Nr.FW.36.Iahrs. vezngSprei» t eUcitltaiicL 10�0 Ät, monatL 5» KS. ft«t hu Hau», voraus zahlbar. Vas� drzug � Monatlich 3JtO Ml. rxtl. Kt» ft«llung»H«dithr. Unler Kreuzband Mr Deutschland und Oesterreich. Ungarn t,15 Mi. für da» Übrige Busland 10,75«II. bei täglich einmal. Knstellung 8,75 Mb Postbestellungen nehmen an Dänemari. Solland. Luremburg, Schweben u. die Schweiz. Eingetragen w die Poft-fteitungs-PreislilU. Der.Borwärt»' mit der Sonntag» beilage.Boll u. Zeit' ericheiat wachs» täglich zweimal. Sonntag» Beleg renn m-Bdeest«! �»,i»ld»»»»ro, verli»-. Morgen-Ansgabe. --- s � w Nerlinev Volksblntt Anzeigenpreis: Dt« achtgelpaltene Nonpareivezeil» lostet ILO M., Teuer ung»zuschlag 00 V». »kleine Anzeigen-, das a» gedruckte Dort 75 Pfg.(zuiässtg zwei fettgedruckte Worte),'edes weiter» Wort SO Pfg. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen das erst« Wort 06 Pfg. jedes wettere Wort 40 Pfg. Worte über 15 Puchstaben zählen Iii* zwei Wort«. Teuerungszutchlag SO»/» fdamilien- Anzeigen, politisch« und gewerkschaftliche Verein«- Anzeigen i.M ML die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis S Ahr nachmittag» im Hauptgeschäft, Perlt» SW 08. Llndenstraste 8, abgegeben werden, lbeoffnei von S Uhr früh dt» Zentralorgan der rozlaldemokratlfcben Partei Deutfchlands Neüaktion und Expedition: EW. öS. Lindenstr.Z. Zernipeerber:«ml Morinviav, Str. 17,1 g«— ISI S7. vorwärts-veriag G.m.b. h., SV. bS, Lindenstr. Z. Kernsvrccher: Am« Moritzplatz. Sir. lI7SZ-�1. Die französischen Wahlen. Die zweite Geldstrafe verhängt.! �°blerg°bnis>e ot'« Stonf«i.- � �! Pari», 17. Rovrmber.(HavaS.) Bis heut« vormittag Montag-Nachmittagsitzung des 11 Uhr wäre« 206 Wahlergebntsse bekannt. Davoa .......... die Rcpublikaaer der Linke« 54 sdavo« 30 neue), die Radikalen 23<15), dir Sozialistisch-Nadikale« 35(15), die sozialistische« Republikaner 9(3), die unisi zierte« In der Montag- Nachmittagsitzung des Untersuchungsausschusses, die übrigens verhalt- nismätzig schwach besucht war. da man nach dem ruhigen Verlauf der Vormittagssitzirng nichts Besonderes erwartete,________________ kam es zu einer Wiederholung der Zeugnisverweigerung,©"o j»Vi i ft e n 15(6), die Progressistcn 31(18), dir Actio» durch Dr. Hetfferich und zu der erneuten Verhängung liberale 25(20), die Konservat-bru 14 19). Die Radikalen ge- -der höchst zulässigen Geldstrafe von 300 Mark. Ehe Winnen 13 und verlieren 6, die Sozialistisch-Radikalen ga- wir ober zu der Schilderung dieser zweiten Auflage des winueu 4 und verliere« 38, dir sozialistischen Ncpublkaner ge Helfferich-Skandals schreiten, wollen wir kurz über die zur Sprache gebrachten Fragen berichten. Die Debatte drehte sich in der Hauptsache um die Wirt- schaftlichen Momente des U-Boot-Krieges, also sowohl um die Hoffnungen, die man an mohgebender Stelle auf den rücksichtslosen U-Boot-Krieg gesetzt hatte, wie auf die tatsäch- lichen Ergebnisse dieser unglückseligsten aller Kriegsmaß- nahmen. Durch die außerordentlich präzisen Fragen dcS Be- richterstatters. Genosse Dr. Sinzheimer, in die Enge getrieben. mußte Helsferich zugeben, daß die Erwartungen der maß- gebenden Stellen, wie sie namentlich in den berüchtigten Denk- schritten des Admiralstabes ausdrücklich und selbstbewußt aus- gesprochen worden waren, sich in keiner Weise erfüllten, obwohl die Verscnkungsziffern weit über die Zahlen hinausgingen, die von den Marineleuten prophezeit worden waren. Die frevelhafte Leichtfertigkeit,, mit der dies- für das Schicksal des deutschen Volkes entscheidenden Gut- allsten verfaßt wurden, war so einleuchtend, daß niemand— weder Helsferich noch Bethmann Hollwea— auch nur den Ver- such wagte, dieses dilettantische Werk einer Cleque von Volks- Wirtschaftlern. Schwerindustriellen und Finanzleuten zu v-r» leidigen, deren„Autorität* fast ausschließlich darauf beruht hatte, daß sie annexionistisch gesinnt waren. Plötzlich will auch keiner daran geglaubt hoben, daß der rücksichtslose U-Boot-Krieg England auf die Knie würde zwingen können. Jeder will vielmehr gebremst haben! Es klingt wie ein Wechter Witz, wenn man sich den amtlich inszenierten U-Boot-Rummel vergegenwärtigt, mit dem alle Warner unter den wüstesten Schmähungen mundtot gemacht wurden, und wenn man vor allem die unglaublich selbstbe- wußten Prophezeiungen der alldeutschen U-Boot-Macher bedenkt, mit denen das Volk bis zum Ende des Frühjahrs 1917 verrückt gemacht wurde. Von alledem bleibt nach dieser Sitzung nichts, absolut nichts mehr übrig! In dieser peinlichen Lage und um den gefährlichen Fragen Sinzheimers auszuweichen, versuchte Helsferich wieder einmal seinen..stärksten Trumpf* auszuspielen: Die angeb- liche E r d o l ch u n g der U-SZoot-Fronl durch die Heimat. d. h. durch die Juli- Resolution des Reichstages Prompt aber fanden sowohl Sinzheimer wie Gothein ent- scheidende Argumente, die diesen Versuch, die eigene Verant- wortlichkeit auf andere abzuwälzen, zunichte machten. Ersten« stellte Sinzheimer fest, daß nach der Denkschrift des Admiralstabes England schon nach fünf Monaten, also am l. Juli niedergerungen sein sollte, während die Reichs- tagsresolution etwa drei Wochen nach diesem Termin er- folgte. Und Gothein fügte zutreffend hinzu, daß. wenn der rücksichtslose U-Boot-Krieg— nach dem eigenen Geständnis seiner Urheber— nur dann seinen Zweck erfüllen könnte. falls'er England veranlasse, noch vor der neuen Ernte Fnebensbefprechiingen anzubahnen, dieser Zweck zur Zeit der ReiMtogsentschließung eben nicht erfüllt worden war. Schließlich zieht Sinzheimer aus einer überaus optimisti- schen Aeußerun� Helfferichs vom August 1917 über die bis- herigen Ergebnisse»nd die kommenden Aussichten des rück- sichtslosen U-Bootkrieges die unwiderlegbare Schlußfolgerung. daß die Erdolchungsgeschjchte. dieser letzte Rettungsstrobhalm Helfferichs und semer konservativen Freunde, mir eine Legend) c kei. Nun zum Helsferich- Skandal. Abg. OSkar Cohn stellte eine durchaus sachliche Frage. Mit einer anerkennens- werten Geschicklichkeit ließ der Vorsitzende Gothein Helfserich gar nicht den Mund ausniachen, sondexn ergänzte diese Frage, indem er sie sich zu eigen machte. Das war ein Entgegenkom- men gegenüber Helfserich. das dieser zweifellos gar nicht ver- diente, und das auch nur den Zweck verfolgte, die Vernehmung des früheren Vizekanzlers ohne neuen Avischenfall zum Ab- schluß. zu bringen. Jeder Anwesende hat es sofort gemerkt. Auch Abg. Cohn, der den Takt besaß, über diesen Kuiff des Vor- sitzenden mit einem Lackeln hinwegzugehen. Auch Helsferich hatte die Absicht gemerkt. Aber da es ihm offenbar nur darauf ankam. Skandal zu machen, erklärte er unter Beionung de» Worte»„Vorsitzenden*, er würde auf diese Frage den, Lorsitzen de» antworte«. Winnen 8 und verlieren 6, dir unifizierten Sozia- listen gewinnen 3 und verlieren 19. Tie Pro- gressisteu gewinnen 17. ebenso gewinnt dir Aetion liberale 17, die Konservativen gewinnen 5 und verlieren 4. Unterlegen sind u. a. Renoult, Paul Constant, Bcdoucr, Ellen Prevost, Dalbiez, Franklin Bouillon und Augagncnr. Havas meldet: Obwohl die Wahlergebnisse noch nicht vollständig bekannt sind, zeichnet sich das Gesamtbild bereits deutlich ab. Der Erfolg der Politik Cle» menceau« steht fest und seine Anhänger gewinnen überall Boden, während die Oppositionssüh.rr der radikalen Partei geschlagen sind. Dir Sozialisten verlieren viele Sitze, besonders in den Rachbargegenden der Front» im Elsaß, in Lothringen, wo sie wahrscheinlich alle Sitze verlieren werden, in Pari», in Amiens und in der Gegend des Pas des Calais, wo sie gleichfalls alle Sitze verlieren. Albert Thoma« ist gewählt..Die einzige Gegend, wo sich die So- zialisten behaupten, ist das Departement dn Nord, das vom Feind besetzt war und wo die gewählten Sozialiste» bis zum Ende des Kriege» sich durch Patriotismus ausge- zeichnet haben, indem sie namentlich im Jahre l9l7 eS ab- lehnten, sich an der Stockholmer Konferenz zu beteiligen, be- darisch. .___ w_ �__ irx.-__:a___»________?'?! cm zur Anwendung gebrocht. Wir lese« darüber dn Protokoll dieser Sitzung: Abgeordnet« Cohn: W«, eilt am tt Dezember der JßufUama'.gcII wieber oufgcnonurwa wurde, da» deutsche FriedenSangcc-oi schon bekannt? Helsferich: Das war ja«n Jcchr vorher.20 Millionen Mark betragen. Hierdurcv und zu- gleich infolge der Berleuernng der Rohstoffe ist em Rückgang der flüssigen Mittel eingeuelen, zu dessen Ausgleich die Diretlion zur Ausgabe von Obligationen im Betrage von 100 Millionen Mark ermächtigt wurde. Die letzte Tat öes Jean �auris. Bon Max Hochdorf. Zu einnn imi»n Bants der Orvlld- Bücher gibt Mar Vachdorf unter dem diesem Acufl!» rotRtfrtten TUsl«Vit«ruvpe gtlstaollsr Bilder z«Ui;eschl!dtlich»Iltseart>ch«n Indali». Bonit»e» sieden Zaurd», SJarbufle, Biel aeteu im Vordergründe dieser Erlednisse, Sr- innerunaeii, NuZurK�ee».?Ius Beraangenhrven tauchen goozinoto, Mi-tiewie», ffürft iSjee«. Br ilon auf. Der«erlag Aiei Iuucksc, Berlin w 15, gcstaUet uns den«ddruck des ersten tlbschnttls. Nie sind die Macht und die ungeheure Beredsamkeit deS Jean JaureS so gewaltig gewesen wie an jenem Abend des 29. Juli 1914, da der Franzose zum letzten Male versuchte, die furchtbare Kriegsgefahr von Europa abzuwenden. Diese letzte Rede, die in das Gewissen drr Menschheit hineinzielte, war seine letzte große Tat. Und da ich daS Glück hatte— vielleicht war es auch nur «t« tragisches Schicksal— damals unter den viertausend schwer betrübten Menschen und Bruderscelen zuzuhorchen, soll der Nach- well ein getreues Denkmal dieser letzten Heldentat des Jean Jaurö» überliefert wenden. Nach den Deutschen, den �»lländern, den Engländern und Italienern trat er Ms die Rednertribüne. Nicht sein Name wurde angemeldet, sondern„Ist korce de Jaures"; sein« Stärke, seine fabekhafte Wucht der Lunge und der Kehle und des Geistes. Jeder von Ihm konnte nur Ajigesagtes. Ostge- sogteS wiederholen. Er aber stellte sich auf» er ballte die Fäuste» .r stemmte dl« Arme in die Luft gleich einem herausfordernden Boxer, und mau vermeinte, daß sich unter dein schwarzen, ge- straftten Stoff deS Gehrocks riesige Muskeln vom Arm abzeichnen müßten. Er stand über Palmen und frischen Blumen auf dem Musi- kanleubvdcn, von dein sonst zum Galopp der ZirkuSpferde aufge- spielt wurde. Und seine Fäuste packten die SemmerWästung oft so heftig an, daß sie unter seinen Händen zu zerbrechen schien. Öder er beugte sich weit über die Brüstung hinaus, und während- dessen fegten, feine Hände auf dem Holze der ArüstungSwand schabend umher. Er zeigte Gesten und Ausschreitungen der Glied- maßen, die bei jedem andern lächerlich gewesen wären und ent- schlich wild. Ihm stand das alles, dieses Rütteln am Bau, diese« Hämmern auf hilf- und wehrloses Holz, großartig an. Er war nur inächtig, einschüchternd, niederdrückend und zugleich fortreißend. Man mußte die viertausend Zuhörer in der ZirkuShalle beobachten. Tie staunten ihn an. und sie duckten sich bei dem Necken und dem Ruck und dem Aufschnellen dieses Mannes plötzlich zusammen. Dia gleichgültigsten und die frechsten Gesichter wurden plötzlich ganz furchtsam und dumm. Und sie wagten es nicht mehr nach ihm zu blicken. So schlägt mau vor eiuem Abgott die Augen nieder. An dem letzten Wend s»»«wr Arbeit mußte JaureS viele Ohs und Achs aussprechen. Saute des Klagens und Laute de« Stau- iuiu. und Laute des Zorns. Doch eine ganze Sturwmusik, ein Dröhnen, ein Rallen, ein Knurren, ein märchenhaft abwechslungs- reiches Gedonner konnte er mit diesen kargen Lauten erzaubern. E? war der«enialge Ateaekänststr u»d der»on oeF gewantitesjen Sängern beneidete Meister der Stimme. Er drehte sich beinah« im Kreise, als er so seinen Zorn, sein Erstaunen und sein« An- klag«, alles verborgen und prophezeit in dem einzigen Oh und Ach, hervorstieß. In jenem Augenblick war er Übermenschlich, da über- tönt« er viertausend und mehr beifallklatschende Menschen. Und wieder übte er die gleiche Wirkung au». Man wagte nicht ihn zu betrachten. Man unterwarf sich, im Willen gelähmt, der gren- zenloS tobenden und doch herrlichen Wucht seiner Worte. Di« Skeptiker und die Feinde auch, sie mußten ihm zuhorchen. Sie konnten sich' vor ihm nicht retten. Er schmetterte fie zusammen. Sie duckten sich. Und e« geschah auch ihnen, daß sie sich von der Betäubung erholten. Waren fie eben erst bestürzt und nieder- geschlagen gewesen, so richteten sie bald die Augen dankbar zu ihm auf und gestanden es sich ein: Welch Mensch! Welch übe» menschlicher Mensch! Seine letzte Tat war diese« Mienenspiel de« genialen Redner«, dieses Muskelspiel d«S sieggewohnten Kämpfers, diese« Spiel der Stimme auf allen Tonleitern der Empfindung und der Feldherrn- Hoheit. Dieses Bild mutz aufbewahrt werden, diese wild schallende Musik muß aufgeschrieben werden. Denn so viele, so kostbare Kraft wurde nur selten in einem sterblichen Manne vereinigt. Die Rcvoltttion in der Wissenschaft. Wir wiesen bereits auf die Anerkennung hin, die Albert Einsteins Relativi- tätstheorie soeben in einer Sitzung der Royal Society in London geftcnden hat. Die Theorie, die eine Ueberholung des Newtonschen Prinzips bedeutet, hat sich bewährt. In einem Leitartikel sucht die„Times" diese Revolution in hex Wissenschaft mit folgenden Sätzen klar zu machen:„Lsn Euclid bis Kepler, von Kepler bis Newton find wir dazu gesühr: worden, an die Unverrückbarkeit gewisser Fundamentalgesey« des Univer- sums zu glauben. Ter Mittelpunk: eines Kreisel war von allen Punkten seiner Peripherie gleich weil enikorni. Tie Summe der Winkel jede? Dreiecks war immer gleich zwei rechten Winkeln. Auf dieser Annahme beruhte Philosophie und Praxis. Die Filh- rung des täglichen Lebens, die Theorie des Lichts und die An- sck»au»ng vom Himmelsgcbäude war cöensall» darauf gegründet. Nun wird durch die Theorie deS Prof. Einite:» bewiesen, daß die Verhältnisse des Raumes nicht absolut, sondern relativ und ver- änderlich sind." In einem Brief an den Herausgeber der.Times' nennt Lodge, der Präsident der Royal Society, das Ergebnis der und nach der Principi-Jnfel an der Westküste von Afrika entsandt worden waren, gelang es,«ine Re-be;wu Photographien der verfinsterten Sonn« und einer Anzahl heller Sterne auszunehmen, die in ihrer unmittelbaren Nähe sein mnh'en. Di« Aufgab« rot, festzustellen, ob das Licht von diesen Sternen, wenn«S an der Tonne vorbei ging, so direkt zu uns käme, wie wenn die Sonne nicht da wäre oder ob eine durch ihre Anvc'enhest hervorgerufene Übicnknng erfolg«, und wenn da»'etztere der Fall fei, wie groß dcts« Ablenkung fei. Wenn die Ab'«a'u»tg erfolgte, so mi.-gten die Stern« auf den photographischen Pla.ten in ein«»eßbare» Eutsernung von ihrer theoretisch berechneien Lag« erscheinen. Eirn- Ablenkung fand statt, und die Messungen zeigten, daß der Grad der Abientung in enger Uckbereinstimmung üand mit dem theoretischen Grad, den Einstein vorausgesagt hatte. �• Oliver Lodge erklärte in seiner Rede, er müsse gestehe»«,„daß niemand bisher in klarer Sprache feststellen konnte, was tit Theorie von Einstein wirklich wäre". In seinem Brief an Ein- stein beglückwünscht er den deutschen Gelehrten herz.tch. Robert Hamerling» Danton nnd RobeSpierre. diese« wuchtig ge» malt« Drama, da» 1871 zuerst erschien, viel geleien. aber nie von einer reichsdeulschen Bühne aufgeführt wurde, ist sttzt w vam- bürg als Festauftührung zur R eoolu tio n siec e r über die �rettc? gegangen. Also«in« Tat. die auch ljtMar.'ch eine Leistung, die unser Hamburg-Altonaer LildungsauSschuh vollbracht hat! Leider gelang es nicht, einen Rwsesirsium für dunes Wert zu gewinnen. Man mußte sich beim Schitiertheater de- lcheiden. Hau» Pichler bewältigt« tue großen Schwierigkeiten der Inszenierung. In großen Massenszenen gesellte sich den Beruf». 'chanspielorn ein Heer von Jugeudflcnos'SU. Lnbcgitc- Bewegung wurde erzeugt und ritz da« Pualilnm mit, Mehrere.Ucndc brachten Wiederholungen.,........ '2a« Gelingen de» Unternehmen« bedeutet zugleich ein« Hute:. g»m« für den seit dreißig Jahren trn Grabe rulx-nden Hamerlmg. dessen idealistische'' Geist u» einer Zeit der Verarmung und cm» kräfwng denftcher Dichtung groß« epische und dramatische Werke kühn zu schassen unternahm. Erster Richard- Slrauh-Taz. Nicht» Reue« an sich belcherte Strauß in dieiem ersten seiner Konzerte inlt dem Philhormonüchen Orchester. Aber schon der Zuiammenstellung deS au« jugendlicher Schaffens« und Geniezeit stammenden„Till Eulenipiegel" mit der erst in KrtegSiagen vollendeten.Alpensinfouie' komm: besondere Bedeuluna zu. Strauß als Dirigent: sein eigener Jnieiviet. Keiner kommt ihm hierin gleich. Durch ihn eifährl mon Eulen- ipiegel« lustige Streiche nebst übelster Folge sTod�duich den Slrung) und fröhlicher Nuferstebung im GedäckiniS der Nackwelt. Und mit»H»»! wandert mon olpenou?« und niederwärts, um. je öiter mon die« Werk vernimmt. je tieler seiner Herrlichkeit inne zu werden. Zwischen dielen beiden Eckpfeilern waren drei ältere Lieder, nunmehr mit Orchester, gc- ivorten. In eignen Linicn ist die Begleitung gezogen: dürtnge Zartheit im Part der Streichmsuumente, der Hörner, der Harten. Gretel Siückgoid, ein hier neuer Stern aus Stiaußen« Munchencr Heimat, sollte die Lieder singen. Sie hatte Berlin nicht erreichen können. Schade, schade. Run sprang Birgitt« Engel««n. Und mit vollem Glück, sowohl hinsichtlich der Stimm« als«me« lyrisch beschwingten Vortrags. Da»„Stündchen" mutzte, stüiinnchem«er» langen zulieb«, wiederholt werden. eK Da««roste Tchauipielhao» wird sew« Borst-llrmgcu am Freitag nächster Woche beginne». «ISrn BlSrnlon stierte am Sonvobend unter allgemew« Teflnohine Kristianias seinen SO. Ssteurtstog durch eine von ihm selbst IM Rational- Thealer ein IM vierte Aussübrnng von Büchners„»onton« Tod. Die Unioersttöt«celsswald Hat Sjörnso» zum Ehrendoktor ernannt. Der<£*««< ter Alfred Werner. NobelbttiSträger. ist. UJ�r-lt. in Zürich, wo erleit Ii-SS an der UuiversUat lehrt«, gestorben. Dte Tterea- i ch ernte war sei» Forschungsgebiet. helfferich provoziert weiter. (Schluß au» der TbendsuSgabe.) Vorsitzender Gorhei«: Wir baben von dieser Trkläruny Kennt- mo penonnnen. Auch wir hallen es für wünschenswert, bte fteno- nraphlschen Protokoll« de« ÄuSschuve» heranzu,ichen. Da aber nur die Reden de« Reichskanzlers und seiner Slellverlreter w ö r t l l ch stenographierl worden sind, wird es notwendig sein, die betreffenden Mnglleder des Reichslage« hier als Zeugen zu hören. Dr. v. Brthmaou Hollweg: Ich würde anheimgeben, meinen Tntrag so zu sajsen. dos; auch die Parteiführer, mit denen ich wiederholt vertraulich Rücksprache geHallen habe, dar- über befragt werden, ob es richtig ist. datz ich mein Widerstreben gegen den U-Boot-Krieg in all den Phasen, in denen ich ihm sehr ichars widersprochen habe, begründet habe auf mein« Annahme, daß die Zahl unserer U-Boote zu gering sei. und darauf mich gestützt habe, daß un» der U-Boot-Krieg in einen Krieg mit Amerika verwickeln würde, und daß ich da» Hinzutreten eines neuen Feinde» unter allen Umständen vermeiden wollte. Vorsitzender Githeiu: Da» ergibt sich au» den Akten de» Hau»- haltSauSschusse». Dr. v. Lethmamr Hollwez; Ich habe gesagt, daß eine lompalt« Reick» lagSmebrheit vorhanden war. wenn der U-Boot-Krieg Von der Obersten Heeresleitung als noiwendig erachtet würde. Abg. Dr. Sinzheimer: Es ist zweifellos richtrg. daß damals eine Mehrheit für den unbeschränkten U-Boot-Krieg vorhanden war. und daß entschiedene Gegner dieser Meinung Exzellenz Belhmann und Helfferich waren. Dr. v. Bethmann-Hollweg: Auch wenn wir darnal» kein par- lamentarisch regierter Staat gewesen sind, sondern ein Obrig- leitsstaat, gibt man. sich einer Täuschung hin. wenn man an- nimmt, daß man auch in einem ObrigkeitSstaat die Bedeutung der parlamentarischen Mehrheiten unterschätzt. ReichSmimster Dr. David: Die Ausführungen des Reichskanzler« laufen darauf hinaus, daß ein großer Te'l der M i t v« r a n t» Wartung dafür, daß wir durch den rücksichtslosen U-Boot-Krieg in den Krieg mir Amerika hineingekommen sind, auf das Parlament fällt. Ich kann diesen Standpunkt nicht teilen; ich bin der Ueber- zeugung. daß, wenn der Reichstag die Lage so, wie sie sich aus dem Depeschrumechsel zwische» Washiugte» und Berll» ergab, wirklich gekannt hätte, er lein ganze« Schwergewicht in die Wagschale gelegt hätte, um den verhängnisvollen Beschluß rück- gängig zu machen. JZch ziehe diese Folgerung einmal darau», daß die enticheidenden Erkläiungen unsere« Bollchafter«, der Krieg mit Amerika sei unvermeidlich, wenn der unbelchränkte U-Boot-Kiieg de'chlossen werde, dem'R eichötag» nicht mitgeteilt worden stnd. Bors. Gothri»: Es hat sehr wenig Zweck, die Sache jetzt weiter zu verliefen., v. Betynmim Hollwez: Dem kann ich nur beistimmen. Abg. Dr. Spahn: gm neuesten Heft der„Deuiichen Revue' gibt der wllrttembergische Ministerpräfideni Weizsäcker eine Dar- stelliing der Borgänge, die sich in der Sitzung de» Bundesrat«- o u S s ch u i i e S für auswärtige Angelegenheiten vom 16. Januar IVt? abgespielt boben. v. Vcthmann Hollweg: Protokolle über dies« Sitzungen wurden nicht geführt, abgestimmt wurde auch nicht. Ich habe in vieler Sitzung dem BundesraiSauSschuß von dem Beschluß über den U-Boot-Krieg Kenntnis gegeben und im An'chluß daran haben die »-«richledenen Mitglieder idie Ansichten über die Zweckmäßigkeit oder »rizweckmgßigkeit des ll-Bool-KriegeS geäußert. Dr. Helfferich: Do» kann ich benäligen und muß daher der Darstellung»e» Herrn Weizsäcker widersprechen. v. Btthmauo Hollrpez; Der Bundesrat«au«schuß hatte ja staat»« rechtlich gar nicht die Möglichteit, Beschlüste zu fasten. Abstimmungen haben nicht nattgefunden. Dr. Helfferich fähr» nunmebr in seiner Bern-echmung fort: Nach der Ablehnung unsere« Friedensangebot» und nach dem Scheitern der FriederrSaktion de« Präsidenten Wilson war der U-Boot-Krieg auch'nach meiner Ansicht zu einer unentrinn» baren Noiwendigkeii geworden. Nicht nur einmah sondern ein duyendmal ist von mir in der bestimmiesten Form der Ueber- zeugung Ausdruck gegeben worden, daß der uneingeschiänfte U- Booi-Krieg un« den Krieg mit Amerika bringen würde. Ich habe da« viel stärker betont, al« e» meiner Ueberzeugung entsprach, denn e« sollte sich jeder ReichtragSadgeordnet« über die Tragweite klar fem. Vors. Gothein: Darüber kann ja auch gar kein Zweifel de- stehen, da» ist>n den Akten de»«usschuste« niedergelegt. Dr. Helfferich: Darm ist also der Reichstag nicht hinter« Sicht gefüdn worden.. �. Dr. Sinzheimer beftätigi, daß Helfferich damals dem Reichstag die GMabien klar geschildert habe. Dr. Helfferich: ES ist dre Frage aufgeworf«« worden, ob der Reichsrag über die Friedensschritt» Wils.»« ausreichend unterrichtet worden ist. von dieser Frage war zum arstenmal im April die Rede. Der Redner stellt fest, daß in einer vertraulichen Sitzung am LI. Januar auch da» letzte Telegramm Bernftorfi«. da» auf die Kriegsgefahr hinwies. m»t. geteilt worden fei. Von. Gothein; E» lag damals bereit» ein knrt«aaowpli vor, an dem der Reichstag nicht rütteln konnte, da der mieinge- schränkte U-Boot-Krieg am v. Januar beschlossen war. Reichsminister Dr. David bestreitet, daß da« letzte Tele- gramm Bernstor ffs in jener Sitzung vorgelegen habe. E« fei damals nicht erklärt worden, daß der Krieg mit Amerika unver- m e i d l i ch fei. Man hält« vielmehr nur an einen Abbruch der Beziehungen geglaubt. Diese» Telegramm vernstorff» habe aber au«t)rfldii?» ohne weiteres U-Boat-Krieg»egonite««ftd.»Urb Präsident dies als Schlag inS Grsicht betrachten und Krieg mit Amerika ist nnvrrmeidltch." Hätte dieses Telegramm vorgelegen, dann wäre dir Situation ganz ander« angesehen worden, dann hätte er selbst nicht in dieser Sitzung erklärt, er hoffe, daß die schlimmsten Befürchtungen nickt einiraten werden. Dann bätre er auch>m Juli 1917 nicht überrascht sein lüunen, al« diese« Telegramm BernstorffS bekannt Wurde. � Bori. Gothein: Ich erinnere mich nicht, daß daS Telegramm Bernsto'ffSln jener Sitzung mitgeteilt wurde. Aber der Reich«. tag konnte ja damals an der Sachlage nicht» mehr ä n h e r n. Bethmaun Hollweg: Ich habe auf die Mitteilung eine? so tüchtigen Botschafter» wie den Graftn Bernstorfi große« Gewicht ge- legt. Die Zenirallenung fft ober nicht ohne weitere« immer in der Lage, den«orichlägen ihrer Borichoiter zu folgen, weil st« selbst die Gesamtloge besser ly überblickt. Die Siiualion. die vernstorff schilderte, wurde durch unser Telegramm vom 30. Januar etwa» verändert, indem wir dem Präsidenten«in sehr ge« mäßigte» Friedensprogramm mitteilten. Wir erklärien ja auch, daß wir den U-Boot-Krieg sofort aufgeben würden, wenn wir die Sicherheit hätten, daß wir zu annehmbaren FriedenSver- Handlungen kommen würden. Sinzheimrr: Mutzte der uneingeschränkte U-Boot-Krieg als einziges Mittel eingesetzt werden, um Deutschland vor der Niederlage zu bewahren, oder gab«s noch eine Möglichkeit, andere Wege zu gehen? Ich denke ernmal an den Vermittlungsversuch der neutralen Macht und sodann an eine be- stimmte Erklärung zur belgischen Frage. Au« den Alien er« gibt sich, daß damals im Januar 1917 einer unserer Militär- nttachäs bei lUiec großen und bedeutenden Macht folgendes be- richtet hat: »ES liegt auf der Hand, daß wir auch heute schon die Frieden«- lache fördern könnten, wäre eS möglich, die FriedenSpartei in England davon zu LVerwugen, daß der schwere, opserkostende Kampf um da» KriegSziel Belgien unnötig ist. Wir .komme ii um die belgische Frage nicht herum. Ich verstehe alle Gründe sehr wohl, die gegen eine Lösung der belgischen Frage in einem den Frieden fördernden Sinn im gegenwärtigen Zeitpunkt sprechen. Darüber muß man sich aber vollständig klar sein, daß die Besitzergreifung«oa Belgien oder auch nur von einem kleine» Stück Belgien« weder hente noch je- mal« zu erreichen ist. Wer Belgien behalten will, muß der Welt den Frieden diltiereu können. Darüber ist ein Paltieren mit der Welt von beute nicht möglich.' Die Kernfrage ist und bleibt, worüber ich schon mit Exzellenz Helfferich privat gesprochen habe, warum da« letzte Mittel de» U-Boot-KriegeS eingesetzt und warum nickt durch eine Erklärung Über Belgien eine letzte FriedenSkart, ausgespielt wurde. Rur dadurch hätten wir bei den Gegnern den Willen zur Verhandlung schaffen können, auf den allein cS ankam. vethman« Hollweg: Auf die Angelegenheit der neutralen MaSt kann erst eingegangen werden, wenn die Verbandlungen darüber »um Abschluß gekommen stnd. Im übrigen habe ich meine Stellungnahme vom 9. Januar zum U-Boot-Krieg dadurch begründet, indem ich gesagt habe: nach der Antwort der Entente ist«ine Verhandlungsbereitschaft auSgeschlosten. Run fragt Dr. Sinzbeimer, warum ich durch eine Erklärung über Belgien diese verhandlungSdereitichaft nicht geschaffen habe, und damit wird da« Problem angeichnitten, ob(« von Anfang a« nicht richtig« gewesen wäre, die ganz bestimmte Erklärung einer Wiederherstellung Belgien» abzugeben. Helfferich: DaS kann ich nur bestätigen. Wir hatten ja Wilson unier der Hand mitgeteilt, daß wir Belgien»nicht annektieren' würden, und Wil'on hatte diese Mitteilung als höibst wertvoll hingenommen. Trotzdem kam darauf die Senats- borschafl vom 29. Januar. Sinzheimer: Die Erklärung, wir würden Belgien»nicht annektielen', genügte eben nicht; darunter konnte da» Ausland verstehen, daß wir Teile von Belgien, z. B. L ü t t i ch, annektieren wollten. Außerdem war ja wiederbolr offiziell erklärt worden, daß wir Garantien baben müßten, daß wir Belgien politisch, wirtschaftlich und militärisch i» die Hand bekommen müßten. Unier diesen Umständen konnte unsere Erkläi ung nach Washington keine befreiende Wir- k u n g haben. Bcthmaun Hollweg: Ich babe niemals erNärt, daß wir Belgien politisch, wirtschaftlich und militärisch in der Hand behalten müßten. Dieser Sa? stammt von Dr. Spahn, und nur au» tatliichen Gründen habe ich e« für zweckmäßiger gehalten, nicht ausdrücklich zu widerspreche». Dr. Sinzheimer sagt, daß, wenn wir damals für die volle Unabhängigkeit Belgiens eingetreten wären, wir bei der Entente vielleicht die verband llu r: g»- beveitfchaf» erzeugt hätten. Das ist Dr. Ginzheimec« Ueber- zeugung. meine Ueberzeugung war ander«. Helfferich: Auch dem kann ich mich nur anschließen. Uebrigen« bot damals der ganze Reichstag, mit Ausnahm« der Unabhängigen, eine Erklärung auf volle Wiederherstellung Belgien« abgelehnt. Sreilich, wenn die Zeit fortsch, eitei, wirb man klüger. Einem >egner. der verbandeln will, soll man Entgegenkommen zeigen. Aber wenn man einem Gegner Entgegenkommen zeigt, der nickt veihandeln will, so ist da« der giößte Fehler. DaS haben wir ein halbe« Jahr später erlebt. Vors. Gothein: Schwächt man nicht die Stellung de« Gegners, wenn man zur Förderung de» Friedensstimmung in seinem Volk Entgegenkommen zeigt? Dr. Helfferich: In diesem Krieg habe ich die gegen- teilige Erfahrung gemacht. ReichSwivifter Dr. David: Auch die Sozialdevükroiie war 1917 für volle Wiederherstellung Belgiens und hatte tu Stockholm in dieser Richtung gewirkt. Vors. Gothein: Betbmann Hollweg hat gesagt, die Fastuna unsere« Friedensangebote« wäre ein K o m p r o m i ß gewesen und dadurch wäre seine Wirkung beeinträchtigt worden. Run kam noch dazn die Rede de» Kaiser» in Mülhausen vom 13 Dezember. Sie gab gewiffermotzen einen Kommentar zu dem Friedensangebot und mutzte besten Wirkung noch mehr beein« trächtigen. Sinzheimer: Am 12. Dezember war da« Friedensangebot ab- gegangen, am folgenden Tag« trat der Kaiser iu Mülhausen für den Siegfrieden eim Durch eine Indiskretion wurde diese Rede durch W T. B. in« Ausland verbreitet, und auf die Wir- kuna dieser Rede im Ausland ist zweifellos die Ablehnung unseres Angebote« mit zurückzuführen. Zunächst waren die Berichte au« neuiralen Ländern oSsolu» günstig. Plötzlich lcklug die Stimmung um, weil, ww e» an ein« Stelle ,n den Akten heißt. die Rede de« Kaiser« geradezu verheerend gewirkt hätte. Konsul Möller: Wir haben bei W. T. B. wegen der Kaiserrede nachgeivtscht. Es hat stck kein Anhalt dotü» finden lasten, daß vom Auswärtigen Amt eine Mitteilung über diese Rede an W.T.B, ab- gegangen ist. DaS Original des Tclcgraw«« mit der Kaiserrede, auf Grun» besten die Rede an dos Ausland wcitcrgegeden wurde, ist bei der Besetzung deS W. T. B. durch die Spartakisten abhanden gekommen. iAllgemeiu« Heiterteit.) Helfferich: Bei Wilson lag eine völlige BerständniSlofigkeit für uniere Lebensbedingungen vor, er erkannte das BernicktungS- Programm her Entente nicht al» ein solches. Wenn ich den Wilson von Versailles schon gekennzeichnet habe, lo weise ich darauf hin, daß StaatSsekrelär Lansing im Senat festgestellt hat, daß von den 14 fünften in Versailles kaum die Rede gewesen ist. Wilson habe erst in Pari» von den vernichtungs- Verträge» Kenntnis bekommen, die> die Entente unter sich abge- schloffen hatte. Er hat vom Londoner verttaa mit Italien nicht» geipußt, nicht einmal etwas über die Abmachungen Frank- reich« und Rußland» über die LoStrennuna Elsatz-Lothringens und des Saargeb'etS und anderer. Zu Meier Ahnungslosigkeit in europäischen Verhältnissen kam das angelsächsische Vorurteil. Da« sind die Züge des Gesichts, die uns erst später erkennbar ge- worden sind. ,ch habe es bereits hinter der Botschaft, wenn auch verschleiert, gesehen. vors. Gothein: Ein großer Teil der Oeffentlichkeit und der Preste, auch C z e r n i n und T i S z a haben Wilsons Botschaft für eine brauchbare Grundlage gehalten Helfferich: ES ist ein offenkundiges Faktum, daß die Botschaft verschiede» beurteilt worden ist. Herr v. Bethmann Holl- weg hat den l e tz t e n S t r o h b a l m ergreifen wollen, wenn er trotzdem noch Versuche machte. Wollte Wilson wirklich zum Frieden kommen, dann hätte er wenigstens noch den Grasen Bernstorff empfangen müssen. Sinzheimer: Graf vernstorff hat erklärt, daß er über- zeugt war, daß die Entente ohne Amerika un» niemals besiegt Haffen würde, und daß der Beitritt Amerika» zu unseren Gegner« uns die Katastrophe brmgen mußte. Helfferich: Gewiß ipricht Wilson in seiner Senatsbotschaft vom 24. Januar von Gleichberechtigung und vom Frieden ohne Sieg. Aber seine Grundsätze wäre« doch nur durchzuführen bei einer Vernichtung Deutschlands. Sinzheimer: Da» war ja eine ganz andere Lage. In der Zeit. von der wir hier sprechen, wäre ja ein unbesiegte» Deutsch- land vorbanden gewesen. vors. Gothein: Dr Helfferich hat gesagt, Amerika wäre auch ohne den uneingeschränkten U-Boot-Krieg in den Krieg mit Deutschland einaetreten. Helfferich t Da« hat ja Graf Bernstorff selbst bekundet. Graf Lcrustorff: Ick habe natürlich gewußt, daß Wilson und die amerikanische Oeffentlichkeit uns nicht freundlich gesimit waren. Unter diesem Gefühl der Unfreundlichkelt hatte ich ja gerade in Washington zu leiden, liniere Ansichten gehen nur inio- weit auseinander, wie wir uns gegenüber dieser Unfreundlichkeit zu verhallen hätten, und da war ich der Ansicht, daß e» nur eine Möglichkeit gab, die Bereinigte» Staate« ouS dem Kriege herauszulassen, nämlich ihre Vermittlung anzunehmen. Hätten wir das getan, so hätte Wilson den Krieg gegen uns gar nicht eriffaeu könne«, selbst wenn er gewollt hätte. Sinzheimer: Jeder Führer eines Volkes hat da« natürliche Interesse, daß l«i» Land aus dem Kriege herauöbleibt. Da« war in diesem Falle aber mir möglich, wen» Willvn den Frieden vermittelte. Deshalb war die Wilsonsche Friedensvermittlung echt. Sie entsprang nicht allgemeinen GerechllgkcilSerivägungen, sondern den besonderen amerikanischen Interessen. Helfferich: Wir waren e« ja gar nicht gewesen, die WWonS Friedensvermittlung abgelehnt hatten. Die Entente hatte das getan, Sackverst. Prof. Bonn: Die Senatiboilchaft wird ganz miß- verstanden. Auch sie halte nur den Zweck, einen Druck auf die Eittenre auszuüben. Die amerltanische Oeffentlichkeit war damals deutschfreundlich geworden wegen der verteuerten Lebenshaltung. Die Entente war auf die amerikanischen Kredite angewiesen. Wilson hätte nur dc» Kredit zu sperren brauchen, und er war' dazu auch bereit. Amerikanische Bankiers hatten schon witdeut- scheu lSanken Fühlung genommen. Bethmaun Hollweg: Die Aussage deS Grafen Bernstorff ist von ausschlaggebender Bedeutung.� Er meinte, daß Amerika dom Eintritt in den Krieg gegen Deutschland nur hätte abgehalten werden können dadurch, daß wir Amerikas Friedens« Vermittlung annahmen. DaS wird stimmen. Wilson konnte den Krieg gegen Deutschland nur vermeiden, wenn er den Frieden vermittelte. Run kann man jetzt rückschauend ja sagen, eS wäre besser gewesen, wenn wir uns in die Hand von Wilson begeben hätte», obwohl noch meiner-Meinung auch da« Eintreten Amerikas in den Krieg eS nickt notwendig gemockl hat, daß wir zum Frieden von BelsailleS kamen. Wenn wir Wilson als Sachwalter annahmen. mußten wir jede Bedingung annehmen, die er uns auf- «riegle. Wir wären völlig in seiner Hand gewesen, denn»ine Ab- lehnung hätte bedeutet: Erneuerung deS Kriege« mit der Entente und mit Amerila. Daiür aber wäre dat deutsche voll nich,t zu habe» gewesen. Ich frage S>e: mußten wir uns nicht gewiss« Sicherheiten verichaffen gegen unmögliche Frieden«Hedingungen? Wir botten dem Präsidenten am 30. Januar telegraphiert, daß wir den U-Boot-Krieg sofort einstellen würden, wenn Präsident Wilson unS brauchbare Sicherungen an die Hand geben würde für einen annehmbaren Frieden. Wäre Wilson in seinem Herzen und mit seinem politischen Wollen bereit gewesen, der Welt unter böberen Gefichlspuntlen einen Frieden wiederzugeben, was binderte ihn daran. unser Telegramm von, gl). Januar wenigstens zu beantworten? Ganz ollgemein möchie ich dann noch sagen, daß wir alle uns doch hier sehr hüten sollten, mit dieiem Verfahren die Wilsonsche Politik zu r e ch« f e r t i gen. Da» würde einer Haltung gleich- kommen, wie sie selbst in Am« r ika nicht einmal überall vm- bände» ist. Wir sollten an die Beurteilung der deutschen Poliiik denn doch einen etwaS anderen Maßstab anlegen, al« eS hier vielfach geschehe» ist. Vorl. Gothein: Daß hier eine Rechtsertigimg der Wilsonichisn Politik vorgenommen oder auch nur beabsichtigt worden wäre, ist mir bisher nickt zum Bewußtsein gekommen. Die weitere Vcrhandluug wird aus nachmittag l/»5 Uhr vertagt. Die flbenöoerhanölunge«. Bei Wiederaufnahine der Verhandlungen äußerte sich der Sach- verständige Gesandter». Romberg zu einer Bemerkung Dr. Sinz- heimers. ob nicht die deuliche Regierung durch Bekanntgabe unserer FriedenSziele dahin hätte wirken können, daß uniere Gegner friedensbereiter würden und der Einfluß' der Friedens- freunde im feindlichen Auslände gestärkt worden wäre. Roch Ansicht und den Eifabrungen de« Sachveiständigen wäre ein der- artiger Eindruck weder auf der einen noch aus der anderen Seite zu erwarten gewesen, mit der Bekanntgab« der FliedenSziele wäre wiq, mit dem Friedensangebot nur der Eindruck der Schwäch« ge- macht worden, von der Wirkung der Mülbauser Rede bäite man sich eine große Einwirkung versprochen, alles sei indessen«nt- täuscht aewesen. Sinzheimer: UnS liegen aus anderen neutralen Staaten Be- Deutsche Spar» Prämienanleihe 1$ 1 a jährlich 10 mal Hauptgewinne 1,000.000 Mark Erste Gewinnziehung im März 1�20 richte bor. wonach et« sehr günstiger Eindruck erziett worden ist. Sie:r Aeutzerung, die soeben Dr. Helfferich getan hat. Ich habe ein« Frage gestellt, deren Sachlichkeit soeben dadurch bestätigt worden ist, daß der Vorsitzende st« aufgenommen hat. Darauf hat der Zeug« erklärt, er werde dem Vorsitzenden antworten. Der Ausschuß muß zu dieser Antwort Stellung nehmen. Vors. Gothein: Ich habe bereits neulich festgestellt, daß«ach her Geschäftsordnung und nach de« gesetzlichen Vorschriften der See- fassung j-de» Mitglied dieses Ausschusses berechtigt ist, Fragen»« stellen und daß diese Fragen von dem Zeugen, d-r bei Eintritt in die Verhandlungen den Eid abgelegt hat, daß er di« reine Wahr» hcit sagen, nichts verschweigen und nichts htnznsrtzrn wolle, obgleich ihm bekannt war, wie dieser Ausschuß zusammengesetzt ist» beaat- wartet werden müssen. Helfferich: Ich hin bereit, bezüglich der Einfuhr von ReiS ustv. die rein« Wahrheit auszusagen. Eine ZeugniSverwei» g e r n n g liegt nicht vor. Ich habe heute früh eine Erklärung abgegeben. wie die Verhandlungen weiterzuführen feie». Ich erkläre mich nochmals bereit, die sachliche Frage zu beantworten. Sinzheimer: Sie haben durch den Ton Ihrer Worte erkennen lasten, daß Si« nur dem Vorsitzenden Auskunft gebcn wollen und nicht einem bestimmten Mitgliede de? AuSschusteS. Für uns ist«nr die Verfassung ausschlaggebend und nicht d-i« Auffassung de» Zeugen. Helfferich: Ich habe in moiner Erklärung den Weg gezeigt. wie die Vachandlungon weitergehe» können, ohne daß der Ausschuß und ich m eine Situation kommen, die die Fortführung der Verhandlungen unmöglich mack�n. Bors. Gothein: Ich habe erklärt, daß der Ausschuß sich mit dieser Erklärung befassen wird. Eine Möglichkeit dazu lag bisher nicht vor. Ich kann nicht zugehen, daß Sie vorschreiben wolle«, welche Wege der Ausschuß zu gehen hat. Wir können nnS nur nach der Verfassung und nach der Geschäft»- Ordnung richten. Danach ist Antwort zu geben auf jede Frag:, die von einem einzelnen Mitgliede gestellt wird. Abg. Warmuth: Ich halte es für notwendig,»aß jetzt die Er- klärung Dr. Helfferichs verlesen wird. Vors. Gothein: Der Ausschuß wird sich zur Beschluß- fassung zurückziehen. Um 5'-! Uhr zieht sich der Ausschuß zurück. Nack» etwa einstündiger Beratung verkündet der Vorsitzende Wo. Gothein folgenden Beschknß: Der Ausschuß hat den Antrag des Abg. Warmuth, den Ei«. fpruch de» Zeugen Dr. Helfferich gegen den Strafbeschluß vom Sonnabend zur Verlesung zu bringen, mit vier gegen zw« Stimmen bei Stimwenenthaltun« de» Abg. Dr. Cohn abge- lehnt. Ich frage Exzellenz Helfferich«nnmehr.»» noch andere«rllnde Wegen dir Zrugnisverweigtrung vorgebracht«erde», al» i» de« Einspruch enthalt«» sind? Heffferich: Eine FengnsSverwekgernng gegenüber sie» Abg. Dr. Cohn kenne ich nicht Ich bin bereit. Auskunft zu geben. Ich habe ober mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht, daß•:» sich hier für mich um eine grundsätzliche und endgültige Stellungnahme handelt. Die Gründe, weshalb ich dem Abg. De. Cohn nicht Rede und Antwort stehe, unterstreiche ich hiermit»och- «als. Vors. Gothcia: Der Ausschuß ist der Meinung, daß irgend- welche'Gründe zur Verweigerung des Zeugnisses gegenüber Fragen eines einzelnen Mitgliedes nicht vorliegen, und daß deshalb die Verweigerung solcher Antworten eine ZeugniSverweige- r u n g darstellt. Der Ausschuß hak infolgedessen beschlossen, den Staatssekretär a. D. Dr. Helfferich von neue« in die höchst zulässige Strafe von 399 M. zu nehme«. DaS Stimmenverhältnis bei dieser Abstimmung war wiederum vier gegen zwei bei Stimmenthaltung des Abg. Dr. Cohn.(Dr. Helfferich bittet ums Wort.) Eine Auseinandersetzung dar- über g i b�t es nicht. Sie haben das Einspruchsrecht. Helfferich: Ein« zweimalige Verurteilung zur höchsten Geld- strafe wegen ZeugmSverweigerung ist nach meiner Meinung nicht zulässig. Vors. Gothein: Wir können ans darüber nicht in ein« Di S k u s s i o n»inlassen. Helfferich: Ich erbebe Einspruch. Sinzhcimer: Nach ZdrDenkschrifidesAdmrralstabe» sollte der U-Boot-Krieg England ja in sechs Monaten zum Frieden geneigt machen. War das richtig, dconn könne man vielleicht dem Bruch mit Amerika kein« besondere Bedeutung mehr zulegen. Hielten Sie die Auffassung des AdmiralstabeS über ein« zeitliche Fixierung überhaupt für möglich? Helfferich: Es handelt sich um ein« Denkschrift des Admiral. stabes, mit der ich nicht identifiziert werden kann. Wenn ich die Sicherheit gehabt hätte, daß England bis zum 1, August uiedergerungen sein würde, dann wäre ich ja ei« Idiot gewefe«, wenn ich mit allui Mitteln für den U-Boot-Krieg eingetreten wäre. Ich hatte die schwache Hoffnung, daß dies gelingen Knut«, aber die Sicherheit hatte ich nicht. Sinzhcimer: Di« Denkschrift lag dem Reichstage V« and hat da vielleicht ausschlaggebend gewirkt. Helfferich: Für mich war sie nicht ausschlaggebend. Einzheimer: Diese Denkschrift stützt sich auf Unterlagen. an denen außer Dr. Levy kein« wissenschaftliche Größe mitge- arbeitet hat, womit nicht gesagt sein soll,»atz Dr. Levy«ine wissenschaftliche Größe ist.(Heiterkeit.) Genügt diese Methode für die Aufstellung einer so wichtigen Denkschrift? Hclfferich: Ich habe innerdienstlich mein« Einwendungen vorgebracht und sehe keine Veranlassung, über die Art und Weise, wie ich in diesem Punkt mein« Pflicht getan habe, mich hier auseinanderzusetzen. Sinzheimerr: Sie haben gegen die Denkschrift polemisiert und gegen die Gutachter erhebliche Einwendungen vorgebracht. Helfferich: DaS ist richtig. Ich werde mich aber nicht dazu der- stehen, vor diesem Gremium, vor das die Frage nicht gehört, mich in eine wissenschaftliche Kritik dieser Denkschrift einzulassen. Gothein: Nicht ein einziger Vertreter der deutschen Seeschiffahrt ist gefragt worden. Sinzheimcr: Nun find aber all di« Hoffnungen nicht einge- treten, oie auf den U.Boot-Krieg zum 1. Ausist gesetzt worden find. England war nicht zum Frieden geneigt. Helfferich: Sie zwingen mich, auf Fragen zurückzukommen, die ich ausscheiden will. Der U-Boot-Krieg hätte gewirkt. wenn er nicht von innen heran« paralysiert worden wäre. Sinzheimer: Nach der Denkschrift de» AdmiralstabeS sollt« England schon>«»ch& Monaten, also am 1. Juli, niedergerungen sein: die ReichstagSentschließung aber datiert vom 19. Jnli! Helfferich: Wir wolle» über Tagc nicht streiten. Gothein: Wie erklären Sie sich daß trotz der Einschränkung de? Zufuhr von Lebensmitteln England weit über den l. Juli hinaus durchgehalten hat und sein« Ernährung wesentlich günstiger gewesen ist als die Ernährung des deutschen Volkes, trotzdem in den Monaten Juli bis Oktober noch mehr Tonnage versenkt worden ist, als in der Denkschrift de» Admiral- stabeS angenommen worden war, und di« davon spricht, daß England durch di« Ernährung gezwungen würde, nunmehr seiner- seit» auf di« Weiterführung de» Kriege» z» der- zichten? Helfferich: ES ist«in« falsche Annahm«, daß England nicht ganz erheblich durch den U.Boot-Krieg für sein« Ernährung ge- ltttea hätte. Di« mikitärisch-politische Wirkung reifte heran, als sie von Deutschland au» zerstört wurde. Gothein: DaS letztere hatte nichts mit der Frage- stellung zu tun. Wir stellen diese Angelegenheit zurück. Die Situation de? Hungers wie bei u n S ist jedenfalls m England nicht eingetreten, wenn auch etn« gewisse Beschränkung fest. zustellen ist. Es ist eingetreten, was Sie am 29. Septembeer 191(5 prophezeit haben:.Unterschätzen Sie um GotteS willen nicht die Möglichkeit, daß England sich einschränkt." Auf eine Frag« des Abgeordneten Dr. Cohn erklärt Seth- mann Hollweg: Ich habe den Admiral Holtzendorff wieder- holt auf die Gefahren aufmerksam gemacht, die durch über- schwengliche Artikel von urarinefreundlichen Zeitungen entstanden. Er hat m,r zugestimmt, ein Erfolg ist aber nicht im gewünschten Umfange eingetreten. Abg. Cohn: Zu welchem Frieden wollte denn um die Jahres» wende 1916/17 die Regierung kommen? Etwa zu dem Frieden mit Bedingungen, die am 7. November dem Kaiser vorgelegen hatten und von ihm genehmigt worden waren, die al» maß. voll galten und trotzdem die Annexion von Kurland and Lütttch enthielten? Von der Pflicht der Wiedergntmachung Bei» gienS, von der der Reichskanzler am 4. August lSls gesprochen hatte war nicht mehr die Red«. Vors. Abg. Gothein: Dies« wettauSholend« Frage kann heut« nicht mehr zur Entscheidung gebracht werden. Wir stehen nunmehr am Abschluß der Vernehmnug Dr. Helfferich». Morgen wird Scneralfeld Marschall von Hindenburg und General Lndendorff vernommen werden und dann wird in de» Sitzungen de» LuSschnff«» eine längere Pause eintrete«. « Eine Bitte Bethwann HollwegS. Am Ende der Bormitiagssitzung de« parlamentarische« Unter- suchiingSousichusscS am Montaa eriucht« B e t h m a n n H„ l l w e g den Vorsitzenden Abg. Golhein. künsligbin nicht z w e i S'i tz u n g en an einem Tage ob�ubalten. Die Uiileriuchiing bedeute für'hn eine schwere, g-istige und beionder» seelische Beanspruchung, worauf er Rücksicht zu nehmen bitte. Der Borsitzend« Gothein erllärte, diesem Ersuchen künsughm nachkommen zu wolle«. Hewerkschaflsbewegung Die Lehre« öes Metollarbeiterstreiks. Heber dieses Thema wird am Freitag, den 21. November. abends« Uhr, in Andrea« F e? s i l e n.«udreasftr. 21. in einer Lersawmlnng aller Fnnktionir« d«S Deatschen Metall- arbeiter-Berbandeö, die ans de« Bode» der E. P. D. stehen, gesprochen., llsiehaktStarif für die Ttockbranche. ir die kausmännischen Angestellten der'Stockbranche ist durch den gentralverband der Angestellten ein Tarifvertrag abgeichlossen worden. In alle« Betrieben mit unter 29 Angestellten ist eine Ver- trouensperion aus der Mitte der Angestellten zu wählen, welche die Bcfuanlsse des AngestelltenaussckusieS hat. Die Arbeitszeit beträgt 47 Stunden die Woche. An Sonnabenden und an Togen vor den hoben Festen ist um 2 Uhr mittags Geschäftsschluß. Lehrlinge- und kaufmännisch« Angestellte erhalten im ersten Dienstjabre 6 Arbeits- tage Urlaub. Für jede« weitere Jahr ihrer Tätigkeit bei derselben Firma erhalten sie 2 weitere Tage bis zur Höchstdauer von 12 Ar- beitStagen. Angestellte im 20. Lebensjahre und nach einer weiteren Tätigkeit von ö Jahren bei derielben Firma erhalten für jede« weitere Lebens- und Dienstjahr einen weiteren Tag Urlaub mehr bis zur Höchstdauer von 18 Tagen. Ferner wurden folgende Gehälter vereinbort: Lehrlinge im 1. Lebrjabre 70 M., im 2. Lehrjahre 90 M, im 3 Lehrjahre HO M. Für Angestellte nach vollendetem 17. Lebensjahre 200 M., 18. Lebensjahre 226 M, 19. Lebensjahre 250 M., 20. Lebensjahre 275 M. Nach vollendetem 21. Lebensjahre erhalten Moschinenschreiber, Fakiuristen. Kontoristen. Expeditionsgehilfen und gleichwertige Angestellte 350 M.. selbständige Biichholter. Korrespondenten und Expedienten 400 M., bilanzsichere Hauptbuchhalter und Reisende 450 M. Dazu werden vom vollendeten 21. Lebensjahre die Berufsjahre bis zur Höchstdauer von 6 Jabren angerechnet und zwar'ür Gruppe I 20 M. pro Iabr und Monat. Gruppe U 25 M. pro Jahr und Monat. Gruppe III 30 M. pro Jahr und Monat. Der Vertrag gilt rückwirkend vom l. September 1919. Zum Stteik i« den Schuhwarenhäuser«. Zwischen den Schubwarenhändlern und dem Zentralverband der Angestellten landen am 13. d. Mt». Verhandlungen statt, die aber zu keinem Ergebnis führten. Lediglich die Firma Julius Barlo« Witz. Münzstr. 24. hat die Forderungen ihrer Angestellten bewilligt, und es wird daher dort nicht mehr gestreikt. Dagegen geht der Streik bei den Firmen Dorndors, M. F. Neustadt. Max Neustadt, Salamander Schuhges. m. b. H., Der Schuh- hos und Karl Stiller» Schubwarenhaus weiter. Arbeiter, unterstützt die streikenden Angestellten im Kampf« gegen das Schar fmachertnm, übt Solidarität. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Sektion 5, Xiantberl-, ck?agerarbeiter usw. der Grotz-Bettiner Metallindustrie. Donnerstag, den 20. Nov. 1912, nachm. 5'/, Nbr, allgemeine vettrauenSmänner-Konierenz in Wille« Festläken, Eebaftiaiiftr. 3g. Tagesordnung: Stellungnahme ur Durchführung de» TeilschiedSlprucheS für Transportarbeiter. Der Wich. igkcit wegen haben all« BetitebsoertrauenSleute vollzählig zn erscheinen. Funktionärtatte legitimiert. Desgleichen gelangen die Kollektivverträge zur Ausgabe.» Die sektionSIcitimg. Deutscher Werkmeifter-V erband. Mittwoch vormitag lt Uhr Ver- sammlung der in der Berliner Metallindustrie beschäftigte« Angestellten im Waldalla-Taal. WeinbergSweg 19/20. A. Borsig. Am Dienstag, den l». Nov., melden fich alle Kollege« zur Arbeit, mit Ausnahme der Lokomotio-Montage, Lackiererei. Zhlinderbau, Follhämnier, Echmiedepressen und derjenigen Kollegen an den 500-, lLOO- und ÄXZO-Tonnen-Piesjen. Di« hier angesührte» Kollegen werden noch benachrichtigt. SirmenS n. Halske. Blockwerk. Vertammlung aller noch außen- stehender Kollegen Dienstag vormittag 10 Uhr Im Moabiter BereinShait», Waldslr. 53. Gestempelt wird in der Versammlung. Siemens». Halske, stvernerwert. Dienstag, 18. lt., vormittags 10 Uhr. Betriebsversammliing aller Ausgesperrten und Abstempelung der Karten in Feibels Fr.sälcn. K otberger Str. 2S(Bahnhos Wedding). Erscheinen aller dringend notwendig. Osrani-Bsrrte. Auszahlung für noch nicht Eingestellte am Dienstag, de» lS.. von 15—2 Ubr im SfreiflokoL Für Eingestellte im Betrieb. Zeit wird noch am ichwarzen Brett bekanntgemacht. Deutsche Detephonwert«. Wert NiederschSnewetde. Die AaSzahhing der Streikunterstützung erfolgt Mittwoch(Bußtaat, vormittag« von 10 bi« 12 Uhr. bei Hellmuth. Berlin, Görlitzer Straße, Ecke Sorauer Straße. Die. Stempelung der Kontrollkarte« ersolgt bis ans weiteres bei Fröhlich, Mus- kauer-, Ecke Zeughosstratze._ Gerichtszeitung. Bestrafte Geschworene. Mit besonderen Schwierigkeiten hatte der Verhandlungsletter der beginnenden neuen Tagung de« Schwur- gericht« am Landgericht II zu kämpseu. An Stelle der ausgelost«» 30 Geschworenen waren«tut 18 erschienen, d,e übrigen hatten ihr Ausbleiben unter Anführung aller möglichen Gründe schriftlich z« entschuldigen versucht. Do» Gericht sah sechs dieser EÄtschuldigungen al« nicht ausreichend an und verhängte gegen einen der sehlenden Geschworenen ein« Ordnung» siraie von 100 Mark, gegen die anderen fünf je 50 Mark Geldstrafe und legte ihnen außerdem die durch ihr Ausbleiben entstandenen— recht erheblichen— Kosten aus. Da e» nicht möglich war. die zur Auslosung der Geschworenenbanl notwendigen 24 Herren zuiammen zu bekommen, mutzte der anstehenden TotschlogSprozeß vertagl werden. flus alier Welt. OvernanffShrnnge» ohne Chor na» Ballett. Im Hamburger Itadttheater sind— wie un» au» Hamburg gedrahtet wird— kurz vor der»Lohengrin�-Äufiührung am Sonnabend die Muplieder des Chors und des BalletlS in den Streit getreten, wert bie Direktion die bereits seit längerer Zeit gestellten Lobn'orderungen nicht be- willigen zn können glaubt«. Di« Vorstellung fand alio ohne Cbor statt. Evenio wurden am Sonntagnachmittag der .Bajazzo" und am Sonntagabend.Margarete" von Gounod ohne Cbor und Ballett geipielt.»m Sonn, g haben er- neute Verhandlungen begonnen, zu denen der Präsiden» der Bübnengenosienschas. Rtckel, au» ver Im eingetroffen ist Vre Darstellung der Opern ohne Chor halte naturgemay statte Kur- zunqen zu. Folge, beeinträcktta.e aber auch da« ubr.ge Ttotzdem war das Tdeater stets ausverkauft und die Letstunaen der Solisten fanden um so lebhafteren Beifall. Räch den Beroffemltchungen der Stretkteitung s»'int tatsächlich da« Chorpettonal fich ,n einer argen Notlage zu befinden,«nderersei!» weist Dr Loewenfeld in einer Zuschrift an die Presie darauf Hrn. dag er ohne Schädigung de» Unternehmens die Forderungen nicht erfüllen könnte. Dt« Direktion bat für die nächsten Tage Wagner-Opern ohne Chor und Ballett angesetzt./- �ugenüveranstaltungen. tzkenkblln. Heute V-S Uhr im Lokal von Schwengel, Elbrstraße 8: � U Ä argen': Patti« nach den Müggrlberge«. Tresspuntt: 7 Uhr pünktlich �?wdneberg. Heute 7 Uhr im.Schwarzen Adler". Hauptftr.>44: Herdslieier. Tinlaßkarten-1.50 M.. anlchließend tanz. Riederschonhausen. Restaurant.Zum Landhaus". Kailer- Wilhelm- StreKe 10. Vortrag:.Ueber Schundliteratur".. Tegel- Heute im Jugenddetm. Babnhotftr. 15: DiSkufftonsabend. Vorträge, Vereine und verfammlunoen. Zentr. f. Einigung. Ri.derichdneweid« abend 7'/. Uhr beim Genossen Räthel. Grünauer Sir. 8. Zab!' und Dts- kutierabcrr» Gäste willkommen. Zablabend der Ortsgruppe ffriedena» k»i viealrr Äeinßöuftra�e, am Freitag abend 8"&1*« «eichspnn» der«riegsde.ch-vig.en. vritz-vuckow Mtt- aliedervet'awmtung Donnerstag abend ist, Übt.stn Lokal A. �baulicestr P9/70.— Berliner Strvctter Schachklub. Mttlwoch 8 Uhr w den Mufiker.«SIen. Katser.Wtlb.lm-Str. 31. Mass-nw-ttkamv.. BeteUi- gung für jedermann. Berantro. f&r->"> redaftiea. teil:«Itt.» Srol«*: chr«"üiflj aioge Betisa' Berta»! BorwirtO-Berla« G.«. b. tz». Bettut. Bruck. BarrnSct*- Buchdruck er ei und Berlagvangoli faul Stveer$»• l» Berlin. LlvdevSr. t HäeeHR* enKse» Nr. 590 ♦ 36. Jahrgang Seilage öes Vorwärts Dienstag,?<« November 1919 preußische Lanöesverfammlung. In der M o n t a g s i tz u n g der LaudeSorrsammlong wurde mit der zweiten Beratung des Haushalts der Regierung fort- gefahren. jiloft-Essen iZ.): Unsere Wähler werden auf die deutsch- nationaienAgitotionsphrasen nicht hereinfallen. Der Abg. Graes-Lnklam sprach von der altpreutzischen Ipariamleit. Diese bat auch ihre Schattenseiten; denn sie ha« in erster Linie dr« Eisenbahnerunruhen ermö, licht. weil die Arbeiter und Angestellten der Eisenbahnen von der früheren Regierung u n v e r a n t w o r t l i ch schlecht bezahlt wurden. Wir tömien es verstehen, datz Herrn Graes die Demokratisierung der Verwaltung und die Anstellung der Beamten noch dem Grundsatz der Tüchtigke't sehr unangenehm ist. früher herrschte aber doch iu den Regierungsstellen und bei den Osfizierkorps eine unerträgliche Protektionswirtschaft, bei der die Katholiken besonders schlecht abschnitten. fSebhafte Zustimmung.) Das Volk begreift nicht, wie solche Zustände, wie die Karioffelnöt und das VerkebrSelend, möglich find. ES ver- langt Arbeit, Brot und LebenSmöglichkeit; vor allem verlangt es aber schärsfit Bestrafung der Lebensmittelschieber ohne Rücksicht auf Stand und B«uf.(Lebhoste Zustimmung.) Dr. Roieaseld hat nicht das Recht, im Namen der deutschen Arbeiterschaft zu sprechen. Die überwiegende Mehrheit der Arbeiterschaft will gerechte Entlohnung, aber keine politischen Putsche und Streiks.(Lebhafte Zustimmung.) So lange die Putschbewegong nicht zur Ruhe kommt, darf man auf den Belagerungszustand nicht verzichten.(Lebhafter Beifall.) DominiruS(Dem.):-Wir wenden uns entschieden gegen daS wl- erhörte dentichnationale Versahren, wenn wir mal wirklich einen große» Mm»« habe«. ihn künstlich nur für einen Teil der Bevölkerung in Anspruch zu nehmen. Das geschiebt durch die Hindenburg-Demon« strationen.(Lebhaste Zustimmung.) Dre Deutschnationalen glauben, sich über die Staatsverfassung hinwegsetzen zu können; sie veranstalten Demonstrationen, während sie von allen anderen die ängstkschsre Beiolgung der polizeilichen Ordnung verlangen. Die antisemitische Propaganda kann man nur vergleichen mit der geschlechtlichen Zoterei in der geiellschait» lichen Unterhallnng; das eine ist so geschmacklos und würde- los wie das andere.(Lebhafte Zustimmung.) Die Art, wie der Abg. Graef-Anllam sich an dem Reichspräsidenten gerieben hat, muß auf alle anständigen Teile der Bevölkerung abstoßend wirken. In der ersten Zeit der Revolution, als ein erhebliches Mißtrauen der Arbeiterschaft sich gegen die Verwaltungen richtete. war die Einsetzung von Arbciterräten zweckmäßig. Jetzt müssen wir aber zu einer allmählichen A u f l ö s u« g dieser Ein- richtungen kommen. Die vraktriche Arbeit der Demicknorionolen widerspricht dem von Graes verkündeten Prinzip der Sparsamkeit. Jsrn HauehaktSauSfibuß haben die Deutschnationalen auS agitatori- schen Gründen außerordentliche Vernwhrung der staatlichen Mittel gewünscht.(Lebhaftes Hört, hört!) Die Beamte« der besetzten Gebiet« im Osten und Westsn dürfen nicht preiSgsg�ben toerdsa. Dem Minister Oeser iwirlen irnc für das Maß von Hingebung, Arbeit und Takt, das er bei der auy,erard!.-!llch schwierigen Verwaltung des Eisrnbahirwesens gezeigt hat.'Lobhafte Zustimmuu» bei den Danolnrten.i Wir begrüßen de» Gedanken einer ArbeitSgemein- schast aller Eise nbohn o rboi tmv-rga-nesatrouen. Die Beschwerden t>«S Aog. Dr. Rosenfdd über den BelazerungSzustand müssen nach- geprüft werden. Wir sind auch weiter bereit, daran mitzuarbeiten, daß sich unser Land durch Arbeit naid Ordnung von der Knrchtrophe erholr.(Lebhafter Boisakl.) Abg. Ludwig(ll. Soz.): Wir halten d»e dcutschnationale« Demonstratio»»« für durchaus berechtigt, denn wir erkennen den BeloyeruugSzustend für loine Pari« ÄS rechtsgültig an. Pressefreiheit muß für alle gelten. Die blutrün- itigsn Plockate Wen Spartakus war«, aber auch nicht aeichnrock. voll; wenn die Nogierwag sie damals für nödig gehalten hat, dann a'�ß sie heute auch Badehosenbilde? für gdchm.Tcktwll erllären. Widerspruch.) Soweit die sozialdemokratisrhen Minister den Be- lagcvungszustrmd dulden, verdienen sie Verechnmg. In der Reichs. weiht haben die mormchistifchen Offizier« schon wieder die Ober- »and. Deshalb hat sogar eine mehrheitssozialistische Bevsammlung in Essen die Absetzung NoSkeS gefordert.(Hört, hört! bei den lln- abhängigen.) Von einer Einigung mit de« Mehrheitssozialisten. kann jederzeit gesprochen werden, aber«ur auf der Grundlage, daß die irgendwie uolksverrätcrisch gewesenen Führer nicht mehr im Wege stehe».(Lebhaftes Hm, Hort!) Ich hsde ausdrücklich zu erklären, daß die unabhängige Partei schon aus ihrem ersten Paris!- tag als Voraussetzung für die Einigung des Proletariats formuliert hat: sie kann nur erfolgen auf dem Boden de» proletari- schen Klassenkampfes, unter Ablehnung der Koalitions- Politik mir dem Bürgertum und der NoSleschen Gewaltpolitik. Niedar mÄ der Reaktion,(Lebhafter Betfall bei den ttnobhän- gigen.) Finangltriniste: Südekum: Sowob! die Ausführungen der äußersten Linken als auch die der Rechten gründe« sich auf da» gloiche Mßverftehe« unserer Zustände. Der Linken habe ich zu sagen, daß die Verpflanzung des russische» Experiments nach Deutschland angesichts der Niederlag« und des uns aufgezwunge- nen Friedensvertrages ein sofortiges Eingreisen unsever Gegner zur Folge hätte. Alle Macht den Arbeiterraten, bedeutet doch auch Kampf gegen die feindliche ltoalition. Deshalb verlangen Lauffsn- bevg und WolfSheim m Hamburg ja-ruck» sine rote Annes und den Kampf gegen die kaprialisrischen Westmächte.(Zuruf von Adolf Hoffmann: Phantast«.— Gelächter bei der Mehrheit.) Nein, daS ist keine Phantast«, sondern das find Tatsachen. Die Diktatur de» Proletariat» müßte unweigerlich mit ein«« namenlosen Elend und mit noch nie! weitergehender Versklavung deS deutsche« SolkeS enden.(Leibhafte Zustimmrung.) Et-wio sieht eS nsk der Illusion S po l i t» k der Rechte». Im Ernst ian« niemand glau- ben, daß das deutsche Volk selbst mir der sehr fraglichen Genebmi- gung seiner übermächtigen Feinde die 22 oemsche« Dynastien wiederhaben will. Niemand kann auch glauben, daß die Entente die Aufrichtung einer Herrschaft deS alten Kaiser«, dem sie nach einem Paragraphen d«S Friedensvertrages doch«nrS Lebe« will, dulden würde. SS fsi denn, gegen ein« Verschärfung der von ihr herbeigeführten Sklaverei DmUschlands. DaS ist ein Spiel mit gefährlichen Gedanken, die von beiden Seiten wie der Funke im PrÄverfaß in Deutschland wirken könnten. Di« Lircke hofft ans die Chimäre der Weltrevolutio«, von der auch mit der Lupe mcht eine Spur zu entdecke» ist.(Leb- hafte Zustimmung.) Unser Volk darf nur von einem Gedanken beherrscht werden: frei werden vom Friedensvertrag, der uns aus- gezwungen worderi ist.(Stürmischer Beifall.) Preuße« hat sich großgehungert, Deutschland wird sich sreihnnger« und freifriste» müssen.(Anhaltende Bdvegung.) Wir können unseren Befreiungs- kämpf nicht mit den Waffen führen, weil man uns die Waffen gsnvmmen hat, wir:nüssen ums vielmehr bei langsamer politische- Arbrn gedulden. ES ist ja noch nie vorgekommen., daß man ein Kv- Millionenvolk, das den Lebenswillen nicht verloren hat. zum Tode verurteilt.(Lebhafte Zustimmung.) Der Arie« densvertrag von Versailles ist nicht das letzte Wort.(Lebhafter Beifall.) Die Völker werden namentlich die .Herrschaft Englands über sämtliche Rohstosfgebiede der Erde nicht lange ertragen. Für unseren Befteiungskamps ist die Methode: Ruhe, Stetigkeit, Ordnung und Entschlossenheot i» unserer Bevölkerung.(Stürmischer Beifall.) Wenn Sie(zur Rechten) eine Spur von G-reckitigksitSgesühl haben, dann müssen Sie sagen, daß die Leistung de? deutschen Volles seit dem 9. November bis heute bewundernswert ist. Di« Partei- unterschiede brauchen racht verwischt zu werden. Aber der Wieder- aufdau ist nur miMch bei der Unterordnung der eigenen politischen Aspirationen unter die Bedürfnisse der Geiamthsit. Daher kein« .Handgranaten von links und lerne Verschwörung von recht». (Stürmischer Beifall bei dar Mehrheit. Große Unruhe bei den Utt- abhängigen und den Deutschnationale«.) Da» ganze Volk muß sich in dem Willen zusammenfinden: herauszukommen«nv dem Elend. Dazu bedarf es scharfer Einschätzung der einmal vorhandene» un- adänderlichen Ta�rhen und der Verzicht auf die schlechte» Ge» wohnhefte« der JLu'wuspolirik.(Lebhafter, sich wiederholender Deisall.) Wg. Dr. Leidig(D. Bp.): Bei dem Münster Home beernfffm wir den guten Ton. Ebenso in der lvzietdemokvatiichen Press«. Wann wird die preußische Regier«, pg endüch die angekündigt«, Ge- setze vorlegen und tn« angenomumnen verössenKichen? Abg. Dr. Hoetzsch(Dnüt. Bp.): Der Minist« deS Firnern hat am Sonnabend meiner Fraktion gegenübsr die gesellschaftlichen Formsn verletzt.(Gelächter.) Wir denken wicht an Degen revolu- tton.(Widerspruch und stürmische Heiitorkeit links.) Danach vertagt sich daS Haus auf Diensing 10 Uhu Rheinlandsinterpellation, Weiterberatuny. Schluß 6 Uhr._ Groß�erlln Kein Attentat auf Ledebour. Neber die gestrigen Borgänge vor dem Aeichstag erhatte» wir folgende Darstellung: Nachmittags 2.15 Uhr wurden drei Militärpersonen von Beamten der Sicherhcitswehr in Schutz- hast genommen, da sie angeblich vor dem Reichstag ein Attentat auf Ledebour ausäben wollten. Die sofortige« Feststellungen haben ergeben, daß von einer Ab- ficht, ein Attentat auszuüben, keine Rede sein konnte. Als Ledebour das Reichstogsgebäude verließ, erschölle« Hochrufe auf ihn. Ein Zivilist und ein Offizier der Reichswehr riefen:„Nieder mit Ledebour ff Daraufhin drang die Menge auf den Offizier ein. dem zwei Soldaten der Reichswehr zu Hilfe sprangen. Die Menge war bald beschwichtigt. In diesem Augenblick fuhr Ledebour mit der elektrischen Bahn nach Haufe. Als sich der Reichswehrosfizier ebenfalls auf eine Elektrische begab, holte ihn die Menge von dort herunter, weil ein Zivilist immer wieder rief:.Ein bezahlter Spion! Schlagt ihn tot!� Daraufhin wurde der Offizier von der Menge angeqrif.fen; wiederum eilten die beiden Soldaten dem Offizier zu Hilfe, wobei einem der Soldaten der Revolver auS der Tasche gerissen wurde, den er nach kurzem Handgemenge wieder an sich nahm. Beamte der Sicherheitswehr griffen ein und nahmen die drei Reichswehrangehörigen in Schutzhaft. Tie Generalversammlung der Konsumgenossenschaft. Wegen de» starken Andranges von wichtigem politlicken Material ist e» uns leider nicht möglich, in dieser Ausgab« einen aus führ- lichen Bericht über die gestrige Generalveisammlung zu bringen. Wir beilbränken uns auf die Wiedergabe des Resultats der Aufsicht»- ratSwahl. Abgegeben wurde« 3846 Stimme». Dave« erhielt die Liste der U«abhänglgr« 2431, dir Liste der S. P. D. 1403 Stimme«. 12 Stimme« wäre»»»gültig. Die neue Erhöhung des Strassenbahntarifs- Zu den Beschlüssen, die der Ausfichisrat der Großen Berliner Straßenbahn in seiner letzten Sitzung über die Notwendigkeit einer weiteren Tariferböbnng gefaßt hat, erfahre» wir. daß eine solche Erhöhung in diesem Jahr« noch nicht zu erwarten ist. sondern erst zum 1. Januar 1920 in Kraft treten dürste. Zunächst hat sich auch noch die Berbandsversammlung Groß-Berlin mir der Frage zu beschästigen. Sie muß den Haushaltsplan der in die Verwaltung des Verbandes übergegangenen Großen Ber- linrr Sti aßen bahn für da« Kalenderjahr 1929 beraten und verabschieden, und eS ist beabsichtigt, zu diesem Zweck eine Sitzung der Berbandsversammlung in der zweiten Hälfte des Dezember einzuberusen. In diesen Voranschlag soll der erböhir Taris eingestellt werden, um einen Ausgleich für 1920 zu erzielen. Bereits dem Ausstchtsrat ist mitgeteilt worden, daß das laufende Jahr infolge der Lohnerhöhungen und der häufigen Streik« mit einem erheblichen Fehlbetrag abkckkießen wird. Aber auch die Skromkosten find gewaltig gestiegen: von 6 Millionen in frühere« Jahren«uf 44 Millionen! Der Fehlbetrag von etwa IS Millionen, wie er sich für 1919 ergebe» wird, ist angesichts dieier Tatsachen nicht verw«nderlick>. Dazu kommt, daß über die Lobnfrage der Straßenbahnangestellten neue Ber- Handlungen notwendig find. Die Straßenbahner haben, wie be- könnt, den erst im Sonnner abgeschlossenen letzten Tarifvertrag zum LI. Dezember 1919 gekündigt. Die Tarifverhandlungen werven iu den näckiften Tagen beginnen. Ob e« unter diesen Umstände« möglich sein wird, mit einer FahrpreiSerhöhung auf 2» Bi. auSzu« kommen, ist sehr fraglich. ES besteht leider die Hobe Wahricheinlich- keil, daß ein EinbeitssahrpreiS von 30 Pf. vorgeschlagen werden wird.— Zum 1. Januar 1930 ist übrigens in Aussicht genommen, Montrose. 24) Detektivroma« do» Sven Slvestad» AIS Krag und Keller mit dem Toten allein geblieben waren, betrachtete Keller schweigend das Gesicht deS Er- mordeten. Dann sagte er: .Ich begreise nicht, daß wir diesen Mann jemals kür einen hervorragenden Priester gehalten haben. Sehen Sie nur die Zuge des Unglücklichen, sind sie nicht ei» schlagender Beweis für das Bild eines verfallenen Trinkers? Warum mußte er ermordet werden?' „Er war ein Trinker/ sagte Krag, ging umher und schwatzte Dummheiten. Das ist vielleicht Erklärung genug. Unter dem Einfluß des Rausches war er geschwätzig, und anderen Menschen wird es nicht gepaßt haben, daß dieser «Schwätzer frei umherging. Vielleicht wußte er zuviel, ja. sicher wußte er zuviel. Darum mußte er aus dem Weg ge- räumt werden. Hätten wir ihn noch eine Stunde für uns Schalten, würde er uns vielleicht die Lösung des Rätsels gegeben haben. Während wir mit ihm auf unserem Zimmer Uusiun schwatzten, haben die Verbrecher sich bereits in uuserer Nahe herumgetrieben. Wahrscheinlich unserm Ge- sprach gelauscht, ein unheimlicher Gedanke. Sie sahen wohl ein. daß ihre eigene Sicherheit in Gefahr sei. solange der gute Profesior frei umherging und in seinem betrunkenen Zu- stand alles auSjchwayte. Sie beschlossen ihn aus dem Wege zu räumen und sie führten ihren Plan so schnell und schlau durch, wie ich selten etwas erlebt habe. Daß sie aber so viel auss Spiel setzten, überzeugt mich wiederum davon, daß diese seltsame Geichichte eine tiefe Tragödie enthält. Ich fürchte, lieber Freund, daß der wirkliche Abbü Montrose nicht mehr am Leben ist." „Ich bin fest davon überzeugt, daß er tot ist/ antwortete Keller,„nur begreife ich mchr. warum diese gefährlichen Ver- brecher sich just Abb« Montrose als Opfer ausgesucht haben. Weun Verbrecher ans Werk gehen unter der Voraussetzung. daß Menschen aus dem Weg geräumt werden sollen, pflegen sie meistens mit größerer Beute zu rechnen, als mit der, die ste bei Abbä Montrose zu finden erwarten konnten.* .-Vielleicht*, bemerkte Krag nachdenklich,.tst baS 8er- � Schneeball gewachsen, der im Rollen ist. An- sanglich habe» sie vielleicht mzr eme» gewöhnliche» nächtliches Einbruch in der Wohnung deS Abbös geplant, da sie wußten. daß die Gemeindegelder, einige Tausend Kronen, sich in feinem Geldschrank befanden. Sie wurden indessen von dem Abbö überrascht, und um sich zu retten, haben sie ihn aus dem Wege räumen müssen. Darauf haben sie de» verrückten Professor unschädlich machen müssen, weil er sie in Gefahr brachte, sie mit seiner Trinkergcschwätzigkeit auSzu- liefern* Keller lachte. „DaS klingt ja ganz logisch,* sagte er.„fft eS aber nur scheinbar. Ihre Erklärung hinkt. Warum begnügten die Verbrecher sich nicht damit, den Abbä totzuschlagen? Warum schleppten sie ihn auch mit sich? Oder wäre der Fall denk- bar, daß er lebte und wie ein merkwürdige? Affe über daS hohe Gartengitter geklettert ist—? In Gesellschaft der Ver- brecher? Und wie kämen so schlaue Verbrecher, wie diese anscheinend sind. dazu, solchen armen Toren, wie den verrückten Professor, zu ihrem Mitschuldigen zu machen?* »Eitel Rätsel.* antwortete Krag. Und indem et den Toten abermals forschend betrachtete, fügte er hinzu: „Dieser Maun hätte uns fast die Lösung deS RStselS ge- gegeben. Sein Tod hat ihn daran verhindert. Dennoch glaube ich. daß sein Schicksal uns helfen wird. Er wohnte hier in der Nähe bei der Gemüsehändlerin Großmann, wie Rudolf mir gesagt hat. Die Gemüseläden werden heute am Sonnabend spät geschlossen, wir werden Frau Großman« sicher noch a»treffen. Wenn wir etwas Näheres über daS Leben dieses sonderbaren ManneS erfahren, werden wir sicher auch Näheres von dem Drama, in dem er mitgespielt hat. zu wissen bekommen." Da erklangen Schritte auf dem Korridor, und ein Polizeibeamter kam herein und teilte mit. daß das Publikum unten im Cafs wütend sei. weil man es zurückhielte. Er bat um Znstruttion. „Was sollen wir mit diesen Menschen fragte Keller. „Allesamt können wir sie ja doch nicht verhaften, dazu haben wir kein Recht." Er zeigte aufs Fenster und fuhr fort: ..Die Mörder, die einzigeu Personen, die nuS interessieren. haben sich schon auf diesem Wege davongemacht." „Und sind jetzt über alle Berge" fügte Krag hinzu. „Schließen Sie die Türen auf. Schutzmann, und geben Sie den Leuten im Taft bte Attthett. geh« kann geh«, wohin «S th« beliebt." „Bielleicht der Wirt," meinte Keller fragend. Krag aber antwortete: „Ein Mann mll solchem Körpenimfang flieht nicht.* Nachdem er dem Schutzmann noch Verhaltungsmaßregel« wegen deS Toten gegeben hatte, verließ er mit Kell« zu- sammen daS Zimmer. Unten im Cosa nahmen sie Rudolf mit sich, damit er ihnen ben Weg zu der Gemüsehündlerin Grvßmann zeigen konnte. Die Bar war übrigen? in einem Zu- stand vollkommener Auflösung. Die Mädchen standen eingeschüchtert iu einem Hausen hinter dem Schenk- tisch, das Morgengewölk saß unbeweglich hinter seinem blitzenden Mix- Apparat, mit Flüchen geladen, es wahr ge- fährlich, in feine Nähe zu kommen. Und der ganze bunte Schwärm von Chinesen und Juden. Schlangenmenschen. Lust- königinnen und Löwenbändigern redete durcheinander, man hörte Flüche und Schimpfworte in allen Sprachen. Mitten in dem Wirrwarr aber standen zwei riesige Schutzleute unbeweglich und unbestechlich. Dann kam der Befehl, daß die Türen geöffnet werden sollten, und um dem Befehl Nachdruck zu geben, wurden sie weit aufgerissen. Die säuerliche, kühle FrühlingSluft strömte ins Cafe und machte die Mädchen frösteln. Sie fingen an zu niesen und kletterten auf ihr« Taburetts. In der Dämmerung draußen auf dem Fußsteig sah man neugierige, fahle und glotzende Menscheugesichter. Po« dem Luftzug getragen, kam der frische Lärm stoßweise in seiner Manigsalttgkeit in das eingeschlossene schwüle Cof6... Fetzt aber erlebte man das Sonderbare, daß in dem Augen- blick, wo der Weg frei war. niemand sich gut- willig entfernen wollte. Nur ein paar ältere Spieß- bürger. die kühn diesen Ort aufgesucht halten, schlichen sich gedrückt davon. Da rief das Morgengewölk: „Schließt die Türen!* Die Türen wurden geschlossen, aber aus freiem Antrieb. Der junge Herr mit der goldenen Kette am Fußgelenk nahm wieder auf dem Taburett vor seiner Angebeteten Platz. Die Gäste sammelten sich um die Tische, denn alle hatten das Bedürfnis, beisammen zu sei» und daS Geschehene zu besprechen... Da aber waren Krag und Keller, vom Kellner Rudolf geführt. bereit» bei der GanüsebSndleri« angelangt, die im Begriff Wor ihre* LadkN IN kstÜCnOL ffiorti folgU eine allgemeine Neuregelung aller Groß-BerNner Straßenvahntarife vorzuehmen._ Schon wieder ein Franenmord. In den gestrigen Mmgei, stunden wurde in Charlotten« bürg der Mord an einen, Slrastenmädchen entdeckt. Die 47 Jahre alte Näherin N e tz k e bewohnte in der Kr u m m e st r a st e 33 seit längerer Zeit die im Erdgeschost gelegene Wohnung. Als gestern morgen ihre Auswartefrau die Stube betrat, fand ste die N. tot au? dem Schlassofa liegen. In der Wohnung lag alles durch- wühlt. Der Verbrecher, der sein Opfer mit einem Hand- tuch und den Händen erdrosselte, scheint eS offenbar auf bareS Geld abgesehen au haben. Ob und wieviel er gefunden hat, steht noch nicht fest. Die zum Teil guten Herren- und Damen kleider, die in der Wohnung hingen, hat er nicht mitgenommen. Einen Schrank hat er mit einem Brecheisen, daö noch vorgefunden wurde, gewaltfam gesprengt. ES must damit gerechnet werden, dast der Mörder die Oertlichkeit und die Verhältniffe schon vorher genauer gekannt haben must. DaS Verbrechen ist wahrscheinlich in der Nacht zum Sonntag verübt worden, denn die Sonn- tagSzeitung war von dem Mädchen noch nicht aus dem Brieftasten genommen worden.__ Keine Erhöhung der Braunkohlenbrttettpreise. Die von verschiedenen Zeitungen gebrachte Meldung, dast ein« Erhöhung der Braunkohlenbrikettpreise vom 15. November 1919 eintrete, ist, wie die P. P. N. von amtlicher Stelle erfahren, nicht zutreffend. Den östlich der Elbe gelegenen Sraunkohlenwerken war auf ihren Antrag eine Preiserhöhung in Aussicht gestellt worden, falls die vom RetchSwirtschastSministerium zu tätigende Nachprüfung eine solche berechtigt erscheinen liest. Die Ergebmffe der daraufhin angestellten Untersuchungen rechtfertigen ein« solch« Erhöhung nicht. Der ReichSwinichaftsminister hat infolgedeffen seine Genehmigung dazu versagt. ES bleiben demgemäst die bisher bestehenden Preise für Braunkohle, Braunkohlenbriketts, Grudekoks usw. in vollem Um- fange in Geltung. Auch wir hatten die Meldung von einer Erhöhung der Brikett- preise gebrachte Und zwar war uns die Meldung drrekt von der Kohlenstell« Grost-Berlin zugegangen. Nach der obigen Mitteilung scheint also die Kohlensteile ielbst nicht informiert gewesen zu sein, dast eine Erhöhung nicht stattfindet. ES ist äusterst bedauerlich, dast solche falsche Meldungen»an amtlichen Stellen verbreitet werden, andererseis kommt in diesem Vorgang klar zum Ausdruck, wie wenig die Behörden untereinander m Verbindung stehen. Der Ka«pf gegen den Schnee. Die städtische Strastenreinigung hat den Kampf gegen die niedergegangenen Schneemengen gestern etwas energischer auf- genommen. Es wurden nicht nur über 1000 Arbeitslose mehr als in der vergangenen Woche eingestellt, sondern auch alle gröberen Fuhrwerksvefitzer wurde» aufgefordert, ihre Wageu in den Dienst der Slrestenreinigung zu ft eilen. Auf diese Weise ist»S möglich gewesen, etwa 250 Fuhrwerke lediglich mitdem Abfahren von Schnee zu beschäf- tigen. Greste Reugen sind in den Landwehrkanal und in die Spree geschüttet worden. Von heute ab soll aber hiervon Abstand genommen werden, da die Wasserpolizei Bedenken hat, Schneeenafien, die schen einige Tage auf den Strasten liegen, in die öffentlichen Bafferstrasten schälten zu lasten, weil damit natürlich auch allerhand Strastenunrat mit in die Flustläufe kommt, was in hygienischer Beziehung zu Bedenken Anlast gibt. Der Serkehr auf de« vororleisenbahnen ist auch gestern noch recht unregelmästig gewesen. Die ALterzüg« laufen schon regelmästig« ein, aber immerhin werden au« der Provinz noch gr oste Störungen gemeldet. Die Neben« und Kleinbahnen in Osthavelland haben den Beirieb gestern wieder aufge- nommen, die Reinickendors-Liebenwalder Bahn konnte ebenfalls Wieder einige Züge verkshren lassen. Die Direktion hofft, dast sich beute der Bertehr wieder fahrplanmästig abwickeln kann. Die Itrastenbahn verkehrt seit gestern nachmittag wieder auf den meisten Strecken mit AnHangern. Ei« sechsfacher Raubmörder gesucht! In der Nacht zum 29. Oktober ist der f e ch S f a ch e R a u d- mörder Theodor I e s o r S k i aus dem Gerichtsgefängnis Neuruppin ausgebrochen. Der Regierungspräsident in Potsdam hat auf die Wisderergreifung des Mörder« eine Belohnung von 2000 M. ausgesetzt._ Erob-Berliuer Lebensmittel- Berlin. Milch. Heute auf ftmderkarte AI 1 Lt., A II•/. Lt., B I'I, 21, B II l/4 Lt., A-Karten für werdende Mütter•/- 21, Kra Denkarten werden voll beliefert. Auf'/.-Lt-Krankenkarten bis 20. Noo. an- stelle von Frischmilch•/, Lt. Sproz. dänische Feitmllch, die mit Räckstcht aus ihren hohen Fettgehalt ein« dretsache Verdümnmg er jähren kann. Brot statt Kartoffeln. Wie verlautet, soll Bei Erschwerung der Kartoffelzusuhr durch die Witterungsverhältnisse an Stelle der fehlenden Kartoffeln eine höhere Brotyuote zur Verteilung ge- langen. TchSnebeeg. Die Stadtverordnetenversammlu«, imherte fich gestern über denRistbrauchderSchuljugendzudeutsch. »rationalen Hindanburgdemonstrationen. An» fragen der sozi aldenrokr a ti scher, und der demokratischen Fraktion verlangten vom Magistrat Auskunft über diese« auch im Schöne- berger Werner-GiemenS-Realgyinuastmn vorgekommenen Unstig. Dr. He u st(Dem.) wünschte, dost einer Wiederholimg vorgebeugt wird. Freier(Soz.) betonte scharf die Pflichtverletz ün� der Pädagogen, die im der Unterricht»geit die Schüler zur Demonstration lauf«? besten,«td forderte panfioruslose DienstmU- lastung dar Schuldige«. H-wr handle es sich mn«ine ganz planmästig orgwnifierte Denumswattan der Drmschnaeion cAm, die sich hinter den Schulen versteckten. Oberbürgermeister Dominien«: Der Stellvertreter de« Direktor« hat auf Wunsch deö Dcutfchnationafcn JugendbundeS II Schüler der Oberklaff«««ff 2— 3 Stand«, beurlaubt. aber ebonf»««h t Schülern«uf ihre« dan« geäu starten Wunsch,«inen Urlaub zur Toilncchme«t Haaseö Bestattung gewährt. Am nächsten Tage baten alle Schüler um Urlaub zur Hindonburgdemonftration, der auch auf Beschlust de« Lehrer koll«. gitunS don# Oberklaffen auf 2©tunton erteilt wurde. Das Dienst- ?ntlassung»recht bat nur die staatliche AufstchtSbohörde. Au« der Debatte ist bemerk«rswem die Erklärung de« deutfckstwlksparteilichen Dr. Teufer, der auf Genosse Freier« Spott, am 9. November 1918 habe den rechtsstehenden' Parteien J)et Mut gefehlt', antwortete:.W»il wir nicht orgonisiert wäre« und weil da- mak? wnssoe yngend im Schützm�obo», warl' Der deutschnatiimche Prof. Pflng dehanptot-: Die Sache ist gantz stwntan ven der Jugend ausgegangen. Wer jetzt noch bohauptet, e« fvi eine Partei- politische Veranstaltung, den«eAäre ich für ein«, Lügner und ver- lsurrdor. Zobel(Dem.) rief dazwischen: Ich■srtäve«S für ein« deutschnadionale Hotz«! Pflng: Dann stkch Sie«m AtIuor«nd Aerleumder! Zobel: Sie sind«t« Halunkel Pftug strnd keine Antkoor: und setzte in mintzor lautem Tone seine Rode fort. Will- berg fll.©oz.) nannte auch die Beurlaubung zu Haas»» Be- stattung uttguläfstg. I« ein,« Gopraffel von p«ckbnstch»n Be- merkunqon kam«S nochnnchS zu Zusanunenstbsten mit Eine Anfrage der sozio t-�unok»wisch«, Fraktion betraf die AuShobung eine«©pielklubS fti Schöneberg, der eine Wohnung mit zahlreiche« Zimmern innegehabt hatte. Osftmgt wurde, warum da nicht d«s RobnungS- amt rechtzeitig eingefchritte» fet. D« Ra�IstrotZ. tveter antwortete, er habe ntch« davon gBwnstt.— Bei«oner Magistrate orlaze«if Zahlu?� etnrs Borfchusfe» an Ma- gi strotSrnstg bieder, Beamte, ständige Angefwllte und Lchrversone« bi« zuc GehaltSregelung wiederholte Zobel(Demokr.) leine schon öfter eufaestellte Fooberun» die Gchältor nach dem Fcnnslieustand»« starfeln. T r d m« n n(Sog.) widorfprach und empfahl für kinderreiche Familien weitgehend« Steuererleichte. rungen, auch Bereitstellung billiger Wöhningen. Di« Mehrheit der Beamten selber verwirft die Staffelung. Der Antrag Zobel wurde abgelehnt, die Magistratsvorlag- würbe einstimmig angenommen.! — Zur Bekämpfung der W o h n u.n g S« e t»tll der Magistrat, weil di« Fertigstellung von Häusern in der Kolonie Lindenhof sich' verzögert hat. Holzhäuser für 1 Million Mar? errichten. Kaspar(©oz.) wies auf da» Unzulängliche dieses Notbehelfes hm, der jetzt ien Mangel duochgreifendor RastregÄn Vordecken soll. Er forderte unter«mdere« mehr Beschlagnahmen von Luxuswohnungen.©tadt«at Dx. Lange versprach, der Magiftrvt werde alle Möglichkeiten der WohnemgSvermechoung aus- nutzen. Die Bedentzen miroarkicher Stadtverordneter gegen die ZwangSeinquarikerung führten zu edier kangen AuSein. über diese Mastregel, die Freier sGoz.) mit einer deS WohnungSelenvS begründete. Die sozialdetnokratif VuSeinrnTherfetznng einer Schilderung Wohnungselends begründete. Die fozialdenwkratifche Fraktion beantragte, die Million für WohmmgSbauken zu bewilligen, ohne sich auf Holzbauten festzulegen. Es wurde fo beschlossen.— Hroß-Serliner Parteinachrichten. •Iterftr. 28: Sitzung iKedSlnnlj dient als 8«.«dt. Heute abend«>,. Mr bei R»mke, der Bezirlöjühmr und LetriebS»e»tra««nSicute. Legt« maiion. Alarienfelde. Heut» 8 Ahr bei Mmmtz: Mitgliederversammlung verbunden mit Lichtbildervortrag. Siutottt frei Sriefkaften öer ReSsktion. Sprechzeiten dm furistifche« Sprechstunde: Montag, Mittwoch und Freitag 2— S Uhr; Dienstag und Donnerstag 3— 6 Uhr; Sonnabend 3— 5 Uhr. B. W. 2«. Die Weiterversicherung bätte nur Zweck, wenn mindesten« 100 Beitragswochen mit«rund der Bersicherunzspflicht(»leiftet sind— ®.».-----'"""---- kommen rungZamt Oewlnu- Auszug der 14 Preiiss.-Ssdd.(240. Prenss.) Ktessen-Lotterie B. KImm 10. Zlebunetisg IT. Xomtib*i IB19 (Ohne OewBhr.) [n der VoanduanMlehuBc 4 Ofvhmt n IWO# • CeiviBtit«85 In der SnokralNnssriefconc en»*" Oewin«. aber«49 Itnik«OM««- 44«evteB. r 11240« Li 6494 98089. W» 175281 l8tlM 184884 248« 92878 84474 4788« 8 70886 7 10081» 18727« 131119 130800 187710 18*78» 23471 M« K 1?« hu 14844 5491» 14840 I 801*8 Wv» SM41 44400 44086 4440« MV 2tt 18! 207755 224044 Das rein natürliche Minerstwasier �Staatl. 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Trägt sie der Mann in den besten Jahren, so glaubt man einen Bankdirektor, einen Rittergutsbesitzer oder einen Herrn vor sich zu haben, der gewohnt ist, sein eigenes SO-?S.« Auto zu lenken. Den jungen Menschen mit einer Hornbrille halte ich. wenn er flott aussieht, für einen Sportsmann, wenn er ge- lasten erscheint, für einen MillionärSi'ohn. und wenn er nachdenklich erscheint, für einen Doktor. � Biel« Leute, die ich darum befragt habe, fühlen ähnlich wie ich. Mein besonderes Entzücken hat«ine Hornbrill« erregt, die ein Bekannter trägt. Es ist eine ganz neue Form der Firma Optiker Ruhnke, die das Ehrwürdig-Eolide mit dem Modernen vereint. Ei« ist nicht so plump wie die alte und patzt sich doch der Gesichtsform auch bester an, was gerade für den richtigen Sitz der Gläser von Porteil ist. Wer solch eine Brill« einmal aufprobiert hat, der will gewitz keine andere mehr tragen, er wirft die alte in die Ecke, selbst wenn es«ine golden« ist. Um so mehr, wenn die alte ihm den Nasenrücken �wund gedrückt hat, und vor allem, wenn er erst empfindet, wie wohltuend die grotzen runden Scheiben wirken, besonders, wenn er die gewölbten Punktorik-Menisken benützt. Der weit« Blick, den man damit hat! Man empfindet den Rand nicht als- störend, und auch die kalten harten Metallteile fühlt man nicht auf der Nase, und dabei ist die Brill« so wenig auffallend und doch so behaglich. Diese Ruhnke-Hornbrillen sind so recht geschaffen für Leute, die das Praktische und Zweckmätzige lieben, ohne sich dabei verunstalten zu wollen. Aber eine wahre Wohltat find diese Brillen geradezu für alle empfindsamen Personen, seien eS solche. die au« Zartgefühl oder Wohlerzogenheit jede un- angenehme Berührung scheuen, seien es nervöse oder solche, welche die Annehmlichkeiten d«S Leben» zu schätzen wisten. Sie alle werden die neue Ruhnke- Hornbrill« als wahre Erlösung von der Oual ihrer alten Brillen und Kneifer hoch zu schätzen wisten. Dies« Brillen werden in Horn, in Zelluloid und auch in echtem Schildpatt gefertigt. Optiker Ruhnk« hat also auch hierin für sed»n Geschmack und für jeden Geldbeutel gesorgt. Wer fich von seinem Augenglas nicht mehr thrannifieren lasten will, aber doch aus«ine vor- nehme, zweckmätzig» und gutsitzende Brille Wert legt, der laste sich die neuen Hornbrillen von Optiker Muhnke in einem seiner unten aufgeführten L2 Go- slväfte zeigen. Sie verschaffen jedem das BeHags« der guten alten Zeit, wenigsten« in bezug apj seine Augengläser, und outzerdem verleihen sie dem Träger noch den Ausdruck von Gediegenheit und Zuverlässigkeit, den' fich heut» in der Zeit der Schieber nur jeder wünschen kann. Um unnötige Nachfragen zu vermeiden, folgen nachstehend unsere GeschättSadressen: 0: Am Alexanderplatz, Am Spinelmarki! W: Leipziger»lr. US, Friedrlchstratz, 193«, Linkstratze 1. 0: Frankfurt«- Allee 14. S: Kottbuler Damm 10. N: Invaliden« strotze IS», Jnvalidenstr. 117, Ebausteestr.?2, Schöw hauser Alle« LI, Knedrichftr. 106. BW: Belle» Allianc«- Str. 4. NW: Friedrichstr. 150. SO: Oranienstr. 44. Charlotten bürg: Joachims- ihaler Str. 2, Tauentztenstr. 15. Friedenau: Nheinstratz« IS. Wilmersdorf: Berliner Str. 182- 188. Echöneberg: Hauplstr. 21. Neukölln: Bergstr. 4. vyemdsll». Fidelio, Anfanf 7 Schanspielhans. Maria Magdalena. _ Anfang 7 Uhr._ Direktion Max Reinhar«» Uentaclies Theater. Jaakobs Traum. Mittwoch 6>/> Ohr: Paust I. K a in ia erspiele. Die BSctise derPanilsra Mittw. 7>/,i Oespenstergonale. Theater 1. a. KöniigrStzerStraüe 7 Uhr: Ein Traumspiel Mittwoch: Ein Traumspiel Donst.: Schloß Wetterstein Freit.: Schloli Wctteratela Sonnb,: Schloß Wetterstel« Komödienhaus •Z,» U;: Llselott t. d. Pfalz. Donnerst.; Llsclettv.d.Pfalz Freitag; Uselott v. d. Pfalz Sonnabend, zum I.Male: CJ-z Lustspiel von OlC» Georg Reicke. (Erika Oliasner, Reinhold Schänzel, Heinz Stleda, Leonhard Haskel, Gustav Botz) Sonntag: Sie. Mont.: Llselott t. d. Pfalz. Dienstag: Sie. Berliner Theater 7.10 u.: Bummel> Studenten Central-Thyater Kotnmandantenstr. 57. 7»/. uw: Ke Faschinpslee. Dcntnchoa Opornhans 7 uhr: Mlonon. Die Tribüne 7v. uhr:„Die Wandlung." Eden-Theater Aitejakobstr. 3a 7\:„ö. Ä. w. B." Frledr.- W II h e I mnt.Tli. w.uhr: firetchen. Kleinen Theater. u;- Er kann nleM iieledlen. Kl. Mehanoplelhaaa. �Albino und Aujast oder: Freut Euch d. Lebens Komlsehe Oper 7v, u.: Liebeszanber. Lnstsplelhans Arnold Rleck In: Jft: De? GroUstaiMsvallBr Äetropol-Theate*. 7 Uhr: SjblU \coea Opepcttonbanb* 7v,u.;llleDaine tob Zirkus. Hchiller-Theat. Charl. 3 Uhr: Braut vaa Messias. T'/sUhrfieilinntiniuiciiis Thalia-Theater 7r, im Krematorium Gerichtstraße fttm. äiijb SozialdcmoKrstillicr Vfrci» Beitio(S.P.D.) Uns» Mitglied Bewernick wohnhaft Reinickendorsrr S! raste Z6, ist amll.Oltober Iv üi verstorben. 2VZ IL Ghre feinem Andenken! 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Fernsprecher: Moritzplatz 6176. ~ Geöffnet"?— 5 Uhr. Sonnabends 9—2 Uhr.«.»— Rat u. Auskunft kostenfrei in allen Fragen der Feuerbes'attung. Eintritt 1 Mk. MonatsbeitragaOPt Nach einjähriger Müglledschaft kostenlose Einäscherung und Beisetzung der Aschenkapsel. Aufnahme bis 50 Jahre auf allen Zahlstellen, über 50 Jahre zu besonderen BediogunBen. Nach gsjähriger Mitgliedschaft Beitragsfreiheit. Ohne ärztliche Untersuchung. Am Totensonntag, den 23. November 1919. im großen Saale des Stadihauses, Eingang Kiosterstrasse: �Totenfeiern Festrede: Herr EWALD VOGTHERR Mitwirkende: Herr ERNST HIMMEL, Harmonium Herr OSKAR GRUNDMANN, Cello Köhlersches Doppelquartett Einlaß S Uhr. Anfang 6 Uhr. Karten i 50 Pf. in der Oeschäftesfeilt Der Vorstand. H. Müller, Vorsitzender, Cuxhavener Stf. 15, ' 1...•»'•i.ff V;. .' t..-r-f. Brennende fragen stnb et, die jetzt Überoll mit Letdenschaftiichfeit»rbrte« werben. 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