Nr. 207. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Vereins- und Bersammlungs: Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: ozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 6. September 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Parteigenossen! Laut Beschluß des vorjährigen Parteitags, findet der dies jährige in Frankfurt a. M. statt. Die Anträge) müssen bis spätestens 10. Dttober] in den Händen des Parteivorstandes Berlin SW., Raybach str. 9 " Eugen Richter's Redunng.") Herr Richter glaubt es genau herausgerechnet zu haben, daß der Sozialismus ein sehr unprofitables Gelbgeschäft sei. Der des großen Auf grund der Bestimmungen der§§ 7, 8 und 9 der Parteis der Parteiorganisation im Vorwärts" veröffentlicht werden und Finanzgenies und Sozialistentödters vollkommen würdig. Organisation beruft die Parteileitung hiermit den diesjährigen Parteitag auf Sonntag, den 21. Oktober, nach Frankfurt a. M. in das Lokal zur ,, Weißen Lilie", Bergerstr. 273. Als provisorische Tagesordnung ist festgesetzt: sie des§ 8 Abfah 2 in die gedruckte Vorlage für den Parteitag Aufnahme finden sollen. Anträge von einzelnen Parteigenossen bedürfen der Gegen zeichnung des Vertrauensmannes, sollen sie zur Veröffentlichung und Berathung gelangen. Die Adresse des 2otalfomitees ist: Friedrich Brühne, Sonntag, 21. Oktober, Abends 7 Uhr, Vorversammlung, Frankfurt a. M., Liebfrauenberg 26. Die Parteigenoffen, welche Sonntag, 21. Oktober, Abends 7 Uhr, Vorversammlung, als Delegirte zum Parteitag kommen, werden ersucht, von ihrer Konstituirung des Parteitages. Festsetzung der Geschäfts- und der Delegation dem Lokalfomitee rechtzeitig Mittheilung zu machen, Tagesordnung. Wahl einer Kommission zur Prüfung der Mandate. Damit dieses in bezug auf Quartier 2c. die nothwendigen VorMontag, den 22. Oktober und die folgenden Tage: bereitungen treffen kann. 1. Geschäftsbericht des Parteivorstandes. Berichterstatter: A. Gerisch. 2. Bericht der Kontrolleure. Berichterstatter: S. Meister. 3. Bericht über die parlamentarische Thätigkeit. Berichterstatter: R. Fischer. 4. Die Maifeier 1895. Berichterstatter: C. Meift. 5. Agrarfrage und Sozialdemokratie. Berichterstatter: Dr. B. Schoenlant und G. v. Vollmar. 6. Die Bedeutung der Trusts, Ringe, Kartelle und ähnlicher großfapitalistischer Organisationen in unserer wirthschaftlichen Entwickelung. Berichterstatter: M. Schippel. 7. Anträge zum Programm und Organisation. 8. Sonstige Anträge. 9. Wahl der Parteileitung. Parteigenossen! Wir fordern Euch nun auf, die erforderlichen Vorbereitungen zu treffen. Insbesondere die Wahl der Delegirten und Einreichung der Anträge rechtzeitig zu bewirken. Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Mandatsformulare**) find durch das Partei Bureau Berlin SW., Raßbachstr. 9, zu beziehen. Berlin, den 19. August 1894. Mit sozialdemokratischem Gruß Der Parteivorstand. Denn Das Lächerlichste bei der ganzen Sache ist wohl, daß Herrn Richter's eigene Rechnung das gerade Gegentheil von dem beweist, was er bewiesen zu haben vorgiebt. ach Richter's eigener Annahme haben 70 pet. der Be völferung Preußens, in voller Bahl 21 070 481 Personen, ein Einkommen von durchschnittlich 500 M. auf jeden Steuer. träger, währenddem das allgemeine Durchschnittseinkommen nach ihm 932 M. beträgt. Die große Maffe des Volkes hat also, selbst Herrn Richter zufolge, das lebhaftefte Geschäfts interesse" an dem Aufbau der sozialistischen Gesellschaft. Herr Richter verspricht ihr dabei einen Profit von 86 pet. Unvortheilhaft dagegen soll das Geschäft für die Arbeiter in den Großstädten sein, weil man hier auch einen größeren Arbeitslohn, als 932 m. im Jahr, treffe. " Die Arbeiter, die, nach Abzug der Zeit der Arbeitslosig teit, der Strafen 2c., ein größeres Einkommen als 982 M. im Jahre erzielen, find auch in allen Großstädten dünn gefäet. Allein wenn Richter ihnen vormachen will, sie wären, selbst nach seiner Rechnung, bei einer gleichmäßigen Einkommenvertheilung im Machtheile, so ist das der reine Schwindel. Herr Richter vergißt, daß seine 932 M. Jahreseinkommen der Durchschnitt sind für Die Genossen, welche Anträge einreichen, werden darauf das ganze Land. Wenn nun in den Städten ein Theil der Arbeiter ein größeres Einkommen bezieht, so ist doch in den aufmerksam gemacht, daß etwaige, den Anträgen beigegebene Städten auch das Leben theuerer. Die Hauswirthe allein Dann die theueren Lebensmittel. Motive weder im Vorwärts", noch in der dem Parteitag sorgen schon genügend dafür. vorzulegenden gedruckten Vorlage Aufnahme finden können. Die Wollte Herr Richter vergleichbare Zahlen erhalten, so mußte er Genossen haben das Recht, ihre Anträge auf dem Parteitage ein besonderes Durchschnittseinkommen für die Städte und entweder persönlich zu vertreten, oder durch befreundete Genossen ein besonderes für das platte Land berechnen. vertreten zu lassen; außerdem aber empfiehlt es sich, wichtige Anträge vor dem Zusammentritt des Parteitages in der Partei presse zu erörtern. Die Motive aber in die Parteitagsvorlage aufzunehmen, verbietet sich aus räumlichen Rücksichten und um der damit verknüpften unvermeidlichen Wiederholungen willen. **) Die Versendung der Mandatsformulare erfolgt zu Anfang Ottober. " Diese Rechnung läßt sich zwar nicht auf grund der preußis schen, wohl aber auf grund der fächsischen Einkommenstatistit aufstellen. Die Ergebnisse der preußischen EinkommensteuerGinschätzung sind überhaupt sehr schwer zur Berechnung all gemeiner Einkommenziffern verwendbar, am wenigsten aber in der Weise, wie es Richter thut, der für über Zweidrittel der *) Obgleich wir Herrn Richter's neuen Frrlehren mehr Aufmerksamkeit gewidmet haben, als sie verdienen, veröffentlichen wir doch noch den folgenden Beitrag aus der Feder eines aus gezeichneten deutschen Statistikers. " Sie in einem leuchtenden Kreise schwingend, schreckte er die wieder andre. Haltet die Wachen auf!" schrieen die Kühnsten, Knechte von sich, und verdoppelte Wallradens Angst, an Meister und Knechte der Metzgerzunft, und schleuderten welche er die vorige Frage wiederholte, außer sich vor Zorn Steine, Aexte und dergleichen Dinge mehr den eifrig nachAm Brückenthore wollten und Grimm. Da gewahrte Willhild den Junker Dagobert, setzenden zwischen die Beine. 132 der, von der heulenden Gundel geleitet, sich durch das die Söldner den Mönch nicht durchlassen, Mezgerfäufte Volk drängte, und schrie, was sie vermochte, nach Hilfe und stießen sie zurück. Zwei von der handfesten Schifferzunft nach seinem Schuh. Erbarme Dich meiner, Bruder!" packten den ermatteten Bilger bei den Händen, nahmen wimmerte Wallrade, vor dem Wüthenden zurückweichend. ihn in die Mitte, und rannten mit ihm, schnell wie der Du schweigst?" stammelte dieser:" So stirb, Verfluchte!" Wind über die Brücke. Wagen sogar mußten ausweichen, Und mit einem gewaltigen Schwertstoß auf die Brust und aus den Fenstern des Deutschherrenhauses wurde der Um Gottes und Christi willen!" jammerte Gundel, der Feindin warf er sie in den Staub, daß sie, schwer Auflauf gesehen. Eifersüchtig, ihr heiliges Vorrecht zu nachrennend:" Ihr stürzt Euch in's Verderben, blutend und ächzend zusammenfiel, ohne ferneres Beichen üben, gaben die Oberen Befehl, die Thüre weit zu öffnen. Bilger nahte dem Ziele, aber auch die Verfolger waren nur Herr! Hört mich! hört!" Aber so wie ihr des Lebens. inen Schritt hinter ihm zurück. Auch sie machten sich durch Hellebardenschläge und Rippenstöße Luft und freien Weg, und ihre Hände berührten schon die Kutte des Unglücklichen, als er die Schwelle des deutschen Hauses erreichte, und athemlos darauf zusammensant. Von E. Spindler. Geschrei, das eines schwachen Weibes, fruchtlos vers" Beter!" schrie der Haufe und fuhr weit zurück vor dem hallte unter dem Toben der Menge, also war überhaupt Herrn von der Rhön: Ein Mord! Gnade der Armen nicht mehr aufzuhalten das Rad des Unglücks, das vom Gott! Wer bist Du, Entsetzlicher!" rief Dagobert, der Bufalle entfesselt worden war, und nun zerschmetterud das die in seinen Arm Gesunkene Willhild und Gundel über herrollte. Der Stifteren alles Uebels nahte ihre verhängniß- ließ. Der Herr von der Rhön war beim Anblick der Rühre nur die Mauer an, armer Mann!" riefen ihm volle Stunde, denn sie begegnete wenige Schritte von der Verletzten und der Ströme ihres Bluts wie gefühllos Pforte dem Rasenden, der wie ein böser Geist an sie heran geworden, und dieser Schreck gewann ihm die Herzen Mitleidige zu, und seine matte Hand erfaßte einen Stein ftürmte. Willkommen, Ungeheuer!" rief er ihr zu, daß des Pöbels, und Dagoberts Mitleid, der seinen Mann der Pfortenfäule, als der Schöffe anlangte, ihn in Haft zu. fie entsetzt vor ihm wich, und sich an ihre Begleiterin fest- plöglich erkannte, und wie von einem Gespenste berührt, ziehen. Dieser lettere, ein rüftiger, noch junger Mann, hielt: Kennst Du dies Kind? Kennst Du mich? und soll zurücktaumelte. Herr von der Rhön?" schrie er:„ Un- wollte sich ohne weitere Umstände der Beute bemächtigen, und auf seinen Wink griffen die zweifelhaft zögernden Söldner ferner noch Dein schändlich Lügengewebe bestehen? Wo ist glücklicher! Abscheulicher! was habt Ihr gethan?" die Mutter dieses Kindes?" Stoßt mich nieber," antwortete ihm Bilger wie bezu, allein Bilger flammerte sich mit der Kraft eines " Gott der Barmherzigkeit!" flüsterte erschrocken Wall- wußtlos, und die triefende Klinge entfiel seiner Hand. Verzweifelnden an die rettende Pforte und gewährte einen Dort augenblicklichen Widerstand, der dem Oberreiter des Hauses radens Begleiterin, und das Fräulein schrie:" Rommt„ Das walte Gott!" versetzte Dagobert schauernd: Willhild, kommt! befreit mich von dem Tollgewordnen! naht schon die zurückkehrende Wache, Schöffen an der Spitze. Beit ließ, sich in den Handel zu mengen. Er wies die AnWo ist dieses Kindes Mutter?" brüllte der Ver- Euer Blut komme nicht über mich, flieht!"- Flicht! flieht!" greifenden mit Wort und That zurück und das umstehende des unglücklichen Verbrechers zweifelnde und schleuderte sie mit mächtiger Faust zurück: schrie die Menge: Flieht, unglücklicher Vater! nach der Volk nahm seine und In dem Strome? Lüge ist's! darum bekenne, oder fürchte Freistatt, nach der Freiftatt! fort, fort!"- Wo? wo?" Partei. Der Schöff schien jedoch nicht hierauf zu achten stotterte Rhön, in dem die Lust zum Leben wieder er in seinem Ungestüm, und legte in Person Hand an den das Aeußerste, Höllengespenst!" „ Nach dem deutschen Hause!" raunte ihm Herrn von der Rhön. Verloren schien dieser in seiner " Der Mensch will mich ermorden!" jammerte Wall- machte. rade, verblassend und bebend an allen Gliedern; Will Dagobert in das Ohr, und stieß ihn in das Gewühl des Verfolger Gewalt, als der Komthur des Hauses rasch aus Ermorden? ja bei Volks, das dem bewußtlos Fliehenden geräumigen Plaß der Pforte kam und mit kühner Faust den Ergriffenen hild! helft mir von dannen!" Gott!" donnerte Bilger: Nicht leben sollst Du, wenn Du machte. So versorgt Ihr mein Kind?" entgegnete der wieder frei machte. „ Wer wagt's, sich an unsern guten Rechten zu vers nicht auf der Stelle bekennst!"- Vor seinen fürchterlichen arme Vater, und im Nu hatte es Dagobert schon auf seine Blicken wich die Menge zurück, die das Schauspiel um- Arme gezogen. Bilger entfloh, so schnell als seine Füße greifen?" fragte er trogig. Hat uns der Stuhl zu Rom brauste. Wache von der Pforte näherte sich nun, um auf es erlaubten und die unbequeme Tracht. Das Mitleid der und Kaiser und Reich dieselben darum gegeben, daß ein Willhilds durchdringendes Geschrei Ruhe zu stiften. Bilger aus den Häusern laufenden Bürger bahnte ihm den Weg. Rathsherr von Frankfurt mit ihnen verfahren könnte, wie stürzte jedoch mit der Wuth eines Tigers auf den Anführer Laßt ihn durch!" riefen einige Stimmen, er ist ein armer ein Kind mit seinem Spielwerke? Laßt die Hand ab und der Söldner und entriß ihm gewaltsam die blanke Waffe. Mörder!"-" Bu den deutschen Herren mit ihm!" riefen geht mit Gott ohne diesen Mann."- Der Schöff- be" " der gesellschaftlichen Produktionsertrages. Eine weitere Be rechnung zeigt auch thatsächlich, daß in den Städten 83 pet. der Bevölkerung im Vortheil wären, wenn sie das ermittelte Durch schnittseinkommen erhielten, auf dem Lande 73 pCt., im Durchschnitt des ganzen Landes aber 80 pCt. Zu diesen Resultaten führt also die Richter'sche Rechnung. Verdient dieses Ergebniß nicht in alle Landestheile auspofaunt zu werden, wie es Herr Richter seinen Getreuen fo sehr an's Herz legt? Beigt es doch an, daß 80 pCt. der Wählerschaft das vom großen Eugen Richter selbst herausgerechnete nackte Geschäftsinteresse daran haben, sozialdemokratisch zu wählen. Aber aus tausend und einem Grunde geben auch die soeben angeführten Zahlen des Durchschnittseinkommens nicht die geringste Vorstellung von dem Wohlstand, den der Sozialismus wird schaffen können. Berlin, ben 5. September. Bevölkerung eth vollkommen unbegründetes, ganz willkürliches| bald ein größeres, bald ein bedeutend geringeres Wohlhaben, je noch mehr feines Einkommens als Miethe, wird er davon bes Durchschnittseinkommen ansett. Schon deshalb allein hat seine nach Ort und Zeit. freit, so besitzt er um so viel mehr zur Deckung seines sonstigen Rechnung auch nicht den geringsten wissenschaftlichen Werth. Daß der Sozialismus durch die fonsequente Durchführung Lebensbedarfs. Herrn Richter, der sich keineswegs als spezifischer preußischer des maschinellen Großbetriebs den gesellschaftlichen Produktions- Sodann die Entwickelung der Technik, die Dekonomie des Staatsretter, sondern als Retter der fapitalistischen Gesellschaft ertrag gewaltig steigern wird, darauf wurde schon Herrn Richter Haushalts, bedingt durch die Organisation größerer Konsumtionsüberhaupt geberdet, kann es übrigens gleich sein, ob mit gegenüber auf das Nachdrücklichste verwiesen. Es handelt sich gemeinschaften, die Abschaffung unnüßer Staatsausgaben, die preußischen oder sächsischen Zahlen gerechnet wird. zunächst nicht darum, daß der Großbetrieb in solchen Pro- jetzt durch den Militarismus, durch die Nothwendigkeit des Die fächsische Statistit ergiebt pro 1892 ein Durchschnitte duktionszweigen eingeführt werden wird, in denen der Kapita- minutiöfen Schutes des Privateigenthums, durch die Eigenschaft Einkommen des Steuerträgers von 1090 M. für das ganze Land. lismus es nicht zu thun vermag, obwohl auch dies zweifellos des Staates als Regierungsmaschinerie erzeugt werden, u. f. 1. 75 Prozent der Bevölkerung hatten ein bedeutend geringeres Gin statthaben wird. Aber es giebt noch überall eine breite Schicht Der Sozialismus verspricht nicht das Allheil der Mensch tommen, weitere 5 Prozent erreichten faum diesen Betrag. Das von kleinen Produzenten auch auf Gebieten, in denen das heit. Aber dies wird er sicher erfüllen: er wird die Ausbeutung Durchschnittseinkommen der Stadtbevölkerung betrug 1884 M., Kapital die Großproduktion schon längst inaugurirt hat. Diese beseitigen und mit ihr die Existenzforgen und wird Jedem die der Landbevölkerung 828 M. Je größer die Städte, desto Bevölkerungsschicht führt ein sehr elendes Dasein, aber sie kämpft Muße und die gesellschaftliche Möglichkeit geben zum Lebensgrößer das Einkommen. Die Städte mit über 25 000 Gin- bis auf's äußerste für ihre selbständige Stellung, weil das Kapital genusse und zur freien Entfaltung seiner menschlichen Kräfte und wohnern hatten ein Durchschnittseinkommen von 1639 M. Per ihr feinen anderen Ausweg aus ihrer gedrückten Lage freiläßt, Fähigkeiten. Familie von 4 Personen berechnet, betrug das Durchschnitts- außer in die Lohnfklaverei. Der technischen Ueberlegenheit des ,, Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen einkommen: in den größeren Städten( mit über 25 000 Gin- fapitalistischen Betriebs setzen diese Produzenten zwei Machtfaktoren Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu vers wohnern) 2729 M., in den Städten überhaupt 2236 M., entgegen, die Fähigkeit der Hungerleidens und der maßlosen lieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen." auf dem platten Land 1327 M. Man sieht aus diesen Zahlen Arbeitsanstrengung. Dies ist die Lage des Handwerks und des schon auf den ersten Blick, daß gerade in den Städten sich das Kleinbauernthums. Was der letztere betrifft, so mag man die meiſte Intereſſe zeigen muß an einer gleichmäßigeren Wertheilung technische Grenze des produktivften, landwirthschaftlichen Betriebs Dolifilthe Weberlicht. noch so niedrig ansehen, jedenfalls unterliegt es feinem Zweifel, daß die 22 pet. sämmtlicher landwirthschaftlicher Betriebe Preußens, die eine Betriebsfläche von 2 Heftar nicht übersteigen, Die Einberufung des Reichstags ist dem Vers und die weiteren 27,5 pCt., die nicht über 5 hektar hinausreichen, nehmen nach für Mitte November, die des preußischen zusammen 49,5 pCt. der Betriebe eine höchst irrationelle Wirth- Landtags für Mitte Januar zu erwarten. Die„ Nationals schaft führen. Wenn nun der Sozialismus all diesen kleinen Produ- Zeitung" bemerkt hierzu: genten, deren Arbeitskraft jezt an der Aufrechterhaltung antiquirter Behufs der Etatsaufstellung find in Preußen, wie üblich, die Probuftionsformen vergendet wird, die Möglichkeit giebt, ihre Forderungen der einzelnen Refforts dem Finanzministerium bis Arbeitskraft viel produktiver zu verwenden, ohne daß sie deshalb zum 1. d. M. zugestellt worden; sie sind, wie gewöhnlich, auf in ein Ausbeutungsverhältniß gerathen, im Gegentheil, daß ihnen vielfache Mehraufwendungen gerichtet, werden mit Rücksicht auf selbst der volle Ertrag der gesteigerten Produktivkraft ihrer die Finanzlage aber sehr wesentlich einzuschränken sein. Das Arbeit zu gute tommt, weshalb sollen sie sich dagegen für 1894-1895 veranschlagte preußische Defizit wird sich durch stemmen? Der Kapitalismus vernichtet mit dem Kleinbetrieb Berminderung der Matrikularbeiträge und Erhöhung der Eisenauch den Produzenten, der Sozialismus wird den Kleinbetrieb bahn- Einnahmen zwar erheblich ermäßigen, aber feineswegs vollabschaffen, wo er unvortheilhaft geworden ist, aber nur zu Nutz ständig gedeckt werden; ob der nächste preußische Etat wieder mit Zunächst schon deshalb weil keine Einkommensteuer in der und Frommen der Produzenten selbst. Die Wirkung der sozia- einem Defizit und in welchem Betrage abschließt, das wird in Welt ausreichendes Material zu liefern vermag für die listischen Organisation der Produktion wird eine doppelte sein: erster Reihe davon abhängen, ob im Reiche neue Einnahmequellen Berechnung des Volfseinkommens. Und dies aus dem ein für den Fabritarbeiter, daß seine Ausbeutung durch den Kapita- eröffnet werden. Bekanntlich steht in dieser Beziehung wieder fachen Grunde, weil das individuelle Einkommen fich listen beseitigt wird; für den Kleinproduzenten, daß die Pro- eine Vorlage über die Erhöhung der Tabakbesteuerung in Ausnicht genau ermitteln läßt. Die Reichen defraudiren, duktivkraft seiner Arbeit auf die Höhe der technischen Entwickelung sicht; wie weit sie gegen den vorjährigen Entwurf Veränderungen die Armen wissen es selbst nicht genau anzugeben. Die Haupt gehoben wird und mit ihr fein Arbeitsertrag, fein Verdienst. aufweisen wird, ist noch nicht bekannt. schwierigkeit liegt aber in der Ermittelung des landwirthschaft Nach der von Dr. Lingheimer unter Zugrundelegung der 82er lichen Einkommens. Dies ist eine komplizirte Aufgabe selbst für Gewerbezählung für das Deutsche Reich aufgestellten Berechnung fündigen die offiziösen Berliner Pol. Nachr." in einer hier Neue Forderungen für unsere kostspielige Marine den rationellen Landwirth, um wie viel mehr für den Bauer, der waren in der eigentlichen Induſtrie 63 pCt. der Gewerbsthätigen wiedergegebenen Mittheilung an: nicht nur teine Wirthschaftsbücher führt, sondern überhaupt die im handwerksmäßigen und hausindustriellen Betrieb beschäftigt. Schreibfeder erst dann in die Hand nimmt, wenn er einen Schuld- Nach seiner sehr gelinden Schäßung kann der Arbeitsertrag diefer 1895/96, wie er gegenwärtig an der zuständigen Stelle der Zu In dem Etat für die Verwaltung der Marine auf das Jahr schein zu unterzeichnen hat. Der Bauer, weiß nicht einmal Gewerbetreibenden mindestens verdreifacht werden. Dies immer vorher die Bilanz seiner baaren Einnahmen und Aus- wäre ungefähr die Steigerung ihres Einkommens bei sozialistischer ſammenstellung und Bearbeitung unterliegt, dürften sich wieder lagen zu ziehen, un soll er aber noch den Geldwerth desjenigen, Produktionsweise. Nebenbei bemerkt, versteht es in Deutschland Forderungen für die Erweiterung des Flottenpersonals was er und seine Familie während des Jahres verzehrt haben, selbst der kapitalistische Großbetrieb nicht, die volle Produktiv- vorfinden. Diese ist im Jahre 1892/93 eingeleitet worden. Für berechnen, für den Knecht, der an gemeinsamem Tische fißt traft der Arbeit zu entwickeln. Nach den Ermittelungen von ihre gänzliche Durchführung war von vornherein die Dauer von und aus gemeinsamer Schüssel ißt, soll er eine besondere Schulze Gäbernitz zählte man in den deutschen Baumwoll- vier Jahren in Aussicht genommen, denn in den Etat für Rechnung machen, desgleichen für den Taglöhner, er soll den spinnereien 8 bis 9 Arbeiter auf 1000 Spindeln, in England nur 3. 1892/93 war nur ein Biertel der beabsichtigten Vermehrung einWerth des Dunges bestimmen, den ihm sein Viehstand und seine Man bedente ferner, wieviel produktive Kräfte durch die gestellt worden. Es handelt sich dabei um die Verstärkung der Familie liefern, er soll den Werth der Abfälle bestimmen, mit tapitalistische Desorganisation der Produktion und der Ver- Matrosen- und Werftdivisionen sowie des See- Offizierkorps, der denen er sein Schwein oder seine Hühner aufzieht, den Werth- theilung im Handelsgewerbe verloren gehen, wieviel durch den Seekadetten, Kadetten und des Maschinen- Ingenieurkorps. Die zuwachs infolge des Aufwachsens feines Biebstandes und den Dienstbotenstand absorbirt werden( Deutschland zählt eine Dienst Vermehrung war hautsächlich dadurch nöthig geworden, daß für Werthabgang, wenn es altert, u.sbergi. mehr. Sodann wie soll der boten Bevölkerung von 1/2 Millionen Personen), wieviel treff: das Matrosenpersonal in der Gegenwart ein FriedensBauer den Miethzins seiner Wohnung angeben, wenn im Dorfe licher Mannesträfte die stehenden Heere unnüt vergeuden, ge- Maschinenpersonal bei den neuen Schiffen ein solcher von zwei stamm voll der halben Besatzungsstärke und für das die Wohnungsmiethe zu den größten Seltenheiten gehört, zumal schweige schon von der dünnen Schicht der Herren Kapitalisten Maschinenpersonal bei den neuen Schiffen ein solcher von zwei in Bauernhäusern? Es läßt sich nicht überall der tapita felbst, die sich doch auch einer produktiven Thätigkeit werden Dritteln der vollen Besatzung gefordert werden muß. Indessen auch die listische Geldmaßstab anlegen, und das Bauernthum bildet in zuwenden müssen. Man denke an die immer steigende Armee der dauernde Besetzung der südamerikanischen Station, sowie die Deutschland noch immer den weitaus größten Theil der land- Arbeitslosen und an die Auswanderung nach den Kolonien, dauernde Indiensthaltung eines Schiffes zur Ausbildung von wirthschaftlichen Bevölkerung. jener Aeußerungen einer und derselben Erscheinung: der Schnelllade- kanonenschüßen und eines dritten Avisos für die Auflehnung der gesellschaftlichen Produktivkräfte Manöverflotte wurde als Grund für die Personalvermehrung ihre gesellschaftliche Ausbeutungsform. Aus Deutschland geltend gemacht. Die gesammte Erweiterung belief fich, abs sind von 1875 bis 1892 über 2 Millionen Menschen aus- gesehen von der Vermehrung der Offiziere u. f. w., auf 108 Obergewandert, im Dezenuium 1883-1892 allein 1150 000! Dies deckoffiziere, Deckoffiziere oder Wachtmeister, 948 Obermaate und waren hauptsächlich erwerbsthätige Personen, die dem Land viel Maate, 592 Obermatrosen, 309 Matrofen und 1057 Gefreite und mehr als Produzenten, denn als Konsumenten verloren gingen. Gemeine. In den Etats für 1892/93, 1893/94 und 1894/95 find Sie wurden durch die Kapitalherrschaft aus ihrer Heimath ver- von dieser Forderung Theile bewilligt worden. Im Stat für jagt. Nur weil ihnen teine oder unzureichende Produktionsmittel 1895/96 dürfte es sich voraussichtlich um den Rest handeln. zur Verfügung standen, konnten sie nicht ihren Lebensunterhalt erwerben. Ferner ist es überhaupt grundfalsch, den gesellschaftlichen Wohlstand in Geld abschäßen zu wollen. Es kommt darauf an, wieviel Gebrauchsgüter zur Deckung des gesellschaftlichen Bedarfs vorhanden sind, nicht, wie groß ihr Geldwerth ist. Ein einfaches Beispiel möge ben Unterschied veranschaulichen. Im Jahre 1891 hatte Preußen eine Roggenernte von 3,1 Millionen Tonnen, im Jahre 1887 dagegen betrug die Ernte 4,4 Millionen Tonnen An diesem wichtigsten Gebrauchs gegenstand war also Breußen 1887 bei weitem reicher als 1891. Jedoch der durchschnittliche Roggenpreis war 125 M. per Tonne im Jahre 1887 und 208 M. im Jahre 1891. Danach berechnet sich der Gesammtwerth der Ernte für 1887 auf 550 Millionen Mart und für 1891 auf 645 Millionen Mark. Also nach dem Geldwerth zu urtheilen war Preußen, umgekehrt, 1887 bedeutend ärmer als 1891. $ 4 gegen " ents Krieg im Frieden. Aus den Manövergefilden bringt der ,, Lokal- Anzeiger" folgende zwei Meldungen: Es ist unmöglich, alle Gründe aufzuführen, weshalb die sozialistische Gesellschaft einen unvergleichbar höheren allgemeinen in einem Bauerngehöft ausgebrochenen Feuersbrunft wei Guben, 5. Sept. In Rießen verbrannten bei einer Wohlstand erzeugen wird, als welcher sich vermittelst noch so mann des 4. Garderegiments, welche dort im Quar scharfsinniger( teine Rede von solchen plumpen Manipulationen, wie tier Tagen. die Richter'sche) kapitalistischer Durchschnitts- Rechnungen ermitteln Mannheim, 5. Septbr. Während des Manövers hat Die Tauschwerthe der Gebrauchsgüter, die Waarenpreise, läßt. Handelt es sich doch um eine vollständige Umgestaltung der ge- in Kirchheimbolanden ein Chevaugleger einen variiren aber nicht nur in der Zeit, sondern auch im Raume, sammten ökonomischen Struktur der Gesellschaft. Nur folgendes möge ganzen stich erhalten und ist an der Verlegung von Ort zu Ort. Um beim Roggenpreis zu bleiben, so zeigte noch erwähnt werden. In der kapitalistischen Gesellschaft ist nicht nur diefer für das Jahr 1891 nach den verschiedenen Landestheilen alles Waare, sondern alles wird dazu verwendet, um damit einen gestorben. Preußens folgende Schwankungen: im Januar zwischen Profit zu erzielen. So entstehen eine Anzahl Tributpflichten des Der Allerwelts- Skribifay Paul Lindan tischt im 140 und 225. per Tonne, in April 140-250 M., Juli Konsumenten, die mit der Güterproduktion nichts zu thun haben. New- York Herald" dem amerikanischen Publikum wieder 170-260 M., Oftober 150-294 m. Es ist klar, daß das Wir erinnern an den Tribut des Hauszinses. Die Kosten der eine seiner verwegenften Die Kosten der eine seiner verwegensten Spid- Enten" auf, indem fogenannte Boltseinkommen, d. i. die Summe der individuellen Wohnung werden in der sozialistischen Gesellschaft nur die Kosten er behauptet, es sei in legter Zeit in Deutschland so viel Ginkommen, ausgedrückt in Geld, selbst für die kapitalistische ihres Erbauens und ihrer Aufrechterhaltung ausmachen, nicht aber Dynamit gestohlen worden, daß man ganze Gesellschaft feinen Maßstab abgiebt zur Bemessung der Größe des dazu dienen, einer müßigen Gesellschaftsschicht ein opulentes Da: Städte damit in die Luft sprengen tönnte. gesellschaftlichen Wohlstandes. Denn dieselbe Geldsumme zeigt an fein zu verschaffen. Jetzt zahlt jeder ein Drittel oder vielleicht Auf grund dieser Schwindelei macht der Schwager von Jacques Saint- Céres dann die massivste Reklame für die hauptete, der Berfolgte habe noch nicht die gefegten Steine Bilger hatte indeffen den Blick starr und steif auf den Verschickung der Anarchisten auf eine einsame berührt gehabt, als man herangekommen; aber die Stimme Komthur gerichtet, schwieg noch eine Weile, und antwortete legene njel, mit der Behauptung, der Gedanke des Volks widersprach seinen Worten, und der Komthur hierauf mit dumpfer Stimme: Ich bin bereit, Euch zu daran finde bei der Regierung immer mehr Anhang. So hielt sich an die Rede des Volks. Biebt ab", rief er, fagen, was Ihr verlangt, Herr, doch eben und gerade mur wird es gemacht, um der Polizei auf Umwegen in die ohnehin gehört der Mönch vor sein eigen geistlich Ge- Euch." ,, Da muß Erbauliches dahinter stecken, was wohl Hände zu arbeiten. Auffallen aber muß es mit Recht, richt."" Er ist kein wirklicher Möuch", entgegnete der nicht mit einer Buße von vier Wochen abgethan sein dürfte," daß ein amerikanisches Blatt sich zu solchen Spieleien Schöffe zornig: Er trägt die Kutte ohne Beruf und Ver- spottete der Ritter, beurlaubte indessen seine Freunde mit hergiebt. gunst. Unser muß er sein."" Und wenn's der Teufel einem stolzen Kopfnicken und blieb mit dem von der Rhön Die Post" wirft heute wieder Anarchisten und Sozialselbst wäre im Barfüßergewand!" überschrie den Raths allein. Dieser, statt ein Wort zu reden, begnügte sich, vor demokraten in einen Topf führt dann alle anarchistischen herrn der Komthur,- so muß er sicher sein unter unserm den Komthur hinzutreten, ihm fest ins Auge zu sehen, und Schandthaten auf und kommt dann zu dem weisen Schluffe, schwarzen Kreuze, sonst sperren wir das Haus, und ziehen die Kapuze vom Haupte zu ziehen. Der Ritter starrte ihn daß, weil die Anarchisten Stellmacher und Kammerer in Euch vor dem Reichstage zu Rede und Antwort. Laßt verwundert an, aber nur nach langem Zweifel stieg eine Desterreich vor zehn Jahren gemeine Verbrechen begangen darum den Mann und nus in Frieden; über vier Wochen Erinnerung in ihm empor, die seine Augenbrauen hoch haben, gegen die deutsche Sozialdemokratie, welche die Pros mögt Ihr wiederkommen!"*) Mit diesen Worten, ohne empor zog und die tahle Stirne in trübe Falten legte. paganda der That stets auf's entschiedenste bekämpft hat, seine Rede ferner zu vergeuden, zog der Komthur den Bei meinem Eid!" begann er endlich:" seh' ich recht? Ausnahmegeseze gemacht werden müssen. Herrn von der Rhön nach sich ins Haus, und täuscht mich auch nicht der Bart und das fahle Gesicht, riegelte mit eigener Hand die Pforte zu, fich wenig be- oder seid Ihr's wirklich, Rudolph Bilger?" Zäh im Lügen ist die National- Beitung". Sie schreibt " Ich kümmernd um das Toben und Schelten der abziehenden bin's Herr," entgegnete der von der Rhön, und an zur gestrigen Erklärung Liebknecht's: Rathstnechte und Söldner. Bilger folgte seinem Schutz- Gurer gerunzelten Stirne seh' ich, daß Ihr mir ferner gargon, der vermuthlich zur offiziellen Redeweife des ZukunftsWie man sieht, bestreitet Herr Liebknecht in dem spaßhaften Herrn ohne jede Ueberlegung in den Saal des Erdgeschosses, Euren Schuh nicht gewähren werdet für ein Verbrechen, staates bestimmt ist, nur, daß er in Stuttgart zur Ermordung wo sich zu gleicher Zeit der Trappirer und der Pfaffe des dessen Wurzel eigentlich nur in Euch zu suchen ist; wißt, des Herrn Cafimir- Perier aufgefordert" habe. Das hat er, wie Hanses einfanden, um den Antömmling neugierig zu be- ich erschlug Wallraden!" Da wurde der deutsche Herr wir schon früher bemerkten, in der That nicht gethan; er hat trachten. bleich wie die Wand, und so ergriffen, daß er sich an das dort den Mörder Carnot's entschuldigt, indem er in der zynischen Ihr habt Euer Probe- und Meisterstücklein herrlich Fenstergesimse lehnen mußte. Wallrade?" seufzte er faum Ausdrucksweise, welche unser Korrespondent festgestellt hat und die gemacht, Herr Komthur! sprach der Pfaffe schmunzelnd zu vernehmlich: Wallraden habt Ihr erschlagen?" Er Herr Liebknecht nicht ableugnet, deduzirte: Caferio nuß ein„ Wahns Sem Ritter: hr seid mit den Leuten umgesprungen, als hielt die Hand vor die Stirne und Augen, und da er sie finniger" gewesen sein, denn ein vernünftiger und zielbewußter ob Ihr seit einem Jahrzehnt mit ihnen zu Felde gelegen." wieder wegzog, war die braune Röthe abermals auf sein Anarchist würde nicht Herrn Carnot, sondern Herrn Cafimirs " " Sm!" entgegnete der deutsche Herr lächelnd, he wißt Antlik gestiegen, und seine Augen leuchteten wieder wie Perier ermordet haben. ja, Pater, daß man die Kinder hat, wie man sie zieht. herausfordernde Irrwische und der Mund warf sich wieder Herrn Casimir Perier, der damals gar nicht Präsident Gleich von Anbeginn den Daumen wacker auf die Augen trotzig auf unter dem borstigen Knebelbarte wie zuvor: war, sondern ein bankrotter Minister, dessen Fall jeden Tag gedrückt, bewahrt vor dem Allzuhellsehen. Nun aber zu Seid mir willkommen, von der Rhön!" sagte er, dem zu erwarten! Daß die National- Beitung" jeder GemeinDir, Du sauberer Vogel", fuhr er fort, zu Bilger ge- Staunenden die Hand reichend:„ Obschon Ihr an meinem beit fähig ist, wußten wir längst; aber daß sie so dumm nendet;" Du haft ein leichtfertig und verpöntes Stücklein Schutze verzweifelt, so lief're ich Euch dennoch nicht aus, lügen werde, das hätten wir ihr wirklich nicht zugetraut. gemacht," wie ich vernommen. Der Todtschlag mit offener gerade jetzo nicht, denn der heilige Georg hat nicht beffer Attentatspolitit auch Gewalt menschen wie Bismarck Beiläufig hat Liebknecht in seiner Stuttgarter Rede die Wehr kommt sonst in Deinem Gewand felten vor. Sag' gethan, da er den Lindwurm verleßte, als Ihr, da Ihr und Crispi gegenüber ausdrücklich für sinnlos erklärt. darum an, ob der Schöffe wahrgesprochen, da er schwur, diesen Teufel zur Heimath sandtet. Wohl bekomm's der und in die Kategorie der Bismarck, Crispi und Konsorten Du seist kein Mönch, und bekenne: wer bist Du denn?" falschen Meze! Sie hat's verdient an manchem Biedermann!" Euch, gerade Euch also reden zu hören...?" gehört doch wohl auch Herr Cafimir Perter. hob Rudolph an: Wie reim' ich das?" *) Ein Mörder war in dem Hause der deutschen Herren eine Frist von vier Wochen hindurch vor dem Blutrichter sicher. ( Fortseßung folgt.) Revolverschüsse auf Streifende. Vom Güstrower Streit theilten wir kürzlich mit, daß die Direktion der • Aus dem königstrenen Bayern wird dem„ Berliner Lokal- Anzeiger" telegraphirt: Nach Meldung der Bundeszeitung wurden in Frontenhausen ( Niederbayern) in der gestrigen Nacht die Fenster im Schlafzimmer des zur Zeit zum Manöver dort anwesenden Komman: deurs Prinzen Arnulf eingeworfen. 11 " Waggonfabrik bewaffnete Banden( mit Schlagringen ver- Streits baben die Unternehmungslust des würde man merken, daß wir immer Revolutionäre der That find, sehen) angestellt habe, die nach dem Bahnhof beordert wer- Rapitals vollständig gelähmt. Der nun bald bereit, die Waffen zur Vertheidigung der Republik zu ergreifen." den, um die ankommenden Streitbrecher abzuholen. Diese vier Monate währende Bierboykott hat das Troßdem fährt auch da der Jour" fort, die lügnerische Version Pinkertons scheinen nun auch ihre Häuptlinge zu haben; ein Rapital noch topfscheuer gemacht; er greift in als" Memento" weiter zu publiziren. Dabei ist das Blatt noch uns heute zugehendes Privattelegramm theilt mit, daß gestern Genossen“ und„ Genoffinnen" nach Kräften von der Agitation falls unterschlägt, als ein Zeichen der Reue Chauvin's hinzu alle Erwerbsverhältnisse ein. Sodann werden die so unverschämt, das betreffende Dementi, das es natürlich ebenAbend von einem Beamten der Fabrit zwei Revolver- ausgepreßt; wer nicht für die verschiedenartigsten Fonds, abladet", ftellen. Freilich, von einem Blatte, deffen Direktor, von allen schüsse auf eine Anzahl Streikende abgefeuert wurden, wo ift fein zielbewußter Genosse". Die Arbeitslosen- Versammlungen sonstigen schmußigen Dingen abgesehen, sich Jahre lang von bet ein Mann verwundet wurde. Die Direktion lehnt nach sind die schwerste Anklage gegen die Sozialdemokratie, deren einer Frau aushalten ließ, um sich dann zur Abwechslung von wie vor jede Einigung ab. Das großherzogliche Ministerium Heßereien viele Tausende arbeits- und brotlos gemacht haben. den geheimen Fonds unterhalten zu lassen, von einem solchen entsandte als Regierungskommissar den Freiherrn von Das Lied ist nicht neu. Wir kennen die Weise, wir Blatte darf man auch keine Scham verlangen. Jeder folgt eben Hammerstein, um die Ursachen des Streits zu untersuchen kennen den Text und auch die Herren Verfasser und seiner Natur, und so muß man denn den" Jour" mit der„ Nat. und zwischen den Parteien zu vermitteln. Auch diese Ver- zwar seit Jahrzehnten. Bös sind wir aber nicht. Und 3tg." und anderen Hunden laufen lassen. suche blieben resultatlos, da die Unternehmer die Einstellung hätten wir's sein können, die unfreiwillige Quittung über Die Polizei unter Polizei. In letzter Zeit häuften sich der Entlassenen ablehnen. die Wirkung des Boykotts hätte uns ausgeföhnt. in hiesigen Blättern so schreibt man den Münchencr Neuesten Schnaps nicht Kultur verbreiten unsere Kulturträger Es ist doch die schönste Musik, wenn die Feinde so Nachrichten" aus London die Klagen über ein brutales und rücksichtsloses Vorgehen mancher Polizei. und zwar nicht blos in den Kolonien, sondern auch in den schimpfen. beamten: flugs hat sich nun ein Verein zum Schutz Reichslanden. Im August- Septemberheft der Mittheilungen Die Irrfinnsbehandlung im Rechtsstaat. Unter dieser des Publikums gegen die Polizei" gebildet. Seine des Deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Ge- Ueberschrift hatte der bekannte bayrische Landtags Abgeordnete Aufgabe sieht er( wie er in einem Manifest die Welt belehrt) in tränke finden wir das folgende Schreiben einer deutsch- Dr. Rahinger vor Kurzem einen Artikel veröffentlicht, dem löblichen Bestreben, die Polizei von Flegeln zu welchem zufolge der Schlosser Lorenz von dem Fabrikbefizer fäubern, von higigen und kleinlichen Kerlen, gesinnten Zeitungsredaktion im Elsaß wiedergegeben: Wie in ganz Frankreich, so tannte man in ganz Elsaß- Heinrich Freese in Berlin und der fürstlich von Bis- bie einen ruhigen Bürger auf die kleinste Vermarc'schen Forstverwaltung um die Früchte einer von Lothringen vor 1870 als Schnaps nur Zwetschenwasser, ihm gemachten Erfindung und eines darauf erworbenen Patents andern Tages beschwören, daß er besoffen war anlaffung hin mitnehmen" und dann des Kirschenwasser und Trebernschnaps( aus Zwetschen, Kirschen und gebracht, bei Verfolgung seiner Beschwerde hierüber ungerecht be- und groben Unfug verübte. Diftritts Agenten find Weintrebern gebrannt), aber die Schnapspest tannte handelt und schließlich widerrechtlich längere Zeit im Irrenhause zu bereits ernannt und fünftig wird die Polizei der Königin unter man nicht! Diese hat sich erst gezeigt nach 1870, Deggendorf festgehalten worden wäre." Dieser Artikel ging in der Aufsicht der Polizei stehen. d. h. nach dem die preußischen Branntweinbrenner eine Reihe von Zeitungen über, auch in die Münchener für ihren Kartoffelfufel in Elsaß Lothringen Neuesten Nachrichten", worauf lettere jetzt eine Buschrift des ihre Polizei der deutschen oder speziell der sächsischen nacheifern Was würden die Engländer erst sagen und thun, wenn ein günstiges Abfabfeld entdeckt hatten und uns Herrn Freese erhalten. In derselben wird gesagt, die Be- würde. mit ihrem Gift überschwemmten. Früher, als der hauptungen Dr. Ratzinger's stützten sich auf völlig haltlose AnWein sehr billig war, pflegten viele Arbeiter, wenn sie früh zur gaben des Lorenz und seien geeignet, auf die Bismarc'sche ForstDer internationale Lockspitel ,, Ungern- Sternberg", Arbeit gingen, ein Glas Rothwein für 2 Sous zu trinken. Heute verwaltung und Herrn Freese ein falsches Licht zu werfen; Dr. der durch irgend ein Mißverständniß von der russischen trinfen sie ein Glas Kartoffelfufel für 5 Pf. Viele Frauen, wenn Razinger habe sich nicht die Mühe genommen, durch eine An- Polizei wirklich gefangen ward, aber verständnißvoll fie Morgens etwas einholen, machen's den Männern nach das frage sich von der Wahrheit der Mittheilungen des Lorenz au von ihr behandelt werden wird, hat eine sehr bunte und Schandzeug ist ja in allen den vielen kleinen Spezereiläden zu überzeugen. In längerer Ausführung legt dann Herr Freese dar, abenteuerliche Vergangenheit. Abwechselnd Hochstapler, haben, und wieviel Unglück aus dieser Schnapspest schon ent- daß Lorenz sich in feiner Weise über ihn zu beklagen und mit Industrieritter, Taschendieb u. s. w., gerieth er u. a. auch standen ist, das läßt sich nicht schildern." der Friedrichsruher Forstverwaltung überhaupt nichts zu thun in die französische Fremdenlegion. Aus ihr desertirte er, gehabt habe; die Erfindung des Lorenz habe sich übrigens nachdem er einen Mord begangen hatte. Und solche nicht bewährt. Lorenz habe für andere Erfindungen( z. B. eine zerlegbare Lanze) Unterſtüßung durch Gewährung sämmtlicher Menschen werden von der internationalen Polizei dazu verModell- und Patentkosten von ihm erhalten und ihm gegenüber wandt, um die heutige Gesellschafts- und Staatsordnung Eine schöne ftets hervorgehoben, daß er durchaus zufriedenstellend behandelt vermittelst Dynamitbomben zu sichern. worden sei." Gesellschaft! Die nationalliberalen Blätter, denen wir vorstehendes Arbeiterversicherung und Studium der Medizin. Resumee entnommen haben, bemerken dazu: Hieraus wird sich den nächsten Assissen des Hennegau zur Verhandlung kommen. Der Prozeß gegen Alfred Defuiffeaux wird vor Der Kultusminister hat die Oberpräsidenten aufgefordert, schließen lassen, daß auch die übrigen Beschwerden des Lorenz, die Aerztekammer ihrer Provinz über folgenden Antrag namentlich über die Unterbringung im Irrenhause, unbe: In diesem Prozeß handelt es sich nicht um neuere sogenannte der Aerztekammer Berlin- Brandenburg zu hören und gründet sind." Strafthaten, sondern nur um eine Wiederholung, darüber zu berichten: Hierzu machen wir ein Fragezeichen. Lorenz ist uns nicht oder richtiger Wiederaufnahme des Prozesses von 1889, in 1. Gift nothwendig, daß die Stubirenden der Medizin unbekannt. Vor vier Jahren etwa war er wiederholt auf dem der Urspitzel Pour baig die bekannte Rolle spielte. auf der Universität Renntniß von den für den Arzt wichtigen unserem Redaktionsbureau, und aus den Papieren, die er Die Anklage lautet auf: Hochverrath, Aufreizung zum Bestimmungen des Kranken- Versicherungsgefeßes, Unfall Ver- uns vorlegte, ging allerdings hervor, daß dem Manne Bürgerkrieg, Angriff auf Leben und Eigenthum, Komplott ficherungsgesetzes, sowie des Alters- und Invaliditäts- Versiche- Unrecht geschehen war, und daß namentlich die Familie Bis- und verschiedenes Aehnliche. Im ersten Prozeß waren im rungsgefeßes erlangen. 2. Es ist nothwendig, daß in dem marc ihm ein, ihr überfandtes Attenstück, auf das er großen Ganzen 26 Personen angeklagt. Defuisseaux entfloh, wie flinischen Unterrichte die Stubirenden der Medizin durch Werth legte, in Verlust gebracht hatte. Ob dasselbe später Demonstrationen mit dem Begriffe der Arbeitsunfähigkeit, sowie wieder gefunden ward, wissen wir nicht. Lorenz wurde, weil er schon mitgetheilt, unmittelbar vor Fällung des Urtheils, der totalen und prozentualen Erwerbsunfähigkeit vertraut gemacht nicht zu seinem Recht tommen tonnte, fehr aufgeregt. Frrsinnig und wurde in contumaciam in Abwesenheit zu neun werden, und daß ferner in der Rezeptirkunde die Berhältnisse war er aber, so weit wir es beurtheilen können und wir Jahren Gefängniß verurtheilt. Diese Strafe ist jetzt aufberücksichtigt werden, deren Beobachtung im Werkehr des Arztes beobachteten ihn genau ganz gewiß nicht. Und wenn Lorenz, gehoben, und der neue Gerichtshof ist in keiner Weise an mit erkrankten Rassenmitgliedern unbedingt erforderlich ist. wie es scheint, in ein Frrenhaus gesperrt wurde, so ist das aller das alte Urtheil gebunden. Defuisseaux, den wir vor dings ein Vorgehen, welches der Aufklärung bedarf. Wir er Beginn des internationalen Bergarbeiter Kongresses in Die freifinnigen Vereine sind für das Richter'fche warten, daß Dr. Razinger, der im Besitz des einschlägigen Berlin sahen und der nach kurzem Aufenthalt aus DeutschProgrammt, so belehrte uns vor kurzem die Freifinnige Materials fein dürfte, die Sache weiter verfolgt, die durch die land ausgewiesen wurde, ist entschlossen, die Thaten des Beitung". Nun hat nach dem Berliner Arbeiterverein sich Grklärung des Herrn Freese, an dessen Wahrhaftigkeit wir Herrn Bourbaix und anderer Lockspitzel in eine bessere Beauch der Bezirksverein Wedding gegen eine Reihe von übrigens nicht zweifeln, feinenfalls erledigt ist.feuchtung zu sehen, als es 1889 möglich war, und dem Programmpunkten erklärt. Der Verein Waldeck dürfte, Nicht anständig ist es, daß die Frankfurter 3 ei: Pfaffenministerium Bernaert, das den ganzen sogenannten wie uns berichtet wird, auch bald auf dieser Bahn folgen. tung", nachdem wir vor Monaten den Sachverhalt genau mit ihr verhandelt hatten, den fog. ambulanten Gerichtsstand", b. b. Hochverrath, Bürgerkrieg u. s. w. durch seine„ NichtFreifinnige Flunkerei. Es ist ganz vergeblich, daß sich die Berfolgbarkeit einer Druckschrift an jedem Ort, wo fie gentlemen" in Szene gesezt hatte, das verdiente Denkmal Die" Freifinnige Zeitung" abmüht, die Bedeutung der gestern Befer hat, eine sozialdemokratische Anschauung" nenne. Das der Schande zu errichten. Der bevorstehende Prozeß verbekannt gegebenen Protest- Resolution gegen das offizielle Pro: Borgehen des Grimmpe'schen Rechtsanwalts in dem Fall, auf den spricht also ein Sensationsprozeß in des Wortes vollster gramm dadurch abzuschwächen, daß sie behauptet, an den Dis die" Frankfurter Beitung" fich bezieht, war ein rein persönliches; Bedeutung zu werden. fuffionen im Arbeiterverein hätten sich auch Sozialdemokraten lange Jahre vorher hatten preußische Gerichte schon diese betheiligt. Das ist einfach univahr; wir wissen ganz sicher, daß Anschauung, und der ambulante Gerichtsstand" ist von uns familie scheint sich bei ihrem allergetreuesten Volte nicht mehr Das Haus Savoyen. Die italienische Herrschernur mehr oder weniger demokratisch" angehauchte Freifinnige allezeit bekämpft worden. Das wußte die Frankdort das Wort geführt haben. Ueber den Besuch der Versamm. furter Beitung" daß sie troydem dieses Gerichtsverfahren oder ganz sicher zu fühlen. Unlängst hat in Turin, dem Stammlung sich zu ereifern, hat Herr Richter durchaus keinen Grund; bie Anschauung, auf die es sich gründet, als„ sozialdemokratisch" sitze der Dynastie, ein Familienrath stattgefunden, in dem Die Versammlung war doch nicht schlechter besucht als andere, bezeichnet, ist i II oya I. Oder sollte das kurze Gedächtnis, beschlossen wurde, das Privatvermögen des Königs und der in denen während der letzten Wochen das freisinnige Programm bessen der Chef der„ Frankfurter Zeitung" neulich so tragikomisch Prinzen künftig anders anzulegen als bisher. Das heißt breitgetreten wurde. überführt ward, auch in den Redaktionssälen des Sonnes wohl, daß man das Vermögen der königlichen Familie im Gegen den Maximal Arbeitstag für die in mann'schen Blattes zu Hause sein? Auslande unterbringen will. Dauert die Schandwirthschaft Bäckerei und Konditoreibetrieben beschäftigten Arbeiter er- Cholera und Manöver. In Desterreich( Galizien) in Italien noch einige Beit, so wird vielleicht auch die eifert sich wieder Richter's" Freifinnige Zeitung". Die find die in Aussicht genommenen Kavalleriemanöver wegen königliche Familie dem Familienschate ins Ausland folgen Verfechter der Interessen des heiligen Profits sehen eben ber Choleragefahr verschoben worden. In unseren Cholera- müssen. leichten Herzens Generationen von Arbeitern verkümmern gegenden wird ruhig weiter manövrict. und zu Grunde gehen, wenn mur das freie Spiel der Kräfte, o. h. bie schrankenlose Ausbeutung der Schwachen durch die Starken nicht gestört wird. Unsere Kritik der Kriegervereins Rede des Herrn Landraths und Reichstags- Abgeord neten v. Manteuffel- Grossen benutzt die Konser neten v. Manteuffel- Crossen benutzt die„ Konfervative Korrespondenz" zu folgenden Bemerkungen: " 3ei: d. Die Ausnahmegesetze werden in Italien mit vollein Telegramm aus Ravenna: endeter Schamlosigkeit zur Anwendung gebracht. So meldet Sonntag eine Ergänzungswahl statt. Der offizielle Randidat, In Perier's Wahlbezirk, Nogent- sur- Seine, findet nächsten der dazu auserforen ist, Casimir Perier in der Kammer zu er- In Castiglione fam es aus Anlaß der Verhaftung feßen, ist, wie man uns aus Paris schreibt, ein gewiffer Stobert, weier betrunkenen Individuen zu schweren aufehemaliger Präfekt des Jfère Departements, der auf Geheiß rührerischen Szenen und Zusammenstößen mit der öffentlichen Perier's eigens sein Amt niedergelegt hat, um für das ihm zu Gewalt. Die Polizeibehörde verfügte infolgedessen die Aufgedachte Mandat kandidiren zu können und selbstverständlich lösung des Vereins Orsini" und des Arbeiter. zur Bedientenschaft des Großaktionärs von Anzin zählt. bundes und nahm in den Räumen des Arbeitervereins eine Sie fühlen sich getroffen. Der Mahnung, die Aber so ganz ohne Kampf soll er sein Mandat denn doch Haussuchung vor. Herr Freiherr v. Manteuffel- Groffen an die Kriegervereine ge- nicht gewinnen. Die Arbeiterpartei hat ihm nämlich den ebenso Die Betrunkenheit zweier Leute als Anlaß zur Aufrichtet hat und die in der Aufforderung gipfelte, das Errungene eifrigen wie redegewandten Genossen Pedro gegenübergestellt, lösung von Vereinen, das ist eine Crispi's würdige That. festzuhalten und solche Männer, denen das Bewußtsein der Zu der nun täglich bald in biefer, bald in jener Wahlgemeinde Verlösung fammengehörigkeit unter unserem Raiser fehlte, nicht in die fammlungen abhält und überall, trotzdem er, weit ent- Aus Imola wird ferner telegraphirt: D Reihen der Kameraden aufzunehmen, ist weit und breit hohe fernt, das sozialistische Banner zu verhüllen, ganz offen für die Einige Vertreter des Nationalrathes der sozialistischen Partei Beachtung und Zustimmung zutheil geworden. Die Organe der Bergesellschaftlichung des Grund und Bodens und aller übrigen hielten hier eine Versammlung ab, in welcher mit Rücksicht bürgerlichen Demokratie haben dazu, aus Berlegenheit wohl, ge- Arbeitsmittel eintritt, ftets reichlichen Beifall findet. Gollte er, darauf, daß die Regierung das Verbot der Abhaltung des an schwiegen. Nur die" Frankfurter Zeitung" reagirt und neben was ja bei der Protektion, der sich der Perier'sche Lakai zu er gekündigten sozialistischen Kongresses energisch aufrecht hält, ihr der Vorwärts". Dieses par nobile fratrum fühlt sich ge- freuen hat, mehr als wahrscheinlich ist, auch nicht den Sieg er- beschloffen wurde, den Kongreß so lange aufzuschieben, bis troffen und auckt erschredt zusammen; es hat auch die langen, so wird ihm doch in so mancher Gemeinde die Majorität die Grekutiv Kommission die Abhaltung desselben für opportun gleiche Schüler- Ausrede:" Ich bin's nicht gewesen, ber Nachbar der Stimmen zufallen und er überdies die Genugthuung haben, halten wird. war's". Die genannten Organe meinen nämlich, die Agrarier" in allen Wahlgemeinden des Perier'schen Wahlbezirks den Samen Gegen Republikaner, Irredentisten und vor allem gegen wären es, die nicht in die Kriegervereine gehörten, weil sie nicht des Sozialismus ausgestreut zu haben, der ja troydem und die Sozialdemokraten wendet man die Schandgesetze an, zu allem Ja und Amen sagen, was die Reichsregierung" unter alledem früher oder später aufgehen und zur Reise gelangen aber kein einziges anarchistisches Verbrechen wird durch dem Beifall der gesaminten Demokratie vorschlägt. Das wären wird. dieselben verhütet. ja recht wunderbare Kriegervereine, wenn sie nach diesen Vor- Das Zuhälterblatt ,, Le Jour" so schreibt man uns Auch über die Stärkung der Militärgewalt in Sizilien schlägen zusammengefeht würden." Allzu verständlich beliebt die Konservative Korres Paris unter'm 4. Sept. läßt von feiner Niebertracht liegen Nachrichten vor, die für das Crispi'sche System wenig Allzu verständlich beliebt die„ Konservative Korre- nicht ab. Trotz aller Dementis publizirt es täglich die Liebknecht günstig lauten. Aus Rom wird nämlich telegraphirt: spondenz" nicht zu schreiben. zugeschobene Aeußerung unter der Aufschrift:„ Memento". Ja, Das im offiziellen Journal veröffentlichte Dekret, wodurch Liebliches Geschimpfe. Ein nationalliberaler Wasch- es treibt seine Frechheit so weit, auf das Dementi, dessen Ver- dem Kommandanten des 12. Armeekorps in Palermo die Generalzettel mit dem Fabritstempel der bekannten Bötticherei be- öffentlichung es selbstverständlich unterlassen hat, die Antwort zu direktion der Polizei in Sizilien übertragen wurde, hat in Sizilien schäftigt sich mit dem Nothstand in Berlin, der daß er endlich eingesehen hat, wie infam feine Stuttgarter Rede dieser Maßregel eine versteckte Wiederaufnahme des Belagerungsgeben:„ Wir können dem deutschen Liebknecht nur gratuliren, einen sehr ungünstigen Eindruck hervorgerufen. Man will in rückhaltlos zugegeben wird. Dieses Zugeständniß an die war". Aehnlich verfährt es übrigens auch mit unserem Genossen, zustandes sehen. Die Unruhen nehmen in Sizilien wieder zu und Wahrheit wird indeß nur gemacht, um der Sozialdemokratie dem Abg. René Chauvin, den es in einer jüngst in Tours ab- in Castigliona mußte die Gendarmerie eine Manifestation mit eins auswischen zu können. Es heißt nämlich: gehaltenen Versammlung sagen läßt: Man darf nichts fürchten Gewalt unterdrücken, wobei vier Manifestanten verwundet und fünf verhaftet wurden. In Berlin find die Arbeitsverhältnisse augenblicklich recht und auch nicht zaudern, wenn der Moment gekommen sein wird, denn ungünstige; viele Bauarbeiter und Maschinenbauer feiern; die die gegenwärtige Gesellschaft ist verfault. Und wenn ein Mitglied Der Uebermuth der griechischen Soldateska. Wir Schneider sind nur schwach beschäftigt, Hunderte von Raufleuten dieser verfaulten Gesellschaft uns unbequem wird, muß man find auf das Pflaster gefeht; Kellner, Schreiber beftürmen die es befeitigen." Thatsächlich sagte Chauvin aber etwas ganz berichteten vor wenigen Tagen über den Angriff von Kneipen und die Anwaltsstuben, um Beschäftigung zu finden. anderes. Gegen den Anarchismus und für die richtige Hand- Offizieren auf die Redaktion der in Athen erscheinenden Wenn die Sozialdemokratie in Berlin Nothstands- Verfammlungen babung des Stimmrechts sprechend, sagte er nämlich, daß die Zeitung„ Akropolis". Nun meldet eine' Depesche aus Athen: einberuft, was bald geschehen dürfte, wird sie zweifellos starken Sozialisten, die bei den letzten Wahlen so viele Stimmen erhielten, Infolge der von Offizieren und Soldaten im GeschäftsZuspruch haben. Es steht nun aber fest, daß die sich ihrer Kraft bewußt und durchaus nicht gewillt seien, diefelbe haufe der Zeitung„ Akropolis" verübten Ausschreitungen wurde Segapostel an diesem Zustande einen großen in nuglosen Emeuten zu zersplittern, was ja um so unsinniger der General Karaiskati von der Regierung zur Disposition das immer geſtellt der Blastommandant deshalb so schwach gewefeu, weil die Bauherren, benen während Sozialisten trete und sie bei den nächsten Wahlen auf drei beide hatten die Haltung der Offiziere ge= des Baues die Maler, Maurer, Töpfer zc. davonliefen, teine Luft Millionen Stimmen rechnen fönnten. Dem fügte er nun billigt. Unter den Offizieren herrscht starte Aufregung; verspüren, zum zweiten Male diefer Unannehmlichkeit sich aus hinzu: Wenn man sich aber einfallen lassen sollte, es die Regierung erklärte, sie würde die Ordnuno energisch aufzujeßen. Die unsinnigen sozialdemokratischen das allgemeine Stimmrecht nämlich zu beseitigen, dann recht halten. patfeinaifittiiljtfen* Parteikonferenz. Am Sonntag, den 2. September, fanb für den 6. Hannover',' che» Wahlkreis in Achim eine Parteikonferenz statt, in welcher folgende Orte durch Delegirte vertreten waren: Verden. Achim. Hemelingen, Brinkum und Langwcdel. Auf der Tagesordnung stand:!. Kassenbericht. 2. Wahl eines Delegirten zum Parteitag in Frankfurt a. M. 3. Innere Angelegenheiten. Zum ersten Punkt erstattete der Vertrauensmann Friedrich Günlheroth Bericht, wonach die Einnahme den Betrag von 321 M. ergiebt. Die Ausgabe 410.06 M.. so daß ein Kassen- bestand von 211,82 M. vorhanden ist.— Als Delegirter wurde (im vorigen Jahre halte man aus finanziellen Gründen von der Beschickung des Parteitages in Berlin Abstand genommen) Ge- nosse Friedr. Günlheroth in Verden gewählt, und im Ver- Hinderungsfall Genosse Heinrich Manier in Hemelingen. Zu Punkt G wurde beschlossen, sobald die Arbeiten der Landleute beendet seien, eine rege Agitation auf dem Lande zu entfalten und hierzu die Broschüre„Die Sozialdemokraten kommen" in einer Auflage von 3000 Exemplaren zu verbreiten. Sodann fand noch Abends zum Todesrage Lassalle's eine Volksversamm- lung statt, in welcher Genosse Alwin Kerrl aus Bremen referirte. ** Von der Agitation. Dem Wunsche der Genossen in Thüringen entsprechend, unternahm Genosse Pfannkuch in der zweiten Hälfte vorigen Monats dortselbst eine Agitationstour, die sich bis nach Hessen ausdehnte. Versammlungen fanden statt zunächst in Apolda, Buttstädt, Weimar, Ilmenau und Erfurt. Interesse bot die Versammlung in Buttstädt. Die vornehmlich ackerbautreibende Bevölkerung war bis dahin vorwiegend frei- sinnig. Bis zu den örtlichen Führern hinauf kam der Unniuth mit der Richter'schen Führung in puncto der Sozialpolitik zum Ausdruck. Gegenüber der Haltlosigkeit der Zustände erkannte man die Be- rechtigung der sozialdemokratischen Kritik und Bestrebungen an. In Weimar versuchte der jetzt in Antisemitismus machende Journalist Stieb diesem das Wort zu reden. Angriffe auf die jüdischen Mitglieder der Reichstagsfraktion bildeten den Unter- grund. Die Replik Psannkuch's steigerte die hochgradige Nervosität des Herrn derartig, daß er trotz des kühlen regnerischen Abends nicht merkte, daß er seinen Ueberzieher im Stich gelassen hatte. Die in Eisenach einberufene Versammlung war von der Behörde verboten— wegen Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit. Die Polizei in Waltung ihres Amtes in vorbeugender Richtung hatte sogar den Saal abgeschlossen und angedroht,'jeden Ver- such der Zuwiderhandlung gegen das ergangene Verbot, mit allen Machtmitteln zu verhindern. Trotzdem das Menschengewoge in dem Lokal und den angrenzenden Straßen einem Zu- und Ab- fluthen glich, hat sich kein Zwischenfall ereignet, der die Befürch- tüngen, aus denen das Verbot begründet war, gerechtfertigt hätte. Wie in allen gleichen Fällen, ivar die nicht abgehaltene Versamm- lung eine ausgezeichnete Agitation. Die Versammlungen in Gold- lauter, Albrechts und Suhl waren sehr gut besucht. Der Druck des wirthschaftlichen Uebergewichts lastet bei der Geschästsflaue doppelt schwer auf dem arbeitenden Volk der Thüringer Berge, weil die Liebe zur Heimath ihnen keinen Ausweg läßt, als zähneknirschend zu tanzen wie das Unternehmerthum pfeift. In Hessen waren Versammlungen in Wehlheiden, Melsungen, Kassel und Hardershausen vorgesehen. Die in Melsungen mußte wegen eines Formfehlers in der Anmeldung unterbleiben. Der Ein- berufer erhielt davon erst so spät Kenntniß, daß eine Korrigirung nicht vorgenommen werden konnte. Die anderen Versammlungen waren sehr stark besucht, insbesondere die i» Kassel, bei welcher der Andrang fast ebenso groß war, wie in der vorjährigen Wahl- bewegung bei der Anwesenheit Bebel's. Der Geist, der die Genossen beseelt, ist allenthalben ein vorzüglicher, sein Grundton ist eine zuversichtliche Siegesgewißheit.— Die Agitationskommission von Frankfurt a. M. hat beschlossen, im Laufe des kommenden Winters aller 14 Tage Vorträge namentlich von namhaften auswärtigen Genossen zu halten. Das Programm ist ein sehr viel- feitiges; es umfaßt folgende Themata: Dr. Lux-Berlin:„Die Entwicklung der Technik in ihren Beziehungen zur Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise." Dr. Konrad Schmidt- Zürich:„Adam Smith und die bürgerliche Nationalökonomie." Dr. Quarck-Frankfurt a. M.:„Die Frankfurter Arbeiter- Kongresse des Jahres 1348." Dr. B. Schoenlank-Berlin:„Die Prostitution als soziale Massenerscheinung." Dr. David- Gießen:„Schul- und Erziehungswesen im Licht des Sozialismus." I. S ch w a l b a ch- Frankfurt a. M.:„Der Sozialismus und die Vergeudung von Arbeiskraft in der heutigen Gesellschafls- Ordnung." E. Wurm- Berlin:„Volksernährung und Volks- einkommen." Dr. med. M ar e u s e- Mannheim:„Wissenschaft und Aberglaube am Krankenbett." G. H o ch- Frankfurt a. M.: „Aus der Agrargeschichte." W. Blas- Stuttgart:„Die tollen Jahre 1848 und 1849." Frau Klara Zetkin: Ueber die rauensrage.(Thema noch näher anzugeben.) Dr. Rüdt- eidelberg:„Die Todesstrafe— eine Barbarei." Parteiorgan konfiszirt.* Der„Rhein.-Westf. Arb.-Ztg." wird ans Mannheim telegraphirt: Abermals ist die„Volks- stimnie" konfiszirt worden, und zwar ist eine in der letzten Nummer enthalten gewesene Kritik eines Inserats ans einem bürgerlichen Blatte oder vielmehr einer auf das Inserat erfolgten Offerte der Staatsanwaltschaft als„unsittlich" erschienen. Ei» ganzer Blumenftraust von Polizeimaßregeln gegen unsere sächsischen Parteigenossen steht auch heute wieder zur Ver- fügung: In M i t l w e i d a, dem Sitze des durch sein schneidiges Austreten in der Feuerwehrangelegenheit bekannt gewordenen Bürgermeisters A p e l t, ist eine sozialdemokratische Versammlung, in welcher Reichstags-Abgeordneter Genosse Albert Schmidt aus Magdeburg über„Die Sozialdemokratie im Kampfe gegen die bürgerlichen Parteien" sprechen wollte, vom Stadtrath verboten worden.— In Mylau wurde seitens der Amtshauptmann- schaft der Gesangverein„Liederhain" aufgelöst. Auflösungs- grund: Betheiligung am Crimmitschauer Sängersefte. An- gezogene Paragraphen: 24 und 25 des Vereinsgesetzes.— Aus Elsterberg wird berichtet: Der hiesiege Turnverein „Vorwärts", dessen Vorsitzender sich an dem in Ernstthal ab- gehaltenen Gauverbandstage von Arbeiter-Turnvereinen betheiligt hatte, ist durch die Amtshauptmannschaft Plauen wegen Ver- gehens gegen das Vereinsgesetz aufgelöst worden.— In Glauchau haben sich die Genossen im Volksverein zusammengeschlossen. Dieser Verein unternahin nun am 3. Juni einen Ausflug nach Grünefeld. Dieses harmlosen Ausfluges wegen hatten sich die Genossen Schmalfuß und Meier am vergangenen Dienstag vor dem Glauchauer Schöffengericht zu verantworten- Schmalfuß wegen Vergehens gegen das sächsische Vereinsgesetz, weil er den völlig zwanglosen Ausflug nicht angemeldet hatte, Meier wegen groben Unfugs. Der Gendarm Rudolph aus Remse trat als Zeuge aus und sagte aus, die Ausflügler hätten einen Aufzug durch Remse und Klein- bernsdorf veranstaltet, ohne die Genehmigung der Amtshauplmann- schaft zu haben. Deshalb wurde Schmalfuß als Vorsteher des Volksvereins zu 10 M. Geldstrafe oder drei Tagen Gefqngniß verurtheilt. Der Genosse Meier hatte, als die Ausflügler in der sogenannten Glänzelmühle Rast machten, zur Unterhaltung der Genossen das bekannte Gedicht„Der Zukunflsstaat" vorgetragen. Das Gericht erblickte darin groben Unfug und verurtheilte den Genossen zu fünf Tagen Gefängniß. Denn, so wurde gefolgert, es sei auch noch anderes Publikum dagewesen, und dieses sei durch den Vortrag des Gedichtes belästigt worden. Ueber die Lassallefeier liegen uns weiter noch folgende Berichte vor: Eine sehr bewegte Lassallefeier hatten die Genossen in N e u- R u p p i n. Am Sonntag Nachmittag hatten sie eine» Ausflug nach dem Walde ohne Polizei; dort verlief alles ruhig. Slm Abend fand eine Volksversammlung im Parteilokal statt. Den Vorkrag, der dort über Lassalle gehalten wurde, erklärte der Beamte für Politik. Er löste die Versammlung, die auch von vielen Frauen besucht war, auf. Damit nicht genug, verbot er auch das vom Wahlverein arrangirte Vergnügen und schließlich verbot er auch noch dem Wirth, der um 11 Uhr Polizeistunde hat, schon gegen 9 Uhr das Ausschänken von Getränken. Die Anwesenden mußten sich wohl oder übel fügen, die Aufregung und Erbitterung über das unqualifizirte Vorgehen des Beamten war unter der Bevölkerung begreiflicherweise eine sehr große— hoffentlich wird Beschwerde eingelegt und der Beamte rektifizirt.— In Oder- berg i. M. fand die Gedächnißfeier am Sonnabend, den 1. September statt. Die Feier bestand is Konzert, Gesang und Vorträgen. Aber auch hier sollte nicht Alles ungestört verlaufen. Die Frauen der Genossen hatten am Tage vorher den Saal mit Guirlanden, Fahnen und dem Bildnisse Lassalle's geschmückt. Am Festtage selbst, im Laufe des Nachmittags kehrten im selben Gast- Hofe eine Anzahl Gymnasiasten aus Freienwalde ein. Als nun die Tochter des Wirths, sowie das Dienstmädchen, welche noch im Saal zu thun hatten, diese auf kurze Zeit den Saal verlassen hatten, machten sich etliche dieser Hochschüler dabei und demolirten alles. Die große Fahne wurde zweimal eingerissen, zwei Banner mit In- schrift gänzlich durchgerissen, acht kleinere Fahnen und ein Bildniß von Lassalle gänzlich gestohlen u. s. w. Der Verein hat die Frevler der Staatsanwaltschaft angezeigt wegen Sach- beschädgung und Diebstahl. Um 1 Uhr Nachts, nach Be- endigung der Kaffeepause, wurde den Festtheilnehmern eine andere nnliebsame Ueberraschung. Der Wirth gab bekannt, daß er, da er von vielen Seiten der Bürgerschaft, anderen Wirthen und hauptsächlich von der Behörde viele Unannehmlichkeiten erleiden müsse, daß der Verein bei ihm nicht mehr tagen könne, auch keine Versammlungen mehr abgehalten werden können. Die Genossen nahmen nun sofort den Kampf, den sie ja seit dem Jahre 1890 schon gewöhnt sind, wieder auf; die Feier erlitt keinerlei Störung, aber von Minute an, bis Morgens in der sechsten Stunde, denn da wurde die Feier erst beendet, stärkte sich ein jeder nur mit Brunnenwasser, selbst die Musikanten verzehrten keinen Pfennig mehr, es war dies eine sofortige Antwort, von welcher der Wirth vorher nicht geträumt hatte. Der Behörde gegenüber antworten die Genossen mit einer Volksversammlung, welche am Sonntag, den 9. dieses Monats, unter freiem Himmel auf gepflanzte m Kartoffel- f e l d e in der Nähe des Krieger- Denkmals stattfindet, denn auch durch Gewaltmaßregeln läßt sich in Oderberg der Strom nicht mehr aufhallen.— In Lübeck ver- ief die Feier in bester Weise; Genosse Schwartz hielt die Festrede.— Für die Parteigenossen von Fackenburg, Stockelsdorf, Mori und S t e i n r a d e fand am Donnerstag in Stockelsdorf eine Volksversammlung statt. Als Referent war Friedrich-Lübeck erschienen.— Die Kieler Partei- genossinnen und-Genossen begingen Freitag den Todestag unseres großen Vorkämpfers durch eine würdige Gedächtnißfeier. Die Theil- nehmerzahl in den beiden Sälen„Englischer Garten" und„Elysium" betrug mindestens 5000. Die Festredner Genossen Kluß und Heinzel feierten den großen unsterblichen Todten in kernigen Worten und fanden für ihre Ausführungen lebhaften Beifall.— Eine äußerst gut besuchte Mitgliederversammlung des Vereins für volksthümliche Wahlen fand Freitag Abend im„Kaisersaal" in Gaarden statt. Genosse Ströbel legte in etwa einstündigem Vortrag den Lebensgang und die Bedeutung Lassalle's für die moderne Arbeiterbewegung dar und erntete reichenBeifall.— Di: Gedächtnißfeier zu Ebren Lassalle's fand in Mainz am Sonnabend unter großer Betheiligung statt; Genosse Stock hielt den Festvortrag. — In Frankfurt a. M. hatten die Parteigenossen die Lassalle- feier verbunden mit einer Gedächtnißfeier zu Ehren der am 18. September 1843 in Frankfurt gefallenen Freiheitskämpfer. Genosse W. Schmidt und Dr.' David- Gießen hielten die Festvorträge.— Die Betheiligung in Hanau war. trotzdem die Mordspatrioten alles aufgeboten hatten, die Arbeiter für den Sedanrummel zu gewinnen, größer, denn je zuvor. Genosse Hoch gedachte in einer zündenden Rede der Verdienste Lassalle's. Bei hereinbrechender Dunkelheit wurde der Festplatz illuminirt und bengalisch beleuchtet und unter Abbren- nung von Feuerwerkskörpern eine Polonaise aufgeführt, an welcher sich viele Personen betheiligten.— In Kalk sprach Genosse Grobleben aus Köln vor einer zahlreichen Versammlung.— Einen besonders großartigen Verlauf nahm die Feier auch in N ü r n- berg. Die Lokale waren trotz des auch Vormittags schon seine Kreise ziehenden Sedanrummels überfüllt. Die Gedächtnißrede hielt Genosse Oertel, welcher in anderthalbstündiger, mit Be- geisterung vorgetragener und aufgenommener Rede ein Lebensbild des großen Gelehrten, des Menschen und des unübertroffenen Agitators Ferdinand Lassalle entrollte.— In Fürth sprach ebenfalls der Genosse Oertel und auch hier war der Besuch ein sehr guter, der Verlauf ein würdiger.— In W ü r z b u r g hielt der Wahlverein am Sonnabend eine Lassallefeier ab, welche außerordentlich zahlreich be- sucht war. Genosse Kern, sowie der als Gast an- wesende Genosse Siebert aus Nürnberg erzählten den Anwesenden in gediegenen kraftvollen Worten das Leben und Wirken des großen Denkers und Kämpfers für die Freiheits- fache.— Die Genossen von Mannheim begingen die Feier am Sonntag. Der Garten des„Rheinpark" war überfüllt. Das Programm, in Konzert, Gesang und Festrede bestehend, wurde in exakter Weise ausgeführt. Genosse Drees bach hielt die mit großem Beifall aufgenommene Festrede.— In Stuttgart fand die Feier am Sonnabend Abend statt. Genosse Hilden- brand hielt eine halbstündige, ebenfalls sehr beifällig auige- nommene Gedächtnißrede, die großen Verdienste des Vorkämpfers um die moderne Arbeiterbewegung ins richtige Licht setzend. Die Feier verlies in allen Theilen in schönster und würdigster Weise und erreichte, nachdem noch gemeinschaftlich die Arbeiter- Marseillaise gesungen worden war, um 11 Uhr ihr Ende.— Ueber die Feier in W i e n wird berichtet: Anläßlich des dreißig- jährigen Todestages Lassalle's haben die Wiener Parteigenossen im Parke Dreher eine große Lassalle-Feier veranstaltet, an welcher über 10 000 Arbeiter theilnahmen. In einer Festrede würdigte Dr. Ellenbogen die Verdienste Lassalle's. Unter den Lieder- vortrügen wurde das Singen der Lassalle-Hymne polizeilich verboten. Damit wollen wir die Sonderberichte über die Feier schließen, nicht ohne ausdrücklich zu betonen, daß die von uns veröffent- lichten auf Vollständigkeit natürlich keinen Anspruch machen können; würde es doch den Raum unseres Blattes bei weitem übersteigen, wollten wir auch nur alle stattgehabten Gedächtniß- feiern registriren. Wie wir schon Eingangs unseres Berichtes hervorgehoben, wird die Lassallefeier eben immer mehr zu einer allgemeinen Volksfeier, die überall begangen wird, wo klaffen- bewußte Arbeiter wohnen. Mit jedem Jahre wird der gedanken- lose Haufe derer um St. S e d a n kleiner, während die Masse zielbewußter Genossen ständig sich vergrößert. Polizeiliche», Gerichtliche»:e. — Der Genosse P r u k o p ist laut einem Privaltelegramm, das uns von Zaborze zugeht, aus der Haft entlassen. Unsere vor einiger Zeit veröffentlichte gleichlautende Nachricht wurde damals demenlirt. — Genosse Reiher, Redakteur des„Sächs. Volksblattes". hat am 1. d. M. die Verbüßung einer dreimonatigen Gefängniß- strafe angetreten. GewerkrlAmfkHrhes. Achtung, Töpfer l Der Streik der Töpfer in Rostock dauert unverändert fort. Wir ersuchen die Berliner Kollegen, unter allen Umständen Rostock zu meiden, da die Meister ver- suchen, aus Berlin Arbeitskräfte zu bekommen. Alle Anfragen sind zu richten an C. Bugdahn, Töpfer, Beguinberg Nr. 10, Zentral-Hsrberge. Der GlaSarbeiterstreik in Oldenburg dauert fort. In einer Versammlung, welche am 1. September am Streikorte statt- fand, referirte der Landtagsabgeordnete Horn über den Streik. Es wurde konstatirt, daß sich nur erst wenige Streikbrecher gesunden, die der Direktion mehr Geld kosten, als die gesammte Lohnreduktion beträgt. Widerlegt wurde die Behauptung des Direktors Schultze, daß er der Konkurrenz wegen gezwungen sei, die Löhne zu reduziren. Es wurde im Gegentheil nachgewiesen, daß die Löhne auf anderen Hütten bedeutend höhere sind, als in Oldenburg. Der Kampf dauert also fort— halte mau den Zuzug fern! Auch der Weberstreik in Bielefeld nimmt seinen Fort- gang. Bis jetzt ist von den Streikenden mit Ausnahme einiger Lehrlinge noch niemand abgefallen, wohl aber haben Weber und Weberinnen sich den Streikenden angeschloffen. Im Ganzen arbeilen nach den angestellten Ermittelungen 15 Weber und Weberinnen, darunter befinden sich die Lehrlinge und 2 Krefelder Mädchen. Im Ausstand befinden sich 123 Weber und Webe- rinnen. Die Millionäre Delius u. Söhne haben sich bekanntlich geweigert, den armen Weberinnen den Lohn auszuzahlen. Sie begründeten das damit, daß diese sich seinerzeit verpflichtet haben, zwei Jahre lang in der Fabrik zu frohnden. Der Magistrat von Bielefeld hat nun zu gunsten der Weberinnen entschieden, so daß der Lohn ausgezahlt werden muß. Ein Theil der Frauen aber, die unterlassen hatten, das Kündigungsschreiben mit zu unter- zeichne», ihre Kündigung nur mündlich angebracht hatten und zwar bei einem Komptoirbeamten, werden ihr Recht vor dem Gewerbegericht geltend machen müssen. Der Tischlerstreik in Budapest, welcher am 12. August ausgebrochen ist, umfaßt sämmtliche Fabriken der Stadt und ist jedenfalls der größte und bedeutungsvollste Lohnkampf, den Ungarn jemals gesehen hat. Die Ursache des Streiks ist, wie das Korrespondenzorgan der österreichischen Gewerkschaften schreibt, die immerwährend sich steigende Ausbeutung seitens der Unter- nehmer und die sich fortwährend, besonders in den Winter- monaten, wiederholende Arbeitslosigkeit der Gehilfen, welche sich aus 30, 40—45 pCt. aller Arbeiter ihrer Branche beziffert. Die Gehilfen, endlich zur Einsicht gelangt, reduzirten im Jahre 1893 die Arbeitszeit auf 10 Stunden täglich, was zur Folge hatte, daß die Meister zu verschiedenen Repressivmaßregeln griffen, wodurch die Situation zwischen beiden Theilen immer kritischer wurde. Der Durchschnittslohn der Tischler beträgt in Budapest 7 Gulden. In der Versammlung vom 12. August be- schloffen denn sämmtliche Tischlergesellen, 5000 an der Zahl, die Arbeit ruhen zu lassen, was am nächsten Tage auch geschah.— Die Arbeiter, durchdrungen von der Siegeszuversicht, stellten noch nächst der Forderung der Arbeitszeitverkürzung auf neun Stunden die Abschaffung der Akkordarbeit, Feststellung eines Minimallohnes, Anerkennung der Vertrauensmänner, sowie die Freigabe des I. Mai, auf ihr Programm. Diese Forderungen stießen wohl vom Anbeginne des Streiks auf einen hartnäckigen Widerstand der Unternehmer, welcher erst etwas gebrochen wurde, als sie sahen, daß die Arbeiter ihre gestellten Forderungen auch in's Praktische zu übersetzen willens waren, und bewilligten bis zum heutigen Tage fast ein Drittel der Unlernehnier ihren Arbeitern obengenannte Be» dingungen. Zwei Drittel der Meister beharren hartnäckig auf ihrem Standpunkt und versuchen, die Gehilfen zum Nachgeben zu zwingen.— Die Arbeiter kämpfen ebenso energisch, als klug und taktvoll. Fast täglich geht ein ganzer Waggon Streikeuder, vom Komitee gemiethet, nach Fiume oder Wien, wodurch es möglich wird, Budapest förmlich zu enl- Völkern. Durch dieses Vorgehen find auch thatsächlich 1300 Mann expedirt worden und sind sohin nur noch 1900 Streikende zn unterstützen, was indeß den ungarischen Tischlern allein un» möglich ist. Sie richten daher an uns die Bitte, in den Arbeiter- blättern die Adresse anzugeben, an welche Unterstützungen gesandt werden können. Es ist dies die Redaktion des...Äs�tslosolr Szaklapja", Budapest, Lautergaffe Nr. 1o, 1. Stock. Zwölshnndert Arbeiter der ungarischen Waffenfabrik in Budapest haben wegen Lohndifferenzen die Arbeit eingestellt. Infolge deffen hat die Fabrikleitung den gesammten Betrieb ststirt und die noch übrigen Arbeiter entlassen.— Ein späteres Tele- gramm von Wolff besagt, daß es der Direktion gelungen sei, die Arbeiter von der„Opportunität(Zweckmäßigkeit) der Lohnresorm" zu überzeugen, so daß morgen die Arbeit wieder aufgenommen werde. Die Bestätigung dieser Nachricht bleibt jedenfalls abzu- warten. Vezreflhen. (Wolff'» Tölegraphen-Burean.) Haag, 5. September. Die Interparlamentarische Friedens- konfereiiz nahm fast einstimmig die Ernennung einer Konunission von 6 Mitgliedern an, in welche Hirsch(Deutschland), Stanhope (Euland), Gobat(Schweiz), Rahusen(Holland), Trarieux(Frank- reich) und Housseau- Delaheye(Belgien) gewählt wurden. Die Kommission soll die Frage eines internationalen Schieds- gerichtshofs studiren und der nächsten Konferenz, welche voraus- sichtlich in Brüssel stattfinde» wird, einen darauf bezüglichen Entwurf vorlegen. (Depeschen-BureaufHerold.) Marburg, 5. September. In Bürgeln ist neuerdings eine Person an Cholera asiatica erkrankt. Die übrigen Erkrankten befinden sich fortgesetzt auf dem Wege der Besserung. Eine Baracke wurde heute in Betrieb gesetzt. München, 5. September. Aus Neu-Oetting(Bayern) wird gemeldet: Bei dem gestrigen Brigademanöver bei Erlbach wurde der Hauptmann von Kresz zu Kreffenstein vom 16. bayerischen Infanterie- Regiment durch einen scharfen Schuß getödtet. Die Untersuchung nach scharfen Patronen in der Brigade war resultatlos. Temesvar, 5. September. In dem durch seine Wunder- kuren bekannten südungarischen Schlammbade Weleneza sind fämmtliche bisher wasserreichen heißen Quellen plötzlich versiegt. Die Badeverwaltung beschloß geologische Sachverständige ein- zuladen, um die Ursache der Katastrophe zu erforschen und mög- lichst schnell Abhilfe zu schaffen. Czernowitz, 5. September. Die Manöver bei Stanislau wurden mit Rücksicht auf die Choleragefahr abgesagt. Petersburg, 5. September. Bei Charkow brannte eine große Wollwäscherei im Werthe von einer Million Rubel nieder. London, 5. September. In Glasgow wurden in voriger Nacht 350 arbeilende Bergleute von den Streikenden thätlich angegriffen und mit Steinen beworfen. Ein starkes Polizeiauf- gebot konnte rechtzeitig einen blutigen Znsammenstoß verhindern. London, 5. September.„Die„Pall-Mall-Gazette" bespricht die Meldung, daß 70 Beamte der Nigergesellschaft von den Franzosen getödtet worden seien und fordert die Regierung auf, eine energische Untersuchung der Angelegenheit einzuleiten und eventuell die englische Flotte an der Küste Afrikas zu verstärken. New-Hork, 5. vept. Die Zahl der bei den Waldbränden Verunglückien und Vermißten wird auf 1500 angegeben. In den größeren nordamerikanischen Städten werden Sammlungen für die Hinterbliebenen der Opfer veranstaltet. Man glaubt, daß die Wälder in Brand gesteckt worden sind, um den Lager- holzverkauf zu erleichtern. Im Staate New-Iork stehen noch einzelne Wälder in Flammen; man befürchtet, daß das Feuer die Petroleumquellen erreichen wird, doch sind von den Behörden alle Vorsichtsmaßregeln getroffen. Hierzu zwei Beilagen. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pötzsch in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin SW., Beuthfrraße 2, 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 207. worden. Donnerstag, den 6. September 1894. Arbeiter! Varteigenossen! 11. Jahrg. Der brutale Willküraft des Brauereirings harrt noch der Sühne. Den Hunderten unschuldig aufs Pflaster geworfenen Arbeitern ist noch keine Genugthuung geArbeiter und Parteigenossen! Ohne Eure opferwillige Unterstützung würden die Gemaßregelten der bittersten Noth verfallen und gezwungen sein, um Gnade zu betteln. Die Hochherzigkeit der Berliner Arbeiterschaft hat diese Schmach verhindert. Der erste Sturmlauf des Prozenthums scheiterte an Eurem Solidaritätsgefühl. Nicht eine Bresche vermochte der Bierring in Eure Reihen zu legen. Einig, geschlossen, kampfesmuthig und opferwillig seid Ihr fest entschlossen, den entbrannten Kampf zum siegreichen Ende zu führen. Arbeiter, Parteigenossen! Euer Wollen garantirt Euer Können! Ihr könnt, wenn Ihr wollt. Den zweiten Sturmlauf auf Euere Phalang mußten die dem Bierring Lebensdienste leistenden Saalbesitzer unternehmen. Die Agitation sollte unterbunden, das Mundtodtmachungssystem praktizirt werden. Auf der Mine, die sie gegraben, find die Saalbesitzer aufgeflogen. Ihr Wehgeschrei tönnte Mitleid erwecken. Arbeiter, Parteigenossen! Selbst der Himmel, auf den der Bierring seine letzte Hoffnung setzte, ist mit uns im Bunde. Die Saison kann dem Ring nicht mehr über die Verlegenheiten hinweghelfen, die mit jedem Tag des weiteren Kampfes sich thurmhoch häufen. Ausharren bedeutet für uns siegen. Unsere Position ist uneinnehmbar. Der Stand des Boykotts ist ein vorzüglicher. Wir können zuwarten, ohne entbehren zu müssen. Arbeiter, Genossen! Je konsequenter der Boykott durchgeführt wird, desto nachhaltiger seine Wirkung, desto entscheidender der Sieg. Duldet keine Ausflüchte, keine Ausreden. Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns. Soweit unser Einfluß reicht, muß das Ringbier verpönt werden. Nicht ein Tropfen darf getrunken werden. Arbeiter, Genossen! Die Bierzufuhr ist eine geregelte. Sie wird mit jedem Tag der Fortdauer des Boykotts eine bessere. Alle Ansprüche können befriedigt werden. Darum widersteht jeder Versuchung, Ringbier zu trinen. Die schwerste Arbeit ist gethan. Die Periode der Organisirung des Kampfes war die aufreibendste. Jetzt wird uns der Kampf leicht, weil wir das Terrain zum guten Theil beherrschen. Der Sieg muß nnser werden, wenn wie bisher mit gleicher Schärfe und Ausdauer der Parole gefolgt wird. Hoch der Boykott sämmtlicher Ringbrauereien! Trinkt keinen Tropfen Ringbier! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, Charlottenburg. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Ring u. Ro., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Exportbrauerei Nathenow, Niederlage bei May Denn hardt, N.W., Hannoversche Straße 18a. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frank furt a. D. Phönig- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage, Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Berg- Brauerei, Brandenburg. Vertreter: H. Wolff, N., Dragonerstr. 31. Brauerei Wusterhausen, Vertreter: Max Fleischer, Reichenbergerstr. 155. Bürgerliches Brauhaus, Hamburg Eilbeck, Kellerei und Niederlage, SW., Berlängerte Trebbinerstr. 7. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage G. Spiekermann, Weberstr. 66. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernack, Mühlenstraße 49a. Brauerei in Storkow( in Firma A. Miethe), Vertreter: Spiekermann, Weberstraße 66. Brauerei Hildebrandt, Nowawes. Vertreter: H. Hensel, Krausenstraße 18. Louisen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. Tokales. Die Boykottkommiffion. die neueste Leistung des deutschfreifinntgen Organs nicht zu ge-| Lebenstagen Friedrich Wilhelms IV. Seitdem nicht mehr. Das ring eingeschätzt haben. Herr Lewysohn dozirt: " Sanssouci Schloß schien wie im Schooße der Sage zu ruhen Da, am Donnerstag Abend flammten die Kerzen des großen Es erging da an die Genossen die Aufforderung, die Mittelsaales und der anliegenden, von dem großen Könige einst Thüren der Eisenbahnwagen nicht mehr zu schließen. Lassalle hat bewohnten Gemächer wieder auf, und aus den Gemächern ließen sich gewiß im Grabe umgedreht über diesen beispiellos albernen sich Flötentöne und Musik vernehmen, gerade wie zur Zeit Armeebefehl seiner geiftesarmen Epigonen. Eine Thätigkeit wollten Friedrichs des Großen, als er sich hier mit seinem Lehrer Quang die jungen Genossen haben; das passive Verhalten bietet ihnen auf der Flöte übte. Genau nach dem in der Nationalgalerie befindnatürlich keinen Reiz. Sie suchten sich die Sache etwas unter- lichen Bilde Menzel's, ein Abendessen Friedrichs des Großen dars haltender zu gestalten, indem sie die anderen Passagiere ver- ftellend, waren für den letzten Donnerstag- Abend die Anordnungen hinderten, die Kupeethüren zu schließen, aber als einige Genoffen getroffen in der Aufstellung der Tische und Stühle und in der sich hierbei die Finger zerquetschten, gaben sie die Spielerei ganz ganzen Ausstattung der Gemächer, bis auf die kostbaren in Schildauf. Nun fannen die Führer auf etwas ganz Neues, ganz patt und Silber eingelegten Musikpulte, an denen der große König Apartes, und in ihrer beklagenswerthen Rathlosigkeit fanden sie einst seine Flötenkonzerte ausgeführt hatte. Dieses Erinnerungsden Bierboykott. Ein unsinnigeres Mittel, eine Armee thaten- fest, wenn man so sagen kann, hatte einen intimen Charakter; durstiger Leute zu beschäftigen, hätten sie nicht aushecken es nahmen daran nur Personen aus der nächsten Umgebung des können. Man vergegenwärtige sich nur die Situation, Kaisers und der Kaiserin Theil, im ganzen 20. um die ausgesuchte Berkehrtheit dieses Feldzugplanes ganz Gurtenbowle soll jetzt das Lieblingsgetränk des kaiserzu begreifen: Die wogenden, unruhigen Massen verlangen nach lichen Hofhaltes geworden sein und zwar auf Veranlassung des einer Thätigkeit, einem mit etwas Radau verknüpften Sport, und Kaisers felber, der dieselbe während seiner Aufenthaltes in Engdie Führer empfehlen ihnen, um die gewünschte Emotion zu ver- land bei den Offizieren der Royal Dragoons fennen gelernt und daß eine solche Abstinenz- und Temperengler- Maßregel die jungen bowle wird auf folgende Art hergestellt: Man nimmt 3 Flaschen schaffen, fein Ringbier" zu trinken! Wie fonnte man erwarten, außerordentlich wohlschmeckend gefunden hatte. Die Gurken Genossen befriedigen werde! Ja, wenn man von ihnen verlangt guten Rothwein, der recht kalt gestellt wird. In denselben hängt hätte, sie sollten den vermaledeiten Bourgeois das gute Bier vor man eine frische, abgeschälte Gurke so lange, bis sie vollständig der Nase wegtrinken das wäre etwas Anderes gewefen." durchzogen ist, preßt sie dann aus und thut auf jede Flasche Wein ein Gläschen Marasquino, dann ist die Bowle fertig. Zucker wird dazu nicht verwendet. Nach diesem wird man es auch nicht weiter überraschend finden, daß als Titelvignette des Boykottforschungswertes ein Wirth aus der Hafenhaide figurirt, der auf die Frage, wie es um den Boytott steht, fein Käppchen zurückschiebt, nachsinnt, als ob es bann meinte: Ach, Sie sprechen vom Bierboykott? Nun, sehen sich um eine Sache aus längst vergangener Zeit handele und Sie sich nur um es sind lauter„ Genossen", die hier froh So träumt Herr Levysohn Geschichte, nachdem er sich in unglücklicher Stunde an Boykottbier aus dem bald menschenleeren Böhmischen Brauhaus übernommen hat. potuliren". Mit ihm wollen wir nicht weiter richten. man rathe schrieben: Der Kaiser hat, wie nachträglich bekannt wird, mit seinem Gefolge die Nacht zum Sonnabend auf der Wildpark der Kaiser mit der Kaiserin vom Marmorpalais im Neuen station in seinem Hofzug verbracht. Abends gegen 10 Uhr war Garten, woselbst ein Diner stattgefunden hatte, auf der Wild= partstation eingetroffen, er verabschiedete sich dort von der Kaiserin, die nach dem Neuen Palais weiter fuhr, und begab sich sodann mit den Herren seiner Begleitung in den bereitstehenden Hofzug. Derselbe fuhr dann in der Richtung nach Werder auf ein Rangiergeleise, wo er bis Morgens 5 Uhr 50 Minuten, um Wohl aber verlohnt es sich, eine Leistung der Berliner welche Beit der Kaiser in das Manöverterrain fuhr, verblieb. Beitung" ein wenig niedriger zu hängen. Das linksfreisinnige Schuyleute in Uniform und Zivil, sowie eine Anzahl EisenbahnBlatt, das in voriger Woche so rühmlich mit dem famosen Ber- beamte hielten während der Nacht bei dem Hofzug Wache, auf sammlungsbericht Furore gemacht hat, erkühnt sich jetzt, pathetisch dem sich vollzählig das Maschinen- und Zugpersonal befand. Um zu heulmeiern,„ daß das Erwachen der Verblendeten die Nachtruhe des Raisers nicht zu stören, durften die Züge, ein schredliches sein sein werde." Mit den Berblendeten welche die Wildparkstation passirten, keine Signale geben und Ueber den Bierboykott in der guten alten Zeit", ins meint das Blatt weder die Saalinhaber, noch die kleinen mußten möglichst geräuschlos fahren. die hunderte besondere über seine gefeßlich erlaubte Anwendung seitens der Brauereibesitzer, sondern Zu der strengeren Handhabung der Geschäftsprivilegirten Stände und das strenge Verbot desselben für die von Arbeitern, die durch das frivole Machtgebot des Brauerei ordnung" im städtischen Familien- Obdach, welche nach der werkthätige Bevölkerung setzt Herr Röside den Lefern seines ringes in jeder Beziehung schuldlos der Doppeldezimirung magistratlichen Versicherung zum Theil als eine Erklärung für Leibblattes einen Artikel vor, an dem man eigentlich garnichts zu überantwortet wurden. Diese Arbeiter, die in ihrer übergroßen den gegen die Vorjahre verminderten Besuch des Obdaches ans ändern brauchte, höchstens das Wort„ Studenten" in Militär- Mehrheit weder am 1. Mai gefeiert, noch sonst sich irgendwie behörden oder Unternehmer, und man erblickt ein ziemlich ge- gegen die Gebote des Kapitals vergangen haben, diese Leute, die gesehen werden kann, wird uns in Ergänzung unserer Austreues Spiegelbild der Gegenwart mit ihrem vielgepriesenen einfach auf das Machtgebot der Brauereidirektoren vielfach führungen in Nummer 200 des„ Vorwärts" Folgendes ge= " gleichen" Recht für Alle. blindlings herausgegriffen und brutal auf die Straße geworfen Das städtische Obdach untersteht dauernd der Kontrolle der Der Brauereidirektor Röside behauptet zunächst, daß das wurden, stellt das demokratifirende Organ schlankweg als Ver. Bier seit Menschengedenken das Lieblingsgetränk der Deutschen" blendete hin, die ihre wohlverdiente Strafe für Uebel- Polizei. Nun ist allerdings im Vorwärts" schon wiederholt darauf hingewiesen worden- das" lezte Mal in dem Artikel: gewesen und, wie Beispiele bewiesen, sei es fogar oft zum thaten, welche es zu nennen sich wohlweislich hütet, in Empfang Ein Beitrag zur elenden Lage der Landarbeiter daß bie Gradmesser der Volksstimmung geworden. Er erinnert dann an zu nehmen haben. die Münchener und Leipziger Bierkrawalle. In Leipzig, Befudelt das„ Tageblatt" oder die gleichwerthige Staats- Polizei in einem Juftitut, das von der Bürgerschaft für die elendesten Mitbürger eingerichtet ist und von ihr schreibt er, haben zur Verhütung eines üblen Trunkes in alten bürger- Beitung" die schuldlos gemaßregelten Arbeiter derart mit Zeiten die Studenten eine sogenannte Biervehme ge- Schmuß, so weiß man, daß man es mit der Heldenthat von fortlaufend unterhalten wird, nichts zu thun hat, indessen diese Thatsache besteht zur Zeit leider noch gründet, die darauf ausging, Wirthe, die schlechtes Bier ver- Gassenbuben zu thun hat; ein Blatt aber, das sich auf seine und es muß daher mit ihr gerechnet werden. Nun zapften, so lange dies geschah, öffentlich in Verruf zu demokratischen Allüren gern etwas zu gute thut, sollte bei aller erstreckte fich, im allgemeinen wenigstens, die erklären. Hatte man solch einen Uebelthäter ertappt, so zog sonstigen ihm unbenommenen Feindschaft gegen den Boykott denn zu später Abendstunde in tiefem Schweigen ein Trupp Studenten doch noch ein klein wenig auf äußerliche Reputation halten. Fürsorge der Polizei nur auf die nächtlich Obdachlosen, d. h. auf Personen, welche durch unsere unglücklichen Verhältnisse vor das Wirthshaus, nahm dort( gleich den modernen Katzen- Auf gleiche Stufe mit dem bürgerlich- radikalen Blatt ſtellt sich schon lange fein bestimmtes Obdach mehr haben und vorübermusikanten antisemitischer Saufkolonnen) Aufstellung, und nun die fromme„ Kreuz- Zeitung", die dem Vorwärts" teck vorwirft, gehend für einige Nächte vor der Unbill der Witterung wieder begann ein wehmüthiger Gesang des Inhalts: er triumphire darüber, daß das Böhmische Brauhaus aber einmal geschützt sein wollten, oder Personen, die aus anderen mals 30 Arbeiter infolge des Boykotts entlassen mußte. Gründen für eine Nacht das Obdach aufzusuchen gezwungen Das Junterblatt wird sich vergebens abmühen, im Vor- waren. Die Namen dieser Personen notirte man des Abends Dabei wurden unter jämmerlichem Heulen und Schluchzen wärts" nach Trimphgeſchrei über die mit Arbeiterentlassungen beim Eintritt, des Morgens wurden sie aufgerufen und mußten leere Säcke, Pferdedecken und Aehnliches als Taschentücher benutt. verknüpften Erfolge des Boykotts zu suchen. Nach einiger Zeit zog die Biervehme in aller Stille ab, war Wir nehmen bei derartigen Mittheilungen einfach unser dann die bekannte polizeiliche Verwarnung über sich ergehen aber vielleicht schon am nächsten Abend wieder da. Die be- gutes Recht in Anspruch, die namentlich gegenwärtig ja wieder lassen. Jetzt ist man einen Schritt weiter gegangen. Auch die troffenen Wirthe ſputeten sich natürlich, durch Herbeischaffung einmal trampfhaft geleugnete Wirkung des Boykotts zu to nobdachlosen Familien haben sich bes Morgens nach besseren Bieres die Wiederholung derartiger Besuche au veritatiren. Das Triumphgeschrei überlassen wir den boykottirten ihrer Ankunft der angenehmen Prozedur der polizeilichen Vers hindern. Brauereien und ihren Helfershelfern, die in ihrer sonstigen Silf. warnung zu unterziehen. Es muß allerdings eine wahrhaft Als aber auch aufburschen" und Handwerks.losigkeit nichts anderes zu thun wiffen, als sich gegenseitig mit großartige erzieherische Wirkung" ausüben und als ein Ansprn gefellen die Biervehme auszuüben begannen, wurde der Fabel zu belügen, daß die Arbeiterschaft ihrer Unter- ur selbständigen Verwerthung der eigenen Arbeitskräfte" fie, jedenfalls zur Freude der Gastwirthe, stützungspflicht den Gemaßregelten gegenüber nicht mehr dienen, wenn dem Manne, den fortdauernde Arbeitslosigkeit oder streng verboten. nachkomme. Wer nach Schuldigen suchen will, der möge bei die Hartherzigkeit seines Hauswirthes zum Aufsuchen des Obdachs So schreibt der Brauereibesizer Rösicke, und auch der Chef- den Herrschaften anklopfen, die am 15. Mai an ihren Arbeitern gezwungen hat, in Gegenwart seiner Frau von polizeiwegen aufgegeben wird, ,, sich binnen fünf Tagen ein Unterredakteur Rösicke und geistige Leiter des Schultheißboten" findet eine der gewiffenlosesten Handlungen verübt haben, welche in der tommen zu verschaffen, widrigenfalls er, wenn er den kein Wort der Kritik zu diesem letzten Saz, nicht daß er ihn an Schandmalen reichen Geschichte des modernen Kapitalismus Nachweis seiner Bemühungen zu diesem Zwecke nicht unter aller Kritik findet; im Gegentheil: Mit Schmerzen bedauert verzeichnet steht. jedenfalls Herr Röside, daß seine Schultheiß- Brauerei augen- An der Findung der Wahrheit ist den Organen der Ring- zu erbringen vermag, mit Haft bis zu sechs Wochen bestraft blicklich nicht in Sachsen liegt. Es giebt noch Staats- brauereien noch nie etwas gelegen gewesen; was sollen sie werden, auch auf seine Unterbringung in ein Arbeitshaus erkannt Dresden. daher anders machen, als, so lange es geht, ihre Auftraggeber Eine fritisch historische Darstellung des über die heutige Misere mit holden Traumbildern hinweg geeignet, das" Selbstbewußtsein" des Mannes auf eine Stufe zu Boykotts ist soeben aus der geschichtskundigen Feder des Herrn gauteln? Lewysohn im Berliner Tageblatt" erschienen. Das Opus zeichnet ,, Wie ist doch die Zeitung so interessant!" Folgende fich, wie Alles, was im Mosse'schen Verlag das Licht der Welt drei Hofnachrichten wissen die bürgerlichen Blätter zur Das sind so einige der Annehmlichkeiten, welche das Obers erblickt, durch lautersten Hang zur Wahrheit aus und überbietet Stärkung der monarchischen Gesinnung ihren Lesern zu melden: in dieser Hinsicht so ziemlich alle Leistungen, die bisher für Geld Potsdam, 2. September. Die hohen Bogenfenster des haupt der Familie, der Mann über sich ergehen lassen muß, und gute Worte im Dienste des Brauerrings verrichtet wurden. Sanssouci- Schlosses leuchteten am Donnerstag Abend weit in die aber die Frau darf auch nicht zu kurz kommen, auch ihr muß Die nachstehende Probe aus dem Produkt börsianischer laue Nacht hinaus. Es waren lange Jahre vergangen, seit sich ihr wohlgemessen Theil" werden, um ja nicht auf den Geschichtsforschung wird unfere Leser davon überzeugen, daß wir ein solcher Anblick geboten hatte das letzte Mal in den Gedanken zu tommen, das Obdach als eine Versorgungs Ach wenn das Bier nur besser wär', Wir fämen gerne wieder her." anwälte in Traumbilder. " " werden kann." Und ist nicht diese Neuerung wie kaum ein anderes Mittel heben, die ihm bis zu dem glücklichsten Zeitpunkt seines Lebens, da er die polizeiliche Verwarnung empfing, zu erwägen nie in den Sinn gekommen wäre? stätte für die Dauer zu betrachten". Um diesen Gedanken]„ böswilligen" Eltern durch die Polizei zwingen, für ihre Kinder ein Knabe unter die Räder eines Geschäftswagens und erlitt einen im Keime zu ertödten, reichte aber die bisherige Praxis voll zu sorgen", d. h. eventuell: den Hunger mit ihnen zu theilen. Bruch des Unterschenkels. Nachmittags wurde in der Markfommen aus. Nur einige Momentbilder wollen wir für die Wahrheit dieser Behauptung hier geben. In Rummelsburg schänkt der Wirth Rummel, nahe der grafenstraße ein Mann durch einen Geschäftswagen überfahren und an den Beinen erheblich verletzt. In der Wilhelmstraße Köpnicker Haide, jetzt wieder Ringbier. lief ein Mädchen gegen einen Bierwagen, gerieth unter die Näder und erlitt außer bedeutenden Verlegungen an den Knieen einen Bruch des Unterschenkels. In der Königgrägerstraße fiel ein nabe beim Abspringen von einem in der Fahrt befindlichen Pferdebahnwagen zur Erde, gerieth unter die Räder und wurde am Fuße schwer verletzt. Abends sprang ein Mann hinter der Heckmann'schen Fabrit, am Görliger Ufer, in den Landwehrfanal und ertrank. Im Laufe des Tages fanden vier kleine Brände statt. it = Der Ahlwardt'sche Judenflintenprozeß hat nach einer Briefkastennotis der Antisemitischen Korrespondenz" wohl an 14000 W. Gerichtskoſten verursacht. Ahlwart sable mon at lich 3 Mart ab. Dann hätte er, bemerkt dazu die National Beitung" rund 390 Jahre daran zu zahlen und würde auf dieser Erde nicht damit fertig werden. Nun sage einer, daß der Fiskus fein guter Kerl sein kann. " = Gerichts- Beitung. er an, Der Mutterpflichten vermag die Frau, selbst wenn man die Verhältnisse des Obdaches, die ja keine idealen sein können, berücksichtigt, nicht zu genügen. Hat sie unter ihren Kindern einen Säugling, so kann sie diesem, allerdings aber nur dieſem, einen Theil ihrer Zeit zuwenden, um ihn zu sättigen. Ist ein solcher aber nicht vorhanden, so werden die anderen Kinder, und seien sie auch erst ein oder zwei Jahre alt, in ein Zimmer zu sammengelegt, und bleiben unter der Obhut einer Frau. Die Mütter der betreffenden Kinder müssen arbeiten und in der Darbietung von Arbeitsgelegenheit besitzen die Aufseherinnen breitete fich, wie die Oberschl. Gr.- 3tg." schreibt, in Beuthen in Wirkungen der Anarchistenfurcht. Am 29. v. M. ver der Frauenabtheilung eine solche Fertigkeit, daß, wenn der Oberschlesien das Gerücht, ein verdächtiger Koffer mit einem Staat sich dieselbe zum Muster nehmen wollte," Recht aufgefährlichen, aus Bomben 2c. bestehenden Inhalt sei, auf dem Arbeit" längst Wirklichkeit wäre. Es wird künstlich Arbeit geschaffen nach dem Rezept: Doppelt reißt nicht. Man läßt Rechten Oder- Ufer- Bahnhof angekommen, der Besitzer desselben, Die bedeutenden Unterschlagungen zum Schaden des 3. B. die Korridore und Zimmer aufwischen, wieder wischen and der belgische Anarchist Cyprian Philipp Jaglokowski alias Neu- Kölnischen Kreditvereins, die dem ehemaligen aoch einmal wischen. Denn man fann im Obbach Niemand stiafigen" 10 000 Frants gesetzt hat, werde in den nächsten Stunden fallen, beschäftigten heute die 3. Ferien- Straffammer. Den Vorsitz Baron von Sternberg, auf dessen Ergreifung Belgien Rendanten des legteren, dem Kaufmann G. Ph. Ney, zur Last feben. Das sind keine ge bässigen Entstellungen, das Wirklichkeit. Tann giebt's Wasch, Näb-, Flickarbeit, gleichfalls erwartet. Da der Erwartete nicht kam, entschloß man im Gerichtshofe führt Landgerichts- Direktor Haack, die Anklage and wer sich von dieser Arbeit„ drückt", D. h. wer das Obdach verläßt, sich zur Deffnung des schwarzen Kofferungeheuers. Vorsichtig, vertritt Staatsanwalt Kanzow, die Bertheidigung führt Rechts= um in der Stadt einige nöthigen Angelegenheiten zu ordnen, der damit das Ding nicht losgehe, geschah dies, und was fand man anwalt Freudenthal. N. betrieb in der Dresdenerstraße 65 hat bei seiner Nachmittags oder Abends erfolgenden Wiederkehr Wäsche, Kleidungsstücke und Briefe eines Magistrats ein Bigarrengeschäft mit einem Zweiggeschäft in der Straße fetretärs aus Berlin. Nun war die Lösung ge Alt Moabit. Bugleich war er mit dem Fabrikanten maßregeln sind natürlich nicht statt ha ft. Bedarf es nach funden. Der Magistratssekretär soll eine gewisse Aehnlich- Endruweit persönlich haftender Gesellschafter der Deutschen feit mit dem alle diesem noch einer Versicherung, daß eine Frau, die so ganz " gefürchteten" Anarchisten haben. Der Metallpapierfabrik Ney u. Endruweit", sowie Vorstandsmitglied aus den bisherigen Familienverhältnissen herausgerissen ist, sich Vergnügungsreisende hielt sich in Striegan auf ein Photograph und Rendant des Neu- Kölnischen Kreditvereins. Die Geschäfts= nach diesen, und seien es auch die dürftigsten, mit allen Fasern lah ihn, glaubte den Jaglokowski vor sich zu haben und theilte räume der Firma Ney u. Endruweit und des Kreditvereins zurücksehnt, und danach trachtet, das gastliche Sans so bald als dies einem dortigen Polizisten mit dieser forschte auf dem befanden sich gleichfalls Dresdenerstr. 65. Im Januar stellte es möglich verlassen zu können? Und wird sie nicht ihren ganzen Striegauer Bahnhof nach, ob nicht ein Herr von der und der sich heraus, daß N. den Verein durch Wechselfälschungen und Einfluß aufbieten, auf den Mann, dessen gestähltes Gemüth Beschreibung Gepäck aufgegeben habe. Da wurde ihm der Unterschlagungen um erhebliche Beträge geschädigt habe. In manche unangenehmen Dinge weniger start empfindet, dieses ihr schwarze Koffer gezeigt, und nun war's richtig", denn so ein einer Borstandsstzung vom 18. Januar erkannte Verlangen zu übertragen, wenn derselbe etwa das Obdach als ichwarzer Koffer fonnte nur ein Anarchistenkoffer sein. Nach Unregelmäßigkeiten begangen zu haben, und verpflichtete erstattetem Bericht an seine Behörde, schickte er einen Gilbrief sich, Ersatz zu leisten. eine Versorgungsanstalt für die Dauer" zu betrachten Am 20. Januar flüchtete er jedoch geneigt sein sollte? Wir wollen um des Raumes willen nach Beuthen mit der Nachricht von dem bevorstehenden Ein- ins Ausland, kehrte aber bald unter fremdem Namen diese äußerst knapp gehaltene Darstellung schließen und aus ihr treffen des Anarchisten. Der Koffer war übrigens nur ver- zurück und wurde am 7. Februar verhaftet, als er in Hannover heraus nur die Forderung stellen: Der Magistrat sei„ Herr im sehentlich nach Beuthen OS. gelangt, denn sein Besitzer erfreut im Hotel du Nord unter dem Namen Philipp Schuchardt sich eigenen Hause"; er verbitte sich die Einmischung und die sich in Beuthen a. D. der goldenen Urlaubszeit. einquartirt hatte. Der Angeklagte führte die Bücher und die ihm vielleicht gegen seinen Willen aufgedrungene Unterstützung Im Butterfälschen hat es die deutsche Treue und Nedlich- Kaffe des Vereins, auch verwahrte er die dem Verein zum Dis= der Polizei, auf alle Fälle aber sorge er dafür, daß die entfeit am weitesten gebracht. Einen interessanten Beleg dafür hat kontiren übergegebenen und die vom Verein auszustellenden würdigende Bedrohung der Haft oder gar der Strafe des türzlich ein Herr beigebracht, der seine Erfahrungen in der Wechsel in einem Tresor. Er soll nun in vielen Fällen die dem Arbeitshauses fortfalle für Familienväter, deren einziges Deutschen Landwirthschaftlichen Presse" mittheilt. Auf der Reise Verein zum Diskontiren übergebenen Wechsel mit dem IndossaVerbrechen darin besteht, daß fie arm find. Wenn aber die von Paris nach Berlin faufte der Herr 24 Butterbrote, und zwar ment des Vereins dahin versehen haben, daß er die Firma Polizei durchaus sich um das Obdach kümmern will und hierzu auf französischen resp. belgischen Stationen 7 und auf deutschen mit seinem Namen und mit demjenigen des Vorstandsberechtigt sein sollte, warum trägt nicht sie die Kosten für das 17, ließ später die Butter derselben untersuchen und erhielt das mitgliedes Martwald unterzeichnete. Letzteres geschah in der Obdach folgende überraschende Resultat: Die 7 ausländischen Butter Weise, daß er einen in seinem Besitz befindlichen Gummistempel Die städtische Waifenverwaltung bot im Jahre 1893/94 brote waren sämmtlich mit unverfälschter Kuhbutter bestrichen, mit dem Namen Markwald in Anwendung brachte. Die benach dem jetzt veröffentlichten Bericht scheinbar ein weniger un- bagegen zeigte sich, daß von den 17 deutschen Butterbroten 10 treffenden Wechsel begab er theils gegen Checks, theils gegen Kasse erfreuliches Bild als im Vorjahre. Der Zugang betrug: mit Margarine resp. mit Mischung von Margarine und Butter an die Mitteldeutsche Bank, theils an die Reichsbank. Auch die 1. bei den Waisenkindern im engeren Sinne( vater, mutter, bestrichen waren. Wie schon mehrfach dargelegt, werden diese Checks, die gleichfalls zweier Unterschriften bedurften, soll er in elternloje, zeitweilig verlassene oder sonst vorübergehend obdach Lebensmittelfälschungen vielfach schon an der Quelle, von den derselben Weise gefälscht haben. Nach seinem eigenen Zugeständniß Los gewordene Kinder) 1924, 2. bei den verwahrloften"( jedoch ollen ehrlichen Agrariern selber, begangen. hat N. vielleicht in tausend Fällen eigenmächtig den Namen des noch nicht wegen strafbarer Handlung zur Zwangserziehung Markwald unter den Verein verpflichtende Urkunden gesetzt. Dazu überwiesenen) Kindern 45, 8. bei den erwachsenen, aber erwerbs= Von der Polizeithätigkeit. Aufgelöst wurde am Dienstag gesellen sich verschiedene Wechselfälschungen zum Schaden der Firma unfähigen Waisen 16, zusammen 1985. Il eberhaupt ver- Abend eine in Keller's Gastwirthschaft abgehaltene zwanglose Ney u. Endruweit 2c. Bei der Revision der Kasse des Neupflegt wurden am 1. April 1894: 1. Waisenkinder im Zusammenkunft von Arbeitgebern des 32. und 36. Gewerbegerichts: Kölnischen Kreditvereins stimmte zwar die Kasse mit den Wechselengeren Sinne 4428, 2. verwahrlofte Rinber 99, 8. erwerbs: Wahlbezirks, in der die Kandidatenfrage gestreift wurde. Als beständen äußerlich überein, es hat sich aber herausgestellt, daß unfähige Waisen 20. Das sind fast überall niedrigere Grund der Polizeimaßregel gab der auflösende Beamte an, Wechsel über 16 500 m. gar nicht in den Büchern und im Zahlen als im Vorjahre. Die Zahl der neu Aufgenommenen daß die„ Versammlung"( nicht angemeldet sei. Wechselkonto existirten, sondern werthlos und nur zur Täuschung und die der überhaupt Berpflegten sind in den einzelnen Jahren des Revisors dem Wechselbestande beigefügt waren. Der, Ans der leyten 1/2 Jahrzehnte sehr verschieden gewesen. Jm allge. geklagte giebt auf Befragen des Präsidenten an, daß er das Geschäft meinen ist ein Steigen bis 1888, ein Fallen bis 1889, ein erseines Vaters übernommen habe und auch in die von demselben vera neutes Steigen bis 1891 und dann wieder ein Fallen zu beobachten. waltete Rendantenstelle bei dem seit 1848 bestehenden KreditDie Bewegung geht ungefähr parallel, aber jedesmal mit 1-2 verein getreten sei. Er bekenne sich in keinem der Anklagepunkte Jahren Verspätung, den Auf und Ab in dem Nothstand, unter schuldig. Er habe nicht nöthig gehabt, zu fliehen, denn es wäre dem die Berliner Arbeiterbevölkerung seit Mitte der siebziger Jahre ihm mit Hilfe seiner Mutter und feines persönlichen Kredits leidet. Ob darin auch ohne weiteres ein Ausdruck des ursäch Kreditverein gegenüber übernommen hatte, er habe aber vollmöglich gewesen, alle Verpflichtungen zu erfüllen, die er dem lichen Zusammenhanges zu erblicken ist, muß fraglich erscheinen. Zweifelles wird die Zahl der der Waisenpflege überwiesenen Kinder ständig den Kopf verloren gehabt. St. behauptet, daß er von dem bis zu einem gewissen Grade durch die jeweilige wirthschaftliche Lage Vorstandsmitgliede Martwald die generelle Grlaubniß erhalten beeinflußt. Man braucht sich nur daran zu erinnern, wie Anfang habe, seinen Namen zu unterschreiben. Dieser habe ihm zu diesem der siebziger Jahre die Zahl der neu Aufgenommenen bis 1874 Mit Sublimat hat sich die unverehelichte Minna Rothbart Brecte auch einen Gummistempel mit feinem Namenszuge überrasch, bis 1875 langsamer fiel und von da an erst rasch, dann aus der Schönebergerstr. 33 in der Nacht zum Mittwoch vergeben, welchen er seines Wissens zu Quittungen und Wechseletwas langsamer aber ununterbrochen bis 1883 stieg, weil in giftet. Gin Abschiedsbrief des unglücklichen Mädchens deutet an, giros benutzt habe. Bei Checks habe er den Namen Markwald demfelben Beitraum die Zahl der verlassenen Kinder in daß Berleumdungen und Ehrenkränkungen, die über sie in Um- felbst geschrieben, bleibe aber dabei, daß er dazu berechtigt ge genau derfelben Weise fiel und stieg. Aber die Zahl der Waisen- lauf gesetzt waren, die Ursache zu der Werzweiflungsthat ge- wefen set. Der Vorsitzende des Vorstandes, der 71 jährige Kaufs finder wird auch beeinflußt durch die Zahl der überhaupt vor- wesen sind. mann Ed. Markwald, bestreitet letteres ganz entschieden. Er handenen Kinder, die bei lange andauerndem Sinken der Geburtenziffer natürlich mitsinken muß. Deshalb ist auch der mittag um 10% Uhr in der Kesselschmiede der Borsig'schen feines Namens ertheilt. Ein tödtlicher Unglücksfall hat sich am Dienstag Vor- habe dem Angeklagten nie die Erlaubniß zur Unterzeichnung Seines Wissens habe er nur ein Vergleich der Zahl der aufgenommenen und verpflegten Kinder Fabrit auf dem Grundstück Kirchstr. 6 in Moabit zugetragen. einziges Mal mit dem Angeklagten darüber gesprochen, wie mit der Gesammtbevölkerung, wie ihn der Bericht macht, Der 46 Jahre alte Arbeiter Josef Buckowicki aus der Gmbener er es mit den schnell zu vollziehenden Wechseln mache. ziemlich werthlos. Bei diesem Vergleich stellt sich heraus, straße 47 hatte den Auftrag, ein Kesselgehäuse mit Schrauben zu nuhung auch seines Namens entnommen haben könne, wisse er До aus diesem Gespräch Ney die Erlaubniß zur Bes daß trotz der Marima von 1883 und 1891 boch die versehen und zu verdichten. Um einen solchen Roloß festzuhalten, Grund tendenz der Bahlenbewegung eine fallende it. find eiserne Stüßen nothwendig, die ein Gewicht von je zehn nicht, glaube es aber auch nicht. Der Stempel sei nur zur UnterAber das wird man sich möglicherweise ebenso erklären Zentnern haben. Bei der Arbeit stieß Budowici an eine solche tempelung von Beitragsquittungen, die in Hunderten von müssen, wie das feit langem beobachtete Sinken der Kinder- Stüße; diese gab nach und traf beim Umfallen den Kopf des Gremplaren zu vollziehen waren, angefertigt worden. sterblichkeit und infolge dessen auch der Gesammtsterblichkeit: nämlich Arbeiters. Der Schädel erlitt einen doppelten Bruch, der den Stempel habe sich in seinem Verschlusse befunden, und es sei aus dem ebenfalls seit langem beobachteten Sinken der Geburten sofortigen Tod zur Folge hatte. ganz ausgeschlossen, daß der Stempel zu verpflichtenden Urkunden giffer. Etwas andere Ergebnisse dürften herauskommen bei Ver benugbar war. N. behauptet, daß der Zeuge selbst einen Wechsel gleichung der Zahl der Waisenkinder mit der Zahl der Ueber einen muthmaßlichen Kindesmord wird aus dem angekauft habe, auf den fein Name von ihm( dem Angeklagten) Stinder von 0-15 Jahr, von denen beispielsweise Ende 1881 Hause Thurmfir. 16 berichtet: Am Mittwoch früh gegen 61/2 Uhr geschrieben worden sei. Auch diese Behauptung weist noch 290, aber Ende 1891 nur noch 273 auf je 1000 Personen entdeckte der Hausverwalter Fischer unter einem Treppenabsaße der Zeuge zurück und verweist darauf, daß das Vertrauen zu der Gesammtbevölkerung famen.- Die der städtischen Waisen- eine bereits start in der Auflösung begriffene Kindesleiche, die in dem Angeklagten ein unbegrenztes war und daß er aus diesem pflege anheimfallenden Kinder kommen in der Regel zuerst nach graues Backpapier eingewickelt war. An der Leiche befanden sich Bertrauen heraus in manchen Fällen auf vorhandene Wechsel in bent Depot". In dem Kapitel über dieses Depot giebt leberreste eines schwarzen mit einen Blumen versehenen Tuches, Blanto schon seine Unterschrift gegeben habe. Er habe von den der Bericht als Grund der Aufnahme der in sowie solche von einem zweiten ebensolchen Tuche mit dunkel- riesigen Wechseltransaktionen nichts gemerkt. Wenn er das 1893/94 aufgenommenen 1985 Kinder an: bei 458 Rrant- rothen Streifen. Wie lange die Leiche an dem Fundorte gelegen Bewilligungsbuch in die Hand befam, founte er davon nichts heit der Eltern, bei 315 Tod der Eltern, bei 296 Obdachlosigkeit, hat, ist nicht festgestellt worden. Merkwürdig erscheint, daß das sehen, da die großen Wechselbeträge dort nicht eingetragen gebei 261 heimliche Entfernung der Eltern, bei 175 Armuth der Vorhandensein der Leiche unter dem Treppenabsah nicht früher wesen seien. Beispielsweise habe N. noch 1898 zahlreiche Eltern, bei 133 Verhaftung der Eltern, bei 182 war die Mutter bemerkt worden ist. Transaktionen mit der Berliner Bant" gemacht, die im Dienst, bei 129 war den Eltern durch's Gericht die Erziehung nicht eingetragen waren. Der Jahresumsatz bei dem abgesprochen, 60 gelten als verwahrlost, 31 waren Findlinge. Verein habe jährlich 360 000-400 000. betragen. Die Aus dieser Tabelle ergiebt sich, daß die Besserung gegen das Behauptung einer Schwester des Angeklagten, daß der Zeuge Borjahr eigentlich nur dadurch zustande gekommen ist, daß die ihr zugegeben, die Erlaubniß zur Anfertigung seiner Unterschrift gegeben zu haben, erklärt der Zeuge als Weibergewäsch. Er sei damals in so schwerer Aufregung gewesen, daß er sich solcher etwaigen Unterhaltungen präzise nicht mehr entsinnen könne. Damals fei von allen Seiten auf ihn eingestürmt worden. Auch die Behauptung des Angeklagten, daß Beuge sich nur sehr selten im Bureau des Vereins habe sehen lassen und sich um die Ge= schäfte zu wenig bekümmert habe, weist der Zeuge zurück. Mit dem groben Unfugs- Paragraphen will, wie ein Berichterstatter zu melden weiß, das Polizeipräsidium das Fort werfen von Obstresten auf der Straße fortan ahnden. Vom Tode ereilt wurde plöhlich in einem Wirthshause der 44 Jahre alte Klavierstimmer Theodor Warnte. Er hatte in der Nacht zum Mittwoch das Schanklokal von Birthahn in Munde ein Blutstrahl, und furze Zeit darauf war Warnke todt. der Hennigsdorferstraße 6 besucht. Um 2 Uhr entquoll feinem Die Leiche mußte, da die Wohnung des Verstorbenen nicht er mittelt werden konnte, durch den polizeilichen Wagen nach dem Schauhanse abgeholt werden. Witterungsübersicht vom 5. September 1894. Wetter Temperatur Zahl der wegen heimlicher Entfernung der Eltern Auf- Stationen. genommenen von 489 auf 261 fant.( Ob dieses Ergebniß schon auf die neuerdings beliebten Maßregeln gegen solche Eltern zurückzuführen ist, ist aus dem Bericht nicht zu ersehen.) gegen sind, abgesehen von Krantheit, Tod und Verhaftung, bei allen anderen wichtigeren Ursachen die Zahlen vom Minimum Swinemünde Jahr 1889/90 an ununterbrochen geftiegen. Es wurden auf- Hamburg genommen: Da 760 762 Berlin 762 WSW WSW WNW 1 1 halb bedeckt heiter 11 12 heiter 10 Ursache: Krankheit der Eltern Zod 401 519 1889/90 1890/91 1891/92 1892/93 1893/94 418 368 453 Wiesbaden. München 763 M 1 wolfig 11 763 NO 1 Regen 9 327 319 859 282 315 Wien 762 0 halb bedeckt 15 Obdachlosigkeit 19 125 165 280 296 Haparanda 762 M 2 halb bedeckt 5 Entfernung der Eltern 260 436 464 489 261 Petersburg 759 N 1 bedeckt 8 Armuth 129 134 187 149 175 Cort. 769 NNW 3 wolfig 11 " Verhaftung 106 118 103 143 133 Aberdeen 766 " Mutter im Dienst 69 74 92 100 182 Paris 765 M N 3 1 woltig wolfenlos 10 10 Erziehung abgesprochen 62 62 89 Verwahrlosung 40 56 66 Findlinge 17 21 31 115 48 20 50 G.= 40 R.) 129 Wetter Prognose für Donnerstag, den 6. Septbr. 1894. Ein wenig wärmeres, theils heiteres, theils woltiges Wetter mit schwachen westlichen Winden ohne erhebliche Niederschläge. 60 31 " Der Der Aus dem Gutachten des Dr. Schneider, Revisar des Vers bandes deutscher Genossenschaften, geht hervor, daß derselbe schon bei früheren Revisionen die mangelhafte Einrichtung des Neus Köllnischen Kreditvereins gerügt habe. Es seien die Verhältnisse so zugeschnitten gewesen, daß einer Person allein zu viel Vers trauen geschenkt werden mußte und daß eine Kontrolle fehr schwierig war. Er habe wenigstens fo viel erzielt, daß ein eigenes Rassenlokal eingerichtet wurde, welches allerdings den Uebelstand hatte, daß es unmittelbar neben dem Privatkomptoir des Angeklagten lag. Ferner feien in neuerer Zeit die Mitglieder des Aufsichtsraths zur Kontrolle der Wechselgeschäfte herangezogen worden. Diese Tabelle sieht feineswegs nach einer Besserung aus. Angeklagte habe stets mit einer gewissen Vornehmheit betont, Insbesondere hat troh der milderen Winter der letzten Jahre und daß er nur aus Interesse für den Verein sein Amt versehe und trotz Sintens der Lebensmittelpreise gerade bei denjenigen Polizeibericht. Am 4. d. M. Morgens sprang ein Mann daß er diese Verpflichtung gewissermaßen als Ursachen eine erhebliche und ununterbrochene Steigerung ftatt am Halleschen Ufer in den Landwehrkanal. Er wurde jedoch, seinem Vater übernommenes Erbtheil ansehe. Wie hoch der vom gefunden, die man ohne weiteres mit der Wirthschaftslage in anscheinend ohne Schaden genommen zu haben, aus Angeklagten angerichtete Schaden sich belaufe, kann weder von Busammenhang bringen tann. Ob übrigens die heimliche Ent- dem Waffer gezogen. Auf dieselbe Weise versuchte ein Ar- dem Kontursverwalter Böhme, noch vom Bücherrevisor Töpfer fernung der Eltern immer eine„ böswillige" ist, muß sehr be- beiter sich das Leben zu nehmen, indem er in der Gitschinerstraße aus den Büchern genau festgestellt werden. Nach der Bekundung zweifelt werden. Das plögliche Anschwellen im Jahre 1890/91 sich in den Landwehrkanal stürzte. Er wurde noch lebend heraus- des Zeugen Martwald's hat die Kasse des Kreditvereins deutet auch hier auf die Noth als Hauptursache hin. Es wurde gezogen und nach Anstellung erfolgreicher Wiederbelebungs- nur dadurch solvent hat erhalten werden können, bamals auch in einem bürgerlichen Blatt in einer angeblich aus versuche nach der Unfallstation in der Wilhelmstraße gebracht.der Refervefonds von 12 000 m. geopfert wurde dem Kreise der Waisenverwaltung herrührenden Mittheilung so In der Borsig'schen Eisengießerei, Kirchstr. 6, wurde Vormittags Borstands- und Aufsichtsraths Mitglieder 25 000 m. baar erklärt. Jetzt hat man freilich ein Mittel gefunden, wenigstens ein Arbeiter bei der Arbeit durch ein plöglich umfallendes aufwenden mußten und die Mitglieder 55 pet. ihres Beitrags. bei dieser Ursache eine Minderung zu erzielen. Man läßt die Dampfteffel- Gehäuse erschlagen. In der Friedrichstraße gerieth Guthabens opferten, welches insgesammt auch 22 000 m. betrug. Berliner Wetterbureau. ein daß bie Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Freudenthal, führte alle Momente an, die für Zubilligung mildernder Umstände zu sprechen vermochten. Der Gerichtshof beschloß, das Urtheil am Freitag Vormittag 834 Uhr zu verkünden. Die Verhandlung hatte bis 7 Uhr gedauert. Gewerkschaftliches. Nach Schluß der Beweisaufnahme führte Staatsanwalt| obigen Behauptung. Die den Bevorrechtigten nahe Stehenden Kanzow aus, daß der Angeklagte im vollen Umfange über- fehen zuerst das von ihnen Gewählte und beeilen sich, solches Prüfung u. f. w. haben Sie in Berlin an das Berliner PolizeiA. M. 100. Ein Gefuch zur Zulaffung zur Hebeammen führt zu erachten sei. Es sei ein trauriges Bild, welches sich nachzuthun, von diesen überträgt es sich weiter und weiter, bis präsidium zu richten. Die näheren Bestimmungen über Zulassung durch die Verhandlung gezeigt habe. Ein aus guter Familie ins abgelegenste Dorf. Ist die Mode aber dort angelangt, haben zum Hebeammenberuf enthalten die Bekanntmachungen vom stammender Mensch sei zum Verbrecher hinabgefunken. Der die Oberen bereits schon drei- bis viermal damit gewechselt. Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten eine Gesammt6. August 1883, 16. April 1884 und 11. Oftober 1887, die Sie Strafe von sieben Jahren Zuchthaus und zehnjährigen Der Adel als Fürstendiener machte stets die Kleider und Die mächtigsten Höfe waren früher die tonangebenden. in unserer Redaktion einsehen können. Ehrverlust. G., Liebenwalderstraße. Uns nicht erinnerlich. Tugenden dieser zur eigenen. Ludwig XIV., dessen Aeußeres und Manieren Friedrich I. König von Preußen nachäffte, brachte Gemeinde oder Privaten gehören, hängt nicht von Verfügungen F. G. 60. Ob Grund und Boden dem Staatsfiskus, der es dahin, daß sein Volk, bis zum gemeinsten Soldaten, des Landraths, sondern davon ab, wer inhaltlich des GrundPerrücken trug. buchs und nach den bestehenden privatrechtlichen Vorschriften Die Königin von England brachte in den 60er Jahren den Eigenthümer geworden ist. hungernden Wollenwebern dadurch schnellen Verdienst, daß sie Gr. Kaffel. Verjährung tritt im allgemeinen erst in dreißig einen rothen Wollenunterrock auf öffentlicher Promenade trug. Jahren ein. Kürzere Verjährungsfristen bestehen im Sie wußte wohl, was eine Königin trug, beeilte man sich nach- wesentlichen für folgende Rechtsgeschäfte im Gebiete des Allzuthun. Bald ging die die Modebestimmung dann von Frankreich gemeinen Landrechts: es verjähren in zwei Jahren An die Lohgerber und Lederzurichter und Berufs- aus; aber Eugenie war nur vorgeschobene Puppe der Kapitalisten.( gerechnet vom 31. Dezember des Jahres ab, in dem genossen! In Wien stehen seit dem 7. August 400 Schwarz- bazare sind bestimmend für die Mode geworden; sie haben das unternehmer, Kaufleute, Krämer, Künstler und Handwerker für zurichter im Ausstand. Der Ausstand hat diesen Umfang an Gottesgnadenthum besiegt. Wer am meisten zahlt, erhält das Waaren und Arbeiten, der Apotheker für Privaten gelieferte genommen, weil die fämmtlichen Unternehmer in der Schwarz Neueste, nach einem Monat fostet's die Hälfte und nach einem Arzneimittel. Ausgenommen von dieser kürzeren Verjährungszurichterei das Verlangen stellten, daß die Arbeiter einer Fabrit, Bierteljahr, weil es unmodern" geworden ist, wird es unterm frist find solche Forderungen, welche in bezug auf den Ges die mit ihrem Fabritanten in Streit gevat her Arbeit aufnehmen sollten; im anderen Falle drohten sie ihren sämmt: Sostenpreise verkauft. Immer schneller dreht sich das Rad, bis werbebetrieb des Empfängers der Waare oder Arbeit entstanden ichen Arbeitern mit Aussperrung. Die Arbeiter haben auf diese brutale der Sozialismus aufräumt, sind. Dieser zweijährigen Verjährungsfrist unterliegen ferner die Drohung selbst die Arbeit am 7. August niedergelegt, und erwarten bei der Reichs- Postverwaltung endgiltig unbestellbar. An die bei und Handwerker wegen der an ihre Arbeiter gegebenen Vore Rund 416 000 Postsendungen blieben im Jahre 1892 Forderungen der Fabrifunternehmer, Kaufleute. Krämer, Künstler nun von den Berufsgenossen, daß fie den Zuzug fern halten. Kollegen! Wir dürfen auf keinen Fall unsere Wiener Kollegen den verschiedenen Ober- Postdirektionen befindlichen Ausschüsse schüsse, der öffentlichen und Privat- Schul- und Erziehungs-, sowie mm Stiche lassen; unbedingt müffen wir mit allen Kräften für Million Stud, von welchen es gelang, rund 700 000 an die Ab- halt, Unterrichtung und Erziehung, der öffentlichen und Privatzur Eröffnung unbestellbarer Postsendungen gelangten über eine der Pensions- und Verpflegungs- Anstalten aller Art für Unterdie moralische und materielle Unterstützung unserer ausgesperrten Kollegen eintreten und zwar so lange bis die dortigen Maßregelungen zurückgenommen und die Forderungen bewilligt find. Bost- Unterstützungskasse veräußerten u. f. w. dem Schicksal des gemeiner Handarbeiter" wegen rüdständigen Lohnes, der FuhrDie Kollegen Berlins werden deshalb ersucht, sich recht rege an Berbranntwerdens anheimgefallen. Der Grund für die Un- leute und Schiffer hinsichtlich des Fuhrlohnes u. s. w., der Gastden Sammlungen zu betbeiligen und die gesammelten Gelder bestellbarkeit jener 416 000 Sendungen ist fast ausschließlich in und Speisewirthe für Wohnung und Beköftigung. Mit dem baldigst an den Unterzeichneten abzuliefern. Gustav Busse, Sophien str. 28/29. Verabsäumungen seitens der Briefschreiber zu suchen. Alle Brief- Ablauf von 4 Jahren verjähren die Forderungen der Zweihundert Metallarbeiter von Bilbao haben die fendungen, die am Bestimmungsorte unbestellbar sind und aus Kirchen, Geistlichen, Küfter u. f. w. wegen der Gebühren für Arbeit eingestellt. deren äußerer Beschaffenheit der Aufgabeort nicht ersichtlich ist, kirchliche Handlungen, der Rechtsanwälte, Notare, Aerzte, Feld2500 Arbeiter ber Gasgesellschaft in Paris ftellten in gesetzten Ober- Postdirektion und lagern dort, falls der Abfender Handlungsgehilfen, des Gesindes wegen Lohn, Gehalt u. f. w., gelangen an den Ausschuß der der Bestimmungs- Postanstalt vor- messer, der Maller, der Haus und Wirthschaftsoffizianten, der einer Versammlung die Forderung auf, daß die dauernd Ange aus dem Inhalte des Briefes nicht ersichtlich ist. ftellten allmälig bis zu einem Jahresgehalt von 3600 Fr. auf Der Bahnhof von Malaga if am Dienstag nieder- wegen Erstattung von Prozeßtoften, wegen Gerichtstoften, Stempel wegen rückständiger Zinsen, wegen Miethe, Pacht, Alimenten, rücken sollen und daß das Ruhegehalt jährlich mindestens 1800 Fr. gebrannt. zu betragen habe. Dermischtes. aur Sendungen find mit Ausnahme der wenigen zum Besten der Handwerksgefellen, Tagelöhner und sender zurückzugeben. Die 416 000 definitiv unbestellbaren lehrer hinsichtlich der Honorare, der Fabrikarbeiter, oder Steuerit. anderer O. H. Wiederholen Sie die Frage oder sprechen Sie zwischen 12 und 1 Uhr vor. St. S. 45. Für die vorehelichen Schulden der Ehefrau haftet der Ehemann nicht. R. S. Die Militärbehörde geht es garnichts an, ob ein bei der Stellung auf ein Jahr Zurückgestellter heirathet; sie hat eine Genehmigung nicht zu ertheilen. E. S. 30. Der gewöhnliche Gerichtsstand einer Person P. 2. 99. 3 welcher Zeit ein Miethsvertrag zu tündigen ist, hängt in erster Linie von dem Inhalt des schriftlichen oder mündlichen gegenseitigen Abkommens ab. Ein amerikanisches Blatt hat zwei treue Abonnenten verloren und zwar auf folgende Weise: Ein Vater von Zwillingen wünschte zu wissen, wie er diese am besten durch die Zeit des Bahnens bringen könnte, und ein anderer Abonnent bat um Engen Nichter und die elektrische Stiefelpuhmaschine. Auskunft, wie er seinen Obstgarten von Heuschrecken säubern Als Rabulist( Rechthaber, der durch Trugschlüsse zu täuschen könnte. Der Redakteur ließ seine Antwort in den Briefkasten bemüht in) hat sich Eugen Richter in allen Debatten mit der einsehen, verwechselte aber die Namen der Anfrager. So erhielt| Sozialdemokratie bewährt, so auch in der heutigen Nummer der Befiger von Zwillingen die Antwort: Bedecken Sie fie feines Blattes, in der er die Erfindung einer elektrischen Stiefel- forgfältig mit Stroh und zünden Sie es an, und Sie werden die ist der, an dem sie ihren Wohnfis hat. puhmaschine erwähnt und dabei triumphirend zu dem Schluffe fleinen Suälgeister, die noch ein paar Sekunden in den Flammen tommt, daß man auch in der privatkapitalistischen Wirthschafts- umherhüpfen, schnell Ios sein." Der mit Heuschrecken geplagte ordnung blanke Stiefel haben tönne, ohne sie von Dienstboten Abonnent aber erhielt den Rath: Reichen Sie Ihnen ein wenig pugen zu lassen. Ja, wer von uns hat denn diese Möglichkeit Kaftoröl und reiben Sie die Kinnlade sanft mit einem Elfenbein- vertragsmäßigen Festsetzung über die Kündigungsfrist, so kann je bestritten? Der schlaue Eugen hingegen war es, der die Un- stäbchen." in der Weise, daß das Miethsverhältniß während der Mieth3. burchführbarkeit des Zukunftsstaates" damit bewiesen hat, daß New- York, 3. September. Die Blätter schätzen den durch zeit( z. B. während des Miethsjahres) aufhört, nicht gekündigt in demselben der„ Reichskanzler" feine Schuhe selber puben muß. die Waldbrände in Wiskonsin und Minnesota verursachten werden. Soll der Vertrag mit Ablauf der Miethszeit( MiethsDie Musterkarte von Bieren, die jetzt infolge des Schaden auf 12 Millionen Dollars, den Werth der ab- fahr, Miethsmonat) enden, so muß vorher gekündigt werden, Boykotts in Berlin verzapft werden, dürften in ihrer Bunt gebrannten Wälder nicht eingerechnet. Die Zahl der Todten und zwar bei jährlicher Miethszeit in den ersten 3 Tagen des scheckigkeit bald an die Zeit vor 180 Jahren erinnern, wird auf 400 bis 1000 angegeben, doch ist es bisher unmöglegten Quartals, bei monatlicher spätestens am 15. jeden Monats. wo sich eine Hochfluth auswärtigen Stoffes fiber Berlin er- lich, die wirklichen Verluste festzustellen. An 20 Städte sind, der Sie hätten also spätestens am 3. Juli fündigen müssen. goffen zu haben scheint. Welche Biersorten damals die Tribüne" zufolge, durch das Feuer vollständig zerstört. Nur R. B. Aus einem Pfund feinen Goldes werden 693/4 Stück Berliner verschluckten, zeigt ein artiges Bier- Carmen, welches wenige Häuser sind unversehrt geblieben. In Hindley wurden zwanzigmarkstücke( Doppelkronen) oder 1391/2 Stück Kronen Datar Schwebel in seiner Berliner Geschichte veröffentlicht hat. heute Nachmittag 90 Leichen, darunter mehrere verkohlte, beerdigt. Behnmartstücke) geprägt. 125,55 Stück Kronen sollen ein Pfund Es heißt in demfelben u. a.: Kross'ner, Rottbuser, Ruppiner wiegen. Die Kronen und Doppelfronen bestehen aus 900 Theilen Zerbster, Broihahn und Berliner Landbier und Bernauer Bier Gold und 100 Theilen Kupfer. Die Beantwortung der weiteren Garlei, aller Tränke Zier Duckstein wie auch Fürsten- Briefkaffen der Redaktion. Fragen hat kein allgemeineres Interesse und erfordert zu viel walder Spandauer und Mittenwalder Der Karthäuser wir bitten bet jeder Anfrage eine Chiffre( Swei Buchstaben oder eine Bahl Reichsbank und Papiergeld finden Sie in Nr. 26 der Guttentag Raum. Die bestehenden Gesetze über das Münzwesen, über die edler Bräu der zu Frankfurt schäumt aufs neu Zuchebander, Brandenburger Stolper und Oranienburger- B. Friedrich. Ihre Beschwerden sind der Boykottkommission fchen Sammlung( Preis 2,40 M.) zusammengestellt und erläutert. Moll von Köpnict, Magdeburger Briger, sowie Quedlinburger übermittelt worden. W. W. 22. Versuchen Sie es mit einer Beschwerde Machen Wirth und Gäste rund! Thut's der Trank auch Iserlohn. W. 50, Marburgerstr. 12, 2 Tr. die Ober Staatsanwaltschaft. Der Schlächtermeister von Saarmund? Davon ward uns nie was fund!- Frankfurt, ER. Stumm wird gelegentlich verwendet. Die Boykott hat sich der versuchten Nöthigung und Freiheitsberaubung Rathenow und Straußberg- Schwedt und Storkow, Bremen, notta finden Sie in heutiger Nummer. zweifellos schuldig gemacht, wenn er von Ihrer Frau Landsberg Zehdenick, ja, auch Morin Manchmal gutes Bier G. 5. 300. Auch Arbeitslose haben 8engen verlangte, sie solle das von ihr nicht gekaufte, vielmehr erziehn Fretenwalder, Eberswalder- Stendaler und Lucen entschädigung zu beanspruchen.§ 2 der Gebührenordnung zurückgelegte Stück Fleisch bezahlen, Ihre Fiau am Hinauswalder Mühlenbecker, Dablewiger Stupenbier und auch für Zeugen bestimmt ausdrücklich: der Zeuge erhält eine Ent- gehen hinderte und die Thür abschloß. Wenn Ihre Kyrizer, Brandenburger Domherrnbier- Böhmisches und fchädigung für die erforderliche Zeitverfäumniß im Betrage von Frau Frau eines Staatsanwalts wäre, so würde wohl Bommersch Bier- Schlürft man hier mit frohem Brummen. 10 Pf. bis zu 1 m. für jede angefangene, jedoch nicht für mehr leicht die der Staatsanwaltschaft vorgesetzte Behörde er Doch noch höher gilt die Mummen, Mag's auch arg im Kopf als 10 Stunden. Personen, welche durch gemeine Handarbeit, fennen, wie faul die vom Schlächtermeister erhobene Ginrede d'rauf summen! Von allen diesen Bieren wurde im Laufe der Handwerksarbeit oder geringeren Gewerbebetrieb ihren Unter- ist. Geben Sie erst am Schluß Ihrer Beschwerde an, daß Sie Zeit das Bernauer das beliebteste. halt suchen oder sich in gleichen Verhältnissen mit solchen Per- nicht Staatsanwalt sind, dann wird die Ober- Staatsanwaltschaft Die Mode hat noch vielmehr, als der Leitartikel des Vor- fonen befinden, erhalten die nach dem geringsten Satze zu be- die Staatsanwaltschaft wohl anweisen, das Gericht entscheiden wärts" vom Sonntag abnen läßt, mit dem Sozialismus zu schaffen. meffende Entschädigung auch dann, wenn die Berau laffen, ob der Schlächter bewußt widerrechtlich" gehandelt hat. Ist sie( die Mode) nicht ein Bollwert der bevorrechtigten Stände få u mniß eines Erwerbes nicht stattgefunden M. M. 100. Legen Sie schriftliche Beschwerde bei der gegen den nachdringenden Pöbel hat." Armendirektion mit dem Antrag ein, die Direktion möge den Fall untersuchen. anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. " So lange es Privateigenthum giebt, ersetzt der Brunt viel- 3. 100. Forderungen der Aerzte verjähren in 4 Jahren fach das Ansehen, den Werth des Mannes. Er sagt gleichfam: nach Ablauf des Jahres, in dem die Forderung entstanden ist. " Ihr könnt hieran sehen, daß ich kein dummer Kerl bin, denn Hat die Kur im Jahre 1890 ftattgefunden, so ist also Verjährung sonst hätte ich mir dieses nicht eriverben können." Doch haupt- mit dem 31. Dezember 1894 eingetreten. sächlich liegt im raschen Wechsel der Mode der Kernpunkt der M. S. 1. Natürlich. Für den Inhalt der Jnierate über nimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 6. September Opernhaus. Die Medici. Schauspielhaus. Donna Diana. Leffing- Theater. Madame SansGêne, Berliner Theater. Heimath. Nenes Theater. Heimkehr. Schiller Cheater. Der Menonit. Deutsches Theater. Esther. Der Tartüff. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Voltsfänger. Rehdens Theater. Demi- Monde. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Central- Theater Alte Jakobstraße Nr. 30. Direktion: Richard Schulz. Donnerstag, 6. Gept.: Der Menonit. Emil Thomas a. G. Freitag, 7 Septbr.: Die Räuber. Sonnabend, 8. Septbr., Nachmittags Auna Bäders. Josefine Dora. 3 Uhr: Schüler- Vorstellung: Der Zenonit. Abends 8 Uhr: Die Räuber. Bum 4. Male: O! diese Berliner! Große Posse mit Gesang und Tanz in Adolph Ernst- Theater 6 Bildern nach Salingre's Reise durch Letzte Woche. Charley's Tante. Schwank in 3 Atten v. Brandon- Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse in einem Att von Eduard und Benno Jacobson. Anfang 71/2 Uhr. In Vorbereitung Berlin von Julius Freund. Musik von Jul. Einödshofer. Raffeneröffnung 61/2 Uhr. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen und folgende Tage: 0, diese Berliner! National- Theater. Große Frankfurteritraße 182. Theater Unter den Linden. Die Lolotte's 28 Tage. Gastspiel des Fräul. Bertha Rother: Fledermaus. Bellealliance- Theater. La Traviata. Gesangspoffe in 3 Atten v. H. Raymond Adolph Ernst- Theater. Charley's u. A. Mars. Mufit v. Viktor Roger. Tante. Vorher: Die Bajazzi. Central- Theater. D! diese Berliner! Alexanderplat Theater. Ver botene Liebe. Borher: Ein Ehrenamt. National Theater. Ein Modell. Susanne im Bade. Ebraler. Epepialitäten Apollo Theater. O Vorstellung. Saufmann's Variété. Spezialitäten Borstellung. ( Novität.) Castan's Panopticum. ( Nur viermaliges Gastspiel.) Um 9 Uhr: Ein Modell. Posse von Eugen Pruden 3. Vorher um 71/2 Uhr: Susanne im Bade. an " Briefkaffen der Expedition. 2. 7. Die von Ihnen gewünschten Zeitungen sind noch vorräthig. Passage- Panopticum. Agnes Wabniß 51 wilde Weiber Eine Frauenstimme aus der aus Dahomey. Don B. Glogau. Bourgeoisie. Preis 50 Pfennig. Diese Stubie aus der Feder einer Das lesende Kind gewandten Schriftstellerin der bürgerlichen Kreise und im letzten Auftrage der nach persönalt 13 Jahr. fichen Mittheilungen geſchrieben, er4 Armin- Hallen Kommandantenstraße Nr. 20. 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Deutschlands.( Filiale Berlin.) Todes- Anzeige. Am Sonnabend, den 1. September, ist unser Mitglied, der Schleifer Ferdinand Krüger verstorben. 167/9 Die Beerdigung findet Donnerstag, den 6. September, Nachmitt. 5 Uhr, von der Leichenhalle des Kirchhofs zu Wilhelmsberg, aus, statt. Die Verwaltung Berlin. Alle Beleidigungen, welche ich gegen Frau Emilie Jüterbock geb. Roch, ausgesprochen habe, nehme ich fie für eine ehrenhafte Frau. 27226 Donnerstag, den 6. Septbr., Abends 82 Uhr, in ,, Deigmüller's Salon", Alte Jakobstrasse No. 48 a: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Herrn Dr. Lux. 2. Diskussion. 3. VereinsangelegenGäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. heiten. 278/7 Der Vorstand. Freie Bereinigung der Kaufleute. Donnerstag, den 6. September, Abends 1/29 Uhr, im Gartensaal der Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Grosse Versammlung. Tagesordnung: und franko. und Schlafdecken gratis Steppdecken- Emil Lefèvre, Fabrik Berlin S., Oranienstraße 158. Roh- Tabak A. 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Tag für Tag tommen von einzelnen Vereinen, Vertrauensmännern, Gewerfschaftsvorständen Klagen über Mißgriffe und Vergewaltigungen seitens einzelner Be hörden und Beamten; die Redaktionen der Parteiblätter haben ununterbrochen Rath und Auskunft zu ertheilen, wie sich die Genoffen und Vereine gegenüber VerſanımV lungs Verboten, Auflösungen, Vereinsschließungen u. f. w. zu verhalten haben. Ueber alle diese Punkte giebt das Buch an and bes Wortlautes der einzelnen Bereinsgesetze und in Erläuterungen über die im Laufe der Jahre von den Gerichtsbehörden in ihren Urtheilen geübte Praxis flaren und unzweideutigen Bescheid und ermöglicht es somit den Genossen, die Klippen und Fußangeln der reaktionären Vereinsgesetze zu vermeiden. Ein dem Buche beigegebener Anhang enthält eine tabellarisch übersichtlich geordnete, gruppenweise gereihte Webeneinanderstellung des Wortlautes der in den einzelnen Bundestaaten bestehenden Bestimmungen über Dereins- und Versammlungsrecht und alphabetisches Sachregister. Bahlreichen Bestellungen steht entgegen Buchhandlung des ,, Vorwärts". Wolf, Leipzigerstr. 22. Rünftl. Zahn- Zähnest. Theils Blomben 1,50. Zähne3M.Theilz. Arzt Schmerzl. Zahnz. 1 M. 8-7 Uhr. Gesangskomiker. Künstl. Zähne Bemittette Grmäßigung. Kreslawski, Spittelmarft 18. Altenberg's Färberei, Wäscheret, Garderob.- Reinig.- Anft., noffen feinſte, füße Sahnenbutter melden in eröffnet und empfehle den geehrten GeNeueJakobstr. 17, Brunnenstr. 162, Andreasstr. 54, Fruchtstr. 36, Potsdamerstr. à fd. 1,10 M., feine Tischbutter No.57/ 58, Alte Schönhauserstr. 2, empf. f. 3. Färb. u. Reinig. v. Garderob. jeb. à fb. 1,00 M., Bratenschmalz à Pfd. Art, Spizen, Gard., Möbelft. gef. 1 mt. p. Pfd., Bettdeck. gef. 1,25 mt. p. 48 Pf. 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Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. 2716b 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 207. Donnerstag, den 6. September 1894. 11. Jahrg. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Gerichts- Beitung. B Bude ist aber nicht nur zum Aufenthalt und Wärmen während der| Geschick zu widerlegen. Rollege Lange und der Referent äußerten Dienftstunden, sondern auch bisweilen als Schlafstätte während sich in gleichem Sinne. Hierauf fand nachstehende Resolution Eine der seltenen Gerichtsentscheidungen, durch welche der Nacht benutzt worden; den Aufsichtsorganen der Eisenbahn- einstimmig Annahme: Die Versammlung erklärt sich mit den Den Herren Haubefizern ein wenig der Kamm geschoren wird, Verwaltung kann diese Art der Benutzung der Bude nicht ent- Ausführungen des Referenten einverstanden, fie erfennt weiter ist dieser Tage gefällt worden. Es handelt sich um den Prozeß gangen sein. Da nun ein ausdrückliches Verbot der Eisenbahn- den Zusammenschluß der Berliner lokalorganisirten Metallarbeiter des Schlächtermeisters Becker gegen den Hauseigenthümer Tinsch Verwaltung, die Bude zum Aufenthalt während der Nacht zu mit dem Deutschen Metallarbeiter- Verband als eine Nothwendigmann, Stendalerstr. 7. Becker konnte die von Tinschmann ge- erst nachträglich erlassen worden ist, so konnte B., als er am Metallarbeiter- Berbande zahlreiche neue Mitglieder beitreten. Sie benußen, bis zum Eintritt des Unfalls nicht ergangen, vielmehr feit, und verpflichtet sich, dahin zu wirken, daß dem Deutschen mietheten Räume, für die er ca. 2000 m. jährliche Miethe zu 16. Januar 1893, Abends 10 Uhr, auf die Betriebsstätte zurückwünscht, daß letzterer in nächster Zeit Filialen in Charlottenburg flagte deshalb gegen Tinschmann. Dem Rathe seines Vertreters fehrte, um in der Wärterbude den Beginn seiner Dienstzeit und Moabit errichtet. folgend, stützte er die Klage nicht darauf, daß die Feuchtigkeit abzuwarten, wohl annehmen, daß sein Verhalten von der vordie Räume zum Wohnen ungeeignet mache, sondern darauf, daß gesetzten Dienstbehörde gebilligt, oder wenigstens nicht beanstandet beschäftigten Arbeiter hielt am 27. Auguft eine MitgliederDer Fachverein der in der Lederwaaren Juduftrie die Räume ungeeignet seien zum Betrieb einer Detailschlächterei werden würde. Hinzu kommt, daß die frühzeitige Rückkehr des beschäftigten Arbeiter hielt am 27. Auguft eine Mitgliedermit Wurstfabrikation. Die Gutachter für das Baufach erklärten B. zur Betriebsstätte nicht nur in seinem eigenen Interesse, sondern versammlung ab. Auf der Tagesordnung stand als 1. Punkt: zunächst, daß die Feuchtigkeit zwar groß sei, aber nicht so groß, auch in dem der Eisenbahn- Verwaltung lag. Es wurde nämlich Vortrag des Kollegen Aßmann:„ Der Mensch, das Produkt zwei Gutachter aus dem Schlächtergewerbe gehört. Aus ihren Gut- verhältnisse und der weiten Entfernung der Wohnung des B. von fuffion fand nicht statt, und wurde zum 3. Punkt der Tagesdaß die Räume zum Wohnen ungeeignet wären. Hierauf wurden hierdurch die in anbetracht der außergewöhnlichen Witterungs- feiner Erziehung". Die Ausführungen des Vortragenden wurden von der Versammlung allseitig mit Interesse erfolgt. Eine Dis achten ergab sich, daß wegen der großen Feuchtigkeit die Räume den achten ergab sich, daß wegen der großen Feuchtigkeit die Räume den der Betriebsstätte nicht ausgeschlossene Gefahr eines verspäteten ordnung übergegangen. Der Vorsitzende Görit theilte den viel höheren Anforderungen an Trockenheit, welche der Schlächterei- Dienſtantritts durch den Verunglückten zweifellos vermindert. Mitgliedern mit, daß durch den Zurücktritt eines Mitgliedes der betrieb erfordere, nicht genügen. Das Gericht nahm daraufhin dies Mit Rücksicht hierauf hat das Rekursgericht kein Bedenken ge- Arbeitsnachweis Kommission eine Erfahwahl nöthig sei. Die für erwiesen an. Becker durfte von seinem Miethsvertrage zurück- tragen, anzuerkennen, daß B. zur Zeit des Unfalls örtlich und Arbeitsnachweis- Kommission eine Erfahwahl nöthig sei. Die treten. Neben dem Laden hatte Becker auch Wohnräume ge- zeitlich im Betriebe der Eisenbahnverwaltung sich befunden hat. Bersammlung betraute den Kollegen Wüst mit diesem Amt. miethet. Es fragte sich nun, ob er letztere behalten müsse, da die Auch die Ausstellung der brennenden Laterne in der Bude war Den Anwesenden wurde sodann bekannt gegeben, daß noch ver Räume ja zum Wohnen geeignet sind. Sein Anwalt stützte sich insofern durch das Betriebsintereffe geboten, als B. in der Lage schiedene vakante Stellen auf dem Arbeitsnachweis zu vergeben sind. jedoch auf den Wortlaut des§ 383 1 21 A. 2.-N., welcher das sein mußte, sich jederzeit über den Stand seiner Uhr zu ver- Eine Mitglieder- Versammlung des deutschen Metall Rücktrittsrecht auch dann verleiht, wenn die gemietheten Räume gewissern. Die Gefahr einer Entzündung der Lagerstätte des B. arbeiter- Verbandes( Filiale Nord) fand am 28. Auguft in zwar nicht völlig, aber doch zum größten, das heißt erheblichsten und die Schwere der Brandwunden, die er sich zugezogen hat, Reichardt's Festsälen, Müllerstraße, statt. Herr Dr. Beuler Theile unbrauchbar sind. Auf grund dieser Bestimmung führte waren wesentlich mit bedingt durch die aus der Betriebsarbeit referirte über das Thema:" Der Kampf ums Dasein." Die er aus und das Gericht trat diesen Ausführungen durchaus mit Kohlentheilchen bedeckte Kleidung und die aus Theilen von interessanten Ausführungen des Redners fanden in der Ver Eine Diskussion fand nicht statt. daß, wenn ein Detailschlächter Laden und Wohnung Puzwolle und sonstigen Lappen bestehende Lagerstätte des sammlung lebhaften Beifall. miethet, ohne besonderen Nachweis anzunehmen ist, daß der Verunglückten. Daher war der nach dem Gesez erforderliche Anstelle des erkrankten Schriftführers Luchtenberg wurde Kollege Laden dem Miether die Hauptsache war und die seinem Gewerbe- ursächliche Zusammenhang des Todes des Erblassers der Kläger Hofmann gewählt. Sodann wurde Hofmann als weiteres Mitbetrieb dienenden Räume„ daher den wesentlichen- so führt mit dem Eisenbahnbetrieb als gegeben zu erachten." glied( Rurgas, Kluge und Reichelt waren bereits früher gewählt) das Gericht wörtlich aus Bestandtheil der Miethssache auszur Brandenburger Provinzialkonferenz delegirt. Für die im Streit befindlichen Güstrower Kollegen fand eine Tellersammlung statt. Auf Verlangen theilte der 1. Borsigende Kurgas den Ver genommene Resolution mit. Kollege Hofmann führte der Berlauf der Charlottenburger Versammlung und die daselbst an fammlung noch die Gründe an, die den Zusammenschluß der hiesigen Lokalorganisation mit dem deutschen Metallarbeiter- Verbande bedingen, hinzufügend, daß er für diese lediglich ideelle Meinung, die er nun in öffentlichen Versammlungen erörtert habe, vom Vorstand des Verbandes aller in der Metallindustrie für verlustig erklärt wurde. beschäftigten Arbeiter in Berlin und Umgegend der Mitgliedschaft bei machen." Ist aber der Laden unbrauchbar, so ist deshalb auch die Wohnung für den Schlächter werthlos. Becker hat nunmehr die Klage auf Entschädigung wegen seines Geschäftsverlustes und des durch die Feuchtigkeit vernichteten Mobiliars in Höhe von 5000 M. eingeleitet. Von dem Eifer, mit dem sich der Staat der im Dienst verunglückten Arbeiter annimmt, giebt nachstehender, von der Volts Btg." veröffentlichte Fall eine Probe: Versammlungen. = Die Arbeiter Bildnugsschule( Nord) hatte am Sonntag, den 26. August, eine Versammlung einberufen, in der Schrift steller H. Schulz einen interessanten Vortrag hielt über das Thema: Die Sturm und Drangperiode in der Dichtkunst". Die geschickte Behandlung des literar- und kunstgeschichtlichen Themas von dem Vortragenden fand in der Versammlung einen aufmerksamen Zuhörerkreis. Schwere Brandwunden, so berichtet das Blatt, erlitt der Magazinarbeiter Bruckmann, als er in der Nacht vom 16. zum Eine öffentliche Metallarbeiter Versammlung fand am 17. Januar vorigen Jahres in einer aus einem alten Eisenbahn- 27. August in Charlottenburg statt. Das Referat über Zweck wagen hergerichteten Bude auf dem Terrain des Eisenbahnfistus und Nugen der Gewerkschaftsorganisation hatte Kollege ösch Der Fachverein der Holz und Brettertrager hatte am nächtigte, um gegen 4 Uhr früh rechtzeitig seinen Dienst antreten übernommen. Redner ging zunächst auf die Entstehung der Ge- 31. August eine Versammlung einberufen, in der Genoffe Wagner zu können. Während des Schlafes stieß B. seine brennende werkschaften ein, wobei er die bahnbrechende englische Bewegung einen recht beifällig aufgenommenen Vortrag hielt. Sodann Laterne um, so daß seine Kleider in Brand geriethen. Er stürzte furz streifte, um nach einer treffenden Schilderung unserer hiesigen stand die Aufstellung eines Kandidaten für die Gewerbegerichtsnach der Thür, konnte sie aber nicht öffnen, da sie infolge der Zustände länger bei den Verhältnissen der Metallindustrie und Wahl zur Erledigung, welches Amt dem Kollegen Müller grimmigen Rälte, die gerade herrschte, fest zugefroren war. Nach dem deutschen Metallarbeiterverbande zu weilen. Er zeigte, wie übertragen wurde. Nach Erörterung einiger Vereinsangelegen dem B. seinen Brandwunden erlegen war, wandten fich feine speziell in der Metallindustrie durch die Anwendung der Waschinen heiten erfolgte der Schluß der Versammlung. Hinterbliebenen an den Eisenbahnfiskus mit einem An- und die vom Großbetrieb bedingte Theilung der Arbeit Tausende Die Zustände in der Fabrik von C. Hoppe, Gartentrag auf Rentenzahlung. Der Fiskus lehnte jedoch jede fleißiger Hande zu Hunger und Elend verurtheilt werden. An straße, standen in der öffentlichen Versammlung von Arbeitern Entschädigung ab, da B. unbefugt in jener Bude ge- interessanten Beispielen zeigte Referent, wie die allmälige Dege- dieser Fabrik, welche vom Vertrauensmanne der Berliner Metallnächtigt und seinen Dienst noch nicht begonnen hätte. Die neration ganze Arbeiterkategorien ergreife, wie das Einkommen arbeiter, Otto Mäther, für den 3. d. M. nach dem Kolberger Hinterbliebenen legten gegen den ablehnenden Bescheid des zuletzt auch nicht mehr zur Befriedigung gewöhnlichster Bedürf- Salon einberufen worden und die sehr zahlreich besucht war, zur Eisenbahnfistus Berufung beim Schiedsgericht in Köln ein. Das nifie ausreicht, und wie wenig die sogenannte Arbeiterschutz- Grörterung. Dieselbe nahm einen animirten Berlauf. Vor Eins Schiedsgericht gab der Berufung Folge und verurtheilte den Gesetzgebung dagegen anzufämpfen vermag, wie selbst die tritt in die Tagesordnung erklärte bereits Herr Krampig es Eisenbahnfistus zur Zahlung der Rente. Nunmehr ergriff der durch, sie geschaffenen Einrichtungen vom Unternehmer hinter- für Eigendüntel, sich Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter Fistus Refurs an das Reichs- Versicherungsamt, indem er gangen und zur geradezn bittersten Fronie auf die Sache werden. zu nennen( Gelächter) und sprach ferner seine Verwunderung Folgendes ausführte: Es habe für B. kein mit seiner Be- Pflicht eines jeden Metallarbeiters sei es, sich dem deutschen darüber aus, daß zur Deckung der Unkosten ein Beitrag erhoben schäftigung im Zusammenhang stehender Grund vorgelegen, der Metallarbeiter Verbande anzuschließen, wie ja auch nur die werde. Er sei so etwas nicht gewöhnt und scheine ihm der Erihn zum Uebernachten auf dem fiskalischen Terrain hätte ver- Beutralisation die geeignetste und wirksamste Form der gewerk- trag der Tellersammlung nur dazu bestimmt zu sein, die Kasse anlaffen können. B. habe sich nur gescheut, den Weg von seiner schaftlichen Organisation ist. In der Diskussion wurden die des Berliner Metallarbeiter- Verbandes zu füllen,( Große Heiter Wohnung nach dem Bahnhof bei der in der Nacht häufig stärker Mißstände der speziell in Charlottenburg und Moabit befind- feit.) Mäther fertigte den Vorredner unter Beifall werdenden Kälte zurückzulegen. Das Reichs- Versicherungsamt lichen Groß- Metallindustrie näher fritisirt, und wünschte Kollege und Widerspruch in gebührender Weise ab und kam unter dem Vorsitz des Präsidenten Dr. Bödifer wies aber den Schulze, sowie der Einberufer Hofmann, daß man endlich dann auf die Tagesordnung zu sprechen. Derselbe führte Refurs des Fistus zurück mit folgender Begründung: Die einmal der Frage des Zusammenschlusses des Berliner Lokal- an, daß ein Theil der Arbeiter der Firma Hoppe Wärterbude, in welcher sich der Unfall ereignete, war von der verbandes mit dem Deutschen Metallarbeiter Verbande näher sich vorgenommen hatte, nichts zur Tellersammlung beizutragen, Eisenbahn- Verwaltung eigens zu dem Zwecke hergestellt worden, treten möge. Hofmann führte die Gründe an, die die Berliner ja noch mehr, diejenigen, die etwas beitragen würden, bei der um den Kohlenträgern während der Pausen in der Arbeit als lofalorganisirten Metallarbeiter gegenüber der Zentralisation Firma zu denunziren.( Pfui!) Nicht der Tellersammlung wegen Wärmftube und auch sonst als Aufenthaltsort zu dienen. Die genannte und dem Zusammenschluß ins Feld führen, um sie mit ziemlichem seien diese Arbeiter zusammengerufen, sondern zu dem Zwecke, Das Anklage" = Monopol der Staatsanwaltschaft. Autorität von Beamten und Notabeln ungeschwächt zu erhalten, die Sünden der Herrschenden um der Grhaltung der Ordnung Von Friedrich Albert Lange.) N richtung der Staatsanwaltschaft, daß der öffentliche Ankläger Sab fiat justitia, pereat mundus"( die Gerechtigkeit soll ihren auch ein Verbrechen ignoriren könne, wenn ihm dies zur Ver- Lauf haben, möge darüber auch die Welt zu Grunde gehen), meist meidung von Aufregung nüglich schiene. E3 sei wichtiger, die eine unberechtigte Art Vorsehung zu spielen bleibt, wenn man als eine That ans Licht zu bringen, über die vielleicht schon willen bemäntelt. Immerhin jedoch glaube ich, daß das Be Gras gewachsen sei. Später habe ich, da mir mein wechselvolles mäntelungsbestreben wegen jener geschilderten Wirkungen der Die alle, mit Ausnahme von England in ganz Europa 3. 3. Leben manchen Blick in die Verhältnisse der Gesellschaft ge- Ideenassoziation eine natürliche Basis hat, wo es überhaupt eine noch herrschende Schule setzt die Würde und Autorität der Bestattete, den nicht Jeder thun kann, eine ganze Reihe von Fällen natürliche herrschende Gruppe giebt. Die fonservative Partei hörden und der Besitzenden und Angesehenen aus Rücksicht auf erlebt, in welchen Verbrecher, die, wenn sie arm und ohne Ein- wird ihm huldigen; bisweilen nur ganz im allgemeinen, bisweilen den Bestand der Gesellschaft so hoch, daß der Versuch, ein in fluß und Verbindungen wären, im Zuchthause säßen, unan in Gestalt eines Bemäntelungs Komplottes, endlich bisweilen folchen Stellen befindliches Individuum anzutasten, als das gefochten in der Gesellschaft verkehrten, in Ehrenamter gewählt auch als Komplott von Mitschuldigen. Die freisinnige Partei schlimmste Vergehen angesehen wird. Ich habe sehr häufig er- wurden und eine glänzende Rolle spielten. Ich habe in solchen empfindet den geschlossenen Widerstand, wird oft für die Entlebt in früheren Jahren mit moralischem Entsetzen, später Fällen immer gefunden, daß auch diejenigen, welche ganz hüllung der Wahrheit gestraft und verfolgt und kommt endlich ohne solches daß man ein von solchen Personen erwiesener- genau um die Sache wußten, sich dem Eindruck der äußeren leicht dazu, die ganze Gesellschaft der Herrschenden, die Bureaumaßen begangenes Verbrechen mit ruhigem Achselzucken ver- Respektabilität solcher Personen nicht entziehen konnten. fratie, oder was es sonst sei, auch von ihrer Seite als solidarisch urtheilt, während man den nicht erwiesenen Vorwurf eines Ver- Der fonservative Theil der Gesellschaft aber( und die aufzufassen und anzugreifen, wenn auch feineswegs ein Komplott brechens mit gährender Galle und kochendem Blut als ein meisten sogenannten Liberalen gehören mit dazu) verhält der Mitschuld vorliegt, sondern nur ein Komplott der Bemänte scheußliches Attentat verurtheilt, selbst dann, wenn die Verdacht sich nicht nur thatsächlich so, sondern grundsäßlich, lung. Auch dies ist natürlich und begreiflich. gründe nicht unerheblich find. Einzelne Erlebnisse dieser wenn man auch die Grundsäße nicht immer offen aus- Jeder freie Staat hat nun aber das größte Interesse daran, Art haben in mir einen unauslöschlichen Eindruck hinter- spricht. Denjenigen Privatmann, der es wagen wollte, einen seine Beamtenschaft nicht zu einer solchen herrschenden Geselllaffen. Als ich noch in Bonn Privatdozent war, wurde folchen angesehenen Verbrecher zu entlarven, würden die meisten schaftsklasse werden zu lassen, welche ihre Herrschaft mit der gegen einen, feitdem verstorbenen Professor der Verdacht mit wahrer Gehässigkeit anfeinden. In einer Verleumdungs- Herrschaft des Gesetzes verwechselt und das Vaterland in Gefahr eines schweren und gemeinen Verbrechens ruchbar. 3uflage würde der Entlarvungsversuch unter zehn Fällen gewiß glaubt, wenn blos die Sessel in Gefahr sind. Sobald die Amtsfällige Verbindung mit einem Zeugen, mit welchem ich neunmal mit der Verurtheilung des Verleumders" enden, wenn genossenschaft zur Klique wird, haftet ihr jenes Solidaritätsintim war, brachte in mir einen solchen Grad von Ueber derselbe auch nichts als die reine Wahrheit behauptet hat. gefühl nothwendig an und es wird dem Einzelnen außerordentzeugung von der Begründung der Anschuldigung hervor, wie Es ist feinem Zweifel unterworfen, daß die Entdeckung von lich schwer in Fällen, wo das Intereffe dieser Kameraderie ich ihn später als Geschworener nie wieder gehabt habe, wo arme Verbrechen in den herrschenden Kreisen verstehe man nun ins Spiel kommt, durchzubringen, und dem strengen Recht Teufel munter ins Buchthaus geschickt wurden. Der Staatsanwalt darunter die Bureaukratie, die Reichen, die Adligen, oder was den Sieg zu verschaffen. Die Erkenntniß dieses Sachverhalts jedoch fand die Zeugenaussagen nicht bestimmt genug und weigerte die Verhältnisse eben mit sich bringen stets einen Eindruck ist den stets einen Eindruck ist den auf ihre Freiheit eifersüchtigen Engländern und fich, Klage zu erheben, was er um so leichter durchsetzen konnte, da hervorbringt, welcher den Herrschenden überhaupt ungünstig, ja besonders den Amerikanern so in Fleisch und Blut fiberNiemand ein besonderes Interesse bei der Entdeckung des Ver- unter Umständen gefährlich ist. Die Halsbandgeschichte und der gegangen, daß sie aus Prinzip und im Interesse der Erhaltung brechens hatte. Um diese Zeit hörte ich von einem angesehenen, Praslin'sche Mord sind nicht ohne Einfluß auf die nachfolgende der Freiheit der Presse einen Spielraum in der Kritik öffent rheinischen Juristen in einer sehr respektablen Gesellschaft mange- Revolution gewesen. Das Volf erkennt unwillkürlich, fraft der licher Angelegenheiten und öffentlicher Charaktere eingeräumt fochten den Grundsatz aussprechen, daß ein Staatsanwalt bloßen Geseze der Ideen- Affoziation, jenen Kreisen im allgemeinen haben, der ehemals unerhört gewesen wäre. Dr. Locher z. B. aus Rücksicht auf die Gesellschaft wohl thue, eine Mitschuld zu, die bisweilen vorhanden ist, bisweilen nicht, würde in England vor 200 Jahren seiner Ohren beraubt und die Spur eines Verbrechens in höheren Gesell- und vielleicht niemals in dem Maße, wie sie angenommen wird. mindestens an den Pranger gestellt worden sein, selbst wenn er schaftstreifen nur dann zu verfolgen, wenn Es ist daher vollkommen richtig, daß die einfache Uebung in allen Punkten Recht hätte; heutzutage würde ein Staatsmann er wegen zu großer Publizität nicht mehr der Gerechtigkeit in solchen Fällen oft die Ordnung gefähr- und Parteiführer, wenn jener in der Hauptsache Unrecht hätte, anders könne. Das sei gerade der Vorzug der Ein- den" kann. faum gegen ihn lagen; eine Klage wäre schon ein halbes Ich sehe davon ab, daß nach der Ansicht von uns Sozialisten Schuldbekenntniß und ein Versuch, den Rest der Ehre zu retten. *) Die Frantf. Zeitung" entnimmt das interessante Schrift diese Ordnung selbst in vielen Punkten ein Uebel ist, wie z. B. Man geht davon aus, daß Verleumdungen bedeutender Männer, stück, das die Frage des Anklagemonopols beleuchtet, der von ganz offenbar die Ordnung der Sklaverei, die Leibeigenschaft 2c., an deren Vertheidigung ein großer Theil des Publikums das 5. A. Ellissen herausgegebenen Biographie des berühmten dann bleibt wenigstens das unzweifelhaft stehen, daß eine Er- lebhafteste Interesse nimmt, ebenso ruhig der Probe der DeffentEenters und Parteigenossen, von der vor kurzem eine wohlfeile schütterung der Ordnung als moralisches Gewitter ebenso oft lichkeit überlassen werden können, als andere unwahrheiten. Ausgabe bei Julius Bädeker in Leipzig erschienen ift. heilsam gewirkt bat als serrüttend, und daß es auch ohne den " " " 1 = F 1 Verband deutscher Barbiere, Friseure und Verrückenmacher. zweigverein Berlin. Donnerstag, den 6. September, Abends 10 Uhr bei Nöllig, Neue Friedrichstr. 44. Kollegen willkommen. Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag, Abends 3%-10% thr: Nord= straße 14: Geschichte( alte). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theil Süd Schule, WaldemarSchule, Müllerstr. 179a; Geschichte( neue). nehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. im Laufe des Semesters, eintreten. Bei allen Unterrichtsfächern fönnen Schüler und Schülerinnen auch jezt Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neumann, Pasewalterstr. 3. Alle Aenderungen im Vereinskalender find zu richten an riebrich Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Zr. Donnerstag. Abends 9 bis & t. urban, Annenstr. 9, bei Albert Bros. 11 Uhr: nebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Männerchor Gefangverein Freundfchaft I, Gwinemünderstr. 35 Gesellschaftshaus. Kornblume, Gr. Frantfurterfir. 133 bei Gold.- Vorwärts 11, Schönhauser Allee 28 bei Stelle. fraße 16, Louisenstädtisches Klubhaus( Ehrenberg). Frühlingsluft, Bülowstr. 59, bei Werner. Brezelschluß, AnnenDorfglödlein, Deutsch- Wilmersdorf, Uhlandt- u. Pariserfir.- Ecke bei Wendt. Baget nicht, Stegliz, Schüßenftr. 40.- Borar, Manteuffelstr. 9 bei Nowad. Gängerdor, Ruftanien Allee Nr. 28 bei Fiebiger. Sarmonie, Schönleinftr 6 bei Straat. Flöter'scher Gesang= erein, Stoppenſtr. 47 bet Wilhelm Lorenz. Sängerchor Berliner burger Borstadt, Hochstr. 32a bet N. Wilte. Fürschner, Weinstr. 11 bei Feindt. Arbeiter- Gesangverein Oranien Gefangverein Gleich heit, Schönhauser Allee 138 bei Rocita. Abendroth, Deutsch- Wilmers borf, Berlinerstr. 47 bei Land. Oft und Westpreußischer Männers roth IV, Köpenick, bei Wöllstein, Adlershof, Bismarckstraße. Gefangverein, Krautstr. 6 bei Rudolf. Arbeiter- Gesango. MorgenGefangverein Bölterfrühling, Neue Friedrichstr. 44 bei Röllig. Eintracht II, Glienecke bei Adlershof, Köpniderstraße bei Witte.. Arion II, Prenzlauer Allee 26 bei Riedel. Butunft III, Welten t. b. Mart, Wilhelmstr. 19 im Hotel W. Grunow. Brüderschaft, Stallschreiberstr. 29 Bum eichenen tab". Liedes Echo, Reichenbergerstr. 24 bei Tauschte. Treu und Fest, Lebuſerſtr. 5 bet Nemis.- Bruderbund, Lübbener- u. Görligerstraßen- Ecke. Gerstenähre( Brauer), Blumenstr. 38 bet Wiedemann. rohinn II, Friedrichsberg, Warthenbergstr. 67 bet gange. Arbeiter: Gesangverein Bineta, kastanien- Allee 11 bei Augustin. Gesangverein Junge Eiche, Reinidendorf, Gesellschaftsstraße 11 bei 2. Hartmann. tracht III, Eberswalde, Gisenbahnstr. 77 bei Düball. Gefangv. Oberon, Kommandantenstr. 20, Arminhallen. Harmonie I, Tempelhof, Dorfstr. 18 bei Gerth. Steinfeger= Kreuzberger. um zu hören, wie ihr eigenes Verhalten dazu beigetragen habe,| Arbeit erforderlich. Das gleiche Verhältniß weisen alle| politischen Motiven begangenes Bergehen als ein gemeine 3 die vorhandenen Mißstände zu züchten. Betrachte man sich die übrigen Stücklöhne auf. In einer Werkstatt in der Großen Verbrechen geahndet und noch dazu allerdings unlogischerweise Zustände in der Fabrik, in der an 400 Arbeiter beschäftigt Frankfurterstraße werden Wochenlöhne gezahlt von 16,50 M. bis mit einer viel höheren Strafe bemessen hat, als es sonst bei werden, so glaube man sich ein halbes Jahrhundert zurückversetzt. 25,50 m. Letteres scheine das Honorar des Werkmeisters zu einem Vergehen von so untergeordneter Bedeutung der Fall ist. Auch bei der Firma Hoppe habe die Lohndrückerei in bedenk sein. Angesichts solcher elenden Zustände habe die Agitations- Hieran knüpfte er den Wunsch, daß der Genoffe auch fernerhin lichster Weise Eingang gefunden. Die Ursache der Lohndrückerei fommission Kollegen aus den verschiedenen Werkstellen ein- ebenso muthig wie bisher für die Ziele des Sozialismus kämpfen liege in dem gegenseitigen Konkurrenzkampfe der Unternehmer. geladen, und nach eingehender Berathung sei man zu dem möge. Hierauf sprach Genosse Kunert für die ihm erwiesene Da Herr Hoppe feinen Profit nicht geschmälert sehen wollte, Resultat gekommen, daß unbedingt etwas gethan werden müsse. Theilnahme feinen Dant aus, wollte aber alle Anerkennung nicht wurden die Löhne der Arbeiter gekürzt, was um so leichter möglich sei, Alle erklärten sich für Eintritt in eine Lohnbewegung. Ein Theil als ihm persönlich, sondern nur der großen Sache gewidmet beals auch hier das Affordarbeitssystem vorherrschend sei, deffen verlangte Einführung des Achtstundentages, Andere Lohnauf- trachten, welcher er diene, für die er gestritten habe und noch Nachtheile durch den Referenten eine eingehende Beleuchtung befferung eventuell Zurückeroberung des alten Tarifs, einige ver- weiter streiten werde. Die zum größten Theil mit ihren Familien Auch einer Wohlthätigkeits- Einrichtung entbehre die hielten sich zu einer bestimmten Forderung ablehnend. Die Kommission erschienenen Genossen vergnügten sich dann noch einige Stunden, Firma C. Hoppe nicht. Dieselbe bestehe darin, daß ein Arbeiter, ftelle nun an die Versammlung die Frage, ob sie gewillt sei, in angenehm unterhalten durch die Vorträge des hiesigen Gesangder das hohe Glück gehabt habe, 25 Jahre für die Firma sich eine Lohnbewegung einzutreten, und zwar in den schlechteren Wertvereins Maiengruß".- Selbstverständlich wurde auch unseres abrackern zu dürfen, 75 M. seitens des Chefs erhalte. Bei einer fiuben für Durchführung des 1885er Tarifs; ferner, für acht- großen" Todten Lassalle und der in diesen Tagen dahinderartigen Gelegenheit hätten die Arbeiter der Fabrik neuerdings ftündige Arbeitszeit, Erringung eines Minimallohnes von 27 M. geschiedenen unermüdlichen Genossin Agnes Wabnih ge erst zusammensteuern müssen, um einem Jubilar einen Anzug zu und dementsprechender Ausbesserung der Affordarbeit. Kollege bacht. Hoffen wir, daß alle Genoffen angesichts solch erhebender kaufen, damit er anständig zu dem Feste erscheinen fonnte! Feder betont ebenfalls die Nothwendigkeit einer energifchen Beispiele von Pflichterfüllung und Opfermuth stets bestrebt sein Daß nur die artigen Arbeiter überhaupt in die Lage kommen, Wehr gegenüber solchen jämmerlichen Verhältnissen und konstatirt mögen, auch ihre Pflicht voll und ganz zu thun. ihr 25jähriges Arbeits- Jubiläum bei Hoppe zu feiern, fei selbst nach einer statistischen Zusammenstellung, die den Krankenkassenverständlich. Außerdem besize die Fabrik eine Sparkasse, die büchern entnommen ist, daß von 2000 Tapeziergehilfen im Schöneberg. Die Stuckateure hielten am 2. September indeſſen feine Zinsen für Spareinlagen zahle. In einer wenig Januar 911, im Februar 1028, im März 1867. im April 1890, eine öffentliche Bersammlung ab. Vor Eintritt in die Tagesbeneidenswerthen Lage befänden sich die Kesselschmiede. im Mai 1726, im Juni 1019, im Juli 901, im August 1149, im ordnung ehrte die Versammlung das Andenken der Genossin Der betreffende Meister sei thatsächlich Meister darin, September 1798, im Oftober 1847, im November 1569, im De- Wabnih in der üblichen Weise. Auf der Tagesordnung der die Löhne zu ,, reguliren". Hilfsarbeiter gingen mit gember 929 arbeiteten, somit jeder Gehilfe im Durchschnitt Versammlung stand ein Vortrag des Kollegen Grüneberg über 14 Mart Wochenlohn nach Hause, wovon noch Abzüge für 34 Wochen im Jahr Arbeit hatte. Von diesen arbeiteten in die Schäden in unserem Gewerbe. Dem Vortrag folgte eine Krankenkaffe ze. abgingen! Nach der Meinung vieler Arbeiter 31 Betrieben je 10 und mehr Gehilsen, in 65 Betrieben je 5 bis rege Diskussion, in der mehrere Redner für die Bentralseien dies ja nur ungelernte" Arbeiter, die nicht 24 m. ver- 10 Gehilfen, in 62 Betrieben je 2-5 Gehilfen, in 114 Betrieben organisation eintraten, während von anderer Seite die Lokal. dienen könnten, wie gelernte" Arbeiter! Auf die Sicherheits- je 2 Gehilfen, in 160 Betrieben je 1 Gehilfe, in 74 Betrieben organisation empfohlen wurde. Wegen der überaus langen zustände in der Fabrik warfen verschiedene vom Referenten vor- fein Gehilfe, aber zusammen 168 Lehrlinge. Damit fommen Debatte fonnte der dritte Punkt der Tagesordnung: Gründung ge führte Beispiele ein recht trübseliges Licht und wurde die durchschnittlich auf jede Wertstube ohne Gehilfen 3 Lehr- einer Verbandsfiliale, gar nicht erledigt werden. Hoppe'sche Fabrit vom Referenten ebenfalls, wie bereits andere linge. Redner hielt es für nothwendig, bei Einführung Fabriken, dem Fabrikinspektor freundlichst zur Besichtigung des Achtstundentages Ueberstunden Zuschlag zu fordern, empfohlen. Der Schmiedemeister scheine dem Kesselschmiede- und zwar, für Ueberstunden bis 10 Uhr 331/3 pCt., für Nachtmeister in Arbeitertrutz den Rang ablaufen zu wollen. Die arbeit 100 pt., für Sonntagarbeit 50 pet. hygienischen Einrichtungen( Ventilation, Heizung, Kloset- Ein- türzte Arbeitszeit wirksam für die arbeitslose Reserve- Armee richtungen, Waschgelegenheit 2c.) seien äußerst mangelhaft. Die werden; ehe die Prinzipale dieses hohe Ueberstundengeld zahlten, humane Firma Hoppe habe für derlei unnüße Dinge fein Geld. würden sie mehr Arbeitskräfte einstellen. An diese Ausführungen Ja, die Arbeiter wünschen es gar nicht besser! Sie fühlen sich fnüpfte sich eine rege Debatte, in der die Kollegen Sprem ungemein wohl bei der lieben guten Firma Hoppe, die am berg- Charlottenburg, Neumann, Deffen, Wells, 1. Mai 1890 die Manifeftanten, 53 Gießereiarbeiter, aufs Pflaster Schwanz, Gesell, Hopmann, Taß, Korfat, warf und den Rädelsführer" dem Herrn Kühnemann denunzirte! Mostopp, Harttig, Freiwald, Aubert, WachsenDie Absicht, ihn verhungern zu lassen, sei jedoch an der Solidarität Adlershof und Menz das Wort nahmen. Jm Prinzip erder Arbeiter gescheitert. Die Gewerkvereinler" hätten sich nicht flärten sich sämmtliche Redner für einen Lohnkamps, nur der entblödet, die Agitatoren" bei der Firma zu denunziren! Ein Kollege Wells machte Bedenken dagegen geltend, daß ein solcher Pfui solchen Arbeitern"! In der Fabrit bestehe auch ein momentan nicht erfolgreich durchzufechten sei, da die GrundArbeiterrath", der natürlich die Intereffen der Arbeiter der bedingungen, die Kampfesmittel und die Unterstützung der Massen Firma gegenüber in keiner Weise vertrete. Auch eine Unter- fehlen, er halte überhaupt die heutige Versammlung nicht für stützungstaffe" besitze die Fabrit, über deren Verhältnisse indessen kompetent dazu, über Eintritt in einen Streit zu entscheiden. eine große Untlarheit herrsche. Die Sparsamkeit der Firma Die schließliche Abstimmung ergab eine beträchtliche Minorität dulde es ferner nicht, eine Regulirung des Fabrikhofes vorzu- gegen die Forderung des Achtstundentages. Einmüthig stimmten nehmen und eine angemessene Lohnzahlungseinrichtung zu treffen. Die Versammelten für Eintritt in einen Streit um WiederEine Anzapfung im„ Regulator", dem Gewerkvereinsorgan, gab erringung befferer Lohnverhältnisse. Die Agitationsfommission dem Referenten Veranlassung, nochmals an den Hirsch- Duncker wurde deshalb beauftragt, binnen furzem einen Lohntarif aus schen eine vernichtende Kritik zu üben, was von den anwesenden zuarbeiten, der demnächst in einer öffentlichen Versammlung zur Gewerkveremlern sehr übel aufgenommen wurde. Referent Beschlußsaffung vorgelegt werden soll. this erachtete es an der Zeit, daß auch die Arbeiter der Firma Hoppe mit der Harmonieduselei brechen und in die Die polnischen Sozialisten hatten am 3. September eine moderne Arbeiterbewegung, in den Klassenkampf des Proletariats öffentliche Versammlung bei Nieft in der Weberstraße. In einem eintreten. Die Ausführungen des Referenten wurden mit jubeln- einstündigen Vortrage schilderte August Berfu3 das Leben dem Beifalle entgegengenommen. Der erste Diskussionsredner und Wirken Lassalle's. Des Weiteren gedachte Redner auch des war Herr Krampit, welcher seinen Standpunkt bereits Frl. Wabniß, die als Märtyrerin für unsere Sache aus dem eingangs der Verhandlungen gekennzeichnet hatte und sich für Leben gegangen ist; die Versammlung ehrte das Andenken durch die den Gewerkvereinlern zutheil gewordene Züchtigung seitens Erheben von den Sigen. Nach kurzer Diskussion ging man zum des Referenten nunmehr revanchirte durch Wadenkueisereien gegen Punkt Verschiedenes über. Da in der Provinz Brandenburg sich Tilgner. Die Sozialdemokratie. Sekundirt wurde dieser Herr durch eine viele Polen befinden, die infolge der verdammten Bedürfniß- Straße 37 bei Jablonsti. 33 bei Schröder. Reihe nachfolgender Redner, die den gleichen Standpunkt verlosigkeit den deutschen Arbeitern arge Konkurrenz machen, so Sele- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dieggen, Abends 8% Uhr, traten. Nach offenkundiger Darlegung eines dieser Herren geht wurde beantragt, die polnischen Sozialdemokraten möchten die bei Schröder, Wiesenstr. 39. Neue Zeit, Abends 8 Uhr, Bonenstr. 40, bet fie der Bierboykott gar nichts an! Selbstverständlich wurde den bevorstehende sozialdemokratische Konferenz für die Proving Giesboit. Süd- Ost, bei Toltsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen Gce. Gewerkvereinlern neben anderen Rednern vom Referenten in Brandenburg durch Delegirte beschicken. Auf den von einigen Genossen Safen clever, Abends& Uhr, Restaurant Lange, Baumschulenweg 32 feinem Schlußworte in gebührender Weise gedient. Soffentlich gemachten Ginwand, daß nur die Reichstage- Wahltreise das replow. Sosialiliider gefe und Distutirflub Abends Distuttrtlub Bettgetst" feden erfüllt sich dessen Wunsch, daß den Lobrednern der Maschinenbau- echt zur Beschickung hätten, wurde entgegnet, daß auf diese hr, Reichenbergerfir. 157, Sigung. Anstalt C. Hoppe die verdiente Belohnung nicht vorenthalten Weise kein Pole, der mit der Agitation unter den Landsleuten donnerstag nach dem 1. und 15. des Monats bei Tempel," Langestr. 65, Abends werden möge. Gegen wenige Stimmen faßte die Versammlung zu thun hat, auf die Konferenz fäme; es sei aber eine einheit: Alle Buſchriften den Bund betreffend limb, au richten an: August Geib Abends 9 Uhr im Restaurant Bubeil. Bund geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. B. Gent, schließlich den Beschluß, den Ueberschuß der fortgesetzten Teller- liche Thätigkeit auf dem Gebiete der Agitation unter den Adalbertstraße 95. Donnerstag: fammlung den ausgesperrten Brauerei- Arbeitern zu überweisen. polnischen Arbeitern dringend nothwendig. Bergnügungsverein Bruderbund, Die Majorität Andreasfir. 3 bei Noll. Rauchtlub Graue Wolte, Krautstr. 48, stimmte denn auch für Entsendung zweier Delegirten und er- Berein Grüne Eiche( vor dem halle'schen Thor), Solmsstr. 1 bei Raporte. Eine gutbesuchte öffentliche Tapezirer Versammlung nannte als solche August Bersus und Franz Morawski. Da die Rauchklub Erholung, Pawlicki, Münchebergerfir. 9.-- Rauchtlub Elvira, tagte am Sonntag Vormittag im großen Saale der Arminhallen. Versammlung sehr gut besucht, so wurde der Antrag gestellt und verfum, Beteranenstr. 18, bet Schulz. Abends 9 Uhr bei Bringborn, Madatftr. 12. Humuristischer Klub Unt Geselliger Klub der alten Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Kollege Feder angenommen, in Zukunft die Versammlungen der polnischen Ar- Moabiter, Emdener- u. Wadenferstr.- Ecke bei Schirmer, Abends 9-10.in furzen ergreifenden Worten des dreißigsten Todestages beiter abwechselnd in verschiedenen Stadttheilen abzuhalten, um Stattlub Tournée, bei Redanz, Wrangelstr. 84. Ferdinand Lassalle's und widmete der dahingeschiedenen Genoffin so den Genossen bequemere Gelegenheit zum Besuche derselben Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Gefangverein - Suchsdorf'scher Agnes Wabniß einen würdigen Nachruf, deren Andenken die zu geben. Männerchor von 8-9 Uhr Notenstunde; von 9-11 Uhr Uebungsstunde Versammlung durch Erheben von den Pläzen ehrte. Zur Tagesbei Brüning, Rosenthalerstr. 11-12. Gefangverein Jugendfreuden, ordnung übergehend: Ob die Tapezirergehilfen in Berlin Friedrichshagen. Sonntag, den 2. Eeptember, Nach- Männerchor. Abends von 9-11 Uhr bei Wernau, Rosenthalerstr. 57. Arbeiter- Bitherverein Einigteit, Abends 9 Uhr Uebungsstunde bet gewillt sind, in diesem Jahre in eine Lohnbewegung einzutreten", mittags fand eine zwanglose Zusammenkunft der hiesigen Sozial- Nowact, Manteuffeljtr. 9.- 3ithertlub Ie ich heit, Abends 9 lbr Uebungsleitete der Kollege Martiel die Diskussion ein, indem er in demokraten im Restaurant Fischerhütte" statt, um der Freude ſtunde bei Neumann, Lothringerstr. 105.- Gefelliger Arbeiterverein offKürze einen Ueberblick über die Lohnverhältnisse gab, wie sie über die Rückkehr des Genossen Frit Kunert aus der Bastille Bergnügungs- und Touristentlub Freie Brüder, abends 9 Uhr bet Roll, nung bei Bittler, Mariannenstraße 48. Alle 14 Tage Abends 8% Uhr. augenblicklich liegen. Beim 1885 er Streif handelte es sich um am Plößensee in die sogenannte deutsche Freiheit Ausdruck Adalbertstr. 21. Ruderverein Borwärts, Abends 9 Uhr in den ArminTurchführung eines Tarifs, der die minimalſten Forderungen zu geben, nachdem schon am vergangenen Mittwoch der hallen, Kommandantenstr. 20.- Stattlub Sa úfter Heinrich b. S. Brandt, aussprach. Im Laufe der seither verflossenen Jahre seien die hiesige Gesangverein„ Sängergruß" dem bewährten Ge- Reichenbergerstr. 122. Lebensbedingungen bedeutend gestiegen, die Löhne dagegen in nossen ein Rauchtlub Ohnesorge, Abends 9 Uhr, bei Jakob, Boechstr. 21. gebracht hatte. Der hiesige Rauchflub Kernipige, Abends 9 Uhr, bei A. Böhl, Rüdersdorfermanchen Werkstätten bis zu 100 pet. unter diesen Tarif herunter Vertrauensmann, Genosse Sonnenburg, begrüßte den straße 8. Rauchtlub Pfeifendedel, Abends 8 Uhr, bet Jeratsch, gegangen. Für eine Matraße mit GO Fetern gab es z. B. mit feiner Gemahlin Erschienenen mit einer kurzen An- angeftr. 24. Rauchflub Kollegia, Abends 9 Uhr, bei Nohr, Naunyn= Straße 78. Arbeiter- Radfahrerverein, Sigung bei Wilte, Andreasstr. 26. nach altem Tarif 4,50 Mart, dann wurden, 6 Mark dafür er sprache, in welcher er ausführte, daß die heutige Sozialdemokratie Arbeiter- Bildungsverein von Friedrichsfelde und Umgegend. langt und gegenwärtig ist dieser Preis heruntergegangen zwar feinen Personenfultus übe, wohl aber gern die Verdienste Sigung jeden Donnerstag nach dem 15. im Monat im Lotal des Herrn bis auf 4 M., 3,50 M. bis 2,50 M. Allem die Krone seze die derjenigen anerkenne, die für unsere Ideen gestritten und gelitten E. Schulz, Prinzen- Allee 6, Abends 8 Uhr. Gäste willkommen. Firma Joachim, Neue Königstr. 59, auf, die dafür 1,75 M. be haben. Durch die Versicherung unserer Hochachtung zahlt. Um eine Matraße herzustellen, ist ein Tag intensiver protestiren wir zugleich gegen eine Justiz, welche ein aus rein Literarisches. Ständchen " wider1 Alpenröslein, Beraftr. 60 bei Hilgenfeld. Arbeiter- Gesangv. Ein= Alpenrose, Forsterstr. 22 bei Edelweiß III, Wollinerftr. 62. Sängerrunde, NaunynMorgenroth I, Rummelsburg, ZürrschmidtKlub der Freunde bei Gnadt, Swinemünderstraße 120. 8½ Uhr. yra, Abends 9 Uhr im Restaurant Bergftr. 17.Eingelaufene Druckschriften. Der Sozialdemokrat, Sentral- Wochenblatt der sozialdemokratischen Partet Deutschlands( Expedition in Berlin SW., Beuthstraße 2). Su beziehen durch alle geitungsspediteure. Das Abonnement beträgt durch die Post oder in Berlin durch die Zeitungsspediteure pro Quartal 1,20 m. ceuz band 1,80 M. Die Nr. 32 vom 6. September hat folgenden Inhalt: Wochenschau. Ter deutsche Katholikentag. Die englische Parlamentssession. Frischer Dynamitard und englischer Polizeispiel. Polizeispizel Peutert und Anarchisten in Amerita." Bum Barteitag im Königreich Polen". Parteinachrichten. Wie man uns behandelt. Literarisches. Sozialdemokratische statistische Jrrlehren. IV.: Schutzoll und Brotfonfum. Der neue christliche Bewertverein. Aus dem Kohlenrevier. Der Streit der schottischen Bergarbeiter. Jahresbericht des Grütlivereins. Dr. David, Landagitation. V.: Kleidung und Wohnung des Kleinbauern, Judenfrage, Bauernpolitit. Gewerkschaftliches. Sozial statistisches. Agrarisches. Vermischtes.- Lassallefeter. 1 des 12. Jahrganges ift foeben erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Ferdinand Laffalle. Der Klassenfampf in Frankreich. Bon Paul Lafargue.( Fortseßung.) Ueber Latifundien Landwirthschaft in Nordamerita. Bon Dr. N. Meyer. Die erbliche Belastung der Prostituirten. Von R. Calwer. Literarische Rundschau. Notizen: Ueber die Bahr der deutschen Aktiengesellschaften. Vertheilung der Bevölkerung auf Städte und Landorte. Das Verhältniß zwischen städtischer und ländlicher Bevölke= rung in Oesterreich. Zur Statistit der Selbstmorde in Sachsen.„ Für zahlenrechtes Wahlverfahren." Feuilleton: Von Unten nach) Oben. Eine Novelle von Karonin. Frei nach dem Russischen.( Schluß.) für eheliche Kinder und für die Frau, wegen Steuern, die seit nicht länger als drei Monaten fällig geworden sind u. s. w.) ist in dem neu erschienenen Büchelchen nicht angegeben. Der Ver faffer behauptet( S. 40) die Berufung gegen Gewerbegerichts= Wie flage ich vor dem Gewerbegericht? Von Her= mann Faber, Berlin, Verlag von Hans Baate, 20 Pf. Urtheile, deren Gegenstand 100 Mark übersteigt, müsse bei dem Das fleine Heftchen behandelt denselben Gegenstand, wie das Amtsgericht innerhalb einer Frist von vier Wochen eingelegt werden. Das ist falsch: Die Berufungsfrist beträgt einen Monat. neulich besprochene Büchelchen von Lipinski„ Der Arbeitsvertrag" Ferner ist die Berufung beim 2 and gericht durch einen Anwalt ( 20 Pf.). Es ist minder ausführlich, minder übersichtlich und einzulegen. S. 41 giebt Verfasser den Rath, da wo ein minder zuverlässig wie sein Vorgänger, wiewohl dem 56 Seiten langen Wert ein Inhaltsverzeichniß von 6 Seiten beigegeben ist. Gewerbegericht nicht besteht, die Klage auf dem Gemeindeamt Bon der Behandlung ausgeschlossen sind( wie bei Lipinski) der anzubringen, die häufig ausgesprochene Weigerung Gemeinde Vorstehern, solche Slagen anzunehmen, Lehrlingsvertrag und die außerhalb der reichsgefeßlichen spreche dem& 71 des Gewerbegerichts- Gesetzes. Der Rath ist Benimmungen liegenden Vorschriften. Von den Kündigung in dieser Allgemeinheit unzutreffend. Der Gemeindevorsteher ist gründen ist, wohl versehentlich, der wichtige des§ 124a fort auf Anrufen einer Partei nur zuständig für Streitigkeiten über die Bene Zeit.( Werlag von J. H. W. Diez in Stuttgart.) Das 48. Heft gelassen. Das Büchelchen enthält leider eine Anzahl irriger, den Antritt, die Fortsetzung oder die Auflösung des Arbeitsverdem Gesetz und dem Interesse des Arbeiters gleich widersprechender Behauptungen. Wir heben einige derselben hervor. hältnisses, über die Aushändigung oder den Inhalt des ArbeitsE. 29/30 heißt es:„ Der§ 2 in Verbindung mit§ 1 des Ge- buches oder Zeugnisses, über die Berechnung und Anrechnung fetes vom 21. Juni 1869 betreffend die Beschlagnahme des Ar- der Krankenversicherungs- Beiträge, nicht aber über die Hauptbeits- oder Dienstlohnes, besagt in allgemein verständliches Deutsch fächlichsten von Arbeitern geltend gemachten Aufprüche, nämlich nicht zuständig für Streitigkeiten über die Leistungen übersetzt, daß der Arbeits- oder Dienstlohn erst dann gerichtlich und Entschädigungsansprüche aus dem Arbeitsverhältniß sowie beschlagnahmt werden kann, wenn derselbe bereits verdient ist über die Ansprüche, welche auf grund der Uebernahme einer sozialpolitisches Zentralblatt, herausgegeben von Dr. Heinr. Braun und der Arbeiter diesen Lohn am Lohnzahlungstage nicht erhoben gemeinsamen Arbeit Arbeiter desselben Arbeitgebers gegen hat. Jedoch kann der Arbeiter seinen bereits verdienten Lohn einander erheben werden. Der Gemeinde Vorsteher, der sich einem anderen zediren, anweisen oder verpfänden." Das ist un- weigert, solche Streitigkeiten zu entscheiden, befindet sich also im richtig. Das Lohubefchlagnahine- Gesez läßt die Beschlagnahme Recht. Butreffend wiederholt Verfasser auf S. 13 den wiederdes Lohns erst dann zu, wenn die Arbeitsleistung erfolgt und holt im Vorwärts" und auf S. 5 des Lipinski'schen Buches erder Zahlungstag verstrichen ist, ohne daß der Arbeiter den theilten Stath an den Arbeiter, nichts zu unterschreiben, Lohn eingefordert( nicht erhoben) hat. Es läßt ferner er nicht zuvor genau durchgelesen hat. Das die Behauptung des Gegentheils im Faber'schen Büchelchen ist erfchen enthält einige Klageformulare und kann deshalb neben eine der wesentlichsten Unrichtigkeiten die Zession, Anweisung, dem Lipinski'schen Anwendung finden, das als Rathgeber für Berpfändung u. dergl. des Arbeitslohnes durch den Arbeiter Arbeiter in gewerblichen Streitigkeiten" aus den oben mitge nicht zu, versagt folcher Bession u. f. w. vielmehr jede recht theilten und den in unserer Besprechung vom 29. Juni barge Tapesirer- Beitung. Juustrirtes technisches Organ für Tapezirer, Dekoliche Giltigkeit. Beffion, Anweisung oder Verpfändung des Arbeits- tegten Gründen unbedingt den Vorzug verdient. Der Umschlag lohnes fann nur unter denselben Voraussetzungen stattfinden, wie des Heftchens ist geschmackvoll. eine Lohnbeschlagnahme. Wann trozdem auch vor Fälligkeit des Lohnes eine Lohnbeschlagnahme stattfinden kann( wegen Alimente was e " nina. 1 ( Carl Heymann's Berlag in Berlin, vierteljährlich 2,50 M.). Die soeben erschienene Nummer 49 enthält unter anderem: Kommunale Arbeitsämter. Von Dr. E. Lange. Kleinbauernnoth in Westdeutschland. Die Entwickelung der Einkommensverhältnisse in Samirg. Verein der deutschen Kaufleute. Von P. Seifert. Verbandstag er deutschen Handlungsgehilfen. Bur Lage der Handwerkerlehrline in Oesterreich. Die deutschen Gewerkschaftsorganisationen im Jahre 1893. Von 6. Legien, Borjizender der Generalfommiffion der Gewerkschaften Deutschlands. Erhebungen über die Arbeitszeit der Arbeiterinnen in Baden. Zur Ver hütung von Grubenunfällen. Zur Durchführung der Krankenversicherung in Desterreich. Gewerbegerichte für Handlungsgehilfen. Bon J. Silbermann. Eine Reform der österreichischen Gewerbegerichte. Wiener Wohnungsverhältniffe. Gewerblicher Unterricht in England. Von Barrister Stephen N. For. rateure 2c. Hamburg, Berlag von Fr. Meyer, Hamburg- Etibet, Convent= Straße 5. Das politische System des Reichshanzlere Grafen von Caprivi. Bon Prof. Dr. Mar Schneidewin. Danzig, Berlag von A. W. Kafemann. 1894 Verantwortlicher Redakteur: Snao Pöhich in Berlin. Druck und Verlaa von Mar Badina in Berlin SW.. Beuthitraße 2.