-Ztr.SkM. 0*inrt*9mi9t Sl-ruqShrl. tum*. I frri in» Hau», cwton« Mljlbax.-©oft- bezug; SBpr.allld) S�O Mk.«tfL Au- fteünngtgfbUIjt. Uni,r Nreujbnn» für Drntlch land und Oesterreich- Ungnrn t,7ö MI. ffli da» übrige Ausland 10 75 Mk. bei tSglich einmal. Zustellung S,?5 Ml. Postbestellungen nehmen an Känemarl, Holland, Luxemburg, Schweden u. die Schweiz, üingeiruzen in die Post-Z«iMng»-Peei»iiste. Der.Borwilris" mil der Sonntag»- deilage.voll n. Zeit' ericheinl Woche» tägiid) zweimal. Sonntag» T»i«grannn»A drest»! »»oziatbenratrai Morgen-Ausgabe. Devlinev Volksblatt �ISPkeiwg� n»«chtgeH-aftoie«»nnarrMezest» testet 1Ä/ M, Trnrr>ing»znlchiag«0%. „#U«taa Hnjctgra", da» fett- gedruckte wort 75 Pfg.(jaWlistg zwei fetegedruckle wert»), jede« weitete Wort 50 Pfg. Stellengesuche und Schlafstrllenanzeigrn das erste Wdrt S5 Pfg. jede» weiter« Wort 40 Pfg. Worte llder 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Tnierungszufchlag 50»,«. Familien- Anzeigen, politische und gewertschaftliche Verein»- Anzeigen 1,« Ml. die Zeile. Anzeigen ftlr die nächste Nummer müssen dl»» Ahr nachmittag» im Haupigeschäst. Berlin Sw SS, Lindenstrahe S, abgegeben Seoffnet von S Uhr früh dm 5 Uhr adaud». �entralorgan der rozialdemohrati feben partd Deutrchlands Uedoftion und Expedition: SM. öS» Lindenstr. A. aernfUrrrkrr: tlmt tviorinvia«, Nr. 15190—15197. Mittwoch, bm 5. November 1919. Vonvärts-Veriag G. nu b. h«, SM. bS, Lindsnstr. Z. Arrnfprrcvrrt Amt Morinpla«. Sir» 117 55—51. Streikrecht» i. ls-> war eine Selbstverständli Arbeiter, Genossen l An der Geuemlversamnilnng de» Deutschen MrtalfarIWter. verbände« am Montag, den 3. November, wurde der T e- » e r a l st r e i k für dir Metallindustrie beschlossen«nd die sozialdemokratische» Parteien aufgefordert, innerhalb um- tercr 48 Stunden seine Ausdehnung über da» gesamte Berliner Wirtschaftsgebiet zu veianlasien. Der Beschluß wurde damit begründet, daß die Metall- industriellen die Rechte der Arbciterräte«ud Arbeiteransschuß. Mitglieder beseitigen wollten. Diese Darstellung ist irreführend. In einer Versammlung, die zwischen den zentralen und örtlichen Parteileitungen der Demokraten, U. S. P. D., S. P. D. und den Vorsitzenden der beide» Voll- Mgsräte Groß-Bcrlins stattfand, wurde vereinbart: „Die Rechte der«rbeiteevertretunge, trten»ach»nfnah«« der Arbeit wie folgt gesichert werde»! Die tlrbeiteronsschiifle treten>» der««»*«*ßt*r»n«n K». fammrascytmg(»fort wieder in Tätigtest. Die i» einzelne»?e- . triebe» mit ihnen schriftlich vereinbarten»der nackiweielich von der Direktion genehmigten, über die grfrhiiche» Rechte hinan». gehende« besonderen Besugnilfe und der Vertretung der Arbeiter. schast bleiben, soweit sie bis zum Ausbruch des Streiks in Uebung waren, bi« zum Jnkrafttretr» de«»etriebsralS. gesetzeS bestehen. Bon d»»n gelten die im Gesetz fesige. legten Rechte. Für die Mitgliedschaft in» rlrbertrranSschusl gilt nach dem Streik foigrndr»: Infolge de« 8 14 de« Gesetze» vom 23. Rovrmdrr 1918 müssen für Ausschuhmitglieder, die entlasten waren, deren Stellvee- t r e t e r eintreten, soweit sie nicht anch entlosten waren. Wo kein vollständiger Ardeitrrvusschutz mehr»ortzanden war, mutz za einem mit der Arbeiterschaft zu vereinbarende» Zeitpunkt eine vorläufige Ergänzung in geheimer Wahl statt- finden. Wiederwahl ist zulässig. Die übrigen Arbeiteraussckmß. Mitglieder, welche nicht entlasten waren, nehmen sofort ihre Tätig« keit im Ansschnh wieder auf, auch wenn sie am Streik beteiligt waren. Der nach obigen vestimmnngen ergänzte SuSschnH nimmt die Obliegenheiten dr»»oesetzlichen ArdriterawsschnsteS bi« zu besten Neuwahl wahr, die alsdald»ach dem IS. Dezember 1919 »orznnrhmr» ist. Di, Flage der ArbeiterriU, wird darch den Streik tgw. fetwe Beilegung nicht berührt.- Neber die materielle Streitfrage»oar s<�» twrher eine Einigung mit den Unternehmer» erzielt. Es kann demnach gesagt werde», daß eigentlich alle Disfrrenzpnnktr he- seitigt waren. E« wurde darum auch von alle» anwesende» Arbritrrvertreter« mit Einschluß der Vertreter der U. S. P. D. die Aufsasinnß mtsgesproche», daß annmehr einer Aufnahme der Arbeit««cht» mehr im Wege stände. Eine Auffasinng, die anch von Rusch nnd Müller später in energischer Weise vor den Kollegen vertrete, wurde. ES fehlt also in Wirklichkeit jedes Kampf» o b j e k t» um da» der Streik noch auf ander« Industriezweige auszudehnen wäre. Wik lehnen nach wie vor j r d e Ein- mischnng m de» in der Metallindustrie auSgebrochruen Streik a b, müsse« an» aber gegen jede U«»dehnnn« de» Kampfe» auf die lebenswichtig«« Betriebe sowie ans die übrigen Zweige unsere» ohnehin schwer zerrüttetenWirt- schastslebens wenden. Damit würde den Streikende« nicht genützt, der Ldrigr, Ve- völkernng aber ein nicht wieder gutzumachender Schaden zugefügt werden. Entschieden müsirn wir«n» auch gegen die Brhanptung, daß die Ausdehnung des Generalstreiks auch ans die übrigen Zweige des WirtschaflSlebenS mil Einverständnis der Bezirks- Organisation der S. P- D. geschieht, wenden. Wie wir jede Einmischung in den Streik der Metallarbeiter ablehnen, so auch jede Ausdehnung auf die anderen Industrie- zweige. Der Vorstand der VrzirkSorganisatioa Groß-Verün der S. P. D. eintreten. Gibt eS doch unter Zurückdrängung der Erfahrung und Besonnenheit dem größten Maul und der Augen- blickSstimmung den entscheidenden Einfluß. AuS diesen Stimmungen heraus entstand auch die Propaganda für die syndikalistische Betriebsorganisation. Ein großer Teil der alten Gewerkschaftler. die durch jahrzehntelange opferreiche Arbeit die gewerkschaft- liche Organisation aufgebaut und mit ihr gekämpft haben, ist sy nach dem 9. November in eine immer schwierigere Lage gekommen. Gegenüber der terroristischen Taktik der neuen„rovolutiariären" Richtungen können sie ihre Sttmme nnd ihren Rat nicht mehr wirksam geltend machen, ohne schwersten Beschimpfungen, wirtschaftlichen Schädigungen oder gar tätlichen Angriffen ausgesetzt zu sein. Sie sehen die Gewerkschaften immer schneller auf der schiefen Bahn zur parteipolitischen Organisation bergab rutschen und dabei immer ungeeigneter zur Führung des Wirtschaft- lichen Befreiungskampfes der Arbeiter werden. Sie kom- men immer häufiger in die Lage, zur Durchsetzung wirt- schaftlicher Forderungen Streifs mitmachen zu müssen, die nach ihrer Meinung durch besonnenes Vorgehen und ge- schicktes Verhandeln vermieden werden können und die die Arbeiterschaft selbst schwer schädigen. Sie erkennen immer mehr, welche schweren wirtschaftlichen Folgen die Riesenstreiks feit dem 9. November für unser Wirtschaftsleben und damit für die breiten Massen des Volkes gehabt haben. Sie wisien, wie notwendig es ist, alle Kräfte anzuspannen, um den Wiederaufbau unseres völlig zusammengebrochenen und ausgesogenen Wirtschaftslebens zu fördern. Sie wisien auch, daß das nur durch angestrengteste Ar- best aller Volkskreise geschehen kann. Gerade die von feiten der Arbeitnehmerschaft auf allen Gebieten gestellten Forde- rungen können nur befriedigt werden, wenn die Staats- und Volkswirtschaft mit neuem Blut und Leben erfüllt wird. Eine Verbilligung der Lebensmittel und täglichen Bedarfsartikel ist heute, wo wir einen erheblichen Teft derselben sowie die meisten Rohstoffe im Auslände kaufen müssen, davon ab- hängig, daß der AuslandSkurS unseres Geldes verbesiert wird.� Dazu gehört aber in erster Linie Steigerung der Ausfuhr, damit wir unfere Nnkäufe mit Waren und nicht mit Papiergeld bezahlen. Steigerung der Ausfuhr fetzt aber Hebung der Produktion und der ArbeitSfreudigksit im Inlands voraus. Trotz alledem ist eS für unS selbstverständlich, daß daS freie Deutschland den Arbeitnehmern weitestgehende Mög- lichkeiten geben muß, sich eine angemessene wirtschaftliche Lebenshaltung zu sichern. Dazu wird und muh jetzt und in Zukunft ein unbedingt freies Streikrecht ge- hören. Jeder Angriff auf dieses Recht wird»lle Arbeiter in gefchlosiener Abwehrfront finden. Dieses freie Streik- recht kann aber nur dann Bestand haben, wenn seine AuS-) Übung getragen wird van dem Verantwortlich keits- g e f ü h l dei? arbeitenden Volke» und seiner gewerkschaft- lichen Organisationen. Das Geheimnis deS Erfolges bei Lohnbewegungen und wirtschaftlichen Streiks liegt in der Aufrechterhaltung deS Grundsatzes der gewerkschaft- kichen Disziplin und Solidarität. Diese kann aber nur gesichert werden, wenn der Streik das äußerste Kampfmittel bleibt und wenn seine Anwendung nach wie vor unter der Garantie und Verantwortlichkeit einer parteipolitisch neutralen gewerkschaft- lichen Organisat steht. Wir müssen uns darüber klar setr,, daß da» Verlassen dieses Bodens die Grundlage und Voraussetzung der Arbeitersolidarität vernichtet und da- mit die gewerkschaftliche Organisation und Einigkeit zertrümmern muß. Ganz anders als die wirtschaftlichen Streiks sind p o- lrtische Streiks zu beurteilen. Gerade in Berlin haben wir feit dem 9. November solche politischen Streiks, Demonstrationsstreiks, Proteststreiks usw. zur Genüge kennen gelernt. Es ist natürlich keine Frage, daß der Streik auch als politisches Kampfmittel angewendet werden darf. Aber ebenso selbswerständlich ist auch, daß eine allgemeine Soli- darität und eine Streikp flickst wie bei wirtschaftlickten Streiks hierbei nicht in Frage kommen kann. Der politisch? Streik soll die Ziele einer bestimmten Parteirichtung verwirklichen helfen. Die politischen Streiks, die wir im Januar, März und später in Berlin erlebten, waren dazu bestimmt, die jetzige Regierimg und die mehrheitssozialistische Partei zu stürzen und die Unabhängigen und Kommunisten zur Äerr- schaft zu bringen. Es hieße mit ruhiger Ueberlegung Selbst- mord begehen, wollten Anhänger der Sozialdemokratie! oder Andänger der bürgerlichen Parteien sich an einem solchen politischen Streik, der sich gegen sie selbst richtet, beteiligen. Es ist in solch einem Fall nicht bloß das Recht, sondern die heilige Pflicht, einen Streik zu bekämpfen und ihn mit allen ecigneten Mitteln zu durchkreuzen. Genau so, wie es für !e Anhänger einer Partei Ehrenpflicht ist, sich an einem von ihrer Partei proklamierten politischen Streik zu beteili- gen. so ist„S t r e i k b r u ch' gegenüber dem politischen Streik einer anderen Partei Pflicht imd eine ehrenhafte Handlung. Ties ist um so mehr der Fall, wenn der politische Streik dazu dienen soll, einer Minderheft die Herrschaft in die Hand zu spielen. � Mn öem freiesten L r Nordwestarmr« räumte Luga«nd Gatschina. Die Bedeutung deö BerlosteS von Gatschina wird aus Grund der unten folgenden Darlegungen, die aus ftllheren Meldungen berubrn, auS- geführt. An der ganzen Front toben Heftige Kämpf«. Di« Lage der Weißen Truppen ist schwer. Eine große Hilfe für die Bolsche- wisttn bedeuten die herangeschafften TankS, die nicht, wie von deutschfeindlicher Seite behauptet wird, deutscher Herkunft find, sondern von den seinerzeit eiligst aus Odessa abtransportierte» Ententetruppe» herrühre». • Wenn auch die Nachrichten, die cati dem Osten kommen. nie vorsichtig steinig aufgenommen werden können, kann man doch mit Bestimmtheit feststellen, daß die Lage der Anti- bolschewisten eine ungünstige, ja eine verzweifelte geworden ist. Am Sonntag früh begann nach Nachrichten von der Front der weißen Nordwestarmee der Entscheid ungs» kämpf im Räume von Gatschina. Dabei soll es dem linken Flügel der Nordwestarmee gelungen sein, im über- raschenden Angriff bis Nopscha vorzudringen, etwa 12 Werst westlich von Krasnoje Sselo. Als die Roten Truppen zu weichen begonnen, warf der Bolschewikengeneral Tscheremissow seine besten Reserven, eine Baschkirendivision ins Feuer, deren starken Druck Judenitsch nicht gewachsen war. Er mußte Ropscha räumen, um die Umgehung seiner linken Flanke zu verhindern. Trotzdem ist für ihn die U m- klammerungSgefahr nicht beseitigt, weil dem linken fimmÄ, der ja in jener„großen Zeit" überall im Vaterland grassierte, hatte natürlich auch unserem Gefängnis Zuwachs gebracht, Aus einer Landstraße hatte man einen reisenden Photographcn arretiert, den man für einen Spion hielt. ES war ein ausgekochter Junge, der wohl hier und da aus den Dörfern die Dorsschö ien zur Markierung eines möglichst freundlichen Gesichts animierte und ihnen dafür einige Marlers abnahm, um ihnen nie die gewünschten Bilder zu liesern. Aber mit Spionage hatte er nicht das geringste zu tun. Dafür unterhiett et die Gesellschaft mit der Erzählung seiner überaus reichen Abenteuer. Auch ein Berliner Junge, der auf einex Geschäftsreise mit einem Eisenbahner Streit bekommen hatte, war wegen Sptonageverdacht eingesperrt.— So vergingen die Tage. Die Kriegsereignisse erfuhr man natürlich. Ich halte mich bei allen möglichen Instanzen beschwert, bis sS endlich dem Partei vorstand in Berlin nach 14 Tagen gelungen war, unsere Ent- hastung durchzusetzen. Inzwischen war die Parteibewegung am Orte durch die Ein- ziehunq fast aller tätigen Parrei genossen fast ganz abgestorben. Auch mir wurde es nicht möglich, viel für sie zu tun. Gleichwohl er- freute ich mich„von oben" der größten Aufmerksamkeit. Bei einer plötzlichen Nachmusterung wurde ich für a. v. in der Heimat erklärt und.binnen zwei Tagen zum Facharbeiterbataillon nach Posen ein- gezogen, lediglich um dort Schreiberdicnste zu verrichten. Man braucht« mich dort gar nicht, denn die Schreibkräfte wurden durch weibliche Arbeitskräfte ersetzt. Ich lernte als Bvtaillonsarztschreiber so manche Verfügung kennen, die für mich von großem Werte war. Das erstemal waren die sogenannten Mordkommissionen eingesetzt worden, die von vielen recht gefürchtet, von mir aber recht begrüßt lourden. Ich wußte, duß auf dem Wege de» überaus langweiligen D.-U.°Versahr«nS ein Loskommen von den Preußen nicht so leicht ging, um so weniger, alz ich ja meine Einziehung nur als eine Maßregelung auS pelitischen Gründen betrachtete. Aber nach den für die Mordkommissionen gegebenen Bestimmungen mußte ich ja ohne weiteres loSkominen, daS war mir gewiß. Meine Schreib«» Herrlichkeit sollte auch nicht lange dauern, ich wurde zu den Pionieren versetzt, kam aber dort vor die Kommission und wurde sofort für dauernd kricgsunbrauchbar erklärt und bald bis auf weiteres be» urlaubt. Man entließ mich aber nicht, sondern zahlte mir monatelang Löhnung und Verpflegung weiter, um mich weiter unter der Fuckiel der Militärgesetze zu halten. Und dabei war ich nur ganze fünf Wochen Soldat. Da kam das Hilfsdienstgesetzl Eines Abends fand ick, einen Brief aus Juttaschin im Kreise Rawitsck vor, in dem mir eine Polizeiverwalterstelle angeboten wurde. In meinem Heimatsorte, dem Hauptorte der deutscheu Glasindustrie, hätte ich ohtte weiteres in einer Glashütte oder auf einem Amte eine Stelle bekommen können, aber das durste nicht sein. Weit, weit weg mußte ich, in die Polakei und ausgerechnet nack» Juttaschin im Kreise Rawitsch. „Unser Bürgermeister ist aus dem Felde der Ehre gefallen." so hieß es in dem Briefe, den mir der Beamte des Ortes schrieb, der mir mitteilte, daß rr allein di« MagisttaiSgeschäste führte und die Kassensachen auch weiter bearbeiten wollte, während ich die Ge» schäfie des PolizeiverwaltcrS übernehmen sollte. Auch das für mich zuständige Bezirkskommando überwies mir unter den üblichen Strafandrohungen dies« Stelle und forderte mich auf, meine» Lebenslauf dem hochweifen Magistrat zu Juttaschin einzusende», ttr. 566 ♦ 36. Iahrgeag 1. Seilage öes Vorwärts Mtkwoch, 5. Nsvember1H19 Die belgisthen Deportationen. (Schluß aus der Abendausgabe.) Abg. Dr. Sinzhrimer: Sie sagten, daß ein Ineinandergreifen der Wilsonschcn Friedensaition und unserer eigenen Aktion vünschenswert gewesen wäre. Dann hätte eS doch am nächsten gelegen, wenn man dem Präsidenten mitgeteilt hätte, daß wir eine eigene Aktion »»achten und hofften und wünschten, daß Wilson diese Aktion er- ganzen möchte. Nun ist aber dem Grafen Bernstorsf aus- drücklich mitgeteilt worden, unsere Absicht,«in« eigen« Friedens- aktion zu machen, streng vertraulich und nur für sich per- sönlich zur KemntniS zu nehmen. Wenn von einem Doppelspiel die Rede war, so sollte damit gesagt sein, daß Wilson» dessen Friedensaktion wir herbeigefühn hatten, von unserem eigenen Vorgehen nichts erfahken sollte. v. Bethmanu Hollweg: Welch? Lage hätte sich ergeben, wenn ich den Grafen Vernitorff beauftragt hätte, dem Präsidenten Wilson von unserem Friedensangebot Kenntnis zu nehmen, und wenn Wilson dann gesagt hätte, wir möchten das unterlassen, er möchte selbst einen Friedensappell an die Welt richten. Da» hätte doch zur Voraussetzung gehabt, daß ich Wilson zu meinem Geschäftsführer ernannt hätte, daß ich ihm eine Disposition über unsere eigenen Aktionen eingeräumt hätte. Das aber konnte ich gar nicht tun angesichts der Beurteilung der Persönlichkeit Wilsons durch die Mehrheit des Volkes. Was wäre «oh! passiert, wenn herausgekommen wäre, daß der Reichs- k a n z l e r alle zukünftigen Aktionen Deutschlands in das Er- messen Wilsons gestellt hätte. Ich wäre an demselben Tage von .meinem Platze weggefegt worden. Di« Pflicht, den Präsidenten Wilson zu unterrichten, hatte zur Voraussetzung, daß ich«ich mit eigenen gefesselte« Hände» in die Hände des Präsidenten Wilson begeben hätte. Da» In- einandergreifen der beidcn Aktionen hat aber trotzdem ftattge- funden. Wir hatten am 22. November den Grafen Bernstorsf von der Absicht, ein Friedensangebot zu erlassen, in Kenntnis gesetzt. Graf Bernstorsf hat kein« Bedenken dagegen ge- äußert, vielmehr hat nach der Berichterstattung de» Grafen Bernstorsf unser Angebot den Pazifismus in Amerika ge- stärkt. Gerade wenn Wilson von der öffentlichen Meinung seines Landes so abhängig war, und wenn nach den Berichten des Oberst H o u s e an den Grafen Bernstorsf Wilson durch die öffent- liche Meinung gehindert war, ernsthaft ötwaS gegen England zu unternehmen, mußte eine Stärkung der pazifistische« Bewegnng in Amerika für Wilson von größtem Wert ftin. Man muß doch auch bedenken, daß die Plattform, aus der Wilson zum Präfidenten wiedergewählt war. die Plattform d«S Frieden» war, verbunden allerdings mit„pr-parednelo fer war'. Wenn die eine dieser beidcn Plattformen durch unser Friedensangebot gestützt wurde, so waren die Absichten des Präsidenten nicht durchkreuzt, sondern wurden gefördert. Vors. Abg. Warmnth zum Grasen Bernstorfft Sie hatten am 22. November telegraphisch von der Absicht, ein Friedensange- bot zu erlassen, Kenntnis bekommen. WaS haben Sie daraufhin veranlaßt? Bei den Akten befindet sich keine Antwort von Ihnen. Graf Bcrnstorft: Ich habe gar nichts unternommen, bin aber mit Oberst Houfe fortlaufend in Verbindung gewesen. Ich habe die Mitteilung vom 22. November als die Ankündigung einer feststehenden Tatsache angesehen, an der doch nicht» mehr zu ändern war. Ich habe auch niemnlZ angenommen, daß unser Friedens- angcbot die Bermittlnng Wilsons verhindern würde. Ich habe nur an eine Erschwerung der diplomatischen Stellung Wilsons infolge dieses Friedensangebots geglaubt. Erst später habe ich bei Besprechungen mit Oberst House gehört, daß Wilson be- fürchtete, daß unser Friedensangebot eine geringere Nei- g u ng bei der Entente erwecken würde, fein« Friedensvermittlung anzunehmen. � Nunmehr wendet sich die Verhandlung der Vennchnnmg des Staatssekretärs Zimmermann zu. Vorsitzender Abg. Warmnth: Nach«wer Mitteilung der.Vofsi- scheu Zeitung' haben Sie in einer vertraulichen Be- sprechung mit der Presse erklärt, daß wir unser Frieden». angebot am l2. Dezember erlassen hätten, um der Wtion d?Z Präsidenten Wilson zuvorzukommen. Zimmermann: SS ist mir sehr wohl evinnerktch, daß ich eine derartige Denverfung gemacht habe. Ich habe mich dabei wesentlich von innerpolittsche« Erwägungen leite« lassen. Eine Friedensvermittlung Wilsons war der Mehrheit deö deutschen Voltes und de» Reichs logS«n höchsten Grad« u n s y m- p a l h i s ch Auf der anderen Seite konnte ich mich der Sorge nicht verschließen, daß unser Frieden«angebot nicht nur im Ausland, son. dern auch hei uns«ls eine Bitte um Frieden und als Zei- che» der Schwache ausgelegt werden könnte und daher verurteilt werden würde. Desiw-lb tan es mir darauf an, daß die deutsch« Presse möglichst geschlossen hinter die Aktion der Re- gierung treten möchte, iv«l ich mir daraus bei den Feinden und bei den Neutralen die Wirkung versprach, daß da» deutsche Volk geschlossen hinter dem Friedensangebot stünde. Um dieses Ziel zu erreichen. Hab« ich mich damals dieser Wendung bedient. Ich habe den Herren von der Presse gosagt, daß ein« FviedsnSbermtttlung deö Präsidenter. Wilson uiwwtMbar bevorstehe, daß wir unS einer solchen Vermittlung nicht würden entziehen können, wenn wir wnS nicht einen so gewichtigen Neutralen wie Wilson jum Feinde machen wollten. Ich habe auch darauf hingewiesen, daß der größte Teil unseres Bolle S eine« Schritte Wilsons nnsympathisch gegen Lberstehon würde, und fuhr dann fort: Um diesem uns unsympathischen Schritt vorzubeugen, habe» wir uns en-schlössen, mit einem eigenen Friedensangebot hervorzutreten, gewissevmaßen, um dem Präsidenten zuvorzukommen. Diese Gründe haben mich bei metner Erklärung an die Press« geleitet. Sie haben mit den Gründen de» Kanzlers für das Fric�enSangebot nichts zu tun. Für mich war dies eine Frag? der Tattik, die erreichen sollte, daß die Presse einheitlich hinter die Regierung trat. Abg.� Gorhein: Sie haben aber auch i» Hau»halt»auS- s ch u ß ähnliche Ausführungen gemacht. Sind Sie nicht aus de« Gedanken gekommen, daß au« einer'olchen Besprechung mit der Presse Einzelheiten verraten werden könnte», und daß man dann diese Haltung, um«S zart auszudrücken, als Widerspruchs. voll ansehen könnte? Zimmermann: Ich habe auch eine solch« Erklärung im HauS- bnltSauSschuß abgegeben. Ich habe auseinandergesetzt, auS welchen Gründen wir eine Friedensvermittlung Wilson» in dem Sinne, baß der Präsiden: eine Friedenskonferenz einberiefe und auf ihr als»rbiter muncli, als ehrlicher Makler, aufträte, nicht wünschten. Wohl aber wüm'cht« ick, einen Frieden». ichritt des Präsidenten m dem Sinn«, daß er den Anstoß zu Friedensverhandlungen gab. I» diesem Sinne waren auch mein« Instruktionen«halten, und einen Widerspruch kann ich nicht anerkennen. Ich habe natürlich geglarlbt, mich auf die strengste Vertraulichkeit der Herren von der Presse der- klssen zu können) sie waren mir all- zuverlässig bslgnut. Abg. Gothein: Zu dsc Zeit, als diefe Mitterlungen in der Pressekonferenz gemacht wurden, ambierte je Wilson gar nicht, als Vermittler auszutreten. Er wollte nur die Partsien anden Ver» Handlungstisch bringen. Zimmermann: Sehr wohl. Aber e» beftarid die Möglichkeit, daß Wilson mit einem solchen Verlangen hervortreten würde. IedeusallS wüuschte ich eine Einheitlichkeit in der Presse und im Volk. Wenn ich da gesagt hätte, Wilson wolle eine Friedensvernritt- lung anregen, so hätte das nicht genügt. Ich mußt« sagen, daß Wilson den Frieden vermitteln wollte. DaZ wollten wir veruieiden und, um dem zuvorzukommen, griff ich zu diesem taktischen Manöver. Abg. Dr. Sinzheimer: Wir hatten die Wilsonsche Aktion ein- geloitet. Dieses Verhalten der Presse gegenüber aber bedeutete dann eine Beeinflussung der Presse gegen Wilson und gegen die Aktion, die wir selbst hervorgerufen hatten. Zimmermann: Wilson hatte gezögert, und deshalb hatten wir uns entschlossen, mit unserem Angebot hervorzutreten. Mir kam es nur darauf an, die öffentliche Meinung für unser An- gebot zu erwärmen. Rücksichten auf den Präsidenten Wilson traten dabei zurück. Die Press« war damals gegen Wilson außerordent- iich ernger-vmmen. Um nun unser Friedensangebot verftemdlich zu machen, sagte ich, daß wir dem uns unsympachischen Angebot zu- vorkommen wollten. Abg. Dr. Sinzheimrr: Ich spreche nicht davon, daß Sie für Wilson eintreten sollten, wohl aber für die Aktion der Regierung. Vorsitzender Abg. Warmuth: Ihnen war es nur darum zu tun, für da» deutsche Angebot Stiumnung zu machen? Zimmermann: Absolut, alles andere trat in den Hinter- gvund. Minister Dr. David: Nachdem wir beschlossen hatten, mit einer eigenen Friedensaktion vorzugehen, war dem Grafen Bernstorff telegraphisch die Mitteilung geworden, wir zögen gleichwohl vor, wenn Wilson sein« Aktion vor der unsvigen machen würde. Die Ausführungen der Presse gegemiber laufe» auf das gerade Gagen- teil hinaus, dsain sie besagten, daß wir unsere Aktion vorzöge» und nicht wünschten, daß Wilson seine Aktion vorher machte. DaS ist das direkte Gegenteil von d-m, was der Presse mit- geteilt wurde. Der Zeüjj« nennt das ein taktische» Ma- n ö v e r. Stand er nun innerlich auf dem Boden der Politik, die«S für vocteilhafter hiev, wenn Wilson sein Friedensangebot vorher macht?, oder wünschte er tatsächlich, daß wir Wilson zuvor- kornnten müßtet? Zimmermann: DaS Datnm der Instruktion«» an Graf Beenstvrff und an die Presse muß aarSeinandevgehaki«« werden. Die Instruktion an den Gvasen Bernstorff erging«cm Ski. kkevein- ber. Damals stand ich durchaus«uf dem Elandp-uuSt, daß ei» Schritt der Mittelmächte MZ Bitte um Frieden und Zeichen der Schwäche vom AuSiattt uufc daheim aufgefaßt werden müßte. Andererseits glaubte ich, daß ei« Friedensangebot der Mittelmächte von der Entente leichter abgelehnt»Verden könnte als»in« Frie- denSanregung Wilsons. Selbst wenn die Witsonsche Friedens- anregung abgelehnt worden wäre, wäve es vorteilhaft für uns ge- wesen. weil es unsere Stellung gegenüber dem Präsidenten und der ganzen Welt gebessert hätte. Wir hätten Wilson von seiner Voreingenommenheit für unS befreit und hätten chn zu einer schärferen Stellung gegen sein« Feinde veranlaßt. Das nahm ich wenigstens an, und deshalb habe ich damals nach WashWgton telegraphiert, daß wir einer FriedenSanreglina Wilsons einem deutschen Schritt den Vorzug geben würden. Ich nahm natürsich«rn, daß Wilson sich schnell entschließen würde. Aber dann kam die Unterredung mit Lausina, in der Oansing sagte, die belgischen Deportationen hätten eine schlechte Stimmung gegen unS hervorgerufen. Ich sah darin eine Vertröstung ad calendas Kraecas. Graf Bernstorff telegraphiert« uns, daß Wilsons Schritt sich bis Neujahr hinziehen könne, daß aber auch das noch zweifel- Haft wäre, denn er müsse Rücksicht nehmen aus die öffentliche Meinnn». Der Schcrtt Wilsons war als» unsicher geworden. UnS aber kam eS darauf an, den Frieden so schnell wie möglich herlteisufühven. Wir wollton einen weiteren Winterfeldzug ver- meiden und wünschten einen FrtehenSschvitt noch vor Weihnachten. Nun war Bukarest gefallen, ein EooigmS, das m der gnit. zen Wett Eindruck gemacht hatte. Noch entom solche» Erecgnis war ei schwer, von uns zu behaupten, wir wären schwach un>d drohten zusammenzubrechen. Außerdem verschloß ich mich nicht dem auch vom Reichs konzler betonten Gesichtspunkt, daß wir un- serem Volte den Nachwe-iö schrkdig wären, daß es»n im» nicht läge, wenn da» Blutvergießen sortgesetzt würde. Alle dies« Gesichts- punkte veranlaßten«ich, auch dem Friedensangebot vom 12. De» zember zuzustimmen. J« diesem Zusammenbang habe ich am Vormittag de» 12. Dezember au» taktischen Gesichtspunkten die erwähnt« Aeußerung in der Pressekonferenz gemacht. DaS kann natürlich wre»in Widerspruch orscheinen. Aber daS sind eben Mittel, von denen man als Politiker Gebrauch mache» mutz, wenn man ein bestimmte» Ziel erveichen will. Minister Dr. David: Durch die Erklärung LansingS soll eS zweisckhaft geworden sein,»b Wilson überhaupt e-ui FrtedcnS- aagebot machen würbe, mindestens«oäre»S in«vite Ferne gerückt. Wenn da» richte ist, dann ist es erst recht nicht v e r st ä n d- lich, wie man der Presse sagen konnte, wir«oll-en unser Frie- den sangebot rasch machen, um Wilson»uvorzukommcn. Dann war eine solche Eilegarnichtnötig. Im übrigen hat ter Zeuge naöhmalS erklärt, daß er S auS iimer- und außenpolitischen Grunde» für besser gshalten hätte, wenn die Wisionsche Aktion vor der unsvigen gekommen wäre. Das liegt in der Tat auf der Hand. Selbst wenn die Wstsonsche Aktion gescheitert wäre, so hätten wir ans dies« Weis« Wilson auf unserer Seite gesundem. Da» hätte namentlich im Auge bel-clteu»erden müsse», um da» groß« Ziel zu erreichen, Amerika neutral zu hak.te*. Wilson wäre unser Verbündeter gewesen bei der ganzen Aktion.(Heiterkeit.) Jawohl, wir wäre» Wilsons Verbündete gewesen bei einer Aktion Wilsons zur Herbeiführung des Frieden». Wils»« hätte ein An- gebot gemacht, wir hätten unser Einverständnis erklärt. Die Entente wäre ober auf der Gegenseite gewesen und hätte die Aktion Wilson» verhindert. Wenn die Sache so gelausen wäre, so wäre das für uns außerordentlich wichtig gewesen. Denn wir hätten -verhindert, daß Amerßkn seine Neutralität ausgab. Da» hätte da« höchst« Atel der deutschen Politik sein«üffcn, und Km-ni verstehe ich nicht, daß von der ReichSieittrng erklärt«-erde» konnte, wir müßten Wilson zuvorkommen. Das ist unbagrei stich. Zimmermann: Man kann heute nicht sagen/ welche Möglich- ketten hätten einttetea können, wenn dies»der tene» nicht gemacht oder unterlassen worden wäre. Das sind alle» Berinueungen. Hier aber� handelt es sich um Tatsachemfeststellung. Ich kann dem Müttster David nur bestätigen, daß ich eiuom Schritt W i l- sons den Borzug gegeben hätte. Aber dieser Friedensschritt kam nicht, urb»ir konnten nicht mehr»arten. Ich hoffte, daß Willssn sich nun unserem Schritt anschließen würbe. Er hatte s»- lange gezögert und konnte sich nicht wundern, wenn wir uns nun zu einem eigenen Schritt entschlossen. Die entgegenstehen- den AuSftrhrv- igen von der Pressekonferenz entspringen tak» tischen Erwc ungen. Dr. David hätte e» vielkeicht anders ge- macht, aber ich stand eben einer LrrmitUung Wilsons von vorn- herein skeptisch gegenüber. Dafür hatte ich eine ganze Reich« vaa ©rixiriden. Vorsitzender Warmuth ruft dann den im Presseraum an- wes enden BerlagSdirektor Georg Bernhard als Zeugen auf und vereidigt ihn. Georg Bernhard gibt Auskunft über die erwähnte Aeußerung. Es handelt sich nicht um die sogenannte Pressekonferenz, sondern um eine besondere, vertrauliche Besprechung im Auswärtigen Amt, cm der die Chefredakteure der großen Blätter teilnahmen. Sie fand am 12. Dezember, kurz bevor der Reichskanzler seine Rede hielt, statt. Ich habe die Ausführungen des Staatssekretärs damals so verstanden: ES drohte ein« FriedenSaktion van Wilson. Vorsitzender Warmnth: Drohte? Georg Bernhard: Ich habe es so verstanden. Ich habe der FriedenSaktion Wilsons sehr skeptisch gegenübergestanden. Ich nahm an, daß Amerika so sehr an der Seite Englands stand, daß es nicht möglich sei, daß der Präsident Wilson eine unpartei» ische Aktion vornehmen könne. In den Worten des Staatssekretärs habe ich ein« Bestätigung meiner Auffassung gesehen. Ich nahm an, daß der Staatssekretär derselben Auffassung ist, daß aus irgend. einem Deutschland ungünstigen Grunde Wilson eine Frie. denSaktton vorhiabe. und daß, um diese zu verhindern, wir das deutsche Friedensangebot machten.(B e w e g u n g.) Erst diel später habe ich erfahren, als Bernstoff zurückkehrte, daß auf unsere Beeanlassung der Präsident eine solche Friedens- aktion vornehmen wollte. Nachdem ich von diesen Dingen Kennt. niS erhalten hatte, wies ich in einem Artikel der„Vossischen Zei» hing' daraus hin, daß damtt eine neu« Situation geschaffen sei, daß hier ein Doppelspiel vorliege, daS ich persönlich für höchst be- denklich halte. Nachdem ich erfuhr, was in Amerika vorgegangen war. war ich aufs höchste erschreckt über den Doppelsinn der Mitteilungen d«S Staatssekretärs. Auf eine Frage des Vorsitzenden erklärt der Zeug«, daß er sich des Worlaut» der Aeußerung de» SwatSsekretärS nicht mehr er. innere, daß aber ein Kolleg« ihm erklärt habe, der Staatssekretär habe gesagt: Wir machten daS. damit der Wilson seine Finger nicht in der Pastete habe. Dieser Kollege war der Chefredakteur Bäcker von der„Deutschen D a g e S z e i t» n g". Ich war sehr er- staunt Über die Bekundung deS EtaatSsekratärS, daß er die Presse damals irrtümlich informierte. Ich mußte annehmen, daß d»S. was dort der Presse gesagt wurde, tnirchauz den Tatsachen entspricht. Ich habe od nicht für möglich gehalten, daß man eine Anzahl sübrender Persönlichkeit»« der Presse zusammenberuft, sie auf strengste Bertvrulichkeit verpflichtet, um sie dam» hinters Licht zu führe». Abg. Gothein: Ist«S in solchen Fällen die Absicht der Regierung, daß die Presse in diesem Sinne weiter arbeitet, der ange. kfeben wurde? Georg Bernhard: Die Presse lernt dir wirklichen Motive der Regtetamg kennen und schreibt nun nach ihrer Parteistellung und persönlichen Auffassung da», waS sie für richtig hält. Aber unter Würdigung der richtigen Motive der Regierung. Damtt ist die Vernehmung de» Zeugen Bernhard be- endet. ES werden weitere Fragen an den Staatssekretär Zimmer- mann gerichtet. Abg. Cohn fragt an, ick der Staatssekretär die Aeußerung getan habe: Das Gute bei' dem Bruch mit Amerika sei, daß wir diesen Herrn als FriedenSvermittler jetzt los sind. Staatssekretär a. D. Zimmermann: Ich war der Ansicht, daß bei einem einigermaßen neutralen Verhalten Wilsons der Bruch zu vermeiden war. Ich war daher schwer enttäuscht. Wenn ich eine solch« Aeußerung getan habon sollte, dann nur in dem Sinne, daß es bei einem solchen Verhalten Wilsons wohl beffxr sei, daß wir mtt seinen Friedensvermittlungen zu Ende gekom- tnen seien. Abg. Gothein: Sie waren enttäuscht über Wilson? War das Auswärtig« Amt nicht stets der Meinung, daß die Erklärung des U.-BooteKriegeS nicht bloß zum Abbruch, sondern auch zum Kriege mtt Amerika führen würde? Zimmermann: Gewiß, aber e» kam eine neue Wendung dadurch herbei, daß Wilson die FrtedenSvermittlung anbot. Wir sind auf diese letzte Chance, die sich bot, eingesprungen, um die Gefahr eines Krieges mit Amerilla zu vermeiben. Unser Tele- gramm war reckst entgegenkommend abgefaßt. Der Wunsch, zu einer Verständigung zu gelangen, kommt darin zum Ausdruck. Wir konnten leider die N-Boot-Wafse nicht sofort abstoppen, weil das technisch unmöglich war. Wir erklärten unS aber sofort be- reit, den U-Booi-Knea einzustellen, wenn Wilson FriedenSver- Handlungen in Aussicht stellen konnte. Er hätte das durchfetzen können, wenn er eS wirklich gewünscht hätte. Vorsitzender Warmnth bittet um Auskunft über die Deportationsfrage der belgischen Arbeiter nach Deutschland. In einem Telegramm des Wiener Bot- schafterS Wedel vom 21. Dezember 1916 wird erklärt, daß Gerard «s für außerordentlich wichtig hält, daß die Deportation aushört. Sie habe außerordentliche Empörung in Amerika hervorgerufen. Zimmermann: Ich war ein sehr scharfer Gegner dieser Maßnahm«, weil sie außenpolitisch sehr schädlich war. Ich habe meinen Standpunkt an den geeigneten Stellen vertrete». Aber die militärischen Notwendigkeiten waren ausschlaggebend. Ich Hab« versucht, nach Eingang des Telegramms diese Deportation rückgängig zu machen oder wenigstens zu mildern, damit ich in der Lage war, unseren Feinden zu sagen: Die Sache ist durch» aus nicht so schlimm. Es war für mich sehr fatal. Vorsitzender Warmuth: Konnten Ste nicht in noch ititen- fiterer Weis« dagegen auftreteki. da Sie die politisch« Stimmung in Amerika kannten? Zimmermann: Ich Hab? intensiv eingegriffen, soweit es mir möglich war. v. Bethmann Hollweg: Vom politischen Standpunkte aus waren mir diese Deportationen im höchsten Grade unerwünscht. Sie sind als militärische Notwendigkeiten begründet worden, um daS Hindenburs-Programm ausführen zu können. Trotzdem habe ich in voller Ucbereinstimmung mtt Bifsing dafür gewirkt, daß die Härten basettigt würden. Ich habe mit Bissing in Berlin darüber verhandelt und ihn veranlaßt, nach Pleß zu fuhren und mit Htndenburg und Ludendorff weiter darüber zu sprechen. Bifsing hat dort auch gewiss» Milderungen durchgesetzt. Ich habe mich weiter um Abstellung der Hart«» bemüht. Es han» deit sich um«ine Maßnahme, die von der Heeresleitung al? mili- tärisch zwingend bezeichnet wurde und die mit u n g ü n st i g e n politischen Folgen verknüpft war. Soweit es mir möglich war, habe ich gegenüber diesen militärischen Maßnahmen meinen politischen Gründen zum Durchbruch zu Helsen versucht, Dr. Stnzheimer: Mt d�n Einzelheiten dieser Frage vtrd sich ein anderer Ausschutz beschäftigen. Es war eine hochpolitisch« Frage, die den formellen Protest Amerikas und der Schweiz her- borrief. Die politische Leitung konnte also hier dem Mili- tär gegenüber ihren Willen nicht durchsetzen? Zimmermann: Es war mir nicht möglich, mein« politischen Gesichtspunkte gegenüber den militärischen Notwendigkeiten durch- zusetzen. v. Bcthmann Hollweg: Die militärischen Interessen standen den politischen entgegen, die Friedensaktioncn Wilsons sind aber dadurch nicht gestört worden. Es dürfte sich hier nur darum handeln, ob die belgische Abüeiterdeportation mit dahin gewirkt hat, datz die Entente unser Friedensangebot so kategorisch zurückwies, wie auch die Friedensnote Wilsons beantwortete, die als Ablehnung erscheinen mußte. Es ist erklärlich, datz die Empörung über die belgische Arbeiterdeportation hierin mitgewirkt hm; aber der Hätz, die Verleumdung Deutschlands alz Barbarenvolk— wir wurden in England nur noch Hunnen genannt und im französischen Weinte„Boche" liegt auch keine besonders liebenswürdige Ein- schätzung unserer Eigenschaften— wurden genährt durch viele Verleumdungen auf Grund angeblicher Greueltaten, deren sich unsere Soldaten generell in tierischer Leidenschaft schuldig gemacht haben sollten. So wurden wir allgemein eingeschätzt. Ob die bei- gisd* Arbeiterdeportation schließlich der ausschlaggebende Moment gewesen ist, ist mir doch zweifelhaft. Hinsichtlich deS Gegensatzes zwischen Militär und Politik bin ich der Ansicht, daß, wenn die Sache so duräbgefüchrt worden wäre, wie Freiherr von Bissing es ursprünglich beabsichtigte, die Angelegenfeit sich hätte dölkerrechtlich vertreten lassen können und datz diese Erregung nicht Platz gegriffen hätte. Wir waren ange- sichtS der unbegrenzten Munitionszufuhren, deren sich die Entente zu erfreuen hatte, vollkommen abgeschnitten von der Zufuhr von Rohstoffen, und wir waren auf die Ausnutzung aller Hilfsmittel iur Jnlande angewiesen. Da kann man den Standpunkt der Militärverwaltung verstehen, datz das alleräußerste geschehen müsse, um die notwendigen Arbeits- kräft« für die Munitionsbeschaffung sveizubekommen. Das mutzte auch ich als Reichskanzler anerkennen. Wogegen ich eingeschritten bin, war die Vermeidung übler Folgen, die aus der aufgeregten 'Stimmung im Auslairde entstehen konnten. W'r mochten tun was wir wollten, wir blieben die Barbaren und Hunnen, die unter- drückt» und bestraft werden mutzten. Das stand nun einmal bei der Entente fest. Wären die Ansichten des Freihcrrn von Bissing in ursprünglicher Form durchgeführt, so hätten wir allen Einwen. düngen entgegentreten können. Ich bin überzeugt, eZ wäre nichts passiert an Roheit und Härten und von all den üblen Dingen, von denen �vir wissen, datz sie bei der Ausführung dieser Angelegen. heit passiert sind. Gegen diese bin ich eingeschritten. Abg. Dr. Sinzheim»: Ist Ihnen bekannt, daß damals Tausende von Menschen gestorben sind, und als die Belgier hierher transportiert waren, di« nötige Arbeitsgelegenheit nicht vorhanden war? Die Erregung, die mit der Deportation verbunden war. mutzte doch aus der Welt ge- schafft werden, um der FriedenSaktton. freie Bahn zu schaffen? v. Bcthmann Hollweg: ES ist allgemein bekannt, daß mili- t ä r i s ch e Noiwendigkeiten fortgesetzt in die politischen Matznahmen h i n e i n s p i e l t e n. Ich darf wohl daran erinnern, daß dieser Dualismus schließlich schon 136? und 1876 vorhanden ge- Wesen ist, und was waren das für Minimalkriege gegen dieses Völkerringen! fBewegung.) Ich bitte doch, bei Beurteilung dar- über, wo diese beiden Gewalten gegeneinander gearbeitet haben, zu bedenken, datz die? nicht a u S bösem Willen des einen oder anderen geschehen ist, sondern in der Ueberzeugung, dätz die Verantwortung von der einen oder anderen Gewalt getragen werden mutzte, datz diese Forderungen durchgesetzt werden müßten für die Rettmig unseres Volkes und Vaterlandes.---—;---------— Vorsitzender Warmuth: Ist nicht in scharfer Form festgelegt worden, datz durch die Deportation der Belgier nicht.die Friedens- aktion gcfäbvdet werden dürfe? v. Bcthmann Sovweg: Ob diese Gegensätze ick akuter Form festgelegt wurden, weitz ich nicht. Die Oberste Heeresleitung war von den Erregungen über die Deportation selbstverständlich unter- richtet, sie brauchte ja nur in eine Zeitung hineinzusehen. Die militärische Leitung war der Ansicht, datz ohne diese Maßnahme das Hlndenburgprogramm nicht durchzuführen sei. DarauS ergibt sich auch die Situation der politischen Stellen. Patz viel« Belgier gestorben sind, weitz ich. Ich weitz, datz Krankheiten schauderhaft un�er ihnen gewütet haben. Es ist mir auch bekannt, daß die Arbeitsgelegenheit nicht in genügendem Matze vorhanden war in dem Moment, als die Deportierten hier eintrafen. Ich habe den militärischen' Stellen nahegelegt,_ alle Belgier, die nach ihrer Persönlichkeit für die Arbeit nicht geeignet waren, sobleunigst zurückzuschicken. Abg. Dr. Sinzheim»: Sind nicht von anderen neutralen Mäch- ten außer der Schweiz Vorstellungen wegen der Deportation ge- macht worden, ist nicht vor allen Dingen von Amerika ein Protest eingelaufen? Zimmermann: Das mutz sich aus den Akten ergeben. Ein Protest auS Amerika ist eingegangen. Abg. Dr. Sinzheim»: Von einer Reihe unserer Gesandten sind dringende Berichte über die Schädlichkeit dieser Matznohme eingegangen, so auch vom Grafen Bernstorff. Zimmermann: Uns lag daran, in dem gegebenen Zeitpunkt der Friedensvorbereitung diesen Stein des Anstotzes zu beseitigen. v. Bethmann Hollweg: ES wäre politisch logisch daS Richtige gewesen, wenn dieser Stein de? Anstoßes wirklich beseitigt worden wäre. Aber wie war die Situation? Auf der einen Seite wird von der Heeresleitung diese Maßnahme als WegSrnckwendtg bezeichnet, guf der anderen GeNe besteht Skepfi» wegen d» Friedensaktion Wilsons. Abg. Sinzheimer: Als es sich um das Hilfsdienstgesetz han- delte, haben Sie doch darauf gedrängt, datz dieses Gesetz aus politischen Gründen nicht vorzeitig veröffentlicht würde. ES bestand damals doch die Möglichkeit, inländische Arbeitstüchtige der Mili- tärverwaltung genügend zur Verfügung zu stellen. Abg. Dr. Cohn: Sie begannen Ihre erste Rede im Reichstag damit, daß dem belgischen Staa: und Volk ein Unoecht zugefügt worden sei. Für die Beurteilung der deutschen Kriegsführung ist dieses Anerkenntnis von größter Wichtigkeit geworden. Wäre das nicht Anlaß gewesen, die Gefahr eines erneuten Unrechtes zu beseitigen und diese zu verhindern, bevor eine FriedenSaltion unternommen werden konnte? v. Bcthmann Hollweg: Ich hätte selbstverständlich gewünscht, datz uns» Friedensangebot und Wilsons Aktion nicht durch andere Vorkommnisse des Krieges durchkreuzt worden wären, aber auch die Stellung eines Reichskanzlers ist ungeheuer schwer, wenn mili- tärisch« Autoritäten Matznahmen fordern, ohne die sie nicht glau- den den Krieg gewinnen zu können. Ich möchte mir da doch den Einwurf gestatten: Wollen wir immer nur von den eigenen Sünden und völkerrechtlichen Anomalien sprechen, wo wir einer völkerrechtlichen Anomalie gegenüberstehen wie d» Blockade durch England, durch die unser Volk aus Generationen verelendet worden ist?(Beifall und starke Bewegung.) Borsitzender Warmuth: Ist die Rede, die der Kaiser am 13. Tezemb» m Mülhausen hielt, die also am Tage nach unserm FriedenSange- bot herausgekommen»st, vor ihrer Veröffentlichirng durch das W. T. B. Euer Exzellenz vorgelegt worden? ». Bethmann Holliveg: Diese Rede ist mir nicht vor ihrer Veröffentlichung gezeigt worden. Abg. Schiicking: Bestand nicht eine generelle Anordnung, und wen trifft die Schuld, datz diese Rede bei- ihrer großen politischen Tragweite Euer Exzellenz nicht vorgelegt worden ist? v. Bethmann Hollweg: Sein« Majestät hat jedesmal, wenn er an die Front gefahren ist, was häufig passierte, An- sprachen an die Truppen gehalten, die selbstverständlich in erster Linie vom militärischen Gesichtspunkt getragen wurden. Politische Fragen haben nicht mitgespielt. Ich halbe den Vertreter des Aus- wältigen Amtes im Hauptguartier dahin instruiert, datz, wenn politische Bedenken vorliegen, mit mir vor der Veröffentlichung in Verbindung getreten werden müsse. Diese allgemeine Anord- nung hat bestanden. Eine Rede, di« der Kais» im Osten gehalten bat, wurde von mir mit kleinen Korrekturen herausgegeben. Spät» stand der ursprüngliche Wortlaut doch in den Blättern. Deshalb habe ich die Anordnung gegeben, datz wissenhaft verhütet werde, datz Reden von irgendwelcher politischen Bedeutung mir vorgelegt werden müßten. Die Frage hinsichtlich der Mülhauser Rede mutz ich negativ beantworten. Borsitzender Warmuth: Wir kommen jetzt zu unseren FriedenSbedingungen, die im Einverständnis mit Oesterreich formuliert worden sind. Abg. Dr. Sinzheim«: Die mit Baron Burian festgelegten FriedenSbedingungen vom 12. Dezember lauteten: 1. Anerkennung deS Königreichs Polen; 2. Annexion kurländischsn und litauischen Gebietes, das im Einverständnis mit dem Königreich Polen eine gute von Norden nach Süden laufende strategisch-« Grenze gegen Ruß- land bildet; 3. Handelsvertrag mit Rußland bzw. wirtschaftliche Vorteile; 4. G ar.a ntien in Belgien, welche möglichst durch Per- Handlungen mit König Albert festzustellen sind, eventuell Annexion . von L ü tt ich.axww-eä-»w.S.�L.a.n.d stnechfo.«�.--------- B. Räumung des französischen. OKupationSgebietes mit Ausnahme von Longwy und Brieo gegen RS». mung von Elsaß-Lothringen, K r i e g S e n t s ch stdsi g v n g und Kompensationen; 6. Rückgabe der Kolonien mit Ausnahmt von Kiautschou, Karolinen und Marianen, eventuell Erwerb des Kongostaates oder eines Teiles desselben; 7. Entschädigung für Ausländsdeutsche; 8. Einverleibung Luxemburgs in daS Deixtsche Reich. Dies erschien notwendig für den Fall öeS Erwerbs von Brich und Longwy. Die Bedingungen Oesterreichs lauteten: 1. Integrität d« Monarchie; 2. geringfügige Grenzverbesserung gegenüber Rußland; 3. strategische Grenzverbesserung gegen Rumänien, Eisernes Tor usw.; 4. Wiederherstellung deS Königreichs Serbien unter Abtretung an Oesterreich, Bulgarien. Albanien, wirtschaftliche Angliedexung des Restes an Oesterreich; 5. Wiederherstellung Montenegros mit Grenz» berichtigungen; 6. Selbständigkeit Albaniens unter öfter- reichischcm Protektorat; 7. strategische Grenzverbesserung gegen Italien ohne Annexion. Die Akten snihalten den Vermerk Exzellenz Bethmanns, datz er die Veving'ingen O e st e r r e i ch S für übertrieben halte, zumal die Russen tief in Galizien ständen. Diese Forde- rungen sollen nicht ein« conditio sine qua non sein, wie auS einem Briefwechsel Hindenbnrg-Bethmann hervorgeht. Nach a u tz e n hin sollten sie als Maximal bedingungen, nach innen als Minimal bedingungen ausgefatzt werden. Details blieben vor- behalten. Diese Bedingungen sind nach Uebereinftimmung mit der Obersten Heeresleitung festgelegt worden. Hindenburg forderte außerdem Kriegsentschäoigung von England für die Freigabe Belgiens. Herr v. Bethmann widersprach dieser For- derung unter dem Hinweis darauf, daß England ja die Wiedergut- machung fordere, also sicherlich nicht zu einem Schadenersatz seiner- seitS bereit sei._ tz. Bethmann Hollweg: Wenn die? so in den Akten steht, so brauche ich es ja nicht erst festzustellen. Ich habe bereits am Frei- tag in meinem allgemeinen Expose meine Ansicht über de,» Wert einer Vereinbarung über unsere Kriegsziele ausgesprochen. Ich habe während der ganzen Dauer des Krieges eine solche Vcr- eink*mn»g für eine mützige Arbeit angesehen, solange nicht die Möglichkeit vorläge, durch die Bekanntgabe der Kriegsziele Ver- Handlungsmöglichkeiten zu erzeugen. Diess Vereinbarung von KnegSzielen mit uns»em österreichischen Bundesgenossen hatte lediglich den Zweck, eine Stillegung der gegenseitigen Aspirationen, soweit sie sich kreuzten, herbeizuführen. Ich babe die ö st e r r e i ch i- Aschen Kriegsziele für weit übertrieben unv unmöglich ge- ! halten, insbesondere zu einem Zeitpunkt, wo hie russischen Armeen ( tief in Galizien standen. Aus dies» Tatsache allein ergibt sich die 'lediglich theoretische Bedeutung dies» Kriegszieleniwürfe. WaS unser«eigenen Kriegsziele anlangt, so habe ich bereits ausgeführt, datz durch eine gegenseitige und sondierende Fühlungnahme� d» bei reffenden Staatsmänner unter Berücksickiti- cning ver militärischen Gesamtlage sich»geben sollte, was in diesem Moment zu erreichen sei, oder wo wir Konzessionen machen mutzten. Erst dann sei es möglich, ein definitives Programm anfruftellen, das als conditio sine quo non anzuseben sei. Jedenfalls sollte man auf die FriedenSbedingungen kein übergrobes Gewicht leoen. Abg. Dr. Sinzheimer: Sie haben in Ihrem Vortrag am ersten Tage das Friedensangebot als ein Glied in der Bekämpfung annexionistisch» Kriegsziele bezeichnet. Diese Friedensbedin. gungen aber tragen doch auch annexionistischen Eharakt«. Wie können Sie annexionistische Bestrebungen ander» bekämpfen, wenn Sie hier von einer Annexion Lüttichs, Kurlands und Litauens sprechen? v. Bethmann Hollweg: ES handelt sich hei diesen Friedens- bedingunaan um ein Kompromiß. Die Oberste Heeresleitung hat ihre Ford»ungen vom militärischen Standpunkt aufgestellt und besonders gewisse Erwerbungen im Osten als st r a- tegisch notwendig bezeichnet. Darüber habe ich meine eigenen Gedanken gehabt. Ich bin der Ansicht gewesen, datz für uns ein Friede zu erstreben sei. der uns unser« Existenz wahre. Ein Pessi. mist bin ich nicht gewesen. Gegenüber diesen strategischen Forde-' rilngen bin ich der Ansicht gewesen, datz nach diesem Krisae eine verhältnikmätzig lange Friedenszcit uns beschieden sein würde— an einen ewigen Frieden zu glauben vermag ich auch heute noch nicht, nachdem uns namentlich die Mentalität in der Entente vor Augen geführt worden ist, mit der sie in Versailles den ew-gen Frieden begründet hat. Wir mutzten uns aber auch strategisch vor- sehen, insbesondere angesichts der unglaublichen Fortschritte der Technik, die kür die Führung eines nächsten Krieges noch alles im unklaren siehe. Die Friedensbedingungen waren also«in Kompromiß zwischen misitärischer und politischer Stelle. Uns jetzt noch nach. träglich über sie den Kopf zu zerbrechen,»st ilberflüsstg und müfsig. Der He» Bericht»statter meint, ich bewege miefc in Widersprüchen: ich wollte auf die pazifistischen Elemente einwirken und stellte dabei annexionistisch« Kriegsziele auf. Ich will dem- gegenüber betone«, die Fassung dieses Kompromisses war not- wendig, damit die ganze Sache nicht vorzeitig auseinanderfiele. Man kann nicht von einem Widerspruch sprechen, zumal doch be. kannt»st, datz ich den VerhandlungSfricden angestrebt habe. Abg. Sinzheimer: Warum wurde die belgisch« Frag« nlcht von vornherein außerhalb der Kriegsziele gestellt? v. Bethmann Hollweg: J«tzt nachträglich ist-s sehr leicht, zu sagen: alles, was ich gemacht habe, war falsch, da der Erfolg nicht für mich war.?llle Evwägungen dieser Art liegen aus der. Straße, aber eS ist unfruchtbar, solchen©«danken nachzugeben, was erzielt worden»väre, wenn man dies und das getan bätte.' Wir müssen immer die damaligen Verhältnisse berücksichtigen. Wir standen damals den Reden der feindlichen Staatsmänner und der Kollektivnote der Entente gegenüber, die vollkommen ablehnend waren und ein« Zertrümmerung und Vernichtung Deutschlaiids verlangten.«Sollten wir da sagen: wir sind die artigen Kinder, wir geben Belgien zurück ui»d auch noch Ent- schädigung? Auch bei der Stellung der einzelnen Pa-icici» im Reichstag und bei der Stimmung im Volke war das nicht m ö g- l i ch. � Ich wäre zur Tür hinausgeworfen worden. Bedenken Sie, wie die Mentasiiät des deutschen Volkes damals beschaffen war. Abg. Schücking: Ist dies« Mentalität nicht entstanden durch die V»öfkentlichungen. die beweisen sollten, was nicht zu beivenen war, daß Belgien gegen uns Absichten gehabt hÄte? v. Bethmann Hollweg: Es hat damals die Ueberzeugung be- standen, daß sich aus belgischen Akten nachweisen lasse,"daß die Belgier ihre Neutralität durch Verhandlungen mit England preisgegeben hatten. Durch offiziös« Mittulungen wurde diese Stin». nmng verbreitet. Ich habe an mein» Meinung vom 4. August fest- gehalten. Abg. Schlicking: W» trägt die Verantwortung für diese seltsamen belgischen Dokument«? v. Bethmann Hollweg: Bei d» ungeheuren Zabl von Mit. arbeite» kann ich das nicht sagen. Ich stand auf dem Standpunkte der W i e d e r«h e r st e l I u n g Belgiens. Ich habe einmal ge. sagt: Wenn es nur nicht so kommt, daß wir ein« ganze Meng« von M»lliard«n an Belgien zurückgeben müssen. Eine Wiedergutmachung, wie sie)etzt geschieht, hat mir allerdings nicht twrgeschwelst. Eine>ve, vergehende Erklärung üb» Belgien tonnte ick» wegen des schroffen Auftretens der Ententestaatsmänner nickt abgeben. Daraufhin weiden die Verhandlungen abgebrocken. Die nächste Sitzung findet am Mittwoch, vormittag 16 Uhr, statt. ES soll zunächst d» Admiral Koch vernommen werden. Schluß gegen 2 Uhr. Verein der llreidenlter für Feuerbestattang. (E. V.) Sitz Berlin. Gegr. 1905 K«s»iistsstkllk:BerIin SW68, Otanienftt. 83/31, ÖSebffn. v. 10 6. Sonnabb. v. 10-2 Uhr. Am 1. bs, Mtz. verstarb unser Mitgllrb ffsuWittlminekeclrae!' geb. Jacob, Burgsborfstr. 13. Ehre ihrem Andenke» I Die Einäscherung erfolgt Donnerstag, b. 6., mittags 12 Uhr, im Krematorium. Gerichts»!. 37/38. 183,3 Der Voretand. Wie ein Wnniler beseitin o�ÄHaussalbe ied. HautausschU Flechte n,uljuct„ be». Beiof ch» Männer, u. Frauenchor Neukölln. Am Freitag, beu 31. OS tobjr, verstarb nach kurzem Leiben unser lieber Sanges- bruber und langjähriger Kassierer Auonst Seikrit. Seine rastlose Tiiligkeli für uns. fein nie ermüdender Fleiß, feine Pflichttreue und sein offener, gerader Charatter sichern ihm ein blcibenbes'Anbenlen. Du warst einer unserBesten! Stumm schläft der Sänger. Die Einäscherung findet am Donnerslag, den 0. Noo., nachm. 4 Uhr. im Krema- torlum zu Baumschuleuweg. Kiefhvlzftraße, statt. 39/3 Diankaaeiuiff. Fvr die liebevolle Teilnahme an der Etnä,lherung«feterlich- keit meine» verstorbenen Onkel». de, Herrn lOSOD JdHds Strebblow sowie für die schönen Kranz- penden, vor allem aber auch llr dm herzlichen Nachrus de« »errn Lorffpenden de« Deut- cheu Holzarbeiter- verbände» in Berit» spreche ich hientil meinen tiefgeiiihlten Dank ou«. Witwe Krida Sun«, Berlin S U, Lehniner Str. 8. Einstellung des Personenverkehrs. Gemäss Verordnung der Reichsregierung vom 31. Oktober d. 3». wird tu der Seit vom 5. bis 15. Jtouerobcr 0. 3b. einschl. auf sämtlichen Sanpt- und Nebenbahnen der gesamte Personenzugverkrdr mit Ausnahme de» nnbebingt notwendigen Arbeiterverkehrs eingestellt.... Die Fährpläne für die hiernach noch perlehrenden Arbeiter- zllge werden aus den Bahnhöfen bekanntgegeben. Halle lSaale), den>. November 1019. 128/18 __ SifenbahndlretNon._ freu|l.-Süiid. Jteen- fotterie Haupt-Ziehung: 6. November bis 2. 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SchaD�pielhaus. t»/, uhr; Helden. Komische Oper vi, v.: liebeszauber. LiiMCHpielhau» uhfJerßroSstatlt-Kavalier Üetropol-Theatcr. 7 Uhr: Sybill \eueH OperettenhAua. vi, u. Die Game yomZirkas. Schiller-Theat. Charl. u.'sFlaclismann slsErzlelier Thalia-Theater F�aJunglerSoiupsclieln Th.ain:«allend<>rfi>lnt> 3'/. Uhr; Margarethe(Oper). Ti, Uhr: JDcr&teTgcfTe&fe Theater den Westen» 7v. v.; Cle Frao im Hermelin Sonnab 4 U.: Max und Moritz. Theater d. FrledHchstadl 7Va Uhr Dr. Stieglitz •nd Rnd. Schildkrant M'aiiner-Theater K? Eine Ballnacht. Höenz- Theater. Untergrundb. KlosterstraSe. Stadtbahn lannowitzbtücke. Nachm. 4 Uhr, kleine Preise; Rotklippohen. IX',""S 2SS.Slale Das liiere Leisen. Von Hermann Sudermann. Regie: Alfred Rotter. Erich Kaiser-Titz. Olga Limburg, Harry Lledike, Rosa Valetti,.wanefta Olly, Emma Debner, Qunold, Mamelok, Brenkendorf Sonnabend 4 Uhr, Kleine Pr; Iliinnel und Dretel. Sonntag 4 Uhr, kleine Pr Z, 384. Male: Der gute Rat. Trianon-Thearer7 Bahnnol rriedricnoiralie. Untergrundbahn Friedrichstr. Nachm 4 Uhr,«leine Preise; Schneewittchen. Täglich VjS Uhr: ZKssksrscka. Von Ludwig Fu.da. Regie: Alired Rotter. Hansi Arnstadt, Eugen Burg, Käthe Dorsch, Paul Blldt, Jul. Falkenstein, Hugo Flink, PaulaLetermann. EmmiWyda. Sonnabend 4 Uhr kleine Pr.: AschenbrUdcl. Son tag 4 Uhr, kleine Pr.; Johann{»teuer. Walhalla-Tbeater. i, Uhr Eine Frau wie Dn. Rose-Theater. TV, Uhr: Das Gesetz. Aumirais-Kino DI« beiden Gatten n der Frau Ruth:s mit Henry Poren. Volksbühne Irteati:' a. Bülowm T/2ü.: Lessing-Theater Direktion rVIctoi Barnowskv, 7; Frl. Julie. D.grüne Kakadu (Tilla Durieux, tlka Grüning, Dagny Servaes, Fritz De ius. Hans Fischer, Eugen Klöpfer, Emil Lind, Konrad Veidt). Donnerstag 7; Fräul. Julie. Der grüne Kakadu. Freitag 7: Peer Cynt. Genlscligs Riinstler-TliEater Allabendlich 7'/, Cyprlenne. (Leopoldine Konstantin, Kurt Götz, Erich Walter.)_ APOLLO THEATEK Friedrichstraße 218| Dir.: James Klein r j 7 /j Soroit.3V, u. 7' j in Die große Variete- f Ausstattungs- Schau I Die ifelt im Jabre 2000! Senta SSneland H. Lamberts-Paulsen| ' Lucle Blattner Aiex Stamer | Hedwig Qltzke Lorch Familie, Ikarier zu Pferde 1 | Sonnt 3'',(.Erwachs.| I Kirn) frei!| j Bla¥er Ssarafan ' Pnccicrho b'toinb iincihiihnf Russische Kleinkunstbühne Bülowstr. 6. ; Man in Berlin IRuss. Ballett und Balalaika. Vorvei kauf Theaterkasse 10— I,?b 6 abds u. an der Theaterk Wertheim,Leipz.S. Casino- Theater tuthrlngerstraße. TäBl.J/4RU.. Nur noch kurze Zeit! Großstadt-Pflanzen Dazu: Scbwarzwaldbüble. Operettenakt m.ViktorLitzek. Dazu erstklass. Spezialitäten Stg.'/yt: EinsauberesKleeblatl ReieiisiialL-Tiieatef Tt/jllbr und Sonntag nachm. 8 Uhr; Etetiin. Sänger nachm. haldtPr. Relchsballrn-S.: Dfinhofi-Brettl. Winter- Galten Täglich 7U, Uhr: Variete-Spielplan Rauchen gestattet! Theater am Kottbueer Ter. T�L: M�iilxpiatx 14 814. Je4U Abecd 7lii übt: Stile» Sänger v enem. Mit�L der Stettrner Sängar. 5oimc. nehm 3 Uhr HrmÄü Pröiseivoil Abend- Programm) 1 Kind fron* Raucht d gestaltet ruittfQCfi- Konzert. Heg. T.ioUhr. Voiverkl. 11— l1'« 0. 4— fl Uhr. Neues Programm! Schaubühne JÜorltzplatz (Irüher Buggenhagen). Täglich 8'/, Uhr: CiroBe Jntemitlsnaie MzkZmßje unter Beteiligung d.besten Ringer der JetztzeiL Cesamtieidpreise: 15 000 Mark. Vorher das Riesen-Variel�progr. 6 Attraktionen. Anfang 7J0 Uhr. Ahes Nähere durch den täzhchen Säulenanschlae 0 RIENT StraöslierserPlatz LUajr Klätl. Hermann Voelten Richard Beilack Georg Hertel 4 Schwestern Graß ? Zanoba? Ullrich. Duo Hugo Haoeld Gr. Tonkfinatler-KaaMti Anfang 7, konnlagt 4V, Uhr. Königstadt-Tbeater 7.30 Alexar.derstr. 21. 7.30 Variete-Spielplan. Burleske; Doktor Widerwillen CircusJJusch Tgl. 7-/� Stg.3,/,u.7,/«Uhr:| Nene Spczlalltltea u. a.: Der Kopfläufer auf dem Drahtseil. 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Derselbe muß die Geschäfte schaltskaitells führen und Imstaj tretungen Im Arbeitersekretariat zu Qticmehmf werkschaltllche Erahrungen, spjjalpo iiische nisse, organ'saiorfsthe und agitatorische Bell ist Vorbedipifunf- Die Answltong erfolgt nach den Bedingungen.des Vereins„Arbeiterpresse" nebst Teuerungszulagen. Dienstjahre werden angerechnet Der Eintritt muß sofort erfolgen, Bewerbungen sind mit der Aufschrift„B werfting» Ms 15. November 1919 an Peter Müller, Bremerhaven, A.k«fSm. 16 zn richten. Rstonmaoher Ein durchaus tüchtiger, selhottndigar Kastenmacher I wird sofort gesucht, speziefl zum Karosssriebau. I Hoher Verdienst zugesichert. Sjpracbk.nntnrsse nicht notwendig. Der Meister spricht Cwutsch. Die Reise i wird nach einer monatlichen Arbeitsleistung vergütet. T. Prands.n, Sönderall. 45, Atrirai, Dänemark. gtlrfomldM.ytobtW sucht flcllbte Mafchwen-Aibelte» rtnncn. Schwan ä Co, Mite Soobflc. 2.m 211b ilömmeRHieB. Beübte, oerlanöftt fofstt J. 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SSerr Fran� FShr fn d«r 5� nd-Branerei, Hcrmanusir. Sick— SIS. Erscheint in Massen! Gegen Wucher und Schleichhandel! Werktätige Hev5!kerung öes Nsrösns! H. November, abenüs 7V, Uhr sprechen über Hie Reichsfinanzen und öer üeutjche Arbeiter Nrnst Greiser bt b« 11/4» Pfefferbera-Brauerei, »chSvha«,«, All»« U*. Gestaltet Siefen Vsrtragsabenü zu einer Massenkunögebung gegen Wucher— gegen Schleichhanöell verein Arbeiterjugend Trotz- Ksriin. _ Zugendsekretariat W 9, Bellevuefiraße 7, III._ Mittwoch, de« 5, November, abends 7 Uhr, in den Germania« Prachtsäleu. Thausseestratze 110 SroB? fugend wfaramlung Thema: Die wahren und die faiichen freunde der fugend Referent: Franz Krttger, M. d. N. Angendgenossen in«erlstatt und Kontor, erscheint in Mafien. Arbeiter, Partei- genossen! Macht Eure schulentlassenen Söhne und Töchter auf die Bersammlung aufmerlsam; kommt selbst in die Versammlung! »'/!>' Der Bezirksvorstand. Mg. W-ÄMMM UMMWlsee. Die nächste ordentliche MliüsHiWsg findet statt ojn Donnerstag, de» 13. November 1919, abdS. 7 Uhr, jh Berlin-Velfienfee, Berliner «stee 2«, im Restanrnat»Zum ltleiner Saal) mit Wim Vetter GesellfchaftShanS, StDincm&attrr Sir. 42. Lürser. Konsumenfsn, Kansfvauen! Am 6. November, abends 7*1, Uhr Oeffentllcher Vortrag* des Herrn Job. Lfiderst n/s« iitito im Deutschen Hof, Luckauer Str. 15. amMmatmsxmmamtammmmmmmmammntommammBmmmmmmmmmmmmm Einwohner des Südens! Es gilt Kampf gegen Wucher u. Schleichhandel. Sürger, Kansfrauen, Konsumenten! Am 6. November 1919, abends 7*1, Uhr, im Lehrervereinshaus, Alexanderstr. 41, Oeffentllcher Vortrag 1,/1* Thema: Valuta u.Teuerung Redner: Hauptschriftleiter Walter Moszkowski. Bürger, Hausfrauen, Konsumenten I Erscheint in Massen. Es geht Jeden an! Sürger, Konstuneuteu, Kansfrauen! Die brennendste Frage der Gegenwart. Oeffentllcher Vortrag am 7. November, abends 7'/, Uhr, Im Lokal Rheingold, Reinickendorf, Hausotterstrafie 43. Redner: Herr Kurt Bergel. Gegen Schleichhandel und Wucher. Werktätige Sev&thernng des Ostens! Am 7. November 1919, abends 7*1, Uhr, spricht In der Patcenhof er Brauerei, Lands. berger Allee 25, Herr Ernst Greiser über: vis Heieksfinanzen und der deutsehe Arbeiter. Gestaltet diesen Vortragsabend zu einer Massen« kuudgebung g e g e n Wucher und Schleichhandel! �MSBerüoiiir*' Im Osten; G�. Frankfurter Str. 58 ImMeg: BadetraBe 47»43 L�oMbTunSSil: MShmi»>'» Kredit»<>°r Bar Kicseu-AusHain. Biliigsa Preise. Sehr kulante Belloiaaieo. GröSte KSÄÄLdl kei Irasklieit ud Arbeitslosigkeit Lieier. frtl Kbb*.— Urftr««ach aaeta«nrwän».« Krlcs.anlclh. und SpartLiuaeBbScher ochm« gtro«I» Auxahlunj;. Aege zum wirtklfaftlicljcn Wiederaufbau WS» werden gezeigt in zmi Vortragsabenden am Freitag, den 7. November, abends 7% Uhr Pharus-Sale, Müllerstr. 14». Redner: Lehrer Winter. Lege» Sucher limi wlrttchaftlldse Ausbeutung I Prachts äledes Nordens Gerichtstr. S1. Redner: Willi Vetter. Bürger, kommt alle! Arn Freitag, den 7. November, abends 7'/, Uhr: Oeffentllcher Vortrag des Lehrers Schöne Im Nordwesthotel, Turmstraße 7 Aber 11/2» Valuta ud Schleielihandel Gegen Wucher und wirlschaflliche Ausbeutung! IbCBlen, frisch» und aetalictc Frostschäden h-iltFk-sli. ton- Balsam |«it Frofiiton- Badrpuloer Bi. 4,—. Fast 30 Z. std er bewährt. Oltu Reichel, Berlin« Eisenbahnstr. 4. Prälaten- folgender Tagesordnung: h Bericht des Vorstandes durch den Borstfiendom 2. Bericht der Zahrcsrechnungs- Prüfer. l>. Beschlufifaffung Uder die Entlastung des Vorstandes und des Stendanten. 4. Beratung und Festsetzung . de« Saushailspianes. 5. Wahl der Iahresrechnungs- Prllfer. 0 Beschlußfassung über die Aenderung der ssß 20, Abs 3 :3a, 2«, 13 und«3, Ziffer"£ der Aassensatzung. 7. Wahl einer RommWon zur Vertretung des Ausschuises in SrundaUsssangeiegen» leiten(1 ArbeUgeder, 2 Ar- beiwehnier), ..... ßfosfui über die Dienstord- S. Beschlußsagung Aenderung der nung. S. Rassenangelegenheiten. Zum Eintrit sind nur die mit einer Legitimation versehenen Ausschußmitglieder berechtigt. 179/3 vor vorsland. Fendel, Lorsigeirder. » Stdubtaca Lager,«ta Orlen laliW)« und SgypNsche I Zigaretten oon 220,— M. an. j Capstans Navy Cut 285,- M. 1 M. Gnttmann, Berlin 0 27,A,ITÄ- r NLWZ alte Zäbnc, V>aN»(auch Abfälle), Sronustifte, Kontakte nfro. Nur 3 Tag« I AliNiuvch, den S., Oonnorslag, den 6. und Freitag, den 7. Nooeuider 1919 von 9—0 Uhr im yakol»Vreritzilcher Pos-,»in Anhalter S.hnhof. !l Bürger Berlins! iimM i? Diese brennende Frage beantworten Emil Unger In den Orphens-Saien, BrQekcnUr. 1 Franz FSbr im 11/6* Eeseilschaftsbans Rosen« Haler Str. 36 Herbert Berger In den Sophien- SAien, Sophlenstr. 17/18 am Freitag, den 7. November 1919, abend. 7'/, IJbr. Freitag, den 7. 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Frau ftratze 29, II. 8. ollbara, Köpenick, Augusle-Biktoriastraße 24. '»den wiederholt ne-| Herz-, Leber- o.«ierenleidea wiederholt ge- bessert.— 4. Herr K. En.ie, Ziestaur., ilhar- lellrabucg, Huttenstr. 12. Khronilcher mittel- ohrtat.r-b geheilt.— 5. Frau iSeflabetg, TBel-| Kensee, Lindenallee 8. Bon schwere« Asthma befreit.— 6. Frau«I. Zaste. Berlin, Nallendorf- I strehe W. I.»heaa-atlSMas gehellt.— 7. Herr «.«hrhardt.«r.-Lichierfe!»-, Ringstraße 62a. adrenlfchrs Hüttgeleatieidea wiederholt er- , folgeeich behandeiL— 8. Frau U. yadarF, Berlin, Rolderger Dir. MZ9 Zlernen» n, Knachen»[ hanienlzünbung geheilt.— 9. Frau prauh. Äantew, Damerowstr. 64. Laagendlutea in vier' Tagen rollstünd'.g geheilt— lu. Frau S. yerz-! mann. Schöueborg. Feurigsrraße 61. Cilerade znftei nach vlindbWrmbperalian geheilt.— I iL Herr«S.«Itter, Zriedeaan. Tponhoizirraße 56. Von kniegelenNeidea geheilt.— 12. Frau A.«ohrmbfer, Berlin,«resiauer Str. L«lies' ISISbrige» t)etjleidan gsheill.— 13. Herr 1 Ä.«uffner.»elairtendars-west.«ntonienstr. 3. > kiesrroereiterang gcheiiL— 14 Frau Y. Yagrl, Sachsenhansen der Oranienburg L Marl«uteri.- SIn.nnge» n.«eroenleiden geheilt.— 16. Frau Ww. Arttschler,«er!i». Marienburger«trotze 4«. varmgeschwulst geheilt.— 'nsoettor, 0. Heiarich. Serlir.. Friedrich. solde. erniehhos. Bon«eb.- kniitaag geheilL 16. Frau de» verru a.Sr4>...... magccolchhef. Bon®«b.- ftnitfi__.---- — 17. Herr deich Bad, Berlin, Haueiderger Str. lö. W il Alte Weinstuben B ruanenatr. 1 74, nu r n eb Qold- Sesch. Busse. Frledrlchstr. 11, r.Frankl�ir.I IZ neDlandori. >. 164. j iaralidenatr. Frisch eingetroffen Schokoladen— diverse Sorten Kakao— Kaffee Bohnen— Linsen— Reis Sultaninen Korinthen Schalmandeln/ Oclsardinen/ Reisstärke Marselller Watson, Sunlight F.P.LKafllünaiiD, Berlin, Walistr. 55. Cognac! Endlich ein guter, luckcrgesBBr., prtls- wener, krBftljcer Likör: Körners Original Stonsdorfer ZDckergesBBter Sekt.» Echt Schwärze SteinhSger, kriittig: VorxßsI.Rotwelne. Süßer Obsts-haumwein, Sülle r Maitrank, FL 3,76 Mk VaraflgL bUL««man wein«. Bon Jlleeen. an» Vlasonletden. Wassersucht.( allgear. gr.tzer Schwache geheilt.— 18 Frau j yleuaut. Hering, Berlin. Schönhauser Aller 81. Bon her Sraathei« geheilt.— 19. Frau Veriin-Ltrblenberg,«artnerstr. lü. Bon vas.b.w|ch*i «. Pop»,»f -Hr.». Leid« chr.n. Leid«», y-r,ichwöch» nnd vrrfiapsnng .»hallt.— 2a. Herr 2t. Schlabitz, Berlin, Laorivi- stran» tt. Bon Gestchlaiaga» geb> mit Radium erfoigias dehandell.— 2L f» erfo orfi «i hoiit: Herr vorher Hell- Gr»iieni>aaener Straße 26. Uschan Schmerzen ! heilt.-..... Bon gichtisch-rheuina , Bein und Fußgeien! g« heilt.- 23. Herr»astroirl«. micha-i ,.«har '----__-;a�,4 in loffeabatg.«allstr. 87. Bon chronisch«»« Leber» leiden an»«elbsuchl geheilt.- 24. Frau m. Anarr. Beclin-Liaitenberg, Scharnwebtrstr. 62. Bon Herzschwäche, Leberanschwetlnng geheilL— I 26. Sohn Paul de» Weichensteller» Herrn wllhelm HaFner. VerNli-weitend. Beamtenhauz. Bon schweren» Beinleideu»«heilt. Bein sollte ao- s genommen werden. --— Origwal-Anertcunnuzei, von s der Uhr, Behaudlungor仫« ,!ir Da.'o Sprech- und Behandlnngszeil Sonntag»ud Friertau: 9—1 l Hellnnsialtnb«sin-r Profeffor p. Mistelsk� aap radiert im An.Iand Uvrltit SO 16, ISrOckcnatra*!« 10b am Batinhof JannowltzbrOcke, Nr. 566 ♦ 36. Jahrgang 2. Seilage öes vorwärts Mittwoch, S.November 1919 GroßGerlw Sie Versammlungen am 9. November. Das Oberkommando lgez. Noske) erläßt folgende Bekannt-, machung: Für den 9. November d. I. werden alle in g e- s ch l o ss e n e n Räumen stattfindenden öffentlichen Versammlungen, die den Jahrestag zur Revolution zum Anlaß nehmen, g e> n e h m i g t. Einer besonderen Anmeldung bedürfen diese Ver-' iammlunaen nicht. Ausgenommen von der Genehmigung sind Ver- fammlnngen, die innerhalb des Raumes stattfinden, der im Norden von der Moltkebräcke dem Laufe der Spree bis zum Schnittpunkte der Stadtbahn beim Schloß Monbijou, vom Zuge der Stadtbahn bis zur Kaiser-Wilhclm-Straße, von der Aleranderstraße und dem Atexanderplatz fdicsen eingeschlossen), vom Laufe der Stadtbahn und der Spree bis zur Michaelbrückc, im Osten von der Michaelkirchstraßc, dem Michaclkirchplatz und dem Elisabcthufer bis zum Urbanhafen, im Süden vom Landwchrlanal nach Westen bis zur Hohenzollern- straßc, im Westen von der Hohenzollcrnstraße, dem Kleinen Stern, dem Kurtürstcnplatz und der Spree begrenzt wird.'In diesen Räume düifen Leisammlungen überhaupt nicht abgehalten werden. Verianimlungen unter freiemHimmel bedürfen besonderer Genehmigung; Plätze in der inneren Stadt kommen nicht in Betracht. Stratzenumzüge aller Art sind auch am 9. November im gesamten Bereiche des Belagerungszustandes ver- boten. Dahingehende Anträge können nicht genehmigt werden. Am 7. November d. I. an dem einzelne. Kreise der Be- völkeritna den Jahrestag der russischen Revolution zu feiern ge- denken, dürien Versammlungen unter freiem Himmel nicht stalifiiiden. Alle Vorschriften infolge deS Belagerungszustandes bleiben r e st l o S in Kraft. Da dem Bedürfnis der Bevölkerung nach Versammlungsmög» lichkeir am 9. November voll Rechnung getragen ist, muß die B e- achtung der geringen notwendigen Einschrän- klingen unter allen Umständen erwartet werden. Gegen Zu- widerHandlungen Wildnachdrücklicheinge schritten werden. Ter Minister nicht auf dem Katheder. In deni von den Professoren Brix und Gemzmer geleiteten Städte bau-Seminar an der.Technischen Hoch« schule' in(E h a rtt o> t e n b u r g sollte gestern der Preußische Finanzminiftcr Dr. S ü d e k u m über»Boden und Recht' sprechen. Nachdem das akademische Viertel längst verstrichen war, wurde den den Hörsal dicht füllenden Hörern, darunter vielen leitenden Persönlichkeitei: aus den verschiedensten Behörden, mitgeteilt, daß zurzeit das Vorzimmer des Ministers noch voll sei von Menschen, die ihn heute unbedingt noch sprechen müßten, um mit dem letzten Zuge vor der Verkehrseinstellung noch heim- fahren zu können; Südekum werde seinen Vortrag am Freitag halten. Als Ersatz sprang ein Professor Gemzmer mit einem Vor- trag über. Künstlerische Gestallung der Kleinbaussiedlung'. Gemz- mer, der mit Stübben sehr viel Verständnis hat für die Ideale, d'c man kurz die Haberlandschen nennen kann, leitete se'nen sonst sebi weilvollen Lichtbildervoriraa ein mit einem Hieb auf daS Wohl- fabrtsminisierium und den Wohnungsverband, welche entgegen dem begreiflichen Wunsche der Großspekulanten in Groß-Berlin den Bau weiterer Mietskasernen vorläufig verbinderten und nur Kleinbänser subventionierten. Wir wollen mit der übergroßen Mehrheit der Berliner Woh- nungskonimissionen hoffen, daß der Wohlfahrtsminister sich durch die shstemalischen Angriffe von jener Seite nicht vom richtigen Wege abdrängen läßt: Stoatszuschüsse nicht für Mietskasernen und nicht für phantastische Bodenpreise, sondern grundsätzlich nur für den Kleinhausbau! Gegen die Kohlcnschieber! Wegen zahlreicher grober Verstöße gegen die Verordnung des Kohle Verbandes Groß-Berlin, insbesondere aus dem Gebiete der Zentralheizungs-Belieferung, wodurch die gleich- mäßige Belieferung der Verbraucher schwer gefährdet wurde, ist gegen sämtliche Inhaber und führende Beamte der »Montania'-Handels-Ges ellschaft für Kohlen. Koks und Nebenprodukte m. b. H.> Charlotten bürg, Knesebeck st r. 5 und der am Konzein der„Montania' an» gehörigen Firmen Adolf Schnabel, Schlachtensee. Am Bahn- hos, A u g u st R i e m a n n, Schlachteniee, Am Güterbahnhof, Paul Wehnert Nach f., Berlin-Holensee. Güterbahnhof, An- zeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet worden mit dem gleichzeitigen an die Staatsanwaltschaft gerichteten Ersuchen. das Verfahren auch gegen die an den Verstößen beteilig« ten Verbraucher auszudehnen. Daneben ist der am schwersten belasteten Firma Schnabel, sowie den eingetragenen Inhabern derselben, den Herren Schubert und M a ch l i t t und dem Angestellten Herrn Weyersberg der Fortbetrieb des Handels mit Brennmaterialien uptersagt._ Sprechzeiten der juristischen Sprechstunde: Montag, Mittwoch und FrPtag 2— 5 Uhr; Dienstag und Donnerstag 3— Uhr; Sonnabend 3— 5 Uhr. Diebstahl an der englischen Kontrollkommission. Von dem Grundstück Behrensrr. 41 wurden in der Nacht zum Sonntag zwei der Kontrollkommission gehörende Autos gestohlen. Sie repräsen- tieren einen Wert von 50 000 M., der vom Reich ersetzt werden muß. Die Kriminalpolizei hat eine Belohnung von 1000 M. auf die Herbeischasfung tfr beiden Fahrzeuge ausgesetzt. Es handelt sich um sogenannte Sportphastons der Marke„Sunblam". Beide sind graugrün lackiert und haben amerikanisches Verdeck, dunkel- grüne Lederpolster und vier Sitze. Der eine Wagen, Nr. dl 70 047, trägt die Motornuinmer 2083 B B und die Chassisnummer 1086, der anders, Nr. dl 70 059, die Chaffisnummer 1198, seine Motor- nummer ist nicht bekannt. Schwedische Wcihnachtsgahp für deutsche Kinder. Der Deut- schen Wohlfahrtsstelle wurde vom Schwedischen Roten.Kreuz die Summe von 1 2 9 0 4 M. übermittelt, gesammelt von s ch w e d i. schen Kindern für hungernde deutsche Kinder. Für dieses Geld sollen Lebensmittel ange scharst und zu Weihnachten an solche Kinder verteilt werden, die während des Sommers nicht in Schweden gewesen sind. Kobleiivcriorgung. Von beute ob dürfen bis auf weiteres neben ben bereits durch d!e Bekam» machimg der Koblcn stelle Kröß-Berlin voin 23. September 1913 und 25. Oktober 1913 freigegebenen Abschnitten auch aus die Abschnltte 1, 11, 2t. 31, 41. bezw. 51 und 6t der 5-, l», 20», 30-, 40-Zentner-Qfenkarten Köhlen abgegeben und entnommen werden. Mit Rücksicht aus die Unsicherheit über die für die nächste« Monate zur Bcrsügrmg stehenden Kohlenzufuhren muß erneut aus die dringende Not- wendigkelt sparsamsten Verbrauchs der freigegebenen Kohlen- mengen hingewiesen werden. Sekretariat für militärische Angelegenheiten, Lindenstr. 3, 2. Hos, 4 Dr., Zimmer 10. Die juristische Sprschstunde firndet heute Bon 0—7 Uhr statt. Gine schwarze Ledertasche wurde nach einer Sitzung am Donners- tag. den 80. 11., im RcichSarbeitsamt Irrtümlicherweise mitgenommen. wichtiger Adressen und Notizen wegen wird gebeten, dieselbe beim Verband der Fabrikarbeiter, Engeluser 15, Ausg. C, 1 Tr. abzugeben. Zur Ginstellung des Personenverkehrs, die beute Stacht t2 Uhr in Krajt tritt, erfahren wir von der Eiscnbahndircktion Berlin noch folgende Einzelheiten: Ter Berliner Stadt-. Ring- und Vorortverkehr wird von der Einschränkung zunächst noch nicht bcrübrt werden. Dagegfti treten aus solgenden Strecken, die nicht zun, Vorortverkehr rechnen, die nachstehenden Einschränkungen von heule bis Sonnabend, den 15; November, ein: Aus der Strecke Nauen— Oranienburg wird der Bcrlcbr völlig«in- gestellt. Au! der anschließenden Strecke der gleichen Bahn Nauen— Beelitz-Stadt verkehren noch folgende Züge: ab Nauen 5.05 früh, 3.55 nachm. und nach Beelitz-Stadt, ab Nauen 5.38 früh nach Priort, ab Priort 7,08 früh nach Wildpark und ab Wildpart 7.06 abends nach Beelitz- Stadl. In der Gegenrichtung verkehren noch folgende Züge: ab Beelitz->stadt 7.10 vorm. und 6.36 abends nach Nauen, ab Priort 6.14 früh nach Nauen, ab Cavulh 6.16 früh nach Priort.— Aus der Strecke S ch I e s i s ch e r B a b n h o s, Wriezcncr Bahnsteig— W erneu chen tritt folgende Fahrplanänderung ein: Zug 706 ab Werneuchen 7.50 früh, ai. Berlin L.42 vorm. lallt aus, der Zug vcilchrt also nur zwischen Tiefensee und Werneuchen. Ferner fallen aus: Zug 713 ab Berlin 4.03 nachm.»nd der letzte Zug ab Wriczcner Bahnsteig Il.45 nachts. Dafür wird Zug 721 zwischen Wriezener Bahnsteig'ab 5.53 nachlS) und Werneuchen(an 7.02 abends) täglich gefahren. Außer den eben genannten Acnderungcn sollen aus dieser Strecke sämiliche zwischen Berlin und Wriezen bezw. Königsberg lNeirmark) verkehrenden Züge aus. — Der Bell ieb auf den Sladtbnbn- Fernbahn bösen Alexandcrplatz. Friedrichsiraße und Zoologischer Garten von beute ab bis�zum 15. ein- schließlich wird völlig rüden. Die über die Ferngleise der Stadtbahn ver- kehrenden Züge des Nahverkehrs fahren oder beginnen in Charlottenburg bezw. Schlcfischer Bahnhos. Daher werden die Züge der Vorortstrecke Spandau— Strausberg ab Spandau 7.24 vorm.. 2.40 nachm. und 7.32 abends, die bisher noch über die Stadlbahnfcrnglnie ver. kehrten, in Chailottcnburg enden und in Schlesiicher Bahnhos um 8,17 vorm., 3.46 nachm. und 8.38 abends nach Strausberg wieder einsetzen. In der Gegenrichtung enden die Züge ab Strausberg 7.28 vorm., 2.02 nachm. und 7.05 abends in Schlesischer Bahnhos und setzen in Charlottenburg um 8.59 vormittags, 3,37 nachmittags und 8.30 abends nach Spandau wieder ein. Sie fallen also aus der strecke Char- lottenbmg— Schlesiicher Bahnbos und umgekehrt aus.— Aus der Strecke Schlesischer Bahnbos— Strausberg fallen die Züge ab Schles. Bahnhos 3.34 abends und ab Strausberg 8.17 abends aus— Zur Bewältigung des Arbeilerverkehrs wird aus der Strecke Berlin— K ü st r i n ab Schles. Bahnhof 5.10 nachm. und an Schles. Bahnhos 10.32 vorm. je ein Zug veriehren.— Zwischen Charlottenburg und Belzig beziv. Beelitz verkehren»och folgende Züge, ab Charlotten- bürg 5.45 srüh, 12.30 mittags nach Beelitz und 3.57 nachm. nach Belzig; in der Gegenrichlung kommen aus Beelitz noch die Züge an Charlotten- dura 8.04 vorm.. 5.23 nachm. von Beelitz und 7.10 vo-m. von Belzig. — Wir bemerken noch, daß zur Fahrt mit vorstehenden Zügen nur solch« Reisende zugelassen werden, die aus Wochenkarten, AibeilerriickiaKrkaricii, Monats- und Zeitkarten reisen. Der übrige Verkehr ist ausgeschlossen. Schönebergs Lebensmittelversorgung wurde in der Stadtvcr- orduetensitzung(über deren ersten Teil wir gestern berichteten) von der nrittelständlerischen„W irt schaftlichen Vereinigung" als sehr verlustreich hingestellt. P a tz k e, der Redner dieser kleinen Gruppe, die einen Bericht über die Lebensmittelversorgung und deren Verluste gefordert hatte, wollte die ungünstigen Ergebnisse gegen die Kommunalisierung cmsspiden. Gegenüber ihm, der selber Lebens mittelhändler ist und auf seine Fachkenntnis pockit, stellte Frl. Dr. Berliner fest, daß die Mehrausgaben sich erklären aus der natürlich Kosten verursachenden Kr.iegsmatznahm« der Rationierung mit ihrer Kartenwirtschaft und ihrem Beamten- apparat. Mithin beweisen die jetzigen Verluste nichts gegen die Komnlunälisierung, die man der Bevölkerung durch Schlvarz-, Malerei verekeln möchte. Der sozialdcmokratische Redner, Genosse Herzberg, lxstte sicherlich recht mit der von ibn, geäußerten Ansicht, daß die LebenSmittelabieilung, wenn sie für sich allein wirtschaften könnte, noch yinen Gewinn aufweisen würde. Den„richtigen Ton" trug in die Debatte der Deutschnakionale Dr. Schneider hinein, der sein Stadtverordnetenmandot auch nach seiner kürzlich erfolgten Wahl zum Stadtrat behalten hat, was unter der jetzigen Gemeindevcrsassung zulässig ist. Ihn ärgert es, daß die Posten der Lebensmittelkoittrolleure nur mit Sozialdemo- kratcn und einige sogar mit sozialdemokratischen Stadtverordneten besetzt sind. Sein Kollege im Diagistrat, Stadtrat Jacobs, schüttelte chu ab mit der Erklärung, daß gerade diese Kontrolleur« sich als sehr geeignet erwiesen und wertvoll« Hilfe ge- leistet haben. In der weiteren Debatte zerpflückten unsere Genossen Kaspar, Tr. Bendiner, Schulz, Freier und Herz- berg die nur auf Agitationswirkung abzielenden. Ausführungen des Deutschnationalen Dr. Schneider und beleuchtete,! das d i e Lebensmittelversorgung er schwer ende Treiben der ihm gesinnungsverwaudren Agrarier. Für die Deutsch- nationalen und ihr Anhäivgsel„Wirtschaftliche Bevemigung" bedeutete diese erst gegen Mitternacht eichende Debatte eine schwere, aber wohlverdiente Niederlage. (ßroff-Berlincr Lebensmittel- Berlin. Bis Ficilaii in den Bezirken der 107.(Teiwez.), 110., 113., 120. und 203. Brottomnnffion vro Kopf 125 Gramm Käse. Dahlem. Bis Freitag 250 Gramm Kartofsclstärkemcbl auf Abschn. 34 (Pfd. 2,80 M), 150 Granu» Nudeln bezw. Sago lohne Wabl) aus Abchrt; 95 (Psd. 0,66 bez. 1,30 M). Malzextrakt au! ärztliches Attest bei Bicrnolh. An Kriegsbeschädizle, die 30 Proz. und darüber erwersunsälsig sind, gegen Bezugschein, erhältlich Zimmer 10 des Guts- Hauses, unter Vorlegung des R-ntenseststcllnngsbeschcidcS und Miütä-vaffes, 506» Gramm otährmsttel. Für heimkehrende Kriegsgesangene pro Woche ans besondere Lcbcnsmiitelzulatzlarlcn 500 Gramm Brot, 50 Gramm Fell, 125 Granu» Auslandsspeck öder Äonlervenfleisch und 250 Gramm Hülsen- srüchte. Nährmittel sur Kranke und Kinder in der VerkausSstclle Podbiclski- Allee 43 sür den Nordteil und in der Drogerie von Biernoth, Ladender g- slraße 1, sür den Südteil. Bezugscheine aus Kondensmilch sür November werden noch nicht ausgegeben, da zurzeit Kondensmilch nicht vorhanden ist. Mariendorf. Voranmeldung 500 Gramm ausländische Hülsenjrüchte (70 u. 72)._ WetteranSsichten für daö mittlere Norddeutschland bis Donnerstag mittag. Zunächst größtenteils tiübe mit wiederbotten leichten Schnccsällen und gelindem Frost. Später zeitweise etwas aUsllaicnd und ein wenig milder. Montrose. Its Detektivroman von Sven Elvestad. Hinter dem Bartisch, das Morgengeivölk.wie freundlichere und leichtere Wölkchen flankierend, saßen vier Damen. Sie waren sowohl jung wie schön, die dicke Schminke im Gesicht war nicht imstande, die- Jugend, noch die Schönheit zu ver- bergen. Es hatte den Anschein, als ob ihre Lippen und Wangen und Augenbrauen einzig und allein bemalt worden waren, um zu dem farbenprangenden Spiegelbüfett zu paffen, das den Hintergrund bildete. Mit seinen seltsam geformten Jlaschen, in denen sich, wie in Prismen, alle Farben des Negenbogens brachen und in der Zaubertiefe des Spiegels vervielfältigten, wirkte es vollkommen überwältigend. Auf dem obersten Port standen die allermerkivürdigsten Flaschen, und die ganze Herrlichkeit wurde von einer birnenförmigen Flasche gekrönt, deren tiefsinniger und gistig-grüner Inhalt sogar den degeneriertcstcn Alkoholisten zu dem Ausruf hinreißen würde: „Den. den will ich haben." Die geschminkten Schönheiten hinter deni Schenktisch schienen durch irgend eine Sinnlosigkeit des Schicksals einzig uns allein hier zu sein, um sich mit Handarbeiten zu be- scbästigen. Die eine häkelte Spitzen, ihr locißes Knaul war über den Schenktisch gerollt und wiegte sich an ihrer weißen Schnur wie eine Jolle auf der blitzenden Glasfläche. Vor ihr auf einem Taburett saß ein ganz junger Herr im Frack, slunips mit einem Likörglas nicht größer wie ein Fingerhut vor sich. Er verkörperte das Bild verschmähter Liebe, während die tiefgesenkten Augenlider seiner Angebeteten herz- lose Abweisung ausdrückken. Der Kopf des unglücklichen jungen Mannes schien sich in der dunklen Tiefe seines Zylinders verstecken zu wollen, während sein Stock mit dem silbernen Knopf, den er unterm Kinn hielt, hintcrhcrschob. um ihn möglichst schnell hineinzubefördern. Sein rechtes Bein hing schlaff vom Taburett herunter, über dem durchbrochenen Strumpf ani Fußgelenk blitzte eine goldene Kette. Die anoeren Damen waren auch fleißig mit Handarbeiten, Porzellan- oder Miniaturmalerei beschäftigt— alle Beschäftigungen eines vornehmen Heims schienen hinter diesem Bartisch reichlich vertreten zu sein— und davor versammelten sich die Leiden des gefährlichen Lebens in Gestalt von Männern, die sich stumm oder leise plaudernd über den Tisch beugten und mit Wohlbehagen von der Unnahbarkeit der Schönen kaltstellen ließen. Mitten in diesem Blumenbeet aber thronte die Unbcschreib- lichkeit, der Wirt selbst, vor einem Champagnerkübel aus Silber, von Mixbechern umgeben. Wie er dort stand, rasen- rot und weiß, konnte man ihn für eine perverse Schlachter- Phantasie halten; es fehlte nur, daß er ein frisches grünes Blatt im Munde hielt, um einen delikaten Schweinskopf abzugeben. AuS den anderen Cafäräumen erklangen leise Gespräche in verschiedenartigen Sprachen, während Gäste be- ständig hin- und hergingen. Ein Chinese, nach der letzten europäischen Hcrrenmode gekleidet, schlich sorglos und dennoch so vorsichtig umher, als ob er auf Eis gehe. Ein un- be schreiblicher Jude aus dem fernen Trapezunt glitt auf weichen Katzenpfoten vorbei. In der Nähe der Detektive saß ein Mann von mittleren Jahren allein an einem Tisch und starrte mit erloschenem Blick vor sich hin. Sein Gesicht hatte eine auffallend gefängnisblasse Farbe. Da kam Rudolf, um die Herren auf ihre Zimnier zu führen— Thomas Uris Zimmer. X. Der singende Prie st er. erregte kein Aufsehen, als die Herren die Bar des „Vergoldeten Pfau" verließen; in jenem Lokal schien es Regel zu sein, daß jeder tat, was ihm beliebte, ohne daß andere sich darum kümmerten. Der kolossale Wirt hinter dem Schenktisch schien ganz und gar in das Putzen des Champagnerkübels vertieft zu sein— und nichts störte die vier Schönen in ihren häuslichen Beschäftigungen. Eine von ihnen hatte begonnen sich ihre Nägel mit einer Nagelbürste zu polieren, und ihre Freundin daneben sah interessiert zu. Bald näherte sich wohl die Zeit des Abends, wo die leeren Tabu- retts vor der Bar sich füllen und eine Veränderung in der Beschäftigung der Damen eintreten würde. Der Mann mit dem gefängnisbleichen Gesicht starrte leer und gleichgültig durch das Lokal, als Krag und Keller an ihm vorbeigingen. Keller flüsterte: „Ich meine bestimmt, daß ich dieses Gesicht schon mal gesehen habe, ich weiß nur nicht wo." „Vielleicht im Gefängnis", sagte Krag. „Er sieht so aus, als ob er von dort käme", gab Keller zu,„aber ich meine mit Bestimmtheit, daß mich eine andere Jdecnverbindung mit seittem Gesicht ver- knüpft. Er saß so auffallend schlaff da, seine Augen waren wie erloschen, es war, als ob er mit jedem Nerv lauschte. Wenn ich ihn aber kenne, dann kennt er auch mich. Und dann sind wir nicht mehr anonym in diesem sonderbaren Haus." Rudolf ging mit fliegenden Rockschößen voran, indem er seine Serviette hin und hersckiivenkte. Die ganze Zeit murmelte er in einem halb singenden Ton: „Meine Herren, diesen Weg, diesen Weg. meine Herren." Man hatte einen Wegweiser im„Vergoldeten Pfau" allerdings sehr nötig. Krags Mutmaßung, daß sich hinter der einfachen, und schmalen Fassade ein ziemlich tiefes Gebäude verbarg, traf zu. Anscheinend war das Hotel mehrfach angebaut worden. Die Stockwerke lagen übereinander, wie unordentlich zusammengeklebte Schachteln. Die verschiedenen Baumeister, die zu verschiedenen Zeiten dieses Haus vergrößert hatten, hatten keine Rücksicht auf Form oder Verhältnisse ge- nommen, sondern nur, Ivo sie Platz fanden, ein Viereck zu- gebaut und mit dem alten durch schlau angelegte Treppen und winklige Gänge Verbindung erreicht. Gänge und Treppen liefen wie Maulivurswege im ganzen Haus herum. Drei Treppen hinunter und dann ein Stück Korridor, vier Treppen hinauf und nieder, ein schmaler Gang mit einer scharfen Biegung, darauf drei Treppen und von neuem ein Korridor, der sich in mehrere Gänge teilte, und wieder neue schmale Gänge und neue Treppen. Hin und wieder riefen ihre Schritte einen schwachen metallisch verhallenden Laut hervor, der verriet, daß der Gang über einen Torweg oder einen darunter liegenden Korridor führte. Die Korridore aber waren überall mit Teppich'en belegt, die die Schritte dämpften. Auf den Wand- feldern zwischen den Türen, die alle in einem roten Faid- ton gehalten waren, der an altes Blut erinnerte, waren phantastische Tiergestalten gomalt, die zum großen Teil einer unwirklichen Welt angehörten. Der Basilisk zeigte seine schreckeinflößenden Augen, die Sceschlange schlängelte sich ge- tährlich um die Türpfosten, und riesengroße Märchenvögel breiteten ihre Flügel bis weit über die Decke. Zwei Tier- formen aber kehrten beständig wieder: Der Pfan, der mit seiner graziösen Pracht unbeschreibliches Wohlbehagen aus- drückte, und der Affe, der an seinem Schwanz baumelte und ein grimmiges, aber menschliches Gesicht zeigte. Um die Verwirrung noch größer zu machen, hatten die Türen keine fortlaufenden Nummern, sondern die Zahlen waren nach einem besonderen System geordnet, desien leitende Gedanken man unmöglich gleich erfassen konnte. So stand z. B. ö neben 17 und N4 neben 88. Daß es aber wirklich ein System war, ersah Krag daraus, daß in einem Korridor die Zahlen 3 in folgender Ordnung gesammelt waren: L, 13, 23, 33. 43 usw. In einem andern Korridor standen die Zahlen 2, 4. 8, 16, 32, 64 usw. CSor«. folgt.) GrsF-Setlkner parteknachrkchten. �vnuctitifrjQttimlmtg Donnerstag 7'/, Uhr "" Dorlrag der Genolfin Hoppe in den lä.-l8. Abt. p H domeniitSfälcn, Wcmelcr Str. 67(Tunnel) über.Sugciibinoftlfaftrl". 29. Abt. Donnerstag 7'/, Uijr abends bei Burg, Prenzlauer Allee 189: Funltionärützunz. Zlt. Abt. Heute Zahlabend bei Gillirald, Pulbuser Str. S4,— Damme, Ramlerslr. 5,— Gabriel, Demminct Str. 15,— Schierel, Grünthalerstr, 13. Alt Gdienicke— flalkenbcrg. Heute: Außerordentliche General« Versammlung bei Lohn, Grünauer Straße.— Erscheinen aller Genossinnen und Genosscu dringeuv notwendig.— Frauen leseabend DonncrS« tag im Loial von Klingenterg, Grünauer Str: 28, abends'/.3 Uhr. Vor« trag der Genossin PluStat über Erziehungssragen. Mariensclde. Beerdigung de» Gen. Hermann Fischer heule nachmittag 3 Uhr aus dein Garnisonsriedhos, Haienhcide. Marteudorf-Siidciide. HcMe abend 7 Uhr bei Niendorf, Shaussce« straße IS: Griveitert« Vorstandssitzung. Ugi 8 Uhr im selben Lokal(nicht bei Koch): Fraktionssitzung. Treptow-Baunischulenwcg. Heute abend 7'/, Uhr: Sxtra-Zahl- abend in den bekannten Lokale». Sportnachrichten. Nachfolgenden mitteilen: Lokal« Mlwnerlaqenllaffcit« 4X90 Meter 1..Vor. IBÜifS'.Serlin 2,35«/,; 2..Noutöün� 2,37; 3. S.-B..Elbe'-Magde« biirg 2,41'/,. Lokales Damcnschwimmcn, 109 Meter: 1. F. Kögler,.Nord'« Berlin HBÖ1/,; 2. M. Schütz, ,A.«ör»Ä.-NeiikSlln' 2,01°/.; 3. Singvogel, „Nakd'- Berlin 2,kI3>/,. Internes Zliänne! schwimmen, Klasse A. 100 Meter: 1.£/'<. Wutzky 1.32',',; 2. E. Gramer 1.35-/,; 3. E, Montag 1,38'/,. Klasse B, 50 Meter Brust: 1.®. Sander 49'/,; 2. Nieck 50; 3. C. MZbnZ 51. Lokaler Bcicinsniebrkamps: 1. S.-B..Neptnn'-Veißensee 37'/, Punkte; 2. S.»V.»Freibcit'-Beilin SC','- Punkte; 3..Nord'-Berlin und ,EIbc". Magdeburg 29'/, Punkte. Lokales Hauptbruslscknvimmen, 200 Meie:: 1. M. Schulz..DorwärtZ' Z,18'/,; 2. P. Putzke,.Vorwärts' 3,25; 3. N. Frank..Neukölln' 3,34; 4. GSIsch,.NciikSlln' 3.52'/.. Internes Iligendlchw.mmen. 100 Meter: 1. K. Ui brich 1,56; 2. E.Blair 2.03'/, Lokale Damenbrustsiafi-lte 4X50 Meter: 1..A.-S.-V. Neukölln' 3.43-/,■ 4.!k. Olbrich, Magdeburg 1,34'/,. Internes Dameiibrusischwlmmcn, 50 Meter, Jugend b:S 17 Iobre: I. 2. Domes 1,01'/,; 2. A. Laich 1,93, Ueber 17 Jahre: 1. F. Borsch- 57'/,; 2. F. Kulina 59'l,; 3. Ä. Hiiich 1,03'/,. LolalcS Damenivringen: 1. iriau Burow,.Neukölln' S>/, Punkte; 2. Frl. Hille,.EIdo"«Mandebu:g 8'/, Punkte. Lokale« Männerrücken �er Arbeite?. Schwimm- Aerciu Neukölln veranstallete am 2. November sein erstes FriedenSichauschwimmen, dessen Ergebnisse wir im ballspiei: S.-V..EIbe'»Ädi,ideburg— Neitkölln" 5: 2 �ore. tcrne Knabenbru lstaiiettc 4X25 Meter: I. Mannichast 1.49-/,. Donnerstag 8 Uhr: Mitgliederversammlung im BereinSkokal Reuter- straße 22. Gsrichtszektung. Die Folgen eines Aberglaubens. AIS einen Veitrag zu? modernen Volksaufklärung bezeichnete der Vorsitzende den Snchverbalt, tvelcher einer Anklage wegen fahrlässiger Kö r p e r v e r Ic tz ii n g zugrunde lag. Angeklagt war die Heb- amme Auguste S. Die Angeklagte war zur Hilfeleistung bei einer Frau ZP.. welche Kwillingen da« Leben gegeben hatte, tätig ge- Wesen. Als ste, tvi« dies ibr? Pflicht ist. den beiden Neugeborenen einen Tropfen einer ganz schwachen Lösung salpeter sauren Silber? in die Augen tröpfeln wollte, erhoben die anwesenden Frauen lebhaften Protest. Salpetersaure» Silber führt im Volks. 'munde den Namen Höllenstein und abergläubische Menschen haben da? Ammenmärchen aufgebracht, diese„Hollen"steinlöfuug vergifte 0 a S K i n d von klein aus. Auf das Drängen der an- �wescnden„weisen" Frauen. Uetz fich die Angeklagte verleiten, van ihrer Instruktion abzuweichen. Die Folgen tvoren fürchterlich, das eine Kind erblindete vollständig, das zweite auf einem Auge. Der Staatsanwalt beantragte gegen die Ange- klagte einen Monat Gefängnis, da sie sich durch jenen dummen Volksaberglauben auf keinen Fall von ihrer Pflicht habe abringen lassen dürfen. Das Gericht nahm nur mit Rücksicht auf die bisherige einwandfreie Führung der Vnge. klagten von einer Gefängnisstrafe Abstamd und erkannte auf 300 Mark Geldstrafe. Oeöffnet van 8—6 Uhr. Besonders vorteilhaftes Speisezimniel 1 Büfett Eiche 1 Krederu, 1 Ausziehtisch, C Stühle„ Hark: « 2850, 3750,4500 etc. Herrenzininier 1 Bibliothek. 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KurfUrst 97'U bKilerFnsüisii medizinisch anerk. Prospck u Broschüre verschlassca.' Msdlcavtrsaachbensta ttzNr.fi Slsfctro-Jftctore Pu»(s4>tribw un» andre elektrische SRottTtalirn fau.t' Blektremeebaalk Zentran Racjestc. 1A TeL: tzUeg. 473 L FMgÄ fett der Zlufgabe der tdüstenfleiluny jeder feste Punkt fehlt. Sein Hauptstützpunkt ist jetzt daS stark befestigte G a t s ch i n a, das vorläufig durch Frontalangriffe noch nicht gefährdet ist; gelingt es aber Judenitsch nicht, die durch Rote jdavaklerie unterstützten Um klam meru ng sversaiche abzu- binden, wird auch Gatschina unhaltbar. Damit wäre das Schicksal der Nmdlvestarmee besiegelt, was man in Hel- singfors, wo sich eine Sondermission der Weißen Armee auf- hält, rückhaltlos zugibt. Man erhofft eine Rettung der Lage nur noch vom Eingreifen Finnlands. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sowohl die üble Kriegs- lag« wie der Widerstand weiter Arbeiterkreise in den West- ländern die Entente z-u einem Wechsel in der Behandlung Sowjetrußlcmds zwingt. Schon will der Londoner„Daily Herald" wissen, daß die britische Regierung geneigt sei, den Vorschlag einer Konferenz zwischen Sowjetrußland und den Alliierten in Erwägung zu ziehen. Entscheidender noch als dieser vorsichtige Fühler ist eine Mitteilung der„Chicago Tribüne", daß die Vereinigten Staaten es ab- gelehnt haben, sich an der Blockade Sowjet- rußlands zu beteiligen. Aus New Aork soll ein Kurier nach Petersburg entsandt werden, der die Versorgung der Stadt, mit Fleischkonserven und kondensterter Milch in die Wege leiten soll. Die für Rußland bestimmten ameri- konischen Lebensmittel lagerten bereits im Freihofen von Kristiania. Da also die Trauben der kriegerischen Eroberung wegen des als Leistung bewunderungswerten Widerstandes der Roten Truppen für die Entente zu sauer geworden find, scheint ans dem Trotz ein Liebeswerben zu werden, das wir den Moskauern nicht zu mißgönnen brauchen, aber die Selbstverständlichkeit der Ablehnung einer Beteiligung an der Blockade durch Deutschland doppelt unterstreicht. Dle Schraube zieht an. Am Montag ttntrde der deutschen Friedensdelegatton in Paris eine Note des Obersten Rat«S übersandt. Die Rote führt aus, daß, da drei der assoziierten und alliierten Hauptmächte de« Vertrag ratifiziert haben, der in de« Schlutzbestimmunge» des Friedensvertrags vorgesehene Zeitpuntt z»r Ansstellung deS erste« Protokolls gekomme« sei. Dir deutsche Regierung werde gebet««, daran teilnehmen zu wolle«. Da jedoch von diesem Tage an der Bertrag in Kraft trete und die Friste« lause«, so habe der»berskr Rat beschlossen, das Protokoll erst bau« anfzunchme«, wen» die Ausführung der Teutschland durch da? WafseustillstandSabkomme« übertragenen Berpflichtnnge» geua» in einem»wetten Protokoll präzisiert sei. D en t schlau d Hobe aber ei,»«.»»ahl der thm anfertvgtr» Berpflichtunge« nicht erfällt. Es seien«och Lok». mative«(!) und Wagen zu lieser«. Die anf russischem Deutschen beschlagnahmte« Gelder und Wert! feie««och»icht zurückgezogen. Di» vollständige« Verzeichnisse der von den den Deutschen beschlagnahmte« Gelder und W«rtr feie«»och«icht übergeben. Man habe die deutschen Schiffe in Seapa Flow»erstärt. Auch i» andere« Punkte», die einzeln aufgeführt stnd, habe Deutsch- land seine Pflichte« nicht oder nicht»oll erfüllt. Der Oberste Rat hat ulfolgedeffv« eine Reih« m« Srrafbefti»a«n»qe« anfgeftellt, barnnter die An«liefer»»g»,« fünf leichte« Krenzern und von 400 000 T»n»e««« schwimmende« Docks, Kräne», Schlepper« und Pagger«. Aach soll die Befahung der ia Seapa Flow verse»rte« Kriegsschiff«»»- rückgehaltea werde». Für de« Fall der Weigern»« stnd Zwangsmaßnahme» angedroht. Ferner stnd bis zum 10. November bevollmächtigte Sertzretrr »ach Pari» z« entsende«, welch» mit de» Vertreter» der alliier- te««nd assoziierte« Mächte die mit de« Jnkrafttretr« de» Friede«». vertrag» erforderlich werdrndr« Uebrrga«gSbcstimm«»- ge» für die Abstimmungsgebiete crsw. zu regeln habe». der bei mir angefragt hatte, ob ich Lust dazu habe und mich dafür fcchig hielte. Run. ich hatte ganz und gar keine Luft dazu. Ich hatte ja ein« sehr gute Existenz und dann wußte ich. man wollte mich bloß»US meiner Jndustriegegend forthaben— weil ich„fanatisch und gefährlich" war, und da wollte ich doch meinen Peinigern den Gefallen nicht tun. Also meinen Lebenslauf wollte man haben und ob ich Lust hätte und fähig wäre!— Nun, so bewarb ich mich um die Stelle.— Ich fühle mich hochgeehrt ustv., werd« natürlich mit Lust und Liebe den Posten ausfüllen— so schrieb ich zurück— und was die Fähigkeiten anbelange, so können Sie voll beruhigt fein. Ich bin zwar von Haus au? simpler Schlossergefelle, aber ich habe über drei Jahve meines Lebens im Kittchen gesessen, da toeitz ich ungefähr, worauf eS beim Polizeiverwalter ankommt.— Tablean. Die gewünscht« Wirkung blieb nicht aus. Bald erhielt ich die briefliche Nachricht, daß man mich als Polizeiverwalter in Jutra- schin im Kreise Rawitsch nicht brauchen könne. Die Nachricht war wicht niederschmetternd für mich, denn ich brauchte ja den hoch- tveisen Magistrat aus Jutrafchin im Kreis« Rawitsch schon lange wicht._ Die neue Reichsverfassung, ihre Entstehung und ihr Nnfba«. So ist der Titel einer Schrift, die Max Q u a r ck der wachsenden Zahl von TextauSgaben und Erläuterungen der neuen Reichsver- fassung hinzufügt mit der Absicht, einen lieberblick deS großen Werte» zu geben, der zwar kurz gefaßt ist, aber gleichwohl alles Wesentlich« deutlich nach Zweck und Notwendigkeit kennzeichnet. Jeder mutz jetzt suchen, dies Werk im ganzen geistig zu erobern; vs genügt nicht, nur bei irgendwelchem praktischen Bedarf ein be- grenzte» Stück vorzunehmen. Die n«uen Zustände deS Reichs machen e» zu einer obersten Pflicht, ernsthaft Staatsbürgerkunde zu treiben, um reif zu werden zur Mitarbeit am praktischen poli- tischen Leben, das die Festigung und den wohnlichen Ausbau des neuen Volksstaates zu besorgen hat. Diese Aufgabe de» Gemein- rnteresses will zu ihrem Teil die sehr übersichtlich« Schrift Max Ouarcks fördern. Wer sie durchackert hat, wird das Urteil unter- schreiben, daß sie unentbehrlich ist als Einführung und al» Leib- faden. Sie kostet 1 M. und ist im Verlag der � Buchhandlung Vorwärts, Berlin, erschienen. Di« Staatstheater-Matinee» im SKauspielhani begtrme» am t«. November 11 Uhr. In dem cSesamtvrogramm„Bilder au« deutschen Zeitaltern' werden in dieser ersten Veranstaltung nach einem Bortrag von Pros Dr. A. Hübner über„Deutsches Mittelalter' Bruchilücke epischer Dichtungen des Mittelalters, Minnelieder und neuzeitiae Ver. tonungen miltelalterlicher Texte geboten Lia Rosen, Maria Gerhart, Bruno Tuerschmann, Hehtz Ellhosen wirken mit. Kunstausstellung bei Gurlitt. In der am 6. November bei Gm- lltt, PolSdamer Str. 113, eröffneten November-AuSstellung werden Werk. sammlungen von LoviS Torinth, Cur! Hermann und dem Bildhauer Kurt Sdzard gezeigt. Vorträge über Schiller wird demnächst Dr. Max Mauren- b r e ch« r halten. Das Thema lautet„Schiller über Deutschtum und StaatSgesinnung', Veranstalter ist die Arndt-Hochschule. RnSkunst Arbeits- amt Sieglitz, Brciteftr. 22, Fernspr. 367S. Preise der Karten: S, 6 und 4 M. für 4 Doppclstunden, 3. 2 und 1 M. sür einen Einzelvortrag. üörust Zahn trägt am 7. November, abend« VI, Uhr, im Steglitzer Lyzem», Rotheubmgftr. 18, au» seinen Dichtungen vor. Abrechnung mit Die der S. P. D. angehörenden Mitglieder de» Metallarcheiter- Verbandes hielten gestern abend eine Versammlung ach, die den großen Saal des Lehrervereinshauses samt der Bühne und den Galerien bis auf den letzten Platz füllte.— Auf der Tagesordnung stand zunächst ein Referat des Kollegen Haas-Köln über den Stuttgarter Verbcmöstag. Der Redner schilderte das Verhalten der Opposition und zeigte, daß sie hei der Zusammensetzung der Mandatsprüfungskommission und auch bei der Entscheidung über die angefochtenen Mandate sich nicht von Rechtsgrundsätzen, son. dern nur von ihren parteipolitischen Interessen leiten ließ. Auch die Entscheidungen der Beschwerdekommission, denen die Mehrheit de? Verbandscages zustimmte, lassen jedes Rechts- empfinden vermissen. Ter Redner führt« Einzelfälle an, von denen er sagte, da» sei Parteijustiz, wie sie schlimmer nicht gedacht werden könne. Als in der geschlossenen Sitzung über den Berliner Streik ver- handelt wurde, habe sich die Fraktion Haas auf den Standpunkt gestellt, der Streik sei da und müsse unterstützt werden. Bei dieser Gelegenheit habe Tost gesagt, trotz der Kohlennot und der sonstigen ungünstigen Verhältnisse habe sich die Berliner Ortsverloaltung ge- zwangen gesehen, den Streik zu beschließen, weil sonst die Berliner Kollegen gegen den Willen der Ortsverwaltung in den Streik eingetreten wären.(Gelächter.) Solche Grundsätze— sogt« Haas— find falsch Die Arbeiter sollen den Kampf nicht auf- nehmen unter Umständen, wo sie den Unternehmern einen G e« fallen damit tun. Man soll nur dann streiken, wenn man den Streik für durchführbar hält.(Zustimmung). Ich will über den Berliner Streik nicht urteilen, schon weil er trotz der Verschärfung, die«r heut erfahren hat, dem Ende zugeht.(Lebhafte Zu. stimmung.) Der Redner ging dann auf die Tagesordnung de» Verbands- kages ein. Zur Frage der Arbeitsgemeinschaft habe Richard Müller eine Resolution ausgearbeitet, die von seiner Fraktion in sehr wesentliche» Punkte« geändert worden sei. In seinem Referat habe Müller seine, in seiner Resolution niedergelegten Anschauungen nicht vertreten, jetzt aber vertrete er sie in der„Metollarbciterzeiwng". Warum? In der Zeitung spreche er zu 1?4 Millionen Leser ohne Widerspruch zu finden, auf dem VerbandSlage würde er auf lebhaften Widerspruch der Minderheit gestoßen sein. Bei der Statutenberatung habe sich Müller ohne weitere» für de» Abschluß kollektiver Arbeitsverträge erklärt, obgleich er vor. her die Arbeitsgemeinschaft entschiede» abgelehnt habe, die doch im wesentlichen auf demselben Grunde ruhe wie der kollektive Ar» beitSvertrag. Der Redner kam zu dem Schluß: Wir wollen den Verband nicht zertrümmern, denn da? wäre die größte Gefahr für all« Arbeiter. Wir bleiben im Verband und kämpfen für unsere Anschauung, bis sie sich durchgerungen hat. Wir werden über kurz oder lang wieder ans Ruder kommen.(Sehr richtig!) Wir müssen nur wolle», die mit ups übereinstimmenden Kollegen müssen Bckennermut haben, dann kann der Erfolg nicht ausbleiben. Der zukünttige Verbandstag darf keine Fraktionsbildung zeigen, er muß nach rein geiverkschastlichen Grundsätze» zusammengesetzt sein und entscheiden.(Lebhafter Beifall.)' Die Diskussion über das Referat wurde vertagt. Brolat berichtet« über die Verhrinblunge» im Metallardelle, st, ell. Nachdem Wer die Frage der Wiedereinstellung kerne Verständigung mit den Unternehmern erzielt werden konnte, wandte sich die Streikleitung an die politischen Parteien, die dam« eine Sitzung mit der Streikleitung abhielten. Der Redner nahm als Vertreter de» E.»P.-D..VoIIzugSrat? an der Sitzung teil. Ein Aufruf wurde vereinbart, der die Arbeiterschaft zum Kampf auffordert gegen jeden Anschlag auf die Grundrechte der Arbeiter. Bei der Ab. fassung des Aufruf» ging man davon au», daß die Unternehmer wirklich beabsichtigten, die Grundrechte der Arbeiter anzugreifen. Durch vermittelung de? Reichswirtschaftsministers kam dann ein« Besprechung der Parteivertreter mit den Unternehmern zustande, wobei die EtreiNeitung nicht zugegen war. Al» sich die Unter- nehmer zu einer Sonderke sprechung zurückgezogen hatten, entwarf Minister Schmidt die Bedingungen für die Wiederaufnahme der Arbeit. Dieser Entwurf wurde Rusch vorgelegt, der erklärte, er werde denselben in der Generalversammlung der Metallarbeiter empfehle».(Zuruf: Das hat er auch getan.) Der Entwurf ist am Sonntag im„Vorwärts" veröffentlicht. R« s ch habe erklärt, er sehe diese in der Sitzung zustandegekommene Vereinbarung mit einem nassen und einem trockenen Auge an. Eine» Generalstreik— sagte Rnsch— könne« wir nicht mehr zustande bringe». Di« Oeffemklichkeit würde jetzt einen Generalstreik nicht mehr Verl stehr«, rS kehlt«nS jegliche Parole. Die ideellen Forderungen, die nicht erfüllt worden� seien, seien de» KampfeSnicht wert. Wolle man weiterkämpfen, so fei di« einzige Frage der General. streik. Man solle nicht rosig malen— sagte Rusch—, wo nichts rosig sei. In diesem Sinn» wolle er in der Generalversammlung eintreten. Bredow erklärt« in der Sitzung, durch den Streik sei nicht» mehr herauszuholen, der Generalstreik habe keinen Wert mehr und verspreche keinen Erfolg. Richard Müller habe gesagt, es sei eine Demagogie, wen« na» jetzt»och scharf für be« Generalstreik eintritt, wo di« Acheiierschaft völlig abgekämpft ist. Ev sei kein« Möglichkeit, den Streik zu verschärfen, darum müsse er sagen: „Jetzt brecht ab." Gewiß werde ein Teil der Arbeiter und auch ein Teil der Arbeiterräte draußen bleiben. Trotzdem sage er; wir können tricht steigern, deshalb brecht ab. Im weiteren Verlauf der Besprechung sei behauptet worden, die S. P. D. fei schuld an dem erfolglosen Ausgang des Metall- arbeiterstreiks. worauf der Vertreter der S. P. D. erklärte: In der Presse werd» immer bebauptet, der Kampf der Berliner Metall- arbeiter sei ein wirtschaftlicher Kampf. Es ist Grundsatz des Parteivorstandes, sich in wirtschaftliche Kämpf« nicht e i n z u- mischen. Die Regeln des wirtschaftlichen Kampfes, die auch durch die Revolution nicht geändert worden stnd, bleiben besteben. Da- nach bat eine Verwaltungsstelle, wenn sie den Kampf steigern will, sich an ihren Zentralvorstand zuwenden. Bei einer weiteren Steigerung des Kampfes wendet sich der Zentralvorstand an den AewerkschaltSbund und dieser wieder an die Parteileitungen. Trotz dieser grundiätzlichen Auffassung hat der Parteivorstand beim ersten Anruf durch die Metallarbeiter sich bereit erklärt, an Verhandlungen mit den Unternehmern zurBeilegungderstrittigenPunkteteilzunehmen. Bis diese Verhandlungen erledigt find, soll«in Aufruf nicht er- scheinen. Brolat schloß seinen Bericht mit dem Hinweis darauf, daß vcm einer Maßregelung der Arberterräte natürlich kein« Rede fein könne, sie würden gleich den anderen Arbeikern wieder eingestellt nach Maßgabe der Betriebsverhältnisse. Da vor dem 16. Dezember keine betriebsfremden Arbeiter eingestellt werden sollen, solle nach Weihnachten eine Neuwahl der Arbeiterräte vor- genommen werden. Es sei also die Möglichkeit gegeben, daß die alten Vertreter der Arbeiter wieder in ihre vollen Rechte eingesetzt werden.. In der Diskussion bemerkte Ha back, in der General- Versammlung am Montag sei angezweifelt worden, daß Brolat rechtmäßiges Mitglied der Leitung des Bezirks 8a sei, weil die dort anwesenden Mitglieder der Bezirksleitung sagten, Brolat sei nicht gewählt worden. Er, Haback, sei nicht in der Generalber- sammlung gewesen, er wolle deshalb an dieser Stelle richtigstellen, daß er als BezirkÄeiter dem Kollegen Brolat in die Bezirks- leitung vor fünf Monaten aufgenommen habe. Dabei stütze er öen Demagogen. sich«mf einem Beschluß der Vertrauensleute, der dahin geht, daß de? Bezirksletter da» Recht hat, Kollegen zur Mitarbeit in der Bezirislettung heranzuziehen. Cohen betonte, es sei selbfwerftändLch, daß die Arbeiter für ihre Vertrauensleute eintreten. Aber es müsse einen Wog geben, dies Streitobjekt ohne Fortsetzung des Kampfes aus der Welt zu schaffen. Man solle versuchen, mit den Unternehmern sich darüber zu verständigen, wieviele Arbeiter und aus welchen Kategorien sie zunächst einstellen können, und dann solle darauf gehalten werden, daß bei dieser Gelegenheit die Vertrauensleute mit eingestellt werden. Da die Unternehmer erklärt haben, daß sie keine Maßregelungen, aber auch kein« Bevorzugungen vornehmen wollen, müsse sich doch auf dieser Grundlage ein« Ve» ständigung erzielen lassen. Wenn man die Frage der Wiederein- stellung durchaus zum Kompfobjekt machen will, so ist das nur zu verstehen, wenn noch etwas ganz anderes dahinter steckt und die Frage der Wiedcremstellung nur vorgeschoben ist.(Lebhafte Zw- stimmung.) ES scheint, als ob man einen Generalstreik unter alle« Umständen will. Wenn das Streitobjekt nicht auf andere Weise aus der Welt geschafft werden kann, dann sind auch wir für den Generalstreik. Aber nur, wenn wir von den dafür zuständigen gewerk- schaftlichen und politischen Instanzen dazu aufge- rufen werden. Dem Ruf einer aus Kommunisten und Unabhängigen bestehenden Kommission, die Morgen vielleicht schon in alle Winde auseinanderläuft, folgen wir nicht. Wir fordern alle Ar- beiter auf, dem Rufe zum Generalstreik, wenn er von einer unver« antwortlichen Stelle kommt, nicht Folge z« leisten. Wir üben Solidarität, wenn un» die zuständigen, verantwortlichen Stellen dazu aufrufen.(Lebhafter Beifall.) Wuscht«! stimmte dem Vorredner im allgemeinen zu und sagte, di« Leute, die jetzt durchaus den Generalstreik haben wollen, brauchen einen Austakt zum 9. November. Aber sie täuschen sich wenn sie glauben, daß wir dabei mitmachen, um die Geschäfte umfe- ver politischen Gegner zu betreiben. Es wird nichi geschehen, daß die Arbeiter anderer Berufszweige den Generalstreik mitmachen. Friedrich vertrat den Standpunkt, die Generalversammlung des MetallarbeiterverbandeS habe kein Spiegelbild der Stimmung in den Kreisen der Kollegen gegeben. Di« Generalversammlung sei so zusammengesetzt, daß sie die Ver- schärfung de» Streiks auch beschlossen hatte, wenn sich die Unternehmer bereit erklärt hätten, sämtliche Vertrauensleute wieder einzustellen. Auch die nachfolgenden Redner gaben übereinstimmend der Meinung Ausdruck, daß kein Anlaß zur Verschärfung des Streiks vorliege und ein Erfolg desselben nicht zu erwarten sei und man der Parole von Drahtziehern, die andere als gewerkschaftliche Ziele anstreben, unter keinen Umständen folgen werde. Auch Mg Anrempelung des Genossen Molkenbuhr durch Rusch wurde von mehreren Rednern scharf verurteilt. Einstimmige Annahme fand die folgende Resolution: Die am 4. November 1919 tagende Versammlung der Mitglieder des Deutschen MetallarbeitervrrbandeS, dir auf dem Boden der S. P. D. stehen» erkläre« zum Aufruf der Streikleitung des Metallarbeiterverbandes betreffend Generalstreik, baß dieser Aufruf in keiner Weise den au solche wichtigen Aufrufe billigerweise zu stellenden Anforderungen entspricht. Ein Generalstreik geht in seinen Wirkungen weit über dick Tätigkeitsgebiet einer einzelnen Streikleitung hinaus, und kann deshalb nur van den für das erweiterte StreikgebiM i« Frage kammende» Körperschafte« eine Auffarde- rung zu« Generalstreik ergehe». Will die Streikleitung des Streik» i» der MetaMndustrie eine» Generalstreik führen, dann kau« da» nur in der Weise geschehe«, bah sie sich mit den für da» Gebiet eiueS Generalstreiks in Frage kammrnde« Stelle» der Arbeiterbewegung in Berbindnng fetzt, m» mit diesen gemeinsam die notwendigen Matznahmen zn beraten»nd zur Durchführung zu bringen. Wenn in dieser Weise vorgegangen ttnrd, ist auch die Gewähr varhanden, daß alle Maßnahmen nach genügender Prüfung des Für stnd Wider getroffen werden. Jede andere Art der Inszenierung eines, Generalstreiks ist die kommunistifch-spartakisti- s ch e M e t h» d e, die wir, weil nicht im Interesse der Arbeiterschaft liegend, ganz entschieden ablehnen müssen. Di« Versammlung erklärt deshalb, daß sie mit dem Anfrnf der Streikleitung des Metallarbeiter» rbandeS noch keinen Aufruf zum Generalstreik als tatsächlich vorliegend betrachten kann«nd lehnt r S a b, den Aufruf der Streikleitung de» Metallarbeiterverbandes, weil von unzuständiger Seite kommend, zn befolgen. Di« Solidaritätsstreiks der Metallarbeiter falle» nicht unter diese Resolution, denn diese Streiks unterliegen selbstverständlich nur der Beschlußfassung der Metallarbeiter. Aufmarsch zum politischen Streik. Politischer Generalstreik ist die Parole, die am Dienstag in verschleierter Form in den Kammersälen von den un- abhängigen und spartalistischen Arbeiterräien und Funktionären ausgegeben worden ist. In einer Resolution, die einstimmige An- nähme fand, heißt eS über den Ablauf des llttimatumS der Metall- arbeiter:„Die Vollversammlung erteilt dem LollzugSrat die Ermächtigung, nach ergebnislosem Ablauf des UltimatumS�den Ausruf zum allgemeine» General st rcik zu unter- zeichnen." Der radikale VollzugSrat ist eine rein.politische Körperschaft, und wenn er die Parole zum Generalstreik ausgibt, dann will er eine Massenbewegung, an deren Feuer das linkSrevolulionäre Süppchen gekocht werden kann. Arbeiter, folgt dieser Verführung nicht! Der„Role" Vollzugsrat hat keinerlei Befugnis, einen Generalstreik zu proklamieren. Allein zuständig dafür seid Ihr selbst. Die„allein echten" Revolutionäre setzen eben alles daran, die wirtschaftlichen Kampfhandlungen der Arbeiter zu diskreditieren und in politischen Putschismus umzufälschen. Hier wird der Generalstreik zum Generalunsinnl Die Konferenz in Washington. In einer Versammlung des Obersten AlliiertenratS ieikt« her amerikanische Delegierte Polk mit, daß. obwohl die deutschen und österreichischen Delegierten zur Arbeitskonferenz in Washing- ton zugelassen werden, sie die Reise nach dort wegen Mangel an Schiffahrtsgelcgcnhcit uicht antreten könnten. Der britische Dele» gierte Crew« fragte an, ob diese Delegierten nicht ein holländisches oder skandinavisches Schiff für ihre Ueberfahrt benutzen könnten, das amerikanische Außenministerium teilte daraufhin mit, daß e» nicht sür eine Ueberfahrt mit neutralen Schiffen sorgen könne. Es wurde von der Internationalen Arbeitskonferenz eine Sie- solution angenommen, derxufolge Frauen bei de? Behandlung von wichtigen Fragen zur Konserenz zugelassen werden. Ter U.-S.-P.-Parteii«g verschoben. Wie die„Leipziger Volks- zeitung" erfährt, ist der Parteitag der U. S. P. um eine Woche verschoben worden. Die Tagung dürfte voraussichtlich Sonn. tag, den 23. November, beginnen, wenn bis dahin der Reisevevkehr einigermaßen funktioniert. Um den fesfen kirchenaustria. IX Sitzung d» r Pr«ub>schen Land«»»«rsa»«t»»g »om Dientlag, den 4. November. �rAfidcai! L« inert eröffnet die Sitzaing um ZLV UGr. Roch Sriedigunii kleiner Anfrage» folgt die Beratung de» Besetze» über Erleichterung de» klnStrltt» au» der Kirche und««» de« jtldtfchcn Synagogengemeindea vorn IL. Dezember 1918. Abg. Rade(Dem.) verlangt Nückv erWeisung de» Entwurf» an den NechtkauS-schuß. Tiefer soll einen neuen Entwurf vorlegen, durch den die Angelegenheit auf dem Boden der Tren- nung von Staat und Kirche in mustergültiger Werse geregelt wird. Abg. Vuberi tSoz.): Den demokratischen Antrag lehnen wir ab. Wir find über seine Einbringung um so mehr erstaunt, al» die Demo- traten im RechtSausschuß mit uns zusammen dem Gesetz z u g e- stimmt haben. Tie Verordnung der Vo.'kSbcauftragten, die durch den GesetzentN'iirf bestätigt wird, war eine Notwendigkeit. denn ein Hauptziel der Revolution war die Durchsehung der ftaalsbürgerlichen Freiheit und Gewissensfreiheit. Di« Kirchenbchördcn haben sich aber zum großen Teil um die Ver- ordnung gar nicht gekSmmert» und noch fetzt wird von Kirchenbehörden der Standpunkt der- treten, daß die Verordnung nicht rechtsgültig sei. Es ist ein Skandal, wenn eine Behörde heute noch erklärt, ohne Rück- ficht ans die verordnn ng der Voiksbeauftragten erheben wir Sie Kirchensteuer auch-von den ausgetretenen (Hört! hör!.') Ich frage die Regierung, was sie gegen solche Nebergrisfe zn tun gedenkt. Di« Revolution hat ihr eigene» Recht gcsckosfen. halb de« verband«» siedend« Faktoren habe« kern Rechr, die Wahlen zu beeinfiriße». Dre Wahl bar«nrer Lerrung»an drei ivrer) Mrigliedern de« verbandtberrate« ftarrzufinde». Darunter ern(zwei) vkrtglreder de« verband»«««" schusse». Der verband« betrat nimmt Kennt»!« von der Totsach«, daß der bisher nichr besiStrgle Vvrsiand der Filiale Berlin die Wahl einer.Lohnkommiision" veranlaßt hat, obne Rücksicht daraus, daß die ordnungsgemäß vom ganzen Tarifdezirk gewählte Schlichtung«- korrtmriston noch zu Recht besieht. Es ist zu beiürchlen. daß au» der Tätiglcit der nicht zuständigen Lohnkomm,»ston Disscienzen und Arbeitseinstellungen enisteben. tür die der Borstand ein« Ver- anlworrung nicht übernebmen kann; insbesondere mutz der ver- band eine materiell« Unterstützung von Lohn- tämpfen ablehnen, die infolge der Tätigkeit der nicht zu Recht bestehenden Lohnkommiifion emsteben. Achtung! Mufikinstrumeaten-Ardetterk Nachdem dir Aussperrung der der Firma Spälde tn-Bera(Reuß) beender ist. erklären wir die Sperre für den Berliner Berrieb der Firma Späibe igr aufgehoben., Deutschet Holzarbeiter-Verband. Die Branchenleitung. Zum Mctallarbeiterstreik. Die Stempelstelle Nr. Z4 ist von Mittivoch, den b. November, von Brauns Festsälen am Bahnhof Treptow wach Rest. Joh. Koch, Elsenstraße Ecke Heidelberger Straß«, ver legi worden. Die Stempe.'nebenstrlle Nr. 3 in Seegeseid ist m« heutigen Tage aufgehoben. 2chwarqtol'ffart>cilrr B. M. A. 9. Wildau. Mittwoch, den 5. November, von 12— 3 Uhr Auszahlung der Streitunterstätzung im Kasino. Mitgliedsbücher miibrinaen. Ludw. Locwe»: CT»., Hnttenslraß«. vounrrstog, 1(V— 1 Uhr: Auszahlung. 2 Ndr: Veli iedtoersammlung w b«r.Krone'. ?l.tend- lt'.aße. abholen Alle bis dahin nicht abgeholten Unterstützungen komm«, nicht mebr zur Au'zadlnng. N»rdde«:sche«iililerfndrtk. striebrichftr. 29b. Mtttwoch. de»». K»> vrrnber. nachmittag» 2 Ndr: Betrt«d».B«riannnI>mg bei Schirm, Charlotten- stratze 7. Brendel& Loewig. Am d. November, nachmtttag» 2 Uhr: vetried»- oertommlirng im Streiklokal. Knorrbremse und ongeichloffen« Bereiede. Die Auszahlung der St, eitunteritueunq findet am Mittivoch. den 5. November,»orrnltlags von N bi» 1 Uhr in tolgenden Lolnlen liatt:eNranen»männ erfonlerenz. Tagesordnung: Stellungnadnie zur weiieren AuSdebnung im Metallarbeiter. streik; 2. Titluision. Volljähtige« Ericheinen aller Funkttonäre dringend notwendig. Deutscher Werkmeisrer- verdau», vetrsettodlente und Settieb«. oeittauenSt ule der Melallindufiri« versammeln fich Tonnerstag, den 6 November, abend« 6 Ubr, im.Schuttheid', Neue Jakodslr. 24/25. Tagesord- nung: Metallarbetterstreik. Zeaeralderdan» der Fleischer. Milgliednoersammtung. Mitt» woch, den 5. November, abends 7 Ubr, Bezirk Edarlottenburg: .Bo.lsbaut', Rofiiienslr. 3; Neukölln bei Probasla. Boddinslr. 57; Deißen- see im.Piälalen', Lebdernrage Donnerstag, den 6. November: Mitgliederversammlung, /x Bezirk Schöneber», Feurigfir I«; Bezirk Paniow-Nreder- schönbaulen bei Ei:gel, Pankow. Mühlenslr. 45. Zeutrnlverdand der Rngestcllren. Fachgruppe VN. Heute, Mitt- woch. adendt 7 Uhr, in den.Sophiensälen', Sovhienftr. 17/18: Mitglieder- veisammlung. Tagesordmiiig. 1. Bortrag des Herrn Dr. Tunlei:.Im Kampi um eine Wellanlchauung': 2. Bericht über die verbandtungeu mit dem Arbeilßeberverbaiid betr. Anlchofiungtbeidilse; 3. Fachgruppenangelegen- heilen. Tos Eilchetuen aller Mitglieder au» den Kauj-, Warenhäuser» und Speziatgeschäslen ist unbedlnrt notwendig Beranlw. fllr»en eedakilon. Zeil- Alsrev Schölt. NeuksQ»: für Anzeigen: lheid»» »ticke, Berlio Verlag:«orwärio-Berlag ck. vi. d. Berlin. Druck: Borwiiri». Buchdructerei und Bertagaanlioli Bau! Linaer n. To. in Berlin LtndenN». s. dtert» 2 Beilagen ' Qj Wv WVWWW� Wir bkzau PV Si« Ahrem eigenen Anrerelle rom ikrem BadihindW so verlsnUem D t n d e r der Etebe Roma« vom Fraacaa Kötge Cad. M. 10.~. ca. M U-(.nlO'I.Bochk.-A.f-Ua*) Georg MünerVer nxg München m w v