Nr.S7S.3e.I»hr«. Bezugspreis: SuctcQfi�tL 10�0 3KL, monatL 3 A) 9Rt frei ine Haus, cotaus zahlbar. Pest» bezug! Monatlich 3,50 ajtt, ejH ftu» stelungea kbühr. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich» Ungarn k,75 Mb, für das übrige Ausland 10.75 ML, bei täglich einmal, zustellunz 8,73 Ml. Postbestellungen nehmen an Danetnoei, Holland. Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen m die Post-Zeltungs-Preisliste. Der.Borwüets* mit der Sonntagsbeilage»Boll u. steit� erscheint wochen- täglich zweimal. Sonntag» einmal. Telegramm-Adresse: «Sozialdemotrot Sorlin". orgen-Ausgabe. Vevlinev Dolksblntt (ispksnnzg) Duzeigenpreis: Die achtgespalien» Ronuareillezeile lostet IM M., Teuerungszuschlag«0% „aiclae Anzeigen", da« lett- gedruckte Wort 73 Pfg.(zuläffig zw« fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 30 Psg. Stellengesuche und Echlafstellenaitzeigen das erste Wort 63 Pfg., jedes weitere Wort<0 Pfg. Worte über 13 Buchstaben zählen für zwei Worte. Tenerungsznschlag 50°, ► Famiiten» Anzeigen, politische und gewerlschaftliche Vereins- Anzeigen 1,6!) Mi. die geile. Anzeigen für die nächste ülnmmer müssen bis S Ahr nachmiitags im Hauptgeschäft, Berlin EW 68, Lindensirasse S, abgegeben werden, lbeöffnet von 9 Uhr früh bis S Uhr abends. Zentralorgan der fozialdemokrati feben Partei Deutfchlande Reüaktion und Cxpeüition: EW. SS, i!jaSenstr.?. Keruivrecher: Amt MortSplav, Nr. 15190— 15tM7. Sonnabend, den 8. November 1VI9. Vonvärts-Ve:iag G.m.b. h., EW. öS, Llnüenstr. Z. Fernsprecher: Amt Moritzplatz. Nr. 117 23— 51. Dk Mein Artikel„Streikrecht— Streikpflicht— S t r e i k b r u ch" wurde zu eitler Zeit geschrieben, als die letzten Einigungsverhandlungen im Metallarbeiter- streik eingeleitet wurden, deren Ergebnis beide Parteien für sich als bindend anerkennen wollten. Man konnte datier mit einer baldigen, die Arbeiter leidlich befriedigenden Be- endigung dieses Streiks rechnen. Nachdem eine ungünstige Wirkung meiner Ausführungen auf diesen Kampf ansge» schloffen schien, hielt ich es für notwendig, gerade auch auf Grund der Erfahrungen des Metallarbeiterstreiks und seiner Begleiterscheinungen die Fragen der gewerkschaftlichen Taktik und Kampfmittel grundsätzlich zu behandeln und dadurch die Sclsaffung gesunder Verhältnisse in den Gewerkscljaften zu fördern. Es ist also durchaus irreführend, wenn die„Frei- heit" ihren Lesern einreden Will, ick bemühe mich in meinem Artikel, den Metallarbeiterstreik als einen politischen hinzu- stellen. Davon steht nicht ein Wort in dem Artikel. Den Charakter des geplanten Generalstreiks als polt- tisch nachzuweisen, hatte ich aber nicht meh'' nötig, da die?. bereits durch den Aufruf der Unabhängigen und Kommu- nisten in klaren Worten geschehen war. Es scheint vielmehr, als ob die unabhängig-komniunistischen Führer geradezu den Wunsch gehabt haben, durch die Geueralstreikpropaganda der letzten Tage den Wahrheitsbeweis für die Ausführungen meines Artikels zu liefern. Wir haben während der ganzen Dauer des Me- tallarbeiterstreiks immer betont, daß wir uns als Partei in diesen Kampf nicht einzumischen wünschen, son- dern daß die Art und die Mittel des Kampfes von den Me- tollarbeitern allein bestimmt werden sollen. Diese Zu- rückHaltung wird aber mit dem Augenblick unmöglich, mit dem der Kampf nicht mehr auf die Metallarbeiter allein be- schränkt bleibt, sondern auf andere, oder gar auf alle Gruppen des Wirtschaftslebens ausgedehnt werden soll. Dann hat allerdings auch die übrige Arbeiterschaft nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, zu prüfen, um was der Kampf der Metallarbeiter geht, ob die Ziele des Kampfes die Unterstützung der übrigen Arbeiter- schast auch evtl. durch einen allgemeinen Generalstreik not- wendig und angebracht erscheinen lassen und ob die vorge- schlagenen Kampfmittel die richtigen sind. Da niuß zunächst festgestellt werden, dag in weiten Kreisen selbst der Metallarbeiter keine Klarheit über die Streitpunkte im Metallarbeiterstreik bestanden hat. während man bisher im allgemeinen gewöhnt war, bei solchen großen Bewegungen in der Oeffentlichkeit klipp und klar zu wissen, um welche Differenzen sich der Streit dreht. Im vorliegenden Falle sind aber selbst die beteilig- ten Metallarbeiter außerordentlich ni a n g e l h a s t unterrichtet worden. Man kann von verschiedenen Streikenden die verschiedensten Angaben über das Kampf- objckt erhstlten. Im wesentlichen ist die Arbeiterschaft der Ansicht gewesen, der Kampf müsse geführt werden, um eine Herabsetzung der zurzeit bestehenden Löhne und ins- besondere der Höchst löhne z» verhindern. Dem steht aber die wiederholte Erklärung der Unternehmer gegenüber, daß sie an eine Herabsetzung der Höchstlöhne nicht den- ken und daß niemand in seinen bisherigen Bezügen geschmälert werden solle. Ich lasse es ganz dahingestellt, ob die Unternehmer den Willen gehabt haben, diese Zusage für alle Zeiten einznl)al- ten. Ich nehme vielmehr ohne weiteres an, daß die Unter- nebmcr sich ebenso wenig für alle Dauer auf die jetzigen Löhne festlegen wollten wie die Arbeiter. Nachdem die Me- tallarbeiter sich entschieden hatten, den Kampf gegen eine be- fürchtete Lohnhenabsctznng schon jetzt zu führen und nicht erst dann, wenn tatstichlich eine Reduzierung der Löhne er- folgt ist. war es selbstverständlich, daß»vir in diesem Kampf auf ihrer Seite stehen. Die Frage aber, ob dieser Streik überhaupt unvermeid- lich war, wird nach Beendigung des Kampfes noch eingehend zu prüfen sein. Nach den Erfahrungen, die wir im Laufe der Bewegung mit den Leistungen der unabhängig- kommu- uistischen Berliner Lrtsvcrwaltur.g des Metallarbeiter-Ler- bandeS und der Fünfzehnerkommission gemacht haben, die sich in allen Situationen nur durch Streik und seine Ver- schärfung, durch Hereinziehung anderer Arbeite rkategorien (Maschinisten und Heizer, Elektrizitätsarbeiter usw.) zu helfen wußten, kann ich die Annahme nicht unterdrücken, daß bei etwa- größerer und geschickterer Verband- lungssäbigkeit der Streikleitung dieser Kamps vielleicht doch bätte vermieden werden können. Der „Erfolg" dieses Streiks ist für die Aicheiter-in Lohnausfall von mindestens 150 Millionen Zrellaßung von Verhafteten. Wegen der Propaganda für de� vZeneralftrrik find, wie wir bereits mitteilte,!, verschiedene Unterzeichner drS Ausrufs verhaftet worden. Unter ihnen befanden sich auster Rusch, dem ersten Be- voUinächtigten dez Berliner Metallarbeiterverbandes, noch drei andere Mitglieder der Fünfzehnerkommission. Das Oberkommando hat, nachdem die Gefahr des Generalstreiks als be- sritigt angesehen werden kann, die Entlassung dieser vier Mitglieder der Fiinfzehnerkommisfion verfügt. Europäijche Hungersnot. In London wurde die internationale Wirtschaftskonferciiz mit der Annahm« von drei Entschließungen beendet. In der ersten Entschließung wird der Besorgnis vor der Gefahr einer aus- gedehnten Hungersnot Ausdruck gegeben nnd der oberste Wirtschastörat ausgcjordcrt, erschöpfende Mitteilungen über die Wirt- schaftlichc Lage in den verschiedene» Ländern zu veröffentlichen. Tie zweite Entschließung verlangt die Beendigung der gemalt- samrn Intervention in Rußland, die dritte die Revision der wirtschaftliche» Klauseln des Friedensvertrages.___ Milüertmg öer Gstfeeblockaöe. Die interalliierte Marinc-SSaffenstillstandSIommission bat Frei- fahtt für Leichter an der deutschen ttüste, jedoch nur für den wechselseitigen Lerkehr zwischen deutschen Häfen, zugestanden. Diese zwar nur germge Milderung der über den deutschen Schiffs- verkehr in der Ostsee verhängten Sperre ist von Wichiigkeit fiir die Kohlenversorgung ostpreußischer Häsen. Mark, eine Stärkung des Unternehmertums und eine dementsprechende Schwächung der Kampfkraft dec Arbeiterschast. Geradezu gewissenlos war es aber, nun auch noch die gesamte Arbeiterschaft in den G e n e r a l st r e i k zu treiben. Angeblich soll der letzte Rest des durch die Revo- lution erreichten Vertretungs- und Mitbestimmungsrechts der Arbeiterschaft in Gefahr sein. Das ist von Anfang bis zu Ende unwahr. Die unter Teilnahme von Vertretern der Sozialdemokratischen Partei und der Unabhängigen Sozialdemokratie mit den Unternehmern getroffenen Ver- einbarungen gehen dahin, daß die bisher den Arbeiterräten, Betriebsräten, Arbeiterausschüssen usw. zustehenden .Rechte in vollem Umfange erhalten bleiben sollen. Den Arbeitervertretungen soll also an ihren Reckrtcn nichts g e- schmälert werden. Aber auch die Mitglieder diese: Arbeitervertretungen sollen sofort wieder eingestellt wer- den und mit der Einstellung in ihre alten Rechte wieder ein- treten, soweit sie gestreikt oder ausgesetzt haben. Soweit eine Entlastung erfolgt ist, sollen die gewählten Ersatz- m ä n n e r an ihre Stelle treten. Sind solche Ersatzmänner nicht vorhanden, so sollen sie von der Arbeiterschaft schleu- nigst in geheimer Wahl gewählt werden. Gegen diese Ersatzwahl können sich gerade die Unabhängigen und Kommunisten am allerwenigsten wehren, da sie ja stets für die häufige Neuwahl der Arbciterrate und Ausschüsse einge- treten sind. Wenn sie sicher sind, daß die bisherigen Ver- treter nach wie vor das Vertrauen der LHrbeiterschaft ge- nießen. dann können sie ja mit größter Ruhe! diesen evtl. Ersatzwahlen entgegensehen, weil sie im Falle einer Wiederloahl mit diesem Vertrauensvotum in der Tasche dem Unternehmer um so gewichtiger entgegentreten können. Hier liegt aber der Haken. Man fürchtet diese Ersatzwahlen. Man weiß, welche Unzufriedenheit in den Kreisen der Metallarbeiter besteht. Man weiß, daß bei derartigen Neuwahlen diese Unzufriedenheit sich in dielen Fällen darin äußern wird, daß man diebisherigenVer- t r e t e r, die die Arbeiter in diese Sackgasse ge- führt.haben, zum Teufel jagt. Deshalb möchte man seine nnabhängig-kommimistischcn Parteigänger unter allen Umständen in diesen Posten erhalten. SJt das ein Kampfziel, für das die gesamte Berliner Arbeiterschaft sich durch den Generalstreik einlegen konnte und durste, um dessen Er- reichung das gesamte Wirtschaftsleben wieder auf den Kopf gestellt werden mußte? Diese Frage stellen, heißt sie mit aller Schärfe verneinen! In dem am Donnerstag früh veröfseutlichten Aufruf der Fünfzehnerkommission, des Metallkanells. der U- S. P. und des sogenannten„roten" Vollzugsrats, in welchem die Vorbereitungen zum Generalstreik abgeblasen werden, ver- sucht man mit vollen Backen die mehrheitSsozialistilche Partei ♦ für dos Fehlschlagen des Streiks verantwortlich zu machen. In ihrer Wut, daß die Generalstreikspropaganda fast in der gesamten Arbeiterschast einstimmige Ablehnung gesunden hat. geht man so weit, die in der überwiegenden Mehrheit u n- abhängig und kommunistisch zusammengesetzte Ber- liner G c w e r k-s ch a f t s k o m m i s s i o n mit den„Rechts- sozialisten" in einen Topf zu werfen, auch die Gewerk- sdKlftskommission des Verrats schuldig zu erklären und sie gewistermaßcn als eine Puppe der Rcchtssozia- listen hinzustellen. Es heißt dort: Die betxchtigten Hofsnuvoen der kämpfende!! Metallavbeiicr auf Verkündung des Generalstreiks sind durch die Berliner Ge- werkschastsklMtmission zunichte gemacht worden. Die Gewerk- schaftskommistion hat eö abgeloh-ut, zum allgemeinen General- streik aufzurufen. Dab verräterische Treiben der Rechtssozialisteu hat bis in die Reihen der Ge to.« rt schafts ko mm i sk iom binein seine Wirkung getan. Vertreter der für das Gelinge» der Aktion entscheidenden Berufe stimmten gegen die Beteiligung ani Generalstreik. Wie sie nunmehr den Kampf uni die bisherigen Arbeiterrechte in den Betrieben führen wollen, das bleibt der Verantwortung der Mehrheit der GewerkschastSkoinuiisfion und ihren poli-tischen Drahtziehern überlassen. Das wagt mau zu schreiben, trotzdem die getroffenen Vereinbarungen, auf Grund deren die Beilegung des Metall- arbeiterstreiks erfolgen sollte, von den offiziellen Parteivertretern der U. S. P. als aus- reichend angesehen wurden, obwohl der zweite Be- vollmächtigte des Metallarbeiterverbandes. R u s ch, erklärte, daß er sie der Generalversanmilung zur Annahme emp- fehlen würde und trotzdem der Vorsitzende desselben„roten" Vollzugsrats, Richard M ü ller, bei den Verhandlungen er- klärt hatte, es sei eine Demagogie, jetzt noch scharf für den Generalstreik einzutreten. Hier zeigt sich so recht die Zwiespältigkeit der unabhängigen Gewerk- fchastspolitiker, die bei sachlichen Verhandlungen zugeben müssen, daß eine Grundlage für'die Beilegung des Streiks gesunden sei und die dann später nicht den Mut ausbringen, gegenüber den eigenen Parteianhängern diese Ansicht zu ver- treten, die vielmehr sich von den mit radikalen Phrasen voll- gestopften, ruhigen Erwägungen unzugänglich gewordenrn Anhängern über den Haufen rennen lassen. Inzwischen scheint man wenigstens in der„Freiheit" eingesehen zu haben, daß dieses Vorgehen nicht geeignet sei. auch nur die eigenen unabhängigen Parteiinieresssn zu Wahren. In einem Artikel vom Donnerstagabend„Die letzte Phase" begnügt man sich damit, nur noch die Rechtsfozia- listen für das Scheitern des Generalstreiks verantwortlich zu machen und stellt der Gewerkschastskommission das Zeugnis aus, daß sie„nach ruhiger sachlicher Prüfung der Loge und der Erfolgsmöglichkeit des Kampfes die Verantwortung für den Generalstreik nicht übernehmen konnte und sich gegen ihn entscheiden mußt e". Aber auch diese taktischen Manöver werden ihren Zweck nicht erreichen. Die unverantwortlick)? Genoralstroikpropa- gcmda ist von der überwältigenden Mehrheit der Arbeiterschaft bis weit in die Kreise der Uimbbängigen hinein so ent- schieden abgelehnt worden, daß gerade die niederträchtigen Verdächtigungen unserer Partei, als ob wir den Metall- arbeitern in den Rücken gefallen seien, um so klarer in ihrer Verlogenheit von der Arbeiterschaft erkannt> Verden. Niemand kann im Zweifel darüber sein, daß wir den Kampf der Metallarbeiter mit allen Kräften unterstützt haben imd weiter unterstützen, und daß wir uns lediglich gegen die Aus- nützung dieses Kampfes und der Ovferwilligkeit dar beteilig- ten Arbeiter zugunsten parteipolitischer Interessen durch die gewissenlose und unfähige Streikleitung und ihrer Hintermänner gewandt haben. Ueber die wirklichen Motive nnd ZielederStreik- führe: bei der Geireralstreitpropaganda kann kaum noch ein shveisel bestehen. Wer die starke Propaganda der Korn- mu nisten nnd Linksunabhängigen sür Albestsrnhe am 7. November, als Sympathie für Sowjetrußland, kennt und wer weiß, auf wie ungünstigen Boden diese Propaganda bis- her in der Berliner Ärbeitorsckast gefallen ist. der wird sich darüber klar sein, daß man hier glaubte, die günstige Ge- legenheit zu haben, den Generalstreik zum 7. November auf U m w e g? n herbeizuführen und die gesamte Arbeiterschaft dafür mobil zn machen. Ist erst der Generalstreik da, dann sind, wie die früheren Erfahrungen lehren, auch Zusam- m? n st ö ß e, Plünderungen u sw. unvermeidlich, und wir würden um die Hoffnung, daß wir endlich in eine ruhigere politische und wirtschaftliche Entwicklung hm- eiukommen, wieder betrogen sein. Dabei erscheint die Frage noch berechtigt, ob man i* jenen Kreisen, deren ganze Politik auf den Zusammen- bruch unserer gegenwärtigen Verhältnisse eingestellt ist, nicht auch mit Freuden die jetzige Gelegenheit, wo durch die zehntägige Eisenbahn sperre eine gewisse Aus- befsernng unterer ttebenSmittel- und Kohlenversorgung her- beigeführt werden soll, ergreifen wollte, um durch einen Berliner Generalstreik diese Verbesserung zu verhindern oder mindestens z» etschwm'n. Aber ganz gleich, ob das die Ab- ficht war oder nicht, erreicht wäre es durch einen Generalstreik aus jeden Fall, zum besonderen Schaden der Arbeiterschaft. Erfreulicherweise ist die Berliner Acheiterschast nicht mehr wie bei früheren Gelegenheiten ein ivillenloses Werk- zeug der umchhäug'ch-kommnnistisHen Drahtzieher. Sie hat unter diesem Druck schon zuviel gelitten, um nickt alle Kräfte anzuspannen, ihn endlich zu brechen. Und es ist nur unter diesem Gesichtspunkt zu verstehen, daß selbst die in der über- wiegenden Mehrheit unabhängige(Äewerkschaftskoiwnission, tomn auch nur mit Stimmengleichheit, die UnterstiUmng des Generalstreiks abgelehnt hat. Sollten die Kommunisten, wie es fast den Anschein hat. ihre Geueralstreikpropaganda noch fortzusetzen versuchen, so gibt es für uns nur eine Parole: Nieder mit diesem Generalstreik mit allen Mitteln! Dabei darf es aber nicht bleiben. Von allen Seiten kommen wieder Nachrichten, wie durch beispiellosen Terrorismus und durch die Androhung vou Gewalt Mehrheiten von Betriebsbelegschaften durch teilweise kleine Minderheiten zur Beteiligung am Streik gezwungen werden sollten. Da hilft uns kein Klagen und Schimpfen über diesen Terrorismus. Wodurch ist er überhaupt möglich? Nur dadurch, daß man dein, der mit der Faust droht, nicht gleichfalls die Faust unter die Nase hält. Wenn diejenigen, die mit den brutalsten Mitteln der Gewalt versuchen, die Arbeiterschaft unter ihren Willen zu beugen, einigemal selbst die Früchte ihrer Taktik zu ge- niesten bekommen, dann ist das> glaube ich, das beste Mittel gegen diesen Terrorismus. Eine dauernde Gesundung dieser Verhältnisse kann aber nur eintreten, wonn wir in den Gewerkschaften endlich den Geist der Unduldsamkeit und der p a r t e i p o I i t i- schen Zwangsherr schüft beseitigen. Dringender denn je ist es notlvendig, daß der Appell, den ich am Schlüsse meines ersten Artikels an unsere Parteigenossen in den Gewerkschafisn gerichtet habe, jetzt zur Durchführung kommt. Unsere Parteigenossen und alle diejenigen Mit- glkder der Gewerkschaften, die für die gewerkschaftliche Tätigkeit auf dem Boden der von mir aufgestellten Nicht- linien eintreten, die also für die alten bewährtenge- werkschaftlichen Grundsätze sind, müssen inner- halb ihrer Berufs- und Organisationsgruppen Versammlun- gen einberufen, sich zu gemeinsame r Propaganda für diese Gedanken zusammenschlicsten und daran arbeiten. daß wieder die Vernunft und die ge- werksch östliche Erfahrung wie Tüchtigkeit die entscheidende Stimme in den Qrganisationsversamm- lungen und-leitungeu erhalten. Parteigenossen, rettet die Gewerkschaften! _ Franz Krüger. die§o!gen üer Z)ungerblockaAe. Als im Laufe des Sommers 1919 der Medizinalabteilimg des preußischen Ministeriums für Volkswohlfahrt Mitteilungen über ein gehäuftes Vorkommen von eigenartigen Knochen- krankheiten als Folge der ungenügenden Er- nährung bebannt wurden, erhielten die RegierungSpräsi- deuten unter dem 9. August 1919 den Auftrag zu eingehendem Bericht über die einschlägigen Verhältnisse in ihrem Verwal- tungsbezirk. Das Wesentlichste aus den Berichten sei hier kurz wieder- Aegeben: Die Reform üer Rechtfthreibung. Bon einem Lehrer wird uns geschrieben: Warum hört man an amtlicher Stelle so wenig von der Ver« einsachung der deutschen Rechtschreibung? Auch hier wäre doch tängst Gelegeuheit gewesen zu einer Schulreform, die nichts kostet, die im Gegenteil alljährlich Millionen an Geld und Ar- b e i ts st un d en ersparen- würde. Ein volle» Jahr hindurch ver« geudet der Deutschunterricht einen grohen Teil der versügbaren Zeit in dem fruchtlosen und leider meist sehr eifrigen Bemühen, in die Wissenschaft vom Gebrauch der Grotz- und Kleinbuchstaben einzuiühren. Die Zeit ist vergeudet--- denn man kann, wie Gramm im»Deutschen Wörterbuch", ohne jenen Unterschied auS« kommen; und da? Bemühen ist fruchtlos— denn es giht keinen Deutschen, weder einen.gebildeten" noch einen»ungebildeten", der genau wützte, was grotz und waS klein geschrieben wird. Der Kultusminister, der diesem BildungSschwiiidel mit der»Recht"» fchreibung ein Ende machte, würde sich als Wohltäter feines Volkes einen Ehrenplay in der Geschichte erwerben. Man macht sich gemeinhin viel zu wenig Gedanken darüber, 1. wie unsinnig unsere heutige Rechtschreibung ist, 2. welche Ver- Wüstungen im Schnlleben sie anrichtet. Beständig legt sie dem Schüler Futzangeln: Grotz- oder Kleinschreibung? ss oder st oder s? v— f pH? mit oder ohne Dehnungszeichen? Meist wäblt er das falsche. Kein Wunder, wie soll er wissen, was der Lehrer für richtig hält: firnist— Virnis— Firnlh— phirnist— virrnis strniS— PhyrniS— Firnis usw. Die Wahrscheinlichkeit für ein Treffen ist e:wa 1:25. Die rote Flur ans des LehrerS Tinienfast ergiestt sich pflichtgemäst über das Heft, schafft Tadel, schlechte Zen- stiren, Tiänen, Aerger zu Hause, Diktat- und Aufsatznot. Must daö sein? Soll das so weiter gehn? Der Schüler wartet eine Fülle neuer Aufgaben: Mehr Pflege des Auges und der Handfertigleit; Formen, AuS- schneidiu. Zeichnen als AuSdruckSmittel; Geschmacksbildung zur Ueberwindung des Kitsches in Kunst, Literatur, Musik, der Schund- arbeit— mehr Leibesübungen, Heimatkunde, staatsbürgerliche Er- ziehung. Die Schule weist nicht, woher sie die Zeit für all« diese sehr notwendigen Dinge nehmen soll.(Kürzere Unterrichtszeit— keine Hausarbeiten? Kohlenferien?) Mit der gründlichen Ver- einsachung der Rechischreibung könnte da viel Zeit und Platz für Wertvolles frei werden. Die neue Rechtschreibung müstie sich nur von der Frage nach dem Bedürfnis und gröstter Zweckmästigleit leiten laste», dürste also nicht von den Fachgelehrten gemacht werden, die au« Liebhaberei einem Gebrauchsgegenftand noch eine tausendjährige Sprachgeschichte auf- lade» möchten. Das Kultusministerium ist von vielen Seiten mit Vorschlägen und Entwürfen bombardiert worden, ohne dast bisher sichtbare Erfolge zu verzeichnen wäre». Vielleicht ist dieser Anregung ein besseres LoS beschieden. Die Oeffentlichkeit must sich der Sache an- Seit Herbst 1917 treken unter für Bevölkerung Prenssens krankhafte Veränderungen des Knochengerüstes aus, die der englischen Krankheit der Säuglinge«nd Kleinkinder(Rachitis) sowie der Oftromalacie der Erwachseneu ähneln. Diese Erkran- kung nimmt einen lkmsang«nd eine Form an, wie sie bisher in Preußen nie beobachtet worden sind. Knochrnverbiegungen, wie sie sonst nur ansnahmöwerse bei den schwersten Formen der Rachitis oder der Ostcouwlane beobachtet wurden, sind jetzt eine häufige Erscheinung. Kuocheudrüche ohne nachweisbare oder kaum erkenntliche Ursache sind keine Seltenheit. Auch werden Altersklassci, heimgesucht, bei denen man diese Erkrankungs- zustände zu sehen nicht gewohnt war. Bis zum Herbst 1818 scheint die Krankheit nur vereinzelt und unter Verhältnissen aufgetreten zu sein, die für ihren Ausbruch besonders günstlge Vorbedingungen boten. Seit dieser Zeit ist sie in mehr oder lueniger großem Umfange in alle» Regierungsbezirken ein- schließlich Berlin, jedoch mit Ausnahme der Hohcnzollernschen Lande, beobachtet ivorden. Zur ätiologischen Klärung der Krankheit trugen die Be- richtsfeststcllungcu nur insofern bei, als aus ihnen mit Be- stimmtheit hervorgeht, daß die Krankheit eine u n- mittelbare Folge der Hungerblockade ist— hervorgerufen durch die der Menge nach verminderte und der Güte nach verschlechterte Hungerkost. Das Hauptkontingent der Kranken stellt die AlterSklasie bis einschließlich des fünften Lebensjahres. Völlig verschont bleiben Kinder etwa vom K. bis zum 14. Lebensjahre bzw. bis z» der Zeit, wo die Kinder ins Erwerbsleben eintreten. Da- gegen findet sich eine sehr starke Beteiligung der Jugendlichen vom 14. bis 19. Lebrnsjahrc. Völlig fm bleiben dann die Le- beusjahre vom 29. bis 35. Hier setzen dann die Erkrankungen allmählich wieder ein und konzentrieren sich bei Frauen etwa zwischen dem 49. und 59. Lebensjahre. Die Berichte der Negieruugspräsidcnten, auS denen hier bloß ein ganz kurzer Auszug wiedergegeben ist, beziehen sich nur aus eine neue E r s ch c i u u u g S s o r ni des Hunger- s ch a d e n s. Es ist überflüssig, daneben noch einmal alle die schon bekannten anderen.Krankheiten auszuzählen, die, als Fol- gen der Hungerblockade, Siechtum und Tod in Hundert- taufende« von Fällen über unser Volk gebracht haben. Diese Feststellungen sind das Erschütterndsts, was man bisher von den Wirkungen der Hungerblockade erfahren hat. Das Verbrechen der Entente am deutschen Volke schreit zum Himmel. Dennoch wird die Ostseeblockade, bis auf kleine Er- leichterungen, aufrechterhalten. Zahllose Menschenleben und Gesundheitswerte des deutschen Volkes sind zerstört worden. Und daS Elend scheint noch nicht enden zu wollen. Durch die Blockade ist die ganze Menschheit geschändet worden. Wejlen Gpfer! In ihrem Trauerartikel für H« g o H a a s e hält die „F r e i h e i t" ihre Behauptung ausrecht, daß Haase ein Opfer der Reaktion geworden sei. Sie schreibt: Wie Jean JaurdS wurde auch Haase von der Hand eine? geistig Minderwertigen gemeuchelt. Doch hier wie dort steht die Reaktion, die sich ihre Opfer unter den bekanntesten Führern de? Proletariats aussucht, als Hauptschuldige hinter dem Verbrechen. Raoul Villaiu, der JaursS niederschoß, Handel!? auS offenkundigen politischen Motiven. Im Augenblick des Kriegs- ausbruchs" wollte er den Mann beseitigen, in dem sein beschränkter Verstand ein Hindernis der Landesverteidigung sah. Eine Ansicht, die sich ohne weiteres als Produkt der reaktionären Sozialistcnhetzs darstellt. Wer aber war der M ö r d e r Hugo H a a s e S? Ein radikaler Unabhängiger, der bekannt hat. dieser Partei am nächsten zu sieben und der in GewerkschaftL- Versammlungen konsequent für die Rätediktatur eingetreten ist. Gewiß, auch er ist geistig minderwertig, aber seine Psyche ist nicht im geringsten von den Schlagworten der Reaktion, nehmen; sie geht jeden an, der zu den Schreibenden gehört, und daS sind wir alle. Insbesondere haben Eltern« und Lehrervereine und olle, denen das Wohl der Kinder und der Schule am Herzen liegt, zu deren Nutz und Frommen die Pfli-tt. die Forderung nach Reugestallung der Rechlschreibung zu der ihrigen zu machen.__ Der drehende Thraterwucher. Auf die Gefahren, die dem deutsche» Theaierwesen durch dje versuche der Vertrustung und Ausbeutung drohen, macht Emil Lind im neuesten Heft der»Freien Deutschen Bühne" oufmerlsam. Nach seinen Beobachlungen nähern wir uns immer mehr dem verweislichen System der englischen und amerikanischen Bühnen, das in diesen beiden Ländern überhaupt jede ernsthasi« Kunst vom Theater entfernt hat. I» England und Amerika werden die Daisteller stelS nur für beslnninie Slücke ver- pflichtet; sie reisen mit den Gesellschasien. die alle von einigen wenigen Manogerfirmen in London und New Rork»kontrolliert' werden, im Lande herum und spielen stet« dieselbe Rolle, maz da? Slück nun 14 Tage oder 14 Mypate oder 14 Jahre aus dem Spielplan bleiben. Die Verträge mit den Schouspielein sehen zu- meist, mit Ausnahme der Star-Kontrokte, eine jedeizeitige vierzehn- lägige Kündigung vor. io daß die Existenz der Schauspieler höchst unsicher ist. Dieses System will man nun auch bei uns einsühren und damit eine uiiserer wenigen wirlitche» Vormachtstellungen, die der deutschen Bühne, vernichten. «Die Direltion Meinhard und Bernauer", sagt Lind,„will noch darüber hinaus nunmehr einmonatige Verträge schlietzen. ein« Matz- nähme, die sich allerdings bald gegen sie selbst richten würde. Rur um den Forderungen und Errungenschosten der Genossenschast Deutscher Bübnenangehönger entgegenzuwirken I Welch kurzer Blick, der diese Forderungen von der ganzen Zeit losgelöst steht und nicht ihre enge Verbindung mit dem Aus und äH unserer Tage! Wie folgenschwer, wenn gerade künstlerisch gerichtete Theaterleiter sich trotzig von dem Inhalt unterer Zeit loslösen und nicht die Bestrebungen unterstützen wollen, welche die Sicherungen de« Theaterbetriebes«n den kommenden tchweren Zeiten bezwecken, indem sie eine gemeinsame Bast« für alle künstlerischen Faltoren de« Theaterbetriebes zu bilden versuchen?' Lind fordert, datz man einen strengen Un>erichied mache zwischen den wirklichen Kunststätien und den einfachen Amüsier-Theaiern, die nur noch im lokalen Teil besprochen werden sollten. Auch die Regierung mutzte aus Grund des KonzessionierungSparagraphen im geeigneten Falle eingrelfen und den lünstlerischen BekahigungSnach- weis eine« Direktors in strengster Weise prüfen.»Wenn ein Zu- sammenschluh mehrerer Bühnen in Frage kommen sollte, dürfte er nur dann stattfinden, wenn die künstlerische Persönlichkeit des Leiter« unanfechtbar, stark genug und unter allen Umstände» bereit ist, die künstlerische Bast« der Unternehmungen und damit ihr Anrecht auf besonderen Schutz zu sichern. Gerd Maurer. Der Niederbruch unserer seelischen Kultur, wie ihn die'« Zeit offenborte, hat immer starker ein Heimiyeh nach der Abgeichiedenbeit und Meeresstille der Gemüter hervor gerufen, wie allein Asien sie kennt. So war ti nicht nur«in äutztte» Zeichen, datz Gerd Maurer orientalische Dichtungen für ihren Vortragsabend gewählt hatte, den sie tm Rahmen der sondern ganz allein von den blutigen Phrasen der Radikaken und Radikalsten beeinflußt worden. Bei einem Mann, der ganz im Banne der linksradikalen Scklaqinorte stand, ist die Annahme unsinnig, daß die Ermordung Liebknechts oder Rosa Luxemburgs oder Kurt EisnerS auf ihn als Vorbild gewirkt habe. Alles spricht vielmehr dafür, daß seine gewalttätigen In- stinkte durch den fortwährenden Appell seiner Eesinnim-rs- genossen an die brutale Gewalt geweckt ivorden sind. Der Fanuarausstand, der Märzaufstand, Taten, wie die Ermordung NeuringS oder der Mnnchener Geiseln haben auf diesen Minderwertigen eingewirkt. Die für ihn alltägliche Beobachtung. daß die Kommunisten und linken Unabhängigen sich bewaffneten und mit den Waffen auf die Straße gingen, haben sein krankes Hirn ans den Weg der Gewalttätigkeit gelockt. So sehr die Ermordung Haasts von der U. S. P. in erster Reihe beklagt werden muß, können die Unabhängigen nicht leugnen und verdecken, daß ihr Führer letzten Endes das Opfer der Gewalttaktik des eigenen linken P a r t e i f l ü g e l s geworden ist. einer Gewalt- taklik, die Haast freilich stets bekämpft hat, die aus der U. S. P. zu entfernen er abee nicht stark genug war und die ihm selber schließlich das Leben kostete. Die verkehrssperre bleibt. Die Freitag abend vom„Ach»-Nhr-Abeiidblatt" gebrachte Nach- richt einer Milderung der Vcrkehrösperre trifft, wie wir»er- nehmen, nicht zu. Ein beschrönkier Zugverkehr auf kürzere Em- fermingen wird aufrecht erhallen mit Rücksicht auf dir für die Volks- ernährung wichtige Milchversorgung der großen Slüdte und zur Nntcrhaltung der notwendigen Postverbindungeu. Soweit die Belastung dieser Züge eS gestattet, werde» Personenwagen iu dieselbe» eingestellt, die in erster Linie für die Bedienung des Vorort- und Be- mfsverkeHrS in Frage komme». Soweit dann noch Platz vorhanden ist, steht die Benutzung dieser Wagen jedermann offen. Solche Züge verkehren nach den versch edenfleii Richtungen. Es handelt sich dabei aber nicht ii»i einen regelmäßigen Berkehr, der BesördeiiingSmöglichreiteu bietet, mit denen gerechnet werden kann. Die Güterzüge sind für de» Personenverkehr nicht freigegeben. Nur in Ansnahmrsälleu, bereu Dringlichkeit von de» Eisenbahndirektionrn streng zu prüfe» ist, werden einzelne Ncisende in Güterzügen auf knrze Etilfernunzen mitgenommea. Auch daS ist nicht bei allen Güterzügen möglich, sondern nur bei solchen, in denen dadurch keine Störung des Güterverkehrs zu he- fürchten ist. Die Rustechterhaltung der erwähnten Zugvcrbindungc» war von vornherein für netweudiz erachtet worden. Eine Milderung der BerkehrSspcrre ist nicht darin zu erblicken. Auch diese beschränkten Beförderungsmöglichiciten können nur ausrecht erhalte» werden, so lange die alS dringlich anerkannten Fälle sich aus«ine kleine Zahl beschrSulen lassen. Sobald dadurch eine Störung des Güterverkehrs eintritt, wird auch dieser brschrünkte Prrsonenverlehr unterbundiu werden. » Das ReichZverkehrSministerium teilt mit: Die einschneidenden Matznabmen der Eisenbahnverwallung haben im Ruhr go biet bereits zu einer nennenswerten Steigerung der Wagen- stellung für Kohle, Koks und Briketts geführt. Während in den erste» vier W-rklagen der vorigen Woche die Wagenstellungen im Ganzen 58 381 Wagen, d. h. im weiltüglichen Durchschniti 14 595 Wagen betrug, stieg sie in den ersten vier Tagen der lausenden Woche aus 70714 Wagen, mithin werkiSglich auf 17 679 Wogen. Englijchs Truppen für öen öeutschen Osten. „Daily Expreß" teilt amtlich- mit. daß die E n g l ä»- der im Einvernehmen mit den Alliierten zur Aufrechterhal- tnug der Ordnung Truppen«ach den deutschen Ostprovinzen schicken werden, in denen eine VolkSabstimniung statt- findet. Die Truppen werden bis Januar dort bleiben. Kammerkunsi-Abende bei Reuh u. P o l l a k gab. Es ist daS Schicksal beionderer und eigenarvger Talente, datz sie länger um ihren Eisolg ringe» müssen. Aber der gestrige Abend zeigte, dotz Gerd Maurer an-ti sein von der Bübne ieti ihrem letzten Auitieten zu glücklicher Vollendung kam. AuS der alten in Suche, i Legende leuchtete die weiße Gestalt Sawitri« in erhabener Sieinheit, erfüllt von göttlicher Anbetung und Einfalt. ES war gewth ein großes Wagnis. Musik und Dichtung in Einklang miteinander zu bringen. Aber der Versuch. Max DauthendcyS Novelle»Der Nachtrcgen von Kar a sali" dnrck eine begleitende Tonmalerei von De- bnssy zu unterlegen und zu durchdringen, gelang>o vollkommen, datz man von einer künstlerischen Leistung ersten Ranges sprechen kann. Münk und Dichtung wurden ein Ganzes, aus dem daS leise Pläschern des Regens und der Worte, die monotone Rnbe und zarte Zurückhaltung des Orients, die Musik des WeienS und der Stimme der Vorlragenden, erhöht durch die fremd« Lieblichkeit ihrer Erscheinung, die sich zuweilen magisch aus dem Flammen- schein der Kerzen porbeugie, die Hörer mit der heileren Torheit und Traurigkeit alles Vergänglichen wie mit iützer Melancholie übeiströmien. Weniger geeignet erschien die Beglettnng iür daS Gedicht»Der Tempel auS Porzellan", dessen Dust und zerbrechliche Feinheit durch die Musik zu sehr beschwert wird. Alle drei Siücko aber, zuletzt»Der Geburtstag der Jnfamm" von Oskar Wilde, wurden mit so«einer Durchdachtheit und innerer Turchseelung ge- sprochen. alle Stimmungen so iorgiällig abgewogen, die Höbepunkle so few herausgearbeitet, daß der Eindruck sich ungekchwächt bis zum SSluß steigerte. Der Beifall war tief und ergriffen. T, Ejne Völkerwanderung tu der Tirrwrlt. Während uns die Hfftorkker über die Gründe menschlicher Völkerwanderungen oft in eingehender Weise aufzuklären vermögen, ist man sich über die Gründe tierischer Maffenwanderungen vielfach im unk'aren Sa wird auS der Schweiz neuerdings über einen Wanderzug de? Distel. falte rs berichtet. Der HeereSzug dauerte über zehn Tage. Thoman berechnet 149009 Distelfaltcr in der Stunde. Alle kamen in rasen- dem Fluge nordwärts geflogen. Wandertrieb des Futter? halber kann hier nicht in Frage kommen, weil die Raupe de» Distelfaltcrs an kein- bestimmte Pflanzenart gebunden ist. Da» Rätselhafte einer derartigen Massentvanderung ist, wie gesagt, der in vielen einzelnen Tieren gleichzeitig ohne ersichtliche Ursache sich geltend machende Trieb, gemeinsam einem unbekannten Ziel zuzustreben. Ein neues Buch vo« JobanitrS B. Jensen. Dtmnachst erscheint in Kopenhagen«in neues Buch von Jobannes V. Jemen,„Das verlorene Land". ES gehört zu derselben Reihe wie der»GleUcker", »DaS Schiff" und.Nornengäst". soll aber das erste dieser Reihe darstellen. Die ganze Serie schlietzt imt»Christoph Columbuö". Dieses letzte ab'chlietzende Werk ist noch nicht geschrieben. DaS- ganze Wer! soll den Titel»Tie lange Reise" iübren. SS ist be- lannt, datz Jensen den Krieg nicht Hai seben und nicht über ihn bat schreiben wollen. Die»Lange Reise" ist das Ergebnis seiner Arbeit in den iüns KriegSjahrnr. Eine Lynkeus-Ehrung. Der Wiener Stadtrat setzte dem Dichter und Sozialre'ormer Joief Wopper-Lvnkeu« eine jährliche Ehren- Pension von 6000 Kronen ans Lebensdauer aus. «r» Nadel ist die kommende GomitagvonnfttagS-Bn-gnstaltmig der .Tribüne- vom S. Rov. gewidmet. ttr. 572 ♦ 36. Fahrgaay 7. Heilage öes vorwärts Sonnabenö, S. NovemberlHIH SSmö ins veröerben gerannt. (Schluß aus der Abendausgabe.) Helsferich: Nach englischen Angaben wurden versenkt weit über 8 Millionen Tonnen, schwer havariert über 7 Millionen Tonnen. Tiefe 13 bis 16 Millionen Tonnen gingen weit hinaus über das, was von uns als versenkt gemeldet wurde. Admiral Koch: Unser Schätzungsderfahren war so zuverlässig, wie es nur der gewissenhafte Deutsche machen kann. Der Eng- länder hätte das nicht so getan. Auf Anfrage des Abg. Eohn gibt dann Kapitän Bartcnbach Auskunft über die Art des Angriffs der U-Boote. Von Ende 1317 an konnte nur noch ohne Warnung mit Torpedoschuß ge- arbeitet werden, weil jeder Dampfer sofort feuerte. Sinzhcimer: Wie erklären Sie sich trotz der ungeheuren Versenkungsziffern die Tatsache, daß England nicht niederge- zwangen wurde? Koch: Tie Wirkung, die wir erreichen wollten,, nämlich England mürbe zu machen, ist ja erreicht worden. Sinzhcimer: W o z u mürbe machen? Koch: Zum Frieden geneigt. Sinzheimer: Zu w e l ch e m Frieden? Glauben Sie, daß England damals bereit gewesen wäre, in die Preisgabe Bei- giens zugunsten Deutschlands zu willigen? Koch: Es ist nicht meines Amtes, darauf zu antworten. Warmnth: Eine Annexion Belgiens war in Deutschland ja niemals in Erwägung gezogen! Cohn: Annexion im Sinne von Einver- leibung gewiß nicht. Aber es gibt verschleierte Annexio- n e n. Warmnth: Wir wollen von den Zeugen keine Urteile, son- dern Tatsachen hören. Sinzheimer: Graf E z e r n i n soll durch seinen Bericht an den Kaiser von Oesterreich die Friedensgeneigtheit Englands zer- stört haben. Glaubt der Zeuge nicht, daß England auch ohne diesen Bericht über die Zuitände in Oesterreich durch- Tausende von Agenten unterrichtet war? Koch: Das kann ich mir lebhaft vorstellen. Aber ein amtlicher Bericht des Ministers des Aeußern an seinen Kaiser ist mehr wert als tausend Agenten. �Gothein: Schon im Frühjahr 1316 hatte Generalstabschef v. F a l k e n h a y n die Ansicht vertreten, daß unsere Verbündeten bestenfalls nur Noch 1316 würden durchhalten können. Warmnth: Ist die Hoffnung des AdmiralstabS auf eine schnelle Wirkung von Einfluß gewesen auf die Bautätigkeit? Sind größere Verbesierunge» nicht vorgenommen worden, weil es sich nicht mehr lohnt?(Admiral Koch: Nein!) In der„Deut- sehen Tageszeitung" berichtet eine Firma, daß sie im September 1317 sich mit einer Wichligen Verbesserung für die U-Boote an das Reichsmarineamt gewandt hätte und daß das Amt geantivortet hat, diese Verbciicrungen könnten aller Voraussicht nach in diesem Kriege nicht mehr verwertet werden. Capelle: Wir wurden mit Erfindungen überschwemmt. Spahn: Wann war die U-Bootwaffe technisch so ausgebildet, daß der U-Boot-Krieg hätte mit Erfolg begonnen werden können? Bartenbach: Die Eröffnung des U-Boot-Krieges im Februar INfö war wohl etwas zu früh. Ich hätte den 1. oder 13. April für den richtigsten Zeitpunkt ge- halten. Wir besahen damals etwa 33 Boote. Gothein: Ich beantrage, über die Differenzen zwischen den jetzigen Mitteilungen über Stand und Aussichten der U-Bootwaffe und dem seinerzeit im HauptauSschuß des Reichstages gemachten Angaben den Abg. Struve als Zeugen zu hören. Vors. Warmuth: Bestand die Möglichkeit, Ende Januar an die ausgelaufenen U-Boote die Weisung ergehen zu lassen, mit dem rücksichtslosen U-Boot-Krieg noch nicht zu beginnen? Koch: Ten Rückzugsbefehl zu geben, war technisch natürlich möglich, eine Gewähr aber dafür, daß das Telegramm ankäme, bestand nicht, eine Empfangsbestätigung war ausgeschlossen. Sinzheimer: Wieviel Zeit stand zur Verfügung, um die Boote funkentclegraphisch zu erreichen?(Admiral Koch: Ich schätze s«l>s bis sieben Tage.) Es waren damals nur 21 Boote nicht im Hafen, in der Zeit vom 23. Januar bis 7. Februar hätte nian somit doch ivoyl alle U-Boote erreichen können. koch: Das kann ich nicht wissen. Wenn auch nur ein einziges Boot nicht erreicht worden Ivärc, so hätte doch von diesem schon mancher Dampfer abgeschossen werden können. Auf etilem Boot war der Empfangsapparot überdies nicht in Ordnung. Sinzhcimer: Zufall!) Das hätte auch bei anderen sein können. Sinzheimer: Bei einer, so ungeheuer loichtigen Frage, die Fricdensvcrmittlung war angenommen, durfte n ichts verabsäumt werden, und man muß doch da den nvnimlaii Verlauf der Tinge aimehmen. Koch: Es blieb immer dasselbe Risiko. Sinzheimer: Wir haben viel Pech im Kriege gehabt. Konnte für uns nicht auch einmal ein Glückszufall eintreten?(Allgemeines Gelächter.) Tatsächlich ist vom 7. Februar bis Mitte deS Monats kein amerikanisches Schiff torpediert worden, das Glück wäre uns also bold gewesen. Cohn: Konnte die Marine ans Zeitungsliochrichten oder auf Grund von Veraek.mungen aufgebrachter Mannschaften sich ein Urteil über die Ernährungsvcrhältnissc in England bilden? Bartenbach: Ich habe sämtliche mir zugegangenen Pressenach- richiten gelesen und mich die Meldungen der U-Boot-Komnoandanten entgegengenommen. Aus den Meldungen ging hervor, daß die Ver- sorgniig der englischen Schifte immer geringer wurde, daß die Fischerfahrzeuge keine 5wrtofseln, sondern nur noch Rüben an Bord hatten, und daß die Mannschaften über knappe Rationienmg klagten. Golm: Haben Sie in den Blättern nicht auch gelesen, daß bei den Lebensmittelauktionen mangels Käufer in England nicht alleöabge setzt werden konnte, oder haben Sw nichr die Inserate der Warenhäuser verfolgt, auS denen hervorging, daß England noch genügend Lebensmittel frei verkaufe? Fregattenkapitän Vartenbach: Gesehen habe ich diese An- zeigen, verfolgt habe ick» sie nicht. Sinzheimer: Konnten die auf Station befindlichen U-Boote nicht die anderen benachrichtigen? Kech: Das wäre Zufall gewesen. Konteradnmal v. Biilow: Es handelte sich nicht darum, daß keine amerikanischen Schiff« versenkt würden, sondern daß kein amerikanischer Bürger verletzt würde oder seinem Tod fände. Das hätte auch auf einem englischen Schiffe passieren können. Aba. Sihückinq: Utiprünglich waren die A b w e h r m i t t e I gegen U-Boote sebr gering. War es nicht ein schwerer politischer Fehler, daß durch das bekannte Interview des Großadmirals Tir- Pitz die Absicht preisgegeben wurde, daß man durch den U-Bsok- Krieg England völlig absperren wollte. Mußte dadurch nicht erreicht werden, daß England sich darauf einstellte? Koch: Vom militärischen Standvunkt aus hätte ich jedenfalls das Interview nicht gegeben, aber so schwer schätze ich den Fall Nichtsein. Er Iva? der Hofinung, daß der U-Boot-Krieg baldigst einsetzen würde, er sah diesen Zeitpunkt als nahe gekommen an. Hieraus wird Abg. Dr. Struve als Zeuge vernommen über die Angaben, die im Hauptausschuß des Reichstages vom Admiralstab und Reichsmarineamt über die U- Boot-Waffe gemacht worden sind: Es ist außerordentlich schwer, über den Stand der U-Boot-Waffe sich ei» klares Bild zu verschaffen. Eine viel zu große Zahl von un- sicheren Faktoren spricht da mit. Im Mörz 1916 waren insgesamt 23 U-Boote frontbcreit, davon waren 11 in der Nordsee. Auch im Januar 1917 waren eS nur 20 Boote. Wir besaßen zwar 152 Boote, aber nur 2 3 waren frontvcrwendungsfähig. Das muß man stctS in Betracht ziehen. Später waren es von 263 U-Booten 3 i Boote. Uns war es verboten, selb st im Hauptausschuh über die Zahl de? N- Boote irgend- welche Angaben zu machen. Als der uneingeschränkte U- Boot-Krieg beschlossen war, teilte Staatssekretär von Capelle im Hauptausschuß mit, daß wir 163- U-Boote hätten. Er sagte das ohne jeden Zusatz, so daß bei den Abgeordneten der Eindruck entstehen konnte und entstanden ist, daß diese Zahl auch s r o n t- verwendungsfähig war. Es waren aber nur 26 U-Boote davon frontbercit, und von diesen 2 6arbeiteten nur3 bis 6 an der Westküste von England. Das ist ein so großer Kontrast, baß Herr von Capelle auf diesen Punkt hätte aufmerksam machen müssen. Richtig ist, daß die Zahl der frontbercitcn U-Boote im Laufe der Jahre 1317 und 1918 auf 36, 43, 47 und noch weiter gestiegen ist. Aber auch diese Zahlen stehen noch im W i d c r s p r u ch zu den Angaben, die uns im Haupt- ausschuß des Reichstages gemacht worden sind. Wir haben im HauptauSschuß von Herrn von Eapcllc eine außerordentlich scharfe Kritik an der Flottcnbaupolitik deS Herrn von Tirpitz gebort. Da aber auch die Zustände unter Herrn von Capelle sich nicht so entwickelten, wie es notwendig gewesen wäre, schrieben Gothein und ich einen Brief a n d e n R e i ch s t a n z l e r. Um die in diesem Brief enthaltenen Vorwürfe zu entkräften, erklärte Staatssekretär von Capelle, daß wir nunmehr gegen 466 U-Boote hätte». Die Zahl war unrichtig. Selbst unter Einrechnung aller verlorenen U-Boote und der noch nicht erbauten U-Boote sind es niemals 466, syndern höchstens 3 6 6 gewesen. Ei» Irrtum war es auch, wenn Staatssekretär von Capelle amtlich erklärte, zu Anfang des U-Boot-Krieges wären U-Boote serienweise bestellt worden, eine Serie, z. B. U. C., von 1 bis 66. Nähere Untersuchung ergab, daß der Staatssekretär hierbei nicht die tatsächlichen Bestellungen im Auge gehabt hat, sondern Bestellungen, die ihm im Bugenblick vielleicht so angenehm gewesen wäre n wir uns. Wenn man ein richtiges Bild von dem U-B»ot-Bau gewinnen will, darf man sich nicht an die Zahl' der U-Boote klammern, sondern muß die Tonnenzahl berechnen, denn wir bauten zurrst U-Boote von 166 bis 266 Tonnen, später Boote mit einem Raumgchalt von über 2666 Tonnen. In den 26 Monaten der Amtstätigkeit des Herrn v. Tirpitz im Kriege sind durchschnittlich je 4666 Tonnen bestellt worden, unter Herrn v. Capelle ungefähr 14 666 Tonnen im Monat. Das zeigt, daß die erste Kriegszrit picht voll für den U-Boot-Bau ausgenutzt worden ist. Bor' dein Kriege war es noch schlimmer. So sind im ganzen Jahr 1913 nur drei U-Boote und im Jahre 1914 bis zum 1. August ein einziges U-Boot bestellt worden. Während des ganzen Jahres 1913 sind unter Herrn v. Tirpitz 56 666 Tonnen bestellt worden, ein Beweis, wie wenig unsere Industrie für den U-Boot-Bau ausgenutzt worden ist. Wir haben uns wiederholt an den Reichskanzler und an Herrn Wahnschaffe gewandt, es wurde uns aber immer erwidert, daß Sstchrbestellungen keinen Zweck hätten, es geschehe schon alles. Das aber war nicht richtig. Die Werften hätten 1917 139 U-Boote bauen können, bestellt wur- den nur 5 6. „Weser" und„Vulkan" wünschten Nachbestellungen; es wurde abgelehnt. Es wurden sogar Ruhepausen im U-Boot-Bau angeordnet, da- mit der Kreuz erb au nicht beeinträchtigt würde. Die Danzigcr Werft verlangte ssogar Aufträge, um Arbeiterentlassun- gen zu vermeiden. Der Zuwachs an U-Booten betrug nicht mehr als 1 Proz. im Monat. Wir habe» uns auch au Lndendorff gewandt. In der letzte» Besprechung der Parteiführer mit Herrn v. Bethmann Hollweg am 1. Juli 1917 hat Herr v. Capelle erklärt, 138 U-Boote wären fertig und 236 im Bau. Tatsächlich waren nur 136 Boote im Bau; die anderen wurden erst Ende 1917 begonnen. � Später wurde von Kapitän Brüninghaus erklärt, alle Werften wären überfüllt; 479 Boote wären bestellt. Davon waren aber 289 Boote»och nicht einmal im Bau begonnen und sind viel viel später fertig geworden. Man hat nicht einmal alle Werften dem U-Boot-Ban dienstbar gemacht. Borwürfe will ich nicht erheben, aber beklagenswerte Irrtümer(iegen vor. Herr von Capelle war wenig unterrichtet über die tatsächliche Lage, und so blieb die beste Zeit ungenützt. Hätten Herr v. Beth- mann Hollweg und der Admiralstab diese Sachlage früher gekannt, der U-Boot-Bau wäre sicher energischer und emsiger betrieben worden. Warmuth schlägt vor, jetzt die Verhandlungen abzubrechen, da der Admiralstab wohl die Absicht haben werde, ausführlich auf den Abg. Dr. Struve zu antworteü. Capelle stimmt zu, bittet aber, ihm noch ein paar kurze Erwiderungen zu gestatten: Der Abg. Struve hat mir zwei Vorwürfe gemacht. Den ersten, daß ich den Haushaltsausschuß nicht ausreichend unter- richtet hätte, und zweitens, daß' ich nicht soviel U-Boote gebaut hätte Ivie wir in der Lage� gewesen wären, zu bauen. Herr v. Capelle verliest Teile aus seiner Rede im Haushaltsaus- schuß vom 22. März. Die Frage war die, wieviel U-Boote dazu gehörten, um die Westiküste von England zu besehen. Im ganzen waren dazu 15 U-Boote erforderlich. Es waren 23 verfügbar, die an sich genügten, um die drei Stationen zu besetzen. Der Staats- sekretär a. D. behält sich weitere Ausführungen für die nächste Sitzung vor.. Diese findet am Dienstag um 13 Mir vormittags statt. Schluß gegen 2 Uhr._ Spaltungskonferenz üer K. p. V. Die Berliner„Rote Fahne" veröffentlicht einen aus- führlichen Bericht der Reichskonferenz der K. P. D., die be- kanntlich zur Spaltung der Partei führte. Auf der Konfe- renz nxtren 43 Delegierte anwesend, von denen 18 gegen die Leitsätze der Parteizentrale stimmten und infolgedessen aus der Partei hinausgcwiesen wurden. Die Zentrale konnte ihre knappe Mehrheit nur dadurch etwas verbessern, daß sie sich selbst das Stimmrecht— gegen den heftigen Widerspruch der Opposition gewähren ließ, wodurch ihre Mehrheit von 2? auf 31 Stimmen stieg. Doch hatte sie auch hierdurch nicht verhindern tonnen, daß vor der en dloe-Annahme der Leitsätze die Opposition die Oberhand gewann. Die acht Punkte, die das neue Programm der.K. P. D. bilden sollen, sind dadurch beachtenswert, daß sie'als Poll- tische Kampfmittel Massenstreik, Massendemonstration und vor allem auch den Aufstand in Betracht ziehen, daß sie die individuelle Sabotage und den Syndikalismus als Kampfmittel verwerfen, dagegen die B e t e i l i- gung an parlamentarischen Wahlen als Kampf- mittel zulassen. Für den Geist der Diktatur, der in der K. P. D. herrscht, ist der Punkt 8 charakteristisch, der in seiner von der Zentrale vorgeschlagenen Fassung folgender- maßen lautete: „Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands, die diese Anschauungen über Wesen, Organisation und Aktion der Partei nicht teilen, oder ihn in Wort und Schrift oder Aktion entgegengehandelt haben oder entgegen handeln, haben aus der Partei auszuscheiden." Dieser Punkt wurde unter Streichung der Worte„oder ihnen in Wort und Schrift oder Aktion entgegengehandelt haben oder entgegen handeln" angenommen. In der Diskussion über das Programm bekämpften die Anhänger der Zentrale die Opposition als Syndikalisten und forderten straffste Einheit der Partei, die nach dem Urteil des Vorsitzenden bisher nur„ein wirrer, wilder Haufen" gewesen ist. Tie Opposition verwahrte sich auf das Heftigste gegen die Behauptung, syndikalistisch zu sein und beschuldigte die Mehrheit einer„p u t s ch i st i s ch e n Grund- stimmung". Jeder Teil bezeichnete deu anderen als klein- bürgerlich �und gegenrevolutionär. An Offenherzigkeiten fehlte es nicht. Ein Mitglied der Zentrale verlgs einen Ar- tikel aus der Hamburger„K. A. Z.", dem Hauptorgan der Minderheit und bemerkte dazu:�„E i n Schuft, ein Lump, ein Strolch, der das geschrieben hat". Die Minderheit beschwerte sicki über den Terror der Zentrale und behauptete, etwas Aehnliches wie die Schlußsätze des Pro- gramms(Punkt 8) habe noch kein katholisches K o n z i l zu unternehmen gewagt. Wogegen ein Redner der Mehrheit erklärte, Lenin und T r o tz k i würden mit den Hamburgern und ihrem Anhang nochganzanders ver- fahren sein. Nachdem die Leitsätze mit 31 gegen 18 Stimmen an- genommen waren, wurden die 18 Delegierten, die dagegen gestimmt hatten, ohne jede weitere Formalität für a u S g e> schloffen erklärt. Eine Erklärung der Opposition, die da- gegen protestierte, half dieser nichts. Der Vertreter der Zen- trale erklärte unter ungeheurem Lärm, daß durch dieAb- st i m m u n g d i e S p a l t u n g v o l l z o g e n sei und schloß die Opposition von den weiteren Beratungen aus, indem er iht das Lokal des nächsten Ver- Handlungstages nicht mitteilte.— So Kam- munisten unter sich, ein Vorgeschmack fiir die„Diktatur des Proletariats"._- der Kampf um üie Kriegsgefangenen. Der„VolksbuiH zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivil- gefangenen" schreibt uns in Erwiderung auf unseren Artikel„Der Kampf um die Kriegsgefangenen" vom 3. Oktober d. I.: Sie bringen in Ihrem Artikel Behauptungen vor, welche die Tätigkvit und die Vermögenslage öeS„VolksbundeS" betreffen, die geeignet sind, i» der Oeffentlichteit ein falsches Bild über den„Volks-- buiid" zu verbreiten. So schreiben Sie u. a., daß der„Volksbund" „zur Befreiung der Kriegsgefangenen nichts beigetragen habe, und daß weder er noch eine andere Organisatioii in der Lage war, irgend etwas zur Befreiung der Gefangenen beizutragen. Ohne deS näheren auf das große Gebiet der von uns entfalteten Tätigkeit hinzu- weisen, führen wir bloß emc Depesche des Vorsitzenden de? zustän- digen Iln-tcrkoinmission der WafsenstillstandSkommission in Spa an, in welcher es bereits am 3. Februar 1313 heißt: „Zusicherung sofortiger und in kürzester Frist durchzuführen- der Rückgabe alle? deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen nach Abschluß des Vertrages dürfte nicht ssn letzter Linie hingebungsvoller Tätigkeit des Volksbundes zuzuschreiben sein, der die Dank- barkeit aller Gefangenen und ihrer Freunde-in reichstem Maße verdient." Sie schreiben serner, daß der.Volksbund" mit seinen vielen Mitgliedern, die in der Mehrzahl natürlich auf dem Papier stehen, prahlt, und daß, wäre die angegebene Mitgliederzahl richtig, der „Volkshund,, eine Jahreseinnahme von 24 Millionen Mark haben müßte. Demgegenüber verweisen tvir darauf, daß der„Volks- buud" tatsächlich über mehrere Millionen Mitglieder verfügt, die satzungsgentätz in zahlende und nichtzahlende zerfallen.?lnS diesem Grunde ist ein Rückschluß von seiner Mitglisderzahl auf sein Vermögen unmöglich. Sie schreiben weiter, daß eine Propaganda, wie der„Volksbund" sie betrieben hat, für Deutschland völlig über- flüssig gewesen ist. Demgegenüber verweisen war darauf, daß durch unsere rege Propaganda in die weitesten Volkskreise der Gedanke getragen wurde, daß durch das Volk als solches, durch seine tätige Mitarbeit und den gemeinsamen kundgegebenen Willen ungeheuer viel zu dem Befreiungswerk als solchem beizutragen war. Außer- dem richtete sich unsere Propaganda in ihrer Hauptsache gegen das neutrale und auch gegen. das feindliche Ausland, damit der Mei- nung in den fremden Bevölkerungen,„Deutschland wolle seine Ge- sangenen nicht wieder, die deutsche Bevölkerung verhalte sich voll- kommen passiv" auf das wirksamste entgegengetreten wird.— DeS weiteren drucken Sie die Ausführungen der„Frankfurter Volks- stimme" nach, in welchen an Hand eines Briefes nachgewiesen wer- den soll, daß der„Volksbund" einen Hilfesuchenden abgewiesen habe. Wir bemerken demgegenüber, daß unsere Frankfurter Orts- gruppe in diesem erwähnten Briefe die Unterstützung in der Stach. sorschung nach einem Vermißten nicht gewähren konnte, da, wie aus diesem Briefe ersichtlich, der„Volksbund" in der Vermißten- Nachforschung sich nicht betätigt. Zu alldem erwähnt der Hilfe- suchende selbst, daß er sich um Nachforschung an andere Organi- sationen bereits ohne Erfolg gewendet hat.— Endlich sagen Sie, der..Volksbund" habe durch die Unterredung des Prof. Bucherer mit dem englischen Oberst Ryan hervorgerufen, daß die Komandanjcn in den englischen Lagern die Mitteilung ange- schlagen hätten, die deutsche Regierung tue nichts, um die Ge- sangenen zu befreien. Wir verweisen daraus, daß dieser Anschlag aus zeitlichen Gründen schon nicht in Zusamenhang mit der Unterredung des Prof. Bucherer stehen kann, da diese Unter- rodung am 6. August d. F. stattgefunden hat, während Reichs- minister Müller in der Nationalversammlung am 12. August be- reitS über die Angelegenheit sprach. Es ist unmöglich, daß vom 6. bis 12. August der Bericht des englischen Obersten an seine Regie- rung gelangt ist, der Maueranschlag erfolgte, vom englischen Lager die briefliche Mitteilung über denselben an die deutsche Regierung kam, und von dieser am 12. August schon Gegenstand einer Anfrage ünb Beaniworiikng!n der SJuttonafterfamTung ttrarbc. Außerdem besitzt der„VollZbund" ein Schreiben des Kriegsgefangenen Ernst . Nußbaum von der P. o. W. Eomp. 333, in welcher dieser am IS. Juli d. I. seiner Mutter, Frau Flor« Nußbaum in Fulda, Kenntnis von diesem Maueranschlag gibt. Außerdem verbreiten Sie selbst in Ihrem Blatte vom 18. 10 d. I. unter»Die Quelle der Verleumdung" die Mitteilung, in der offiziell festgcstet wird, daß die»Daily Mail" im Dezember 1018 oder Januar ILlS bereits dem StaatSselretär Bauer die Aeußcrung, aus welcher der Maueranschlag hervorgeht, untergeschoben habe.— Im übrigen sei, wie Sie in Ihren AuZ- führungen vmn b. d. M. auch zugeben, daran erinnert, daß die Lei» tung deZ„VoWbundeS" und mit ihr die Vertreterversammlung aller Ortsgruppen in Weimar auf das entschieden st e gegen das Vorgehen des Prof. Bucherer Stellung genommen haben.— Bei diesem Anlasse wollen wir zu Ihren früheren Beschuldigungen, daß wir»realtionär und regierungs- feindlich" sind, erwähnen, daß wir uns niemals parteipolitisch betätigt haben. Bei einer so großen Organisation, die Angehörige aller Parteirichtungen vereinigt, trägt eS sich zu, daß in öffentlichen Versammlungen auch politische Meinungen geäußert toerden; sie dürfen aber keinesfalls der Gesamtheit des»Volks» bundes" zur Last gelegt werden. Außerdem hat die Leitung bei allen Anlässen di« Ortsgruppen darauf hingewiesen, das politische Gebiet nicht zu betreten. « Hierzu bemerken wir nur kurz, daß unS das bisherige tat» sächliche Auftreten des»Volksbundes"— einzelne Entgleisungen gibt ja die Zuschrift selber zu— keineswegs von seiner strengen Neutralität hat überzeugen können. Wir brauche« uns auch nur sein VereinSorgan anzusehen, das vorn und hinten mit Polemiken gegen sozialdemokratische Blatter angefüllt ist. LuSenöorff unö Sie 5reimaurer. Man schreibt unS: In seinen Kriegserinnerungen spricht General Luden« dar ff von der»feindlichen Propaganda" und der»Zersetzung der Volksstimmung"" und sagt in diesem Zusammenhang auf Seite 200: .Auch die Logen der Welt arbeiteten, wie schon lang« von England geführt, mit dem ganzen unheimlichen Einfluß dieses machtvollsten aller Geheimbünde in dem Dienst angelsächsi» scher und damit für uns internationaler Politik. Nur die preußischen Landeslogen werden hiervor frei ge- blieben fem." Dies« Anschuldigung beruht auf einer Unkenntnis, die schwer verständlich ist. Sie richtet sich sowohl gegen ausländische wie gegen deutsche Freimaurerlogen. Als ausländische Logen seien die der S ch w e i z. der skandinavischen Staaten, Hollands und Ungarns genannt. Daß sie im Dienst angelsächsischer Politik gearbeitet hätten, ist eine willkürliche, zum Teil haudgreif» lich falsch« Behauptung. In Deutschland gibt«S außer den „preußischen Landeslogen", die Ludendorff allenfalls von seinem Vorwurf ausschließt, eine große Anzahl Tochterlogen der Hamburger, der Sächsischen, der Bayreuther, der Frankfurter, der Hessischen Großlog« und sine Reihe unabhängiger thüringischer Logen. Sie allesamt weisen die Verdächtigung, im Dienst angelsächsische Politik gearbeitet und die feindliche Propa- g a n d a und die Zersetzung der Volksstimmung gefördert zu haben, nachdrücklich zurück. Sie haben opferfreudig für daZ Vater» land gewirkt, und viele ihrer Mitglieder haben ihre Treue gegen das Reich mit ihren Leben besiegelt. Wie wir hören, wird gegen die vom General Ludendorff er» hobene Anklage ein öffentlicher Protest seitens der beut» schen Freimaurerlogen erfolgen. Der»Zuchthäusler". Um di« völlige Verderbtheit der jetzigen Zustände zu kenn» zeichnen, hatte die»Deutsch« Tageszeitung" geschrieben, in Staß- furt sei ein sozialdemokratischer Arbeiter namenS WczorowSki zum Bürgermeister gemacht worden, der schon im Zuchthaus gesessen habe. Jetzt muß sie sich selber zu dem Bekenntnis beguemen, daß Genosse 28. vor 17 Jahren einem politischen Tendenzprozeß zum Opfer gefallen ist, der lebhaft an den Essener MeineidSprozcß er- innert. Ein sozialdemokratischer Versammlungsredner sollt« wegen Majestätsbeleidigung verurteilt werden. Zwei Polizisten sagten unter AmtSeid gegen ihn aus, 11 Zivilzeugen, darunter WiczorvwSki, bekundeten, daß der Redner die entsprechend« Aeußerung nicht ge- tan habe. Die Folge war— getreu der Traditionen der wilhemini- schen Aera—, daß nicht nur der Angeklagte verurteilt, sondern auch noch die Entlastungszeugen wegen Meineids angeklagt und ins Zuchthaus gesteckt wunden. Der uniformierte Eid siegte! Ein Fall von Klassenjustiz, wie er offenkundiger gar nicht gedacht werden kann. Und Leute, di« solcher Justiz zum Opfer gefallen sind, sollten wir, sollte die Arbeiterschaft deswegen geringer achten? O nein, wir erklären der„Deutschen Tageszeitung" für alle künftigen Fälle mit voller Deutlichkeit: Die Opfer der gemeinen und bewußt parteiischen Klassenjustiz zur Zeit Wilhelm», die Leute verurteilte, nicht weil sie der Schuld über» führt wurden, sondern weil sie politische Gegner waren, sind für das deutsche Boll im höchsten Maße achtbare Ehrenmänner. Ver- ächtlich sind für ups nur Leute, di« aus politischer Voreingenommenheit unschuldige Menschen ins Zuchthau» stecken. wie es wirklich war! Unier der Uebevschnst»Rührend, rührend" wurde hier eine freie Phantasieschilderung der»Täglichen Rundschau" gebührend festgenagelt, die mit tränenselig«: Kientoppdramatik die Vertrei- bung der Kaiserin durch rohe Revolutionäre aus dem Schloß schilderte. Demgegenüber sei nun hier die Wirklichkeit festgestellt, wie sie unS ein Leser schildert: Di« Kaiserin befand sich am 9. November 1018 überhaupt nicht im Schloß, sondern im Reuen Palai». Prinz Eitel Friedmch war bei ihr, als Soldaten kamen, um auf dem Neuen Palais die rote Fahne hochzuziehen. Eitel Friedrich ging zu den Soldaten hinaus und sagte ihnen, sie sollten di« Flagge nur hochziehen, worauf die Soldaten sich aufs Dach begaben und nach Hissung der Flagg« ohne jeden wetteren Zwischenfall das Schloß verließen. Die Kaiserin blieb noch ruhig und unbehelligt mehrere Tage im Schloß. Pastor Dryander hielt in Gegenwart der Kaiserin und der Hausgenossen einen Gottesdienst ab, und am Tag« nach diesem Gottesdienst reiste die Kaiserin, begleitet von der Gräfin Keller, einem Kammerherrn und zwei Garderobenfrauen, nach Holland. Sie ist persönlich über- Haupt nicht mit Revolutionären in Berührung gekommen. Schade, es ist wieder einmal nicht» mit der rührenden Hohen- zollern-Lcgende! Wie der Weltkrieg entstand. Unter diesem Titel erscheint dem« nächst ein Buch Kautskys über fein« Akienforschungen im Aus» wärtigen Amt. In den nächsten Tagen wird die Deutsche Spar-Prämienanleihe zur Zeichnung aufgelegt. Diese Anleihe bietet dem deutschen Sparer ganz neue Möglichkeiten der Kapitalsanlage. Sie gewährt dem Zeichner die Aussicht auf große Losgewinne ohne jede Gefährdung des Einsatzes. Die Spar-Prämienanleihe schont und begünstigt die Kriegsanleihen und erleichtert zugleich der jetzigen Generation die Last der Reichsschuld. ■ Das gute Gelingen dieser ersten deutschen Friedensanleihe wird das Vertrauen in die Entwicklung unseres Wirtschaftslebens im Inlands und im Auslande befestigen und die notwendige Einfuhr von Lebensmitteln und Rohstoffen fördern. An das gesamte deutsche Volk in Stadt und Land richten wir daher die Aufforderung, durch Wort und Tat für dieses Ziel zu wirken. Die neue Anleihe bedeutet einen wichtigen Schritt zum Wiederaufbau unserer gesamten Volkswittschaft. Wer zeichnet, gewinnt und spart! Der Ausschuß zur Förderung der Deutschen Spar-Prämienanleihe Berlin W 9, Budapester Straße 5 Franz von Mendelssohn, Präsident der Handelskammer zu Berlin Vorsitzender Universität Sprofessor Dr. Felix Bernstein, Göttingen ReglerungSrat Dr. Schippel, Berlin 1. stellvertretender Vorsitzender 2. stellvertretender Vorsitzender Geh. Kommmerzienrat Eduard Arnhold, Berlin* Paul Baecker, Chefredakteur der„Deutschen Tageszeitung", Berlin«Josef Becker vom Verband der christlichen Gttverkjchaften, Berlin-Lichtenberg• Kommerzienrat Beindorff, Präsident der Handelskammer Äannover* Berlagsdirektor Georg Bernhard, Berlin« Stadt- kämmerer Boeß, Berlin* Direktor Dr. Bolle, Vorsitzender des Berliner Philologen-Vereins, Karlshvlst• Universitätsprofessor Bortkiewicz, Berlin-Äalensee• Bobenheimer, Direktor der Bank für Kandel und Industrie, Berlin« v. Braun, Unterstaatssekretär a. D., Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Reichs- ausschusses der deutschen Landwirtschaft• Generaldirektor Keinrich Brückmann, Berlin» Geheimrat Budde, Präsident der Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin« Rechtsanwalt Crecelius, Berlin* Geh. Iustizrat Dr. KanS Crüger, Anwalt des Mg. Deutschen-GenossenschaftsoerbandeS. Berlin» Professor Dr. Dave, Berlin» Geheimer Iustizrat Dietrich, M. d. R., Generalverband der deutschen Raiffeisengenossenschaften, Prenzlau» Studienrat Prof. Ernst Dihle, Berlin» von Dombois, Präsident der Preußischen Staatsbank, Berlin» Oberpostsekretär Domscheit, vom Verband mittlerer Reichspost» und Telegraphenbeamten» Dr. Otto Driesen, Charlottenburg» Geheimer Kommerzienrat Philipp von Eichborn, Präsident der Kandelskammer Breslau» Geheimer Kommerzienrat Engelhard, Präsident der Kandelskammer Mannheim* Dr. jur. R. Fab er, Vorsitzender des Vereins deutscher Zeitungsverleger, Magdeburg* Kommerzienrat Otto Fischer, Direktor der württembergischen Vereinsbank und Vorsitzender der Württembergischen Bankvereinigung, Stuttgart» Geheimer Kommerzienrat Frenkel, Vorsitzender des Vereins für die Interessen der Fondsbörje, Berlin» Carl Fürstenberg, Geschäftsinhaber der Berliner KandelS-Gesellschaft, Berlin» Carl Galmert, Vdrsitzender der Zenttalvereinigung der Deutschen Vereine für Kandel und Gewerbe, Berlin» Regierungsrat Gennes, Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen Genossen. schaften, Berlin» Generaloirettor O. Gerstenberg, Präsident der Lebensversicherungs-Gejellschaft Viktoria, Berlin» Kerbert Gutmann, Direktor der Dresdener BanlJ, Berlin• Geheimer Kommerzienrat Dr. Louis Kagen, Präsident der Kandelskammer Köln« LandtaqSabgeopdneter Gustav Kanser, Mitglied der Württemb. Landesversammlung, Stuttgart» Reichsbankpräsident Dr. Kavenstein, Berlin» Dr. Keiligenstadt, Präsident der Preußischen ZentralgenossenschaftSkasse, Berlin» Kommerzienrat Keimann, Bankier, Breslau» Dipl.-Jng. Kellmich, Direktor des Vereins deutscher Ingenieure, Berlin» Paul Kennig, Vorsitzender deS Vereins der Deutschen Kaufleute, Kauleoorf» Kommerzienrat Keumann, Präsident der Kandelskammer Königsberg* Kommerzienrat Theodor KinSberg, Geschäfts- iichaber des Barmer Bantverems» Carl Jo er�er, i. Fa. Delbrück Schickler öc Co., Berlin» Iohannsen, Vorsitzender des ReichS-Landarbeiter» und Bauern» rats» Leo Joseph, 2. Vorsitzender des Journalisten» und Schriststellervereins Urheberschutz, Berlin» Stadtrat I u r s ch, Direktor der Deutschen Girozentrale, Berlin» Keinath, Geschäftsführer des IenttalverbandeS des deutschen Großhandels, Berlin» O. Klein, Verband der deutschen Gewerkvereine• Geheimer Kommerzienrat Kopetzky, Vizepräsident der Kandelskammer zu Betlin» C. Korthaus, Direktor des Kauptverbandes deutscher gewerblicher Genossenschaften» Kommerzienrat Ernst Ladenburg, Präsident der Kandelskammer Frankfurt am Main» Bankier Landau, Berlin• Bankier Loeb, i. Fa. Mendelsiohn& Co., Berlin» Siegfried M anasse, Vorsitzenoer des Verbandes reisender Kaufleute, Berlin»Mankiewitz, Direktor der Deutschen Bank, Berlin» PaulMarx, Vorsitzender von Berlin» Dr. Pinner, Kaudelsredatteur des„Berliner Tageblatts"• Bankier Richard Pohl, i. Fa. Kardy& Co.. Berlin• Geheimer Kommerzienrat Josef P s ch o r r, Ptäsident der Kandelskammer München»-Direktor Dr. Qu ir in g, ReichSoerwertungsamt, Berlin» PräsidentCarl Rahardt, stellvertretender Vorsitzender deS ReichSverbandes des deutschen KandwertS, Berlin» L. Ravens, Präsident des IenttalverbandeS des deutschen Großhandels, Berlin• K ermann Neckendorf, GejchästSsührer der Werbedienst G. m. b. K., Berlin-München» FriedrichReinhart, Direktor der Mitteldeutschen Creditbank, Berlin» R e u sch, Landesbankdirektor und Geschäftsführer des Deutschen Sparkassenverbandes, Münster» Richard Riel, Vorsitzender des Kleinhandelsausschusses der Kandelskammer zu Berlin« Major Otto Romberg,!. Direttor des Reichsarbeits-NachweiseS für Offiziere, Berlin» Julius Rosenberger, Direktor der Commerz. u.Disconto» dank Berlin-Kamburg» Frl. Rüdiger, Vorsitzende des Vereins der Post- und Telezraphen-Beamtinnen» Frl. Dr. Alice Sa lomon, stellvertretende Vorsitzende des Bundes deutscher Frauenvereine, Berlin» Dr. Salomonsohn, Geschäftsinhaber der Diskontogesellschaft, Berlin• Dr. S ch a ch t, Direktor der Nationalbank für Deutschland, Berlin» Generalleutnant z. D. Scheüch, Berlin* Joseph Schmidt, Geschäftsführer des Neichs-Landarbeiter- und Bauernrates» Geheimer Kommerzienrat Schmidt, Präsident der Kandelskammer Leipzig» Schmitt, Direktor der Städtischen Sparkasse• Direktor Moritz Schultz«, Mitteldeutsche Privatbank A.'G. Magdeburg» Aniversttätsprofessor Geheimrat Dr. Schumacher, Berlin-Steglitz• Dr. v. Schwab ach, i. Fa. S. Bleichroeder, Berlin• Direktor Schwarz, Landwirtschaftliche Zentral-Darlehnskasse für Deutschland, Berlin« Dr. IameS Simon. Vizepräsident der Kandelskammer zu Berlin• Werner Sinn, Geschäftsführer vcs Vereins Berliner Vorortpresse, Berlin.Wilmersdorf• Direktor W. Waldschmidt, Generaldirektor der Ludwig Loewe AG., Berlin-Grunewald• Waller, Geschäftsinhaber der Diseontogesellschaft, Berlin• Dr. Warmbold, Ministerialdirektor im preuß. Landwirtschaftsministerium, Berlin» Marianne Weber, I.Vorsitzende des Bundes deutscher Frauenvereine, München* Dr. WilmS, Oberbürgermeister a. D., Vorsitzender der Deutschen Waffenstillstandekommission, Berlin• Direktor 6. Winter, Königsberg• Dr. L. Zach, Kandelsredakteur der„Germania", Berlin» Weitere Unterschristen werden später veröffentlicht. Opernhaus. Die lustigen Weiber von Windsor. Anfang hy, Uhr._ Schaaspleihaus. Maria Stuart. Anfang 6'lt Uhr._ blrefttio» Ma» Äeinftarat UeutaeliCH Tnoater. ' uhr: Gymbeiin. Stg.12:NI/,: Die Büchse der Pandora Theater i. d. iSnisgrHtzcrStraße � Uhr. SchlolS Wetteratehi lonntag nachm.: Erdgeist (Uulu: Mar.a Orska.) tbends: Ein Traumapiel Koni.: SchloS Weiterstein Komödienhnns 5 Liselottv.d. Pfalz nntag nachm.: Die Ehre. Berliner Theater MO U.: UniHinel- Ktndenten. Jonmag Nnf.; Die telleKorateB lo CeRtrai-n�heater ca uhr. Ute FaseWngsle!. Ueatschea Opernhann fuhr: Tiefland. Die Tribüne p/2 uhr:„Die WafflHimg." £d«>n-Th«ater u.„ü. 4. vi. g.M Stg. 3 U.: Prinzessin vom NIL Prledr.-WIlhelmst.Th. P/2 Uhr: Peter und Paul. w.uhr: Gretchen. lileinen Theuter. Er kann Biekt belehlen. Kl. SehnnnpleilutBn. P/2 Uhr: KomUrhe Oper w, u. Liebeszanber. Etg. 3V.: Schwarzwaldmädel I.aetspleUvaos um; Der DrsSstidt-Kavalier Metropol-Theater. 7 Uhr: Sybiil Bonntag 3 U.: Charleja Tante mit Thielseher. äieaeia«nerettenhnna. »'/.u.: Die Dame ran Zirkus. bchlller-Thest. Chart. ?v, uhr: Der Böneiianer. TUalla-Theater w3u.: Jungler Sfiiwensclielö rh.nrti Xotlciidorfplata t1/« Uhr: Margarethe(Oper). ?'/« Uhr: jycrPtef/gcffe&te Theater des Westen« I Uhr: Max und Morha. ?■/, u.: Die Fraa im Hermelin Stg. 3>/. U.t Die lasitre Witwe. Theater d. Hrledrlchstadl 7»/, Uhr: Dr. Sriogtlta ml« End. Schildhraut Wallner>Th»ater u-hr5 Eine Ballnacht. Sonntag 3>/i U: Die üelaha »mit Mia Werder. ZVZ.HIals Hosidenz- fheater. Umergrunda. Klosterstrafie, Stadtbahn JannowitzbrDcke. Nachm. 4 Uhr, kleine Preise; II Hasel and Bretel. Täglich Heut. | Uhr.«um Das DM IM Von Hermann Sudermann. Regie: Alfred Reiter. Erich Kaiser-Titz. Olga Lira- dura, Harrv Lledtke, Rosa Valcnl,»arietta Olly, Emma Debaer, Ouaald, Mameluk. Brankendori Sonntag 4 Uhr. Kleine Pr: Male: Der gute Ruf. 2. 382 I____ Trianon-Theater. Gahnnot PrledrichstraOe. Uniergrundbahn Prledrlchstr. Nachm 4 Uhr, kleine Preise: Aschenbrödel. Täglich Uhr: NsskRrsSs. Von Ludwig hu da. Re.ie: Allred Reifer. Hanoi Arattädl, Eugen Burg, Käthe Dorsch, Paul Bilol, Jul. Palkenstein, Hugo Flink, PaulaLetcroiann. tmmIWyda. hon lag 4 Uor, kleine Pr.. JehanialwIenerM WaiaallaTheater. Uhr Eine Frau wie Da. Thtaiar am Kaxboae* Tai Td. Muntiptale W»14. „•od. Abend Wh vi»: Sitte«SSikitr ».Dual. UttfiT dar StaNiMr Mager. waBt-Mha lU'hi rrtsjU rndaalTSW Abaad• PtaanMi 1 usd bau• Raaahia geataUeL KtiuaFL Hag 7.»{ttr. H- iW n. 4-8 trnr. Neues Programm Konlastadt-Tbeater 7J0 Aicxandcrstr. 21. 7.30 VarictA-Mptelpian, Burleske: Doktor Widerwillen Casino- Theater LoihrlagcrstraUe. Tägl.V.'U.t Nur noch hurae Zaltl GraBstadt-Pflanzen Dazu: Schwanw aldbüble. 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Wahl dcr Kartclldclcgicrtcn. S. Bcrjchicdenes. Mitglieder, dl« Uinncr al» K Wochen mit ihren Beiträgen im Riiikltand find, haben keinen Zutritt. Ohne Mitgliedsbuch kein Einlaß. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen ist Pflicht eines jeden Mitgliedes. Deutscher Eisenbahner-Verband. 121/10_ Ortsvcrwaltung._ s» Freireligiöse Gemeiode! Da die Klosterkirche, Klosterstr. 73a, nicht geheizt j werden kann, finden die Vorträge vom Sonntag:, den Q.November, ab im Stadttiaus-{ saal, Klosterstralle, Ecke Stralaucr Str., statt.| Jeden Sonntag um 11 Uhr: Vortrag.! Am 9. Nov. Herr Dr. A, Rosenberg; Die Wissenschaft als die niederne Religion ,10.„ Herr Dr. H.Hasse: Das Gewissend. Straße , 23.»(Totenfest) Herr E. Däumig; Säbeln. Bibel , 30.„ Frau M. lirische: Die sexuelle Autklärung als Abschluß unseres Moralunterrichts , 7. Dezbr. Herr A. Dietrish: Die Grundlagen( unserer Kulturpolitik. 33/4 Arndt-Hochschule Deutsche Volkshochschule zu Berlin Berichtigung zum Inserat am 2. November 1919: Telcphonansciilnß Amt StegUtK, Kr. 3675. 110/1 erfolgt ab Montag, den 10. November. Es können nicht alle früher bei uns Beschäftigten sofort eingestellt werden. Meldungen bei Herrn Werkstättenleiter ■— Friedrich.■■ �— BERLIN, den 8. November 1919. Dr. PAUL MEYER AG. Berlin N 89 attrlfbhäi _ feine, rein überseeische Wrginier-Mischung, Mittelschnitt. Brutto �rodepfund M. 20,— franko, ff. vualitätszigarren SO— IVO Pfg. Ernst Wenke& Co., 8'.g.-Fabr., Iggrasss Bremen 270 D. D. M. 12161.» tmwt f w ff» Möbel-Cohn im Gstsn; Cm Fs�ankf urterStr. 58 5 M,n- Tom I Alexanderpl. Bekanntmachuttg, Ausgabe von Süststoff an Haushaltungen. Auf Grund oon Z 2 Abs. 2 der Bekanntmachung des Maziftraw vom 28, Juli 1916 über den Verkehr mit Süßstoff und über Beschriinkuna des gewerblichen Verbrauchs von Zucker wird bekannt gegeben, daß der Abschnitt 19 der SUßstoffkarte H im November 1919 eingelöst werbe» kann. Auf diesen Abschnitt sind zwei Päckchen Süßstoff H-Packung zum Preise von je 80 Pf. zu verausgaben und zu eninehmen. Die Abschnitte 1—47 dürfen im November 1919 nicht mehr eingelöst werden. Berlin, den 1. November 1919. A4S/Zu 19. Magistrat. Zuckerversorgungsstelle. vr. Iteimann. ImllorilEii: BadstraSe 47"48 LToues"n7"Unnena: Mfibei auf Kredit«0°. Bar Riesen-Auswahl. Billigste Preise. Sehr kulante Bedingungen. Größte Ruchsicht bei Krankheit und Arbeitslosigkeit Liefere frei Haus.— Liefere auch nach auswärts.* Kriegsanleihe und Sparkassenbücher nehme gern als Anzahlung. la. Mastgef lligel Gans, Enten, Puten, Hühner, Tauben, prima fette Kaninchen, Verkauf zu niedrigsten Tagespreisen.— Täglich frische Zufuhr aus Westprenßen und Pommern.»»» En gros. Detail. U/IS P. Günther, Weddingmariihalle. Stand 22—24. Tel.: Moabit 35. Marmelade. Dampfdrehkrahn mit versiellbarem Aufleger gesucht für Italien. Äusiadung 4 m 6 t, 9 m 1,5 t. Gest. 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Geschäften, die nicht NN Besch« des Aushöng-schtides und, ist die Annahm« von k/artenabschnitten verboten. 3. Die Kleinhandelsgeschäfte haben die von ihnen angenommenen Kartenabsckmitte an einen der ihnen bekannten Großhändler bis zum 13. November 1919 einschließlich abzu- liefern. Zeder Kleinhändler muß, sobald die Ware zur Stelle ist, mit dem Berkauf begiimon und dies durd) Anschlag Da die Marmeladenfadriken bäussg nicht in der Lage sind, die volle Menge aus einmal zu liefern, ist ez möglich, daß sich in einzelnen Kiemhandelsgeschästen der D-rkaus hinauszögert. Auch bei einer solchen Bcrzögermtg der Lieferung Ist«tue Rich'tbeUeserung telnessalle Berlin, den 6. November 1919. fiten. Magistrat. Abteilung für Obst- und Gemnsrversvrguu,. Akt. 192 Gem. V. N u II g e. billig 2,95, 4,90, 10.00. 15.00 prima krenner! krenner. Xsseln, ka8ßt2iLlIe iür Zl!e .Arten l<3rbici in Körnung billig Euxen Lckmidt, I?AmIsrstr.37, kckekrunnenztr. Eahrgelegenheiti 5,8,27, 38, 42,»?. Stadtdahn. 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Tagesordnung in allen Veriamullungen: die Sozialdemokratie und de? H.November. Die Versammlungen finden statt: Patzenbofer Vrauerei, Fidicinstr. 2/4. Gewertschastdhaus. Engelufer. Bohmi'cbes LrouhauS, Landsberger Allee. Prachtläle des Ostens. Scbauburg-Lichlstnele»Concordia�, AndreaSstr. 64. Aula Graun str. 11. Scbulautci Grümhalerstr. 5. Pbarusiäle, Müllerstratze. Brauerei Königitadr. Gertr.airiuiäle, Chausserstr. 110. Vatzeudoier Brauerei, Turmstr. 2ä 26. Alt- Glienicke, Huberts G-iellsrbailSbau-, Friedllchstr. 2. Cüpenick, Sladllheaier, Friedrickislratze. Ebarlottenburg, VolkSlzauS, Rosinenstr. 2. Friedenau, Retorinrealgymnafium. Hohmuchstratze. Grunewald, Aula der Gemeindeickmle, Delbrückstr. 20. Johannistbal, Restaurant Senftleben. Lankwitz, Lyqeum. Lickiterfelde, Reolgymnasiinn, Drakcstr. 72/75. MahlSdorf, Anders. Bahnhofftratze. Wilmersdorf, Prockitiäie des Westens, Spickernstr. 3. Treptow-Bonmichulenweg, Drachenburg, An der Schlesischen Brücke. Niederichönhauien. Lyzeum Kaiscr-Wilhelm-Str. 69. Mariendorf. Aula des Gymnafiums, Kalserstratze. Neukölln. Nl-ems sfestsäle, Hasenheide 11/13. Rrederildöueweide, Restaurant Loreley. NowaweS. Dentilbe Festjäl«, Wilhelmstr. 41/43. Schmargendorf, Schwarzer Adler. Zoppotler Str. 4. Schöneberg, Hohen�olleruschule, Belzrger Str. 48/62. Steglitz. Scklvtzpark. Schlotzstr. 48. Tempelhot. Aula des Real-Gymnafiums, Augustastr. 19/30. Wanniee. Füistenhof, Königstr. 40. Wildau, Kaüno, Zehlendorf, Katferhof. Potsdamer Stratze, Buchholz. Restaurant Palerla, An der Kirche. FriedriwShaqe», Brauerei» AuSichank. Hohenschönhausen, Schulaula Zlödernstratze. Kaulsdorf. Turnhalle. Adolfstratze. Lichtenberg, Pestalozzi- Lyzeum, Prinz-Albcrt-Ttr. 44, und in der Schulaula Parlaue. Pankow, Kurfürst- Licktipiele, Berliner Straße. Reinickendorf« Ost, Schützenhaus, Residenzstr. 112. Reinickendorf- Wen. Swnlaula der 5. Gemeindeschule, Auguste- Vilwria» Allee 31/37. Tegel. Strandschlotz. Wcitzensee, Voruista- Brauerei, Berliner Allee 211. Wildau-Hoherlchmc, Kasino. Versammlunge« nachmittags 3 Uhr. Grünau, Restaurant Buchholz, ssriedrichstr. 27. Lichtenrade, Restaurant Gundlach, Hilpertstraße. �benöseiern. Als Festredner haben zugesagt: Dr. David, Klara Böhm- Schuck, Richard Fischer, Rausch, Marie I u ch a c z, Ernst H e i l m a n n, Franz Krüger, Hermann Lüdemann, Adele Schreiber. Philipp Scheiden, ann, Hirsch, Heinrich Schulz. Giebel u. a. Die Feiern finden statt: �m Kleinen Schauspielhaus. Fafanenstr, 1, Beginn 5 Uhr; nicht wie auf den Einlaßtarten irrtümlich vermerlt ist, um 7 Uhr. , Walhalla-Theater, Weinbergsweg 19/20, Beginn 7 Uhr » Bernhard-Roie-Theater. Gr. Frankfurtersir. 132. Beginn 7 Uhr; In der Aula des Luisenstädiischen Gymnasiums, Gleimstr. 49/50, Beginn 7 Übe; In der Aula Grünthaler Str. 5, Beginn 7 Uhr; Hohen lohestr, 11, Beginn 7 Übt; ... des Leising-GymnafillmS, Paritstr. 28, Beginn 7 Uhr; ,, der Köingstädtrschen Oberrealschule, Pastenrstr. 44/46, Beginn 7 Uhr; In der Bockbrauerei, Fidicinstraße. Beginn Uhr, Charlotteilburg: Volkshaus. Rosinenstr. 3, Beginn 5 Uhr. Schöncberg: Bürgersaal des Neuen Rathauses, Beginn 7 Uhr. Neukölln: Kliems Festsale. Haienheide 13, Beginn 6 Ubr. Lichtenberg: Peslalozzi-Lh zenni, Prinz-Adalberi-Str, Beginn 6 Uhr. . Realgymnasium. Purtaue, Beginn 6 Uhr. Steglitz: Aula des Lyzeums I. Rothenburgstr., Beginn 7� U�'r. Mariendorf: Aula des Gymnasiums, Kaiserstr., Beginn 6" Uhr. Maricnfelde: W. Manntz, Berliner Straße, Beginn 5 Uhr. Treptow: Aula des StealgymnafiumS, Neue Krugaller, Beginn 6 Uhr. Reinickendorf-Oft: Aula des Realgymnasiums, Berner Straße, Beginn 7 Ubr. Rrinickendorf-West: HartmannS Brauerei, Scharnweberstraße 101, Beginn 6 Uhr. Pankow: Aula des LyzeiimS, Gorschstroße, Beginn 7'/, Uhr. A-wawrS: Schmidts Festsäle, Wilhelinstratze, Beginn 7 Uhr. Lichtcrfeldr: Drakestr, 72,-75, Beginn 6 Uhr, Lankwitz: Lyzeum Hillgesstraße, Beginn 7,/, Uhr. Schmargendorf: Schützenhaus, Hui!dckehlstr.'20, Beginn 7 Uhr. Waansee: Fürstenhot. Königstr. 40. Beginn'/37 Uhr. Stralau: Taverne, Alt-Stralau, Beginn 6 Uhr. Tegel: Hurnboldt-Oberrealickule, Beginn 5 Uhr, Johannisthal: Otto SenftlebenS Festsäle, Friedrichstr. 48, Be- ginn 6 Uhr, Schmöckwitz: Restaurant Storchennest, Wendenstr., Beginn 5 Uhr. Zeuthen: Geiellschastshaus. Beginn 5 Uhr. FrcdcrSdorf-Petersha.ge»: Gronoftah, Fredersdorf. Beginn 7- Uhr. „Zum allen Dessauer', Pelershagen, Beginn 7 Uhr. Friedenau: Feniaal de» Resocm-Realgymnajiuins, Homulhstraße, Beginn 7 Uhr. Wandlitz: Gesell'chastShauS Paepke, Beginn 8 Uhr. Weißense«: Boruisia-Festiäle. Beginn C Uhr. Bohnsdorf: Parlrestaurant, Dorsplatz, Beginn �,5 Uhr. Alt-Glienicke: Aula der neuen Schule, Beginn 6 Uhr. Wilsau-Hoherlehinr: Kasino, Beginn 4 Uhr. Britz: Aula der 1. Gemeindeschul«, gegenüber dem Kirchteich, Be- ginn 7 Uhr. Nicderschönrweide: Loreley, Vegiim 5 Ilhr.> Borsigwalde-Wittenau: Rest. Schulze, Oranienburger Str. 88/89, Beginn 3 Uhr. §elern am S. Novsmösr: Wilmersdorf r Prachtsäle de» WcsienS. Spichernstr. 3, Beginn 7 Uhr. Obcrschsnewcide: Aula des RealgyiuuasiumS. Beginn 7 Uhr. Frirdrichshageu: Brauerei. Seestratze, Beginn 8 Uhr. AdlerShof: Restaurant Lehmgruber, BiSmarckstr., Beginn 8 Uhr. Karlshorst'Friedrichsfelde: Realgymnasium, Beginn 7 Uhr. Die Einlaßkarten sind bei den Parteifunktionären zu haben. Genossinnen und Genossen l Männer und Frauen der Arbeit! Ehrt diesen Tag durch massenhafte Beteiligung an unseren Ver- anstaltungen. Der 9. November muß ei» vielhunderttausend'acheS Bekenntnis für die junge, deutsche Republik, für die Demokrat?« rnid für den Sozialismus werden. Wir wollen geloben, die hohen Güter der Revolution, welche Freiheit und gleiches Recht für alle brachte, gegen jede» Feind, gegen jeden reakiionären An- stürm mit aller Kraft zu verteidigen. Vorwärts in den Kampf für die Verwirtlichung aller Z'ele des Sozialismus! Ter BezirkSvorstaud. GroßSerLn Zum 9. November. Horck, was ist das kür ein Brausen! Tönt eS nicht wie Slurmessausen? Leuchtet's nicht wie t einer Brand? Grollend hallr es ringsum wider, Flammend steigt es zu uns nieder» Mahnend jedes Volk und Land. Unter dieses Detters Streichen, Fallen hundertjährige Eichen, Die noch nie ern Sturm zerbrach. Und es ruft aus Nacht und Schlummer, Nach des Weltkriegs Not und Kummer, Ringsum alle Völker wach. Throne stürzen. Reiche fallen, Ueber unfern Häuptern allen Tagt der Freiheit Morgenrot; Nimmermehr soll man uns knechien, Uns ausbeuten und entrechten, Enden mutz nun alle Not. Ketten springe», Fesseln klirren Und der Knechtschaft Geister irren, Fliehend vor des Volkes Zorn. Jauchzend kommt dos Volk gezogen, Brausend, gleich des Meereö Wogen, Dürstend nach der Freiheit Born. Proletarier reicht zum Bunde Jetzt in dieser Schickialsstunde Euch die treue Bruderhand. Denn die Freiheit kommt geschritten: Allen, allen, die gelitten, Naht sie sich im Lichlgcwand. Was Euch trennt, daS lasset liegen! Einig, einig nur kann siegen llni'ce Macht, das Weltgericht. Lasset nicht der Zwietracht Flammen Schlaaen über Euch zusammen, Vorwärts einig, auf zum Licht! _ RobertMenzel. Tie Zpar-Pränneuanleihe. Am 10. November wird die S p a r- P r ä m i e n an lei h e ausgelegt, eine sür das grotze Piibltkum völlig neuartige Reichs- anleihe, die das Sparsystem mit den Chancen von GewinnauS« losungen verbindet. Die Zinsen werden nicht sofort ausgezahlt, sondern zum Zeickiiungsbeirage geschlagen und erst bei der wieder- um durch jährliche Ziehungen auszulosenden Rückzahlung voll mit ausgezahlt. Jedes zweite Sparprämienstück gewinnt bei dieser Rückzahlungsverlosung noch einen mit den Jahren wachsenden BomiL in Höhe von 1000 bis 4000 M. Die Glückschancen sind damit aber bei weitem nicht erschöpft,-denn es finde» jährlich noch zwei grotze Gcwinnziehunaen statt, in denen jedesmal 2500 Gewinne gezogen werden, 5 Gewinne k 1 Million, 6 ä 500 000, 5 k 300 000, 6 i 200 000, 10 i 150 000 usw. bis 1000 Gewinne k 1000 M. Das mit einem Gewinn gezogene Stück bleibt weite bestehen und kann in jeder der nächsten Gewinnzuhungen immer wiedergewinnen. Die Gewinnaussichten sind also äutzerst günstig. Im ungünstigsten Falle, wenn dem Stückinhaber weder ein Gewinn noch ein Bonn» znsällr, wird sein Dlück bei der Tilgung immer noch in voller Zeichnungshöhe nebst den ausgesparten Zinsen zu 5 Proz. ausgezahlt. Keine Zeichnungsgelegenheit zeigt auch nur annähernd so günstige Chancen sür Gewinn- und Sparerfolge, wie die neue Spar-Prämienauleihe. Tic nenrn Verkehrseinschränkungc». Es ist nach der augenblicklichen Lage in der Kohlen- und Kartofseloersorgnng noch nickt möglich, zu übersehen, inwieweit die weiteren Verkehrseinschränkungen nach der elftägigen Sperre noch notwendig sein werden. Soviel sieht jedoch schon�fest, daß auf den einzelnen Strecken voraussichtlich nur noch ein Schnellzug in jeder Richtung verkrhren wird. Auf den von Berlin aus- Montrose. 16} Detektivroman von Sven Elvestad. XI. Gelehrsamkeit und Cocktails. Keller packte Rudolf so heftig am Rock, daß der Unglück- selige Kellner wie ein Betrunkener schwankte. „Hören Sie, mein Bester." sagte er.„hier scheint nicht nur daS Hotel mahnsinnig zu sein, sondern auch die Diener- schaft. Oder sind Sie betrunken? Was wollen Sie uns eigentlich aufbinden?" „Der Abb«," stammelte Rudolf erschrocken,„ich versichere Sie, nieine Herren, der Abb6 in eigener Person." Krag zeigte ihm den zerrissenen und blutigen Priester- rock. „Zort damit!" schrie der Kellner, stopfen sie ihn wieder auf die Heizung, bedenken sie, wenn die Abendsonne käme!" lRudolf nannte seinen riesigen Prinzipal abwechselnd das Morgengewölk. das Unwetter und die Abendsonne— abgesehen von vielen ander« Namen.)„Uebrigens," fugte er etwas aetröstet hinzu,„er kommt nicht hierher, denn er kann sich nicht durch den Korridor drängen. Au!" Es war Keller, der ihn in den Arm kniff. „Recht so," sagte 5ttag,„drücken Sie den Zappelpeter ordentlich, damit wir etwas aus ihm herausquetschen." An den Kellner gewandt, fuhr er fort: „Sie habey uns eben erst gesagt, daß der Mann, der diesen Anzug hier zurückließ— daß der Mann, der sich Thomas Uri nannte, der Abb6 war. Und jetzt kommen Sie mit einem andern." „Nein, nein," stammelte der Kellner.„Herr Thomas Uri ist dennoch nicht der Abb� gewesen. Dies ist der richtige." „Aber Sie kennen ihn ja gar nicht. Woher können Sie das mit solcher Bestimmtheit behaupten?" „Weil er eS selbst sagt," antwortete Rudolf. „Wo ist er?" „Er wohnt auf Nummer 333, das ist gleich hier nebenan." „Ja, natürlich," rief Keller erbittert,„da dieses Zimmer Nummer 6 hat, muß Nummer 333 natürlich gleich nebenan sein, ein verflucht bequem eingerichtetes Hotel, Berehrtester. Wie ist er hierher gekommen?" .Leine Ahnung. Plötzlich sitzt er auf seinem Zimmer und bestellt Cocktails, CrloriutuorniiigfiLJ:. Er ist in vollem Ornat mit einer goldenen Kette auf der Brust." „Cocktails,'� murmelte Krag erstaunt. „Abb« Montrose," sagte Keller nicht weniger erstaunt, „ders gelehrte Abb6 Montrose an diesem Ort und mit Gloria inormng... Ich begreife wirklich nicht—" „Sie vergessen," sagte Krag,„daß wir vor zwei Alter- nativen stehen, die beide gleich rätselhaft sind: entweder ist Abbe Montrose von den Einbrechern ermordet, und in diesem Fall ist es unbegreiflich, warum Sie eine Leiche mit sich genommen haben, o d e r er ist lebendig entführt worden, und in diesem Fall ist es ebenso unbegreiflich, wie die Entführung stattgefunden hat. Er muß ja bis zum geivissen Grade gutwillig mitgegangen sein, wie wäre eS sonst möglich für die Räuber gewesen, ihn über das Gartengitter zu erpc- dieren. Lassen Sie uns darum nicht gar zu verwundert sein, wenn die Sache eine unerwartete Wendung nimmt. Es er- warten uns sicher noch genug Ueberraschungen. Ich nehme an, daß der Abbe nichts dagegen hat," sagte er zu Rudolf gewandt,„daß wir ihm unsere Aufwartung machen." Der Kellner schwitzte Angst. „Wie komme ich nur wieder aus dieser Patsche heraus," sagte er.„ich krieg ein furchtbares Donnerwetter von der Abendröte. Wäre es nicht besser, wenn ich den Abb« hierher brächte?" „Warum sollte das besser sein?" „Der Abbä hat sich ausdrücklich alle Besuche auf seinem Zimmer verbeten. Er sagte aber, daß jemand in diesem Hotel nach ihm fragen würde. Nun könnte ich ja so tun, als ob ich nicht besser wüßte, als daß Sie dieser Jemand seien." Krag und Keller sahen sich an. Keller war unzufrieden, ASbjärn Krag aber sagte: „Tun Sie. was Sie wollen, aber machen Sie schnell." Als Rudolf draußen war, stopfte. Krag den zerrissenen Priesterrock hinter das Gitter der Zentralheizung. Keller ging unruhig im Zimmer auf und ab. /„Glauben Sie wirklich," sagte er.„daß diese neue Figur, die plötzlich auftaucht, der entschwundene Abb« ist?" ,/Jn unserer Branche ist nichts unmöglich," antwortete Krag.„Wir müssen damit rechnen, daß diese Tragödie sich nach und nach zu einer Komödie entivickelt." „Vielleicht hat der berühmte Abb« viel in gelehrten Werken gelesen, daß er nicht mehr ganz richtig im Kopf ist." sagte Keller,„sowas hat man schon früher gehört. Vielleicht liegt gar kein Einbruch vor, vielleicht hat der Abbo selbst, durch Studieren verrückt geworden, die ganze Komödie inS Werk gesetzt. Wenn der Wahnsinn erst mal von solchen ge- lehrten Herren Besitz ergreift, rumstiert er entsetzlich in ihren unnatürlich aufgeblasenen Köpfen." Krag zeigte auf de« Heizkörper.„Und wo wollen Sie in solcher Komödie den Herrn Thomas Urs nüt dem zer- rissenen. blutbefleckten Priefterrock unterbringen?" „Nein, nein, aber—" „Und wie wollen Sie Arnold Singers Geld und die Photographie erklären?" „Merdings. aber—* „Bisher haben Sie wie ein Löwe für die Annahme gekämpft. daß Arnold Singer zu den Verbrechern gehört, weil es in Ihrem Kram paßte, kaum aber bekommen Sie eine neue Idee, so verbessert sich die Lage des armen Arnold Sin- ger bedeutend. Es ist wahrlich nicht angenehm, in die Krallen der Polizei zu geraten, das Schicksal der armen Verdächtigen wird meistens den Hypothesen der Detektive angepaßt." „Sic scherzen, lieber Freund," antwortete Keller gereizt. „Aber es ist zum Donncrtvettcr auch nicht leicht, diesen ver- fluchten Wirrwarr zu d'irchschcvucn." „Und wie wollen Sie den Lärm der vielen Stimmen nachts in der Bibliothek erklären und daS Geräusch der vielen fliehenden Füße auf dem Rasen, das die Schutzleute hörten?" Keller unterbrach ihn mit einer Handbewegung. „Still," sagte er,„da? scheint der Abbs zu fem." Rudolf führte ihn herein, blieb aber selbst in der Tür stehen. „Herr Abbe," sagte er,„diese beiden Herren bitten Sie um die Ehre einer Unterredung. Worauf er den Abbä sachte inS Zimmer schob und selbst durch die Tür verschwand. Er hatte offenbar Angst, in daS Drama verioickelt zu werden. Der Abb4 blieb etwas unsicher mitten im Zimmer stehen. War er es wirklich? Weder Keller noch Krag kannten?Ibb6 Montrose, und es existierte kein Bild von ihm. Dieser Mann aber, der vor ihnen stand, hatte wirklich ein priesterliches Aussehen. Tie Tracht war bis aufs letzte durchgeführt, von dem langen feierlichen Gewand mit der weißen Halskrause bis zu dem kleinen runden Hut. den der Mann nach Sitte katholischer Priester auf dem Kopf behielt, außerdem lag etwas PriesterlicheS über feinem blassen, glattrasierten Ge- ficht, daS augenblicklich allerdings ettvas exaltiert aussah, und auf seiner Brust hing ganz richttg eine dünne blitzende Gold- kette. Asbjörn Krag hatte sofort festgestellt, daß der Abbä bei seinem Eintritt erstaunt war über die Personen, denen er gegenüberstand. Er kennt afto die. die ihn sprechen wollen, dachte Krag, und wundert sich, daß er eS mit zwei andern zu tun hat. Er schob ihm einen Stuhl hin und forderte ihn auj; Platz zu nehmen.(Forts, folgt.) flehenden Strecken sind hierfür in Aussicht genomtr.en: Ab L e h r t e r Bahnhof: O lS 6.50 vorm. nacb Mona, O S an 1.40 nachm. von Altona. Stettiner Bahnhof: v 11 ab 8.00 vorm. nach Warnemünde, D IL an 9.53 abds. von Warnemünde, O 13 ab 8.42 vorm. nach Saßnitz. V 18 an 9.16 abends von Saßnitz. AnHolter B a h n h o f; D 40 ab 9.39 vorm. it. ProSstzella-München. D 21 an S.t7 von München, D 36 ab ü.Lt) nachm. nnch Stuttgart-Mnnnbeim, v 37 an 8.30 vorm. von Mannheim, v 196 7.00 abds. nach Röderan- Dresden, v 1 an 9.21 vorm. von Basel, v 2 ab 7.82 abds. nach Basel. D 187 an 11.06 vorm. von Dresden, O 26 ab 9.20 abds. nach Hos-München, D 39 an 8.29 abds. von München. Potsdamer Bahn hos: D 30 11.10 vorm. nach Magdebuvg-Toln, r> 31 an 6.26 abds. von Düsseldorf, D 32 12.35 nnttafls nach Soest-Düsseldorf, 1) 29 an 7.54 abds. von Cöln. Von derStadtbahn(ab Charl. n. d. Osten, an Schief. Bhf. vom Osten): V 1 ab 10.09 abds. nach MhSlolvitz, v 32 an 7.07 vorm. von MySlotvitz, O 3 ab 8.40 abds. nach Königsberfl-Jnsterburfl, O 52 an 6.20 vorm. von Jnsterburg, 1) 51 ab 9.12 abds. nach Horn-Jnstcrbnrg, O 4 an 6 52 vorm. von Jnsterburfl. Von der Stadtbahn(nach dem Westen, Abfahrt vom Schles. Vhf., Nnlunft in Charlottenburg): V 2 ab 7.25 vorm. nach Hamiover-Nhcine, O 5 an Zoo 8.04 vorm. von Cöln, D 6 ab 8.35 vorm. nach Cöln, I) 1 an 5.57 nachm. von Düspldorf. Außer diesen Schnellzügen tverdcn noch eine Reihe von Personenzügen verkehren, welche dies sind, steht jedoch noch nicht fest. C-ine straffe Rationierung der Fahrkarten ist vorgesehen. Um don Zngver- kehr pünktlich durchführen zu können, ist vorgesehen, daß nur gute Lokomotiven zur Beförderung der Schnell, und Personenzüge der- wendet werden, daß die Zahl der Achsen auf 40 beschränkt wird. Speisewagen werden voroussichtlich nicht mehr befördert toerden, ebenso werden nur noch Bettkarten 2. Klasse ausgegeben werden, die eine bessere Ausnutzung deS Raumes in den Schlafwagen er- niöglichen. Alles in allem dürfen die Zuglcifiungen 50 Proz. der Leistungen vom Winter 13/14 auf den einzelnen Strecken nicht übersteigen. Die Beschränkung d«S So nntagZ Verkehrs muß auch weiterhin bestehen bleiben. Lebensmittelnnterschlagungen bei der Bamag. Nach längeren Bemühungen ist eS jetzt gelungen. Schiebungen aufzudecken, die seit längerer Zeit durch ungetreue Angestellte bei der Berlin-Anhaltinischen Maschinenbau Aktien Gesellschaft(Bamag) verübt worden sind. Die genannte Firma besitzt in der EraSmusstraße ein Wirt- schaftslager, in welchem den Angestellten Lebensmittel zu besonders günstigen Preisen und zum Teil ohne Karten verabfolgt werden. Das Bureau des Wirtschaftslagers wurde von einem Fräulein W. geleitet, der als Kontrolleur ein gewisser Alwin U h l m a n n zur Seite stand. Als Einkäufer für die Firma war ein Reisender Max Kopf beschäftigt. Der in dem Wirtschaftslager beschäftigte Ar- beiter Schulz bemerkt« nun seit einiger Zeit, daß die beiden ge. nannten Angestellten des WirtschaftssagerZ sich Unregelmäßigkeiten zuschulden kommen ließen. So wurden Waggons mit Fleisch. Aus- Zandsware, die mit Genehmigung der zuständigen Stellen einge- führt worden war, verschoben. Die einlaufenden Sendungen wurden nicht regelrecht geprüft und gewogen, sondern nach „Schätzung" tu die Bücher eingelragen. Schulz erstattete bei der Direktion der Gesellschaft Anzeige und diese wandte sich an den Detektiv Graeger, der nun in der Maske eines Packers dem Wirtschaftslager zugeteilt wurde und die Schiebungen dort fest. stellte. So konnte ermittelt werden, daß. Ilhl mann große Posten Waren in seine eigene Wohnnuy als auch in die eines Bankiers R. bringen ließ. Ferner schaffte Frau Uhlmann mit einem Auto größere Posten wertvoller Lebensmittel nach Halle und verkaufte sie dort. Insgesamt konnte festgestellt werden, daß Kopf und Uhl- mann die Firma um einen Betrag von 150000 bis 200000 Mark geschädigt hatten. Da beide jedoch in ihrer Lebens- führung keinen Aufwand getrieben, sondern das erbeutete Geld auf der Bant angelegt hatien, gelang es, einen Teil des finanziellen Schadens wieder hereinzubringen. Einschränkung deS Straftenbahnbetriebes. Die Große Berliner Straßenbahn teilt mit: Auf Veranlassung der ftohlcnsielle Groß-Berlin werden während de« Winterhalbjahrs zur Streckung der Kohlenvorräte vom 9. d. M. ab an den Bor- nintagen der Sonn« und Feiertage auf einer Anzahl Straßenbahn- Iinien geringfügige Einschränkungen des Be- trieb es durch Erweiterung des FahrabstandeS oder späieccn Bctriebsbegtnn durchgeführt. Betroffen werden von dieser Maß- »ahme die Linien 2, 3. t, 7, 12, 16, 13, 21, 33, 45, 53, 54, 63, 71, 74, 82, 90, 94, 101, 114, B, H, N, T. TieZlvangKvcwirtschaftttng für Kartoffeln bleibt bestehe». In den Kreisen der Landwirtschaft rechnet man anscheinend dtelsach damit, daß die ZwangSbewirischaitung der Kortoffeln schon im koininenden Frühjahr ihr Ende finden wird. In der Hoffnung, bei dem dann einsetzenden freien GeschäfiSverkehr die Kartoffeln z« wesentlich höherem Preise, als dem jetzt geltenden Höchstpreise, ab- setzen zu können, halten daher die Erzeuger ihre Kartoffeln an dielen Orlen zinück. Hierzu ist zu bemerken, daß die oben an- gegebene Ansicht irrig ist. Es trifft, wie die P. P. N. erfahren. vielmehr zu, daß die gesamte Kartoffelernte 1919 noch der Zwangöbewirtschaslung unterliegen wird. Sturm und Gewalttätigkeiten im Neuköllner Rathaus. Die Stadtverordnetenversammlung NeuKllns er- leÄe gestern Austritte, wie man sie selbst in dieser bewegten und ervogten Zeit bisher nicht gekannt hatte. Den Anlaß gab der Antrag der sozialdemokrattschen Fraktion, dem kommunalen Arbeitervat die Mittel zu entziehen.____ Die Sitzung begomn sehr friedlich mit einem Abschiedswort für den Oberbürgermeister Kaiser, der neah zzvölfjähriger Amtsführung jetzt zurückgetreten ist, um die Verwaltung der Güver Neuköllns zu übernehmen. Stadloero rdnc ten vor stoherJS ch o lz (Soz.) würdigte die Acbeir, die Koijer im Dienste der Stadt geleistet hat. Zweierlei sei ihm besonders zu danken, die Mehrung des Grundbesitzes der Stadt und die Stärkung der Finanzkraft durch Zuzug steuerträftiger Personen. Die Bedeutung der Grundbesitz- Mehrung werde erst in der kommenden Zeit voll erkannt werden. Di« Stärkung der Füwnzkwst habe der Stadt die Möglichkeit gegeben, ihre industriellen Ei gen betriebe in einer für andere Gemeinde» vor- bildlichen Weise auszugestalten und gleichzeitig ihre sozialen Auf- gaben besser zu erfülle». Bürgermeister Dr. Mann schloß sich namens de« Magistrats diesen TankeSwortcu für den cruZgeschiedenen Oberbürgermeister an. Zur Geschäftsordnung richtete R a d t k«(U. Soz.) die Anfrage an den Magistrat und an den Stadtverordnetenvorsteher, ob die ihm gemachte Wtitteiluna wahr fei, daß in der vorhergelwnden Nacht zwanzig Maschinengewehre und sechs Kisten Mu- n i t i o n in das Rathaus geschafft worden seien. Bürgermeister Dr. Manu: Mir ist davon nicht das geringste bekannt.(Zuruf: Nur Stimmungsmache!) Vorsteher Scholz: Ich erkläre dasselbe. Alle derartigen Anregungen habe ich g r u n d s ö tz l i ch abgelehnt.— Eö wurde dann eine Reihe kleinerer Vorlagen vasch hinteveinander und meist ohne Debatte erledigt. Die Verhandlungen unterbrach©teuer?(kl. Soz.) mit der Bemerkung zur Geschäfts- ordnung. daß alle Türen des Rat Hauses verschlossen seien und sein Fraktionsiolleae Harnisch nicht hereingelassen worden sei. Vorsteher Scholz: Selbstverständlich muß er hineingelassen werden. Künstler(ll. Soz.): Ich beantrage, daß sofort alle Türen deS Rathauses geöffnet werden. Es soll auch festgestellt werden, wer sie hat schließen lassen. Vorsteher Scholz: Ich lasse abstimmen. (Nur eine Minderheit stimmt dafür. Großer Lärm dieser Minder« heii.) Vorsteher Scholz: In das Rathaus können nur Personen hineingelassen werden, die hier zu tun haben, also Magistratsmtt- glieder. Stadtverordnete, Beamte und Inhaber van Tribünenkarten. (Lärm.) Bürgermeister Dr. Mann: Heute ist dcmeit begonnen worden. Tribünenkarten auszugehen. Da können natürlich nur soviel Personen zugelassen werden, wie Karten ausgegeben sind. Vorsieher Scholz: Noch inindestenS 60 Personen haben die Sperre durchbrochen. Ich habe angeordnet, daß auch sie noch auf der Tri- büne untergebracht wurden. Mehrere Stadtverordnete berichteten dann, wie sie in das lltathaus hineingelangt waren. Sin Unab- hängiger behauptete, er habe drei Viertelstunden vor der Tür warten müssen. Andere gaben an. daß sie sich legitimiert hatten und an- standSloZ hineingelassen ivurden. Es folgte die Beratung deS Antrages der sozialdemokratischen Fraktion, dem kommunalen Ärbeiterrat die Mittel der Gemeinde zu sperren, den städtischen Arbeitern, An- gestellten und Beamten in allen zuständigen Kommissionen und De- putationen je einen Vertreter mit beratender und beschließender Stimme zu gewähren, für die Bevölkerung im Rathaus eine ösfeni- liche Auskunft- und Beschwerdestelle einzurichten. Heitmann (Soz.) führte zur Begründung aus, daß eine Kontrolle der Stadt- Verwaltung durch Arbeiterräte jetzt, nachdem die Stadtverordneten- Versammlung nach streng demokratischem Wahlrecht neu zusammen- gesetzt wurde, nicht mehrnötig sei. Verschiedene(Gemeinden in Groß-Berlin haben schon so beschlossen, Berlin selber hat ni« einen kommunalen Arbeiterrat für nötig gehalten und gegen die Zu- lassung eines solchen haben dort auch die Unabhängigen sich erklärt. Auch Däumig Hot sick dahin ausqesvrochcn, daß die Ar- beiterräte von vornherein den Keim des Zerfalls in sich trügen.(Von der Straße drangen Hochrufe herauf.) Der Referent wie? darauf hin, daß man es den Steuerzahlern nicht zumuten könne, weiter die Kosten für die Arbeiterräte aufzubringen. (Lärmender Widerspruch auf der Tffbüne. auf der inzwischen die Ueberfüllung wieder bis zum Aeußersten gestiegen ist.) Siever? (U. Soz.) erklärte, der Antrag sei keine Ucberraschnng. Im gegen- wärtig?» Augenblick bedeute er eine Provokation der ge- samten werktätigen Bevölkerung..Sie wollenst schrie er zur sozialdemokratischen Fraktion hinüber,.che» Riß zu einer unüberbrückbaren Kluft erweitern. Wir sind bereit, den Kampf aufzunehmen, und nicht wir haben leinen Ausgang zu fürchten. Der Referent erging sich in wütendem Geschimpfe auf die Rechtslozialisten. Plötzlich unterbrach ihn der Ruf:„Schluß mit der Schwindelhaube! Kommt rein, Genossen!'* Zustimmendes Geschrei von der Tribüne antwortete dem Rufer, während unten eine erregte Menge in den Saal stürmte und die Stadtverordnrtr« um- ringtc. Hochruf« und Niederrufe(man verstand' nicht, auf wen) wechselten miteinander ab und die Tribüne stimmte ein. Der Vorsteher unierbrach die Sitzung, weil in dem un- geheuren Tumult an ein Wieterverhandeln einstweilen nicht zu denken war. Künstler(U. Soz.) begann zu reden. Ruhe! Ruhe! schrie man auf der Tribüne. Künstler: Ich ersuche die Tribünen- besucher, Z w i schc n rufe zu unterlassen. Neuköllner Bürger! Ich begreife Eure Erregung, daß die Sozialdemokratische Partei—(Wütende Rufe: Niederl Nieder!) Ich verlange, daß ich aussprechen kann! So kange ich svrechr(er schlägt dabei ans den Tisch), hat kein anderer zu rrdrn! s?hr habt gezeigt, daß Ihr die Arbeiterräte nicht aufgeben wollt. Ich fordere Such jetzt auf, e n t- fernt Euch aus diesem Saal, soweit Ihr kein« Tribünenkarten habt. Um so besser kann SieverS noch diesen Leuten die Wahrheit sagen. Stadtv. Mermuth(Soz.) ruft: DaS war ja nur eine Zahlabend rede! Im Saal brach ejn Tumult los, in dem die Tribüne mit wilden Rufen einstimmte. Einer der Eindringlinge stürmte auf unseren Genosse« Mermuth ein, schüttelte ihn und schlug auf ihn ein. Andere Redner spran- gen dazwischen und drängten den Angreifer zurück. Ein wüstes Getümmel entstand, mit geballten Fäusten standen die durch- einanderschreienden Demonstranten vor den Stadtverordneten. Schmähruse über Sebmährufe wurden von der Tribüne in den Saal geschleudert: Olle Mistbandr! DaS dämliche AaS! ustv. Da alle Versuche, die Demonstranten hinauszudrängen, vergeblich waren, erschien im© aal die Sicherheitswehr. Wilder Tumult, der unten und oben losbrach, begrüßte sie. Genosse Scholz redete auf die Siekerheitsleute ein und war bemüht, Zusammenstöße zu verhüten. Bluthunde! Bluthunde! schrie die Tribüne. Lange dauerte es, bis der Saal geräumt war. Oben dauert« der Lärm fort und immer wieder erschollen Schmährufe. Schließlich erschienen die Sicherheitsleute auf der Tribüne. Nicht weichen! Nicht weichen! schrie man. Dir Revolution lebe hoch! Moskau lebe hoch! Im Saal waren jrtzj, da unsere Genossen zu einer Besprechung außerhalb des Saales zusammengetreten waren, fast nur noch Unabhängige. Einer von ihnen forderte die Trrbünenbesucher auf, sich zu entfernen. Oben schienen die wenig- sten zu wissen, toer da unten umherstcnid. Schmähruse antworteten dem Mahner. Ctegen die Soldaten, die langsam die Tribünenbe- suche? hinauszuschieben suchten, erschollen Rufe: Haut ihn, über die Barriere mit ihm! Die llnadbängigen Ravtke und SieverS kamen dann falber auf die Tribüne und forderten, daß alle, die kerne Karten hatten, die Tribüne verließen. ES gelang schließlich. die Tribüne freizumachen. Nach fast zweistündiger Unterbrechung wurde die Sitzung unier Leitung des Vorstehers Scholz fortgesetzt. Stadt». SieverS trug den Rest seiner Rede vor. Bei Schliiß uwereS Berichts dauerten die Verhau dlmrgen fort. Zur Linderung der MSbelnot hat der Biagistrat beschlossen, weitere 300 Stuben- und Küche n e i n ri cht u n g e n herstellen zu lassen. Diese Einrichtungen sollen ebenso wie die früher hergestellten an Minderbemittelte, besonders an jungver- yeiratete Kriegsteilnehmer gegen Abschlagszahlung ab- gegeben werden. Die Fertigstellung dieser Wohnungseinrichtungen ist erst in mehreren Wochen zu erwarten. Gefchiiftswazendiebc beraubten am Donnerstag vor dem Haufe Dahlmannstr. 25/26 den GcschäftSivagen einer hiesigen großen Firm.:. Während der begleitende Diener sowie der Kutscher Ware ablieser- fern und den Wagen kurze Zeit unbeaufsichtigt ließen, öffneten zwei junge Burschen von ungefähr 20 Jahren die Wagcntür mit einem Nachschlüssel und stahlen 2 Nerzpelze mit Otterschalkragen und schwarzeui Tuchbezug, 1 Iltispelz mit Sealbisamschalkragen und 1 Schafpelz mit Biberkragen, ebenfalls mit schwarzem Tuchbezug. Zweckdienliche Mitteilungen gegen hohe Belohnung nimmt jedes Polizeioevier entgegen. VorAnkaufwirdgewarnt. Lichtenberg. Stadtverordiwtenversaminluug. Der Antrag, Gelder und Räum« dem kommunale» Arbeiterrat nicht mehr zur Verfügung zu stellen, wurde in-weite? Lesung angenommen. Die Anfrage der U. S. B., ob es dem Oberbürgermeister und dem stell». Stadtverordnetenvorsteher bekanrrt fei, daß im Keller de« Rat- bauteS 20 Mann der SichcrbeitSwehr untergebracht seien, beant- worteie der Oberbürgermeister dahin, daß sich der Magistrat mit Rücksicht auf die Vorkommnisse während der letzten©ladiverordneten- Versammlung veranlaßt geieben habe, polizeilichen Schutz zu er- bitten.— Die Mittel zur Errichtung von WobnUngSbaracken wurden bewilligt, der Erlaß einer einheitlichen ttanalisationsgebübrcn- ordnung tür das ganze Stadtgebjet genehmigt. Außerdem wird ein Antrag angenommen� der den Magistrat enuckt, dahin zu wirken, daß die Polizei in städtische Verwaltung übergeleitet wird. Eine Petition von Kriegsteilnehmern wegen Beseitigung von Härten bei der Steuereinschätzimg wurde dadurch erledigt, daß der Magistrat bei der preußffche» SiaatSregierung Abhilfe durch gesetzliche Maß- nahmen bcaulragt und die Veranlagungskommiision ersucht, den § 20 des Einkommensteuergesetzes in traglicheu Fällen anzuwenden. Reinickendorf. Au» der Gemeindevertretung. Große Sreig- niss« werfen ihr« Schatten voraus! Schattenspiele sind nicht immer luftig. Tiefe« aber macht Svaß.— Dr.? Regierung trifft schon jetzt Borbereitungön für die Neuorgantsafton der Staatsbehörden für das kommende Groß-Berlin, so auch der Polizei. Ein Vertreter deS Ministers de? Innern''ucht sich persönlich zu orientieren— über vorhandene verwertbar� Einrichtungeu, zweckmäßige Verbessern». gen. Vereinfachungen, raumliche Unterbringung des zn errichtenden für Reinickendorf geplanten Bezirkspolizeiamts ufw. Für jeden Un- befangenen ganz natürliche, aus der Eingemeindung resuliierende Dinge. Nur nicht für einen Unabhängigen. Der RegierungZver- treter halte sich um Auskunft an den Gemeinde- und zugleich Amts- Vorsteher gewandt, nicht an einen der drei unabhängigen Schöffen. Dahinter steckt sicherlich eine neue Noskegemeinheit. Die Gelegenheit, den Stier bei den Hörnern zu packe», bietet die bei der Ge- meindevertretung beantragte Schaffung einer P o l i z e i o b e r- wachtmi st er stelle. Also der Mutigsten einer reitet mit ein- gelegter Lanze in die Arena. Beängstigende Gerüchte, große Be- unruhigung jn der Bevölkerung. Der Gemeindevorsteher gibt vor- stehende Aufklärnng, erzählt beschwichtigend, der Finanzkommftiion noch am falben Tage von der Besprechung berichtet zu haben, um- sonst— die„NoskitoZ" hat de« Mann gepackt.„Wir verlangen, daß sofort der ganze Gemcindevorstand zusammenberufen wird, wenn wieder ein Attentat ans unsere Freibeit geplant wird/' schnarrte er den Gemeindevorsteher an. Dieser lehnt aber ab, der Unabhängige ist platt wie ein«„S ch e 5 Be"(der Mann heißt Scheibe). Der neue Oberwachtmeister braucht aber nicht darunter zu leiden, er wird einstimmig genehmigt, auch die geforderten Kredite für den Ar- teiterrat und die Diäten für feine Teilnahme an den Sitzungen. Ferner beschloß die Gemeindevertretung, zur Reichsarunderwerbs- steuer einen Zuschlag von 1 und Iii Broz. zu erbeben und den Erlaß eines Ortsstaiuts zwecks Heranziehung der Straßen rnlfaaer zu den Kosten bei Straßenneu- und UmPflasterungen. Den Ge- meindehilfskräften wurde auf die ihnen durch Schiedsspruch des Berliner SchlichtungSauSschusseS zustehende GehaliSerhShuitg ein Vorschuß bewilligt._ ToS MieteinigungSamt 4 bcstndei sich nunmehr 2 i n k st r. 2 7. Groh-Berliner Lebensmittel- Berlin. 250 Gramm Marmelade(84). Fm November 2 Päckchen Süßstajs(431. Schönrberg. NI» lt. November Poranmeldmiz tür 150 Gramm Teigwaren und 100 Gramm Haterflocken(751. Nächste Woche 250 Gramm ausl. Sültenfrückte(74). 250 Gramm amerik. Wei,cnmebl(h 20). Maismehl. Maisgrieh uns Maisflocken, tow!« kochsertige Suppen find markens rci. Aliartcndorf-Tudende. Für Stndcr bis»um 6. Lebensjahre, iür Kranke, werdende Mütter und Pertonen über 70 Aabre aui Bezugsscheine Schokolade und Kakao. Die L. II-, B I« und B II- Vollmilchkarten für Kinder werden dopvckt beltefert. Die Ausgabe ersolgt nach Anfangs- buchstaben vom 11. bis 16. Rommbrr. Friedrichsfcldo. 200 Gramm Sago für Jugendliche(44). Anmeldungen vom 8. bis 11. November. Ausgabe vom IS. bis 18. November Groß-6erliner parteinachrichtea- Genosssnne» und Genossen der Post und Trkegrapkiie k Begibt den Jahrestag der deutschen Revolulion am S. November feiciiichfl. Nehmt an den Lcranstaliungen der Abteilungen deS WoblvereinS statt. Alle Ver- trauensleute müssen sofort Flugblätter zum S. November vom Sekretariat Bellevurstr. 7, II, Zimmer II, abholen und verbreiten. 7. Abt. Die Fmikticmärkonserenz findet am Montag, V, Uhr, bei Grünthal. Urbanstr. 187, statt. 3a. Abt. Heute 7 Uhr Fried rtchSburger Str. 22, bei Goh'.ke, Per- iammümg aller FimttionSre. �ugenüveranftaltungen. Verein Arbetterlugeud Groh-Berltn. Heule, abends 7 Uhr. im Zentraljugendhcim, Linoenstr. 3, 2. Hoj, S Tr. links: AbtellungioorftandS- tonfercnz. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Ncichsdnnd der Krirgsbesciiädigten. Bezirk II Osten. Ber- sammiung Montag, 7 Uhr, in der Hisscbeinschen Brauerei, Äoppenstr. 68. — Dckwimmverein»Vorwärts« Borltn lBv7. MonatSvcrlammIung Sonnabend 7 Uhr, Dresdener Str. 45.— Treptow Sternwarte. Sonn- tag 3 Uhr:.Polarjagdei!", S Uhr:.Walrosse. Eisbären und Allen', 7 Uhr:.Im Lande der Schwarzen'. Dienstag 7 Uhr:.Die Eternbilder und praltitche Anleitung zn ihrer Aujftndung'(Vortrag mit Lichtbildern von Dir. Tr. Archrnhold). Sonnabend, 15. November, 5 Uor:.Au» Grohstadtmouern in den Schwarzwald'. Beobachiungen inil dem giogen Fernrohr finden bei klarem Weller täglich von 2 bis 10 Uhr statt. Führungen durch das astronomische Museum von 2 bis 8 Uhr. Wetteronsstchtrn für das mittler« Rorddruttchland bi» Sonntag mittag. Im östlichen Binnenlande noch überwiegend trübe und zeitweise zahlreiche, sicllenweile starke, in den andere» Gegenden geringere Niederlchläge. spätor besonders im Norden zeitweise aufklärend. Tempera- tuceu um dm Gesrierpunkt schwankend. imiihi�i'■■m.iin Gewinn-Aaszug 4 eil 14 rreuss.-Südd.(240. Prcisss.) Kfagsen Lotierlp 8. Klasse i, ZlebungsUg- T. Xo-ewder 101# ief I«S»»»,«,-»» Kimniu lind rael RUIek keke««nlaee(»fellw, ■ad»ntr Je tlmt Bat die Lose cteleker Karaau Ib dem beide» dkUIluagea I aad U (Obne OewSlii.)(Nachdruck vcrbolcu.) In der yoimlttagezlchunit wurden Gewinn« U'oer jjo Mark gezog#». * Gewinne an 10000 M 175108 182558 3 Gewinno zu SOCO M 123025 «6 Gewinne z» 3000 M 823»333 15128 22:5? 23330 8 4083 80163 «7415 88716 73400 74523 75945 84631 0088? 0582C 98,;30 102339 112815 117806 110330 148143 150920 158100 157895 168202 153893 181033 166185.173368 181423 193445 183433 205107 IVB Gewinne»u 1000 M 2059 2172 7872 7975 8671 18088 19832 22303 26588 20870 27160 33847 34725 00543 57835 38598 40363 41515 46936 49801 68071 59640 81183 64048 64877 65401 60341 73817 00302 80888 86191 90121 91515#4446 06322 07405 98443 00571 101743 107738 110321 112297 133361 157397 133439 146701 149748 151219 156318 150073 157008 158032 158844 182044 1627S3 162834 I66D8« 1Ö9435 17105? 172303 172314 172398 133050 183722 136262 190327 192887 186838 108361 200069 201637 201901 203108 204959 211899 211935 213353 215X81 220199 221544 233093 227447 227459 223063 228933 229659 230780 232204 233891 220 Gewinne zu SOC M 351 1438 0599 7774 7993 10083 1178» 12805 13674 14082 15210 22039 20083 27402 32496 34384 36455 35075 38118 37486 33744 41278 41289 41530 41807 44690 40293 51747 55093 «8932 59357 62684 83185 84701 67275 83091«1210 80441 87650 63565 86139»0396 61473 94752 05005 95044 07770»6201 102034 108343 107685 100459 109541 110422 13331t 114043 114756 115043 117811 120477 125234 126820 129228 151733 133343 134799 13580« 157105 i 38311 141540 142483 148150 151173 153975 155404 157713 100178 181080 163239 185877 169754 171691 174343 175253 178560 178759 185747 180287 108985 187551 191308 191310 196701 198069 201411 202977 210715 212024 215502 215588 21733« 216132 21880« 222718 235048 227479 228972 230238 232535 239892 In der Naohinlliageelehuug wurden Gewinne Uber S40 Mark xerexe». 2 Gewinne>u 190000 M 158050 4 Gewinne tu 15000 M 118220 121803 2 Gewinne zu 10000 M 151038 2 Gewinne in 5000 M 155033 100 Gewinne III 3000 M 3923 9194 15987 22309 2 83» 82233 80286 32909 41613 42272 47063 40415 5387»' 84737 SlSl» 71802 72.39 780ÖT 100691 103095 105935 110-133 113185 114980 115419 11'964 116048 117942 120442 123325 125995 134127 134352 13488» 140823 160108 15r;4ia 103414 185707 107001 171Ö95 175183 X30S59 190373 10792� 201750 204788 214971 221215 230313 170 Gewinne tu 1000 M 1718 6809 9390 9472 10529 13135 14208 18818 22885 23702 24619 38012 38350 37051 33385 40743 44778 46983 51079 64784 57513 69383 69869 62126 64102 68949 70982 73537 73702 73982 77809 73764 94186 106038 108302 I 08575 108715 112618 113213 118228 128238 128843 12909« 181*34 131341 132441 134248 136075 139453 141088 141432 145521 152439 154909 154338 157585 180506 162797 164063 158333 16703» 188172 172737 174755 179551 184881 184732 187945 18,947 192453 195253 198733 203991 204080 205800 215053 218X18 211979 221354 233831 224133 224343 225360 332214 244 Gewinne ru 500 M 187 895 1627 3126 4858 5595 6803 8038 >04« 11275 1157ß 12834 13198 liZZ» 80377 23103 23431 28855 31084 31182 37131 38988 4030« 43209 44749 4450» 47539 4595» 50638 61078 51818 51924 65183 52722 67778 89718 81955 82075 92814 8357» 54'24 86292 68357»«9*7 70859 71688 7.3789 78955 79050 81878 97997 84988 BS887 88404 88004 88170 88220 88845 90070»3017 98344 M361J 105009 13.5082 105709 107054 109579 106709 111187 11 1427 111725 113473 113490 11.4487 314054 717260 120783 121455 122248 130712 131302 132353 1330SO 139884 131447 1»09!2 141923 144414 747101 149423 154058 15421« IS8-.02 1823:1 182345 131839 155411 17-<4i! 1S55S4 187137 180137 104080 197417 190375 200872 201734 302017 203694 204121 205896 J15S87 312075 2X6347 218177 818748 219894 220683 222036 2371)7 227202 Das erste Sozialisterungsgefetz abgelehnt. Di« Preußische JandeSversammIung hat am Freitag!>em Parlammtarisums ui�> der Demokratie«inen sehr schlechten Dienst geleistet, indem sie daS erste SaKialisierungSgesetz tn Preußen abgelehnt bat. Die allgomeme Empörung darüber wird um so stärker sein, als es sich um ein Wasserwerk handelt«, das einen großen Teil der westlichen Paarte Berlins mit Wasser versorgt. lim die hohen Kosten der Abgaben für Besttzwechsel von Grund. stücken zu sparen, sollte nicht das ganze Unternehmen als solches, sondern nur die eigenen Aktien enteignet werden. Die Hohe der Entschädigung sollt« ein« unbestritten unparteiische Kommission festsehen; sie sollte nicht unter den tiefsten Stand de? Kurses dieser Aktien in den Monaten Januar bis März heruntergehen und nicht über den höchsten Kursstand hinaus. Di« Vorlage war juristisch ein kleine? Meisterwerk und hielt den unzähligen Angriffs- versuchen der blindwütigen und rücksichtslosen kapitalistisch denkenden Mgeordneteu aus allen Parteien Stand. Sie wurde im Aus- schuß mit eist« knappen Mehrheit dadurch angenommen, daß die Arbeiter- und Angcstellten-Abgcordneten der Teutschdemokratischen und der IcntrumSpartet entgegen ihrer Fraktivnsmehrheit für da? Gesetz eintraten. Im Plenum verkündeten plötzlich die beidrn Re» gierangSpartcie» Fraktionszwang. Die Zentrumsarbeitervcrtreter fiele» um und stimmten stramm gtgcn das Gesetz, die demokratischen Arbeltervrrtreter hingegen zeigte« etwas mehr Eharaktcr und ver, ließe» in der Anzahl von etwa einem Dutzend den Sitzungssaal. Der Umfall wurde den bürgerlichen Parteien dadurch ermöglicht, daß inzwischen die neue Reichsverfassung in Kraft getreten ist, deren Artikel 1ö3 bestimmt, daß bei Enteignungen über die Höhe der Ent- schädigung die ordentlichen Gerichte entscheiden müssen, außer wenn ein SI eichsgesetz«S anders bestimmt. Damit war die Angelegen- heit der alleinigen Zuständigkeit Preußens entzogen und unsere Genossen beantragten daher, das Gesetz ohne eine Klausel über sein Inkrafttreten anzunehmen, und es dann zur Bestätigung dem Reich?rat und der Nationalversammlung vorzulegen. Um diesen Antrag wurde die Hauptschlacht geführt. Vergeblich drehten und deutelten Cassel und Brust, der vorgeschlagen« Weg sei nicht verfassungsmäßig, man wolle di« Ausnahm: zur Regel machen und auf die gesetzgebenden Faktoren im Reiche«inen unzulässigen Druck ausüben. Tie Herren hatten daS große Pech, daß der demokratische Ilntcrstaatssekretär Dr. Freund, ein Mann deS alten Regime», aber ein glänzender Jurist und unermüdlicher Arbeiter, ihnen haarscharf nachwies, daß nur der sozialdemokratische Weg streng verfassungsmäßig sei, daß dagegen die Vorschläge der Demo. kraten rechtlich mindestens ebenso bedenklich wären wie Wirtschaft- I'.ch. Läßt man nämlich den Rechtsweg ehrlich offen, so hat jeder von den mehreren Tausend Aktionären 30 Fahre lang ein selbständiges Klagerecht. Da dies selbst den Demokraten zuviel war, suchten sie Milderungen und Beschränkungen dteseS Klagerechts und verletzten dabei ihrerseits den Artikel ldg, dessen Nichtbeachtung sie unS vorwarfen. Aber die besten Argumente prallten an dem Panzer kapitalistischer Verstocktheit ab. Alle bürgerlichen Parteien stimmten geschlossen gegen die Vorlage, und nur die ersten drei Paragraphen ließen sie aus Versehen annehmen. Die folgenden 11 Paragraphen, Uebcrschrift und Einleitung wurden abgelehnt, und auch der übrig. gebliebene klägliche Torso wird di« dritte Lesung nicht überleben. Materiell handelt e« sich um folgend« Streitfrage: die Ehar- lotienburger Wasserwerke A.-G., die hier enteignet werden sollen, besitzen Schopfgerechtigkett bis zum Jahre 2000, die ihnen seinerzeit Herr v. Podbielski für ein Butterbrot zugesprochen hat. Jetzt wollen die Aktionäre dies« Schöpfgerechtigkeit mit ihrem vollen Wert entschädigt haben, während alle vernünfiig denkenden Menschen ihnen höchstens den Ecwerbsprets vergüten wollen. Handelt«S sich doch um ein Privileg auf Kosten der Allgemeinheit, daß ihnen schon genug eingetragen hat und dessen weitert Ausbeutung einfach uner. träglich ist. Aber alle kapitalistischen Instinkte sträubten sich wie einst im alten Dreiklassenparlament bei der Hibernia dagegen, daß die Allgemeinheit nicht länger kapitalistisch auSgewuchert werden sollte, und so fiel die Vorlage. Die Unabhängigen werden jetzt in ihren Versammlui�en triumphieren, mit der demokratischen Verfassung sei eben praktische Soziallsicrung nicht zu machen. Das ist ganz falsch, die Wähler müssen bloß gescheiter wählen. Aber die Unabhängigen tragen selbst ein großes Teil Schuld daran, daß die ReichZverfassung der verab- schiadung des Gesetze? in den Weg kam. In der ersten Lesung hatten sie die Vorlage kläglich genannt,, ein Berlegenheits- und «in Ausnahmegesetz, dem sie nur mit Bedauern zustimmen könnten. Im Ausschuß hatten sie dann freilich für rasche unveränderte An. nahm« plädiert. Aber nicht das nötig« dazu getan. Borsitzender der Kommission war der Unabhängige Dr. Rosenfeld. Auf seinen Wunsch wurd« die ztoeite KommisstonSfitzung vom 10, auf den 11. Juli verschoben, aber auch an diesem Tage kam er nicht. Als die Kommission mit ihren Beratungen am 16. Juli endlich fertig w.-.r. stand die Vertagung bereits vor der Tür. die am 23. Juli ein- trat. Unsere Genossen forderten ungestüm ohne schriftlichen Bericht sofort an das Plenum zu gehen. Aber die Unabhängigen rührten dafür keinen Finger, und der KommissionSvorsitzende Dr. Rosenfeld schwieg, statt wenigstens d«n Versuch zu machen, die ganze Autorität seiner Stellung für die rascheste Verabschiedung des Ge- setze? in die Wagschal« zu werfen. Dann kann man nachher freilich leicht spotten, da? Parlament zerstör« selbst den ersten Anfang praktischer Sozialisierung. Unsere Genossen werden nicht säumen, dt« Vorlage als ihren Antrag sofort heim Wiederzusammentritt der Nationalversammlung dort einzubringen. Da» letzte Wort über das Gesetz ist noch nicht gesprochen._ vertegt? Karl KautSky widmet dem verstorbenen Abg. Haase einen warmherzigen Artikel in der„Freiheit". AIS beson- derS bemerkenswert verzeichnen wir daraus die Stelle: Haast„durfte doch nicht mehr die froh« Epoche«rstben, der wir wieder entgegengehen, in der der Aufitieg auf der Grund- läge de« von der Revolution trotz alledem Errungenem von neuem beginnt. ltivb dieser Zeitpunkt braucht nicht ferne zu sein. Er setzt ein, sobald die Produktion wieder dsllauf im Gange ist, die Artieitslostn nicht nach Millionen zählen, man nach Arbeitern wieder sucht. Zeiten der ökonomischen Krise und Siag- Nation schärfen das sozialistische Denken. heben aber nicht die proletarische Macht. Diese ist am größten und erringt die meisten Erfolge in den Zeiten der Prosperität. Solche Zeiten kommen, kommen bald, sie müssen da« Prole- tarial zu den glänzendsten sozialistischen Errungenschaften führen angesichts der ungeheuren Verbreitung, die der sozia- lksttsche Gedanke in den Massen seit der Revolution und durch die Revolution gewonnen." An der Bahre des riHtLunabhanaigen Führers öffnet die.�reihelt" ihre Spalten diesem Mahnruf. Die soziale Revolution vertagt auf die Zeit de» ökonomischen Hochstondes I WaS hindert, wenn es den Unabhängigen wirklich ernst mit dieser Meinung ist, eine Zusammenarbeit am Wieder- anfbau?_ Die NevowÜsnsseier See Kommünlsien. Der mit erheblicher Propaganda inszenierte Festtag der Kommu- uist-n. der zur Feier des Jahrestage? de. russischen Revolution ver- anstaltet war, hat mit einem Mißerfolg geendet. Die Kommu- nisten haben erst seit Donnerstag eine gewaltige Agitation in den Betrieben und Werken für die Feier des 7. November entfaltet. Der Erfolg der Propaganda war jedoch gerng. Kaum S000 Kommuni st en haben gestern an den Feiern teilgenommen. ES war die Parole ausgegeben worden,»ach Beendigung der Maßen- Versammlungen in die Stadt zu ziehen und sich Unter den Linden zu vereinigen. Die Berliner Sicherheitspolizei hatte in Verbindung mit Reichswehrtruppen einen Abwehrdieust geschaffen. Dst außerordentlich geringe Beteiligung an den Versammlungen ermöglichte dem SvchcrhcüSdienst die Sprengung einiger weniger Demon- strationezüge, dst sich nach dem Stadtinnern zn in Bewegung setzen wollten, ohne Schwierigkeit. Im allgemeinen fügten sich dst kommu- nisiischen Versammlungbcsucher den militärischen Anordnungen be. reitwilligst. * Der 7. November ist iotoohl in Berlin wie auch im Reiche trotz der unktrodilalen Gcneralstreiilietze vollkommen ruhig ver- laufen, Nirgends fand die G-neralstreikparole bei den Arbeitern Anklang. AuS dem Reiche lagen am Abend noch folgende Mel- düngen vor: Heute ist in Dresden alle? ruhig geblieben. Der Streik der Ängestcllten ist seit gestern trüb beendet, ebenso der Sireik in der Metallindustrie. Nur ein Teil der Arbeiter der Firma Siemen« und Halste b-sindet sich noch im Ausstand. Der für den g. No- vember van der Arbetle-ichast Dresdens geplante große Umzug anläßlich der Feier der Revolution ist abgesagt worden. der 7. November in Hamburg. Hamburger Drahtbericht des»Vorwärts'. Die kommunistische General st reikpropaganda. die mit aller Kraft betrieben wurde, ist hier im Sande verlauten. An einer Kranzniederlegung der Kommunisten nahmen nur A)0 Persene» teil. Im Gegensatz zu der völligen Ruhe stand da« nervöse Handeln der Militärbehörden. So wurde Dr. Lauffeuberg, der Führer der Kommunistischen Partei, letzte Nacht verhaftet, nachdem er in einer Ver'ammlung gesprochen hatte. Ein weiterer Vorfall, der Erregung verursachte, ereignete fich bei der HastnficherheitSpolizei. Dort hatten 60 Beamte«ine Liste ausgelegt, in die sich alle eintragen sollten, die dafür waren, daß der Vertrauensmann bei dem Führer der Truppe wegen cm« Erleichterung des Dienstes vorstellig werden tollte. Beim Morgenappell wurde der Vertrauens- mann fest genommen und um« Bedeckung von Bewaffneten abgeführt. Im wetteren Verlaufe der Dinge kam eine Kompagnie Soldaten, um st eilte die angetretenen Mannschaften und führte sie sämtlich in Einzelhaft ab. Die Gpartakisten- furcht ging soweit, daß Flugzeuge über der Stadt kreisten und be« waffnete Patrouillen die Straßen durchzogen. Anlaß zum Em« schreite» fanden fie jedoch nicht. Die sozialdemokratischen Senat?» Mitglied« haben sofort Maßnahmen eingeleitet, um die Freilassung Dr. Lauffeuberg« herbeizuführen. Unverantwortliche Verantwortung. Nicht alle Landwirte find unvernünftig. Nicht alle Landwirte sehen den angeblichen„Zusammenbruch" der Zwangswirtschaft mit der Schadenfreude der„Deutschen Tageszeitung" an. Wo noch das nationale Gewissen schlägt und die Menschlichkeit im Herzen nicht ausgestorben ist, vtacht man fich Gedanken darüber, was an- gefichts der gegenwärtigen Zustände zunächst zu tun sein könnte. So haben landwirtschaftlich« Kreise den Vorschlag gemacht, daß die Landwirtschaft vor allem einmal di« Verantwor- tung für die Ernährung der städtischen Bevöl- k e r u n g, zunächst soweit ihr«„Nächste n", d. h. die kreiSein» gelegenen Städte in Frage kommen, übernehmen solle, um eine Hungerrevolte und Plünderungpzüge auf da? Land zu v«hüten. Kaum ist dieser an sich nicht unverständige Gedanke aufgetaucht, Wird auch schon der Versuch gemacht, ihn im Keim zu ersticken. Und zwar kommt dieser Versuch, wie nicht anders zn erwarten, aus den Kreisen deS Deutschen Jandbunde». Die„Deutsche Tageszeitung" bekommt aus diesen Kresen eine Zuschrift, welche vor diesem Gedanken warnt, denn damit würde sich die Landwirt- schaft mit einer„Verantwortung belasten, die fie naturgemäß nicht tragen könne". Wo also die Landwirtschast sich auf ihre Vcr- antwortung wirklich einmal zu besinnen anfängt, sucht man diese von vornherein zu ersticken. Zur Begründung wird angeführt, daß „die Karre in den Dreck gefahren" fei durch die„Produktion?- hindernden Maßnahmen" der Regierung; gemeint sind die Ver- hindlrungsmaßnahinen gegen Wucherpreise für Brot, Fleisch und Milch. Bewilligt die Regierung endlich die vom Landbund geforderten Wucherpreise— dann ja. dann würde die Landwirt- schast gern die„Verantivortung" übernehmen: in d« Tat eine sehr durchsichtige Politik einer unverantwortlichen Beraniworl- lichkeit Eine Lügenbllanz. Die«Deutsche Volkspartei" veröffentkicht in einem Flugblatt die Bilanz de» ersten R«v»lutimusjsfi-» zu Laste» der Berlin« Regicruag jalle. Vanöerv�lKe. Unsere beiläufige Bemerkung, der belgische Minister Vandcrvelde, der die Auslieferung von etwa 1150 Deutschen wegen der Deportation belgischer Arbeiter verlange, sei nicht der frühere Vorsitzende des internationalen sozialistischen BureauL, war ein I r r t u in. Es ist tatsächlich der Führer der sozialdemokratischen Partei Belgiens, der als Sozialist und Rechtsgelehrter fordert, daß Deutsche ihrem ordentliche» Richter entzogen und vor ein feindliches Gericht gestellt werden sollen. Wir haben bereits mitgeteilt, daß die belgische Re- gierung gegen den internationalen Sekretär Genossen EamiLe HuysrnanS ein Strafverfahren wegen Sympathien mit den: Landesfeind, also wohl wegen Landesverrats, be- treibt I Die vom Genossen Huysmans herausgegebene flämische„Volksgazet" veröffentlicht nun im Faksimile folgendes Telegramm der belgischen Regierung vom 4. Dezember 1916 an das damals im Haag befindliche in- ternationale sozialistische Bureau: b«c>us avons reyu de belgique un manifest d'associationa ouvriers beiges du toutos opinions, protestant contra deportations et kaisant eppell desespere aux ouvriers des toug pais contro retablissemcnt osolavage au profit de l'anemun. texte suit, nous ooutons au bureau sooialisto international pour assurer publioitö si vasto que poesibie en tous pais dooument, dont certifions aatbentioite. avons döji tdlögraphie principeles organisntioas ouvriers et sooialistes. si rous avez besoia credit, priee indiquer chiifro. Vanderveldo, Hymans, Carton da Wiart Zu deutsch: Wir erhielten aus Belgien einen Aufruf der belgischen Ar- beiterorganisa'.ioueu aller Richlungen, welcher gegen die Teporta- tionen protestiert und einen verzweifelten Appell gegen die Wiederherstellung der Sklaverei zum Nutzen des Feindes an die Arbeiter aller Länder richtet. Der Wortlaut folgt. Wir zählen auf das Internationale sozialistische Bureau, daß es der Urkunde, deren Echtheit wir bekunden, die weitestmögliche Verbreltung verschafft. An die hauptsächlichen Arbeiter- und soziafistHcheu Organisationen haben wir bereit« telegraphiert. Wenn Sie Geld brauchen, bitten wir, die Ziffer anzu- geben. vandcrvelde. Hymans. Carton de Wiart. Die„Bolksgazet" sagt dazu lediglich: Die belgische Re- aierung hat damals sich an die Internationale gewendet und Geld zur Verfügung gestellt— denselben Leuten, die man jetzt verfolgt, da sie mit den Deutschen sympathisiert haben sollen._ Gegen Sermonüts flrmee. Die bei Riga stehenden Truppen des westrussifchen General« Bermondt, unter denen auch die deutschen Soldaten sich befinden, scheinen in eine üble Situation zu geraten. Wie auS Kowno gemeldet wird, ist zwischen Lettland und Polen ein Abkommen zur Bekämpfung dieser Armee getroffen worden. Wenn man be- denkt, daß die ctiglischen Kriegsschiffe vor Riga sich akiw an dem Kampfe gegen Bermondt beteiligen, wird man diesem kaum mehr eine lange Lebensdauer geben können. Die Armee Judenitsch gibt amtlich bekannt, daß Judemtsch im Begriff ist, die Frontlinie zu verkürzen und wahrscheinlich bis in die Linie Narwa-PeipuSse« zurückgehen wird. Das Necht See Deutsthen in Z)o!en. In den in Bromberg«scheinenden„Deutschen Nachrichte»*, dem Organ der Vereinigung des deutschen Volkstum« in Polen, Wird die plötzliche Einstihrung des Polnischen atS Amtssprache im bisher preußischen Teilgebiet als eine RechiloSmachuug, Bergewaltigung und wirtichaftliche Knebelung der Deutschen bezeichnet. Es wird darauf hingewiesen, daß da« als gewalt- tätig verschriene Preußen nach der Besitznahme de« Landes tLIS die polnische Sprache in allen öffentlichen Verband- lungen beibehielt, daß die Bersiigungen der deutschen Behörden jahrzehntelang stets in deutscher und polnischer Sprache«folgten. -Polen aber übergebe mit der plötzlichen Einführung der Einsprachig- keil rünsichtSloS die Lebensinteressen von 2 Mrllionen Deutschen. Da« sei ein Unrecht, das die Welt nicht zulassen dürfe. Die dem polnischen Staat zugesprochene deutsche Bevölkerung fordert Zwei« sprachigkeit in öffentlichen Angelegenheiten, wenigstens für einige Jahre, als ihr gute» Recht und hofft, daß die Entente und die Neu- traten ihr zu diesem Recht verhelfen. Kleine potttische Nachrichten. Nevelutionsfei« der Frankfurter Studenten. Zum Gedächtnis des 9. November wird von der Demokratischen Studeniengruppe, von d« sozialistischen Arbeit sgemeinschufi Frankfurter Studenten und der internationalen Studeniengruppe, i am tnorgigcn Sonn- abend eine Feier veranstaltet. Professor B l u» t s ch l i wird die Festrede halten. Ein Gesetzentwurf über einen SiedkungSvrrband Rnhrkehkenvezirk wird— wie wir ctsavren— von der Preußficheu Regierung eör- gelegt werden. Die btSberigeu Maßnahmen auf dem Gebiete der WohnungSbefchaffung im Bergbaugebiet litten sehr darunter, daß drei verschiedene Regierungsbeziike int Rubrkohlengebiet nebeneinander arbeiten und einheitliche Maßnahmen liickit zu erzielen waren. Diefent Mangel will der Gesetzentwurf der Pieußischen Regierung abhelfen. Für die Verwaltungstechink macht sich der Entwurf die Erfahrungen Im Berliner Zweckverband zitm-tzc, während er in der Zusammensetzung der Zweckverbai'dsvetsammluiig neue Weg« einschlägt, die besonders der Arbeiterschaft sehr ltzm» paihisch sein werden und ihr wettgehenden Einfluß sichert». Der Entwurf dürfte in Kürz« zur Debatte gestellt werden. An die Lehrer und Lehrerinnen oller Grade richtet der Bund entschiedener Schulreformer die Anffordernng, recht zahlreich und recht bald von der Möglichkeit der Emslchtnahme in die Personal» allen Gebrauch zu machen, weil ein nicht ausgenutztes Recht illu- sorilch wird. Jeder, auch wer nie einen Konflikt mit der Behörde gehaßt Hai, sollte fich davon überzeugen, daß ieine Personalakten ordnungsmäßig gesOhti find, od«, falls« unerwartete Eintra- gungen entdeckt, dafür Sorge tragen, daß sie gestrichen werden und daß in Zukunft jedem Vorgesetzten die Lust vergeht, nicht völlig objekrive Eintragungen vorzunehmen. Berichtigung. Zu der in unserer Nr. ÖLS gebrachten Notiz, zur Siedlung in Preußen ständen der Regienmg 180 Millionen Mark zur Verfügung und der Finan-minister sei bereit, noch mehr Hermgeben, wird un« vom LandwirtschaflSminiftetium berichtigend Folgendes geschrieben:„Auf Grund früherer Gcietze für Zwischen- Ireime bei Reuieugüleru sind 115 Millionen(nicht ISO Mil. lionnt) Mark ausgeworfen, von denen etwa SO Millionen Mark im Zwischenkreditgefchäste b«eitS angelegt find. Ein� Erhöhung dies« Kittel hat die Finanzverwaltung im Bedarfsfall in Aussicht gestellt* GewechchsfisbMMng Zum Metallarbeiterstreik. Die verleumderische Hetze, die in der Geileralversamm- lung des MetallarbeiterverbandeS von der Organisniions- leitung tzcqen die Sozialdeinokratie und die sozioldcniokratisch gesinnten Mitglieder der Metollarbeitcrorganisation gctrieden wurde, hat in der Versammlung die cutsprechende Zurück- Weisung erfahren. Der Versuch, die Sozialdeniosratic zuin Süudenbock dcS durch die unglaubliche Unfähig- keit der Streikleitung verfahrenen Metallarbeitcr- strelkS zu machen, wurde durch folgende Erklärung der sozialdemokratischen Mitglieder der Versammlung pariert, die Genosse Willi W i e s e n t h a l zur Verlesung brachte: Die Mitglieder der Generalverslimmlung, dir aus dem Loden der S. P. D. prhe». erlliiren: Nachdem die Mitglieder des MetallarbcitcrvcrSaudeS. die auf dem Boden der 5.P. D. stehen, durch ihr Brrhaltc» im Ttreik gezeigt haben, daß fie eS als ihre selbstverständliche Pflicht betrachteten, genau so wie alle anderen Streikenden ihre Schuldigkeit während des ganzen Streiks zu tuu, und nachdem die S. P. D. den Streik, soweit eS sich nra wirtschaftliche Forderungen handelt, durch ihre Presse in durchaus sachgemäßer Weise untcrstStzt hat, ist es eine bös- willige Berlrumdung, für das Mißlingen des Streiks die S. P. D. verantwortlich zu machru. Die in der Generalversammlung anwesenden Anhänger der S. P. D. erblicken in diesen Verleumdungen nichts weiter als den Versuch» die Empörung dir Streikenden über die un- geschickte, allen gewerkschaftlichen Grundsätzen hohp sprechende Führung des Streiks von den hierfür verantwortlichen Personen abzulenken und die S. P. D. zu» Sündrnbock zu machen. DaS ist Feig- heit und erbärmliche Demagogie, und sprechen die An- Hänger der 0. P. D. über ein solches Treiben ihre tiefste Ber» achtung an?. Diese Erklärung winde von einem Teil der Versammlung mit stürmischem Beisall, von den anderen mit ebensolchen Mißfallsbezeugungen aufgenommen. Sogar die Nachricht von dem leider erfolgten Ableben Hugo HaascS wurde von dem neugcwählten Bevollmächiigten Z i s r a dazu benutzt, die sozialdemokratische Partei mit Schmutz zu bewerfen. Die moralische Leichenschändung, die Ziska verübte, rief bei den sozialdemokratischen Mitgliedern starke Erregung hervor. Genosse Lampe wicS diesen Angriff entsprechend zurück.__ Urabstimmung über Vieöeraufnahme öer Arbeit. Die Generalversammlung des Metallarbsitsrverbmides hat beschlossen,-den noch kämpfenden IM MO Metallard eitern durch eine Urabstimmung, die betrieb sweise vo�imehmen ist, die Entscheidung über Abbruch oder Fortführung des Streiks selbst zu überlassen. Diese betriebsiveise vorzunehmende Ab- stiliußrung muß unter Beisein eines Mitgliedes der Vermal- hing des Verbandes vor sich gehen, und ist daS genaue Llb- stimmungsrefultat sofort der Fünszchnerkammisnon nntzu- teilen. Das genaue Resultat der vorgenommenen Wstim- mung muß von der Verwaltung zilsmnniengestellt und ver- öfsentlicht werden. Das so zusammengestellte AbstiinMungS- reiultat ist bindend für die streikenden Kolle- genallerBetriebe. Eine Sonnabend vormittag Ii) Uhr stattfindende Kon- rerenz der Obleute der Streikenden im großen Saal der Sophiensäle wird sich gemein- iam mit der Verwaltung über die Art der vorzunehmenden Urabstimmung verständigen. /lisch Serveckjchastsfunktionar. Fn der Fnnktionärversammlung der Eisenbahner am Donners- iagabend erstatteten nach einem Bericht der„Freiheit" Linke, Knebel und Sosulze Bericht über die Sitzung der Gewerk- schaftslommission am Mittwoch. In ihren Darlegungen leisteten sich diese Berichterstatter folgende Bemerkung: Ter Augenblick der Abstimmung sei her schwerste ihres Lebens gewesen, aber mit Rücksicht auf die Sabotage der Rechts- sozialiste», die sich immer wohler in der Rolle der Gelben ge- sielen und in Anbetracht der Tatsache, daß durch die Kohlen- nnid KartofieltranSporte die Arbeit der Eisenbahner als„lebenS- wichtig" gelten würde, hätten sie nicht anders stimmen können. Diese drei Funktionäre hatten wirklich'Ursache, den Augen» blick der Abstimmung als den schwersten ihres Lebens zu bezeich- I nen. Aber nicht die Sabotage der Rechtssozialisten hatte jenen j Konjunkturpolitikern diesen Augenblick so schwer gemacht, sondern � wohl mehr die Stimmung in den eigenen Reihen. Wußten doch die Link, Knebel und Sosulze, daß der OrganisaticnSdertreter Schulz kurz zuvor in einer gemischten Konferenz der Vorstände mit dem Ausschuß der GewerkschastSkommission erklärt hatte, daß die meisten Eisenbahner im Dezember Teuerungsbeihilfen von 500 M. ausgezahlt erhielten und für einen Generalstreik nicht zu haben seien. Wörtlich hatte der Redner gesagt: Daß wir aus diesen Köder hin die Leute nicht herauskriegen, ist doch selbstverständlich. Macht nichts. Schwer war diesen drei Berichterstattern die Abstimmung, noch schwerer aber, ihre Haltung in ehrlicher Weise zu motivieren. Aengstlich suchten fie ihr Verhalten mit dem„Verrat der Rechtssozialisten" zu recht- fertigen. Mit solch demagogischen Mätzchen können Gewerkschafts- funktionäre, denen es an Courage fehlt, ihre Auffassungen voll und ganz zu vertrete», heute noch am besten bestehen. Zur Wiedereinführung der Akkordarbeit. Wie uns ein Drabtbericht unseres Hamburger Korreipondenten melde», haben am Freitag die Arbeiter in der Abstimmung über die Wiedereinführung der Alkordarbeit diese mit 7700 gegen 7200 Stimmen abgelehnt._ Hunzerlöhne in den Schnhwarenhäuscr». Zu der in unserer Nr. 570 unter diesem Titel veröffentlickten Mitteilmig des Zentralverbandes der Angestellten ersucht uns daS SchuhhauS M. I. N e u- stadt um eine Berichtigung. Danach zahlt die Firma Neustadt seit dem Juni d. I. ihre Angestellten nach dem Tarif des Verbandes. Vor einem Jahre, nicht vor wenigen Woche», seien Lernende, nicht Kajfiererrnnen, mit 50 M. MonatSentschädigung entlohnt ivorden. deute nebS- Uhr Zum Metallarbeiterstreik. N. Sl. G. Heute Sonnabend, vorm. ö'/'a Uhr, Sitzpug aller Funktio- näre der S. P.D. bei Otto. Oberschöneweide, Ostendsiraßc. Erscheinen unbedingt notwendig. Firma I. Piutsch A.-G. Heute Sonnabend, früh llß Uhr, Meder- ausnnbme der Arbeit. Der Betriebsrat. Äklnmulatorcuwert Oberschüueweide. Eesamter Konzern l Sonnabend, nachmittags 2 Uhr, in der Schulanta Frischenstrahe, Del versammliing. Alle Kollegen pünktlich erscheinen. Bec?u:an». Dredluw. Heute Sonnabend, nachmittags 2 wlchtiqe BetricbSocrsanimlung in der Rennbahn._ iicrnrno ii. Halske Plockwerk. Hcu.e Tonnabend, früh 10 Uhr, Velriebiverlammtung im Stadlpork(Jungscrnhcide). Daselbst Auszahlung der Slrcikiinterstühung. Fertiggus?, Tempelhof. Heute Sonnabend, den L. November, nach- mittags 2 Ubr, Betriebsveijammlung aller Streikenden. ES ist unbedwgl notwendig, dag alle Kolleginnen und Kotlegen ericheinen. Firma Bunke u.s!giits' erhalten Prospekt üderMutter- schutz unentgeltlich. Fr«u Emma Placber, Berlte-Wll- mendorf IN. Katserallce 160 ÜIGeld!!! liit jede Wervoche. HdchsteBn- louispreise nl: Pfanbsche-ne. Brillanten. 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