Nr.S7S.36.Ichrg. Bezugspreis t «itrvtiährl. 10�0m,m#ntttL8J»S5a. ftti las Haus, voraus zahlbar. Post- dezug� Monatlich Z�lio Mk.«xkl-gu- sttllungsaedühr. Unter Krrujbaad wr Dentichland und Oesterreich- Ungar» 6,75 Ml. für da, übrige Anstand l6.75Ml� bei täglich einmal. Zustellung 8,75 Ml. Postbsstellungen nehmen an Dänemart. Holland, Luxemburg, Schweden u. die Schweig. Eingetragen w die Doft-Zeitungs-Preisliftr. Der.Vorwärts� mit der Sonntag» deilage.Polt». geir' erlcheim wachen. täglich jweimal. Sonntag» Teiegraunn-Adreste: »SazlaUxmotrat Vera»-. Morgen-Ans gäbe. Derlinev VolKsblAtt (iSpksnnkg) SlnzeigenpreiS: Nr achtgcspaltene Nonvareillezeil« lvfteNM M,, Teuerungszuschlag 60% »Uleiue Sinzeigen-, das seit- gedrnckte Wo« 75 Psg.(zulässig zwei iettgedruitte Worte), jedes weitere Wo« 56 Pfg. Stellengesuche Itnd Schlafstellenauzeigen das erste Wort SS Pfg. jedes weitere Wo« ist Psg. Worte über 15 Buchstaben zählen lur zw« Worte. Teucrungszuschlag 56°,> Familien- Anzeigen, politiiche und gewertschastlich« Percins- Anzeige« 7,60 ÄU. die Zeile. Anzeigen für die nächste Rümmer müssen bis S Uhr nachmittag» lm Hauptgeschäft, Berlin SB 68, Lindenstrasic 8, abgegeben «erde», chevffnet von 0 Uhr früh di» i Uhr adrud» Zcntralorgan der rozialdcmokratifcbcn parte» Deutfcblandg Neüaktion und Expedition: SN). 6$. Zindenlh. 3. fterttiurrdier: Hm« Uloriuplatz. Str.|."»1 SMI— 151 S7. Montag, den 10, November 1019. vorwärts-verlag S.m.b. h., SM. bS» Linöenstr. Z. Fernsprecher: Amt Morivpiat», Str. Il7 5ä— 54. Oer Feiertag der Freiheit. Schnee deckte den Boden. Ein scharfer Wind bNeS durch die Straßen und trieb die unaufhörlich niederfallenden Flocken in tollem Wirbel durcheinander als unsere Partei- genossen teils einzeln, teils in größeren Gruppen nach den Versammlungslokalen zogen. Nicht von Freude und Jubel waren die Genossen beseelt, denn der Gedenktag der Nevo> lution wird gefeiert in einer Situation, die keinen Anlaß gibt zu fröhlicher Feststimmung. Haben wir doch die Er> rungcnschaften der Revolntion zu schützen nickst nur gegen die von rechts andrängenden Reaktionäre, sondern— leider — auch gegen den Ansturm von links, der einem falsch ver- standcnen Radikalismus Gelegenheit geben soll, ein neues Gewaltregiment einer Minderheit aufzuricksten. Mit Rück- ficht auf diese Situation konnten denn auch die Versamm- jungen am Jahrestage der Revolution nicht ohne eine ge> wisse Einschränkung abgehalten werden. Das innere Gebiet der Stadt war für Versammlungen und Demonstrationen ge- sperrt. Doch die Sicherheitsmaßnahmen, welche zur Durchführung dieser Verfügung getroffen gewesen sein mögen, traten nach außen nicht in die Erscheinung. Während unter dem vorrevolutionären Regimenl bei solchen An>ässen dichte Schutzmannsketten alle Zu�angsstraßen zum Stadt- innern, namentlich zum Schloßvierteiss sperrren und Po- lizeimannschasten die Versammlungen überwachten, bot das Straßenbild gestern ein vollkommen alltägliches Aussehen. Keine Sickserheitswehr, keine„Noskegarde" war zu erblicken. Andererseits haben wir auch nicht beobackstet, daß von denen, die Vorkehrungen zum Schutz der Allgemeinheit leider not- wendig machen, etwas geschehen wäre, um die Straßen und Plätze der inneren Stadt zum Tummelplatz politischer Lei« denschaften zu machen. In den nach dem Friedrichshain führenden Straßen begegnete man mitunter kleineren und größeren Trupps, die Kränze mit roten Schleifen trugen. Auf den Gräbern der auf dem Friedhof der Märzgefallenen bestatteten ersten Opfer des 9. November wurden die Kranz- spenden niedergelegt. Die Versammlungen unserer Parteigenossen gestalteten sich zu würdigen, der Bedeutung des Tages und der gegen- wärtigen Situation angemessenen Kundgebungen. Meist wurden sse durch,Gesang eingeleitet.„Ein Herz, ein Volk. ein Vaterland", so klang das Lied eines Sängerchors auS und an diese Worte anknüpfend gab der Redner der Ernlar- tung Ausdruck, daß die so schmerzlich vermißte Einheit des Proletariats zur Tat»erden möge, um daS zu verwirklichen. was wir von der Revolution erwarten: den Sieg des Sozia- lismus? Genosse Scheidemann für die Einigung. Im Steglitzer Schloßpark wurde der Genosse Scheide» mann von der sehr gut besuchten Versammlung lebhaft be» grüßt. Die Feier wurde eingeleitet und beschlossen vurch den Ge- sang eine! Blindenchors. Feierlich erklang ihr Lied:.Ein Sohn des Volke« will ich sein und bleiben!" Genosse Scheidemann sprach: Der Entwicklungsgang unserer Parte» wurde in Deutschland unterbrochen durch den Krieg, von dem wir nicht wollten, daß er etwa« andere» sei als ein Vertei- d i g u n g« krieg. Unsere Taktik während deS Kriege« lief darauf hinaus: unser Land zu verteidigen, ein« Verständigung nach außen zu suchen und di« Demokratie zu verwirklichen. In einem Krieg, in dem Deutschland mit seinen bankerrotten Bundesgenossen gegen dix ganze Welt kämpfte, gab es für mich nur die Frage: Verständigung»der Zusammenbruchs Daß e» ein Zusammenbruch war, wurde nn« klar durch die Tele» gramme LudendorffS. der sogar die Stundenzahl an- gab. innerhalb denen er den WaffenstMstand verlangte. Und da zeigte e» sich, wie wenig wir un« auf unsere Freund« draußen verlassen konnten. Die Weltrevolution, auf die wir fort» während vertröstet werden, ist ein Hirngespinst für Phan- tosten. Sie wird nicht kommen, weil sie nicht kommen kann. Eine Revolution ist nur möglich, wenn die Zustände einem Volk uner- träglich geworden sind oder nach einem verlorenen Krieg. England und Frankreich sind aber siegreich gewesen. Und Rußland ist das unglücklichste Land oer Welt. Vollkommen bankerott. Wie fall da von Rußland au» die Rettung kommen? Bei der Revolntion vom 0. November handelte e« sich n« »inen Zusammenbruch. Nicht um eine g em« ch t e Revolution. Für nn« gab e« nur da« Eine: bereit sein! Und wir waren bereit. Weyn da« Alte zusammenstürzt und Hunderttausende in Bewegung sind, dann kommt e» darauf an. dieser Bewegung Ziel nnd R'chtung zu geben, t Wenn n cht mehr erreicht wurde, dann tragen die deutscheu krbciter zum großen Teil selbst die Schul». Ich erinnere nur daran, wie die Regierung durch die Spartakisten und Putschisten »atelang lahmgelegt und am Arbeiten verhindert wurde. Such in Die Schuld am Ausammenbruch. Angesicht« der Sudeleien und Gemeinheiten, die von de« Reak- tivnären ungestraft am Jahrestage der Revolution verbreitet wer- den durften, und deren höchste die Behauptung ist, die Revolution und ihre Trägerin, die Sozialdemokratie, seien am Zusammen- bruche schuld, ist e« Pflicht, auf die Feststellungen hinzuweisen, die Genosse Dr. David auf der gestrigen Abendfeier der S. P. D. im Kleinen Schauspielhau» gemacht hat. Er wies darauf hin» daß»ach den letzten Feststellungen da« deutsche Boll in der U- B o» t- F r a g e und hinsichtlich der B e r- Handlungen mit Wilson hinter« Licht geführt wurde. Während man Wilson gegenüber de« plumpen Versuch »nachte, ihn zu betrügen, hat man dem deutschen Volke die Schwere de« U-Boot-Entschlusse« verschwiegen und den Eintritt Amerika« in den Krieg in seiner militärischen Bedeutung als Rull- K» m m a- N u l l bezeichnet, obwohl man wissen mußte, daß der Eintritt Amerika« in de» Krieg den Zusammenbruch besiegele. In B r e st- L i t« w« k hat man Rußlynd zu einem Frieden gezwun- ge«, der die Fortsetzung des Kriege« bedeutete. Die so- genannte Kaiserschlacht im- Weste» war ei» strategischer Wahnsinn. Plötzlich standen die Reserven der Entente da, von denen die Oberste Heeresleitung immer versichert harte, daß sie gar nicht vorhanden seien. In Saloniki hat die Oberste Heeresleitung de» schwersten Fehler begangen, indem sie diesen Punkt nicht durch Truppen deckte. Sie trieb Abentenerpoli- tik in der ganzen Welt und vermochte daher den Bulgaren nicht zu Hilfe zu eilen. Daher konnten die Engländer, wir Llohd George sagte. In Saloniki mit einem Fußtritt die Türe aufbrechen. Daraus mutzte der Zusammenbruch der Oesterrcicher folgen. Eine feindliche Front vom Bodensee bi« znr schlesischen Grenze konnte da« Werk von Wochen oder gar Tagen fein. Im Oktober standen nahezu zwei Millionen Amerikaner im Westen. Jetzt kam der Notschrei LudendorffS, der Waffen- stillstand binnen3KStunden forderte. Die Oberste Heerrsleitnna wollte nicht einmal die Bildung einer parla- mrntarische» Reaiernna abwarten, sondern bestand aus den sosortissen Wassrnstillstand, der nötiarnfall» noch durch die alte Hrrtlui&rcstiernnfl zu erfolgen habe. Wen» also dir Reaktionäre behaupten, die Revolution sei an der Niederlage schuld, so ist da« eine bewußte Unwahrheit! bezug auf die Sozialisier««?, konnte nicht mehr geschehen, weil sich em Zusammenbruch nicht zur Soziaksierung eignet. Das haben KautSkh, Hilferdiag und andere Unabhängige schon vor mir erkannt und ausgesprochen. Die Angriffe gegen mein« Person von recht« haben mich stet« kalt gelassen. Wenn man aber von Arbeitern nach einer 36jährigen Tätigkeit in der Arbeiterbewegung unausgesetzt de- schimpft wird, dann ist e« doch schmerzlich. Ich nehme die Gefahr von link« nicht so ernst wie die von recht«, die sich durch zahlreiche Vorkommnisse kenntlich macht. Abee die Gefahr von recht« zerplatzt wir eine Seisenblase in dem Augenblick, wo die deutsche Arbeiterschaft zusammensteht. Die Grundlage der einigen Arbeiterschaft kann aber nur die Demokratie sein. Wer die Demokratie ablehnt, kann doch nur die Herrschaft einer sRinderheit folgen. Ja. welche Min- derheit soll denn herrschen? ES gibt nichts Gerechtere« als die Herrschaft der Mehrheit. Wer die Demokratie ablehnt, lehnt auch hie Einheit her Arbeiter- Nasse ab. Deshalb ist die Demokratie da« wichtigste, da« die Revolution nn» gebracht hat. Scheidemann liest darauf die Worte vor. die K a u t» k y in der„Freiheit" seinem verstorbenen Freund H a a s e nachgerufen hat. Dann mit erhobener Stimme: WaS trennt unabhängige Sozialisten, dir so rede» wir KautSkh von uns? (Lebhafte Zurufe: RichtSss Nur die Einigkeit ist es. die die Arbei- terschaft stark macht. Deshalb glaube ich auch, daß der befon» neue Menschenverstand in der Arbeiterschaft wieder die Oberhand gewinnen wird. DaS Beste, da! die Revolution In unsere Köpfe einhämmern kann, ist der Wille zur Arbeit für die Ge- schlosscnheit des Proletariat»!(Langer, stürmischer Beifall.) « Im GewerkschastShauS, dessen großer Saol überfüllt war. spv«b Genosse Rausch..Er zeigte den Unterschied zwischen einer bürgerlichen Revolution und der proletarischen. Jene ist kapita- l.strich, diese ist sozialistisch; ione will vorwiegend wegräumen, diese muß auch Neues aufbauen. Man begreift die Nnge- dnfd derjenigen, denen das nicht schnell genug gebt. Doch ein langer wirtschaftlicher Prozeß ist es, rn dem ftcfi der Neuaufban vollzieht. Erschwert wird er dadurch, daß Deutschland von der kaiserlichen Regierung als ein Trümmerfeld hinterlassen worden ist. Wir bvanchen Produktion und dazu bedarf e« der Arbeit! (Zustimmung.) Erschwert wich der Neuaufbmi auch durck de»! jemgen, dm früher sich tnemot» um den Kampf der Arbeiterschaft i kümmerten(lebhafte Zustmmmrwg), jetzt aber sich nicht vadila. genug gebärden können.(Zuruf: Früher gelb, jetzt unabhängig und loorurunistisch!) Die Führer mögen Idealisten sein, aber nur zu oft heftet sich an die Fersen der Idealisten das Lumpen- Proletariat. Wir bekämpfen den Terror, der nur Weg- bahner für die Reaktion ist.(Zustimmung.) Als wahr- hafte Revolutionäre müssen wir uns gegen die wenden, die so das Werk der Revolution zerstören wollen. Die Dik- tatur des Proletariats ist bei Marx nichts anderes als der auf verfassungsmäßigem Wege zum Ausdruck gelangt« Mehrheit«- willen des Volkes. Grundelcment des Sozialismus ist die demokratische Ordnung im Staate. Auf diesem Wege werden wir vorwärts kommen— vorwärts und aufwärts!(Lobhafter Beifall.) Eine Diskussion fand nicht stakt. In den Prachtfälen des Osten« war der große Saat von über 8 Personen bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Lieder„Empor zum Licht", und Ein Boll, ein Herz, ein Vaterland", vom Ge- sangverein„Becherklang" vorgetragen, leiteten die Versamm- lung stimmungsvoll ein. Der Referent, Genosse Lüdemann, würdigte tn tl-stündige« Ausführungen, oftmal« von Beifall unterbrochen, die bisherigen Ergebnisse der Revolution und unsere Aufgaben für die Zukunft. 32. Abteilung. Die Versammlung war sehr-gut besucht und hat bei den Anwesenden die besten Eindrücke hinterlassen. 33. Abteilung. Di« Versammlung in der Schulauila Grrnui- stvaße war von etwa 460 Personen besucht. Dort sprach Genoss- Heining. In den PharuSsälen, Müllerstraße, die überfüllt waren, refe. ricrte Landtagsabgeordneter Genosse Graf. Die Behauptungen von rechts und links, daß Revolutionen gemacht werden können, er- klärte er alz politischen Idiotismus, den wir als Anhänger der ma. teriolistischen Geschichtsauffassung bekämpfen. Einige Anhänger der linkSradtkalen Parteien, die sich durch Zwischenrufe bemerkbar machten, fertigte der Vortragende durch humorvolle Antworten und unter großem Gelächter der Teilnehmer ab. Genosse L ü ck als Leiter der Versammlung schilderte noch als Teilnehmer an den AuSschußsitzungcn in den Novembertagen im Reichstag mit der Fraktion, daß e« nur der Jniiiative der S. P. D. zuzuschreiben sei. wenn damals fast ohne Blutvergießen die Revolution ver. laufen sei. In den Germania-Prachtsälen, Tbausseeskr.!33, sprach vor gut besuchter Versammlung der Genosse Richter- Neumünster. Der Referent schloß unter großem Beifall mit einem Appell an die Cinigkeit de« Proletariats. In dem schlicht, aber stimmungsvoll dekorierten Saale der Bockbraucrei versammelten sich über 1000 Personen. Mitglieder der„Tchpographia" leiteten die Feier mit dem Liede„Empor zum Licht" ein. Dann sprach Genosse Wilhelm Stering. Die Versammlung in der Brauerei Königstadt in der Schön. hauser Allee war überfüllt. Genosse Heinrich Schulz refe- vierte. Von einer Diskussion wurde Abstand genommen. In der Patzenhofcr vranerci, Turmstraße, stattgehabten Versammlung referierte Stadtverordnetenvorsteher Genosse Hugo Heimann. In packender überaus fesselnder Weife schildert« er das alt« Regime, sein« Schwäche« und die in ihm betätigte Herr- schaft der Militärkaste, die Volk nnd Vaterland dahin gebracht haben, wo sie sich heute befinden. In Neukölln» Kliem» Festsäle, war die Versammlung trotz de? schlechten Wetter? außerordentlich gut besucht. Vor Eintritt in die Tagesordnung sprach Genosse Meyer den Prolog: November- Freiheitssturm von Gothmann. Das Referat hielt dann die Ge- nossin Dr. Wegscheider«Bonn), Mitglied der Preußischen LawdeSversammlung. Unter stürmischem, langanhaltendem Beifall schloß die Genossin mit einen: Appell an daS deutsche und inier- nationale Proletariat, alles aufzubieten, um die Errungenschaften der Revolution nicht zuschanden werden zu lassen.— ES war die erste Versammlung, di« in Neukölln ohne Störung abge- halten werden konnte. Die Schönebcrgcr Versammlung war gut besucht. Genesse Bartels hielt da« Referat. Die Veranstaltung wurde durch Gei'angvortröge des Schöneberger MäneerchorS eingeleitet und beschlossen. Wilmersdorf. Bereits am Sonnabend fand hier die Revo- lutionSfeier in den Prachtsälen de? Westens, Spich? rnstraße. statt. Sämtlich Räumlichkeiten waren überfüllt. Es waren et'oa 2000 Personen anwesend. Die Festrede hielt Gen. Dr. Auer, die be- geistert ausgenommen wurde. Daran schloß sich die künstlerische tfei«r. In der Veranstolwirg am gestrigen Bormittag referierte Gen. Winter, Mitglied der Preuß. LandeSverfmrmrlung. Die in Friedenau stattgefundene Versammlung war von etwa 200 Personen besucht. Das von der Genossin I u ch a c z gehalten« Referat wurde mit großem Beifall aufgenommen. Störunge« waren nicht zu verzeichnen. Der Besuch der Friedenauer Versammlung hat darunter gelitten, daß viele Friedenauer noch Steg- litz gegangen sind, wo Genosse Scheidemann sprach. In Reinickendorf. Oft war die Versammlung im Schühenhauß gut besucht. Genosse Gehrk« referiert« und fand stürmif Beifall. Der Gefangverein der Buchdrucker de» Sittenfeldp Betriebes erhöht« de» Verlauf durch stimmungsvollen Gesang, Fn Pankow refcnerle Tmosse Dr. Bendiner vor Mtt de. fuch»er Bcrscunmlung. In NicdcrschSnhansen war die Versammlung gut besucht. Ge- nesse Pretzel referierte. In KoulSderf war die Versammlung infulge de» starken Scb:. tireidenS nur schwach besucht. Ar.anz, Reäitatilineu und Festreden wechselten e nonder ad. In Wildau, wo Gen. Gassen reterirrtt, war die Versainrn lrt??g gut besucht. In Lichtcrfclde lsselt P-'n. Dr. Kawerau da» Referat. Der MZwicrg sangvercin liinigkeit trug wesentlich jur stinimwngS vollen Freier bei. Auch die Kbendveranswltung>var gut besucht. In Wannsce stwach Landtagen bgeordneter Gen. Heller. Di« Abendvcvanstaltung war überfüllt. In Nowawe» rrsarterte Gen. Kabelt» tz mit gutem Trfolg. » vle UnadhSngsqen. ba»ten Mafsenveranstallungcn m.l der Tagesordnung.Die Revo- kntion und der S. November" veranstaltet. In der Böhow-Brauerei sprachen Ledebour, Stadtverordneter L e y d. der frühere Justiz- minister Rosen seid. Stadiverordneteiworsieher Wehl, Frau Lmse Zieh. Crispi«n u. a. Lcdobo«? vrrrldlttt schsn wieder. Trcch des recht ungünstigen Wetters hart« fstb im Walhalla- Theater eine vieltausoudköpsigc Menge c.ngquridru, da die Parteifunktionäre schon am Sonftabcnd Verbreiter halten, dag Ledclwur dort sprechen würde. Lcdevour malte in großen Zügen ein Bild der Vorgeschichte der N«volution und stellte dabei seine Pcrso« immer wieder in den Vordergrund. Gr erzählte, dass(fberl durchaus die Hvhenzollern habe reiien wellen. In Gemeinschaft mit Vcheibeillann habe er den Rücklrit! de? Kaiser» und de»- Kronprinzen verlangt und e» sollte eine tHegenfichaft für dessen.Beugel" ein- g. richtet werden. Alt Ebert und Scheideinann dann merkten, daß ihnen die revokiilionäre Bewegung au» den ssingern zu gleiten drohte, haben sse sich el» Revolutionäre maskiert. öet>e> bvur mit seinen Freunden habe die Rächt vom 8. zum Ü. November im FraktionSzimnver de» Reichstage» verbracht und plötzlich kamen Sch>etdemann. Sdert und David zu ihnen in» Zimmer, um mit ihnen über die Verteilung der RegierungSgewalt zu vcrhairdeln. Zu dieser Zeit waren im Frakrionszimmer nur Vogtherr und Ditt- m«nn ontvescnd..Ich selbst," so erzählte Ledebour unter grosser kkrregung weiter,.halte natürlich furchtbar viel zu tun und befand mich im Lesezimmer de» Reichdtagc». Und daraus machte Wels, dem ich am< Dezcniber ,m Marstall buchstäblich das Leben ge- rettet habe, die Lüge, ich hätte dw Revolution verschlafen. Trotzdem Sbert an diesem Tage die Nassen gar nicht in der Hand kalte, hat er heuchlerisch erk'ärt:„Wir halten unsere Leute noch bis IL Uhr mittags zurück". Di« WehrbeitSsozialiilen bolen UN», so fuhr Ledebour fort,«in« gcmcinschastüche Regierung an. Wir nahmen dieses Angebot«Nigegcn. Ich selbst fühlte mich Nicht berechtigt, eine Zusage zu machen, weil nach meinem Pinn die am anderen Tag« zu wählenden Arbeiter- und Soldglenräle dir Re- gierungsgcwalt vergeben sollten. Ledebour begab sich in eine Sitzung der revolutionären Arbeiter, um mit ihnen über da» An- gebot ikbert-Echeidemann zu beraten. Inzwischen aber ballen, so sagte Ledelwur weiter, b«d.anerlicherw«isc meine Freunde von der NerchStagZfraktio» da» Angebot zur Mitbildung der Regierung an- genommen. Ledebour hatte abgelehnt, auch Haase Halle Bedenken und Liebknecht wollte ebenfalls nur unter gewissen Bedingungen und unter der Garantie gewisser programmatischer Sicherheiten in die Regierung eintreten. Liebknecht bat dann aber sein Einver- ständi�is am nächsten Morgen zurückgezogen. E» hätte aber auch gar nicht andertz kommen können, weil die sich bildenden Arbeiter- nnb Soldotrnräte llberwirgenb recht». sozialistisch orientiert waren. lLebhafte Zurufe au» der Versammlung:„Schiebung?") Ja, rief Ledebour darauf au»:„Man mußte sich nach der Mehrheit richten". iflus diesen Zustand sind di« Unabhängigen jetzt glücklicherweise heraus. Jetzt genügt immer die Minderheit. D. Red.) Dass e» so gekommen ist, bleibt Schuld der Berliner Arbeiterschaft. Sie. hätte sich eben nicht schieben lassen dürfen. Schon im Augenblick dieser Regierungsbildung stand e» für mich fest, daß dir ganze Rc. volutlon verpfuscht war.(Selbstvcl ständlich, denn Ledebour war doch nicht drin. E» konrne somit nicht» werden. D. Red.) Und so ist es dann ja auch gekommen. Ro!f Lauckner in öer Volksbühne. »Wf L a n ckn« r«st aU Jüngling ein fröhlicher Greis ge- worden, klli er vor»inem Jahr um da» Theater rang, wollte er noch hie und da Geheimiwsse der LebenSdiuge lösen. � Dann verzich- ieto er schleunigst auf diesc» Dichte nxcht und schrieb nach guten und weniger vsozügiichen Anweisungen, was dem Theaterkassiercr Fvnche macht. Natürlich halfen ihm Talent und Neigung dabei, als er munter in die Basta-rdschakt.hinvinsprang, sich bald zu Sudcr- urann bekannte mlb bald zu einem Hasenclevcr, der heute auch schon abgestorben ist. Jbsenspuren und sogar ein Klänglein des Nrnblich gewalttätige:, Reinbold Golring sind hörbar. Und trotz- dem: Lauckner« künftige Aufgabe wird es sein, den Stil der G«rrtmlaube und Ahre» Heerbanne» fortzusetzen. Noch maskiert er sich«in wenig. Bald wird«r e» verspüren, daß Unehrlich am längsten währt. Die»Predigt in Litauen" bringt geile ForsterSwitwen kuftiye Mädchen und hartschädelig? Bauern in die Kirche, auf di« Wiese und in die Fischerhütte. Früher gaben die Dramatiker sich ein wenig Müh«, der Sprache und Farbe de» Orte» gerecht zu werden. Heute zürnt Lauckner nicht, lvenn alle» da» auf der Bühne ui«d im Buch abgeblasstei Schriftdeutsch redet. Sein tiefste»©um- ksikd ist«»,«venn«in« dieser Dorfschönen sich die Strümpfe au»- zieht, und wenn die«mdcre da» SelmapZgla» hebt wie ein« Bar- dam«. So wird in der litauischen Fischerhütte auch berlinert. Der Naturalismus ist tot, t* lebe dl« gezähmte Nachkommenschaft, würdig behauptet in(ilanisthen Gefilden vom sechzigjährigen Sn- dermann, den Herren Skowromwk. den Ganghofer» der Ostkante, und dem jüngsten, gelehrigsten Lehrling Rolf Lauckner.--- Der Pfarrer in der kleine» Litauer Gemeinde will au» seinem Sohn machen, was er selber ist: einen Zeloten und blinden Bibelciserer. Aber der Golm ist«n aufgeklärter Jüngling mit einem Kunfttalent. Der Junge kennt da» Volk, da» der Pastor nur ducken möchte. Der Jung« soll ein Unterdrücker sein, er soll sich die Mädchen versage«, er soll da»� gütige Gläschen hassen, der Malerei fortlaufen und ein Schulmeister werden. Nein, er weiss, :wmun die Gemeinde gegen seinen Vater mault. Kr empfindet saine Hörigkeit bis«ufs gequälte Blut. Er will selber los, und er will auch die Gemeinde au» der bissigblirchen Borniertheit de» Zeloten erlösen. Der Alte ist aber«n Getoattiger, der die Hand locker hat, wenn ihm der Eigensinn am festesten sitzt. Wild brüllen Vater und Sohn aufeinander. Der Sohn zieht hoffnungslos den Revolver, zielt gegen den Vater, dreht plötzlich um und trefft sich selber tödlich. Erste Lösung mit ftriall. Der Vater wird wähn- sinnig, er geht zum Wasser. Zweite Lösung. Auch ein Mägdelein noch, da? den Jungen süssroenantisch liebt, will«'ckst allein im Leben zurückbleibe». In elf Bilde«: geschieht das alle?. Da? Morste ließe sich ohne viai Wort« auf der Leinwand des Lichtbild- theaterS abrollen. Als» ist alle» wohl nur als Filmstück au»ge- dacht. Und die Wort«, de» Dichters schönste Kosibaekeft und Gnadengabe, wären wohl ganz überflüssig t GS ist ein Unding, solchen Leuten die Macht anzuvertranen, wo sich immer drei gegen drei ferndlich gegcnübersiauden. Rur Nebendinge konnten beschlossen und durchgeführt werden. Bei grundlegenden Anträgen kam infolge der Stimmengleichheit drei gegen drei immer ein negatives Ergebnis heraus. So waren die Volksdeauflrogten von Ansang an zur Unfruchtbar- leit verurteilt. Den Unabhängigen könne man wegen ihres Ein- iritts in die Regierung keine Vorwürfe machen. Sie haben da- mals am 9. November im guten Glauben gehandelt. Aehnlich wie im Reich hat man es in Preußen gemacht. Da habe man ebenfalls drei Pferde vor und drei Pferde hinter den Staatstarren gespann: und sich dann hinterher gewundert, daß die Geschichte nicht vom Fleck kam. Am Soldatenrat hatten Die Unabhängigen keine Stütze. Das war eine blinde Gesellschaft, die kritiklos hinter Ebert und Scheidcmana einherzoddelte. Ledebour h a t dann später beim Vollzug»! at dt« Absetzung Eberl» deantragt, die aber gegen fünf Stimmen abgelehnt wurde. Da» Heissi also, ein Teil der Unat» hängigen hol gegen den Antrag LedebourS gestimmt und ihn zu Fall gebracht.— Ledebour behandeile donn in voller Ausführlich- keil die spälcren Straßcnkömpfe in Berlin, insbesondere die Mar- jtallereignisje. AI? die VolkSbeauftrvgten Haase, Dittnarn» und Barth merk- ten. daß Ebert, Schcidcacann und LandSberq sie hinsichtlich der Einhaltung des WasscustiUslands mu der Marstgllbefiitzung ge. täuscht hatten, da haben sie sich als ehrlich« Männer gesagt, daß sie mit diesen„Schurken" in der Regierung nicht mehr zusammen- sitzen könnten und haben die Kcmsequeiizcn gezogen. Der Referent schilderte dann die Eichhorn lämpfe und erklärt«, daran wären eine Reche von llinständen schuld gewesen, aus die er öffentlich nicht eingehen wolle und aus begreiflichen Gründen ieilwcisc auch nicht eingehen könne. Haase sei merlwürdi- gerweis« vor dem Reichstag ein dem Augenblick ermordet worden, als er sich anschickte, eine An. klagerede gegen die Regierung zu hallen. Wenn Haascs Mörder geisteSlrank ist, so hat der Mörder Voss es noch bequemer als der Mörder Runge. Die revolutionäre Arbeiterschost wird im Sinne der Erniorderlen weiter xu lämpfcn haben. Es ist Ihre Pflicht, so rief Ledebour weiter au» die Revolution jetzt zu einem siegreichen.Ende zu führen in Verbindung mit dem Weltproletariat und im besonderen Einvernehmen mit den sozial listischen Kampfgenossen in Rußland. Die deutschen zielbewußten Genossen dürfen aber nicht warien, bis die Ausländer hier die Arbeit machen. Im eigenen Land müsse da» deutsche Proletariat Ordnung schaffen. Ledebour ließ dann die Versammlung die rechte Hand erhebe» und fchwöpen, das) sie dir Wettrevuluiion in Deutschland und überall jetzt zum Siege verhelfen wolle. Die Versammlung erhob sich von de» Plätze» uns sprach Ledebour die Wort«»ach: »Ich gelobe es!" Womit der alte Schauspieler wieder einmal seinen Film geliefert hat. SlnfgelSste TemonstrationSzSge. Nach den Versammlungen bildeten sich an einigen Stellen De- monstrationSzüge, die jedoch durch das Eingreifen der SicherheilS- Polizei überall aufgelösl wurden. In Neukölln lammelten sich vor der Kindl-Braueret. wo eine Versammlung stattgefunden hati«, etwa 500 Personen, die in der Richtung nach dem Heemannplatz die Hasenheide entlang zogen. Die Sicherheitspolizei entsandle darauf ein Kommando, da? den Zug in wenigen Minuten auflöste. Die Demonstranten gingen in Ruhe auseinander. Aus dem Friedhof der Märzgefallene», wo auch die tu den ersten Tagen� der Revolution Gefallenen ruhen, wurden gestern zahlreich« Kränze niedergelegt. Gegen Mittag sammelten sich nach Schluß der Versammlungen mehrer« tausend Menschen dort an. Es wurden Ansprachen geHallen und Kränze niedergelegt. Gegen 3 Ubr bildet« sich«in etwa 3000 Personen starker Demonsirerdioitezug, der durch die Prenzlauer Alle« nach dem Sladtinnern ziehen wollte. Mehrere Abteilungen der Sicherheitspolizei lösten auch diesen Zug aus. Zu Zusammen srößcn kam eS. soweit bisher gemeldet ist, nicht. Die DenImalSbefudelnngrn durch die Kvnimunisten haben doch noch einen größeren Umfang angenommen, als zunächst angenommen wurde. Besonders in der SiegeSallee trägt eine ganze Reihe der Marmorfiguren in roter Letfarbe die Aufschriften.Hoch die Wcltrevolulion" und»Nieder mit dem KapiiallsmuS". Die Oel- färbe ist zum Teil ausgelaufen, so daß nur große verwischte, schmierige Flecken zu sehen sind. In den Oasen dieser ha Eben Dichtung spielten die Mänm-r sehr gut: Friedrich K a p p I e r führte den harten Pastor beinahe zu Ibsen scher Höhe. Der Dorfarzt Edgar Klitsch« war eine Charge, di« in Wort und Haltung sehr g«Vinnen mußte. Jürgen Fehling ist nicht zu fchmech um die Rolle eines schönen und leidenschaftlichen Jüngling» zu tragen. Den wahren. volkStüm- lichon, gefunden VobtSpasior, da» leuchtende Bild, da» den de- schränkten> Eifere? verdunkelt, spielte Eu-edo Herz seid breit- spurig, brav dialektisch bunt und Schritt und Bewegung diese» angenehmen Pfafsentums stet» tüchtig treffend. Leider verfügt die Volksbühne über leine Künstlerin, der odn« Gefahr die Rolle eines derben oder«ine» träumenden Bauermveibeä anvertraut werden darf. Noch eine?: DaS«mze Werk Lauckner» ist Halbheft und früh- reife, sanft verkteidele»ütickcheii. DaS paßt in jede» andere Theater, nur nicht-in die Vollsbühn«; d«ra hier heißt e», die Begriffe nicht verwischen, sondern reinigen I Max Hochdorf. Berliner Revolntion?h«m»r. Selbst in den ernsten Zeiten schwerer innerer Kämpft ist dem Berliner der Humor noch nie ausgegangen,'Auch bei der jetzigen polilischen Umwälzung ist'S nicht anders. Mögen di« Ereignisse auch noch so ernst sein, selbst in blutigster Stund« stirbt an der Spree der Hupor nicht au», ist eS auch zuweilen Galgenhumor So spielte sich am RcvolutionS- sonnabend im vorigen Jahre, kurz nach llebergabe de» Polizeipräsidium», auf dem Alexanderplotz folgende Szene ab: Ein Moa- biler Häftling, der wegen eines politischen Vergehens in Untersuchungshaft saß, wollte auf dem Polizeipräsidium«ine Gewerbe- angelegcnheit erledigen und befand sich zu diesem Zwecke in Be- gleitung eine? WärterZ'auf dem Wege zum roten HauS. In- zwischen war der Alexawdcrplatz abgesperrt worden, und die beiden trugen ihr Anliegen dem. wachehaltenden Posten vor. Nach einigem Ucberleqen erklärte der Posten dem Häftling:.Sie sind frei", und zum Wärter gewendet:.Und Sie bleiben am besten gleich da." Der Freigelassene meldete sich gleich zum freiwilligen Helferdienst und erbot sich, seinen Wärter prompt abzuliefern..Das hätten Se ooch nich ftdacht, als wir Heede von Moabit wegjingen, det unser Ausjang so enden wird«, walk meinte scherzend der Häftling, und der Erwärter stimmte lachend zu und gab sich fteiwillig gefangen. Der.blutige Sonntag" hatte all und jung auf die Bein« ge- bracht, da man doch auch gerne wa» von der Revolution sehen und hören wollte. Abend» pfiffen an der Kaiftr-Wilhelm-Straße die Kugeln. Dir Soldaten hatten zur Sicherheit de» Publikum» die anliegenden Straßen in wettern Bogen. adgefperrt. Eine ältere Dame hört die Schüsse und wendet sich ftagend an die Umstehenden:.Hier wird doch nu? blind geschossen?".Gewiß doch." er- wjdert mit blutigem SarkaSmuS«in Feldgrauer, e» kann sehr leicht einer blind ftschossen werden."— Plötzlich drängt sich eine junge Dame durch die Menge. Sie ist ganz außer sick. als sie hört. daß kein Zivilist passieren darf..Da» ist doch unerhört," jammert sie..ick bade Billett? zum LehrervereinShau« zu acht Uhr und ich soll nicht durch".Na. wem» Sie noch'» LehrervereinShau« wolln," künstlerssche fldenSfeiera. Stiebende? Schnee und überfüllte Elektrischen hindern nicht, daß die küiistlenschcn Feiern, die die Sozialdemokratie am Abend des Gedenktages veranstaltet, einen guten Besuch zu verzeichnen haben. Die politisclre Nechnungslegung tvird abgelöst vom Willen, den Tag mit den Harmonien der den Verwirrungen der Zeit entrückten Kunst zu beschließen. Geige -und Piano, Beethoven, Mozart, Schiller, Goethe erholten das Wort, lieber dem Streit, der Not, den Sorgen, der Un- gewißheit zaubern sich plwntasicvolle Welten der Schönheit, der Klarheit und der Vollendung, Und brennender noch wird die Sehnsucht, daß es der Menschheit bald gelingen möge, ihre Welt und ihr Schicksal nach den neuen Zielen des So- zialismus schöner und harmonischer zu gestalten. Revolutionsfeiern in München. Der Jahrestag der Revolution wurde nach dem Bc- schlusse der Betriebsräte der sozialdemokmtischcn und der unab- hängigen Partei in München am Sonnabend durch Arbeits. ruh« gefeiert. Die Straßenbahnen verkehrten nicht, jedoch zeigt« der Geschäftsverkehr in der Stadt das gewöhnliche Bild, In sozialdemokratischen Massenversammlungen wurde auf die Bedeutung de» TogeS für da» Proletarftri hingewnefen. Auf den Gräbern der bei den RevolutionSkämpfen Gefallenen wurden Kränze niedergelegt. Der Tag verlief ohne Störung und Zneifchen- fäll«. � J» Frankfurt(Main) ist der Jahrestag der deutschen Solution ohne Zwischenfall verlaufen. Gb auch die Lüg' uns noch umnachtet... Der Jahrestag der Revolution hat der re- aktionären Presse Anlaß gegeben. S t u t m f l u f c n von Schmutz über den 9, Ziovember 1918 zu ergießen In einer Scunniliing von Stimmen, welche die.P o st" zum Jahrestag der Revolution veranstaltet, wimmelt es van .sdiuwrjcn Tagen",.größtem Schandklea",„Verrätern", „Schmach und Vernichtung",.fluchbeladenen Schuften" usw. Auch die.Freiheit" hat ihre Rcvolutionsgedenk- nummer. D'e Unabhängigen begehen den Erinnerungs.'ag durch Verbreitung einer wüsten Sckimühschrift aus Neske, Scheidmann und die ganze deutsckv Sozialdemokratie. Ein Artikel stellt zusammen, wie oft allein bei den Abstimmunem über d e Verfassung die Sozialdemokratie das Erfurter Vre- grmnm verraten Habe. Dabei ist in allen zehn angeführten Abstimniungen die Haltung der Sozialdenivkratie or-nau cnt- gegengesetzt dem gavcsen, wa! die Unabhängigen behaupten. Verleumder r i n g s u ml Die einen lüaen, wir hätten d e Revolution gemacht, um die Niederlv'''' herbeizu- führen. Die anderen lügen, wir hätten uns bis zum letzten Augenblick um den Hohcnzollernthron gelchart und einen neuen nationalen Volkskrieg gepredigt, um nach dem Siege der Revolution die Ministersessel zu stehlen und seiddem jeden Tag fünfmal die Revolution zu verraten. Die einfache Wahrheit ist die— so schreibt zutreffend die „Soz. Korr."— daß die Revolution überhaupt nicht gemacht worden ist. Sir kain als Folge der militärischen Katastrophe. Diese hat die Revolution weder»Tichuldct noch vcrg- r-rt. Unabhängige und Kommunisten haben zwar ohne Rücksicht auf die Niederlage die Revolution machen wollen, aber niemals die Kraft dazu gehabt. Weder Barths ruf'»' ck,e Ge- wehre noch Ledebours Verschwörungen haben irgendetwas zur Revolution beigetragen. Das alt« System brach einfach zusammen und hinterließ ein Nichts. Ohne die Sozialdemo- kratie, welche die Zügel ergriff, wäre das Chos dogeweien. Im Toben der entfesselten Gewalten stellte allein die Sozialdemokratie staatliche Macht und organisatorische Kraft dar. S c hat das deutsche Volk davor bewahrt, in hem- mungsloser Ausscknueisung zur Rätedi ktatur hinab'-ualeiten und dann obernials irgendeinem Generalsfäbcl zu verfallen. Sie hat Demokratie und Ausstiogsmöglickckeit gmttet. meint ironisch ein in der Nöb« stehender Kutscher,»denn kenn wir ja mal mit die Brieder sv recken. Vielleicht Heeren se solange uff, auS de Dackluken zu schießen. Nachher kann es ja wieder anfangen.".Da siamit der Laie, und der Fachmann wundert sich," meldet sich«in anderer, und vor den dissigen- Bemerkungen der Meng« zog sich schliesflich tne.Unentwegte" beschämt zurück, 'Die Einschlagstellen wurden natürlich am Sonntag viel be» staum. Es hatte sich bald herumgesprochen, daß der»Marstall neue Verzierungen bekommen hatte". Man bewundert« unsere mutigen grauen und blauen Jungen, der Mutigst« war und blicd aber doch Neptun; er hielt sich.standhast" und suchte nicht hinter der Elb« oder der Weichsel Deckung. Nicht einmal nach dem Maschinen» gewehrseuer sah er sich um. Und eine Schafsncrin oer Straßen» bahn zeigte stolz di« Einschlagstellen am Oberteil ihre» Wagen», die von einem Bombardement am Reichstag herrührten Sie hielt im tollsten Kugelregen stand und lief nicht davon, denn.eenen Tod kann der Mensch doch nur haben", und ein Fahrgast.meinte, .e» sei ganz gut, daß bei d«r Menschenfülle durch die Schußlöcher mal ein bißchen frische Luft rnS Wageninnere komme". Die Privatiheatrr gegen die Sozialisiernng. DaS Präsidium de? Bundes deutscher Theaterdirektoren beruft eine Prolestver» sammlung gegen die SozialisierungSpISne ein, die angeblich in der Theaterkonferenz im Ministerium de« Innern angeregt worden sind.— Wa» in dieser Konserenz wirklich Maßgehliche» erörtert worden ist, entzieht sich der öffentlichen Kenntnis. Aber«S kann ja zur Klärung nur beitragen, wenn sich die Privattheater recht. zeitig demaskieren. Da» Thema der Kommunalisierung der Theater kommt dadurch erst recht auf die Tagesordnung. Musik. Eugen d'Aldert brwgt im WohltStigkeitskonzeft, da» die Kapell« der CtaatSoper am 16. November, mittags im Uhr, im Opernhaus veranstaltet, das üls-Duv-Korizert von Beethoven und die Wandercr-Pbantasie von Schubert-LiSzt zum Vorlraq,— Im VI,» o n- z«rt des Verbände» der Freien Volksbühnen am Sonntag, den 2Z, November, spielt die Berliner Trio-Bereimgung Hahdns Trio EvXiu Nr, 5 und Brahm» Trio C-Moll opn» 10. Die Madrigalvereiniqung bring« Madrigale und Lieder Im VolkSton zu Gehör. Mciuhart M-ur vom Deutschen Theater veranstaltet am Mittwoch, de« 12 November, im Melsiersaal einen Grotesken- und Satirenobend. Der»IrSjShftge Stclsiprcis ist. durch Vermittlung des vertrauen». mann» Dr. Franz ScrvaeS, dem jungen Dichter Dietzenschmidt zuertetlt worden, Dietzenschmidt ist bisher mit einem LegendenzhkluS .König Dod" und Dramen, darunter der bereit« gespielten.«leinen Sklavin', hervorgetrelen. Hegel» Borlcinngen über dir Pbllulovtztr tzer Siefchtchte wird Georg Losion aus«rund de» bandlchristlichen Material« bei Felir Metner neu berauSeegeben, ES dal sich derausgeslrlll, dasi der?eft dieftS Haupt« weite» Hegel« durch ältere Herausgeber eint Reibe von Veillümmelunge» und Veränderimgen erlitten hat, die nun ftchtiggestelll werden. Gin« SamwrlsieUe für ZNärmrwirtschast ist vom Vekein deutscher Ingenieure gemeinsam mit der Vereinigung der Sleliiiziiäiswerke in» Leben gerusen worden und bat ihren Sitz im Hauie des yngenieurvereinS, Eommerilr,, 4*. Sie will ein Bindeglied für alle im Teuiichen Reiche de- siebenden Stellen werden, die auf dem Gebiete jparjumer Wärmewirtichas, prallisch arbeUcn. Demagogen rechts urtb fhtfs mögen schmähen und schelten. Tie Sozialdemokratie allein hat Mut und Tatkraft gezeigt. Aus ihr allein beruht die Hoffnung, daß Deutsctt- kmd nicht ein Tollhaus der Sesdstzerfleischung. sondern ein kreier, friedlicher demokratischer Staat werde, der in müh- seliger jahrzehntelanger Arbeit die vernichtenden Folgen des entsetzlichsten Krieges überwindet. Das Aeognis. Di«„Psst* hat eine Revolutionögedenkmnnmer herausgebracht, die geradezu ein Muster unverschämter Demagogie ist. Alls die Männer, die im Kriege weit, weit hinter der Front als Vater- landsparte'.ler. Ausschuh zur tafdien Niederkämpfung Englands, U-Voot'Krirgstreiber und dergleichen daS deutsche Volk inS Unglück gehetzt Heden, streue,/ dort, joder in anderen frechen Worten, die oft widerlegte Lüge aus. daS deutsche Heer habe Anfang Nv- vember 1018 stark und unerschütiert dagestanden und nur die Re- volution habe der herrlichen Armee den Dolch in den Rücken CMrieden. Nur einer, der alte Gras PosadowSky, kann es nicht über tag Herz bringen, fo, niederirächtig zu schwindeln. Von ihm steht in der Mitte der ersten Seite eine Zuichrift, d>s beginnt: .ES wäre ein: Uebertreibng, zu behaupten, dast all xr? politische, wirt'chaftliche und sittliche Elend, unter dem unser Volk leidet, eine Folge der Revolution sei. Die Ursache hiervon liegt in der seelischen, körperlichen und sittlichen Er- chöpsung de« Volke? als Folge ein.»? pierernhalbjährigen Krieges, der uns überanstrengt und unsere Widerstandsfähig- 'e-t g e l ch w ä ch t hat." Wo» ist weiter dazu zu sagen? Vosadowsky spricht aus, was tüber an« Eigenem ganz genau weih. Nur der Mut der Lügner, die gegen die klar« Wahrdcit und gegen das Zeugnis aus dem eigenen Lager die Revolution beschmutzen, ist erstaunlich. Sie sind heute ebenso frech, wie sie vor einem Jahre feige waren. Dös„Einigungsprogramm öer Eozialüemokratie� verboten. Eine Lokalkorrespondenz meldet: Me unlängst berichtet, hat die.Zentralstelle für die Emigung der Sozial oeinokrailc" ein . n i g u v g« p r og ra m m ausgestellt, das u. a. auch folgende Satz- enthielt:- „Jede Verletzung der Demokratie zur künstlichen ilnfrechicrhaliung einer bürgerlichen Minderheits- b e r r s ch a f t wird als Herausforderung oes Proletariats durch einen.t'.anipr mit allen Mrtieln zu bclämpfen seinll ->he Reichswehr ist aufzulösen und durch eine Volkswehr zii ersetzen." sErfurtcr Programm!» In diesen beiden Sätzen erblicki der Reichswehrn.inistcr eine Aufreizung zum K las senk a.m p f und eine Herabsetzung Xc bestehenden Einrichtungen. DaS.EinigungSprogramm" sollte am restrigen Sonntag in allen sozialdemokratischen und unab- häng sn Persainniiuiigen in Menge verteil! werden,>rm für die Eiiiigungistclle zu werben. Am Sonnabend abend erschienen KiXKfi si r i ni i ii 3 1 6 e a in 1< in der Geschäftsstelle der Einigungs- zentrale in der Neuen Königsstrahe, beschlagnahmten die vortKi-rden Exemplare de? PrvgrammeS und versiegelten die Pa- kete. Jnsolgedesien versiichien g.stern Mitglieder der Zentralstelle für die Einigung der Sozialdcmvkratie, vom Reichswehrminister die Freigabe der FlugbläUer zu erwirken, wurden jedoch a b- s ch l ä g i g bcschiedcn. Wir werden aus diese Angelegenheit noch zurückkommen. Ergebnis öer Werftorbeiterabstimmung. ' DaS Gesamtergebuis der Abstimmung der Wrrftirbeiter auf den deutschen Seeschiffs werften über den neuen Lohn- tarif und die Wiedereinführung der Akkirdarbeit ergab 2!) 210 Stimmen für und£>677 Stimmen gegen den Tarif. Damit hat der neue Lohntarif eine allgemeine Ablehnung er- fahren. Covfetrußlanüs Irieüensbeüingunflen. Dem Siieuve Nottcrdamfchen Eurant znfolge veröffentlicht der sozialistische Londoner„D a> l» Herald" den Text der Fri r- dcnSvorschlögr der russischen.Sowjrtregierung, die Ebers« Motonr nuS Rußland mitgebracht hat. Danach soll ein W a s s r n s> i l l st a n d aus zunächst 14 Tage abgeschlossen werden. Keine der Parteien darf ihn zum Transport von Truppen oder Kriegsmatrri'.i benutzen. Tie Vürgrr der russischen Sowjet» republik sollen freien Zugang zu den alliierten und assoziier- teu Ländern und allen den Ländern erhalten, dir aus dem Gebiet des früberen russischen Reiches entstanden sind. Sic sollen sreieu A u s e n t h a l t und Verkehr haben und Schutz genießen, solange sie sich in die inneren Angelegenheiten dieser Länder nicht ein- mischen. Tasselbe soll für die Untertanen dieser Länder Ruß. land gegenüber gelten. Die Sowjetregierungen erkennen die finanziellen Ber- pflichtungen des früheren russischen Reiches gegenüber den fremden Ländern an, dir den Friedensvertrag unterzeichnen. Tst Friedenskonferenz soll in einem neutralen Lande stattfinde». Tie russische Somjeiregierung erklärt sich zur Annahme«er von ihr aufgestellten Porschläge bereit, wenn diese von den Alliierten bis zum 15. November anerkannt werde». Ein öeut�ch-polnifches Uebereinkommen. Zwischen den deutschen un-d polnischen Tele- 0 i e r t e n wurde c>m 9. November vormittags ein U e b e r- einkommen über die vorläufige Belassung der in den Abtretungsgebieten tätigen deutschen Beamten in ihrer bisherigen Amtstätigkeit abgeschlossen. Beim Abschluß dieses Uebereinkonimens wurde zwischen den beiderseitigen Telegierten eine entspreckfende Verorn- barung getroffen, die zu der Erwartung berechtigt, daß in kurzer Fr st die deutsch- polnischen Verhandlun- gen zu einem positiven Ergebnis führen werden. Diese Nachricht wird zweifellos mit besonderer Genug- tuung in allen Kreisen aufgenonunvn werden, die von der Nützlichke t der Einleihrng guter Beziehungen zwischen beiden Nachbarstaaten überzeugt sind. Ein Appell an öle Mächte. Nach Eintreffen der Nachricht über die Verschärfung der Wiener Kohlen- und Hungerkatastrophe rich- tete die österreichische Vertretung in Paris rnen drin- genden Appell an die Mächte zu Händen ihrer Vertreter im Wiedergiitniachllngsaiisfcksiiß. Die betreffenden Noten sind an den Präsidenten des Obersten Rates, an den Präsidenten des WiodergutinachimgsauSschusses, den franzö- fischen Minister L o u ch e u r und an die amerikanischen, eng- tischen und italienischen Vertreter ergangen. Es wurte nach- drück! ch um Hilfe gegen Kälte und Hungerelend gebeten und auf die schweren Gefahren Hinaewiesen, denen die Leben smöglichkeit eines tüchtigen Volkes und der so- «iate Friede ausgesetzt sind. Groß-JkrtlA hunöekLlte. Das ist richtig: keine Koblen. Wenig Licht und dünne Sohlen. Und dann dieses Tckiveincwetter— Es wird nett und immer netter. Also spricht der Monarchiste: „Seht, da habt ihr schon die Kiste. Sabs bei Wilbelmus. den Zweiten, Zahre. die so früh verschneiten?" Und der Linkcstradikale Macht den Finger zum Fanale: „Würden wir d'e Karre ziehen, Täten ietzt die Zwetschken blühen 1" _' Paulchen. Sprechzeiten der juristischen Sprechstunde: Montag. Mittwoch und Freitag 2— 5 Uhr; Dienstag und Donnerstag 3— 6 Uhr; Sonnabend 3—5 Uhr. Die wahren und die falsche« Fsreuude der Jugend. Mit diesem Thema hatte der..Verein Arbeiterjugend Groh-Verlin" ein« öffenMcke Juaendversammlung nach den „Germar. iasälcn" einberufen. Schon kurz nach 6 Uhr strömten die Jugendlichen in großen Scharen herbei und zu Bcainn der Vcrsvmmlum, war der Saal von über 2000 Jugendlichen besetzt. Der Referent, Genosse Franz Krüger, schilderte in seinem Referat, wie katholisch: und christs'ch? Jüngking»- und Jungfrauenvereine die Jugend mit Beten und Posannen blasen er. ziehen wollten und wie sie nichts taten, um die w i r i s ch a f t l i ch e und geistige Lage der arbeitenden Jugend zu heben. Als der Referent davon sprach, daß die Jugend vor allem lernen solle und zum politischen Denke» er- zogen werden müsse, ertünre» die ersten Zwischenrufe der lintSradikalen Gegner. Die Zwischenrufe nabme» schließlich so überhand, drst G.mofle Krüge? die»Freien" auffor- der» mußte, nicht bei jedem Satz ihre Anwesenheit zu bekunden. Unter dem allgemeineii Brisall rechnete der Referent dann mit den Machenschaften des deutichnationalen Jugend- bunde? ab An zahlreichen Velspielen zeigte er, wie der deutsch. nationale Jugendbund die Jugend aufhetzen will zu neuem Morden, wie er den Pölkeichaß predigt und wie die Jugend gegen Revolution und Sozialdemokratie auf- gehetzt werbe,, so». Während drnn Genosie Krüger die Spaltung der.Freien Jug:nd" in drei Gruppen beleuchtete, erschien die Generalversammlung der„Freien Jugend" im Saal. Man hatte anscheinend die eigene Generalvrranimlung nicht für wichtig genug gebolien oder kalte sie nach unserer Versammlung verlegt. Ein Zeichen, welche Tedentung uns von den„Freien" beigelegt wirb. Es kam dann auch b:i der Abrechnung mit der„Freien Jugend" zu st ü r m i s ch e n 2 Armszenen. Doch gelang es den„Freien" nicht, die Versammlung zu sprengen. Durch das energische Einschreiten unserer Anbänger konnte d>c Ruhe soweit wieder hergestellt werden, das», der Genoss: Kröger sein Referat unter ftürmifchem Jubel beenden konnte. In der Diskussion versuchten die„Freie soz. Jugend", dt: neue freie soz. Proletarierjugend und auch die Anarchisten ihre Met- nung de? Juaend beizubringen. Sie landen aber nur den Bei. fall ihrer„Generalversammlung". Komisch wirkte es. dag man dem V- A.-J. G.-B. vorwirft, daß er staatlich anerkannt sei, wäh- rend man dem Minister Harnisch winselnd Briefe um Bewilligung von Geld schreibt. Nachdem ein Schlutz- antrag angenommen wurde, versuchte man, den Antragsteller tat- lich anzugreifen und die Bühne zu. stürmen. Durch den anhaltenden Lärm der Linksradikalen war es dem Genoffen Krüger nicht möglich, zum Schlustwort zu kommen. Unter don- nernden Hack, rufen auf den Verein Arbeiterjugend Grob-Berlin wurde die Versammlung geschloffen. Es erfolgten zahlreiche neue BeitnitScrslärungen. Jugendfreunde, Arbeitereltern, erkennt die wahren und falschen Freund? der Jugend. Hin- ein in den Verein Arbeiterjugend Grotz-Berlin. DaS neue Sv.Psennigftück. Seit einigen Tagen ist das erste Geldstück der Deut- schen Republik im» Umlauf. Das neue bO.Psennia-Sfück ist seit Jahrhunderten die erste deutsche Münze, die ahn? Adler und Wavpenbild erscheint. In der Form gleicht es dem alten Nickel- Zwanzigpfennigstück. Es zeigt aus der Voiderfeite ein« große 50 und darunter in einem Querbalken in deutscher Fraktur das Wort Pfennig. Heber dem Balken umrahmt die Inschrift„Deutsches Reick" die Zahb Unter dem Wort Pfennig steht die Jahreszahl t91L. Die Rückseite zeigt die stilisierte Wiedergabe einer Achren. garbe in Flachrelief, die rnier durch die zweizeilige Inschrift„Eich regen bringt Gegen" durchschnitten wird. Dies Geldstück, da» da« Münzzeichen A trägt(Staatliche Münze Berlin), ist aus einem leichten, sich fettig anfühlenden weifen Metall geprägt. Der Rand ist eingekerbt wie bei den silbernen X-Mark-Stücken. Raubiibrrsall ans eine Greisin. In ihrem Ladengeschäft über- sallen. geknebelt, pefeffelt und beraubt wurde gestern moraen we ob Jahre alte Zigarrcnhöndlerin Marie Krüger aus der Rüaener Straffe 11. Als Kunden sie gestern vormittag aufsuchen wallten, fanden sie die Händlerin ohnmächtig in eine verschnürt: Decke ge- hüllt auf dem Fuffboden liegen. Die alte Frau, die bald die Besinnung wiedererlangte, konnte angeben, baff sie von zwei unüe- kannten Männern überfallen und beraubt worden sei. Gasvergiftung eines sunge» Ehepaares. In der Manftein- straffe 2 wobnte der 20 Jahre alte Bankbeamte Mariin Gottschlag. mit seiner 24 Jahre alien Ehefrau Johanna. Am gestrigen Sonn- tag vormittag lieh sich das Ehepaar nicht sehen. Als eine Nach- barin sie besuchen wollte und keinen Einlaff fand, öffnete man dtt Wohnung. Die jungen Eheleute- lagen in dem mit Gas angefüllten Schlafzimmer tot im Bett. Ein Hahn der Gaslampe stand auf. Ob ein Unglücksfall oder ein Selbstmord vorsiegt, bedarf noch der Aufklärung. Seine Silberhochzeit begeht heute ein imnitten her politischen Bewegung stehendes Estwaar, unser Gen off: August Schmitz und seine wackere Kameradin, d'e Genossin Anna Schmitz. In de? schwierigsten Zeit übernahm Genosie Schmitz, ein tüchtig:? Funktionär seiner Berufsorganisation, den Posten de» Abteilung». führers unserer politischen Organisation. Mit regstem Eifer hat er eS verstanden,.seine" Abteilung so auszubauen, daff.alle» klappt". Sein« Gattin ist durch daZ Vertrauen unserer Parteigenossinnen in den Bezirksvorstand als Vertreterin der Frauen delegiert worden und übt seit der Neuwahl der Stadtverordneten- Versammlung das Amt einer Stadtverordneten aus. Mit den Parteigenossen entoieien wir den beiden unsere« herzlichsten Gruff. Möge dem Jubelpaare, das n» emsiger auf- opferungsvollster Weis« sich für die Interessen de» Proletariat» müht, noch eine lange erfolgreiche Tätigkeit beschieden sein. Grosz-Berliner?ebe»Smittel« Rrfnlckcitvoet. Aus den Novemberabschni« der ki inderkarten gelangen ad U. Aooemder jur Ausgabe: Kalte A; 1 Pfund Gersten inehl. 3 Patere Sek», 2 Pakete Zwiebach, 2 Pakr. RUchsüpsvctsc: Aarte K: V4 Psund Gerstenmehl. 1 de fleks. 3 Paleic Milchsilhspetse; Roiu 0: 14 Psund vterstenineiil. 2 tie Zwicbach, 3 Pakete Wilc�lißspeise. Für Jugend. liche: 2 Pakeie ll'ttlchsü&spelse und 1 Dose V!aize;irakl, soweit Borrat. Die Berkaussficllcn geben bekannt, welche Karten beliefert werden. Aus Feld 7 der Aeinichcndorser AuSweitkarte wird, soweit Vorrat, 1 D�se Leberwurst a 4M m. tn den amtlichen vertausSflellen ausgegeben: ans Feld ß, soweit Borrat, für Familien mit 3 Kindern und mehr 1 Pak«» Bleichsoda(SV Ps).— In der Abteilung für Bekleidung und Schuh. waren des WirlschaslsamiS in dem ehemaligen Stablwerk Äecker. Floticn- straffe SS, findet der Verkauf täglich, und zwar Montag, Dienstag, Mit- woch und DonucrStag von S Uhr vormittag» vis 3 Uhr nachmittags, Freitag und Sonnabend von S Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags sta«. Trnpklhos. Verkauf vor. 150 Gramm Graupenmehl(18 Pf.) aus Abschnitt 89, 130 Granu» Graupen(14 Pf) aus Abschnitt 93, 150 Gramm Suppen(29 Pst) aus Abschnitt 95 der ssreislaite des Luiscs Teltow. Für Kinder>u> 3. u. 4. Lebenssahrc aus Rovember-Klndervoklmilchkarte« Dl u. B II: 500 Gramm Flocken, 500 Gramm Gricff Zur Anmeldung gelangen: i« 250 Gramm MaiZsabrikate auf Abschnitte 98 u. 99 der Kreis- karte. Aus Abschnitt 1 20 der Sinsuhrzusatzkartc: 125 Gramm ausländisches Weizenmehl. Tie übrigen aus Abschnitt 1, 20 angemeldeten 125 Gramm werden, da Licsernligen an ausländischem Weizenmehl nicht mehr erfolgen, gelegentlich einer der nächste» BertcUuuge« in Getreidemehl(sogen Cercaimchl) nachgeliesert. BvhnSd-irs. Aus Abschnitt F 18 der Einsuhrztisatzkartc 1 Pfund braun« Suppen ll 05 M>, Abschnitt Ii 20 1 Psund MaiSfavrikate(2.90 M.) und aus Abschnitt 96 der KreislebensmitteNart«'6 Pfnnd Sraupenmeh- (30 Pf). Anmeldungen bis einschl. Mittwoch. Warenausgabe von« Freitag ob. Sickterselde. Bis 15. November SSO Gramm Knnsthoirig aus Nr fls der Lebcnsmittelkarie, zusammen 500 Gramm ausländische MaiSproduktr. aus die Nr. SS u. 99 125 Gramm Reis aus Nr. 100, 200 Gramm ReiS aus Nr. 45 du jugciidiiche» Kar«. GrofftSerliner Parteinachrichten. 37. Abi. Miigliederversammlung DIensiag, 7 Uhr,.SrtnShos'. Pcrlcberxer Str. 26, Vortrag des Gen. Haediae:„Die Arbeitsschule�, „Voctvärts'-Leser als, Gäste willlommen. 33.«dt. Dienstag, 714 Uhr, Funkiionärsttzung toi„Swinemimder veretnShous', Swtnenmnder Str. 53. Wetterbericht bis Dienstag mittag: Im östlichen Küstenaebiet zeitweise aufklarend und ziemlich strenaer, in den anderen Gegen- den mäffiger Frost, überwiegend bewölkt mit. weitverbreiteten, an- fangs noch ziemlich starken, später nachlassenden Schneefällen. GnverkschllflsbewMng Au�einandcrsetzunste» bei den Eisenbahnern. Die OrlSv-rwaliung Berlin des Deuiscken Eiscnl>ahner-Ber° llrande? hielt am Sonnlag eine aufferordentliche Generalversamm- lung ab. Ter erst« Bevollmächtigie Schulz erstattete den Tätiz- keiisbcricht sür die letzten drei Ouartale. Der Redner verwies auf da? auffervrdentl'che Wachstum der Organisation. Nicht nur unter den Arbeitern, sondern uuch unter den Beamten hat der Per- band seine W'rbearbeit mit Eriolg ausgrübt. Die Mitgliederzahl ist von 0000 aus 25 430 angewachsen. Der nach der Revolution eiitstand«ne.n lebhafte» Bewegung gelang eS, die Akkordarbeii zu beseitigen. Der Redner warf einen Rückblick aus die SlreikS, an denen die Eipnbobner im Januar und März beteiligt waren.— Nach dem Grundsatz, daff es auf die Gewinnung der Jugend an- kommt, hat der Verbarw ein Jugeirdblalt herausgegeben und ein Jugendheim gesckiaifen. welches nächstens eröffnet wird. Der Red- ner erklärte sich mit Entschiedenheit gegen die BetrreüSorganisation und die svndikolistisch kommunistischen Treibereien unter den Ge- werkschaftsmitgliedern. Rur die Zentralorganisativn könne die Interessen der Arbeiter mit Erfolg vertreten. Die Be- triebSorganisation sei zu bekämpfe«. In der Diskussion trinsierle Haufschild die OrtSverwal- tung wegen ihrer unklaren Haltung in dem wilden Streck im Juli. Man habe nicht gcwufft, ob die OrtSvenvaltung für oder gegen den statutenwidrigen Streik gewesen sei. Eine gröffere Disziplinlosigkeit wte beim Julistreik sei noch nie dage- Wesen. Schulz verstehe es, hie Mitglieder zur r e» o l u t i o- nären Siedehitzc zu eutflammen, aber er sei nicht imstande gewesen, gegen Disziplinlosigkeit anzukämpfen. Durch den Juli- streik und seine Folgen habe der Verband mehr Mitglieder verloren als im Bericht zum Ausdruck gekommen s e i. Schulz habe im Verband meistens politisch agitiert. Dadurch sei dt: gewerkschaftliche Einheit der Mitglieder gestört worden. Der Redner legte energisch Verwahrung dagegen ein, daff die S.P.D. Mitglieder in der letzten Funklionärsitzung der Ortsvcrwaltung nach dein Bericht der„Freiheir" als Gelbe bezeichnet worden seien. Wenn die„Freiheit"-einen Bericht über die Funktionärsitzung bringen konnte, dann hätte man auch dem„Bor- wärti" Gelegenheit geben müssen, darüber zu berichten. Die der S.P.D. angchröcnden Mitglieder verlangen für sich dasselbe Recht wie die Mitglieder der anderen Partririchtnng.(Lebhafter Beifall.) Hoch polemisiert« lebhaft gegen den Vorredner und gegen die Politik der MehrheitSsoziaiisten.—Auch im weiteven Bcrlauf der Debatte kamen vorwiegend die vrlitifchen Gegensätze zum Ausdruck. Tie wurden mit groffer Lebhaftigkeit, aber im allgemeinen sachlich verfochten. Im Schluffwvrt verwahr:« sich Schulz gegen den Vorwurf, in der Gewerkschaft P a r t e i p o l i I i k z» treiben. Er treibe nur A r b c i t e r p o l i t i k. Auch in der Versammlung, die den Juli- streik be schloff, habe er aiiZdücklrch betont, daff die Vcrscrmmluna kein Recht habe, den Geireralstveik zu proklamieren. Er stehe aus dem Stardpunkt, daff sich die Tätigkeit des Verbandes hauptsächlich auf Verbesserung der Lebenslage der Kollegen durch Abschluff von Tarifverträgen zu erstrecken habe. Auch da? sei ein Mittel, den Kapitalismus zu bekämpfen. Syndikalistische Aktionen seien sür die Eisenbahner nicht am Platze, denn sie würden sich dadurch zu Tode aktionieren.(Lebhafter Beifall.) Nachdem der Kassenbericht gegeben war, erfolgte die Neuwahl der Ortsverwasiung. Durch Händaufheben wurden der erste Be. vollmächtigte Schulz und der zweite Bevollmächtigte Knebel mit groffer Mehrheit wiedergewählt. Ein Vertreter der radikalen Nichtilng protestferte gegen das Wahlergebnis. Er verlangte noch- malige Wahl durch Stimmzettel, in der- Erwartung, daff dann Knebel als erster Bcoollwächtigter gewählt werde.— Nach lebhafter Debatte entschied d:e Versammlung, daß eS bei der vollzogene« Wahl bleibt. Dann wurden noch in den Vorstand gewählt: P i e t s ch als erster. P a u l i tz als«veiter Kassierer und Kaiser als Schriftführer. Wie die„Freiheit" schtvindelr. Au unserer Notiz unter dem Titel„Auch Gewerkschastsfunktio- näre' in drr Morgenausgabe vom S. November erhalten wir vom Deutschen Eisenbahnerverband folgende Zuschrift: Sie zitieren unter anderem den Satz aus der„Fresheit" vom 7. November: „Der Augenblick der Abstimmung sei der schwerste ihre« Lebens gewesen, aber mit Rücksicht auf die Sabot-»ge der Recht»- sozialisten, die sich immer wohler in.der Rolle der Ge'hen ge. fielen, und in Rnbetrackst der Tatsache, daff durch die Kohlen- und Kartoffeltransporte die Aibeit der Eisenbahner als„lebens- wichtig" gelten würde, hätten sie nicht anders stimmen können." Wir bemerken hierzu, daff der verichterstotter der„Freiheit" nicht objektiv den Ausführungen der drei Berichterstatter Linke. Knebel und W. Schulz gefolgt ist. K e i n« r der drei genau n. ten Funktionärs des D. E. B. Haien den Rechtisozia» listen Sabotage vorgeworfen. In ihrem Bericht«nt- hielten sie sich jeder Polemik gegen die S. P. D. Im übrigen war für den eventuellen Eintritt der Eisenbahner in den Generalstreik der Wille der Mehrzahl unserer Mitglieder ausschlaggebend. Wir sind eS gewöhnt, daß die..Freiheit"' unseren Anhän. gern gegenüber ihrer dichterischen Phantasie vollauf die Zügel schiehen lästt. Wir konnten natürlich nicht annehmen, daß sie auch den ihr Nahestehenden Ausführungen in den Mund legt, die sich dann als glatter Schwindel herausstellen. Natürlich fallen bei dieser Sachlage auch unsere an das.Freiheir-Zitat geknüpften Schlußsolgerungen._ Zur Tarifbcwegunsi der Magistrats-Hilfskräste aS alles, wenn man beoenkt, daß die größere Zahl der Angestellt-n der Branche in Gruppe I des Tarifes käme, für die ein Grundgehalt von 328 M. festgesetzt ist und eine Anrechnung von fünf zurückgelegten Berufsjahren, ab dem 21., mit je 28 M. erfolgen soll. Da will man gerade diese Gruppe um 33 M. reduzieren. Aber nchit genug damit! Man will ferner die im Schiedsspruch vorgesehene rocht bescheidene Wirtschaftsbelhilfe von 200 M. bis 800 M. auch noch um 100 M. bis 200 M. mindern. In einer Versammlung der Angestellte« der Tapksseriebranche gelangte einmütig eine Resolution zur Annahme, in der sich dre Anwesenden verpflichten, alle gewerkschaftlichen Machtmittel zu be- nutzen, um zu ihrem Recht zu kommen.— Die nächsten Tage dürs« ten nun die Entscheidung' bringen, ob die Arbeitgeber in letzter Stunde sich nicht doch noch eines Besseren besinnen und dem Schieosspruch zustimmen werden, oder aber ob sie den Angestellten den Kampf aufzuzwingen gedenken. Für diesen Fall: Die Anoe- stellten sind gewappnet. Bergmann-Werle, Rosenthal. Montag früh 10 Uhr Betriebsversamm- lung bei Bohne für die Nr. 1 bis 1300, anschließend daran Auszahlung der Streikunterstützung; mittag« 12 Uhr Bettiebsversammlung bei Feind für die Nr. 1S01 bis 3000, anschließend daran Auszahlung der Strettunter- stützung. Firma Aron, Charlottenburg. Montag, den 10. November, vor- mittags II Uhr im Vollshaus, Rosinenstr. 8. Abstimmung über Wieder- ausnahm« der Arbeit. Osram-kZerk. Montag S Uhr vormittags Betriebsversammlung für Kollegen mit Stempelkarten Rr 1 bis 2800 bei Wandslick, Treptower Park 27; für Kollegen mit Stcmpelkattennummer über 2500 und nicht im Melallarbeiterveiband Organisierte um 12 Uhr Betriebsversammlung im selben Lokal. Vertrauensleute um S.30 Uhr im Lokal anwesend sein. Siemen« u. HalSke, Blockwerl. Montag mittag 1 Uhr Bctricbsver- sammlung im Stadtpark Jungfernheide. Erscheinen aller ist Pflicht. Wichtig« Tagesordnung. Zcnttalvcrband der Angestellten. Fachgruppe 18, Sektionen du.« (Chemische Industrie u. Großhandel): Dienstag, den 11. November, abends'AS Uhr. im.Rosenihaler Hos", Nosenthaler Str. 11/12(großer Saal), Fachgrüppensitzung der Obleute und Bctricbsvcrtrauensleute. Deutscher Porticrvrrband. Dienstag, den 11. November, abends 7 Uhr, im„Kimigsiadt-Kasino", Holzmarltstr. 72, wichtige Versammlung aller in Fabrik, Geschäfts- und Jndustriehäusern beschäftigten Portiers, Fabrstnhlfnbrer und Heizer. Verantw. kür ben redaktion. Teil: Alfred Scholz, Neukölln: für Anzeigen: Theodor Glocke, Berlin. Verlag: Vorwärto-Vertag<6. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts- Buchdruckerei und Berlagsonstalt Paul Singer u. To. in Berlin. Lindenstr. S. � jj* 4 FJ&tr Kopf- und Haarwasser Pfeifferol, gegen Ungeziefer, für Kinder. Fiaicke 1.78 u. 2.78 M. Parasitcn-Liniment Pfeifferol, gegen Ungeziefer, Flasche 1.7» lt. 2.78 M. illlO Trtcrcsolpuder Pfeifferol. gegen Flöhe. Do» 1.28 M. Kinderpuder Pfeifferol, bestes Elnstreumittel, für Kinder, Dose 7V Pf. und 1,28 M. M knapp. Unsere dadurch b-dingt« Unterernährung durch physiologisches NShrsalz IRSfl und Schinnen, ein ideale« Haar. .Pfeifsero l zu beseltigen, t,t Pflicht �gen uns und unsere K.nder. Pfeifferol ist eine i||%9 Pflegemittel. Flasche 2,30 M. 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