12. Vorbehalt be- stimmt, daß die Bedingungen des Friedensvertrages, die sich aus ausländisches Eigentum beziehen, die Rechte amerikanischer Bürger mit Bezug auf solches Eigentum nicht schmälern dürfen. Der 13. Vorbehalt besagt, ixrß die Vereinigte» Staaten irgendeine Teilnahme al? Kurator der vormaligen überseeischen Besitzungen Deutschlands ablehnen, desgleichen jede Ver- antwortung der amerikanischen Regierung dafür, was mit diesen Besitzungen, auf die Deutschland laut Friedensvertrag ver- zichten mutz, geschieht. �elfferich- Clemenceau. Die Herren H e l f f e r i ch und Graf Westarp, die übrigens nach einer Meldung der„Täglichen Rundschau" zu den nächsten Reichstagswahlen in Pommern zu kandidieren gedenken, be- stritten am Freitag in Mei Referaten die geistigen Unkosten eines deutschnationalen Parteitags der Provinz Pom- m e r n. Ueber den Inhalt der Reden ist nicht viel zu sagen, sie sind ein Ausguß der nun schon hundertmal gehörten und wider- legte» alldeutschen Argumont«. Notiert zu werden verdient ein Satz Helsferichs, daß ein vierjähriger Krieg jedes Volk, ob Sieger oder Besiegter, bis ins Mark treffen müsse. So sind also doch die jetzigen Verfallserscheinungen am Ende nicht Folge der Revolution, sondern des vierjährigen Weltkriegs?! — Ferner erzählte Herr Helffevich seinen Hörern, für die Eng- länder und Franzosen sei diö internationale So- z,ialdemokratie sehr gut gewesen, ahxr immer mix als Exportartikel. Dieser Satz kam uns merkwürdig bekannt vor. Wenn wir uns nicht sehr irren, entstammt das Wort vom Export- artikel dem Munde Ckemenceaus, nur behauptete Herr Cle- menceau natürlich, daß die deutsche Sozialdemokratie den So- zualismus immer nur als Exportartikel kultiviert habe. Wie schön doch die Chauvinisten hüben und drüben einander widerlegen! Gegen die Störenfriede des Schulbetriebs. Der Kultus, ninister Harnisch bat in einem Erlaß endgültig ausgesprochen, daß der Uniug der Schülerstmks wegen Kaiserbildern und ähnlichen Lappalien lräftig bestraft wird. Die Schüler, die durch ihre kindische Anmaßung sich zum Schulstreik verleiten lassen» stören den Schulbetrieb und werden von nun ab ohne Gnade von der Schule verwiesen. Di« Verweisung erstreckt sich auf alle preußischen Lehranstalten. Wiederaufnabme eines Verwiesenen ist nur mit Genehmigung des Kultusministers möglich. Nun hört hossentlich die Schülerstreikerei auf. Insbesondere ist zu erwarten, daß die Erwachsenen nicht durch hetzerische Beeinflussung der Schuljugend die Schüler in ihrer Ausbildung schädigen._ TaS Befinden HaaseS. An dem Abg. Haase wurde vorgestern eine Serunieinipritzung vorgenommen. Gestern vormittag fand am Krankenbett eine ärztliche Konsultation statt, an der außer den Professoren Rotter und Bier auch der Professor Friedemann vom Virchow- Krankenhaus teilnahmen. Es erfolgte eine Blutunter- suchung, um den Grad der Blutvergiftung bakteriologisch sestzu- stellen.. Falls das Allgemeinbefinden des Kronken es gestattet, soll am kommenden Montag eine vierte Operation vorgenommen werden. Völkerungsbewegung vor dem Kriege und am Ende des Krieges in Preußen, so ergeben sich folgende Zahlen: 1913 gab es 1 172 41S Lebendgeborenc, 323 709 Eheichließungcn, 020 455 Todesfälle: da- gegen betrug die Zahl der Lebendgeborenen im Jahre 1918 nur 009 777. während die Eheschließungen aus 222 857 gefallen, die Todessälle aus 990 167 gestiegen waren. Mit dieier Statistik ist aber das Unheil noch nicht erschöpft, denn sie bringt die Folgen des Frauenüberschusses durch den KriegStod der Männer und die gesundheitliche Nachwirkung der Kriegsbeschädigungen nicht zum Ausdruck. Einen Anhaltspunkt für unsere Zukunftsausfichten kann uns nur die Geschichte bieten, in der ähnliche Krisen schon früher aufgetreten sind. Die Bevölkerungsverhecrungen waren in der Vergangenheit oft noch größer als heut bei uns, aber die betreffenden Völker haben sich, wenn auch häufig recht langsa�i, wieder erholt und sind sogar nicht selten zu neuer Blüte erstanden. Ein besonders schwerer Fall ist z. B. die durch die Mißernte des Jahres 1866 in Finnland hervorgerufene Hungersnot: Die Sterblichkeit stieg damals so, daß sie 1868 die Höhe von fast 8 Proz. der Bevölkerung erreichte und in manchen Gegenden bis zu 28 Proz. der Einwohner zu- gründe gingen. Trotzdem war schon im Jahre 1873 der Stand der Bevölkerung vom Jabre 1866 wieder eingeholt und sogar über- schrillen, und Finnland erlebte von da an«ine rasche Zunabme feiner/Bevölkerung. Diese finnischen Vorgänge beweisen die Mög- lichken eineö sehr schnellen Wiederaufbaue« der Bevölkerung auch nach schwersten Einbußen. Unsere Lage ist freilich diesem Beispiel gegenüber in zwei Punkten ungünstiger, denn die große Sterblichkeit trat dort in der Form akuter Seuchen auf, während bei uns besonders die Tuberkulose mir ihren nachhaltigen Wirkungen wütet. Auch war die Zunahme der Geburten in Finn« land größer: sie betrug nämlich 35 aus 1000 Einwofmer, während sie bei uns 1912 sich nur auf etwa 28 gro 1000 bclief. Dagegen war die Säuglingssterblichkeit damals noch etwas höher als bei uns vor dem Kriege. Die Möglichkeit einer Erholung ist nach GottsteinS Anschauung für Deutschland durchaus vorhanden, aber es bedarf dazu vor allem eines: des Willens der Massen zur Gesundung. Moskm» in Berlin. Den vielen Russen, die Berlin jetzt be« Völkern, werden sich demnächst zwei russische Bühnen— im Lyzeum- ibüb und im Brüdervereinshause in der Kurfürstenstraße— widmen. Für leichtere Genüsse will ein Kabarett sorgen, das am Freitag in der Bülowstraße vor geladenem Publikum eröffnet wurde. Es heißt „Blauer S a r a f a n". Das Beiwort rot, das uns von dem auch bei uns populären russischen Volksliede„Der rote Sarafan" her bekannt ist, scheint verpönt. Man rechnet offenbar mit Be- suchern, die niehr ihren Geldbeutel als die russische Freiheit gerettet haben.(Die Plätze tosten von 8—24 M.j Di« Sehnsucht nach dem alten, herrlichen Moskau wird in einem übrigens ergreifend vor- getragenen Couplet lebendig. Trotzky wird wirkungsvoll mit Peter l. kontrastiert(aber der Witz geht einmal vorbei: nicht die Bolschewisten haben das Fenster nach Europa geschlossen). Ein altes Gutsbesitzerehepaar beklagt reichlich sentimental die verlorenen.Ge- nnsse. Aber auch die verflossene Tyrannei wird gebrandmarkt sein Nr. 54$ ❖ 36. Jahrgang 7. Heilage öes vorwärts Sonntag, 26. Oktober 141 4 Verkehrsfragen im Reichsparlament. Sonnabend-Sitzung der Nationalversammlung. Reichsverkehrsminister Dr. Bell spricht zunächst, während sich die Abgeordneten erhoben haben, den Angehörigen der Opfer und den Verletzten der oberschlesischen Eisenbahn- und Spritschmugglerkatastrophe die Teilnahme aus und fährt fort: In Elsaß-Lvthringen- haben die pflichttreuen Reichseisenbahnbeamten und-arbeiter in bO fahren vorbildliche deutsche �Plturarbeit geleistet. Die deutsche Regierung erwartet, daß die französische Regierung die dem beut- schen Eisenbahnpersonal und seinen Angehörigen durch die franzö- fische Feldeisenbahnkommission wiederholt gegebenen Zusicherungen über Unverletzlichkeit des persönlichen Eigentums einlöst ujib in den Fällen, worin entgegen den Zusicherungen Eigentum zurück- behalte» oder veräußert worden ist, die Freigabe angeordnet oder ausreichende Entschädigung gewährt wird. Fast SCKX) deutsche Re- amte und 25M Arbeiter werden in der nächsten Woche Elsaß- Lothringen Verlagen haben, zahllose weitere folgen. Die sorge für sie ist unsere Ehrenpflicht. Alle Länder erklärten sich zur Uebernahme bereit. Ich bitte besonders die Gemeinden, bei Be- schrffung von Wohnungen behilflich zu sein.— Zur Ueberleitung der Staatsbahncn auf das Reich bedarf es der Festsetzung der Uebernahmebedingungen im Vertrags» weg« oder, wenn dies nicht gelingen sollte, du.-o den Staats?- richtshof.— Die Berkchrseinheit bedeutet die größte innerpolitische Errungenschaft der neuen Reichsverfassung. Bezüglich der Beteiligung des Personals an den Arbeiten der Eisenbahnverwaltung bestecht unsere nächste Aufgabe darin, Verhandlungen zur Bildung einer Vertretung der Eisenbahnerorganisationen beim Reichsverkehrsministerium aufzu- nehmen. Die bisherigen gelegentlichen Besprechungen des Mini- sterS mit Vertretern der Organisationen haben zu einer erfreu- lichcn Klärung und zur Feststellung eines wechselseitigen Ver- trauensverhältnisses mit zielbewußter Gemeinschaftsarbeit geführt. Die konstituierende Sitzung soll in Kürze stattfinden. Die Gesamt- Vertretung soll sich auf den Organisationen der Länder aufbauen. Das Reichsverkehrsministerium rechnet auf das volle Vertrauen und die tätige Mitwirkung des gesamten Personals und seiner Organisationen. Hierzu trit die Mitarbeit des Reichswirtschafts- rates, der Beiräte für Tarif- und Vcrkehrsfragen, des Reichs- cisenbahnrats, der Landeseifenbahnräte und der Bezirkscisenbahn- räte. Nicht minder bedeutungsvoll ist die Mitarbeit des Personals in dem durch das Betrirbsrätegesetz zu begrenzenden Umfange. Die Bestrebungen wur Elektrifizierung wird das Ministerium zweck- entsprechend zusammenschließen. Die Zentralisation des Wasserstraßenbesitzes wird von großem Nutzen sein. Jetzt bleiben die Eisenbahn- fr a ch t e n unter dem Selbstkostenpreis, während die Wasser- frachten die Selbstkosten bedeutend übersteigen. Taraus ergibt sich auf der einen Seite der nach Milliarden zählende Fehlbetrag im Eisenbahnhaushaltsetat, wogegen die Schisfahrt als Privatunter- nehmen Gewinne erzielen wollte, nachdem ihr der Gütertransport zwangsweise überwiesen wurde. Die zukünftige Tarifpolitik mutz sich mit dem Problem befassen, wie sich das Verhältnis der Fracht- tarife von Eisenbahn und Schiffahrt zueinander gestalten soll. Die Eisenbahnen sind ausschließlich Verkehrsanstalten, oie Wasserstraße» dagegen gleichzeitig Mittel zur/ Förderung der allgemeinen Lan� zur/ Förderung der allgemeinen Lan-, deskultur, sowohl der Landwirtschasl wie der Industrie. Nächstens wird ein Gesetzentwurf über das ReichSluftrecht vorgelegt werden. Gelingt es nicht, in kürzerer Zeit der weiteren Steigerung der Bcrkchrsnot einen Riegel vorzuschieben, so haben wir bestimmt»uc dem Zusammenbruch unseres Wirtschaftslebens und der Versorgung des deutschen Volkes mit den notwendigsten Bedarfsartikeln zu rechnen ES>si eine Untersuchung darüber eingeleitet, oo umerhrlv der ein- zelnen Perke hrSztveige— Eisenbahnen, Schiffahrt, Kraftsahrtvefen — eine Steigerung der Leistungen zu erzielen ist. Wir dürfen uns darüber nicht hinwegtäuschen, daß leider nicht zuviel mehr heraus- zuholen sein wird. Die Reserven sind im Eisenbahnwesen längst eingesetzt und erschöpft. Meine vornehmste Ausgabe muß es sein. festzustellen, ob über den Bereich der erwähnten einzelnen Verkehrs- zweige hinaus das Ineinandergreifen der Verkehrszweige gesichert rst, ob insbesondere die notleidenden Eisenbahnen durch Schiffahrt und Kraftwagen nach Maßgabe der Leistungsfähigkeit dieser Ver- kehrszweige entlastet werden.(B-ifall.) Abg. Äotzbur(Soz.): Selbst wenn es uns gelingen sollte, zu einer Gesund img unseres Verkehrswesens zu kommen, werden uns in der nächsten Zeit bittere Enttäuschungen nicht erspart bleiben. Die Eisenbahnen bc- finden sich in einem trostlose» Zustand. Nicht nur ihre Finanzen sind zerrüttet, sondern auch der mechanische Apparat ist vollständ'g heruntergewirtschaftet. Und trotzdem rechnet der preußische Ver- kehrsminister damit, daß noch weitere Einschränkungen nötig wer- den dürften. Warum mau die durchgehende Güterzugsbremfe, die zweifellos den Güterverkehr beschleunigt, nicht eingeführt hat, ist un- begreiflich. Es wird behauptet, wir hätten keine Wagen, keine Loko- Motiven, keine Kohlen. Aber im Westen werden infolge der un- erhörten Korruptionen ganze Züge verschoben. Die Bestechungsgcldcr an Beamte sollen 60 Millionen monatlich betragen. Aufgabe der Regierung ist es, hier einmal mit rauher Hand einzugreifen.(Beifall links.) Es darf nicht in der Bevölke- rung der Glaube aufkommen, daß gewisse Stellen ein Interesse daran haben, die Verwaltung der Republik gegenüber der der Man- archie zu diskreditieren. Hätten wir im Frieden dem Bau der Wasserstraßen mehr Beachtung geschenkt, so hätten wir im Stiege den Verkehr besser aufrecht erhalten können. Die Schuld daran trifft im wesentlichen die konservative Partei.(Sehr richtig! links.) Sie ist auch schuld daran, daß die Vorschläge Kirchhoffs und anderer Beamtor nicht beachtet worden sind. Es ist notwendig, die Reichseisen Sah neu vollständig zu demokratisieren, der Äufstieg der Tüchtigen muß ernstlich durchgeführt werden. Die lächerliche Summe von 750 000 Mark ftlr nützliche Erfindungen auf dem Gebiete des Eisenbahnwesens ist viel zu gering, um einen Anreiz zu gelfen. Meine Fraktion ist gegen den deutschnationalen Antrag, der die Regierung ersucht, dem Reichsverkehrsminister bei der Durchführung der Uebersührung der Eisenbahnen auf das Reich einen parlamentarischen Beirat zur Seite zu stellen. Die Arbeit der Nationalversammlung wird schon durch zuviel Beiräte und Aus' schüsse erschwert. Wenn die Herren von der Rechten nur einen Bruchteil der Wünsche, die sie setzt der republikanischen Regierung unterbreiten, im monarchischen Staat verwirklicht hätten, dann stäiche es jetzt besser.(Sehr richtig! links.) Wir wünschen, daß der Minister für baldige Aufbesserung der Bezüge seiner Beamten sorgt. Er darf die Hobung der Leistungsfähigkeit nicht durch Zwangsmaßnahmen gegen das Personal herbeizuführen suchen, sondern durch Demokratisierung und Aufbesserung der Be zügc. Durch das Akkordsy/tcm wird man Arbeitsfreudigkeit den Eisenbahnern nicht bei- bringen, sondern sie nur verbittern. Wir warnen davor, dieses System gegen den Willen der Arbeiter durchzuführen. Möge das Programm des Ministers Wirklichkeit werden und es ihm gelingen, das Verkehrswesen so zu gestalten, daß die Betriebe des Reichs Musterbetriebe werden.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Abg. Schirmcr(Z.): Die Befürchtungen Süddeutsch- l a n d s, besonders Bayerns, hinsichtlich unerwünschter Folgen einer allzu straffen Zentralisation der Verwaltung möge das Reichsver kehrsministerium zerstreuen. Die Kohlennot bedroht Süddcutsch- land besonders stark. Dabei steht in Belgien und Frankreich ein Teil unserer Lokomotiven und Wagen unbenutzt auf den Bahnhöfen und verrostet. Man mutz versuchen, sie zurückzuerhalten. Minister Dr. Bell: Im Werkstättenleben ist das Prämien- wesen auch kern Allheilmittel. Für schleunige Einbringung der Beamtenbesoldungsreform werde ich eintreten. Eine Ueberweisung von Reparaturen au die Privatiitdustrie ist nicht immer angängig, weil die Fabriken auf derartige Reparaturen nicht eingestellt sind. Das Schiebertum ist eins der größten Verkehrshindernisse. Abg Dr. Zöchel(Dem.): Wir hätten eine Einbcziehug der Post in das ReichSterlehrSministerium gern gesehen. Mit der Uebernahme des Verkehrs erhält daS Reich einen Be sitz, den es durchaus hypothekarisch belasten könnte. Abg. Teglerk(Dnak): Es war falsch, an di« Spitze des Eisenbahnministeriums einen Nichtfachmann zu stellen. Preußen mutz die Führung behalten, sonst bricht unser ganzes Eisenbahn wesen zusammen. Minister Dr. Bell: Dos Reichs verkchrsministerium hat sich gegen die Uebernahme der Post nicht gesträubt, nur aus prak:i schen Gründen hat man die Trennung belassen. Das Ministerium setzt sich aus drei Gebieten zusammen: Elsenbahnen, Wasserbau, Kraftwagen und Lustschiffahrt. Das erfordert eine-inheitliche Leitung. An der Spitze der drei Abteilungen stehen drei hervor' ragend tüchtige Männer. Ich habe mich nicht zu meinem Amte ge drängt. Abg. Bock(U. Soz.): Obere und untere Beamte oder gar nachgeordnete Beamte sollte es nicht mehr geben. Die Autorität wird nicht durch Anschnauzer gefördert, sondern nur durch freiwillige Disziplin, dadurch, daß der Untergebene die Leistungsfähigkeit und Tüchtigkeit seines Borgesetzten anerkennt und Vertrauen zu ihm hat. An die leitenden Stellen müssen Fachmänner kommen; wir nehmen an, d a tz der Minister sich mit solchen Männern umgeben wird. Die Parteizugehörigkeit darf bei der Anstellung von Beamten nicht aus schlaggebeud sein, sondern nur die Tüchtigkeit. In Preußen dien tcn die Eisenbahnen hauptsächlich dazu, den Etat zu balanzieren; das muß jetzt aufhören. Die Arbeiter müssen vernünftiger und gerechter bebandelt werden als bisher. Der Unwille, der sich in den Streiks aussprach, hatte seinen Grund darin, daß man die Arbeiter nicht als gleichberechtigte Menschen behandelte- Der preußische Eisenbahnminister hat sogar Verhandlungen mit dem Zentralrat der Eisenbahner einfach abgelehnt. Die Aufrechterhaltnng der 4. Wagenklasse ist eine Schmach für das demokratische Teutschland. Ich hoffe, daß dem neuen Ministerium die Erfüllung der Aufgaben, die es sich gestellt hat, gelingt.(Beifall bei den U. Soz.) Der Haushaltsplan wird genehmigt. Montag 1 Uhr: Reichswirtschaftsministerium. Schluß 7 Uhr.'_ Zur Gesundung des Nachwuchses. In aller Stille ist vor mehreren Wochen das Kinder- genesungsheim in Buch eröffnet worden. Damit hat die Stadt Berlin auf dem Wege des Neuaufbaues unserer Volksgesund- heit einen Schritt getan, der da? Interesse weiter Kreise verdient. Einem Aufsatz, mit dem der Privatdozent Dr. L. F. Meyer, Oberarzt am Waisenhaus und Kinderasyl der Stadt Berlin- die Eröffnung des Heims begleitet, entnehmen wir die folgenden Aus- führungen: Die durch Hoffmann erbaute Anstalt war eigentlich als Irrenanstalt bestimmt. Infolge der Alkoholvermindcrnng hat die Zahl der Jrrenkrankheitcn, die im wesentlichen durch Alkoholmiß- brauch entstehen, derart abgenommen, daß nunmehr keine Belegschaft für die große Bucher Anstalt zur Verfügung stand. Nun soll an der Stelle, die für das verwelkende Leben bestimmt war, unsere Jugend aufblühen. 650 Kinder finden einstweilen in den Räumen der Anstalt Platz: über die doppelte Zahl kann aufge- nommen werden, wenn der Bedarf es erfordert. Aufgabe der Anstalt ist, Sorge für das zarteste Lebensalter zu treffen. Siegurund-Schultze hat in seiner Schrift über die Emwirkung der Hungerblockade auf die deutschen Kinder die Zahl der Todes- o p f e r im jungen Kindesalter allein für das Jahr 1917 auf 50 000 berechnet. Selbst das Säuglingsalter ist von der allgemeinen Ver- schlechterung unserer Lekensverhältnisse nicht verschont geblieben. Gegenüber dem Friedensjahr 1913 brachte das Jahr�19I7 trotz der Verminderung der Geburtenzahl«inen Anstieg der Scn'.glingssterb- lichkeit um 2,4 Proz. Erheblich stärker ist freilich die Sterblichkeit der Kleinkinder und der Sckmlkinder gestiegen, und zwar um rund 50 Proz. gegenüber den Friedensjahren. Die Sterblichkeit der Kinder und Jugendlichen übertraf die der über 70 Jahre alten Greise. Im überwiegenden Rkaße ivaren es die Großstadt- ki n d er, die dahingerafft wurden. Als Hauphirsache dieses Sterblichkeitsanstiegs muß die Erkrankung an Tuberkulose ange- sehen wenden. Die Zahl der allein in Berlin an Tuberkulose ver- storbencn Kleinkinder und jüngeren Schulkinder hat sich verdoppelt, die der älteren Kinder verdreifacht. Aber diese traurigen Sterblichkeitsziffern drücken nur einen Teil des Elends unserer Kinderwelt aus. Weit größer als die Zahl der Toten ist die Zahl der krank und siech gewordenen.Kinder. Unendlich viele Kinder Deutschlands sind in Körpergewicht und Längenivaihstum zurückgeblieben und in ihrer Entwicklung um ei» bis zwei Jahre gehemmt worden. Ueberaus ernst aber ist die durch die Unterernährung bedingte Ausbreitung zweier Erkrankungen, der Rachitis und der Tuberkulose, die beide auf Jahrzehnte hinaus an unserer Volksgcsundheit zehren werden. Die Rachitis(..englisax Krankheit"), die die Kinder in den ersten Lebensjahren heimsucht, kann bekanntlich zur dauernden Mißgestaltung des Knochensystems führen und durch diei'e körperlichen Fehler Neigung zu Erkrankungen innerer Organe schaffen. Die Gefahren der Tuberkulose sind all- gemein bekannt. Jeder einzelne Krankbeitsfall wirkt als An- steckungsberd, von dem neue Infektionen ausgeben. Die schweren Formen der Rachitis sind, wie eine Auszählung bei Berliner Waisenkindern ergab, auf das Doppelte gegenüber 1913 ge- stiegen. Die Zahl der tuberkulösen Kleinkinder bat sich auf das Vier- bis Fünffache vermehrt. Von 100 Kindern, die der Waisenpflege zugeführt werden, sind heute sechs tuberkulosekrank. Die Einrichtung des Kindergenesungsheims stellt freilich eist einen Schritt auf dem langen Wege dar. der zur Wiedererlangung unserer Volksgesundheit führen soll. Wir werden um so rascher an das Ziel kommen, je mehr jeder einzelne, insbesondere jede Mutter der armen Schichten, daran mitarbeitet. Jmmer wieder muß darauf hingewiesen werden, daß rechtzeitig ärzt- liche Hilfe gesucht werden muß. Es genügt nicht, den ärztlichen Rat einzuholen, wenn die Erkrankung der Kinder eingetreten ist. Mit geeigneten Fürsorgemaßnahmen soll durch zeitige Behandlung schwerer Erkrankung vorgebeugt werden._ In Berlin ugd Charlottenburg besteht schon heute für die Kleinkinder die Möglich- keit vorbeugender Beratung und Behandlung durch den Arzt. Alle Säuglingsfürsorge stellen sind zu Beratungs- stellen für Kleinkinder erweitert worden, in denen jede Mutier ärztlichen Rat und Hilfe für ihre Kinder rinden kann. Leider sind diese Einrichtungen anscheinend noch nicht �genug bekannt. Während Säugling? in größter Zabl den Fürsorgestelleü zugeführt werden, bleibt die Frequenz der kleinen Kinder noch hinter den Wünschen der ärztlichen Leiter zurück. Eine wichtige Aufgabe des Berliner I u � e nda m tes ,�da§ demnächst umgestaltet werden soll, wird es sein, durch Schaffung weiterer sozialhygienischer Einrichtungen und durch Vereinigung aller Jugendwohlfahrtsbestrebungen den Weg zur Wiederher- stellung des schwer erschütterten Gesundheits- zustandcs unserer Kind« r w e k t zu bahnen._ dpancLailßJ0 Stfi 16 JBQfCLn'&■ T�anügstraßo. tl-fr �ajimn�ühidung Bluse»u» reinwoll. Stock mit besticktem Vorderteil...... 45.00 Bluse weißer Japan-Seide mit iarbigem Stieb........ 58.00 Tanzkleid aus Japan-Seide, weiß oder rosa............ li/U.— Tanzkletd»"« Chinakrepp, hell- oder mittelfarbig...... Mantel aus Flauschstoff, moderne Form............ 350. Mantel aus vorzüglichem Flauschstoff mit Gürtel..... 550. Joppen einreihig, hochgeschlossen, klein n mittelgroß 29.- 36.- 46.- ■' Beinkleider.. 75.- 88.- 108.- R.ock u.�Veste. 320.- 450.- Wmtcr- Paletots 400.- 650.- Lodenstoffe Mu 32.- 36.- 40.- Anzugeto(fe Mtr.58.- 68.- 78.- Ulsterstoffe..57.- 72- 105.- Marenjft)stofle75.- 110.-135,- Erstklassige Herrenstoffc in großer AuswaLl JPintQ\-DUcintel Abb.l. Aus starkgriffigem Winterstoff, marineblau oder braun, 110 cm lang. 93. Abb.2. Aua starkgriffigem Winterstoff, in dunklen Farben, 123 cm lang.... 135.' Reinwoll. Kleiderstoffe 90-110 cm. Meter 21.75 bU55.00 Reinwoll. Ckeviots schwere QuaL 1 10.140cm, Meter 47.50 bis 82.00 Reinwoll. Kostümstoffe 130- 140 cm, Meter 38.50 bis 89.00 Reinwoll. ScKleierstoffe x 70-1 10 cm. Meter 19.50 bis 31.00 ScLwarze Kleiderstoffe Reinwolle, Meter 28.50 bis 95.00 Mantelstoffe Flausch- und Cheviot- arten.l30-l40.Mli. 20.00 bU 98.00 Jfö r 0? Q' tt Q, Abb. Mantel 98.- KorSCtt aus naturfarbigem BaumwoIIstoff.halbhoheForm 15.75 Korsett aus naturfarbigem Baumwollstoff, m.Stnimpfhalt 19.5(3 Korsett aus gestreiftem Stoff mit I Paar Haltern........ 28.50 Korsett aus weißem Stoff mit waschbarer Einlage....<34. ÜU Korsett aua geatreiflemDrell, baaond fest, mit I Paar Halt 36.00 Korsett aus wß. gemustStoff, lange Form mit I Paar Halt. 39.00 ScpudL/ion/ TKööo&stöffo./ OqilLsqAq vm Pqx�qx Opernhaus. Götterdämmerung. Anfang 4 Uhr. Schauspielhaus. Maria Stuart. Anfang 6'/a Uhr. Direktion Max Reinhardt. UentHrhes Theater. 12 U.: Neddy Impchoven, Tänze eddylmpenoven r: Glavigo. PI, Uhr Montag h'/j Uhr; Panst I Kammernpiele. ZV- Uhr; Frühlings Erwachen. uhr; Die iiielisE tSerPandora Montag 7 Uhr; Iwanow Theater i. d. 0 WgorätzerStraße N'achtn. 3.15 Uhr; Musik. '/«S Uhr:«chloß Wetterstein. Montag; Ein Traumspiel Dienstag: Schloß Weiterstein Mittwoch: Schloß Wetlertteln Donnerst.; Ein Traumspiel Freitag: Schloß Weiterstein Sonnabd.; Schloß Wetterstein Sonntag nachtti: Musik. Abends: Ein Traumspiel Montag: Ein Traumspiel KomOdlenhans Uhr; Die Ehre. j'- liselott v.lPfalz Berliner Theater 3 Uhr; Die tolle Komteß. 7 Uhr: Bunimcl- Studentcn. Centrnl-Theatcr 7V, uhr: Ble faschinoslee. Dentsehea Opernhnaa v uhr: La Traviata. Edrn-Tbeatcr 3 Uhr: Prinzessin vom NU. u.s„ü. Ä. w. g." Prledr.-WllhelniHt.Th, 3 Uhr: Jugend. vi, uhr: Gretcheu. Kleines Theater. ZV, Uhr; Johannisfeuer, vi, uhr: Helden. Kl. Nchannpielhans. N Er kann nicht bclehlen. Komisehe Oper 12 Uhr: Matinee. z>/. Uhr; Schwarzwaldmädel tv, u.: liebeszauber. Lustsplelhans ZV, Uhr: 360 Frauen. Tv.uhr- So ein Madel. Metropol-Theater. 3;CharIeysTantem.Thi8lscher 7 Uhr: SyhlH IVeueH Operettenhans. 3'/, Uhr: Die keusche Susanns. 7v,u.:DicDarjeyoniMus. Mehillcr-Theat. Charl. 3 Uhr: Wie es euch gefällt. S.'iFiachsmann als Erzieher Thalia-Theater 3 Uhr: Polnische Wirtschaft. tv, uJungler Sonnenschein Th. am Gollendorfs lata ZV, Uhr: Die Puppe. 7-/« Uhr: JDcrfler/gfcfTeßü: Theater den WeHtcns Z>/, Uhr. Die lustige Witwe. 71/, u.: Die Frau im Hermelin Theater„Die TrlbOne" UV, U.: Steian Zweig spricht Ober Romain Roland. 3 Uhr:„Die Wandlung." tv. uhr:„Die Wandlung." Theater d. Prledrlchstadt 7Va Uhr: Dr. Stierllt« mit Rud.Schirdkraut Wallner-Theater P/, Uhr: Die Oelsha mit Mia Werber. uh? Eine Ballnacht. Residenz- Theater. Untergrundb. Klosterstraße, Stadibahn Jannowitzbrücke. Nachm. 4 Uhr, kleine Preise: Oer icnte Rd(. Täglich Heut-'J'JK Molo 8 Uhr. zum /Sld.J'lalD Das im Wl Von Hermann Sudermann. Regie: Alfred Rotter. Erich Kaiser-Titz. Olga Limburg, Harry Lledtke, Rosa Valettl, Marietta Olly, Emma Dehner, Qunold, Mamelok. Mittwoch 4 Uhr, kleine Pr.i Rotbftppchcn. Sonnabend 4 Uhr, kleine Pr.: Uänsel und Oretel. Trianon-Theater. Bahnhol Friedrichstraße. Untergrundbahn Friedrichstr. Nachm. 4 Uhr, kleine Preise: Johannistener. Täglich V,8 Uhr Von Ludwig Fulda. Regle; Alfred Rotter. Hans! Arnstadt, Eugen Burg, Käthe Dorsch, Paul Rildt, Jul. Falkensteln, Hugo Flink, Paula Levennann. Mittwoch 4 Unr, kleine Pr.: Schneewittchen. Sonnabend 4 Uhr, kleine Pr.: AhchenhrOdel. Rose-Theater. 3 Uhr: Kabale und Liebe. 7i/, Uhr: Das Gesetz. £Hte< Theater an Hottbatcr Ter. Xel; MoriteplaU 14 814. Jod. Abend TV, Uhi; »-ZSnJsr 9«Oem. MitgT der ßtelttaer Singer. k-jonnUBehm Sühr etmäß PreiaetroU AhciKt■Piojramnu 1 Kind trei!• Kauctato gestaltet. Konzert. lieg. 7." . 11— IV, i oUkr. I Chr. Volhsbflhne a.™"o"i. 7'/, Uhr; Paul Lange und Tora Parsberg. Montag 7'/,:'s Jungferngift. Lessing-Theater Direktion; Victor Barnowsky. 3 Uhr; Der rote Hahn. Tl,: Christa die Tante. Montag 7'/,: Christa die Tante Dienstag 7: Peer Oynt. Mittw. 7'/,: Christa die Tante. Dornt.?>/,: Christa die Tante. Freitag 7: Peer Oynt. Sonnabend 7: Zum 1. Male! Fräulein Julie. Hierauf: Der grüne Kakadu. (Tllla Durieux, Ilka Grüning, Dagny Scrvaes. Fritz De ius, Hans Fischer, Eugen Klöpfer, Rudolf Klein-Rogge, Konrad Veidt). Sonntag P/,: Fräulein Julie. Der grüne Kakadu. Mont 7V,' Christa die Tante Deutsches Klinstler-Tlieater 3 Uhr: Dies irae. Allabendlich 71/,; Cyprienne. (Leopoldine Konstantin, Grete reislng, Anneliese Halbe, Jo Hegyi, Helene Konschewska, Kurt Götz, Erich Walter, _ Franz Weber.)_ Walhalla-Theater. I1/, Uhr: Das Gesetz. Vi, Uhr: Eine Fran wie Dd. Casino- Theater Lothringerstraße. Tägl.,/.8 U.: Großstadt-Pflanzen Volksstück In 3 Akten. Vorher: Schwarzwaldbüble. Operettenakt m.ViktorLitzek. Dazu erstklass. Spezialitäten. Sonntag V�: Mädchenehre. APOLLO THEATER | Friedrichstraße 218 Dir.: James Klein 7V, allabendi.«TV, Sonnt.ZV, u. I Die Welt im Jahre 2000! Gr.Varietä-Ausstalt.- schau in 5 Bildern. I In Szene ges.von Dir. James Klein. jua.: Modenschau im Jahre 2000 10 Ikarier zu Pferde /Akrobatische Spiele/ Die Lichtfee in der Sllbergrotte/Tänzei Effekte a.d. Jahre 2000 Senta SSneland Lude Blattner H.Lamberts-Paulsen Alex Stamer Hedwig Gitzke usw Sonnt. ZV,(.Erwachs. 1 Kind freil Alexanderstr. 21. Täglich 7.30: Spezialitäten u. Varietä. Burleske: in 3 Bildern. Unter den Linden 22-23. Direktion: M. Sollman. Die große Nachfrage und der kolossale Kassenandrang veranlassen mich zu einer Verlängerung des Films 2 Uraufführungen 2 (uselnesMannes Mädclienjahren. Nach d. bekannten Roman von N. O. Body. In der Hauptrolle; Erika Gißßner. Lissy, der Spatzensctireck Lustspiel in 3 Akten. In der Hauotrolle: Ottchen Mücke Llssy Arna. »Potsdamer Str. 38 Tnrmstr. 12 Henny Porten in; Rio lebende Tote Friedman, Rheinstr. 14 Aphrodite. Alexanderpiatz-Psssage. Eva May in; Irrlicht. Kammetlidjtfpfele| 3TC oj q rt fo al und® S d) ö n e b e rg � �Zriedrichftroge 180 Mein Leopow VolkfistQck mit Konrad Dreher/ Melita Petrl/ Sabine Impekoven Leo Heukert Nie Zwillinge des Herrn Sebastian Schwank mit Arnold Rieok w Nollendorfplatz 4 Die pcUe derMarion Aach Schauspiel mit Margarete Neff Leo Peukert I-. Wochen rM8EWN� rAOftTEIM RO/C BESINN, Hjch döio plflicinatnigan Schausoitl nn " Garhart Hauptmann Kurffirftcndarara 26 Hlegander platz Weinbergsweg 16—17 *. Woche 1 Delos-Fllm- Operette Zachende Aerzen ilnsik von Carlo Emerich mit Lotie Werkmeister Melita Kiefer Kammersänger Julius Lleban Vorverkauf tigfich ton 11-1 Ohr fffifi a j e n h t id e 28 2. Woche 1 2. Woche I 2. Wochel 2. Woche 1 Der Galeerenslräsling Phantastisoher Film aas der Yerbreeherweit nach Balzac Verfaast von PSUl WSgSNee Regle: Rochus Gllese Haupt- psul Wesener/ Lyda Salmonova darsteUer: Emst Deutsch/ Paul Hartmann Oer grosse Maxim-Film Der Tanzer (II. 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Waldschrat'', für Violoncello allein(Uraufi.); kl. Stucke von Bruch, Pupper, Dienzl, Davidotf. Am Klav.: C. Schmalstich.| Karten 8, 6, 4, 2 M. 1 Beethovensaal. Donnerstag, 30. Oktober, 7'/a Uhr; Lleder.Abend Paul Bender Richard Wetz, Richard Würz, Max Kowalski, U. Wolf. Am Klav.; Mich. Raucheisen.| Karten 8, 6, 4, 2 M. Singakademie. Donnerstag, 30. Oktober, 7'/, Uhr; I. Kammermusik. Abend BuschsQuartett Adolf Busch| Karl Reltz| Emil Bohnke| Paul Grümmer. Beethoven(StreichquarL C-moll, op. 18. Nr. 4) Mozart(Q-dur Nr. 1). Brehms(C-moll, op. 51, Nr. I) j Karten 10, 8, 6, 4, 2 M. Philharmonie. Freitag, 31. Oktober, 7Vj Uhr: Konzert m. d. Phllharmon. Orchester Werner Wolff Sollstin— Sigrid Hoffmann-Onegin Bruckner, Sinl. Nr. 5; Gluck, Konzertarie„Endlich soll mir erblühn"; Berlloz, Gesänge a. Nuit d'ätä u. Carneval Karten 8, 6, 4, 2 M. Singakademie. Sonnabend, I. November, 8 Uhr: Klavier. Abend Frieda Kwast-ffodapp Schumann, Sonate Fis-moll: op. U; M. Reger, 4 St. „Aus m. Tagebuch"; Bach-Busoni, Chaconne D-moll: Chopin, Son. H-moil. op. 58. j Karten*, 6, 4, 2 M. Blüthnersaal. Diens ag, 4. November, 8 Uhr: II. Tanzabend . Lucy Kieselhausen u. a. Walzer Tschaikowsky, Cis-moll-Walzer, Chopin, Gavotten— Mozart,„Der Schwan"— Saint-aaens, Olmmy— üommy— Schmidt— Gregor. Karten 12—2 M. Blüthnersaal. Montag, IQ. November, PI, Uhr: Aui vtelsei igen Wunsch VII. AutklSrungsabend Otto Otto. Heilungsiflöglichkeiten! Neue Experimente! Karten 10, 8, 6, 4, 2 M, Beethovensaal. Freitag, 14, November, 7>/z Uhr: II. Klavler-Abend Wilhelm Backhaus Karten 8, 6, 4, 2 M. Kart. f. ob. Veranst. b. Bote& Bock, Werthelm u. a. d. Abdk. I Soiftö{Us33.öne{teiJ. Srooitep, Boston, HiawatHa, Contre, Quadrille, Walzer u. alle aiien und neuen Tanze lehrt das Neue TanzleHrbuch mit vielen Abdiidunaen M. 4.50 Rlaoieralbum mod. Tänze 12.19. Snter Ton und feine Sitte, Geschenfwerf 0.25. 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Gute, haltbare Stoffe in schwarz und modefarbcn. Kartoffelversorgnug für den Winter 99« in dkm rtrgtngenen Winter werden wir auch für den Winter 1919/20 fo weit wie moaüch den Bedarf der Berliner Bevöirernng an Kartoffeln sitr die Zeit sicherzustellen verbuchen. wahrend welcher Froft und andere Beriehrsstockunßen ..8p luhrcn hemmen. Zu diesem Zwecke sollen bereit» im Herblt w Berlin in den städtischen Lazerstellen Kartoffeln ln griheren Mengen angesammelt werde». Dnmit wird jedoch keine»weg» verwehrt, daß sich leder. der vezt«huni«n zn(kr- zenger» so» ftatloffcto In lindlichen»ezlrten besitzt, zentnerweise für sich und seine An- «;chörigcn Kartoffeln unmittelbar vom Er- zenger kommen lassen kann. Ei» ssolchcr Bezug, der sich auch in den vergangenen Wintern bewährt hat, wird unsererseits vielmehr dringend empfohlen und in jeder Weise erleichtert werden. Der unmittelbare Bezug von Kartoffeln darf sedoch nur mit unserer au»drllcklichen Genehmigung erfolgen. Die De» nchmigung ist im Bureau unserer Abteilung für Kartoffel. versorgu»g, Echicklerstr. 7, part., werktäglich zwischen ti Uhr vormittag» und 8 Uhr nachnrittag» nachzusuchen. Zur Vermeidung von Ansammlungen empfiehlt e» sich, daß die Anirazstcller mit den Ansangsbnqstaden A— G Montag» und Dienstag«, mii H— P Mittwochs und Donnerstag» und mit Q— Z Freitag» und Sonnabend» die Anträge l» dem Bureau sär Karioiieloersorgung stellen. Bei Stellung de» Aniragc» ist zur Vermeidung von Weit e- rungen folgende» zu beachten: E» sind vorzulegen: 1. Bescheinigung der Brottommisston llber Name. Wohnung und Kopfz»hl der Familie, 2. die Kartoffelzusatzkarie, 8. der ausgefüllte Frachtbrief, t. ein mit der genauen Adresse de» Erzeugers und mit Freimarke{20 Bf.) versehener Briefumschlag. Ferner muß der Antragsteller de» genauen Namen und« die Wohnung des Erzeugers, von dem er die Kartoffeln zu be-' ziehen wünscht und den Landkrei», in welchem der Ort liegt, vorher festzustellen und bei Stellung de» Antrages angeben. Gleichzeitig sind zu entrichten: »> SS Pf. Bezugfchcingebühr, d) zur Deckung der cmstehonden Portoauslagen und Un- kosten 85 Pf.. c) für jeden beantragten Zentner 20 Pf, die von uns an die Lleferireife abgeführt weroen. Nach den uns gegebenen Zuflcherunaen werden dem Selbstbezug von Kartoffeln aus unseren Lieferkrcisen, in»be- sondere amtlichen Kreise» der Provinz Brandenburg, kein» Schwierigkeiten bereitet. Bei den übrigen Kreisen werden wir die Bewilligung der Ausfuhr befürworten. Da mit dem Eintritt von Frost im November und De- zember zu rechnen und ein Verderben der Kartoffeln auf dem Transport zu bajürchten Ist,«norden«vir den Unicao auf Äelbstlieziig nur in der Zeil vom 2». September bl» IS. November 1919 enfgegennetimen. Bei Anträge», die vi» zun, 28. Oktober 1919 einschl I gestellt sind, wird der vezugfehetn über 3 Zentner für ed« Person erteilt. Die Anrechnung dieser drei Zentner auf die Kartoffeltart- beginnt am 2». November 1919. Die Persorgung endet am 19. Juli 1920. Bei Anträgen, die später gestellt werden, wird die Bezug- menge entsprechend herabgesetzt. Selbstbezicher, die ohne unsere Genehmiglln» Kartoffeln ewsühren oder trotz Seldftvcrsorauna ihre Kanoffeltarten nicht abgeben, fetzen sich stralgerichtlichek Berfalgung au«, auch werden die bei ihnen vorgefundenen Kartoffeln ohne Ersatz de» Werte» beschlagnahmt und der öffenlllchrn Bewirtschaftung zugeführt. Alle diejenigen jedoch, die selbsterzengl« Kartoffeln ein- zuführen wünschen, sind derechligi, je Ist, Plund pro Tag und Kopf der Familie einzuführen und zu oerbrauchcn. Für die Zeit der Selbstversorgung besteht ein Necht fllr den Ceibstdezieher zum Bezüge von Karioffeln aus Kartoffel- tarte nicht: neue Kartaffelkarten dürfen nicht mehr entgegen- genommen werden. Die hier eingeftihrten Kartoffeln sind sorgfältig zu lagern tlnd ständig zu überwachen, da NN Falle eines Verlustes durch Diebstahl oder Fäulnis clne irllhere Ausgabe von Kartoffel- tarten als nach Ablauf der Anrechnungszcir nicht stattfindet. Berlin, 23. September 1919. M«gistr«t. Tgd. Nr. 1009 Kart. 19. Bekanntinachung. I. Es entfallen auf de» Ilbsehnit« 99 der allgemeinen Lebenvmlklelknrk« der Stadt verlin ISO Gramm Haferflocken, zum Preise von 19 Pf. und auf den Abschnitt 91 derselben Karte SSO Gramm ausländische Hülsenfrüchte zum Preise von 08 Pf., ferner aitt den Abschnitt 49 der Oebensmltteltarle für Zngendliche SOO Gramm Haferflocken zum Preise von 25 Pf. 2. Unier Ausschluß nachträglicher Annahme find die An- Meldungen von Ssnniao, den 20. bi» Dienstag, den 28. Ok- tober 1919, bei den Kleinhändlern abzugeben. 8. Die KleinhLndier haben die Anmeldcabschnitte zu den oben aufgerufenen Rummern bei den Großhändlern am 29. Ottvbrr 1919 abzuliefern. «. Nicht abgeholt« Ware verfällt mit dem 29. November 1919. Berlin, den 23. Oktober ISIS. Magistrat. Abteilung für Nährmittel. Tgb.-Nr. 5572 Nä-. Der allerbeste Schutz fllr Frauen. Lassen Sie sich sofort Prospekt kommen von Frau Marie Dietrich, BcrHn-LlchtrrfeliJe, Brauentr. 13 I. 1965* Solas prima Stoff, Plüsch, Gobelin, auf Leinewand gearb. von M. SJSj- an Ruhebetten In gleicher Ausführung von M. 175," an Nur solange Vorrat! WennSie modische elegante Stiefel suchen, oder wennSie derbe Strapazier- Stiefel wünschen; Sie finden bef uns das eine wie das andere gut und preiswert. ■§■ Spezial=BehandIung«Sa harn- und Blufuntersüchung, Licht- und Finsen Behandlung. Bestrahlungen. 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Heilage öes vorwärts Sonntag/2ö. Oktober 141 4 Sie Revolution m d>° neueReichsversaffung Neber� dieses Thema sprechen am Dienstag, öen 2$. Oktober, abends 7 Uhr, in 3D öffentlichen Volksversammlungen »)r. vraun lNürnberg) ♦ Scans» Srückner* N. Zischer ♦ Giebel ♦ Heinig ♦ Heilmann ♦ Heller ♦ horlitz Dt. Joachim ♦ Zrau Juchacz ♦ Kahmann ♦ Katzenstein ♦ Kuttner ♦ Zranz Krüger ♦ Liiöemann ♦ Gbermeper Gsterroth ♦ poetsth ♦§rau pfiilf ♦ Rauscher ♦. Zrau Reitze ♦ Ritter ♦ Zrau Schröder ♦ Schulz(Glbing) Siering» Stücklen» Trinks. Die Versammlungen finden in folgenden Lokalen statt: Bockbrauerei, �idicinstrahe Ä/S. (Sraumann, Naunynftratze Ä7. Andreas-�estsäle. Andreasstrahe 21. Königsbank,(vrohe Frankfurter Ttraste 11«. Böyow-Vrauerei, Prenzlauer Allee 242. Aula des Lyzeums,(Sreifswalder Strafte 24/25». Roland-Fcstsäle» Elsasser Strafte 26. Schulaula, Wattstrafte 16. Schulaula, Grünthaler Strafte 6. Kirfchner-Oberrealschule, �winglistrafte 2. Aula des Lessing-Gymnasiums» Pankstrafte 18. Schulaula, Müller-, Ecke Triftstrafte. Adlershof: Bismarckstrafte 4». Charlottenburg: Volkshaus, Rossnenstraftc 6. Cöpenick: Schweizergarten, Lindenstrafte. Friedrichshagen: Conrads Festsäle, Seestrafte. Mariendorf: Aula des Gymnasiums» Kaiserstrafte. Marienfelde: Wilhelm Manny, Berliner Strafte. Neukölln: Hohenstaufensäle, Kottbuser Damm 76. Niederschöneweide: Schulaula, Berliner Strafte ZI. Nicd:rschönhausen: Schlaft Schönhausen. Pankow: Zum Turmchen, Kaiser-Friedrich-Strafte. Stralau: Schulaula, Hohenlohestrafte. Schmargendorf: Deutsches Haus, Breitestrafte Z4. Schöncberg: Fichte-Realschule, Kolonnenstrafte 22/23. Wilmersdorf: Viktoria-Luise-Schule, Gasteiner Strafte. Zossen: Getverkschaftshaus, Baruther Strafte 16. Steglitz: Aula der Realschule, Stubenrauchplatz. Männer und Frauen! Slrbeiter, Beamte, Angestellte! Der Volksstaat ist errichtet. Die Verfassung legt d i c Staatsgewalt in die Hände des Volkes. Kämpft für die Freiheit der Berfasfungl Bringt durch gewaltige Teilnahme an den Versammlungen zum Ausdruck, daß Ihr dieses Gut der Revolution verteidigen wollt gegen alle Angriffe. Hoch die Demokratie! Vorwärts für den Sozialismus! Der Bezirksverband Groft-Berlin. S. P..D. Groß'Berlw Tabakschieber, freut Euch! Man liest in den Gazellen, dah hinsüro Rauchwaren aus den H e e r e s b e st ä n d e n— ja, ist denn da noch was drin?!— in offen Großstädten zu billigem Berkauf kommen sollen. DaS wird man selbslversländliw wieder freihändig, ja nicht auf Karten, machen. Es werden also höchstens ein paar alle Stamm- künden was von billigem Rauchzeug sehen, alle? andere wird natür- lich, wie sich/S gehört, nur gegen Lebensmittel abgegeben oder gleich weiterverschoben werden, um dann als Auslandsware fein hergerichtet verwucherl zu werden. Ter gehorsame Republikaner aber wird sich von vornherein keine Hoffnungen machen, denn er kennt die neue deutsche Rationalparole: .Drum schiebe mit, nur dann wir st du be- schoben!"—n. Tic Arbeiter-Samariter Groft- Berlins. Vor Beginn seines neuen, Lehrkursus für erste Hilfe und Krankenpflege veranstaltet der Arbeiter-Samariterbund am Sonn- l.rg, den Ä>. Lktober, nachmittags 2 Uhr, eine große öffentliche Hebung im Ttadtpark Schöneberg. Sämtliches Material der Kolonnen, mobile Unfallstation, Fahrbahren, Sauerstoffapparate und Auto werden in den Dienst ge- stellt. In vier Abschnitten: Gej:ü st ein stürz am Neubau. Geländeübung im Park, Stark st romun glück Unter. grundbahn, Tumulte am Rathaus wird der Arbeiter- schast gezeigt werden, daß sie ein jeder Situation gewachsenes eigenes Sanitätskorps besitzt, daS von den meisten Arbeiter- orgailifationen bei ihnen Veranstaltungen in Anspruch genommen wird. Trotzdem sich die Koltmen im Wiederaufbau befanden, konnten sie im ersten Halbjahr 850 Verletzten oder Erkrankten erste Hilfe bringen und 201 Transporte ausführen. Leider starben während der Behandlung 32 P e r s o n e n, deren Sachen geborgen und deren Angehörige nach Möglichkeit in schonendster Form benachrichtigt wurden. Mit welchem Lpfermut die Samariter ihren freiwilligen menschenfreundlichen Dienst�ausübten, beweist die Tatsache, daß bei den Unruhen zwei Samariter beim Verbinden erschossen, drei ander« schwer verletzt wurden. Der Aufgabenkreis dieser Organisation soll jetzt durch Ein- richtung von HauSkrankenpflegeabtcilungen und Arbeiter-Sanitätskommissionen erheblich erweitert werden. Für Personen beiderlei Geschlechts beginnen jetzt 6 Lehr- k u r s e mit außerordentlich erweitertem Lehvplan. Jeder sollte schon im eigenen Interesse diese Kurse besuchen.- Am 3. November beginnen um 7 Uhr abends die Kurse Mel- chiorstraße 13 und Lichtenberg, Schar n weder st r. 60, am 7. November Schöneberg, V o r b e r g st r. 11 und Usedom- st r a ß e 33, am 10. November N e u k ö l I n c, W e i ch s e l st r. 8, und am 11..November Martendorf, C h a u s s e e st r. 27. Der Besuch des ersten Abends ist jedermann gestattet. 400 Zentner Zucker beschlagnahmt. Auf einem Berliner Bahn- Hofe gelang es in diesen Tagen der Militärpolizei des Reicks- verivertungsamts, drei Gauner zu überraschen, als.sie gerade im Begriff waren, Säcke mit Zucker aus den Eisenbahnwagen auf ein halbes Dutzend bereitstehewter Fuhrwerke umladen zu lassen. Ein Blick in die Frachtbriefe zeigte, daß die Sendung als W a s ch� Pulver und Salz deklariert war. Die Schieber wurden fest» genommen und der Zucker— 400 Zentner— beschlagnahmt. Ein Kampf mit Schußwaffen spielte sich gestern vormittag in der Bärwaldstraße zwischen Kriminalbeamten und einein Verbrecher ab. Auf dem Grundstück Nr. lö hat ein Klempner Gustav Stefan, der schon wiederholt mit dem Strafgericht in Konflikt geraten ist, eine Klempnerei eingerichtet. Die Kriminalpolizei beobachtete, daß bei ihm viel lichtscheues Gesindel verkehrte und hatte ihn schon länger in Verdacht, daß er für Einbrecher Werkzeuge anfertige. Gestern erschienen mebrere Beamte, um die Werkstatt zu durch- suchen. Stefan schien sich auch zu fügen. Plötzlich aber griff er, während er zum Scheine eine unverfängliche Bewegung machte, zum Revolver und schoß aus d>e Beamten, ohne sie jedoch zu tref- fen. Tie Beamten erwiderten mit ihren Dienstpistolen und der- letzten ihren Gegner durch einen Streifschuß am Kopf. Stefan wurde jetzt verhaftet und nach dem Polizeipräsidium gebracht. Er steht in dem dringenden Verdacht, auch selbst Einbrüche ausgeführt zu haben. Aufklärung eines großen Pelzwarcndiebstahls. Für 800 000 Mark Pelzwaren aller Art erbeuteten Einbrecher in der Rauch- Warenhandlung von Oskar Turgol in der Kurstraße 18-10. Der Kriminalpolizei ist es jetzt gelungen, den Einbruch aufzuklären, die Täter zu verhasten und die ganze Beute zu retten. Zwei junge Burschen, Willy Krumm, der Sohn des Pförtners des HauscS, und dessen Frennd K a u f h o l d hatten eine Gelegenheit abgepaßt, als die Eltern ausgegangen waren und hatten während dieser Zeit für über eine halbe Million Pelzwaren aller Art aus den Geschäfts- räumen der Firma Turgel nach den Heizräumen gebracht und sie dort versteckt, um die reiche Beute in Kleineren Mengen zu der- kaufen. Aber schon bei dem Versuch, einen Pelz im Werte von 10 000 M. zu Geld zu machen, wurden' sie von der Kriminalpolizei abgefaßt ünd festgenommen. Große Einbrüche. Eine Reihe von größeren Einbrüchen sind in den letzten Nächten wieder verübt worden. In der Tekaturanstalt von Mühlberg in der Gveifstvalder Straße 28-27 erbeuteten unbe- kannte Täter für 90 000 M. Konfektionsstoffe, in dem Geschäft dem Kriburg am Kottbuser Tamm 74 zu Neukölln für 50 000 M. fertige und unfertige Kostüme, in den Präzisiionswcrkstätten von Bevilaqua u. Nekert in der Frankfurter Allee 40 5000 M. bares Geld, eine Schreibmaschine. Marke„Mignon", und für 20 000 M. wertvolles Handwerkzeug für Mechaniker und Reißwerkzeuge, in dem Geschäft von Rosenstiel in der Eharlottenstr. 44 für 22 000 M. Elfenbein- und Bernsteinlvaren, in der Wohnung von Dr. Baum in der Potsdamer Straße, an der Ecke der Linkstraße, für 12 000 M. Perserteppiche und Brücken und in der Wohnung von Krampe am Kaiserdamm 100 einen Perserieppich im Werte vbn 25 000 M. In allen Fällen ist für den Nachweis' und die Wiederbeschafsung des gestohlenen Gutes eine Belohnung von 10 Proz. seines Wertes ausgesetzt. v Zu einem Kampf zwischen Einbrechern und Wachmannschaften ist es in der vorletzten Nacht in der Nähe des Bahnhofs Wannsec gekommen._ Gegen 5 Uhr morgens bemerkten die Wachtposten zwei Männer, die einen Handwagen, auf dem mehrere Sacke lagen, zum Bahnhof bringen wollten. Als die Wachleute die beiden Ver- dächtigen anhielten, sprang der eine der Diebe dem einen Wach- mann an die Kehle, entriß ihn den Dienstrevolver und versuchie den Ueberra schien niederzuschießen. Der zweite Posten hotte inzivischcn blank gezdgen und versetzte dem Verbrecber mehrere Schläge über den Kopf, so daß er schließlich zusammenbrach.Daraufhin ließ sich der zweite Bursche verhaften Bei einer Untersuchung des Wagltzts stellte es sich heraus, daß in den Säcken sich ein großer Posten Kognak, Wein. Liköre, Zigarren Zigaretten, Kleider und Wäsche befänden, welche die Festgenoni- mcnen in einer Konditorei in Wannsee gestohlen hatten. Die beiden Diebe wurden der Polizei übergeben und. entpuppten sick als die gewerbsmäßigen Einbrecher Hermann Gräendorf. Naunynstr. 4, und Josef Wollig, Lange Str. 45 wohnhaft. Sie hatten für etwa 25 000 M. Wase erbeutet. Bei Reisen nach Posen dürfen Beträge bis zu 1000 Mark ohne Bewilligung unbeanstandet mitgenommen werden. Größere Beträge werden beschlagnahmt,— wenn man sie findet. Der Privat-Delegrommverkebr mit Polen ist wüder zugelassen. Die Telegramme lönnen in deutscher, polnischer, sranzöiischer, englischer, italienischer, tschechischer, serholroatischer, rumänischer, riissiicher oder ruthe» nischer Sprache abgesagt werden, po.ttischerseitS sind sie noch der militärischen Zensur unterworfen. Die Worlgebübr beträgt jlO.Psg.— Im F n n k e n- telegrammoerkrhr mit Spanien sind dringende Presse« teiegramme und Telegramme in verabredeter /Sprache zugelassen worden. Montrose. Detektivroman von Sven Elve st ad. Uobersetzung von Julia Koppel. Ter Arbeiter ging ohne Unruhe aber zögernd voraus. Die junge Frau beschloß den Zug.«ie kamen in ein ziemlich großes Wohnzimmer, das nett und einfach möbliert war. Die Fenster ständen offen, die weißen Mullgardinen blähten sich im Morgewind, es ivar ein Helles und freundliches Heim. Krag bemerkte, daß ein gepackter Koffer in der Nähe der Korridortür stand. Die Frau ging mit dem Kind ins Neben- zimmer, kam wieder herein und schloß die Tür hinter sich. ,.'ller begann gleich das Zimmer, besonders den Tdiwich, zu untersuchen. Der Arbeiter betrachtete ihn neugierig- Lacht er wieder? dachte Krag. Plötzlich wandte Keller sich an die Frau. „Sst dieser Teppich heute gefegt worden?" fragte er. „Nein, noch nicht," antwortete sie etwas zaghaft, als ob die Bemerkung des Detektivs ein Vorwurf gegen sie als Hausfrau enthielt. „Sst er gefegt worden, seitdem Ihr Mann gestern nacht von seinem Spaziergang nach Hause kam?" „Nein." „Das darf er auch nicht," sagte Keller,„der Teppich darf nicht gefegt werden, bevor ich ihn näher untersucht habe, ver- standen!" Ans Aufforderung des Arbeiters nahm Asbjörn Krag Platz, der Arbeiter selbst aber blieb stehen. Er wartete. „Lieber.Herr Singer." sagte Asbjörn Krag.„Sie müssen uns etwas Näheres über Ihren nächtlichen Spaziergang mit- teilen." „Vorlier möchte ich gern wissen," sagte Singer,„wes- wegen die Polizei mich in Verdacht hat. nehme an, daß hier irgendein unalückseliges Mißverständnis vorliegt. Um was bandelt es sich?" „Raub und Mord," antwortete Krag,„Mord," wieder. holte er deutlich. Seltsam. Es war, als ob das Zimmer plötzlich dunkler wurde, die. weißen Gardinen schienen graubleich zu werden, wie die Laken in einem Totenbett, und in der Stille, die den Worten des Polizeibeamten folgte, ging ein kalter Luft- hauch durchs Zimmer. Auf diese Weise empfindet daS Gc- ST müt stets die Nähe eines Mordes, es ist, als ob das Tages- licht grau wird vor Entsetzen, wenn dies schrecklichste aller Worte nur ausgesprochen wird. Auch die Anwesenden fühl- ten sich von dieser plötzlichen und unwiderstehlichen Unruhe ergriffen. Da unterbrach Krag das Schweigen. „O ihr starken Männer und ihr schwachen Weiber!" sagte er,„sehen Sie nur Ihre Frau." Das junge Weib stand über den Tisch gebeugt und griff sich krampfhaft mit den Händen an die Brust. Sie zitterte und ihr Gesicht wurde noch blasser. Der Arbeiter sprang auf sie zu und stützte sie. „Clary," sagte er tröstend und besorgt zugleich,„Clary.." Darauf sah er die Polizeibeamten an, blickte von einem zum anderen. Asbjörn Krag bemerkte in diesem Blick Mut und ab- weisenden Zorn. Da hörte er den Arbeiter zu seiner Frau sagen: „Beruhige dich, Clary, sei ruhig und verlaß dich auf mich." In diesem Äugenblick betrat ein neuer Mensch das Zimmer. �„Hallo. Charlie," rief Keller laut und vergnügt,„sind Sie es wirklich, mein Freuith!" V. Der Unglücksvogel. Der Eintretende, der ungestüm aus dem Nebenzimmer hereinkam, sckien über Detektiv Kellers erkennenden Ausruf keineswegs erstaunt zu sein. Es war ein junger Mann, etwa zwanzig Jahre alt, ganz gut gekleidet, mit einer Locke, die ihm in die Stirn fiel. Er sah aus, als ob er Kellner oder irgendein untergeordneter Kontorist sei. es lag etwas Kind- liches und Unselbständiges über ihm. ES war nicht schwer, die Aehnlichkeit zwischen ihm und Singers Frau festzu- stellen, sie waren anscheinend Geschwister. Für Krag Ivar das Eintreten dieses.Menschen ganz überraschend gekommcli und noch erstaunter war er, daß Keller den jungen Mann kannte und ihn noch dazu so empfing, wie alte Freunde oder wie Polizcibeamte alte Bekannte zu begrüßen pflegen, was aller- dings nicht dasselbe bedeutet. Es zeigte sich bald, daß hier letzteres zutraf. Das Erscheinen des jungen Mannes aber bewirkte zu- gleich, daß die arme unglückliche Clary ihre. Fassung wieder- gewann. Als ihr Bruder ins Zimmer gestürzt kam, schlug sie entsetzt die Hände zusamnien. „Unglücksvogel!" rief sie, warf sich über den Tisch und verbarg ihr weinendes Gesicht in den Armen. Sie weinte leise. Ihr Mann blieb neben ihr stehen und ließ seine Hand auf ihrer Schulter liegen. Krag liebte solche dramatischen Szenen. Denn es kam vor, daß in Augenblicken, wo menschliche Leidenschaften zum Ausbruch kamen, mehr von dem Zusammenhang eines Kon- flikts verraten wird, als bei langen und eingehenden Ver- hören. „Der Unglücksvogel" kam nicht gleich zu Worte, weil er gar zu überwälligt wurde von Detektiv Kellers Anwesenheit und Zuruf. Einen Augenblick schien es, als ob er bereue, daß er hereingekommen sei. Er sah sich spähend nach der Tür und darauf nach dem Fenster um, als ob er die Möglichkeiten einer Flucht abschätzte. Dann aber sagte er: „Mit dieser Sache habe ich nichts zu schaffen." Er griff in die Tasche, zog ein Bündel Scheine hervor und warf sie dem Arbeiter vor die Füße, indem er schrie: „Behalt Dein Geld, ich will in keine neue Geschichte hin- eingerissen werden." In Singers Gesicht stieg eine flammende Röte auf. „Das ist kein gestohlenes Gut," sagte. er ärgerlich,„das ist mein eigenes Geld. Und so behandelt man kein Geld." „Mach, daß Du fortkommst," sagte er drohend. Keller pfiff leise den Refrain der letzten populären Varictä-Melodie. „Was für eine Komödie," rief er und lachte. Und indem er mit dem Kopf eine Bewegung auf den„Uiiglücksvogei" zu machte, fügte er zu Krag gewendet hinzu, der stillschweigend am Fenster saß und dem Gang der Ereignisse folgte: „Das ist Charlie Whist,- im Grunde ein flinker Junge, nur etwas wankelmütig von Charakter. Der war es, der sechs Monate wegen Billettfälschung gesessen hat... Und schon wieder auf Abwegen, Freundchen, diesmal steht die Sache aber sauler. Nein, nein, verlassen Sie sich nicht aus die Tür. Zwischen Ihnen und der Tür stehe ich. Und ver- lassen Sie sich auch nicht aufs Fenster, dort steht mein Kollege. Wir wollen lieber vernünftig miteinander reden, werden uns bald einigen. Nur ruhig. Wir brauchen nicht so zu schreien, daß die ganze Nachbarschaft zusammenläuft. Was ist es für Geld, was Sie mit dieser unvergleichsichen Geste von sich warfen?"(Forts, folgt.). Die BildungSabteisuna der SrwerVSlosenfürsorge Grosi'Berlin h«t beschlossen, solche Kurse bildender Art, die Erwerbslosen unent- zeitlich zugönglich sind, durch Doueraushang von 14 zu 14 Tagen öffentlich bekanntzugeben.?m Interesse der Erwerbslosen ersuchen wir alle die- jenigen Jnslitute, die derartige' Einrichtungen wciterslrebcnden Erwerbslosen bieten können, zwecks Ausnahme in den Aushang die Art der Veran- ftaltung, den Kegenstand, den Ort und die Zc>t dieser Veranstaltungen der Zentrale der Erwcrbsloscnsiirsorge, Breitestr. 36, mitzuteilen. Tie Tagegelder der Schöffen nnd Weschtnorenen bezw. Reisekosten find aus das Doppelte ihres bisherigen Betrages erhöht worden. BeratungSabend für die«hrauen und Mütter Groft-Berlins Dienstag, VI, Uhr, im Berliner Rathaus, Saal 109, Eingang Jüdenstrafie. Dr. Laporte:„Augenblicklicher Stand der Wohnungsfrage in Grofi-B erlin'. Diskussion. Zutritt srei. Lichtenberg. Der von der Sozialistischen BildungSIchule veranstaltete Kursus über das Ersurter Programm findet von jetzt an nicht mehr im Cäcilienlhzeum, sondern in der Aula der Gemeindeschule, K r o n p r i n z e n st r. 10, statt. Rächster Vortrag am Dienstag, abends 0 Uhr._ Groh-Verliner Lebensmittel. Mrofi-Berlin. Brot aus.Roggen". Koblenstcllc Grofi-Berlin. Ab Montag dürfen bis aus weiteres auch aus die Abschnitte S, 12, 22 und 32 der neuen Kochkarten Kohlen ab- gegeben und entnommen werden. Die ursprünglich beabsichtigte ffrcigabc des ersten AbichniltS der neuen Ofenkarte muhte wegen deS Streiks noch hinausgeschoben werden. Berlin. Die ftleischkarten können vom 27. bis 29. Okt. gegen Bezug- icheine aus Halerslocken oder Graupen umgetauscht werden. Äui Vollkarte wöchentlich b00 Gramm, aus Kinderkarte 250 Gramm.— 130 Gramm yaserflocken(£9), 250 Gramm ausländ. Hülsenfrüchte(9t), 200 Gramm Haferflocken l44). Abschnitte bis Dienstag abgeben. tktiarlottcnburg. 27. Oktober bis 1. November 150 Gr. Graupen (93) bis 1. Nov.. 150 Gr. inländ. Hülsenfrüchte(94> bis 8. Nov., 250 Gr. Marmelade(256) bis 8. Nov., 1 Päckchen rote Grütze(262) bis 1. Nov., 250 Kr. Kunsthonig(267) MS 1. Nov. Freihändig dänischer Bouilloue�trakt, Suppen, Speisesalz und Kartoffelmehl. Der Abschnitt 463(Druckfehler) der Charlottenburger roten NahrungSmittelkarte wird sür ungültig er- klärt. Wilmersdorf. 27. Okt. btS 2. Nov. 150 Gramm Haserffocken(931, 130 Gramm Teigwaren(94), je ein Brief Süßstoff(7) und(8) und 200 Gramm Schmalz(I? 18). Für werdende und stillende Mütter: Bis zu 1 Pfd. Eipulver. Für Kranke: Eier. Ende der Woche(44). Neukölln. 130 Gramm Reis(226). 300 Gramm Hülsenfrüchte(81). Für Jugendliche 250 Gramm Sago und zirka 250 Gramm Zwieback(43). Für Kinder im ersten u»d zweiten Lebensjahr 500 Gramm Haferflocken und 500 Gramm Gerstenmebl(230 S). Bis Montag sür die 2. Brottommission 125 Gramm Harzer Käse. Ende der Woche 250 Gramm Marmelade und 150 Gramm Nudeln. In den städt. VerkausSstellen ein neues Reinigungs- mittel 3.25 M. das Pfund. Ab Montag 2000 Gramm Roggenbrot und Kleingebäck. Die Gelamtmenge von 2350 Gramm bleibt unverändert. Friedrichshagen. 250 Gramm Erbsen(52), 200 Gramm Hafer- flocken(53). Groß-Serliner parteinachrichten. Ä4. Abtlg enSleute bei Winzer, Wir 9 Uhr: Sitzung der Parleisunktionäre bei Montag: Funktionärsitzung der Parteifunktionäre und BetriebSvertraüenSleute bei Winzer, WinS-, Ecke Christburger Straße. 34. Abtlg. Heute früh'~ Obiglo, Stralsunder Str. 11. 37. Abtlg. Montag 7 Uhr: Bezirksführersitzung bei Robert Scholz, WilSnacker Str. 36. Sämtliche BetriebSvertraüenSleute und Funktionäre sind eingeladen. Beamtinnen der Poft- und Telegraphenverwaltung. Montag 7 Ubr im Sophien- Gymnasium, Weinmeisterstr. 16/17 III: Versammlung. Tagesordnung: Die Frau in der neuin Verfaffung. Referentin: grau Bohm-Schuch. Freie Aussprache. Sozialdemokrat. Beamten, Angestellte und Hilfskräfte Berlins. Montag, VI, Uhr, im Zimmer 55 des Berliner Rathauses: Versammlung der Vertrauensleute. Tagesordnung: Ausbau unserer Organisation. Persönliches Erscheinen unbedingt erforderlich. Genossen, die das Amt eines Vertrauensmannes übernehmen wollen, find zu dieser Versammlung eingeladen. Der Werbeausschuß. Achtung! Hochbahner! Tonnerstag 5 Uhr im.Wilbelmshof", Wilhelmstrasie. Ecke Anhalter Straße: Versammlung der gesamten Hanb- und Kopfarbeiter der Hochbahn, die auf dem Boden der S. P. D. sieben. Aeußerst wichtige Tagesordnung. Erscheinen aller unbedingt erforderlich. (tharlottenburg. 9. Gruppe. Montag 7'/, Uhr bei Reimer, Wll- mersdorser Str. 21: Vortragsabend. Gen. DrI R. Penzig: Weltliche Schule und Religionsunterricht. Gäste willkommen Mariendorf-Südcndr. Heilte vormittags 9 Uhr: Flugblattverhreitung zst der Voltsversammlung am Tiensiag.— S ü d e n d e, Dabl, LIchterseldcr Straße; 2. Bez. Merkert, Kurtürslenstr. 24: 3. Bez. Koch, Ehausseestr, 19: 4. Bez. Hilgert, Ehausseestr. 280? 5. Bez. Hoch, Ehausseestr. 44; 6, Bezirk Rau, Friedenstr. 6.— Montag, 71/. Ubr: Frauenabend bei Hoch, Marien- darf, Ehausseestr. 44. Gen. Rettor Möglich:.Die Frau und der Sozialis- mus".— Pünktlich erscheinen! Diejenigen Parteigenossen, deren Frauen noch nicht Wahlvereinsmitglteder sind, werden gebeten, dieselben auf diese Beranstattung aufmerksam zu machen. Stralau. Karten zur Revolutionsseicr bei Brunner, Prachtstr. 3 I Bollenbach, Alt-Stralau 8, und Petersdors, Bödickerstr. 9. Niederschöneweide. Jugendheim Fennstr. 2 b. Heute 7 Uhr: Unter« haltungsabend. Nrintckendorf-Ost. Heute 7 Uhr in der Aula des Realgymnasiums, Berner Straße: Heiterer Abend, Musik. Gesang. Rezitationen, Ansprache und Reigentänze. Eintritt 75 Ps. Saalöffnung 6 Uhr. Südott und Trcptow-Baumichulenweg. Heute 6 Ubr im Reichen- berger Hos. Reichenberger Str. 147: Herbslseier. Gesang, Musik, Rezita- tionen. Ansprache und Reigentänze. Saalöffnung 5 Uhr. Karten zu 75 Ps. am Saaleingang..», � Weisiemee. Heute 7 Wr im Realgymnasium. Woelckpromenade: Heiterer Abend. Gesang, Musik, Rczitatipncn und Ansprache. Eintritt 1 M. Saalöffnung 6 Uhr. Tteglitz-Friedenau. Heute Spielpartie nach Zehlendorf. Treffpunkt 2 Uhr Bahnhof Steglitz. Die Eltern sind herzlich dazu eingeladen. Sportnachrichten. Frauenabende. Montag i 2.— S., 7.. 8. Abt. bei Schwachcnwald. Bärwaidstr.. Ecke Gneisenau- straste 7'/, Uhr. Gen. Lehrer Hübner:.Grenzsragcn der Geschlcchtsmoral." II. Teil. PllnkllicheZ Ericheinen dringend notwendig. 3V. Abt. fällt wegen der öffentliche» Versammlung am 28. Ok- tober aus. 13.— 44. Abt. Im Grapbifchen VereinShauS, Alexandrinenstr. 44, 7'/, Ubr. Vortrag des Gen. Pastor H. Francke:„Gehört der Reltqi ans- Unterricht in die Schule?" Wir bitten um recht zahlreiche Beteiligung auch von Gästen. Teptow-Bmnnschulenmeg fällt aus. Martendorf bei Hoch, Ehausseestr. 44, 7'/, Uhr. Gen. Lehrer Meise: „Religion, Kirche und Schule." Dienstag: Mohlsdorf bei Anders, Bahnhosstr. 38, 8 Uhr. Ref. Genossin Toden- Hägen:.Die neue Versassung."_ . Frauenversammlungen. Neukölln. Montag 8 Ubr 9 Frauenveriammlungen bei: Menzel, Pannierslr. 59, Schwengel, Elbestr. 8, Wolf, Kaiser-Friedrich-Str. 173, Martens, Böhmische Str. 42/43, Pankc, Herrmannstr. 114. Kutzkh, Leinestr. 1, Gohlke, Herrmannstr. 199, Hentschel, Herrsurthstr. 27, Schmidt, Münchener Straße 23. Ueber„Die Lebensmiltelversorgnng Neuköllns' lprechen die Stadtverordneten Wücke, Kunze, Heyn, Bock, Jacck, Barsanti, Heitmann, Conrad, Köhn und Scholz._______ Silüungsveranftaltungen. BezirkSbildungsauöschusi Gros?- Berlin. Heute 3 Uhr Kleine? Schauspielhaus, Fasanenstr. 1, Ecke Hardenbergllraße:„Liebelei" von Artur Schnitzler. Karten 1,63 M. inkl. Garderobe an der Kasse. Jugenöveranftaltungen. Zcntral'Jugendheim» Lindenstr. 3, 2. Hos I III. Musik- und Unter haltungsabend. Charlottcnburg. Jngendheim Volkshaus, Rosinenstr. 4 I. 7 Uhr: Humoristischer Abend. Lichtenberg. Jugendheim Parkaue 10, Ecke Möllendorffstraße. Heute 7 Uhr: UnIerhaltungSabend. Heute 8 Uhr: Heut« Rumplerpreis für die Luitfahrt. Generaldirektor E. R um p I e r hat der D e u ts ch e n Lu st s p o r t-K o m m i f s i o n 20 0000 M. sür Prämiterungszwecke zur Verfügung gestellt. Die Lustsport-Kommission wird dem Stifter Vorschläge sür die Verwendung der Prcissumme baldigst unterbreiten. Der Rumplcrvreis ist der erste Preis, der nach dem Kriege der deutschen Lustfahrt wieder zugute komnit. Kapitnnleutnon» Plüschow. der Flieger von Tffngtau, wird am Mittwoch, den 29. Oktober, abends 7'/, Uhr, in der Hochschule sür Musik im Rahmen der Volkshochschulkurse des Volkskrastbundes einen Vortrag über den Flugsport halten. Das wissenschaftliche Thema des Abends wird Dr. med. Brustmann, der Arzt der Olympiamannschaft 1912, behandeln. Zum Schluß werden flugsportliche Filme gezeigt werden. stas aller Welt. Das Eisenbahnunglück bei Kranowitz. Die amiliche Meldung über doi Eisenbahnunglück auf den Bahnhof Kranowitz bei Ratibor liegt nunmehr vor. Sie ent- hält eine Liste von 78 verunglückten Personen, fast durch- weg Lbeischlesier, von denen der weitaus überwiegende Teil schwere Verletzungen davongetragen hat. Fünf von ihnen find tot; dazu kommen aber noch 19 weitere Tote, die bis zur Un- kennllichkeit verbrannt sind und deren Personalien nicht festgestellt werden konnten. Danach waren die ersten Nachrichten etwas über- trieben. Gleichwohl steht das Unglück, das, wie erinnerlich, nur in- folge der Entzündung von verschobenem Spiritus so schwere VSr- luste gebracht hat, in seiner furchtbaren Erscheinung einzig da. München im Dunkeln. Wie aus München gemeldet wird, hat die Koblennot daselbst nicht nur zu einer erheblichen Verschärfung der Gassperrstunden geführt, sondern auch die Maßnahme veranlaßt, daß nach 19 Uhr abends kern Gas mehr abgegeben wird. München liegt nach 10 Uhr völlig im Dunkeln. Um eine Abgabe von eiektri- fchem Strom an industrielle Betriebe zu ermöglichen, erfolgte eine Siillegung der Strahenbobn während einiger Stunden am Vor- mittag. Es ist in Erwägung gezogen worden, diese Stillegung aus einige Stunden des Nachmittags auszudebnen. Nach 10 Uhr abends� ruht der Slraßeiibabnberrieb. da die Straßenbahnen durch die dunkeln-Straßen nicht fahren dürfen. WetterauSsichten für das mittler« Norddeutschland bis Montag mittag. Zeitweise etwas aujllarend, jedoch vorwiegend trübe oder nebelig mit leichteren Regensällen und wenig veränderten Tem- peraturen. gezeichnet Weiße Leinen-Decken Loch« und Schlingsfich............. von 8.— M. an Graue Letnen-Decken Platt- und Kreuzslichzeichnungen.... von 7.- M. an Kissenplatten und-Bezüge Samt, Seide und Leinen— Leinen von S.SO M. an Tischdecke�Mitteldecken.Kissen Ferlig gestickt und garniert In großer Auswahl Kaffeewärmer Angetangen, ferög und gezeichnet von IOlSO M. an Echte Orient-Stickereien Farbenprächtige Stücke. 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Einladung »ur Ordentlichen im t. November tvt>. wchm. 4 Uhr. bei"Benno Nitley in geHiendorf, Pols- damer Str. W. Tagesordnung: l. Geschäftsbericht de» Bor- Vorstandes. 2. Bericht des Aufstchtsrat». B. Entlastung de» Vorstands. 4. Beschlusssassuna Uder Ber- Icilung de» Reingewinn«. 5. Beschlukfassung Uber die Verschmelzung mit der stonsumgcnossensch. Berlin. 6.«rgänzungswahi zum Vorstand und Aussichlsrat, 7. Genossenschastliches. «iizlieöei'vmLiiillillliig Sonnabend, den l. November, rbends s Uhr, in Telloru bei ist t lg o w, Potsdamer Straße. Tagesordnung: Geschiiitsdericht. Die Verschmelzung mit der stonsumgenossensch. Berlin. v«r Aussichtsrat. IstchV W. I-lob. l. 2. Aedtunx! öligem. Spsvllzu. Am Montag:». Novemder I9l», abends 7 Uhr, findet im Hotel zum Stern, Spandau, Potsdamer Str. SS, eine ordentliche statt. 278/lL Tagesordnung: l. Aufstellung des Voran- schlage« iitr 1920. 2. Satzungsänderung§§ 20, 26, 29, 80, 32, 84, 34a, 61 und 82. 3. Aenderung der Dtenst- ordnung(h 20 Ruhe- aehall) 4. Wahl von drei Kassen- Prüfern<1 Arbeitgeber, 2 Arbeiwehmer). 3. Verschiedenes. Änsrag en, welche eine Ein- sschlnahme in die Bücher oder ANen erforderlich niachcn, find dem Vorstand mindesten» drei Tage vor der Sitzung Ichristlich mitzuieilen. Die Herren Ausschukmit- oliedcr erhallen»och-in« de- sondere Einladung. Der Lorftand. G. Richter,«orsitz-nd-r. Herren-Ulster, griedensw.. nioderner Anzug verianst bMig ll/lo Dresdener SuAofi, Ul- ditsitaotenlaffe fiit Betiin- Mendorf DirnStirg, de» 4. November, »bcnd» 8V, Uhr, im ßotn I von Mnx Sireiter, Berlin-Marirndorf, Chciusseestr. Nr. 27: Ordentliche MllWM der Vertreter der Arbeitgeber und Versicherten. Tagesordnung: 1. Bericht de» Borstandes. 2. Wahl de» Rcchnungsaus- fchusse» zur Prstsung der Iahresrcchnung stir ISIS. 3. Aenderung der KS 14>, 15; 19 Abf. 1 und 2; 20, Abs. I, stiff 1 und 2, Abs. 4; 22, Ziff. 1. 25, 28, 80, 82, Abs. 1; $>a; 34a; 34d; 47; 72; 76, Ziff. 2; 100. 4. Verschiedenes. 278/17 Etwaige Anfragen oder Be> schwcrden, bei denen Einstcht- nähme in die Aassenakten er- forderlich ist, stnd spätestens bis zum 1. November d. I. dem Vor- stände schrittlich einzureichen. Berlin-Moricndors. 22. Oltbr. Der«affenvorstand. Aug. Leip, Vorsitzender. Ähessinier-BriHinBii zum Selbstansstellen. Hospumpen. Garten- u. DruckpumpemSchläuche usw.OZiahreGarant. illuftr. Preisliste gratis.' Noblant& To., Pumpenfabr., VctlinN, Iteinickendorser Str. 95. Zelle und Hoddaare foutt zu den höchsten Preisen ScUleoU, Elbinger Str. 64. —— Qegrllndet 1894, DaoieBflhter i,le 50-75-1 Engeos Exportlage Einze'vetkwnf nur ein« Treppe, i ier j PP«.| I Prb. 125.150, SadtflKtBhier��il«. (IiiEnnäntelkltmÄBI. Dniin«Voll- HO, 36. 45 M iflUB Btoffc 57, 65, 80 Ifl. i/odiiirn in allen 93,l2U,t,5ii iBSlUiriE Faiben 200.350800 fl. " Model'et' StldanplUtcli.Aitrachan- and BrolUchwanimäntel b«d. aat Heiatellungspr Achten Sit auf Hauanummor Finn»rn nurdurchdon ciiigsrg Hou»fiup. 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Wenn man den Friedensvertrag durchläse, so käme man immer ivieder in Ver- suchung, dieses Dokument der Schande in hohem Bogen aus dem Fenster zu werfen. Durch den Friedensvertrag würde die Entente die Geschäfte des Bolschewisnius besorgen. Weder durch das Krümpershstem wie 1813 noch durch eine Vermehrung der Polizei ließen sich waffenfähige Männer heranbilden, das Buch der Schande würde dies verhindern. Es sei ihm rätselhaft, wie man unter solchen schmachvollen Bedingungen von Völkerversöhnung reden könne. Bei jeder Gelegenheit würde Herr Clemenceau uns eine schallende Maulschelle hauen, über unsere Proteste würde sich die ganze Welt vor Lachen den Bauch halten. Es gäbe nur eins: Haß, Haß und aber rn als Haß.(Stürmischer Beifall.) Weder die Regierung noch die Nationalversammlung seien Herr im Hause, sondern die Üebcrwachungskommission der Entente. Es seien zahl- reiche umstürzlerische Kräfte am Werke, um durch einen einheitlichen Schlag das zu erreichen, was bei den verzettelten Putschen nicht erreicht worden wäre. Eingehende Ausführunge» wollte der Redner nicht machen, da die Wände Ohren hätten. Die umstürzlerischen Kräfte sollen strasfer organisiert wenden und es könne die tiefbeschämende Tatsache festgestellt werden, daß man auf der Gegenseite frühere Kameraden treffen würde. Der Gefechtswert dieser Roten Garde, die insgeheim schon bestände, dürfe nicht unterschätzt werden, die Organisation kranke lediglich daran, daß sie verborgen bleiben müsse. Für Berlin könne man mit einer hohen fünf st el- Ilgen Zahl rechnen, die sich im Falle eines Aufstandes verstärken würde. Die beiden Organisationen würden den Namen tragen »Revolutionärer Matrosenbund" und ,,K a m p f a h- teilung dar klassenbewußten Arbeiter". Die Jen- trale beider Organisationen befände sich in Berlin. Ueberall in Deutschland befänden sich in den größeren Städten Zweignieder- lassungen. Von der„Kampfabieilung der klassenbewußten Arbeiter" gäbe es in Berlin 22 Abteilungen. Die Organisation sei sehr gut ausgerüstet und würde sogar über Panzerautos verfügen. Es bandle sich hier um einwandfrei festgestellte Tatsachen. Auf die Staatsgewalt allein könnten sich die ordnungliebenden Kreise nicht verlassen, dies« Kreise inüßten sich selbst schützen. Die Zeit- freiwilligenorganisation von Groß-Berlin bestände aus auserlesenen Truppen und sei derart zusammengesetzt, daß eine Aufrechterhal- tung der Ordnung verbürgt sei. Allen Schwierigkeiten zum Trotz würde es gelingen, das Regiment in die Zukunft hinüberzuführen. Dem Regiment sei deswegen Treue zu halten zum Wohle und zur Gesundung des Vaterlandes. Tie Rede des Majors von Heeringen beweist namentlich in ihrem ersten Teil, daß man wohl ein schneidiger Offizier fem kann, aber deshalb von politischem Takt absolut keine Spur zu zeigen braucht. Mit solchen Reden wird unsere Situation gegenüber der Entente wahrhaftig nicht gebessert. Dadurch wird das maßlose Mißtrauen gegen Deutschland nur noch verstärkt und dadurch auch der Druck aus uns._ Schutz öen lebenswichtigen Setrieben. Der Ausschuß der Berliner GewerkschoftSkommission wendet sich in einem Ausruf gegen die Technische Nothilfe und beansprucht für sich grundsätzlich daö Entscheidungsrecht über Notstandsarbeiten. Er begründet dies mit dem Umstand, daß die Arbeiterschaft„in ihrem jahrzehntelangen Kampf um die Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage sich stets der Verantwortung der Allgemeinheit gegenüber, die in den Gesetzen der Menschlichkeit ihre Wurzeln hat, bewußt ge- Wesen sei"... Es trifft zu, daß in ihrem jahrzehntelangen Kamps um die Koalitionsfreiheit und um.die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage die Gewerkschaften jederzeit sich solcher Verantwortung be- wüßt geblieben sind. Es ist aber leider ebenso richtig, daß seit dem Tage, da die Arbeiterschaft die voll« Demokratie für Deursch- land erstritten hat, ein« Schar von Unentwegten versucht, mit den Mitteln einer überwundenen Epoche, nämlich mit denen der Dilta- tur, unbekümmert um das Wohl der Allgemeinheit unklare Ziele zu erstreben, während sie dabei die gewerkschaftlichen Grundsätze und Interessen durch politische Nebenabsichten verwirrt, ja ge. russischer General verließ daraufhin das Lokal). Katharina(die Dickch tanzt liebeswerbend um einen Soldaten. Doch Tendenz hin — Tendenz her— was bietet das neue Ueberbrettl künstlerisch? Die kleine Bühne hat einen vortrefflichen Maler und Karikaturisten, gute Sänger, ein Balalaika-Orchester von Qualität und ein Ballett- chen, das größere Erinnerungen wachruft. Der echte Kabarettgeist von der tragischen Note bis zur Ausgelassenheit ist lebendig in Künstlerinnen wie Fräulein Prochorowa, Potechina. Elma Norden ist die pikante Soubrette. Der Konserenzier Dalmatoff ist viel- seitig, aber allzu„breit". Eine freiwillige Filmzcnsur einzuführen beantragt eine Kom- Mission de« Vereins der Lichtbildtheatcrbesitzer. Bis zur Einführung der Reichsfilinzensur soll eine Prüfungskommission eingesetzt werden, aus zwei Tlwaterbesitzern, einem Vertreter des Polizeipräsidiums, einem Kullusbeamten und einem Theaterbesitzer als Obmann. Diese Kommission soll eine freiwillige Zensur über sämtliche Films von Lichtbildtheatern von Groß-Berlin und Provinz Brandenburg aus- üben."Die Theaterbesitzer sollen verpflichtet werden,.nur solche Darbietungen in ihre« Lichtspielhäusern zu veranstalten, die von dieser Kommission genehmigt sind. Vom Tiger zum Löwen. In der Oper„Gismouda". die an der Kouvi scheu Oper in Paris aufgeführt wird, ist' die Rede von einem Tiger, durch den der junge Sohn von Giömonda gefährdet wird. Di« Verfasser des Textbuches haben es nun für ein Gebot des politischen. Takts erachtet, aus dem Tiger in letzter Stunde einen Löwen -zu mache«. Sie füvchteten, daß dieser Tifofr zu bösen Anspielungen Anlaß geben könnte. Clemenceau— der Tiger— ist also vor diesen Anspielungen gefeit. Oder will man ihn auch in der Löwenhaut erkennen?. Stefan Großmann» der die Feuilletonredaktion der»Voss. Ztg." niedergelegt hat, wird vom Dezember ab im Ernst-Roiiwhlt-Verlag, Berlin W. 33, eine neue Zeitschrift unter dem Titel„Die Wochen- . schrift" herausgeben. Einr akademische Vereinigung für Theaterwissenschaft hat sich unter der Mitwirkung von Prof. Max Hcrrmann an der Berliner Universität gebildet. Auch nicht akademische Freunde der Theater» Wissenschaft können ihr beitreten. In der Staatsover wird Richard Strauß am Montag„Salome" und am Dienstag das 1. Ginsonic-Konzrrt dirigieren, Mitlwach beginnt ein aui drei Abende beginnendes Kaflspiel von Fritz Feinhäls. Freitag „Palestrina" als Vollsvorilellung. Damit beginnt eine Reibe von zunächil iüns derartigen Veranstaltungen, die durch die Mehr einnahmen der ersten beiden„Palestrma'-Auffübningen ermSgticht sind. Neber sämtliche Plätze ist durch die der Freien Voltsbühne angeschlossenen sözialen Organisationen verfügt. Vtnsik. Im SonntagS-Konzert deS Blütbner-Orchesters(26. Oktober) gelangen u.-. zur Aussührung dl« Stnsonle„Ländliche Hochzeit" von Gold. marl und die.Nusknacker-Luite" von Tschaikowsky. Solist Äottsried Zee. lander(Cello!— Eine Aufsübrung der„Schöpfung" von Havdn veranstaltet der Kirchenchor w der Heilandskirche(Moabit) am Mitrwoch, den 29, Oktober. 7',. Uhr. «Srotesken-Pbend. Mein hart Manr veranstaltet am 12. No- vcmber im Meistcrsaal einen heiteren Grotesken- und Satiren-Abeild aus Pol,(f. T. A. Hofsmann, Christian Morgenstern, Paul Scheerhart, Karl Kraus, Mark Twain und Liltencron. fährbet. Wenn der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission im kritischen Stadium des Metallarbciterstreiks ernsthaft den Ge- fetzen der Menschlichkeit gehorcht hätte, so wäre es n i ch t notwendig gewesen, ein Eingreifen der Technischen Nothilfe auch nur in Aussicht zu nehmen. Der. Ausschuß hat aber dem Mindesten dessen, was die Allgemeinheit verlangen kann, nicht ge- nügt. In seiner Proklamation vom 16. Oktober hat er zwar„zur Beruhigung der gesamten Bevölkerung" behauptet,„daß alle Not- standsarbeiten aufrechterhalten werden sollen"; er hat sich aber bei der näheren Kennzeichnung dieser Notstandsarbeiten darauf be. schränkt, Licht und Kraft in ausreichendem Matze'stur den Kranken- anstalten zur Verfügung zu stellen. Die Allgemeinheit dürfte den Anspruch erheben, unter allen Umständen— welcher Art auch immer ein gewerkschaftlicher Kampf um Verbesserung der Wirt- schaftlichen Lage geführt werden mag— Licht und Kraft für a II e gesichert zu sehen« Dies eine Beispie! mag genügen, um fest- zustellen, daß die Entscheidung über die erforderlichen Notstands- arbeiten unmöglich dem Ausschuß der Berliner Gewerkschastskom- Mission überlassen werden kann. Eher diskutabel erscheint schon die Forderung, die die Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände in einer gleichfalls gestern veröffentlichten Entschließung aufgestellt hat. Sie erwartek,„daß sich die Behörden in allen Fällen, in denen ihnen aus Gründen der öffentlichen Sicherheit oder aus Erwägun- gen sanitärer Art ein Eingreifen notwendig erscheint, über die Zu- lassung von Notstandsarbeiten mit den beteiligten Ge. werkschaften verständigen". Der Versuch einer solchen Verständigung dürfte allerdings nur dann aussichtsreich sein, wenn restlos die Lebensinteressen der Gesamtheit der Bevölkerung unangetastet bleiben, und wenn ein für allemal entgegen des verhängnisvollen Worts, das kürzlich der unabhängige Abgeordnete Henke aussprach, der wirtschäftliche Streik nicht zu- gleich ein politischer Streik ist. tzaenisch für üen Schulüienft im Gften. Durch einen am Sonnabend in den Bromberger„Deutschen Nachrichten" verösienilichten Erlaß des Ministers H a e n i s ch werden die Schulaussickitsftehörden aufgefordert, dem allgemeinen deutschen Schulausschuß Bromberg jede Förderung zuteil werden zu lassen. In einem weiteren Erlaß deS Ministers wird deutschen Lehrern und Lehrerinnen, die jetzt mit Billigung der Aufsichtsbehörden vorläufig in polnische Dienste über- treten, später der Rücktritt in den preußischen Schuldienst offen- gehalten. Es werden die Bestimmungen für deutsche Auslands- lehrer auf sie angewandt. Relchsrat.WWWWW�W In der öffentlichen Sitzung des Reichsrats, die gestern abend unter Leitung des Ministers Noske stattfand, stand zunächst eine Ergänzung zum Entwurf des Haushalts der allgemeinen a i na« zv er waltung Für das Rechnungsjahr 1619 aus der -ragesoidnung. Die Matrikularbeiträge fallen nach der neuen Verfassung fort. Deshalb wurden nur noch etwas über 48 Millionen Mark"in den Etat für die Zeit bis zum 14. August eingesetzt. Der außerordentliche Haushalt für ISIS ist mit großen Posten belastet. Zur Abwicklung der An- gelegenbeiten des alten Heeres sind 3� Milliarden vorge- fehen für 1C00 Abwicklungsstellen und ein Personal von rund 166 Ovo Mann. Ter Ausschuß hat hier einen Abstrich vorgenom- mcn, ebenso für die Abwicklung der alten Marinev�chält.i'sse, wo er rund 36 Millionen Mark gestrichen hat.' Im übrigen wurde d>r Ergänzuugsetat auch von der Vollsitzung des Reichsrars genehmigt. Bei der Ergänzung zum Entwurf des Haushaus der Reichsschuld für das Rechuungsjahr 1919 machte der Be- richterstatter darauf aufmerksam- daß das gesamte Finanzbild überaus ernst wäre. Die Schulden des Reichs haben sich in crnem Jahre um 4 6,9 Milliarden vermebrk. Die gesamte Reichsschuld betrug am 31. Dezember 1918 93.7 Milliarden Stark, sie wurde durch Rück- kaufe aus 99,4 Milliarden ermäßigt, an unverzinslichen Schatzanweisungen, also an schwebender Schuld, sind zur- zeit 82 Milliarden im llmlaus, so daß die gesamte Schuld sich au 172 Milliarden Mark bsläuft. Am 1. April 1920 werden die Schulden des Reiches, wenn' alle Kredite realisiert werden, die noch offen sind, insgesamt 264 Milliarden Mark betragen, eine ganz ungeheuerliche Summe, da wir vor dem Kriege nur 3 Milliar- den Schulden hatten und unser gesamtes Nationalvermögen aui höchstens 200— 300 Milliarden Mark geschätzt wurde. Um 366 Mil- lionen erHöhr sich im Rechnungsjahre 1919 der für den Zinsen- dienst fortdauernd nötige Bedarf. Die Abwicklung der Folge des Krieges wird� uns ebensoviel kosten wie der Krieg selber, in �dessen Verlauf wir noch mit 26 Ntill'arden jährlich ausgekommen sind. Für außerordentliche Zwecke sind im Etat allein 32 Milliarden vorgesehen, darunter 17 zum Vollzich des Friedensvertrags. Drei Milliarden sind für die Beschaffung von Lebensmitteln usw. erforderlich. Das alles sind nur zum geringsten Teil Ausgaben zu werbenden Zwecken. Der Ausschutz des Reichsrats war sich darüber einig, daß.das Reich ein« Fortdauer dieser gegenwärtigen AuS- gabepolitik nicht mehr lange wird aushalten können und ein ein- schneidender Abbau der außerordentlichen Aus- gaben unabweisbar ist. Der Reichsrat stimmte schließlich dem Ergänzungsetat zu. Als dritter Punkt stand auf der Tagesorduung eine E r g ä n- zung zum Etatgesetz für das Rechnungsjahr 1919. Hier wurde mitgeteilt, daß unter Einrechnung aller ErgänzungS- etats der Etat für 1919 in Einnahme und Ausgabe mit rund. 58 Milliarden Mark balanciert«. Um den ausgabefreudigen Ressorts einen Riegel gegen Etatsüberschreitungen vorzuschieben) schlägt der Ausschuß vor, fol- gende B e st i m m ii n g in das Etatgesetz aufzunehmen:„Haushalts- Überschreitungen und außerplanmäßige Ausgaben bedürfen der vor- herigen Zustimmungdes Reichsmini st ers der Finan- ze n. Diese darf nur im Fall eines unabweisbar?» Bedürfnisses erteilt werden. Beamte, die ohne diese Zustimmung ein« Zahlung über den Haushaltsplan hinaus anweisen, sind der Reichs kässe gegenüber haftbar." Als Vertreter Preußens bemerkte Ministerialdirektor Nobis, daß eS sich um einen Etat handle, wie er als Friedcnsetat überhaupt aus der Erde ohne Beispiel sei. So käne es unmöglich weiic'-geben. Es sei nicht gelungen; den Grundsatz der Sparsamftit restlos zur Durchfuhrung zu bringen. Im ganzen sei nur eine Milliarde abgesetzt worden. Er hoff«, daß. wenn dies« Ziffern öffentlich bekannt werden, dies iveite Kreise unseres Volkes nachdenklich stimmen werde. Di«. Bemühungen«ach Sparsamkeit müßten von der Regierung, vom Reichsrat und van der Volksvertretung mit allen Kräften sortgesetzt, werden. Minister Noske sprach dem Reichsrat seinen lebhaften Dank für die Er- lediguna seiner Eiatarbeiten aus. Di« Bemühungen des Reichs rats auf möglichst baldige Gesundung der Finanzen fänden bei allen Stellen der ReichSregiernng volle? Verständnis.— Der Reichs rat trat den Beschlüssen seines Ausschusses bei., fiusschußberatungen. „villiger" Kaffee. Beider Beratung des Etats des Reichswirt- schafiSministeriuins teilie der W i r t s cd a f t s m i n i st e r mit, daß mit der brasilianiscben Regierung Verhandlungen über Einfuhr von Kaffee im Gange seien, bei deren Abschluß sich der Kaffee preis wahrscheinlich auf 8 Mark für daö Pfund stellen werde. Die Strafen gegen den Schmuggel seien verschärft und an der Grenzt eine umfangreiche Beobachtuilgsorganisaiion eingerichtet worden. Um die Fehlbeträge bei der �artoffelver» sorgung'zu decken, sei das Ministerium bemüht, Käufe im Au stände abzuschließen. Der Minister erinnerte an das Ab- kommen mit Polen. Im weiteren Verlauf der Debatte erklärte Unlerstaatssekretär Hirsch, es sei beabsichtigt, ein eigenes General- Referat für M i t t e l st an d s f r a g e n einzurichten. Die Pro- duktion im Kohlenbergbau habe sich bereits gehoben. die Neichskonferenz üer Elektroinüuftrie. Die bor einigen Wochen im„Vorivärts" angekündigte Reichs- konferenz von Angestellten und Arbeitern der Elektrizitätsindustrie hat am 19.'und 26. Oktober in Halle siattgefuniden. Nach dem uns hierüber vorliegenden Bericht war die Tagung von 68 Delegierten aus 77 Betrieben bzw. Konzernen beschickt, die rund 166 666 Ar- beiter und 3V 069 Angestellte repräsentieren. Als auf der Konferenz vertretene Gewerkschaften werden her Zentralverband der Angestellten, Deutscher W e rk m e i sie r v e r ba n d, Bund der�ech nischen Angestellten und Beamten, Metallar weiterverband und H alz anbei terv er» band angegeben. Der Vorsitzende der Berliner Fünfzehnerkommission. Dolle, betonte in seiner Eröffnungsansprache, daß man daran gehen müsse, eine einheitliche Front gegen die kapitalistische Reaktion durch die Arbeitnehmer aufzurichten. Die Zulassung eines offiziellen Vertreters des G e w e r k- schaftsbundes wurde abgelehnt, weil der GcwerkschastSbund nicht aus dem Boden des Sozialismus stehe und bei ihm daher eine klare eindeutige Stellungnahme in der Frage der Räteorgani- s a t i o n als unmöglich angesehen wird. lieber den Zusammenschluß der Kopf- und Handarbeiter referierte Schmidt. Er betonte u. a., die Persicherung von„ge- wisser Seite", daß man auf die Intelligenz � der kapitalistischen Finanzariswkratie nicht verzichten könne, sei irrig; die deutsche An- gestelltenschaft beherberge eine solche Unsumme von Intelligenz, daß diese schon allein imstande wäre, die Betriebe weiterzuführen. Vor- aussetzung hierzu sei natürlich die engste Verbindung der An- gestellten und der Arbeiterschaft zu einer gemeinsamen Arbeits- und Kampffront. Eine der wesentlichsten � Voraussetzungen, um überhaupt zum Sozialismus zu gelangen, sei aber die Umbildung der alten Gewerkschaften. 'Die einzige Führung bilde die Räteorganisation, diese setz«� aber die Umformung der Gewerkschaften zu großen Jndustrieverbänden voraus, die dann den Unterbau für den„Rätcstcmt" abgeben können. Auf diesem Boden müsse sich die Arbeiterklasse einigen. Nach einer kurzen Diskussion gelangte einstimmig eine Resolution zur An- nähme, in der betont wird, daß die versammelten Funktionäre der deutschen Elektroindustrie sich auf der Basis des Rätegedankens zu einer festen Arbeitsgemeinschaft der Bureau- und Betriebsarbeit- nehmer zusaminenichlicßen, mit dem Endziel:„Schaffung der ge- meinsamen Kampffront aller Arbeitnehmer zur Sozialisierung des Industriezweiges und Verwirklichung des Sozialismus"." Sodann referierte W e g m a n n vom roten Berliner Voll- zugsrat über das durchzuführende Arbeitsprogramm. Er meinte, in Berlin seien die Arbeiten bereits so weit gediehen, daß man einige Industriezweig« zu gleichen Arbeitsgemeinschaften zusammenge- schloffen habe, wie das in Halle der Fall sei. Augenblicklich befänden wir uns in einem Kreislnnf, der unbedingt züm Zusammenbruch führen müsse. Er sei der Ansicht, daß nur Arbeit unS retten könne. Gleichwohl könne nur durck? rücksichtslose Ausrottung des Kapitals der Sozialismus gehoben werden. Was Marx über die Voraus- setzungen des Sozialismus betont, brauche für uns kein Dogma zu sein. Die Kapitalistenklasse müsse ganz automatisch ausgeschaltet und dafür der Sozialisinus eingesührt werden. Das werde einen schweren Kamps kosten, der ober nicht durch das demokratische System ausgesochten werden könne. . Die Arbeitgeberorganisationen seien nur durch eine„plan- � mäßige wissenschaftliche Sabotage" zu vernichten. In der hierauf folgenden ausgedehnten Diskussion erklärt« ein Vertreter der S. P.D., daß er und seine Kollegen der Idee der Zu- sammenarbeit nur insoweit folgen könnten, als diese Arbeit sich mit den Ausfassnngen seiner Partei vertrage. Diese Ausführungen lösten heftigen Widerspruch unter der Teilnehmerschaft aus. Das Arbeitsprogramm wurde, nachdem noch ein Kommunist sich gegen jede„Formal-Demokrgti«" und für die Diktatur erklärt, einstimmig angenommen. W e g m a n n glaubte noch der Behauptung entgegentreten zu sollen, der Berliner. Vollzugsrat wolle die Zertrümmerung der Gewerkschaften; das entbehre jeder Grundlage.\ Zum Vorsitzenden des Arbeitsausschusses wurde Dolle, zum Stellvertreter Schmidt, als Schriftführer Hesse und als Kassierer K n a tz e gewählt. Nachschrift der Redaktion: Gegen diese vor einiger Zeit angekündigte Tagung haben wir bereits im voraus Einwen- düngen erhoben. Der Perlauf derselben bestärkt uns nur in unserem Urteil. Das, was auf dieser Konferenz in großen Umrissen über die Möglichkeit der sofortigen Ueberloitung der kapitalistischen Wirff schaftSform in die sozialistische, über den Reifegrad der Angestellten- schast, über den„Rätestaat", über„planmäßige � wissenschaftliche Sabotage" usw. gesprochen wurde, ist ein so wüstes Konglomerat von Meinungen und unklaren Vorstellungen über unser gesamtes Wirtschaftsleben, läßt so sehr den geschulten Einblick in die Zu- sammenhänge der wichtigsten Lebensfrage» eines Staates und damit der Gesamtheit vermissen, daß sich jedes Wort der Kritik an dieser Tagung erübrigt. Die hier züm Ausdruck gebracht«« Gedanken kennzeichnen ledig- sich eine unglaubliche Verstiegenheit gegenüber den ttefften Pro- blemon unserer Volkswirtschaft. Und wenn Herr W e g m a n n da- von sprechen konnte, daß die Marxsche Auffassung über die Voraus- setzungen des Sozialismus kein Dogma zu sein braucht, so zeigt er, daß er weder Marx richtig gelesen, geschweige dessen scharfe Dia- lektik begriffen hat. Denn sonst müßte Herr Wegmann wissen, daß dieser geniale. Denker des Proletariats gelehrt hat, stets zu den ökonomischen Wurzeln der sozialen und politischen Erscheinungen vorzudringen, um danach die Axt der Taktik und des Kampfes diese Grundlage aller wirklichen Politik jeweils anzupassen. Oberflächliche Denkweise und geistiges Knabentum nur kann sich anmaßen, von einer so revolutionären Denkmethode, wie sie uns Karl Marx gelehrt hat, als von einem Dogma zu sprechen. » Die SitterfelSer Ueberlanüzentrale stillgelegt. Infolge eines Streiks der Belegschaft Grube„Leopold Holz- weihig", von der die Ueberländgentrale Bittcrfeld gespeist wird, ist letztere' abermals stillgelegt. Dadurch ist nicht nur Bitterfeld ohne Licht und Kraft, sondern auch ander: Gruben sind wegSn des Mangels an Stromversorgung in Mitleidenschaft gezogen. Da Rot- standsarbeiten verweigert worden sind und eine Ersäufung der Grube« befürchtet wird, ist die„Technische Nothilfe" zur Hilfeleistung aufgefordert worden und hat auf Grube„Leopold" bei Bitterfeld Sonnabend 1 Uhr die Notstandsarbeiten aufgenommen. Außerdem kündigt die«Technische Nothilfe" auch ein Eingreisen in Zehdenickin der Mark an, wo svit 14 Tagen die Slektri- zitätswerke stilliegen. Ferner hält sie noch immer ein: Reihe von Kleinbahnen der Altmark in Betrieb, die für die Heran- chasfung von Lebensmittel« unbedingt erforderlich sind und deren Bahnpersrmal in den Streik getreten ist. GewerkschaDbewMng Der Metallarbeiterstreik. Ueber die Schiedsgerichtsverhandlungen in der Berliner Metollindustrie wird vom Schiedsgericht mitgeteilt: die Ver Handlungen vor dem Schiedsgericht für Lohnklassifizierung der Metallindustrie schreiten glatt voran. Am Sonnabend wurden die Gruppen der Metallgürtler. Metallschleifer, Galvaniseure. Schnittarbeiter, Eisenkonstruktions- und Eisengiestereibetriebc verhandelt. Die internen Beratungen des Schiedsgerichts halten Schritt mit den Verhandlungen der Parteien. Iedew falls dürste nach dem Stand der Verhandlungen nicht zu be- fürchten sein,, dag durch sie die Wiederaufnahme der Arbeit verzögert würde. Die Arbeiter der Firma E. Zwietusch u. Co. nli�men in ihrer Betrieb-weriammlung folgende Resolution an: .Mit Entrüstung nehmen die Arbeiter der Firma E. Zwietusch u. Co. Kenntnis von der Absicht der Unternehmer, unsere Arbeiter- rate und Funktionäre nicht wieder einstellen zu wollen. Wir er- blicken dorm eiiren Hohn aus das Mitbestimmungsrecht und erheben dagegen den schärfsten Protest, geloben, die Arbeit nicht eher wieder aufzunehmen, bis die Unternehmer die Absicht aufgeben und alle Arbeiter restlos wieder einstellen. Wir sprechen der Fnnszehner-Kommiifion unser vollstes Ber- trauen aus und stellen uns einmütig hinter ihre Matznabmen." Der Vorstand der Vereinigung sozialistischer Lehrer und Lehre- rinnen drückt den streikenden Metallarbeitern wärmste' Sympathie aus. Die sozialistischen Lehrer der Vereinigung fordern zur so- fortigen Unterstützung der Streikenden durch Kauf von Streik- marken auf._ Schutz dem Z�abrikterror. Die.Freiheit" bemüht sich stets über den von ihren Gesinnungs- genossen in den Werkstätten ausgeübten Terror den Mantel der Liebe zu breiten. So sucht sie den ArbeiterauSschust bei der Geld schraukftrma Arnhdim neuerdings gegen die Angriffe des„Vor- wärts" in Schutz zu nehmen. Nickt die Zugehörigkeit oder Nicht zugehvrigkeit zu irgend einer Partei habe den ArbeiterauSschust zu' seinem Vorgehen veranlaht, sondern in erster Linie das unkollegiale Verhalten des Betreffenden. Die.Freiheit" will uns doch nickt glauben machen, daß von ihren Gesinnungsgenossen in den Betrieben kein Terror geübt wird! In Dutzenden Fällen ließe sich leicht der Nachweis führen, daß unabhängige Vertrauensleute geradezu rigoros gegen Anders- denkende einschließlich Mehrheitssozialisten vor- gehen. Und westn die.Freiheit" gar über den„VorivärtS"-Redakteur, der den Artikel über den Arnheimschen Betrieb geschrieben, betonte: .Wir- denken doch, daß derselbe auS seiner früheren Tätigkeit in der Werkstatt nock so viel Verständnis sich bewahrt hat, daß die Ar- bester mit solchen.Kollegen" nicht gern zusammenarbeiten, so ent- gegnen wir: Früher hätte eS nicht nur uns, sondern auch die Re- dalteure der heutigen.Freiheil" mit Abscheu ersüllt, wenn sich sozialistische Arbeiter in den Betrieben andersdenkenden Kollegen gegenüber so unduldsam, ja sogar flegelhaft benommen hätten, wie daS beule geschieht. Jeder sozialdemokratische Arbeiter, dem der Sozialismus eine ernste, hohe Weltanschauung war. hätte es unter seiner Würde ge- halten, unter seinen indifferenten und andersdenkenden Klassen- genosien anders als durch das Mittel der Ueberzeugung zu wirke r. An diese Zeit denkt der.VorwärtS"-Rcdatteur, wenn er sich heute in den Spalten des.Vorwärts" über die ungezügelten BgitationS- Methoden und den brutalen Gewissenszwang der Parteianhänger der.Freiheit" entrüstet. Wessen Moral und politische Anschauung im Lauie der Zeit eine Wandlung erfahren, ob die der„Freiheits"- leute oder die des fraglichen.Borwärts"-NedakteurS mag der Leser entscheiden. » Zu dem Fall selbst möchten wir noch bemerken, daß der zur Entlassung vorgesehene Arbeiter ein Anhänger der MchrheitSsozial- demokratie und kein Mensch ist von jener Sorte, die auf andere keine Rücksickt nehmen. In der Beschäftigungsdauer des Arbeiters besteht insofetn ei» Irrtum, als derselbe nicht bereit? jahrelang, sondern erst seit März d. I. im Arnheimschen Betrieb beschäftigt ist. einem Monat Gefängnis, zehn türkischen Pfund Geldstrafe und Ent- lassung bestrast, Der Betrieb sieht unter französischer Militäraussicht. Dieser Vorgang zeigt, mit welchen Mitteln man nach berühmten Vorbildern auch in der Türkei versucht, das Erwachen der Arbeiterschaft zu verhindern." ZOOsttM) Exemplare. In dieser Auflage erscheint die neueste Nummer des Organs des Zentralverbandes der Maschinisten und Heizer sowie Berufsgenossen Deutschlands. Redaktion und Ver baudSvorstand feiern im.Maschinisten und Heizer" diesen Ausstieg der Organisation und ersuchen die Mitglieder, sie in ihrem Be streben, den Berufsgenossen zu dienen, in verstärktem Maße durch ihre Mitarbeit zu unterstützen. � Generalversammlung der Gemeindearbeiter. In der am Freitag abgehaltenen Generalversammlung des Ver bandeS der Gemeinde- und Siaatsarbeiter gab der Vorsitzende PolenSke den Geschäftsbericht für das dritte Ouartal. Die Mitgliederzahl ist von 35 730 auf rund 40000 gestiegen und nimmt auch im laufenden Quartal einen flotten Fortgang. Der Redner gab eine eingehende Darstellung der Tarifverbandlungen und stellte in Aussicht, daß dem angenommenen Lohniarif in nächster Zeit die Beratung des die allgemeinen Bestimmungen enthaltenden Mantel- tarifs folgen wird. Der zweite Vorsitzende Sckarlau bericktete über Tarifverhandlungen der Staatsarbeiter. Für diese ist vorerst der Manteltaris mit den Behörden beraten, er liegt jetzt der Re- gierung zur Annahme vor und dann wird er den Mitgliedern zur Beschlußfassung unterbreitet. Nachdem der Kassierer H o f fm a wn den Kassenbericht erstattet hatte, nahm die Versammlung Stellung zur Nothilfe. Die von der Versammlung angenommene, Resolution haben wir bereits an anderer Stelle veröffentlicht. z, 2, Stellungnahme zur Generalversammlung am Z. November 1919. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Kollegen und Kolleginnen! wichtigen Tagesordnung darf niemand sehten! o r d e n t I. Bei der Unter französischer Militäraufsicht. Bon einem Neuköllner Genossen, der erst vor zwei Tagen aus Konstantinopel zurückgekehrt ist, wird uns folgendes ge- schrieben: .Milte Juli d. IS. reichten die Arbeiter der Eisenbahnbetriebs- werkitätte Jedi Kule, einem Vorort Koustaniinopels. einen Aulrag auf Lohnerhöhung ein: derselbe blieb zunächst unbeantwortet. Im September riß den Arbeitern der Geduldsfaden und sie beschlossen, am 23. September in den Streik zu treten, wenn die Forderungen nicht bewilligt werden. Es wurde aus den einzelnen Abteilungen eine Kommission von 18 Mitgliedern und au§ dieser Kommission vier Kollegxn als Sprecher zum persönlichen Vortrag der Wünicke der Arbeiter gewählt. Diese vier wurden ain 24. September früh vorstellig: nachdem der Betriebsleiter Rücksprache mit der Di- rektion versprocken hatte, gingen sie wieder an ihre Arbeit. Am Nackmiltag desselben TageS wurden diese vier von der fran- züsiscken Feldpolizei von ihrem Arbeitsplatz weg ver- haftet und gefesselt nach dem Gefängnis in Kum Kapu ge- brockt. Als sogcuaiinte Rädelsführer wurden sie hierauf mit je Zum Streik im Eisenhandel. Uns wird geschrieben: Die Unternehmer versuchten am Freitag bei der Lahnauszahlung, allen streikenden Arbeitern die Kündigung resp. Entladung zuzustellen. Wen» die Herren bei dieser Maß- nähme, die ja nur den Zweck haben soll, alte Arbeiter um besondere bisher gewährte Vergünstigungen zu bringen, glaubten, daß nun- mehr die Streikenden Angst bekämen und in die Betriebe hinein- liefen, so sind sie damit hereingetallen.» Leider verrichten bei einer Anzahl Firmen die kaufmänni- schen Angestellten S t r e i k a r b e i t. Diese Proletarier laden auf den Bahnhöfen Waggens aus, füttern, die Pferde, stehen als Portiers in den Häusern, betätigen sich als Wächter und bei einer Firma misten sie sogar die Pferdeställe aus. Wir hoffen, daß auch diese Arbeiter zur Solidarität erwachen. Eine Anzahl Firme» des Arbeitgebervcrbandes versuchen ihre Arbeiter dadurch zu ködern, daß sie ihnen anbieten, die Arbeit auf- zuirelnuen. Sie würden dann nach Tarifabschluß alles, was den festgesetzt würde, nachzahlen. Eine Firma hat sogar an ihre Auge- stellten folgende Aufforderung gerichtet: Wir erbitten freiwillige Dieldungen an den Unterzeichneten zur Erledigung folgender Notstandsarbeiten, welche im Interesse des Gesäbäfts dringend erforderlich sind:' Abladen, Auspacken -und zum Lager bringen eingehender Waren, besonders derjeuigen, welche durch längeren Aufenthalt im Freien leiden; Füttern und Bewegen der Pferde: Heizen des Kessels. Also eine richtige Aufforderung zum Streikbruch. Auch an die Kollegen Speditionskutscher richten wir die Aufforderung, Sireik- fuhren abzulchne» und anbedingte Solidarität zu wahren. Auch die Sicherheitswehr bemühi sich, ihre Existenzberechtigung dadurch nachzuweisen, daß sie nicht nur die Streikposten an ihrer Tätigkeit hindert, sondern bei der Firma Borchers u. Jürgens sogar die Waggons entladet und Streikarbeit verrichtet. Ebenso läßt die Eisenbahnverwaltung Streikarbeit durch ihre Ar- heiter verrichten.>" Abschluß eines Lohntarifs im rheinisch-westfälischen Steinkohlenbergbau. Essen, 25. Oktober. Die zwischen dem Zechenverband und der der Zentralarbeitsgemeinsckait angeschlossenen gewerkickaftlicken Organisation der im rbeinffch-wesifälischen Steinkohlenbergbau be- schästigten Arbeiter seit Monaten schwebenden Verhandlungen über den Abschluß eines Lohntarifs sind heute durch Festsetzung von Tarifsätzen für die einzelnen Arbeitergruppen beendet worden. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Montag, den 27. Oliober 1919, Bezirksversammlungcn für die-gesamte Verwaltungsstelle Berlin, in folgenden Lokalen: Abends 7 Uhr: Südenbezirke: Gewerkschaltshaus, Engeluser lö, Saal 4, Norden: Nula der RcalsÄulc, RKeinSberger Straße 4/5. Norden: Aula der Schule, Grünthaler Straße 5, Moabit: Aula der Schule. Zwingli- straßc,.Eharlottcnburg: Volksbaus. Rosinenstraße 4. Lichtenberg: Schlllaula, Lichtenberg, Marktstraße, Gase Bcllevue, Rummelsburg, Babn- hoistraßc 7, Wcißensee: Zum Prälaien, Berliner Allee, Ecke Lebderstraße, Obcrschöncweide, Niedttschönewcide, Johannisthal und Umgegend: Realgymnasium, Oberschönewcidc, Abends Uhr: Cöpcnick-FriedrichZhagen: Conrads Festsäle, Friedrichshagcn, Friedrich- straße 137. Abends 6 Uhr: Osten und Nordosten: Comcnius- Säle, Memeler Straße 67. Norden: Pharus-Säle. Müllerstr, 142. Neukölln: Oberrealschule, Emser Straße. Nachmittags 4 Uhr: Tegel, Reinickcndori-Wcst: HartmannS Brauerei, Reinickendors-West, Scharnwebcrftraße 101/104. Dienstag, den 28. Oktober, abends 6 Uhr: Spandau: Aula der Oberrealschule, Mollkestraße. Tagesordnung in allen Versammlungen: 1. Berichterstattung Zum Metallarbeiterstreik. Knorrbremse und angeschlofiene Betriebe. Montag, 2 Uhr, Gass Belleoue, Lichtenberg, Hauptstraße 2, Abgabe der Stteilkarten sür die zweite Epiraunterstützungi— Montag 12 Uhr Konferenz der Betriebsver- traueiisleule. (f. P. Goerz. Montag, den 27. Oktober, nachm. 2 Uhr, Betriebsver- sammlung des Gesamtwerkcs Goerz u. sendlinger im Schloßpark, Steglitz. 12 Uhr im Lindcnpark, Lichtersclde, kombinierte Sitzung sämtlicher Ver- trauenslcute und Ausschußmitglieder. Am Dienstag sür Gcfamtwerk Unter- schreiben der Ouitwng im Lindenpark von 9—4 Uhr. Deutsche Werkftättcu-Gesellichaft Hohenschönhausen. Dienstag, den 28. 10., früh 10 Uhr. im Restaurant Hcrschleb, Berliner Slraße 93, Zahltag. Sämtliche Nummern der Stempelkarten müssen zwecks Extra- Unterstützung abgegeben werden. Delefunkeu. Betriebsversammlung Montag 10 Uhr Patzenboser(Bockbrauereil, Fidicinstraße 2, kleiner Saal. Anschließend Auszahlung der Streikgelder. Ä. E. G. Glühlampenfabrik. Montag, den 27. 10., vorm. 10 Uhr, Betriebsversammlung im Stadttheater Moabit, Alt-Moabit 47/48. Nachdem Auszahlung der Strciluntcrstützung. A. E. G. Brunnenstraste. Montag, den 27. 10., vorm. 10 Uhr, Betriebsversammlung, Pharusiöle, Müllcrstraßc. A. F. A.- Konzern(Wert Oberschöneweide, Monteure und Heiser vom Zentralbureau, Hannoversche S trage, Elektro-Thermit). D i e n s- tag. den 2 8. Oktober, nachmittags 2 Uhr, Betriebsversammlung in der Aula Frischenstraße. Nach der Versammlung Auszahlung der Extra- Unterstützung. Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene Siemens- Schuckert- Werk, Franklinstraste. Versammlung Montag 4 Uhr bei Pörnich, Marchstraße.— Mittwoch 41/, Uhr Sitzung der Obleute und Vertrauens- leute der Kriegsbeschädigten bei Lenz. Tegeler Weg 97. Deutscher Holzarbeitcrvcrband. Montag, de» lZ7. Oktober. Holzbildhauer: abends 7 Uhr, im„Gewerkschastsbaus", Engel- uier 15(Saal 1). Tagesordnung: 1. Neuwahl der Kommission und dreier Mitglieder zur Zenlraltommission. 2. Branchenangclegenhciten. Küchenmöbcl-Branche: nachmittags 5 Uhr, im„Englischen Hos", Aleranderstr. 270. Musilinstrumentcnarbeiter: abends 6:/s Uhr. in den „Prachtsälen des Ostens"(großer Saal), FranIsurtcr�Allce 48. Tages- ordnung: 1. Vortrag über„Zentrale Gewerlschasten, Svndikalismus und Betricdsorganilation". Referent; Kollege Tornow vom Hauptvorstand. 2. Lcschlußiassung über Forde, ung von Teuerungszulagen. 3. Stellung- nähme zur Kündigung des ReichStarisS. Modell- und Fabrik tischler und Modelldrechsler: M i t t w och, den 29. Oktober, abends 6'/, Uhr, in der Schulaula Wein- meisterftr. l6/l7. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommstsion. 2. Der Stand der Tarisver Handlungen. 3. Verbands- und Branchcnangelcgen- heitcn. 4. Verschiedenes. Stellmacher: Donnerstag, den 30. Oliober, abends 7 Uhr, im„Rosenthalcr Hos", Rosentbalcr Str. 11/12. Tagesordnung: 1. Vortrag über das Belricbsrätcgcsctz 2. Bericht von unserer Lohnbewegung. 3. Ver- bands- und Branchenangelegenheiten. Dienstag, dcn28. Ottober, abends 7 Uhr, in KliemS Fest- sälen, Hascnheide l4/ls, KesamtvertrauenS männer- Ver- sammlung. Tagesordnung: 1. ReichStaris und die Vereinbarung vom 1. Ollober 1919. 2. Stellungnahme zur Vertragskündigung. Draiisportarbeiter der Cbemischen Indizstrie von Grost-Berlin. Chauffeure, Kutscher, Mitfahrer, Packer, Boten usw. Montag, den 27 Ok- tober, abends 7 Uhr. im Königstadl-Kasino, Holzmarktstraße 72, Ecke Alexanderslraße, Branchenverlammlung. Tagesordnung: Stellungnahme zur Kündigung unseres Tarises. Deutscher Werkmeifter-Bcrband, Elcktrogruppe. Dienstag.- den 28. Oktober, 6 Uhr, in Haverlands Festsälen, Neue Friedrichstraße 3ö. Vor- trag: Betriebs-.ätegesetz. Referent Kollege Rothe. Mitgliedsbuch legitimiert. Deutscher Werkmeister- Verband. Angestellte der Wagen- und Karoffelic-Fabriken versammeln sich Montag, 27. Oktober, 7 Uhr, König- sladt-Kasino, Alexnndcrstr. 2t. Gerichtszeitung. Milöes Urteil im Sülzeprozeß. (Hamburger Draht-berichl des„Vorwärt S".) Am letzten Berhandlungstage erklärte ein Sachverstän- d i g e r die Sülzefabrikation Heils für ein Verbrechens m VoTkswohl. Der Staatsanwalt beantragte zur allge« meinen lleberraschüng nur drei Monate Gesängnis und 1500 Mark Geldstrafe für Heil und zwei Monate für seine Mitarbeiterin König wegen Beihilfe. Das Gericht ging noch unter dieses Straimaß hinunter und erkannte gegen Heil wegen Vergehen wider Z 10 des Nahrungsmittelgesetzes, die Verordnungen über den Handel mit Lebensmitteln und das Fleifckbefchaugesetz auf drei Monate Ge- fängniS und 1000 Mark Geldstrafe, gegen Fräulein König aus sechs Wochen Gefängnis. Die von Heil verbüßte Untersuchungshaft wurde angerechner. Lerantw. für den redaktion. Teil: Alired Scholz, Neukölln: kllr Anzeigen: Theodor Stocke, Berlin Verlag: Vorwärts-Verlog D. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts- Buchdruckcrei und Berlagsanftalt Baut Singer u. Co. in Berlin. LUdenstr. 8, Hierzu 3 Beilagen. ' M. hMMMMMckdMkdMMMck', inen Anterefte'! Wir bitten Ahrem eigenen Ai von Ihrem Buchh»n»» 650 Kartoffelnäpfe m. D..... 875 950 Tunkeschalen................... 575 Beilageschalen......... 55 75 e«. Kaffeekannen......... l80 w» 250 Milchtopfe......'..wam 50 bu 95 Pf- Tassen........................ I68 17S Zuckerdosen................ 45». Kompottschalen....... 95 n. Iss Bunt bemalt Kaffeeservice 1s50 iqoo för 2...................... � � Kafifeebecher................. l10!90 Tassen mit GoUbunck................ 2SS Obstteller............... 340 Zss 475 Teekanne.................. 2 90 4S5 Kaffeekannen............ 290 435 Zuckerdosen................... 210 Milchtöpfe.............. 40 Pf. 210 Geleedosen...................... I80 Brotteller weis.................... I15 Platten rund, welfi................ 3 25 Platten<>»«1, weis............ S15 4 25 Butterdosen weis................ 245 Kaffeekannen weis............ I20 Marmeladendosen............ I10 Tassen bunt........... 80 95 Pf. 1IS Milchtöpfe brenn........ 95 Pf. I55 Kaffeekannen brnun l95 2*® 350 Kuchenformen br.on.->» l65— 5®5 Kochtöpfe brenn...re» 70 Pf.- 475 Steintöpfe«r«».....» 475— 16°° Steintöpfe brenn...... sr. Liter 45 Pf. Butterdosen«i»«..........— 340 Käseglocken«eprest....... 24S 29S Kompotteller teprest 60 75 85 Pf Obstschalen«epreSt.............. 785 Zitronenpressen«epreSt..... 35 Pf Wassergläser«epreSt......... 60 Pf. Teebecher«utt................ 70 Pf. Weingläser optbch,«. SchlUfretfooS25 Bierbecher mit Bordüre............ I45 Bierbecher»e,ebl»en........... 250 Nififies Blumenvasen bunt»u.iort .....................»on 60Pf.— 67S Blumenschalen...... 2 25 340 Blumentöpfe......... 2� 235 Konfektdosen.............. S95 Fleischbretter, Boche....... 450 540 Tischbestecke...-Peur 425 5 50 6 00 Kaffeelöffel, reroiis««............. lso Einholtaschen.............. 2 00 290 Teppichkehrer......... 48°° 65°° Teppichbürsten........... 5 00 8°° Rosshaarbesen............ 12s° 1750 Rosshaarhandfeger....... 6°° 8S0 Schrubber.................... 1Ä0 4°° Rasierspiegel........... 13so w. 21°° Waschbretter, Hol»............... S25 Wäscheleinen................ 1" 2» Holz-Waschfässer und Zober 2970 4320 Sicherheitsleitern......... stuf. 2 25 Gasöfen, rund......... 26?? w. 55°° Gasöfen..Chi............ S5°° 75°° Elektr. Ofen«-n Z Bimen..... 155°° Küchen wärmer„Mollig"..... 2 25 Gaskocher, s Locb.............. 36?? Backapparat„Lucullus".-55°° 2 Gaseisen m. Erhitzer........... 297S Kohlenschütter, inddert....... S7S Kohlenkasten—■ bq*j......— 5 75 Kohleneimer,»•»«'«k«......... 6 25 Brotkasten, ecid«......... lö50 1979 Wirtschafts wagen........... 17°° Reibemaschinen.............. lO50 Fleischhackmaschinen»ercjnnt mit 4 Scheiben......................36°° Brotschneidemaschine..... IS50 Messerpusnmaschmen---- 40°° Aluminium-Kochgeschirre in großer Auswahl