Ulf* 593. Bezugspreis t T-erttljShrU 10,50 frei in» bau», oortui» v»I>!l>075 Mi, bei täglich einmal. Zustellung 8,75 Ml. Postbestellungen nedmen an Dänemari, Solland, lluremburg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Poft-Zeitunge-Preieliste. Der„Vorwärts" mit der Sonntag»- beUage„Voll u. Zeit" erfcheini wochentäglich zweimal. Eonmag» einmal. Telegramm-Adrefse: jSozialdeinotcal Berlin". Morgen Ansgabe. 15 Pfennig) Berliner Dolksblatt Zentralorgan der rozialdeniokratircben Partei Deutfchlanda ' Anzeigenpreis: Die vchtgefpaliene Ronvareillezeile kostet ILO M, Teuerung»zufchlag 80°/«. «Sleine Anzeigen", da» fett- gedruckte Wort 75 Pfg.(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jede» weite e Wort 50 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen da, erste Wort 85 Pfg, jede» weitere Wort«0 Pfg. Worte über 15 Buchstaden zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50°> Familien-Anzeigen, politische und gewerkichastllche Perein»- Anzeigen ILO Ml. die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 8 Ahr nachmittag» im bauptgeschäft. Berlin SW 88, Lindenstratze 8, abgegeben weiden. Deöffnet von 9 Uhr früh bis * 5 Uhr abend». mmit ->' Neöaktion und Expedition: SW. 2indcn|tr. 3. Kerniörcrtier: Ami Moritivla«, Nr. 151 i>v— iai il7. Donnerstag, den ÄO. November 1919. vorwärts-vsrlag G.m.d. h., SW. bS, L!ndenstr.3. Zserusprccher: Amt Aioriuplah. Nr. 117 3�—51. en Dk vor einem Jahre! Zeitgemäße Erinnerungen. „Freund, jetzt ist's Zeit, zu lärmen!" Jedenfalls halten die Deutfchnationalen die Zeit dafür gekommen, zumal dieses Wärmen anscheinend heute doch nicht mehr gesährlich ist. Heute trachten sie danach,„den Mann auf der Straße" zu spielen, heute spielen sie ein wenig Ecgenrevolution. Frei- lich, sie spielen nur, denn zur wirklichen Aktion fehlt ihnen ja doch der Mut. Und ein neuer Tag des Umsturzes verlangt heute von denen, die mn ernstlich wollen, eine Fülle von politischem und persönlichem Mut, die ans Uebermenjchliche grenzt. Diese Mutsülle ist aber,'das haben uns die Zdovem- bertage des Jahres 1918 gelehrt, in den Kreisen nicht zu finden, die heute schwarz-weiß-rote Fahnen trogen, die heute „Hoch Hindenburg!" und„Nieder mit dem Untersuchungs- ausschuß!" rufen. Es erscheint deshalb zweckmäßig, einmal Erinnerungen auszugraben, die aufs deutlichste die A n g st z u st ä n d e jener Kreise zeigen, die heute nur des- halb so entsetzlich schimpfen, weil sie im November 1918 so entsetzliche Angst ausgestanden haben. Am 9. November 1918 war wirklich der letzte Rest all- deutschen„Heldentums" zerflossen. Es begann das große Hilferusen, gerichtet an die Regierung der Volksbeauftragten. Am 19. November 1918 richtete die„Deutsche Tageszeitung' ,a>en dringenden Appell an die Negierung, jede Gewalttätigkeit zu vermeiden und den Staatsbürgern die persönliche Sicherheit zu garantieren." Das ist dasselbe Blatt, daß jetzt über„Lüge und Ver- leuinbung" schreit, wenn wir die alldeutschen Politiker er- tveihnen, die im November 1918 die Republik um Schutz an- bettelten. Zwei Tage später wiederholte die„Deutsche To geszeitung" den„dringenden Appell": „W irappellieren nochmals an die Regierung, wie auch an die Arbeiter» und Soldatenräte, alles zu vermeiden, wodurch der Anschein entstehen muh. daß sie sich in Gegensatz zu der Mehrheit des deutschen Volkes' setzen wollten. Wir wie- derholen nochmals, daß das deutsche Bürgertum schon aus drin- gendstem eigenen Interesse durchaus bereit ist, die fozialdcmo- tratische Regicrnnz bei der Aufrcchterhaltung der Ordnung un- ter Zurückstellung aller grundsätzlichen Meinungsvrrschivden- nachdrücklich zu unterstützen." � Gerade angesichts der letzten Demonstrationen darf dieses Versprechen, die Ordnung aufrecht zu erhalten, nicht vergessen werden. Der Appell ist aber auch deshalb wert- voll, weil aus ihm ganz klar hervorgeht, daß die Unter- stüyung„aus dringendstem eigenen Interesse" geschah. Es muß das besonders festgestellt werden, denn späterhin hat man bekanntlich die Unterstützung nicht mit dem eigenen Interesse, sondern mit dem Interesse des Volksganzen bc- gründet. Wir wollen nicht vergessen: Im November 19!8 gingen die Alldeutschen nicht auf die Straße, sondern sie suchten mit möglichster Schnelligkeit auf den„Boden der Tatsachen" zu gelangen, da dieser Boden allgemein als sichere Zufluchtsstätte betrachtet wurde. Die Blätter der Monarchisten entfern- ten ihre Losungsworte„Für Kaiser und Reich" und ..Vorwärts mit Gott für König und Vaterland" von ihren Zeitilngsköpfen und vollzogen so ihren Einuiarsch in die Re- publik. Als dann allerdings später alles gut gegangen war, viel besser, als man glaubte, da war den Herren der Schnub:! wieder �gewachsen, auf daß sie singen konnten wie in alter Zeit. Im Revolutionsnovember harre man sich allerdings nicht genug tun können in der Abgabe aller möglichen Ver- sprechnngen. Der 13. November 1918 brachte gleich drei auf einmal. Tie„Berliner Neuesten Nachrichten" schreiben: ,Lein vernünftiger Mensch verkennt die Schmie- r i g k e i t e n, die bergehoch auf der soziallst schon Republ-k lasten. Hätte schon in Friedenszeiten die Umstellung unseres gesamten Staatsorganismus eine Aafzaoe inaeheurer Größe s bedeutet, so erfährt der Ausgabenlre s der Regierung noch eine riesige Erweiterung durch die Ausführung der Wafsenstillstands- bedingungen und die Aufnahme der FriedenSverciandiungen. Wenn diese gewaltigen Arbeiten halbwegs zum Wohle des deut- scheu Volkes durchgefübrt werden sollen, so braucht die Regie- rung alle Kräfte, und es ist nicht nur gutes Recht, sondern ver- dämmte Pflicht und Schuldigkeit der besonnenen Elemente, nicht abseitszu st ehe n." Aehnlich äußerte sich auch die„Deutsche Tageszeitung", und am gleichen Tage ließ sich Herr von Heydebrand in der„Kreuzzeitung" vernehmen.(?,- hat im Namen der konservativen Partei alle Parteifreunde, „daß sie in diesen schweren Tagen und Wochen selbst mit den größten eigenen Opfern die Ernährung des Volkes, von der jetzt Wafhington obne öeutscke Vertretung. Tie deutsche Delegation der ArbeitSronscrenz in Washington hat unmittelbar vor der Einschiffung in Götcburg noch das Trle-� gramm der dcntschen Regierung erhalten, daß die Konferenz in Washington gliedcr) von der Gewährung des Durchzugsrechts un� der militärischen Hilfe befreit. Wenn der Rat des Völkerbundes diesen Vorbehalt nicht anerkennen würde, werde der Bundesrat die Beitrittserklärung als nicht gegeben be- trachten/ alle? abhängt, durch Abgabe und Bereitstellung dessen, waS der einzelne nur irgend zu leisten vermag, sichern helfen!" Wo alles verspricht, durfte natürlich auch der„Berliner Lokalanzeiger" nicht fehlen. Am 18. November 1918 stellte auch er sich ein, um zu erklären: er sich ein, um zu erklären: „Millionen von deutschen Männern und Frauen, die im monarchistischen Staatsgedanken groß geworden sind, wird es sehr schwer werden, sich daran zu gewöhnen, nunmehr in der Oeutscheu Republik wohnen zu sollen. Aber mit dem Herzen kann man keine Politik machen und keine positive Arbeit leisten. Darum aber handelt es sich gerade in diesen sturmbewegten Tagen, in denen mehr als jemals positive Arbeit von jedem einzelnen verlangt wird. Deshalb wäre es ruchlos, die ge- senwärtige Regierung nicht einmütig und mit allen i'k i t t e l n in dem von ihr zum Gesetz erhobenen Programm zu n n t e r st ü tz e n." Der„Lokalanzeiger" meinte es mit seiner Mitarbeit im November 1918 besonders ernst. Am 19. November kam er sogar mit sehr radikalen und sehr konkreten Vorschlägen, indem er schrieb: „Dringend erforderlich ist zunächst die Einziehung aller Knegsgrwinnc in die Staatskasse... Diese Opferwill'gkeit verdient vor der stauneirden Nach- weit doch festgehalten zu werben. Sie hielt indessen nicht lange vor. � Wie sie loben konnten, das ist auch ein Sonderkapitel aus den Repolutionstagen, auf das besonders deshalb hin- gewiesen werden muß, weil heute die Blatter der großen Um- lerner mit persönlichen Verdächtigungen der Regie- rungsmänncr mehr als gefüllt sind. Wir wissen heut« aller- dings, daß diese Lobpreisungen von nichts anderem dikrieri waren als von blasser Angst. Demgemäß ist ihr Wert auch einzuschätzen. Es war selbstverständlich, daß es in der Kunst des Lobens damals der„Lokalanzeiger" am weitesten gebracht hat. Am 13. November schrieb er: „Diese Männer(die Volksüeau-ftragten) rechtfertigen die Hoffnung, daß man mit ihnen wird auskommen können. Sie sind nicht blind gegen die inneren Notwendig- leiten des Lebens, die fanatischer Unverstand deS Bolschewismus in Rußland zertrümmert hat, und sie wissen vor allem, was eS bedeutet, ob Ordnung und Sicherheit im Lande, ob die Freiheit des Bürgers in seiner politischen und gowerblichon Betätigung gesichert oder gefährdet ist. Gelingt eS ihnen, die Macht in der Hand zu behalten, so wird das deutsche Volk so zi-eml-ich doch m:t heiler Haut aus der Brandung dieser Revolutionstage herauskommen." Natürlich bekamen damals auch die Arbeiter- und Soldatenräte als die Organe, die ans der Revolution heraus entstanden waren, ihr vollgerüttelt und-geschüttell Maß von Anerkennung, und wieder war es der„Beniner Lokalanzeiger", der sich'am 18. November 1918 wie folgt ver- nehmen ließ: „Unsere Soldaten und Matrofen und unsere gesamte Ar- beiterschaft stehen mit Ausnahme weniger, meist irregeleiteter Elemente, auf dem Boden dieses Programms und haben sich beveit? in zahlreichen Fälle« ausgezeichnet bewährt. Wir rechnen weiter auf sie." Das ist echt„Lokalanzeiger", waschecht und unverfärbt! � In der„Deutschen Tageszeitung" klang natürlich die gleiche Tonart. Am 16. November schrieb das Blatt: „Die regierenden Gewalten, besonders auch die Soldaten, die bisher größtenteils in anerkennenswerter Weise für die Ordnung eingetreten sind, müssen alles daran setzen, eine bolschewistische Gegenrevolution mit ihren Schrecken unmöglich zu machen." Was ans dieser Anerkennung der Novembertage gewor- den ist, ist männigl'ch bekannt. Das zeigt die„Deutsche Tageszeitung" am besten. Sie schreibt nämlich— aber erst am 16. September 1919—: „Die„glänzende" Leistung der Räte dagegen besteht bor allem darin, daß in der Revolutionszeit mindestens drei bis vier Milliarden Heeres- und sonstiges Staatsgut, von dem Heeresgut annähernd die Hälfte, in gewissenlosester Weise verschleudat worden sind... Die„Verdienste" der Räte sind demgegenüber der- artig, daß alle Wohlgerüche Arabiens sie nicht überduften können." � Diese Gegenüberstellungen der Zitate aus der„Deutschen Tageszeitung" vom 16. November 1918 und vom 16. Sep- tember 1919 sagt genug. Mit diesen Gegenüberstellungen ist aber auch das Einst und das Jetzt genügend gekennzeichnet. Am 9. November 1918 besaßen jene Männer, die heute Schüler und Studenten auf die Straße schicken und in Versammlungen, um sie zu sprengen, nicht den Mut, zu ihren Worten zu stehen. Wenn mich einem alten Worte„deutsch sein" heißt„Charakter haben", sosindsiewederDeutschenochhabensic ihren Charakter bewiesen. NieZerlaae öer französisthen Die Resultate der französischen Wahlen liegen immer nach recht lückenhaft vor. Am Mittwoch wurde aus Paris gemeldet: Von den Kammerwahlcn sind bisher ungefähr 5l>6 Ncfultaic bekannt, und zwar errangen bisher Liuksrepublikaner 125 SiUe (Verlust ZK), Radikale 34(Verlust 7), S-zialistisch-Nadikalr 78 (Verlust 85), Ncpublikar.ische Sozialisten 26(Verlust 7), unifizierte Sozialisten 25(?)(Verlust 32), dissid-nte Sozialisten«(Gewinn Kh Progressistcn 12K(Gewinn 7K), Action-Liberale 75(Gewinn 42), Konservative 42(weder Gewinn noch Verlust). Wir haben es bisher vermieden, die nur spärlich ein- laufenden Berichte über die Wahlen in Frankreich, England und Belgien eingehend zu besprechen, und wollen es auch heute noch»'cht tun, da auch die letzten Telegramme einen außerordentlichen Mangel an Einzelheiten und sogar ofsen- bare fehlerhafte Angaben aufweisen. So sollen nach der obi- - gen Meldung aus Paris die französischen Sozialisten 32 Sitze ! verloren haben, ba sie aber in der früheren Kammer etwa 99 Mandate zählten(wenn man die Zahl der in letzter Zeit Ausgeschiedenen abzieht), so beruht die angegebene Zahl der i errungenen Mandate von 2 5 zweifellos auf einen lieber- mitteliingsfehler. und sie ist wohl durch 5 5 zu ersetzen., Aber i solange man aus solches Rätselraten angewiesen ist, jotänge man nicht die Verteilung der Stimmen kennt nrvd daher auch nicht die Wirkungen des höchst ungerechten und nnlogt- -scheu neuen Wahlsystems feststellen kann, solange endlich man nicht weiß, wie die großen Städte, vor allem Paris, und die e nzelncn Geaeniden, namentlich die früher besehten Gs- biete, Elsaß-Lothringen r ud Südfrankreich, gewählt haben, solange wird man auch guttun, mit dem eigenen Urteil zu- rückzuhalten. Eins geht jedoch schon setzt unzlneideutig hervor: die französischen Sozial sten haben— im Gegensatz zu den belgi- � sehen und vor allem zu den italienischen Genossen—außerordentlich schlecht abgeschnitten. Diese Kunde ist um so überraschender, als sie im Wahlkampf ein außerordentliches Maß von Selbstvertranen zeigten und ihre Gegner sich viel weniger siegesbewußt gebürdeten. Und dennoch scheint der„nationale Block" einen durchschlagenden Erfolg errun- gen zu haben, C l e m e n c e a u geht als Sieger, der B o l- schewismus als der Besiegte aus diesen Wahlen hervor. Die Radikale Partei hat die meiste Einbuße erlitten, aber sie befand sich berc'ts seit der Mitte des Krieges in fort- schreitender Auslösung. Die ä u ß e r st e R e ch t e hat sich gut behauptet. Ueber die Ursachen der Niederlage der französischen So- zialistcn— denn um eine solche handelt es sich leider offen- kundig— können wir uns, wie gesagt, noch nicht aussprechen, auch nicht über d e Folgen, die diese Wahlergebnisse für ganz Europa, namentlich für Teutschland haben werden. Das soll hier in den nächsten Tagen geschehen, sobald das Material einwandfrei und vollständig hier vorliegt. Dann werden wir uns auch eingehender- über die Ergebnisse der Volksbefragung in Belgien und in Italien mrsspreckien können. Eins aber möchten wir schon heute betonen: die neue französische Kammer, die eine starke Clcmcncistische Mehrheit ausweisen wivd, � bedeutet für Frankreich einen Riicksckwitt um über LH Jahre.' Der klerikale Einschlag wird dort stärker sein denn je, die weltlichen Reformen(Trennung von Kirche und Staat u. dgl.), die den Stolz des freidenkerischen Frankreichs bil- deten, werden jetzt zweifellos allmäblich abgebaut werden. Das siegreiche Frankreich hat ausgehört, die führende demo- kmtische Republik zu sein. Italien. Die dollständigen Ergebnisse der italienischen Wnhl.n liegen noch immer nicht vor. ES steht jedoch fest, daß sich in Italien— im Gegensatz zu Frankreich— eine starke Verschiebung nach link? ergibt. Nach den Erkirn digurigm d?S Mailänder Blatte?„Gera" stnid bis jetzt IM Sozialisten gewählt. Man rechnet, daß sie im besten Falle löst Siöe erhalten werden. Die Katholiken werden etwa 70 Mandate erhalten. Berglen. Nach den letzten Wahleraebnissen verlieren die Katholiken 23 bis 24 Sitze die Lib-'ralen ctna 10, wlihrcnd die Sozialisten u n g e f ä h r 3 5 S i tz e gewinnen. Alle Minister sind wieder» gewäh'r worden, dcSlllcichcu Bürgermeister Max von Brüssel. Gröber gestorben. Ganz imeUvartet kommt' die Kunde von dem Tode des be- kannten Zentrumspolitikers Adolf Gröber. Eine Meldung des W. T. B. vom Mittwoch berichtet: Der Borsitzende der Arntnimsfraktion der Nationalvcrsamm. lung, Abg. Gröber, ist heute mittag 12� Uhr während eines Gespräches mit Gehcimrat I u n g h e i n:, dem Direktor bei dem Reichstag, von einem Schlaganfall ereilt worden und verschieden. Mit Gröber scheidet nicht nur einer der bedeutendsten Führer der Zentrumsfraktion, sondern eine der markantesten Persönlichkeiten unserer parlamentarischen Bühne überhaupt aus dem Leben. Schon die äußere Erscheinung dieses stämmi- gen Schwaben mit dem wallenden Patriarchenbart mußte jedem Besucher des Reichstags und später der Nationalversammlung in die Augen fallen: obendrein gehörte er zu denen, die auch bei gähnender Leere des AauseS, während der längsten und langweiligsten Debatten fast immer unerschütterlich ausHarrens im Saale anzutreffen waren. Der parlamentarische Fleiß Gröbers war kaum zu übertreffen. Er gehörte zu den Senioren des alten Reichstags, dem er seit 1887, also 31 Jahre ununterbrochen angehörte, fast ebensolang war er Mitglied der Zweiten württembergischen Kammer. Sein urwüchsiges Temperament kam manchmal derb-humoristisch zum Durchbruch und hat ihm einmal einen bekannten Konflikt mit der gesamten Presse eingetragen. Im Gegensatz hierzu wir Gröber in seinen Reden anszerordentlich gewandt und verstand es geschickt, die sich nie festlegende Zentrumspolitik zu vertreten. Politisch rechnete er ursprünglich dem linken demokra- tischen Flügel der Zentrumspartei zu. Während des Krieges geriet er jedoch in scharfen Gegensatz zu Erzberger. Es siel allgemein auf, daß am 5. Oktober 1918 er, nicht Erzberger, in das Kabinett des Prinzen Max von Bilden eintrat. Wie dieses, so blieb auch Gröbers Staatssekretärstätigkeit nur eine Episode. Der deutschen Nationalversammlung gehörte Gröber wiederum an und die Zentrumsfraktion ernannte ihn zu ihrem Vorsitzenden. Es war eine Ehrung, aber das politische Schwergewicht im Zentrum hatte'sich verschoben: in die Negierung wurde Erzberger entsandt. Gröber hielt sich der Regierung fern, auch in der Nationalversammlung ist er kaum noch öffentlich hervorgetreten. Menschlich kann dem Verstorbenen manche gute Eigen- schiift nachgesagt werden, sein Charakter sicherte ihm stets die volle persönliche Hochachtung auch seiner politischen Gegner: als ein sympathischer Zug des Verstorbenen mag namentlich seine scharfe Bekämpfung des Duell Unwesens schon unter dem alten System erwähnt werden. Politisch kam er freilich nie über die Grenzen hinaus, die ihm durch seine Zugehörigkeit zum Zentrum gezogen waren. Gröber hat ein Alter von 65 Jahren erreicht. « Der Reichspräsident Ebert hat auS Anlaß des Hin scheiden; Gröbers an die Zentrumsfraktion ein Beileidstelegramm gerichtet. Militärische Mißachtung ües Unter- suchungsausschußes. In öer„Kreuz-Zeitung" vom Mittwoch steht folgende auffällige Notiz: Generv-lfetSmurschakl v. Hindenburg und General Luden- dorsif legen Wert darauf, bekanntzugeben, daß beide deswegen nicht in Uniform erschienen sind, weil im Ausschuß Persöiilichkeiten sitzen, vor denen sie auch als Zeugen nicht in Uniform und mit den im Kriege erwovbencn Orden und Ehrenzoichen erscheinen wollen. Diese Erklärling ist nur geeignet, den traurigen Eindruck zu verstärken, den die beiden Generäle in polittscher Bezie- hung während ihrer Vernehmung machten: urteilslose Work- zeuge in der Hand des Drahtziehers und Regisseurs H e I f s e- rieh._ Das Leipzigs? Attentat unö Sie Kommunisten. Die kommunistische und unabhängige Presse empfindet eS als liöchst unangenehm, daß in der allgemeinen Öffentlichkeit da? Leipziger Bombenattentat als eine— beabsichtigte oder uaflaC aoaiji Sunjilgx— zHcMazvzoj isgo'azch.stpilgwqiun die„Technische Nochilse" bewertet wird. Ei« geht nunmehr dazu über, den Sachverhalt umzudrehen und so hinzustellen, als ob sich Zündstoff und Munition in dem Hause des Bezirksleiters S ch w a r tz befunden haben und durck einen.unglücklichen Zufall erplodieri wären. Demgegenüber steht aber fest, daß sich in dem Hause des Swbsingenieurs Schwartz keincrleiWaf-f en und Munition befunden haben. Diese Auslegung ist also ein voll» kommen durchsichtiges Parteimanöver. Demgegenüber verdienen aber folgende Tatsachen eine nuS- drückliche Feststellung: Die unabhängige„Leipziger Volkszeitung" vom 12. November brachte einen vollkommen entstellenden Bericht über einen Vortrag des Stabsingen'eurs Schwartz, wobei sie dessen Namen und ge- naue Wohnung in Fettdruck angab und die Organisation � der Nothilfe als ein« militärische Streikbrechergarde l hinstellte, die vom Bürgertum geschaffen würde, um den Ar- beitern in den Rücken zu fallen. Sie empfiehlt ein äußerst ent- schlössen«? Auftreten der Arbeiter hiergcgcn. Ferner steht fest, daß in der letzien Zeit vor dem Attentat an den Bezirksleiter der Technischen Nothils« Drohbriefe gerichtet worden sind und er sowie seine Frau auf der Straße belästigt worden sind, wobei einmal der Zuruf siel:„Ihr Halunken werdet auch nicht mehr lange leben." Diese Tatsachen reden jedenfalls eine andere Sprache. Sport See �Offenen Worte". Die„Offerken Worte", das unter Förderung und Mitwir- kung des Reichswehrgruppenkoininando I(Lütt- w i tz) herausgegebene Soldatenblatt, von dem in der Berliner Funktionärversammlung gesagt wurde, daß es zu drei Viertel mit Sportnachrichten angefüllt sei, Hit jetzt einen neuen Svort ausgenommen: Versteckte und offene Angriffe gegen den Neichswehrminister. Hier wurde schon darauf hingewiesen, wie dieses Blatt die öffentlichen An- griffe Ludendorffs gegen Noske sekun- dierte. Das ist ihm offenbar so gut bekommen, daß es in' einer späteren Nummer(114) sich schon etttxis mehr herausnehmen zu können glaubt. Genosse Noske hat das beschlag- nahmt? Flugblatt der Zentralstelle für Einigung der Sozial- demokratie wieder freigegeben: das frißt den Herren im Korvs Lüttw'.tz nicht und mit unvergleichlicher militärischer„Sub- ordination" wird Noske in den„Offenen Worten" folgender- maßen abgekanzelt: Und h.mt« trauen wir unseren Augen nicht. Wir lesen, daß dieses Verbot wieder rückgängig gemacht wanden ist. Was soll das bedeuten? Ist die Forderung der Auflösung der Reichswehr, dieses Hortes der öffentlichen Sicherheit, dessen ■ Dasein allein in den vergangenen Tagen genügte, um eine unab- sehbvre Katastrophe zu verhüten, ist, fragen wir. die Forderung der Auflösung der Reichswehr eine dem Wohle des Vaterlandes dienende Sache, gerade in diesen Tagen? Wir wissen nicht, welche unbekannten Strömungen zum Widerruf deS uns schützenden Verbotes geführt Halen, w.ir schütteln nur den Kopf und stellen nur die Frage: Ist das die Dankbarkeit, die man uns zollt? Man könnte beinahe ausrufen:„Der Mohr hat seine Schuldig- keit getan, d.'r Mohr kann gehen I" Wir wollen uns aber nicht zu sehr 0l>er diesen Fall aktfregen, der uns i» berechtigte Unruhe und in großes Staunen versetzte. Heutzutage muß man sich an manches gewöhnen. Die Taktik ändert sich mit der Zeit und vielleicht liegt hier ein taktisches Vorgeben vor, daß dem Wesen unserer neuen Zeit gerecht werden will. Verstehen tun wir das nicht recht, eS scheint ja auch in- das Gebiet der Politik zu gehören, von dem wir nicht viel wissen wollen. Aber wir alte Soldaten haben doch die Empsinidung: Schön war dies nicht! „Schön war dies nicht!" Man muß den„Offenen Worten" lassen, daß sie mit großer Offenheit dem Neichswehrminister schlechte Zensuren ausstellt. In der nächsten Nummer vom 19. November ist den„Offenen Worten" inzwischen einge- fallen, daß der � Neichswehrminister gar keine vcr- fassungs müßige Handhabe zum dauernden Verbot des Flügblatts gehabt habe und daß er deshalb„einst- weilen"(ja wörtlich: einstweilen!) vor jeder Anzweiflung geschützt sein sollte. Dafür wird um so mehr auf die Versoff e r des Eiuigungsprogramms geschimpft, diese werden nicht nur mit T i e r e n des Zoologischen Gartens auf eine Stufe gestellt, sondern ihre Absichten und Ansichten lverden noch in der unerhörtesten Weise verzxrrt und verlcum- det. Diese Männer, die sieb mit der größten Entschiedenheit auf dem Boden der Demokratie stellen Ul>d unter denen zahlreiche Mehrhcitssozialisten sind, bekommen im Blatte des Korps Lüttwitz folgendes gesagt: Sigurö?bsen: Rsbert Frank. Lessing. Theater. Sigurd Ibsen, ein Staatsmann, ein Weltmann, ein leidlich mitteleuropäischer Kopf und zufällig auch Henrik Ibsens Sohn, Hut ein dreiaktig-es, von Julius Elias höchst taktvoll verdeutschtes Drama erdacht, da? nach vielem poli-tischcn Lärm und einiger be- hutsam dosierter Liebesbetätigung mit einem sehr peinlich wir- kendcn Revolverknall endet. Dieser böse Schuß gilt dem einstigen Ministerpräsidenten Robert Frank, der insofern ein moderner und werlvoller Volkswirt ist. als er den Arbeitern seines LartdeS die Ge w i n nbeiei ligu ng in den Fabriken sichern möchte. Allerdings enthüllt er sich als das, was man auf Universitäten einen In- dividualisten taust. ES ist seine Sehnsucht, dem Volke, das er nicht für souverän, sondern für proletarisch unbeweglich hält, alles Erden» glück zu verschaffen, aber der Mann, der alles da? leisten möge, soi ein großer Diktator. Streiten wir nicht mit dem Dichter, der gleichzoitig ein Minister ist. Es handelt sich ja nicht um Wirk- lichkcit, sondern um Theater. Im Theater geschieht eS. daß plötzlich Generalstreik auSge- rufen wird. Tumult. Die zehn Führer der Syndikalisten stehen vor dem Ministerpräsidenten. Jpr Führer ähnelt natürlich Lassalle. Zwischen dem Individualisten und dem Proletarier- genie ist keine Verständigung möglich. Bruch. Spektakel, zehn so- zialistische Parteichefs ins Gefängnis. Dritter Akt, in dem die einstigen falschen niederträchtigen Freunde deS gescheiterten Diktators anrücken, um seine Erbschaft auszuplündern. Schufte alle, Einbml-sfciebstahl macht ihnen keine Sorge. So wäre Frank moralischcr Sieger. Nun lebt aber noch eine amerikanische Journalistin, die sich in diesen auf der Bühne siegreichen Politiker verliebt, so daß im spitzigen Parteispiele noch Umarmung, Kuß und Geflüstere möglich werden. Das ist alles keineswegs Henrich Ibsen, sondern in Paris gelernter Henri Bernstein, dessen Groß- Vater wiederum Dumas ist. Da kommt zum Schluß noch eine Ueberraschnng: Di« findige .fleporierin-crus New?)orf hat ein wenig ihrer Neugier auch an jenen Führer des Proletariats vergeudet, der mit dem Lassallekopf ge- boren wurde. Nun meint der Minister, daß diese Teilnahme etwas gründlicher, als ihm erwünscht ist. bei der Freundin haften geblieben sei. Gekränkt ist sein Stolz. Leicht wird ihm die Rache, da er alle politischen Feinde der Straf? ausliefert, doch den Lassalle be- gnadigt. Der Mann wird bald bei seinen Getreuen verdächtigt. er ist schnell verfemt.' Rechenschaft fordert er über die Laune des Ministers. Die Wabrbeit wird ihm versagt. Deshalb schießt er. Er schießt min, weil der Dramatiker das so anordnet. Der Re- volver geht zu plöblich loS. Es knallt, und ein Mensch fällt, und man lächelt doch: Thcakerl Krankheiten eines Mannes belästigen oft dos zweite Geschleckt nur oberflächlich, um bei dem dritten desto heftiger auszubrechen. Die TumaSsche Knallkrankheit, die Henrik Ibsen nur geringfügig streifte, hat Sigurd Ibsen tüchtig angegriffen. Sympathische Gewali menschen haben auf der Bühne immer Glück, und Alfred Abel vertrat solche scharfe, von- einem schlanken> Kavalier getragene Halbweisheit mit einer vicltönigen, ungeheuer gczügelten Kunst. Hanns Fischer und Herr Klein» Rogge konnten als höchst wacklige GefinnungSschuste der Verführung zum ll ebert reiben ihrer Rollen nicht widerstehen. Herr Loos ein Lassalle? Mehr Stuart WcbbS als Lassall« verkleidet. Lina Lossen wußte mit großer Geschicklichkeit zu verborgen, daß sie nicht mit einer Men-schennatur, sondern nur mit einigen I Marionettentugeiden betraut war. Der erste Akt brachte aller- hamd ergötzliche Nebenfiguren, das best Gelungen« in dem Stück, und hier konnte Frau Straßmann-Witt die prächtige Cüarge einvr ulkig radebrechenden Amerikanerin herausarbeiten. Max Hochdorf. Gin Aufruf an da? Proletariat. Mehrere llniversitätspro- fessorcn(DibeliuS, Hellpach, Natorp) und Schriftsteller(u. a. Herrigel, Paquet, Wilh. Schäfer, Buber, Norb Einstein) wenden sich an die Arbeiterschaft mit einem Aufruf, worin eS u. a. heißt:„Tie Verächter der Mass«, die Feinde des Proletariats, die Gegner eures' Aufstiegs sagen: Die Bewegung des Proletariats ist ungeisiig, sie! ist nur eine verkappte sozialkapitalistische Bewegung für bohe Löhne, i für Schlendrian und allgemeinen Zerfall; der Bauch ist der Gott dieser Bewegung.— An die Geistigen des Proletariats, an die Denkenden, Entflammten, die für die Sache des werktätigen Volkes sorgen, kämpfen und arbeiten, wenden wir uns mit der Frage: Wollt ihr eS zulassen, daß diese Worte de? HochinnteZ recht behalten? Wir wissen cs anders: Ein großes- Ziel schwebt vor allen, von dem leider die Mehrheit des Bürgertums von beute nichts ahnt und nichts wissen will, ein Ziel der höchsten Menschlichkeit, des Frieden? und der Güte. Wir erkennest das Geistige dieses Kampfes als einen Teil des großen Befreiungskampfes der Menschheit; wir haben— und hatten schon immer— jeder auf seine Weise den Kampf gegen Dummheit und Trägheit aufgenommen; wir erleben die jetzige Revolution in tiefster Seele und erklären: Wir stehen ganz ohne Rückhalt auf eurer Seite. � Nichts von niederen wie höheren Giltern soll unser fein� wenn nicht für jeden im Volk der Weg zu solchen Gütern frei ist. Wir führen diesen Kampf nicht mit den Waffen der Gewalt.� Gewalt weckt nur Gegengcwalt, zerstört den Grund der Gemeinschaft, er- tötet die Freiheit. Ihr kämpft um die Diktatur, weil ihr um euer Recht fürchtet? Wa? habt ihr zu fürchten, wenn ihr euer Bestes nickt aufgebt, euren sieghaften Glauben an Freiheit und Recht, an das Heil aller?.». Einig müssen wir sein! Euer Hunger nach Freiheit muh sich vereinen mit dem Wissen um ihre geistigen VorauSieyungen, mit dem reinen Willen der Wahrheit und dcS Rechts. Dann kommen wir zu lebendigen, schaffenden Tatgemeinschaft, dann sind wir die Mackt!" Die politischen Gedichte von Heinrich Heine sind jetzt zum ersten Male, von aller übrigen Lyrik des Dichters getrennt, als b e s o n d e» r e s B u ch zusammengefaßt worden. Das gab es bisher noch nicht uiid es ist in dic en Tagen schon d-shalb von Bedeutung, ivcil die schwere Buchleuerung den früher so leicht gemachten Kauf von Ge- samtausgabcn dichterischer Werke nun vielen zerstört hat. Konnte man bisher die über.Heines lyrKcke Bücher verteilten politischen und sozialen Gedichte nur in jenen Ge'amtauS-gabcn besitzen, so ist jetzt gesorgt, daß das seit der Revolution stark aufgestiegene Vor. laugen nach diesem unentbehrlichen dichterischen Kampfgut nicht unter dem erschwerten Erstehet de-- Gesanotwerke leidet. Wir danken die Sonderausgabe der politischen Gedicht« Heines dem Ver- lag der Buchhandlung Vorwärts. Unter dem Titel:„W i r w e b« n! w i r w e b e n!. dieser Zeile auS dem berühmten, bis tief in die wilbelminifck-e Aera hinein verfolgten düsteren Weberliede, liegt das Bnck uns in dem statt- lichcn Umfang von 272 Seiten vor.(Preis gebunden 7,50 M.) In fünf Grupveu hat der Herausgeber Franz Tiederich den rei5>en Inhalt gegliedert; mit Heineschen Worten sind die Gruppen bezeich- net: Deutsche Freiheit; Scklage die Trommel und»urchte dick nicht; Das Wiidtermärchen Teutschlands; Die Hungrigen und die Satten; Wir haben gesiegt— es gilt neuen Kampf! Tic Ausgabe ist voll- ständig; von keiner Zensur mebr gehemmt, bat sie bisher aus den reichsdeutschen Drucken AuSge-chlosseneS(die„Schloßlegenbe") in die Reibe der anderen gegen den Preußenkönig Friedrich Wilbelm IV. angaben möglich inachten.■ wieteraegeben worden. Die beruhintcn Strophcnreihen des Atta Troll über Menschenrechte. Glcichh-it, Eigentum und Diebstahl sind der Einführung eingetan, die der Herausgeber dem Thema„Heines politische Ziele" widmet.. In der gewitterballenden Atmosphäre der Großstadt, in der Luft des Pariser Exils zwischen zwei�Revolutioi-eu entwickelte der SofialiöMüS Heines sich vom Saint-SimonismuS uim KommuniS- mus der Marx', Engels und Lassalle. In dieser Bewegung politi- scken Denkens und Kämpfens wurde Heine ein Klassiker demokra- tischen Erziehermarks, der unz zeitgenössisch nah geblieben ist"ud den das deutsche Volk sich erwerben muß wie seine anderen Klassiker, die er politisch Überboll und stark ergänzt. Dazu helfe nun das Buch:„Wir weben! wir weben!" RonvcgenS bedeutendster Ghirnrq, der Oberarzt C u v p e l e n in S-tava-nger. ist im Alter von 62 Jahren gestorben. Die uodcS. Ursache war Blutvergiftung, die er sich bei einer Opera. Ion zu- gezo-g-cn hatte. Seine Spezialität waren Blinddarmoperationen, über oie er ein epochemachendes Werk geschrieben hat. Tic Freie BoNSböhiie hält heute abend 7 Uhr im GewerN»ast-hau» Generalversammlung. Wal'lcn und Organisaitonchragen stehen auf der Tagesordnung. Zahlreiches Erscheinen der MiigNeder ist notwendig. Kicater Im Schauspielhaus am Gendarinenmarkt heute Schillers Räuber". Fritz Kort»e r tritt erftmalia als Franz Moor auf.— Im Lesstna-Tlicater geht als nächste ErstauWhnmg„H o l l e 13 c g— Erde" von Keorg Kaiser in Szene.— Im Deuischen Opernhaus gastiert am Sonntag Alexander Kirchner«IS Parsisal.— Die Da d a> st e n geben in der.T'ibüne" am 30. November, vormittags llit Uhr, ihr« erst« Adorntsvorstellimg. f!e red?n, Wort« find billig,?api«r zwar t«u«r, aber dock geduldig: Einstweileri sind wir da, sirrd lebendig, und— sofern die Herren UmstSrzl«r Verlangen nach einer kleinen Koslprcbe tragen sollten— sogar außerordentlich gesund und lebendig. Wenn so die„EntPolitisierung der Reichswehr" aussteht, dann bedanken wir uns dafür!— Aber die gleiche Nummer bringt noch mehr des neuen ZportS: einen langen Artikel, der die Stellung der Ehrenkompagnie bei der An- kunft Hindenburgs verherrlicht und feiert und— wieder einmal der neue Sport— diese Stellung zusammenbringt mit dem Besuch, den Noske dem s>eldmarschall abge- stattet hat. so dag es aussieht, als sei die Sache von Noske ausgegangen! Aber das stärkste Stück ist das Gedicht eines Willy Künzel, in dem die Vereidigung auf die Ver- fa ssu n g folgendermaßen v e r h ö h n t wird: Einst hat man unser Heer vereidigt In, einer miistcrhasten Form; Jetzt ha» man alles dies beseRigt Und ist im Nückstand ganz«-norm.— Einst wund' sie feierlich begangen; iZo war es Brauch von altersher: Jetzt herrscht danach gar kein Verlangen Und auch der Degen zählt nicht mehr.— Der ein? kommt mit schiefer Atütze, �er andere hat nicht umgeschnallt; Ein Dritter reiht die faulsten Witz«, Dem Vierten frier'« di« Finger kalt!— Einst umwschrieb man kein« Liste; Jetzt schmiert man h'intendrnus ganz schnell: .Ernst Meyer 1"— Fertig ist die Kiste— Und aller Augen blitzen hclll Wir glauben doch, daß� alle diese Dinge, die noch um ein Dutzend weiterer Beispiele mühelos vermehrt werden könnten, eine etwas seltsame Art von Sport darstellen, den man für den Geist der Reir' swehr nicht gerade als gesundheits- fördernd ansehen kann._ Von Hängen und Laternelipfählen. In einer DetriebSver- sammlung, die sich mit der Frage der Einigung beschästigle, hat ein sozialdemokratischer Redner u. a. ausgeführt: Wenn die Reaktio- näre nicht bald von ihrem Treiben abließen, dann werde etwaS passieren, die Arreiterschaft werde ausstehen, und dann werde es in Groß-Bcrlin nicht genug Laterncnvsäyle geben, um alle mon- archistischcn Halunken daran aufzuhängen. Die rechtsstehende Presse druckt diese Ausführungen mit umso größerem Behagen ab, als sie selber genau weiß, daß die Soz:a!demotratie nicht» Weniger anstrebt als irgendein Blutvergießen, Wie ihre Haltung am 9. November dies ja klar erwiesen hat. Wir nehmen an, daß der bc essende Redner den Reaktionären die Fol- gen eines eveniuellen Putsche» von rechts hat vor Augen führen wollen; aber selbst in diesem Falle müßten wir seine Aeußerungen schärfstens mißbilligen, da wir jedes Blutvergießen Verabscheuen, das nicht unmittelbar zur Erhaltung� der Republik und der Freiheit notwendig ist. Immerhin sollten die Reaktionäre an» dieser Entgleisung eines Redners lernen, welche Stimmungen ihr provdkalorischeS Auftreten in der Masse auslöst. Auflösung des schwedischen Reichstag?. Der König Von Schwe- den hat den Reichstag aufgelöst, da man von ihm in seiner jetzigen Zusammensetzung nicht die baldig« Ratifizierung des Völkerbund- abkommeirs erwarten darf. öetrachtunzen über öen Metallarbeitersireik. In ein-or sehr stark besuchten Versammlung von Jndustrieairgestellten, die der Zentralverband der Angestellten am Mittwoch im Walhallatheater abhielt, sprach Fritz Schmidt über die Rlickwirkunflen des Metallardviterstreik» ans die Ange- stellten. Er beton!«, die Bedeutung des Mitbestimmungsrechts sei von den freigeworkschasrlichen Aiigestelltenorganisatiionsn früher er lannt worden als von de,; Arheitergowerkschafien, bei deren Bewe- pungcn bisher die Lohnsrag« im Vordergründe stand, während die Angestellten schon bei ihren Kämpfen im Früiyahr den Haupiwert auf das MitbestimmnngZrccht legten, es auch durchsetzten und da- durch den Anstoß zum Belriebsrätegesetz gaben. Als im Metall- arbeiterstreik die Lohusra-ge erledigt war, trat die Frag» de? Mit- bestimmungsrecht? hervor. Die Unternehmer wollten die Vertrau- ensleute der Arbeiter maßregeln, und da entstand die Frage, ob das Vorgehen der Unternehmer durch den Generalstreik abgewehrt werden könne. Wir waren der Meinung, daß damals die Sitna- tion noch gerettet werden konnte, wenn alle Gewerkschaften mit Mut und E-uschlossenheit sich in den Kampf stürzen würden. Aber diese Voraussetzung, war nickst gegeben. Als die Maschinisten und Heizer in den Streik ciniraicn, waren sie nach einigen Tagen ge- zwungen, die Arbeit wieder auszunehmen, weil die übrigen Ar- beider dem Aufruf zum Streik nicht Folg« geleistet hatten. Der KampfeSmut in her Arbeiterschaft Ist seit März und April stark zurückgegangen. AlS in der Gewerkschaftskommilsion die Frage des Generalstreiks erörtert wurde, war auch der jetzige Hauptvorsitzende deS Deutschen Metall- arboterverbMdes, Brandes, zugegen. Auf die Frage, welche Hal- tung der'Hamptvorsiand in diesem Kämpft ei-nnehm-e, blieb Brandes die Antwort schuldig. Das ist keiner der allen EewerkschastSbonzen, sondern ein von der Opposition ntugewäblter Vertreter. Bei der Abstunmung in der Gewerkschaftskoiirznisilon stimmten Mitglieder der S. P. D. für und Mitglieder der U. S. P. gegen den Generalstreik. aber es stimmten mich S.-P.-D.-Mitglieder gegen und U.-S.-P Mitglieder für den Generalstreik. Also nicht Partei- sondern ledig. dich Arbeilerintercssen waren bei der Abstimmung maßgebend. Es durfte nicht dahin kommen, daß die Arbeiterschaft abgekämpft ani Boden liegt, denn dann Härten wir ein Antistreilgefttz bekommen Im Metallaibeitcrstreik sind viele Dummheiten gemacht worden. Ein Teil der Firnfzehnerkommission war die personifizierte Unfähigkeit. Wir haben verlangt, die Arbcitcrräle sollten in den Betrieben gelassen werden. Es hat 14 Tage gedauert; bis eni dahingehender Beschluß gh'.ißt wurde, und da war es zu spät, denn di» Arb.ilerräle waren schon draußen, und die Angestcllienräte halten darunter zu testen. Aber wenn man gegen eine verkehrte Maßnahme der Fünszehnerkonrmission Einwendungen erhob, dann wurde man mit einer Han-dbewegung auf den Misthaufen gestellt. Rusch mache ich den Vorwurf, it in 48 Stunden dreimal seinen Standpunkt gewechselt hat. Einmal war er für Beilegung de» Streiks, dann wieder für den Generalstreik. Das ist ein Unfug, der nicht scharf genug verurteilt werden kann.— Die Vollversammlung der revolutionären Arbei- terräte hatte, ohne sich mit den Gewerkschaften zu verständigen, den Generalstreik beschlossen und verlangt, die Gewerkschaften sollten sich dem anschließen, wer es nicht tu«, mache sich des Arbeiterver- rats schuldig. Damit hat sich die Räteversa-mmlung über die Ge- werkschaften gestellt. Wohin soll das führen? Wir muffen verlangen, daß die Avbeiterräke und die Gewerkschaften eins sind. Arbxiterräte, Gewerkschaften und politische Parteien müssen ihr Aebeiisgebiet abgrenzen. ES ist ein Unfug, wenn die Metallarbeiter letzt darangehen, innerhalb deS Verbandes eine U.-S.-P.-» und«ine S.-P.-D.--Fraktion zu bilden. Hadem wir denn noch nicht genug an der Spaltung der politischen Parteien?— Wirrköpfe sind es, die jetzt nach dem Streik ein Rückzugsgefecht in der „Freiheit" führen. Zu diesen Wirrköpfen gehSrt auch DSumig. Die Detr!ebSorge- worden waren, in Angriff zu nehmen. Es ist anzunehmen, daß Berlin am Freitag wieder voll mit Strom versorgt witd. Generalversammlung der TranSHortarbeiter. Daß d!« gehässigen politischen Streitigkeiten innerhalb der Ge- werkschaften die praktische Arbeit in schwerster Weise stören, dafür bot die ani Dienstag abgehaltene Generalversaminlung der Be- zirksvcrwaltnng Berlin des Deutschen TransportarbeiterverbandeS ein Beispiel. Mit Erörterungen persönlicher Natur, die in letzter Linie a»f die politischen Gegensätze zurückzuführen sind, verbracht« die Versammlung anderthalb Stunden. Erst dann trat man kl die Tagesordnung ein. Der Vorsitzende O r t h m a n n verlas ehre in ewigen Abend- blättern erschienene, von den P. P. N herrührende Notiz, welch« be» sagt, die städtischen Straßenbahner wollten aus dem TranSport- arbeiterverband austreten und ihre eigenen Wege gehen, weil sie sich nicht länger an der Nase herumführen und sich nicht mehr in aussichtslose Streiks hineinziehen lassen. Orthmann erklärte, diese Notiz sei von N bis Z erfunden. Im Geschäftsbericht für das dritte Quartal führte Orth- mann ans, hinsichtlich der Verbesserung der Lohn- und Arbeitz- Verhältnisse seien gute Erfolge erzielt morden. AngriffSbewegungen mit Streik wurden in 92 Betrieben mit 23 895 Beteiligten geführt und dadurch Lohnerhöhungen von 309211 M. pro Woche erreicht. Lohnbewegungen ohne Arbeitseinstellung fanden statt w 123 Fällen, die sich auf st224 Betriebe erstreckten und für 39 858 Beteiligte 991 191 M. wöchentliche Lohnerhöhung und für 2979 Beteiligte eine Verkürzung der Arbeitszeit von 17 559 Stunden pro Woche brachten. Außerdem wurden 4 erfolgreiche Abivchrbewegungen mit 3194 Be- tciligten geführt. Die Mi:gliederzahl ist von 97 497 auf 114 856 ge- stiegen. Sie setzt sich zusammen aus 192 514 männlichen, 11934 weiblichen und IMS jugendlichen Mitgliedern. In der Debatte wurde ein zwischen dem Hauptvorstcmd und der Ortkvcrwaltung ausgebrochen«? Konflikt erörtert, der dadurch ent- standen ist,'daß der Hauptrorstand den als Sekretär gewählten Kollegen Böhmer und den als Kassierer gewählten Kollegen B r e tz ke nicht Sestätiot hat und als Protest dagegen ein Teil der Ortsverwalwng zurückgetreten ist. Di« weilere Diskussion über diese Angelegenheit wurde vertagt und beschlossen, daß die Mit» glidder der LriSverwaltung, die bisher die Geschäfte der Gewählten geführt haben, dieselben weiterführen sollen bis zur Erledigung des Konflikts._ Musskinfirumentenerbeiierl Heute, Tonnerstag, abend« 5 11 hr, findet im.Gcwerkschost» baust', Saal 3, etn« Versammlung der Vertrauensleute und Fabrikausschüsse statt. Da die Uniernebmer nicht gewillt find, tn der Frag« Arbeitszeit Zu- geständnissc zu niacben und di» Teuerungszulage von dieser Frag« ab- yangig machen, ist es Pflicht jede« Betriebes, verirrten zu sein. Zwiewsch u. de., Eharlvtienburg. Tie Rest"''"ng der Nnterstütznng findet heute, Donnerstag, vormittag« 11 Uhr, bc:.'lo Wald statt. Mit- gliedsbuch legitimiert. Eine LiebeStriigSdie spielt« sich in der gestrigen Nacht in der Landsberger Straße 49 ab. Dort wurden der L2 Jahre alle Ar- beiter Paul W i chn i w s k i und seine Braut, die 23 Jahre alle Frau Anna Granz in dem mit Gas angefüllten Schlaszimmer tot im Bette liegend aufgesuniden. Ein Gashahn war geösnet, Türen und Fensie-r von innen fest verriegelt. Nach dem Befunde liegt zweifellos Doppelselbstmord vor. Beide Leichen wurden beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Ein Fahrstiihlunglück ereignet« sich gestern Nachmittag im Andreashof in der Andreasstraße 32. Dort stürzte der 45 Jahre alte Fahrstuhlführer Krüger zwei Stockwerke tief in den Fahrstuhlschacht hinab. Mit zerschmetterten Gliedern wurde er nach der Rettungsstelle in der Koppenstraße gebracht, wo der Arzt aber nur seinen Tod feststellen konnte. Nach Ieugenans- sagen soll eigene? Verschulden des Verunglückten vorliegen. Tie Leiche Wunde beschlagnahmt. Tic Filiale der NeichSbruckerei. Dem in der RcichSdnickerd als Schriftsetzer beschäftigten Arbeiter Meier aus der JTreS- dener Straße 86 ist ein« Privatdruckerei zum Verhängnis geworden, die er sich zum Nebenerwerb in seiner Wohnung eingerichtet hatte. Meier, ein sehr fleißiger und ordentlicher Mann, hatte sich in seiner freien Zeit damit beschäftigt, für Geschäftsleute Privataufträge auszuführen und sich zu diesem Zweck mehrere Druckpressen ange- schafft und in seiner Wohnung aufgestellt. Ein Arbeitskollege Meiers, der Buchdrucker Fritz Hecht, der ebenfalls in der Reichs- druckerei beschäftigt gewesen» vor mehreren Monaten von dieser aber entlassen und zur Untersuchung gezogen worden war, weil er versucht hatte, andere Arbeitskollegen durch Bestechung zu ver- anlassen, ihm Platten zur Herstellung pon Wanknoten auszu- händigen, wußte Meier so zu beeiiiflussen, daß dieser ihm«rlanlß', in seiner Privatdruckere! falsche Fünfzigmarkscheine herz-iistelien. � Hecht, der in Verbintung mit dem bereits früher von der Kriminal- Polizei festgenommenen Kupferstecher Falk getreten war, hatte sich dir Platten zur Anfertigung des Falschgeldes inzwischen von anderer Stelle beschafft. AI» jedoch die ersten Scheine heraus» gabt wurden, kam die Falschgefbbearbeihiiwsstcrle der Reichsbank der Druckerei aus die Spur und nabm Meier und Hecht in der Wohnung fest. Während Meier in Untersuchungshaft eingeliefert wurde, gelang es Hecht, auf dem Transport dem Beamten zu entfliehen. Hecht, der früher in der Badslrase gewohnt hat, wird jetzt gesucht. Auf seine Ergreifung ist eine Belohnung ausgesetzt. Die Abfuhr der Pnkete bat durch den Schneefall wesentliche Schwierig- ketten erfahr»». Die Oberpostdirettion Berlin hat daher angrordnel, das! bei den Postanstattcn ihres Bezirkes von einem Absender höchstens zehn Pakete«üglich ausgelicsert werden dürfen. Ein Aufschlag von 100 Prozettt zur ErgStizungsstciier vom 1. Oktober 1919 bis 31. März 1920 wird gleRbzeitig mit der Eiiilommen- mrd Er- gänzungssteuer erhoben.(Siehe Inserat,) Wetter bis Freitag nachmittag. Zettweise anfflarcnd, doch über- wiegend bewölkt, mit öfter wiederholte», im Noidwrster ziemlich starken, in den anderen Gegenden schwächeren Niederschlügen. Später langsame Erwärinung bei mäßigen südwestlichen Winden. GroßSerün Ein Sechzigjähriger. Am heutigen Tage vollendet Theodor Glocke sein 99. Lebensjahr. Diese Tatsack)« an sich wäre firr uns kein Ablaß, ihrer im„Vorwärts" Erwähnung zu tun. Wenn indessen ein Mensch nach Vollendung seines 99. Lebensjahres von sich sagen darf, daß er zwei Drittel seines Lebens im Dienste der Arbeiier- klaffe vollbracht und immer in den vordersten Rethen deS kämpfenden Proletariats gestanden hat, so ist da? ein Grund zu einer lurzcn ehrenden Rückschau. 1859 in Erfurt geboren, erlernte Theodor Glocke das Tischlerhandwerk. Früh schon tritt er als Führender in der im Werden begriffenen Gewerkschaftsbewegung auf. Von 1884 bis 1883 finden wir ihn als Schriftführer und von 1888 bis 1394 als Vorsitzenden deS.Fachvereins der Tischler in Berlin. 1894 bis 1895 fungierte er als Vorsitzenider de« Aus- schusses des Holzarbeiterverla iibes und von 1895 bis in die neuere Feit hat Theodor Glocke in seltener Pslichttrcue und selbstlosester Hingab« seiner ganzen Persönlichkeit, das verantwortungsvolle Amt des ersten Bevollmächtigten der Orlsverwaltung Berlin de« Deutsche» Holzarbeiterverbandes innegehabt. Daß der Jubilar dieses Amt solange venrattete, beweist, welches Vertrauen die Berliner Holzarbeiter ihm stets enigegengebracht haben. Dieses Vertreuen kaum auch nickt ausgelöscht werden durch die Tatsache, daß die nach dem 9. November einsetzende Revolutionspsychose neue Männer an die Oberfläche deS Organisationslebens brächte, Theodor Glocke hat aber nickt nur in der Gewerkschafts- bewegung. sondern auch in der Partei jederzeit seine Pflicht getan. Mit dem„Vorwärts" ist der Jubilar geradezu verwachsen. Seit Grosi-Berliner Letensmitkel. Dahlem, Donnerstag bls Freitag 500 Gramm arnerif. Weizenmehl (99). 150 Gramm Granpenmehl(101). Für Jugendliche: 2 n Gramm Weizengrieß(45); 250 Gramm Fcldzwieback, 250 Gramm C roistnitp(45), Für Kinder: 250 Gramm Fcldzwieback, 250 Gramm Speiscjvriip(C C). Für den Nordteil in der Verkaufsstelle PodMel-Ai Allce 49 und für den Tüdteil in der Drogerie von Viernsch, Malzextrakt aus ärztlittcs Attest. Für Kriegsbeschädigte von SO Proz.»nd darüber gegen Bezugsschein er- hältlich im Zimmer 10 des GutshauscS 600 Gramm Nährmittel. Hennigsdorf. Freitag 250 Gramm Erbsen(14 B); 250 Gramm Bohnen(15 B); 250 G-amm Nudeln(A 9); 250 Gramm Graupen(A 10). Sonnabend ans Bezugschein für Kinder vom 1. bis vollendete» 14. Le- bensjahre und Leute über 70 Jahre 400 Gramm Reis. Für Kinder bis zum vollendete» 6. Lebensjahre 2 Pakete Zwieback auf Bezugsschein. Wittenau. Ab Freitag 250 Gramm Haferflocken(94); 250 Gramm Kunsthonig(95).__ Groß-Serlsner psrieinachrichten. Achtung, Straßenbahner! Freitag, hon 21. November, nachmittags 5 Uhr, im ..Withelmshof", Anhalt- Ecke Wilhelmstraße Vcrtrattcnsniännersiknnzz. Jeder Bahnhof muß vsrtreien sein. Mitglieds h � fi der S. P. D. legitimiert.- Straßenbahner-Werbeau-schuß. NowaweS. Heute 7 llhr Im Lokal.Deutsche Festsäle'. Wilhelm« strafte 4t— 43, Persamuilung allcr Arbeiter und Zlrbeiteriililen zS. P. T.) -iejerent: Gen. Haback:»Der Metallarbeitersneik". vortrage, veteme unü Verfammkimgen. , Sozialistische Stttdcntenpartci, Berlin. Freitag. 7 Uhr, in der Uni- uarsttät, Aud. 101: Ocsscurlicher Portrag K. A. Wittsogcl u. Rudolf Leon- hard: Tie Ausgabe de» deiiüchcn Studcnicn in der Gegenwart. Mit an- schlieftender Aussprache. Eiuiritt frei.— Bund für Erziehung und Unter- richt. Sonnabend, 8 Uhr, im groftcn Saale des Zentralinstituts für Er- ziehnng und Unterricht, Potsdamer Sir. 120. Dr. Lipmann:„Verein- beiilichung und Differenzierung der Schule'. Gäste willkommen. Eintritt frei.— Touristcnverciii„Tic Aalursrcnndc", Neutrale Gruppe. Heute, 8 Uhr, Mitglicdcrvcrsanttnlung, Obmstr. 2.— Sonntag: Könias- Wusterhausen— Erkner. Zlbsahrt Görliher Bahnhof 7.20 Uhr. Verantw. fllr den redaktion. Teil: Atsred Scholz, Neukölln: sllr Anzeigen: Theodor Elocke, Berlin. Verlag: Borwlirls-Verlag(5. m. b. 6., Beriin. Druck: Lorwilrts- Buchdruckerei und Verlagsansialt Paul Einger u. Co. in Berlin, Lindcnstr. S. Deutsche Spar- Prämienanleihe 7 9 19 jährlich Iii Hauptgewinne mal �sbflhne aSwP.. . Uhr: Paul Lange und Yora Parsberg._ QpenMsss. rioffmaaas Erzlhlang. ABitU 7_ Schaipl8ll!3üs. Dt« l�äisber. IM_ Theator L<*• MfiPitxwStraie VjS U.: r-5<«i»S W»Tt»r6ts>H r'r%t.: Schlafe Wi»tt»r«t»«. iW»l»I Ei« Traaaaiwpi»!. [IreneTi ies«ii, Lii4> ff Kirtas, ftlEicd Afce!, Pwclin.». Alte», Ernst Dernkurg, Citst Btife, rritda Rirtaii, Jmrrt Marb».) KSKSSiMdM >»8 ü:: Lir.t'.eitv. d. PJaJe. Freitag: v. d. tMali SotmabMid. rvyi I. MaU: GJä LtSH�w 19* (iccrt Rci�ke. fE'ik««i.tüar. Ramr.»« Bchünzel, t vit-v{niedt. Leonhard Haiik�, önsvav Bau) Sonntaj: SSt. Moni.: T. t. Pfalz. Dienstaj:e Iva Ott» L säe. 41 i4 Ew., I Pr. Qeeaxit- a. Hdehntanw. W. M. M. LiWe ita/Jr. tiooo UssSM.S'K lOsort.L�s«, FUn.Ltet'i 30 M Emil Haase 5. 09. ßerlia 21. Sfetetr. S. Filialen: Leipziger Jtr. 191, Wallst. I, Kosenliialerät. ZI. ! Mü.krstr. 3 b. Ktiiigstr. Sa U» Tßüalt, Zisurseai.—— F- ließet fttniifiilt WirlWsstM spricht in einem öffcnÜichrn Uortrag am Freitag, den 21. November 1919, abends 7'/, Uhr, in den Pharussäle., Müllerstr. 142, Fraulein Todrnhagen. SInfriiI frel l 11/17 Sinlri« frei! r leiEiü nennt AÄ WWM... am ZÄIW, m 21. WMtt 1919, QMS 7'|, W. • in öer WüMc-Bwiei. IiuiM 25.• Eintritt frei! HelKssjeBtrole 19t WWlsbMSS. Bachfisch and Mantel Jackenkleider Kleider Röcke Blusen Oraniensm iö5 Leipeügerstn A2. gene Schmelze— Direkte Verwertung. a Tiegel: Schalen: Brennstifte: Zahnstifte Schmucksachen; Blilzableiterspitren * h WI 'f darren: Münzen: Schmuck: Zahngold: Bruchgold * Barren: Münzen: Abfülle: Bestecke: Lfiffei Gegr. 1903 Gegr. 1903 Berlin SW 68, Alte Jabobstr. 138 Telephon: Moriliplatz 12858 Telegramm-Adresse; Mctallkontor Berlin SW 68. "BJgeneSclnneizo— Direkte V.rvvertunjt. türlffdjc, emcrikanifche und Zigarren' 100 6tüd 70, 85, 100, 120 M. Rauchtabak flnrontieet rfln, überfMiid riopenfrei, Pfund 25,— iDkir!, bei 10 Pfund 23,— Nlart. I. Maiiiielißer, Berlin, Bcrzmannsir. I(n.Krcuzberg). günst. Sinkauf 4pci«e-, Herren» n. Hchlat- Ziuiuaii, tv liehen öORN,Weinineisterstr.8 imv eit Pfandkammer. Fistisia zu allepliöclislsa Preisen Zahnplntln«t und Blutuatersuchupgen. Bekanntmachung. Nach Wrtifel 3 de»®e(egeB vom 15. Oftober 1919(®eictj- (ommiung 6. 188) zur Ergänzung der TeseZe, betr. die vorläufige Regelung des Staafsdaushalts ihr das Rechnungejafir 1919, vom L April und 4. Juni 1919 {©efegfamml. 6. 59 und 89) tritt zu den rrn'ün g 3 desverertröhutenii Liey.n natu 1. April ISIS zu erheben!».» ZufthlSgen zur Ergünzungsfleuer vam 1.Ot!sberlSlgbis31.Slürz 1920 ein Aufschlug von 100 Prozent. 129 4 Die Steuerpflichtigen werden bicrnpn mit dem Bemerken in Kenntnis geietzt, daß die Er» Hebung des Aufschiaqs gleich- zeitig mit der Erhebung der veranlagten Einkonimen- und Ergänzunasileuerdeträgi er- folgen wird. BerlinT.2, den 10.Npvbr.1919. ■ SUbmltc. 59.60. vi« Sluutssteueräinter Berlin I. und II. !!! Geld!!! :ür icde Wertsache.»Sdifte An- fautsoreise für Psandicheing Brillanten, tSoldgegenilände, Teppiche. Bücher uim. W'alit. 8riedrichsir.4> Ili.EdeKochitr. Mts Kediess tiinftL ASHne bis M. 13.- ?!sUn auch Abfälle, Brennstifte, Kon» kalte, Tiegel, Dold- u. Silbersach. tauft z. eig. dring. Bedarf, auch bei Einsendung, z. bekannt reell. hohen Preisen stets• Ehem. Labor, ffi. leichler Btr.L Fischer. Btileanfonccpl Sa Tobesanzelge. Hierdurch die maurige Nachricht, daß am 17. d. M. nach kurzem aber schwerem Leiden meine geiiebtsFran. die treuiprgende MLffer ihrer Kinder klsrzNettllSk geb.(loch an einer Operation»erstarben ist. Dies zeigen tiefdeirübt mi: der Bitte um stille Teilnahme an Wilhelm Metzner, Gastwirt. Neukölln, und Kinder. Die Beerdigung finde! am21. Noo. nachm. 2'/» Uhr, von der Leichenhalle des NeukällnerDemeinde-Fried- hoses. Mariendarser Weg. aus statt. Bertrauenspoll« Auskunft. 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