p.585.36.|«l)rg. Bezugspreis: Tiertrljährl. 10�0 ilt, monntl 3,50®!. frei hts Kail», voraus zahlbar. Pol:- b�zug: �Monatlich Z�a exkl-Ku- flellunAsgebühr. Unter Arouzband fUr tleutfchland und Oejrrrrcich. Unzarn b.TZ Mb, für das übrige Ausland I0.T59Rt, bei täglich einmal. Zustellung 8,73 Ml. Poftdestellungen nehmen an D-nemarh Holland, Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Singetrage» in die Post-Zeitungs-Preisliste. Der.Borwörts" mit der Sonntags- beilage»Boll u. Zeir" erscheint wachen- täglich zweimal. Sonntags einmal. Morgen-Ausgabe. Telcgramm-Adresse: »Säzialdemokrot Verlin-. Nerlinev Volksblstt IS Pfennig) Anzeigenpreis: Sie achtgespaltene Nonpareille-eile kostet 1,80 M,. Teuerungszuschlag llO",'� „kleine Anzeigen-, dos seit- gedruckte Wort 73 Psg. fzulässt» zwei settgedruckte Worte), jedes wettere Wort 30 Psg. Stellengesuche imd Echlafstcllenanzeigrn das erste Wort KZ Psg., jedes weitere Wort 40 Plg. Worte über lZ Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlog 30° Familie»- Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Vereins- Anzeigen I,so Mb die geile. Anzeigen siir die nächste Rununer müsse» bi» 5 Ahr nachmittags ü» Hauptgeschäft, Berlin S-JB 63, Lindenstrahe 3, abgcgebrn werden. Seoffnet von 9 Uhr sriih bis 3 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdcmohrati fehen Partei Oeutfcblande Redaktion and Expedition: Ew. 68, Ändenstr. Z. K er« spreche?- Amt Mortppla«. Sir. IStS«—»»tS7. Souuabeud, den 13. November 1S19. vorwärts-verlag G.m.b.H., Ew. 68, �indenstr.Z. Fernsprecher: Amt Moristpla«. Sir. 11.7 öZ— 54. Nieder mit der Reaktion! Arbeiter, Parteigeuoffe«! Je mehr die Unterfuchungeu und Veröffentlichungen über den Weltkrieg die verbrecherischen Taten des alten reaktionären Regimes dem Volke zum Bewußtsein bringen, desto frecher erhebt die Reaktion, die heute in der Deutsch-Nationalen Volkspartei verkörpert wird, ihr Haupt. Tie Anwesenheit des Feldmarschalls Hin den bürg in Berlin und die Achtung vor diesem Mann soll das Feuerchen abgeben, an dem das dentsch-nationalistische Süppchen zum Sieden gebracht wird. Schüler, Studenten und andere radanlustige Elemente werden zn unerlaubte» nationalistischen und monarchistffchcn Straffendemonstratiouen veranlaßt. Die Schul- und Polizeibehörden scheinen zu schlafen. Wir wollen sie wecke»! Wir wollen gleichzeitig zeigen, daß die große Masse des Volkes entschloffen ist, Republik und demokratische Freiheit mit allen Mitteln zn verteidigen. Arbeiter, Parteigenossen! Erscheint in Massen! am Sonntag, den 16. November 1019, vormittags 10 Uhr, zu unseren Knndgebnngen gegen die reaktionäre alldeutsche Hetze, für Republik und Demokratie in den Lokalen: Deutscher Hos, Luekauer Strafte, Zentralfestsäle, Alte Jakobstrafte 33, Prachtsäle Alt-Berlin, Blumenstratze 10. Der Vorstand der Bezirksorganisation Groft-Berlin der S. P. D. Helfershelfer Elemenceaus. Es ist eine alte Erfahrung, das sich die Nationalisten der derichiedenen Länder gegenseitig in die Hände arbeiten. So lvar es vor dem Kriege, so wahrend des Krieges, und so ist es jept. Tie Scharfmacher im Ententelagcr erfinden tine Temntigung nach der anderen, um die nationalistischen Leiden- schaften in Deutschland aufzustacheln die dentsäinationale Reaktion dagegen bemüht sich unabläsfig. durch sinnlose Kund- gedungen diesen französischen uiid englischen„Alldeutschen" Material für ihre Hetze zu Ueiern. Das verwerfliche Spiel, das die Rechte fest Mittwoch mir Hindcnburg treibt, ist unvcrant- wortlich und schädigt' aufs schwerste die allgemeinen deutschen Interessen. Noch kurzlich haben wir erlebt, wie infolge des �altikum-Abenteurö die Osisecblockade verhängt wurde, und wie trotz der von Foch ausgesprochenen Drohung, die gesamte Blockade gegen Teutschland wieder zu errichten und trotz des onngenden Appells der RNchsregierung an die aufsässigen Gruppen die deutschnationale Presse sich nicht scheute, letztere zum»vetteren Ungehorsam aufzufordern. Wenn die Alldeutschen auch nur ciucii Funken von Ver- ant�vortlichkeitsgefühl besäßen, dann tvürdcn sie die jetzigen unerhörten Kundgebungen unterlassen. Sticht allein,»veil diese von der Arbeiterschaft als eine Provokätion schlimmster ' Art aufgefaßt werden müssen, da sie eine Uebertretung der Verbote darstellen, die init dem Belagerungszustand verbunden sind, den die Regierung sich leider gezwungen sieht, gegen die Putschisten von links anzuwenden und aufrechtzuerhalten, sondern auch im Hinblick aus die naheliegende schtvere Schädigung der deutschen Absichten in der Welt. Noch kürzlich mußten wir eine Rede ElemenceauS in Metz lesen. in der dieser seine weitere unversöhnliche Haltung Deutschland gegenüber damit begründete, daß es den Anschein habe, als ob die Deutschen sich für eine demokratische StaatSform nicht eignen. Der alte Hasser sucht stets nach Borwänden, um Teutschland niederzuhalten, um die deutschen Kriegsgefangenen weiter ichmachten zu lassen, und unsere Deutsch- nationalen liefern ihm diese Lorlvändc «« jeder Gelegenheit mit größter Bereitwilligkeit. � 3« diesem Zusammenhang fragen»vir die Regierung, yd Deutschnationale Versammlungssprenger. Tie deutsche Liga für Völkerbund hatte zu Freitag abend eine öffcntlicho Versammlung über das Thema„Nation und Bölkerbu n b" einberufe». Als Redner waren angekündigt: Reichsminister Erzberger und Professor Walter Götz- Leipzig Bestimmte, dem Minister Grzherger feindlich gesinnte Kreise be- nutzten diese Gelegenheit zu einer Demonstration gegen den Reichs minister. Mehrere hundert Personen stürmten den B c r s a m m l u n g s s a a l vor Eröffnung der Bersammlung; nachdem die Polizei ihn einmal geräumt hatte, wurde der Saal zum zwei ten Male gestürmt und nun setzte ein ohrenbetäubender Lärm ein. Professor Schücking, der die Versammlung leiten wollte, wurde beschimpft und bedroht, ebenso Professor Berg- st r a s s e r, der Herausgeber des„Demokratischen Teutschland". Professor Götz wurde gewaltsam gezwungen, seine Rede zu unter brechen und verzichtete schliesslich auf das Wort. Nnn»ahm der deutschnationale Abgeordnete Lawrrenz den Vor- fitz der Versammlung, und naäidem verschiedene Redner für die Kriegsgesangrneu gesprochen hatten, hielt Abgeordneter Lawcrenz eine mit grossem Beifall aufgenommene Rede gegen de,,„Reichs- verderbrr Erzbergcr". Unier Absingiing des Liedes „Deutschland, Teutschland über alles" und unter Ichmährufrn gegen Erzbcrgrr und dir Juden ging die Bersammlung auseinander. Es wurde eine lebhafte Astitation getrieben, vm einen Demonstraiionszug zu formieren, der üch nach der Wohnung Erzbcrgers begeben sollte. Inzwischen trat die blaue Polizei in Tätigkeit, welche die aufgeregte Masse zu zerstreuen versuchte. sie sich des Schadens bewußt ist, den uns das eigeniuächtige Vorgehen des Obersten Reinhard in den Augen des Aus- landes verursacht. Schon aus diesem Grunde schuldet sie es dem deutschen Volke, exemplarisch vorzugchen. Tie uin so mehr, als die um die Person Hindenburgs betriebene Agitation Dimensionen angcnominen hat. die selbst die unS am g?° rechtesten gesinnten Ausländer stutzig machen. Diese letzteren sind leider noch immer eine Minderheit. Speziell für die meisten der in Berlin antvesenden französischen Zeitungs- korrespoitdenten, die jeden Anlaß benutzen, um in ihren Be- richten und Telegramineu ihre Leser weiter gegen Deutschland aufzuivicgelii, bilden die seit Mitüvoch stattsindenden Kundgebungen ein gefundenes Fressen. Wenn die Negierung nicht energischer eingreift als bisher, dann kann uns im In- und im Auslände unermeßlicher Schaden daraus erivachsen.. DeSivegen begrüßeil»vir rückhaltlos die Schärfe, mit der der Reichsminister Genosse Dr. David in der Freitag- sitzung des Untersuchungsausschusses den ihm durch den Vorstoß Helffcrichs aufgezivungene»» Kampf aufge nomincn und ausgesochten hat. Möge sein Beispiel befolgt »Verden von allen denjenigen Ministern, die berufen sind. dicscin Skandal ein Ende zu machen, also in erster Linie voil den Genossen Noske und Haenisch. Wir begreifen die Zurück- Haltung, die sie bisher an den Tag gelegt' haben. Da aber die Reaktion diese Vornehmheit ausnutzt, um ihr H«lpt immer frecher zu erheben, unbeküiumert um den Schaden, den sie damit in dieser Zeit schiverster»llot des deutschen Volkes an- stiftet, nuiß endlich diejenige Sprache mit ihr geredet werden. die sie anscheinend allein versieht, die"einzige, vor der sie Respekt hat,»vie»vir es am 9. November 19l8 erlebt habe»». Zur Sache selbst möchten»vir noch ausdrücklich fest- stellen, daß der Untersuchungsausschuß ursprünglich dem greisen und verdienten Generalfeldmarschall v. H i n d e n- hurg das Erscheinen vor dem Untersuchungsausschuß harte ersparen wollen, und daß nur infolge des E i n s P r u ch s L u d e n d o r f f s. der. als er die Vorladung erhielt, erklärte, nur zusammeu»uit seinem ehemaligen Vor gesetzten aussagen zu»volleil, letzterer vorgeladen werden »" u ß t e. Nur diesem Verhalten des früheren General- qilartiermcisters ist es zu verdanken, daß dem 72 jährigen Feldherrn der immerhin unangenchme Gang zum Unter- snchungSausschuß nicht erspart bleiben kann. Nun ist Ludendorffs Verlangen erfüllt, und keine Schüler- demonstration oder sonstige Knndgebuna wird HindeuburgS Erscheinen vor dem Untersuchungsausschuß verhindern können. Von dem ehrwürdigen Sieger von Tannenberg aber hoffen wir. daß er sich nicht fernerhin von diesen Helfershelfern Clemenccaus, den alldeutschen Schreiern, mißbrauchen lassen wird. Möge er bedenken, daß. ivcnn er den Deinonstrante» seinen Tank ausspricht, er damit nicht nur auf die Hochrufe antwortet, die ihm dargebracht»verde», sondern auch aus die Schnlähungen, die gegen die RcichSregierung, die Natümal- Versammlung, die Republik— also gegen die erdrückende Mehrheit des deutschen Volkes--- ausgestoßen werden. tzinöenburg belagert. Die V. K.- Korrespondenz sendet un-Z folgende lreklärung: JJu unserm Bericht über die studentischen Kundgebungen für Hindenbueg behauptet die Reichskanzlei, das; die Dlilleilung. Hmdenburg sei am Betrclen des Reichstages verhindert worden, nicht den Tatsachen einspreche. Hierzu bemerken wir, dai; diese Bebaup- tung unrichtig ist. Der Generalseldmarichall bal vor den �el'en, als sein Aulo angehalten wurde, selbst gesagt, daß er zum Reichs- tag müsse, wie durch zahlreiche Zeugen festiunellen sst. Die Tatsache, dag Hindenburg nicht in den Reichstag zu gelangen veriuochrr, ist den amtlichen stellen sicherlich umjngenehni. Man begrenr das wenn man die Meldung der Berliner Sicherbeilspolizei liest, die lautet: ,Gor dem Reichstag ballen("ich T> upps Studenten und Schüler angesamiiielt. um Hindenburg zu begrüße». Die Lciite ginge» auseinander, so daß die Polizei keinen Änlaß s!) zum Einschreiten hatte." HinSenbnrg-propaganöK in öen Schulen. Von einem Schüler des Werner-Sie-mwcS-Renlgymnasiu.mZ in Schöneberg wird uns berichtet: Auch in unserem Gymnasium ist von deutschnationaler Seite starke Propaganda für den Hindenburgempfang gemacht worden. So erschien z. B. am Donnerstag in der zweiten Stunde der stellvertretende Direktor Rengel und fragte die Angehörigen der deutschnationalen Jugend, ob sie sich an dem Hindenburgempfang beteiligen wollten. Ein großer Teil der Schüler meldete sich. Als darauf die anderen erklärten, daß sie zur Beerdigung H a a s e S gehen wollten, entstand ein fürchterlicher Tumult und«ine große Auseinandersetzung. Auch am Freitag wurde wieder zur Demonstration für Hindenburg aufgefordert. Die Schüler der anderen Richtung erklärten nun, daß si« dann auch frei haben wollten. Die Folge war, daß wiederum ein großes Geschrei entstanden. Die Westrup engelüee. Zu der Beschlagnahme des russischen Geldes in Potsdam können wir melden, daß in der Vereinsdruckerei in Potsdam, Junkerstr. 36. im Laufe deS Vormittags Haussuchung gehalten wurde, und auch hier fand man einen Teil im Druck vor. Alles Material wurde beschlagnahmt. Auch diese Druckerei gibt nicht den Namen des Auftraggebers an. Die Papiere stnd in festver- schlossenen Koffern zur Polizei gebracht. Der Hofbuchdruckerei- besitzer Müller jun. erklärt, daß nach seiner Meinung nur die Entente dieses Geld beschlagnahmen könnte, da sie der West- russischen Regierung keine Unterstützung verleiht. Jetzt ist man eifrig bemüht, den Auftraggeber zu ermitteln. Wie wir nachträglich noch erfahren, bat die Potsdamer Staatsanwalt- schaft an der Hand der Rechtsprechung festgestellt, daß die Beschlagnahnre nicht aufrechterhalten werden kann. Sie wurde deshalb aufgehoben. Ein politisches Attentat. Am DomterStag abend wurden die Einwohner der Rödelstraße in Leipzig-Schleußig durch eine heftige Detonation erschreckt. Im Treppenhaus deS Grundstückes Rödelstr. 1 war eine Bombe zur Explosion gebracht worden. Der Anschlag galt, wie die Kriminalpolizei mit Bestimmtheit annimmt, dem Stadt' ingenieur und Leiter der Leipziger technischen R o t h i l f e, S ch w a r tz, der im 2. Stockwerk deS genannten Hause» wohnt. Die Wirkung der zur Entzündung gebrachten Sprengung war außerordentlich stark. Es macht den Eindruck, als ob eine Granate durch das Dach gegangen und an der Tür des In- genieurZ Schwaitz zur Explosion gekommen sei. Der Familie deS In- genieurS Schwartz, der im Moment der Explosion nicht in der Woh- nung war, hat das Attentat nicht geschadet, doch erlitten eine Anzahl Personen infolge der heftigen Detonationen einen Rervenchok. Tie Nachforschungen nach den Tätern sind im vollen Gange. Ein weg aus öer Koblennot. Die Wurzel all der vielen Hebel, an denen heute unser Wirt- schaftSlcben krankt, ist de? Mangel cm Kohle. Keine einzige In- dustrie wird in Deutschland eine erfolgreiche Tätigkeit aufnehmen ! können, solange die Kohlennot andauern wird. Auch viel Krank- ! heitserscheinuugeu am Volkskörper gehen letzten Endes darauf zu- ' rück. Wir sind also genötigt, unser Augenmerk auf unsere Kohlen- zecten zu richten, um herauszufinden, weshalb nicht genug Kohle gefördert wird. Warum werden in letzter Zeit nicht genug neue Kohlinstlder erschlossen, di? alten nicht wirtschaftlich genug auSge-utzt? Zu- nächst muß festgestellt werden, daß in Teutschlands Gebiet noch für Jahrtausende genug Kohle vorhanden ist. ES muß nur endlich die Aufschließung der Kohlenfelder energisch in die Hand genommen werden. Aber das ist zurzeit nicht möglich, weil in früheren Jahren und insbesondere in den letzten Kricgsjahren fast alle erreichbaren Äohlcnselder durch Mutun- gen belegt wurden und seitens der Bergbehörden als Bergwerke � verliehen worden sind. An Kosten entstehen dem glücklichen Berg- ' Besitzet außer den geringfügigen Kosten der Bohrungen ganze IwO Mark Stempelkostcn. Und der auf so billige Weise zum Bergwerks- besitzer gewordene Unternehmer denkt nun heute gar nicht daran, daß ihm aus dem Besitz außer den vielen Rechten auch Pflichten erwachsen, trotzdem in der Verfassung deS Deutschen Reiches festgesetzt ist:„Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich Dienst sein für das gemeine Beste." Unter stillschweigender Dul- dung der Behörden werden die verliehenen Bergwerke nicht in Betrieb gesetzt, sondern weiden von Hand zu Hand vsr- handelt und dienen so nur der Spekulation. Denn da der Preis der Kohle in dauerndem Steigen begriffen ist, so ist der Handel mit solchen Bergwerken, die nicht betrieben zu werden brauchen, außerordentlich vorteilhaft. Wir müssen nun noch feststellen, in welchem Umfange solche Kohlen felder verliehen worden sind. Für Steinkohle ist seit meh- raren Jahren schon eine Mutungssperre für den Staat gesetzlich festgelegt Eine um so größere Regsamkeit hat aber gerade in den letzten Kriegsjahren die Spekulation aus dem Gebiet« des Braunkohlenbergbaues entwickelt, und die Behörden haben Braun- kohlenbergwerke in einem solchen Umfange verliehen, daß man heute den verliehenen, aber nicht in Betrieb gebrachten Besitz an Braun- kohlenjeldern auf etwa 3000 Quadratkilometer schätzen kann. ES stellt sich also nun heraus, daß eS ein Fehler der Bchör- den war, Bergwerk-besitz in einem solch ungeheuerlichen Umfange zu verleihen, trotzdem cm di« Inbetriebsetzung dieser verliehenen Felder nicht zu denken war. Aber immerhin ist es noch nicht zu spät, wenn nun endlich seitens der in Betracht kommenden Be- Hörden in der richtigen und gesetzlich vorgeschriebenen Weise ein- gegriffen wird. Die Möglichkeit des Eingreifens beruht auf dem Allgemeinen Berggesetz vom 24. Juni 1866, in welchem die Pflicht, ein verliehenes Bergwerk zu betreiben, ausdrücklich festgelegt ist; alS Zwangsmaßnahme ist in diesem Gesetz insbesondere die Eni- ziehung deS Bergwerkseigentums für diejenigen Bergwerksbesitzer vorgesehen, die der an sie ergangenen Aufsorde- rung zur Inbetriebsetzung der verliehenen Bergwerke nicht nach- kommen. Bisher ist von diesen im Allgemeinen Berggesetz enthaltenen Vorschriften noch in keinem einzigen Falle Gebrauch g e ma ch t worden, und so ist eS klar, daß sich mit jedem verlorenen Tage die Notlage der Allgemeinheit steigert. Damit nun aber--uch die Allgemeinheit einen Nutzen von dem so freigemachten Berg- Werksbesitz hat, muß der Staat die Felder schleunigst zum Abbau bringen. Hierbei wird es dann zweckmäßig sein, in jedem ein- zelnen Falle eine solche Art de? Abbaues der Felder zu wählen, daß die heute schon bestehenden Schwierigkeiten deS Transportes auf der Bahn und all die anderen vielen Mißstände vermieden Iverdcn. Das ist aber gerade im, Braunkohlenbergbau möglich, Ivenn die Sache am richtigen Ende angefangen wird. Dlpl.-Jng. 33. M e tz. Ceiknahme am Religionsunterricht, In einem an das ReichSmirnstcrium de§ Innern gerichteten Schreiben hat der„Ncichsbund entschiedener Schul- reformer unter den akademisch gebildeten Lehrern und Lehre- rinnen an deutschen Schulen" Protest erhoben gegen eine Stelle in dem Erlaß des Preußiscken Kultusministers vom 22. August, die.wie folgt lautet: „Die Befreiung vom Religionsunterricht findet zu Be- ginn des Schuihalvjahves für das Halbjahr statt." Es wird diese Bestimmung als unvereinbar mit der Reichs- verfassuno bezeichnet und verlangt, daß die bei Aufnahme der Kinder in di? Schule abgegeben� Erklärung über die Teilnahme am � RclicionSunlerrickt Geltung behalten soll, bis sie von den Eltern ' zurückgezogen wird. Durch den inzwischen ergangenen Erlaß de? KultuSwtni- st e r s vom IS Oktober sind die über den Sinn und die Absicht ! obiger Stelle obwaltenden Mißverständnisse behoben worden. Da- nach soll derjenige, der einmal vom Religionsunterricht befreit ist, selbstverständlicb dauernd befreit bleiben. Der Schüler soll nur nicht das Recht haben, nach Belieben einmal von der Rel,- gicmsstunde fortzubleiben und dann w-eder zu erscheinen; wer ein- mal am Religionsunterricht teilnimmt, soU solange teilzunehmen � verpflichtet sein bis die Befieiung ordnungsmäßig auf Grund eines i Gesuches ausgesprochen ist. Diese Gesuche sind tunlichst zu B e. !ginn dez Halbjahres einzureichen, damit nicht irgendein Vorkommnis während des Unterrichts zur Einreichung des Befrei- ungSgefuchs Veranlassung gibt. Es darf noch hinzugefügt werden, daß nach dcx einmütigen Stellungnahme der Vertreter der Landes- regierungen auf der vor kurzem abgehaltenen Vorbesprechung zur Reichs schulkonferenz die Willenserklärung über die Teil- nähme am Religionsunterricht so einfach als möglich er- folgen soll. DaS Reichsministerium des Innern hat sich ein Ein- schreiten für den Fall vorbehalten, daß dies« Erklärung irgend- wo erschwert werden sollte. Di«,„Kreuzzeitung" und der„Reichsbote" haben kürzlich ver- sucht, in der Frage der Teilnahm« am Religionsunterricht einen Gegensatz zwischen dem Unterstaatssekretär Sch u l z und der Vorbesprechung zur R e i chZ sch u l k o n f e r e n z zu konstruieren. UnterstaatSftkretär Schulz hatte am 17. Ottober aus Anlaß einer kurzen Anfrage in der Nationalversainnrlung gesagt: „ES ist der Reichsregierung bekannt, daß die Parieieu bei Vereinbarung deS Wortlauts des Art. 149 Abs. 2 zum Ausdruck bringen wollten, daß der Wille des BestimmungSberechtigten, das Kind soll« am Religionsunterricht teilnehmen, ausdrücklich erklärt werden müsse." Tie.Reichsschulkonferenz" soll nun, so behaupten obige Blätter, gegen den Unterstaatssekretär Schulz dahin entschieden haben,„daß «S keines ausdrücklichen Antrages der Eltern bedarf, um den Kin- dern den Religionsunterricht zu erhalten." ES handelt sich ledig- lich um die oben schon erwähnte Vorbesprechung der Vertre- ter der Landesregierungen und der drei größten Gemeindeverbände für die ReichZschuIkonserenz, die vom 20. bis 22. Oktober im ReichSministerium stattgefunden hat. Auf dieser Vorbe- sprechung, die in der.Hauptsache einer Klärung der strittigen Fragen diente, sind ihrem Charakter gemäß Beschlüsse überhaupt nicht gc- faßt worden. Zur Frage der Teilnahme am Religionsunterricht er- klärte Unterstaatssekretär Schulz, nach den Weimarer Ver- Handlungen sei der Sinn der VerfassungSbesnmmung aller- dingS der. daß der Wille der Bestimmungsberechtigten, das Kind solle am Religionsunterricht teilnehmen, ausdrücklich erklärt werden müsse. Daran sich anschließende Erörterungen, wie dies« Willenserklä- rung ani einfachsten und zweckmäßigsten zu gestalten sei, führten zu einer Verständigung dahin, daß die Willenserklärung nur bei Nichtteilnahme am Religionsunterricht abgegeben zu werden brauche, allerdings unter der Voraussetzung, daß sie so einfach und formlos wie möglich erfolgen könne und keinerlei er- schwerende Bedingungen daran geknüpft werden dürften. Von einer Entscheidung der Vorbesprechung gegen Unterstaatssekretär Schulz kann also gar keine Rede sein. Der Diplomat. Bon Paul Gutmann. vor mehreren Tagen hatte ich einen seltsamen Besuch. Ein Mann in den Fünfzigern von dem Aussehen eineS vom Schicksal zerzausten, mit Undank belohnten Propheten kam aufgeregt in mein Zimmer und erklärte, daß er mich dringend zu sprechen wünsche. Er halte stch nicht einmal die Zeit genommen, seinen Mantel, einen etwas abgetragenen Regenkragen, draußen abzulegen. Er stellte sich vor: Professor Wolkenflug von der früheren deutschen Univerfilät in K. Mit der Liebenswürdigkeit de« Oesterreichers entschuldigt« er sich vielmals wegen seines unangemeldeten Besuches und be- dauerte, meine Geduld in Anspruch nehmen zu müssen. Aber die Angelegenheit müsse endlich einmal aufgehellt werden. Er könne nicht länger schweigen. In dieser Zeit allgemeiner Eni- hüllungen müsse auch er sein Scherflein zur Aufdeckung der Wahrheit beitragen. Kurz und gut, er behauptete— und ich fühlte wie die Erregung ihn schüttelte— einer der Anläße zum Ausbruch des Weltkrieges gewesen zu sein. Ich blickte entsetzt in seine Pupillen, die jedoch nichts Auffallendes hatten. Auf jeden Fall setzte ich mich so, daß ich mit einem leichten Sprung die Tür gewinnen konnte. Er bemerkte schon meine Unruhe und lächelte: .Fürchten Sie nicht?/ sagte er.»Außer einer mehrmaligen Nikotinvergiftung hat mir noch nie etwa? gefehlt. Betrachten wir also die Sache ordnungsgemäß und chronologisch." Die Erwähnung der Nilotinvergiftung bewog mich, ihm eine Zigarre anzubieten, die er mit vielem Dank annahm. „Nach meiner Kenntnis der in Betracht kommenden Persönlich- leiten halte ich 91, für einen der hauptsächlichsten Anstifter des Welt- kriegeS." Er nannte einen Namen von internationalem Klang, was meine Neugier aufs höchste anstachelte. Sollte mir das Schicksat «ine jener Nachrichten in den Schoß geworfen haben, die einem Journalisten Wellruf verschaffen? Er aber fuhr fort: .Sie glauben gar nicht, wie verschlungen die Wege der Vor- sehung mitunter sind. N. und ich, wir studierten vor dreißig Jahren zusammen in Wien. Er stammte ans— doch ich bitte Sie wegen der Möglichkeit politischer Verwicklungen mit der Angabe seines Namens und seiner Heimat zu warten, bis die Lage Europas sich einigermaßen geklärt hat. Er war einer der größten Jntri' ganten, die ich je gekonnt habe, aber ich verkehrte mit ihm, weil ich den Durchschnitt hasse und weil ich gern den Berater meiner Altersgenossen abgab. Ich und kein anderer hat seine diplomatische Laufbahn und damit daS Verhängnis Europas auf dem Gewissen". Er holte erschöpft Atem und strich mehrmals mit der Hand über die vor Erregung feuchte Stirn. Dann fuhr er fort: »N. intrigierte aus Prinzip, aus Leidenschaft. Damals, al« ich ihn noch wenig kannte, veranlaßt« ich ihn. in meiner friedlichen Pension zu Mittag zu essen. Drei Tage noch seinem Erscheinen lagen sich alle in den Haaren. Er hatte eine rätselhaste Methode, durch wenige, scheinbar unverfängliche Bemerkungen einen gegen den anderen aukzuhetzen. Er selbst verhielt sich dabei neutral und galt als Muster von Korrektheit und guter Sitte. Seiner an- geborenen Bosheit tat es wohl, das Schlechteste aus dem Menschen hervorzubolen. Wenn ihm das gelungen war, langweilte ihn sein Opfer und er ging zu neuen Taten über. Deshalb blieb er auch bei keiner Zimmrrvermieterin länger als vier Wochen. Irgendeine listig eingefädelte Intrige führte stets den Bruch herbei. Nur bei einer gelang es ihm nicht, bei Frau Woprfchalek. Wenn ich sage, sie war ein Lamm, so stellen Sie sich im Vergleich zu ihr ein reißendes Tier vor. Sie war kein Mensch, sondern ein Engel. Er versuchte durch allerlei kleine Nadelstiche sie in Harnisch zu bringen. ES half nichts. Sie war tugendhaft. Er führte ein gotteslästerliches Leben. Sie war fromm. Er entfernte die Heiligenbilder aus seinem Zimmer und hängte dafür Darstellungen nackter Weiber auf. Sie aber blickte voll Ver- trauen zum Himmel und lächelte mit überirdischer Milde. Alle Mühe schien vergeblich. Da kam ihm ein rettender Einfall und bewog ihn, seinen letzten Trumpf auszuspielen. Eines Morgens erklärte er der Frau, er könne keine Nacht schlafen, das Ungeziefer lasse ihm keine Ruhe. Sie antwortete mit rührendem Gleichmut. daß in ihrer Wohnung kaum je eine Fliege sich aufgehalten hätte, geschweige denn, was sie sich gar nicht auszusprechen gettaue. und daß sie einen Gulden für jeden nachweisbaren Tatbestand zahle. Er ließ sich nicht beirren. Am selben Nachmittag besuchte er einen Maler, mit dem er öfter zusammenkam. Ob er ihm etwa« pumpen wolle? Der Maler hielt eS für einen schlechten Scherz, daß man stch an ihn wandte, da er doch die ganze Welt anzupumpen pflegte- Mein Freund antwortete:»Ich brauche kein Geld, sondern eine Wanze". Zuerst war der Maler wütend, weil er glaubte, man wolle ihn verhöhnen. Als er aber sah, daß es meinem Freund ernst da. mit war, stand er ihm. zu Diensten. Nach kurzem Suchen brachte er daS Gewünschte. N. spießte das Tier auf eine Nadel und trug eS frohlockend nach HauS. Dort steckte er die Nadel in sein Bett und rief entrüstet nach seiner Wirtin, der er daS noch zappelnde Tier triumphierend zeigte. Er weidete sich an ihrer Ver- zweiflung und wies bei allen ihren Beteuerungen, daß sie die sauberste Frau von der Welt sei» wortlos» mit höhnender Gebärde, auf die Wanze." Der Professor stockte.»WaS hat das mit dem Krieg zu tun werden Sie fragen. Ich war es, der ihm damals den Rat gab' Diplomat zu werden. Ich hielt Bosheit. Verstellung. Lust am Ränke'piel für die Grundlagen diese« Berufs. Mein« falsche Men« talität war schuld daran. Di« Krankheit de« Jahrhunderts hatte mich angesteckt, verstehen Sie jetzt? Begreifen Sie. wer die Wanze Europa WS Bett gelegt hat?" Der Professor erhob sich in furcktbarer Erregung. Ich drückte lange auf den Knopi der eleltrische» Klingel, bis da« Dienstmädchen ins Zimmer eilte. Er lächelte mit höhnischem Grinsen und sagte: »Sie sind auch so ein erbärmlicher Feigling, der nicht den Mut zur Wahrheit hat. Aus kleinsten Anlässen entstehen oft die größten Dinge. Ich hätte ihn Arzt werden lassen sollen, wie er eS vorhatte, dann wären zehn, vielleicht hundert Menschen durch ihn draufgegangen. So hat er Europa zugrunde gerichtet. Ein falscher Rat, eine schlechte Tat. Shakespeare rettete sich bekanntlich aus einer verbrecherischen Veranlagung in die Poesie. Bedenken Sie die Folgen, wenn er Polinker geworden wäre, wofür ihn einige bodenlose Dummköpfe ausgeben möchten. Jetzt suche ich mein Unrecht wieder gut zu machen. Ich erziehe Verbrecher zu Film- dramatikern." Er stülpte seinen Hut auf den Kopf und verließ ohne ein Dort deS Gruße» mein Zimmer._ Reue Werke von Fritz Mauthner. Von Fvitz Merutbner. dessen 70. Geburtstag am 22. November gefeiert wird, wird demnächst im Verlage bez Deutschen Verlagsanstalt in Stuttgart ein neues drei- bändiges Werk:„Die Geschichte des Atheismus im Abendlande" erscheinen, in gewissem Smne ein Gegenstück zu seiner„Kritik der Sprache", da? mit umfassendem Weitblick die Entwicklung des GotteSgtoubenS vom Ausgang de? Altertums bis zur Gegemvart bebandelt. Ein bisher unbekanntes Werk von Mauthner mi: dem Titel:„Narr und König" wird auch die sechs- bändige Ausgabe senror„Ausgewählten Schriften" ein- halten, die zu seinem Geburtstag im gleichen Verlage erscheint. In dieser Auswahl wird ein Ueberblick über das außerordentlich viel- seftigs Lebenswerk des Dichters Mauthner gegeben. Ter Dichter Laurent T-ilhadc» der zu der Ansicht schwor, daß Kunst nur für die Kunst schaffe, und der ein namhafter Form- künstlet war, ist, 00 Jahr« alt, rn Paris gestorben. Sein ausgeprägter Individualismus führte ihn zu anarchistischen Bekennt- nissen. Als in den neunziger Jahren Vaillant sein Attentat in der iranzösiscben Deputierteukammer beging, sagte Tailhade:„Was kommt es aus die Opfer an, wen» die Geste schön war, wa» be- deutet der Tod von verschwommenen Mcnschenwesen. wenn durch ihn die Individualität sich bekräftigt Z" Dies Wort stempelte die Art dieses Dichters charakteristisch ab. Er gehörte zu der Dichter- gruppe, die ihr Haupt in Baudelaire gehabt hat. Kunst und Revolutionsfeier. Wie die Frankfurter„Voiks- stimme" berichtet, hatte die dortige U. S. P. für ihre Revolutwnö- qcdenkfeier den Künstlern einen Prolog vorgelegt, der vomAuS- ichuß der Künstler und von ihrer Gesamtheit einstimmig abgelehnt wurde weil er keineswegs den berechtigten künstlerischen und ästhetischen Anforderungen entsprach. Unter den Kunstlern be- finden sich auch Anhänger linköradilaler Ideen. »eutscheS Opernhaus. Wegen plötzlicher Heiserkeit de« Herrn Hölzer mutz die anciekündigte Urauiiührung der Lp er.Magdalena oerichoben werden Sonnabend wird dafür»Lärmen» mU Maialda«alvatmi gegeben. Kunstchronlt.«in rulsifcher Abend(drei TinaNer vm AP. Tzcheckoff und Awertschent», sowie Lieder von IschoilowSky vnd Grelscha. Scnnwg. mitlag« Uhr, im Kleiueu Schaulpielhau» eine Tanz-Matkwc mit ueuem Programm. Verkehrsnot und Eisenbahner. Vor etwa 4 Wochen fand unter dem Vorsitz des Reichs- kanzlers Genossen Bauer im Ministerium für öffentliche Ar- beiten eine Sitzung statt, zu der die Vertreter der Eisen- bahnerorganisationen eingeladen wurden. Ucber die Ziele und Wege sollte verhandelt werden, die Leistungen in den Eisenbahnwerkstätten zu steigern. Die Verhandlungen sind ergebnislos verlausen. Der preußische Eisenbahnminister Oeser gab sich alle Mühe, den furchtbaren Ernst der Wrtschoft zu schildern. Seine Ausführungen wurden durch die Berichte anderer Dezernenten unterstützt. Es gelang nicht, eine gemeinsame klare Stellung- nähme, oie von den Vertretern der Eisenbahner unterstützt werden sollte, zu erzielen. Tie Verbandsleitungen erklärten ziemlich übereinstimmend, daß man in Eisenbahnervcrsamm- langen über die Einführung der Akkordarbeit nicht der- handeln könne. In dieser Frage wäre mit einer e n t s ch i e- denen Gegnerschaft zu rechnen. Sehr zweifelhaft sei auch d�e Stellungnahme über die Einführung eines Z u- l a g e s y st e m s. nach dem in den Eisenbahnwerkstä'ten den- jenigen Arbeitern, die über eme bestimmte Tagesleistung hinauskommen, eine Zulage in Gestalt von Produktions- pr ä m i e n gezahlt werden sollte. Von der Preußischen LandeSversa m.m l u n g hatte jede Partei einen Fraktionsvertreter zur Teilnahme in diese Verhandlung delegiert. Die Unabhängigen schickten den Abgeordneten Paul Hoffmann. Mit dem negativen Resultat der Sitzung durste Paul Hostmann als Politiker zufrieden sein. Die Eisenbahnarbeiter nahmen eine Haltung ein, die eigentlich der Taktik und den Hostnungen der links- radikalen Drahtzieher entsprach. Die großen Sorgenfragen des Winters be- stehen in der ausreichenden Kohlenversorgung und Lebens- mittelzufuhr. Wir brechen zusaminen, wenn es nicht gelingt, dos Wirtschaftsleben nüt dem Brot der Industrie zu speisen. wenn die Betriebe stillgelegt werden müssen, die Arbeitslosigkeit furchtbare Formen annimmt, wenn die Bevölkerung diesen Winter frieren und hungern muß. Dann wird unaufhaltsam jene Stimmung der Verzweif- lung sich durchsetzen, die, unzugänglich der Vernunft und Ein- ficht, alles zerschlägt, was bis zur Stunde notdürftig und mühsam im WirstchastSleben noch zusammengehalten werden konnte. Dann gehen die Wünsche in Erfüllung, die von links- radikaler Seite erhofft werden. Und deshalb hatte von seinem parteipolitischen Standpunkt der Slbg. Paul Hoff mann schon recht, mit deni Verlauf jener Verhandlungen im Ministerium zufrieden zu sein. Es kommt jetzt viel auf die Eisenbahner an. Mst allem Nachdruck muß in der Oeffentlichkeit darauf hin- gewiesen werden, daß die Kohlen- und Lebens- mittelversorgung vor allen Dingen eine V s r- kehrsfrage ist. Di« Bergarbeiter fördern genug Kohle. Wir dürfen ihnen bis zur Stunde nicht den Vorwurf niackien. daß sie uns durch Arbeitsverweigerung im Stich ließen. Auch in der Frage der Lebensmittelversorgimg hat kürzlich in der Nest o nalv ersamml» n g Robert Schmidt ein SstuationSbild gegeben, das man beinahe opstmisstsch nennen kann: Wir werden Mangel leiden, aber wir werden nicht verhungern. Alles hängt daher jetzt davon ab, daß unsere Transport- masch'nerie funktioniert, daß unsere Eisenbahnen die Kohlen dorthin verteilen, wo sie für die wirtschaftlichen Arbesten und den Hausbrand gebraucht werden, daß alle Städte und Ort- schasten mit Lebensmitteln versorgt werden. Die Leistungsfähigkeit der Eisenbahnen aber ist nacb den Berichten des Eisenbahmninisters unge- n ü ge nd. Es fehlt an Lokomotiven und Wagen. Es werden mehr Betriebsmittel rn die Reparaturwerkstätten eingeliefert, als betriebsfähig wieder in den Dienst gestellt werden können. lind von den Vertretern deS Sifenbahmninisteriums wind be» lwuptet, daß es den Eisenbahnarbeitern möglich sei, mehr zu leisten, die Ergiebigkeit der Werkstätten zu steigern. Durch ein entsprattendes Lohnsystem müsse die Arbeitsluft gehoben werden, um für die Zukunft höhere Lieferungs- vesultate zu erreichen. In dieser Frage steht nun Aussage gegen Aussoge. UnS ist inzwischen aus Eisenbahnerkoeisen ein umfangreiches Ma- terval zugegangen, nach dem die Schuldfrage nicht ausschließ- lich und allein auf die Eisend olmer abgewälzt iverden könne. Tie Arbeitsunlust sei nicht so stark, wie sie von den Werk- Vertretern betont werde. Die Schuld an den goringeu Produk- twnsleistungen trage die unzulängliche Betriebs- organifation der Eifsnbahnwerkftätten. Unserer Meirruna nach lassen sich diese Einwände aus Arbeiterkreifen nicht>o ohne weiteres entkrästen. Wir möchten deshalb dem Eifenbahnminister Oeser den dringenden Rat geben, auch dieser Frage die notwendige Bedeutung beizumessen. Nun hat freilich Herr Oeser unZ bei verschiedenen An- lassen mitgeteilt, daß eine gründlichere Reform der Eisen- bahnwerkstotten eingelestet und sogar schon teilweise durch- �sührt sei. Wir hören die Bostchast, aber uns fehlt der rechte Glaube, Wir haben vielmehr den Eindruck, als wenn diese Reform vorwiegend den Köpfen der höheren Beamten entsprungen sei. die bisher den Geist und die Betriobssorm der Eisenbahnwerkstätten bestimmt haben. Di« alten �.taatLbureaukraten können nicht mehr um- ganzes Leben lang in der Wekt� dieser alten Staatsbetriebe gearbeitct hat. der ist nicht fähig. jene neuen Gedanken der privaten Organisaston und Jmsta- tive aufzuneHmen. Seme Reforinvorschläge werden nur an Aeußerstchkelten haften bleiben. Solange diese Vorschlage nicht der Oeffentlichkeit imd Fachwelt zugänglich gemacht worden ist, können wir unsere Zweifel über die Gründlich. keit der geplanten Umwälzungen nicht zurückstellen. Bis letzt mochten wir mir konstatieren, daß die Berichte, die uns auch aus sehr ruhig und verantwortlich denkenden Gewerkschastskvelson über die betriebswirtschastlichcn Zu- stände zugehen, cm anderes Bild zeigen. Man hat den Eiudnlck von S a b o t a g e, die seitens einzelner höheren und mittleren Betriebsbeomten getrieben werde. Im„Berliner Tageblatt" hat am Sonntag Genosse H u e mit vollem Recht darauf hingewiesen, daß die Pro- diiktionSleistungen in den Eisenbahnwerkstätten nicht allein abhängig sind von der Arbeitsleistung der Eisenbahnarbeiter selbst, sondern auch von den technischen Einrichtungen der Betriebe selbst. Wir nehmen deshalb Gelegenheit, dem Eisen- bannminister zu ermahnen, auf dem Gebiete der Betriebs- reform durchzugreifen, und daS schnell, energisch und g rundlich. Richard Woldt. Geheime»offene LVorte�. Vor einiger Zeit veröffentlichte Ludendorff in der alldeutschen Presse einen Artikel:„Die vereinsamte Armee", der allenthalben als ein scharfer Angriff gegen den Reichswehrminister anfgeiaßt wurde, da er die offen- bare Tendenz hatte, durch Klagen über schlechte Kleidung. Löhnung, Verpflegung usw. der Reichswehr die Reichswehr- angehörigen gegen die Regierung aufzupulsciien. In dieser Bemühung wird Ludendorff, nun unterstützt durch die SoldatenzeiUmg„Offene Worte", ein Organ. das vom ReichSwehrgruppenkonimando I(Lütt- Witz) ausdrücklich in einem Schreiben an uns als„ihm nahestehend" bezeichnet wurde. Tie„Offenen Worte" über- schreiben ihre Beiprechung des LudendorffsUren Artikels „Einige Wahrheiten" und heben hervor, daß den Worten Ludendorffs„eine gewisse Berechtigung n i ch t a b z u s p r e ch c n i st". Allerdings verschweigen die„Offenen Worte", dag der Artikel Ludcndorffs gegen Noske und gegen die Regierung gerichtet war, und tun so, als habe der Artikel Ludendorffs nur bei den U. S. P. D. und den ganz Linksradikalen Anstoß erregt, während in Wirklichkeit die gesamte Regie- rungsvresse ihn energisch zurückgewiesen hat. Der Zweck, für Ludendorff Stimmung zu machen, ohne die Regierung offen anzugreifen, wird auf diese Weise sehr geschickt erreicht. Das Vorgehen enttplicht durchaus der Gepflogenheit der „Offenen Worte", unter dem Schein parteipolitisch-neutraler Aufmachung deutschnationale Gesinnung zu züchten. Eine kommunistische Eüelblüte. AuS einem Briefs, der keines Kommentars bedarf: Ihre kommunistische Typensammlung glaube ich um einen weiteren Charaktertyp bereichern zu können. Es handelt sich um den Kommunisten Lederarbeiter Max Leusch- n e r, welcher vor einiger Zeit bekanntlich in Königsberg wegen Mordverdacht an dem Inspektor Blau verhastet wurde. Ich habe mit demselben während des Krieges beim gleichen Truppenteil, Bekl. u. Inst. III. A. K. Cottbus, vom Juni 1316 bis Juni 1918 gedient, wonach ich versetzt wurde. Wäh- rend dieser ganzen Zeit hat er allwöchentlich mehrmals vor der 1. Kompagnie alldeutsche hurrapatriotische Durchhaltevorträgc schlimmster Art gehasten. Zur Weihnachtsfeier der Kompagnie 1917 sowie zur letzten Kaiser- Geburtstagsfeier 1918 der Garnison im Stadttheater Cottbus konnte er sich nicht hurrapatriostsch genug gebärden. Er trug beflcistert alldeutsche Dichtungen vor und forderte in beiden Feiern auf, mit ihm in den allgemeinen Ge- sang„Heil Dir im Sieyerkranz" einznstim- men. Auch verzapfte er noch ergene Dichtungen zur Verherrlichung der Offiziere unserer Kompagnie, deren Liebling er auf diese Weise wurde. Derselbe Mann ist nun heute... Führer der K. P. D. Ich hielt es für meine Pflicht, nachdem ich seine Identität festgestellt habe, Ihnen dasselbe nutzuteilen.... Die Amnestie für Iahnenfiüchtige. Amtlich wird mitgeteilt: In der Presse ist in letzler Zeit wiederholt den Militärgerichten der Vorwurf gemacht worden, datz sie dem ergangenen Ll m n e st i e- erlasse zuwider gegen frühere Fahnenflüchtige eingeschritten seien. Dieser Vorwurf beruht regelmässig auf Unkenntnis der Be- ftimmungen der Verordnung über eine militärische Amnestie vom 7. Dezember t913. Danach ist die Amnestierung einer Strafe oder einer Untersuchung wegen Fahnenflucht davon abhängig, datz der Fahnenflüchtige sich innerhalb eines Monats feit demJnkraft- treten der Verordnug, d. i. bis zum 12. Januar ISlS, bei einem Bezirkskommando ober Truppenteil des Inlands gemeldet hat. Bei Aufenthalt im europäischen Ausland der» längert sich diese Frist auf 3, im autzereuropäischen Ausland« auf 6 Monate. Ferner darf der Fahnenflüchtige nicht innerhalb zwei Jahren wegen eines noch dem Jnkrafttreien der Verordnung begangenen Verbrechens oder vorsätzlichen Vergehens zu FreiheitS- strafen von mehr als drei Monaten verurteilt werden. Bei Nicht- erfüll ung einer dieser Bedingungen nimmt daS gerichtliche Verfahren seinen Fortgang. Eine Niederschlagung des Ver- fahrenS bei Versäumung der Meldestist kann nur durch einen be» sonderen Gnadenakt im einzelnen Falle herbeigeführt und mutz dann jedesmal besonders beantragt werden, Wege» Fahnenflucht verfolgte Personen, die ordnungSmätzig entlasten sind oder sich innerhalb der Meldefrist gemeldet haben, werden gut tun. einen Ausweis hierüber bei sich zu führen. Stillegung öer Hamburger Industrie. Nach einer Äckanntmachung der KohlenwirtschaftSstrlle wird vom IS. 11. ab der gesamten Industrie von Hamburg, Altona und Wandsbek der Kraft ström auSgeschal, tet werden. Die Maßnahme ist infolge der schlechten Kohlen- zufuhr notwendig geworden, um den dringenden Strombedarf für die Lebensmittelbetriebe, BerkehrSmittrl und den Licht- verbrauch weiterhin decken zu können. Die Londoner Besprechungen. Au» Paris wird gemeldet:.La Presse de Paris" hebt die Bedeutung der Besprechungen hervor, die P i ch o n in London mit den englischen Regierungsmitgliedern hatte. DaS Blatt fügt hinzu, datz die wichligsten Fragen der Beratungen folgende sind: 1. Di« Ratifizierung deS Friedensvertrages im amerikanischen Senat, die man als nickt zweifelhast betrachte. 2. Die Politik der Alliierten in Rußland, weder Frankreich noch Eng- fand werden neue Opfer bringen, um die übrigens noch für mehrere Monate versehenen Regierungen, welche gegen die Bolichewisten kämpfen, zu versorgen. Daher werden diese bei den Mächten keine Schritte unternehmen oder Unternehmungen einleiten, die geeignet wären, den Bolschewismus zu stärken. 3. Die Haltung der Alliierten gegenüber der Türkei. Die gemeinsame Politik Frankeichs und Eng» lands geht dahin, alle nichttnrkischen Gegeudcn von der türkische» Herrfchaft zu besteien. Die gegenwärtige Tendenz ist die. den gegenwärtigen Sultan in Konstantioopel zu belassen, wobei die OSmanisch« Regierung einer Wirffamen und sorgfältigen Kon. trolle unterstellt wird. Eine alliierte Ministerkonfercnz. Im englischen Unterhause teilte Lloyd George mit, datz demnächst eine Konferenz der Minister der alliierte» und assoziierten Mächte sämtliche noch schwebenden Fragen der Friedens- konferenz, an erster Stelle die russische Frage, unter- suchen werde. Lloyd Georges Politik Rußland gegenüber sei nach wie vor unverändert. Dke 5rage ües GftfrieAens. Die Frage des OstsriedcnS ist wieder lebendig, und sie beschäftigt die Oeffentlichkeit so sehr, wie die sciuerzert ge- plante Friedenskonferenz auf den Prinzcninscln. Diesmal nimmt sie jedoch mehr praktische Gestalt an. In Dorpat wird von den Vertretern der Randstaatcn, Unterstetten sich auch Russen befinden, ernsthaft über den Friede» beraten. Die„Chikago Tribüne" meldet auS Dorpat, daß die dort tagende baltische Konferenz, an der Esten, Russen, Litauer, Finnen, Polen und Ukrainer teilnehmen, bereit i st, Frieden mit Nußland zu schließen. Wenn dieser Friede zur Wirklichkeit wird, ist General Jndenitsch gezwungen, die baltischen Provinzen zu räume», so daß die Bolschcwisten daraus ihre ganzen Truppe» gcgco Te- uikin und Koltschak werfen können. Daß mit der Sowjctrrgiernng bereits Fühlung besteht, beweist deren er- neute Ofsensive nach allen inneren Fronten. DaS britische Kriegsamt gibt bekannt, daß die Bolschcwiki Truppen zur Unterstützung des gegen Denikin kämusendeu ukraini- schcn Generals Pctljura gesandt haben. Offenbar hat Sowjetrußland die Drrcitschast zum Frieden mit den Randstaaten schon zugestanden. Wie sich die E n t entc zu der Gefährdung ihrer bis. herigcn Schützlinge Jndenitsch, Denikin und Koltschak stellen wird, ist noch nicht bekannt.__ Amerika zieht sich zurück. Im Verlaufe der Erörterung über den Friedensvertrag im amerikanischen Senat wurde ein Antrag, welcher erklärt, daß die Vereinigten Staate» Frankreich während eiucr Periode von 5 Jahren zu unterstützen hätten, um dessen So»- veränitätin Elsaß-Lothringen aufrechtzuerhalten, mit48gcgen31 Stimmen abgelehnt. Nach fruchtlosen Versuchen, die Vor- bebalte zum Friedensvertrag zu verbessern, welche die Koin- Mission für die anSwärttgeu Angelegenheiten gegen Artikel 10 formuliert hat, nahm der Senat die Vorbehalte mit 48 gegen 33 Stimme» an. Amerikas Kampf gegen öen Bolschewismus. .New Jorks Times" erklären, datz dem Kongretz 62 Gesetzes- vorlagen zugingen, die olle die Befugnisse der Regierung aus- dehnen wollen, damit sie den Dolschewisten und Anarchisten gehörig entgegentreten kann._ kleine politische Nachrichten. Bisher keine Annullierung der obcrichlesischcn Gcmeindewahlen. Von einer Erklärung deS FünferrowS, in der die oberschlesiicken Wahlen für null und nichtig erklärt werden, ist an den zuständigen Stellen nicht» bekannt. Die Stellung des unehelichen Kindes wird dur« eine Gesetze«- vorläge, die im Rcichsiiistisministerium in Vorbereitung ist, neu geregeU werden. Die Neuregelung bewegt sich im Sinne der Ver« fllgung vom 13. Februar lSlö über die Erteilung von Geburts« scheinen, in der bereits zum Ausdruck kommt, datz es unerwünscht ist, die uucheliche Geburt von Personen ohne Not bekanntwerde» zu lasien. DaS PersoncnstaudSgesetz soll auch fernerhin in der Weise abgeändert werden, datz daS uneheliche Kind im öffentlichen Leben keinerlei Benachteiligung im Recht und im Ruf ausgesetzt ist. preußische llanöesversammlung. Das Haus erledigt zunächst kleine Anfragen. Dabei wendet sich Jll� Hcairig(U. Soz.) gegen die Oberpräsivialverordnungen über die äußere Heilighaltung der Sonn- und Feiertage, in denen während des HauptgottesdiensteS Versammlungen ver- boten sind. Ein Regierungsvertreter erklärt solche Der- böte für reichsverfassungswidrig, wenn durch die Soirntagsvormr:- tags Versammlungen die HauptgotteSdiensie nicht unmittalHar gestört würden. Es folgte die Abstimmung über den Haushalt der Berg-, Hütten- und Salrnenveriraltung und über die dazu vorliegende» Anträge. Der.Haushalt wird mit großer Mehrheit angenommen, ebenso last alle Anträge deS Staat»- hauShaltöauSschusseS; abgelehnt wird die Unterstellung der an Privat« verliehenen BergwerkSfelder unter da» VerfügungSrccht des Staates gegen Zentrum und Demokraten. Gegen einzeln« Demo. traten und die beiden sozialdemokratischen Gruppen erfolgt die Ablehnung deS Antrages über die Mitwirkung der Be- aintenauSschüss« bei der Verteilung von Vergü- t u n g e n. AuS der Abstimmung ist ferner hervorzuheben, datz der sozialdemokratische Antrag für Einführung der sechSstün. drgen Arbeitszeit für die unterirdischen Beleg- 1 chaften auf dem Wege internationaler Vereinbarungen in allen Bergbau treibenden Ländern angenommen wird. Danach folgt die Fortsetzung der zweiten Beratung de» Staatshaushaltsplans für die preußische Regierung. Auch dazu liegt eine Reche von Anträgen der Parteien vor, die be- gründet werden. Abg. Frank-Lötzen(Soz.) begründet eine förmliche Anfrage über Maßnahmen gegen die Propaganda, die der frühere konser» vative Abgeordnete Gaigalat auf Einverleibung rein deutscher Gebiete Ostpreußens in den Litauischen Staat treibt. Abg. Mehrhof(U. Soz.) fragt, was die Regierung zur Umfiel. lung der industriellen Reichtbetriebe für eine Volks- wiriscbaftSnützlich? Produktion zu tun gedenkt. Abg. Dr. Rosenfeld(U. Soz.) begründet eine förmliche An- frage ivegen unverzüglicher Aushebung des Belagerungszustandes. Die Mehrheitssozialisten sind niemals Sozialisten gewesen. Heute noch halten sie den Belagerungszustand in 36 Fällen aufrecht, Sie täuschen sich über die Langmut des Volke?. Es ist eine Schande, daß wir den Jahrestag der Revolution unter dem Belagerungs- zustand begehen mußten. Fort mit dem Belagerungszustand I Mit besonderer l£>eftigkit rügte der Redner, daß man selbst den B-'stattungSzug für den Abg Haas« zu einem Nmweg ge.zwun- gen habe, weil er auf dem Wege über dw„Linden" an den Mini- sterien vorbeigekommen war«.(Lebhaftes Hört! Hört! bei den U. Soz.) Vize-Präsident Frentzel ruft den Abg, Dr. Rofenfech zur Ordnung wegen der Bemerkung„Noskefche Btürderbanden. Abg. Adolf Hoffmann nimmt die gerügte Bemerkung durch einen Zwuchenruf wieder auf und wird ebenfalls zur Ordnuno gerufen. (Große.Hciterkrt.) � �' Abg. Neuhaus(Dnatl.) begründet die förmliche Anfrage über die Bedorrechwng der Arbeiter'm BetriebSrätegesetz. Es geht nicht an. daß man den Arbeitern in dem Betrieb, der sie be- schäftigt, Hausherrnrechte e'bt, dadurch richtet«an innerhalb der Betriebe die Diktatur deS Proletariat» auf. Abg. Bruns(Soz.) begründet kurz die Beschleunigung der Bildung eines Groß-Berliner Stadtkreises, loorauf ei« RogwrungSvertreter erklärt, daß eine entsprechende Borlage in dar nächsten Woche zu erwarten ist. HewerffchaflzbewMng haltet den Dieb! Dre„Frerheit" fühlt sick in der Rolle dos TiobeS, der auf der Flucht„Haltet ihn!" ruft, um selbst als ehrlicher Mann zu erscheinen. Auf unsere Notiz„Auch ein Arbeiter- blatt", in der wir einige Anwürfe des unabhängigen Blattes zurückwiesen, antwortet sie, daß das„schlechte Gewissen dein „Vorwärts" keine Ruhe lasse". Wir haben noch stets bei der „Freiheit" beobachten können, daß sie, beim Lügen ertappt, sich wie der Fuchs tot stellt oder in einem Rückziigsmanöver hinter Ausflüchten Deckung sucht. Wissen möchten wir, ob der„Freiheit" nicht das G wissen schlägt angesichts der Erfolge, die ihre stets schwankende und zwiespältige Haltung in der Gewerkschastsbetwgung cw zielt hat. Ihrer üblen Tätigkeit ist es in erster Linie zu danken, wenn verblendete Arbeitsgenossen drauf und dran sind, die GeWerk schaftsorganisotionen z u ze r t r ü m m e r n und phantastische Betriebsorgonisationen an ihre Stelle zu setzen. Ihrer demagogischen Art, Verhand lungen mit den Unternehmern als nickst klassenbewußt zu vcr- dächtigen. ist es ni i t zu verdanken, daß jetzt die Elite- truppe der Berliner organisierten Arbeiter abgekärnpst ist und die Macht der Unternehmer verspürt. In der Notiz spricht die„Freiheit" auch davon, daß der „Vorwärts" beim Metallarbeiterstreik eine„hinterhältige heimtückische Haltimg" gegen die Arbeiter eingenommen habe. Tlei'e lieblichen Eigenschaften stebt die„Freiheit" natürlich darin, daß wir nicht gleich ihr gedankenlos alle Maßnahmen der R u s ch. T o st und M ü l l e r als den Ausfluß der genial' sten Strcikstrategie angestaunt haben. Wir durften das nicht, wenn wir uns nicht mitschuldig machen wollten an dem, was 'die Metallarbeiter dank ihrer verblendeten Führung setzt zu erdulden haben. Wir hatten irnd haben noch heute die feste U aber zeugung, daß hei einer einigermaßen verständigen Lei tung der unglückliche Kamps vermieden werden konnte. Wir sind auch heute noch der der„Freiheit" nach freilich veralteten Ansicht, daß tni gewerkschaftlichen Kampfe das Mittel des Streiks nur dann angett�endet werden darf, wenn alle anderen Möglichkeiten erschöpft sind. Aber auch dann muß ein seiner Verantwortung b e wußter Führer alle Momente getvissenhaft untersuchen, ob er dem Unternehmertum durch den Streik wirklich die gewünschten Forderungen abzwingen kann. Und nebenbei solche Riesenkämpfe haben dock) nur dann Aussicht aus Erfolg, wenn sie sich nicht über Wochen und Monate verzetteln. Kein verniinstiger Mensch wird aber vom letzten Streik behaupten wollen, daß er das Unternehmertum zu der ihn: unangenehm sten Zeit traf. Im Gegenteil: es ist ja offen ausge- s p r o ch e n worden, daß man streike, trotzdem durch die Kohlenkrise und anderes der Zeitpunkt nicht besonders günstig sei. Dos Verderbliche an dieser Bewegung war ja, daß die Müller und Genossen die alte Leitung doch nickst beseitigt hatten, um dann die gleichen Verhandlungswege zu beschreiten wie die„Bonzen". Ihr ganzes Denken war aus eine anders geartete Auseinandersetzung mit dein Unter- nehmeetuni eingestellt. Ihnen, denen A r b ei t sg e m e i n- schafte» ein Greuel sind, da sie die„Hannonie" fördern, bleibt nur das Mittel der Streiks, sich mit den Kapi- tollsten auseinanderzusetzen. Das war die Grundlage, auf der der Metallarbeiterstreik entstand, eine Bewegung, an deren Folgen die Organisation noch lange zu tragen haben wird. Dazu hat die Schreibweise der„Freiheit" und ihr Bestteben, dem wirtschastlickren Kampf eine parteipolitische Richtung zu geben, nickst wenig beige- tragen. Das bleibt auf ibr sitzen, mag sie auch noch so spitzbnbcn- schlau rufen: Haltet den Dieb! Neue Differenzen bei Sorsig. Bei der Firma Borsig in Tegel ist es, wie eine Lokalkorre- spondenz meldet, zu neuen Differenzen mit den Arbeitern dadurch gekommen, daß dw Heizer sich geweigert haben, unter den vor- gesehenen Bedingungen die Arbeit wieder auszunehmen. Die Firma hat deshalb folgende Bekanntmachung erlassen: „Die Reihenfolge der Arbeitsaufnabme ist durch Bekannt- machung vom tä. lt. festgelegt. Die darin bezeichneten Ar- beitcrkalegorien. insbesondere die Heizer, haben jedoch die Ar- beil nichr aufgenommen. Iniolgcdessen wird diese Bekannt- m.achung hinfällig. Dia weitere Äursorderung zur Arbeitsauf- nähme erfolgt mittels Postkarte. Diese gilt als Ausweis für die Wiedereiustellung und ist beim Betreten des Werkes vor- .zuzcigeii. Der Versuch, ohne Karte ins Werk zu kommen, ist wccklos und wirkt nur verzögernd auf die Wiederaufnahme der Arbeit." Wir können im Augenblick nicht feststellen, ob die Sckr.tld an dem neuen Konflikt wirklich bei den Arbeitern liegt. T't Be- hauptungcn der Firma sigd wenig beweiskräftig, besonders wenn man sieht, daß ein Teil der bestreikten tlnternehmer den Ein- stellungsbedingungen nur recht zögernd und widerwillig nachkommt. Manche der Herren hallen d:c Zeit für gekommen, d-n wiedereinzustellenden Arbeitern ihre Macht zu zeigen. Ein Be- streben, das nicht nur bedauerlich, sondern auch äußerst unilug ist. Reichsbetriebe und Streikarbeit. Die Verkaufsabteilung St. des Reickrswerkes in Spandan hat an Behörden und-solche Privatbetriebe, die einem Teil ihrer Auge stellten llniformkleidung zur Verfügung stellen, ein als „Vertraulich" bezeichnetes Schreiben übersandt, in dem bekanntge geben wird, daß in der ehemaligen Pulverfabrik Einrichtungen zum Reinigen und Färben von Uniformen und Stoffen geschaffen worden sind. Tagegen, daß die großen Betriebsräume der ehemaligen Span- dancr Staatswerk'tälten für andere industrielle Zwecke nutzbar ge- macht werden, kann kein vernünftiger Mensch etwas einlvcnden wollen. Dieserhalb ist wohl auch das Schreiben nicht als vertrau lich bezeichnet Ivorden: woKl aber, weil in dem vom 13. Oktober 1319 datierten Schriftstück Anpreisungen gemacht werden, gegen die sich sowohl Unternehmer wie Arbeiter aus den Färbereien und chemischen Reinigungsanstalten mu aller Entschiedenheit wenden müssen. In den letzten beiden Abschnirien des Schreibens heißt cs nämlich: »Da uns die A. G. für Anilinfabrikation prompte Lic- fr ru ng van Farbe zugesagt hat, sind wir in der Lage, jeden, auch den größten Auftrag, innerbalb der kürzesten Frist und rerner durch Erledigung dieser Aufträge durch Frauen bei bil- ligster Berechnung zu erledigen. Da die P r i v a t f ä r b e? e j e n augenblicklich infolge Streiks und Kohlcumangel nicht in der Lage sind, größere Auf- trage zu übernehmen, bitten wir ergebenst, die im dortigen Be- reich vorkommenden Aufträge zum Färben und Reinigen von Uniformen der Polizei- und Straßenbabnbeamtcii unter An- gäbe der Lieferfristen und sonstigen Wünsche an das Rcichswerk Spandau zu übertragen." Wir müssen schon sagen, daß wir diese Empfehlung des Span- bauer Reichswerkes, die darin besteht, ihre billige Frauen- arbeit und de» Willen zur Lieferuug von Streik- arbeit anzupreisen, sehr verwerflich sinden. Das ist Schmutzkonkurrenz der schlimmsten Sorte. Auch der Hinweis aus die Kohlen- und Farbcnnot der Prival- betriebe, im Gegensatz zu de? prompten Belieferung des Reichs- Werkes mit diesen Beiriebsmitteln, wirk: nicht gerade shmpathie. erregend in den Kreisen, die durch Fehleu von Kohle und Farben zum Aussetzen der Arbeit verurteilt sind. Wix glauben einstweilen nicht, daß man im Reichsschatzmini- stmiun, dem daS Werk unterstellt ist, mit dieser die Arbeiter wie die Unternehmer stark beunruhigenden unterirdischen Reklame einverstanden ist. Das letzte Wort ist darüber noch nicht gesprochen. Tie Ginhcitsorganisation im lSastwirtsgcwerbe. Die Bestrebungen auf Schaffung einer Einheitkorganisation der astwirlschaftlickien Angestellten hoben im Monat Oktober ent- cheidende Forlschritte gemacht.— Einmal hat der VerbandStag des »Verbandes der Köche", der bei den christlichen Gewerksckaiten An- schlug gesucht und gesunden halte, sich von diesen gelöst und sich auf sreigewertschaftlicher Grundlage neu konstituiert. um sich der Zentrallommission anschließen zu können.— Zum anderen haben der»Genfer Verband der Hotelangestellten" und der . Deutsche Kellnerbund" mit Wirkung ab 1. Januar 1920 ihre Verschmelzung beschlossen unter gleichzeitiger einstimmiger Annahme von Richtlinien, welche die Barsch ntelzung m t t dem Verband der Gastwirtsgehilsen bezwecken bezw. die Grundlage bilden für die zu schaffende EinheüSorgantsation aller gastwirtschafilichen Angestellten. schließung der Arbeiterschaft dieses Beiriebes von der Zahlung der von der Nationalversammlung beschlossenen Wirtschaftsbeibtlie S:el. lnng zu nehmen. Der RcscreiU. Kollege Wolter vom Trans- vortarbeiter-Verband, präzisierte in seinen Aiiösührungcn die Siel- lungnabmc der Beamten der betreffenden Reports, gab in aus- sübrlicher Weis? Bericht über die langwierigen Verhandlungen und stellte cls Ergebnis derselben einen immer noch ausstehenden Er- folg fesd(PS wird und lmirdc allen Staatsarbcitcrn die Wir:- schastsbeihilie ausgezahlt, außer den Arbeitern des BekleidungsamtS und der technischen Institute. Die Versammelten nahmen>m: Eni- rüstung von dieser Verfügung Kenntnis. Die Diskussionsredner forderten von ihren Vertretern und vom Transportarbeitcr-Verband unier stürmisckx'r Zustimmung der Versammlung schärfere Stellung- nähme gegen die maßgebenden Stellen und verlangen, daß in kürze- ster Zeit die Auszahlung der Wirtsthastsbeihilfe erfolgt. Alle Angestellten der Berliner Metallindustrie, die in folgenden Verbänden organisiert sind: Zenitalverband der Angestellten. Bund der technischen Angestellten und Beamten, Deutscher Werkmeister- verHand, versammeln sich am Mittwoch, den 19. d. M.«Büß- tag), vormittags 11 Uhr, int Wallhalla-Saal. Berlin X., WeinbergSweg 1 9/20. Tagesordnung:»Der Meiallarbeitersireik und seine Rückwirkung auf die Angestellten," Resetent: Kollege Fritz Schmidt. Niemand darf fehlen!! Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände Ortssekretariat. E. Zwietusch». Eo. Zille ftunkiianärc des LetrieLeS treffen sich heute nammittaz 4 Uhr bei ArnSwaldc, Cbarlotienburger User. G. Lorenz. A.<«., Tempeihof. Alle Kolleginnen und Kollegen müssen bis svätesteiiS Montag, den 17. November, die Arbeit aufnebnien, da sonst die Plätze besetzt werden müssen. Der ZlrbeitcrauSschuss Siemens u. Sduidert. Kleindauwerk. Die Auszahlung der Streik- Unterstützung sür alle Kollegen findet beute, am 15. November, von 3 bis 5 Uhr, in folgenden Lokalen statt: Abieilung IS u. 17. bei Lenz, Teglcr Weg 97. 26. u. 2 bei Rogacki. Teglcr Weg 101. 39.. 30., 20. und sämtliche Nach« iragSlisten bei Wottmattn, Tegler Weg 107. 12., iö. und 46. bei Kardcll, Tegler Weg 5, 24., 25.. Ä.. 27.. 41. und 60. bei Leopold. Teglcr Weg 100, 4., 5., 9. und 32 bei Braun. Tegler Weg 103, l., 11. und 13. bei Gleiche, Tegler Weg 10, 7.. 14., 43. l und 55 bei Gaumer, Tegler Weg 13. OSram-Werke. Sonnabend, den 15. Nov.. 10 Uhr vorm., Betriebs- Versammlung bei Wanzlik, Treptower Park 27. Alle Transport- a r b e i t e r melden sich heute trüb 7 Uhr im Fabrikgebäude B zwecks Abstimmung und Ausnahme der Arbeit. Tcutsche Trlrpfionwerke Oberschöneweide. Betriebsversammlung sämtlicher, auch nichtbeschästigter, Kollegen am Sonnabend, den 15. Ro- vcmber, um 11 Uhr, bei Merzkc, SiemenSstr. 5. Wahl der VerhandlungS- lommtssion._ Sportnachrichten. Freie Durnerschoft Berlin. Vereins- BiertcljahreSver- s a Ul m l u ii g am Sonnabend pünktlich 7 Uhr in LandröS Bierhallen, Stralmier Sir. 3(Ecke Wailcnstratzel.— Turnsahrten am Sonntag: 1. M ä d ch« n» A b t. nach Tegel, Schulzcndors. HennSdori. Treff« Punkt 8 Ubr Kotibuscr Brücke.— 1. Knaben-Abt. nach virschgarten, Ravensteiner Müble. Ptcrdebucht, Sadowa. TreffpunU 81,1, Ubr schief. Bhf. — Arb.> Radk. Bund»Solidarität-, Ortsgruppe Berlin, Ik. Abi. Sonntag Fußtour durch die Müggetöcrge. Start 12 Ubr Fontanepronic- nadc. itz.— Seiineesportabteilung de» Berliner Tchlittschuli-Klubs. Täglich Kurse für Schnccichuhlausen tzn Grunewald. Nähere Auskunft erteilt die EeschäfiSstelle:\V. 15, Kurjurstendamm 47. I« der Mitgliederversammlung der Oriöverwalinng Berkin des Deutschen Munker-VeroandeS wurde«ls Leiter der Orckestermusikcr- sektion der Kollege Schlager, für die Ensemblemiisikersektton der Kollege Hock, tnid für die Sektion der Kapellmeister der Kollege H ö b n e gewählt Der Kollege Wosseng rcserierte über die Einführung einer neuen GeschäftSordiiung des Musitcrnackiweifes. Ein äußerst fei.igcgliedertes Kartenshstem gibt dem Vorsteher des Nackweises die Möglichkeit, für jede Art von Musikleistungen den passenden Musiker auszuwäUcn. Auf das gcw-isscnhirrtcste wird hier der Studiengang des Munkers, seine bisherige Tätigkeit und auch ein fcrn-rcs Wirkon registriert, so daß ein jeder Musiker ganz indi- viduell nock seinem Können und seiner Leiftitngsfäbigkcrt bewertet und beschäftig: werden kann, ohne daß eine Bevorzugung des einzelnen eintreten müßte. Dia Versammlung nabm die Geschäfts- ordmtng an. Der von den Gastwirtsorganisationen vorgelegte Tarisvertragscntwnrf bözgl. der sozialen Fragen wurde als ganz undiskutabel bezetckttei und von der Versammlung einstimmig ab- gelehnt. Der Vontand wurde beauftragt, die weiteren Schritte zu unternehmen. Die mit der Tlteaterleiterkommission aufgestellten Tarife für Bühnenmusiken fanden die Zustimmung der Versamm- lutiy. Entschiedene Mißbilligung erfuhr die Tätliche, daß ein Kapellmeister sich an seine Musiker insofern bereicherte, als er ihnen die von de- Direktion des Theaters sür die Musiker ausgeworfene (i(age nicht voll ausbezahlte und auf tnese Weise 23 Mk. to Tag für sich selbst einsteckte. Dies war jedoch nur dadurch möglich, daß der Unternehmer dem Kapellmeister für die Kapelle eine Pauschale auszahlte. Tie Transport- und Lagerarbeiter des ehemaligen BekleidungS- amts versammelten sich in den Musikersälett, um gegen die Äus- vorträge, vereine unü Versammlungen. Rcichsbitnd der Kriegsbeschädigten. Bezirk 3(Südost.) Bezirks- Versammlung am Montag 7>s, Ubr, in Schuhmachers Feitsälen, Slalitzer Strasse 12t>.— Genosse Stadtrat Dtolkcububr spricht heute 7>/, Uhr im Hohenzollern-Nymnasium(Aula), Marlin-Luther. Str. 22. über: »DeMichlands iviilfchofUschcr Wiederalisslieg".— Verein„Arbeiter- Hochschule". Sonntag 70, Uhr in der Aula, Niedcnvallslr. 12. Rem- brandt-Abend mit Lichttuldern. Vortrag des Herrn Dr. Cohn-Wiener. Eintritt für Mitglieder 50 Ps. Gäste 1 M.— Srenographeiivereiii 2to>.;e-2chrcv. Li o r d o st- B e z i r k. Moniag 7>/, N!>r Gemeinde- säiuie. Kleine Frankfurter Str. 6.— Freirettgtösc Gemeinde. Sonntag vorm. 11 Uhr in der StaMballc, Kiosteritraße, Ecke Stralauer Sirasse. Vortrag deo Herrn Dr. H. Haffe: Das Gewissen der Strasse. Hör» montum: SotoeggS Lied.(Grieg.)— Gäste willtommen.— Niederschouc- weide. Eütführung am Sonntag nachm. 3 Uhr in der Schtilaiila. Eltern, die ihre Kinder vom Religionsunterricht befreit baöcn, werden gebeten, mit den Kindern recht zahlreich zu erscheinen.— Freie Bereinigung für Recht nnd Sozialismus(ÄrbeitSgememichaft lojicliilifchet Juristen.) D-enSIag~'l4 Uhr im Hotel Aleraadra, XIV 7, MiUeislr. 16/17(an der Fricdrichsir.): Aussprawe über»Fragen des LandarbcitsrcchtS'.(Referent: Genosse Retbisanwalt Dr. Siegfried.Rofcttfelb.)— Bund der Ausländsdeutschen. Abteilung Rustland. OrlSgruvpe Berlin Bersammlung am Moniag 6 Uyr im LehrervercinShanS. Zulritt Hai auf jede Mitgliedskarte, Abt. Rttssland, nur eine Perfon. Beitrittserklärungen am Saaleingang. ZÄettrrausfichtru für daS mititere Aorddeutfchland bis Sonntag mittag. Kciiwtiic auskickrend. aber noch überwiegend bewölkt und besonders im östlichen Küstengebiet öfter leichte Schneefälle; an den 'meisten Orlen gelinder Frost. Verantw. kür den redaktion. Teil: Blsred Scholz, Neukölln: für Anzeigen: Iheodo» Glocke, Berlin Verlag: Vorwärts-Lerlag S. m. b. L., Berlin. Druck: Borwärt»- Buchdruckerei und Vcrlagoanstalt Vau! Einger u. Co. in Berlin. Lindenslr. S. Hterzu 2 Scilogcn. Wir bitten V'/ Sie in Ihrem eigenen Interctle von Ihrem Buchhändler*u ▼erlantfcn Nulturmentchen Roman von Claude Farrcrc C«k. M. 4.-. geh. M. 6.-(«it llFfc B«eUi.-A«f«cli!� Georg TAüUer'Verlag München Hr. 585 ♦ AH. Jahrgang 1. Seilage öes vorwärts SonuabenS, 15. November I�IH Daviö gegen helfferich. (Schluh aus der Abendausgabe.) Abg. Cohn sll. Soz.): Tie ganzen polemischen Ausführungen Tr. Helff�richs haben mit dem B« lv e i s t h e m a, nämlich den Friedcnsmögiichkciten um die Jahreswende gar nicbts �n tun. Auch die Aeußerungen Dr. Davids vom Sonn- tag gehören nicht zur Sache. Ich widerspreche ausdrücklich der Auffassung des Vorsitzenden. Vors. Abg. Warnt uth: Und ich balic meine Ansicht aufrecht. Abg. Dr. Sinzbeimer i'Soz.l: Der Zeuge beruft sich aus eine Aeutzeruna Gerards. Dann möge er auch die Aeutzcrungen aus dem Buche Gcrards verlesen, in denen er mitteilt, daß ihm am � Tage oder kurz vor dem bekannten Amerikadincr die bestimmte Zu- sichern ng genracht worden sei der unbeschränkte U-Boot-Krieg würde unter keinen Umständen kommen. Vielleicht gründen sich darauf die Ausfübrnngen Dr. Davids vom Sonnrag. Hclffcnch: Ich lxöbe das Buch Gerards nicht hier. Aber ich kann bestätigen, datz Gerard an einer Stelle schreibt, daß ihm kurz vor dem Diner der amerikanischen Handelskam-mer in Berlin be- stimmt« Zusicherungen gemacht worden seien. Ob dies der Fall war, weih ich nicht.* Für mich handelte eS sich in diesem Augenblick darum, daß Gerard die persönliche Ehrenhaftigkeit des damaligen Chefs der Reichst leitung anerkannt bat. Sinzhcimcr: Wenn Sie Bier in heftiger Polemik sich auf Gerards Buch beril'en. dann müssen Sie auch die a n d e r e n Aeuße- rungcn(jlcrads vortragen. Helfferich: Ich kann hier nicht ganz: Bücher verlesen.(Heiter- leit.) Abg. Lohn: Vielleicht schildert der Zeuge seine eigene Teil- nähme an dem Diner und die Friedensvcde, die er bei dieser Ge- legenheit hielt. Es ist durchaus möglich, datz Gerard mit Absicht nur die persönliche Ehrrurhaftigkeit des Herrn von Bethmaiul Hollweg hat hervorbeben vollen. Reichsmmister Dr. David: Sachlich werde ich dem Zcugcii später antivvrten und will jetzt nur erklären, daß ich ihm die Ant- wort auf seine Aenßerungen nicht schuldig bleiben werde.(Lachen im Ziihörerraum.l Vors. Warmutb: Wenn diese Kundgebungen im Zuhörerraum nicht unterbleiben, werde ich zur Räum u 11 g schreiten. Helfferich: Auch ohne den uneingeschränkten U-Boot-Krieg bätte Amerika den Kr:cg gegen uns begonnen. Nun die Wir- k u n g e n des U-Boot-Kriegs. Man bat die deutschen V e r- scnkungSziffern angegriffen. Sic bewegen sich etwa in der Mitte zwischen dem, was die Engländer selbst als versenkt, und denn was sie als versenkt und beschädigt bezeichnet haben. Es wird also so sein, datz von. uns eine Reihe von Schiften als versenkt gemeldet wurden, die in Wirklichkeit nur beschädigt worden sind. .Von 1S17 an war die Steigerung der Abwehrmitirl deutlich erkennbar. Tie wirtschaftliche Wirkung zeigte sich zmtächst darin, daß die S t a- t i st i k der Nahrungsmittel in England verschwindet. Es er- folgte eine erheblict»? Abnahme der Lieferungen. Aber im kriti- |chcii Augenblick strengt? Amerika seine äußerste.Kraft an und schränkte seinen eigenen Bedarf ein. Englcnch tat, was es konnte, um sich der Wirkung zu entziehen. Es konzentrierte seine Einfuhr ans che Dinge, die für das Leben und die Kriegführung Wesen t- tick waren. Tie Ausnutzung des Schiffsraums wurde aufs äußerste gesteigert. Alles wurde der Versorgung'mit Lebens- Mitteln dienstbar gemacht, so daß für die anderen Zwecke, wie ein Engländer sagte, die Schiffahrt nur noch als Skelett übriggeblieben war. Die Neutralen wurden zu Schiffsleistu»,gen mit der Hunger- peitsche gezwlmgen. Auf Holland wurde ein ungeheurer Druck aus- geübt. Hätten wir im März 1918 Getreide an Holland liefern können, so bätte es sich gegen die unneutrale Handlung tucbren können, an England Schiffe auszuliefern. Großzügige Maßnahmen zur Hebung der Produktion wurden eingeleitet, z. B. das große Ackcrbauprogramm, der verstärkte Holzschlag, die vermehrte Ersen« rzgetv i mrung; nüchtern und sachlich habe ich diese Tinge be- I'Hindclt, wie es sich unter e r n st e n Männer» geziemt. Ich habe stets den Gedankon zurückgeivicsen, daß der U-Boot-Krieg in ivenigen Monaten zum Erfolg führen müsse. Ich habe nur die Hoffnung ausgesprochen, daß es uns gelingen würde. England friede n>- bereit zu machen, ehe Amerika in der Lage wäre, einzugreifen. Im bewußten Gegensatz zur Festsetzung von Tenninen habe ich ain 31. Januar 1917 der Hoffming den Zusatz zugefügt, daß eine Garantie natürlich nicht übernommen werden könne. Vors. Warmuth: Hat mau die großzügige Öownlv'-rkung in wirtschaftlicher Hinsicht auch in Rechnung gestellt? Helfferich: Man kann nicht alles voraussehen. Aber ich habe im Reichstag inrmer darauf hingewiesen, daß England ein zäher Gegner fei." Der U-BootKrieg wirkte fühlbar. Er entlastete unser Hoer. Im Krieg entscheidet nicht nur die JKaffc, die Menschenzahl, die Technik, sondern geistige und sittliche JmponderabUien kommen hinzu. Hindcnburg lat damals zu der� unseligen Denkschrift CzerninS gesagt, der Ausgang de» Kriegs sei mehr denn je eine ein Friedensschritt unternommen, der als ergänzen- der Hilfsschritt von ungeheurer Bedeutung war. Diese Sache ist bicr nicht öfsentlich verhandelt worden, weil eine„neu- trale" Macht in Frage kam. Das darf aber wohl öffentlich ans- gesprochen werden, daß in der zweiten Hälste des Dezember eine Frtedensvcrmittlnng einer neutralen Macht eingeleitet wurde, die als eine außerordentlicki verheißungsvolle ange- sehen werden mustte und die zur L c r st ä r t u„ g der Wilsonschrn Aktion führen mnsite. Auch davon wußte der Reichstag ntchts. Hätte er es gewußt, so hätte das Zentrum unter keinen Ilm- stände t seine Einwilligung gegeben, daß alles durch den rücksichts- losen U-Boot-Krieg durchkreuzt würde.(Große Unruhe.) Vorsitzender Warmutb: Ich balle es nicht für zulässig, die Beurteilung d-es* vchrittes der neutralen Macht hier in der Oeffent- lichkeit so scharf hervorzuheben. Es können dadurch in der Oefsentlichkeit Vorstellungen erweckt werden in ganz be- stimmter einseitiger Richtung. Unser Beriahreit hier hat den Zweck, auch der breitesten Oefsentlichkeit die Bildung eines eigenen Urteils zu ermöglichen. Auf diese Weise ist dies nicht möglich. Es! mich gerichtet hat, ist deshalb nicht zulässig, das, was in geheimer Sitzung berate» worden ist, hier zur Besprechung in der Oefsentlichkeit anzu- ziehen, l??) Reichsministcr Dr. David: Ich habe dies nur angeführt, weil es schwerwiegend ist für mein Urteil, daß das Volk mit verbundeneit Augen ins Verhängnis geführt wurde. Darauf kam das Telegramm Beriinstorffs, daß die Erklärung des rücksichtslosen U-Boot-Kriegs Amerika in den Krieg führen müsse. Seine Anstrengung, einen Aufschub zu erhalten, wurde dem Reichs- tag v o r e n t h a l t c i:, das deutsche Volk wüßte nichts da- V o n. Dann kam das Telegramm Bernstorffö von: 28. Januar. der Präsident habe neuerdings erklärt, er werde einen Friedens- schritt tun, der Botschafter bitte bringend um Ausschub. (Helsserich: Ist mitgeteilt.) Der Reichstag wußte nichts davon.(Helfferich: In geheimer Sitzung, der Sie nickt bei- wohnten, Ivurde es dem Ausschuß mitgeteilt.) Es wurde da mit- geteilt, Wilson wünsche unsere Friedensbedingungen zu erfahren. (Dr. Helfferich: Der Telegrammwechsel wurde wörtlich verlesen.) Von dem Eintreten einer neutralen Macht haben wir nichts er- fahren, ebenso nichts davon, daß Bernstorff mitteilte, cS fei aus- sichkslos, eine Friedensaktion zn erwarten, wenn der rücksichtslose U-Boot-Krieg erklärt würde. So wurde der Reichstag blind ins Verhängnis geführt. Das habe ick ausführen wollen, und das eut- spricht den Tatsachen. Von einem„plumpen Betrugsversuch" habe ich nicht gesprochen, das ist eine Bemerkung des„Vorwärts". Es war eine unklare und illoyale Diplomatie, die getrieben wurde, nachdem man lnrn Präfidenken Wilson eingeladen hatte, den Frie- densschvitt zu unternehmen, indem man ihm vorwegsprang und ihn selbst in eine Situation brachte, die er als peinlich und schwic- rig empfinden mutzte. Hätte ich damals gewußt, was vorgegangen war, hätte ich den Tepeschenwcchscl zwischen unserm Betschafter und dem AuS- wärtigen Amt grtannt, so hätte ick, meine Friedeashofsnung natürlich nicht mehr gehabt, meine Partei würde damals viel- leicht noch zu weitergehenden Beschlüssen gekommen sein. So mußte der Eindruck erweckt werden, daß unsere Diplvmatie den Krieg mit Amerika geradezu provoziert hat, und das ist die schwere Anklage, die ich erhebe. Reichstag und deutsches Volk würden sich ganz anders gestellt haben,— so ist es mit verbuu- d o ii e ii Augen in das Verhängnis geführt lvorden. Vethmann Hollweg(in leidenschaftlicher Erregung): Ter Reichsminister Dr. David bat hier erneut in Fortsetzung seiner Rede vom Sonntag festgestellt, das deutsche Volk sei im Dunkel gehalten und hinters L ich t geführt� worden. Er hat das in einer Form getan, welch: die schwersten Anklagen in sich schließt. Er'hat dieser Anklage die weitere Anklage hinzugefügt, ick» hätte gegen Amerika eine illoyale� Politik getrieben. Diese Anklage kann an Schlvere und an-schärfe gar nicht über. Voten werden. Diese Anklage wird hier in öffentlicher Sitzung in die Welt geschleudert. Ich lasse diese Anklage nicht auf mir sitzen. Vors. Warmuth: Ich stehe auf dem gleichen Standpunkt, und ich habe daher auch der Auffassung Ausdruck gegeben, daß die Auf- fassungen Dr. Davids in der Form, wie sie hier gemacht worden sind, nicht dem Rechnung tragen, was tatsächlich Gegenstand des ganzen Verfahrens ist. Der Ausschutz wird aber über die Frage beraten. Reichsminister Dr. David: Ich habe diese Debatte nicht an- gefangen. Vethmann Hollwcg: Am vergangenen Sonntag! Reichsminister Dr. David: Am vergangenen Sonntag habe ich hier nickt gesprochen. Helfferich: Aber unter Bezugnahme ans den Ausschuß vor einer Botksversammlung. Reichsministcr Dr. David: Der Zeuge Tr, Helfferich hatte einen überaus schärfen Angriff im Rahmen seiner Zeugenaus- sage gegen m i ch gerichtet, der gar nicht hierher gehörte. Das hat mir das Recht und die Pflicht gegeben, diesen Angriff sachlich zu- rückzuweisen.(Lachen und Unruhe bei den Mitgliedern der frühe- ren Regierung.) Gegen den Angriff, den Dr. Helfferich gegen mußte ich mich rechtfertigen, und ich habe kein Wort gesagt, das aus' dem Rahmen dieser Rechtfertigung heraus- fiel. Zimmermann(sehr erregt): Reichsminister Dr. David bat hier parteipolitische Reden gehalten.(Beifall und Unruhe.) Ich hatte hier geglaubt, daß alle in diesem Saale von der Unpartei- lichkeit des Ausschusses so tief durchdrungen sein würden, datz so etwas unterblieben wäre. Wir müssen aber anhören, was Dr. David sagt, und wir haben nichi wie im Parlament das Recht, ihm sofort zu erwidern. Ter Vorwurf eoner illoyalen Politik ist un- erhört, und ich weise ihn mit aller Schärfe zurück. Ich habe meinen Standpunkt eingehend dargelegt und die Gründe ent- wickelt, warum ich vor der Presse die beanstandete Erklärung ab- gegeben babe. Das Auswärtige Amt stand damals nicht in der Gunst des Publikums, es galt als schlapp. Wenn ich der Presse damals gesagt härte, datz wir die ganze Sache zur Verhütung des U-Boot-Kriegeö machten, ich wäre gesteinigt worden. Aus takti- scheu Erwägungen habe ich deshalb gesagt, daß wir dem Wilson- scheu Friedensschritt zuvorkommen wollten. Es ist unerhört, wie ein Reichsminister es wagen kann, mir deshalb Illoyalität gegen Wilson vorzuwerfen. Was Dr. David uns hinsichtlich des amerikanischen Diners vorgehalten hat, war gleichfalls unrichkkg. Alles Erfindungen! Niemals sind Gerard bestimmte Zusicherungen dahin gemacht worden, der U-Boot-Krieg würde nicht begonnen werden. Wir haben mit Gerard auch nicht verab- redet, was er auf dem Diner reden sollte. Ich war vielmehr ganz überrascht durch seine Rede. Im übrigen kann ich nur darauf hinweisen, datz Grtard sich über meine Ernennung zum Staats- sekretär besonders gefreut und sich davon gute Wirkungen für die denbsch-amerikanischen Beziehungen versprochen hat. Gerard hatte Vertrauen zu mir.(Dr. David lacht.) Ich weise den Angriff Dr. Davids aufs schärfste zurück. Hierauf zog sich der Ausschuß, zu einer längereu. B er a t u n g zurück. Nach Wiehereröffnung der' Verhandlmigon errlärte der Vor- sitzende: Ich habe im Namen'des Ausschusses folgende, einstimmig angeiiommeii« Erklärung abzugeben: Der Untersuchungsausschuß ist nach der Verfassung ein sell>- ständiges Organ zur Untersuchung von Tatsachen. Die eub- gültige Feststellung des Ergebnisses seiner Untersuchungen kann erst nach Erichöphiuq des Bctveismaterials erfolgen. Werturteile von Mitgliedern des Ausschusses sind deshalb für den Ausschuß nicht maßgebend.'Soweit die Form von Aeutzerungen zur Beanstandung Anlaß gegeben hat, ist vom Vorsitzenden gerügt worden und wird gegebenenfalls weiter gerügt werden. Abg. Schücking weist dann auf die Frage der a in e r i k o n i- scheu Runitioiisl'eferungen hm. Wilson sei rechtlich nicht in der Lage gewesen, diese Mumr'ons.'efer.mgcn zu verbieten. Helfferich: Wilson war zwar formell nicht verpflichtet, die Mu- nitionsliefornng zu verhindetn, aber er war berechtigt, es zu tun, ohne die Neutraliiätspflicht zu verletzen. Im Falle Mexiko im Februar 1914 hat er ausdrücklich erklärt, es wäre keine tvahre Neutralität. wenn M lnition nur der eine» Partei geliefert würde. Abg. Schiicking: „.,----- Wilson hatte überhaup: nicht die rechtliche und ich beantrage, daß sich der Ausschuß schleunigst darüber schlnssig � Kompetenz, ein Mumrionsverbot zu erlassen. Im Falle Mexiko macht, ob er sich der Ansicht deZ ReichSministexs anschließt.(Beifall hätte er die ausdrückliche Ermächtigung dazu. bei den Zuhörern.).....! Helfferich: Ist Ihnen bekannt, daß Wilson den geringsten Ver- Vors. Warmuth: lieber die Auffassung des Ausschusses habe ick. such gemacht bat, um die erforderliche Ermächtigung zum Ein» mich noch nicht unterrichten können. Meine Auffassung geht dahin, I schreiten zu erlangen? Ick weiß davon nichts. AuS amcrika- daß es nicht zu den Aufgaben des Ausschusses gehört, sich ein] ntschen Kreisen ist aber der Versuch gemacht worden, ihn dazu zu Urteil in dieser Richtung zu bilden und in de», jetzigen Zeitpunkt drängen. dieses Urteil vor der Oeffentlichkeit festzustellen. Der Ausschuß hat nur Tatsachen festzustellen, wie das Herr v. Bethmann Hollwcg s e I b st wiederholt als die Ausgabe des Ausschusses be- zeichnet hat. Wir können diesen Appell also nicht a u f» e h m e u. Vethmann Hollwcg: Dann bitte ich wenigstens, im Namen de? i Ausschusses fesiznitellen, daß der Reichsminister Dr. David nickt imstande ist. durch selche Ausführungen, wie er sie hier in solch N e r ven frage. Das sind Imponderabilien, die man nicht prononzierter Weise von maßgebender Stelle gemacht hat. der Eni wie, gen kann, die aber den Ausschlag gebeii� Die schärfst« Waffe wird stumpf, wenn der Glaube am Sieg bei Freund und Feilte zer- stört wird. Warum kam der U-Boot-Krieg nicht zur Einwicklung? Wariun hat er nicht zum Ziele geführt? Weil die U-Boot-Wafse von innen heraus stumpf gemacht worden ist. Damit sind die Betundungen Helsferichs beendet. Es werden einzelne Fragen an wn gerichtet. Reichsminister Dr. David: Der Zeuge bat einen schweren An- griss wegen meiner Rede am vergangenen Sonntag im Schauspiel- haus gegen mich gerichtet. Er hat zum Ausgangspunkt seiner An- griffe einen Bericht des„Vorwärts" gewählt, der ganz kurz zusamnienfaßt. was ich dort ausgefiibrt habe zum Beweise dessen, daß das Unberl kür das deutsche Volk nicht durch die Revolution, sondern durch die Niederlage herbeigeführt wordei, sei, und daß eS aus militärischen Gründen gekommen tei, bevor die Revolution irgendwie in Sicht war. Das ist der Gedankenyang meiner Rede getvesen. Das anitliche Stenogramm meiner Rede beweist, daß di: d r a st ch' ch c Form, in der die Tendenz meiner Rede in den..Vorwärts" übergegangen ist, von mir nickst gebraucht tvord'n ist. Ich habe nachgewiesen, daß durch die Gcheimdiplomatie das deutsche Volt, der Reichstag, n ichis von der Friedensaktion Wilsons erfahren hat und daß es blind i» den Krieg mit Ameriia gesübrt worden'.st Ter„V o r w ä r t s" faßt dies drastisch dahin zusammen, daß das deutsche Volk hinters Licht geführt worden sei, der Reichstag an der Spitze. Dem Reichstag wmde nichts davon mitgeteilt, dost von der deutschen Regierung Wilson zur Einleitung einer Friedensaktion eingeladen worden sei, ex wußte nichts von de» Tevefchen, die Graf Bernstorff nach Berlin gefaodt hatte, und daß Wilson z» einem abermaligen Friedensschritt bereit sei, sobald er Erfolg verspreche. Z„r selben Zeit wurde von einer neutralen Macht scheidilng des Ausschusses irgendwie vorzugreifen. Ich bitte, daß da; mit aller Schärfe erklärt wird. ReickSminister Dr. David: Ich habe in meinen Ausführungen die Person dos Reichskanzlers überhaupt nicht genannt. Bethmann Hollweg(erregt): Ich bin verantwortlich. Rcichsminiiter Dr. David: Ich stehe unter de», starken Ein- druck, daß die politische Leitung damals nicht einheitlich gehandelt hat. Den Vorwurf einer illoyalen Politik habe ick in erster Linie an die Adresse des damassgen� Chefs des Auswärtigen Amtes ge- richtet(Staatssekretär a. D. Dr. Zimmermann springt erregt aus). der am 19. Dezember der Presse vertraulich mitleilie, daß wir unseren Friedensschritt nur mackten, um einer Friedensakiion Wilsons zuvorzukommen. Das ist ein illoyales Verfahren. (Große Uurnhe.) Zimmermann(sehr erregt): In dieser Weise werden wir hier öffeut'lich angeklagt l Reichsministcr Dr. David: Das Verbalien Dr. Zimmermanns war die Grundlage für den Vorwurf einer illoyalen Politik. Insoweit balte ich diesen Vorwurf durchaus aufrecht. Daß Herr v. Bethmann Holl'veg für seine Person eine illoyale Poliii? nickt treiben wollte, davon bin ich fest überzeugt. In der Wir- kung nach Amerika aber mußte diese Politik sachlich so aufgefaßt werden. Bethmann Hollweg(mit steigender Erregung): Ich möchte an den Ausschuß d-e Frage richten, ob diefer Sml dazu dienen soll, daß Mitglieder der Reichs regteriuig gegen die frühere Regierung hier önentlich die schwerste Anklage erheben? Helfferich: Ich erkläre, daß ,ch diesen Saal verlassen werde, wenn auf diese Frage keine befriedigende Antwort erfolgt. (Beifall im Zuhörerraum.) Bethmann Hollweg: Bisher ist u»Z mitgeteilt worden, daß der Ausschuß nur dazu da sei, Tatsachen festzustellen, und daß ich als Auskunftsperson geladen bin. Ich siebe aber picht hier, um mir von einem Mitglied« der jetzigen Regierung solche An- Ilagen vor aller Oefseiillichkeit ins Gesicht schleudern zu lassen. (Neuer Beifall im Zuhörerranm.) Abg. Schiicking: Ist Ihnen bekannt, daß die deutsche R ü st u n g s i n d u st r i e jede Gelegenheit benutzt hat, um an Kriege» zwischen anderen Staaten zu verdienen, und daß eS sich hier tun Sünden des Kapitals bandelt? Helfferich: lieber Sünden des Kapitels haben mir hier doch nicht zu verhandeln. Die Sack« lag bei uns auch ante r s. Wir waren nicht durch die Natur der Dinge verhindert, von Amerika etwas zu erhalten sonder» durch völkerrechtswidrige Maßnahmen Englands. Abg. Schiicking: Hier handelt es sich nicht um Sünden eines einzelnen Voltes, sondern um Sünden des Kapitals. Von der deutschen Industrie sind Waffen aeliescr! worden, auch wenn es sich Partei ermöglichen ließ, namentlich auch im HM etneWI Burenkriegs. In Amerika wurde ausdrücklich darauf bin- gewiesen, daß von deuischcr Seite im Burenlriege erhebliche Mu« nitions- und Waffcnlieferniigen erfolgt sind. Helfferich: Amerika brauchte England nur aufzuforden,, aus den Boden der Londoner Deklaration zurückzukehren, oder sonst die Getreidelieferungen einAnstellen, dann wäre der Krieg zu Ende ge- kommen. Graf Bernstorff: Joder, der die Verhältnisse in Amerika kennt, weiß, daß ein Präsident nichts unternehmen kann, was nicht mit der Anficht der öffentlichen Meinung übereinstimmt. Er kann diese öffentliche Meinung wohl beeinflussen und hemmen, er kann aber nichts gegen sie tun. Anfangs war die amerikanische Meinung gegen uns unfreundlich, sie nahm für die Entente Partei. Wir standen nicht einer mchtvertrauenSwür- tezcn Person gegenüber, sondern der anSgrsprochcncn Ansicht des amerikanische» Volkes, und mkolgedessen handelte es sich für uns nicht darum, ob Wilson zuverlässig war oder nicht, sondern darum, daß das amerikanische Volk diesen Wunsch ausgesprochen hatte. Helfferich: Tic Ausführungen des Grafen Bernstorff bestätigen meiids Auffassung, daß Wilson von der aanerjkanisdjc« Geschäftswelt und der östentlichcn Meinung getrieben worden ist. Die VerrranenSwürdchkeit habe ich Wilson nicht afcgesvrochen. Abg. Schücking: Ich Hab« niemals gesagt, daß nur oder in be» sonderein Maße die deutsche Rüstungsindustrie mit den Tränen fremder Länder ihre Geschäfte gemacht habe. Professor Bonn: Wir Hecken immer auf dem Standpunkt ge- standen, daß eö ein großes Unglück wäre, wenn die mangelnde Neu- tralität Amerikas sich in crkssolnte Feindschaft verwandeln würde. Deshalb haben Sie bis dahin auch den Unterseebootkrieg ftttmer dekämpfl. FH sche mcht ein, wie Ihnen die mangelnde Neutralität im Herbst 1916 schon bekannt gewesen sein kann, die Fhre Stellung beeinflußt l>crbc. Hclfferich: Mir wird soeben miigeteilt, daß im spanisch-ameri- konischen Kriege die Lieferung deutscher Munition cm Spanren auf Wunsch des amerikanischen Botschafters in Berlin durch Anordnung dcs damaligen Staatssekretärs v. Biilow eingestellt und für Spanien bestimmte Transporte zurückgerufen wurden. M>(� Schlicking: DaZ ist tatsächlich der einzige Fall ge- Wesen, in dem unsere Regierung sich auf diesen Standpunkt ge» stellt bat. Dann die Frage der bewaffneten Handelsschiffe. Ist es richtig, daß Amerika und selbst den Vorschlag gemacht hatte, uns tn der Frage der bewaffneten Handelsschiffe zu der» ständigen? Hclfferich: StaatZiekreiär La n sing hatte am 18. Januar vorgeschlagen, unser« U-Boote möchten sich auf den Kreuzerkrieg beschränken, dafür würden die Handelsschiffe nicht mehr bewaffnet werden. Das war ein guter Vorschlag. Aber ich hatte den Ein. druck, daß Lansing diesen Vorschlag. über den Kopf Wilsons hinweg gemacht hatte. Abg. Schiicking: Der Vorschlag LansingS wäre in der Tat eine salomonische Lösung gewesen. Hclfferich: Sr hätte unS den Frieden noch tSIll ge- b roch t. Abg. Schücking: Warum ist c5 nun nicht zu einer Verstän- digung auf dieser Grundlage gekommen? Graf Bcrnstorff: Daran trägt eine Verkettung diploma- tistber Verbandlungen die Schuld, die leider die Signatur der ganzen zweieinhalbjährigen Verhandlungen mit Amerika war. Die vor. läusige Regelung der A r a b i c- Frage hatte für einen Augenblick die Bahn für diplomatisch« Verhandlungen freigemacht, und Amerika hatte tatsächlich die Verhandlungen mit England aufgenommen. In dieser Kette von Behandlungen ist die Note LansingS«in Glied. Sie war übrigens nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt, sondern nur für die Ententediplomaten. Nicht abgeschlossen aber waren die Ver- Handlungen in der Lusitania-Frage. Sie spitzten sich vielmehr gerade in dem Augenblick zu, als LansingS Not? abgegangen war, so daß man in Washington von nichts an- derem nlS von dem Bruch mit Deutschland sprach. In diesem Rngenblick kam von Berlin auch der Auftrag, den verschärften U-Boot-Krieg zu erklären. Auf diese Weife wurde jede Möglichkeit zu einer Lerstantngung beseitigt. Helfferich: Die Lansingsche Note konnte für diesen Krieg, ja ssir die Weltgeschichte von größter Bedeutung werden. Zum erstenmal scmen eS,«IS ob Amerika auf die Entente einen Druck ausüben wollte. Ich gewann aber die Ueberzeugung, daß Wilson und Lansing nicht immer sehr intim zusammengearbeitet haben. Das schien mir auch hier der Fall zu sein. Nachdem die Lansingsche Note abgegangen war, versuchten Wilsons englische Freunde ein Gegengewicht zu schaffen und benutzten dazu die Zuspitzung in der Lusitania-Frage. Man verlangt« plötzlich von unS, wir sollten die Ungesetzlichkeit der Versenkung zu geben, sonst wäre der Kriegsfall gegeben. Ich bin der Ansicht, daß der Lusitania-Fall in diesem Augenblick nur wieder aufgenommen worden ist, um die Lansingsche Note zurückziebcn zu können. Graf Bernstorfs: Mit der Lösung der Arabic-Frage war nur ein Einzelfall erledigt worden. Man sagte, der U-Bootkomman. dant hätte feine Instruktionen überschritten. Die Grundsätze aber blieben in der Schwebe. Don Amerika war stets gesagt worden. daß auch in der Lusitania-Frage unsererseits noch eine Erklärung abgegeben werden müßte. Tie war nur zurückgestellt worden. Am 12. Dezember hat Lansing mit mir zum erstenmal wieder von der Lusttania gesprochen und mir einen Entwurf zurückgegeben, den ich ihm im Juli oder Ansang Anaust gegeben hatte. Abg. Cohn: War, als am 12. Dezember der Lusitania-Fall wieder aufgenommen wurde, das deutsche Friedensangebot schon bekannt? Helfferich: DaS war ja ein Jahr vorher!(Heiterkeit.) Graf Bcrnstorff: Die Lansingsche Not« wäre niemals im ameri- kanischen Kongreß angenommen worden; da hätte Wilson noch so viele Reden halten können, niemals hätte der Kongreß dos getan, denn die Note bedeutete, daß Amerika von diesem Augenblick an kein einziges Handelsschiff mehr zur Verfügung gehabt hätte. Dr. Helfferich: Nach meiner festen Ueberzeugung hat Amerika den Lusitania-Fall mit Absicht in der Schwebe gelassen, um ihn nach Belieben jeden Augenblick wieder hervorholen zu können. Wäre Wilson auf den Boden de? Lansingschen Vorschlags getreten, Mil- lionen von Menschen wäre das Leben ge rettet worden. Abg. Schücking: Auch wenn der Lansingsche Vorschlag leider fallen gelassen wurde, blieb Amerika in der Frag« der bewaffneten Handelsschiff« auf dem Boden des formalen Rechts. Helfferich: Ich bin allerdings der Ueberzeugung, daß Amerika diesen Rahmen des formalen Rechts vol�eftopft hat bis zum Platzen. Hierauf wurde die wettere Verhandlung auf Sonnabend früh vertagt._ /lue aller Welt. ExplofloaSunglück. In dem Oberwerk der Bismarckhütte explodierte bei den Dichtungsarbeiten der WassergaSanlags der Gasometer. Drei Ar- beiter waren auf der Stelle tot. Ueverfall avf ei«en Güterzug. Auf der Elbbrücke(Harburger Seite) wurde Donnerstag ein Güterzug überfallen und beraubt. Hierzu wird von amtlicher Stelle mitgeteilt: Als gestern der Güterzug 9311 von Kirchweyhe bei Bvomen nach Wilhelmsburg die Elbbrücke passierte, mußte er infolge de? schneeverwehten WilhelmSburger Bahnhofes auf freier Strecke längere Zeit f e st li e g e n. Allmählich ivurde der Zug von einer immer größer werdenden Anzahl zweifel- hafter Elemente umlagert, die schließlich anfingen, die Waggons auszurauben. Das Zugpersonal war gegen di« Bande vollständig machtlos. Erst beim Eintreffen des telegraphisch herbeigerufenen Militärs ergriffen die Plünderer die Flucht. Der Wert uns die Art der in großer Menge geraubten Waren sind noch nicht genau fostgestellt. DaS Variete im Schutze der Kirche. An die Vereinigung der englischen Schauspieler in London gelangt« kürzlich ein Schreiben aus Paris mit der Bitte, es den in Paris engagierten englischen Tänzerinnen zur Pflicht zu machen, keinen Betrag zu unter- schreiben, der«ine geringere MonatSgage alz S<)0 Frcö. festlegt. Der Briefschreiber«wer war niemand anders als der Pastor der englischen GcovgeSkirche in Paris. Man erfuhr bei dieser Gelegen- he«, �daß der erwähnte Geistliche nicht nur der Protektor aller in Pariser Theatern auftretenden englischen Tänzerinnen ist, sondern daß er auch über all« anderen weißlichen Mitglieder der Pariser Barietcbühnen seine schützende Hand hält. Besonders sind ihm aber di« englischen Tanzgirls anS Herz gewachsen. Zu ihrem Besten hat er vor zwölf Jahren in Paris das Hotel der Theatermädchen ge- gründet, das bestimmt ist, allen in Paris engagierten englischen Tanzerinnen ein Heim zu bieten, das sie daS HauS nicht vermissen läßt._ Sriefkasten der Redaktion. K B LS. UnS nicht bekannt.— Beratungsstelle. Zentrallielle für Auswanderer, Am Karlsbad 19: AuSwandererbund. silngenicur Böttger, Tchöneberq, Hauptstraße S2. Den bellieqenden Marllchein haben wir dem Partcivorsland überwiesen.—<£. 17. Wenden Sie fick an dcn Magistrat in Charlottenburg.— M. M. 5S0. Nein—<£.®. 66. Nein. — C. P. 10. Dochengeld sür 10 Wochen, Stillgelo für 12 Wochen, litzter-S in Höhe des halben Krankengeldes, mindestens 75 Ps. pro Tag. — 60. 21. H. Fall» Ihr« Frau der Krankenlasse angehört, soll sie sich an diese wenden, andernsall» bet der LandeSversicherunaSansialt Ueber- nahm« des Hellversahren« beantragen.— S. SS. ll. E. ja. Wenden Sie sich am besten an Ihre gewerkschaftliche Organisation.— Ztz. L. 10. 1. und 8. ES kann aus Arund deS S 323 Zivilprozeßordnung Erhöhung verlangt werden. 2. Ja. sallS sür Wobnssij der Mutter angemessen. Fragen Sie bei der dortigen Ortsbehörde an. 4. Richtet sich nachjder Orisüblichleit. S. Ja. 5p(»i*larzt Sanllölsrat Dr. Müller, Frisilrichstrale 190 II, Eingang Kronenstraße. Spr. N— I, 5—7, Sonnt. 11—1. Ertolgreictie Heilmethode., Hern- und Blutuntersuchung. PreuB. Btuanenfle. 78.* Junge Eheleute' erhalten Prospekt OberMutfer- schutz unentgeltlich. Frnu Emma Flacher,. Bcrlln-Wll- mertdorl 15?, Kaiserallee 169 Seitnüssen Befreiung sofort. Alter u. Geschlecht ang. 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VI, Uhr: Dcj'ffcr�cfTdfbfG Theater des Westens 4 Uhr: Max und Moritz. vi, u.: DleFraotmllEnDelin Stg. Zt-, U.: Die lustige Witwe. Theater d. Prledrlchatadt 71/« Uhr: Dr. Stlegllt» mit Rad.Schildkrant Wallner-Theater � Eine Ballnacht. StgJ/.: Geisha m.MiaWerber Unter d. Llndei 22/23 Dir. M. S o I i i, a n. 2 Wfcg 2 SensatlonellesVolksstflck In 5 Akten von Ludwig Anzengrnber. DetektiY-AbentEDer In 4 Akten aus afrikanisch. Viidnis Lessing-Theater Direktion: Victor Bamowskv Sonnab., Sonntag, Montag 7: Frl. Julie. Der grüne Kakadu. (Tllla Durieux, ßagny Servals, Hanns Fischer, Eugen Klöpfer, Conrad Veidt). Deutsches Künstler-Theater Allabendlich'Vt Cyprlenne. (Leopoldine Konstai.tin, Kurt Götz, Erich Walter.) Gasino- Theater bothringcrstraile. Täel-'/jSU.. Nur noch bis 18. November: GroBstadt-Pflanzen Donnerstag, 20. Nov., z. I.Male Scbniepeis Lene Stfi.31/,: Ein sauberes Kleeblatt Rose-Theater. 3>/i Uhr: RotUppcben. 7'/, U r: Das Gesetz. Trianon-Tbeater. Bahnhof Friedrichstraße. 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Mitgl der Singer. im STJhi . ionau nehm_____ nrmilB Preiselvoll Uiad. Preeramm) 1 Kiud hell• Ranchri) gestaltet �ss llenxeri. Leg 7.« Uhr. Vorverkl U-lVi Q. 4-8 Uhr. Neues Programm i_ Relchstiall.-Tticatef TIbbs. V/,u. Sonnfog | i nod-m. 8 Ubr: Stettin. Sänger nechm.cntiäßPr RricheHollevt-G.: Dftnhol'-Breltl. Verein /Irbeiteringend M- Berlin. Jugendsekretariat, Berlin W9, Beltevuestr. 7. Sonntag, den 16. November, abends 6 Uhr, ftevohitionsieiern in der Aula der PQrstln.Bismarck'ScIinle, Char- TOJtenburg, Sybelstr. 2—4, In der Anla des Frledrlcb.WllbelBwOjmnasinms, h M Kochstr. 13. 231/1: n Programm: m Mlnnercesang IMännerchor Namenlos). Ansprache N(den. Heller und Gen. Helnr. Schulz), Rezitationen, N(Herr Helnr. Alb. Burger und Herr Frledr. Rommel) N Gesang(Herr Walther Sturm, Orcel Herr Wilhelm N Radt, KrOmcr-Quartett des Deutschen Opernhauses). XXX Musik. XXX SaalerSlfnung 3 Uhr. Einlaßkarten 1 M Die Aulen sind geheizt Cireusjfiiscb ' Tgl. V/y Stg. SV, u. 71/. 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Mortzplatz_ Bekanntmachung " betreffend teil Gr?«tz fSc einen oeeffoebenen Abgeordneten zur ■ rrtafliing geben bm beutfdjen Jlnfionaloetfammlnng. Nochdein der Im Wahlkreise»erlin siir die»ersassung» qedende deutsche Natianalvcrsnmmluna geWahl»» Ädgeordnete, Äiechteaiuinilt hngo js'aase. nersiorden»!, hat geneiiK ff 59 der Verordnung iider die Wahle» zur oersenanggcbcnden deuische» 9!n-loualve:samm>u>ig von, 80. Nooomder 1918 der Wahlaus» schuf) in seiner heutigen Sitzung den Zekretskr tztlchar!» yerdsl, Berlin 9t. SS. Lychener Str. 23, eh den gemilß§§ 20,2! des Relchswahigesetzes vom 30. 3(c» «emder 1818 in Hugo Hoc sc« Stelle eintretenden Ersatzmann nach der durch den Waylvorschlog Emil Eichhorn gegebenen Neihensolg« sestgesiev». Ote» bringe ich hiermit zur öffentlichen Kennlnis. Berlin, den 13. November 1910. Der wohlkommissor s«r den wnhltrel» Berlin sür die Wahlen zur «ertasfnngzebende!, deutschen Jlctienoloerfammlung. Loehning, Stadlrat. (Sab. Nr. 1359. Wahl. 19.) Oeffentliche Mahnung zur Zahlung fälliger Tteuern und Zlbgaben. Alle Steuer» u»d tlbgeben. die stir da, III. Biertcl» iahr(Oktober, Dezember) des Steuerjahre« ISIS sSllig werden sdie Steuer uini. wird unter der»oraus>»tzuna --■•-■ ,tCttS erfolgt, sowie daß und sür iriihere Zelte» sKMa. datz die Veranlagung bereits erfolgt, sowie daß die Sleuerzahlstell« bekannt ist) und f" »och rückständig sind, müffen bi, zum SO. Sioormder lvlli an die zuständige Steuerzahlstells gezahlt sei». ' Zusendung der salli Bei der geWksenen Beträge ans bar» ,«elblosem Wege»der durch die Post hat dir Einzahlung I I so rechtzeitig zu erfolgen, daß der Betrag späteste»» am 20. Roveniber b. Z. de, der Steuerzahlstelle eingegangen ist. Bemerkt wird, daß die Zahlung dur"" | von Rechtsrnttteln(Verusung, Einsprui nicht ohne weiteres ausgehallen wird. Jim SI. November!SI!t beginut die kosten Pflichtige zmangSbeitreibung. Charlottcnburg, den 15. November 1919. Ter Magistrat. die Einlegnna Ermäßigung) l0v?D JMeMMUbMvelvM yek»sttong!ltette Keklin X II. 5>». Llnlenttk. SZ— 85 Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Eeschastszcit von vorm. 9 Uhr bis nachur. 4 Uhr. Alontog, den 17. November ISIS, abends 8>,z Ahr; Branchen Versammlung aller in den Eisenkonstruktionsbetrieben Beschäftigten im Sophien» Lyzeum, weinmsisterflr. 10-17. Tagesordnung: 1. Bericht über unsere verhonblnnzen. 2. Diskussion und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Erscheinen aller ist erforderlich. yeute, Sonnabend, IS. November ISIS, nachm. S'/z Ahr: Branchen Versammlung aller Aufzugsmonteore und Helfer lm Sophlev-euzenm, Weiumeisterstr. 10-17. Tagesordnung: I. Berich« über unsere Verhandlungen. 2. Diskussion und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Erscheinen aller ist erforderlich. 128/20 Sie Ortsoermaltung. Frisch eingetroffen: lizMol in kleinen Packungen. Verkaxsreit v.9— SU. nachm. F. P. A. Kauffmann.• Berlin S 14, Wallsir. 55,56. Stoffe zur Damen- und Herrenbekleidung Funerstoffe/ Knöpfe Konfektion für Damen u. Mädch. Maßanlertigung. 6. falz 5 Eottbuser Str. 5 SeelenmortUEefangeneii! Zwölf Monate sind es, daß Frankreich seit Abschluß des Waffenstillstandes unsere Gefangenen zurückhält. Ein neuer Winter in der Gefangenschaft würde für Tausonde von Menschen gleichbedeutend sein mit seelischem nnd körperlichem Zusammenbruch. Die einzige Bettung ist sofortige Heimschaffaug. Das ist unsere Forderung an Frankreich. Wir werden uns an alle, auch an die, die keine Angehörigen in der Gofang-enschnft haben. Tretet neben die tiefgebeugten Angehörigen. Stützt sie in ihrer Not. Die Froge der Herausgabe der Gefangenen ist Sache des sanB«n Volkes. Sie steht über dem Kampf der Parteien und Klassen. Beweist den Gefangenen, auch den in Sibirien, Turkestan nnd Uebersee, daß wir sie nicht vergessen haben, beweist ihnen, daß wir sie gerade jetzt nicht im Stiche lassen wollen. Zeigt der Welt, daß wir gegen die Wiedereinführung der Sklaverei uns mit ganzer Kraft stemmen. Wir wollen unser Bestes, unser Einzigstes, was wir noch besitzen, unsere Brflder wieder haben. Ruft mit uns: Heraus mit unseren Gefangenen! Erschein! alle am Sonntag, IS. November, 72I2 Uhr, in den Prolest-Tersanunlungen. Lehrer-Vereinshaus, Alexanderstraße 41. Brauerei KOnigsfadt, Schönhauser Allee 10/11. Bötzow- Brauerei, Prenzlauer Allee 242. Krieger-Vereinshaus, Chausseestraße 94. Volksbühne, Bülowpiatz. Redner unter anderem: Börse, Burgstr. 25. Singakademie, Am Kastauien- wäldchen. Unionsbrauerei, Hasenheide 22/81. Spichern-Säle, Spichemstr. 3. Aula Chamtsso- Gymnasium, Barbarossaplatz o. Rathaussaal, Charlottenburg. Prof. Mvhücklnff} Christ. Pfaendner(Keichsvb. d. Kriech e�sclij, Abg. ■ eh.), Wel*. Prof. Brtihl, Pfarrer Goohllng, Dr. Latz, IVllh. Bader (flejchsvb. d. Kriegsbesch.), Alex. Bolssi, Bittrostr. Freih,!.< rsner. Stud. med. Pfantnch, Dr. Plnkernail, Alw. Liorenaki(Keichsv. ehem. Kriegsgci.). Stadtv. Baruantl(Reichsv. ehem. Kriegsgef.), Lehrer Arnold Stein(Reichsbd. d. Kriegsbosch.), Abg. Laverren«. Reg.-Rat Kosamann(Keichsvb. d. Kriegsbesch.), Domprediger Ooehrlng. Cranz Schmitz(Reichsv. ehem. Kriegsgef.), Pfarrer Dr. Stork, Oberlehrerin Barg. Fromm, Abg. Dr. Hugo. Pfarrer Schettler von Bedem(Liga z. Schutze d. dtsch. Kultur), Abg. Klara Hende, Abg. Hartha Wönhoff. Abg. Dr. Küthe Schlrmacher, Abg. Oberlehrer Werner, Adele Schreiber, Geh. Rat Prot Dr. Beyer, Prof. KentZBch, Stud. med. Hose. Die unterzeichneten Verbände fordern ihre Mitglieder nnd die gesamte Bevölkerung Berlin« zur Teilnahme an den Massenkungebungen am 16. November 1919 auf. Allgsmelner deutscher Gtwtrksckaiubuad(gez. Lejlea).— AusscHuB der Gewerk- schaftskommfasion GreS-Berlln und Umgegend.— Autschua der Studentenschaft der Universität Berlin.— Bund der Aaslanddeutsehen mit Unterabteilungen.— Bund deutscher Frauen zur Befreiung der Gefangenen— Bund der Landwirts.— Bürg errat von Qre8-Berlin.— Deutsch-Oemekratische Partei.— Deutsch-Nationale Volke- partei.— Deutscher Bankbeamten-Verein.— Deutscher Ofllzierebund.— Deutscher Oslmarkenverein.— Deutscher Schutzband für die Grenz- und Auslandsdeutschen.— Deutsches Hilfswerk für Kriegs- und Zivilgefangena.— Deutsche Voikepartei:— Evangelischer Bund.— Evangelischer Preseeverband iflr Deutschland.— Haupt- Kriegerverband Berlin.— HauptaueschuB nationaler Arbeiter und Berufsarbeiter Deutschlands.— HflfsausschuB fUr Gefangenenseelsorge.— Hilfsbund..Mein Deutschland".— Kjrffhäuserbund der deutschen Landeskriegerverbände.— Liga zum Schutze der deutschen Kultur.— Ostdeutscher iünglingsbund.— ReichtausschuB deutscher Frauen für Befreiung unserer Gefangenen mit seinen 204 angeschlossenen Voreinen. — Reichsbund der Kriegsbeschädigten.— Reichsverband der Keloniaideutschen.— Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener.— Sozialdemokratische Partei Deutschlands.— Verband der Vaterländischen Frauenvereine der Provinz Brandenburg.— Verband der Kriegsbeschädigten und Kriegsteilnehmer.— Verein für das Deutschtum im Austande.— Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen.— Volkekraftbund— Zentralkomitee vom Roten Kreuz. Abteilung Gefangenenfüreorga.— Zentralrat der deutschen Arbeiterräte.— Zentralverband deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegshinterbliebener.— Zentrumspartei. Sonnabenö, öen 15. November, abenös 71- Uhr, im hohenzoUern-- Gymnasium, Mla, Schöneberg, Stadtrat Hermann Molkenbuhr: Deutfthlanüs wirtsthastlicher Wiederaufstieg. Eintritt frei! S49d Eintritt frei mmmmtmm t BS V» ✓eisJU:iT/\/DRA�COFLOR/ CLUB,- w ÜBtOHAlL— ZU--- fav-rVtM rrHerstcllcr: Dr. Arthur Schleimer ACom Berlin W8 Zentrum 4537 Tcl.-Adre« s«: Drascochcmie� Spezialarzt Dr. Hasche Sprach stunden 10— L 5—8. SonnL 19—1. IdeMUM N Äa;U~"" Kaemorrhoiden schwind, schnell u. schmerzl. durch Mvrobalanam, sicher bew, äufcrl. Anw. 6,90 M. Otto Reichel, Bcrlin43, Eisenhahns.4 Jtt derverordttntts üBci- die Abgabe und Entnahme von Brot und?Rchl vom 24. Lktober 1919 mutz es bei Ziffer 3, letzter Zlbsatz sialt„Reichs« Brotmarken" Reisebrotkarten itzen. Bekanntmachung. SMiislhe Slelbeklisse. Die Mitglieder drr Elädiischen Slerdekasse werden hiermit zu der am 221/16 Freitag, d. 21. November 1919, nachmittags 5 Uhr Im Rathaus, Zimmer 199, Z Treppen(Eingang Illdenslr.) stattfindenden ordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen. Tagesordnung: 1. Bericht des Verstandes über die Vermögenslage der Hasse. 2. Entlastung des Vorstandes. 3. Neuwahl von 8 Beisitzern in den Vorstand der Slädtischen Sterdelasse. 4. Neufestsetzung der Vergütung sür den Aendamen. Albeni. liefert gegen bar und auf Teilzahlung zu billigsten Preisen: 'Wohnzimmer Schlafzimmer Speisezimmer Herrenzimmer FarbigeKilchen Einzelne ffltibel Größte Rücksichtnahme Liefere auch n. auswärts. Kriegsani, nehme in Zahlg. Möbel-Cohn Gr. Frankfurter Str. 58 S Min. vom Alexanderplatz. Filiale; Badstr. 17-48. 5 Min. v. Bhf. Gcsundbr. Ankant von Zahngebissen J.Weinstock G.m.b.H. Mobrenstrabe 16 Alexandersir. 14» CharlottcnB., Stuttgarter 3uw6tsn zu vollem Taxwert J.Weinstock G.m.b.H. Mohrenstraüe 16 U.-Bf. Friedijchstr. 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MM!«. die in Lohnbuchhaltung de- wandert ist, sofort gesudid Echristüche Angebote mit Zeug- nisabschristen an S. herz S. m. b 6., Abteilung Gummi» worensabrik, Berlin, Eöpentcker Straße 187 188. 13/17 Für eine grSstrr« Gutstischlerei in der Mart l Brandenburg werden noch zwei Gehilfen gesucht, von denen einer auch Erfahrung in Latller- arbeitea und in der Herstellung von Polsterinöbeln( haben sollte Gute Verpslegung bei entsprechendem Lohn> wird zugesichert. Auch verheiratete Leute evtl. mit zahl» reicher Familie tönuten berücksichtigt werden, da die Mög» lichtest besteht, ihnen gute Sohnungsgeiegenheit neben> Deputat und etwas Land zu dieteu. Gefl. Angebote er» i beten unter A. 41 an die E�zed. d II. 1081D, ��er Bezirlsoorstand der Sozialdemotratiftben Partei für -ff I den Bezirk Hannover sucht zum baldigen Antritt— � spätestens 1. Januar 1928— für die nevoiagerichkele» Anterbezirke 221/11' m WWMe. Die Wohnsitze der Sekretäre sollen sein in Hannover, GStUiige», Celle und Cllnefmcg. Sie sollen in einem bestimmt umgrenzten Gebiet die Agitations- und Organisations- arbeit für die Partei leiten. Rednerische und organisatorische Besähtgung ist also erforderltch. Als Gehalt ist vorgesehen 558—888 M. pro Monat. Parteigenossen, die sich befähigt halten, wollen schriftliche Bewerbungen bis zum 28. November d. Z. einreichen an: Johannes Lau, Hannover, Nikolaislrohe 7, Zimmer 4. Der Bewerbung ist eine kurze Abhandlung beizufügen über: „Die Ausgaben eine, sozialdeviokraiischrn Parteisekretärs". ~>•*© !Tücht. Meister* mitvieijähriger Werkstattstätigkeit für praktische Arbeitszeitieststcllung an Drehbänken, Revolver bänken. Fräs-, Hobel- u. Shapingmaschinen usw. von erster Werkzeugmaschinenfabrik gesucht. Es kommt nur ein Mann von starker Energie und großer Erfahrung im Umgang mit Arbeitern in Betracht. Angebote von Bewerbern aus Qroß- Berlin mit Lebenslauf. Zeugnisabschriiten und Gehaltsanspruch unter W. 40 Exped. d. Ztg. Win MM für die In v-rnbnrg(Anhalt) erfcheinrnde„voltowochf zum fosortigen Antritt gesucht. Offerlen mit Gehaitsansprüchen bis spätestens 21. November an den Borsitzenden der Preßlommission. Milhelm Bock, ? ernborg, Schulstraße 17, erdeten.__ 221/15 1 Fachmann-| I Kvnstruktenr\ gesucht füc Revolverbauk-Werkzeuge/ Rcvolvrrbank- Einrichtmigen/ Revolverbank-Arbeitspläne/ Revolverbank-Leistungen. Angebote von Bewerbern autz Grost-Berlin mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften, Gebalis- onspruch und(änntriltstermm unter S. 40 an die Hauptexpedition des.Vorwärts'. Tisehter auf weiße Möbel, bei hohen Löhnen. Rcisevergütung. werden sofort für unsere ZUöbelfabrik m Tfchiebsdorf bei Sagan ernecstellt. Meldungen von SUhr vorm. ab. 8sgsllkr kol�oUilläustrie li.ral R- Berlin NW 7, Mstteisir. 51/02. 82/f klWeiel.«lim M« M AsueiilßWM-UtlerieWril ..,, �__.-•.iva-mstö hlp �vnhri?fiHrrt ftra 1- per fof'ort gesucht. Derselbe mutz t», u einst e Dr'tail genau kennen, eln schäftigcn und»u�b.aussich�w der adriiaticn bis in dos leres Ptrsonal zu de- sti'- sän und die Pc- iSdiaun? M rich.ia°�«-�'uns ihhe� Zhlr wirtlich, Ärbrc vom Fock' b-0 diesen Nachweis er'nngen tönnen. Iwbm ncbelcn sich mit Zeugnissen schrrstüch zu mekden oder sich in der Zeit� von 11—12, 4�3 persönlich vo-zustellen. 13/12 Deutsche Elemente- Fabrik. JSO 26, Eisabethuf er 53. Werkmeister für die umfangreiche WerkzeuKnactierel einer sroBen Metallwarenfabrik gesucht In Betracht kommen nur Bewerber, die mit dtm Schnitt- und Stanzenhau für Massenstanzarfikel aus dünnen Blechen vertraut sind und gleiche Stellungen bereits mit Erfolg bekleidet haben. Austihrliche Angebote und Angabe der Gehaltsansprücke unter B. 41 an die Expedition dieser Zeitung. n.gbU Buchiiruckerejarlieiter Selzer 12/20» erbalten gute Stellung Mi größerer Druckerei In Schweden. Antwort at«gute Stellung", Svenska Tetegrambyrans Antonsaidelning, Stockholm. Austrägerlnnen für den„Vorwärts" Berlin: Ackers,r werden eingestellt in legenden Filialen am Koppenplatz.— frinzenstr. 31. Ho» P»�— rr|txe, Steglitzer Straße' 37 Läden.— Markusstr..»•— D ÖU.1 m m a n u e 1 Id r c h st r. 24. Melle, ivtrr.fhTr.rfr WatT 4.— Zinke. LintFhstr. 3. Ladern- oseph WUhelmshavener Uulirter Platz 14/15.-�0. Schmidt, Bäiwaldstr. 42. Schönebern* Beiziger Straße n. i neUKOilQ: Heinrich, NeckarstraSe 2. CliMlottenbiirg: tST'"" I Üchtenbckg 1 1 Nr. sss ♦ ZH. Jahrgang 2. Heilage öes vorwärts Sonnabend, 15. November GroßGerlln Im Tecraum. Es ist früher Nachmittag. Wenige Käufer durchschlendern das Warenhaus. Im Teeraum sitzen nur einzelne. Die BohS long» weilen sich. Nichts gibt's zu bewundern, weder eine Filmgröße noch sonst eine Eleganz vom Kursürstendamm. Was augenblicklich Torte zwischen die gelben Zähne schiebt, ist kümmerlicher Woblitand: Zwei Hausfrauen, um die man den Erfrischungsraum wirklich nicht so splendid ausstattete, mit Tischlampenschirmen auS blauer Seide und ockergelb gefülterten Baldachinen. Da, endlich eine Sensation. Eine Arbeiterfrau betritt den Saal. Einen Hut trägt sie nicht, aber eingekauft hat sie. Aus ihrer ledernen Markttasche lugt ein wohlverschnürtes Paket.— Sie setzt sich, über ihr hageres Gesicht huscht ein Lächeln. Die Musik hat sie angelockt. Wie Aeolsharfen senkt sie sich in ihr Herz... Ein Boy naht sich ihr mit seinem Nickeltablett:„Was befehlen die Dame?" „Danke!" antwortet sie einfach. Verächtlich dreht ihr der Junge den Rücken.„Pah, habe ich mir denken können," höhnt sein Mienarspiel. Er bespricht den Fall mit der Kassiererin unter auffallenden, auch den Unbeteiligten verständlichen Gesten. Man zieht den zweiten Boy ins Vertrauen. Ihn schickt man zu der Arbeiterfrau. Tänzelnd nähert er sich ihrem Tische, richtet sich stramm auf und drängt sie mehr keck als verbindlich zur Aeußerung ihrer Wünsche. „Nichts mag ich," gibt die Frau zurück, indes sie die Stirn kräuselt. Der Junge lvendet sich ab. Eine abfällige Bemerkung glaube ich zu hören. Unverschämt!— Hat diese Frau nicht auch ein Recht, sich aus- zuruhen? Meine Blicke suchen den Auffichtsherrn. Nirgends ent- decken sie ihn. Wie schade!— Die Lakaien beraten wieder: Wie kann di« Volksgenossin hm- auSgeekelt werden? Zum zweitenmal kommt der Doh auf sie zu. Sie durchschaut fein« Absicht und geht.— Zurückhalten will ich sie. Will sie bitten, von mir anzunehinm, waS�hr die eigene Börse versagt.— Es ist zu spät. Schon eilt sie di« Treppe hinab. Ich aber schäme mich, vor mir selber und um die Jungen l Beihilfen an bedürftige Krieg shinterbliehene. Die Borbereitungen für die Auszahlung der vom Reich bereit- gestellten Beibilfen für notleidende Kriegshinterbliebene, über die vor einigen Tagen berichtet worden ist. haben sich in den am stärksten belasteten großstädtischen Verwaltungen leider nicht so schnell durchführen lassen, daß die Beibilfen überall, wie vor- gesehen, im Laufe des Monats November zur Auszahlung ge- langen können. In den Groß-B�xliner Genreinden wird dielmehr die Zahlung der Beihilfen kaum vor Anfang De- zember möglich fein. ES ist jedoch darauf hinzuweisen, daß in Fällen der Bedürftigkeit die Beihilfen rückwirkend' von Oktober an zur Auszahlung kommen. Maffeukundgebunge» für unsere Gefangenen. Die Rcichsvminigung ehemaliger Kriegsgefangener hat für Sonntag 30 Protestversammlungen gegen die Zurückhaltung unserer Gefangenen arrangiert. ES werden i uhrende Persönlichkeiten ohne Unterschied der Parteien, ferner Männer und Frauen auS dem -Solle sprechen. Besonders aber werden die Mütter der Gefangenen zu Worte kommen. Alle großen po I, tische,> und sozialen verbände cdiärt aUt'*n*ec|i®ijanB der Protestversammlungcn bereit Äähere Einzelhelien sind durch Inserate und Plakat« an den Anschlagsäulen lekanntgegeben. Dazu meldet WTÄ: Die für Sonntag, den tk. 11., mittags 13 Uhr, angesagten Hkassenkundgebungen, veranstaltet von der Reuhsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener, sind genehmigt. Die Neuerung steht dem durch d!« Kundgebungen»erfolgten Zweck kohl! vollend gegenüber. Es bleiben aber wie bisher Straßendemon- st-aftonen verboten, die sich etlva an die M ass« n t u ndgebu ngen an» schießen sollten, damit sich nicht etwa unzuverlässige Elemente ein- scheichen könnten und dadurch die Gefahr der Belästigung der Re- gierrng und der in Berlin weilenden fremden Missionen zu be- fürstcn wäre. Zollten trotzdem Straßendemonstralionen stattfinden, so wxd di« SichcrheitSwehr eingreifen müssen. Der Eindruck, den die verschiedenen Massenkundgebungen und Versammlungen auf das Ausland machen sollen, wird dadurch verwischt. Selbstverständlich werden alle Maßnahmen getroffen wenden, das Verbot zur Ab- Haltung von DemonftrationSzügen durchzusetzen. Zur Seifenknappheit wird uns von eiiiem Seifenhändler geschrieben: Die Zuschrift des RttchSausschusses für Oele und Jett« auf die Notiz:„Wo bleibt die billige Seife?" fordert in jeder Hinsicht zum Protest heraus. Wenn in dieser Zuschrift behauptet wird, daß in Deutschland ge- nügeiid Seif« zum Verkauf gestellt wird, so dürfte wohl der aller- größte Teil der Bevölkerung 50 Gramm pro Kopf und Monat für .Körperpflege uiid Wäsche kaum als genügend giffehen. Und dieses Quantum ist ja bisher auch nur versprochen worden. Mir selbst fehlen noch zirka 30 Pfu'rd, um meiner Kundschaft das betreffende Quantum ausliefern zu können. Vielleicht teilt der Reichsausschuß mit, Ivober wir die fehlenden Mengen beziehen können. Von einer ganzen Reihe von Seifcnhändlern, die mir bekannt stnd, hat nie- mand bis jetzt das ganze Quantum erhalten. Unglaublich ist«S, was wir der Seife wegen mit dem Piiblikiun für Aerger haben. ?Mes war für den Verkauf auf Karten damals fertig. Wir hatten Listen aufgestellt, Marken abgeliefert, Bcstätigungskarten erhalten, Bestätigung skarten eingesandt und-- die Nachricht darauf er- halten, daß der Markenzlvairg aufgehoben ist. Weil eben nübt ge- nügend vorhanden ist. Um so schofler, uns die Schuld in die Schuhe zu schieben. Auch ich bin der Meinung, daß Seife zur freien Be- wirtschaftnng nicht reif ist, aber dann durste auch der Markenzwang nicht aufgehoben werden.— Dann sind wir einer Meinung! Gegen den Wucher mit Kleingebäck. Der Magistrat mackit bekannt: An zahlreichen Stellen, insbesondere in Restaurants, wird Kleingebäck, vor allem Schripven, zu übermäßigen Preisen, bis zu 60 Pf. und mehr für da« Stück feilgehalten. Es wird darauf aufmerksam gemackt. daß Kleingebäck nur im Gewicht von bv Gramm hergestellt und sein Preis im Kleinverkauf ö Pf. iür das Stück nicht übersteigen darf. Gegen den wilden Verkauf wird unnachsicktlub eingeichritten werden und Zuwiderhandlungen werden nachdrücklichst verfolgt werden. Immer wieder Raubüberfälle. In ihrem Laden überfallen wurde die Frau Köbel, die in der Jägerstr. 40 zu Neukölln einen MUckihondel betreibt. Bei ihr ersch-ei-en, während sie allein war, zwei junge Männer in Militär» nniform. Ein dritter blieb draußen vor der Tür stehen. Einer der Eintretenden fragte nach einem Herrn Krüger, der in dem Hause wohne» solle. Während die Frau ihm arglos Auskunft gab, sprang ihr der andere plövlich an die Keble, um sie zu würgen. Die kräftige Frau fetzte sicki jedoch entschieden zur Wehr und rief zugleich um Hilfe. Jetzt erariffen die Räuber und der Schmierestchcr die Fluckit nack der Hermannstraße zu. Leute, die durch die Hilferufe der Ueberfallenen aufmerksam geworden waren, vei folgten sie und nahmen den 22 Jahr« alten Fabrikorbeiter Alfred Freitag fest. Di« beiden Entkommenes sind junge Burschen namens Erich Müller und Ernst g i e h l. Auf der Untergrundbahn wurde eine Dame um 150 000 M. b e st o b l e n. Aus die Wiederbeichaffung de« Gelbe« setzt die Be» stohlene eine Belobnung von 20 000 M. aus, für einen Teilbetrag 10 Proz. de« Betrages. Die Dame wurde am Rollen- dorivlatz von einer alten Dame nach einer Loge gefragt. Sie gab ihr die gewünschte Auskunft und begleitete sie auch noch ein Stück Weges nock der Eisenacber Siraße. Diese alte Dame wird ersucht. sich bei Kriminalkommissar Dr. R i e m a n n im Berliner Polizei- Präsidium»u melden. Ein Geschenk deS Königs von Italien war eine goldene Uhr, die am S. d. Mts. einem Herrn im Kurfürsten-Theater gestohlen wurde. Auf ihre Wiederbeichaffung ist eine B e« lohnung von 2000 M. ausgesetzt. ES ist eine goldene, drei- kapielige Herrenuhr. Beide Deckel tragen das italienische Wappen, in der Milte ein emailliertes U, das mit Brillanten besetzt ist. Mitieilungen nimmt Kriminalkommissar Dr. Riemann entgegen Anf der Straße niedergestochen wurde am Donnerstag abend der Pionier Bcier. Als er gegen 10 Uhr die Hermannstraße ent- lang ging, fielen plötzlich fünf unbekannte Männer, von denen drei Matroienlieidung trugen, über ihn her. Mit dem Rufe ., NoSkehund" griffen sie ihn ohne weiteres an. Als der Pionier sich zur Wehr letzte und sein Seitengewehr zog. versetzte ihm einer der Angreifer einen Messerstich in die link« Hand und ein zweiter einen Stich in die rechte Körperseite. Stark blutend brach der Ueberiallene besinnungslos zusammen. Leute, die dazukamen, ließen ihn liegen und gingen weiter, obne sich um den Hiltlosen zu kümmern. Die Uebeltäter ergriffen die Flucht und entkamen.>> Der Groß-Berliner Verband für das Rettungswesen hat neuer- diugS in Friedenau. Isolde st raße 2, eine Retlungsstelle mit ständigem ärztlichen Dienst eröffnet. Dielelbe ist telephonisch an das ReltungSamt Groß-Berlin unier„Amt Norden 243S" ange- schlössen. Ferner sind vom Verbände Rettungsstellen in Ober- schöneweide, Königin-Elisabeth-Hospital, und Lichtenberg, Augu st e-Viktoria°Kra» ke n hauS, ein- gerichtet wurden. Die Errichtung weiterer Rettungsstellen in /Steglitz, Tempelhof. Tegel, Pankow uiw. steht bevor. Die für das Netrungkwrsen an den Wasserläufen unter Auf- ivciidung großer Kosteir unierhaltenen RetlungSeinrichlungen lKähne, NctliiigSringe und Retlingsringe usw.) sind leider mut- willigen Beschädigungen und Diebstählen auSge- letzt. Es liegt im eigenen Interesse deS PnblikuwS, die Polizei bei der Bewachung der Geräte zu nnterstützen und auf etwaige mutwillige Beschädigung oder Einwendung zu achten. Nur so kann erreicht werde», daß im Bedarfsfalle die ivichtigen NettungScin- richtungen bereit sind. Die zwangsweise Räumung von Wohnungen ist noch einer Mit- teilung des Ministers für Volkswohlfahrt nur mit Genehmi- gung deS Wohnungsamtes zulässig. Diese Anordnung ist vorläufig bis 1. Dezember ISIS getroffen, da»nzwischen eine weitere Regelung erfolgen soll. Selbstmord zweier junger Mädchen. In einem Restaurant in der Akazienstraße erschienen am Donnerstag abend zwei junge Mädchen, die sich je eine Tasse Kaffee bestellten. Kaum hatteu die beiden von dem Kaffee getrunken, als andere Gäste bemerkten, daß die Mädchen bewußtlos wurden und von den Stühlen sanken. Ein tclephonisch hinzugerusener Arzt konnte nur»rock den inzwischen infolge Bergiitung etngetretenenTod beider feststellen. Die Mädchen baiten, wie die Untersuchung ein- wandfrei ergab. Selbstmord verübt, indem sie Gift in den Kaffee schütteten. Daß die Mädchen freiwillig in den Tod gegangen sind, ging auch auS einen, Bliese hervor, deraneinengemeinsamen Bekannten in der Helmstraße gerichtet war und in dem die Absicht des Selbstmordes mitgeteilt wird. Es handelt sich um die am 8. September 1002 geborene Friedel Neugebauer aus der Wiisnacker Str. 61 und um die am 18. Dezember desselben Jahres geborene Maschinen- schreiberin Magda Dargatz ans der Stendaler Straße 4. Beide Mädchen hatten nicht einen P-ennig Geld bei sich. Die Leichen der Lebensmüden wurden polizeilich beschlagnahmt und nach der Halle deS Friedhofes in der Eqthstraße gebracht. Eine neue Streffe gegen Nepplolale unternahmen Beamte des Landespolizeiamls, die durch Beamte der Berliner Kriminalpolizei und 30 Polizeihundsührer verstärkt waren. Ausgehoben wurden acht Nachtlokale: die Pallasdiele in der Pallassir. 16, das Kronenschloß in der Kronenstraße 71, das berellS seit vier Wochen dinglich geschlossen und trotzdem Nacht für Nacht geöffnet war. die Bristol- Diele in der Kleiststrgße 32, daS Mohren- Schloß in der Mohrenstr. 53, die Reichs- Diele in der Alexanderstr. 11, die Hölle in der Dirksenstr. 26/27 und Hiller» Diele in der Motzstr. 71. In dieser Diele kam eS zu nicht unerheblichen AnSschreiiungen, die sich auch auf der Straße bis zum Abtransport der sistierten Personen fortsetzten. Es mußten 15 Mann der Reichswehr zu Hiffe gerufen werden. Dank dem ruhigen und besonnenen Auftreten der Beamten kam eS aber nicht zu Schießereien. ES wurden im ganzen etwa 250 Personen s i st i e r t. Erhöhung deS WasserPreiseS. Nach dem Antrage der Wasser- verk.'hrsdeputation hat der Magistrat beschlossen, eine Erhöbung deS WasserPreiseS entsprechend den gestiegenen Selbstkosten vorzunehmen. Die Grundgebühr soll von 4 Mark aus 20 Mark im Vierteljahr und der WasierpreiS von 23 aus 32 Pfg. für ein Kubikmeter erhöht werden. Die Erhöhung soll mit Wirkung der letzten Standausnahme im September in Kraft treten und bis 31. März 1020 in Geltung bleiben. Im Fabrplan der Borortstrecke Berlin-Bernau und Berlin- O ra Nienburg treten vom Montag, den 17. d. M. ab einige Bcrände- rungen ein. Vom genannten Tage ab sollen die Züge ab Stettiner Bahnhof 9,&0 abend» nach Oranienburg. II, SV abends nach HcrmSdorf, ab S,10 nachm. nach Buch ans. In der Gegenrichtung verkehren die Züge ab HcrmSdorf 5,01 vorm., an Sieiiiner Bahnhof 5,33 und ab Buch 7,40 abends, a» Elettiner Bahnhof S,18 abends nicht mehr. Sprechzeiten der jtiristlschrn Sprechstunde: Mviitag, Mittwoch und Freitag 2-.S Uhr; Dienstag und Donnerstag 3— 6 Uhr: Sonnabend 3— 5 Uhr. Charlottenburg. Stadtverordnetenversammlnng. Die Per- sammlung am Mittwoch beschäftigte sich zunächst mit der Einfüb- rung der neugewählte», unbesoldeten Stadträte, ebenso deS Stadl. rats Dr. Röthig. Der Magistrat teilte>nU. daß er in Ausführung Montrose. 22J Detektivroman von Sven Elvestad. Auc. in diesem Zimmer hing die König Sfainilig � der Wand. Dvraufnef er alle Anwesenden auf den Korridor hinaus, iasioB me Tür zu Nr. 333 und zeigte ihnen die Nummer. Alle stcm-de. und starrten die Nummer blöde an und hatten keine Ahnurz, was er meinte. Krag aber griff sich mit den Händen an en Kopf imirftteh ein jammerndes Ah— Ahl aus. wie jewnd. der eine große Dummheit im Kartenspiei begangen hat md es selbst entdeckt. Darauf zrgte er emf sein eigenes Zimmer Nummer 6 uro berechnete iffenbar die Entfernung zwischen den beiden Zimmern Numier 6 und 333. Darauf zeigte er auf das Zimmer neben dummer 333, das die Nummer 66 trug, und kragte: Jft dieses Zii-er besetzt?" -st frei QntlD,rtete ber Portier,„auch dieses Zimmer [J;recV0�ie �'e ZU Nummer 66 öffnen, sie war aber verschlossen. Ä??61! r|<-f Kda„„Keller; Kelle rl" Kerne Antwort. „SS ringt ein Brechisen herbei." schrie er,„und sosortl" Seme Stimme drülte Angst aus. � Erklärung. Nachdem Krag die gsprengte Tür zur Skite geschoben hatte, bl'eb er aus der Elstvelle stehen und überblickte die Lage im Zimmer. Er begiff sofort, daß das Unglück nicht so groß war. wie er gefurchtt hatte. Hinter ihm drängten sü. der Wirt, die Polizessbeamten und die Kellner. Krag hörte den Wirt mehmals ausrufen „Das ist ja der verrückte Pofeffor, bei meiner Seele—- das ist der verrückte Professor." „Ach ja. jetzt erkenne ich ihn ach.» flüsterte Rudolf,„ohne den Hut sieht er ganz anders aus' Der Tote war unberührt. Ersetz wie vorhin im Lehn- istchl, und zu seinen Füßen lag derhreitrandig« Priesterhut. Drüben auf dem Bett aber lagDetektiv Keller. Es sah ans, als ob er sich zu einem kleinen Mittagsschlaf hingelegt hätte und jetzt wütend war, weil man ihn gestört hatte. Er lag angezogen auf dem Bett und hatte cm Tuch über sein Kinn gezogen, so dätz nur etwas von der Nase und sein« Äugen sichtbar waren. Diese Augen aber sagten alle». Sie funkelten förmlich vor Wut und Erbitterung. Bei ihrem Anblick war es, daß Krag sich beruhigte, so daß er mehrere Sekunden auf der Schwelle stehen blieb. Krag hatte fast eine Katastrophe gefürchtet, diese Augen aber gehörten so unbedingt einem lebendigen Menschen, daß er sich beruhigte. „Warum haben Sie die Tür nicht geöffnet?" fragte Krag. Keller antwortete nicht. „Warum antworteten Sie nicht, als ich Sie rief? Ich Hab ja so laut geschrien, daß es sechst ein Tauber hören mußte." Noch immer antwortete Keller nicht. „Aha," murmelte Krag verständnisvoll, trat ans Bett >md zog das Tuch zurück. Tort lag Keller, an Händen und Füßen gebunden, nnt einem Knebel«n Mund. Krag befreite ihn von dem Knebel, und während er noch dabei war, seine Fesseln zu durchschneiden, hörte er, wie sein Freund seiner Wut durch eine Salve von Flüchen Luft machte. Kaum war er frei, als er ans Fenster eilte und seine Beschimpfungen fortsetzte. Er schien sich an unsichtbare Wesen zu wenden, die über dem Dach zwischen Himmel und Erde schwebten. ..Sind Sie bald fertig?" fragte Krag. „Ja, jetzt bin ich fertig," antwortete Keller und atmete tief auf. .Er blickte das Morgengewölk grimmig an und äußerte 'ich in aufgebrachten Worten über das Hotel, was den Fleisch- klumpen sehr zu beleidigen schien. Indessen beruhigte Krag seinen Freund, so gut er e3 vermochte, schickte die Kellner fort und behielt nur den Wirt. Krag hatie ein gewisses Zutrauen zu dem dicken Menschen gefaßt. „Ich war kaum zebn Minuten fort." sagte Krag darauf zu Keller,„eine lange Zeit ist das nicht, trotzdem aber ist es Ihnen geglückt, in dieser Zeit etwa»»u erleben. Solches Glück habe ich selten." Er zeigte auf den Toten. „Sind Sie vielleicht von dem überrumpelt worden?" „Ter ist mausetot," antwortete Keller. „Wer kann es gewesen sein? Ich habe ja selbst gehört, daß Sie die Tür verschlossen, als ich Sie Verlasien hatte." „Zum Teufel, das war ja gerade das Pech. Die Schurken hielten sich hier drinnen auf und ich konnte nicht hinaus- kommen." „Wo hielten sich die Schurken auf?" fragte Krag. Keller schob einen Vorhang beiseite. Der Vorhang der- barg eine Tür, die zu einem Nebenzimmer führte, die Tür aber lag so tief in der Wand, daß sich zwischen ihr und dem dicken Vorhang reichlich Platz für mehrere Menschen befand. „Es geschah, während ich die Tür verschloß, gleich nach- dein Sie gegangen waren," erklärte Keller,„und ich dem Vor- lwng den Rücken kehrte. Plötzlich fühlte ich mich von starken Fäusten festgehalten. Sie wissen, lote schnell so etwas geht, Krag, eine Minute danach lag ich gebunden auf dem Bett, mit einem Knebel im Munde, außerstande, mich zu bewegen oder zu schreien. Ich mußte hübsch still wie ein Kind in einer Wiege liegen und zusehen, wie die beiden Kerle hier im Zimmer rumstierten." „Demnach waren es zwei," sagte Krag,«und der eine war Seemann, nicht wahr?"» lkeller sah ihn erstaunt an. „Haben Sie sie gesehen?" fragte er. „Nein," antwortete Krag,„aber nur Seeleute können einen Strick auf diese Weise binden. Ich kenne dies« Knoten. Nun aber erklären Sie mir. wie ist es möglich, daß Sie sich setzt auf Zimmer Nummer 66 befinden, während ich Sie auf Zimmer Nummer 333 verließ?" „Dies ist Nummer 333," antwortete Keller. „Nein," sagte Krag und zeigte ihm die Nummer über der Tür. Kellers Erstaunen war fast komisch. „Ich bin nicht eine Sekunde ohne Bewußtsein gewesen," sagte er,„das kann ich mir nicht erklären." „Bis vor einem Augenblick meinte ich auch, daß es ganz unerklärlich sei." antwortete Krag und zeigte auf das Bild der Köii'gSstrntilie an der Wand.„Dieses Bild hängt in allen Zimmern, nicht wahr?" fragte er den Wirt. „Ja," antwortete der Wirt,„in den meisten." (Forts, kolgt.; eines fdifiercii Beschlusses der Stadwerordneienversammlung bei dem Kohlenverba!� Grog-Berlin dahin vorstellig wurde, dag vor Neuausruf von Äolssenkartenabschni'tten zuerst die schon anfgerufe- neu Abschnitte beliefert werden müssen. Der Kohlenverband hat dieseni Beschlüsse zugestimmt. Für die Eröffnung einer Wärme- balle am Charlottenburger User-19, wurden Kosten von insgesamt M. angefordert. CS wurde beschlossen, den Betrieb selbst zu übernehmen. Für die Volksbücherei wurden'2t lbXI Marl bewilligt. Die Stadtgemeinde ist serner bereit, ihren Bei- tritt zur Volkshochschule Grog-Berlin zu erklären unter der Vor- aussetzung, dag dt' bewährten Einrichtungen der VoltZbrldungS- kurse für Charloticnburg nach Möglichkeit bestehen bleiben� sollen. Der Magistrat ersucht serner um Ermächtigung, das Sang- lingsheim Charlottenburg-Westend aus die Stadt übernehmen zu dürfen. Die zunächst entstehenden Kosten von -iZOVtt) M. sollen aus laufenden Mitteln bewilligt werden. Zur gründlichen Bearbeitung aller Einzelheiten der Vorlage wird die- selbe einem lögliedrigcn Ausschuß überwiesen. Eine lebhafte Debatte knüpft sich an die Vorlage, welche sich mit der U ebernah in e des Wachtzuges der Einwoh- n er wehr auf städtische Kosten beschäftigt. Von selten der Un- abhängigen nahm Fustizrat B r o b Stellung zu dieser Frage. Seine Ausführungen waren ein wüstes Durcheinander von Verwechselun- gen und Beschimpfungen der Regierung und der Person Noskcs; der übliche Heitcrkcitserfolg wurde ihm auch diesmal zuteil. Der Redner unserer Fraktion Genosse Skalier erkannte die Dienste der„Freiwilligen Einwohnerwehr" an und hob hervor. dag diese aus ihren nächtlichen Patrouillen wiederholt in eriolg- reicher Weise gegen Verbrecher vorgegangen ist. Tie angesor- denen Kosten aber für die Erhaltung des Wachtzuges müsse die sozialdemokratische Fraktion unbedingt ablehnen. Tie Borlage wurde sodann einem Ausschuß überwiesen. Im Anschlug daran wurde über das Weiterbestehen des kommunalen ArbeiterrateS in Charlattenburg verhau- delt und die bisher durch diese Einrichtung entstandenen Kosten .in Höhe von 24 920 M. bewilligt. Die Unabhängigen traten für die Beibehaltung dieser Einrichtung ein, während sich unsere Ge» uossen aus Grund der ersol�ien Demokratisierung der Verwaltung gegen die kontrollierende Tätigkeit des ArbeiterrateS aussprachen. Als Auskunsts- und Beratungsstelle hat sich der kommunale Arbeiterrat ein großes Ansehen in allen Kreisen der Bevölkerung erworben. Aus diesem Grunde trat die sozialdemokratische Irak- tion dafür ein, diese ganze Einrichtung als kommunales Arbeiter- sekretariat weiter bestehen zu lassen. Fn der nächsten Sitzung wird die sozialdemokratische Fraktion einen dahingehenden Antrag stellen. Im Verlauf der Tagesordnung wurde außerdem noch folgender, aufsehenerregender Dringlichkeitsantrag der unabhängigen Fraktion behandelt: Aus den Akren des Magistrals geht hervor, daß der Qberbür-ermeister sich einer schweren Amtsüberschreitung in der Zuwei- sung van Lebensmittelkarten an Generalfeldmarschall v. Bülow hat zuschulden kommen lassen. Wir beantragen, dem O b e rb ü r- germerfier das schärfste Mißtrauen der Itadlverord- »etenversammlung zum Ausdruck zu bringen und bei der Auf- sichtsbehörde die Einleitung des Disziplinarverfahrens zu beantragen. Zur Begründung führten die. Antragsteller auS, daß v. Bülow, der jetzt im Alter von 74 Iah- ren steht, auf Grund der ärztlichen Atteste ein schwer kranker Mann ist, deshalb wurde ihm Krankenvahrung bewilligt. Er hat aber darüber hinaus noch weitergehende Wünsche gestellt; um diese weitergehenden Ansprüche in bezug auf Nahrungsmittel erfüllen zu können, hat der Oberbürgermeister angeordnet, ihn den Gesandten und Diplomaten der fremden Länder gleichzustellen. Der Oberbürgermeister gab den Tatbestand zu. Er verteidigte sich in durchaus sympathischer Weise, und erklärte, daß ihn r e i» menschliche Beweggründe geleitet hätten, von denen er sich aber nicht nur im Falle Bülow, sondern auch in vielen andern Fällen der minderbemittelten Be- Völkern Ii g gegenüber leiten ließe. Die sozialdemokratische Fraktion sprach ihr Bedauern darüber aus, daß der Oberbürgermeister im Falle Bülow wie geschilder: gehandelt Hai, beantragte aber, nach den Erklärungen deS Ober- bürgermeisters zur Tagesordnung überzugchen. Der Ausdruck des Tadels gegen den Oberbürgermeister wurde gegen die Stimme der Sozialdemokraten und Unabhängt- gen abgelehnt, der Uebergang zur Tagesordnung gegen die Stimmen der Unabhängigen angenommen. �— Betr. Tteucrzahlnng veröffentlicht der Magistrat in der vor- liegenden Ausgabe eine ,Bekc-n-nt machung, aus die wir besonders hinweisen._ Grosz-Berlmer Lebensmittel. Schöneberg. Ä» Gramm Deiz-ngri-ß(4Z), 150 Gramm Teigwaren und 150 Gramm Haferflocken(75), Voranmeldung 150 Gramm Hülfen- muhte(94), 250 Gramm Marmelade(96). Hrsß-Serline? Partemachrichten. 13. n. 14. Abt. Sonntag. 12 Uhr, Führung durch das Museum für Volkstrachten. Klofterftr. 06. Treffpunkt'1,12 Uhr pünIII. vor dem Mussum. 40. dldt. Joinitag, nachm. 4 Uhr, Märchenvorlesung für Kinder bei Schmidt, WIelejjtr. 17. Eintritt für Kinder 20 Pf., für Erwachsene 30 Pf. Gäste willkommen. Steglitz. Wir ersuchen die BezirkSsührer, bis Montag die Ab- reckmingen von der Revolutionsseier beim Genossen Kronenberg, Mommlen- straße 60 TU, zu bewerkstelligen. Jugenöveranftaltungen. Henosiinnen unü Genossen! Protestiert durch Masseubesuch der � Sonutageversauim. luugeu gegen die volksfeindlichen und monarchistischen Kund- gedungen der deutschnationale» Jugend. Hilüungsveranftaltungen. Bezirlsbildungsausschutz(Srost-Berlin. Der Kursus über Volkswirtschaft(Vortragender: Genosse Barth) findet dringender Umstände wegen erst am Montag, den LI. November, statt. Gerichtszeitung. Tie Strafkammer im Kientopp. Nachdem Kaiser Wilhelm nicht, wie ursprünglich gemeldet wurde. Strasamrag gegen Fer- dinand Bonn wegen des FilmS.Kaiser Wilhelms Glück und Ende� gestellt halte, war aber aus Veranlassung des Kaiiers da» sage- nannte objektive Verfahren eingeleitet worden, sstack dem Kunst- ichutzgesetz Z 23, der das Recht am eigenen Bilde gewährleistet, darf auch eine Persönlichkeit, die der Zeitgeschichte angehört, nur dann porträlieit werden, wenn dadurch nicht ihre berechtigten Interessen verletzt werden. Das soll bei dem Kaiserfilm der Fall sein. Der Staatsanwalt hatte daher bei dem Amtsgericht Berlin-Mnte die Beschlagnahme des Films erwirkt. Gegen diesen Beschluß batte im Auftrage der Filmgesellichast Rechtsanwalt Dr. Frey Beschwerde eingelegt, mit dem Antrage, da der Amtsrichter den von ihm beschlagnahmten Film gar nicht gesehen habe, vor Beschlußfassung über die Beschwerde den Film sich vor« führen zu lassen. Dementsprechend hat die Beschwerdestrof- kammer 7 des Landgerichts I angeordnet, daß am Montag vor- mittag dem Staatsanwalt und den Beteiligten der Film vorgeführt werden soll. Ein vereitelter Betrug um eine halbe Million Mark beschäftigte die t>. Straikammcr des Landgerichts I umer Vorsitz des Geheimen FustizralS Pauli. Angeklagt wegen Betruges und schwerer Ur> lundenfälschung waren der Pferdehändler Paul T e S k e, der Bize- feldwebel Heinrich S ch m ü ck e r und der Offizierstellvertreter Fritz Friedländer. Die Angeklagten Schmucker und Friedländer be- fanden sich in Geldverlegenheit und sollten, nach Behauptung der Anklage, in Gemeinschaft mit einem gewissen Giersdörfer. der flüchtig ist, versucht haben, mit Hilfe falscher Stempel und yeslilschter Papiere Beträge von mehreren hundert« taufend Mark zu erschwindeln. Wie die Ber- Handlung ergab, fand sich die Stcmpelfobrik von Alb recht in der Königstraße bereit, süns Stempel, und zwar je einen Stempel des Kriegsmini st eriums und deS Infanterie- Regiments 137 sowie drei bahnamtliche Dien st st empel für den Angeklagten Schmücker anzufertigen. Durch Vermittlung eines gewissen Kretschmann wurden Schmücker und Fried- länder mit dem Einkäufer der Gemeinde Friedrichsselde-KarlShorst bekannt, dem sie mitteilten, sie ständen mir der Rohstoff- abteilung deS Kriegs Ministeriums in Verbindung und feien in der Lage. Waren, welche die Heeresverwaltung abstoßen wolle, billig ziFverkausen. Roestel bestellte daraus im Austrage der Gemeinde für 500000 Mark Ware» jnit der Maßgabe, daß ein Drittel des Kaufpreises bei Aushändigung der Fracht- briese, der Rest bei Uebergabe deS Waggons gezahlt werden sollte. Einige Tage später erschien SSmücker mir den naiürlich gefälschlcn Frachtbriefen, welche den Stempel de».Kriegsministeriums. die Bahnstempel und die Unierschristen eines Majors sowie deS Wiegemeisters und des Gülervorsteöers trugen. Nur der Ausmerk- samteit deS Bankvorstehers der Cöpenicker Kredit-Bank, der eine lleine Unrichtigkeit emdeckle. war es zu verdanken, daß Schmücker nicht die erste Rate von 148 000 M. ausgezahlt erhielt. Wie die Anklage weiter behauptet, soll Schmücker in Geiueinscltast mit Fried- länder und TeSke einen gleichen Betrug einenr Kaufmann Herzog gegenüber versucht haben. Diese beiden Angeklagten bestritten jede Mitwisserschaft und ließen durch die Rechtsanwälte Justizrat. Bruno Friedländer und Dr. Alfred Fränkel einen Entlastungsbeweis führen. durch welchen das Gericht zu einer Freisprechung kam. Da- gegen wurde S ch m ü ck e r dem Antrage des Staatsanwalts gemäß zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt. Geschästliche Mitteilungen. Das Herren-AuZstattungsbauS Baer Sohn hat keine Filialen mehr, sondern nur eine Vertaussstelle in der C h a u s s e e st r. 2 9/ 30, wo sich ein reichsortieries Lager guter Herren- und Jünglingsbekleidung zu niedrigen Preisen befindet. llllftein-Zchnitttnnfter sind in allen Häusern der Firma A. Wertheün zu haben. Wir verweisen auf daS Inserat in dieser Ausgabe. lZevZnn.�usTUZ 6er 14 Prcuss.-Siidd.(240 Preuss.) Klassen-Lotterie 5. KJast» 8. Ziehungstag 14. KoTembex 1919 Jed« gewgeB. Kianer«lod tw«i rlelfh hohe Conian. ud rmv j«»I»«r isf dl« L«« gltlcher Nimraer in de« halden IbtetlBaecn 1 nnd 11 (Ohne Oewlhr.)(Machdruet rertoten.) ka der Vormiilagsiriebnng-wurdtn Gewinne Uber 510 Mark gezogen. 2 Gewinn« m 30000 JI 23 3857 2 Gewinne zu 16000 M 156318 2 Gewinne zu 10000 M 144539 8 Gewinne zu 5000 if 34593 04936 130027 195622 38 Gewinne zu 3000 M 2683 10865 13318 24034 35684 60908 54926 83517 68530 71720 73015 78269 78971 87541 87858 90773 93317 101821 105908 108078 122213 137169 139300 142766 148532 149887 159078 160101 163810 171487 172207 175953 177652 179818 103014 198338 205882 207950 217296 221226 223694 227775 229436 164 Gewinne zu 1000 M 1343 3395 4527 5673 6383 12858 13943 18617 24159 31639 32194 38673 39756 41777 44741 51415 51909 53294 80940 66259 69789 75061 76471 79605 79550 82142 86043 94530 96212 98913 99344 103173 107202 107874 108568 110437 111987 113033 113686 116064 116167 117475 116830 120346 122038 129134 130127 136698 136782 139390 142303 143094 145837 153503 153434 155373 155803 157713 163447 136S88 167620 198201 168705 169523 172852 180043 183415 183426 135130 189932 190599 191447 194997 195845 195857 195328 210953 315144 221769 222234 223090 229348 192 Gewinne zu 500 M 3038 11649 17580 18009 20548 21195 21328 24424 27106 30089 33776 35859 37271 38401 41791 42335 45378 45567 47253 61209 55821 58155 69197 72032 73386 77625 77952 78594 81794 83398£5635 86909 91382 04045 95334 95865 96305 105026 105137, 106825 112190 114190 117089 116937 122240 123428 125182 134155 135143 138382 133829 133331 139704 141133 142592 142907 147888 149051 150152 151581 162271 154547 155464 157309 157793 16184S 162676 164419 166252 167382 108839 189484 173277 173315 173891 174560 130015 188967 191333 195849 193944 203929 204424 208132 212789 214379 217458 219071 221959 221111 222852 226666 230055 230751 233360 233592 tn der Maebnitlngszlebung wurden Gewinne Ober 340 Mark gezogen, 2 Gewinne zn 15000 M 148171 4 Gewinne zu 10000 M 10531 24056 2 Gewinne zu 5000 M 94949 82 Gewinne zu 3000 M 3719 5467 6717 14236 16308 1919««3748 41990 48582 52576 55112 56978 64304 76431 91682 94396 108057 1990S2 119090 122259 134107 141555 150159 154296 159207 150789 163769 174062 170535 165893 192616 193519 200305 200492 203511 214184 221713 225138 226165 226364 233901 124 Gewinne zu 1000 M 796 8120 3307 7135 7530 8509 11434 20087 24639 25756 38164 40439 42630 44143 44719 46633 52208 53190 53243 67674 67900 69398 72144 72140 73224 80432 88697 03449 9866» 105548 106883 110009 125216 133922 134750 135129 136290 144004 161650 151734 158552 187022 168636 170372 173508 175074 176964 177815 182875 186053 187994 190863 192661 201170 210135 212019 216841 220939 226297 228434 230341 230867 226 Gewinne in 600 M 185 3742 4238 6280 10029 10444 10344 11894 11953 14200 ftS2 20026 20366 20532 21076 21891 22237 22953 41402 45487 47187 60778 52784 55434 56959 67394 62826 64784 70875 71523 75133 7»176 78908 79244 81509 84701 85004 85426 86346 86433 88912 39984 89090 93457 94584 97720 100712 100725 108230 110483 112123 113323 114093 115392 117711 121217 123096 123439 127253 12742" 128595 133209 133892 136109 137584 138230 138310 139244 140338 140963 141816 143504 151505 153282 158678 139-348 188473 168548 168685 170236 171559 176770 178795 131730 184510 187117 187599 18779« 19034» 191256 191733 193810 195-72 197177 189191 201523 204918 206770 207927 208048 208925 209056 209425 213007 217839 217965 219511 219751 222434 223077 22+470 230008 331923 Eigene Schmelze— Direkte Verwertung. zahlt für Platin Schalen: Brem sachen: Gold chmuck: Zabng« Silber : Abidlle: Bei nur Tiegel: Schalen: Brecnstir.e: Zahas.iitc Scbtnucksactaen: Blitzableiter::;);'.: en Sarren: Münzen: Schmuck; Zabngold; BrucbgolU Barren:.Münzen: Abfälle: Bestecke: Löffel Gegr. 1903 Gegr. 1903 MstaiEkontor Berlin SW 68, Alte Jakobntr, 138 Telephort*; Moritzplatz 12858 Telezramm-Adresse: Meialikontsr Berlin SM' 68. 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