Nr.F89.I6.Iahrg. Bezugspreis t Di-rt-ljShrU 10�0-Sit, monaJLJ�OSRt frei ms Haus, voraus zahlbar. Post- bcjujj: Monatlich 3,50 Ml, tifURii" stellungsnebühr. Unter Strtujbanb für Demlchland und Oesterreich» Ungarn 6,7 ö Mb, Mr das iidrtge Ausland I6,7Z Mb. bei tijqltch einmab Zustellung 6,75 Mb Poltbestellungen nehmen an Dänemarb Holland, sturemburg, Schweden u. die Schweiz. Singetragen in die Poft-Zeimngs-Preislifte. Der.Vorwärts' mit der Sonntags- beilage.Boll u. Reif ericheim wochen- tägliq zweimab Eonmags einmal. Telegramm-Adreffe: �ozlolAemotcat Seena". Abend-Ausgabe. Nerlinev Volksblettt 1Sp?snn!«) SlnzeigenprelS: Die achtaeipalten- N�npareillezeile loste! I.Sll M.,Tellerungszuichlag �Zilcine Anzeige»�, das feil» gedruclte Wort 73 Pfg.(zuliissig zwei tcttgcdructtc Warle), icbes weitere Wort 50 P?g. Stellengesuche und Echiasstellenanzeigen das erste Wort' 65 Psg. ledes weitere Wort 40 Pfg. Worte über 13 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 30% Familien-Anzeigen, politische und, xewertichastliche Vereins■ Anzeigen 1,60 Mb die Zeile. Anzeigen für die nächste Zluminer müssen bis ö Ahr nachmittags im Hauptgeschäit. Berlin SW 63, Lindenstraße 3, ai>gegebe» werden. Deoffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. �entrawrgän äer so�ialäemokrati scken Partei VeutscklanÄs Neüaktion unü Expeüition: EW. öS, Llnöcnstr. 2. klernivrecher:«m» MortNvla«. Rr. 15190—15197. vorwarts-verlag G.m.b.H., SW. öS, Linüenstr.2. Zsertiivrcchcr: Amt Moritipla«, Nr. 117 53— 5t. und der Da? ReickiStagSgebäude ist im Umkreis abgesperrt. Grüne Sstherheitswehr läßt nur Karteninhaber Paisieren. H i n d c n» bürg ist aber auch heute noch nicht erschienen, und die De- monstrantenscharcn, die sich wieder angesammelt haben, kom- men nicht auf ihre. Kosten. Hindenburg wird erst am Dicns- tag vernommen werden; es sind chm bereits eine Reihe von Fragen vorgelegt worden, die er dann beantchorten soll. Die Sitzung beginnt mit der Verlesung einer formulierten Erklärung des Ausschusses, die vom Vorsitzenden G o t h e i n verlesen wird. Sie führt nochmals in bestimmtester Form aus, daß der Ausschuß lediglich den Cl)arakter einer Enquete- kommission trage, daß sein Verfahren kein Ermittlungsver- fahren für den Staatsgcrichtshof sei und daß sich sowohl die Ausschußmitglieder wie auch die Zeugen aller Werturteile zu enthalten hätten. Z e l s f e r i ch will nun den Krach vom Sonnabend fort- setzen und seinen Einspruch gegen seine Verurteilung zu einer Geldstrafe von 3Y0 Mk. mündlich vortragen. Der Vorsitzende aber meint, das Papier, auf dem die Einspruchsrcdc aufgc- schrieben ist. könne auch einfe zu den Arten gegeben werden. und Herr Hclfferich fügt sich. Wäre Warmuth an Stelle Gotheins gewesen, wir hätten wieher das schönste Theater ge- habt. Nun meldet sich überraschenderweise Herr v. Bethmann H o l l w c g zum Wort, um eine Rede gegen den Leitartikel im heutigen Morgenblatt des„V o r w ä r t S" zu halten. Er bestreitet, daß das Volk und die Volksvertretung hinters Licht geführt worden sei. Er legt dar, daß er für eine andere Politik als die, die er im Winter 1916/17 getrieben. nurdieUnter- stütz ii ng- der Sozialdemokratie gefunden hätte. G o t h e i n wirft ein, auch die Fortschrittliche Volkspartei sei einer Gegnerin des unbeschränkten U-Boot-Kriegs gewesen. Bethmann aber bleibt dabei, daß es für die Regierung unmög- lich gewesen sei. sich auf Sozialdemokratie und Volkspartei zu stützen. Im übrigen legt er den größten Nachdruck darauf, daß der Eintritt Amerikas in den Krieg als selbst. verständliche Folge des unbeschränkten U-Boot-Kriegs voraus- zusehen gewesen sei. Er und Hclfferich hätten das den Führern der bürgerlichen Parteien unzählige Male gesagt, die Reichs- tagSmestrhcit sei aber trotzdem für den unbeschränkten U-Boot- Krieg gewesen. Immer klarer tritt die Absicht hervor, die Verantwortung für sene verhängnisvolle Wendung von der ehemaligen Regie- rung abzuschieben und auf das Zentrum zu wälzen. Genosse David bleibt in einer Entgegnung dabei, daß die Regierung den Reichstag mangelhaft informiert habe, und daß sich bei besserer Information auch die Mehrheitsverhnltnisie geändert haben würden. Darüber wird dann recht heftig yin und her debattiert. David bestreitet auf das entschiedenste, daß der Gauptausschuß im Januar 1917 auf die unentrinnbare Ge- fabr des Krieges mit Amerika mit dem nötigen Nachdruck hin- gewiesen wordcß sei. Ein A la r m t e l e g ra m m Bern- st o r s f s wurde ihm vorenthalten. Solange Bethmann und Selfferich gegen den U-Boot-Krieg waren, warnten sie vor der amerikanischen Gefahr, später, als sie nachgegeben hatten, g'ngen sie über sie stillschweigend hinweg. Man nährte setzt d e Hoffnung. Amerika werde dennoch aus dem Kriege bleiben/ oanzobl Bernstorffs Depesche diese Hoffnung vollständig zer- stört hatte. Herr G o t h e i n hält dann eine ziemlich lange Rede über seine und seiner Partei Stellung zum U-Boot-Krieg. Seine Gesprächigkeit steht im seltsamen Gegensatz zur Schweigsamkeit des Herrn Spahn, der doch auch eigentlich mal etwas über die Stellung seiner Partei sagen könnte. - Sinzheimer macht nun darauf aufmerksam, daß eine neutrale Macht im Dezember 1916 auf die entscheidende Bedeutung der belgischen Angelegenheit für die Friedens-. frage hinwies, daß aber damals eine klare Erklärung Deutschlands ausblieb. . Betbma nn will sich eigentlich nicht äußern, solange die bevorstehenden geheimen Verhandlungen über den Schritt ddr neutralen Macht nicht stattgefunden haben. � Es sei eine offene Frage/ ob es nicht richtiger gewesen wäre, über Belgiens Wiederberstelluug von vornherein eine apodiktische Erklärung abzugeben. Ter Augenblick, in dem die Entente ibre ungebeuerlichen Friedcnsbedingungen veröffentlichte. war aber für die Abgabe einer solchen Erklärung nicht der richtige. Sväter sei allerdings ein Moment eingetreten, wo er im Begriffe acwcsen sei. eine solch? Erklärung öffentlich abzugeben. Dies sei, wie er glaube, der richtige Moment ge- � Wesen, wo eine derartige Erklärung auch zu Ergebnissen ge- � fuhrt baben würde. Betbmann spielte damit wieder auf die> dunklen Vornänge de? Juli 1917 an, die noch einer gründ-! lichen, Aufhellung bedürfen.! Im weiteren Verlauf der Verhandlung kommt man auf die berüchtigte schwadronierende Kaiserrcde vom 13. Dezember 1916 zu sprechen, die die Wirkung des Friedens- angebots vom 12. Dezember wieder aufhob. Konsul Möller vom Auswärtigen Amt teilt dazu mit, es sei festgestellt, daß die Veröffentlichung jener Rede durch sein Amt nicht erfolgt sei. Wer sie bewirkt habe, lasse sich aber leider nicht mehr nachweisen, da die Beweisstücke bei der Besetzung des Wolff. Bureaus durch die Spartakisten vernichtet worden seien. Große Heiterkeit folgt dieser Erklärung. » De? Sitzungsberickt. Ter Andrang ist sehr stark. Helfstrich ist wieder da. Dar- muth ist Mitglied des Ausschusses geblieben. Vorsitzender Gothcin eröffnet die Sitzung mit folgender ' Erklärung: Die Vorgänge, die sich am S-wluß der letzten öffentlichen Sitzung ereignet haben, babon Zweifel über die Aufgaben de? Unteri'uchungsausschuffeS hervorgerufen. Demgegenüber stelle ich fest: Der UnrersuchungSausschuh hat lediglich den Charakter einer varlamrntarischcn Enquetekommission. Ihm liegt kein Ermittlungsverfahren sür den StaatSgerichtShof oder ein Strafgericht ob. Sein Zweck ist Nicht, An klage Material zu heschafstn, sondern die Aufklärung und Feststellung von Tat» fachen oder Ursachen und politischen Zusammenhängen. Tiefer Beschluß ist unbedingt verpflichtend für alle Mitglieder des Ausschusses, ebenso aber auch für alle Zeugen, die in ihren AuS- sagen sich aller Werturteile zu enthalten haben. Ich bitte die Mitglieder des Ausschusses wie die Zeugen, sich dementsprechend zu verhalten.- Helffcrich will protestieren. Dr. Hclfferich: Ich bitte um das Wort zu einer Erklärung. die sich bezieht auf meine Verurteilung wegen angeblicher Zcugnisvcrweigerung sowie auf die.Fragen des Abg. Dr. Cohn und die Antworten, die darauf erfolgt lind, sowie auf daS gesamte prozessuale Verfahren vor diesem Ausschuß. Vorsitzender Gsthcin: In diesem Stadium würde ich es nicht r angezeigt halten, Ihnen dazu das Wort zu geben. Ich stelle hnen aber an heim, Ihren Einspruch dem Ausschuß einzu- reichen. Der Ausschutz wird Ihnen Bescheid erteilen. Im übrigen bleibt eS Ihnen unbenommen, die Presse von dem Wort» laut Ihres Einspruchs zu unterrichten. Dr. Helffcrich: Um dem ruhigen und glatten Verlauf der Ver- Handlungen kein Hindernis in den Weg zu legen, füge ich mich diesen Vorschlägen des Vorsitzenden und übergebe diese Erklärung zu Protokoll. Ich bitte, daß der Hauptausschuß dazu Stellung nimmt. Im Gegensatz zu Aeußerungen in der Presse will ich den Verhandlungen Hiee kein Hindernis in den Weg legen. Ich habe das größte Jnteresie daran, daß die Verhandlungen rasch und glatt zu Ende geführt werden. Deshalb stelle ich mich unter den Vorbehalten, die ich formuliert habe, weiteren Fragen des Ausschusses zur Verfügung. Sethmann unS See �vorwärts"-Leitartikel. Der Vorsitzende hat wiederholt Einspruch eingelegt dagegen, daß Ergebnisse der Verhandlungen hier festgestellt werden, bevor der Untersuchungsausschuß mit seiner Arbeit zum End« gelangt ist. Insonderheit ist wiederholt die Mahnung an die Presse gerichtet, mit ivlcfcn Wertungen zurückzuhalten. Diese Mahnungen sind vielfach aus ein unfruchtbares Feld gefallen. Ich hoffe, daß der Ausschuß auS allen meinen bisherigen Aussagen die Ueberzeitgung gewonnen hat, daß ich weitab von jeder Partei- politischen Tendenz lediglich bestrebt bin, der Wahrheit bei Fest- stellung der Tatbestände zu dienen. Ich gehe von der Uebcrzeugung auS, daß namentlich, nachdem uns so unnennbares Unheil be- troffen hat, da« Volk einen gerechten Anspruch darauf hat, zu wissen, wie die Dinge hergegangen sind, und ich bin nicht ge- sonnen, in irgendeinem Punkte Heimlichkeitskrämer ei zu treiben. Im Gegenteil! Wenn es die Aufgabe dieses Ausschusses ist, nicht nur im historischen Sinne die Wahrheit festzustellen, son- dern auch dagegen zu wirken, daß das Volk, das nun diese Not und dieses Unheil zu tragen hat. fortgesetzt mit Nachrichten wersehen wird, die die bisher bestandene Unklarheit über wichtigste Fra» gen der Kriegführung nicht auflösen, sondern vermehren, dann glaube ich daS Recht zu haben, auch ohne daß der Ausschuß spezielle Fragen an mich gerichtet hat, soviel ich vermag, zur Aufklärung des Sachverhalts beizutragen. Ick habe heute früh einen Artikel im „Vorwärts" gelesen, der Tatbestände der gegenwärtig noch im Laufe befindlichen Untersuchung als abgeschlossen hinstellt und daraus Konsequenzen zieht, die zu weiterer Verwirrung führen müssen. Es handelt sich im wesentlichen, um einen scharfen Ausdruck zu gebrauchen, um den Vorwurf, das Volk sei hinter? Licht geführt worden, einen Vorwurf, der sa auch in diesem Falle erhoben ist. Run daß eine Friedensvermittlung Wilsons cveniuel.'zu erwarten war, lag im Herbst 1916 in der Las:. Ausdrücklich und amtlich die Pc-rieifübrer über unsere auf eine FrietienSatnon Wilsons gerichteten Sch-ritte in Washington zu! n>' r m, e e n, muhte ich Bedenken tragen, a''kr nicht, un da?/ Bell hinieiS Licht zu führen, sondern im Gegenteil um eine Friedens- akilon Wilsons nicht von vornherein zu sabotieren, denn rS lag auf der Hand, daß, wenn von unteren Temarhm auch nur des geringste durchgesickert wäre, Wilson nicht mehr daran denken konnte, für den Frieden etwas zu tun. Angesichts der'ä'-e- samtstellung der Vereinigten Staaten zur Eat'.uie konntc. Präsidenten nichts mehr d i s k r e d i r e r e n, a.'S der Vorwurf, uns einen Gefallen zu tun. Aber auch die deutschen Verhältnisse> machten es mir schlechterdings unmöglich, die Parteien in hol- les Vertrauen zu ziehen. Ich entsinne mich genau, daß bei einer vertraulichen Besprechung, die ich mit den Führer» der bürgerliäien Parteien am 11. Dezmber 1916 hatte, die sehr ausgesprochene Ab- neigung der Mehrheit zum Ausdruck kam, den Frieden durch den Präsidcnlen Wilson vermittelt zu erhallen. Die bei den jetzigen Verhandlungen wicderholr besprochene Animosität gegen �Amerila tvar eben zu nicht vor WWMMW demokratie aber, die ans anderem Boden stand, war doch nur eine Minderheitspartei, dere/n Zustimmung, wie die Dinge in Deutschland bei uns nun einmal lagen, die O KP o s i ii o wder anderen Partcic nnur verschärft haben würde. Jt'iitJjer Note des Präsidenten Wilson vom 13. Dezember wurde dessen Friedens- aktion ebenso öffentliches Recht, wie die Stellung der Entente zur Friedensfrage überhaupt durch deren Antworten aus diese Nole und auf unser Friedensangebot es geworden ist. Daß der 11%. 7!- Beschluß vom 9. Januar ohne Kenntnis de? NeichbtagS gefaßt wurde, folgte notwendig au? dem Charakter diese? Be- schlüsscs als der Entscheidung über eine m i I ih ä r i s ch e Aktion. Ilm den Erfolg dieser Aktion nach Möglichkeit zu sichern, mutzte sie, soweit es in der Macht der zuständigen Stellen stand, vor aller Welt geheim gehalten werden. �Angriffe wegen dieser Geheimhaltung könnten doch nur daraus gestützt werden, daß die verantwortlichen Stellen die politische und militärische Zwangslage, von der ich wiederholt gesprochen habe, zu offenbare;« Unrecht als vorliegend angenommen hätten; mit anderen Worten, auf meine Stellung gemünzt, ob ich zu offenbarem, Unrecht am 9. Januar annahm, daß die Entente nicht verHand- lungsbereit sei. lieber dieses Thema ist sehr ausführlich und wiederholt gesprochen worden, so daß ich heute nichts mehr hmzu- � fügen kann. Desgleichen habe ich mich eingehend darüber auSgc- sprachen, weshalb ich aus keinen Vorgängen der Folgezeit bis zum 22. Ianüaw dem Tage der Kongreßbotschaft einschließlich, eine grundsätzliche Aenderung der Situation folgern zu können geglaubi habe. Ueber die Ereignisse aber, welche sich an daS Telegramm des Grafen Dernstorsf vom 23. Januar au- schlössen, habe ich. sobald es mir möglich war, die Parteien i«- formiert. Fasse ich alles nock einmal zusammen, ,o ergwt sich, daß die Geheimhaltung unserer Schritte in Washington lediglich eine Förderung der Wilsonschcn Fricdcnsaktion, die Geheimhaltung des U-Boot-BeschlusscS lediglich die Fernhaltung aller militärischen Schädigungen von diesem KnegSmiitel im Auge gehabt batte. Daß die Reichztagsparteien jemals im Unklaren darüber gewesen seien, daß der U-Boot-Krieg den Krieg mit Amerika nach sich ziehen werde, ist eine Legende. Sollte der Ausschuß in dieser Beziehung noch Zweifel hegen, so beantrage ich. daß die stenographischen Berichte über die Sitzungen der Hm;;.- baltskomnrission, welche sich mit dem U-Boot-Krieg in seinen ver- schiedenen Phasen besaßt hat. zu Mate gezogen werden. Tro« ihrer Kenntnis vou der Bedeutung des U-Boot-Krieges gegenüber Amerika ist eine tomvakte NcichStagsmchrheit Anhängerin des U-Boot-Krieges gewesen, falls er von der Obersten Heeresleitung für nötig gehal;;« mürdef An diesem Tatbestand können namentlich diejenigen poli- tisllen Faktoren nicht rütteln, welche mit besonderem Nachdruck das Prinzip vertreten, daß die Mehrheit der Volksvertretung den Gang der Tinge zu bestimmen habe., Epalisr für hwöenbuvg. WTB. kündigt an: Um das Erscheinen VcS FeldmarfchallS v. Hindenburg vor dem Untersuchungsausschuß auf alle Fälle zu er- möglichen, wird der Weg des FeldmarfchallS zum Neichstogsge- bäudc von starken Kräften der Sicherhcitkwehr beseht und jeder Versuch einer Durchbrechung der Eperrlinie, von welcher Seite rr auch kommen sollte, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln u» b r- dingt verhindert werden. (Schluß in der Morgenausgabc.) Liitzows Ehrenkompagme, Wie die Korrespondenz V. S. mitteilt, ersch'en am Mon- tag vormittag gegen 11 Uhr eine Ehrenkompagnie des Freikorps Lützow feldmarschmäßig ausgerüstet mit klingendem Spiel vor der Villa Helfferich und nahm in zwei Gliedern Ausstellung, woraus der General- feldmarschall Hindenburg die Front abschritt. Die Sicherheitspol'zei hinderte den Anmarsch der Ehrenkompagnie nicht, da sie glaubte, daß es sich um einen ofiziellen Akt han- tele. Wir wollen einstweilen annehmen, daß auch Linden- bürg dies gedacht hat. -Wie von zuständiger Seite derselben Korrespondenz mit- geteilt wird, b e st e ht das Freikorps Liitzow nicht mehr. Es sei anzunehmen, daß es sich hier um ehe- ni a l i g e Angehörige dl�s Freikorps handle. Dann entsteht aber die Frage, wie konnten d ese einmaligen Freikorpsangc- hörigen in feldmarschmäßiger Ausriistnng, also in voller Bewaffnung ihre Temonfirmion iinternehiuen? Wenn das Freikorps Liihow nicht niehr bestellte so liegt hier ein schweres Vergehen gegen§ 127 des Strafgesetzbuches vor. der lautet: � „Wer« n 6 c f it g t c rb t i f e einen bewaffneten Haufen bilde» oder befehligt, oder eine Mannschaft, von der er weiß, das» sie ohne grsetzlichr Bcsugiiiz gesammelt ist, mit Waffen oder KricgSbedurfnilfcn versieht, wird m i t G c f ii n g n i S bis zu zwei Jahren bestraft. Wer sich einrm solchrn bcwaff- netcn Hciifc» anschlicht, wird mit Gefängnis bis zn einem Jahre bestraft." Das Vergehen ist in diesem Fall besonders schwer, weil eS unter dem Belage r u n g s z u st a n d erfolgte irnd mit einer Demonstration unter freiem Himniel verbunden war. Tie Nsakr.mg hat eni'p rech? ich den Gesetzen gegen Urheber und Teilnehmer eurzuichreiten. Warnung an tk Dsutschnatkonalen. Wie von� zuständiger Seite mitgeteilt wird, hat die Sicherheit svolizei im Laufe des gestrigen Sonntags an maßgehende Persönlichkeiten der deutschnationalen Partei, so- wie an die Führer der deutschnationalen Studenten die ljrklä rung gelangen lassen, daß sie bei Wiederholung von Dcmom strationen, wie sie sich in"voriger Woche abgespielt, die schärf- sten Maßregeln treffen werde, um die Bildung von Zügen Zwrschcnsall, den ein« hiesige Korrespondenz meldet, ernster« Be- gen politisch Andersdenkender zu verhüten. Es ist nicht mißznverstehender Weise angedeutet worden, daß eventuell von der Waffe Gebrauch gemacht werden wird. Ebenso hat das Oberkommando in einer erneuten Verfügung schärfstes Einschreiten gegen alle planmäßigen Demonstrationen angesagt.'>, Gewarnt worden sind die Lerrschasten unseres Erachtens nun genug, aber die Taten stehen sehr hinter den Worten zurück. ..... ft**' D!» allZeutsche yetzprejle. Ueber das Niveau, auf daS die � alldeiitsche Hetzpresse gesunken ist, geben folgende Zitate Auskunft: Eine Nezicrung, rine Presse, eine Partei, die LlmdeSverräter oder Schieber inttcr sich duldet, hat keinen Anspruch mehr auf eine lvhale?curtci!unz. llnwillkiirlich grMt man nach der Kleider- bürste,„m den Nockärmel zu reinigen, wen» er einmal ln unfreiwillige Berührung mit dicscn Leuten gekommen ist. Leute, die so etwa? schreiben, berührt man nicht am Nock- cirmel, sondern, wenn man sie berühren muß, dann kräftig und an anderer Stelle. .D i e P o ft": Ganz Berlin trcrt»m Tonntag für die Kriegs- «fcrngoncn ein, nur die Nezicruugssozialiften hatten trotz Reichs- Sunzler Bauer für unsere unglücklichen Brüder keine Zeit. Zur gleichen Zeit gibt die„Deutsckfc Tageszeitung" ihrer Freude darüber Ausdruck, daß in den Kriegsgcfangenenver- sammlungcn alle Bcvölkerungsklasscn verttetcn waren, und nennt die Namen der mehrheitssozialdemokrati- scheu Ncdner, die dort auftraten. Eine feine Geseüschastl Der LanÄesverrat üer Schwerlnüuftrke. In feiner Reden vor der Preußischen Landesversammlung hat Genosse Hcilnwnin nachdrücklich darauf hingewiesen, � daß der Wucher am deutschen Bocke eines der wichtigsten Momente ge- «»»>»»»....................... Wesen ist, die zum Zusammenbruch geführt haben. Die.Soziale Korrcspoud.nz" schreibt in Ergänzung dieser Ausführungen: Wucher betrieb in erster Rell>e die deutsche Schwer- i n d u sr r t e. Sie erproßte und erhielt auf Grund des Hindenburg- Programms ungeheure Ucbergewlnne und stürzte Groencr, als er diese Riesenprofite zu beschneiden und m Einklang mit der HilsS- d>enstp flacht der Lrbciter zu bringen suchte. Aber dieser Wucher war zugleich ein Stück offenbaren Landesverrats, e.t-iuif- erncfchTt n ffTtckren Be-fichjcil n( u n� de r deutschen S t a bi p vo du t t i o n beruht«. Genosse Heilmann bat.in der besagten Handesversammlung «uch auf die T c n k sch t des Bergassessor» Horten hinzdwicscn, welche den fchfünlgerü Beweis fite diese- ungeheuren Verbrechen der deutschen Schwerindustrie' erbringt. Horten» Denk- schvift ch schön währei� des Kriege? verfaßt worden und vertrau- lich der Regierung und dem RcichStagSabzeordneten Dr. Mäher- Koufbrure-n, dem jetzigen Reichs fchatzininister, überreicht worden. Im Anschluß an den Taimlcr-Skandal wurde auch vom Kriegs- Ministerium eine Untersuchungskommissjon eingesetzt, der Dergassessor Kofka die Angaben HortenS durchaus b e- stätigte. Die Kriegsrobstoffableilung übergab indessen dem Reichstag eine G.'gendcnkschrift, nach der alleS in fchönstcr Lr-d- nung sein sollte. Den Wen dieser Arbeit wird man ermessen kön- ncn, wenn man erfährt, daß diese CO Seiten einer höchst unklaren Darstellung von den Schwerindustriellen selbst den Militär? in die Feder diktiert waren. Tie Kriegsrohstoff- abteiluug war nämlich schon nichts mcbr anderes als ein Unter- auö-schuß der Schwerindustrie. An ihrer Spitze stand ein Dr Fischer — es hairdelt sich hier um die Bewirtschaftung von Stahl und � Eisen— als Kommissar der Eifen zentrale. Dr. Fischer ist Ge- � sclKftSinhaber der Tiskontogescllschaft und etwa vierzigfachcr Auf- � sichtSrat in Bergwerks- und Hüttengcsellschaftcn. Neben'ihm fun» - gierten ein Hauptniann BurgeerS, Beamter der Gelsenkirchen« Bergwerks-Aktiengesellschaft, uiid Hauptmann Klöckner, ein Bruder des bekannten Großindustriellen.- Die Kricgsrohstoff-Al'tcilung hatte zeitweilig versucht.-sich selbst Einblick in die Preisbildung namentlich für Ganatstahl zu verschaffen. Diese 9-crfuche mußten aufgegeben werden, da die an ihnen beteiligten Beamten sofort gestürzt wurden. An verschiedenen Sorten Granatstahl und an der Aussuhr von Halb» zeug und Trägern, die nach dem Bericht des deutschen Militär- attachcrs in Bern auf Umwegen an die Kindlichen Länder geliefert wurden, verdiente die Sclwerindustrie riesige Uebergewinne, deren Gesamtbetrag Bergafscssor Horten auf 8000 Millionen be- rechnet. Aber das allerschlimmste war, daß die deutsche Stahlproduktion zurückging. Während in Amerika die Stahlerzeugung von Sö auf 40 Millionen Tonnen stieg, während England und selbst Oesterreich- ! Ungarn ihr« Stahlproduktion vermehrten, sank die deutsche Stahlerzeugung von 20 ai�f 15 Millionen. Der Rückgang der deutschen Stahlproduktion war um so un- gcheuerlicher, als bei dem raschen Vormarsch der deutschen Truppen im August 1914 die großen belgischen und nordsranzö fischen Hüttenwerke unversehrt in die deutsche Hand ge- fallen roarcn. Auf Anstiften der Schwerindustrie, welche auch diese Preiskonkurrenz fürchtete, wurden fit nicht in Betrieb ge- nommen. obwohl sie mit«inheimischen Kohlen und Arbeisslräftcn mehrere Millionen Tonnen Stahl jährlich hätten liesern können. Und dieselben Leute, die Deutschland ins Unglück gestürzt haben, und die froh fein sollten, daß man sie nicht wegen Landes- verrat? ins Zuchthaus steckt,-wagen jetzt dem Pocke. daS beispiellose Opfer im Kriege gebracht und unerhört« Leiden er» tragen bat. Vorwürfe zu machen wagen die Revolution und die Republik anzuklagen, daß sie an der Wchrlosigkeit und dem Elend dep Niederlage schuld wären. Die Herren sind schon wieder sehr übermütig geworden, seit sie zu wittern glauben, daß d« nächsten Wahlen eine Mehrheit gegen di« Sozialisterung briHgen werden. Hoffentlich macht chucn da» Vock durch diese seine kapita-liftische Rechnung einen dicken Strichl Mtttäröemonftratkon vor öcm Nesckstaa. Während nach den vorliegenden Berichten die Wsper-«r>g de» Reichstags im allgemeinen funktionierte und alldeutsche Ac-samm» lungen, die auch h-.uie wieder einig« hundert Personen versuchten, zerstreut wurden, wobei sich die Demonstranten freilich w»eder in Herausfort ernst er W c i s e benahmen, verdient folgkCer Zwischenfall, den eine hiesige Korrespondenz meldet, enster« ite- achtun g. Danach erschien cine Grupve von Offizieren und Zoldat-n unter iziihning eine» Obersten aus Potsdam. Es handelte sich um Deputationen einzelner Potsdamer Regimenter, deren Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften in der e t w a 60 A a n» st a r k-e n Abteilung vertreten waren. Die Potsdamer zogen geschiossen am RcschStag vorbei, ohne angehalten zu werden, da die Sicherhei'.S- polizei sie für eine Abteilung Reichswehr hielt, die zur Verstärkung abkommandiert war Am Moltke-Tenkmal nahm die kleine Gruppe, an» deren Mitte man Schmähungen gegen den Unter. fuchungSousschuh, namentlich gegen den Abg. Evhn hörte, Auf» swllunz.— Eiire amtliche Untersuchung dieser Angelegenheit ist dringend notwendig. Dte Sovjet-Zrleöensftage. Während als Vertreter Englands der Abg. O'Grady lSozk zur Kopenhagrner Mefangenrntcuierrnz mit dein Sowsetrerlrrtrr Litw nof reift, lehnt Rrrtaiverila jegliche Fühlungnahme mit den Balschrwisicn ab. Aus die Rnndsiaatenloiiierrnz in Torpai wird»in Enlentedruck ausgrübt, um sie am Friedensschluß mit Sowjrirusle.nd zu«er- hindern, wa» bei der Abhöngigtei». der Randstaatcn von der Entente natürtich gclit gen wird. Frankreich dementiert die-itni ziigeschricteue Abficht, sich von der Einmischung i» Rußland zurückzuziehen. Mustafa trmal Pascha icll Lenin ein Bündnis zwischen der Towjcirepnblik und den nationalistische« Türlcn in Klcinasien vor« geschlagen haben. Die zniückgebenden„Wcstrnsscn" werden nun auch von den Litauern angegriffen. Tie Nachricht, dah der Oberst Awalow-Bcrmvndt sich mit seinen Truppen dem General v. Eberhardt unterstellt hat, bestätigt s i ch. Ter Zustand der' kiwalcw-Bcrmondtschcn Truppen ist noch unübersichtlich, doch scheint unier ihnen eine starte Bvrwirrung zu herrschen.'Tie wcstrussische Regierung ist anszelöft. tk französistben Kamsraven! Der„Friedensbund der Kriegsteilneb- m er" hat über die von Franzosen und Deutschen geführte Jnternationate Vereinigung dar WeltkriegSteilnehmer in Genf daS nachstehende M>a n i f e st an die f r a n z ö s i- schen Kameraden gerichtet: „K n m e r a d e nZ Wir sprechen so zu Emch, weil wir gemeinsam xekämyft,- ge» blutet und gelitten haben. Weil wir Opfer eine» Fluche», elneS Krieges gewesen sind. Und weil wir Euch Kamcrgdcn im Kampfe für den Weltfrieden und die VFlkeroersöhnnng sein wolle». Weil wir,. wie Ihr, die Wiede-rk"hr eine-? so entsetzlichen und aberwitzigen MassentZtenS mit all. c Kräften verhindern wallen. KemeradenZ' Wir sind schan lLngcr«lS ein Ja�r ln diese« Friedenskampfe begriffen, wir tonnten e»,«eil wir schon lange wieder freie Men- schen nnd nicht mehr Soldaten sind..' Nnscre Kraft, die gegen jeden V-ölkerhah gerichtet ist, stellt seit Monaten In der Abwehr des EhanviniSmuS, der die Zurückhaltung«nsrrer 450 000 gefangene» Brüder als Waffe gegen und und > unser höh:? Ziel benutzt. Kameraden! Wir wissen, daß Frankreich gelitten hat. Wir wissen a,ich< um Suern Lchntert über«ahnsinnige ZerstSrungen und die L«tde!, Eurer AazehSrigcn im KriegSzebiet. Wir wissen aber auch n» dir Leiden unserer armen Brüser. Wir wissen, wie �hr c» wißt, daß sie den Krieg nicht gerufen, daß sie de« Zwange eine» Tzsteml grharchen mußten, da» heute w Die Lüge. *•« ■«. Don Paul Haupt. Dort, wo sich schivarze Tannen und kno-rrSge Eichen in zwei- farbig Bernd von stolzen kahlen Wipfeln steil zum Tal ziehen, duckt sich, an e-i-irern Bach, dcr'sillierycll.iil schläfrig-friedevollem Gemur- mel den Grund durcheilt, ein Dörfchen von ungefähr 50 Häusern. Knallrot« Dächer, wie aus einer Spi«lzeugschacht«I, reichen bis fast zur Erde, niedlich aussehende gefächerte Giesel leuchten im scheuenden Herbstsonnenlicht rosig überl>c>ucht unter ihnen-hervor, ein Mühlrad knarrt! mooSübersponnen die Kirchhofsmauer au» Feldsteinen, Efeu ge ran? umzieht«ine alt«, so recht romantisch« Schul«. Und über die Berge steigen Großstädter, vornehme Gesichter, die von einam Kurort zum nächsten„Grand Hotel" ausfliegen, blicken nieder zu dem Dörfchen, freue» sich über den friedvollen An» blick und seufzen: „Abseits vom Jayon und Hasten der Well— wie sind die Dörfler glücklich!"— Früh zwischen vier und fünf Uhr, wenn der kalt« Frühnebel noch im Tal« hockt, erleben sich die Bauern und Knechte vom Stroh- kager, tappen durch den schlüpfrigen, stet» nassen Kalsitoinhof in den Stall, m dem sich da» Vieh ercvachend und hungrig reckt. Sie ver- füttern Heu, das sie mühselig auf kargen Wlesenslccken abgesichelt, über Steilhang u�rd Geröll zum �Tal geschleppt, Korn und Klei« von den Aeckcrn, die sich in kühnen Kurven zu den Bergen hinauf- ziehen, durch die nur der schwerfällige Ochse den Pflug zieht, auf denen di« Steine besser als da» Getreide wachsen. Sie schleppen Erde au» den flachen Mulden in da» Gärtchen»ist Hau», damit sie so viel Gemüse ziehen können, wie der Haushalt braucht. Wenig Ackerraum bieten die steilen Hügel, die meisten Bewohner de» Dorfe? marschieren, kaum daß sie nach dem Viehfüttern Zeit haben, einen Schluck Kaffee zu sich zg nehmen, über den Berg zum Kalischncht und arbeiten dort. Wenn sie am Abend müde nach Hause kommen, dann hat die Frau noch diese und jene Landarbeit, die ihr allein zu schwer war, für sie zu wn.' Spät erst legen sie sich todmüde in die Betten, um- morgen?, wenn es noch längst nicht hell im Tale ist, wieder aufzustehen zu mühsamem Tagewerk. Der Postbote bringt wenig Post, Zeitungen, die müde driseide- geschoben werden, steht ja in ihnen doch nur. daß alle» imm«r teurer wird. �■ 09 leben ss«, Jabr auf Jahr verrinnt, zwischen Arbeit und Biehfiittern erfahren sie von großen Veränderungen, die jenseits der Berge vor sich gegangen, Leute von da draußen kommen, sie zu irgendeiner Sache zu gewinnen, sie raffen sich auf— bis e» ihnen zuviel wird, bis di« Arbeit liegen bleibt und sie, ihr« Sklcw«n, zu ihr zu-rückkehren müsseiß um ihr Brot zu erschuften. Ihre Rücken krümmen sich, hart, spröde werden Knochen und MuSkeln, ihre Gehirn schläft ein. Di« Bauern säen und ernten. Weit ist der Weg zur Dahn und zur Stadt, um einzukaufen und zu verkaufen, so überlassen sie ihre Erzeugnisse dem Händler,'der ihnen dafür Kleidung, Gebrav.chZ. gegenstände liefert. So teuer ist, was der Händler au» der Stadt bringt, daß jeder befürchtet, nicht auszukommen, gierig nach jeder Gelegenheit greift, mehr herauszuschlagen— und sei e» auf Kosten de» Nachbar». Jeder scharrt und spart, sie kennen die Jahre, in denen Hochwasser, Schnee oder Hagel die Erde verdarb, wo man dem Händler mit leeren Händen gegenüberstand, sie kennen sie und legen Taler zu Taler, werden geizig, schielen listig zum Nach- bar, ob sie ihm nicht etwa» abbisten können. Da sind die Arbeiter, di« mal ihr Ackergerät, mal ihr Saatgut. mal ihr« Weide für ihre Ziegen brauchen. Sie sind auf die Bauern angewiesen und diese wissen nur zu gut, wer ihnen billig helfen kann und muß. So geht ein stiller, gehässiger Kampf durch das Dorf, jeder gegen jeden und Bauer gegen Arbeiter— der ein« de» andern Helfer, der eine des antern Feind, und jeder sucht in dem schweren, kargen Leben am besten westzukommen.- Wenn einer niederbricht— Raum und Erbe schafft es den andern. Die Reisenden aber ziehen ztoischen Dejeuner und Souper auf den Höhen von einem Kurort zum andern und ftssen, satt und wehleidig: „Abseits vom Jagen und Hasten der Well— wie sind di« Dörfler glücklichl" «riebne«nf Maria I v o g n n au» München abfol- vierte in der Staatsoper ihr ztveite» Gastspiel. Al» Zerbinetta. Gelenkigkeit, schalkhafte Bewegung und zierliche Koketterie sind ihrem Spiel eigen, und die klar hingetrillerten Tonweisen der be- rühmten-Arie, der scharmante Zuschnitt ihres Gesang?» und die Trefftüchtigkeit ihrer geschmeidigen Kehl« lassen un» willig über die Kleinheit des Materials hinweghör.'n. Ihr zur Seite eine kleine Armee guter Buffo-Sänger, am lustigsten Henke. Und im seriösen Teil Elfriede Marherr auffallend gut alS Komponist. Die Hafgreen. Waag feierlich un-d ergreifend, Strauß dirigierte sein Werk selbst. Eine Einheit ist es nicht und wird es nie fein. Aber an Klang- reiz. Erfindung. Musiklaune und Orchcsterreichtum vielleicht da» Beste, Iva? d«r Meister geschrieben. K. S. Ein nenc» Theater wurde am Tonntag im Landwehr- kasino am Zoo eröfsnet. Auf der rasch improvisiert«» Sühne, die der Maler Fcnnaker mit Farbenorgien aufheitert und mit farbig charakterisierten Kostümen belebt, wird eine Mizchgaltung geboten, der am besten di« Bezeichnung Tbca'ervarietö gerecht wird. Di« alt- tiessinnige Golomsage ist von Kövessy zu einem Ennakter..Der Golem" verarbeitet, zu der Lirany eine ebenso melancholische wie monoton« Musik geschrieben hat. Der künstliche Mensch stirbt (ebenso künstlich) an der unerwidert«» Lieb« zur Tochter seines Schöpfers, de» berühmten Rabbi. Die Prochtstimm« Destder Za- dor» beseelt« den Golem und gob dem Ganzen Ve-he. Tan, sst heut« alle», und so war der Hauptteil de» Programm» der leichlen und doch so schiveren Kunst der Be lue gewidmet. Man tanzte alte und neue Richtung, man gab sich phantastüch. programmatisch und realistisch, pantomimt« und wa'ztik bunt durcheinander. Ina Zerifah ist e!,� treffliche Epitzentänzerin und Fred van Hutten ein Ausdrucktänzer von Rang. Da» Orchester wie? unter Wag- Halter» Führung gute Haltung auf. Reue Lesebücher_ in Oesterreich. Da, österreichisch- Nn'cr- nchtsamt hat die Ausgabe eigener Leiösinckfammlunge» veranlaßt, die ekne notwendige Ergänzung der bisl-erigen Lesebücher und einen Ersatz ihrer schwarz gelben Knechlseliakeit.'n' bilden sollen. Für die Unter stuf« ist.Da« neue Buch" bestimmt: da« dritte und»rerte Sckrnljahr erhält ein Lesebüchlein mit dem.Titel„Aus �rlter und neuer Zeit", die Bürgerschüler erhalten ein Ergänzung, lesebuch mit dem Titel„Au, Vergangenheit und Gegenwart". De neuen Bücher werden, wie dt« Wiener.«rbeitelMitiing' aussübrt. auch 'von den Eltern gern gelesen«erden und sie wechen sich an ihrem neuen Weifte freuen. der, die Bedeutung des IS. November, den Vertrag von Saint-Gerniain und dem Völkerbund. Er schließt:„Und oon diesem Völkerbund wird Deutsch-'sterreich von neuem dt« Forderung erheben, daß es als freier Staat der deutschest Republik beitreten w ll." Wegen dor technischen Schwierigkeiten kennten de« vollen Auflagen de,- Bückcr noch nicht fertiggestellt tverden. um am Rermlndianstage schon alle Schüler damit auszustatten.(Elückl'ckres Oesterreich!) � Parlementarische Filwsechverständizc. Da, Wissenschaft. kich-fmmenitär« Komitee ließ den veech' mancher Smte beanstandete» Film.„Anders al» die Andern" vor Miftzliedern der Nationalversammlung sowie der Negierung vorführen. Von rer». schiedcnen Seiten wurde dabei zum Ausdruck gebracht, da?; zum mindesten die gegen diesen Ausklarungss'lm vorgebrachten Anssrine ungerechtfertigt seien.(So sehr es wünschenswert ist..�>5 die Abgeordneten sich ein eigene» Urteil über diese Filme bilden, o sind solche Urteile einzelner, so wertvoll sie als Stichproben stnd, natürlich nicht entscheidend.)__ Sionrt KSlen. dessen Brem».Rvdert Frank" am kN im Lelün«loc«!rr«usaeltlhrt wirb. leg) a»f blr ffrrinnmn, batz Wu Uiück b«, wiidrenb be? Krieze»»e�bvten war. berei»»>m Kehre tSl. lchricbcn und l»lS im Druck er ch?n,n itt. Tv»»eellner rheoter haben dle fetzlaen Pächwr««tah«* wetz 9er- «mrtt von dem neuen Befitzer Weiler«uf mehrere kiahee ge.r.-..-.. BSarrdernde K-rive-tettzeater. Mt Nile, de««inlftmubinranu« tSandrat". v°" Ziit.»>>' kästen(»neu dort kiwlller.iche st-rtverl-Ihe-t« al« Süanberbühntn organisiert werben,«an tmt Äinn�ramiCi der öve»len(?). nicht jr.ffir bcS unsere ist. Unsere arme« Brüder leiden unschuldig un> noch mehr ihre Frauen. Kinder und Mütter. Lamcradrnl Helft un«, unsere Brüder bcfreienZ Sagt un«, wcShalb für die 4.öhgi>v der Krieg noch fortdauern«nutz, während die Biilkrr schon lange den Frieden und wir die Freiheit haücu. Seid un« euch Kamernden in diesem BcfrciunzZwerie! E« ist nötig, doK unsere l�esangenen ohne tiefen Groll in die Heimat zurückkehren. um gemeinsam mit Euch und uns uns an der Versöhnung unserer Lölkcr zu arbeiten!", E? ist iinzunehmen. dost dieser Ri?f in srrctnkreicki nicht uncsedört bleiben wird� kommt er doch von denen, die a>n olzesten berufen sind, sich für daZ' Schicksal ihrer Kameraden zu verwenden, wie er sich an jene wendet, die am gewichtig- sten die Forderung unterstützen können. SozsLÜftiftber Wohisieg in 9e!gsen? Aas Bruffei wird, noch unocrbindlich. xrlurldrt daß dir Kat'!»- likcu rtwa ld Citzr und die Libcralrn 7 oder 8 Sibr an die Sozialisten cinpctiißt haben. Tir Zahl der Sitze der Knihol fen würde dcmnach von ö!) auf 84 finlen. J>i>nerhi» würde die Rechte die drdeuicndstc Gruppe drs Parlaments blcidca. Hultschin. Jni Versailler BefehlKbuch stobt, daß da? deutsche Hultschiue/ Länbcken in SJyosren zur Tscheci�oslcnvakei komme. Es sollen«setzt Aussichten bestehen, wenigstens diese? schwer« Unrecht durch Berhandlungen zu oermeid« n. Inöustrie unö kzanSe!. Börse. Im Anschluß an die traurigen Vaiutaverhältnisse standen auch heute Wiedel Ausiandkpapiere im Vordergrund de» Jnler- esses und erz'clten zum Teil neue Höchstkurse. Auf den arideren k'lcbieten war das Geschäft weniger lebhaft. Montan- und R ü st�ii n g s p a p i r r e waren nicht einheitlich, SchissahrtS- und Farbwerte schwächer. Perhällnssmäßig gute Meinung brstand wieder für heimische Anleihen, von denen Sprozcntige Kon> scls fester anzogen. Auch Sprozcntige ReichSanleihen stellten sich enva�!4 Proz. höher. Banken waren vollkommen bernach- �tlssigt. Fremde Renten unbeachtet. GroßSerim Kewe HZeichberechtigung für Senossenschafts- mitglieSer! Die Konsumgenossenschaft Berlin und' U in g e g e u d bat heute abend L Uhr in der Bockbrcmerci am Temtzielhofer Berg ibr: diesjährige Generaloersamm- tung, die ant'Ä). Oktober vertagt wurde. Bei den von der Generalversammlung vorzunehmenden Ergänz ungS- wahlenzum klufsichrsrat m'rb es sich entscheiden, ob er� künftig ganz von den Unabhängigen und Kommunisten besetzt sein oder auch noch einige Sozialdcmokrateit in seiner Mitte„dulden" soll. Im Jahre 1917 tr'eben die Gegner der Soziatdemokraten den e r st e n Keil in den Aussichtsrat, indem sie bei den ErgänzurrgSwnhIen das eine Drittel be- letzten. Im Jahre l9l8 hatten sie dank der Taumscligkkit sozialdemokratischer Gcnoiscnschaftsmitglicder einen neuen Erfolg, der ihnen das z w e i t e D r i t t e l der AuffichtSxats- sitze brackfte. Zurzeit hat in dem Aussichtsrat. dessen Tätigkeit für das Schicksal der Genossenschaft von größter Bedeutung i|t, ein Unabhängiger das Amt desersten Vor- G tz e n d e n. ein Kommunist das des zweiten. Irot rüsten Unabhängige und Kommunisten, auch den Rest dieser wichtigen Körperschaft an sich zu rcitzcu, damit sie in ihr ganz unter sich sind. Wollen di? Genossen und vor allem die Genossinnen eS dahin kommen lassen, daß die geplante völlige Au»- s ch l i e ß ii n g der Sozialdemokratie gelingt? Im „Vorwärts" wurde schon darauf hingewiesen, wie sehr das dem Geist der Genossenschaft widersprechen wülde. Das'bisherige, noch geltende Genossenschaftsgesetz sieht für die AnfsichtsratSwahlen noch nicht da« Ver- h ä l t n i s s y st e m vor. so daß eine Minderheit ganz unver- treten bleiben kann. Dabei sind die Generaloersammtungen. selbst bei sehr starkem Besuch, immer nur ein sehr geringer Teil der eingetragenen Mitglieder, so daß ihre Zusammen- ietzung und mit ihr daS Wahlergebnis von Zufällen abhängt. ' Aber Unabhängige und K o m m u n i st e n kümmern sich nicht um den Geist der Genossenschaft, wenn c» gelt, in ihr die eigene unumschränkte Herrschast zu vollenden. In den Städten und Dörfern haben wir es endlich durchgesetzt. daß die unbesoldeten Mitglieder der Magistrate und Ge- meindevorständ« ihre Aemter niederlegen mußten,, damit durch Neuwahlen nach dem VerhältniS'ystem dem bisherigen Ausschluß unbequemer Parteien ein Ende gemacht werden konnte. In der Genossenschaft- aber, wo bei dem leider noch bestehenden Mangel gesetzlicher Bestimmungen dieser Art durch freie ll e b e r e i n k u n f t alle Parteigruppen an den AnfsichtsratSsitzen beteiligt werden könnten, erleben wir da«?ck*nispiel. daß Unabkiangige und Kommunisten an den VergewaltigungSnraktiken der bürgerlichen Klasse festhalten. Wollen die GenosieM und Genossinnen da» si1 itanfefien? Vom Mitbestimmung». v nr c, H�frall die Rede, für alle fordern wir e», für die Ameitrr. die Angestellten, die Beamten, aber in der Ge- nonenichatt wll e» nicht mal allen Mitgliedern erhalten bleiben. Denn darauf läuft e» hinaus, wenn eine Minder- .!l t n t.,inferer Ueberzenanng- tatsächlich die Mehr- '„Ii-. lr•. �tn Wahlen infolge ihrer Eaumseligkeif ' als Minderheit erick�int— durch ein veraltete«, dem so oft betonten Geist der neuen- Zeit' nicht mehr entsprechende» Wafüsvstem von ,tdrr Vertretung im AussichtSrat auSge- schlössen wird.- Genosie« und Genossinnen! Wir denken, daß ihr euch daS nicht bieten lasie« wollt. Ihr wollt r« enck nicht gefallen lassen, daß man euch zu Mitaliedern zweiter Klasse macht. Tann sorgt aber dafür, daß. in der Generalversammlung— den für z-itiaen und zahlreichen Besuch ihrer Anl'änaer agitieren- den l»nabhänqig-n und Kommunisten zum Trotz— die von Mit»likd-rn der Aenossenschast»nsaeftellte Liste, die mit dem Namen Sattler beginnt, die Stimm,««ehrheit erhält. Dänische Milch eingetroffen. Ter ffettsteflr' Groß- Berlin ist c« gelungen, sck>?n von deute eine bessere und reich! chcre Beiiefcrur.g mit Milch inöehch mschen. Au? ihren Beständen bat die Fettstelle zirka vovssvg tflaichen sterilisierter Lahnenmilch zur Verfügung gestellt, um eine Belieferung der Kranken möglich zu machen. Ferner ist e« ge- langen, mi! Tänemarl größere Anläufe zu tätigen, von denen die ersten beiden Ladungen schon gestern angekommen sind. Es werden täglich zwei Waggons, ungefähr LOOVO Kilo sterilisierter und frischer dänischer Milch eirnrefsen und sofort zur Verteilung gelangen._ Zur weiteren Ersparnis von Kohlen erweist sich strengste Durchführung der Polizei- stunde und Beschränkung der Vergnügungen al» dringend eriorderlitft. Ter Eberlvfehlsb.iber hat daher im Interesse der üfienilichen Sicherheit für den Landrkpolizubezirk Berlin, den Stadtkrei» Spandau und die Landkreise Teltow and Riederbarnim Folgendes verordnet: 1. Gast-, Speise- und Schankwirtschaflen. sowie Kunst- und Vergnügungsstätten aller A t sind spätestens zu der von der Er:?- palizeibehörde festgesetzten Polizeistunde zu schließen. DaS gleiche gilt von Vereins-(Klub-) und EesellschaftSräumen, in denen Speisen und Getränke dcrab'olgt werden. 2. Da?- Tanzen in össentlichen Lokalen und Vereinen(Klubs), sowie der Betrieb van Rummelplätzen bedürfen der Genehmigung der CrtSpolizeibe Hörde: Eine ertHlle Genehmigung kann entzogen werden, wenn die öffentlich« Sicherheit gefährdet erscheint. 8. Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden an den Inhabern der Räume und Plätze sowie an den Veranstaltern be- straft Unabhängig hiervon können die Räume und Plätze von der Polizei dauernd geschlossen und gesperrt, sowie geräumt' werden. Der Oberöefehl»haber. gez. Notle. ErhShnnss der Straffenbahntarife in. Sicht. Ter Aufsichtsrat der Großen Berliner St-aßenbahn hielt am Sonnabend unter dem Vorsitz des Herrn Oberbürgermeisters Mermuth eine Sitzung ab..Unter anderem wurden die Tarife auf den AuschlußbelriebSImien nach Spandau durchweg um b Pf. erhöht. Tie ganze Strecke S p a n d a u— N e u k ö l l n kostet in Zukunft 8b Pf., ebcufo oie Strecke S p a n d a u— K upseegraben. Für die Teilstrecken S P a n d a u�-Z oologi scher Garten und S p a n d a u— B a b n h o f Tis'g'iten fallen 30 Pf. erhoben werden. Ten gleichen Preis kostet die Strecke S pn n d a u-� Bahnhof Jungfernheide. Soweit der Eigeubetrieh der Großen Berliner Straßenbahn in Beträcht kommtz verbleibt es bei dem EinheilS. ans von 20 Pf. Aus einem Bericht ödir Direktion geht hervor, daß infolge der ho h e n Löhne und der h ä u s i g e n Streik? da? Unternehmen für da« laufende Jahr voraussichtlich mit einem erheblichen Fehlbetrag abschließen wird. Um das Glcickocin.cht der Einnahmen und Ausgaben miede rherzu» stellen und D�ilergewährung der gegenwärtigen Löhne zu ernöz- lieben, bedarf es einer erheblichen Erhöhung der Tarife._ Der polizeiliche Wirrwarr. Der be! der Machtabteiilung der Kommandantur beschifiigte Wachmann W e h r h o I z beobachtete in der Nacht vom Eonnabend zum Sonntag, als er auf dem Heimwege war, in der Aoochtm- Friedrich-Stroßr drei junge Burschen, cie von einem Einbruch sprachen, Wehrholz folgt? ihnen unausfällig und beobachtei« nun, lv!e sie die Schausenster'cheibe der Butterhandlung von Reiche in der Ioachim-Friedrich-Straße eindrückten. Wehrholz sprang auf die Einbrecher los und wollte sie festnehmen, diese.feuerten iedoch aus den Beamten. Wehrholz erwidert« die Schüsse, woraus die drei flohen. E? gelang dem Wachmann, den tgjährigen Kurt Schäfer festzunehmen und nach dem Polizeirevier tl> der blauen Polizei zu bringen. Da Wehrbolz die Personalien de? Einbrecher» zu seiner Meldung für seine edg n« Behörde brauchte, begab er sich cm Sonntag morgen weder aus da? Polizeirevier und meldete sich bei dem dortigen Wachmeistcr. Um sich zu legimitieren, legte Wehe» bolz die von der Kommandantur ausgestellt« Bescheinigung sowie einen Ansivei?, der von dem bisherigen Stadtkommandanten. Major Uaupr'ch unterzeichnet war, vor. der dem Beamten im Dienst daS Tragen von Zivil erlaubt«. Diesen Ausweis erklärte der Polizei- wacbjmeister für gefälscht und verhaftete Wehrholz auf der Stelle. Der Wachmunn bat, an seine Behörde tele- phonieren zu dürfen, doch wurde ihm die? verweigert. Zufällig kam in diesem Augenblick ein Kriminalbeamter auf da? Polizeirevier, der Webrholz kannte. Er verwendete iich für den Verhasteten, der dann auch nach geraumer Zeit freigelassen würbe. Ei»« zwanzigköpstfte Verbrklhtrsscknde. Der Schrecken der Schönhauser V o r st a d t war seit mehr a!? einem halben Jahr eine Verbrecherbande, die aus 18 Mäni. ern und 2 Frauen bestand. Durch ummssende M.ch- nahmen gelang es fetzt der Kriminalpolizei, die Baude zu sprengen und l? ihrer Mitglieder hinter Schloß und Riegel zu setzen Die Verbrecher plünderten namentlich in dem Stadtviertel vor dem Schönhauser Tor Fabriken, Werlstätten, Geschäftsräume, Schneider» stuben und dergleichen au». In di« Zeit der Märzunruhen fällt noch ihr« AuSraubung de? Warenhause? Salomen in der Tckön- hauser Allee. Den Gipfel der Frechheit- aber erreichte die Van.de mit einem Anschlag a u f e i n e H o n i g f a b r i k in der Pavpel- Llllee. Nach einem Tanzkränzchen zog die ganze Band« mit Re- volvern und Pistolen bewaffnet dort hin. sperrte die Straße»b und plünderie so unzestört nach Herzenslust. Bei ihren Ermittlungen stellte die Kriminalpolizei auch fest, daß e? Mitglieder dieser Vaude waren, die in dex Nacht zum S. April d. I. den Kohlenhändler Max Reinhardt anS der Greifenhagener Straß« erschossen, um ihn.zu berauben. Bei einem Zusammensein der Bande in einer Laube hatte ein Mann von ihr zu mehreren anderen, darunter einem Arbeiter Paul Kalow geäußert:„Da? Ding in der Greifenhagener Strasse kälten sse doch..gedreht"." Dieser Karlow war trotz aller- Nachforschungen nicch mehr zu sin- den. In Frankfurt a. M. wurde er wegen Fahrraddiebsdnöl» fest- genommen und zu s-ch» Monaten G-fcmgni? verurteilt. Di« hie- sige Kriminalpolizei verfolgte diese Spur, und e? ergab sich, daß der Verurteilte den Namen seines Bruder? Franz mißbraucht hatte und in Wirklichkeit der von ihr gesucht« Paul Karlow ist. Mit Karlow, der setzt zur Aburteilung hierhergebracht wird, war.-n an dem Anschlag ans Reinhard zpei 21»ich 22 Jahre alte Arbeit?. burschen ReinholdLevyn und H an? Locker beteiligt. Locker wurde ebensall? festgenommen. Levrm wirtz mit sech? anderen Mit- gsledcrn der Bande rock' gesucht. Den Uederfall ans d.'n Kohlen- Händler verabredeten die drei auf einem Tanzboden in Pankow, a�» sie dort ihr letzte? Geld ausgegeben hatten. Der alte Reinhactz, der ans seinem Jtohler.bos selbst Nachtwache hielt, weil ch« wieder- holt von Einbrechern Kleinster« gestohlen worden waren, wurde in jener verhängnisvollen Nacht durch da? Anschlagen sein«? Hunde» aufmerksam. Der Hund eilte kläifcnd an den Zaun und steckte seinen Kops durch ein Lock binau?. Mit csnem Kopfstlniß streckte ■einer der Einbrecher ihn nieder. Dann drangen alle drei auf de» Koblenhof ein. Al« Reinhard sich ihnen mit der Pistale entgepeiu stellte, schassen sie ihn drei Kugeln in die Brust und in den Rücken, so daß er zusammenbrach und bald darauf im Krankenhause starb. Vor seinem Sohne, der durch die Schüsse in keiner gegenüberliegenden Wohnung geweckt worden war. ergriffen die Einbrecher unter Drohungen mit den Pistolen die Flucht und »ntkam.on._ Der Warb an dem«-ichrrheltSseldaten«uszeNSrt. In der Nacht vom 28. Oktober wurde,« e bekannt, der Unterwachimeister Herr mann von der Sicherheittvostzei»or dem Hause Frank- furter Allee erschossen. Der Mord'ommlssion ist e» nunmehr gelung-n. d-.e Tat aufzuklären. Als Täter kommt der<8 Jahre alte SMneider Fronz«andur in Fraae. Bandur. Hessen Ehefrau in der Mirbachstraße 87 eist Seisengeschüft betreibt, wird seit länge- rer Zeit wegen Unterschlagung von Heimarbeit gesucht. Seit dieser Ze.t hält er sich verborgen und bat sich den Namen Jerusalem beigelegt. Er hat die Tat ausgeführt, weil er einen»unauSlösck- lieben Haß" gegen die„NosSetruppen" hogte und hat den Herrmann ohne den mindesten Wortwechsel ohne weitere» niedergeschossen. Er wurde heute in frühester Morgen- stunde in Lichtenberg, au? de« Bett herau» in einer Wohnung, in der er sich unengemeKet aufhielt, f e stg e n» m w e n. Vor einer Tchwindlerin, die sich für ihr« verbrecherische Tätig- keit die Aermsten der Armen«utsucht, sei gewarnt. Als feinge. kleidete Dorne geht sie in»ie Hauser und erkundig! sich nach be- dürkstgcn gl'.en Frauen. Hat sie eine selche auSgekundschaflot, so begibt sie sich in deren Wvbnung und erzäM, daß sie von der Brot- ksmmission käme und kür Milch usw. für sie sorgen wolle. Unter einem Verkand schickt sie die Frau weg. um alles ihr Erreichbare mitzunehmen. S» hat sie am Sonnaoend vct einer alten Frau in der Holzmarktstraße vi dreh Ringe uwd ein Paar Stimel jimge- nommen, nachdem sie die Frau veranlaßt hatte, in die Küche zu geben und sich, zum AuSaang fertigzumachen. Um'die alte Frau ganz sicker zu machen, gab sie ihr eine fingierte Adresse in der Näste auf. w» sie sich»"n einer mildtätigen Dame Lebensmittel abholen sollt« Und verließ mit ihr zusammen di« Wohnung. Die Lrschiehrnz de» Lehrer» Thieme und dessen Schtostgersohn, Dipleni-Ingenieur Gli nicke au? der Ka'scr-Wikhelm-Straße 1b ,.i KarlShorst, wird jetzt auch noch nachträglich ihre Sühne finden. Am ZS. Februar v. I. wurden Dlieme und sein Schimeger'ohn ven einem Einbrecher, den sie im Flur ihre» Hause» gestellt hasten, er- schössen Nach acht Tagen gelang e», den Täter zu entlarven. Es bandelte sich r;m den fahnenflüchtigen Kutscher Bruno H o f s m a n n au? Berlin, der wegen deZ schweren Verbrechen? zu sechsJahren Zuchthaus verurteilt wurde. Be! den Januar. unruhen wurde er au» dem Gefängnis befreit und iwir seitdem verschwunden. Er hatte sich bis v»r kurzer Zeit in Düs» seldorf aufgehalten, war dann endlich wieder nach Berlin ge- kommen und batte hier zunäclsst bei einem Möbelhändirr Beschäfti- gung als Kutscher angenommen; aber mir so lange, b;? sich ihm Gelegenheit bot, zwei Speisezimmereinrichtungcn. die er fortschaffen sollte, zu Geld zu machen. Zweifellos hat der schwere Verbrecher noch ein« gcr.rz»'Reihe- Straftaten«ruf dem Kerbhoz. Falsche Freunde. Um 200 vdg M. Gold- und Platinzähn« wurde ein.holländischer Kaufmann bestohlen Ter Mann lernte in einem. Kaffee zwei Männer kennen die si-h ihm mit den Namen Iak.b B o r n st e i n und Salomen G o l d b e r g vorstellten.' Er schloß sich ibnen nMer an, al? dies? ihm erzählten, daß sie ans Lodz seien und auch b:f dort lebend« Schwester de? Holländers kennen würden. Bald nach«bschssießiing dieser Kaffeekptukbekanntsck�ft wnrde der holländische K«:fmann betttä�r!, krank. Die neuen.ffreunde besuchten tzhn'täglich und erwiesen ihm auch allerhand Gesallrg- ketten. AI» er sich wieder etwa? kräftiger fübste, bat der Holländer die beiden Männer, ibn nack einer Bank in der Oberivallstraße zu begleiten, wo er Gold- und Plastnzäbrre zur Aulbewahrung'gegrben bade, Ta» tm.en diese auch hereitwillijft. In dem Hotel stellte st.- den.Koffer mit den Zähnen in«in« Sl-rank, ließ aber den Schlu> se! stecken und legt« süh zu Bett. Plötzlich beinerSde er. daß die b-ssden.Fr«ndc" eikigkt da? Hotelzimnwr venließe». Nicht? Gutes abnend. sah er safort in dem«chnnnf nach und fand sein« bange Vermutung bestätigt. Der Koffer mit dem werlvollen Inhalt war verschwunden. Trotz sasortiger Nachforschungen waren die falschen Freunde nirgend» mehr zu finden. Bei der Beranbu,,!, van Güterzügen erschossen wurde in der vergangenen Nacht ein noch unbekannter Mann von etwa 2s Iah- ren. Et statte mit anoeren am Militärbahnkof an der Kolonnen- brücke zu AciiCveberg einen Eisenbabntna-'en erbrochen und sich m:t seinen Spieß�s-llcn über da» in d-m Sagen besindlich? Flucht- l>wr»«wt hergemacht. Mehrere der Körbe und Keffer, in denen ine Flüchtling« zum größten Teil ihre ganze Habe verpackt hatten, waren pon den gewissenlosen Dieben bereit» erbrochen und au.S- geplünsart. als ein Wächter der MilitäreisenbahnüderwachungS- stelle aus da? Treiben der Bande aufmerksam wurde. AIS diese merkten, daß sie beobachtet wurden,«rarifen sie die Flucht und blieben auch auf die Haltrufe de? Wächter», nicht stehen. Dieser schoß jetzt auf die Fliehenden, die jedoch alle vi» auf einen Mann, der zusammenbrach und liegen blieb, entkamen. Die ge- naue Persönlichkeit de? Erschossenen steht noch nicht fest. Er hat e'n bartlese? Eesicht und trug einen seldarauen Am>'.:g, schwarze MilitärsSuhe und sckwarz« Siscnbahnermütze. Nach Papieren, bis man bei ihm fand, scheint e» sich um. den Eisenbahnarbcitcr Arthur Krause zu handeln.__ BSeitvre Lerzüger«« de» PestvcrkehrS. Auch naeh Aufhebuna >der PerwnrnverkebrSiperr« wird der Poswerkehr. wie die„P.P. St." von«stänhsper Seit« hör«,, nicht d-e frühere Schnelligkeit er». reichen, da sehr viele Züge mlSsällen und auf allen Strecken nur ein Schnellzi'gpaar verkehrt. 15« muß also auch westorbst, mit einer starken. Borzö'gerung de» PosiverkeihrS geregnet werden._ Krnfi'Verliner Lebensmittel« Berlin. A« D'enSwg to!,ende MIckaulznde: Ai Kinde: karten 1 Liier, A?•/, Liter, A I L'ter. B 2 V. ll'ter. A- Korten für werdende CT&tfer'I, Liter, 1-Ltter-K>«»kenfarken 1 Liter,'/«-Lsscr-Km ten•/, Liter. »/,.!.'ner.«,'te» MW. n->i VI«-Liter.«.»tt-'n sstr die Zett vi«»um V) V.tttwhr etMchl. m stt-ll'»•« FtisJnnilA ei«« I,-Liter-Flasche Obitiz. »5rif4e»«"milch. Tie I*;lch fairn t'.-lstch- Pndüammz«rsahreu. sFl»l»e ,.7t«.) Tenpeld«». Näkrmtttel. VerkaM: Ita»rnmm Graupen- niedl lU), Or«»:m H«'erss»t-n(tch F-ür Kinder im 5. und « Jahr: tM«ramm Haie-flalken, MV)«larnni Griei!(CI und CITi. !00 ntrarrm»errnrlnbe(ili. Änmeldung aus 300 Lramm Brotausstrich- mittel auf tlhfchniti«« und v?. Ste«l:ch. 17.»!« I». An»»«»'? Anmetduna aus so Krumm Btl-.is- me»> f»S), 110»iiamm»ranpcNmeAl(101), 100«ramm Sa-o(102), ito e0r«»mi Nudeln(I«g)-. Zk« 0!ra«)M autl. HMienVicht«)7!j1. SM Kranzin «anasfeioärsemehl(57»). 70 Sramn, Marqarine(0 21). 80 Gramm Mnr- nniiii« lMitleUttck»er E nfubrzuietikarle). 150(Lramm Teigwaren für Jugendliche Ufl), für» erdende Rütter(25) und sür Kinder im 1.-e. LebinSIahre. Z ievinw. 17. b»? 2» Nev. Gramm RaiSmebl(?k>), WO Gramm Snvv»» wssr ei(IC*)), 150»ramm Teigwaren(101), WO Gramm Graupen. nieil(SC). MC«ramm.Hat»«(70), 125 tvramm Küse, zunächst nur jür Trept»«-Lüd(»0)., SrtevrichSkrlde. P I e n k t« g: Suppenwürfek(HauSbaltZIarte).— Donnerst««: RüchtStzipe,«(HauZdaltilaitc). Kewürzkuchcn. Hllllen» srückte(V).— S v n a d c n d: ll.v> Tramm Wallnüsse(102), 250 ftutrnn «u»!lnM:me5 ÄtrtoTfelfiätkmiell(>00). Tsn'oW, Milch Li, er rA),'I, Cber(B n(7). g,- Lir.- Kranken» k«:te« Itnnea»iS 2». nichi»eli-sert werde». MS Srsatz aus � u. L sonne »ie Ztraateri.'ariM 1 P!d. G:i«tz. Grosi-Serliner Partemachrichten. Rrvrieegrnppe tvctundbrnnnrn Z?— SS nud<14—45. Dienstag 7 Mr: Sitzung pei H»«ck, Ewinemlinver Str. 5». G-Hilil»tlrn»»ra. D>«»«!«« 7 Nbr: RitgNederversammlnng!m Volktdau». A»'ee!tz»s. Dienet«, 7 Uhr Hei?a«tz, Friedrich. lAIkhelm- Ecke Blo't'e- flrabe:«uperetden!! che D«lila, dt fitz,»-««,ich» meiutereioidne cn dimgend«»i»rönltch. BezwISilib, cr auS. «eftldie Gta>iiii(j«tlet nnibrmgen. Rirverilssruewritr. Tie:»tag 7g, Uhr: Außere-.dentliche Mitglieder-' Versammlung im Lokal Schulz, ZZ.ückeiiilr. 15. Pottidam. Pahlabead am ivlniwolh 8 Uhr in allen Bezirlslolaieu, ausser»ei RumwSli. Zilie Suisenliragc. Tie Genossc.n tu diesen tötiiiLa finden sich erst am DonnerStaz h Uljr ein. OewerffchaflsbewWng Jn revolutionärem Gewanöe. Di? Politik des MctallarbeiterverbandeS soll bekanntlich analog dm auf dem letzten VerbandStag gc-fafzten Beschlüssen fortan auf den revolutionären Klassenkamps und auf das Rattsystem eingestellt sein. Der neu gewählte Verbaiildsvorstand beeilt sich, das in der „Mctallarbeitcrzeitung" am 15. November in einem Aufruf die Verbandsmitglicder wissen zu lassen. Und der neue Redakteur des Blattes, der bisherige Vorsitzende deS Berliner Roten Vollzugsratcs, Richard Müller, veröffentlicht zum Beweis dafür, daß der Auf- ruf des Vorstände? kein bloßes Lippenbekenntnis ist» einen„T i e tote und di« lebendige Revo l-ution" überschrtebenen Artikel von E r n st D ä u m i g. In einem weiteren Artikel:„Der Machtkampf in der Berliner Metallindustrie" berichtet das Blatt über die Situation. In einem besonderen Lichte erscheint folgend« Stelle der redaktionellen Betrachtung: Am 2. November nahm ein« von zirka 1000 Vertrauensleuten besuchte Generalversammlung zu diesem Ergebnis der VerHand« lung Stellung. Damit eine gewisse Presse nicht mieder behaupten kann, daß die Führer an der Fortdauer des Streiks di« Schuld tragen, empfehlen diese den Abbruch d?s Streiks. Das war wirklich sehr bescheiden von den Führern, daß sie lediglich mit Rücksicht auf«ine gewisse Presse den Abbruch deS Streiks empfohlen haben. Von revolutionären Führern kann man schließlich auch nicht verlang«», daß sie den Vertrauensleuten sagen: Gemäß unserer, tagS zuvor im engeren Kreise gemachten Dar- legung halten wir die weitere Fortführung des Kampfes für aussichtslos. Wir haben den Glau- ben verloren, daß durch weitere» Verharren in diesem Kampf« oder gar durch eine Verschärfung desselben mehr zu erreichen ist. Statt dessen empfiehlt diese revolutionär« Leitung den Abbruch deS Streiks nur mit Rücksicht auf eine gewisse Presse. Sehr mann- Haft.— � Dieselbe Nummer der„Metallarbeiterzeitung" enthält noch einen Artikel über das Rätesystem zur wirtschaftlichen Betätigung mit einer graph-fchsn Darstellung. Schon diese Nummer beweist, daß überall dort, wo die chhper- radikalen Leute ans Ruder kommen, jede Rücksicht auf noch so starke Minoritäten aufhört. Nun, wir sind der festen Ueberzeugung, daß nicht jene Müller, Tost und Rusch, sondern der eherne Gang der Entwicklung dem Pro- letariat die Marschroute seines Kampfes zeichnen wird. Daß auch diese neuen Männer nicht über ihren Schatten springen können, ist nicht erst zu beweisen. Wie wenig sie sich aber losreißen können von den Gesetzen der Logik und der Tatsachen, ist durch mannig- faltige Beispiele bereits erhärtet worden. Und daß die Müller und Tost das Proletariat nur durch methodischen und klug abwägenden Kampf in das Land des Sozialismus führen können, beweisen sie am besten dadurch, daß sie schon jetzt mit aller Energie das allenthalben vorhandene Streikfieber bannen müssen. W'e berechtigte Lohnforderungen der Arbeiterschaft de? Artillerie- depolS Spandau bedanvet! werden. Zu dieser in der Abendausgabe des„Borwärls" vom 11. November oeröffenttichten Noliz erhallen wir vom Gauleiter des Vccssandes der Fabrikarbeiter Deutschlands, Bezirl 4, Sitz Srettiir, folgende Zuschrifr: „Die Aibeiterickiaft vom Aril.-Dcpot zu Schwerin in Mcckl. ließ im Monat Mar 1919 durch ibren Arbetlerausschuß Lobn- soroeriinnen einreichen. Der Arbeile» ansichuß gab sich nun alle eidenlliche Mühe, die Sacke zu regeln; aber von Berlin kam kein Bescheid, und dre Arbeiterichatt winde von einer zur ondereii Docke venrostel. Im Oliobcr baue dw Arbeuerichafl.nock leinen Bescheid, und nunnrcbr bcaustragle die Aibeiterichait die Verbandsleilung nach Berlin zu fahren. In Berlin angekommen, wurden ivir zu- »äckn von einem GeKelnilat zum andern gesch'cki, biß wir schließ- tick am Leipziger Play anlmigren und man uns nunmehr mit- icille, daß bereits eine Zutage vorliege, aber noch nickt abgeiandr sei. Jeyr bändrgle rnan uns die Antivort per'öntich aus. Aber auch diese Änrivort enrhielt noch nichrs Bestimmles. Wie es inzwischen geworden ist, weiß ich zur Stunde noch nicht- Sie sehe» aus unseren Darlegungen, wie„gewisseiihast" diese Körpeischasten im Kr.egsmimstcrimii arbcilen. Es ist dies nichi der einzige Fall. Mit elsernem Besen müßte hier dazwischen ge- iahren werden. Ncbcr niedrige Entlohnung der Angestellten bei der Hamburger Kasfee-Jmport-Firm-r Emil Ten gelmann wird in einer an uns gerichteten Zuschrift Klagt geführt. Es wird in der Zuschrrft betont: Tics« Firma hat in Deutschland über 600 Filialen, die einen ungeheuren Umsatz bedeuten. Seit Ausbruch dieses Krieges haben einzeln? Filialen nicht selten Tageseinnahmen von 000 bis 1000 M. gehabt. Als der Krieg ausbrach, erhöhte die Firma die Preise für alle Warenbestände, namentlich auf Schokolade. Da diele Bestände aber zu' Friedenspreisen gekauft waren, so bedeutete die? bei den ungeheuren Lagerbeständem die es für seinen Riesenbetrieb ! haben mußte� Millionengewlnne. Sie flössen ihr in die � Tasche, nur durch die Tatsache, daß das Vaterland in einen schweren Eristcnzkampf verwickelt wurde, der sich für den Handel sofort in �kriegskonjunktur" umsetzte. Trotzdem hat die Firma ihren Filial- leiterinncn seit Ausbruch des Krieges— also seit 5% Jahren — ein einzigeSmal eine außerordentlich« Zulage von 300 M. gege- ben, darunter sind Filialleiterinnen, die 10 und 15 Jahre im Dienste der Firma stehen. Sie haben vor dem Kriege 160 M. monatlich bezogen, bis zum 1. Oktober 1910 1�5 M. und beziehen setzt in Berlin 190. bjs 195 M. monatlich. Im Publikum besteht der Glaube, daß die Frliahleiterinnen Prozente vom Umsatz haben. DaS ist n'cht der Fall. Diese 190 bis 195 Mk. sind daS gesamte Einkommen ein« solchen Filialleiterin. Die Teuerungszulage von 300 M. bedeutet, auf die 514 Jahre verrechnet, noch nicht 50 M. pro Jahr. Tie EdschllSsteigeninz tun 160 auf 190 M. bedeutet eine Steigerung von rund 20 Proz. innerhalb 514 Jahren Wissen die Herren von der Direktion des Hamburger Kaffee- Jmport-Geswäftes Emil Tengelmang nicht, �aß seit Ausbruch des die Kosten der Lebenshaltung sich vervielfältigt haben, daß Daß selbst die Krieges> �fie auf das sech-S- biz siebenfache �.stiegen sind? ' rationierten NährungS- und Gcnußmittel biz zu 1000 Prcz. ge ' stiegen sind, die Preise ft'ir Wäsche, Kleider und Schuhe aus 1500 Prozent, die Preise des Schleichhandels aber vielfach bis aui 2000 und 3000 Proz. Habe». Sie jemals überlegt, wie läng- Kleider i und Schuhe halten und wie ihre Angestellten es machen sollen, bei , den Gehältern, die sie ibnen zahlen sich Wäsche, Kleider:>nd I Schuhe bei den heutigen Preisen zrl'kausen, ja sich nur einigermaßen satt zu e.ssen? Eine solche Lohntakti? bedeutet Propaganda für den Bolschewismus und Kommunismus. eine flus aller Welt. Legalisserter Mord. Am Sonntag, den 9 November, unternahm eine Gruppe Wandervögel von Frankfurt einen Ausflug nach Kelsterbach a. M., das im besetzten Gebiet liegt. Die jungen Leute hatten alle Pässe. Als sie. von der Dunkelheit überrascht, sich an einem Wegweiser orientieren wollten und einer eine Taschenlampe anknipste, krachte plötzlich ein Sckmß und der zwanzigjährige Alfred Birnbaum stürzte tot zu Boden. Ein schwarzer Grenzposten, der in der Nähe stand, hatte ohne Anruf den Schuß abgegeben. Der Ortskommandant von Kelster- back, mußte lange gebeten werden, bis er die Leiche holen ließ und das Versprechen abgab, eine strenge Untersuchung einzuleiten. Gefängnisse schliefen wegen NahrungSmittelnot. Zahlreiche Ge- richtSgefängnisse, darunter auch die von Treuenbrietzen, Beizig Beelitz usw., müssen geschlossen werden, weil es an Kohlen- und Lebensmitteln mangelt. Die Gefäna«lzinsassen kommen nach PolZdam und anderen Orten mit größeren Ge« fängnissen. Selbst.Hcimkebrer Wie auS Lille gemeldet wird, entfliehen die deutschen Kriegsgefangenen rttzuerdingS immer zahlreicher. Die letzte Gruppe, die aus einem Lager bei C a m b r a i entfloh,' betrug nicht weniger als siebzig Personen. vortrage, vereine unü Versammlungen. Ter Bodenreiormtag. Haupwoi?mg: Mittwoch. 12 Uhr Im ZiikuS Bnltti. Dr. Atoll Tamaichtc:„Bodenreform und©oltsjufunfl*. Koiten- Ircie' EinliitlSIaiten in der Buchbandtiing„Teuliche Dane'. Anbattitr. 8 und GcichäflSilclle der„Podenrewim', Lelsingitr. l l. sowie an der Kasse. — Retchsound der Kriegsbesckadlgten. Bezirk 9X0. Dien-Wg. 7'/, Udr: Sitzung in trn Union-Feilsälrn, KreisSwaldcr Str. 222. Rcscreiit! Kamerad Wende. Mitgliedlmte lcgilimicvt.- Institut für Sexual. Wissenschaft. In den Zellen 10«Eingang Beetdoocnslr. L. Dotlwech, TL Uhr: Pros. Dr. K. F. Joldgn:.DasLi-beSlebenderPilan. zen mit Nu lisch lütten aus den Menschen'.— Neukölln. «Zcntiale lür Einigung der So iaidemokrolie.) Mitglicderve rs am m- Tu n n: TirnSlag.'1,8 Ui r, Dolss» GclcLschasItdaus Kirchhos-, Ecke Wirrer« sU aße._ Berichl der Telegselten— PorstandSwahl«nach dem neuen Slalut, — Sicllnngnadme zur öfieiillichen Periammiung gegen die Deuljchnaltonaren — OrganyalianSsragen usw. Kirchenchor, heule 8 Uhr Konzert, Kaiser- Wilhelm- GedächwiSkirche (Kic szlich)._ ßriefFaften der RedaPfson. Sprechzeiten der juristischen Sprechstunde: Montag, Mittwoch und Freitag 2— 5 Uhr; DienStag und TonnerLtag 3— 6 Uhr; Sonnabend 3—5 Uhr. W. Kl. kll. Wenden Tie sich an das ReichS-Finanz-Minisicrium V 66. Wilbclmssr. KV. öl und an das Preußische Finanzniiniilerium C 2, Am Feslungsgladen 1.— 5r. M. 95. Wenden Sic sich zunächst an die Rerierpolizet, wenn da leinen Rat, an die Kriminalpot-zei«Polizei Präsidium).— F. Z. SS. Lassen Sic sick von der Buchhandlung Vorwärts ein Verzeichnis iozialdemokralischcr Schrislcn Icnden. Besuchen Sie die von der Bczirlsorgonitation veranslatlelen Unterrrchts- Imie.— Sck-tirdt. 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