Nr.899.36Zahrg. (20 Pfennig) Bezugspreis: BierteljShrl. 10,50 Mi., monoü. ZL0 MI. frei In« Haus, voraus zahlbar. Post- bejug. Monatlich 3�0 Ml. cjfL stu- stellungsgeblihr. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn k,7b Ml. für da« übrige Ausland 10,1Z Ml. bei täglich einmal. Zustellung b,7S Ml. Postbeftellungen nehmen an Dänemark. Holland, Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen w die Post-Zeitungs-Preisliite. Der„Vorwärts� mit der Sonntags- deilage»Volt u. Zeit* ericheint wochentäglich zweimal. Sonntags einmal. Telegramm-Adresse: �Sozialdomolral Berlin-. Rrriinrr volksblcitl Anzeigenpreis: Die achtgeipaltene Nonpareillezeile kostet ILO M,, Teuerungszufchlag K0«/> »«lein» Anzeigen-, das iett- gcbtuette Won 75 Pfg.(zulöffig zwei lettgedruckte Worte), jedes weitere Won 50 Pfg. Stellengesuche und Schlasstellenanzeigen das erste Wort 65 Pfg, jedes weitere Wort 40 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50%. 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Nun wäre es ja sckön und wünschenswert, könnte die Politik wieder mit dem Maßstabe steter Entwicklung gemessen werden, da aber Vorsicht noch immer die Mutter der Porzellankiste ist, so sollen auch die noch gehört werden, die glauben, daß wir auS dem Kata- strophcnwctter noch nicht heraus sind. Es ist eine Ekgenart des deutschen öffentlichen Lebens, einen Begriff, lange bevor er zum Wesen wird, totzuhetzen! dafür Pflegt er desto sicherer zu überraschen, wenn er in Erscheinung tritt. Müßig, an den Krieg zu erinnern. Jahrzehntelang schrieb er seine warnenden, mahnenden, drohenden Flammen- zeichen wie Jehova in Babylon an die Wand des öffentlichen Beivußseins, jedem deutlich, der sehen wollte. Als er aber kam, fand er ein Geschlecht so klein, so blind, daß es die Zeit der Barbarei und Entmenschung als eine große empfand und verherrlichte. Weniger müßig ist es schon, daran zu erinnern, wie unvorbereitet, wie unreif die Revolution eine Klasse fand, die sich seit einem halben Jahrhundert bas Pacht- recht revolutionärer Erlösung der Gesellschaft zuschrieb und Weg wie Endziel wissenschaftlich, künstlerisch, politisch zu Protokoll der Weltgeschichte zu erklären beflissen war. Heute sind wir glücklich so weit, daß die Besonnensten aufstehen müssen, um Kassandrarufe auszustoßen: die Revolution ist in Gefahr! Gerade die Sozialisten, die im Gegensatz zu radikalen Illusionären die Revolution nie für einen Blankowechsel auf ins Phantastische geschobene Endziele und frisch-fröhlichen Bruderkampf ge- halten haben, gerade sie, die stets die klagende Flamme in der Novcmberfreiheit erkannt haben: sie wissen, daß sie zu erlöschen droht! Die Gegenrevolution, aus linksradikalem Agi- tationsbedürfnis als Popanz mißbraucht und durch Abnutzung in den Geruch der Unwahrscheinlichkeit gebracht— heute ist nichts ernster zu nehmen als ihre Anwartschaft auf die politische Herrschast von morgen. Mit welchen Zielen sie sich dabei trägt, geht aus der Korrespondenz der D e u t s ch- nationalen Volkspart er hervor, in der es heißt: „Sollte es zu einem Kampfe mit allen Mitteln kommen, so würden die Deutschnationalen selbswerständlich nicht das Hauptgewicht auf die Auseinandersetzung mit den Ver- führten und Verhetzten auf der Straße legen, sondern sie würden sich an die Parteiführer halten müssen... Da man die Taktik reaktionärer Offiziere kennt, so weiß man, was das zu bedeuten hat: Das Proletariat durch Ermordung ihrer Führer auf Jahrzehnte hinaus zum Helotendasein zu zwingen! Legen wir uns nüchterne Rechenschaft ab: die Revolution war zum wenigsten Loslösung revolutionierter Erkenntnis vom Geist einer in Blut und Verbrechen untergegangenen alten Ordnung. Nicht die Deutschen, sondern die Engländer haben die deutsche Revolution gemacht, nicht in Berlin, sondern im Crrnabogen ist das Schicksal der brutalsten Reaktion des Kontinents besiegelt worden. Am natürlichsten war noch der triebhafte Ekel, mit dem die Volkssöhne im Waffenrocke das verhaßte Mordregimcnt abschüttelten. Von der Stunde an aber, wo die den Sozialisten vertrauensvoll zuströmenden Soldatenniassen von den feindlichen Führern der Arbeiterparteien zum Brudermord widereinander gehetzt wurden, beginnt die Tragik dieser Revolution. D'e Blul kanäle des Bürgerkrieges, die infolge der Feigheit gut- oer NM- Reaktion geschloffen blieben, wurden durch einige Psychose nebelte Proletarierführer geöffnet; und während die einen eben Entwaffnete zum Schutze der Demokratie wieder be- waffnen mußten,- vertansdUen die anderen den Glauben an die Durchict-lagskrast gewallhassender Gelstigkeit mit dem Ver- trauen aui die Zuverlässigkeit von Kugelspr,tzen und vergeudeten die revolutionären Energien derArbeiter'chait in Straßen kämpfen und Rieienstreiks, die von vornherein zum Zusammenbruch verurteilt waren. Eine Idee, die geschichtlich verpflichtet war. durch»ein schöneres Lied. ein. besseres Lied" die Seele eines maßlos vergewaltigten Volkes zu gewinnen, be- wies ihr? höhere Eignung vorerst dadurch, daß sie die Luden- dorffschen Schützengräben von Flandern in den Tiergarten Kreditabkommen der Gewerkschaften. Während im Westen die kapitalistische Entente durch ihre stille Duldung der wilden Ein- und Aussuhr und durch die Verweigerung von Rohstosfkrediten Deutschland dem Zu- sammenbruch entgegentreibt, regen sich die Kräfte des inlec- nationalen Proletariats, um der bedrängten deutschen Ar- beiterschaft zu Hilfe zu kommen. Bereits vor Monaten konnten wir mitteilen, daß ein großzügiges Kreditabkommen zwischen den deutschen und den nordischen Gewerkschaften im Gange sei. Dieses Abkommen ist nunmehr perfekt geworden. Dazu wird uns gemeldet: Zwischen den Bevollmächtigten der skandinavischen (schwedischen und dänischen) Gewerkschaften und dem Allgemeinen deutschen GeWerk schastsbund, vertreten durch Karl Lcgien, ist am Sonnabeudnachmittag in Berlin das seinerzeit von Wilhelm Janffon angeregte groß- zügige Kreditabkommen abgeschlos"» worden. Tie dänischen und schwedischen Gewerkschaften haben dem Allgemeinen deutschen Gewerkschaftsbund einen Kredit von fün U Millionen dänischen oven (gegenwärtig gleich etwa 45 bis 50 Millionen Mark) eröffnet, welche letztere» in schwedischen und dänischen Banken zur Ver- sügung bereit liege». Von dem ursprünglich mit diesen Krediten beabsichtigten Lebcnsmittelcinkaus ist infolge deS jetzt besonders tiefstchrnden Kurses der Markwahrung, wie auch wegen der großen Aufwcn- düngen der Reichsregierung für Einkäufe von Lebensmitteln im Auslande und deren billigere Abgabe an die Bevölkerung vorläufig abgesehen worden. Tie Gelder werden hingegen dafür verwendet werden, Rohstoffe für die brachliegenden Jndu st rien zu beschaffen, namentlich sür die Textilindustrie, wodurch sowohl Zchntausende von arbeitslosen Textilarbeitern Arbeits- Möglichkeit als auch weitere Hunderttausende von unbemittcl- tcu Menschen billigere Kleidung erhalten werden. Wir begrüßen dieses Entgegenkommen der skandinavischen Gewerkschaften als einen Akt proletarischer Solidarität, der be- weist, daß das international: Proletariat auch höhere Auf- gaben hat, als die, die ihm von den Anhängern der Räte- diktatnr zugewiesen werden und die letzten Endes zum Zu- sammenbruch der nationalen und internationalen Wirtschaft führen müssen. Wir sind überzeugt, daß Neses Abkommen von Arbeitern verschieden?? Länder untereinander kein Einzelfall bleiben wird. Die wirtschastliche Hilfe, die uns die nordische Arbeiterschaft er- weist, wird der gemeinsamen Arbeit der internationalen Ar- beiterschaft neue Wege, neue Ziele weisen. So danken wir den skandinavischen Brüdern in der Hoff- nung, den Dienst, den sie dem deutschen Proletariat erweisen, ihnen einmal in reichem Maße vergelten zu können, sollten sie einmal der Hilfe deutscher Arbeiter bedürfen. Schiebertums, dem wahnsinnigen LuruS der verwesenden Oberschicht. Ein Zustand, der unhaltbar ist, in sich verfault, Ex- plosionen von fürchterlicher Wildheit in sich birgt, ein Zustand, der nach einer Macht zur Lösung der unheimlichen, dem Chaos zuwirkenden Verwirrungen schreit. Diese Macht wird kommen müssen in allernächster Zeit. Sie kann kommen in zwei Gestaltungen: in einer finsteren Reaktion, von der wir wiffen müssen, daß sie alles daran setzen wird, die Arbeiterbewegung, welcher Färbung sie auch sei, niederzutreten, eine Rc- attion, die einst wie die eines Metternich den Ehrgeiz besitzen wird, Glied einer neuen international-kapitalistischen.Heiligen Allianz" zum Kampfe gegen Freiheit und Sozialismus zu werden— überbietet sich ihr Wahnsinn nicht darin, das deutsche Volk aufs'neue in einen Vernichtungskrieg nach außen zu werfen: oder aber in der Einigung der Arbeiterklasse, unter Ueberwindung aller Hindernisse, nicht zu einer Partei, wohl aber zu einer Kampfbereitschaft gegen die Reaktion, die so stark und unbedingt fein muß, daß schon die Tatsache ihrer Existenz genügt, abschreckend auf die Reaktion, nötigend auf das entwicklungsfaule Bürgertum und belebend und ernüchternd auf das des BruderkampfcS überdrüssige Proletariat zu wirken. Artur Aickler. • Wie die P. P. N. aus Bremen erfahren, nahmen dort in einer großen Mitgliederversammlung der sozialdemokratischen Organisation die Mitglieder Stellung gegen die reaktiv- nären Bestrebungen der Rechtsparteien. Sie ver- langen, daß eine Einigung zwischen den unabhängigen Sozialisten und den Sozialdemokrattn zumindest soweit erfolgt, um bei einem Z eventuellen Putschversuch von rechts diesem begegnen zu können. Seither ist alles, was geschah, eine unausgesetzte Ver- geudung dessen, was uns Krieg und Niederlage an moralischen und tmrtschaftlichen Kräften gelassen haben. Wären die Schuld, die Unfähigkeit, die Korruption des alten Systems nicht so offenbar und ungeheuerlich, längst und endgültiger wäre der gespaltenen Arbeiterschaft ihre Schwäche zum Ver- hängnis geworden. Die unverhüllte Brutalität der Reaktion hat sich in List verwandelt, die nicht weniger gefährlich ist. Einen Beweis dafür liefert die a n t i s e m i t i s ch e W e l l e. In ihr offen- bart sich die von reaktionären Demagogen ausgenützte Dumm- heit und Verzweiflung gewisser politisch heimatloser und Wirt- schaftlich auf den Aussterbeetat gesetzter Mittelschichten, die am Alten den Glauben verloren haben, am Neuen die Hoffnung nicht gewinnen können und sich nun in die Netze eines Rassen- fimmels verstricken, deren Enden von den Machern des gegen- revolutionären FischzugS gehalten werden. Inzwischen erhebt sich im liberalen Bürgertum immer lauter der Schrei nach der Zipfelmütze, der radikale Intellektualismus zieht sich sichtbar in die Gemach- lickkeit individualisierender Klopsfeckterei zurück, und im P> oletaiiat drohen immer mehr Müdigkeit an Stelle der Tat- krait. Teilnahmslosigkeit an Stelle der Erhitzung zu treten, abgesehen von Gruppen, die sich noch immer mit Spaltungen vergnügen. Außerhalb der Parteien bilden übelstes politisches Gründertum. hilflose Manifestenschtriberei. Klubsesselemanzipa- tionen, Salonprophetentum und Projcktenmacberei die würdigen Seitenstücke zum Geiängniselend und zur Wirtschaftsnot. tvie andererseitL zum Aasen der Halbwelt, den Orgien des tzelfferich berichtigt. Helffcrich hat Mut— zu berichtigen. Schon im gestrigen Abendblatt fiel es uns leicht, eines seiner Dementis ans Grund einer amtlichen Meldung richtigzustellen. Herr Helfferich hätte wirklich allen Grund, die Heldenrolle, die er in Moskau gespielt hat, nicht von neuein zum Gegenstand der öffentlichen Erörterung zu machen. ES mag ja wahr sein, daß sich Herr Helffcrich seinerzeit im Auswärtigen Amt ans die Brust geschlagen hat, um zu erklären, daß er den Mut aufbringe, nach Moskau zu gehen, und daß er auch, tvenn es sein müsse, tvie ein Deutscher für seine diplomatische Aufgabe zu sterben verstehe. Aber ebenso wahr ist es. daß kurz nach seiner Ankunft in Moskau die Angsttelegramme beim Ans- wärtigen Amt einsetzten und Herrn Joffe, der natürlich durch seine Leute davon Kenntnis erhielt, Gelegenheit gegeben war. sich über � Helffcrichs Verhalten zu belnstigen. Die Herren Bolschewisten waren gütig genug, eine ganze Forma- tion Letten zum Schutze der deutschen Botschaft aufzu- bieten. Doch selbst das genügte Herrn Helfferich nicht; er er- kundigte sich obendrein bei dem Leiter der ansivärtigcn Politik Sowjetrußlands, ob denn die Letten auch z u v e r- lässig seien. Nur die Einsicht, daß dies doch zu lächer- l i ch sei, bewegte Herrn Helfferich ein tveiteres Aufgebot von Artillerie zum Schutze seiner Persönlichkeit abzulehnen. In Berlin aber ließ man sich durch seine Hilferufe davon über- zeugen, daß es im Interesse des Ansehens der deutschen Diplomatie geboten sei, Helfferich Löwen- herz wieder nach Hause zu lassen. Daß er sich seinen Zug noch nach einem andern Bahnhof schicken ließ, als dem, den er in der Moskauer Presse bekannt machen ließ, diene zur Erhöhung der Komik seines Verhaltens. Er ist denn auch Deutschland erhalten geblieben, und da die Demokratie jedem das Recht offen läßt, sich nach HcrzenS- lust zu blamieren, so wird Herrn Helfferich daS öffentliche Interesse noch lange gewogen bleiben. Kiröorf unü tzaenifch. In Parteikreiien hat vielfach die Meldung Befremden erregt, daß bei der Jahrhundertfeier der Düffeldorfer Akademie der Kultusminister Genosse Haenisch den bekannten Groß- industriellen Kirdorf zum Ehrenmitgliede ernannt habe. Die»Freiheit" hat die Sache sogar zum Gegen- stand eines Leitartikels gemacht. Wie uns Genosse Haenisch mitteilt, hat es mit der Meldung folgende Be- wandtnis: Dar Staat ist heutzutage bekamitlich außer- stand«, finanziell sür die Pslegcstätten von Kunst und Wiffenschaft auch nur annähernd das zu leisten» was deren Bedürfnisse erfordern. Infolgedessen haben sich bei den meisten Universitäten, Akademien usw. Vereine von„Freunden und Förderern" gebildet, die hier helfend eingreifen. An der Spitze des Vereins der„Freunde und Förderer" der Düffel- dorfer Kunstakademie nun steht der bekannte Herr Kirdorf, der sich uni diesen Verein und damit auch um die Akademie grosie Verdienste erworben und für die gute Sache sehr beträchtliche Geldmittel zusammengebracht hat. Allein bei der Jubiläumsfeier konnte er wieder eine stattliche Millionengabe überreichen, während der Staat mit ziem lich leeren Taschen daneben stehen musite. Unter diesen Umständen war es begreiflich, dasi die Akademieleitung das Bedürfnis hatte, neben einem Dutzend anderer um die Akademie verdienter Männer auch Herrn Kirdorf bei dieser Hundertjahrfeier zu ihrem Ehrenmitgliede zu machen. Sie faßte einen dahingehenden einstimmigen Beschluß. Gegen diesen Beschlutz von staatswcgen zu protestieren, wäre bei der ganzen Sachlage einfach eine Albernheit gewesen. und so hat Genosie Haenisch ihn neben anderen Beschlüssen der Akademieleitung am Schlüsse seiner Düsseldorfer Rede einfach bekanntgegeben. Dürfen wir von der Loyalität der„Freiheit" erwarten, datz sie ihren Lesern von diesem einfachen Sachverhalt Kenntnis gibt?_ Transportmittel und Kohlenfrage. Don feiten des Ciienbahnmimsters wird fortwährend ge klagt, t»atz die Schwierigkeiten in der Transportfrage Haupt sächlich in dem Mangel der Lokomotiven und der Materialbeschaffung bestehen. In Nr. 542 des„Verl. Börsen-Courier" wird nun in einem Artikel, der von einem Leiter eines Lokomotivenbau Unternehmens herrührt, u. a. folgendes gesagt: „Es könne den Anschein erwecken, als ob die deutsche Lolo- motwindustrie ein besonderes Interesse jetzt daran hätte. Aus träge von der Staatsverwaltung zu erhalten. Dabei ist gerade das Gegenteil der Fall; es werden bereits in Deutschland und in den großen Lokonmtivfabviken neue Loko motiben gebaut, die hauptsächlich aus Friedensmaterial hergestellt Iverden, und in den Fabviken bat sich die Produktion so gesteigert, datz man schon von einer gleichen Höhe wie der Fviedensproduk- rion sprechen kann. So stellt beispielsweise die Hannoversche Maschinenfabrik augenblicklich etwa 32 neue Lokomotiven im Monat her bei einer ständigen Belegschaft von 5000 Ar- bei lern. Das für die gegenwärtige Situation der deutschen Volks- Wirtschaft nur Ungctvöhnliche ist, datz diese Lokomotiven a«S- schliesslich ins Ausland gehe». Die Preise, die im Ausland für deutsche Lokomotiven geboten werden, sind derart, datz sie den Fabriken-es ermöglichen, sämtliche Betriebsstoffe, nicht nur Werkzeugmatcrialien, Cels usw., sondern auch Kohle, sich in ge- n uzenden Mengen zu besorgen, entweder vom Ausland selbst oder im Inland. Tie auswärtigen Bezieher haben ein Jnter- esse daran, die Produktion sehr hoch zu halten, und sind gern be- reit, sie mit notwendigen Betriebsstoffen zu unterstützen. Ob eine so angespannte Beschäftigung ftir ausländische Rechnung im Interesse der Staatsverwaltung, im Interesse der heimatlichen Berkchrsverhältnisse liegt, ist zu bezweifeln." Des weiteren wird in einem anderen Artikel derselben Nnlniner, betitelt:„Zur Lage der westdeutschen Eisenindu- stric" in bezug auf die Eisen- und Dkfhlcrzejrgmig erklärt: „Die unter Mitwirkung und Gervehniignng des Reichswirt- schaftSminifteriumS festgesetzten Inlandspreise für die shn- dizierten Eisen- und Stahlerzeugnisse stehen mehr und mehr nur a u f d e m P a p i e r. Bon den Werken, die umcr den gegen- wärtigen Verbättnissen natnrgemätz bestrebt sind, ihre Erzeug- wisse in syndizierten Erzeugnissen nach Möglichkeit zugunsten der Herstellung von solchen Artikeln zu beschränken, deren Preise nicht durch Verbände festgelegt sind und auch von den Syndi- katen ist zu diesen Preisen kaum Material zu bekommen. Für dringenden Bedarf ist der Verbraucher aus den Zwischenhandel angewiesen, von dem er zu noch einmal so hohen Preisen das ge- wünschte Material erhalten kann. Ein beträchtlicher Teil der Eisen- und Stahlerzeugung in Rheinland und West- salcn geht aber ins Ausland, und zwar z u m e i st ohne Ausfuhrbewilligung durch das besetzte Gebiet." Es sind dies Widersprüche, die unbedingk einer Auf- klärung bedürfen. Die Genossen H u e�und Heller haben deshalb fol- gende Anfrage an die Staatsregierung gerichtet, um Aus- kijnft darüber zu, verlangen: „Ist die Staatsregierung in der Lage, darüber Auskunft zu geben, ob die oben zitierten Mitteilungen im„Berliner Börsen-Courier" zutreffend sind und was gedenkt die Staats- regierung zu tun, um die Ausfuhr für unsere Volkswirtschaft unentbehrlicher Rohmaterialien upd Lokomo- tiven zu hinder n?"_ Der Reichskohlenrat. In der Sonnabendsitzung des Reichskohlenrats wurde zuerst Bericht über die am Freitag stattgehabte Abcndsttzung der kleinen Kommission erstattet. Die von ihr vorgenommene Verteilung der 60 Mitglieder des Reichskohlenrats auf die drei Sachverstand i- genausschüsse wurde genehmigt. Dem techniscken Ausschutz für den Kohlenbergbau sind 18, dem Ausschutz für Brenn» stoffverwertung sind 22 und dem sozialpolitischen Ausschutz 20 Herren zugeteilt worden. Die Vertreter sollen, abgesehen von einigen wünsckienSwerten Aenderungen, in der gleichen Weise auf die Ausschüsse verteilt werden. Bei der Be- ratuug des letzten Punktes der Tagesordnung— Stellungnahme zu dein Plane des Reichswirtschaftsministeriums in der Berg- arbeiter-Wohnungsfürforge— stimmteu alle Mitglieder der Aufbringung der Mittel durch den Reichskohlenrat zu. Ebenso wurde schleunigste Jnangriff- nähme gefordert. Von feiten der Unternehmer wurden jedoch gegen die Vorlage der Regierung, die den Mitgliedern leider noch nicht zugegangen war. Bedenken erhoben. Herr S t i n n e s betont«, die Vorlage müsse schnell st pns durchgeführt werden, denn sie wird zu einer Entlastung unseres gesamten Wirtschaftslebens führen. Durch die Verkürzung der Arbeitszeit, die in allen Län- dern erfolgt, wird soviel weniger produziert, datz durch die ganze Welt ein Produktionshunger geht. Zum Schlüsse der Sitzung teilte der Vorsitzende mit, datz man wegen der Einstellung eines Geschäftsführers mit Herrn Generaldirektor Kongeter in Berbaudlungen eingetreten>'ei. Anschlietzend an diese Sitzung fand eine Besprechung der Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Bergbau mit Vertretern des Verbandes der Lokomotivführer und Heizer der Preutzischen Eisenbahn im Beisein' des Reichskohlenkommissars und Vertretern de? ReichslvirtschastS- und Eisenbahnministeriums statt, in der über die Möglichkeiten gesprochen wurde, der Eisenbahn reinere und bessere Lokomotivkohlen zu liefern. Verlängerung öer Arbeitszeit in Lohnürejchereien. Der preutzische LandwirtsibaftSminister hat in Erwägung des UmstandeS, datz eine möglichst rechtzeitig« Bewältigung des Aus- druscheS der Körnerfruchternte im Interesse unserer Vollsernährung dringend erforderlich erscheint, die vorhandenen Lobndreschereien aber zurzeit durch die vorgeschriebene achtstündige Arbeitszeit nicht voll ausgenutzt werden können, den DemobilmachungSkommissaren sRegierungSpräsidenten) anheimgestellt, von der ihnen zustehenden Befugnis der Verlängerung der Arbeitszeit für ein« zelne Betriebe oder allgemein für das laufende WirtschaftS- jähr Gebrauch zu machen, ohne einen besonderen dahin gehenden Antrag der Interessenten abzuwarten. Der frankfurter �rbeiterrat. Die„Freiheit" bringt in ihrer Dienstag-AuSgabe einen Artikel „Sprengung des Frankfurter ArbeiterrateS". Der Artikel strotzt von der ersten bis zur letzten Zeile von Unrichtigkeiten. Abgesehen von der unwahren Schilderung von dem Rücktritt des Polizei- Präsidenten Harris wird in diesem Artikel behauptet, die Mehr- heitssozialisren hätten den Frankfurter Arbeiterrat gesprengt. Demgegenüber ist folgendes festzustellen: Der bei Ausbruch der Revolution in Frankfurt a. M. gebildete Arbcitcrrat, dessen Mehrheit sich aus Unabhängigen und Kominunisten zusammensetzt, ist niemals gewählt, sondern nach dem Belieben des unab- hängigen Diktators Dihwann ernannt worden. Der Frank- urter Arbeiterschaft ist eS bis heute noch nicht möglich gewesen, die Mitglieder des ArbeiterrateS durch allgemeine Wahlen zu bestimmen. Aus Furcht, datz sie die Mehrheit verkiepsn, haben die Unabhängigen und Kommunisten bisher die wiederholten Anträge der Mehrheitssozialisten zur Neuwahl des Arbeiterrates promot abgelehnt. Die Sitzungen des ArbeiterrateS sind bisher nichi� anderes gewesen als der wilde Tummelplatz unabhängig-komu'« nistischen''Geschreis. Von positiver Arbeit ist bisher niemals die Rede gewesen. Es ist nicht das geringste während des verflossenen Jahres für die Arbeiterllasse geiätigt worden. Immer wieder wur- den die Mehrhcitssozialisten auf daS gemeinst« beschimpft, so auch in der letzten Sitzung. Darauf haben die MchrheitSsozialisteu ihren Austritt aus dem Arbeiterrat erklärt, da eS zwecklos wäre, weiter darin zu sitzen, und da er zu keiner Zeit die rechtmässige Vertretung der gesamten Arbeiterschaft gewesen ist. In derselben Nummer berichtet die„Freiheit" über die Wahl- erfolge der U. S. P. bei den Gcmeindswahlen in Hessen und Hessen-Nassau. Wie überall im Reiche, ist auch bei diesen Wahlen die Stimmenzahl der Mehrheitssozialisten zurückge- gangen. Der Stimmenzuwachs der Unabhängigen macht jedoch bei weitem nicht den Ausfall mehrheitssozialistischer Stimmen weit. Wohl haben sie, wie in Mainz, einige tausend Stimmen gewonnen, was will es aber für die Sache des Sozialismus bedeuten, wenn der grötzte Teil der unserer Partei verloren gegangenen Wähler in? bürgerliche Lager hinüberschwenkt? Wenn die Unabhängigen auf solch« Wahlerfolge, die im Endresultat eine V e r- stärkung des reaktionären Bürgertums bedeuten. stolz sind, so soll es uns recht sein. Datz die„Freiheit" bei ihren Wahrbetrachtungen z. B. schreibt:„In den besetzten Gebieten sei bis etwa acht Wochen vor der Wahl daS«Frankfurter Volksrecht" von den BcsatzungSbehörden verboten gewesen, während den Rechtssozialisten mehrere Tageszeitungen zur Verfügung standen," so bedarf auch die? einer kleinen Richtigstellung. So ist z. B. die „Frankfurter Volksstimme" wegen ihres mutigen Kampfes gegen den französischen Militarismus seit Monaten im besetzten Ge- biet verboten, während das„Frankfurter Bolksrecht"— die unabhängige Zeitung— ungehindert während der Wahlzeit ins be- setzte Gebiet gehen konnte und immer noch geht, als Dank dafür, datz sie die französischen Militaristen ungeschoren lätzt, die z. B. Fraucngefängnisse zu Bordellen für ihre Soldaten gemacht haben. Während die Unabhängigen gegenüber der deutschen Rc- gierung von morgens bis abends nicht genug Schandtaten ausdecken können, schiveigt das tapfere„Frankfurter Lolksrecht" über die Greuel der ftanzösischen Offiziere im besetzten Gebiet. Auch darum beneiden wir die Unabhängigen nicht. Es ist bei ihnen eben ein Unterschied, ob sie einen Gewalt- und Blutmenschen i la M a n g i n vor sich haben, oder einen rechtssozialistischen Minister N o S! e. Ein fronöierenöer Geheimrat. In einer Plenarversammlung der Oberschlesischen Handels- kammer beschäftigte sich der Vorsitzende, Geh. Bergrat Hill ig er, mit den Wirkungen des Friedensvertrages auf Oberschle- sien und unterzog die Mastnahmen der Regierung für Ober- schlesien einer scharfen Kritik. Der gewährte militärische Schutz sei zu gering, getadelt wurde ferner der deuitsch-polnische Amnestie- und Wirtschaftsvertrag. Wenn der Herr. Geheimrat sich hier- bei das von der alldeutschen Presse nunmehr zur Genüge abgehetzte Schlagwort von dem Entstehen neuer„Futterkrippen" zu eigen machte, so blickt auch hieraus wieder einmal der unverhüllte Aerger über die neuen Männer, die eS allekdings als ihre Aufgaben an- sehen, diejenigen von der Futterkrippe zu beseitigen, welche die Regierungsämter usw. im alten Teutschland tatsächlich nur als «ine Futterkripe ansahen. Auch ein Geheimrat des alten System« sollte einsehen, datz der aufreibende-Posten an verantwortungsvoller Stelle mit dem genutzreichen Dasein an einer Fvtierklnppe recht wenig zu tun hat. Worauf es den Herren ankommt, offenbarte der Redner— vielleicht ungewollt— in seinen Schlutzworten, in denen er auf die Notwendigkeit der Beseitigung der heutigen Regie- rung hinwies. Unserer Ueberzeugung nach ist nichts mehr geeignet, dem bedrohten Deutschtum in Oberschlesten Abbruch zu tun, als der- artige verantwortungslose und herausfordernde, die Autorität der Regierung untergrabende Ausführungen eines Mannes, dsm es am guten Willen und wohl auch au Fähigkeit mangelt, sich den neuen Behältnissen einzuordnen. Einkehr. � Von Karl Bröger. jsecker vlleg und alle Gaffen ballen beut von Schritten wider, Deine Coten hebren nieder alle wieder alle! Rers, knie schweigend nieder! Schau, die Millionen blaffen Schatten» die da» bunte li-icht verlassen, drangen aus dem Dunkel vor, pochen an das graue Cor! 6il( nur, sie einzulaffen! öilberwciDc■fläche breitet ihrem fuß sich liebend dar. Qeber scbneeverwebt« feldcr schreitet leicht und ohne Spur die Schar. Rerr, nun mach« hoch die Pforten, daß sieb keiner buchen mußt Lausche fromm! Hu».murmelnd leifen Motten klingt der Coten ernster Gruß. r „Mieder find wir heimgekommen au» der eilig kalten stacht. funk«, der noch schwach geglommen, ilt zur flamme jetzt entfacht. Laßt die beißen feuer brennen, denn sie wärmen unfre Gruft, Mo llt ihr uns von eurer Liebe trennen, reißt ihr zwischen uns die Kluft. �a, wir wohnen COr an COrcn und vernehmen jeden Laut. Mo wir euren Rauch nur spiiren, grüßt er freundlich und vertraut. Mir erstarren nur in Stunden, da ihr uns kein Zeichen gebt. Swig find wir euch verbunden Und wir leben, wenn ihr lebt." Durch den schwarzen Klang der Glocken drängt in hellem Sonnenlauf goldene» frohlocken,.. Rer z, fteb auf! Heil Dir im Siegerkranz! EinGrdenkblattfürHindenvurgundLndendorsf. als am Dienstag die Heerführer de» geschlagenen deutschen BoOtf am Zeugentijch fassen und,«ft der Faust auf de» Tisch trommelnd, vom Frieden sprachen, den sie nicht durch Mlson, wohl aber vom Sieg Ludendorffs gewollt, als die Einpeiffcher der Zwölf- millionenarmee von ihrer Ehre sprachen, von ihrem Gewipen und von ihren Sorgen, da kamen uns die Bilder, die die Generäle nicht geschaut und von denen man nicht redet, wenn man nicht mutz. Heute müssen wir! Deshalb widmen wir den Lieblingen der Kriegshetzer eine von tausend Erinnerungen. * von Verdun sprach Ludendorff. Laßt uns auch von Verdum er- zählen. Von der Todesschlucht und dem Fort Vaur: Juli 1916! Von ferne hört man Dag und Nacht die Kanonen brüllen. Seit dem frühen Morgen marschieren wir in grätzlicher Hitze. Links und rechts säumen lKe Landstratzen wund und schlapp gewordene Infanteristen. Vornweg reitet der BataillonSlommandeur und fluchi über die„Drückeberger". Noch einmal lätzt er die vier Kocnpagiwen halten. Eine Ansprache!..�leider ist das Fort Tavannes, daS wir stürmen sollten, bereits gefallen. Noch sitzt der Feind auf Souville. Dann nehmen wir dieses. Schlappheit gibts nicht. Die„Abb.iuer" kommen mit, und wenn ich sie an den Wagen binden und vorschleppen lasse..." Wir find vorn, in der Fuminschlacht. Die Lebenden find nur noch die Reste ehemaliger Kompagnien. Die anderen, die Beneide- ten, liegen tot am Wege, der von der Höhe 110 zum I-Werk des FortS Baux führt. Durch einen Wald sind wir gelaufen, den die noch immer auf Tavannes sitzenden Franzosen mit den schwersten Geschossen eindecken. Ins Felsgestein ist ein kleiner Pfad geschlagen, der mit toten M�nschenleibern gepflastert ist. Gleich über Wurzeln stolpert man über verwesende Beine und Arme. Der Wald endet. Es geht den Abhrng hinab. In die Todesschlucht. Einen Augenblick schäpfem wir Atem und warten, ob der Bordermann durck>gckommen ist. Wumm... wumm... fort... Gasgranaten! Hinunter! Soweit das Auge blickt, kein Baum und kein Strauch» Selbst die Felsen sind von dm Granaten zu feinem Sand zermahlen, in den man einsinkt Mensckenfetzen überall. Ein Bein, eine � wachsgelbe Hand; Köpfe, denen der Rumpf fehlt, als seien es Rübcnfrüchte, die der Bauer beim Aufladen vergessen._ Hier ragt eine knochendürre Hand aus der Erde, den Zeigefinger wie zum Schwur gen Himmel gereckt. Ein gespaltener Rumpf, dem die Därme heraushängen und über die ein Geschmeiß hungriger Fliegen einen scknwrzen Schleier gebreitet hat. Daneben wiederum abgeschlagene Köpfe,_ die der Arbeit der Insekten zuschauen. Köpfe! Einer mit einem schwarzen Vollbart, links davon ein blutjunger, dessen blaue Augen verglast sind und den Nachbar mit der krummen Nase anstieren. Dazwischen krachen, heulen und fauchen die Granaten. JDer Vordermann stolpert über ein totes Bein, das wie ein dürrer Stecken in einem klobigen Kommitzsfiefel steckt. Der Gefallene schreit auf. Ist er verwundet? lieber ihn hinweg, hinunter wumm... wumm... Es blitzt und kracht und flucht und schreit med stöhnt und heult und keucht und kracht und kracht, die Bugen treten aus den Hohlen, der Atem stockt vor Pestlust und giftigen Gasen. Abwarts, halt.. unten... -in Teich benunt die Schritte: der Vaux-Teich. Wer drüben ist. ist gerettet. Die Bergwand am gegenüberliegenden Ufer schützt vor Granatsplittern und Maschinengewehrkugeln. Ehemals mochte hier ein liebliche« Tal gewesen lein. Ein Bachlem, das sich hindurch. zwängte ustp ein- Mühl.- irstb. Wo der Engpatz in die Woevre- Ebene mündet, lag das Dorf Baux. Kein Ziegelstein ist von ihm alles M gvmfc ffT-ifh*"1- das Publikum an den geforderten Preiien überzeugen kann. Doefi sie sehnen die alten Zeiten zurück, wo sie den Gehilfen mit monatlich 30 bis SO M. abweisen konnten. Wurde doch im März d. I. festgestellt, daß an Verheiratete, welche länger als 10'Jahre in demselben Geschäft tälig waren, noch Wochenlöhne von 36 M, ohne jede weitere Entschädigung gezahlt wurden. Im März endlich gelang eS dem Zentralverband der Bäcker und Konditoren einen Tarif zustande zu bringen. Um nun die Löhne mit der fort- gesetzt steigenden Teuerung etwas in E'nklang zu bringen, wurde die gleiche Teuerungszulage wie in Bäckereien gezahlt wird, ge- fordert. Vor dem ZchlichtungSamt wurde unter Hinzuziehung von Vertretern der Arbeitqebcrorganifationen vereinbart, daß den Gehilfen eine wöchentliche Teuerungszulage von 35 M. gewährt werden sollte. Die Versammlung der Konditorei-Fnnung hat die'e Abmachung abgelehnt und bietet unter allerband Verklausu- lierung eine Zulage, die für den einzelnen Gehilfen 7,50 M, pro Woche ausmachte. Für das übrige Personal würden sogar noch Abzüge herauskommen. Die Arbeitnehmer in den Konditoreien sind über diese Ver- böbnung auf das höchste entrüstet und wollen ihre Forderung even- tuell mit den schärfsten Mitteln zur Durchführung bringen. Die Organisationsleitung versucht neue Verhandlungen anzubahnen und wird zu den weitergebenden Schritten in einer Versammlung, die am Freitag, den 28. November, abends 7 Uhr, bei Schulze, Am KönigSgroben 2, stattfindet, Stellung nehmen. Komisches Wahlverfahren bei der Ober-Postdirektion Berlin. Man schreibt unS: Die Wahlen zum örtlichen Ausschuß für da? Personal— etwa 1200 Köpfe— bei der Ober-Postdirektion wurden am 20. d. MtS. durch eine Versammlung im PrüfungSzimmer, das etwa 200 Perlenen fasien kann, vorbereitet. Vorher jedoch, ohne daß es irgendeiner Stelle möglich war, zu der Wahl selbst und zu dei: aufzustellenden Kandidaten Stellung zu nehmen, wurden die offiziellen Wahlzettel verbreitet. In der Versammlung selbst wurden wegen der Eigenmächtigkeiten dieleS Verfahrens die lebhaftesten Diskussionen geführt, doch wurde damit nicht erreicht, die Wahl am 2l. d. MtS. ausfallen zu lassen. Es wäre zu wünsche«, daß diese Wahlen höheren Ort? in- hibiert werden und eine Neuwahl— bei rechtzeitiger Bekanntgabe des WahtterminS— vorgenommen wird. Ter Streik im Schuhwarenhaus R. Torndorf. Während die andern Schubwarcngeschäfte, die bisher bestreikt wurden, ihrem Personal einigermaßen erträgliche Gehälter zubillig- ten und damit die Möglichkeit zu einer Einigung gaben, verweigert die Firma R. Dorndorf, Friedrichstr. 65, den: Personal jedes Entgegenkommen. Der Streik geht also dort weiter. Die Schutz- mamnchaft und die Sicherheitspolizei scheinen vom Koalitionsrecht und den» damit verbundenen Streikrecht noch nichts gehört zu haben. Daher ist ein Herr Sonnenfeld. Vertreter der Firma. in der Lag«, den Angestellten mit Hilfe der Polizei das Streik« postensteben streitig zu inachen. Selbst Verhaftungen von Streik- Posten erfolgen, trotzdem diese keinen Anlaß dazu geben. Wir bitten die Arbeiterschaft, weiter wie bisher Solidarität zu üben. Zentralverband der Angestellten. Lohnbewegung der Friseurgehilfen. Am Freitag, den 21. d. M., waren etwa 1000 Friseurgehilfen und«gehilsinncn in den Arminhallen versammelt. Die Referenten 'Pantzer und Matuffke schilderten die augenblicklichen Lohn« Verhältnisse und legten der Versammlung die Notwendigkeit einer Ausbesserung der Löhne vor. Der Jnteresscnverband der Friseure Groß-BerlinS als Vertreter der Arbeitgeber, hat insbesondere der SOproz. Lohnaufbesserung(Teuerungszulage) zugestimmt, m:t den übrigen Forderungen jedoch auf den Verhandlungsweg verwiesen. Es wurde von den Rednern erklärt, daß diese notwendigen Auf- besserungen sich im Rabmen des seit Mai bestehenden Tarifvertrages erledigen lassen. Die Gehilfenschaft hat ein Interesse daran mit den Arbeitgebern auf friedlicher Basis zu verhandeln. Die ver« fammlung brachte unter ollaemeiner Zustimmung ihre Meinung durch Annahme einer dahingehenden Resolution zum Ausdruck. Deutscher Holzarbeiter-Vcrband. Bersammlnngen. Montag, den 24. November(919: Warenbätiser«nk> Magazine: Abend« 7 Uhr im„Königstadt-Kafino", HolzmarMtraße 72. Tagesordnung: t. Stellungnahme zur Tariskündnung, 2. Anträge zur Gencralverfammlunq. 3. Stellungnahme zur Wahl ci-eS Angestellten.— Vergoldrr: Nachmittags SUbrim„Dresdener Kasino'. Dresdener Str. 96. Tagesordnung: 1, Reichstarif oder Branchentarif. 2. Dahl der Unteraus- schuhmitalteder, 3. Verschiedenes.— Laden- und Kontormödeltii'chler: Nachmittags 5 Uhr im„Englischen Garten�, Alerandcrltr. 27c. Tagesordnung: 1. Anträge zur Generalversammlung. 2. Stellungnahme zum NeichStarif. DienStag, den 2 5. November 1919: Dtichlcr, Bezirk Ollen kll: Nachmittags 4'/. Uhr in den„Prachtiälen des DstenS*, Frankfurter Allee 48. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Abiaus deS Vertrages und Ausstellung neuer Forderungen. Referent: Kollege Siegle. 2, Beratung von Anträgen zu der am 12. Dezember 1919 stattfindenden General«er!nmml:mg.— Bezirk Oberschaneweide: Nach Feierabend bei Strobach. Oberlchöncwelde, Wilhelmmenhosstrafie 18.— Sargtischler: Abends 7 Uhr bei Boeksr, Weberstr. 17. Die Tagesordnung wird in der Versammlung belanntgemachl. Mittwoch, den 26. November 1919: Modell- und Fabrittikchlcr und Modelldrechkler: Abend; 6'/, Uhr in der Schill« aula. Weinmeisterstrafie 16(17. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Unser Tarisabkoinmcn. 3. Wahl eines BeitragsammlcrS. 4. Verschiedenes. Donnerstag, den 27. November 1919: Mnfiktnttru- mentenarbeiter: MendS 6 Uhr bei Kliems, Sascnheidc 14/15. TageS- ardnung: 1. Beschlunfallung über das Ergebnis der Bcrhandlunzen m der Klaoierindustrie. 2. Stellungnahme zum Reichstarif. OSram.Werk. Sämtliche Kollegen und Kolleginnen, di« noch keine Karle zwecks Arbeits ausnähme erhalten haben, melden fich Montag früh in ihrer S'ation zur Arbeit. Knorrbremke! Am Moniag. den 24. November, nachmittags 3 Ubr, findet bei Blume. Alt-Borbagen, eine Versammlung der Abteilung Werk- zeugbau und sämtlicher Werkzeugmacher der Knorrbrems« statt. ES haben auch die noch nicht arbeitenden Kollegen zu erscheinen. A. Borstg, Am Montag, den 24. d. M., nachmittags 20, Uhr, findet eme Betriebsversammlung im Kasino statt. TagcSordnmig: Wahl der Ver- handlungSkommitsion. Ocffcntliche Metallarbeiter. Berfammlung der Sckiwartzkovff« Masses- Werke im Kasino in Wildau am Montag, den 24. November, abends 7>/, Ubr. Tagesordnung:„Die Lehren des'MetallarbeirerstreltS'. Referent: Kollege Carl Schmidt. Pflicht aller Kollegen und Kolleginnen ist es. in der Versammlung vollzählig zu erscheinen. Deutscher Buchbinderverband. Montag, den 24. Noveml-er 1919, nachmittags 5 Ubr, findet in den Konzert- und Vereinssälen 0 rüber Armin- ballen), Kommaudanlenstr. 58, die Generalversammlung itatt. Zablreichca Besuch erwartet Di» OrtSverwaltung. Kcsuudh-itSinduitrie. Montag, den 24. d. M., abends 71/, Ubr. findet in den Sovhieniälen. Sophienstr. 17/18, eine öffentliche Versammlung der technischen Angeffellten der ZentralheizungS-Induitri« im Rohrleger- gewerbe(Gas-, Wasser« und HeizungSanlagen) statt, welche über die An- nähme oder Ablehnung deS abgelchloffencn TarisvertrageS zu entscheiden hat. Beteiligte Kollegen, erscheint vollzählig. Vorträge, vereine unö Versammlungen. Preßglasgarnitur„Rhein" Butterdosen........... S45 Käseglocken.......... 975 Kompottschüsseln-.l35— 775 KuchenteUer....8« 495 675 Zuckerschalen........ 243 Bierbecher„Hanka" l30 l33 Pfeffer- u. Salzgefäße. 45 Pf. Kompotteller 60 75 85 Pf. Sturzflaschen mit GU*.. 2 35 Teebecher....... 65 pf. I75 Wassergläser, gaprefit 48 55 pf. Apfelreiben gepre&t.. 65 pf. Zitronenpressen,««preßt 85 pf. Weingläser, optuch..... 495 Steingut Waschgarnituren. 27°° 35°° Küchengarnituren, ,Julf 55°° Küchenschüsseln•-S90 1090 Kaffeebecher..... 75 95 Pf. Tassen mn unteH.«... 80 pf.l65 Teegeschirr, traun glasiert Teekannen........ 2" 435 Milchtopfe........... 2!0 Kuchenteller....... 270 340 Butterdosen.... I40 215 490 Braunes Geschirr Kuchenformen.. 240 290 S85 Reibesatten... 510 67s 87- Milchtöpfe...«in 45 Pf. t»« 2�9 Schüsseln..•*<» 80 Pf bu l95 Wirtschafts-Artikel Borstenbesen... 950- 1625 Borstenhandfeger• S25— 725 Schrubber...... 38O— 625 Scheuerbürsten■ 90 pf. bi« l40 Teppichbesen....... 500 Kokos-Möbelbürsten S50�25 Handbürsten.. 75 Pf. tu 233 Waschbretter mit Hoiuiaiu«- 3- Fleischhackmaschinen 2250 Tellerwagen..... 165022£0 Brotschneidemaschinen mit Buchenholzgestell.«•,«,.*** � Reibemaschinen...... 950 Wärmflaschen....ö�-B75 Springformen.....' 3S0— 495 Napfkuchenformen 590— 825 * 7 0.0�.11 UiCLlCr mit rtoizeinieve- 01-.. Blechkaffeemühlen S�-IO80 Schmortöpfe..... 4«-lS°° Fleischbretter 45®-540 Wäscheklammern.... 22� Metall-T opfreiniger.. 50 Pf. Brühsiebe...... 475-675 Gasöfen......... S4°° 77» Elektr, Plätten•63� 2 Gasplätten mit Erhituor 29■® Fleischtöpfe«t«.«««. y64-!!73 Kasserollen...... Runde Pfannen..• l— Wasserkessel Ä Gastöpfe........ 5"-17� Universalsiebe• 8°„ 2,fl Kaffeekannen"fJu«" 1 � tlr. 5gH ♦ 36. Jahrgang 1. Seilage öes vorwärts Sonntag, 23. November'! Hl � Crzberger gegen öle Veutsthnationalen. Auf der Tagesordnung der Sonnabend sitzung der Deutschen! n o ch haben wir erhebliche Bedenken, insbesondere Lrin- Nationalversammlung steht die zweite Lesung des Entwurfs der j gen wir darauf, dah die Neicksabaabenorsnuna. Straffreiheit bei„entschuldbaren Irrtümern" .' y! in das Gesetz hineingebracht wird. Der Paragraph über die U m d�.wy Paragraphen umfatz� Schneider-Frmrken sZ) berichtet kurz! � � h u n g s v e r s u ch c sZ 5) muß unbedingt ge ander über dix Arbeit des Ausschusses und kündet bereits A b a n de-, rungSaiiträge an. Bohlmann(Dem.): Die Bedeutung dieses Gesetzes ist größer, als seine Ueberschrist vermuten läßt, und auch größer, als in der Oeffentlichkeit bekannt ist. Die Vorloge muß im Interesse der ReichSfinanzen möglichst bald verabschiedet tver- den. Die ReichSeinheit wird durch das Gesetz stark g e° fördert DaZ Reich hat setzt die Möglichkeit bekommen, über den Kopf der einzelnen Länder hinweg sein Steuertoesen zu ordnen. Burlage(Z.): Ter 8 l 8 g. der von der A u S k u n f t s p f l i ch t der Beamten handelt, ist im Ausschuß aus das eingehendste bebandelt j worden, und man bar sich entschlossen, trotz des starken Eingriffs in das wirtschaftliche Leben, der Steuergesetzgebung diese Waffe tn die Hand zu geben. Im Interesse ocr Steuergleichheil müssen Bureau«, die zur Umgehung der Steuerzahlung Anleitung geben, beseitigt werden. Wir sind mit dem Entwurf im wesent- lichen einverstanden. Simon-Schwaben(Soz.): Der Beweis für die Notwendigkeit des Gesetzes ist erbracht. Es erscheint geboten, dem Reiche die Finanzverwaltung in die Hand zu geben, da für die Einheitlichkeit der Steuerverfassung und Verwaltung gesorgt toerden mutz. Es wird unser Bestreben sein, den großen Besitz nach Gebühr heranzuziehen. Düringer(Dnat. Pp.); Die ReichSabgaben- ordnung geht vielfach über die Bestimmungen der Verfassung hinweg. (Hört, hört!) Im Reichsrat hat die Vorlage einigen Wider« sprnch gefunden. Dieser Widerstand ist aber überwunden worden. Durch die Neichsabgabenordnung wirb den Einzelstaaten da» finanzielle Rückgrat gebrochen. Angesichts der ReichSabgaben» ordnung glauben protze Kreise des deutschen Volkes, dem ReichSsioanzmmister ihr Vertraue» nicht mehr schenke» zu könne». ES ist keineswegs zutreffend, wenn der Reich-g i uanzmi n i ste r die Parteiagitation für den Mangel des Vertrauens veroniwort« lich macht. Nein, der Umstand, daß sich der Reichs finonzminisler n.cht auf Erfolge berufen kann, m keiner Hinsicht, das ist die Ursache.(Sehr richtig? rechts.) Rnchsfinauzminister(zirzderger: Tiese Rede bat mich nicht überrascht. Denn ein Redner der deutschnationalcn Volkspartei das Wort ergreift, so bringt er mir immer ein Mitztrauensvotum bcraus.(Lachen rechts.) Das wird nicht abwechslungsreicher dadurch, daß es wiederholt wird. Es liegt aber im Wesen des parlamentarischen Systems. Wrun die Rechte de« Finanzministcr stellen würde, dann würden weiteste Kreise des deutsche» Volkes ilrni ein abgrundtiefes Mißtrauen bezeugen.(Beifall brs der Mehrheit.— Zurufe rechts: Abwarten!) Es ist selbstverständlich, daß die Opposition gegenüber der Regierung mißtrauisch ist.(Zuruf reckits: Nicht gegen a l! e Minister!) Wenn Sie mich etwas mehr beehren, so gereicht es mir zur besonderen Freude. Glauben Sie nicht, daß ich mir wegen Ihrer An- griffe ein graues Haar wachsen lasse, da kennen Sie mich doch wirklich schon genug.(Lachen rechts.) Der Vorredner sagte, ich hätte keine glückliche Hand, er verlangte Taten. Wenn ich die Teutschnationale Volkspartei, die Teutschland ruiniert hat, in die Opposition getrieben habe, so ist da» schon eine Tat. (Beifall bei der Mehrheit. Lachen rechts.) Dazu kommt, daß ich dem wahnsinnigen Treiben entgegengetreten bin, das dcn Frieden verhindern und den Krieg verewigen"wollte.(Beifall bei der Mehrheit, Lachen rechts.) Ich brauche die Verantwortung vor der Geschichte nicht zu fürchten.(Abg. v. Graefe: Na, na?) Herr V. Graefe, schreiben S i« die Geschichte? Ich kann obn« Selbstüberhebung sogen, daß in dcn vier Monaten meiner Tätigkeit im� Rcichsfinanzministerium unter äußerst erschwerten Verhält- nissen sehr ersprießliche Arbeit geleistet worden ist. Die grosse� Erbschaftssteuer ist durchgeführt worden; das sehen Sie auf der Rechten natürlich als keine große Tat an. Das ReichSnolopfer wird verabschiedet werden; das erscheint ihnen auch nicht als große Tat.(Heiterkeit links.) Nach fünfjähriger Blankowirtschaft ist«in Etat aufgestellt und verabschiedet worden. Es ist die reichseigene Sieuerverwaltung geschaffen wor- den. Das ist ein gut Stück Arbeit im Interesse de? deutschen VolkeS; das wird die Zukunft lehren. Ich weiß, daß ich von dem Mißtrauen der Rechten begleitet wcro«, das hindert mich aber nicht, an der Geiundung des deutschen Wirtschaftslebens zu arbeiten. (Lachen rechts.) Die ReichSabpabenordnung steht ni ch t im Wider- spruch zu der Verfassung; das ist in Weimar ausdrücklich festgestellt worden. Von einem Kuhhandel mit den Fincmzministcrn der Einzelstaaten ist keine Rede. Die Finanzminister von Baliern und Baden sind sogar gegen d:e Reichsabgabcnordnung gewesen. Wenn von der Reichsfinanzverwaltung Gutes geleistet worden ist, so ist das allerdings gegcndieDeutschnationaleVolks- Partei geschehen.. KempkeS(D. Lp.): DaS Gesetz bietet in anerkennenswerter ilrt eine klare U e b e r s i ch t über die Stcuerbxstimmungen. Den- weil er eine Versteinerung des Rechts bringen würde, die angesichts der Flüssigkeit rechtlicher und wirt- schaftlicher Fragen sehr lästig werden kann. Schneider-Franken (Zentr.): Die Bedenken über einen angeblichen Gegensatz des Gesetzes zu der Reicksverfassung sind durch den klaren Beschlutz der Nationalversammlung in Weimar erledigt worden. Katzeustein(Soz.): Man mutz darauf sehen, daß nicht durch da? Gesetz künftiger gesetzgeberischer Tätigkeit Fesseln ange- legt werden. Wir geben zu, daß die Gefahr einer Rechts- Unsicherheit vorliegt, wenn man für wirtschaftlich nicht fest- stehende Formen genaue Kriterien festsetzt. Aber nichtsdesto- toeniger mutz mau trachten, so gut es geht, gegen das Schiebertum vorzugehen. Beim Kampf gegen den Schieber darf man sich nicht von den Fesseln der Wort aus- l e g u n g binden lassen. DaS neue Gesetz gibt die Miiglichkeit, in solchen Fällen vorzugeben, ohne einen richterlichen Mißbrauch zuzulassen. Es sind Bestimmungen getroffen, um Steuerhinterziehungeo fast unmöglich zu machen. Der Paragraph über die vmgehungSversuche mutz daher bleiben. Die Verpflichtung der Banken zur Angabe der bei ihnen vorhandenen Konten ist eine unbedingte Notwendig- keit. ES hat sich gezeigt, daß die Banken bei der Verfchlcpyung von Kapitalien inS Ausland eine große Rolle gespielt haben. Das Reckt der Verschwiegenheit der Banken mutz gering geachtet werden, wenn der Lohn der Arbeiter schon an der Quelle erfaßt werden soll. Ludewig(Dem.): Das Gesetz muß so ausgestaltet werden, daß den Schiebern und Drückebergern das Handwerk gelegt wird. Es darf aber nicht Unsicherheit in die Steuergesetzgebung hineingetragen werden, wie das durch den 8 5 gesch'eht. Wlrih(Z.): Die Tcutschnationalen braucken einen Popanz Dazu dient ihnen der Reichsfinanz min! st er. A ngesickts der anßerordent- kicken Schwiecigkeiten des Wiederaufbaus sollten die Deutfchnatio- nalcn ihre bockst ungesunde Verdächtigungsopposition zurückfiel- ke n. Hilgenberg(Deutschn.): Der Re-chsfinanzminister bat durch sein Gebaren das Mißtrauen meiner Partei verdient. Im übri- gen spricht der Redner gegen den 8 ö über die UmgehungSbestim- imingcn. Der Kaufmann kann vor Abschluß eine- Geschäfts nicht erst jedesmal zu den Behörden laufen. Cohn((U. Soz.): Der Entwiirj bedeute! einen kräftigen Schritt zum Einheitsstaat; wenigstens auf diesem Gebiete fallen nun die einzelstaatlichen Ein- richtungen; sie werden leere Dekorationen, die keine fach- liche Berechtigung mehr haben Den gesetzgeberischen Gedanken erkennen wir also an. Damit ist aber nock nichts über den Geist der Steuergesetzgebung an sich getagt. Auch mit einer guten Reichs- cchgabenordnung kann man eine schlechte Stcuergesetzge- bang macken. Gegenüber dem Reichsfinanzininister betonen wir, daß der Wiederaufbau nicht nach sten ergesetzlichen Gesichtspunkten erfolgen darf, sodern nach s' z i a l e n Gesichtspunkten er- folgen muß. Die ganze Oekonomie muß auf eine andere Grundlage gestellt werden. Als wichligste Aufgabe betrachten wir, daß die neue Rechtsordnung in Einklang gebracht wird mit den veränderten wirtschaftlichen Verhältnissen. Die Kriegsnotgesetzgebung mutz in eine planmäßige sozialistische Wirtschaft umgestaliet werden. Dafür kann die Reichsabgabenordnung einen Markstein bilden; wir hoffen aber, daß wir auf dem Wege zum Sozialismus diesen Markstein bald hinter uns lassen. Reichsfinanzmiituster Erzberger: Die Einnahmen des Reiches entivickedn sich weit günstiger, als wir bei Verabschiedung des Etats gedacht haben. Di« ersten£> Monate haben bereits ein Erträgnis von 2% Milliarden gebracht. Wir dürfen also im gan zen EtatSjahr mit einer M eh r einnähme von mindestens einer Milliarde Mark rechnen. Auch in den letzten Monaten ent wickelten sich die Reichsoinnahmon g ü n st i g. Wir müssen u n b e- dingt ein wirksame- Mittel gegen die Kapital- und Steuerflucht und gegen die Steuers chicbung haben. Tie Ausführungen des Abg. Hilgenberg sind eine maß" lose Uebertreibung. Die Bestimmungen des§ 5 sind ein unbequemer Notbehelf, den wir aber b r a u che n. Fin dige Köpfe werden die Steuorgesetzgebung zum Schaden des Staates immer zu umgehen wissen. Eine ernsthafte Sanierung der Reichsfinanzen ist nur auf neuen Wegen und mit neuen Mitteln möglich. Nehmen Sie den Antrag der Komirrission a n. Damit schließt die allgemeine Aussprache. Die Paragraphen 1 bi- 4, 6 und 7 werden angenommen. Hebet§ 5, zu dem Abän- derung-anträge vorliegeil. wind am Montag abgestimmt. Die Beratung über den ersten Teil der Vorlage«Behörden" wird beim Z 20 aus Montag I Uhr vertagt. Außerdem Interpellation Heinz«(D. Vp.) über die Verhältnisse in der Landwirtschaft. Schluß 6�. Uhr. Programm des Reichswietfthastsmmifteriums. Der Hnterstaatssekreiär im ReichSwirtschaftSminstcrium, Prof. Dr. Hirsch, gewährte dem Herausgeber der P. P. N., Dr. Hofrichter. eine längere Hnlemdung, in deven Verlauf er sich pro- grammatisch über die gegenwärtige und künftige Wirtschaftslage »nid-Politik des Reiches äußerte. Zur Ernährungslage bemerkte er: _ Nachdem bre Reick>?g«trei bestelle anfangs infolge später Ernte Sanwengkeften hatte, ist sie augenblicklich mit Getreide bereits ' 8 0,.'* Februar versorgt, d. h. vorerst erheblich besser als im Vorjahre.� Wir hoffen ferner die Tblieferungssreudigkeit der LanSwirte dadurch bedeutend verstärken zu können, daß demnächst beträchtl'che Mengen Petroleum, welche die Vereinigten Staa- ton lieser» werden, hereinkommen und den ablieferungSwilligen Getreidebaugebieten einigermaßen reichlich zugewiesen werden können. Ungünstiger ist die Kartoffclversorgung zu hetoerten, da infolge des schlechten Wetter? der Abtransport, der auck hier recht vielversprechend eingesetzt hatte, zeitweilig infolge de» TemperaturumschlagS stockte. Hier ist die Versorgung von der Witterung abhängig. Für die nächste Zeit ist ein allgemeiner Not» stand, etwa wie im Winter?L1g/l7. nicht zu erwarten: sollte er eintreten, so mühten notfalls Ersatzlieferungen gesucht werden. Eine stcigcndc Arbcitswilligkeit und wachsende Arbeitsleistung ist auf allen Gebieten deutscher Arbeit offensichtlich, und alle Maß- nahmen der Regierung gehen darauf hinaus, diesen glücklichen Willen zur produktiven Arbeit zu stärken, der sich nach den trüb- ftligrn Strrikperioden elementar durchringt. Als der jetzige ReichSwirtschastSmikister sein Amt übernahm, war die Kohlensörderung auf einem Tiefstande. Eine vom Reichskanzler Bauer geleitete Untersuchung bat gezeigt, daß die Hauptursache der M a n g e l an Arbeitskräften war, der durch den Abzug der KriegSgefan- genen und der/ polnischen Arbeiter und durch die Verkürzung der Arbeitszeit entstanden war. Man braucht in den deutschen Kohlen- revieren einschließlich Oberschlesiens imgefähr ISO MO neue Arbeiter. Sie können aus anderen stillgelegten Betrieben, auch von den demobilisierten ReichSwehrtruppen und zurückgekehrten Krieczsgesan- genen genommen werdet', wenn»» NaterkunftSmöglichkeiteu Kkschaffen! verdon. Daher hat der Reichswirtschastsminister in Hebereinstimmung mit dem Arbeits- und Schatzmmister zunächst Baracken aus dem ganzen Lande in dcn Kohlenrevieren auf- stellen lassen und binnen wenigen Wochen ungefähr 13 000 Arbeiter, zumal stich im Braunkohlenbergbau, neu untergebracht. Im Braunkohlenbergbau sind wir bereits über die F r i e- d e n z l« j stu n g hinaus. Bei den Steinkohlengruben ist die Arbeit weit schtoieviger, aber auch hier zeigt sich in den letzten zwei Mo« rmten ein Steigen der Förderung, das noch größer sein würde, wenn der Abtransport schneller vonstatten ginge. Dazu ist die Vor- zugSbelieferung der Kohlenberwverle mit allen Betriebsmaterialisn angeordnet und ausreichende Versorgung der Arbeiter mit Lebens- Mitteln gesichert worden. In der Schwerindustrie zeigen die von den Revisoren des Reichswirtschaftsamts vorgenommenen Inspektionen, daß die Friedensleistung recht vielfach wiedererreicht, in wenigen seltenen, aber desto erfteulichereren Fällen sogar über- schritten worden ist. Soll dauernd geholfen Iverden, so muß vor ällem für dau- ernde Unterkunftsmöglichkeit gesorgt werden. Da es 160 000 Arbeiterwohnungen zu bauen,— so ist die private Bauspekulation nicht in der Lage, ein solches Pro- blem zu lösen, insbesondere ein so gewaltige» Risiko unter den jetzigen Verhältnissen zu übernehmen. Bei der herrschenden Gelb- flüssigkeit ist. zur Scyasfung gesunder Arbciterwohnungen nur ein Aufschlag von etwa 5 M. auf di« Tonne Kohle nötig, da der Rest durch Heranziehung des Hypotheken- und sonstigen Geldmarktes aufgebracht worden kann. Es besteht nun die Absicht, diesen Betraz, gleichviel ob er als direkter Aufschlag oder wi Form einer erhöhten Kohlensteuer eingehoben wird, zu diesem Zweck aufzubringen. Ems halbe Milliarde Mark wird durch den S-Mark-Zuschla, ohne weiteres frei, und durch die Beteiligung deö privaten Kapital« markte» dürste vielleicht das Doppelte noch hinzugefügt werden. Zwangsgenosienschaftcn, welch« nach dem vorerst vorliegenden, aber noch nicht endgültig?» Plan aus Unternehmern, Gemeinden und Mietervereinen gebildet werden und denen für den Notsall ein EnteignungSrecht an Boden und Material gegeben wird, sollen in noch auszubauen- den Formen die Verwaltung dieser Bauaktion und des HauSbesitzeS übernehmen. Die Tragweite dieser Matznahmen auf Wirtschaft- lichem und sozialem Gebiete liegt auf der Hand: So gowalttge Summen, welche dem seit 3 Jahren brach liegenden Daumarkt bow und regelmäßig zufließen, müssen ein enormer Anreiz für d:e ganze Wirtschaft sein.« Die soziale Bedeutung dieser umfassenden Maßnahmen besteht vor allem darin, daß den Arbeitern die Möglichkeit gegeben wird, unter billigen Bedingungen sichere, behagliche Wohn« statten zu schaffen, an denen man ihn in der Form der Erbbe.u- Pacht oder irgendeiner sonstigen Sicherung von Miteigentum unter sozialen Gesichtspunkten beteiligen kann. Damit erhält der Arbeiter für feine Arbeit nickt nur Papier, sondern den reale» Loh». sozusagen den Mattirallehn, und auf NvturalauStausch werden wir uns sowohl im Binnen- wie im Außenhandel mehr einstellen müssen. ES kommt die Erfüllung der uralten Forderung der Ar» heiter dazu, Miet- und Arbeitsverträge streng zu trennen. DaS weittragende neue Moment, das in dieser Aktion liegt, möchte ich die gemciuwirtschastliche Kapitalbildung«ms dem Warenpreise nennen. Ein solcher Aufschlag auf den Kohlenpreis ist neben den sonstigen Belastungen dieses Preises jetzt möglich, weil zwischen Inlands- und Auslandspreis eine große-Lücke klafft. Diese Lücke nicht willkürlich der privaten Ausnutzung zu überlassen und sie nicht im gegenseitigen Wettlauf in der Preistreiberei von Wertpapieren verpuffen zu lassen, ist ein Ziel dieser Aktion, die notgedrungen be- gönnen werden mußte, die aber zu neuen Formen führt und den unvermeidlichen Ausgleich zloischcn Inlands- und Weltmarktpreis zu wirklich volkswirtschaftlicher Kapital'vildung benützen will. Für das Sinken der Valuta machte der HnterstaalSsekrctär dieselben Gründe geltend, die an dieser Stelle früher dargelegt wurden. Auf die Frage, welche Maßnahmen die Regierung dagegen zu ergreifen gedenkt, antwortete er: Gegen die ungesetzliche Einfuhr gibt es immerhin eine Hilfe. Wir werden die Waren, sofern sie in einigen Teilen des besetzten Gebietes unserem Zugriff nach nicht unterliegen, überall da fassen, wo sie im unbesetzten Ge- biete gefunden werden. Eine neue Verordnung darüber ist in Vor- bereitung. Im übrigen wird die Politik der freien Einfuhr für die uichtrationierten Lebensmittel und Industrierohswffe nicht verändert, schon weil durch eine völlige Einschnürung des freien Handels nur dem Schiebertum Vorschub geleistet wird. Eilte Aeuderung könnte vielleicht bei ganz großen Auslandskrediten in Frage komnten. Bei der A u s s u h r wird eine straffere Heberwachung notwendig sein..„ Die ausländischen Konkurrenten beschweren sich über.ckumping (Preisunterbietung). Wickstiger ist aber, daß in letzter Zeit die beut. scheu(pcivcrkschnftcn d-igegr» Einspruch erheben, d»ß die L-Hnver- tzültnissr der ausländischen Arbeiter durch Schleudervcrkäufe«ns Deutschland beeinträchtigt werde«. Alle Gegenmaßnahmen lausen Gefahr, wirkungslos zu bleiben, solange das Loch im Westen offen steht. Verbietet man i:n unbesetzten Lande die Ausfuhr, so wird bi« Ware über Köln. Aachen, Kol» lenz und Trier den Weg ins Ausland finden, indem über einen dortigen Abnehmer die Ver- schiebung erfolgt. Als Mveckenrsprechvilde Maßnahmen gegen die Schleuderkonkurrenz sind vorgeschlagen worden: 1. Hebung der Inlandspreise auf daS Weltmarkt- Niveau.(Tie kommt bei dem heutigen Stand der Valuta nicht in Betracht, obwohl der Ausgleich auf die Dauer nicht zu verineiden sein wird.) 2. Kontrolle der gesamten Ausfuhr durch preisprü sende Auße«-« lxmidelsstellen. 3. Ausfuhrzölle. Eine PreiSprüfuug und A u S fu hr ko» t ing e»- t i e r u n g durch die Organisaticnen der Industri«, ergänzt durch Vertreter des Handels und der Verbraucher, ist bei den wichtigsten Rohste ffinduftricn, wie.Kohle. Eisen, Kali, längst eingeführt. Dabei wirken die aus d?r Vorkriegszeit übernommenen Organi« sationen mit. Für etwa 20 große andere Industrien sind im Kriege solche gebildet worden; sie werden ausgebaut, in manchen Industrie» neu aufgebaut werden. Sie sind die beste Gewähr dafür, daß der Inlandsmarkt nicht mehr entblößt wird, als zuträglich ist. und daß das Ausland nicht über„cknmpinA" klagt. Sie haben auch gewisse Nachteile. Deshalb wären die mehrfach angeregten Ausfuhrabgaben vielleicht ein ergänzendes AuShtlfSmittel. Vielleicht würde man zweckmäßig beide Niaßnahmen miteinander verbinden. Der Ausbau der ÄußclibandelSstellen ist bereits im Gange. ES toird ge- prüft, ob die sehr zahlreichen Ausfnhrverbote in manchen Richtungen ergänzt toerden müssen. Jede dieser Maßnahmen kann nur als Nebergangs Maßregel betrachtet werden. Kommt man zu Ausfuhrabgaben, so liegt darin vom FinauzgesichtSpunkt aus vielleicht ei« gerechter Ausgleich für die sieben Milliarden Mark vor, die jährlich bei dem Tiefstand der Mark vom Reich für den Einkauf von L e b e n L m i tt e I n zugeschossen werbe» müssen. Ein: Entscheidung auch hierüber wind jedenfalls bald fallen müssen. In Bezug auf ausländische Rohstnffkredite sind wir bisher schlecht behandelt worden. Kredite haben»ur dl« Bereinigten Staaten für LebenSinsttel eingeräunrt. Auch vo-n Holland sind einige Anfänge gemocht worden, sonst so gut wie nicht?. Wir sind bereit, wo für solche Rohstoffkredite große Syndikate mit Solidarhaftung sich freiwillig bilden, sie durch behördliche Maßnahmen, zumal auch in der Einfuhrvolitik, weitgehend zu unterstützen. ES möge doch die Industrie ihre Aufgabe baldigst erkennen, solch« Gründungen Nachdrücklich zu betreiben. Bedarf es dann der StaaiShilfe, so wird cS an ihr. soweit sie notwendig ist, g.ienß nicht fehlen. Wir erwarten aber nunmehr bestimmt, daß man unsere» Willen zur Arbeit, dem besten Schutzwall gegen di« bolschewistische Heberftutimg Europas, nicht durch eine Politik der Ver- h e tz n„ g und Ranküne und die von ihr diktiert« Kredit« aushungerung Teutschlands züschanden macht. Es sich hie« um Aufgabe» von gewaltiger Groß« handelt— e S s i n d handelt sich nicht nur, und vielleicht nicht einmal hauptsächlich, tt« '« etwa 3 bis i Jahren ustgefahr 1 50 000 bi S I Deutschland, soudcr» mindestens um Europa. Gen'chtSM'tung. Msr> an zwei SichrrheitSsoldaten. Em umfangreich?? Mord- Prozsg begann unter Vorsitz des Landgerichtsrats S a m m e t vor dem Schwurgericht des Landgerichts II. Wegen schweren Diebstahls und Mordes waren angellagt der Dreher Paul Drewnick, der Schuhmacher Valentin LewandowZki. dessen Bruder, der Monteur Michael L. und der Monteur Max Drew- nick. Die vier Angeklagten hatten am Abend deS>L3. Januar d. I. eine Diebesfahrt nach Gross- Be st en unternommen und dort bei einem Arbeiter Becker und bei einem Bäcker Kram- zak Geflügel, wollene Decken und Wäsche gestohlen. Als die vier am nächsten Morgen mit der Beute auf dem Bahnhof Wildau cm- kamen, fielen sie den Sicherheitssoldaten Johannes Ahls und Philipp Hallstein auf. Sie wurden festgenommen und mit dem ersten Zuge nach Königswusterhanfen transportiert. Kurz vor der PoRzeinwhe fiel LewandowS?! plätzlich über Ahls her, drückte ihn gegen die Wand und hielt ihm eine Pistole vor das Gesicht. L. rief: ..Schiess doch!" und in demselben Augenblick drückte L. ab. Ahls sank sofort tot zu Boden. Unmittelbar darauf gab L. zwei Schüsse auf Hall st ein ab, welche diesen zu Boden st r e ck t e n. Da H. nicht tödlich getroffen war, gab Drewnik n o ch v i e r Schüsse ans ihn ab. welche ihn ssfort töteten. Da die Leichen der ermordeten Sicherheitssoldaten seinerzeit sofort nach der Heimat trmispoctierj worden und dort obduzier! worden waren, waren zu der Verhandlung der Kreisarzt Dr. E n p a n- Darmstadt, Medizinalrat Dr. I a n s e n-Stade und der Sanitätsrat Dr. Schmidt aus Warstadt mro ferner der Gerichtsarzt Dr. Marx als Sachverständige geladen. Da der Hauptzenge der Tat augenblicklich krank in der Cbarite liegt, wurde mit Rucksicht auf die Sachverständigen und den aufgebotenen grossen Zengenapparat vom Gerickck die Möglichkeit erwogen, um eine Vertagung zu vermeiden, die Vernehmung d?S Zeugen in Gegenwart sämtlicher Gerichts- Personen und der Geschworenen in Sex CHarite stattfinden xu lassen.— Der Angeklagte Max Doewnick wurde als besonders ge« fährlicher Verbrecher schwer gefesselt vorgeführt. Er hat nach jener Tat einen zweiten Mord begangen und ist deshalb zum Tode verurteilt worden.— Nach mehrstündiger Verhandlung ergab es sich, dass die geplante Verneibmung des Hauptzeugen Bölk in der Charite infolge feines schwerleidenden Zustandes nicht möglich war. so dass der Prozess mit seinem ganzen kost- spieligcn Apparat der Vertagung anhöimfiel. Hilüungsveranftaltungen. Bezirtsbildungsausschuß Groh-Berlm. Kleines Schauspielhau». Fasanen st r. i. Heut« 31/. Uhr,»Liebelei". 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Nun senken tiefer sich die kahlen Birkcnzweige Auf Grab an Grab im weißen Schnee. Nun weht Novemberwind in langen, schwarzen Schleiern, Und blasse Flackerkerzen würgt das Weh. Am Waldrand düstern schwarze Kiesern, raunend, leise. Die Krähen fliegen träge auf. Um Kirchhofmauern klingt es wie von Aeolsharfen trauernd. Zu Kirchhoftoren schwankt der Mütter Lauf. Grau haucht der Abend über weiße Leichentücher. Vom Turme singt ein zager Glockenklang. Durch starre Wälder streicht ein weltvergessenes Träumen, Du weher Totensonntag, trauerbang! _ Konrad Seissert. Bon„Wohlwollen"— keine Rede! In den Erörterungen über die Notwendigkeit einer Lehrer- qebalrsregetung ist aeklagt worden, daß die SiamSregie- vuitg den Gemeinden die Änsbejserung de? Lehrercinkommcne durch den Hinweis auf die beichräntenden Vorschriften des Lehrerbesoi- dungsgesetzes zu erschweren tiersucht habe. Hierm sei feügeslcllt, daß ein Erlaß des M i n i st e r s für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung den Gemeindeverwaltungen einen Weg gezeigt hat, auch unter Veachiung der Geietzesvorschrifteii wenigsienZ der dringendsten Not zu begegnen. Ter Erlaß vom 19. Oktober 1919 beantworte die Berichte der verschiedenen Regie- rungspräsidenlen folgendermaßen: Der Regierung stimme ich darin bei, daß die Beickilüsse der Gemeinden über Erhöhung der Bcsol- dnng der Lehrpersonen an den öffenttichcn Volksschulen sich im Rahmen der geltenden geseylichen Bestmimungeik, solange sie bestehen, halten müssen. Es ist daher den Schulverbänden nicht gestatict, über die in dem LehrerbesoldnngSgesetze vorgesehenen Säye hinauszugehen. Insbesondere ist die Gewährung laufender oder einmaliger allgenieiner Inwendungen(persönlicher Zulagen, Wirtschaftszulagen usw.) mit Z 3 deS LehrcrbesoldungS» gefetzes nicht vereinbar. Dagegen ist es den Schulver- bänden gestattet, Lehrern oder Lehrerinnen mit Rücksicht auf die Not der Zeit einmalige außer- ordentliche Unter st ützungen zu bewilligen, und de in entsprechend die Unter stützungSfondS zu er- höhen. Soweit Schltlverbände solche Beschlüsse fassen, ermächtige ich die Regierung, diese vou Schulauf iichts wegen zu bestätigen. D i e Re.- gierung wolle dabei möglichst wohlwollend ve'r- fahren, damit die zurze it b est eh en den Un g leich- heilen in der Behandlung der Lehrpersonen in den einzelnen Vororten von Berlin baldigst be- seitigt werden. Nach dem Runderlaß vom 4. März d. IS. sind die von den Schulverbänden oder Gemeinden den Lehr- Personen gewährten Teuerungszulagen oder andere gleichartige Zuwendungen auf die staatlichen Kriegsteuerungszulagen anzurechnen. An dieser Bestimmung muß nach wie vor festgehalten werden. Indessen ist von der Wiedereinziehung der Kriegsteuerungszulagen von d-enjenigeii Lehrversonen abzusehen, die sie neben den st a'a t- lichet, Teuerungszulagen ohne Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde aus Gemeindemitteln er- halten haben. Auch hinsichtlich der Bewilligung von OltS- zulagen müssen die gesetzlichen Bestimmungen beachtet werden. Ortszulagen dürfen daber von den Schulverbänden nur im Nahmen der ihnen zustehenden Ortözulagenberechtiguiig gegeben werden. gez. Harnisch." Sonderbar ist nun, daß im Kr e i s e Teltow der Land- rat diesen Erlaß den Gemeinden nur im Auszug mitgeteilt bat. Die oben durch Sperrdruck bervorgehobenen Sätze fehlen in der den Gemeinden mitgeteilten Fassung, so daß der Geist des Erflassesinsein Gegenteil verdreht wird. Ausge- rechnet der Hinweis auf das Wohlwollen ist weggefallen. Hätte in dem Erlaß weiter nichts als die von dem Landrat des Kreises Teltow wiedergegebenen Sätze gestanden, so könnten die Lehrer dem Minister mit Recht unsoziales Bei halten vorwerfen. Wer mag für die Weglassung gerade dieser wichtigen Sätze verantwortlich sein? In Frage käme der Landrat, falls die Weglassung nicht schon bei der Regierung zu Potsdam erfolgt ist. Ein schlimme Bescherung. Für eine„Norddeutsche Gemüsebau-Genossen- schast*(e. G. m. b. H.), die ein Kind der Kriegszeit war, wurde andauernd eine sehr eifrige Propaganda entfaltet. Jetzt erfahren wir, daß dieses Unternehmen in Liquidation hat treten müssen. Die Mitglieder der Genossenschaft sind durch Zuschrift benaibrichtigt worden, daß die Zwisibenbllanz vom ö. September d. I. mit/einem Verl u st von fast zwei Millionen Mark abschließt. Zur Deckung dieses Verlustes wird nach einem Bxschluß der General- Mtuag, S.-p.-O.-Metallarbeiter! Infolge unvorhergesehener Umstände erfolgt"die Material- ausgäbe erst in der DienStag-Versammlnng. so müssen die Stadtvenvaltungen ihrerseits erklären,.'bah sie unter solchen Voraussetzungen die Ernährung ihrer Bürger nicht mehr würden durchzuführen vermögen." Zum Schluß wird in der Eingabe ausgeführt, daß die Städte gern bereit sind, mit der Landwirtschaft in einmütigem Zusammen- wirken glle Fragen zu prüfen, insbesondere auch die für die ein- zelneu VersorgungsgebiÄe vorgebrachten Forderungen;� die Städte wollen jetzt schon aussprechen, daß die geforderte Gewährung von Prämien auf dem einen oder anderen Gebiete auch nach ihrer Aus- fassung unter Umständen notwendig werden kann. Versammlung vom 12 Oktober a. c. der Bestand des Propaganda- kontos mit rund 167 096 M. herangezogen, außerdem aber müssen von dein Geschäflsguihabcn der Mitglieder über 1 891 000 M. abgeschrieben werden. Hierdurch beginnt nach dem Genossenschaftsgeietz für jedes Mitglied die EinzahlungSpflicht von neuem. Von jedem Mitglied soll zur Auffüllung seines durch die Verlust- deckung verqingerlen Geschänsgmbabens sofort der zehnte Teil der von ilui, gc�eichiicten Geschäftsanteile eingefordert werden. Unter den Mitgliedern sind iolche, die eine erhebliche Zabl der auf je 109 M. lautenden Geschäftsanteile haben. Sie werden durch die gesorderte Eän zahlung von ein cVn Zehntel ihres Gesamtbetrages hart getroffen. Wundern wird mancher sich da- rüber, daß die Genossenschaft in diese Notlage geraten ist. Es ist noch gar nicht so lange her, daß noch durch Zeitungsinierote zum Beitritt geworben wurde. Wußten die lgiienden Persönlichkellen nicht bereits, wie eS um das Unternehmen stand? Für Republik und Demokratie— Gegen Neaktio» und Terror! Den Feinden der Republik und der Demokratie ist eine Schrift ge- widmet, die soeben nn Verlag der Buchhandlung Vorwärts>n Berlin erschienen ist. Sie enthält die Rede des preußischen Mi- nffterpräsidenten Hirsch, die dieser in der Sitzung der gesetz- gebenden preußischen Landesversammlung am Sonnabend, den 1& November, gehalten hat, und in der er. sowohl mit den deutsch« nationalen Provokateuren wie auch mit den kommunistischen Sabo- teuren des Wiederaufbaus Deutschlands abrechnete Der Verlag hat eine zur Massenverbreitung geeignete Ausgabe herstellen lassen und erbittet Bestellungen umgehend. Preis 99 Pfenntg. Organisationen gewährt der Verlag bei größeren Bestellungen erheblichen Rabatt. Ucber die Dächer gingen Einbrecher vor, die in der v ergange- neu Nacht die Blusenfabrik von Max P s i ck in der Krvnenstr. 14 heimsuchten. Sie' gelangten von einem Nachbargrundstück � aus auf das Eckhaus, drangen vom Dach her in die Geschäftsräume im dritten Stock ein und stahlen für 399 999 M. Blusen, Stoffe, der- schiedenfarbige Seiden u. dergl. Für die Wieidcrbeschafsung des gestohlenen Gutes ist eine Belohnung vou 19 Proz. des Wortes ausgesetzt. Ein schwerer Raubüberfall, der am 29. September in der Sie- meirsstadt verübt wurde, ist jetzt vollständig aufgeklärt. Ein Kassenbote wurde damals von einer fünfköpfigen Bande, die in einem Kraftwagen fuhr und schwer bewaffnet war, übet» fallen und um 25000 M. beraubt. Der Kriminalpolizei gelang es zunächst drei der Räuber festzunehmen, die beiden ande- ren waren spurlos verschwunden. Erst jetzt gelang es, auch sie zu ,,......„„-., ermitteln und hinter Schloß und Riegel zu bringen. Es sind ein Ter St-dtctag für vorlaufige Zwangswirtschaft. 24 Jahre alter Arnold Jrankowski und ein aus Angerburg Ter Vorstand des Deutschen StädtotageS hat durch feinen Vor-! gebürtiger 29 Jahre alter Richard Dublaski. Auch diese beidco. sitzenden Oberbürgermeister W e r m u t h an den R e i ch s k a n z I e r l wurden gestern dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Tue Er- und an das Reichswirtschaftsministerium eine Eingabe � Mittelungen ergaben, daß die Bande eine Res he weiterer gerichtet, in der er bitttet, entgegen der Forderung der Verbände der! V e r Brechen auf dem Kerbholz hat,. bxsonders schwere deutschen Landioirtschaft, zurzcü und zunächst tvährend der schär f-! Einbrüche, so einen G e l d sch r a n ke in b ru ch, bei dem rhncn sten Krise, die wir se,t Beginn des Krieges erleben, an dem j.eine große Summe in die Hände gefallen ist. Eine Schieberrnzzia im Großen Seidel". Das Landespolizei. amt veranstaltete am Sonnabend morgen eine, wohlgelungene Streife gegen die Schieber, die immer noch, trotz aller Vorbei!- gnngsmaßregeln, Waren durch das„Loch im Westen" ein. zu- schmuggeln verstehen. Es war der Behörde bekannt gNvorden. daß im„Großen Seidel" an der Spandnwr Brücke seit längerer Zeit Engrosschteber verkehren, welche, van dort aus schnnrnghaste Schokoläden-' und Seiifengeschäste zu machen pflegten. Kurz vor 11 Uhr erschienen 79 Mamtschasten der Polizsi in dem genannten Lokal, das schon seit Monaten als Schieb erbörse bekannt ist. Etwa 129 Personen beiderlei Geschlechts hielten sich mit ihren Warenmu st ern dort auf. Es waren a t k c Sorten vonSchiebern, elegante Typen in Pelz und Zylinder, bis zum Stvaßenhäudler vertreten. Beim Eintritt der Beamten versuchte ein Teil der Anwesenden zu flüchten und dre Waren, imter denen sich sehr viLl ausländische Spitzen, Pelze, Lederwaren und wahrscheinlich auch gestohlene Gold waren befanden, in'den Hinterzimmern in Sicherheit zu bringen. Um der Strafe zu entgegen, wollte schließlich keiner de: Schieber das Eigentumsrecht au den aufgefundenen Waren bo- sitzen, so daß die Polizei schließlich selbst das Verladen dos„herreu- losen Gutes" �sorgen mußte. Die Herren Schieber wurden auf die Straße hinausgelbracht und traten dann in Gruppe»- kolonne den Weg nach dem Polizeipräsidium an, wo die Beamten zu ihrer Freude eine ganzä Anzahl berüchtigter und sei: langem gesuchter Schieber feststellen konnten. Der größte Teil der Verhafteten wurde wegen der verschiedenston Vergehen nicht freigelassen. Einem Kriegserblindetcm ist am Frcitaa, abends'hg Uhr, sein F übrcrhund„Cora�(belgischer Schäserhund, rotes Kreuz an, Hais. b e st e h e n d e n Z w a n g s w i r t s ch a f t s s y st e m ni i t seinem Ablieferungszwang und seiner Z w a n g s p r e i sb i l- dung im Interesse der Verbraucher festzuhalten. Aus der Begründung heben wir folgendes hervor: „Es ist ein Erundirrtum,, der in dieser Deutlichkeit zum ersten Male aus.den landwirtschaftlichen Kreisen in die Erscheinung tritt, daß unsere Produktion an der widernatürlichen Preis- bifldung des Auslandes gegenüber dem FrAande teilhaben müsse. In. Friedenszeiten hat die Landwirtschast den Anspruch er- hoben, aus eigener Kraft das Inland zu ernähren. Sic ist, um in diese Fähigkeit hineinzuwachsen, von ihrem Volke mit starkem Schutze umgeben worden. Unter dem Zwange des Krieges wurde die Aufgabe tatsächlick erfüllt, auf feiten der Landwirte mit Uebcrwinoung von Produktions- s ch w! e r i g! e i t e n, auf festen der Verbraucher unter harten E n t be h r n lig eu. Es wäre verhängnisvoll, wenn in der viel- leicht noch gefährlichere n Nachkriegszeit die inländische Wirtschaft jn zlvci Gruppen sich spaltete: die eine, die den vollen Vorteil der ausländischen Währung genießt, die an- dere, die durch den Hinzutritt der eigenen Landwirt- fchaft zu der Uebermacht des Auslandes noch fünfmal stärker belastet wird als sie es ohnehin ist. Eine ausgcsogcne, über- schuldete städtische Bevölkerung auf der einen, eine im Uebermasi bedachte Landwirtschaft ans der anderen Seite, das ist ein Zustand, der dem Land und damit auch der Landwirtschaft zum Unheil ge- reichen wird. Wenn, wie es schon jetzt und auch in der neuesten Kundgebung für die Viehltefernngen geschieht, von den Erzeugern rückhaltlos und ohne Besorgnis vor einer Gegenwirkung erklärt werden darf, daß die Zwangswirtschaft nur noch auf dem Papier stehe, während im freien Handel Lebensmittel ohne Marken überall zu haben seien, Montrose. 28) Detektivroman von Sven Elvestad. „Ohne Zweifel," antwortete Krag,„und dieser Umstand bedeutete auch, wie ich bereits sagte, eine ansehnliche Wer- besserung Ihrer Lage. Später aber sind zwei Umstände ein- getroffen, die sie verschlechtert haben. Die Quittung erisüert nicht mehr, sie ist heute nachmittag aus dem Archiv der Polizei gestohlen worden.". �„ Diese Mitteilung schien einen außerordentlich starken Eindruck auf Arnold Singer zu machen. Er richtete sich auf den Ellbogen auf und starrte den Detektiv mit weit aufgerissenen Augen an. „Gestohlen?" rief er aus.„Dieie kleine Quittung, dies unwichtige Stück Papier— ist wirklich gestohlen?" .JJa," antwortete Krag. Da lachte Singer ein fast herausforderndes Heiteres Lachen. „Sie nennen es ein unwichtiges Stück Papier," sagte Krag.„Für Sie aber hatte es doch eine unerhörte Be- deutung." „Mit anderen Worten," sagte Singer,„ein Mensch, der die Bedeutung dieses Stücks Papier verstanden hat, hat es verschwinden lassen." „Davon können wir ruhig ausgehen." „Möglicherweise kann mein Leben davon abhängen," sagte Singer,„dieser Mensch muß alio mein Feind sein." Er streckie sich wieder auf die Pritsche und schob seine Arme unter den Nacken. „Ich fürchte ihn aber nicht," sagte er. „Dazu haben Sie auch keinen Grund," antwortete Krag, „wir haben den Dieb gefunden." ..So— oh, wer ist es denn?" ..Kennen Sie den verrückten Professor?" „Das ist kein Name." ,.�-trantz heißt er." „Hat die Polizei ihn gesunden?" fragte Singer hasttg. „Dann bedaure ick) im Namen der Polizei," fuhr der Arrestant fort,„daß sie abermals in dem Versuch, meine Schuld zu beweisen, fehlgegriffen hat. Ich keime Strantz. Ich habe mit ihm im Garten deS Abbä gearbeitet. Er war leider ein schlechter Gärtner, denn er stahl Blumen." „Auch Strantz kann nicht für Sie zeugen," antwortete der Detektiv. „Warum nicht?" „Weil er tot ist! Heute abend um neun Uhr ist er durch den Dolchstich eines unbekannten Mörders gefallen. Sie haben wirklich gefährliche Feinde, lieber Arnold Singer. Das einstige Dokument, das für Ihre Unschuld sprechen konnte, wurde gestohlen und der einzige Mensch, der zu Ihren Gun- sten zeugen konnte, ist ermordet worden." Nach diesen Worten des Detektivs verharrte Singer lange stmmn. Dann fragte er: „Ist Strantz in Verhör gewesen?" „Nein." Wieder eine lange Pause, worauf Singer halb zu sich selbst mit einer Stimme, deren seltsam verstörter Klang Krag erbeben machte, sagte: „Das i st d a s S ch i ck s a l." XIX. Die Gestalt im Garten. Als Krag an diesem Abend die Sache überdachte, konnte er sich nicht verhehlen, daß, obgleich die Umstände mehr und mehr darauf deuteten, daß Arnold Singer der Verbrecher sei, er trotzein mehr und mchr die Ueberzeugung gewann, daß da etwas nicht in Ordnung sei. Krag war stets geneigt, sich zwei- felnd zu stellen, wenn andere überzeugt waren. Das Ent- scheidende für seinen Standpunkt in dieser Sache war folgen- des: Die einfache Lösung Arnold Singer erschien ihm gar zu einfach im Verhältnis zu den sonderbaren Umständen, die das Verbrechen im Kraben. Erstens der rätselhafte Umstand, daß der Abb6 selbst tot oder lebendig verschwunden war. Ferner, daß Menschen, die noch in Freiheit waren, offenbar so viel aufs Spiel setzten, um den Verdacht, den die Polizei gegen Singer hatte, zu verstärken.•____ Nur wenn Krag sich vorstellte, daß die wirklich Schul- digen noch frei herumliefen, wurde der Mord, der an dem verrückten Professor begangen war, erklärlich: er allein konnte eine Zeugenaussage zum Vorteil für Arnold Singer abgeben. Darizm wurde er aus dem Wege geräumt, ein toter Mann plaudert nichts mehr aus. Andererseits mußte Asbjörn Krag zugeben, daß Arnold Singers Sache nicht gut stand. Das selbstbewußte, iiber- legene Wesen des Mannes hatte einen starken und auf ge- wisse Weise vorteilhaften Eindruck auf Krag gemacht, der sich unwillkürlich vott scelenftarken Menschen angezogen fühlte, ob sie in der Gestalt eines Räubers oder eines ehrenhafteir Mannes austraten. Es wollte ihm nicht recht einleuchten, daß dieser Mann bei dem Verbrechen eine untergeordnete Rolle gespielt haben sollte. Krag hatte ihn von vornherein für den Führer der Bande gehalten. Solch ruhiger und gegen jede Einwirkung gefeitet Mann wie Arnold Singer war zum Be- fehlen geboren. Daß er vor dem Verbrechen am Ort der Tat gewesen war, konnte fast unwiderlegbar- bewiesen werden. Auch sein plumper Fluchtversuch sprach stark gegen ihn, denn ein Unschuldiger flieht nicht vorm Gericht, er bleibt— und verteidigt sich. Also: wenn er schuldig war. deuteten alle Umstände darauf, daß er der Haupträdclsfiihrer sei. Wie aber war es denn zu erklären, daß seilte Mitschuldigen nicht einmal vor einem Mord zurückscheuten, wenn es galt, einen Beweis seiner Unschuld zu vernichten oder einen Menschen, der zu seinem Vorteil zeugen konnte, ans dem Wege zu räumen? Sonst pflegen Kameraden doch, wenigstens die untergeordneten, alles zu tun, um einem Anführer, der in die Klemme geraten ist, zu Hilfe zik kommen. Hier lag also wieder ein Umstand vor, dem es an logijchem Zusammenhang fehlte._ Und an derartigen Widersprüchen war diese Sache reich. Just das war es, was Krag in Erstaunen setzte und ihn ver- anlaßte, sich gründlich mit den Einzelheiten der Sache zu be- schäftigen. Das Hauptgeschehnis selbst wies solch eine Lücke in der logischen Folge auf. Der lleberfall auf den Abbfl in der Absicht, sein Geld zu rauben, war ja eine ganz alltägliche Affäre. Mitten darin aber tauchte jener ganz sinnlose Um- stand auf: das Verschwinden des Abb-ks. Ging er nun davon aus, daß Arnold Singer schuldig war, dann war er von dem Augenblick seiner Verhaftung mit großer Klugheit ausge- treten und hatte seine Verteidigung mit strenger Logik durcki- geführt. Plötzlich aber kam der ganz sinnlose Fluchtversuch. Was sollte der bedeuten? Eine andere Sache: Das Ver- brechen war mit Kühnheit und Kaltblütigkeit dilrckxtefübrt, warum aber hatten die Verbrecher den armen Wicht, den stets betrunkenen und töricht schwatzenden verrückten Pro- fessor zu ihrem Mitschuldigen gemacht? Zu einem bestimmten Zeitpunst steckte immer ein Teufel seinen Kopf hervor, sowohl was das Gebaren der Menschen, wie die Entwicklung der Ereignisse betraf, und brachte alles durcheinander. Woher aber kam dieser Teufel? Alle diese widersprechenden Heber- raschungen weckten in Krag eine Ahnung, daß ein noch große- res Geheimnis in diesem Drama mitspielte. lSforts. folgt.) Bfinil Betet Tinstelgen der Straßendadn am WiZMarplatz abbandet� gekommen. Ta der Hund ihm drei Jahre lan�t treuer und einziger Führer war, ist dessen Verlust unersetzliche M wird herzlichst gedeleii. den Hund beim Verlierer Klavierstimmer AlXed Peschle, Friedenau, Cranachstr. 10, abzugeben. Wilmersdorf.� Stadtverordnetenversammlung. In>der um Freitag tagenden Sitzung erfolgte die Einführung der neug�väblten 16 Stadträte,'darunter die Genossen Beyer, Faborski, Nie- mann, Oppel, Schnell und Schulz von der U. S. P. Mit Unterstützung der Demokraten gelang eZ, die Interpellation ird-r die Schülerdemonstrationen, die ihren Anfang in Wilmersdorf nah- men, sofort zu? Besprechung zu bringen. Genosse LüdemanN begründete, Material an Material reihend, zum Teil unter tosendem Gebrüll der deutschnationalen Minderheit, die Interpellation. Bür- germetster Peters verlas die Briefe der Direktoren der Goethe- schule und dez Fichtegymnastums, die aus Ansuchen des Schuldezer- nenten geschrieben Maren und erklärt«, daß der Magistrat in den Jnnenbetrieb der höheren Schulen nicht eingegriffen habe; ferner gab er bekannt, daß das Provinzialschulkollegium vom Disziplinar- Verfahren gegen Direktor Leonhard und seiner Suspension Kenntnis gegeben hat. In der anschließenden über dreistündigen Diskussion sprachen Dr. Brcitscheid(U. S P.s, Kramm(S. P.'D-). Dr. Müs fetmann(Dem.). Dr. Holz(S. P. D.):m Sinne der Interpellation, dagegen die Lehrer Pudel und Busch(D. V. und Deutschn.), denen die Partei ülxn die ErziehungSpflichten geht. Es wurde beschlossen, allen Stadtverordneten den stenographischen Bericht über diese Bcr» Handlungen zuzustellen. Dann erfolgte die erste und auch zweite Beratung!» Vortag« betr Vorschüsse an die Beamten und Lehr» per'onen von 756 M. an Verheiratet« und 666 M. an Ledige, die einstimmig angenommen wurde Auch die Zahlung eines Vor- schusses an die nichtständigen Hilfskräfte in Höhe von 466 M. wuroe angenommen. Ferner gelangte die Erhebung des Zuschlags zur GrunderwerbSsteuer in Höhe von 1 Proz. zur Annahme. Orofj-Berliner Lebensmittel« Berlin. Milch für den 23. und 24 wie bisher. Auf 0 1- und 0 II- Kintertnrte» wird ab Sonntag keine Vollmilch, sondern eine Büchse Kondensmilch auf die Dauer von 4 Tagen verausgabt.— Infolge des starten FiosteS und(Schneefalles und des nur langsamen WscdereinIetzcnS der Kartosselzusuhrcn kann in der Woche vom 24. bis 36. November die voll« Kariostelportion von 7 Pfund nicht ausgegeben werden.— ES ent- stillen aus Abschnitie 48 a— ä 4 Pfund Kartoffeln. An stelle der nichi zur Ausgabe gelangten Kartoffeln werden aus die Abschnitte 48 s—a zusammen 460 Gramm Großbrot verteilt. Die Abgabe des Brotes ersolgt ab DoimerStag in jeder Säckeret und Brotverkaussstelle. Die drei Abschnitte 48 o—xc dürfen nur zusammen abgegeben werden.— Für die am 24. be- ginnende Flei'chkartenpertode lönnen die Fleischkarten in der Zeit vom 24. bis tcS. bei den zuständigen Brotkommilsionen gegen Bezugscheine auf Haferflocken oder Teigwaren in doppelier Höhe der Fleischration umgetauscht werden. Zum Umtausch berechtigt sind diejenigen, die sich bei ihrer«rot. lommisfion zur Eintragung in die Lifte gemeldet haben oder nachiräglich von der Ableiiung iür Fleischversorgmig zum Umtausch zugelassen worden sind. Wer die Anmeldung ohne sein Verschulden lz. v. infolge Krankheit oder Abwesenheit) versäumt hat. kann den Umtausch ebenfalls an den ge- nannten Tagen von 8 bis 1 Uhr im Bureau für Fleischvcrjorgung, Neue Friedrichstr. 1, Zimmer 7 bewirken. Neukölln. Sonderverietlung von 600 Gramm Maismehl und 256 Gramm ausländischem Kochmebl. 3. und 3. Broikommission 122 Gramm Käse. Bom 24. bis 28. November Neueintragung zur Kartoffelkundenliste. Wilmeredorf. 4 Pfund Kartoffeln und 466 Gramm Gebäck auf die Abichnitie 48 o— x der Rarloffeltarte. 156 Gramm Teigwaren aus 161 <1,18 M. sür 660 Gramm). Für Jugendliche: 2 Pakete Zwieback auk 45 (je 44 Ps.). 66 Gramm Margarine auf P 21. Je ein Briejchen Sacharin aus 3 und 16(je 66 Pst). Frischgebackenen Kels mit dem Ausdruck.Brot- kommission Va": 260 Gramm 2,60 M. Für Kinder: Ist, Pfund Hgser- flocken aus 87 � I. 2 Pfund aus 37 A II, X Psund auf 35 B I, B II, 0 I uiid C II(30 Pf. für 500 Gramm). Lichtenberg. 7 Psund Kartoffeln aus Abschnitte 48 a—g.(Die Ab- schnitte 47 a—g behalten bis zum 23. Nov. ihre Gültigkeit)— 500 Gramm Marmelade(ABichMtt 89 der ItebenSmitteltarte). Boranmeldung: 126 Gr. Graupen(18 Ps.i, Abschnitt 100 der Lebensmittelkarle. 150 Kramm Teig. waren(36 Ps.), Abschniit 101. 500 Gramm Karloffeistärkemehl(290 Pst), Abichnitie 124E, J, G, K, S Aus Urtauberbezugstarten: 166 Gramm Nährmittel und 250 Gramm Marmelade. Für Kriegs, und Zimlge'angene 250 Gramm ausl. Hülsenfrüchte auf Abschnitte 1c— 0s der Sonderzufatz. karte(63 Ps). Sefchäfte stehe Anschlagsäulen.» Tagesordnung: Der deutschnationale Hindenburgrummek. Referenten sind die Genossen Kärle, Kunze, Wendler, Meyer, Felfch, R o h r. Dr. K l a e g e r u n d W u r b— 3. Wt.(66.-76. Bez.) Mitt- woch abend, 8 Ubr, bei Schmidt, Münchener Str. 23. Gen. Heitmann spricht über Lebensmittelsragen. Lichterselde in der Lbcrrrealschule Ringstraße. Ref. Genoffe Lehrer Neffe:.Religion. Kirche und Schule". N ied crsctiöueu eide bei Asten, Berliner Str 42. Res. Genoffe Trink» Trrplow-Bauwschuleuweg. Familienabend in der Aula deS Real- flymnasirimS.Neue Kr ng. Allee. Jrrgend-Ouartett, Rezitation: Genosse Strum Klavier und Geige, Gen Heilbutt, Todenhagcn. Pankow bei Leher, Berliner Str. 86. Res. Genosse Lehrer ZIechert: .Sozialdemokratie und Schule". Wilmersdorf bei Stechert, Prlnzregentenstr. 30. Res. Genosse Pro- jeffor Kunhage». Die Frarien der Genoffen, Vorwärtsleserinnen und andere Gäste sind herzlichst willkommen. Genossinnen sorgt für regen Besuch I Dienstag, den 25.(umstäudebalber): L» Abt. bei Keufner, Hogelberger Str. 20a. Ref. Genossin Todenhageu. Mittwoch, den SS.(umständehalber): 46. Abt. bei Groll, HenningSdorser Str. 10. Groß-öerliner partelnachrichten. �rauenabende Montag 7'/, Uhr: I.. L3.— S.5. Abt. in der Aula des Gymnasiums GreisSwalder Str. 24. Res. Genosse Hübner:.Elternbeiräte".— 4. Abt. bei Rückert, Steinmetz- straße 37.— 11—12. Ab», bei Fröhlich, MuSkauer Str. 1, Ecke Zeughos- strage. Res. Genossin Wochenheim:.Die Frauen und die Bersassung".— 13.— 14. Abt. Graphrsche» VereinShauS, Alexandrinenstr. 44. Ret. Genosse Wilhelm Pätzel, M. d. L.: ,Fritz Reuter und lein Wirten".— 17. Abt. in der Schulaula Hohenlohestr. 11. Res. Genossin Dr. insck. Benecke: .Frauenkranlhciten".— 20.-22. Abt. bei Steffen», Landsberger Allee 150. Res. Genossin Sobolta:.Sozialistilche Erziehung inr Hause".— 31. Abt. bei Koldbach, Vinetaplay 7. Ref.. Genossin Leyayne.— 37. Ab», bei Butenhos, WilSnacker Str. 36.'Res. Genosse Stein.— 36. Abt. bei Bärwäldt, Schlegelstr. 8. Vortrag der Genossin Pwskat.— 43. Abt. bei Schade. Kösüner Str. 3.— 45. Abt bei Pose, Kolonie- straße 15.— 42 /47— 4tj. Abt. bei Grumvaldt, Kameruner Str. 13. Res. Genosse Sassen:»Der Friedensvertrag und iein« Folgen". Charlotteonurg. 1.— 2. Gruppe Friedr-ich-Karl-Platz. Res. Genosse Dr. Engelbard:.Was bietet uns die VollShochschute'k"— 3., 5... 6., 8., S., 10. Gruppe bei Hipler, Wallstr. 30. Rest Genosse Unger.— 4. Gruppe bei Lux, Usenaultr. 1. Res. Genoffe Israel:.Was baden wir seit dem 9. November gelernt?"— 11.«. 13. Gruppe bei Tureig. Kantstraße, Ecke Kailer-Friedrich- Straße.— 12., 14.. 15.«. 16. Gruppe Kant- straße 61. Res. Genosse Dr. Rüben:.Waisenpflege". Neukölln. Montag 8»br Frauenadende. 1. Abt.(1.— 3. Bez.) bei Warnecke, Nanienstraße, Ecke Wesersiraße.— 2. Abt.(10.— 19. Bez.) bei Schwengel, Elbesir, 8.— 3. Bez.(20.— 27. Bez.) bei Wols, Kaiser-Fricdcich. Straße 173.— 4. Abt.(28.-36. Bez.) bei Martens, Böhmische Str. 42,43. — 6. Abt.(37.-46. Bez.) bei Pauke. Hermannstr. 114.— 6. Abt.(46. bis 52. Bez.) bei Kutzki, Leinrstr. 1.— 7. Ab st(63.-59. Bez.) bei Gohlle. Her. mannstr. 133.— 8. Abt.(60.— 65. Bez.) Bei Hentschel, Herrfurlhslr. 27.— Die Äfr?ehr«arbe!ter über den lebten Generalstreik. In einer Versammlmvfl der Funktionäre(S. P. D.) des Verkjehrsgewerbes wurde über stfe bei d«n letzten Generalstreik gemachten Erfahrungen berichtet und in reger Aussprache die Erfahrungen.ausgewertest Das Verhalten der UltrirtRadikalsn wurde entsprechend beleuchtest Ein Ffunktionär berichtete über Verhandlungen, die'bei der Di rektion der Großen Berliner Straßenbahn stattgefu.nden haben. Generaldirektor Wussow hatte diejenigen VertrauenSkeute, die für den Generalstreik Stimmung gemacht haben, zu sich«zeladen und ihnen eine Standpauke gehalten. Während in der Acrsammlung die radikalen Vertrauensleute vor Kraftmeiertum stch nicht zu lassen wuhtm, standen sie vor dem Generaldirektor gpinz demütig und verließen schließlich ebenso demütig das Zimmer. Wahrschein lich werden sie nun in den Versammlungen einen um so größeren Mund riskieren. Unter anderem wurde dann auch berichtet, daß in der Hauptwerkstatt ein S.-P.-D.-Vertrauensmann darum nicht seinen für ihn vorgesehenen Posten als Vizemeister erholten konnte, weil der ArbeiterauSschuß wegen der politischen Stellung des Ver trauenSmanneS dagegen Einspruch erhob. Schließlich wurde noch die nachstehende Erklärung angenommen, um den Kollegen Drews, der schweren Angriffen in der Hauptwerkstastt ausgesetzt ist, zu rechtfertigen. .Die Funktionäre der S. P. D. des V erkehrSgewerbes erklären, daß der Kollege DrewS die im„Lokalanzeiger" und.PolkSzeitung" wirt>ergegebens Aeußerung,.daß es der Wunsch vieler Kollegen sei, daß die Vertrauensleute entlassen werden, die für den Gene ralstreik Stimmung gemacht haben", nicht getan hat. Er hat ledig lich die dahingehende Bekanntmachung der Direktion vertesen und sich dahin ausgesprochen, daß die Vertrauensleute wegen ihrer Aeußerungen nicht entlassen werden dürfen, daß sie. sich aber jeder terroristischen Maßnahme zu enthalten haben." BrtriebSvertranenSleute, Varteifunktionörc, Srbetterräte der Ztz. P. D. Donnerstag abend 6 Ubr im Krieger-VerqinSbauS, Thanffee straße 94, allgemeine Funkttonärversommlung. Tagesordnung:. W a S wird mit dem BetriebSrätegesetz?" Nw bitten alle Funttionäre. an dieser Versammlung teilzunehmen.'Mitgliedskarte und Ausweiskarte vorzeigen. Dtzr Bezirksvorstand. Vereinigung der sozialdemokratische« Genveindelieumte» und Angestellten Groß-BerlinS(WerbeauSichuß S. P.'D.). Montag 6 Ubr Mitgliederversammlung im Berliner Raibause, 2 Treppen. Zimmer 63. Tagesordnung: Organisation und Agitation. Der Vorstand. Achtung. Verkrhrsgewerde l Sämtliche Hgnd- und Kopsarbeiter des Verkehrsgewerbe», die auf dem Boden der S. P. D. stehen, werden hiermit zu der am Freitag, nachmittags 5 Ubr, im.WtlbelmStioi" fwtt- findenden Versammlung eingeladen.(Tagesordnung: 1. WaS lehrt unS der Metall arbestcrstreik 1 2. Freie AuSiprache. WerbeauSichuß fllr das BerkebrSgewerbe. 2. Abt.(Friedrichstadfl. Mittwoch 7'/. Ubr-bei Rathmann, Wilhelm- straße 118, Verlammlung. Vortrag des Genossen ThomaS:.Die neue Verfassung". 6., 7., 8. Abt. Frauenabend Montag 7 Uhr bei Schwachem wald, Gnciicnau- Ecke Bärwaldstratze. Vortrag: Hygiene und Körper- kultur. Reierentin: Genossin Dr. BygodschinSkst S. und 10. Abt. Frauenabend Montag'/«S Uhr.Reich er: berger Hof", Reichenberger Str. 147. 2l. Abt. Montag 8 Uhr: Versammlung der ParteifunMonäre und Betriebsvertrauensleme bei Beetz, Tbaeistr. 33. L5. Abt. Morgen 7 Uhr wichtige Besprechung der Funktionäre te der Aula de» LyzeumS, GreisSwalder str. 24/25. 26.. 27., 2V., 30.. 32. Abt. Frauenabend Montag Tl. Ubr Schulaula, Oderberger Straß«. Thema: Di« Frau und der politische Kamps. Reserentin: Genossin Tod endogen. Gäste willlommen. 28. Abt. Morgen abend Ti, Uhr in der Schulaula Schönhauser Allee 166a: Frau cnversammlung. Vortrag der Genossin Psüls, München. 35. Abt. Montag 7 Uhr: Sitzung der Funktionäre und Betriebsver- trauenSteute bei Rompel, Boltastr. 46. 43. Abt. Zu den bekanntgcmachten vier Konzerlen deS Bezirks- BildungSauSichuffe» nimmt noch bis 30. November Anmeldungen entgegen Gustav Melcher, Gottschedstr. 2. A. E. G., Bruunenstraste. Montag 4 Uhr bei Krüger, Ecke Hussiten- und Scheringstraße, Konserenz sämtlicher Funttionäre der Ar- deiter und Angestellten, die aus dem Boden der S. P. D. stehen. Erscheinen unbedingt erforderlich. Tlnubstummen- Sektion(S. P. D.) Dienstag 7'/, Uhr SewerkschaftS- hau», Engelulcr 15, Saal 3: Versammlung. Tagesordnung: 1. Die sozio- listische.Taubstummen- Wochenichrijt". R-serent: Brachmann. 2. Die politische Lage, der drohende Staatsbankrott und der EinigungSgedante. Reserenten: Merten? S. P. D. und Adermann U. S. P. D. Nach jedem Reserat freie Aussprache. Lichterfelde. Montag 8 Uhr im G-sangiaal der Oberrealschule. Ltek- straße 2/3. Frauenleseabend. Vortrag des Herrn Lehrer Meise über Religion, Schule und Kirche. Gäste willkommen. Tteglty. Der Kursus über.Sozialismus. Ethik und Religion� im Gymnasium Heesestraße beginnt Montag 8 Uhr in der Schulllaffe U 10 ES lönnen noch Anmeldungen entgegengenommen werden. Steglitz. Frauenlefeabeud Montag 8 Uhr bei Thiel, Sllbrecht-, Ecke Ringstraße. Martendorf- Südende. Montag TI, Uhr bei Hoch, Mariendork Cbausseestr. 44: Frauenabcnd. Dienstag 71/, Uhr: MUgliederveriamm- lung des WahloereinS in der Gemeindeschule, Kurfürstenstr. 53/54. Tage�» ordnung: 1. MUteilungen. 2. Vortrag des Genoffen G e r l a ch über: „Elternbeiräte". 3. Bericht aus der Gemeindevertretung. 4. Verschiedenes. Karrshorst. Mittwoch 8 Uhr im Bürgerheim, TrcSckowallee 83: Mit- gliederversammtung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Friedrich Stampfer: Die Versassung der Deutschen Republil. 2. Frere Aussprache und Verschiedenes. Qberschöneweidc. Frauenleleabend morgen abend TI, Uhr bei Drake, Wilhelminenhos-, Ecke Zitarastraße. Bortrag des Genossen M. Meyer über: '.Elternbeiräte in der Schule". Jugenüveranftaltungen. Zentral-Jugendbeim. Lwdenftr. 3, 2. Hof ltekS, 3 Treppen: Heule abend 7 Uhr, UnterhaltungSabend. Wedding. Heute nachmittag 5 Ubr im Jugendheim, Lütticher Str. 33: UnterbaltungSabend mit besonderem Programm. Dre Abt. Moabit, Gesundbrunnen und Tegel sind dazu eingeladen. Abt. Treptow-Vaumichnlcnwrg. Heute 6 Uhr, im Jugendheim, Elienstr. 3: Be�rüßungiabend sür die Schulenllassenen. Eintritt frei. Gäste willkommen. Wilmersdorf. Heut« nachmittag 4 Uhr Märchennachmittag in der Aula des Bismarckgymnasiums, Psalzbuiger Straße. Srkefkasten Ser Neüaktion. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und e r n e Rummer bei. Briefliche Auskunfi wird nicht erteilt, lkilige Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde. Lindcnstr.», 1. Hos par- terre links, vor. Schrifistilcke und Verträge stnd mitzubringen. Sprechzeiten der juristischen Sprechstunde: Montag, Mittwoch und Freitag 2— 5 Uhr; Dienstag und Donnerstag 3— 6 Uhr; Sonnabend 3—5 Uhr. E. L. 25. 1. ES kommt daraus an, wer Pächter deS Landes ist. Jetzt ist merft die Larrdpachl-Genoffenichasi der Pächter, und diese verlangt die Mitgliedschast bei einem Bundesverein. 2. Sie gebären zur 11. Abt., beachten Sie die Bekanntmachungen oder fragen Sie im Bezit lSiekretariat, Bellevueftr. 7(Lützow 7834) nach dem Bezirkslokal. 3. Die Bestimmungen des KosienvorstandcS sind maßgebend; erheben Sie ev. Beschwerde.— A. L. S. 12. 1. Können Sie nur von der Expedition der„Berlmer Abend« Post" erfragen, Verlag: Ullstein& Co. 2. Selbst, wenn der Versasier zu ermitteln, würde die Redaktion die Namensnennung ablehnen. Im übrigen legen Sie drm Ariilel zu viel Bedeutung bei. F. R. 30. 1. und 2. Bezirlskommando.— W. O. 25. Der Ver- mieter ist ztz dem Verlangen berechtigt, da wahrscheinlich im Mietsvertrag das Halten von Tieren untersagt ist.— B. 68. N. E. ist der Mebranspruch gesetzlich nicht begründet.— I. 14. Abgedruckt im.Reichsanzeiger" 1313 Nr. 181 und im.Laubenkoloniften", Exvcditiou Köpenicker Straße 32 a. Oevlnn-(tzu«?ux a« 14 Preuss.-Sfidd.(240. Preuss.) Klassen-Lotterie 6. EUue 14. Ziehuugstaf 23. November 191# IA»f Je4« gnOfOM.Voamer«lad i««I(loick koke tienlu- nMle*. ud mr 1« elBer«nf dl» Lm»»!»Ie>>«r Ninaet i» da ketda 4kt»UiBira I emd U (Ohne Gewihr.)(Nachdruck verboten.) la der Vonnittagsiiehring wurden Gewtone aber MO Merk gezegtn. 2 Gewinne nr 60000 M 101361 2 Gewinne>u 16OO0 M 47620 8 Gewinne*u 6000 M 60649 68798 63808 218506 72 Gewinne in 3000 M 1332 3376 3648 761« 19608 36669 46318 50027 69474 64828 59677 61874 69288 79749 80778 83490 90613 102720 106794 108846 116209 120193 125893 145005 147301 147934 160638 188938 172477 164915 198197 201370 206065 212324 218638 221634 138 Gewinne iu 1000 U 2022 6967 7298 12487 14040 16974 80056 32828 37546 43249 43631 60307 02194 62595 67503 67812 70967 8X766 81844 84321 91527 92503 94923 08949 97391 07407 108999 121179 126869 128379 134817 140405 14X009 141482 141640 149744 152028 154249 165308 156643 161760 162462 163037 164486 169286 189273 171507 172412 173232 173984 176C62 178499 181299 183876 188504 190480 194914 194946 198485 198771 200746 201280 202624 206572 214708 216793 221103 226784 233547 194 Gewinne«u 500 U 3951 4822 8193 33�8 0883 9893 12544 14227 15264 16378 20629 22813 25578 29018 29432 29666 82093 37876 40171 42328 43417 47323 47668 66275 06018 60776 62660 63074 71906 71498 71693 72473 73852 74690 75588 76450 80230 82932 83325 85003 85868 87510 91628 94867 96871 97835 08858 93823 99978 104972 105662 106300 107277 108476 111660 120998 121916 121079 125828 129320 130468 131953 132517 133801 134903 142259 142459 143735 144880 146762 147090 148683 151496 152419 156822 158984 163889 184318 168123 170743 180900 189931 194053 201393 203611 206471 211072 212233 215978 221510 222295 222365 222957 223516 226904 229571 233585 In der NachmlUagsiiebung wurden Gewinne aber 140 Mark(exogen. 3 Gewinne in 10000 M 29534 10 Gewinne ni 6000 M 64682 97761 130684 172944 193828 90 Gewinne IU 3000 M 966 9605 12699 13014 15848 28818 34402 37402 44832 50"62 79909 80300 00350 92818 86601 103194 108544 10608« 108378 116318 116924 120623 121530 126174 127701 136861 142660t 161887 151899 155470 157428 188851 189480 189603 171835 173829 165386 192215 192479 196590 209187 209963 210541 216237 217291 146 Gewinne zu 1000 M 3202 3977 8664 8842 10622 12337 14594 16009 18083 20043 20134 23712 24348 25863 26464 30063 30516 34192 37181 37234 38300 40440 48570 49315 61389 56057 66938 537''5 61353 68805 74205 74777 77251 88560 95731 100713 104370 109579 111957 112838 112871 117473 128992 128506 134019 145330 148078 150866 16245» 162930 159"60 181609 161981 162399 164666 169309 179338 179929 180174 180693 184759" 18774« 190258 198831 204075 205590 206697 207480 21091« 212911 227716 231379 231474 22« Gewinne zu 600 M 240 599 2192 2225 4149 4363 6094 5317 7962 8948 16913 20853 23591 24101 24557 25411 25798 26460 27902 28372 31070 34489 38818 38886 36912 43154 46174 47241.48976 49498 49641 49605 81559 64077 61401 71042 71150 71375 76589 77609 78702 79773 80050 61749 87684 93417 99174 100679 101742 102883 107478 111264 111920 114187 123987 124188 129576 123310 131741 133251 137389 139247 139378 144713 147145 154392 167448 168345 159211 180669 161531 162488 185663 187240 193188 160481 171342 173405 176430 175758 176345 177408 175717 170133 132441 182888 184307 188933 190142 190941 196453 200223 200230 205076 208781 210521 213870 216165 218709 230591 221572 223340 224419 224304 226485 225539 228123 228738 229915 230715 231045 233738 233502 HERRMANN GERSON Damenstrümpfe Damenstrümpfe Damenstrümpfe Ei/v«» ta feinem. Jedoch haltbarem Gewebe, mit breitem Dop-| C50 1 IUI peirandii.eebrfBteiVer„„ reichlich lang, mit breitem Doppel- tsaumwolie rand. Uochfeme und Doppel Kl hie, nur/ 75 »chwan!............. Par D_________ 11� marke Ware in feinmaachlg. Gewebe,___ tsaumwolie brOrrcrDcope>rand mvecitarkt.?ez,»n. Q75 Vehlen n. Spitaen, nurachwara.. Paar Herren-Krawatten»o' S,', 1550 neae Muster... Stack Baumwolle 1175 ■chwarn und einzelne Karben............................ Paar RpSne» Wnlli«"tohlloh lau« feines Gewebe, mit Heek-| TjO i\CinC WOllC taran n.3 Duppelschie, unr echwara..Paar SÄT 19» ..... Stack Stoffhandschuhe Herren-Hüte SÄ:ÄingT.'Ä 58- Damen-Handschuhe ÄÄÄÄ 12» Herren-Oberhemden ÄtaÄ„„ Herren-Handschuhe rtÄLr�nrüB:uu.oni.plL* 17» W11 V FaUcneta»ata,mit7C_ TT Trikot, reine Wolla, ta rr&n 9QVI feiten nnd einem Paar kUserve-MaoacheUen....... Btack' xterren-xianOSCnune ouri.................... Paar fctr" �itzäffs für Knaben von 9 bis U Jahren, ganz getattert, nea Mb. 165.- bis 190. 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ZukuU Referent: Kollege hildoodronvl- Stuttgart. S. Frei« Auofprache. S. Vrgantsatwnofrage». _ mr Cime Mitgliedsbuch der S. y.®. kein Zutritt, Montag, 24. Ncfvember, abends T'/zUhr, Bockbrauerei, Fidicinstraße 2/3: Hader . Wege zum• Wiederaufbau 12/2 »prioht Frl. Adele Friedlinder Eintritt Irell Beicbszentrale lür Belmatdleiist H 8. Achtung! Achtung! Stauen bet SMuufct Botftubd Tozialdcmotratische P artet Deutschlands(S. P. D.) Ä«. Abteilung. Montag, den 24. November 1919, abends?!/, Uhr, in der Schulaula, Schönhauser Aller 166»: Franenversammluug. "•VF* Genossin8 Ton! Pffilf, München Untersachungoauoschuss,»). Um recht»ahlreichen Besuch der Partelgenosstnuen..freun. binnen und.Vorwarto">kserinnen wird gebeten.«0/? vi« Abtelluugalallnng. Alontax. 24. November, abends 7 V, Ilbr, /nusikerslie, Kaiser-Wildelm-Str. 31: Ueber Abbau der Teuerung sprioht 12/2 Fräulein Dr. Bernhardt Eintritt frei! Monlag, 24. 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Entlastung. 3. Ergänzung des Aufsichts- rats. 131/9 4. Festsetzung des Gesamtbetrages, den Anhelhen der Genossenschaft nicht überschreiten sollen. Bilanz und Oeviiin- und Vor lustrechnong Können In unserer Oescüflfisstello, Feh- mamstrafle 10, clagcselwa werden. Böckereigen.„Volksbrot" E. G. m. b. H. Der Vorstand. Beuster. Otto Korn. Rotusch, Möbel Kfichen in allen Farben Qrn 7tell. m.Rahm. MuüUun 7 teilig mit KTK Anrichte. M.ü/O,— Einzelmöbel wie Kleiderschränke, Ver- Tikos, Bettstellen, Sofas, Ruhebettra usw. Kleinmöbel Klaviersessel, Rauchtische, Plurgarderobou, Büsteuot&nder SuUcrst preiswert. Kluse Ghariottemnirg, ffümersilofser Str. 19, r ooeatoe. DnksttellBik- tttVfflKTiais RmabetostrA Achtung! Metallarbeiter! An alle der S. P. D. angehörenden Mitglieder des Deutschen Metallarbetter-Berbandes, Verwaltungsstelle Berlin! Erscheint oollzähllg»u dir a« Dienstag, den SS. November, abends Uhr, in den Germania-Prachtsälev, Chausseestraste IAO, stattfindenden Versammlung. 231/18 rageoordnung: L Der tRefaDachelferffeeU.— ü. Diskussion.— 8, verschiedene». Partei- und Berdandsdnch legitimiert._ vor Cluhatutme. llchtung I Mrankenkaiicnangeitellte! TienstaA, den SS. November INAS, nachmittags 4 Uhr, im KlubhauS, Ohmstraße S: Versammlung aller Kolleginnen«ud Kollegen, welche ans dem Bode« der S. P. D. stehe« and in den Krankenkassen Berlins nnd der Borort« beschäftigt sind. Tageoordnung: L Vortrag de» ttollegen Franz Rrüger über: GmerlslSiMe Mglldm m SlWsmMiiev noK Der Mofion. & Diskussion.— B. Verschiedene«. Rotleg Innen und«ollesen! Di» Wichtigkeit der Tag«»»rdnnng erfordert vollzähliges Erschewen.— Mitgliedsbuch der E. P. D. legitimiert. 231/17 __ vi« aammlsston. z Emil vamoschke. BeMb.?tOuWMllu.Slbrnti. Bezirk 3 HO. SchSnHauser«llrr. Pankow, RtedorschSnhansen, Prenzlauer Allee, Wetftensee. Bezirksversammlung nicht Donnerstag, sondern IlFÜOss, ökh?8. 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Pferdefütterung 1,65. Pferdekolik 4. Schweinezucht 4,85, Schweinefütterung 2,65. Schalzucht 3, Hundebuch 4. Der Viehstall 4,85. Dreschmaschinen 15,60. Motor- pfllige9,90. Unkrautbekämpfung 2,65. Düngerlehre 4,75. Umwälzung von Fruchtfolgen I3,2u. Einträgl.FeldgemQsebau4,6S. Tabakbau u. Tabakkunde 2130. Kaninchenzucht 330, Ziegenzucht 330. Geflügelzucht 5. Hühnerzucht 2.20. Entenzucht 2�0, Gänsezucht 2,20. Taubenzucht 230. Geflügelställe 4,85. Bienenzucht 5. Bienenhonig und Ersatzmiiiel. 3,30. Die Müllerei 9,60. Die Kartotlel- u. Getreidebrennerei 10,25. Kraltfuttermittel H, 25. Milch- u. Molkereiprodukte 9,60. Milchuntersucbungcn 7,95. Rübenbrennerei 530. Rübenzuckerfabrikation 7,95. Etsigfabrikation 9,60. Mostrichfabrikation 5,30. Stärkefabrikation 5,30. Stärkezuckerfabrikation 9,60. Malzfabrikatjon 7,95. Orotbereitung 9,60. Gemüsekonservenfabrikation 5,30. Fleisch-, Schinken- und Wurstkonservenfabrikation 4. Obstweinbereitung u. Obst- 0. Beerenbranntweinbrennerei 7,30. Konservierungsmittel 4,65. Torfverwertung u.Torfdesiillation930. Ungezicferverfilgung 7,90. Bittmers Gartenbuch für Anfänger Ii. Gr. Gärtnerbuch 30. Piakt. Qartenbuch 730. Gartenkunst 830. Gartenentwlltfe 4,95. Gartenkulturen, die Geld einbringen 11. Der Hausgarten 3. Der Zimmergärtner 2,20. Obstbau 1 3,75. Das Bnsch- obst 3,30. Prakt. Erdbeerkultur 335. Das Obst- u. Gemüse- gut 335. Einträgt. Gemüsebau 9,70. Gemüsesamenbau 8,25. Prakt. Gemüsegärtnerei 830. 6000 Rezepte zu Handelsartikeln TB. Richtig Deutsch 6,60. Mir oder Mich? 2. Rechtsehreibung Duden 7,15. Bochmanns Geflügelte Worte 8,80. Taschenbuch des allgem. Wissens 4.40. Gedichtsammlung 5. Anekdotenbuch 3. Aufsaus hule 6,60. Fremdwörterbuch 6,60. Rechtsformularbuch 6,90. Englisch 6,60. Französisch 6,60. Spanisch 6,68. Polnisch 6,60. Buchführung 630. Bankwesen 6,60. Geschäfts- u. Privatbriefsteller 6.60. Schönschreib- schule 4,40. Bürg. Gesetzbuch 6,60. Guter Ton und feine Sitte 635. Mod Tanzlehrbuch 430. 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F r a n c s- M ü n ch e n. Noch nie hat die Natur den Erositädtsrn einen so eindring« scheu Vortrag über das Wärmegesetz des LcbenS gehalten, wie in diesem Wrnter. Eine banal gewordene Talsache, dah sich die Tätigkeiten deZ menschlichen Körpers nur bei einer gewissen Tem- peraiur vollziehen, wird durch die Erfabrungen jedes Tages in ihre tausend Vorbedingungen, Begleitumstände und Komplikationen zerlegt, gewissermaßen in eine Serie gründlichster physiologischer Experimente am eigenen Leibe zum Bewußtsein gebracht. Aber trotz der unerwünschten Gründlichkeit dieses Dozenten geht doch das eigentliche Gesetz allen denen, die es erleben, der« loren, weil es sich eben nicht im Lebenslauf des einzelnen, sondern nur in dem der Gesamtheit und innerhalb einer gewissen Zeitdauer als Maß und Zahl auSiprichr, die allein Messungen und damit un- veränderliche Beziehungen festzustellen gestatten, denen man den Namen Naturgesetz beilegt. Was sich im subjektiven Gefühl als Frieren bei Kälte auS« drückt, ist eine Borstchtömaßregel des Nervens y st emS, durch die dem Körper angezeigt wird, daß sich bei längerem Auf- enthalt in dieser Temperatur Stockungen deS Lebensbetriebes einstellen würden. Die beweglichen Organismen flüchten vor der Kälte in glücklichere Länder. So wandern die Zugvögel oder die kleinen Wanderspinnen.'Oder sie nehmen das unwirtliche Klima mit Gleichmut auf, weil sie entweder für eine Verminderung der Wärmeabgabe oder für ausgiebige Heizung Sorge tragen. Der Mensch steht mit diesen zwei Elfindungen des Pelz« und Wolletrageiis und der Verwendung von Verbrenuungs« wärme nichr allein. Schon die Bärune schützen sich durch mächtige Korkdecken in der Rinde vor dem Erfrieren, mit dem Ertolg, daß auch bei W und 25 Grad Frost im Innern der Baum- srämme immer noch 1—2 Grad Wärme herrschen. Ten Winter- pelz des Wildes kennt jedermann; man denkt nur m.eist nicht daran, daß Fuchs und Schaf und die kleinen Nager und Raubtiere des Nordens eigentlich die, Erfinder" der Pelze, wir Menschen abei nur die Mörder und Räuber der eigentlichen Erfinder sind. Auf eine Heizung— allerdings nicht mit Kohle, sondern mit Tran— aber geht der Wärmeschutz der Robben, Wale und ähnlicher Nord landsriere zurück, die sich im Eismeer durch Verzehren sehr fett haltiger Kalftuilg ein„Speckränzlein" zulegen, das bei Kälte durch den Stoffwechsel allmählich verbrannt wird. Was machen aber die Unglücklichen, denen weder Auswande- rung möglich ist, noch Pelze oder fetthaltige Nahrung zur Per« fügung sieben? Zu ihnen gehören alle Insekten, fast alle Muscheln, Korallen, Würmer, überhaupt drei Viertel der gesamten Schöpfung. An ihnen tritt groß und in ewigem Gleichmut das eherne Wärmegesetz des Lebens in Erscheinung. Ihnen ist in Zeit und Raum nur dort das Leben gestattet, wo die Temperatur nicht unter etwa 0 Grad sinkt. Dieie Tatsache wirkt wie eine große Neuheit und steht doch allerorten jedermann vor Augen. Die Organismen sehen sich dort. wo es einen Winter im Ring der Fahreszeiten gibt, gezwungen, ihr gesamtes Leben auf die sechs bis 8 Monate— oder auch nur die wenigen Wochen sHockalpen, Polargegenden)— einzuichränken, die srostfrei sind. So handeln in unserer Heimat sozusagen alle Insekten. Das ist mit eine der Hauptursachen, warum sie Ilem und unbedeutend sind. Sie kriechen meist im April oder Mai aus dem Ei und vollenden ihres Daseins Kreis in der Regel so frühzeitig, daß im Oktober, vor dem Eintreten der ersten Fröste, auch ichon ihre Brut wieder wohlgesichert in schützenden Hüllen dem Winter- schlaf und dann der großen Auserstehung entgegensehen kann. ES sind nur Ausnahmen von dieser Regel, wenn manche Schmetterlinge oder die Stubenfliegen und Stechmücken überwintern. Auch die Pflanzen passen sich scharf an dieses Wärmegesetz des Lebens an. Jede von ihnen ist dabei von einer andern Fähig- leit im Ertragen niederer Kältegrade und bestimmter Frostperioden. Den Mooi'en und Flechten ist eS nirgends auf Erden zu kalt, und das ist die Ursache, warum man noch aus den höchsten Bergen und selbst am Kältepol Moose und Flechten auf den Felsen findet. Aber alle Gewächse, die Holz bilden, also Bäume und auch die ansehn- lichcren Sträucher. brauchen dazu eine wenigstens 60 Tage lang währende frostfreie Zeit im Jahr. Das ist des Rätsels Lösung, warum in einer bestimmten Höhe im Hochgebirge oder an einer gewissen Linie in Europa, Asien und Nordamerika plötzlich jeder Wald, d. h. der Baumwuchs aufhört. Das Wärmegeietz verbietet es. Ueberall, wo der Sommer kürzer als zwer Monate währl, ist den Bäumen die Zuzugserlaubnis ver- iagt. Dieses Gesetz ist die wahre Ursache, warum jedes Land und jeder Himmelsstrich seine ganz bestimmte Pflanzenwelt hat. Die Hasel kommt nur bis Südschweden vor. weiter nördlich wächst sie nicht. Die Wallnußbäume enden im Rhcintal mit dem Odenwald. Der indische Loios blüht noch in Sizilien, aber nicht-mehr in Neapel. � Und wie mit den Pflanzen, so sieht die Sache auch mit den Tieren. Die festsitzenden oder langsam wandernden Tiere sind dem Wärmegesctz absolut untertau. Sogar die schwimmenden ge- horchen ihm weit mehr als man ahnt. Es gibt eine Stelle auf Erden, wo mau das mit Händen greifen kann. Nördlich von E»g- land, bei den sturmumtosten Faröer-Juscln, treffen zwei Meeres- strömutlgen zusammen. Eine warme zieht dort vorüber nach Norden, eine kalte kommt ihr entgegen und flutet nach Süden. Die Folge dieses Zusammentreffens sind ununterbrochenene atmo« sphärische Slockungen. Das Welter von Europa, die Depressionen. die von Westen über Deutschland ziehen, werden dort geboren Das warme und das kalte Wasser läßt sicb nur an einer i'choricn Grenzlinie, die die Seeleute den„CoM-vall" nennen, genau er- lennen. Beide Strömungen haben eine grundverschiedene Tierwelt. Wer von der einen Seite in die andere gerät, gehl zugrunde. Am allerschärssten ausgeprägt ist dieses Wärmegeietz bei den kallbildenden Tieren des Meeres. Kalk wird nur dort gebildet, wo das Wasser warm ist, in kalten Meeren al>o nur im Sommer. Korallen, die wichtigsten Kallbildner, können nur in einem Meer leben, das niemals kälter denn 20 Grad O ist. Das ist so gewiß, daß eine Karte der Korallenriffe auf Erden auch eine Karte der warmen Meere ist. Und dieses Gesetz war natürlich auch zu allen Zeiten gültig, so daß die Wissenschaft aus den Funden von vorwelllichen Tieren und Pflanzen einfach auch die Geschichte des Klimas der Bor« weit ablesen konnte. So erklärt es sich, warum sie mit Sicherheit weiß, daß es zur Steinkohlenzeit warm, zur Zeit der Juraiaurier heiß in Deutschland gewesen, wie jetzt in Afrika. Denn sie hat Pflanzen gefunden, die es bezeugen, und sie hat Korallenriffe in ganz Süddeutschland aufgedeckt, die von einem Korallenklima er« zählen. Bis in die feinsten Einzelheiten kann sie auf diese Weise von den Tagen der Vorwelt Kunde erlangen und eine Geschichte deS Klimas mit weit größerer Zuverlässigkeit schreiben, wie man etwa die Weltgeschichte längst vergangener Zeiten wiederherstellen kann Ihr? Dokumente sind nicht gefälscht, und ihre Zeugen lügen nicht... Das alles steckt im schlichten Begriff des WärmegesetzeS und erzählt seine bunte und tiefsinnige Geschichte dem Kundigen, wenn daS Gesetz ihn selbst in diesen Tagen des Winters zwingt, immer wieder sich ein künstlich wärmeres Klima zu verschaffen, al» das ist, dem wir trotzen wollen und letzten Endes doch nur kümmerlich, nur in einem steten Ringen um das bißchen Leben trotzen können. Theater. Im Frtedrich-WilhelmstädtischenTheater wird tjcttic abend statt der gugezelgten„Camelicndame" das Stück„Gretchen" gegeben. Das leuchtende WitiSlatt. Gustav Hochstetter hält vom 2S. Ro- vember bis 5. Dezember in verschiedeneu Grohberlincr Sälen zehn Licht- bildervorträge über»Das Deutsche Witzblatt". Mehr als hundert bunt« und schlvarzweibe Blätter aus deutschen humoristischen Zeitschriften er- scheinen im Lichtbild. Der erst« Vortrag ist am 25. November, S Uhr, im Lehrervereinshaus sAlexandcrplatz). für die Huge«: T u l u w e i t, Oeb zu Ihm: der wclij Befchetd. Sparfamfoelt, die l�ofung. 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