Nr.s83.36.Ia!zrg. Bezugspreis t vierteljährl. 10�0 ML, monatl S JSß Mi. fwi ata Saus,»orous zahlbar. Pa?l- bszug Monatlich 3>!i0 MI» exkl-Fu- sttllunzagebühr. Unter Zkreuzdand für D-utichland und Oesterreich- Unzarn K,7ö Mt» für das übrige Ausland U).75'SIL, bei tag iich eininaL Zustellung b.7z ML Postbestellungen nehtnen an Dänemart, Solland, Lurembnrg, Schweden II. die Schweiz. Eingetragen in die Po't-Zeilungs-Preisliste. Der»Vorwärts" mit der Sonntag«-. deiiage»Boll u. Zeil" erscheint wochen- tägllch zweimaL Sonntag« eimnaL Deleg rom m»A dreff«: »Zozialdeniotral Berlin". Morgen Ausgabe. Berliner Dolksblatt ( 15 Pfennig) DnzeigeupreiS t S?» achtgefpaltcne Nonvareillezell» lostet IchQ M., Tenerungazus chlag S0°/» �Ulein« Ünzeigen", das seit- gedruckte Wort 75 Pfg.(zulässig zwei seilged ruckte Worte>, sede« weiter« Wort Sll Pfg. Stellengesuche und Schlasstellenairzeigen. das erste Wort 65 Psg» jedes weitere Wort 40 Pfg. Worte Über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teucrungszuschlag 50»/,. Familien• Anzeigen, politische und gewertschastliche Vereins- Anzeigen 1,60 ML die Zeile. Asizeigen für die nächst« Numuier müssen bis s Ahr nachntiitags im Sauptgeschäst, Berlm EW KS, Llndennrasie 3, abgegeben werden. Seoffnet von S Uhr srüh bi» 5 Uhr abend». Zentralorgan der fozlaldemokratifcben parte» Deutfchlands Ueüaktion und Expedition: EW. öS, Lindenstr. Z. ieernivre-hrr- Amt tviorinvian, Nr. t.~»I i»0— t5l 97. Freitag, den 14. November 1919. vorwärts-verlag G.m.b. h., EW. öS» Lindenstr.Z. Ferufprrcher: Amt Moritipla«, Nr. ll7t»Z—»t. Wie mrü Frankreich wählen! Wahlgesetz rnö Wahlaussichten. Am 16. November wird vor der W a h l u r n e der männliche Teil der französischen Bevölkerung sein Verdikt über den Krieg und den abgeschlossenen Frieden, über die Po- litik. die vor dem Kriege und während des Krieges gemacht wurde, abgeben. Wie es auch ausfallen mag, es wird sicher nicht ohne internationale Rück- und Zkackswirkung sein, ganz abgesehen von seiner inncrpolitischen Bedeutung. Das poli- tisch bewegliche Frankreich ist durch den Krieg und seinen Aus- gang der Zentralpunkt der internationalen Politik geworden. Sein imperialistisckies Gehenlassen hat nicht unwesentlich die Gestaltung des Gewaltfriedens von Versailles beeinflußt und die blutige Krise verlängert, die durch den hinterhältigen Krieg gegen Rußland Europa nicht gesunden lassen will. Von der Entscheidung Frankreichs häng't es also ab, ob der Gesundungsprozeß beschleunigt oder auf lange Zeit un- möglich geniacht wird. Die Situation und die Wahlparole sind drüben so einfach und klar, wie man sie sich bei einem solchen Kampf nur wünschen kann. Die bürgerlichen Parteien haben sich in einen nationalistisch-reaktionären Brei aufgelöst, wozu da� neue Wahlgesetz auch beiträgt. Die bürgerlichen Politiker von Charakter und Weitblick sind verschwunden oder in eine so hoffnungslose Minderheit gedrängt, daß sie aufgehört haben, als Machtfaktoren im Wahlkampfe zu zählen. P a i n l e v 6 muß sich mit einer unvollständigen Minderheitsliste des linken Seincufers von Poris begnügen, auf der auch— eine Säule der einst so stolzen, jetzt in den Sumpf des Ordnungsbreis verschwundenen radikalen Partei Ferdinand Buisson unterkriechen mußte. C a i l l a u x ist von einer Kandidatur zurückgetreten, nachdem die Aufrechterholtnng seiner Untersuchungshast die Beteiligung am Wahlkampf nicht möglich macht. Wo sind sie noch, die politischen Koryphäen Frankreichs, die große Redner, weil sie große Staatsmänner waren? Sie sind längst im Senat zur Ruhe gegangen, haben sich hinaus- geflüchtet aus der„stagnierenden Sumpflache*— das Wort ist von Briand— ihres Wahlkreises. Selbst B r i a n d. der nur ein geschickte? Parlamentsredner ist und sich während der letzten Zeit erfolglos als Führer der Opposition versuchte, ist auf der Suche nach einem politischen Asyl. Vergebens sucht man unter den bürgerlichen Politikern nach politischen Cha- rakterköpfen. nach weitblickenden Politikern. Sie sind alle er- trunken in der nationalistischen Woge. Abel F e r r y ist gefallen, A c c a m b r a y ist nie über eine eigen- sinnige, rein militärische Opposition hinausgekommen, Andrs Tardieu begnügt sich mit Geld und Aemtern. Das sind die Jungen. Und die Wen, die Dupuy, DeclassS. Millerand. THomsoV Barrds) Leygues— ihnen allen ist der Burgfrieden des Krieges verhängnisvoll geworden. Sie mußten aus Patriotismus schweigen und hörten auf zu sein. Deschanel präsidiert nur noch und hält Nachrufe. Diese verheerende Wirkung deS Krieges hat alle franzö- sischen Parteien in Mitleidenschaft gezogen. Auch die s o z i a- l i st i s ch e Partei ist von ihr nicht verschont geblieben. I a u r d s fiel als erstes Kriegsopfer und konnte nicht wieder ersetzt werden. Albert Thomas, sein talentvoller Schüler. mng ganz auf in den patriotischen Pflichten, die die sozia- »istische Partei zu Beginn des Krieges übernommen hatte. V a> l l a n t starb. S e m b a t wurde Minister, und wenn er sich auch rechtzeitig auf eine Mittellinie der Partei zurück- zuziehen wußte, so hat er sich doch von seiner Ministerschast noch nicht erholt. R e n a u d e l. dem sein kräftiges Organ und seine Stellung als Verwaltnngsadjutant Jaurds an der „Humanitä* einen Ruf verschaffi hatte, konnte sich trotz seiner normannischen Abkunft nicht ganz halten. Den Jungen in der Partei. denLafont. Cachin, Moutet und selbst L o n- guet fehlt es an der Autorität, die sich nur in jahrzehnte- langer, allen sichlbarcr Tätigkeit erwirken läßt. Je näher der Termin heranrückte an dem die Abgeord- neten sich den Wählern wieder stellen mußten, weil zu einer weiteren Verlängerung der Legislaturperiöde kein triftiger Grund mehr vorlag, desto eistiger waren die bürgerlichen Ab- geordneten bemüht, ihre Wiederwahl zu sichern. Zu dieseni Zwecke wurde die Wahlreform, unter deren Zeichen Herr Poincar� vor sieben Jahren zum Präsidenten gewählt worden ist, wieder ausgegraben. Die Wahlrcform. das heißt die Verhältniswahl. Was schließlich als Gesetz zu- stände kam, ist in Wirklichkeit eine Karrikatur der Ver- hältniswahl. Die Frauen bleiben von den Wahlen a u s g e- schlössen. Entfällt auf eine Liste die Mehrheit der abgegebenen Stimmen— sagen wir 50 001 von 100000 Stimmen—, dann sind sämtliche Kandidaten dieser Liste— Erst Lebensmittel- unö Kohlentransporte! Der Reichsverkehrsminister hat eine Servrbnnng erltissen, die für die B ia«e«schiff ah rt von einschneidender Bede«- tung ist. In dieser Verordnung wird festgesetzt, daß alle in deutschen Ge- wässern beheimateten Binnenfahrzeuge bis auf weitere? lediglich für de» Transport von Lebensmitteln und Kohlen benutzt werden dürfen. Ausnahmen sind nur mit Genehmigung der SchiffahrtSabtcilung zulässig. Feracr sieht dir Berordaung eine Meldepflicht der Besitzer und Schiffer der Binnenfahrzeuge bei noch zu bestimmendeu Beauftragten vor. Der Beauftragte kauu eine Umleitung der Trausporte verfüge«. Die Verordnung tritt sofort in Kraft. Um das GenehmigungS- verfahren jedoch so einfach wie möglich zu gestalten, erteilt die Schiffahrtsabteilung durch öffentliche Mitteilung und Rundschreibr« an die von ihr gebildeten Frackitausschüsse und Bctricbsvcrbände vorläufig die Genehmigung zur Benutzung der Fahrzeuge im all- gemeinen. Die Stelle«, bei denen die Besitzer und Schiffer sich zu melden haben und deren Umlcitungsvcrfügungen sie nachkomme« müssen, werde« von der Schiffahrtsabteilung bestimmt. Diese Anordnungen erfolgen, um die Versorgung der Bevölkerung mit Winterbrand und Lebensmitteln sowie der lebenswichtigen Betriebe mit Brennstoffen durchzuführe». Sämtliche Ber. kehrsmittel müsse« heute für diese dringenden TrauSporte zur Verfügung gestellt werde«._ Strömungen gegen öen Völkerbund. Amtlich wird mitgeteilt: Aus der Schweiz eingehende Räch« richten besagen, daß dort eine Werbearbeit in dem Sinne bemerkbar ist, die Schweiz vom Eintritt in den Völkerbund abzuhalte». Auch tritt die Behauptung auf. daß diese dem Völkerbund entgegenarbeitende Propaganda von deutscher Seite gefördert werde. Die deutsche Regierung legt Wert darauf, zu erklären, daß sie jeder Bewegung fern stehe, welche den Eintritt der Schweiz in den Völkerbund zu verhindern sucht. Die deutsche Regierung steht nach wie vor aus dem Standpunkt, daß der Ausbau des Völkerbundes durch den Beitritt der ihm zur Zeit noch nicht angehörenden Regierungen gefordert werden muß. vorausgesetzt, jeder einzelne Kandidat erhält die Mehrheit der abgegebenen Stimmen— gewählt. Ae übrigen 49 999 Wähler gehen völlig leer aus. Die Minderheiten werden berücksichtigt nur soweit keine Liste oder keine Kandidaten die absolute Stimmenmehrheit erhalten. In diesem Falle erhält jede Liste so viele Mandate, als die auf sie entfallene Stimmenzahl den Quotienten ent- hält. Aber auch dann werden die starken Parteien— oder vielmehr die größeren Stimmenzahlen— unverhältnismäßig begünstigt. Sind z. B. 100 000 Stimmen abgegeben und 5 Abgeordnete zu wählen, so beträgt der Quotient 20 000 Stimmen. Erhält nun Liste A 40 1000 Stimmen, Liste B 19 900, Liste C 18 000 und Liste D 12 000, so erhält zunächst Liste A zwei Mandate. Sie erhält aberauchdieübri- gen drei Mandate, weil nach dem Wahlgesetz nach der Aufteilung durch den Quotienten nicht d i e Listen die ver- bleibenden Mandate bekommen, die die stärksten Restzahlen aufweisen, sondern die. welche die stärksten Durch- schnitt Kzahlen aufweisen. Es kann also der Fall ein- treten, daß eine Minderheit die Gesamtheit der Mandate erhält. Das ist die französische Verhältniswahl! Zweck und Resultat dieser..Wahlreform* liegt auf der Hand. Es handelt sich um weiter nichts, als um eine gegen- seitige Versicherung der ausscheidenden Ab- geordnetengegendenDurchfall. Esistdie blasse Furcht vor dem„P o i l» t a r i a t*— ein Wort, das in Anlehnung an das Wort Proletariat geschmiedet wurde und worunter die Gesamtheit der Frontsoldaten, der P o i l u s (zii deutsch die Behaarten, d. h. die Unrasierten) verstanden wird. Den Neuön, den Minoritäten, der Opposition, soll der Weg zum Parlament möglichst verrammelt werden. Zu diesem Zweck wurde unter der Fuchtel von Clemenceau der '.nationale Block* gebildet, das heißt, alle bürgerlichen Parteien— soweit von Parteien überhaupt gesprochen wer- den kann— Hilden gemeinsame Listen. Die sozialistische Partei allein hat jedes Zusammengehen mit den andern Parteien abgelehnt. Die Tatsachen haben eine eigenartige Situation ge- schaffen, die die reinste politische Scheidung mit der größten Konfusion verbindet, aus der wieder die vollständige U n- sicherheit über den Ausfall der Wahlen resul- tiert. Auf der einen Seite die sozialistische Partei, auf der andern Seite eine unorganisierte Herde bürgerlicher Poll- tiker, ohne klaren Blick für die wirtschaftlichen Notwendigkeiten, ohne ein festgefügtes politisches Programm, nur von dem einen„Gedanken* beherrscht— den Geldbeutel in Sicherheit zu bringen. In dieser Zerfahrenheit, die sie alle zusammenbringt, wie eine Schafherde, die das Ungewilter fürchtet, ist es mög- lich, daß der nationalistische Literat B a r rd s, der zum lnte- gralen Nationalismus bekehrte Antipatriot H e r v 6, der Allerweltsadvokat Millerand, zu Führern der Bourgeoisie sich aufschwingen können. In der mehr prüden und traditionalistischen Prdvinz ist es nicht ganz so arg wie in Paris, wohin aus der Provinz der nimmer sich leerende Menschenstrom ergießt, um den Ge- schäften, der Kunst, der Wissenschaft, dem Vergnügen oder der Politik nachzugehen, jeder um sein Glück zu machen, wo es nur entwurzelte Glücksjäger gibt. Man ist da weder in der Wahl der Mittel noch der Freunde sehr heikel, schwört auf alles und glaubt an nichts. Es gibt in Paris nur zwei politisch traditionelle Kräfte: die Presse und die Ar- b e i t e r. Nun ist es ohne weiteres einleuchtend, daß der Ord- nungsbrci alle Kriegsgewinner, alle alten und neuen Reichen für sich hat und wer die hat, ist der Pariser Presse sicher. Wer aber die Pariser Presse für sich hat, beherrscht die öfsenr- liche Meinung Frankreichs. Die sozialistische Partei niit ihren 115 000 Mitgliedern, ihrer— von der.Humanitö* abgesehen — noch wenig verbreiteten Presse— es gibt nur fünf Pro- dinzblätter der Partei— würde einfach von den Geldsäcken erdrückt werden, wenn ihrem begeisterten Willen nicht das Wahlgesetz und die Tradition zu Hilfe kämen. In der Regel bildet jedes Departement einen Wahlkreis — Frankreich zählt deren 86, wozu noch drei algerische, Elsaß- Lothringen und die alten Kolonien kommen— deren Mandatezahl zwischen 8 und 54(Paris mit Vororten) schwankt. Einige der größeren Departements sind geteilt worden. Paris bildet vier Wahlkreise. Nun ist in vielen Fällen die Situation der Partei derart, daß sie im industriellen Zentrum des Departe- ments eine feste Kerntruppe besitzt, auch wohl den Abgeord- neten stellt, die übrigen vier Fünftel des Departements ihr bis jetzt aber noch ziemlich verschlossen sind. Wo bisher 10000 Stimmzettel, vielleicht 1000 Plakate zu verteilen, 50 Versammlungen abzuhalten waren, müssen jetzt, soll die Partei nicht erdrückt werden, fünfmal mehr Stimmzettel, Flugblätter und Plakate aufgebracht, �Versammlungen abge- halten werden. Nun ist es Tradition in Frankreich, daß ber Wahlkamps nicht in den Zeitungen ausgefochten wird, sondern in den Plakaten, Versammlungen und Flugblät- tern. Das Wahlgesetz schreibt nun vor. daß in jeder Ge- meinde eine entsprechende Anzahl von Plakattafeln aufgestellt und jeder Liste der gleiche Anschlagraum zur Verfügung ge- stellt werden muß. wodurch das sonst von reichen Kandidaten oft mißbrauchte Ueberkleben der gegnerischen Plakate ver- mieden wird. Außerdem werden die Flugblätter und Stimm- zettel jeder Liste gratis durch die Post befördert. Schließlich ist es Tradition, daß die Gemeindesäle— und jede Gemeinde hat mindestens einen Saal— jeder politischen Partei gratis zur Verfügung stehen. Im übrigen sucht die Partei- organisation die ihr fehlenden Mittel durch Sammlungen aufzubringen. Die in der„Humanits* veranstaltete Samm- lung dürste es auf 150000 Franken bringen. �Der von Clemenceau angestrebte„nationale Block* hat sich freilich bis zum Schluß nicht halten können, besonders in Paris nicht. Wo es keine starken Parteien gibt,, ist die Versuchung für die Individuen zu groß, auf eigene Faust ihr Glück zu versuchen. Clemenceau selbst ist ein zu großer Hasser, um als Versöhnungsengel zwischen die machthungrigen Mandatsjäger zu treten. Hat er doch sogar einen seiner Minister ausgeschifft, weil dieser auf einer Liste des„natio- nalen Blocks* stand, auf der auch ein Abgeordneter auf- genommen war. der das Verbrechen begangen hatte, gegen den Frieden von Versailles, also gegen Clemenceau zu stimmen. Auf der anderen Seite sind— in Lyon und in Paris— einige seitherige Abgeordnete der Partei äbge- sprungen. weU ihnen das Vorgehen der Organisationen zu scharf war. Aber von diesen Absplitterungen abgesehen, die kaum auf das Wahlresultat von Einfluß sein werden, gibt es nur zwei Fronten: die sozialistische Partei auf der einen Seite, der, wenn auch nicht immer geschlossene, so doch gegen den Sozialismus einige nationale Block der bürger- lichen Parteien auf der anderen. Zwischen ihnen werden die französischen Wähler am 16. November entscheiden. J. S-J. �elfferich gegen öas Großkapital! Herr Helfferich scheint sich an den militärischen Grundsatz erinnert zu haben, das; die beste Verteidigungsmethodc der Angriff ist, und seine Ausführungen waren in der Hauptsache eine wuchtige und zum Teil recht wirkungsvolle Anklagerede gegen Wilson. Lebhafter Beifall ertönte im Zuhörerraum, als er mit bebender Stimme sagte, daß, nach dem Eingeständnis von Oberst House selbst, Wilson das amerikanische Geschäft nicht habe stören wollen, das darin bestand,„aus den Tränen Europas amerikanisches Gold zu münzen". In der Tat, ein ergreifendes und zutreffendes Bild, welches allerdings weniger auf Wilson selbst paht, der ja gerade durch seine Friedens- aktion diesem blutigen Geschüft ein Ende machen wollte, als auf den amerikanischen Groszkapitalismus. Auch wir hatten bereits in der ersten Sitzung deS Ausschusses, als Graf Bcrnstorfi diese Acufferung des Obersten House über die Ohnmacht des Präsidenten gegenüber der ententefreundlichen Geschäftswelt erwähnte, ein ähnliches Gefühl der Empörung empfunden. Dieses Geständnis des Freundes Wilsons war die schwerste Anklage gegen den massenmördcrischen Kapitalismus, der den Krieg verursacht und an ihm verdient hat. Aber diese Anklage richtet sich nicht allein gegen den amerikanischen, sondern gegen den Kapitalismus der ganzen Welt. Und deshalb fragen wir: Steht Herrn Staatssekretär und Groffbankdircktor a. D. Helfferich wirklich das Recht zu. solche ergreifenden Formeln jetzt zu gebrauchen? Hat er denn früher als Direktor einen großen deutschen Bank vor den Tränen der europäischen Mütter dieselbe Achtung gehabt, die er heute an den Tag legt? Als sein Institut an zahlreichen großen Expansionsiinteriiehmuilgen beteiligt war, die ebenso internationale Koufliktsmüglichkeiten darstellten, hat er jemals an die Tränen Europas gedacht, die ans diesen großzügigen Finanzoperationen entstehen könnten, oder war er ntcht vor allem bestrebt, möglichst viel Gold für seine Aktionäre(vom Aufsichtsrat gar nicht zu sprechen) zu münzen? Bagdad- bahn, Marokko. Sind diese zwei Namen allein nicht die furchtbarste Anklage auch gegen das deutsche Großkapital, das nach weiterer Ausdehnung und weiteren Gewinnen strebte, unbekümmert um die dadurch entstehenden neuen Reibungsflächen und KonfliktSmöglichkeiten zwischen Deutsch- land und England bzw. Deutschland und Frankreich, un» bekümmert um die Tränen, die seinetwegen fließen würden! Und hat im Kriege dieses Großkapital, dem Herr Staats- sekretär und Bankdirektvr a, D. Helfferich niemals fremd gewesen ist, nicht auch aus den Tränen Deutschlands deutsches Geld gemünzt? Haben nicht die Großbanken an den Kriegsanleihen ansehnliche Provistonen verdient, waren sie nicht an zahlreichen Munitions- und Wassenunternehmungen beteiligt? Ja, was wirft Herr Helfferich den Herrschasten von Wall-Street eigentlich vor? Daß sie sich' an den Tränen der deutschen mw französischen Frauen bereichert haben. Fürwahr. daS ist abscheulich und unmoralisch. Ist Herr Helfferich aber sicher, daß unter den dentschnationalen Herren und Damen, die thm am Mittwoch Beifall klatschten, es keine gibt, die an den Tränen deutscher Frauenaugen heute noch zehren? Kennt Herr Helfferich in seiner Unigebung keinen einzigen solchen Fall? Herr Helfferich hat da einen Satz ausgesprochen, für den wir Sozialdemokraten ihm vom Herzen danken. Nur durfte getade c r ihn nicht aussprechcw Woher Kartoffeln nehmen! Die gegenwärtige K a r t o f f e l n o t ist nicht allein eine Frage des KartoffcltransporteS. Es steht vielmehr fest, daß dt« Ernte weit niedriger ist als die einer ganzen Reihe von vorhergehenden Jahren. Nur alleräußerste Einschränkung kann uns helfen, daß die Kartoffelnot nicht zu einer Kartoffelkatastrophe wird. Wenu es uns nicht gelingt, die Produktionslust der Bauer nbevölke- rung angespannt wach zu halten, mehr Düngemittel zu schaffen und ausreichend Saatgut für die nächste Ernte sicherzustellen, droht uns in nächster Zukunft das Aeußerste. Es besteht eine starke Entfremdung zwischen Stadt und Land — eine Feindschaft. DaS ist verhängnisvoll. Denn die Bauern brauchen die Industrie und die Mädte können ohne ein produk- iionsfreudiges Bauerntum nicht vor dem Verhungern geschützt wer- den. Ruhige Ueberlegung tut auf beiden Seiten not! Allerdings muß beachtet werden, daß die Erzeugerhöchftpreise für Agrarpro- bukt« bei weitem langsamer gestiegen, als die übrigen Preis«. Ein Landwirt schickt uns einen Artikel,«MS dein wir folgendes entnehmen: Wie steht«S nun mit der Kartoffelernte, wir möchten es we- nigstens wissen. Gibt der Bauer gar nichts ab, oder gibt er eS nicht öffentlich ab, oder hat er nicht so viel abzugeben, wie angenommen wird? Kartoffeln sind da und werden auch abgegeben. Ein bißchen langsamer, ein bißchen überlegender, aber sie kommen— aber eS sind nicht so viele. Die Ernte ist knapp. Sie ist wirklich knapp. Seht doch selber nach. Schickt 200— aber vernünftige— Männer hinaus; in jedes Dorf verteilt, in jeden Keller. Man kann daS nicht begreifen. Es hat doch fünf Jahre schon so ge- gangen. Warum soll das nun nicht so weitergehen. Man vergißt dreierlei: 1. Die Anbau fläche ist zurückgegangen. In unserer Probinz um 30 806 Morgen glxich etwa ein Viertel der früheren Anbaufläche. Minderertrag 1 640 000 Zentner. Wiesbaden benötigt 400 000 Zentner. Warum ist die Anbaufläche zurückgegangen? Man hat vielfach die Pflanzkartoffeln zu Spekse- zwecken herausgeholt. Man hat, um eine Woche län- ger Kartoffeln zu haben, die Jahresversorgung ruiniert. Diese Tatsache läßt sich aktenmäßig belegen. d) Man hat im vorigen Herbste den Pflanzgutverkehr gesperrt. Die Versorgung wurde dadurch unterbunden. Im Frühjahr war das Pflanzgut verzehrt oder wurde nur zur Ernährung zurückbehalten. In diesem Herbst wurde der Versand wieder bis 31. Dezember gesperrt. c) Man hat im Vorjahre den Preis auf 5,50 M. für den Zent- ner, in diesem Jahre auf 6,5 0 M. festgesetzt. 2. P o s e n ist für die Versorgung ausgefallen. Diese Provinz lieferte ein Fünftel des Kartoffelbedarfs Preußens und«in Sechstel des Kartoffelbcdarss Deutschlands. 3. Der Ertrag auf der Flächeneinheit ist zurückgegan- gen. Warum? Weil es an Dünger fehlte. Jnsbeiondere an Stickstoffdünger. Deuischlgnd hatte im Kriege ein« unfaßbare Lei- stung vollbracht. ES hat die Stickstosferzeugung in neu gebauten und in ausgebauten Werken so gesteigert, daß der Weltexport Chiles übertroffen wurde. Im Kriege war es möglich, 30 bis 50 Prag. deS Friedensbe- darjs an Stickstoffdünger an die Landwirtschaft abzugeben. Man mußte annehmen, daß die deutsche Lantwirtschast nach dem Kriege in Stickstoff ersticken würde. Im letzten Jahre erreichte die Gesamt- stickswfferzeugung noch nicht die Menge, die der Kriegsbedarf er? übrigte.> Ein Zentner Stickstoffdünger steigert unter bestimmten erfüll- baren Voraussetzungen(gutes Pflanzgut, sachgemäße Bodenbear- beitung) die Ernte um etwa 20 Zentner je Morgen bei Kartoffeln. Bei einer Zentralstelle in Nassau waren rund 20 000 Zent- ner Stickstoffdünger auf Kalkstickstoff bezogen bestellt, die nicht ge- liefert werden konnten.' 20 000 X 20 � 400 000 Zentner gleich Bedarf Wiesbadens. Warum konnte dieser Dünger nicht geliefert werden. Zur Herstellung von Kalkstickstoff braucht man Kohle, Kalkstein und Luft. Sonst nichts. �, Deutsches Volk, gib deiner Landwirtschaft Kalkstickstoff und Thomasmehl oder SuperPhosphat« und Kalisalze und sie liefert dir Kartoffeln mehr als du brauchst. Gib ihr landwirtschaftliche Fachbeamte, die die Wissenschaft in die Bauern- dörser tragen, und du kannst Kartoffeln und Lebensmittel expor- tieren. Du kannst alle Arbeiter beschäftigen und du kannst aus deinem Elend herauskommen, da brauchst nicht Sklavenvolk zu i»erden und du brauchst nicht unter detn ehernen Lohngesetz zu leiden und langsam zugrunde gehen. Die Preise sstr landwirtschaftliche Erzeugnisse sind gut oder werden gut. DaS ist der gewaltigste Anreiz zur Steigerung der Produktion. Der Bauer hat alle Rohstoffe: Boden, Licht, Luft und Wasser. Er hat den vornehmsten Rohstoff, er hat unbegrenzten Arbeitswillen. Er arbeitel fteüvillig weiterhin seine 12, 14, 16 Stunden. Er hat zwei Rohstoffe nicht— Düngemittel und ausreichende Fachbildung. Gib ihm beides und du— Deutschland— bist gerettet. Um die Ernte um 56 Prozent zu steigern, muß die sechsfache Düngermeane des Friedensbedarfes hergestellt werden, DaS bedeutet nach heutigen Preisen eine Düngererzcugung von 24 Milli- arden Mark Wert. Zur Herstellung dieser Düngermengen braucht man alle Hände. Die Kohlengruben müssen Tag ustd Nacht in Betrieb sein und erweitert werden. Handwerker aller Art finden hier dauernde Arbeit. Neue Felder müssen erschlossen werden. Alle Stickstoffabriken müssen mit voller Besetzung arbeiten. All« Kalksteinbrüche müssen in vollen Betrieb gesetzt» alle Kali- schachte voll belegt und erweitert werden. Es klingt wie ein Märchen, das einst— im Herbst 1919— der Oberbürgermeister von Wiesbaden mit den Vertretern. der Bauernschaft auf die Dörfer fuhr und um die letzte Kartoffel bat. ES gibt ja nun auch wieder Schreine und eine Schweine- mästung— aber nur um einen Preis.— Um Arbeitswillen. Um Kohle, Düngemittel und Fachbildung. Und der andere Fall? Brenne dem Bauer die Dörfer ab. Störe alle Ordnung. Versage ihm die Rohstoffe. Er kann nickt mehr produzieren. Es wird ihm ja auch alles im nächsten Jahre erneut weggeholt. Dann ist es aus mit der erleichterten Zwangswirtschaft, besser öffentlichen Wirtschast, die wir— für einige Jahre vielleicht— je schneller wir die Erzeugung steigern, um so eher wird sie überflüssig— noch brauchen.) Es gibt Transportmittel. $iit der Preußischen Landesversammlnng ist jungst vom Ministertisch aus die allgemein beklagte Tatsache wiederholr worden, daß es uns an betriebsfähigen Lokomo- kivenfehlt. Der Lvkomotivenman�el hat tatsächlich unser ganzes Verkehrswesen in die übelste Situation gebracht. Aber es gibt doch a n de re T ra n s p o r t m i t t e l. Die seit dem Waffenstillstand aus Heeresbeständen frei gewordenen 200fl Artillerie- und Dampsstrastenzugmafchincu mit zusammen zkrka löst MO PS Zugkraft könnten besser schleunigst zum Transport von Kohlen eingesetzt, als durch das Reichsver- wertungSamt an private Unternehmer veräußert werden. Ende September ist der Regierung das Projekt S t u r s- b e r g zur Behebung der Kohlennot mit Hilfe dieses wert- vollen Lokomotiversatzes bekannt geworden, und dennoch ist der Verkauf dieser Maschinen nicht eingestellt worden. DaS Reichsluftamt'lwtte der ReichSkohlenstelle schon einmal ange- boten, mit Hilfe dieser Maschinen die mitteldeutsche Braun- kohle direkt von der Erzeugungsstelle nach den Saale-Um- schlaghäfen zu befördern. Das Projekt war technisch durch- führbar, aber dicKohlenverteilungs stelle wandte ein, daß die Braunkohlen- und Brikettproduktion des gesam- ten deutschest Braunkohlengebietes restlos durch die Eisenbahn abbcfördert werde. Deshalb wurde das Projekt wieder zurückgestellt. Der Handelsminister F i s ch b e ck sagte im Äbgeord- netenhaus unter Beifall der Rechten: „Zu dem Vorschlag, im großen Umfang mit Lastautos ftoh- len zu fahren, möchte ich darauf hinweisen, daß eS die Frage deS Betriebsstoffes nicht allein ist, sondern auch die Frage der Land st r aßen, die hier in Betracht kommen, und wir haben die Erfahrung, daß, wenn man etwa Tausende von Last- autos losfahren ließe, das doch etwas anderes ist, als wenn Personenautos über die Chaussee laufen, daß dann die Straßen in einigen Tagen in einem Zustand sein würden, bei dem st« über- Haupt nicht mehr zu befahren sind." Die Betriebsstoffnot für automoblle Fahrzeuge, die im Volksinteresse tätig sind, zu heben, hat die Regierung alle Mittel in der Hand. Die Straßenfrag.e tritt angesichts der durch den Kohlenmangel stark beunruhigten größeren Städte in den.Hintergrund. Aber in dem Projekt Stursberg war eine ständige Landstraßrnpflcge dadurch vorgesehen, daß auf je 6 Kilometer Landstraße eine Gruppe von 9 Chausseerepa� raturarbeitern und einem sachverständigen Vorarbeiter ein- gesetzt und einkalkuliert war, die bestimmt sein sollten, die entstandenen Straßenschäden sofort zu beseitigest. Von den verantwortlichen Stellen muß verlangt werden. daß sie sofort ernstlich die ganze Angelegenbcit prüfen und angesichts der großen Rot des frierenden Volkes und der Ka- lamität für Handel und Industrie versuchen, alle Vorhände- nen Verkehrsmitte! in den Dienst zu stellen. Der Wilmersöorfer Kinüerkreuzzug. In Ergänzung unserer Mitteilungen über die Beteiligung der Sckulen Wilmersdorfs am Hindenburg-Rummel erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Veranstalter ist der„D e u t s ch- national eJugendbund". der-�trotzKonrad Haenischs Ankündigung vom 11. Oktober 1919 im Landtagsausschuß— als„einziger unpolitischer(!) Jugcndveretn" noch mit behördlicher Genehmigung besteht. Am Fichte- Gymnasium zu Wilmersdorf.—- Leitung: das Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei Heinrich Müller,— waren die Schüler schon am Mittwoch für die Veranstaltung he» u r l a u b t, soweit sie Mitglieder des Deutsch- nationalen Jugeadbundes waren, während � die anderen Schüler Unterricht hatten. Die Schülervertretunce dieses Gymnasiums im Demonstrationszuge stellte auch einen der drei Fahnenträger. Fahnen natürlich schwarz? weiß- rot.— In der Goethe- S.ch u l e wurden die Schüler mitten aus dem Unterricht der ersten Stunde herausgeholt, angeblich zur Einholuiux Hindenburgs, ohne daß diese Ankündigung als Veranstaltung: des Deutschnationalen Zugendbundcs bezeichnet wurde. Jeder Schüler, der wollte, konnte sich anschließen. Wer nicht ging. batte Unterricht. Der Erfolg. war. daß in den nieisten Klaffen gar keine oder nur ganz wenige Schüler blieben, die den stundcnplanmäßigen Unterricht erhielten. Der Zug vom Wittenbergplatz(wo sich noch der Fricdenauer und Charlottenburger Orrsverein einfanden) nach dem Reichstag. we>. sich passende Gelegenheit bot, die Beisetzungsfeier- lichkeiten zu Haases Begräbnis zu stören, er? folgte mit wehenden Fahnen unter Absingung der Lieder: „Deutschland, Deutschland über alles"— nach verschiedenen anderen Angaben auch„Heil Dir im Siegerkranz". Vom Reichstag ging es zu Hindenburgs Wohnung, wo der Feld- Marschall herausgesungcn wurde und eine Ansprache air Deutschlands Jugend hielt. Gegen diesen Mißbrauch der Schulautorität zu politischen Zwecken sollte Genosse Haenisch schleunigst mit allen gebotenen Mitteln einschreiten. Das Dergarbeiterheimstättengesetz. Wir haben bereits mitgeteilt, daß ein Reichsgesetzentwurf in Vorbereitung ist, um durch großzügige Maßnahmen die Wohnungsnot in den Bergbaugebieten zu beseitigen und damit die Kohlenförderung zu heben. Von unter- rickteter Seite wird uns über den Gesetzentwurf der RcichSregiermtg folgendes mitgeteilt: Die Reichsregierung beabsichtigt der Nationalversammlung hei deren Zusammentritt den Entwurf eines Bergarbeiterheimstätteir- gesetzes vorzulegen, das die Wohnungsfrage im Bergbau aus groß-- zügiger Grundlage zu lösen sucht. Arbeitgeber, Bergarbeiter und Kommunalverbände der Stein- und Braunkohlenreviere will den Entwurf zu Heimstätte«verbänden zusammenschließen, die EnteignungSreckte haben, soweit daS SieblungSgelände. Bau- Materialien und bestehende Baulichkeiten in Frage kommen. Zur Ausbringung der Mittel soll für alle in Deutschland gewonnenen Kohlen ein besonderer nicht kohlenstcuervflichtiger Aufschlag erhoben werden, dessen ErhebungSftist und Höbe der ReichSwirtichaflSminister be- stimmt. Die Heimstättenverbände bilden zur Vermietung und Vor- waltung der Heimstätten örtliche Mietgenoss enschasten. Die Bergarbeiter können die Heimstätten zu eigen erwerben zum Dauerwert von etwa dem vierten Teil des Bauwcrtes unter der Voraussetzung, daß die Heimstätten dauernd den Beigarbeitern er- halten bleiben und jede spekulative Veräußerung unterbleibt. Das Reich übernimmt den Heimstiiltenvetbändtn gegenüber Bürg'chai» in Höhe von 100 Millionen Mark. Au« dem Pretsaufscklag werden nicht allein die llebcrkostcn gedeckt, es werden auch Mtetoerbilligungen dadurch herbeigeführt werden. Geplant ist die beschleunigte Errichtung von etwa 100 00 0 Bergardeiterheim stätten, die etwa löO 000 Bergarbeitern ein menschenwürdiges Wobnen geben sollen. Die Steigerung der Produktion bei einer so starken Vermehrung der Bergarbeiter« belegichaiten darf man aus etwa 30 Mrlltonen Tonnen Kohlen per- anschlagen,'_ Ke!ne Rückkehr von Kriegsgefangenen. Di« ReichSzentralstelle für Kriegs- und Zivilgesangene teilt mit: Di« in eintgen Zeitungen veröffentlichte Nachricht, daß der erste Zug mit Kriegsgefangenen aus Frankreich am 11. November in Essen eingetroffen ist und weitere Transporte unterwegs seien, trifft nicht zu. Auch die Havas-Meldung, wonach ein Transport deutscher Gefangener aus Japan angekommen sein soll, hat sich nicht bestätigt. Den Angehörigen wird wieder- holt angeraten, bezüglich der Gesangenenheimkehr nur amtlichen Mitteilungen Glauben zu schenken, für deren rechtzeitige Vet- öffentlichung Sorge getragen ist. t Mölauer droflTcIt die Streiks. Roch einer Meldung der �Frankfurter Z�ftung" aus Saarbrücken erließ General Andlauer» der«berste militärische Vcr« Walter des SaargebietS, eine Proklamation an die Bcvölke- rung, wonach das Recht auf Arbeitseinstellung auf- gehoben wird; für drn Fall eine» Btrriks wird ein Tondergr- rtcht in Saarbrücken errichtet, das mit weitgehenden Srrafbe, fugnissen gegen zuwiderhandelnde Arbeiter auogrstattet ist. DaS von den sozialistischen Zeitungen„Humanite"»„Batoille", „Populaire",„L'Heure",„Journal du Peuplc".„La France Libre". „Verite" und den demokratischen Blättern„Bon Soir",„Ceuort", „PlihS- gemeinsam herausgcgebeffe Blatt heißt„La Feuille Commune"» es wird obendS und morgens erscheineo. Die ungezogene„frankfurter volksftimme". Gemäß einer Entscheidung vom 11. November hat Genera. Degoutte, Oberbefehlshaber der Rhciiwrmee. die Einfuhr der „BolkSstimmc"(Frankfurt) und der.F r a n k f u r t e r Z e i t u n g" lln das besetzte Gebiet für drei Monate verboten. Das Verbot wird damit begründet, daß unser Partetorgan am 3. No- vember eisten„gehässigen" Artikel gegen dte französische Armee veröffentlicht habe. Dieser Artikel sei in beleidigenden Au»» drücken abgefaßt und mit solcher Grobheit geschrieben gewesen, daß sich jeder vernünftige und wohlerzogene Mensch hätte darüber entrüsten müssen. Was die„Frankfurter Zettung" anbetreffe, ziehe sie sozusagen jeden Tag die Absichten der ftanzösischen Behörden m- Verdacht und veröffentlicht verleumderische Artikel, die, ohne sicki um die Wahrheit zu kümmern, den einzigen offenkundigen Zweck hätten, mit einem ständigen Vorurteil und mit Unehrlichkeit die Bevölkerung gegen die ftanzösischen Behörden und Truppen auf- z u h e tz e n._ Die Rumänen sperren sich. Nack der Prelle von Paris läßt die rumänische Antwortnot« über mehrere Punkte verickiiedene Auslegunpon zu. Sie billigt z. B. die Billigung der interalliierten Requifilions-Konttollkommiision, weigert sich aber, derselben die Vollmachten zu geben, die dte Alliierten wünschen..Sie stimmt der Räumung deS un gotischen Gebietes bis zur Tbeiß zu. will aber die Räumung bis zu der von der Konferenz mit den Ungarn den Rumänen gezogenen Grenze aufschieben. Der Obersie Rat bar xrwogen, wie in dteier Angelegenbett Klarheit zu schaffen iei. Die mildere Art rst eine Note an die rumänische Regierung, in der die Fragen, auf die man eine klare und unzweideutige Antwort ver- langt, wiederholt werden, mit der Drohung, daß. falls keine befriedigend« Antwort eintreffen sollte» Rumänien von der Konferenz a u s g e s ch l o s s e a werden würde. Ii �copold �lnmeU j Genofte Leopold Emmel, der ehemalige Reichstag?« bgevrd-n ete tijr Mülhausen(Elsaß), ist, wie uns aus Apolda gedrahtet wird, am ToonurrStag in der Landcsheilanftalt Jena verstorben. Jules Leopold Emmel wurde ctm 25. März 1S63 in Hendern, einem kleinen Ort des Regierungsbezirk.: Trier, geboren. vou Hause aus Bauichlosier, hat er lange Jahre in Deutschland, Oesterreich, Italien und' der Schweiz gearbeitet. Später nxchfellc er den Beruf und wurde Kaufmann; als solcher ließ' er sich erst in Saargemünd, seit 1900 in Mülhausen nieder. Im Jahre!8S7 war Entmel der Partei beigetreten, für die er seitdem ununter- brachen und rastlos tätig war. In der elsäsfischen Parteibewegung -'pielte er bald eine bedeutende Rolle; die Mülhausener Parteige- '-offen machten ihn- zum Geschäftsführer des dortigen Parteiblatts, „Mülhauser Voltszeitung", und wählten ihn zum Vorsitzen- den des Sozialdemokratischen Kreisvereins. 1902 wurde ep in den (Semem berat von Mülhausen und l90S in den oberelsäsfischen Be- -ftrkstag gewählt; seit 1911 gehörte er dem elsaß-lothringischen Landtag an. In den Reichstag gelangw Emme! zum ersten Male im Jahre 1907. Während bei der damaligen„Hottentottenwahl" die Pari'yi über 30 Mandate einbüßte, wurde der Wahlkreis Mülhausen frisch erobert. 1912 wurde Emmel im ersten Wahlgang mir über 29000 Stimmen gegen knapp 16 000 bürgerliche toiedergewählt. Durch den Krieg gestaltete sich die politische Situation für Emmel äußerst schwierig. Während gewisse Kreise der Mülhausener Partei von Anfang an mit den Franzosen sympathisierten, hielt Emmel unbeirrt an dem Standpunkt der Sozialdemokratischen Par- tei fest, daß Elsaß-Lothringen als überwiegend deutsche? Land zu Deutschland gehöre, und daß zum mindesten vor einer Ab- tretuttg eine Volksabstimmung gefordert werden müsse. Dies führte zu heftigen Konflikten. Emntel hatte mit feinet Anschauung ursprünglich die Meinung der überwiegenden Mehrheit der Bcvöl- kerung hinter sich. Aber die Anhänglichkeit der Elsässer an-Deutsch- land wurde durch daS brutale Militärregiment des alten Systems am Verlaus des Krieges mimer mehr auSgc-rortel. Für Emmel hatte die Wirkungslosigkeit aller'Proteste gegen die Militärwillkür zur Folge, daß er Gegner der Kreditdewilligung w>M>e, er blieb jedoch, wie eine Anzahl gleichgesinnter Abgeordneter, in iur Partei und ließ sich niemals auf den verderbfcichen Weg der Partei spaltung locken. Als die Franzosen Ende ISIS im Maß einrückten, mußte Emmel als Deutsck>gesinntei7J>as Land verlassen, in dem er zwei Jahrzehnte gewirkt batte. Er übernahm die Leitung unseres PorteiblatteS in Apolda, der„Rpoldadr Volkszeitung", an der ihm nur noch eine kurze Wirksamkeit Geschieden war. Die sozialdemo- krätische Arbeiterschaft betrauert' in ihm einen unermüdlichen Vor- kämpf« ihrer Sache._ Kleine politisthe Nachrichten. Lieber Kultusminister! Tie Kaiserfülder sollen auZ den Schulen eiusernl werden. Im Kirchdorf R ü tz o w. Kr. Schievelbein, ist bei' einer Generalreinigung des Schulhauses auch das' Bild Wilhelms II. aus dem UnterrichtSzimmer entfernt worden. der der Pastor hat sofort den Schuldorstand zusammengerufen md, mit ihm gemeinsam beschlossen, lroy des Erlasses des Kultus- m>,nisteriumi das Bild Aiederauszuhängen. Und so ist cö auch geschehen. Justiztoasereaz in Berlia. Auf Einfadung de» Herme Reich»- Ministers der Justiz wird am 27. November eine Besprechung von Vertretern der Landesregierungen stattftnden. die sich mit wicht. gen Fragen aus dem Gebiete der Justizver- wallung. befassen wird. E» ward sich im wesentlichen um die Herbeiführung einheitlicher Grundsätze in Fragen han- dein, deren Regelung znr Zuständigkeit der Länder gehört. Steigende KohkeiifZrderung i» Oberschlrsie«. Die Kohlen- sörderuna in Oberschlesien beträgt fetzt täglich durch- Icknittlicb 93 000 bis 99 500 Tonnen. In der Vorkriegszeit waren es 130 000 Tonnen. Tic jetzige tägliche FörderuiigSziffer muß unter Beriicksichligunq der ichlewle» Ernährung und des dadurch bedingten allgemeinen schlechten GeiundbehszustandeS alz gut bezeichnet werden. Auch die Wag enge stell ung hat sich bedeutend ge- bessert': an einem der letzten Tage betrug sie 98,82 Proz. der niigewrderlen Wagen. Ein durch'chnitiliches Minus von 10 bis 20 Proz. in der Wagengestellung wird wohl jetzt im allgemeinen als Slams angenommen werden müssen, in dem sich die Wagengestellung überhaupt bewegen wird. Verfehlter Fluchtversuch. HavaS meldot aus London: Einige Offizrere der deurschen Marine, di« an der Versenkung der deutschen Flotte in Scapa Flow aktiv beteiligt waren, haben ernan F l u ch t v e r su ch aus dem Lager bei Leed? unternommen, in dem intern:«! waren. Sie haben einen unterirdischen Gang hergestellt, der aber infolge� falscher Berechnung außerhalb der Umzäunung mündete, wo die Schildwache stand. Diese vor» c Uelte den Fluchtversuch. der Konflikt ö'fllbett- Staatsoper. Von der Intendanz d« Oper geht un? ein? lange Darstellung des Falles d'Albert zu. SS wird darin eingehend dargelegt, daß 'perrn d'AlbertS Wünsche aus den Proben beruckuchngi worden und der Komponist auch bei der Aufführung keinesfalls sein« Unzu- fnedenheu zu erkennen gab. Bedenken hatte« nur gegen die starke Anwendung des SprechtonS durch Herrn Bohnen, der trotz seiner Unpäßlichkeit die Ausführung ermöglichte._ „Wie Intendanz tn Ueibereinftlmmung mit sämtlichen Vorstan- den und den Vertretern aller Personalgruppen der Slaatsoper fühlt sich nicht nur berechligt und verpflichtet, gegen das Vorgehen des Herrn d'Albert öffenUich schärfste Verwahrung einzulegen, son- dcrii sie sieht sich auch gezwungen, von weiteren Ausführungen des Werkes aozuschen, nachdem der Autor öffentlich gegen die künst- lerifche Leistungsfähigkeit der Staalsopcr Stellung genommen hat, obwohl er auf der einzigen Generalprobe seine rückhaltlose Auer- kennung und Billigung der Ausführung und der Inszenierung' ge- zollt hatte." Der Vorstand des Orchesters hak in Uebereinstimmurg mit dem gesamten Personal des Orchesters dem Komponisten sein Be- dauern ausgesprochen und sich entschlossen, auf dos Zusammcnwir- ken mit ihm in der WohltätigkeitSveranstaltung am Sonntag mit- tag im Overnhause zu verzichten. Am Sonnabend wird statt„Stier von Olivera"„Carmen" ge- geben. So ist bedauerlicherweise ein unerquicklicher Zustand geschafsen, der auf die Dauer unhaltbar ist. Soll d'Albert von der Staats- oper für immer ausgeschlossen bleiben, weil er in einer— sicher unberechtigten<— Erregung einer Zeitung etwas anvertraute, die nicht genug Knnstlerpsvchologie verstand, um sein Schreiben adzu- lehnen. Wir hoffen doch, daß sich jemand im Kultusministerium findet, der den Konflikt in einer Weise aus der Welt schafft, die für alle Beteiligten anneharbar ist. die Kartoffelversorgung. Die DonnerStagsitzung der LandeSversawmlung begann mit der zweiten Beraiung des Gesetzentwurfes über weitere Beihilfen zu Äriegöwohlsah'rtsaus gaben der Gemeinden und Gemeindeverbände, in dem 550 Millionen Mark angefordert werden. und in Verbindung damit eines? m e i t e n Gesttzernwurfes, in dem für den gleichen Zweck 215 Millionen Mark angefordert werden. Der StaatSbanShaltSausschuß beantragt Genehmigung beider Vorlagen uns fordert serner m»t größter Beschleunigung eine Vorloge über weitere Beihilfen für die KriegswohlfahrtSauSgaben der Gemeinden und ferner Ein- Wirkung der preußischen Regierung auf die Reichs regierung, den Gemeinden und Gemeiudeverbänden die zu Familienmiter- silltzüngen und KriegSwohlfahrtSzwecken vorschußweise für das Reich verausgabten Gelder samt TUgnngs- und Verzimungskonen z u- rückzuerstatten. Bcrghaus(Deyr.), der den AuSichußberiat erstauet, führt u. a. aus, daß die beiden Barlagen für die Kriegs- wohliahrtsäuSgaben der Gemeinden nicht ausreichend sind, und der Ausschuß deshalb iür diesen bewndere» Zweck, der von den beiden Vorlagen ungenügend berücksichrigl ist, ein b e s o n- d e r e s Gesetz für nötig hält. Dieier Auffassung stimmen die Abgg. Wcyl lU. Soz.), Stiehler;Z.), Bruns(Soz.) und Tallmer (Dnatl.) mit kurzen Aussührungei» zu. Finaazminister Südekum: Die Rotlage der Gemeinden erkenne ich valllommen an. Wenn wir nicht in allen Fällen unseren Ver- pflichtunoen ihnen gegenüber gleichmäßig nachgekommen find, so liegt das daran, weil wir in erster Linie die in den a b z u° tretenden Gebieieu liegende» Gemeinden berücksichxgen mußlen. Wir konnten sie mit der ungeheuren Schuldenlast, die sie im Vertrauen auf den preußische» Staat und Deutschland über- »ommen haben, nickt sitzen lassen. Unsere Mittel wurden dadurch so vollkommen in Anspruch genommen, daß wir Zurückhaltung gegenüber anderen Stellen üben mußten, nun aber bald in die Lage kommqn. das Versäumte nachzuholen. ES ist richtig, daß durch den Ubbergang der Finanzhoheit aufdaS Reich in die Selbst- Verwaltung der Gemeinden lehr stark eingegriffen wird. Des» halb habe ich in einem von immer neuen Zwischenfällen nicht freien Kampf in Weimar im Reichsabgabengesetz eine Sicherung der Gemeinden durchgesetzt. Sämtlich« Parteien sind sich anscheinend darüber einig, daß die finanzielle Zukunft der deutschen Gemeinde» nickt leichthin ans'die Entscheidung einer weit von unfi abliegenden Instanz übertragen werden kann, das heißi. daß sie nicht auS- schließlich in die Hände der R e i ch S stnanzverivaltung gelegt werden darf. Wenn der Friedensvertrag mit feinen finanziellen Belastungen nicht geändert wird, so werden unsere Gemeinden zur Abtragung der Lasten tmrsend Jahre gebrauchen. Damit schließt die Aussprache. Die Gesetzentwürfe werden nebst den AuSichußanträgen einstimmig ang enommen. Ohne Be- ratung vorwies das Hau» dann die Mitteilung der'StaatSregrerung für die Behandlung der Arbeiterlohnfragen bei der SiaatSerseiibabn- verwalluiig an den SiaatSbauShaltSauSschuß. ES folgt die Be- ratung deS>.A n t r a g e s Kessel sDnat.) auf schleunigste Rettung der Hacksrucht. Kessel sDnat.) degründet den Antrag. ES wird nicht möglich sein, der Bevölkerung mehr als 6 Piund Kartoffeln in der Woche zuzuführen. Auch mir den Zuckerrüben steht eS s ch l e ch t. Die Ursachen für daö Zurückbleiben der Einte sind Berllirzung der Arbeitszeit und schlechte Witterung. Die Arbeitszeit muß im- bedingt herausgesetzt werden. Schmidt-Eöpemck lSoz.): Nicht durch'Herauftetzimg der Arbeitszeit. sondern durch U e b e r st u n d e n könnten die nolwendigeii Arbeiten erledigt werden. Herr v. Sttssel hat dir Zustände maß- los übertrieben. Die Kartoffelernte ist viel bester ausgefallen, als man eS in den dartschnotiomilrn Zeitungen lesen tun» Uedcrall, auch bei den Zuckerrübe», wird mit falschen Zahle» gearbeitet. Freiherr v. Wangenheim und Herr Rösicke, die Schutz- heiligen der deurichen Landwirtschaft und angeblichen Retter deS Vaterlandes, haben von der vorjährigen Ernte große Borräie zurückbehalte«. (Lebhaftes Hört! hört!) Die Landwirtschast klagt über Arbeilernot, st eilt dabei aber junge kräftige Leute nicht ein. weil ihr polnische Arbeiter lieber sind. Ilm die noch draußen befindliche Ernte zu retten, müssen alle Kräfte angespannt werden.- LandwirtschaftSmiuistcr Braun: Die Schädigung der Kartoffelernte durch das Frostwetter ist so erheblich, daß jede Ueberrreibung überflüssig und sogar schädlich ist, weil die Bevölkerung dadurch immer weiter beunruhigt wird. Ganz besonders unangebracht ist die parteiagitatorifche AuSschlachtung der Lage durch die„Deutsche Tageszeitung". Die Ernte Hai sich infolge der Witterung auf fast allen Gebieten verzögert.' Infolge des Fehlens der Saisona, beiter im Osten ist dort im Gegensatz zu West- und Mitteldeutschland besonders die Hackfruchternte zurückgeblieben. Nach den Be- richten der Regierungspräsidenten ist aber die Kartoffel- ernte in allen Bezirken gesichert, wenn sie teil- weise auch schwierig von staften gehen wiro. Die Presseberichte üb« die Ernteschwierigkeiten darf man nickt für bare Münze nehmen. Es liegt Gott sei Dank nicht so arg, wir eS z. B. die„Deutsche Tageszeitung" behauptet.(Lebhaftes Hört, hört! links.) Sich« aber ist, daß wir alle Kräfte einsetzen müssen, um noch zu retten, was zu retten ist. Eine Verlängerung der Arbeitszeit ist aber nickt erfordttlick; denn bei der Hackfrucht- ernte wird meist in Stücklohn gearbeitet, io daß die Arbeiter auf die Arbeitszeit kein Gewicht legen. Transport- schwieriakeiren werden angesichts der Bemühungen des TisenbahnministerS nicht entstehen, und auch der Kohlenkommlsfar wild die Landwirtschaft durch ausreichende Aohlenveriorgnng vor Schwierigkeiten bewahren. Auf landwirtichastlickem Gebiete. inüsseii alle Parteirückfichten fallen und alle Kräfte für die praktische Arbeit einge'etz, werden. Siemen(Dem.): Mit der Ernte ist nur der Großgrundbesitz i« Rückstände.\ Es«scheint uns zweifelhaft, ob der Antrag von Kesiel fachliche oder agitatorisch« Zwecke verfolgt. Inhaltlich find wir mit dem Antrag Kessel einverstanden. Wenn die Zwangswi, tschaft verschwindet, wird auch- die Produktionssreudigkeir wieder steigen. Ein Vertreter deS VerkehrSministeriamS erklärt, daß alles ge- ichiehr, um Wagen und Lokomotiven für den Kartoffelverland frei- zumachen. Rur ein kleiner Teil der Wagen kann jetzt noch iür aiidere Zwecke alS für den LebenSmitteltiansport verwandt werden. Schönkaes(Ztr.): tßir beantragen, daß die erfrorenen Kartoffeln den Brennereien zugeführt werden. Held lD. Vv.): Die land- wirtichasilich«,, Erzeugnisse werden nicht hoch genug bezaht. Wehl 5., im Lokal.Boddenlee*: Bunter Abend unter Leitung von Balter Stern. Beginn 8 Uhr. Genossen aus nächslliegenden Ortschajten herzlich willkommen. �ugenüveranftaltungen. Parteigenossen und-Genossinnen� Die langen Winterabende kommen und mehr denn je stellt stch auch bei den Echuientlassencn das BedürsniS nach einer geselligen Unteihailung, nach guter Lektüre und nach bildenden Vorträgen ein. Dies alle" finden die Jugendlichen in den Jugendheimen und aus den Beranstcltunzen de« Vereins Arbeiterjugend Krotz-Berlin. Er bietet außer« dem der Jugend Theater-, Konzert- und MuscumSbeiuch und will die Jugend zu politisch selbständig denkenden Menschen erziehen. Die Partei- genossen werden gebeten, ihre Söbne und Töchter auf diese Beranslasiungen ausmerksam zu machen und zum Besuch derselben anzuhallen. BeiiriitS» erklärungin iperden daselbst und im Jugendsekretariat, Bellen uestr. 7 III, entgegengenommen. Heute 7 Ubr im Jugendheim, Sütticher Etratze S8(Getang- lschule): Mitgliederversammlung. Forvetzunz Wedbing. saal der 14. Realsli de» geschäftlichen Teile» der Tagesordnung. Moabit. Heute 7 Uhr im Jugendheim, Demeindeschule. Turmstr. SS, Ausgang A, Zimmer 8, Vortrag: Erziehung zum Sozialismus. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Toiiriftenverein.Die Naturfreunde-. Sonntag Erkner, Löcknitz, Abfahrt Schief. Bahnh. 6.03 Uhr.— Die Gesellschaft für'Aufbau nutz Werden oeranstaUel heute VI, Uhr in der Aula der Gemeindeschuie. SMPanstraße 27, einen Vortrag über.Weltordnung und Freybund*. Reserentin: Frau v. I a r e» z e w S ki. Die Arbeiterschaft und die Vertrauensleute werden um zahlreiches Erscheinen gebeten.— Ueder die so- ztaliftische EiustcitSschule werden heute abend in 22 Versammlungen siehe gestrigen Anzeigenteil— sozialistische Lehrer und Lehrerinnen G'.oß- Berlins sprechen.—»Empor- Genossenschaft. Beueraloersanmtlung Sonnabend, den 15. Nov., abends ll,6 Ubr, Lyzeum, Tcmpelhojer User 2 (Aula). Tagesordnung: Neuwahl des AllflrchtsratS und Verschiedenes.— .Deutschland» LeuenSmittel- und Rohstosfvrrsorguag-. Ueber dieses Thema spricht Georg Davihsohn auf Veranlassung der Arbeitsge- meinschasl sür staatsbürgerliche und wirtschallliche Bildung morgen abend 8 Uhr im Oberlichtsaal der Philharmonie, Berndurger Straße. Eintritt frei: SSetteranSstchteu für das mittlere Norddeutich'and bis Sonnabend mitlag. Zeiiweije etwa« aufklarend, aber noch überwiegend bewöilt, mit öitcr» wiedcrholien, im allgemeinen geringen Niederschlägen. Temperatur um den Gesiiervunit schwanlcud. Berantw. für den redattioa. Teil: Alsred Scholz, Neukölln: für Anzeigen: Ttzeed» Glocke, Berlin Verlag: Porwäris-Vcrla«« m Ausführung............... Gröfic 1 46°° Gröfie D 54°° Kinder-Rodelschlitten, sehr dauerhaftge- 91-otf arbeitet, aus Buchenholz, mit Eisenstützen............ 4*0 Kinderkorbsessel, bequemeFonn,Sitzpolster 3 2 Tisch, dazu passend............................. 27 Oespanne moderne Ausführung, mit|»oo 1975 1£00 bemaltem Ho'zpferd oder Holzkuh... 11 1« lO Weihnachts-Katalog wird nach auswärts kostenfrei zugesandt. Versand- Abteilung, Berlin IV 9 00 Luftdruckgewehr mit Bolzen und Kugeln 20 Kegelspiele......................... 525 7°° 975 Neues Gesellschaftsspiel„Immer fleißig«50 nach derDrelffig"..................................." Interessantes Brettspiel„He-re-asM 4°° /°° Vornamen-Lottospiel.................. 5CC Charakter-Baby mit Schlafaugen und Perfl:ke 55° Unzerbrechliche Puppe mitZel'.uloidkopf J-00 und- Armen, mit Batisthemd be Jeldel«50 Ct\rlslb£Liimsclixxi\ick: In reldier Auswal�l* Kugeln, LanaellasolMiiiicli:, Kellen, WeUuiaclLlsinänner, RUnslIlct\e WeUmadilstoaume, Eislau,"Wunderkerzen De GeiDglklosigleil. Täglich treffen Sie sonst ganz intelligente Menschen, die allem Anschein nach ihreAugongläser nur dazu tragen, um sich damit zu entstellen Achten Sie nur darauf, wie mancher Ihrer Be« kannten durch einen schiefsitzenden Kneifer einen geschmacklosen Eindruck macht, oder wie ein anderer fich mit einem Augena läse abquält, da» alle Augen- blicke rutscht und welches er dann mit bastiger Be- wegung wieder zurechtrückt. Auch ein Mittel, um nervös zu werden I Anderen wird von ibrem Klemmer fast die Naie abgequetscht, jedenfalls glauben sie dies befürchten zu müffen, wenn sie d,e davon verursachten tiefen Furchen, die oft sogar wund find, bemerken. Trotz der Lederknappheit und teueren Snesel- preise würde keiner dieier Leute auch nur den zehnten Teil solcher Qual von seinem Schuhwerl erdulden wollen. Run sind gutsitzend« geschmackvolle Augengläser heute ja auch recht teuer, wenn sie auch noch nicht den hohen Preis des SckubzeugS haben. Aber immerbin zahlt man selbst bei dem. sür preiswert bekannten Optiker Ruhnke sür ein modernes Augen- glas au» Golddoubls mit fernen guten Punklorik- Gläsern ca. 25 bi« 50 Mk. Sind nun beute 25 Mk. so viel wert, datz man fich deswegen sein Gesicht verschandelt oder fich nervös macht mit einem schlecht sitzendep Glase? Wenn beute natürlich nicht jeder Kleider Nack neuester Mode tragen'kann, wie er gern möchte, so kann doch jeder sich ein Augenglas anschaffen, das gut fitzt, ihn nichl drückt und rhu nicht entstellt oder gar nervös machl. Der erste Eindruck ist der beste. Zuerst aber schaut man jedem Menschen in die Augen. Wer nur etwa» vum sür Schönheit und etwas S�nn für Ordnung hat, dem wird ein schlechlsitzende». unschönes Augenglas sofort un- angenehm ausfallen. Die Unnttf, Augengläser zu tragen, um einen besieren Eindruck zu machen, hat erfreulicherweise nachgelaffen. Aber worum soll jemand, der ein Augenglas nötig braucht, nicht Wert darauf legen. damit einen guten Eindruck zu machen? Mindestens aber sollt« er daraus achten, sich damit nicht zu entstellen, zumal es Augengläser gibt, die wohl geeignet find, den GesichiSeindiuck zu heben oder günstig zu beeinflussen. Um die« in jeder Weise zu ermöglichen, hat der Optiker Rubnke eine ganze Anzahl»euer.Formen in seiner Fabrik herstellen lassen, die ebenso korrekt, auch orrhozentrisch ge« nannt, fitzen, ohne zu drücken, wie sie kleidsam und geschmackvoll find. Allerdings können von den neuen Formen bis- her nicht so viel erzeugt werden al« verlangt werden. Deshalb sollt« stch jeder beeilen, der Werl daraus legt, ein Augenglas zu besitzen, da» gut patzt, kleidsam ist und nichl drückt, st'b an eine« der unren aufgeführten 22 Geschäfte von Optiker Ruhnke zu wenden. Hier werden seine Augen kostenlos und mit Sorgialt geprüft und mit weitgehender Garantie iür alle Fasiungcn von l2 50Mr. an richtig sitzende und moderne Augengläser verordnet. Geichäite der Firma Ruhnke in Grotz-Beilin- C: Am Alexander« platz. Am Spittelmarkt; W: Leipziger Str. 113, Friedrichstratze 193a, Linkstratze 1. 0; Frankfurter Allee 14. S: K.'hbu'er Damm 10. N: Invaliden- strotze 164, Jnvalidenstr. 117. Cbaufseestr, 72. Stdön- bauser Allee 81. Frredrichstr. 10«. LW: Belle- Alliance-Str. 4.: Friedrickstr. 150. SOi Oranienstr. 44. C h a r l o r t e n b u r g: Joachim«. ihaler Str. 2. Tauentzienstr. 15. Friedenau: Rbeinstratze 18. Wilmersdorf: Berliner Str. 132-183. Schöneberg: Hauplslr.' 21. Nenlöllu: Bergstr. i, Kr. Ä$3 ♦ ZS. Jahrgang Seilage öes vorwärts Irektag, 14. November 1414 EroßSerün n. Hugo Haases letzte Zahrt. Während im Wallotbau. der langjährigen Wirkungsstätte Hugo Haases, die näheren Freunde des großen Führers der U. S. P. Abschied nahmen von dem Toten, sammelten sich am Königsplatz Tausende und aber Täusende Männer und Frauen, um ihrem Toten das letzre Geleit zu geben. Von allen Seiten kamen truppweiie die Belegschaften der Berliner Großbetriebe anmarschiert. Trotz des ausdrücklichen Punsches der Familie Haases, von Kranzspenden Abstand zu nahmen, sah man Hunderte von überaus kostbaren Kränzen. Ungezählte rote Banner wehten über der harrenden Menge. Kurz vor 12 Uhr wurde die Urne auf einen mit Kränzen reichgeschinückten Leichenwagen gestellt. Mit eisigem Sch'.oeigen und entblößtem Haupte begrüßte die Menge die sterblichen %ste des Verblichenen. Der Trauerzug, in dem sich der- schiedene Muüktapellen befanden, die abwechselnd Traüer- Märsche spielten, setzte sich durch die Karlstraße', Luisenstraße und Elsasser Straße in Richtung auf die Frankfurter Allee tri Bewegung. Kurz vor-1 Uhr traf er auf dem Friedrichs- fclder Friedhof ein. Die Urne wurde auf einen provisorischen Grabhügel im treueren Teil des Friedhofes niedergesetzt. Mit einem kurzen Wschicdswort an seinen toten Freund leitete Crispien die Schlutzfcier auf dem Friedhof ein. Darauf folgte die Jijederlegung der vielen Kränze der verschiedenen Partei- kärperschasten, der Berliner Großbetriebe und einzelner 'Äruppen. Gesang schloß die Feier. Es war schon Abend geworden, als die letzten Teil- nehmer des Trauerzuges auf dem Friedhof ankamen und die Asche des so jäh ums Leben gekommenen Parteivorsitzenden stumm zum letzten Male grüßten. Provinzialämter für Arbeitsnachweise. . Bis zu der aepianten reichsgesetzlichen Regelung des Arbeits »ackweisweienS sind in Preußen Provinzialämter für da« Arbeits nachweiSwesen gebildet worden, die die Arbeitsnachweise der Ge- meinden zusammenfassen. Mr die Prüvinz Brandenburg ist«in Provinziolamt für Arbeitsnachweis mit dem Sitz in Berlin, und e« ist ferner ein besonderes Provinzialamt mit dem Bezirk Berlin. umfastend den Postbestellbezirk Groß--Berlin und die Gemeinden Spandau und Cöpenick mir dem Sitz in Berlin gebildet worden. Die Verwaltung de« Provinzialamtö liegt in den Händen der Provinzial« Verwaltung, die des Provinzialamts für Groß«Berlin bis auf weiteres in den Händen des Berliner Magistrats. Soweit dieser die Kosten der Unterhaltung des Provinzialamts nicht aus Beiträgen der Interessenten, aus eigenen Mitteln und auS staatlichen Beihilfen deckt, ist er beiugt, die Träger der dem Provinzialverband ange- gliederten Arbeitsnachweise zur Deckung der Kosten heranzuziehen. Vor der Verteilung der Kosten find Vertreter der einzelnen Arten der Arbeitsnachweise zu hören. Diese können gegen die Kosten- Verteilung binnen zwei Wochen nach der Veröffentlichung de» Ber« teilungsplanes Beschwerde beim Oberpräsidenlen erheben, der end- gültig eniscbeider. Scharfe Kontrolle bei der Erwerbslosenfürsorge. Uns wird geschrieben: Die Z e ntr a l« Kart o t h e k der Erwerbslosenfürsorge gestaltet sich zu einer aüßerordent- licv guten Kontrolleinrichtung kür die Gemeinden Groß-Berlins. Wäre vielen Empfängern der Zweck dieser Sinricbtung bekannt, so würden sie den unrecvtmäßigen Bezug der ErwerbSlosenunter- stützung schleunigst aufgeben. Wie hinreichend bekannt, ist jeder Arbeitgeber verpflichtet,' durch Ausfüllung eines in den Geichäns- stellen der Eiwerbsloienfürsorg« erhältlichen Formnlars die Zentral- kartothek zu benachrichtigen, welche Arbeitnehmer, zu denen auch Haushallsongestellie von der Gesellschafterin bis zur Aufwartefrau gehören, bei ihm beschäftigt sind. In der Zentralkartothek der Erwerbslosenfürsorge ist für jeden Unterstützten«in Perionenblatt vorhanden. Es kann nun aus'Grund der An- und Abmeldungen der Arbeitgeber festgestellt werden, ob die Erwerbslosenunlerstützung zu Recht oder zu Unrecht bezogen wird. Sobald der Arbeitgeber die Anmeldung vollzogen hat. ist ein Bezug der ErwerbSlosenunter« stützung iur seinen Arbeitnehmer ausgeschlossen. Durch besondere Beamte werden die Anmeldungen der Arbeitgeber genau geprüir und sortiert, und mancher, der geglaubt hat, durch Verschweigen von Tatsachen oder durch unrichtige Angaben zu einer leichten Einnahme zu gelangen, wird unangenehm überrascht sein, wenn er die auf solche Weise erworbene Unterstützung wieder herauszahlen muß und außerdem noch die straigeietzlichen Folgen zu tragen hat. Des- halb ist allen Erwerbslosen in ihrem eigenen Jntereste zu raten, nur streng wahrheitsgemäße Angaben zu machen. Um die Rechte der Unterbeamte«. Eine öffentliche Versammlung von Unterbecnnten des Reichs-, Staats- und Kommunaldsenstes, die den großen Saal der Germania in der Chausseestraße bis auf den letzten Platz füllte, nahm gestern Stellung gegen die vorgekommenen Dien st«nt» lassung«>n und sonstigen Maßregelungen. Sie war ein. berufen von dem Bund der Verbände der unteren Beamten Deutsch- lands, der au» der bisherigen Soziccken Arbeitsgemeinschaft hervorgegangen ist. Die eingeladenen Minister de? Innern, der Justiz und der Finanzen sowie der Direktor von Plötzensee hatten sich entschuldigt fGelächter), dagegen waren mehrere Abgeordnete der Sozialdemokratischen Partei und auch der Derrtschnatirmalen Partei als Gäste erschienen. Das Reftrai des Redaktnrrs Ka mossa schikderte, wie heute mit den unteren Beamten umgesprungen werde. Das könpe un- möglich so weite: geben, allerschärfster Protest müsse dagegen«in- gelegt werden, schlimmer sei es früher niemals ge- Wesen.(Ledhaste Zustimmung.) Zu Hunderten habe man Bc- amtc entlassen, auch Schutzleuten sei in Masse gekündigt worden. (Entrüstete Zurufe.) Den unteren Hofbeamten würden die ihngu gemachten Versprechungen, sie in anderen Stellungen zu verwende».. nicht gehalten. Referent forderte für die llnierbcamten das Mit- bestimmungsrecht, besonders bei Entlassungen. Er ging dann näher auf den Plötzenseer Direktor Muntau ein,, gegen den die schlimmsten t ickwldigungen öffentlich erhoben worden seien, ohne daß bisher für nötig gehalten wurde, gegen ihn einzu- schreiten. Der Aufseher Seidel sei durch ein Klassenurtetl des Kcrmmergecichts entlassen worden, weil er als Unterbsamtir in de: Stellung eines Vorsitzenden des Beamtenrats das Verhalten des Direktors kritisiert habe.-'Entrüstung.) Die Maßregelungen m Plötzensee uiid in anderen VerwoiL. tungen Berlins und größerer Orte der Provinz wurden noch vpn mehreren Referenten näher beleuchtet. Gewarnt wurde, daß auch die anderen Beamten in ihrer Unzufriedenheit einmal zum äußersten Mittel greifen könnten. (Zustimmmig.)» Vorgelegt und angenommen wurden mehrere Resolu- t i o n e n. Die eine verlangt weitestgehende Berücksichtigung der Interessen der unteren- Hofbeamten und sofortige Zurücknahme der Kündigungen. Ein« xweite protestiert gegen das Difziplinarver» fahren, das gegen die beiden Vorsitzenden des KönigSberger Vereins geführt wird, und verlangt sofortige Einstellung des Verfahrens und von allen Behörden u.n b ed> n g-te Achtung der staatsbür» gerlichen Rechte der Beamten. Eine dritte Resolution protestiert gegen daS KammeraerichtSurteil, das gegen Seidtel die Gutta fsting ausspricht, fordert ein Strafverfahren gegen Muntau wegen der ihm vorgeworfenen Dienstpflichtderletzungen und vvr- langt endliche Vorlegung eines von neuzeitliche« Geist erfüllten Gesetzes' über da» Mitbe-stim- mungsrecht d er Beamten. Dänische Gastfreundschaft. Noch ist der Völkcrfrieden nach wie vor nur eine Hoffnung für die Zukunft; nach all dem Haß, den der Krieg zwischen den Völkern aufgetürmt hat, hat der Mensch noch nicht gelernt, im Menschen den Bruder zu sehen, und nur zaghaft beginnt der Geist der ver- söhnenden Menschenliebe zu erwachen. Unsere Genossen in den neutpalen Ländern waren die ersten, die unbeirrt von dem Haß rings, herum sich zu einem großzügigen Hilfswerk für das schwer-- geprüfte Deutschland zusammenfanden. Das deutsche Kinder- elend war es besonders, das ihnen ans Herz ging, und warme Menschenliebe hat Mittel und Wege gefunden, um unserer enr- kräfteten Jugend zu helfen. Ein Aufruf der dänischen Gewerk- schaften im„Sozialdemokraten', ein Appell an das Herz unserer dänischen Genossen, unh viele Hunderte von Familien meldeten sich zur Aufnahme deutscher Kinder, viele Tausende gaben Geld- spenden, um auch'.eilzuhaben an dem Hilfswert. Mehr als 1200 deutscher Kinder haben in den letzten Monaren dänische Gast- freundfchaft genossen und genießen sie zum Teil noch über Weih» nachten hinaus. Wer sie sah, wie sie blaß und schmal hinauszogen, und sab, wie sie nach Wochen zurückkehrten, frisch und rund und keuchend unter der Last alles dessen, was die Liebe der Pflege» elrern ihnen noch auf den Weg in die Heimat mitgegeben hatte, dem wird das Herz voll von Dank für all die warme Liebe, die der fremden Kinder sich in selbstlosem Erbarmen angenommen hat. Im Namen der Kinder, die die dänische Gastfreundschaft ge- nosivn haben und lange an der Erinnerung zehren werden, im Nazren der vielen Eltern, die ihre unterernährten Kinder neu- gestärkt zurückerhielten,! sagen wir unseren dänistben Parteigenassen heißen Dank für das, was sie an den deutschen Kindern g*;an hgben. Ihr Liebeswerk wird uns Deutschen neue Hoffnung gchben auf eine bessere Zukunft, die den Geist wahrer internatio- naler Gesinnung durch die' Tat bekunden wird. Schlechtes Bier«it iFleischgeschmack. In der Patzenhofer Vir a u e r e i, Abteiluncs S ü d- W e st, Fidrc nstraße, wurden dieser Tage vier Hekroliterfässer abgeladen, die schlechte» Bier enibalten ir/lllen. Die Fässer kamen au» Lübbenau und waren für den Direkror Langermatz bestimmt. Die Arbeiter stellten jedoch irpim Oestnen fest, daß in den Fässern Fleisch enthalten war. und da sie für diesen Artikel auch sehr empfänglich waren, so teilten sie brüderlich mit dem Direktor, d. b. die Arbeiter nahmen zwei Faß Und die beiden übrigen Faß des.schlechten Bieres' bekam der Herr Direktor, wobei dieser dennoch immer»och sehr günstig weg« gekommen ist.'_ Zur Neuordnung dtr deutschen Rechtschreibnng schreibt man uns von zuständiger Seile:. Auf der- in der Zeit vom 20. bis 22. Oktober im Reichs- Ministerium des Innern abgehaltenen Vorbesprechung zur Reichs- ichulionferenz wurde von der ReichSregieiung auch die Frage der Neuordnung der deutschen Rechischreibung zur Sprache gebracht. Es herrichte Einmütigkeit darüber, daß«mit der Schul- reform auch eine Reform der Rechtschreibung Hand in Hand gehen müsse. Die Reichsregierung wurde ersucht, zu diesem Zweck so bald qls möglich die nötigen Maßnohmen in die Wege zu leiten. Sie wird deshalb die Angelegenheit voiaus- sichtlich aus der demnächst stattfindenden Sitzung de« für die Vorbereitung der RrichSschulgesctzgebung und der Reicksichlil- korferenz einberufenen stäadlgen Ausschusses zur weiteren Erörte- rung stellen._' \—— Neneintragung in die Kohlenliste. Die Kohlensielte Groß-Berlin fordert alle zum Bezüge von Briketts berechtigten Verbraucher für Küchen- und Oienbrand, Gewerbe, Behörden mit Osenbeheizung und denen gleichgestellte Verbraucher im Gebiete des Kohlen- Verbandes Groß-BerUn auf, sich vom 15. bis 25. November einschließlich in die neuen Brikellkundenktsten einzutragen. Zur Vornahme von Eintragungen sind nur diesenigen be« rechtigt, welche die von der Kohlenstelle Groß-Berli» heraus« gegebenen Plakate.Mit Genehmigung der Kohlenstelle Groß-Bertin, Linkstr. 25. werden hier Eintragungen in die Kundentiste sür Briketts usw.' zum Aushang bringen. Zwecks Eintragung in die Brikeltkundenliflen für Küchen« und Ofenbrand(Koch- und Ofeakarten) sind vorzu- legen: graublauer Auswei» und Grundkarte, ferner die Kohlen- karten. Zwecks Eintragung in die Brikettkundenlisten für Ge- Werbebetriebe(Gewerbekohl e-n karten) sind vor« zulegen: brauner Ausweis.und Grundkarte. Zwecks Eintragung in in die Brikettkundenlisten iür Behörden-Osenbeheizung (rosa Bezugscheine) sind vorzulegen: rosa Ofenbrand- beznaicheine sür die Heizperiode 1StS/20. ES wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß bis zum Sl. März derjenige Kohlenhändler nach wie zur Abgabe von Briketts ver- pflichtet bleibt, ber welchem der Verbraucher seither eingetrogen ist. Montrose. 21) Detektivroman von Sven Elvestad. „Es ist mein eigenes Haus." stieß der Wirt gurgelnd hervor,„und ich darf es wohl einrichten, wie es mir paßt. Uebrigens ist es nicht ausgeschlossen, daß ein anderer die Tür von drinnen geöffnet hat, Verehrtester." „Wer?" „Der Herr, den Sie den Ermordeten zu nennen belieben." Ärag schüttelte den Kopf. „Sie meinen, daß er nicht ermordet war," sagte der De- teklw,„das ist unmöglich. Die Wunde in der Brust, der lange Dolchstich, der offenbar durchs.Herz gegangen war, seine erloschenen Augen und starren Hände, die bereits an- gefangen waren zu erkalten. Nein, mein.Herr, solche Men- schen stehen nicht mehr auf." v Obgleich er es für sinnlos hielt, begab Krag sich trotz- dem aufden Korridor und rief Kellers Namen mehrere Male lasst. Seine Stimme schallte durchs ganze Haus. Aber es erfolgte keine Antwort. Ueberhaupt war jetzt im ganzen Hotel nichts anderes zu hören, als der leite sausende Laut i>6t Zentralheizung. Krag kehrte ins Zimmer zurück und setzte sich in den Stuhl des Toten. Etwas Besseres fiel ihm nickt ein. Im Augenblick war er wirklich vollständig ratlos. Ihm war, als ob er aus einem Traum erwacht sei und in dem Zustand halben Wachseins, Traum und Wirklichkeit miteinander ver- mengte— als ob der Mord und der Priesterrock und Keller und das ganze Mysterium dem Traum angehörte, und das leere Zimmer und der verwunderte Wirt einer keineswegs angenehmen Wirklichkeit. Ader nein, er wußte ja, daß alles stattgefunden hatte. Im Augenblick erschien ihm die Lage allerdings rätselhaft, doch war er überzeugt, daß das Rätsel einen Schlüssel und �ne Erklärung haben müsse, die vielleicht ungeheuer einfach waren, vielleicht gerade, weil sie so mystisch erschienen. Hier hat qlso der Tote gesessen, dachte er, in diesem Stuhl. Krag blickte auf die Erde. Bluffpuren waren nicht da. Er unter- suchte den Teppich näher. Nein. Wirklich nicht die geringste Btutspur. Dann aber fiel ihm ein, daß derartige tödliche Dolchsffche durchs Herz sehr wenig Blutung im Gefolge haben, oft nur einige Tropfen auf dem weißen Hemd. Die Gäste draußen im Korridor begannen jetzt mitein- ander zu flüstern und die Sache fing an, einen Sdhein von Lächerlichkeit zu bekommen. Darum war es ausschließlich aus egoistischen Gründen mit Rücksicht auf seine eigene Würde, daß Krag Sorge trug, daß die Neugierigen und Un- befugten fortgewiefen wurden. Während sie sich brummend entfernten, drängte ein Kellner aus dem Cafs sich zum Wirt durch und flüsterte ihm etwas zu. Der Wirt schiett erstaunt und wandte sich gleich an Ltra-g. „Er teilt mir mit," sagte der Wirt,..daß haß Zimmer Nummer 333, also dieses Zimmer, seit mehreren Tagen nicht besetzt gewesen ist. Was sagen Sie dazu, mein Hsrr. Meine Bücher lügen nicht. Dort aber kommt der Porti«, Sie kön- nen-ihn selbst fragen." Ein Mann in Livree, die Mütze in der Hand, zeigte sich. „Das ist ausgezeichnet," sagte Krag,„kommen Sie her- ein, auch Sie, Rudolf— und verschließen Sie dia Tür. Jetzt befinde ick mich also Aug in Aug mit Mensche«, die�elwas sn dieser Angelegenheit zu sagen wissen. Es ist ein förmliches Verhör. Noch vor wenigen Minuten hätte ich es nicht für möglich gehalten, daß ich in dem Stuhl des Ermordeten sitzen würde, um Leute zu verhören, wo der Tote in aller Welt abgeblieben ist. Denn verschwunden ist er, das ist sicher, sowohl er wie der Detektiv. Also," stilfr Krag zum Portier gewandt fort,„Sie behaupten, daß dieses Zimmer seit mehreren Tagen nicht besetzt gewesen ist?" Der Portier legte sein Buch auf den Tisch. „Bitte/ Sie können selbst sehen," sagte er.„Das Zunmer hat in den letzten drei Tagen leer gestanden." „Gut. Aber was sagen Sie. Rudolf? Sind Sie nicht auch sicher, daß der Mann, den Sie Abb6 Montrose nannten, sich vor einer Stunde in diesem Zimmer aufgehalten hat?" Der Name Abbe Montrose machte einen starken Eindruck auf die Anive senden. Alle hatten natürlich die aufsehenerre- genden Artikel in den Zeitungen gelesen.» Das Morgengewölk ließ ein kräftiges Brummen ver- nehmen. „Ja." sagte Rudolf,„ich hin ganz sicher. Er klingelte und bestellte Cocktails, noch dazu„Gloria mornmg fizz"." „Die Marke des verruckten Professors/ murmelte der Wirt. Krag verstand nicht, wen er mit dem verrückten Professor ineinte, un-d beschränkte sich bis auf weiteres darauf, diesen Nomen in seinem Kops festzuhalten. „Wußten Sie denn,!' setzte Krag das Verhör fort,„wuß- tan Sie denn, Rudolf, das dieser Mann in Zimmer 33 wohnte?" „Nein." „Ist es möglich, daß der Mann ins Hotel gekommen und auf dieses Zimmer gelangen konnte, ohne daß jemand ihn ge- sehen hat?" .Dös kann schon sein," antwortete der Portier.„Wir baden die Gäste, die ein- und ausgehen, nicht immer unter Konttolle." „Und Sie servierten ihm die Cocktails?" Die Frage war abermals an Rudolf gerichtet und er ant- wortete: „Natürlich. Und er hat sie auch gleich ausgetrunken." „Und darauf brachten Sie ihn auf unsere Tuffordovung nach Nummer 6." „Oh, diese verfluchten Nummern. Man stelle sich vor, 6 liegt in unmittelbarer Nähe von 333." „Es ist mein eigenes Haus," brummte der Wirt. Krag unterbrach ihn. „Und dann?" fragte er Rudolf. „Tann geschah nichts weiter, bis Sie angestürzt kamen und sagten, daß ein Mensch auf 333 ermordet worden sei." Krag hörte kaum auf das, was Rudolf antwortete. End- lich schien der Detektiv einen Leitfaden gefunden zu haben. Er stand anscheinend mit dem Zimmer in Verbindung, denn die verwunderten Auschauer. sahen, wie er seine Blicke über den Fußboden schweifen ließ und hörten ihn murmeln:„Kein Gepäck... kein Gepäck.. '„Nein, Gepäck hatte er nicht," schob Rudolf ein. Woraus Krag mit zerstreuter Miene seinen Blick über die Wände schweifen ließ und vor sich hin murmelte:„Die Königsfamilie.. die Königsfamilie..."' Plötzlich sprang er vom Stuhl auf, riß die Tür auf, war mit einem Satz über den schmalen Korridor und öffnete rnil einem Krach die Tür zum gegenüberliegenden Zimmer. Er� zeigte h'nein und rief: »Die Königs fcmulie! Großer Gott, die Königsfamilie l" ' Eortj. folgt.) Mt gefälschten Garderoiemarken„arbeiten� schon seit längerer Feit Schwindler, die besonders die Vorräume der Theater umsicher machen. Sie treiben sich dort unausfällig umher und metSen sich die Nummer eine? wertvollen Kleidungsstückes, wenn es abgegeben wird. Während dann der Eigentümer der Vorstellung beiwohnt, Verlasien sie das Theater, legen eine genau nachgemachte Marke mit der von ihnen eingetragenen Nummer der Garderobenfriru vor und erhalten so das Kleidungsstück, auf das sie eS abgesehen haben. Auf dem Magerviehhof Berlin-FriedrichSfelde findet der nächste Schwcinemarkt'des SustlagS wegen am Donnerstag, den 20. November 1910, von morgens 8 Uhr, statt. Tie Universität zu Berlin, die— wie aus einem Briesuuischlag gleich d r e i m a l versichert wird— immer noch„Königlich« ist, bittet jur Bebebung der WobnungSnot der Studierenden alle Woiinungswbaber, die«inen aiigemesien ausgestatteten Raum zur Veifügung baden, sich bei dem studentischen Wohnungsamt, Universität 0 2, Zimmer 62, schristsich zu melden.) Der Arbeitsnachweis der Ttadt Berlin teilt mit. daßlb- holen kann. Die Arbeiterinnen, die trotz Benachrichtigung Ihr Kostüm noch nicht abgeholl haben, wollen sich vom 20. bis 22. November in 9 Uhr vorm. bst 1 Uhr nachm. im Gebäude 2 K einfinden. Zeit«rsolgt lein« Ausgabe mehr. Neukölln. Schließung weiterer BolkSküchen. Die ständig fallende Besucherzahl der städtischen KriegSnolstandSküchen hat die Kücher»- Verwaltung veranlaßt, von den noch bestehenden fünf Küchen zwei P—— in der Zeit vvsi Nach biep: weitere mit dem 8. November zu schließen. ES find sonach nur noch folgende Kücken in Betrieb: Küche IV, Berliner Str. 88 als Abend- küche, Küche VI, KarlSgartenstr. 8/10 und Kücke IX, Hertzbergstr. 23/6 (einschließlich Mittelstandsküche), als Tagesküchen. — Die Sprechstunden beS städtischen WohnungSiuspektorS und der Wohnungspflegerin find werlläglich für die Zeit von 8>/z bis lO1/. Uhr vormittags— Zimmer 216, 2 Treppen im neuen Rat- Hause— festgesetzt. DaS Wohnungsamt(Zimmer 266) sowie der WohnungSnackweiS(Zimmer 251/2) find in der Zeil von 9—12 Uhr für das Publikum geöffnet._ Groß-Berliuer Lebensmittel. HermSdors. Bei den Drogisten Borstorsf, Bahnbosstr. 10, Neugebauer. Awrechtltr. 87, und tn der Zenlral-Drogerie, Bahnbosstr. 17, aus Abschnitt 7 der örtlichen Lebensmittelkarte ein Päckchen Süßstoff(50 Pf).— Jnsolge gerin gen Milchetngangs können Kinder im Alter von 4—8 Jahren nicht mit Milch beliefert werden. ES wird einmalig 1 Pfd. Grieß gewährt. Bezugsscheine gegen Vorlegung der Milchkart« im LebenSmittelbureau, Zimmer 8, erbältlich. Grieß wird bei Becker, Berliner Str. 15, abgegeben. — 600 Gramm Teigwaren(80, 81), 250 Gramm Maismehl oder'Mais- grieß(88), 200 Gramm Haferflocken(44). Grsß-Serliner parteinachrichten. s. Abt. Am Sonntag, mittags 12 Uhr, findet im Märkischen Museum eine Führung statt. Alle Mitglieder der Wt. und deren Angehörige sind ftdl. eingeladen. Treffpunkt: Eingang zum Museum am Köllnischen Park. Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Lehrer und Lehrerinuen Brost-Berlius. Sonnabendnachmittag 4 Uhr Sitzung im Jugendheim, Lindcnftr. 8. Lichtenberg. Heut« Tst, Ubr, tn der Aula Marktstr. 10/11: General- Versammlung des Wahwereins. Tagesordnung: 4. Bericht der Bezirks. leitung. 2. Bericht der Stadtverordnetensraklion. Referent: Gen. Arndt. Fredersdorf, Ostbahn. Heute abend 8 Uhr bei Gronestag: Mit- gliederversommwng. Vortrag deS Genoffen Hermann Müller, M. d. N., über.Die Sozialdemokratie in der Nationalversammlung«. Wilmersdorf. Genofle Max Grunwaw nimmt heut« seine jeden Freilag ilallsindenden Vorträge wieder aus. Sportnachrichten. Arbeiter-Radsahrerverein Grost-Berlin. Sonntag: Zehlendorj, GesellichastSbauS, Karlstraße 12.— Zeutben—WeruSdorf— Freienbrink— Slöritzsee— Erkner. Ablahrt Görlitzer Lahnhos, 7.20 Uhr vormittag«; BIrkcnwerder— Briese— Mühlenbccker See— Buch. Swsahrt Stettiner Vorort- bahnhof, 8.50 Uhr vormittags. Kindersabrl: Frohnau— Pricsterbcrge— Tegel. Treffpunv l!Ji Uhr Stettiner Borort bahnhof. Ii Preuss.-bddd.(240. Preoss.) Klassen-Lotterie � S. Klus. T. Zlehoogitac U. Xorcnb« 18X0 (Ohne Gewlhr.)(Jfaehdruek.erboten.) In der Tonnittagezlehong wurden Gewinne aber MO Uufc gtiogen, S Gewinne»u 10000 M 168647 2 Gewinne rn 6000 M 209877 . 64 Gewinne tu 3000 11 4481 5285 11718 16333 24785 8420« 37402 69366 65608 68623 77986 89492 101093 108579 103762 109530 124844 134765 136643 145367 146008 181183 184811 160473 186443 138661 210378 218188 221271 224937 231053 233103 132 Gewinne oti 1™* W Tr** rvpe-o«Ar•*. M 15 M ;6 19 36 31 >9 ■1 .0 3 I 3 8 4 ,0 82.'..U. u... v.w. m..—'.Ow 1 1/000 18145 2t, i oO 32128 32395 37099 38460 62838 63338 71734 82054 87751 100039 107260 107368 107429 108636 109728 113618 119338 119422 121772 1266S8 128485 146515 147597 164819 182364 178293 192585 197633 205061 216168 217681 221790 228752 229984 231468 178 Gewinne tu 600 M 4918 5388 8180 9981 18851 16780 17835 20689 21510 29626 33271 34771 39696 40420 40602 43374 46282 6a250 68657 69779 60343 76173 78800 78773 79304 82379 62520 86615 87734 68951 105355 106819 108091 108299 108369 119406 112102 114720 121074 123080. 123787 125907 130695 134345 136160 138761 141538 145169 J 68929 159926 180237 183369 185804 160073 169752 73875 174593 179660 179689 182806 184092 192041 192746 193899 195333 195843 108244 208776 208728 209799 209628 212045 216442 227404 228358 229057 233156 233331 142 Gewinne tu 1900 M 4768 19894 21001«2555 24898 27270 28961 36510 36576 38977 42389 43137 49076 62458 55009 66379 85585 66945 69940 81214 63787 88339 71663 74119 74692 76190 78980 79672 79940 84105 84716 89817 92813 101716 101900 102961 111907 116613 118930 119891 119931 120733 129254 13'30S 144290 149126 154949 158009 158899 180165 166478 166407 107812 188289 173955 175512 182941 183522 184426 138189 208319 207429 212137«14277 215430 221825 223765 224196 228940 229484 262642 187698 201339 216096 169911 191279 201494 222821 173811 191780 204294 224981 /V Umlernend rnuB heute die Jianie Welt, je och gar mancher wird davon besonders schwer betroffen. Er mu8 den Ihm lieb gewordenen Beruf aufgeben und steht damit vor einer fast unlöslichen Aufgabe Das beste Mittel, sich einen neuen Beruf, eine bessere Stellung tu verschaffen, bietet die Methode Rustin (5 Direktoren bäberer Lehranstalten, 22 Professoren als Mitarbeiter), ohne Lehrer durch Selbstunterricht unter ener- flscher Förderung des einzelnen durch den persönlichen ernunterrichu WissenschaftL geb. Mann, Wissensch, geb. Frau, geb. Kaufmann, Geb. Handiungsgehllfin, Bankbeamte, Eini.-Freiw.-Prllfg., Abit.-Exam., Gymn., Rcalgymn., Oberrealschule, Lyzeum, Oberlyzeum, Mittelscnullehrerprüfg., Zweite Lehrerorufg., Handelswisscnschaftcn, Landwirtschaftsschule, Ackerbausch., Präparand., Konservatorium. Ausfübri. 60 S. starke Broschüre über bestandene Examen, Beförderungen im Amte, im kaufmönnlschen Leben usw. kostenlos durch Bonneß& llachfeld, Potsdam, Postf. 224 Kronen, Brüchen, Plomben Zähne in 1 Tag tz (ca. 100 Ausführungen.) Evtl. Zahlangserlelchterung; auch für Kassenmltxlleder. 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(Leopoldine Konstantin, Kurt OOiz, Erich Walter.) Residenz- Theater. Untergrundb. KlosterstraSe, Stadtbahn JannowitzbrOcke. ,nC"r 308. Male Das im Lei. Von Hermann Sudermann. Regie: Allred Retter. Erich Kalser-TKz. Olga Limburg, Harry Ltedtke, Rosa Valettl, Marietta 0»y, Emma »ebner, Qunold, Mamclok, Brenkendon. Sonnabend 4 Uhr, kleine Pr.: Hünsel nad Orotel. Sonntag 4 Uhr, kleine Pr.; Z. 384. Male: Der gute Ruf, Trianon-Theater. Bahnhof FriedrichstraBe. Untergrundbahn Frledrichstr. Täglich Vjg Uhr: Maskerade. Von Ludwig Fulda. Regie: Alfred Rotter. Hansl ArnstSdt, Engen Burg, Küthe Dorsch, Paul Blldt, Jul. Falkenstein, Hugo Flink, PaulaLevennann, EmmiWyda. Sonnabend 4 Uhr, kleine Pr.: Aschenbrödel. Sonntag 4 Uhr, kleine Pr.; Der Eebenaucbüler. Königstadt-Theater 7.30 Alexanderstr. 21. 7J» V aiiet6-8plelpl»n. Burleske: Doktor wUerWIUen Surlg�ke: Do, Walhalls la-Tbeater. 7"/, Uhr: Eine Frau wie Du. Rose-Theater. 7»/, Uer: Das Gesetz. 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