Ur. 833. 36.Ia�rg. VezugSvretS, 8ietteI)3I);L•/— Ml» msnafl. I frei ins H-miiS ge- deiben. Der Maler verstrickt sich in anstößige Lebenslügen und wenig sympathische Verflachunqsprozesie. Verlobt sich schließlich mit einer ansländiichen Gräfin. Aufrecht bleibt der Erfinder, und übt daher eine seltsame Anziehungskraft auf das mustergültige Heimchen an, Herd, die echte Braut. Also nnnreiche Belletristik legt nun Fulda obne Skrupel hin. Sein flügellahmer Fleiß folgt jetzt den Uebettieferunge» SudermannS. Nalürlich ist Fulda zahmer, minder knallig. A. S. Tie Deutsche Gesellschaft kür volkstümliche Naturkuude seiett am 20. Ollober, abends 6 Übt, ihr 25 jährige» Belleben durch eine Fest- sitzung im Hörsaal X der Landivirtichasllichen Hochschule. Dr. v UJaldevet. Sartz sprich l über.Die Volttchtungeii zum Schutze und zur Einädrung der mbryonen bei den höheren Wirbeltieren, lnShesoiidere beim Menschen'. Ter zweite lag der saziale« Bühne findet Sonntag, den 2. Nov., nachmittag« 4—6 Uhr. im Blülhnerjaal statt. Er ist„Neuen Werken und Talenten' gewidmet. ittus der Bühneiiwelt. Ed. v. Wintetttein und Bruno Decatti lcheiden au» der Reiubardtblidne au«.— Iii da» Schauspielhaus wird i. April Ernst Legal, bisher Leiter deS städtijchen Theater» m Wirsbaden, als Ategijjeur eintreten. Nr. 533 ♦ 36. Iahrgaag Heilage öes vorwärts Mittwoch, 2�. Gktober 7916 deutsche Nationalversammlung. � 110. Sitzung, Dienstag, den 28. Oktober, 1 Uhr. Am Regierungstisch: Schmidt. � Anfragen. Auf eine Anfrage des Abg. D e l i u s(Dem.) erklärt die Re- gierung, dag über die Aufbesserung der Bezüge der Uusallrentncr Bcrhandlungen eingeleitet sind, die vor dem Abschluß stehen. Dem Abg. Dr. Mittelmann(D. V.) erwidert die Regie- rung: Es trifft nicht zu, daß die Bankootcnfälschungen einen er- schreckenden Umfang angenommen haben. Eine besondere Falsch- geldabteilung befaßt sich mit der Verfolgung der Falschmünzer. Belohnungen sollen die Mithilfe des Publikums herbeiführen. In wenigen Wochen sind 24 Falschmünzerbanden dingfest gemacht worden und weitere sieben Banden, die lm Dienste von noch nicht ergriffenen Falschmünzern stehen. Namentlich in Berlin ist eine Verringerung der Falschmünzer wahrzunehmen. Für die Behaup- tung. daß die Fälschungen von bolschewistischer Seit« betrieben werden, liegen keinerlei positive Anhaltspunkte vor. In drei Fällen sind falsche Scheine aus dem Ausland gekommen, Haupt- fächlich auS dem Osten. Die betreffenden Notenausgaben sind außer Kurs gesetzt worden oder werden noch außer Kurs gesetzt. Mitte November werden neue Noten ausgegeben, die technisch der- artig hergestellt sind, daß Fälschungen im großen Umfange nicht zu befürchten sind. Auf eine Beschwerde des Abg. Erkelenz(Dem.) behauptet ein Regierungsvertreter, daß eine Regelung der Ver- Hältnisse der Lazarettinsassen nicht erforderlich sei.(Unruhe und Widerspruch.) Auf eine Anfrage des Abg. Ri e ß c r(D. V.) entgegnet die Regierung: Das als Kontrollorgan beim Polizeipräsidium in Stettin nicht mehr zugelassene Mitglied H e i s e ist nicht durch ein anderes Mitglied des Stettiner Arbeiterrats ersetzt worden. Die AuffichtS- organe der Arbeiterräte bei den staatlichen Stellen ssnd eine Folge- erschcinung der Revolution, die eine vorläufige Anerkennung in den Verordnungen der preußischen Regierung vom 16. November 1918 und 13. Januar 1919 gefunden haben. Neuerdings hat der preußische Haushaltsausschuß bei der Landesversammlung bean- tragt, daß für die Arbeiterräte künftig staatliche Mittel nicht mehr verwendet werden dürfen. das Reichswirtjchastsministerium. Abg. Düwell(U. Soz.): Ohne sozialistische Autzenhandelorga- nisätion kann man die Valuta nicht heben. Die Landwirtschaft ist die Oue.lle des Schleichhandels: aber auch andere Produzenten treiben offen Sabotage. Die Wirtschaftspolitik der Regierung ist kapiralistisch. Die Untcrnehmersabotage liegt im Interesse der kapitalistischen Wirtschast. Außerdem will man dadurch eine ge- reizte Stimmung gegen die„arbeitsunlustigen" Arbeiter hervor- rufen. Trotz steigender Kohlenförderung werden die lebensnot- wendigen Betriebe nicht genügend mit Kohlen beliefert. Der Di- rektvr eines Bergwerks hat ja der städtischen UntersuchungSkom- Mission von Barmen offen erklärt, er habe kein Interesse an der Einstellung neuer Leute. Schuld rst auch die unerhörte Kohleufchieberei, die teilweise direkt von den Zechen mit Automobilen organisiert worden ist. Im Verhältnis zu den Lebensmittelpreisen sind die Löhne nicht genug gestiegen. Daher ist der Reallohn in Deutschland viel germger als im Auslände. Die Arbeiterschaft ist in Wahrheit durch den Krieg und seine Wirkungen in einen Prozeß der Ver- elendung hineingetrieben worden; das erklärt auch daS sogenannte Streiksiebcr. Di« demokratische StaatSform spielt de» den Streiks keine Rolle. Sonst hätte ja Herr Hoch vor dem Kriege schon die Streiks in Demokratien wie Frankreich und Nord- amerika verurteilen müssen. Er hat das wohl nur zur Verteidi- gung der Technischen Rothilfe ähnlicher Streikbrecherorganisationen gesagt, die aus derselben Höhe stehen, wie die Hinzesche Streifbrechergarde.(Lebhafter Widerspruch b. h. Soz.) In der sozialistischen Wirtschaftsordnung ist der Streit allerdings überflüssig, nicht aber m der kapitalistischen. Well nach jedem Streit neue Preiserhöhungen eintreten, kommen die Arbeiter aus der Neigung zum Streik nicht heraus.(!) Der wirtschaftliche Streik hilft also nichts und so faßt der Gedanke des politischen Streiks als neues Mittel immer mehr Boden. (Lärm. Zuruf: Wie in Rußland!) Man behauptet, wir müßten erst unsere Volkswirtschaft auf kapitalistischem Boden wieder auf- bauen, eh« wir sozialisieren. In Oesterreich ist man allerdings an- derer Meinung. Die dortige Sozialisierungskommisiion fordert gerade wegen des Tiefstandes der Wirtschaft die Sozialisierung. «Der Leiter Genosse Dr. Ellenbogen hat soeben erst erklärt, in dieser Lage könne man nicht rascher sozialisieren. Red.) Die deutsche Arbeiterschaft läßt sich auf eine Hinausschiebung der So- zialisierung nicht ein. Di« Landwirtschaft propagiert den Liefer- streik. Man hält die Kartoffeln zurück, um höhere Preise zu er- zielen. Ebenso steht es mit der Zuckerproduktion. Sie entziehen den Frauen und Kindern, auf die Sie ja bei Streiks der Arbeiter so große Rücksicht nehmen, durch Sabotage ein hochwertiges Nah- rungsmittel. l Großer Lärm.— Abg. Dusche ruft: Wollen Sie Rüben hacken?) Diese Verbrechen stehen auf der gleichen Stufe wie die der übrigen Kriegsverbrecher, der Ludendorff und Kon- sorten.(Lärm rechts.) Die Landwirtschaft will sich sogar der Gewalt bedienen zur Erhöhung der Schieberprcise. Jeder Bauer hat ja seine Flinte zu Hause.(Lachen rechts.) Wenn Sie hoffen, alles das wieder einführen zu können, was Ihnen der 9. Novem- || Juristische Sprechstunde i Die Sprechzeiten der juristischen Sprechstundewerdenvon jetzt ah. an folgenden Cagcn abgehalten: i| Montag, Mittwoch, Jrdfog 2 bis 5 Uhr|i l| Dienstag und Donnerstag 3 bis 6 Uhr 1) Sonnabend 3 bis 5 Uhr '"!i,im,„„,m,iii,iiiiiii,ii»iiii»,iiiiiiiiiiiiiu»miiiiit«i»miimtiu»,i»»«ii»iii«ii«imiHHiiMUiiiiNmmummi»>'' ber genommen hat, so wird Ihnen die Arbeiterschaft einen Strich durch die Rechnung machen. Zwischen Proletariat und bürger- licher Gesellschaft gibt es nur einen Kampf bis aufs Messer. (Großer Lärm.) Abg. Dr. Hug»(D. Vp.): Das Hnlauffteigen zmn Z�eltmarkt- preis muß bald erfolgen, namentlich mit Rücksicht auf die Luxus- waren. Die Regierung mutz bei der Durchführung ihrer Wirt- schaftspolitik vor. allen Seiten unterstützt werden. ReichswirtschaftSmlnistcr Schmidt: Landarbeiter werde« als Selbstversorger eingeschätzt; sie haben erhebliche bessere Versorgung als städtiiche Arbeiter. Di« Deputatwirtschast führt je nach der Höhe des Deputats zu Ungerechtigkeiten. Weitere Ansprüche der Laudarbeiter wären unbegründet. Tie Einstellung eines Unter- staatssekretärS für Landwirtschaft bitte ich aus finanziellen Grün- den abzulehnen. Der Abbau der Kriegsgesellschaften geht schneller vor sich, als im allgemeinen angenommen wird. Abg. Behrens(Dnat.): Wir brauchen einen Berufslandwirt als UnterfiaatSseckretär. Die Reichsverwaltung muß ausgebaut werden, damit die Landwirtschaft zur Geltung kommt. Leider fragr man heute nicht nach den sachlichen Fähigkeiten, sondern nach der Parteigesinnung. Ter Antrag aus Einstellung eines UnterstaatSsekretärs für Landwirtschaft wird abgelehnt. Dagegen wird eine Eni- schließung des Ausschusses, zum Teil im Gegensatz zum Reichswirt- schaftsminister, angenommen, nach der alle Bestimmungen in box Ernährungsvorschriftcn aufgehoben werden sollen, die die lond- wirtschaftlichen Arbeitgeber hindern, die ihrem Arbeitern zugesicherten Deputatbezüge ohne' Beschränkung auszuliefern. Ferner soll der gesamte Orgcmisationsplan des Reichswirtschasts- Ministeriums vorgelegt werden. Gewünscht wird«ine stärkere Her- anziebung technisch und volkswirlschaftlrch gebildeter Beamten. Ein Ausschuß aus Mitgliedern der Nationalversammlung, der Reichs- regierung und des Reichsrates soll das Geschäftsgebaren der Kriegs gesellschaftep prüfen, ihxe finanziellen Ergebnisse und Liquidierungen untersuchen. Die Abstimmung über einen Antrag Arnstadt iDnat.), daß der Erlös aus Biehhäuten dem'Viebbesitzer, von dem sie gekauft wur- den, in vollem Umfange ausgezahlt wird, ergibt im Hammelsprung die Beschlussunfähigkeit dcS Hauses. 104 Abgeordnete stimmen dagegen, 102 daiür. Di« Sitzung wird abgebrochen und die nächste Sitzung auf eine Biertelstunde später anberaumt. iitMiiiiumimiiiHimiiiiiiiiiiimHMinii,. III. Sitzung, Dienstag, 28. Oktober, 4% Uhr. Die Abstimmung über den Antrag Arnstadt wird jetzt vorsichtshalber zurückgestellt. Angenommen wird ein Antrag Krätzigofe des nächsten Grundstücks, auf dem sich ein Brunne» befindet, veranlaßte sie, die Aktentasche aus der Sand zu legen, rieb dann mit Pfeffer an ihrem Kleid herum, blies ihr plötzlich den Pfeffer in die Augen, ergriff die Tasche mit dem Gelde und verschwand. Der U.'beltäter ist mittelaroß und unter- setzt, hat dunkles Haar, einen kleinen, gestutzten Schnurrbart und ein blasses, rundes Gesicht, trug einen dunklen Mantel und einen schwarzen Hut. Einem anderen Mädchen wurde zu derselben Zeit ein Briefumschlag mit 1500 Mark geräumt. Angaben zur Ermittelung der Täter nimmt Kriminalkommissar Dr. Riemann im Zimmer 75 des Polizeipräsidiums entgegen. Tie Neuregelung des Tarifs im Berliner Stadt-, Ring- und Vorortverkehr bringt auch bezüglich der bisherigen Bestimmungen über die Wochenkarten wesentliche Aenderungen. Sie werden am 1. November aufgehoben. An ihre Stelle treten im Fernver- kehr Wochenkarten 4. Klasse, im Vorortverkehr Wochen- karten 3. Klasse, dessen Preis der V,». Teil der Monatskarte der betreffenden Strecke und � Klasse bilden werden. Neben der Wochenkarte 3. Klasse für den Vorortverkehr wird die Monatskarte 3. Klasse in der alten Form bestehen bleiben. Die neuen Wochenkarten 4. Klasse, die nur auf Fern- strecken ausgegeben werden, berechtigen innerhalb der Berliner Stadt-, Ring- und Vorortstrecken nicht zur Benutzung der Vorort- züge. Von den Vorortstationen können nur dann durchgehende Wochenkarten gelöst werden, wenn auf der betreffenden Station Personenzüge des Fernverkehrs halten, und dann auch nur auf Entfernungen von 40 Kilometer. Die Wochen- karten berechtigen nicht zur Unterbrechung der Fahrt. Die ersten Karten werden am 1. November ausgegeben werden, gelten jedoch erst ab 8. November. Zu dem Mord in der Frankfurter Allee ist mitzuteilen, daß der Erschossene der 28 Jahre alt« Sicherheitssoldat Otto Hermann ist. Das Polizeipräsidium hat die Belohnung für die Ergreifung des Täters auf 5 0 00 M. erhöht. Erschossen wurde gestern Abend der 28 jährige Tischler Willi SühSmann in feiner in MablSdorf, Henowostraße 4. be- legenen Wohnung von feinem Schwager, dem 29 jährigen Tischler Hans Schmidt, nach einem kurzen Wortwechsel durch einen Schuß in den Unterleib. Der Täter wurde verhaftet. Die Kohlrnstelle Groß-Berlin hat mit Rücksicht auf die un- glückliche Lage der diesmonatigen Badetage angeordnet, daß die Warmwasserversorgung auch am 31. Oktober sowie aml. und2. No- vember in Kraft treten darf. Die Bestimmung, daß am ersten Freitag im Monat die Warmwasserversorgung eintritt, wird dadurch nicht berührt. Der„Entlassungsanzug- ist immer noch eine Quelle d«S Verdrusses. Bei der Ausgabestelle in der Spandauer Straße soll schon seit mehreren Wochen kein Mantel zu haben sein. Wartende mußten sich von Woche zu Woche vertrösten lassen. Das erregt bei der jetzigen Witterung begreiflicherweife große Unzufriedenheit. Die Ucbernahme der Militäreisenbahn. Bekanntlich ist am 1. Oktober d. I. die Militär-Eisenbahn Schöneberg— Zossen— Jüterbog von der Preußischen StaatSeisenbahnverwaltung übernommen worden. Volkskonzerte deS Bliitlmer-OrchesterS. Das von dem Bahreulber Kapellmeister Karl K i e s s e I ganz im Geist und Sinne Wagners in« Leben gerutene Unternebmen verdient sowohl um seiner sozialkllm'tlerischen Tendenz als um seiner Leistungen willen die rege Unterstützung aller Volks- schichten, vornebmlich der Berliner Arbeiterschgit. für die es in erster Linie gedacht ist und der e» mit allem künstlerischen Vermögen dienen will. Es sei auf die nächsten zwei Veranstaltungen: einen Overnabend diesen Mittwoch im Böhmischen Brauhaus und einen Wagner- Abend am Donnerstag im Saal der Braueret König st adt hingewiesen. Ruf der Herbstfeier Siid-Qst ist ein Regenschirm vertauscht worden. ES wird gebeten, denselben zum Restaurant.Rcichenberger Hos', Reichen- berger Straße 147, zurückzubringen, wo auch der Rechtmäßige in Empfang genommen werden kann. Sekretariat für militärische Nngclrgenbeiten, Lindenftr. st. ll. Hof IV, Zimmer 10. Die juristische Sprechstunde findet heute nach- mittag von 6—7 Uhr statt. Reichsdereinigung ehemaliger Kriegsgefangener Freitag 6>/, Uhr im Frlcdrich-Wilhelm-Ghmnasium, Kochstr. 13: 19. Mitaliederverlammlun g- Alle ehemaligen KriegSgesangenen, die der Organisation beitreten wollen. sind eingeladen. Umleitung von Strastenbahnlinien. Wegen de» Baue» der Nord- sildbahn werden die durch die Belle-Alliance- Straße verkehrenden Linien in den Nächten zum 30. und 3t. von 11 Uhr ab umgeleitet. ES verkehren die Linien 70, 73, 99 und 164 in beiden Richtungen über Blücherstraße, Zossener Straße, Gneiienaultraße, dl« Linien I und C anstatt durch die Belle-Alliance- und Blücherftraße durch die Gncifenailstraße. die Linie 90 durch die Gneisenau-, Bärwald-, Prinzen-, Gitschiner Straße, die Linie 43 nur bis Hallesche» Tor. Lichtenberg. Eine Ortsgruppe der Reichsdereinigung ehe- mnligcr Kriegs, und Zivilgrfangener wurde hier gegründet. Käme- radcn, die der ReichSvercinigung noch nicht angehören, werden gebeten, ihre Adresse beim Kameraden Pctzoid, Kronprinzenstr. 5, anzugeben. Grünau. Die Gemeindevertretung wählte un'eren Genossen Hermann Bluhme einstimmig zum Gemeindevorsteher mit 7 so- zialdenwkratischen Unit» 5 bürgerlichen Stimmen. Grofs-Berliner Lebensmittel. Weistensee. ISO Gramm Haferflocken(88), Jugendliche 200 Gramm Hasern äbrrnittel(44). Britz. Die Versorgung mit Winterkartoffeln für Gradestraße. Grenz- alle«. Haarlemer Straße und Johannistbaler Straße sowie Jdealsiedlung «rsolgt heute. Die Anweisungen bezw. Rechnungen werden in der Lebens. mittelstclle ausgestellt. Für die Einwohner der Jahn-, Karl-, Kirch-, Park- und Marienthaler Straße werden dieselben Donnerstag ausgestellt. Die Ausgabe der Kartoffeln findet am Freitag und Sonnabend statt. Groß-Serliner parteinachrichten. Sozialdemokratischer Berein Berlin. Heute 6 Uhr in den Mufikersälen. Kalser-Nilhelm-SIraß« 31: Lluherordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Die wirtichasiliche Lag«. Referent; Genosse Dr. Löwe. 2. Der innere Ausbau unserer Organisation. 3. Anträge. _ Der Vorstand. Fr. Schlegel. S7. Abt. Heut«, T1/, Uhr, Zahlabend bei B. Heimann, SIepbanstr. 5, P. Tschammer, Rathenowcr Sir. 74, und G. Boges, Lehrter Str. 18/19.~ Lichtenberg. Heute, abends 7 Uhr, in der Aula Marttstr. 10/11: Frauenversammlung. Genossin Todenhagen spricht über VcrsaflungSsragen. — Die von der Partei veranstalteten Märchenabende finden jeden Mittwoch in den Schulen M a r k t st r. 10/tt, Leopold st raße Eing. Lückstraße, Kronprinzcnstraße und Siesrtedstraße pünkllich nachm. 4 Uhr statt. Eintritt frei. Jnngiozialistische Verciuigung(S. P. D). Morgen abend VI, Uhr in, Saal der juristischen Sprechstunde. Lindenftr. S, Vortragsabend. Arbeitsausschußsitzung 7 Uhr. Heute 7>/, Uhr de, Stärke wichtige Zusammenkunft aller Gäste willkommen rseifienlee. Parteifunktionär». Röntgental-Zevernick. Mittwoch öffentliche Versammlung be! Marx, Bärwolsstraße. Thema:»Die Weltltchkeit der Schule." Referent Lehrer Hugo Hennicke._ öilöungsveranftaltungen. BezirkSbildungsauSschust Groh-Berlin. Montag, den 3. November, abend» 7 bezw. 7>/, Uhr, im Schauspiel- bau»(StaatStheater), Genhärmenmarkt:»Die Journalisten". Karten a 2 M. inll. Personenzettel find im Sekretariat, Lindenftr. 3 II. Hof IV.. Zimmer 10 zu haben_ Steglitz, Sozialifttschr BildungSschule. Die Kurs« für die w est- lichen Bororte beginnen Montag nach Neujahr. Die Ort»- vorstände werden ersucht, umgehend Adressen von Teil- nebmern zu ermitteln und an den Obmann de» Steglitzer Bildung». auSschuffeS, Genossen A r t u r Stahl, zu senden. S ch u I l o k a I e: Ringstr. 7, Gth. III, Aula der Realschule, Steglitz, am Stubenrauchplatz. Beginn 7 Uhr. Der Kursu» erstreckt sich aus 8 Abende und tostet 3 M. und 1 M. für Miete de» Schulranm». Britz. Der OrtsbildungZauZschuß hat den Vertrieb von Theaterkarten für alle Vorstellungen übernommen, die die Gewerkschaften oder Partei veranstalten; vor allem auch sür die SonntagnachmittagS-Vorstellungen. Eintrittskarten sind schon jetzt zu haben bei den Genossen Debelmann, Germania-Promenade 16, Groß, Eberstadt-Allee 6 und Rowlgk, Ehaussee- straße 9. Sozialistische Arbeitsgemeinschaft a« der Handelshochschule. Heute abend 8 Uhr: Oeffentlicher Vortrag von Dr. AlsonS Goldschmidt -Wie liest der Sozialist eine Bilanz?" im Sophien-Gymnafium, Stein- straße 31—34. Jugenüveranftaltungea. Friedrichsbagen. Heute, 7'/, Uhr, im Jugendhelm, Scharnweier- straße 105, Vortrag über„A u g u st Bebel". Sportnachrichten. Aus der Olhmpiabahn werden die am letzten Sonntag verregneten Rennen am 2. November, nachmittags 2 Uhr, ausgejahren. Gerichtszeitung. Ter falsche Eid deS Zeugen. Einen überraschenden Verlauf nahm«in« Verhandlung, in welcher zwei Leute um ihre Ehre kämpften. Wegen schweren Diebstah.'s waren die Fuhrherren Sange und Witt angeklagt.— In der Nacht zum 24. April dieses Jahres wurden dem in der Pritzwalkcr Straße wohnhaften Fuhrherrn Rehbeck vier Pferde und Zcumzeug gcstoblen. Von zwei Zeuginnen wurden die Angeklagten als Täter verdächtigt. In der ersten Verhandlung traten d-ie Rechtsanwälte Dr. Puppe und Dr. Karl Loewenthal einen Alibibeweis für die Ange- klagten an, außerdem behauptete ein von der Verteiidigung geladener Zeuge, daß Rebbeck ihm 1000 Mark geboten habe. wenn er aussagen würde, er habe die Angeklagten bei der Tat gefeben. Unter diesen Umständen hielt es Rechtsanwalt Dr. Puppe für geboten, den Zeugen Rchbeck zu fragen, ob er selbst schon vor- bestraft fei. Ter Zeug« verneinte dies, obwohl er von dem Vorsitzenden und dem Staatsanwalt ausdrücklich auf die Folgen einer falschen Aussage hingewiesen worden war. Di« Verhandlung wurde vertagt und das Vorstrafenrcgister herbeigeholt. Zur allge- meinen Ueberrafchung stellte es sich nun heraus, daß der Zeuge R. dreimal wegen Eigentumsvergeben, zuletzt mit neun Monaten Gefängnis, bestraft ist. Der Staatsanwalt erklärte daraufhin, daß er gegen den Zeugen ein Strafverfahren einleiten werde.— In der Sache selbst wurden die Angeklagten den Anträgen der Verteidiger gemäß freigesprochen. Ein Selbstmordversuch auf der Anklagebank rief im Moabiter Kriminalgericht einige Aufregung hervor. Vor der Strafkammer batte sich die Stickerin Margarete Förster wegen Dieb- st a b l s zu verantworten. Die schon zweimal wegen Diebstahls vonbestrafte Angeklagte war aus Mitleid von einer Freundin aufgenommen worden un� baiie dies damit ver- gölten, daß sie ihr die gesamten Ersparnisse in Höhe von 550 Mark stahl. Als der Vorsitzende das auf se ck S Monate Gefängnis lautende Urteil verkündete, setzte die Angeklagte ein mitgebrachtes Trinkglas mit Lysol an die Livpen und trank eS, ehe jemand hindernd eingverfen konnte, aus. Die Selbstmörderin wurde nach dem Moabiter Krankenhause geschafft, wo sie hoff- n u n g S l o S daniederliegt. „Der Galgen" vor Gericht. In der Monatsschrift„Der Galgen" war e-in Artikel über„Das Recht der fteien Liebe" erschienen, in welchem das Recht des Weibes verfochten wurde, sich ohne Schranken dem Manne hinzugeben, dem ihr Herz in Liebe entgegenschlägt. Dieser Artikel war in einer Broschüre wiederholt worden. Wegen dieser Veröffentlichungen standen gestern der Herausgeber Adolf Pleßner, der Kaufmann Marcus und der Händler Neu- mann wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften vor der Stra'- kammer des Landgerichts I. Das Gericht verurteilte Pleßner und Marcus zu je einem Monat Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe, Neumann zu 500 Mark Geldstrafe. ms aller Welt. Verurteilung eines GattenmörderS. Der Bauerngutsbesitzer Elsell aus Reibnitz(Reg.-Bez. Liegnitz) war beschuldigt, am 27. De- zember versucht zu haben, seine Frau zu ermorden. Er verletzte sie schwer und verübt« dann am 14. Januar dieses JahreS an der kaum wiederhergestellten Frau einen neuen Anschlag, wobei er sie tötete. Um einen Selbstmord vorzutäuschen, hatte er dann die Leiche aufgehängt. Die Hirfchberger Geschworenen sprachen Ellsel im ersten Fall deS versuchten Mordes, im zweiten des Tot- fchlags schuldig, und der Gerichtshof verurteilte ihn zu 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Gedenkfeier. Am 23. Qkiaber 1918 erfolgie der Umsturz in Prag. Alle Hoheitszeichen des Habsburger Staate? wurden«nt- fernt, aber noch nichts gegen die deutsche Minderheit unternommen. Das kam erst später. Am Vorabend des überaus festlichen Jahrestages aber ereigneten sich, nach Wiener Blättermcldungen, in Prag Ausschreitungen gegen deutschsprechende Passanten. die besonders von tschechischen Legionären ausgingen. Eine Personen wurde schwer verletzt. Nach fünf Jahren. Der Telephonverkehr zwischen Brüsf»� und London ist wieder eröffnet. Wetterausfichten kür daS mittlere Norddeutschland bis Donnerstag mittag. Kühl und zunächst größtenteils trübe oder nebelig. Im Küstengebiet meist geringe, im Binnenlonde, besonder» im Süden, stärkere Niederschläge. Später im Nordosten äusklarend. xaea 'urSoarlcirs, Schlaf •jamarerr«; tr�ix unü. Dielen. Louis XVI. Schlafzimmer Joseph Dreyfnß Karffürstendamm 213 StcJcplatz 53£3.* u eilung für Ischias erfolgt d. Spezialbehandlung in kurzer Zeit la. Kef, jus allen Kreisen d. Bevölkg. Lausitzer Platz ISN, Scfiuldt, Indich geprüfter Masseur. r TaaBfino naturgetreu, �aiisney wie eckte, I Prledenskautschuk, bestes Material, pro Zahn von 6 M. an(keine Kriegsware). 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Am Montag oerschied unser Mitglied Margarete Kahnerl. Pankowe» Allee 34. ihrem Anbeuten! Die Beerdigung findet am Dotmerstag, nachmittags 4 Uhr auf dem b eilands- Kirchhof in PIdtzensee sEee- stratze) statt. Rege Beteiligung der Mit- giirdcr erwariet 24S/Z Oer vorstand. Am 27. Oktober. sriihS Uhr. verschied unter werter Mit- ardeiter, der Buchbinder» meister 24i!d Max Schulze nach oollendetcm 70, Lebensjahre. (Ein ehrende» Andenken bewahrt ihm vas Personal der Buchdruckerei Otto y. Holten. Die Beerdigung findet am Donnerstag, d. Zu. Oftober, nachm. Z Uhr, von der Halle der Christus-(fiemembe, Wariendorf, Lichtenrader Chaussee, an» statt. Moinoa, srllh S Uhr, ver- schied nach kurzem Kranken- Inger unser lieber guter Eohu, Bruder. Neffe und Cousin ZfZb Hon? im noch nicht»ofieiideteu 16. Lebensjahre. Dies zeigt tief betrübt an im 8!am. aller Verwandten Richard Hofftedt nebst Frau und Tohn. Die Uämiischerung findet Freitag, den 31. Oktober, nachmittags 2 Uhr. Im«re- malorium. 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Oktober, abends 7'/, Uhr, in den Mnfikersälrii sgr.Sonli, Kaisrr-Wilyelm°Str.31: Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: 1. Tarifverhandlungen und Schiedssprüche. Referent: Kollege Kasper. 2. Wahl der Sektionsleitnngen. Die Büchtiii'eh der Tagesordnung macht das Erscheinen jedes etnzelnen unbedingt notwendig. 14/12 ZeilttilMlmft her Mgeflelllev. Achtung! Hochbahner! vonnerslag, den 30. Oktober, ndchtnlffngs 5 Ahr, im „TDilhelinshof, Wilhelmftraße, Ecke Anhaltstraße: Versammlung"WD der grsnmken Hand- und Kopfarbeiter der Hoch- bahn, die ans dem Boden der S. P. D. stehen. Tagesordnung: L Bortrag über:.Must unser Volk zugrunde geheut 2. Freie Aussprache. WM- Erscheinen aller ist unbedingt Pfiicht.-M 2ZI/2 Der wrrbenusl Aufbau und Werden Gesellschaft für praktische Volksaufkläruug. Donnerstag, den 30. Oktober, abends 7V2 Uhr, spricht in der Aula der Gemeindeschule fMoabit), Stefnnstraße 27 Otto P e r z, ehemaliger Vorfitzender der deutschen Arbeiter» und Soldatenräte in Petersburg, über: „Sowjetrutzlaud u. das deutsche Proletariat". Eintritt frei! wir bitten die Arbeiterschaft um recht zahlreichen Besuch. An die Arbeit muB das deutsche Volk. Alle! Männer und Frauen müssen danach trachten, ihre Kräfte und ihre Fähigkeiten zu erhöhen, um durch die Arbeit die Schäden und die Wunden des Krieges' zu heilen. Das beste Mittel, sein Wissen zu erweitern und damit seine Lage zu verbessern, bietet eine umfassende Allgemein- und fachliche Bildung. Rasch und gründlich führt die Methode „Rustln"(5 Direktoren höherer Lehranstalten, 22 Pro- tessoren als Mitarbeiter) jeden Vorwärtsstrebenden ohne Lehrer durch Selbstunterricht unter energischer Förderung des einzelnen durch den persönlichen Fernunterricht Wissensch, geb. Mann, Wissensch, geb Frau, Geb. Kaui- mann, Die geb. 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Bon schwere« Asthma besrett.— 8. Frau PL Safte, Berlin, Rollendors» straße 10. I. pheumatiamun geheilL— 7. Herr C. Eh'.-harbt, Gr.-Lichtersetbe, Ringstraße 52a. Ehronischen yüftgelenNeidea wleherhvtt er- selgreich behandelt.— 8. Frau E. Hodorff, Berlin, Roiberget Str. 28/29 Jterocn-«. Knochen. hanienlzflnhung geheilt.— 9. Frau preuh, Pankow, Damerowstr. 54. Lungeabtaten in vier\ Tagen nollftänOig geheilt.— 10. Frau CT. Herz- tnann, Schönebecg. Feurigstraße 81. Cüi-t.iöt Fistel noch Slinbbacmoperation geheilt.— 11. Herr 9. Miller, Zrtedenan, Sponhoizitcane 56. I Bon Aniegelcnnefhcn geheilt.— 12. Frau IL Rohrmoser, Berlin, Breslauer Str. L Alte» 18 jähriges Herzleiden geheilL— 18. Herr I M. Aajzner. Relnickenvors west. Antonlenstr. 8. Iternng geheilt.— 14. Frau y. Hagel, Isen bei Oranienburg i. Matt Anterl.- Olntungen u. Jtecornleiben geheilL— 15. Frau 8Sw. Zrttschler. Berlin, Mariendurger Sttaße 48.! vnrmgeschwulst geheilL— 18. Frau des Herrn! Znfpeftor» 0. S''"" Mngervtehhaf. — l7�H«rr Erl« Bon Pieren- und Blafenleihen, Wassersucht,! allgem. gros, er Schwäche geheilL— 18 Frau Reilaur. Hering, Berlin. Schönhauser Allee 87. Bon pasedowscher»rnntheit geheilL— 19. Frau O. Popp. Beriin-Lichtenberq, wärtnetttt. 1V. Bon| I chron. Leiden, Herzschwäche nah Dcrftopfung i geheilt.— 2>. Herr A. Schtadih, Berlin, Caprivi- straße 24. Bon<9efichts!iipan geheilt: vorher mit Radium erfolglos behaudelt.— 21. vei verNn-Ariedrichsfelde, Bon Geb.- Knickung geheilt. 7. Herr Erich Volt, Berlin, Hsvelberger Str. IS. [ Bon ZNereu-"---- öert A. Hell- -Borsigwalde, Crnststr. 25. Bon Magen- i g.'ichwuiit, vnrstopsang und Zleroenschwäche j geheilt,— 22. Herr MUchh Sudler Eckert. Berlin, tischen heilL- l« hmerzen in Bein und Fußgelenk ge- 23. Herr(Saftwitt ÖL michaelin, Ehnr»{ tg. Wallstr. 87. Bon chronischem Leber» I leihen nnd Gelbsacht geheilL— 24. Frau M. j Knorr, Berlin-Lichtenberg, Echarnweberstr. 82 Bon Herzschwäche, Leberaaschwellnag gehellt.— 25. Sohn Paul de» Weichenstellers Herrn Wilhelm Hnffner, Berlin-Westend. Beamtenbau». Bon schwerem Seinteiden geheilL Bein sollte abgenommen werden., tl99~ Briefliche Originai-Anerkennungen von a geheilter Patienten stehen im'Wattezimmer der AastaU auf Wunsch zur Einsicht!— chmennte Bchandinngaräume für Damen nab Herren!— | Sprech- und Behandwngozett: 8—1, 4— 7>/, Uhr, [ Sonntag und Feiertag:»—1 Uhr.* Heilanstal tabesther Professor P. Mistelsky approbiert im Analaad Berlin SO 16, BrUchonntraDe 10b am Bahnhof JannowUzbrücke. Toiletten-Frauen u. Männer,die in Toiletten großer Restaurants tätig sind, können sehr viel Geld verdienen. Verlangen Sie sofort Prospekt D vom Versand-Bnreau Spinne. Berlia'PHede> nau I, Postschließfach 2. Beteiligung! Kaufmann mit Kapital mächte sich an Metallwarenfabri- tation(Massenattifel) beteilig. Offerten uister S. 39 an die Hauptexpebitton d.„Borwärtc" erbeten. 244b MÖBEL Tischlerei» F. Kernien, Nene Königstr, 19b. Gegründet 1894. 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Die„Leipziger Volkszeitung" veröffentlicht einen Sol- datenbrief, wonach am 6. Oktober noch der Schriziber nach einfacher Paßrevision glatt über die deutsche Grenze ins Baltikum gefahren sei, ohne das geringste von dem anbe- fohlenen„Feuer auf Ueberläufer" gemerkt zu haben. Wenn es so ist, dann— alle Achtung! Die Kaukasusarmec unter dem Befehl des Generals Wrangel soll 50 Meilen vorgerückt sein und 1500 Gefangene gemacht haben. Auch die D o n a r m e e sei im Vormarsch begriffen, die Eisenbahnlinie zwischen Poltawa und Kiew sei besetzt worden, wobei 500 Gefangene gemacht wurden. Süd- östlich von Moskau war D e n i k i n genötigt, einige Meilen zurückzugehen, wodurch Orel wieder in die Hände der Bolfchswisten fiel. Inzwischen machen die B o l f ch e w i k i sogar ihren Frieden mit der Kirche. Der Moskauer Patriarch Tychon hat eine Enzyklika erlassen, worin er die S o w- jetregierung anerkennt. Der Patriarch v e r- dämmt jede auswärtige Einmischung in die inneren Ver- Hältnisse Rußlands mit der Begründung, daß keine aus- wärtige Intervention Rußland vom Ruin und von der Un- ordnung retten könne! Sollte etwa unter der Bolschewisten- Wirtschaft der Weizen der Kirche dank der Verzweiflung großer Massen blühen? Ein Funkspruch TschitscherinS über die neue Koltschak-Offenfive in Sibirien sagt: Die roten Truppen haben, oknohl sie durch Märsche, welche wegen ihrer Schnelligkeit in der LiriegSgeschichte vereinzelt dastehen. erschöpft waren, nicht für einen Augenblick ihre Haupt- stellungen verloren� Das einzige Resultat der großen Bemühun- gen der Gegenrevolution ist die Eroberung von einigen Dutzend elender Stationen in der sibirischon Ebene für einige Wochen. Aber die Sowjctiruppen, verjüngt und verstärkt durch eine große Anzahl Freiwilliger, welche ans allen Teilen zum Schutze der Revolution zuströmten, eru.'iierten ihr unaufhaltsames Vordringen. Unsere neue Offensive hetmst bereits ihre ersten Erfolge ein. Auf der ganzeii Front in der Richtung auf Omsk haben wir beinahe überall unsere ursprüngliche Stellung wieder- erlangt. Unsere heldenhaften Truppen eroberton wiederum die Hauptstadt Westsibiriens, Tobolsk. Dieser wichtige Sieg ist für die rote Armee bloß eine Etappe auf ihrem Vormarsch auf Omsk, vorn wo der Generalstab der Gogenrevolutionäre mit den Generalen und den Missionen der Alliierten bereit? weiter gegen Osten flüchtet. Das Sowjet-Rußland hat in den Volksmassen genug Kräfte, um an drei Fronten zu widerstehen und alle seine Gegner genügend zu belehren. Einstweilen scheint Koltschok allerdin'gs noch in Omsk Hof zu halten. Räch einer New Aorfer Meldung des„Secolo" wird der antibolschewistische Feldzug von der Russian Ameri- can Trading Company finanziert, die durch großen Aktienbesitz an der Befreiung des von den Bolschewisten be- setzten nissischen Gebietes interessiert sei. In Litauen soll der englische General Crozier ein Heer ausstellen. Man wind sie nicht viel gefragt haben. Die türkischen Geheimdokumente ausgeliefert. Nach einer englischen Meldung hat die türkische Regie- r u n g der Entente-Kommission, die in Konstanirnopel weilt, alle Geheimdokumente, die wähnend des Kriegs i-m Verkehr zw.ischea der deutschen und der türkische» Regierung entstanden sind, übergeben. Wie di»„Morning Post" behauptet, soll anS diesen Dokumenten hervorgehen, daß Deutschland die Schuld an den Armeniervernichtungen treffe. Die letzte Bemerkung des englischen Blattes stellt nichts weiter als eine jener Tendenzmeldungen dar, mit denem schon während des Kricqgs versucht worden ist den Haß gegen Deutschland zu schüren und die'deutsche Kriegführung einseitig verächtlich zu machen. Auch wir in Berlin sind im Besitze der Geheimdokumente und außerdem noch aller Aeußerungen der Botschafter und der Kon- sulate über die Armenierfrage. Johannes Lepsius hat alle diese Dokumente in einem umfangreichen Buch der Oeffentlichkeit übergeben und dadurch dargestellt, daß der deutschen Regie- rung und ihren Organen in der Türkei keinerlei Schuld an diesen betrüblichen Vorgängen zugemessen werden kann, daß vielmehr gerade die deutschen Organe fortgesetzt bemüht waren, das traurige LoZ der Avmemer nach Kräften zu mildern. Die Entente hat eigentlich das dadurch selbst zugegeben, daß si« den Marschall Liman von Sanders, der der herporragenidste militärisch« Vertreter Deutschlands in der Türkei war und den sie wegen des Verdachts, an den Armemerverfolgungen intellektuellen Anteil ge- nommen zu haben, in Malta sestzehalten hatte, wieder frei- gelassen hat. Meldungen aus Paris zufolge hat der Vorsitzende der ameri ka- wischen Untersuchungskommission, die eben aus Armenien zurück- gekehrt ist, General Harbord, sich dahin geäußert, daß Amerika kein Mandat über Armenien übernehmen kann. Der Ver- teilung beS türkischen ErbeS stehen unüberwindliche Schwierigkeiten im Wege. Das wvod die Entente eines Tages sehr deutlich er- kennen. kleine politische Nachrichten. Ein Preßprozctz wegen Landesverrats. Gegen das Königsberger Organ der unabhängigen sozialdemokratischen Partei, die „Freiheit", wurde wegen deS Artikels vom 22. Oktober mit der Ueberfchrift»Ein Blick in die Geheimküche der republikanischen Re- gierung. DaS schuldlose Deutschland, Fabrikation und Vernichtung amtlicher Dokumente", ein strafrechtliches Ver fahren wegen Landesverrats und Beleidigung eingeleitet. Der Generalstabschef des Reichswehrffruppenkommandvs Berlin, von Oldershausen, bat in einem vertraulickicn Bericht verschiedene Unterdrückiing-maßnahmen gegen die von ihn� befürchteten linksradikalen Pnische vorgeichlaaen. Diese Vorschläge sind altmililä« rischem Geist enl'prnngen. Die„Freiheit" bat sie erlangt und veröffentlicht. Ste leidet an Größenwahn, indem sie sich einbildet, wir müßten alles, was sie bringt, abdrucken. Dabei beruft sie sich selbst gern auf Platzmangel. Wenn sie uns aber angeifert, wir machten uns jene Vorschläge ,u eigen, so ist daS genau so troneihast. als wenn wir sie beschuldigen wollten, jener Rede des Majors v. Heeringen zuzustimmen, die sie nicht abge- druckt hat. Kein Streik in Bitterfeld. Die beiden in Bitterfeld in Hast genommenen Arbeilerführer sind entlassen worden. Die angesetzte Technische Nalhilfe braucht dort nicht einzugreifen, da, wie bisher feststeht, die Arbeiter nicht beabsichtigen, in �einen Streik zu treten. «nfruhrprozeß. Die Anklagebehördc hat gegen die Führer des wilden Eisenbahnerstreiks vom Sommer in Frankfurt a. M. das Verfahren wegen Aufruhr«ingeleitet. Zur Siedlung in Preußen stehen der Regierung 180 Millionen Mark zur Beringung, und der Finanzminifter ist bereit, noch mehr herzugeben. Ein Heimstättengesetz ist in Arbeit. Die Revolution und die Trotz des äußerst schlechten Wetters waren die gestrigen Versammlungen überaus stark besucht. Sie bildeten eine wirkungsvolle Kundgebung für die neue Reichsverfassung. Obwohl auch Unabhängige und Kommunisten als Diskussions- redroer auftraten, nahmen die Versammlungen einen ruhigen Verlauf. Vom Bezirksvorstand war nachstehende Resolution vorgelegt worden, die überall Annahme fand. Sie lautet: Die Versammlung begrüßt die neue Verfassung der deut- scheu Republik als Grundlage der demokratischen und sozialistischen Weiterentwicklung unseres Staats- und Wirtschaftslebens. Die Verfassung legt alle Macht in die Hände deS Volkes. Durch Ausnutzung aller Volksrechte ans dem Boden der Ver- fassung kann dem Volkswillen fortan auf allen Gebieten zum Siege verholfen werden. Alle Bestrebungen, durch Anwen- dung von Gewalt diese Verfassung umzustoßen oder zu verletzen, sind damit als volksfeindlich ge- brandmarkt. Die Erkenntnis von der Bedeutung dieser ver- fassungsmäßigen Volksrechte muß durch unablässige Auf- klärungsarbeit seitens der Sozialdemokratie im Volk verbreitet werden. Dann werden alle Versuche von rechts oder links, wieder eine Minderheitsherrschaft oder Dikta- tur zu errichten, an dem einigen demokratischen Willen des Volkes zerschellen. Alle Männer und Frauen, die ein demokra- tisches, sozialistisches und republikanisches Deutschland wollen, müssen sich daher der sozialdemokratischen Partei- organisation anschließen und den vorwärts" lesen. In sehr stark besuchter Versammlung in den Hohcnstanfrnsälen sprach Genosse Tr. Br a u n- Nürnberg. Die Revolution hat, führte er aus, Deutschland völlig geändert, vor allem in staatsrechtlicher Hinsicht. Die frühere Verfassung war eine solche des Monarchismus, des Kapitalismus, des Jmperia- lismus. Die Monarchie fiel mit dem Militarismus, der im Krieg zerbrochen wurde, nicht nur durch den Feind, sondern auch durch vie verlogene Täuschung des Volkes. Niemals mehr 'kann die Macht wiederhergestellt werden, die vor Jahresfrist ge. stürzt ist. Die Erkenntnis, daß die früheren Zustände nie.mals wiederkehren. dürfen, müßte das Proletariat einigen.(Zustimmung.) Freilich, diese Revolution hat uns nicht gebracht, was wir wünschten. Aber liegen denn nicht 4'A Jahre des furchtbarsten Krieges hinter uns? Hätten wir noch unsere frühere Stellung auf dem Wettmarkt-gehabt, dann hätten loir«ine Revolution nach dem Wunsch unserer Arbeiter machen können.(Lebhafte Zustimmung.) Da sollen nur nüchtern und ver- ständig die wirtschaftlichen Verhältnisse bedenken und nicht Phrasenhelden nachlaufen.(Stürmischer Beifall.) Tot, wie der Monarchismus, ist in Deutschland auch der Imperialismus. Warum aber konnten wir nicht ebenso den Kapitalismus vernichten? Seine Macht ist eben weit schwerer zu brechen als die des Monarchismus. Erreicht haben wir eine große staatsrechtliche Revolution, die uns im wesentlichen die volle Demokratie gebracht hat. Nun gilt es, die politische Macht dazu zu benutzen, daß wir der Bourgeoisie nach und nach alles Kapital entreißen. Wenn es uns gelingt, die Produktionskräfte zu st ei- gern, hat der Sozialismus gewonnen. Leider haben sie sich aber verändert. Daher war es nicht möglich, ebenso entschieden und gründlich wie mit der monarchistischen Herrschaft auch mit der kapitalistischen Wirtschast Schluß zu machen. Man hat uns auch vorgeworfen, daß wir„nicht rasch genug" sozialisieren. Man kann aber nicht Schulden sozialisieren: wir sind jetzt ein der- armtes Polt. Doch die Notwendigkeit der Sozialisierung ist fest- gelegt durch die Verfassung. Natürlich bedeutet es nicht Sozialisierung, daß Gruppen von Arbeitern sich in den Besitz der einzelnen Betriebe setzen. Nicht Zehntansende von Produktiv- genossenschasten wollen wir gründen, sondern die Uebersüh. rung in Besitz und Verwaltung der ganzen Ge- s e l l s ch a f t ist unser Ziel. Der Weg geht durch das Betriebs- r ä t e g e s e tz, das den Fabrikanten als„Herrn im Hause"«nt. thront und dem Arbeiter das Kontroll- und Mitbestimmungsrecht gibt. Die Arbeiter müssen erst lernen, die ganze Wirtschaft zu beherrschen, wozu sie heute noch nicht befähigt sind. Ter gewaltige Erfolg der Revolution liegt vorläufig in der Durchdringung des ganzen Staatswesens mit Demokratie.(Zwischenruf.) Daß wir nicht mehr erreichten, daran sind(zu dem Zwischenrufer) doch Si? selber schuld! Daran sind die schuld, die alles getan haben, die Macht des Proletariats zu sabotieren!(Stürmischer Beifall.) Die zahlreichen Grundrechte des deutschen Volkes, die in der Verfassung festgelegt sind, geben weite Ausblicke für die künf. tige Gesetzgebung. Aber eine Verfassung ist Papier, wenn nickt der Wille des Volkes dahinter steht und sie stützt! Wir müssen das Volk über seine Rechte aufklären, müssen es mit so- zialistischem Wollen und sozialistischer Kraft Gemeindewahlsieg in Wiesbaden. Di« bürgerlichen Parteien erhielten 30 Sitz«. Das Zentrum, das wegen seine» Verhaltens D o r t e n gegenüber allein stand, bekam davon 8 Sitze. Die Sozialdemokratie, die bisher fünf Vertreter hatte, er- hielt 17, die Unabhängigen vier und die Komimmisten zwei. Soldcrhöhung der Reichswehr fordert folgender vom Reichs- haushaltSausschuß angenommener Antrag P ach n i cke(Dom.): 1. das Beköstigungsgeld und den Ersatzbetrag für Unterbringung angemessen zu erhöhen; 2. sofort zu prüfen, ob die Gebührmsse der Offiziere, Beamten, Unterofpiziere und Mannschaften den heuti- gen Teuerungsverhältniffen entsprechen und sie gegebenenfalls zu erhöhen; 3. die Verpflegung zu verbessern; 4. soweit das noch nicht geschehen konnte, der Reichswehr gute Bekleidung zur Verfügung zu stellen; 5. den aus der Gefangenschaft zurückkommenden Osii- zieren, Unteroffizieren und Mannschaften Stellen in der Reichs- wehr sreizuhaiten; 6. festzustellen, welche Stellen in Staat und Gemeinden den Angehörigen nach ihrer Dienstzeit offen stehen,-j- Wehrmlnister N o s k e bemerkte, daß in Heer und Marine eine ganze Anzahl von Persönlichkeiten auS dem Mannschafts- stände zu Offizieren befördert morden seien. Der Grundsatz vollendeter Demokratie, den strebsamen, tatkräftigen und kenntnis- reichen Personen die höheren Stellen zu öffnen, werde zur Durch- führung kommen.> Die Sozialificrung, ihre Aufgatc und ihre Form betitelt sich ein Vortrag von Dr. E d u a r d H e i m a n n, der»n Verlag Gesell- icbafl und Erziehung erschienen ist. Heimann, der einstige Ge- tchänsführer ver Sozialisierungslommiision. entwickelt darin einen großzügigen, von rein politischen Erwägungen diktierten Plan, die Produktion in politischem Sinne dein Gemeinwohl nutzbar zu inachen. Er schlägt die rationelle Zusammenfassung der großen Industriezweige vor, nicht aber ihre bureaukralische Verstaatlichung. Er will dadupch die private Initiative lebendig erhalten, die Aus- beutung aber zugleich beseitigen. Seine Vorschläge berühren sich vielfach mit der Wisiellschen Planwirtschaft und sind in ihrer über- legenden Art wohl geeignet, die ruhige Diskussion dieses grund- legenden Thema« zu fördern. Frankreich kommt entgegen. In einer Koblenzer Konferenz mit dem Rcichskohlerikommissar erklärte sich die französische Ver- tvetung bereit, der Pfalz täglich 2000 Tonnen Sacirkohle zu liefern. womit der dringendste Bedarf gedeckt wäre.— Die„Voss. Ztg." stellt fest, daß die Pariser Rede des Rheinland-Oberkommissars Tirand noch viel versöhnlicher lautet«, als nach dem W.-T.-B.-- Bericht. Um so besser! neue Reichsverfayung. erfüllen. Ist daS geschehen, dann machen wir die andere, größere Revolution. Dann vertreiben wir auch die Fürsten und Könige der Schlote und der Banken— und dann führen wir den Sozialismus zum Siege.(Stürmischer Beifall.) In der D i s k u s s ion kam es zu einer lebhaften Aussprache mit den anwesenden Kommunisten. Sie predigten in den be. kannten Schlagworten die„Diktatur des Proletariats", wie sie sie meinen. Unsere Diskussionsredner und im Schlußwort der Re- fcrent hielten chnen di« nüchternen Tatsachen entgegen. Trotz oller Meinungsverschiedenheiten brach in fast allen Reden der Wunsch durcb. die Einigkeit der Arbeiterklasse her. beizuführen, die zum Siege des Sozialismus not tut. Genosse Dr. Braun hob hervor, daß leider die Kommunisten, indem sie den geistigen Kamps durch Gewaltanwendung er- setzten, zu gewaltsamer Abwehr nötigten. In einer persön. lichen Bemerkung erklärte ein Kommunist, er beklage sich nicht über Belagerungszustand usw., weil er das„selber propagiert". lStürmischrs HörtI hört!) Die Resolution wurde gegen einige Stimmen a n g e- nommen. In der Bockbrauerei referierte vor starkbesetztem Saale Genosse R i ch. Fischer. Das Referat wurde sehr beifällig aufgenommen und die Resolution einstimmig angenommen. Di« Diskussions- redncr sprachen sin Sinne des Genossen Fischer. Die Versammlung in der„Königsbank" war gut besucht. Genosse Bruhns referierte. Eine Anzahl Kommunisten versuchte zu stören: da dies aber nicht gelang, zogen sie wieder ab. Die Reso- lution wurde einstimmig angenommen. Vor 800 Versammelten sprach Genosse Heller in Graumanns Festsälen. Die Ausführungen>des Referenten wurden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt und nach kurzer Diskussion die Resolution gegen zwei Stimmen angenommen. In den AndreaS-Festsölen hatten sich über 300 Personen ein- gefunden. Nach einem zirka zweistündigen Vortrag des Genossen Lüde mann wurde die Resolution gegen 3 Stimmen ange- nommen. Die Versammlung in der Kürschner-Obcrrealschulc in der Zwingltstraße war von über 400 Personen besucht. Referent war Genosse Rauscher. In der Diskussion meldeten sich auch Unab- hängig« zum Wort, die in versöhnlichem Sinne sprachen. Die Re- solution wurde einstimmig angenommen. Di« Bersammlung in der Schulaula Müllerstreße Ecke Trist- straße war überfüllt. Der Referent Genosse K u t t n e r erntete stürmischen Beifall für seine Ausführungen, in'denen er nachwies, daß heut« in Deutschland jedermann auf gesetzlichem Wege alles erreichen kann, der nur die Volks mehrheit von seinen Ideen überzeugt. In der Diskussion sprachen zwei Genossen der S. P.D., drei Unabhängige und em Kommunist; letztere mehr im bekannten Schimpfton als sachlich. Als der 3te- ferent das Schlußwort ergriff, versuchten die Unabhängigen eine Versamlnngssprrngung, die aber völlig mißlang und mit dem Mzug von anderthalb Dutzend Schreihälsen endet«. Die Re- solution wurde darauf einstimmig angenommen. Die Versammlung in den„Roland-Festsälen" war außerovdent- sich gut besucht. Gen. H e i n i g widerlegte in ausgezeichneter Weise die Bemerkungen der Unabhängigen und fand den ungeteilten Beifall der Versammelten. Mit einem Hoch auf die S.P.D. endete die glänzend verlaufene Versammlung. Die Versammlung in der Wattstraße wies einen überaus starken Besuch aus und gestaltete sich zu einer äußerst interessanten. Nach dem Referat des Genossen P o e tz s ch und einer interessanten Diskussion erfolgte die emstimmige Annahm« der Resolution. Im Schillergpmnasium, Pankstraße, hatten sich ungefähr 500 Personen eingefunden. Genosse W u s ch i ck referierte. Der Vor- trag wurde mit großem Beifall aufgenommen. Diskussion fand nicht statt. Die Resolution fand einstimmige Annahme. Die Versammlung in der Grünthaler Straße war von 300 Per- sonen besucht. Nach einem ztveistündigcn Referat des Genossen Ritter wurde die eingebrachte Resolution gegen 5 Stimmen an- genommen. Eine Diskussion fand nicht statt. Die Versammlung in Schöncberg war gut besucht. Refevent war Genosse Trink?. Die Resolution wurde mit einem Zusatz einstimmig angenommen. Ter Berlauf der Versammlung war ein guter. Gegner waren nicht anwesend. In Wilmersdorf war die Versammlung von zirka 300 Personen besucht. Referent war Genosse K a tz e n st e i n. Di« Resolution wurde mit allen gegen eine Stimme angenommen. Gegner waren nicht anwesend, daher fand auch keine Diskussion statt. In Stralau war die Bersammlung gut besucht. Die Ausfüh- ruugen des Reserenten, Genossen Joachim, wurden mit großem Interesse verfolgt.- Die Resolution gelangte zur einstimmigen An- nähme. Gegner meldeten sich nicht zum Wort. In Niedcrschöneweide sprach in gut besuchter Versammlung Ge- nossin Reitze. Die Resolution wurde mit einer kleinen Aenderung einstimmig angenommen. Keine deutsch-polnischen Grenzverhandlungen. Die Blätter- Meldungen über den angeblichen Verlauf von Verhandlungen zwischen Deutschland und Polen in den Fragen der Ostgrenze ent- sprechen nicht den Tatsachen. Kandidat fürs Weiße HauS. Der nordamerikanische Senator Poiudexter teilte mit, daß er als republikanischer Kandidat für die Präsidentschaft auftreten werde. Wirtschast. Die Deutsche Spar-Prämienanleihe. Vorgestern fand im ReichSfinanzministerium eine zahlreich be. suchte Versammlung zur Gründung eines Ausschusses zur Förde- rung der Deutschen Spar-Prämienanleihe statt. Reichsfinanz- minister Erzberger führt« u. a. aus: Wir gehen jetzt einen wichtigen Schritt aui dem Wege zum Wiederaufbau unserer Finanzen, und dieser Schritt wird von maß- gebender Bedeutung sein für die Wege, welche wir in Zukunft einzuschlagen haben. Wir haben uns entschlossen, keinen der bis- herigen Wege zu gehen und keines der bisherigen Systeme anzn- wenden, sondern wir sind zu einem vollständig neuen Typ über- gegangen. Die geistreiche Konstruktion unterscheidet sich von den früheren Prämienanleihen dadurch, daß sie nicht nur den Spiel- trieb ausnützt, sondern auch den Spargedanken in den Vordergrund stellt! indem der Erwerber der Anleihe ver- anlaßt wird, zu sparen, wird sowohl für ihn wie für den Staat eine erfreuliche Wirkung erzielt. Wenngleich die Gewinns reckst verlockend gestaltet sind, so ist doch immer zu bedenken, daß auch die 10 Millionen Hauptgewinne im Jahre nicht mehr als 1,3 Tau- sendstel gleich 0,18 Prozent de? AnloihebetragcS ausmachen. Die Gewinne insgesamt erfordern nicht mehr als 0,S Prozent beS An- leihebe träges. Eine besondere Vergünstigung ist bei der Begebung dieser Anleihe den Besitzern von Kriegsanleihen zuteil geworden dadurch, daß die Hälfte der Einzahlung mit Kriegsanleihe zum Nennwert erfolgen soll. Die Steuererleicblernngen, zu welchen wir uns zugunistcn der Anleihe entschlossen haben, werden zu eiricm gewissen Teil wieder eingebracht. Der Vorschlag des Reichsfinanzministers auf Gründung eines Ausschusses zur Förderung der Spar-Prämienanleihe fand ein- stimmige Annahme. Herr von Mendelssohn wurde zum Vor- sitzenden gewählt. 77. oröentlicher verbanöstag öes Deutschen Tabakarbeiter-Verbanües. r Bremen, den 27. Oktober 1919. Erster BerhandlungStag. Am 27. Oktober trat in Bremen der 17. ordentliche Verbands- tag des Deutschen Tabakarbeiterverbandes, der erste nach dem Kriege, zusammen. Es waren 120 Delegierte, darunter erfreu- lichcrweise 21 weibliche Vertreter, erschienen, die hauptsächlich der Zigaretteninduftrie angehörten. Nach Einsetzung von verschiedenen Kommissionen wurde der „Aufbau des Wirtschaftslebens und das Rätesystem" als besonderer Punkt auf die Tagesordnung gesetzt. Die Banderolesteuer soll im Geschäftsbericht mit besprochen werden. Auger dem gedruckt vorliegenden Bericht gab der Kollege D e i ch m a n n noch einen mündlichen Bericht Nach dem Ausbruch des Krieges war die Mitgliederziffer zurückgegangen auf 23 500, und setzt nach dem Kriege ist die Mitgliederzahl auf über 60 000 gestiegen, die höchste bisher erreichte Mitgliederzahl, von denen 4ö 000 dem weiblichen Geschl echte angehören. Der Rohtabcckmangcl hat die Tabakarbeiterschaft schwer ge- troffen, indem er ein« große Arbeitslosigkeit brachte. Bon der Lohnpolitik während des Krieges hat man es erreicht, daß man fetzt dazu gelangt ist, tn Verhandlungen zu stehen über einen Rahmen- tarif. Alsdann wurde die Stellungnahme des Vorstandes zur Banderole st euer dargelegt, die in einigen Tabakarbei�r- kreisen Widerspruch gefunden hat. Man hat unsere Stellungnahme nicht verstanden, weil man bislang gewohnt war, mit den Fabri- kanten zusammen die bisherigen Tabaksteuern zu bekämpfen, und doch ist es uns niemals gelungen, die Tabaksteuer zu verhindern. Diese Wahrnehmung hat eS veranlaßt, gegenüber künftigen Tabak- steuern seine Stellungnahme zu ändern, und da» sei geschehen. (Hierbei machte sich die Opposition bemerkbar.) Die Einnahmen wurden auf 1 040 839,74 M., die Ausgaben auf 18 673,02 M. und der Bestano auf 1 022 216,72 M. angegeben. Schoene- Hamburg gab den Bericht des Ausschusses, in dem er- klärt wurde, daß die Tätigkeit des Vorstandes stets die B i l l i» gung des Ausschusses gefunden habe. Besonders wurden hierbei die GehaltSverhältnisse der Verbandsfunktionäre gestreist und zum Ausdruck gebracht, daß eine bessere Bezahlung erfolgen müsse. In der Debatte wurde der Geschäftsbericht des Vorstandes, die Stellungnahme zu der Banderolesteuer und hierbei besonders das Wirken Deich. manns und Schlüters in der Nationaloer- fammlung angegriffen. Auch die Politik der Gsneralkcmtmifsion unterstützt zu haben, wurde dem Vorstand zum Vorwurf gemacht, weil er dadurch die Kriegspolitik unterstützt haben soll. Ebenso wird die Lohnpolitik bekämpft, indem man die Zulagen zu den Grundlöhnen als völlig umgenügend bezeichnet und ge- wünscht hätte, daß man schon früher auf höhere Zulagen gedrängt hätte. Es wurde behauptet, daß die Tabakindustrie eine Kriegs- Industrie gewesen ist und daß die Fabrikanten sehr gute Kriegs- gewinne gemacht hätten und sehr wohl höhere Zulagen halten geben können. Auch daS Zusammengehen mit den christlichen Tabak- acbeitern würde verurteilt und macht man den Christlichen den Vorwurf, daß sie trotz des Zusammenarbeitens eine Agitation gegen den Verband treiben. Der Zuwachs der weiblichen Mitglieder wurde freudig begrüßt und gewünscht, daß dieser Zuwachs beson- dere Beachtung verdient. Schlüter verteidigt seine Stellungnahme zur Banderole- steuer, von der er behauptet, daß sie keine Belastung, sondern eine Entlastung der Zigarrenindustrie bedeutet. Wenn wir nicht für die Banderolesteuer gewirkt hätten, dann hätten wir eine Faktureu. steuer bekommen, die die Industrie schwer belastet hätte zum Schaden der Tabakarbeiter. D e i ch m a n n wies«S zurück, die Tabakarbeiterinteressen ver- raten zu haben, denn wenn das der Fall gewesen ist, dann hätten unsere dänischen Kollegen auch die Tabakarbeiterintsressen»erraten, die auch für eine Tabaksteuer gestimmt haben im Interesse der Tabakarbeiter. Wir haben bis jetzt sieben Lohnbewegungen mit Erfolg für die Tabakarbeiter durchgeführt und die achte st e h t bevor, von der angenommen werden darf, daß auch sie mit Erfolg beendet wird. Die zentrale Lohnpolitik hat uns mehr eingebracht, als die frühere, wenn hier und dort eine kleine Bewegung geführt worden ist. Wir stehen auf dem Boden der zentralen Lohnbewe- gung, weil der Erfolg größer ist. Das Hilfsdienstgesetz sowie der Burgfrieden hat uns mcht geschadet. Redner ging dann auf die Sozialisierung der Tabakindustrie ein und wies die Umnöglichkeit nach, zurzeit im gewünschten Sinne vorzugehen. Als Hauptziel schwebt uns vor. bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erreichen, dazu gehört Stärkung des Verbandes. Die Verhandlungen wurden auf Dienstag vertagt. HewersschaflsbeliMtng ver Metallarbeiterstreik. Neber die Verhandlungen vor dem Schiedsgericht im Arbeitsministerium wird uns mitgeteilt: Die Beratungen der vertragschließenden Parteien der Metallarbeiter und Metall- industriellen und die Parteiverhandlungen vor dem Schieds- gericht schreiten gut voran. Es ist berefts gelungen, den größten und wichtigsten Teil der einzuklassi- fizierenden Arbeiterkategorien in die Lohn- klassen einzu'reihen. Dagegen haben die unmittelbaren Besprechungen der' Parteien über die sofortige Wiederaufnahme der Arbeit leider noch zu keinem Ergebnis geführt. �lnkgung See christlichen Hewerksthasten. Zwischen den früher heftig sich befehdenden christlichen Gewerb schaften, dem Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften Deutsch landS(Kölner Richtung) und dem Verbände der katholischen Arbeiten vereine(Sitz Berlin) ist es zu einer Einigung gekommen. Von Wichtigkeit sind aus dem Einigungsprogramm folgende Punkte: Eine Gewerkschaft, die für katholische Arbeiter geeignet sein soll, muß io beschaffen sein, daß sie als solche ihren Mitgliedern die Möglichkeit bietet, die gewerkschaftliche Tätigkeit auch vom Standpunkt d er R e li g i o n un d Moral zu beurteilen, zu beeinflussen und dement» sprechend zu bandeln. Insbesondere dürfen Mitglieder nicht benachteiligt werden, wenn sie auf Grund religiöser Ver- pflichtungen nach den allgemein maßgebenden kirchlichen Normen GewerkschostSmaßnahmen nicht zustimmen können. Gegen die gemeinsame Arbeitseinstellung an ffch ist vom Standpunkt der Moral nicht» einzuwenden. Sie kann allerdings durch Absicht, Umstände und Mittel verwerflich werden. Eine Arbeitseinstellung unter Anwendung ungerechter Gewalt ist zu verwerten. Diese Thesen zeigen deutlich, daß der Einfluß der Geistlichkeit, der die Berliner Richtung beherrschte und der von der schärferen Kölner Richtung beitig bekämpft wurde, den Sieg davongetragen bat. Als Gewerkschaftler können die Christlichen nach diesen Lei! sätzen wahrlich nicht angesprochen werden. Unter unabhängiger Herrschast. In Leipzig, der Hochburg der Unabhängigen schärfste» Kalibers, verlangten die städtischen Beamten in einer Versammlung von der Stadt eine B e s ch o ffu n g S b e i h i lfe von 1000 M- Da« brachte die„Leipziger Volkszeitung' so in Aufregung, daß fie den Beamten folgende Antwort gab: »Also her mit den vierzehn Millionen auf Kosten der Steuerzahler, denen eS zum größten Teil Wirtschaft- lich noch schlechter geht als den meisten st ädti- scheu Beamten und Lehrern. Nach einigen Monaten stehen die Beamten genau so da wie jetzt, und dann kann ja der Tanz aufs neue beginnen. Wie lange die Be- völkerung das ertragen kann, danach fragt man nicht. Die Hauptsache ist, daß man jetzt einen Tausendmarlichein erhält." Und doch hätten die Unabhängigen gerade in Leipzig eS fo bequem. ihr sonst immer betontes Mitgefühl mit den Beamten und Angestellten zu betätigen. Dort haben sie die Herrschaft im Stadt» Parlament und könnten unbehindert ihre theoretischen Anschauungen in die Praxis umsetzen. Das Geheul möchten wir übrigens hören. das da« Berliner Schwesterblatl der Leipzigerin anstimmen würde. wenn der„Vorwärts" einmal irgendwelche Forderungen mit solch höhnischer Glosse abfertige» würde. Warum streiken die Berliner Herrenmastschneider? Am 22. September 1919 wurde in Kassel ein neuer Tarif ab- geschlossen und vereinbart, daß die Einteilung der Geschäfte in Klassen örtlich zu erfolgen habe. Die erste Abrechnung soll am 22. Oklober endgültig statlfinden. Am 29. September trat die Berliner Filiale mit dem Arbeilgebervetband in Verbindung und stellte den Antrag, die Geichäfle in bestimmte Klaffen einzuteilen. Die Arbeitgeber machten Vorschläge, die nickt angenommen werden konnten. ES erfolgte eine Einigung darüber, ein Schiedsgericht unter dem Vorsitz de» Herrn MagistratSratl von Schulz anzurufen. Diese« Schiedsgerrcht trat am 9. Oktober zusammen und fällte folgenden Schiedsspruch: „Die Parteien haben sofort zusammenzutreten und die Ein- teilung der Geschäfte ohne jeden Vorbehalt vorzunehmen. Die strittig bleibenden Pimkie weiden durch Magistralsrat von Schulz endgültig entschieden." Beide Parteien unlerwarfen sich diesem Schiedsspruch. Am '14. Oklober teilten die Aibeitgeber mit, daß sie an ihrem früher eingenommenen Standpunkt festhalte». Am 22. Oklober fand eine neue Sitzung statt. In dieser Sivunq forderten die Arbeitnehmer einen endgültigen Enticheid über die Geschä'tSeinteilung bis Freitag, den 24. Oktober, abends 5 Uhr. Die Antwort lief zur festgesetzten Frist ein. Eine Anzahl Firmen erklärte sich bereit, die vorgeschlagene höhere Lohnklasie anzunehmen. Tie übrigen Firmen lehnten die Anträge ab. Der Arbeitgeberverband schrieb dazu, daß bis Sonnabend von feiten der Arbeitnehmer das Einverständnis mitzuteilen iei, andernfalls die Sacke bei den Hauptvorständen enl- schieden würde. Die am gleichen Abend in den Sophiensäle» tagende Herrenmaßschneider-Bersammlung nahm Kenntnis von den Verhandlungen und Schrittwechsel und beschloß nach kurzer Debatte fast einstimmig, die Arbeit sofort niederzulegen. Warum erfolgte nun die Arbeitseinstellung? 1. Weil die Arbeitgeber seit 5 Wochen eine vollendete Per- ichleppungStarrik befolgen. 2. Weil die Arbeitgeber den Schiedsspruch deS Herrn Magistratsrat von Schulz zuerst auerkannten, dann abl-hnten. 3. Weil die Arbeitgeber es vollständig unmöglich machen, eine Abrechnung durch die Gehilfen zu erreichen. Während der ganzen Kriegszeit und während der verschiedensten nach der Revolution durck die Hauplvorstände abgeichlosienen Teuerungszulagen sind die Berliner Herrenmaßickneider immer den Vereinbarungen beigetreten. Ein Streik ist ien 1912 nicht mehr dagewesen. Die Arbeitgeber zieben anscheinend daran« den Schluß, daß fie nunmehr den Arbeitnehmern alle» anbieten können. Di« Berliner Herrenmaßschneider werden den Streit mit aller Energie solange fortführen, bis die Arbeitgeber zu Verhandlungen Zeit ge- Winnen, hoffentlich recht bald. Die Bureanhilfskräfte gegen Jtreikmastregeluug. B. S. Die Hilfsangestellten des Magistrats Berlin hielten am gestrigen Dienseagnachmiltag drei Versammlungen ab. die vom Zentralverband der Angestellten einbernsen worden waren, in denen über da« Thema„Die HilsSkrätte. der Magistrat und die Stadt» verordneten" referiert wurde. In der Versammlung in Haber« lands Festsälen, die nur sehr mäßig besucht war, sprach Kubligk vom zentralen Ausschuß der MagisttatshilfSträtte. Er ging aus- tübrlich auf die Vorgeschichte des Streik« ein und betonte besonders, daß der auf Betreiben des Stadtrats Seckt eingesetzte unparteiische Vorsitzende. Geh. Justizrat H i r s ch k o r n. sich als durchaus Partei» sicher, vom Stadtrat Seckt einseitig beeinflußter Schiedsrichter ge« zeigt habe. Für ein zukünftiges Spruchverfabren käme er nickt mehr in Frage. Die-Hilfsangestellten würden vielmehr in Zukunft den LandgerichtSrat Wulff vom ReichSarbeitSministerium als Schiedsrichter anerkennen. Der Magistrat fei nach dem Streik sehr rigoros verfahren und habe da« Mitbestimmungsrecht der An» gestellten vollkommen ignoriert. Es seien die Streik» brecher in den Magistratsbetrieben gehalten worden, während zahlreiche in den Streik getrslene Hilfsangestellte nicht wieder auf» genommen wurden. Nack werterer Aussprache wurde eine Resolution angenommen, die die Schuld am Slieik den zuständigen MagistratSmitgsiedern zuschiebt und verlangt, daß die Gemaßregelten sofort wieder ein» gestellt werden unter Bezahlung der Tage, die sie ohne ihr Ber» schulden vom Dienste fernbleiben mußten. Ferner wird die iosortige Entfernung der während des Streiks Eingestellten verlangt, soweit sie nicht auf Erwerb angewiesen sind. Im Sinne dieser Forderungen sollen die AngestelltenauSschüsie wirken. Die Reichskonferenz der Elektro»Industrie. Zu dem in Nr. 548 des„Vorwärts" veröffentlichten Bericht über die Tagung in Halle schreibt uns die Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände: Die in dem„VorwärtS"»Ber>cht emhalrene Be» merkung. wonach der Zentralverband der Angestellten, der Deutsche Werkmeister-Berband und der Bund der technischen Angestellten und Beamten auf der ReickSkonterenz der Elektro- Industrie vertreten waren, kann zu irrtümlichen Auffassungen führen. Wir stellen de»- halb fest, daß die Arbeitsgemeinschaft ireier Angestelltenverbände. der die drei genannten Organisationen angeschiosieu sind, ihren Vertreter zunächst nur zur informatorischen Teilnahme nach Halle entsandt hatte. Die grundsätzliche Stellungnahme zu der dort geschaffenen Organisation behalten sich die steten An- gestelltenverbände selbstverständlich noch vor. Gewerkschaftsmitglieder! Platzkarten zu sehr ermäßiaten Preisen für dos Deutsche Theater zum Sonntag, den 2. November, nachmittags Iff, Uhr, für die Vorstellung „Und das Licht scheint in der Finsternis" von L. Tolstoi(mit A. Moikst in der Hauptrolle) können im Bureau Engelufer 15 I. Zimmer 15. von vormittag» O'/i bis nachmittags 3'/, Uhr in Empfang genommen werden. Zentralverbaud der Angestellten(Sektion VerbandSangestellte). Mittwoch, nachmittags 5 Uhr. Mitgliederveriammluug im Englischen Hos, Alexandcrit'.aße 27o. Neuwahl der SektionSleiwng. "Verband der Sattler und Portefeniller. Donnerstag, den 30. Oklober ISIS, abends 7 Uhr, Aeneraweiiammlung in„BockerS Festsälen", Weberstr. 17. Tagesordnung: 1. GeschästlicheZ. 2. Bericht und Abrechnung vom dritten Quartal. 3. Fortsetzung der Diskussion über den Bericht vom VerbandStag. 4. Festsetzung dar Beitragsstufen für Berlin. S. Antrag, wieder im„Vorwärts" zu inserieren S. Verschiedenes. TranSPortarbeiter-Verband— BerbandSftoffbranche. Mittwoch, den LS. Oktober, abends 7 Ubr, im Königstadt-Kasino. Holzmmktstr. 72: Branchenverlammlung: Stellungnahme zur Tariifflndigung. Berlin> Rnbalti'che Ma'chiuenbau- Akt.-Ges. Betriebsreriamm- Irmg»m 29. Oktober, nachm. 3 Uhr, Kro»enbra»erei, Alt-Moabit 48. Zwictnsch u. Ko. Heute Mittwoch: Auszahlung der Streikunter- slützung von 1l— 2 Ubr. Kontrolllarten 1 bis 324 bei Döhring, 325 US 978 bei Arnswald.«Abgabe der Stemvelkarten). H. F. Ecker«. Lichtenberg. Tie Kollegen baben sich heute V»« bis 12 Ubr im Streiklvlal zur Unterzeichnung der Quittungen cinzufimwt». Daimler, Maricnfeldc. Heute Mittwoch: Ouiltung unlerichreibea, Nr. 1 bis 500 von 11 bis 1 Ubr, 501 bis 1123 von 1—3 Uhr im Lokal l>«u Brunn, Genest- Ecke Reichardtftraße. Sriefkaften der Redaktion. C. M. 100. Klage beim Amtsgericht.— B. A. 25. 1. Ja. mit den andelen Erben je zur Hälfte. 2. Rem.— R. 20. Sie ft. d zum Unterhalt des Kindes verpflichtet.— R. 100. Rur dann, wenn Sie sich gewerbsmäßig mit derartigen Aelchästen befassen, alsdann etwa >/. bis 1 Proz.— H. Z. 0. Soweit uns bekannt, beilebt die AuSstthr- möglichkeil nicht. Vir stellen jedoch anheim, sich an daS Auswärtige Amt zu wenden.— ix. St. 77. 1. Ja. 2. den jetzigen Wert.— C. Z. 86. 1. New. da die Rechte erloichen sind, well tn den letzten 10 Jacre» Jnoabdenmarken nicht mehr geliebt worden find. 2. Die Frau kann ihren Mädchennamen annebindn. talls der Mann sür allein schuldig erltärt ist. Kinder beHallen den Namen de« BaterS.— P. D. New.— Kassel II. Die Fragen sind gememdlich zu reaeln. Die damaligen AuSjührungen bezogen sich nur am. Berlin— BS., Durmstr. Sie können angemessene Minderung des MieizinseS verlangen.— A.®. II. Arn besten bei einem Notar.— 2S. 3. 82. 1. Am 31. Dezember 1919 sallS nicht ein« Unter- brechung durch KriegSleiwehmerlchast ewgctreten ist. 2. An beide Eheleute, sojern nicht im WietSvertrag etwas anderes bestimmt ist.— B. R. Ja. Lerantw.«fle den redatti-n. Seil;»tleed Scholz, Neu»lln: wr All, eigen: Ttzeodo» Stocke,«erliv Lertag: Vorwärts-Perlag lb. m. b. V.. Berlin. Druck: v-rwitrt». Buchdruckerei und Berlaasanftal, Paul Einoer u. Co. in Berlin Lindenstr. i. Hierin 1 Beilage. Pei�ifeltryf dcrQgram-Lcimpg Eigenart Hmr�bnilge SsnimtmissKs MtiM CaingerStramveHmnidt Crasscwidaslandsfihigkfflt Lange Lebcnsdaiisr