179 Nr. 210. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit tluftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Bettungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonne und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: ozialdemokrat Berling Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonntag, den 9. September 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Quittung. " fchafts- Anschauung, daß wir es für unsere Pflicht halten, den Briefwechsel vollständig mitzutheilen. Wir folgen das bei der Textwiedergabe unseres New- Yorker Partei- Organs, der" New- Yorker Volks- Zeitung": Lübeck, rother Geburtstag bei 2. 2,75. L. m. S. 100,-. Leipzig, amerit. Autt. v. d. Delegirten des Fabritarbeiter Verbandstages Jm Monat August gingen bei der Parteitaffe folgende Bei- in Celle 7,-. Lehe, rothe Verlobung 1,50. 2. J. M. 300, träge ein: Mühlhausen i. Th., rothe Frauen 18,-. München, Genossen Auerbach, ges, unter Metallarbeitern 1,90. Aachen, A. B. München Au" 100,-. Mülhausen i. E., von Genossen 309, durch K. S. 25,-. Aschaffenburg, Uebersch. v. aufgelöften Wahl- Mez, aus der Parteikasse 23,65. Mann im Mond 500,-. Der Gouverneur wurde zu seinem ersten Brief an Pullman verein 8,25. Berlin, Beiträge der Wahlkreise: 2. Kr. 600,- Münden i. H., bei einem Faß Bier auf der Brennerhöhe 3,30. durch nachstehende Buschrift der Vertreter der Arbeiter von Pullman ( darunt. Maifest 433,20). 3. Kr. 300,-. 4. Kr.( Oft) 500,-( darunter Mülhausen i. E., à c. Elf.- Lothr.- Wolfsztg." durch B. 1000,-. veranlaßt: Wir, die Einwohner Pullman's, die durch die Hab. von den Bauarbeitern durch Kantale 3,-). 6. Kr. Rofenth. Vorst. Neuendorf bei Nowawes P. H. 1.-. Netzsch kau, zum Grab gier und Tyrannei Geo. M. Pullman's in eine Lage gebracht 150,-( darunter Uebersch. der Geburtstagsf. d. Gen. Müller 3,95). stein des aufgelösten Arbeitervereins 3,90. Neuwied, v. Ge- worden sind, in welcher uns das grimmigfte Glend ins Gesicht 6. Kr. Oranienb. Vorst. 200,-( darunter d. F. Schröder v. Bw. 3,-). noffen 12,60. Neumünster, Zinsen für geliebenes Rapital 400, itarrt, wenden uns an Sie um Hilfe in dieser Stunde der Noth. 6. Kreis Moabit 100, Berlin, div. Beiträge: P. S. 50,- Neudamm, zielbewußte Genofien 4,-. Neu- Rochwiß, rothe Kind: Man hat uns Beschäftigung verweigert, und wir können nicht A. B. 50,-. Dr. 2. A. 20,- Kolonne Dertel, Schmargendorf taufe 2,-. Ostrowo 5,-. Offenburg i. B., von der Gesell- mehr in dieser Gegend leben. Unsere Familien hungern. 20, Guttenberg 100,-. Die rothen Buchbinder aus d. Grün- schaft" 10,50. Offenbach 50,-. Plauen i. B, Paradies" 3,-. Unsere Pläge sind besetzt worden von Arbeitern aus allen Gegenstraße 10,-. Statbrüder bei Werkmann 9,30. Cigarrenhändler Righeim b. Mülhausen i. E., Freiheit" 5,-. Richrath, organi- den der Vereinigten Staaten, welche die Pullman- Gesellschaft G. S. 4,-. D. G. B. 2,70. D. W. 2,-. Von Mitgliedern firte Parteigenossen 10,- Stegliz, In 30,-. Stuttgart, bier eingeführt hat Die Ueberzähligen wurden auf die Straße der U. Dr. 4,05. Gesammelt für einen Vortrag beim aus Schwaben 100,-. Schwabach, v. W. 25,-. St. Ludwig, geworfen, wo sie verderben mögen. Genossen Bergmann, Müllerstraße 10/11 4,90. Gießerei J. M. 4,41. Uebigau, rothe Kindtaufe durch H. M. 1,50. Es sind hier 1600 Familien in großer Noth, und ihre Lage Oranienstraße Nr. 9 4,40. Von zwei Genossinnen 4, Waldenburg i. Schl., rother Geburtstag 1,25. Wolfen- fordert das Mitleid heraus. Wir haben alle uns zu Gebote H. Bredereck 10,-. G. S. Tegel 71, 20,-.... 5,-. In büttel, Ueberschuß v. Sommerfest 7,30. Wandsbeck 300,-. stehenden Mittel, sie zu ernähren, erschöpft und wenden uns an der Beleidigungsfache Dreßler wider Treff 20,-. Durch Wiegand Waldenburg i. Schl., R. B. M., vereint für das Wohl der ar- Sie, als an die letzte Zuflucht. Vertrauend, daß Gott Sie zu 1,80. 10 Rontobucharbeiter von A. Zumpe, Oranienstraße, 2.- beitenden Bevölkerung 10,10. unserem Besten beeinflußt, und daß Sie dieser Sache Ihre Nr. 167 1,-. Schuster u. Beer 10,10... 3,-. Tugendbund" sofortige Aufmerksamkeit schenken, verbleiben wir 7, F. P. 1,-. R. T. 1,50. Ungenannt 2,-. Von den Arbeitern der Die Jhrigen im Elend, Eckard'schen Fabrik, Uebersch. e. Kranzspende f. Frl. Wabniz 5,60. Breslau, rothe Geburtstagsfeier Adolf 1,-. Barmen 100,-. Chemnik, fröhliche Genossen a. d. Leipziger Halle 3,85. Chemnitz, Hußmann's runder Tisch 1,70. Chemnitz, rothe Rindtaufe 1,50. Mir sind zahlreiche Berichte zugegangen, des Inhalts, daß Crimmitschau 200,-. Conradsthal, von einer Hochzeitsdie in Pullman herrschende Nothlage eine große ist. gesellschaft 2,-. Döbeln, Romanus 10,-. Darmstadt 100, Heute erhielt ich in meiner amtlichen Eigenschaft als Gouverneur Döbeln, stiller Parteigenoffe 10,-. Elberfeld, Sparverein von einem Komitee der Arbeiter in Pullman ein dringendes Einigkeit", Westende 23,05. Forst i. 2., von Genoffen 200,-. Gesuch, helfend einzuschreiten. In diesem Gesuch wird behauptet, Die amerikanischen Blätter veröffentlichen einen Brief daß 1600 Familien, zu denen eine große Anzahl von Frauen und Finsterwalde 20,-( daruter von einer Hochzeit 2,-, von einer Kindtaufe 2,40). Frankfurt a. W., einen wechsel zwischen dem Gouverneur von Illinois, der einen Kindern gehören, dem Hungertode nahe sind; daß sie keine Arbeit für bestraften Maurer 1,50. Forst, von den der schmachvollsten Justizmorde der Neuzeit brandmarkte erhalten können und nicht die Mittel besitzen, um fortzuziehen Genossen durch A. 20,- Flensburg 50,-. Görlig, Ueberschuß und an den Ueberlebenden nach Möglichkeit gut machte, und anderswo ihren Lebensunterhalt zu verdienen; daß Ihre der Partie nach den Borner Bergen 3,80. Gera( Reuß) 50,- und dem Urheber des letzten letzten großen Streits in Gesellschaft aus allen Theilen der Vereinigten Staaten neue Leute Sartha, von aufgelöften Vereinen C. G. 50,-. Hannover 500,- Amerika: dem goldhungrigen Menschenschinder Pullman. angeworben hat, um mit denselben die Stellen der früheren ArHamburg, 1. Kr. 1000,-. Hamburg, Ueberschuß der Maifeier Der Briefwechsel ist so charakteristisch und so bedeutungs- und waren Ihre Angestellte. Einige derfelben haben Jahre lang. beiter zu besetzen. Nun, diese Leute wohnen in Ihrer Stadt 1040,40. Hamburg, von dem Personal der Tabafarbeiter- Genoffen- voll, läßt die Persönlichkeit der beiden Parteien so scharf für Ihre Firma gearbeitet. Sie müssen fleißige und ehrbare, schaft 3.-.- N. und Schäferstraße 100,-. Hamburg, stiller Be- fich abzeichnen, bringt den rücksichts- und herzlosen Vertreter charafterfeste Leute sein, sonst würden Sie sie nicht so lange in obachter 10,- Ilmenau, Ueberschuß einer Versammlung 15,-. Rönigsberg, R. M. 10,-. Kupferdreh, in der Einsamkeit stets des modernen Kapitalismus in so grellen Kontrast zu dem Ihren Diensten behalten haben. Viele derselben haben thatsächlich fampfbereit 5,50, Luckenwalde, rothe Hochzeit, durch W. S. 1,50. vorblickenden Vertreter einer humanen Staats- und Gesell- ihre ganze Lebenstraft Ihnen hingegeben. Sie streiften, wie sie be" Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Von C. Spindler. " In der Quittung vom 9. Auguft Nr. 188 des Vorwärts" muß es heißen 10 Kontobucharbeiter von A. Zumpe, nicht Bunge. Berlin, den 8. September 1894. Für den Parteivorstand A. Gerisch, Razbachstraße 9, 1 Treppe. Altgeld und Pullman. Ein Briefwechsel. die verhungernden Bürger Pullman's. Im Auftrag: T. E. Pollus, 2. J. Newell, Theodore Rohde. Der erste Brief Altgeld's an Pullman lautete: Willhild vermochte nur, stumm den Kopf zu neigen, Schleier liegt. Berlaßt Euch indessen daranf: Guern und brach in lautes Weinen aus. Wallrade winkte eben- Gatten sollt Ihr sehen. Vielleicht schon morgen, vielleicht falls bekräftigend, und faltete die Hände, wie um Ver- noch heute Abend. Bleibt aber ruhig jetzt, und geht auf gebung für die reuevolle Pflegerin zu bitten. Das hat Eure Zelle mit Eurem Kinde. Jhr sollt wohl gehalten lange auf meiner Brust gelastet," begann Dagobert; und sein; denn ich will mein Unrecht gut machen; betet aber 135 ich konnte mich nicht überwinden, es zu entdecken, aber dafür ein Vaterunser und ein Stoßgebet für diese im das Unglück schenkt dem Menschen nichts. Faßt Euch Todeskample Leidende!"- Dagobert glaubte, indem er daher, gute Mutter, und setzt Eure Zuversicht auf Gott, wie einen Blick auf der Schwester Antlig warf, daß sie schon Ihr auf diese arme Frau feinen Groll werft, sondern die verschieden sei, doch Margarethen's Ohr hörte das fast unLiebe des Gerechten, das Mitleid Eurer Seele." Dann merkbare Athmen ihrer wunden Brust, und winkte allen, sterbe ich leichter," sprach Wallrade, die wieder zu Kräften stille zu sein. Dieser Schlummer, der die Arme befallen, Das seltene freundliche Spätherb ftwetter bewog die Pfleger, gekommen war: ruhiger, unter Verzeihenden eine Ver- schien derjenige, der oft dem allerletzten Schlummer, in den ihnen anvertrauten Sohn nicht in der Hütte einzu gebende, denn ich nehme alle Schuld von meinem Mörder, welchem der Odem erlischt, vorausgeht. Ratharina entfernte sperren, wie sie sonst wohl gethan, wenn sein überhand- dem unglücklichen von der Rhön." sich mit ihrer kleinen Agnes, um in der Hoffnung des nehmendes Gebreste es verhinderte, ihn mit aufs Feld zu Bon der Rhön?" fragte Katharina aus ihrem zärt Wiedersehens zu schwelgen, Walburg betete bei dem Lager nehmen. Sie ließen dem Buben Wies' und Gärtlein frei, lichen Kosen mit dem Kinde aufschreckend: Was ist mit der Freundin. Dagobert saß neben ihr, wie ein treuer und da sie von der einsamen Wohnung gingen, hatte sich ihm? Wallrade, ich beschwöre Euch bei der Barmherzigkeit Wächter. Margarethe, nachdem sie eine kleine Weile das franke Kind in den Sonnenschein auf eine kleine Gottes,... bei Eurem Seelenheil,... wo ist der, dessen überlegte, flüsterte zu Dagobert: Bleibt Ihr, mein guter Bank gelagert, die am Gehege stand, und war eingeschlum- Namen Ihr nanntet? Auch dieses lallende Kind nannte Sohn; ich kann sie nicht verscheiden sehen. Ich gehe, meine mert vor Schwäche. Die Leute blieben stehen vor dem ihn... was soll ich glauben, was werde ich hören? längst verfäumte Pflicht zu erfüllen, und vor Diether's Knaben, und ihnen war, als sollten sie nicht von dannen Redet,.. nur ein Wort, mein Fräulein, wo ist mein Augen die Wahrheit zu enthüllen. Weh mir, daß meine gehen, und das Herz wurde ihnen weich beim Anblick des Gatte, was geschah mit ihm?" Wallrade schlug die Schwäche, mein Wankelmuth bis jetzt das Geständniß vers abgemagerten Gesichts und Körperleins. Sie trauten sich Augen gen Himmel, blickte dann fragend nach der Abtissin, zögerte: bis jetzt, wo es ein entsetzliches Verhängniß aus jedoch nicht, den Kleinen zu wecken, breiteten noch ein im Begriff zu reden. Walburg raunte jedoch befehlend in meinem Busen reißt. Indessen einmal besser als nie. Tüchlein über sein Antlig und begaben sich hinweg. Da sie das Dhr der Verwundeten:" Schweigt,... laßt mich Komm, Willhild, komm, von diesem Sterbelager müssen aber wieder zurückkehrten, war der Bube nicht mehr da, der Schwerbedrängten antworten, damit die Kunde von der wir rein gehen, und nur zu den Füßen meines Herrn ist und nicht in Haus und Hof, nicht auf Wies' und Feld zu Wahrheit sie nicht tödte in unsrer Mitte. Euer Gatte jetzt unsre Stelle".- ,, Gott segne Euren Weg!" erwiderte finden, und bis auf den heutigen Tag nirgends eine Spur lebt"; sprach sie hierauf zu der gespannten Zuhörerin: Dagobert mit frendeleuchtenden Augen:„ Es wird hell in von ihm anzutreffen gewesen." Dagobert schwieg, und Noch mehr; Jhr werdet ihn sehen; macht Euch gefaßt, unserm Hause werden, und nur zu beklagen ist's, daß hier der Schmerz der Mutter nahm nun das Wort: Dwie ihn nicht im Schoße des Glücks zu finden..." Des Nacht werden muß, damit es dort tage. Geht mit Zuerneuert diese Erzählung blutende Wunden!" klagte fie: Glücks?" fragte Katharina rasch entgegen. Hochwürdige versicht und Muth; ich fürchte, ich werde auch bald folgen " Wie doppelt fühle ich jetzt den Gram um meinen Einzig- Frau... wie fonnte Bilger glücklich sein ohne die, die können." Er warf einen besorgten Blick auf die schwergeborenen! Bis jetzt glaubte ich ihn in kühler Erde versenkt, ihn lieben? Ach, möchte er in Armuth und Dürftigkeit athmende Schwefter. Margarethe zerdrückte eine Thräne im geweihten, christlichen Grabe, und jetzt erst muß ich darniederliegen... mein Anblick, der Anblick seines Kindes im Auge, und schlug ein großes Kreuz über die Leidende. fürchten, daß ihn ein wildes Thier hinweggetragen, das wird ihm willkommen sein. Ich will ihn pflegen, ich will Willhild, die sich mit einem Seufzer von der Erde erhob, herabgefommen ist von des Heyureichs waldigem Rücken.*) sein Leben erleichtern. Gott! alles will ich thun, alles besprengte Wallradens Lager mit einigen Tropfen Weih Seine Gebeine sind ein Spiel der Bögel geworden, und leiden, Hunger und Bein mit ihm leiden, wenn ich ihn nur wasser, und wankte der schnell davonschreitenden Altdüngen den Boden des Forstes! Willhild! Willhild! Was sehen, in seiner Nähe sein kann; denn so wie ich liebt ihn bürgerin nach. So still ihr Gang durch die Straßen war, hast Du auf dem Gewissen, Unglückliche? Und ist alles teine andere, so hat ihn jene sicher nicht geliebt, der er so still war ihr Empfang zu Hause. Herr Diether bemerkte wahr, was ich vernommen?" gehuldigt, bevor er mir die Treue gelobte." Wallrade kaum, in sein Leid versunken, die Eintretenden. Gleichzuckte schmerzhaft zusammen. Walburg versette: Ueber giltig sah er auf Willhilds bebende Gestalt, aber mit er*) Heynreich ein mittelalterlicher Name des Taunus- die Bergangenheit, gute Frau, laßt uns einen Schleier zwungener Ruhe fragte er Margarethen:" Ihr kommt von werfen, und uns freuen, daß auch die Zukunft hinter einem ihr? Sie ist hinüber?"- Die Gattin schüttelte den Kopf, gebirges. " = 3 Altgeld fi haupten, lediglich aus dem Grunde, weil ihnen, nachdem sie Jahre fo werden Sie sich in derselben Lage befinden, als wenn Sie die Pref. Bull. Pal. Car Co. Mein Herr: Ich bin im Besitz Ihrer lang die schwerste Arbeit verrichtet, die Löhne so weit beschnitten Fabrik geschloffen hätten. Dies würde diejenigen, welche Be Antwort auf mein Schreiben von heute Morgen. Ich ersehe aus wurden, daß ihre Kinder hungern mußten. Selbst gefeht den schäftigung haben, in den Stand sehen, ihre dringendsten Be: derselben, daß Ihre Gesellschaft sich weigert, Fall, daß sie thöricht handelten und im Unrecht waren, so dürfnisse zu befriedigen. Können Sie ferner nicht allen Leuten irgend etwas zur Linderung der Noth in hatten sie Ihnen doch lange und zur zufrieden Arbeit geben, so laffen Sie dieselben abwechselnd halbe Zeit Pullman zu thun. Allerdings hat Herr Wickes mir das Anheit gedient, und Sie können nicht umhin, arbeiten, so daß alle wenigstens etwas zum Essen für ihre erbieten gemacht, mich nach Pullman zu begleiten und dort umherihnen wenigstens einiges Interesse auzuwen Familien beschaffen können. Dies wird die ganze Lage fofort zuführen. den. Die Leute stehen mit Ihnen nicht auf derselben gefell beffern und dann allmälig denjenigen, die anderswo sich Arbeit Ich bemerkte ihm, daß ich nichts dagegen einzuwenden hätte, schaftlichen Stufe, so daß Sie über Manches hinwegsehen dürfen. zu suchen wünschen und bei Ihnen feine Beschäftigung finden daß er dorthin ginge, daß ich es aber bezweifelte, ob es weise für Der Staat Illinois hat nicht das geringste Verlangen, sich in die können, dazu verhelfen. Auf diese Weise könnten einigermaßen mich sei, mich von jemand beeinflussen zu lassen. Ich traf indeß Geschäftsangelegenheiten Ihrer Gesellschaft einzumischen, er fann normale Zustände in Pullman noch vor dem Beginn des zwei Ihrer Vertreter, tüchtige Leute, welche mich überall umher jedoch nicht dulden, daß die Bewohnerschaft eines ganzen, inner- Winters wieder hergestellt werden und Sie würden feine größere führten. Ich legte großes Gewicht darauf, daß sie überall dabei halb seiner Grenzen liegenden Ortes dem Hungertode anheim- Einbuße erleiden, als der Fall gewesen wäre, wenn Sie vor waren. Ich sprach auch in Ihrer Office vor und erfuhr fällt. Die städtische Armenverwaltung, die um Hilfe.angegangen einem Jahre Ihre Werke geschlossen hätten. Ich werde mich bort alles, was sie mir mittheilen fonnten, so daß Ihre Gesellschaft wurde, kann nur in beschränktem Maße dem Mothstand steuern. mehrere Stunden im Unity Block aufhalten und mit Freuden doch vertreten und gehört war, und niemand bezweifelte Auch ich kann im gegenwärtigen Augenblicke nicht viel thun, so daß ich, Ihren Besuch entgegennehmen, wenn Sie es der Mühe werth dort die in Pullman herrschende Nothlage. wenn von anderer Seite keine Hilfe kommt, entweder eine halten, zu kommen. Achtungsvoll Wenn Sie herumgehen wollen, wie ich es gethan habe, in die Extrafikung der Legislatur, um Hilfsgelder zu bewilligen, einJohn P. Altgeld." Häuser dieser Leute gehen, ihnen ins Gesicht sehen und mit ihnen berufen, oder an die menschlich fühlenden und empfindenden Be- Bullman erhielt diesen Brief in seiner Office und ertheilte fprechen, so werden Sie sich überzeugen fönnen, daß feiner von wohner des Staates einen Aufruf erlassen muß, damit sie Ihren folgende Antwort: ihnen vor einigen Wochen 1300 Dollars oder irgend eine andere früheren Angestellten Brot geben. Ich bin der Ansicht, daß Sie" Die Bullman Palace Car Company, Office des Präsidenten, Geldsumme im Besitz hatte. vorziehen würden, selbst zur Linderung der Nothlage beizutragen, Chicago, Ill., August 21., 1894. Ich kann mich mit Ihnen in feine Diskussion über die Frage um so mehr, als die Beschüßung Ihres Eigenthums Mein Herr! Ich beehre mich, den Empfang Ihres von einlassen, wen bei den Streitigkeiten zwischen Ihnen und Ihren dem Staat erst fürzlich über 50 000 Dollars geheute datirten Briefes zu bestätigen, in welchem Sie die Ein- früheren Angestellten die Schuld trifft. Meines Amtes ist es nicht, kostet und der Staat sowohl wie das Publikum brücke Ihres gestrigen Besuches in der Stadt Pullman wieder- die moralische Verantwortung in diesem Falle zu fixiren. 6000 Leute enorme Verluste aus Anlaß der Streit Ungeben. Als Erwiderung auf die in Ihrem Telegramm vom leiden Noth aus Mangel an Lebensmitteln es sind Ihre früheren ruben erlitten haben, die ein Ausfluß Ihrer 19. b. M. enthaltene Einladung ließ ich Herrn Wickes, einen Angestellten vier Fünftel derselben sind Frauen und Kinder-, Differenzen mit Ihren Arbeitern waren. Ich Vicepräsidenten dieser Gesellschaft, Sie aufsuchen und Ihnen jeden und einige derselben haben mehr als zwölf Jahre für Sie ge werde heute Abend nach Chicago reisen, um, bevor ich weitere Beistand in seiner Befugniß für Ihre geplante persönliche Unter- arbeitet. Ich sehe voraus, daß, selbst wenn die Leute im Unrecht Schritte thue, die Sachlage persönlich zu untersuchen. Morgen fuchung anbieten. Herr Wickes erbot sich, Sie zu diesem Zwecke waren und unrecht handelten, es nicht Ihr Wille sein würde, sie Vormittag um 10 Uhr werde ich in meinem Bureau im Unity- nach Bullman zu begleiten, und ich bedauere, daß Sie offenbar umkommen zu sehen. Ich ging weiterhin von der Annahme aus, Gebäude sein, und es würde mich freuen, von Ihnen zu hören, nicht in Erwägung zogen, daß er Ihnen von Nutzen sein könne. daß Sie schon aus dem Grunde, weil der Staat sich eben erst, falls Sie mich einer Antwort würdigen. John P. Altgeld." Um mur an einem Beispiel zu beweisen, wie wichtig für erfolg- um Ihr Eigenthum zu beschützen, große Ausgaben aufgebürdet Die Aufforderung Altgeld's an Pullman, ihn aufzusuchen, reiche Ermittelungen die Renntniß lokaler Verhältnisse ist, führe hat, nicht wünschen würden, daß die Bürgerschaft die Kosten, ift nicht beachtet worden. Die einzige Antwort auf seine ich nur an, daß ich allen Grund habe, zu glauben, daß der ohne welche die Linderung der Noth in Ihrem Orte nicht denkEinladung war ein fühler, argumentirender Brief, in welchem Mann einer Frau, welche, wie die Zeitungen berichten, Ihnen bar ist, ebenfalls allein übernehme. der oberste aller Prozen leugnete, daß in Pullman sehr große gestern mitgetheilt hat, daß ihre Familie sich in Noth befinde, Da Sie sich weigern, etwas zur Unter= Noth herrsche und daß es keinen Nuzen haben werde, wenn er mehr als 1300 Dollars feiner Ersparnisse von einer Bank am stüzung der Mothleidenden zu thun, so febe mit dem Gouverneur zusammenkomme. Von der frühen Morgen- 2. Juli d. J. erhob, um, wie er sagte, Grundstücke zu kaufen. ich mich genöthigt, an die Milsthätigkeit der stunde an arbeitete der Gouverneur an seinem Schreibtisch und Während es den Beamten der Gesellschaft von teiner be- Bewohner des Staates Jllinois zu appelliren war bereit, Bullman zu irgend einer Zeit zu empfangen. Er theiligten Person nahegelegt worden, daß in Pullman solche Achtungsvoll aber tam nicht. Gouverneur Altgeld richtete dann an Pullman Nothlage herrscht, wie es zum ersten Male durch das John P. Altgeld." folgenden Brief: außerordentliche Mittel eines veröffentlichten Telegrammes Da Bullman, wie alle seines Gleichen keinen Noth Cicago, J., 21. Auguft. Ihnen, in Ihrer offiziellen Eigenschaft, mitgetheilt ist, zweifle ich George M. Pullman, nicht daran, daß sich manche Angestellte in Noth befinden, weil stand fieht", so sah Altgeld sich gezwungen, folgenden AufPräsident der Pullman Palace Car Company, Chicago. fie fich 24 Monate lang geweigert haben, Lohnfäße zu einem ruf zu erlassen: Mein Herr! Ich habe gestern die Zustände in Pullman höheren Betrage als 300 000 Doll., welche ihnen angeboten An das Volk von Illinois und besonders an die Bürger. persönlich untersucht und sogar die Küchen und Schlafzimmer waren, anzunehmen, und daß solche Fälle vermehrt und doppelt der Stadt Chicago! mancher Leute in Augenschein genommen. Zwei Vertreter Ihrer hart gemacht sind durch die hartnäckige Weigerung von mehr In und um Pullman herrscht wegen Mangels an Nahrung Gesellschaft begleiteten mich, und wir fanden die Noth als 650 unserer Angestellten, von welchen 250 in Pullman großes Elend. Mehr als 1000 Familien, weldje etwa 6000 Pers ebenso groß, wie sie dargestellt war. Die wohnen, sich wieder um ihre alten Pläge zu bewerben, nachdem fonen umfassen, sind völlig mittellos, beinahe vier Fünftel von Männer sind hungrig, Frauen und Kinder be der Streit faktisch zu Ende war und sie am 18. Juli öffentlich diesen sind Frauen und Kinder. Die Männer haben sich um finden sich in einem thatsächlich leidenden 3u aufgefordert wurden, ihre Arbeit wieder aufzunehmen, bis durch Arbeit beworben, aber keine finden können. Ich habe die Anstande. Sie haben seit Monaten von der Mildthätigkeit gelebt, allmäliges Eintreffen neuer Leute während des ganzen gelegenheit persönlich untersucht und erfahre von den Beamten deren Mittel jetzt erschöpft sind. Leute, die mehr als Monats ihre Stellen besetzt find und die ganze der Pullman- Gesellschaft, daß sie vor dem Streit 3360 Namen zehn Jahre für Ihre Gesellschaft gearbeitet Fabrit mit voller Arbeiterschaft imBetrieb ist. Außer- auf der Zahlliste hatte; gestern hatte sie 2220 Leute an der Arhaben, saben sich, nachdem die Arbeit aufhörte, bem herrscht ohne Zweifel tein Mothstand beit, von welchen 600 neu Angestellte waren, fo genöthigt, die Unterstügungsgesellschaft um unter den alten, in Pullman wohnenden Angestellten, von welchen daß sie jetzt nur etwa 1600 ihrer alten Angestellten Silfe anzugehen. Von Ihrem Geschäftsführer erfahre eine Menge fich fortgefeßt geweigert haben, sich überhaupt um beschäftigt und etwa 1660 nicht wieder angestellt sind. ich, daß im vergangenen Frühjahr 3260 Leute auf Arbeit zu bewerben, indem viele von ihnen, wie es heißt, sich noch Ginige Hundert von diesen find fortgezogen, während die Zurückder Zahlliste standen, gestern waren 2250 Mann an als am Streit befindlich betrachten. gebliebenen außer stande sind, fortzugehen, und nichts zu essen der Arbeit; doch sind über 600 derselben neu an Ich erwähne diese Dinge nur, damit die Verantwortlichkeit haben. gestellt worden, so daß nur etwa 1600 Ihrer früheren An- für den in Pullman herrschenden Zustand, welcher Art derselbe gestellten wieder angenommen und über 1600 nicht wieder an- auch immer sei, richtig gestellt wird. Die Situation ist übrigens gestellt worden sind. Ein paar Hundert haben die Stadt ver- eine solche, daß man sich mit ihr ohne Rücksicht auf Das, was laffen. Die übrigen haben fast alle um Arbeit nachgesucht, jedoch sie geschaffen hat, befassen muß, und ich werde ihr alle Aufden Bescheid erhalten, daß man ihrer Dienste nicht bedarf. Die merksamkeit schenken, welche die Pullman- Gesellschaft ihr schuldig selben sind aller Mittel entblößt. Da auch dem Unterstützungs- ist. Ich bin indessen nicht, wie Sie anzunehmen scheinen, der fomitee, das am Sonnabend an jede Familie 2 Pfund Hafer- Ansicht, daß jene Angestellten, welche ihre Arbeit wieder auf grüße und 2 Pfund Maismehl vertheilte, die Mittel ausgegangen genominen haben. nur ihre dringendfien Lebensbedürfnisse find, so muß unverzüglich etwas geschehen. Die Lage ist mit befriedigen tönnen, und was Diejenigen, welche nicht Durchschnittlich find diese Angestellten Arbeiter ber besten anderswo vorkommenden Fällen vollständiger Mittellosigkeit nicht an der Arbeit sind, betrifft, so wage ich zu behaupten, daß die zu vergleichen; denn meist ist irgend jemand in der Nachbarschaft Verzichtleistung auf ihre Miethbeträge nicht eine Frage ist, zum Beisteuern von Unterstügungsgaben im stande. Das ist jedoch in welche bei der gegenwärtigen Lage im Vordergrund steht, falls Pullman nicht der Fall. Selbst diejenigen, die zur Arbeit ihre Nothlage eine derartige ist, wie Sie diefelbe darstellen. Die zurückgekehrt sind, befinden sich in solchen Verhältnissen, daß sie Gesellschaft wird auch weiter sich bemühen, Arbeit zu schaffen, trotz allem guten Willen ihren Nachbarn nicht helfen können. Ich um so viele Arbeiter wie möglich zu beschäftigen und auf diese wiederhole hiermit, daß nach meiner Ueberzeugung Ihre Ge- Weise die Situation thunlichst erträglicher zu machen. Ihr sellschaft nicht zugeben darf, daß ich einen Appell an die Mild- Vorschlag, daß die Arbeit so eingetheilt werde, daß eine hin thätigkeit und Menschenliebe der Bewohner des Staates richte, reichende Anzahl unserer zeitigen Angestellten auf halbe Zeit um das Leben Ihrer alten Angestellten zu fristen. Vier Fünftel gefegt werde, um wenigstens Allen volle Arbeit zu geben, ward der Nothleidenden sind Frauen und Kinder. Was immer die im letzten Winter praktisch durchgeführt. Das Resultat war, daß Nothlage verursacht haben mag, fie muß abgestellt werden. Er- die Roh- Einnahmen vieler Angestellten in Winter so lauben Sie mir, Ihnen einen Borschlag zu unterbreiten: Wenn gering waren, daß irrthümliche Ansichten mit Rücksicht auf die Sie im letzten Herbste, als nach Ihrer Behauptung das Geschäft Höhe unferer Lohnfäße erregt werden fonnten. Der Grundsatz schlecht ging, Ihre Werke geschlossen hätten, so hätten Sie nicht der Gesellschaft ist jetzt der, nur die Leute zu beschäftigen, denen darauf rechnen können, von ihren Miethern einen Miethszins sie bei voller Zeit Arbeit liefern kann. zu erheben. Während nun ein Dollar für die armen Leute ein Ganz ergebenst ansehnlicher Betrag ist, macht die gesammte, jett fällige Miethfumme für Sie nur verhältnißmäßig wenig aus. Wenn Sie das her auf die Zahlung der Miethe bis zum 1. Oktober verzichten, George M. Pullman, Präsident. Darauf antwortete Altgeld sofort folgendermaßen: Chicago, Aug. 21., 1894. George M. Pullman, Esq., " Wie ich erfahren habe, hat sich unmittelbar nach dem Beginn des Streits ein Hilfskomitee zur Unterstüßung der Bedürftigen gebildet, und aus den Büchern dieses Romitees geht hervor, daß 2463 Gesuche um Unterstügung seitens der Pullman'schen Angestellten, meistens Familienvatern, bei ihm eingelaufen find. Thatsächlich sind beinahe alle Angestellten, mit Ausnahme der wenigen Hundert, welche verzogen sind, durch mildthätige Gaben drei Monate lang unterstüßt worden. Klaffe, fleißig, fähig und ausdauernd, und einige von ihnen standen länger als 10 Jahre in Diensten der Pullman- Gesellschaft. Diejenigen, welche Arbeit erhalten haben, tönnen sich Nahrung verschaffen, befinden sich aber selbst noch in so ärmlichen Berhältnissen, daß ihnen selbst beim besten Willen eine Unters ftübung ihrer arbeitslosen Nachbarn unmöglich ist. Auch die Unterstützungsgesellschaft ist außer Stande, mehr Lebensmittel zur Vertheilung an die Familien au beschaffen. Am vergangenen Sonnabend theilte dieselbe zwei Pfund Safergrüße und zwei Pfund Maismehl an jede Familie aus und mußte, da der Vorrath ausgegangen war, das Unterstützungswert einstellen, wodurch die Leute in eine absolut hilflose Lage gebracht sind. Die County- Kommissäre von Cook County haben als Armenverwalter etwas Unterstützung gebracht, fönnen aber wegen mangelnder Appropriation nur für kurze Zeit Hilfe geben. Es ist jetzt nicht angebracht, die Ursache dieses Elends zu unterfuchen. Die guten Bürger dieses Staates tönnen nicht zus sehen, wie Frauen und Kinder zu Hunderten vor Hunger um tommen. Ich richte beshalb an alle von Menschlichkeit und WohlZum fünfzigjährigen Jubiläum des Zoologischen Gartens. b. 8. Sept. 94. dem und sagte, mit geheimer Angst, wie sie denn wohl das harte ſtrengsten Strafe überliefern ihre Mithelferin; aber ein Bekenntniß einleiten möchte: Sie lebt noch, mein werther Augenblick gestaltete sein Inneres anders. Margarethe, in Herr, und sie hoffte, Euch an ihrem Bette zu sehen, als ihrer Steue schöner noch, als an dem Tage, da sie in Diethers ein versöhnter Bater."-Berreißt mir ihr Tod nicht das Hause einzog, eine siegreiche Braut, sah auf zu ihm Serz?" fragte Diether mit ausbrechender heftiger Wehnuth: aus der Vernichtung, in welcher sie vor ihm lag. Alle Am 1. August fonnte der Berliner Zoologische Garten auf Jst sie denn nicht meine Tochter? Ich bin kein Thier des Engel des Erbarmens schienen um sie her im Kreise auf die ersten fünfzig Jahre seines Bestehens zurückblicken, und heut Waldes, das sich die Gebeine seiner Jungen selbst zur Nah- den Knieen zu liegen vor dem Zürnenden Greise, ihre Hände wird von den berufsmäßigen Festessern durch ein Galadiner und rung wählt; ich bin ein Mensch, ein alter Mann von gegen ihn zu falten, und seiner stürmischen Seele Friede die Enthüllung eines dem verstorbenen Direktor Bodinus gewid rauhen Sitten, aber meine Brust ist nicht fühllos. zuzufächeln mit ihren bunten und goldnen Schwingen. Der meten Denkmal die Bedeutung des Zoologischen Gartens für das Bei meinem scheidenden Kinde zu verweilen, wäre mir eine Bauber, der über des Kindes wie über des Alten veränder- Volt" in das richtige Licht gestellt werden. Wir wissen zu genau, wie es heilige Pflicht, könnte ich mit ganz reinen, ungemischten lich Gemüth eine strenge Herrschaft übt, wirkte auch hier. bei solchen Feierlichkeiten zugeht, als das wir danach Verlangen Gefühlen die Tochter wiedersehen. Aber, mit dem Mit Gegen die entwaffnete Buße hatte er nur Rührung zu Kultusministers oder irgend eines Geheimrathes wird zunächst trügen, selbst daran theilzunehmen. Unter der Assistenz des leid würde der Groll kämpfen, mit der Versöhnung der stellen, wiederkehrende Liebe, und all diese Gefühle wurden die Bedeutung der Hohenzollern für den Zoologischen Garten Haß, mit dem Segen der Fluch, und besser ist's, ich bleibe geheiligt durch eine erhebende Ahnung der ewigen, unab- gerühmt werden, dann wird man die anwesenden Aktionäre, die weg von ihr, als daß mir in ihrem legten Stündlein änderlichen Vorsehung. So konnte es denn geschehen, daß nie fehlende Soldateska und die bei derartigen Anlässen immer wieder in ihrer Nähe beikäme, was sie gegen mich, gegen sein Grimm plöglich vernichtet dahin fiel, daß wehmüthige vertretenen Damen der„ Gesellschaft" lobpreisen, daß ihr Juteresse Freundlichkeit über seine Büge schlich, und daß die Hand, für den Zoologischen Garten es allein ermöglichte, uns verbrochen hat." Margarethe wollte in seine Rede fallen, aber Diether die vor einem Athemzuge noch die vor ihm Knieende hin- gemeinen Volke ein Bildungsinstitut allerersten Ranges zugänggab es nicht zu. Kein Wort zu ihrer Bertheidigung," wegstoßen wollte, dieselbe jego aufhob, wie ein Vater das lich zu machen, und schließlich wird man Sett trinken. sprach er heftig; verzeihen kann ich ihr, segnen will ich liebe Kind aufhebt. Steht auf, meine Ehefrau," sprach nie näher liegt, als angesichts der wilden Bestien des Zoologischen Daß der Vergleich mit der Raubthiernatur der Bourgeoisie fie aber nicht selbst ihr das Wort der Bergebung bringen, er gütig, und ficgreich im Kampfe der Leidenschaft:" Ihr Gartens, wird den Festtheilnehmern nicht einfallen, und fie aber nicht selbst die Hand auf ihr Haupt legen, aber nicht habt mir fo Bieles zu vergeben, daß ich, obgleich schmerz werden mit dem Bewußtsein, wieder etwas für die Volksbildung vergessen, daß sie es war, die alles Elend über uns ge- lich aus der Himmelshoffnung meines Alters geriffen, nicht gethan zu haben, befriedigt nach Hause fahren, wenn sie die bracht, daß sie das Kind uns gestohlen, um es dem Jammer anders thun kann. Kein Wort mehr von dem, was ge- Blage des Galadiners überstanden haben. Die Bourgeoisie kann hinzuwerfen, wie ein armes junges blindes Thier in gewesen ist." Er schüttelte Margarethen treuherzig die Hand, eben nicht aus ihrer Haut heraus und das Heucheln ist ihr den reißenden Strom!"" Herr," rief Margarethe, fie tüßte die seine schluchzend und dankbar. Hierauf hob zur zweiten Natur geworden. An die pädagogische Bedeutung seine Knie umfassend: hemmit doch Euren Groll, hemmt er auch Willhild auf, und sagte zu ihr, wenn gleich mit des Zoologischen Gartens glaubt sie selbst nicht, denn doch Euren Zorn. Wallrade hat viel verbrochen, aber un- strengerem Blicke:" Dich könnte ich fragen: Wo ist das ihr dient er nicht zur naturwissenschaftlichen Belehrung, nicht schuldig ist sie an diesem Bergehen."- Unschuldig?" Kind, das ich Dir vertraute? Aber..., ich bezwinge mich. Barten nur ein Vergnügungs Etablissement wie andere auch; sum praktischen Studium der Zoologie, für sie ist der Zoologische wiederholte Diether, und sah mit Bestürzung, wie auch Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen, und seine hervorragendste Bedeutung hat er als Heirathebureau Willhild sich heulend vor ihm niederwarf, und nun aus der Name des Herrn sei gelobt. Der arme frante, tod- für die Töchter des besseren Mittelstandes". Das gemeine Bolt, dem Munde der Frauen ein Bekenntniß zu Tage stieg, schwache Knabe wird freilich von uns nie mehr gesehen das einzige Publikum, das nach dem Zoologischen Garten kommt das sich der alte Mann nicht hätte träumen laffen. Und werden, setzte er weich hinzu: und auch seine Ueberrefte um zu lernen und zu schauen, nicht um begafft zu werden, ift ba er nach und nach heller sah in der verworrenen Ge- werden wir nicht finden. Das Haus bleibt aber darum für gewöhnlich von dem Befuche gänzlich ausgeschlossen; schichte, hörte, wie er hintergangen, und wie diese schnöde doch nicht ohne Erben, und auch der kleine Hans soll nicht nur einmal im Monat öffnet der Zoologische Garten, an den Lift der Anfang alles Unglücks seines Hauses gewesen, da unglücklich sein, um der Missethat seiner Mutter willen. empörte sich sein Gemüth; das Blut wallte siedend auf in Jeßt aber, tommt zu eben dieser Mutter Sterbebette, daß seiner Brust und in seinem Gehirn. Der gewohnte Un ich jetzo sie mit heiterem Muthe segne, und ihr aus vollem geftüm wollte hervorbrechen aus den kaum geschmiedeten Herzen das fühnende Lebewohl zurufe!" Fesseln; verstoßen wollte er die schuldige Gattin, derl ( Fortsegung folgt.) M berühmten 25- Pfennig- Sonntagen, feine Bjorten auch dem ProWesten und in dichten Massen umstehen unsere Arbeiter und letariat, und dann zieht eine ganze Völkerwanderung nach dem ihre Kinder die Käfige und Zwinger, um wißbegierig zu schauen. Daß bei dieser Gelegenheit der Zoologische Garten auch seine großen Raffentage hat, wollen wir nur beiläufig bemerken- natürlich abzulegen. 21. August 1894. John P. Altgeld, Gouverneur." An die County- Kommissäre richtete Altgeld folgenden Brief: An die achtbare Behörde der County- Kommissäre von Coot County. Meine Herren! Sie sind bereits von der großen Nothlage unterrichtet, welche in und um Pullman herrscht, und haben etwas Unterstübung gebracht. Ich habe die Sachlage in Pullman persönlich untersucht und ermittelt, daß der Mangel an Nahrungsmitteln daselbst großes Elend verursacht. Ich richte an Sie, als die Beamten, deren Pflicht es ist, in solchen Fällen einzufchreiten, die Aufforderung, alles zu thun, was in Ihrer Macht steht, um diesen Leuten sofortige Hilfe zu bringen. Achtungsvoll 21. August 1894. John P. Altgeld, Gouverneur. thätigkeitsfinn erfüllte Bürger die Aufforderung, nach ihren dem Anfangsgehalte von 900 m. wie bisher, sondern mit Studenten zum Memorandum veröffentlicht hat, unter Anklage stand. Kräften zur Unterstützung dieser Leute beizutragen. Ich bin dem von 800 M. angestellt. Mit Rücksicht auf die großen Er ist auch seinerzeit wegen Landesverraths verurtheilt worden. Der überzeugt, daß jede an Komitee in Kensington, J., gesandte Gabe gerecht vertheilt wird. das Pullman'sche Unterſtüßungs- Fahrkartenschwindeleien, die zu dem großen Schaffnerprozeß in Frage fommende Brief lautete: Mie ich erfahren habe, hat der Schahmeister dieses Komitees in Hamburg geführt hatten, wäre eine Erhöhung des Ge- Märtyrern des rumänischen Volkes eingereiht. Die Sache, für Die chauvinistische Intoleranz hat Dich unter den größten Bürgschaft gestellt, für alle erhaltenen Gelder genaue Rechenschaft haltes der Schaffner weit mehr am Blaze gewefen als die die Du leideft, Du unermüdlicher Kämpfer, ist die Sache aller Märtyrern des rumänischen Volkes eingereiht. Die Sache, für Verminderung desselben in Betrieben, die nun schon das Rumänen. Hoch die nationale Fahne! Wir sind zu jedem fünfte Jahr darauf warten, in Musterbetriebe umgestaltet Opfer bereit! zu werden. Und für solchen Phrafenschwulst werden die Leutchen wegen Die Sparsamkeitsrücksichten spielen bei der Besoldung Landesverraths angeklagt? Und für diese Heldenthat will man der unteren Eisenbahn- Beamten im preußischen Etat auch sie auch zu Märtyrern machen? Wahrlich! Die ungarische sonst eine besondere Rolle. Die überlasteten, aber für die Bourgeoisie versteht schlecht ihr Geschäft, fie gräbt sich selbst Sicherheit des Betriebes und für den Schutz zahlloser ihr Grab! Menschenleben so überaus wichtigen Weichen- und Bahn- Der Graf von Paris ist heute morgen gestorben, der wärter werden auch in ihren Bezügen gefürzt, so hatten älteste Enkel Louis Philippe's, des„ Bürgerkönigs", ist damit die Weichensteller bis jetzt ihren Anfangsgehalt von 800 M. aus dem Leben geschieden, politisch war er seit dem Niederblos ein Jahr lang, worauf sie auf 900 M. und nach je gange der schmnzigen boulangistischen Bewegung todt, als drei weiteren Jahren wieder um 100 M. bis zum Höchst Thronprätendent hatte er damals abgewirthschaftet. Durch gehalt von 1200 M. stiegen, während künftighin der ihn wurde weder das legitime Prinzip, wie durch den Anfangsgehalt von 800 M. durch drei Jahre bezogen Grafen Chambord, noch die Tradition einer ruhmreichen wird. Die Bahnwärter fangen künftighin mit blos Beit, wie durch die kleinen Napoleoniden vertreten, was er 700 M. an und steigen überaus langsam bis zu einem bieten konnte, konnte auch ein Casimir Perier der BourHöchstgehalt von-- 900 M., die Steigerung findet durch geoisie sein. Jezt, wo dieser den Orleaniden die Bahn Zulagen von 25 M. statt, die blos in dreijährigen Zwischen- ebnet, stirbt der Thronprätendent, um einem noch weniger räumen bewilligt werden. würdigen, seinem blos durch Dummejungenstreiche und Die Bureaudiätare, die die Vorstufe zu den Betriebs- Weibergeschichten bekannten Sohne den Anspruch auf den Die gestern von uns mitgetheilte und besprochene sekretären und anderen Subalternbeamten zweiter Klasse Thron Frankreichs und damit den Kampf gegen die Rede des Kaisers war ein Vertrauensvotum für bilden, hatten und haben bis zum Eintritt einer Vakanz oft republikanische Staatsform zu vererben. Der Graf von Caprivi und die Ankündigung an die Junker und Agrarier, 10-12 Jahre auf etatsmäßige Anstellung zu warten, Paris war 57 Jahre alt, in seinem zehnten Lebensjahre daß Opposition gegen den Kanzler auch Opposition gegen während aber bis zum 1. April d. J. alle Zulagen vom verlor sein Großvater den Thron, politisch ist er den Kaiser bedeute. Welche Wirkung hat nun die Rede Tage des bestandenen Examens gerechnet wurden und sie erst in der Zeit der dritten Republik etwas mehr in den auf die Parteien gehabt, denen fie galt? Der, Reichsbote" im elften Jahre ihrer Thätigkeit als Bureaudiätare einen Vordergrund getreten; im Jahre 1883 wurde er durch den machte sofort, ohne sich zu besinnen, eine demüthige Ver- Gehalt von 1950 m. erreichten, können sie jetzt blos ein Tod des Grafen von Chambord der einzige royalistische beugung; die Kreuz- Zeitung" blieb einen ganzen Tag in Höchstgehalt von 1500 M. erreichen, so daß zahlreiche Be- Thronprätendent; Sympathien besaß er in Frankreich wenig, schweigendem Troß, um sich dann ebenfalls, freilich etwas amte, die jetzt in die Gehaltsstufen von 1650, 1800 und vor allem wegen des sprichwörtlich gewordenen Geizes der fteif, zu verbeugen. Und sich verbeugt, ohne Troß zu ver- 1950 M. aufrücken müßten, bank der genialen Re- Orleaniden. Die Sympathien, die seine Ausweisung aus rathen, hat auch die Deutsche Tageszeitung", das neue organisation der preußischen Staats- Eisenbahnen keine Ge- Frankreich ihm eintrug, verscherzte er wieder durch seine Drgan des Bundes der Landwirthe. Nun man kann sich haltszulagen erhalten. Verbindung mit Boulanger. Seine literarischen Arbeiten, verbeugen und doch fortgrollen und auch fortwühlen. Die unter denen eine die englischen Gewerkschaften, eine andere Fronde war schon vorher nicht gefährlich. Sie wird nach den amerikanischen Bürgerkrieg behandelt, find werthlos. der taiserlichen Rede nicht weniger giftig sein, aber es wird Frankreich hat durch den Tod dieses Mannes nichts einige Verbeugungen mehr geben. Im Uebrigen bleibt Alles verloren, die Republik nichts gewonnen. Politische Weberlicht. beim Alten. Berlin, ben 8. September. Spaßhaft ist, wie die Kreuz- Zeitung" den kochenden Grimm über den empfangenen Fußtritt in einem Wuthschrei gegen die Umfturzparteien Luft zu machen sucht. Die faft alkoholistische Begeisterung, mit der sie den Ruf: Auf zum Kampf gegen die Parteien des Umsturzes! ausstößt, während sie sich den Körpertheil reibt, auf dem die Herren Junker einst das Wappen zu tragen pflegten- es ist ein wunderbar komisches Bild, ein Schauspiel für Götter falls sie sich um solche Kleinigkeiten bekümmern. ins vom gestrigen Abend veröffentlicht nachstehende Korres Nochmals Ungern- Sternberg. Die Vossische 8tg." spondenz: Die Zulagen der Betriebssekretäre, deren Gehalte zwischen 1500-2700. fich bewegen, erhalten die Militäranwärter event. um 8 Jahre früher als die Zivilanwärter. Künftig, hin werden die Zulagen nicht mehr vom Tage der bestandenen Beamtenprüfung, sondern vom Anstellungstage an gerechnet. Da nun die Militäranwärter schon nach 2-3jähriger Dienstzeit, die Zivilanwärter aber erst nach 8-10jähriger und oft erst nach längerer Dienstzeit zur etatsmäßigen Anstellung gelangen, so erklären sich die unseren Behauptung sozialdemokratischer Blätter, daß der Baron Brüssel, 7. September. Ich habe bisher von der Militärfta at charakterisirenden Ungleichheiten sehr leicht. von Ungern Sternberg ein russischer Spigel fei, Man plant auch die Verlängerung der Bureauzeit um eine teine Notiz genommen. Heute bringt aber auch die katholische Stunde und will damit wohl bie 1700 Beamten, die Gazette de Liège" folgende Meldung: Eine zuverlässige fünftighin erspart werden sollen, ersehen. Das ist ein Bild Person wird vor dem Rütticher Schwurgerichte aus= von den arbeiterfreundlichen Beweggründen bei der Ste- agen, daß sie selbst zu wiederholten Malen gesehen hat, daß der Baron mit dem Siegel der russischen Bota organisation der preußischen Staats- Eisenbahnen. fchaft in Paris versehene Geldbriefe empfangen hat. Als der Baron im April nach den Dynamitanschlägen Lüttich verließ, ersuchte er zwei Lütticher Einwohner, denen er Die reaktionären Plänefchmiede erhalten aus Bayern Sutturs. Die M. N. Nachr." versichern angeblich aus Halbwüchsiger Majestätsbeleidiger. Wie der eingeweihter Quelle, die Angabe der Allg. 8tg.", daß die offischen Zeitung" aus Thorn telegraphirt wird, hat die bayerische Regierung einer reichsgefeßlichen Regelung des bortige Staatsanwaltschaft gegen den Obersetunbaner Gelb schuldete, sich behufs ihrer Bezahlung an den Attaché Vereins- und Versammlungswesens aus innerpolitischen Szuolz Anklage wegen Majestätsbeleidigung der russischen Botschaft in Paris, Herrn von Gründen nicht zustimme, sei zutreffend, dagegen wäre die erhoben. Die Sache soll noch in diesem Monat vor dem Béonard, Rue de Grenelle 9, zu wenden. Beide Regierung eineswegs abgeneigt, Abänderungen dortigen Landgericht zur Verhandlung kommen. Vor einiger schrieben an den Gesandtschaftsattaché, erhielten aber feine der einschlägigen preßgefeglichen Bestimmungen Beit hieß es fogar, daß der junge Herr wegen Landes- Antwort. Sie begaben sich daher selbst nach Paris und fragten sowie des Reichs- Strafgesetzbuches, verraths angeflagt werden sollte. Davon war es aber auf der russischen Botschaft nach Herrn von Léonard. Man antwortete ihnen, daß dieser Herr nur selten na ch besondere des§ 130, der von der Anreizung wieder still geworden. der Kanzlei tomme. Weiteres Licht über diese Angelegen3u Gewaltthätigkeiten handelt, zuzustimmen, Nun ist wieder alles gerettet! heit, meint man, werden die Verhandlungen vor dem Lütticher sowie auch der Abänderung einiger Bestimmungen der Reichs- Gewerbe- Ordnung im Hinblick auf das Boykott- gänzung unserer geftrigen Notiz betreffs des angeblichen keit des„ Ungern- Sternberg" zur russischen Polizei tein Richter's Angst vor der Oeffentlichkeit. Zur Er- Schwurgericht bringen. Wir wollen nur noch bemerken, daß an der Zugehörigunwesen. Einen Anlaß, nach der einen oder anderen Ausschluffes der Deffentlichkeit bei Berathung des Erfurter Richtung hin Stellung zu nehmen, habe die bayerische Re- Programms noch einige Worte. Die Kommissionsberathung Zweifel ist. Und russische Polizei und russische Diplo gierung bis jetzt nicht erhalten. Die Speisekarte wird immer reichhaltiger. Wir werden lichkeit statt. Es war eine Kommissionsberathung, ähnlich wollen nur wünschen, daß die Lütticher Geschwornen recht unferes Programms fand nicht mit Ausschluß der Deffent- diente aber nicht blos der russischen Polizei. Und wir matie ist ein organisches Ganzes. Der falsche Baron" uns an dem Mahle den Magen nicht verderben. wie im Reichstag, lediglich zum Zweck leichterer VerständiZur Kamerunschande. In dem gegen Kanzler gung, und mit dem Recht jedes Parteigenossen scharf nach den Patronen und Goldonkeln des sauberen allerwelts- Spizels forschen. Leist schwebenden Disziplinarverfahren findet die gericht so weit der Raum reichte als Buhörer liche Verhandlung am 16. Oktober d. J. vor der kaiser- anwesend zu sein, und zwar ohne Ver= Rußlands zentralasiatische Eroberungspolitik lichen Disziplinarkammer zu Potsdam statt. pflichtung zum Geheimniß. Wenn dann auf wird durch die Entwickelung der Verkehrswege nach Mitteleine Generaldebatte verzichtet ward, so lag der Grund darin, asien kräftig gefördert. Ueber die neuesten Fortschritte auf daß der sehr gründlichen Kommissionsberathung hunderte diesem Gebiete wird aus Petersburg telegraphirt: von Berathungen in Versammlungen und eingehende Erörterungen in der Preffe vorausgegangen waren, so. daß für Niemand mehr das Bedürfniß weiterer Debatte bestand.freisinnigen Programmentwurfe nicht einverstanden. Auch der freifinnige Verein zu Jena erklärt sich mit dem Zur Reorganisation der preußischen Staats: Eisenbahnen wird uns aus dem Kreise der Eisenbahn beamten geschrieben: Nach dem auf den Reorganisationsplänen des Sparministers Thielen aufgebauten Etat der preußischen Staatseisenbahnen werden die Eisenbahnschaffner nicht mehr mit ein Grund mehr, die übrigen Sonntage dem„ besseren Publikum" su referviren. Das arme Reich. In einer Botschaft" an fein Bolk" sagt der bekannte Wahrlieb Stöcker zum Sedanstag: " Heute ist im Reich außer Juden und Juden" Ju Omst ist am Donnerstag in Anwesenheit des Rom-. munikationsministers Kriwoschein der erste Bug der vom Ural nach Omst erbauten Eisenbahn angekommen. Der Minister erklärte, baß der Personenverkehr auf der neuen Bahn unverzüglich, der Waarenverkehr wahrscheinlich am 27. Dttober eröffnet werden wird. vernement Jenisseist schreitet der Bau der zentralen Strecke der Nach einer telegraphischen Meldung aus Atschinst im Goufibirischen Eisenbahn lebhaft fort. England sieht in der Entwickelung der Eisenbahnwege nach Bentralasien mit Recht eine Steigerung der Gefahr für seinen indischen Besitz." Bon fleinen Anfängen herausgewachsen, unter der Zeitung des Direktors Bodinu 3 zu einem Institut allerersten Ranges genossen alles unzufrieden, freudelos, gemacht und von dem jeßigen Direktor Dr. Hect verständnißvoll ohne Muth und Hoffnung." weiter entwickelt, könnte der Zoologische Garten in der That in Wir afzeptiren das Zeugniß natürlich mit dem ganz hervorragendem Maße der zoologischen Belehrung der nöthigen Salzkorn. Die Moral der herrschenden Ordnung hat beBoltsmaßen dienen, wenn nicht, von höheren Erwägungen geleitet, kanntlich in Rußland, dem Ideal unserer staatsDie niederträchtigen Lügenartikel des Jour" und erhaltenden" Parteien die höchste Spitze erreicht. Von andas Vergnügungsbedürfniß des Staatsbürgers höher stände als der Bildungstrieb der Massen. Man besuche nur einmal einiger anderen Schmugblätter gleichen Kalibers in Sachen deren schönen und pikanten Dingen zu schweigen, wollen den Zoologischen Garten an einem Tage, wo das Glitepublifum der Stuttgarter Rede Liebknecht's haben in der anwir nur an die Behandlung der weiblichen Sträfunter sich ist. Nur ganz Wenige sieht man da, die sich die Mühe ständigen Presse Frankreich 3 die größte Gut- linge in der russischen Verbrecherkolonie Sach a lin geben, zu beobachten und liebevoll die Gewohnheiten der Thiere rüstung hervorgebracht. Nur die Blätter von dem niedrigen erinnern. Wie wir einem Artikel Tichekoff's in der Revue zu studiren; es muß für den gründlichen Renner des Thierlebens, Niveau der Berliner National Beitung") und diese des Revues" entnehmen, werden die weiblichen Sträflinge, Herrn Dr. Heck, manchmal ein recht deprimirendes Gefühl sein, find in Frankreich seltener als in Deutschland wenn er sieht, daß für das Stammpublikum des Gartens sich an der schamlosen Hatz betheiligt, die auch von den Kraft und Aussehen in Kategorien eingetheilt: die haben sobald eine Frachtladung dort ankommt je nach Alter, dessen Hauptzweck ganz verloren ist. Da fitzen bei rauschender bürgerlichen Zeitungen wir nennen z. B. den„ Rappel" hübschesten werden in die öffentlichen Häuser geMilitärmufit um die Kaffeetische gruppirt schnatternde als eine Infamie gebrandmarkt worden ist. Gäuse und aufgeputzte Pfauen, die sich die denkbar größte Mühe steckt, die übrigen, die nicht zu abstoßend, und arbeitsfähig geben, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenten und kleine und Erbgraf zu Dohna( Lauck) hat um eine Unter- sind, werden an Kolonisten als Halbeheweiber und große Verhältnisse anzubändeln; die schönen Parkanlagen sind redung zwischen der Staatsanwaltschaft und unserem ver- Arbeitsthiere abgegeben; und der Rest muß tagedie willkommensten Zufluchtsstätten für Liebespärchen aber die Thiertäfige werden laum eines flüchtigen Blickes gewürdigt. Wer antwortlichen Redakteur, Pößsch, nachgesucht. Dieselbe ist löhnern oder wird sonst untergebracht, wie es eben geht. vor einem Zwinger stehen bleibt, ist sicher ein naiver Frember. Wie bewilligt. Genosse Pößsch wird demnächst verantwortlich Wir sagten als Halbeheweiber das heißt, es wird ein ganz anders an den billigen Sonntagen! Da tommt noch die ganze vernommen werden. Wir danken dem Erb- und Burg- Bivile betontrakt gemacht, der aber, da in RußNaivetät der Schaulust zum Ausdruck, Rufe des Staunens und der grafen zu Dohna für die Gelegenheit, seine Handlungsweise land nur die kirchliche Ehe Giltigkeit hat, blos eine Ueberraschung fann man blos noch von dem Sonntagspublikum im Lichte der vollsten Deffentlichkeit beleuchten zu können. heuchlerische Formalität zur Verdeckung der von den vernehmen, und für die Kinder des Proletariates, die sich den Aus Ungarn wird uns geschrieben: Eine neue Auflage des Behörden eingeführten freien Liebe und ganzen Sommer hindurch auf die Wanderung nach dem Memorandumprozesses ist in Sicht. Karnidelwirthschaft" ist. An ihren Werken Achtzehn rumänische Boologischen Garten gefreut haben, geben die Sehenswürdigkeiten Lehrer, Kaufleute und Beamte, außerdem die Redaktion und der sollt Ihr sie erkennen!" eine wirkliche Quelle der Belehrung und Anregung ab. Aber der ganz ungeheure Andrang des Publikums, die ganze Fülle dient ein Brief, den sie in der Tribuna" vom 12. Sept. v. J. das Gerücht gemeldet, daß die chinesische und japanische Armee Verleger der Tribuna" find unter Anklage gestellt. Als Grund Ostasiatischer Krieg. Der Times" wird aus Shanghai an diesen billigen Sonntagen hindert das ruhige Beschauen, macht ein wirkliches Studium zur völligen Unmöglichkeit, und veröffentlicht haben. Dieser Brief war an I. Popea gerichtet, fich jetzt nur durch den wegen Hochwassers unüberschreitbaren selbst bei dem billigen Eintrittspreise von 25 Pfennigen, der der damals wegen der Replik, die er auf die Antwort der ungarischen Imjin- Fluß getrennt gegenüberstehen. merkwürdiger Weise auch ganz kleinen Kindern abgenommen wird, ist es schließlich unseren Broletarierfamilien nur höchstens französischen Regierungspreffe die Mordgeschichte apportirte, * Der Korrespondent der National- Zeitung", der der einmal im Jahre möglich, dem Zoologischen Garten einen Besuch wird von unserem Stuttgarter Partei- Organ, das sich auf das artikel muß der Paffus: eine Opposition mit dem Berichtigung. In der Note zu unserem geftrigen Leitabzustatten; damit verliert der Zoologische Garten seinen pädagogischen Werth aber auch für das große Publikum und die Beugniß von 7000 Zuhörern berufen kann, für einen Lügner König an der Spiße ist ein Unding" also lauten:„ eine erklärt. Db der Biedermann es auf sich figen lassen wird? Opposition gegen den König mit dem König an der zoologische Sammlung wird auf das Niveau der proßenhaften Apropos Hans Blum, der uns wegen der Abfertigung feiner Spiße ist ein Unding". Deforation degradirt, die sich der Parvenü unter den Groß- Boulanger- Lüge gelegentlich der letten Plauener Wahl, mit Regierung Opposition gemacht, ja konspirirt haben, ist sehr häufig Daß Könige gegen ihre eigene Städten zugelegt hat, um damit prunken und renommiren zu einem Beleidigungsgrozeß drohte, hat noch nicht geflagt vorgekommen auch in Deutschland. Er hat wohl Angst vor dem Tänzchen mit uns? Hat sich wohl überlegt, was an den Tag tommen tönnte? Tönnen. Parteinachrichten. J. A.: August Völker, SO., Reichenbergerstr. 72a. Die Provinzialblätter werden um Abdruck vorstehenden Aufrufs gebeten. Bur Parteikonferenz der Provinz Brandenburg wurde für Wer der der Genosse Heimlich aus Werder als Delegirter gewählt. In derselben Versammlung wurde der Ueberschuß des Volksfestes vom 25. August in der Höhe von 11,75 M. dem Kreis- Bertrauensmann Gerischer- Luckenwalde, der als Referent anwesend war, übergeben. Parteifonferenz. Der diesjährige Parteitag für das Herzogthum Altenburg findet am 7. Oktober in Eisenberg statt. Die vorläufig für denselben festgesetzte Tagesordnung lautet: 1. Rassenbericht; 2. Bericht der Revisoren; 3. Bericht der Bertrauensmänner über den Stand der Partei in den einzelnen Bezirken; 4. Bericht über den Stand des Partei- Organs; 5. Wahl der oder des Delegirten zum diesjährigen Parteifongreß in Frankfurt a. M.; 6. Wahl des Vertrauensmannes und dessen Stellvertreters; 7. Berathung etwaiger eingegangener Anträge. * # V Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Comis von Kreis und Bezirtstags- Wahlen statt. Der sozialdemokratischen| Herr Marien ging auf die Bedingung ein und versprach Partei werden alle Versammlungen, die sie abzuhalten beabsichtigt, uns, keinen Arbeiter bevorzugen zu wollen. Aber das Ber. Aufruf an die Parteigenossen Berlins und der Provinz Reichslanden überflüffig. Wie unser Offenburger Partei- Organ aßen die beiden ältesten Arbeiter an ihr Werkzeug. Darauf verboten ohne Begründung natürlich, denn eine solche ist in den sprechen wurde nur einen Tag gehalten. Am anderen Morgen Brandenburg. meldet, sind kurz hinter einander 3 Versammlungen unterdrückt forderte ich meine Kollegen auf, noch einmal mit Herrn Marien Parteigenoffen! Nach dem glänzenden Aufschwung unserer worden. Gine Beschwerdeschrift ist an das Ministerium ab- Rücksprache zu nehmen, aber Herr Marien trat uns gleich schroff Parteibewegung innerhalb der Provinz Brandenburg anläßlich gesandt worden. Als Kandidaten für die Bezirkstags- entgegen nnd fagte:„ Ich laffe mein Geschäft durch Euch nicht der letzten Wahlkampagne halten wir es für unsere Pflicht, Euch Wahlen hat die sozialdemokratische Partei aufgestellt: in hemmen. Wenn Ihr für diesen Preis arbeiten wollt, ist es mir zu einer Partei Konferenz nach Berlin zusammenzu Münster: Megger; in Saargemünd: Kaufmann recht, wollt Ihr nicht, dann bekomme ich von Berlin Schleifer rufen. Auf dieser Konferenz wollen wir Rechenschaft ablegen mmel; in Winzenheim: Otto Zahner; in Sulz: genug." Als wir sahen, daß mit Herrn Marien nichts anzuüber unsere agitatorische Thätigkeit im verflossenen Jahre. Oskar Wilde. Für die Kreistags- Wahlen werden für fangen sei, verließen wir das Geschäft. Wir hoffen aber, daß Weiter wollen wir mit Euch berathen, welche Mittel die ge- unsere Partei kandidiren: in Hüningen: Louis Herbie Berliner Kollegen sich hüten werden, zu kommen und dafür eignetsten sind, unsere Ideen in die noch zurügebliebenen brecht und Ludwig Meise; in Saargemünd: Sorge tragen, daß Herrn Marien's Hoffnung zu Schanden wird. Theile der Provinz zu tragen. Die Konferenz tagt Sonntag, Kaufmann Emmel, Lorenz Rickert und Martin Der Vertrauensmann der streikenden Glas den 16. September, von Vormittags 9 Uhr ab in den Baumgarten. schleifer. Oranienhallen, Drantenstr. 51, am Morigplay. Im Anschluß Der Streik der Seifer in Schlotheim i. Th. dauert fort. an diese Bekanntmachung ersuchen wir die Parteigenossen der In den großen Rath( Landtag) von Schaffhausen Auf beiden Seiten wird alles aufgeboten, um als Sieger aus Reichstags- Wahlkreise, nunmehr schleunigst Versammlungen ein- wurde der Kandidat der Arbeiterpartei, Steuereinnehmer BI um dem Kampf hervorgehen zu können. Von den Streifenden ist zuberufen und darin die Wahlen der Delegirten zur gewählt. noch kein einziger abtrünnig geworden, trotzdem die Fabrikanten Barteifonferenz vorzunehmen. Die Zahl der Delegirten jedes Einzelnen schon versprochen haben, die Forderung zu be Kreises darf drei nicht übersteigen. Die Kon ferenz wird einen Tag in Anspruch nehmen. Verurtheilung des Verbandsekretärs der franzöfifchen willigen," wenn sie aus dem Verband austreten würden. Mit Partei Grubenarbeiter. Man schreibt uns aus Paris unterm 5. Sep- Spannung sehen die Fabrikanten jedem Sonnabend entgegen, ob genoffen, die auf einen oder mehrere Tage in Berlin Logis tember: E3 hätte uns gewundert, wenn der Streit von an die Streifenden Unterstüßung ausbezahlt würde, und die nehmen wollen, werden ersucht, sich an Hermann Mattutat Graiffeffac so ganz glatt abgelaufen wäre, ohne daß die Regelmäßigkeit, mit welcher dies bis jetzt geschah, versezt sie bestimmt die Konferenz selbst; als provisorische Tagesordnung ihre Faust zeigen sollte. Das ist denn auch bereits geschehen, daß die Arbeiterschaft so thatkräftig für die Streifenden eintritt. schlagen wir vor: 1. Bericht über die Thätigkeit des Agitations- und zwar ganz in derselben Art wie beim Streit von Trignac. Bei einer eventuellen Niederlage der Streifenden fäbe es für dietomitees; 2. die fernere Gestaltung unserer Landagitation; Der Unterschied ist nur, daß es damals ein Abgeordneter, Genosse felben schlecht aus, denn ein großer Theil würde gemaßregelt 3. Anträge. Alle Anfragen und Zuſchriften, sowie die An- Coutant war, der wegen angeblicher Gendarmenbeleidigung werden und, da in Schlotheim keine andere Arbeitsgelegenheit träge sind an den Unterzeichneten zu richten. verhaftet und verurtheilt worden war, während es diesmal zu finden ist, wären sie gezwungen, den Ort zu verlassen; da Mit dem Wunsche, daß sich alle Kreise an dieser für uns man hat nicht gleich immer sozialistische Abgeordnete zur Hand die meisten aber gewissermaßen an die Scholle gebunden sind, so wichtigen Konferenz betheiligen mögen, zeichnet mit sozial- der Generalsekretär des Grubenarbeiter Verbandes, Genosse so würde dies denselben außerordentlich schwer fallen. So wie demokratischem Gruß Rondet, ist( als Delegirter vom Bergarbeiter Rongreß in die Verhältnisse aber jetzt liegen, ist an einem Sieg der Streifenden Das Agitations Romitee für die Provinz Berlin her bekannt). Hat derselbe auch erklärt, es sei ihm nicht zu zweifeln, vorausgesetzt, daß die Arbeiterschaft uns in Brandenburg. gar nicht eingefallen, die Gendarmerie zu beleidigen, daß er der bisherigen Weise unterstützt, und wir bitten daher nochmals nur die Agenten der Grubenkompagnie angriff, die ihn alle Arbeiter, uns in diesem Rampf nicht finfen zu laffen. Im überall zu verleumden gesucht hatten, der Gerichtshof von Béziers Auftrage des Verbandes der Seiler, Reepschläger und Häuser: hat ihn nichtsdestoweniger für schuldig befunden und zu acht G. Schaad. Tagen Gefängniß verurtheilt. Wie konnte auch ein Mann, der Adresse: H. Schlüter, Altona- Ottensen, Bahrenfelder Stein 1871 wegen Betheiligung an einer infurrektionellen Bewegung damm 48, 2. Gtg. zu fünf Jahren Kerker verurtheilt worden war, wie dies der GeBei dem Oldenburger Glasarbeiterstreit macht sich richtspräsident trotz der seither erfolgten Amnestie, die bekanntlich wieder recht unliebsam bemerkbar, wie sehr die Polizei gegen jede Verurtheilung auslöscht, in„ Erinnerung" brachte, unschuldig Streifende voreingenommen ist. Als dieser Tage ein Glasmacher sein? Es ist ja noch schön, daß der Gerichtshof es ihm nicht mit seiner Familie auf dem Bahnhof antam und auch als Schuld angerechnet hat, daß er Wittwer und Vater von einem Kollegen angeredet und zu einem Glas Bier einacht Kindern ist. Und was ist mit der Verurtheilung erzielt geladen wurde, schritt der Sicherheits" beamte ohne weiteres worden? Daß, als Rondet ins Gefängniß abgeführt wurde, das zur Berhaftung und führte den Attentäter gefchloffen ab. in der Straße harrende Publikum bei seiner Ansicht das Haupt Desgleichen wurden in Osternburg noch drei Glasarbeiter ge entblößte und Hoch Rondet!"" Hoch die soziale Republik!" schloffen abgeführt, als sie von der Arbeit heimkehrten. Angeblich rief. Also, nur so fort mit eurer Sozialistenverfolgung! sollen sie, als sie an der Hütte vorbeigingen, ausgespuckt und da durch ergerniß erregt haben. Daß die Gemüther bei solchen Maßnahmen schließlich ungeduldig werden, ist nicht zu verwuns Im Juli v. J. wurde in Stralsund der dortige AII- Dern, und fällt auf die Behörden die Verantwortung für etwaige gemeine Arbeiterinnenverein polizeilich geschlossen, Ausschreitungen. Sonst ist vom Streit noch zu melden, daß nachdem ein Genosse einen Vortrag über die Lage der Arbei- sieben unsichere Kantonisten den Streifenden untreu wurden. Von der Agitation. In Leipzig und den umliegenden terinnen und die Prostitution gehalten hatte. Sämmtliche Mit- während die übrigen feit geblieben sind. glieder wurden angeflagt, vom Schöffengericht jedoch freigesprochen. Der Abwehrstreik der Wiener Lederzurichter dauert Orten haben im Laufe der letzten Woche 7 Versammlungen statt- Der Gerichtshof nahm an, wenn auch ein Redner gelegentlich fort. Es sind 48 Arbeiter seit dem 26. Juni und über 400 Argefunden, in denen Frau Kähler Hamburg als Referentin die Politik berührt habe, so habe der Verein dadurch doch noch beiter seit dem 7. Auguſt ausständig. Der Streit umfaßt eine Sprach. Die Versammlungen waren alle sehr gut und zwar nicht den Zweck, politische Gegenstände in Versammlungen zu ganze Branche der Leder Industrie, da sämmtliche Fabriten namentlich von Frauen besucht. In Kreuznach sprach am erörtern. Gegen das freisprechende Urtheil wurde von der Amts- Wiens, die schwarzes Ziegenleder arbeiten, stiftehen. Mit den 25. August Genosse Hofrichter, Redakteur der" Rheinischen anwaltschaft Berufung eingelegt. Von der Straffammer in Gerbereien steht dieser Zweig in keinem Zusammenhang, weil Beitung", über:„ Die Sozialdemokratie und ihre Gegner". Sein Greifswald wurden in der Berufungsverhandlung am 25. Auguft das Biegenleder schon gegerbt von den Wiener Lederhändlern Vortrag fand großen Beifall. Am Schluß fand eine Besprechung sämmtliche Angeschuldigte mit Ausnahme der vier Vorstandsmit auf dem Weltmarkt in London gekauft, und in Wien zugerichtet über die Verbreitung der Rheinischen Zeitung" statt, in welcher glieder resp. Gründerinnen des Vereins freigesprochen; legtere wird. Die Wiener Gerbereien gerben Biegenleder überhaupt nicht. fich sämmtliche Genossen verpflichteten, energisch für dieselbe zu vier sollen 15 M. Strafe zahlen oder 3 Tage im Gefängniß figen. Wegen unregelmäßiger Lohnzahlungen haben die Aragitizen. Die Magdeburger Parteigenossen beabsichtigen, die Die Auflösung des Vereins wurde bestätigt. fizen.beiter der Bukarester Wichsefabrit, 80 an der Zahl, Boltsstimme" am 23. September in einer Auflage von 50 000 -Infolge des Antonienhütten Krawalls sollen abermals die Arbeit eingestellt. Exemplaren zu verbreiten. Eine Voltsversammlung, in der 9 Verhaftungen stattgefunden haben. Die Verhafteten sollen in Zum Glasarbeiter- Streit von Rive- de- Gier wird uns Reichstags Abgeordneter Wurm Berlin sprach, fand am das Beuthener Gerichtsgefängniß eingeliefert worden sein. aus Paris unterm 6. September gemeldet, daß es infolge eines Donnerstag in Haarburg statt. Des Redners Ausführungen friedensrichterlichen(?) Urtheils, wonach die Streifenden wurden mit großem Beifall aufgenommen. Hierauf wurden ihre zum Glashüttenwerke Richarme u. Co. gehörigen Wohnungen neun Delegirte zu der am Sonntag stattfindenden Konferenz der unverzüglich zu verlassen haben, zu Demonstrationen gekommen, Vertrauensleute des 17. Hannover'schen Wahlkreises gewählt. die mit der Verhaftung von 30 Personen endeten. Dann sage Weiter wurde noch bekannt gegeben, daß am 15. September eine Die Kulis find da. In Bremen macht sich das Unwesen man noch einmal, daß die von den Unternehmern errichteten Feier zum 25 jährigen Jubiläum der Parteifahne stattfinden soll. der Einführung von Kulis breit. Unser dortiges Bruderorgan, Arbeiterwohnungen feine wahre Wohlthat find! Unter geradezu riesigem Andrange sprach am Donnerstag Abend die Bremer Bürgerzeitung", schreibt darüber: Im Hafen der Die ordentliche Delegirten Versammlung der Reichstags- Abgeordnete Genosse Bebel in der Salvator Aktiengesellschaft Weser" befindet sich gegenwärtig der Dampferschweizerischen Grütlivereins findet am 29. und Brauerei in München über das Thema:" Die Sozialdemokratie Ehrenfels", der Dampfschifffahrtsgesellschaft Hansa gehörend, 30, September in Baden( Kanton Aargau) statt. Auf der und ihre Gegner". Schon kurz nach 7 Uhr war der Saal, aus zwecks Verlängerung des Schiffes. Auf demselben sind nicht Tagesordnung stehen folgende Punkte: Die Arbeitslosen- Verdem fämmtliche Tische entfernt waren, nebst Gallerie und Neben weniger als 22 schwarze Kulis beschäftigt. Die Antwort auf sicherung; Reorganisation des schweizerischen Arbeiterbundes; räumen dicht gefüllt, bis 8 Uhr, wo Bebel, von brausenden Hoch die Frage, warum die Gesellschaft die schwarzen Leute beschäftigt, Verstaatlichung der Eisenbahnen; Stellungnahme des Grütlirufen begrüßt, das Podium betrat, mögen gegen 4000 Personen wird sich wohl ein jeder selbst leicht geben können. Mangel an vereins zum Beutezug; Stellungnahme zu den Gewerkschaften; in dem Lokale anwesend gewesen sein. Bebel bemerkte einleitend, weißen Arbeitskräften ist durchaus nicht vorhanden, im Gegentheil, Bekämpfung des Anarchismus. Von den Sektionen find zahl= daß es 25 Jahre her sei, daß er in München gesprochen, es sind derer eine ganz beträchtliche Zahl außer Stellung. Der reiche Anträge gestellt, darunter auch der, den Passus im Statut: schilderte den damaligen Stand der Partei und den riefigen Grund liegt ganz anderswo. Fürs erie erhält so ein schwarzer auf Grundlage des Sozialdemokratie" zu streichen. Auch die Aufschwung, den diese seitdem genommen, der in der Kuli ein Monatsgehalt von 5 Dollars gleich 21 M., fage und alte Seeschlange vom Ausschluß der Ausländer aus dem Grütli Geschichte der Parteien ohne Beispiel dastehe und der selbst die schreibe einundzwanzig Mark. Und zweitens sind diese Rulis in verein, welche jetzt demselben nur als Passivmitglieder angehören Gegner zur Ueberzeugung bringen müffe, daß dies nicht blos der Beföstigung sehr billig und fast bescheidener wie manches tönnen, hat sich wieder eingestellt. Wird die Ausländerfrage das Werk„ berufsmäßiger Heyer" sein fönne, um so weniger, unserer Hausthiere. Die Hauptnahrung besteht aus gekochtem Kreis. aber zum so und so vielten Male in Baden neuerdings angeschnitten, wenn man bedente, daß die Gegner alle Staatsgewalten, die Da figen die so sehr genügsamen Leute in Gruppen um einen dann wäre sehr zu wünschen, daß die Delegirtenversammlung Presse, die Schule, die Polizei, das Militär 2c. in ihren Händen mit diesem köstlichen Brei gefüllten Topf, nehmen sich eine Hand den Beschluß faßte, allerorten auf die Erleichterung der Naturali haben und diese Gewalten anwenden, um uns entgegenzutreten, voll heraus, ballen denselben zu einem festen Klumpen und verfation der Ausländer hinzuwirken, namentlich aber in der wenn das überhaupt möglich wäre. In zweistündiger vortreff- gehren ihn fo. Daß unter solchen Verhältnissen sich die Arbeits- kantonalen und eidgenössischen Gesetzgebung. Nur diese Lösung licher Rede gab Genosse Bebel dann ein Bild über die Ent- fraft der Schwarzen bedeutend billiger stellt, als die der Weißen, der Ausländerfrage fann für alle nüßlich sein. wickelung, welche die Partei seit ihren ersten Anfängen genommen. ist jedem ersichtlich. Ein zivilisirter Mensch wird sich wohl auch 11 000 Weberei Arbeiter in New Bedford Die Versammlung nahm schließlich eine Resolution an, in welcher niemals für so eine honnete Bezahlung und eine so äußerst gute( Massachussets) befinden sich im Streit. In Fall River, einer sie sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden er Kost verdingen. Wie aber verträgt sich die Zurücksetzung der Stadt desselben Staates, haben die Fabrikanten ihre Etablisseweißen Arbeiter zu gunsten der schwarzen mit den doch gewiß ments geschlossen. Die Fabrikanten hatten behauptet, daß durch Sozialdemokratie und Cholera. Als seiner Zeit die sehr entwickelten vaterländischen Gejühlen der Eigenthümer dieser die Unsicherheit im Geschäftsleben, veranlaßt durch die BerzögeCholera in Hamburg wüthete und die Rapitalsproben ihr Dampfer 3 bleibt der Patriotismus, von dem man den rung der Entscheidung in der Tarifangelegenheit, die Verhältnisse engeres Baterland" feige im Stich ließen, waren es die Arbeitern immer so viel vorredet? Ja, wenn der Profit nicht wäre! in ihrer Induſtrie derart schlechte seien, daß die Produktion nur Kein Nothstand. Die Arbeiter Lübecks haben mitten im bei weiterer Reduzirung der Löhne weitergeführt werden könne. vielgeschmähten Sozialdemokraten, welche zurückblieben und ihr Möglichstes dazu beitrugen, die Folgen fapitalistischer Mißwirth Sommer und zwar am 19. Auguft eine Zählung der Arbeitslosen Die Dividenden betrugen im letzten Jahre in den verschiedenen schaft abzuschwächen. Das gleiche thun jetzt die hessischen Ge- vorgenommen und kamen dabei zu folgendem Resultat: Arbeits- Etablissements 6, 8, 12 und gar 162 pet. Wie die Arbeiter nossen. Unser Staffeler Bruderblatt, das„ Voltsblatt für Geffen", los innerhalb der letzten drei Monate waren 846 Personen, dar- behaupten, sind nur wenig Vorräthe vorhanden. Möglich ist, enthält einen Aufruf an die dortigen Sozialomokraten, sich nach dem unter 655 Verheirathete mit 1252 Rindern unter 14 Jahren; die daß man es da mit einem„ Trick" der Fabrikanten zu thun hat, Vorbild unserer wackeren Hamburger Genossen eifrig am Kampfe Genannten waren insgesammt 53441/2 Woche ohne Arbeit. 524 um einer Bewegung der Arbeiter für Erhöhung der Löhne vor gegen die Choleragefahr zu betheiligen und ſanitätswidrige Zu- lind noch arbeitslos und 49 haben vor den erwähnten 3 Monaten aubeugen, welche jene im Falle besseren Geschäftsganges verstände baldigst zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. 759 Wochen feiern müssen. Natürlich kann die Statistik keinen sprochen hatten. Anspruch auf Vollständigkeit machen. tlärte. 0 = Konfiszirt wurde die Nr. 206 der Schleswig- Holstein'schen Bolts- Zeitung", weil sie einen Artikel, betitelt: Die Zeugung des Menschen, gebracht hatte. Die zwei Kriminalbeamten, die im Auftrage der Staatsanwaltschaft die Zeitungen in einer Droschke abholten, hatten sich geirrt, sie hatten eine andere Nummer gegriffen. Am anderen Tage brachten sie die falschen Exemplare zurück und fanden nun allerdings nur noch 5 Stück von der gefuchten Nummer vor. " Soziale Ileberlicht. Gewerkschaftliches. B V M B Depeschen. ( Wolff's Telegravhen- Bureau.) 0 bes Die streifenden Glasschleifer der Firma Marien u. Co. Norwich, 8. September. Der Rongreß der Arbeitersyndikate senden dem„ Hamburger Echo" auf die Berichtigung" des ge- ist geschlossen worden, nachdem eine Resolution angenommen nannten Herrn eine Gegenerklärung zu, die zum Abdruck zu worden war, in welcher die Arbeiter aufgefordert werden, für bringen wir uns ebenfalls veranlaßt sehen, da es Herr Marien teinen Kandidaten zu stimmen, der nicht für die Aufhebung des für gut fand, auch uns zu berichtigen".( Siehe Nr. 208 vom Vetorechts des Oberhauses eintritt. 7. September.) Die Glasschleifer geben im„ Echo" folgende ( Depeschen- Bureau Herold.) Gegen die Sozialdemokratie so lautet ber Rampfruf Gitlärung ab:" Die in Nummer 207 Jhres Blattes veröffent Brünn, 8. September. Nach Meldungen hiesiger Blätter auf der ganzen Linie. Militär- und Turnverein wetteifern um lichte Berichtigung der Herren G. Marien u. Co., in welcher ift gegen den Schriftführer und gegen neun Mitglieder des die Palme der Servilität. Und es ist gut so; je schneller und behauptet wurde, daß wir die Arbeit nicht wegen Lohnreduktion Militär Veteranenvereins in Wsetin die Untersuchung wegen gründlicher die Scheidung der Geister sich vollzieht, desto besser. eingestellt haben, entspricht nicht den Thatsachen. Ebenfalls ist es Majestätsbeleidigung eingeleitet worden. So sind in Thurm, wie der Chemnißer Beobachter" schreibt, unwahr, wenn Herr G Marien behauptet, wir hätten nur deshalb erst fürzlich wieder 18 Mitglieder des Kriegervereins als Sozial die Arbeit eingestellt, weil die beiden ältesten Arbeiter einen demokraten denunzirt worden. Darunter waren Leute, die es Tag früher mit der Arbeit begonnen haben. Der Sachverhalt wahrlich nicht verdienten, als solche gestempelt zu werden, sie ist folgender: Am Montag, 27. August, tam Herr Marien in haben denn auch dagegen protestirt. Auch der Turnverein die Werkstatt und sagte: Leute! Ich habe jetzt viele Bestellungen fäubert seine Heerde. Mehrere Mitglieder erhielten den Bescheid, mitgebracht, aber Ihr müßt alle billiger arbeiten, thut Ihr das, daß fie entweder aus dem Arbeiterverein auszutreten hätten oder dann haben wir Arbeit auf zwei Jahre." Herr Marien sagte London, 8. September. Aus Shanghai wird gemeldet, daß aber aus dem Kriegerverein ausgestoßen werden würden. Hoffent- noch, daß er weiches Glas besorgen wolle, so daß wir trotz der unter den dortigen Europäern große Aufregung infolge des lich werden die Arbeiter alle recht bald zu der Ueberzeugung niedrigeren Preise eben so viel verdienen tönnten, als früher. immer stärker auftretenden Gerüchts von einer demnächst bevors tommen, daß sie in derartigen reaktionären Bereinen nichts zu Wir Arbeiter überlegten es uns, und da wir bereits fieben stehenden Beschießung Shanghai's durch die Japaner herrsche. Wochen keine Arbeit gehabt hatten, tamen wir zu dem Entschluß, suchen haben. New- York, 8. September. Der Kongreß der Kanadischen daß wir es eine Woche versuchen wollten. Wir stellten aber als Trade- Unionisten ist gestern eröffnet worden. An die Regierung Wie in Elsaß- Lothringen Wahlen gemacht werden. Bedingung, daß kein Arbeiter bevorzugt, und die Affordarbeiter wurden Delegirte gesandt, die den Auftrag haben, für die EinAm 15. und 16. September finden in Elsaß- Lothringen die nicht etwa als Gelegenheitsarbeiter betrachtet werden sollten. führung des gesetzlichen Achtstundentages zu wirken. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pötsch in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2 Madrid, 8. September. In gut informirten Kreisen glaubt man zu wissen, daß der Kriegsminister dem General Franz von Bourbon das Kommando einer Division der aktiven Armee ents ziehen werde, weil derselbe sich zum Kronprätendenten von Frankreich erklärt. Der Justizminister wird demselben ebenfalls verbieten, den Titel Herzog von Anjou zu führen. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 210. 3130 Sonntag, den 9. September 1894. Arbeiter! Parteigenossen! 11. Jahrg. Der brutale Willkürakt des Brauereirings harrt noch der Sühne. Den Hunderten unschuldig aufs Pflaster geworfenen Arbeitern ist noch keine Genugthuung ges worden. Arbeiter und Parteigenossen! Ohne Eure opferwillige Unterstüßung würden die Gemaßregelten der bittersten Noth verfallen und gezwungen sein, um Gnade zu betteln. Die Hochherzigkeit der Berliner Arbeiterschaft hat diese Schmach verhindert. Der erste Sturmlauf des Prozenthums scheiterte an Eurem Solidaritätsgefühl. Nicht eine Bresche vermochte der Bierring in Eure Reihen zu legen. Einig, geschlossen, tampfesmuthig und opferwillig seid Ihr fest entschlossen, den entbrannten Kampf zum siegreichen Ende zu führen. Arbeiter, Parteigenossen! Euer Wollen garantirt Euer Können! Ihr könnt, wenn Ihr wollt. Den zweiten Sturmlauf auf Euere Phalanx mußten die dem Bierring Lehensdienste leistenden Saalbesitzer unternehmen. Die Agitation sollte unterbunden, das Mundtodtmachungssystem praktizirt werden. Auf der Mine, die sie gegraben, sind die Saalbesiger aufgeflogen. Ihr Wehgeschrei tönnte Mitleid erwecken. Arbeiter, Parteigenossen! Gelbst der Himmel, auf den der Bierring seine letzte Hoffnung setzte, ist mit uns im Bunde. Die Saison kann dem Ring nicht mehr über die Verlegenheiten hinweghelfen, die mit jedem Tag des weiteren Rampfes sich thurmhoch häufen. Ausharren bedeutet für uns siegen. Unsere Position ist uneinnehmbar. Der Stand des Boykotts ist ein vorzüglicher. Wir können zuwarten, ohne entbehren zu müssen. Arbeiter, Genossen! Je konsequenter der Boykott durchgeführt wird, desto nachhaltiger seine Wirkung, desto entscheidender der Sieg. Duldet keine Ausflüchte, keine Ausreden. Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns. Soweit unser Einfluß reicht, muß das Ringbier verpönt werden. Nicht ein Tropfen darf getrunken werden. Arbeiter, Genossen! Die Bierzufuhr ist eine geregelte. Sie wird mit jedem Tag der Fortdauer des Boykotts eine bessere. Alle Ansprüche können befriedigt werden. Darum widersteht jeder Versuchung, Ringbier zu trinken. Die schwerste Arbeit ist gethan. Die Periode der Organisirung des Rampfes war die aufreibendste. Jetzt wird uns der Rampf leicht, weil wir das Terrain zum guten Theil beherrschen. Der Sieg muß nnser werden, wenn wie bisher mit gleicher Schärfe und Ausdauer der Parole gefolgt wird. Hoch der Boykott sämmtlicher Ringbrauereien! Trinkt keinen Tropfen Ringbier! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, Charlottenburg. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Attien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Ring u. Ko., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Exportbrauerei Nathenow, Niederlage bei Max Denn hardt, N.W., Hannoversche Straße 18a. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Bürgerliches Branhaus( in Firma Müller), Frank furt a. D. Phönig- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage, Edm. Reuter, Swinemünderstr. 45. Berg Brauerei, Brandenburg. Vertreter: H. Wolff, N., Dragonerstr. 31. Brauerei Wusterhausen, Vertreter: Max Fleischer, Reichenbergerstr. 155. Bürgerliches Brauhaus, Hamburg- Gilbeck, Kellerei und Niederlage, SW., Berlängerte Trebbinerstr. 7. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage G. Spiekermann, Weberstr. 66. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernad, Mühlenstraße 49a. Branerei in Storkow( in Firma A. Miethe), Vertreter: Spietermann, Weberstraße 66. Brauerei Hildebrandt, Nowawes. Vertreter: H. Hensel, Krausenstraße 18. Louisen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. Tokales. " Die Boykottkommission. gebrochen. Wer war der Betreffende? Heraus mit der Sprache,| Provinzstr. 75, Stadie, Provinzstr. 45( bei letzterem vertehr edler Eugen! noch der Männerchor"), Förster, Amendestr. 1, Borstel, Residenzstr. 24. " zu empfehlen sind den Genossen nur Gäbler, Provinzund Bürgerstr.- Ecke, Hartmann, Gesellschaftstr. 12, Weigt, Gesellschaftstr. 2, Malchin, Residenzstr. 101a, Heimer, Residenztraße, Apelt, Residensstr. 117. Bei Besuch von Schönholz ist nur das Lokal der Wittwe Bagant zu empfehlen; alle anderen Lokale sind zu meiden. Die Schantwirthe Thewald, Barutherstraße 15, und Schlüter, Gneisenaustraße 80, schänken boykottfreies Bier. Dieselben sind in die Liste wieder aufzunehmen. Der Gastwirth C. Schulz( Zur Lohmühle), Hermannstr. 42, Rixdorf, schänkt Bier aus der Vereinsbrauerei. Der Wirth vom„ Ryffhäuser", Louisenstr. 39, verzapft, unter der Marke Würzburger Bellbräu, Schultheiß- Bier. Diese Mittheilung wollen namentlich die Mitglieder der Freien Volksbühne beachten. Die Lokalkommission Reinickendorf's. In Adlershof schänkt Restaurateur Lawrenz, Bismarckftraße 27, boykottfreies Bier. wir nachstehenden Bericht über eine am legten Freitag stattBum Saalboykott. In einer Rethe hiesiger Blätter finden gehabte Versammlung des Vereins Berliner Gastwirthe". Der Vorsitzende der Saalkommission, Hubertus Jacobi, machte die Mittheilung, daß er durch die Vermittelung eines Herrn eine vertrauliche Besprechung mit mehreren Herren von der Boykottpartei gehabt. Die Besprechung galt der möglichst schnellen Aufhebung des Bierboykotts. Es wurde dabe Darauf hingewiesen, daß durch den Boykott doch auch eine große Anzahl fleiner Schanfwirthe geschädigt würden und daß die Saalbesitzer doch mehr deren Interessen als die der Brauereien wahrzunehmen hätten. Er habe entgegnet, daß die Saalbesitzer niemals daran gedacht haben, um der Brauereien willen ihre Säle zu verweigern und sich in deren Streit mit den Brauerei Arbeitern zu mischen. Das sei eine Behauptung des Vorwärts" die ihn völlig falt laffen könne, wie ihn auch das fortwährende Geschimpfe des Vorwärts" auf die„ Saalverweigerer" stets falt gelaffen, zuweilen nur zur Heiterkeit Veranlassung gegeben habe. Die Saalbesitzer hätten um ihrer selbst willen den Sozialdemokraten ihre Säle verweigert, weil die Forderungen, welche die Arbeiter an die Saalbefizer stellten, nachgerad unverschämt und unerfüllbar geworden sind. Er habe dann, nachdem die Herren wiederholt auf die Schädigung der fleinen Schankwirthe, die doch auch Kollegen der Saalbesizer Die vierzehn auf dem Bau Landwehrstraße 37 entlaffenen feien, hingewiesen hatten, bemerkt, daß an eine Aufhebung der Arbeiter laffen uns mittheilen, daß die erfolgte Maßregelung Saalverweigerung nur zu denten sei, wenn und das sei die nicht auf Betreiben des Wirths, dessen Ringbier sie verschmähten, im Interesse ihrer Gäste führen müssen, freigestellt wird, daß liche Mann heißt Kohlmez und wohnt Alexanderstraße 1. BeHauptbedingung den Wirthen die Wahl der Biere, welche sie sondern vom Baumeister aus erfolgt ist. Dieser ringbierfreunds also Ringbier neben anderen Bieren friedlich lagern und verzeichnend für die Art, wie der Baumeister die Arbeiter einschätzt, zapft werden kann. Eine weitere Bedingung sei, daß der ist, daß er für die auf die Straße gesetzten Leute nicht einmal Wirth in der Auswahl seiner Kellner unbeschränkt bleibt; oen verdienten Lohn bereit hielt; der Polier, der den Bauihm vorschreiben zu wollen, daß er die Kellner aus der Annen Straße beziehe, daran sei nicht zu denken ich bei besonderen Arbeiter Festlichkeiten die Betreffende Dasselbe gelte von dem Engagement der Musiker. Wenn ihre eigene Mufit, etwa aus dem Verein der Zivil- Berufsmusiker hängt worden. beschaffen wollen, so werde sich darüber reden lassen. Eine = Auf dem heute stattfindenden Erntefeft in der Kolonie Klein- Kleckersdorf wird, wie uns mitgetheilt wird, vermuthlich Bier aus der Vereinsbrauerei geschänkt werden. Man erkundige sich also genau. Arbeitern Feierabend zu geben hatte, mußte sich die zur Lohnzahlung erforderliche Geldsumme erst anderweitig borgen. Der Ueber den Bau ist von der Maurerorganisation die Sperre verWirth, dem der Bau gehört, heißt Schönberg, Gertraudtenstr. 26. = Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Vertreter: W. Marten, weitere Hauptbedingung sei, daß auch der stillschweigende gelieferten Biere sein, so versichern uns die Tintenfulis des Minderwerthig" sollen die von den boykottfreien Brauereien N., Gartenstr. 152. Boykott, die Verrufserklärung eines einzelnen Lokalinhabers Brauerringes immer und immer wieder. Gegenüber dieser vom von Mund zu Mund, aufhöre. Das seien die äußersten Beblassen Brotneid eingegebenen Verdächtigung möchten wir doch dingungen, unter welchen die Saalbesitzer, wie er glaube, bereit darauf hinweisen, daß unter den jetzt ringfreien Brauereien sich sein würden, ihrerseits den Boykott aufzuheben. Herr Jacobi richtete nun an den eine ganze Anzahl solcher befinden, die ursprünglich dem Ringe Verein die Frage, welcher An Einen wuthschnaubenden Artikel gegen die ringfreien offiziell von den Sozialdemokraten eine Friedensanbahnung sicht dieser sei und ob auf diese Bedingungen hin, falls angehört haben und erst während des Boykotts ausgetreten sind. Wir möchten nun die National Zeitung", welche Brauereien veröffentlicht die Allgemeine Brauer- und Hopfen verfucht wird, die Gastwirthe, beziehungsweise die Saalbesitzer mal um Beantwortung der Frage bitten: welch' chemischer mit dem ,, minderwerthig" immer herum wirft, ein zeitung". Der Artikel stammt ersichtlich aus derfelben Quelle, fich damit einverstanden erklären würden.- Herr Feuerstein welche die Berliner Ringpreffe mit den bekannten Waschzetteln der Vorsitzende des Vereins der Berliner Gastwirte, bemerkte, Prozeß denn im Biere vor sich geht, sobald sein Besizer aus dem gegen den Boykott versieht. Was die Ausbrüche des Konkurrenz- daß die Saalbefizer sich völlig einig seien den Sozialdemokraten Ringe austritt, so daß nun das bis dahin gehaltvolle Bier inneides in diesem Artikel betrifft, mit denen die im Vorwärts" auf gegenüber. Wollen diese den Frieden, dann könne man darüber uns die Ring- Tintenfulis diese Frage nicht genügend zu beantfolge des Austritts plöglich minderwerthig wird? So lange geführten boykottfreien Brauereien bedacht werden, so können wir sprechen. Die Kaffe der Saalkommission, die er selbst mitrevidir! morten wissen, werden sie es schon ruhig einstecken müssen, wenn Die Bertheidigung wohl den Angegriffenen überlassen Konstatiren habe, befinde sich in bester Ordnung, es feien große Summen gezahlt wir behaupten, ihre Angaben seien nichts weiter als die Einwollen wir nur die Feigheit des Angreifers, welcher den bontott: worden, und es könne auch noch weiter gehen. Aber wenn ein annehm flüsterungen gelber Neidhammel. freien Lagerbier- Brauereien vorwirit, daß sie sich an die Rock barer Friede angeboten würde, so könne man im Interesse der kleineren schöße der Sozialdemokratie gehängt haben, und daß nur durch Schankwirthe darauf eingehen. Saalbesitzer Albrecht regte an, Uebrigens zeigen unsere Annoncen und das Brauereis Artikel von den Weißbier- Brauereien mit teiner bingung aufzuheben, daß die Gastwirthe bei ihrer bisherigen daß die dadurch geschaffene Konkurrenz der ringfreien Biere ihr Verhalten der Boykott ermöglicht werde, während in dem in diesem Falle auch die Brauereien zu veranlassen, die Be- verzeichniß an der Spitze unserer Beilage die Thatsache, daß die Silbe die Rede ist. Nun ist es aber doch notorisch, daß Brauerei verbleiben müssen. Es wurde beschlossen, daß. falls die Besorgung des Bierbedarfes und damit die Durchführung des nicht nur die Saalkommission zu befinden habe, sondern zu einer werthige Leistungen sind nur die Geistesprodukte der Ringreporter, gerade durch das Fernbleiben der Weißbierbrauer vom Ringe, von den Sozialdemokraten eine Friedens anbahnung erfolgen sollte, unter einander die Arbeiter schon. davor schüßt, daß sie dauernd auf minderwerthiges Bier angewiesen sein sollen. MinderBoykotts hervorragend erleichtert wurde. etwaigen Besprechung auch die Vorstände der beiden Verbands- die ringfreien Biere halten aber jeden Tag die Konkurrenz mit Wenn also das von ohnmächtiger Wuth zeugende Gerede vereine( Gast- und Weißbierwirthe) hinzuzuziehen seien." vom, an den Rockschößen hängen" irgend einen Sinn hätte, dann Von zuständiger Seite geht uns über die im vorstehenden dem Gebräu des Sanitätsrathes Happold und seiner Erwerbsmüßte es auf die Weißbierbrauer ganz besonders Anwendung Bericht erwähnten Vorgänge folgende Darstellung zu: Der genossen aus. finden. Vielleicht äußert sich einer der Ringtintenkulis über diese Boykottkommission wurde im Laufe der letzten Woche von einem Zwei eifrige, trene Parteigenoffen wurden am 6. Sepmerkwürdige Verschwiegenheit. Vertrauensmann des vierten Wahlkreises die Anfrage des Herrn tember Nachmittags fast gleichzeitig auf dem Emmauskirchhof in Soweit der Artikel des offiziellen Organs des Deutschen Hubertus Jacobi überbracht, ob die erftere bereit sei, mit der Briz unter zahlreicher Betheiligung von Freunden und BeBrauerbundes sich gegen unsere Partei wendet, so konstatiren Kommission der Saalbefizer wegen Aufhebung der Saal- fannten zur Gruft getragen: Der Bildhauer Paul Brückner wir, daß derselbe sich einer groben Fälschung schuldig macht. sperre zu unterhandeln. Genosse Auer, an den die und der Bureau- Angestellte Paul Racks, beide ein Opfer der Das Blatt erklärt, ,, um dem Vorwurf der parteiifchen Frage gerichtet war, erklärte, daß die Kommission bisher tückischen Proletarierkrankheit. Ersterer war Mitglied des Wahlfalschen Darstellung im voraus zu begegnen, den Ber- auf jeden Versuch, den Bierzwist beizulegen, ein vereins für den 1. Kreis, letzterer gehörte dem Verband der liner Bierboykott genau so darstellen zu wollen, wie der gegangen sei und daß kein Grund vorliege, den Saalbefizern Schneider und Schneiderinnen an; die genannten Organisationen selbe in der sozialdemokratischen Presse geschildert wird." Daran gegenüber anders zu verfahren. Diese Erklärung ist von dem ließen prachtvolle Kränze mit Widmungsschleifen niederlegen, anschließend zitirt das Blatt das erste Flugblatt der Boykott erwähnten Vertrauensmann der Mittelsperson des Herrn Jacobi während der Kummer'sche Gesangverein ihnen durch seine kommission vom 19. Mai, giebt dasselbe seinem ganzen Inhalt nach überbracht worden und darauf hat letterer bei unserem Genossen Grablieder die letzte Ehre erwies. Beide Genossen, die in den wieder bis auf das Antwortschreiben des Berliner Auer per Telephon angefragt, ob die Boykott- Kommission bereit jugendlichen Alter von 22 bezwv. 19 Jahren standen, waren sich Gewerkschafts- Ausschusses an den Vorstand sei, an einem bestimmten Tage der laufenden Woche mit während ihrer nur zu kurzen Lebenszeit ihrer Pflicht, politisch des Brauervereins. Der ganze auf dieses Schreiben der Saalbesitzer- Kommission zu verhandeln. Auer hat diese und gewerkschaftlich ihre Schuldigkeit zu thun, voll bewußt gebezügliche Absatz sowie das Schreiben selbst ist in dem Artikel Frage bejaht. wesen. Geradezu bewunderungswürdig war der Jdealismus des unterschlagen. Daß gerade die Kenntniß des Inhaltes Das ist der einfache Sachverhalt. Was bei der ersten verstorbenen Genossen Käcks, der zu einer Zeit, wo er ala dieses Schreibens nothwendig ist, um ein Urtheil darüber fällen Unterredung, der ein Mitglied der Boykottkommission nicht bei Bureaugehilfe nur 36 M. monatlich verdiente, es fertig brachte, zu können, wer den Boykott provozirt hat, brauchen wir unseren gewohnt hat, gesprochen wurde, ist uns unbekannt. Unseres nicht blos der Organisation seiner Berufsgenossen und wie oben Lesern nicht noch einmal zu wiederholen. Bemerkt sei nur, daß, Wissens ist die Einladung dazu von einem Berufsgenossen des erwähnt, dem Wahlverein, sondern auch noch als eifriges Mitnachdem das Brauerblatt die plumpe Fälschung seinen Lesern Herrn Jacobi ausgegangen, in deffen Lokal die Unterhaltung glied der Arbeiter- Bildungsschule" anzugehören. Hier verwaltete gegenüber fertig hatte, es mit frecher Stirne erklärt: Die For: auch stattgefunden hat. Üeber etwaige Bedingungen, unter denen er im vorigen Semester mit großem Eifer das Amit eines Komderung der Böttcher:" Freigabe des 1. Mai als Feiertag, ist der die Aufhebung der Saalsperre erfolgen werde, ist nach den uns missionsmitgliedes in der Geschichte, was den Geschichtslehrer Aniang, die alleinige Ursache des Berliner Bierboykott! gemachten Mittheilungen bei der Gelegenheit fein Wort ge veranlaßte, dem dahingefchiedenen Genossen vorgestern Abend Frecher gefälscht und gelogen wie es hier von dem offiziellen sprochen worden. Darüber zu reden wird es Zeit sein, wenn vor Beginn des Unterrichts einen warmen Nachruf zu widmen. Drgan des Brauerbundes geschehen, ist uns fein zweiter Fall die in Aussicht gestellte Zusammenkunft wirklich stattfindet. Minister Thielen und die Stadtbahn. Etwa gleichzeitig bekannt. Und mit solchen G- esellen muß man sich rum schlagen. Eugen Richter verbreitet in der Freifinnigen Beitung" die unwahre Behauptung, ein Reichstags- Abgeordneter, der zu gleich Stadtverordneter ift. babe am letzten Sonntag den Boykott = " In Reinickendorf sind sämmtliche größeren Säle für die mit unserer gestrigen Notiz über den ungeheuerlichen Appetit, Arbeiterschaft gesperrt. Als Saalverweigerer machen sich nament- dessen sich der fiskalische Magen der Stadtbahn erfreut, soll den lich geltend Böttcher's Seeschlößchen, Markstr. 1, Adler, Eisenbahnverwaltungen die Weifung zugegangen sein, in den Residenz- und Amendestraßen- Ecke, Neubauer, Hausotterstr. 81, Fällen, in denen nur irrthümlich zu weit gefahren ist, die NachBudewiß, Hausotterstr. 4, Grunow, Nordbahuftr. 19, Bende, forderungen in Höhe von 6 M. zu unterlassen. Wäre es nicht angebracht, endlich den§ 21 der Verkehrsordnung für die den Schienen aufgefunden. Er hatte an der Wollantstraße das lung auf, zu Ehren der dahingeschiedenen Genoffin Babnih deutschen Eisenbahnen zu beseitigen, der Nachforderungen in Höhe Geleise überschreiten wollen, war anscheinend vom Ttrittbrett fich von den Plägen zu erheben. Dies war der Schluß der von 6 M. gestattet? Jene Bestimmung mag einen Schein von eines Wagens erfaßt und unter die Räder geworfen worden. offiziellen Feier und leitete die Gesangsabtheilung des sozialBerechtigung gehabt haben, um die Bahn vor Uebervortheilungen Er wurde am rechten Arm und an den Beinen schwer verletzt demokratischen Arbeitervereins den Rommers, welcher nachher zu schützen, so lange die Judikatur nicht annahm, der Versuch als und muß noch eine Strecke weit mit fortgeschleift worden sein. stattfand, mit dem Liede ein:" Hoch, Ferdinand Lassalle". Außer blinder Passagier" die Eisenbahn zu nassauern, sei Betrug. Noch lebend brachte man ihn nach dem Stationsgebäude, wo er der Gesangsabtheilung waren noch zwei Gesangvereine,„ Drante" Seitdem das Reichsgericht und feiner irrigen Recht- alsbald starb, ohne seinen Namen genannt zu haben. Ausweis- und Sängertranz", vertreten, die den Abend zu einem recht sprechung folgend fast alle deutschen Gerichtshöfe eine papiere wurden nicht aufgefunden. genußreichen gestalteten. Nachdem noch einige, dem Tage anentgegengesette Praxis eingeschlagen und als Betrüger den bestraft haben, der wissentlich ohne oder mit einem minder der Oberſpree unweit stöpenick aufgefischt, und der Polizeiver- Schluß der Feier. Dummejungensstreiche. Eine Flaschenpost ist gestern aus gemessene Vorträge vorgeführt wurden, erfolgte um 12 Uhr werthigen Klaffenbillet die Bahn benutzt, ist der§ 21 völlig waltung daselbst übergeben worden. Der in der Flasche gefun: Abends 7% Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenfir. 20. Bortrag des überflüssig. Anlaß zu der oben erwähnten neuesten Anweisung dene Bettel, welcher von Unsinn stroht, trägt die Unterschrift Herrn Dr. Böltet über: Strafe und Verbrechen." Nachdem geselliges Betsoll der Umstand gegeben haben, daß durch solche Nachforderung„ Erich Cohn, Berlin, Bethanien- Ufer". Der Behörde ist es ge- fammensein und Tanz. Gäſte haben Zutritt. nicht nur ein Arbeiter, sondern auch ein Beamter betroffen fungen, den Schreiber des Bettels zu ermitteln und wird gegen montag, den 10. September, Abends 9 Uhr. Das Verkehrslokal befindet sich Berliner Bigarrenfortirer und Sortirerinnen. Bersammlung am sein soll. denselben vorgehen, um die Bestrafung des Spaßvogels zu er Don jezt ab Weinsir. 11 bei Feindt, der Arbeitsnachweis Höchstestr. 43 bei möglichen. So sind bereits früher mehrere Personen, die durch A. Setfert. Flaschenpost" Selbstmord meldeten und der Polizei dadurch unnüße Oeffentliche Versammlung der in der Nahrungsmittel- Industrie Beschäftigten( Bäcker, Schlächter, Müller, Konditoren, Pfeffertüchler, Köche Nachforschungen verursachten, deren Thäterschaft nachgewiesen und Gastwirths- Gehtifen) am Dienstag, den 11. September, Abends 8 Uhr, wurde, empfindlich bestraft worden. in Nteft's Salon, Weberstr. 17. Tagesordnung: Die Wahlen zum GewerbeSterbekaffe von Arbeitern der Berliner Maschinenbau- AktienEthische Gesellschaft. Versammlung am Sonntag, den 9. September, Gesellschaft. Heute Sahltag Ackerstr. 123 bet Stümte. gericht und Aufstellung von Kandidaten. Vermischtes. Die Cholera. Der Landrath des Torgauer Kreises macht unterm 5. d. M. amtlich bekannt, daß bei einem am 3. September auf einem Elbfahn dort verstorbenen Schiffer durch Utnersuchung des kaiserlichen Reichs- Gesundheitsamtes asiatische Cholera nachgewiesen worden ist, und warnt vor der Benutzung des vermuthlich infizirten Elbwassers. Profeffor Dr. Helmholtz ist gestern Mittag verstorben. Mit ihm ist ein hochbedeutsamer Gelehrter verschieden. Helmholz wurde am 31. August 1821 zu Potsdam geboren, erhielt feine Ausbildung als 3ögling der hiesigen Pepiniere für Miliärärzte, wirfte 1848 als Lehrer der Anatomie an der hiesigen Kunstakademie, bekleidete Professuren u. a. zu Königsberg, Bonn, einer Explosion der in der Goldleistenfabrik von Neye, PrenzSchwere Brandwunden erlitt Freitag Nachmittag bei Heidelberg und seit 1871 zu Berlin. Helmholtz gehörte zu den lauerftr. 49 angestellte Vergolder Schulz. Derfelbe war gegen ersten Forschern auf dem Gebiete der Physik und Physiologie 3 Uhr in der Werkstatt mit Aufkochen von Spirituslack be und hat nicht nur hervorragende Entdeckungen auf diesen Geschäftigt, dabei fochte die feurige Maffe aus und ergoß sich aus bieten geleistet, sondern ist auch durch die streng fachliche, dem Refsel auf den Fußboden, denselben in Brand setzend. Bei überaus flare, gemeinverständliche Sprache einer Reihe später den Löschversuchen erlitt Sch. so erhebliche Brandwunden im gedruckter Vorträge ein Bahnbrecher für Popularisirung der Er: Gesicht und am Oberkörper, daß er nach Anlegung eines Nothgebnisse der Wissenschaft gewesen. 1847 veröffentlichte er fast verbandes durch die Samariter des hinzugerufenen Löschzuges gleichzeitig mit Dr. Robert Mayer das wichtigste Gesez des Depots Keibelstraße nach dem städtischen Krankenhause am Der modernen Physik: das Gesetz von der Erhaltung der Kraft. Friedrichshain gebracht werden mußte. Die Entdeckungen ferner auf dem Gebiete der Optik, insbesondere die Erfindung des Augenspiegels, sichern dem klar, ruhig, und un- Jufolge von Verbrühung gestorben ist im Krankenhaus ermüdlich wirkenden Forscher einen Ehrenplatz auf dem Gebiete der 3 Jahre alte Sohn Erich der Kaufmann Treptow'schen CheDer zum Wohle der Zeidenden angewendeten Wissenschaft. Die leute aus der Liezmannstr. 5. Während sich die Eltern im SchlafLehre von den Tonschwingungen hat gleichfalls durch den Ver- zimmer beschäftigten, troch der Knabe aus seinem Bette nach dem storbenen außerordentlich dankbare Erweiterungen gefunden. Sopha, vor dem eine mit siedendheißem Kaffee gefüllte Kanne Seine mehr philosophischen Abhandlungen z. B. die That auf einem Tische stand. Der Knabe stieß den Tisch um und Gefahr. 3. sachen in der Wahrnehmung"- haben leider die Beachtung noch schüttete sich dabei den Inhalt der Kaffeekanne über Brust und nicht gefunden, die ihnen auf dem Gebiete der Logik und Arme. Das Kind wurde schwer verletzt nach Bethanien gebracht Mathematik gebührten. Im Jahre 1883 wurden seinem Namen und ist dort inzwischen gestorben. die Buchstaben VON zugesetzt: seitdem hat er erhebliche Entdeckungen für die Wissenschaft nicht mehr gemacht. Trotzdem sind seine Verdienste unsterblich. " Polizeibericht. Am 7. d. M. Morgens warf sich auf dem Schlesischen Bahnhof ein Mann vor die Lokomotive eines Stadt bahnzuges, wurde überfahren und sehr schwer verletzt.- Gin mit Bedeutende Senkungen des Bahnkörpers des Schlesischen Arbeiten auf dem Dache des Hauses Steinftr. 35 beschäftigter DachBahnhofes sind schon seit längerer Zeit beobachtet wurden, die decker fiel in den Hof binab und erlitt schwere Verletzungen am in der letzten Zeit derartig zugenommen haben, daß Reparaturen Kopfe und am Rückgrat. Im Hause Prenzlauerstr. 49 erlitt umfangreicherer Art nothwendig geworden sind. Die Senkungen Nachmittags ein Arbeiter beim Kochen von Lack bedeutende Brandsind hauptsächlich bei dem mittleren durch Sandaufschüttung wunden im Gesicht und an den Händen. In der Friedenstraße hergestellten Bahntörper eingetreten und betrugen 1-2 3o. fiel ein Mann beim Besteigen des Vorderraumes eines in der Der äußere Bahnkörper hingegen, d. h. der Bogenbau, hat nur Fahrt befindlichen Pferdebahnwagens hin, gerieth unter die Räder unmerklich gelitten, die Senkungen sind an dem Mauerwerk über- und erlitt erhebliche Quetschungen an beiden Beinen. Beim haupt nicht wahrnehmbar, und auch die Brücken haben nicht Spielen liefen Abends am Grünen Weg zwei Knaben gegen einen mehr als üblich, d. h. nur wenige Millimeter dem Drucke der Geschäftswagen und wurden überfahren. Giner erlitt außer täglich zu tragenden Last nachgegeben. Etwaige Gefahr für den einer Quetschung des Kopfes schwere innere Verlegungen und Verkehr soll vorläufig ausgeschlossen sein. der andere einen Bruch des Oberarmes. In der Nacht zum 8. b. M. wurde auf dem Bahnhof Landsberger Allee ein Weichen Polizei Eifer. Die Polizei forschte am Sonnabend bei steller von einer Lokomotive erfaßt, zur Seite geschleudert und allen Zeitungshändlern und Rolporteuren nach der Nummer 37 schwer verletzt. Im Laufe des Tages fanden fünf Brände statt. des Sozialist" vom 8. d. M. und nahm die vorgefundenen Exemplare in Beschlag auf grund des§ 130 des Strafgesetzbuchs ( Aufreizung zum Klaffenhaß). Beanstandet wird dem Vernehmen nach der Artikel mit der Ueberschrift: Fort mit dem Knechtsgefühl." Witterungsübersicht vom 8. September 1894. Zur Berathung der Kommunalstener Reform auf Stationen. grund des neuen Kommunalsteuer- Gesetzes, welches bekanntlich am 1. April t. J. in Kraft tritt, hat die Rigdorfer Gemeindevertretung in ihrer gestrigen Sigung eine 16 gliedrige Kommission niedergesetzt, welcher auch die Genossen Müller und Hesse Swinemünde angehören. Im Männer- Asyl des Berliner Afylvereins für Obdach fofe nächtigten im Monat August 9595 Personen, wovon 3419 badeten. Im Frauen- Asyl nächtigten 1213 Personen, von denen 88 gebadet haben. Arbeitsnachweis wird erbeten für Männer Wien Büschingstr. 4, für Frauen Füsilierstr. 5. Barometers stand in mm, d. Meeressp. reduzirt auf Windrichtung Windstärke IGANNNANAW( Stala 1-12) Wetter halb bedeckt woltig Temperatur ( nach Celsius 50 G. 4° R.) 756 11 Hamburg Berlin Wiesbaden. München 755 758 bedeckt 10 10 761 bedeckt 11 766 765 W halb bedeckt wolkig 10 11 Haparanda 768 M woltenlos 758 OND bedeckt 765 M 4 761 NW 5 halb bedeckt wolkig 11 12 11 In Viterba stürzte am Freitag während des Banketts einer Bereinigung von Kirchenfängern die Decke des Saales ein. Von den Theilnehmern wurde eine kleine Bahl leicht, ein einziger etwas schwerer verlegt; jedoch befindet sich letzterer außer Briefkaften der Redaktion. Wir bitten beit jeder Anfrage eine Chiffre( 8wet Buchstaben oder eine 8ahl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. A. B., Apolda. Frau Klara Zettin, Stuttgart, Rothebühlstraße 147. . 111. Nr. 203 vom 30. August 1898.! E. H. Wenden Sie sich an den Verein Berliner Gasts wirthsgehilfen", Annenstraße 16. Das Uebrige erfahren Sie dort. G. B. 100. Nein. E. G. 100. Ein Anspruch gegen die Frau steht Ihnen leider nicht zu. Dastig. So viel uns bekannt, schänkt der Wirth Ruschke, Adalbertstr. 1, Ringbier. Wenn der Arbeiter- Gesangverein Urban zur Bekanntgabe feines Stiftungsfestes in dem Lokale ein Platat anshängt, fo mag das nicht schön sein, aber wir können es ihm nicht verbieten.. Briefkaffen der Expedition. Für die ausgesperrten Brauerei- Arbeiter gingen ferner ein: Bon den Rothen der Kolberger und Wiesenstraße 5,75. Von Genossen Oggersheim( Pfalz) 43,45. Malerbude Schmidt u. Pachel, 3. Rate 28,10. Bierprozente von Arbeitern der Löwe'schen Fabrik in Martinicenfelde 20,50. Amerit. Auktion Beuffelstr. 66 durch Borchardt 1,-. Geselliger Verein Unter Uns" 10, Dampferpartie durch Hasenjäger 6,-. Lese- und Diskutirklub Nauen d. A. G. 4,95. Vom Ver. Glückstern bei einem Refrutenabschied f.e. Herrentag d. Hoffmann 4,40. Ges.v.d.Parteigen. E Biebrich a. Rhem 16,30. Von der Tischlerwerkstatt H. Martens, Thurmstr. 58, 7. Rate 5,10. Ueberschuß von der Bilderverloosung beim Vergnügen der Gesangvereine Frei und Fest, Unverzagt, und Atazie( gemischter Chor) 5,- Frauen und MädchenBildungsverein, Referat in Rigdorf 4,-. Ueberschuß von einem verunglückten Stiefel bei Freiwald 1,50. Von den gemüthl. Rostocker. Auft. 2. Sept. Buchholzerstraße 1 3,50. Am Beerdigungstag d. Fl. W. Gesammelt von Genossen 4 des 6. Wahltr. im Lokal General- Paß 2,75. Ueberschuß einer Kranzspende für Gen. A. Wabnih der Arb. der Maschinenfabr. von G. Kärger 4,75. Von fünf gemüthl. Glasern R. M. N. St. W. bei Straus 1, Ges. bei H. Briefe, Mittenwalderstr. 43 beim Geburtstag 2,60. Von den Tischlern der Werkstelle Kaiser Friedrichstraße, Pankow, 5,85. Werkstatt von Dstar Springer, Neu Weißensee, nahme, 8,70. 3. Rate, mit einer Aus Bigarrenfabrikant Rich. Schulze und Ar beiter, Friedrichsfelderstr. 21, 4. Rate 14,50. Bon F. P. D., Prenzlauer Allee 224 2,-. Ueberschuß von der Krang Spende durch Arbeiter und Arbeiterinnen Don Simens u. Halke, Berliner Werk 16,85. Veilchenblau 3,25. Vers band der Geschäftsdiener, Packer und Berufsgen. Berlins 50,-. Bom sozialdemokratischen Arbeiterverein Köpenick bei der Lassalleder erforderlichen Legitimation versehen ist. Der Amitsvorsteher Wolfsversammlung, welche sich mit der Tagesordnung: Lassalle Tischlerei Jungnickel, Langeftr. 109, 2, Gef. bei der Laffalle= In Weißenfee tagte am 1. September eine gut besuchte feier durch amerikanische Auktion 8,50. Bon Karl Niece 1,73, v. Oppen." und seine Bedeutung für die Sozialdemokratie, beschäftigte. Der feier b. Pößeneck i. Th. 4,50. D. S. 1, sehr beifällig aufgenommene Vortrag des Genossen Wi gipfelte Summa 276,58 M. Bereits quittirt 9157,18 m.; in Summa darin, das Leben und Wirken Lassalle's bis zu seinem Tode den 9438,71 M. Anwesenden vor Augen zu führen, was dem Redner auch vor- Für die Glasarbeiter in Oldenburg: Arbeiterverein trefflich gelang. Hierauf forderte der Vorsitzende die Verſamm- Köpenick von der Lassallefeier d. amerik. Auktion 3,45 M. Petersburg Aberdeen Paris Wetter- Proguofe für Sonntag, den 9. September 1894. Biemlich trübes, fühles Wetter mit leichten Regenfällen und mäßigen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Herr v. Oppen und die Nadfahrer. Die Radfahrer Cork. scheinen allgemein unter polizeilicher Aufsicht gestellt worden zu sein. Vor kurzem machten die Fahrer M. und M. einen Aus: flug auf ihren Maschinen und befanden sich Abends auf der Chauffee bei Adlershof. Plöglich trat ein Amts diener auf sie zu mit der Weisung abzusteigen". Es handelte sich um weiter nichts, als um eine Prüfung der Legitimation. Beide Herren fühlten sich dadurch beleidigt und beschwerten sich bei dem Amtsvorstand v. Oppen. Darauf ist die folgende Antwort eingegangen:" Auf Ihre Anfrage vom 30. v. M., betreffend Revision der Legitimation als Radfahrer, diene Ihnen zum Bes scheide, daß die Polizeibeamten nicht nur berechtigt, sondern so= gar verpflichtet sind, sich zu überzeugen, ob ein Radfahrer mit Schon wieder ist ein Mann durch einen Eisenbahnzug getödtet worden. Als am Freitag Abend um 11 Uhr 52 Min. der Bug 1431 nach Oranienburg bei Pankow vorübergefahren war, wurde ein Mann schwer verletzt von einem Beamten auf Sozialdemokratischer Wahlverein Dersammlungen. Am 5. d. My starb nuser Kollege Franz Domnick für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. im 38. Lebensjahre. Dienstag, den 11. September, Abends 8% Uhr, im Vereinshaus ,, Süd- Ost": 2806b Die Kollegen ber Klaviatur- Fabrik von Herrmann& Bartrow. Die Beerdigung findet heute, Sonn tag, den 9. Sept., Nachm. 4 Uhr, auf dorf statt. Gr. Volksversammlung Montag Abend 8 Uhr, Müllerstraße 7. Auf diese mache ich alle Genossinnen und Frauen aufmerksam. Fortsetzung der letten Generalversammlung. bem Heilig Kreuzkirchhof bei Marien- Bildungsvereine besonders Tages Ordnung: 1. Die Berathung des Geschäftsordnungs- Entwurfs. 2. Wahl der Bezirksführer. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet 279/6 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine innig geliebte Frau, Johanna Nenzel geb. Stark, am 30. v. M. entschlafen ist. Die Beerdigung findet Sonntag, den 9. Sept., Nachw. 4 Uhr, von der Leichenhalle des St. Georgen- Kirchhofs für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis.in Dienstag, den 11. September, Abends 8 Uhr, in Schneider's Salon, Belforterstraße 15: Versammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Fragefaften. Der Vorstand. 288/11 Große öffentliche Versammlung Der Schneider und Schneiderinnen der Herren- und Knaben- Konfektionsbranche am Montag, den 10. September, Abends 8 Uhr, in Buß' Salon, Große Frankfurterstraße 85. Tagesordnung: 1. Bericht über den in Erfurt stattgefundenen BekleidungsindustrieRongreß. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Delegirten zur Berliner GewerkschaftsKommission. Um zahlreichen Besuch bittet 2814b Die Lohnkommission. Neu- Weißenfee aus statt. Der Einberufer: J. Hager. Partei- Versammlung der Genossen des dritten Berliner Reichstags- Wahlkreises 2808b Otto Henzel nebst Kind. im Dent Gefangverein 3yrus" meinen innigft gefühlten Dant für seine Mühe waltung am 7. September. 28016 Martha Vekics, Lübbenerstr. 24. Von der Reise zurückgekehrt 29/2 Dr. Alfred Friedländer, W., Göbenstr. 27. am Dienstag, den 11. September, Abends 8 Uhr, Lokale des Herrn Deigmüller, Alte Jakobstraße 48a. Tages Ordnung: Delegirten zur Partei- Konferens für die Proving Brandenburg. 1. Vortrag des Genossen 0. Antrick. 2. Diskussion. 3. Wahl von Um zahlreiches Erscheinen ersucht 262/13 Der Vertrauensmann. Sozialdemokratischer Wahlverein Achtung! Bügler. Agtung! für Teltow- Beeskow- Charlottenburg. Die Bügler, Buschneideru.Stepper Dienstag, den 11. d. M., Abends 8 Uhr, oben werden zu der am 10. d., im Lokale Bismarckshöhe. Wilmersdorferstraße Nr. 33: Abends 9 Uhr, im Hochplatz- Kasino", Gerichtstraße 10, von den vereinigten Büglervereinen Berlins stattfindenden Generalversammlung hiermit dringend eingeladen. Deffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Der Sozialismus als Produtt der geschichtlichen Entwickelung. Ref. 28036 C. Hofmann- Berlin. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Vereinsangelegen Tagesordnung: heiten. Organisation. Diskussion. Aufnahme Bablitellen befinden sich bei: 5. Wernicke, Krummestraße 19; neuer Mitglieder. Um zahlreichen Be- Krause, Wilmersdorferstr. 39; V. Wolter, Magazinstr. 15. such ersucht Der Vorstand. Der Vorstand. 286 3 . Für den Inhalt der Jnierate über nimmt die Redaktion dem Publikum Adolph Ernst- Theater Sonntag, den 9. September: Bum 2. Male: 1000] Damen!!! Seiden- Plüschjaquets mit fleinen unscheinbaren Webefehlern 12-30, AbendEthische Gesellschaft. mäntel auf Seide wattirt u. Belzbefay Sonntag, den 9. September. Abds. 7 Uhr, in den Arminhallen. gegenüber keinerlei Verantwortung Lolotte's 28 Tage.-15. Seiden- Matelassé- Mäntel, Capes Theater. Sonntag, den 9. September. Freie Volksbühne( Lessing Theater). I. Serie. 2. Abtheilung ( grüne Karten), Nachm. 21/2 Uhr: Emilia Galotti. Opernhaus. Falstaff. Carneval. Montag: Der Ring des Nibelungen. Erster Abend: Die Walküre in 3 Atten. Schauspielhaus. Der Tugendwächter. Die Dienstboten. Montag: Der Bibliothekar. Lessing- Theater. Madame SansGêne. Montag: Dieselbe Borstellung. Berliner Theater. Heimath. Montag: Minna von Barnhelm. Neues Theater. Das neue Gebot. Montag: Dieselbe Borstellung. Schiller- Cheater. Der Menonit. Montag: Die Räuber. Deutsches Theater. Esther. Der Tartiff. Montag: Nora. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Voltsfänger. Montag: Dieselbe Vorstellung. Rehdenz- Theater. Demi- Monde. Montag: Dieselbe Vorstellung. Theater Unter den Linden. Die Fledermaus. Montag: Dieselbe Vorstellung. Bellealliance- Theater. Kyriz- Byriz. Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Lolotte's 28 Tage. Montag: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. D! diese Berliner! Montag: Dieselbe Vorstellung. Theater. Alexanderplat Verbotene Liebe. Borher: Ein Ehrenamt. Montag: Dieselbe Borstellung. National Theater. Ein Modell. Susanne im Bade. Montag: Dieselbe Vorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten Vorstellung. Saufmann's Variété. Spezialitäten. Vorstellung. Gesangspoffe in 3 Atten v. H. Raymond u. A. Mars. Musik o. Viktor Roger. ( Novität.) Die neuen Dekorationen sind aus dem Atelier des Herrn Lütkemeyer in Roburg. In Szene gefegt v. Ad. Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Passage- Panopticum. 51 wilde Weiber aus Dahomey. Das lesende Kind alt 13 Jahr. 4 Berliner Aquarium. Unter den Linden 68a Ecke der Schadowstr. Eing. Schadowstr. 14. Heute, Sonntag: Eintrittspreis 50 Pf. v. 12-30. Regenmäntel, um 8. räumen, 5-12. Neneste Winterjaquets 5-25 m. Landsbergerstr. 48 I Roh- Tabak liefert zu soliden Preisen Max Flatauer, Landsbergerstr. 72. Neu! 498L Neu! Wanzen Neu! Gift von vernichtender Wirkung in den Droguerien von R. Hoffers, Manteuffelstr. 87( Ecke Naunynstraße), Reichenbergerstr. 55( Ecke Laufiberstr.). Einmaliger Versuch überzeugt. 28186 Wolf, Leipzigerstr. 22. Künftl. Zähne3M.Theilz. Bah- nest. Z beils, Blomben 1,50 Arzt Schmerzl. Zahnz. 1 M. 8-7 Uhr. alle Sorten, Pallisadenstr. 101. Räder, Billigste Schuhwaaren ohne Ronturrenz nur J. Rosenthal, Landsbergerstr. 76, I. Kommandantenstr. 20: Versammlung. Vortrag des Herrn Dr. Völkel über:„ Strafe und Verbrechen". Nachdem Geselliges Beisammensein und Tanz. Damen und Herren, haben Zutritt. Gäste, 113/12 Arbeiter- Bildungsschule " Nord". Sonntag, den 9. September 1894, Abends 27 Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23: Versammlung. Tagesordnung: Vortrag des Genoffen Schriftsteller Heinrich Schulz über: Die Dichtkunst vor und während der 48er Revolution. Nachher gemüthliches Beisammensein mit Tanz. Damen und Herren als Gäfte willkommen. 50/19 Der Obmann. Oeffentl. Versammlung aller in der Nahrungsmittel- Industrie sowie bei der Bedienung beschäftigten Arbeiter als: Bäcker, Brauer, Schlächter, Müller, Konditoren, 27946 Zigarrenmacher, Pfefferküchler, Köche, Gastwirthsgehilfen und Barbiere Seidenstoff- Reste, schwarze, Reichhaltige Ausstellung von Land- und Seethieren, wie Affen, zu Schürzen, Taillen, Kleidern Riesenschlangen, Krokodile, Hai- 2795b Mittenwalderar, 30, part. und Tintenfische, Quallen etc.[ 88M am Dienstag, den 11. September 1894, Abends 8 Uhr, in Nieft's Salon, Weberstraße 17. Tagesordnung: Die bevorstehenden Wahlen zum Gewerbegericht Herrenstoffe Reste spottbillig, Köln und Aufstellung der Kandidaten. Der Ausschuss. Ia Qual., auch viele Armin- Halleniſchmartt 1/2, 2. Gt. 8-11,5%-7%. Plättbolzen, handgeschmiedete, zweirädrige Handwagen bei J. Kaese, Kommandantenstraße Nr. 20. Annenstr. 14. Täglich: Frei- Konzert 2586b J. A.: Ernst Pfeiffer, Brunnenstraße 161. Achtung, Schuhmacher! 188,7 Tischlerei zu verkaufen, passend Montag, den 10. September, Abends 8 Uhr, bei Deigmüller, für Anfänger. Alte Jakobftr. 48 a: Näheres Skalitzerstrasse 22, E. Pratsch. im schönen Natur Garten. Bäckerei Verkauf! Säle. Vereinszimmer. 2729b Große öffentliche Versammlung Meine gute, gangbare Bäckerei und aller in der Schuhindustrie beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen. Konditorei ist unter ganz besonderen Umständen sofort zu verkaufen. Sonntag, den 9. September 27776 B. Boschann, Krautstr. 22. Gr. Ernte- Fest ,, Zur Sennhütte" Parodie Theater. Spezialitäten auf den Rixdorfer Wiesen, gegen Vorstellung. Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Sonntag, 9. Sept., Nachmittags 8 Uhr ( tleine Preise): Die Räuber. Abends 8 Uhr: Der Menonit. Montag, 10. Septbr., Abends 8 Uhr: Die Räuber. Dienstag, 11. Septbr., Abds. 8 Uhr: Der Menonit. National- Theater. 27966 2781b über der Pumpstation. Kein Ringbier. E Das Komitee. Erklärung. Die Behauptung des Herrn Puhlmann, früher Vorsitzender der Zivilberufsmusiker, bei unserem diesjährigen Sommerfest am 4. Auguft in Buß' Salon feien Militärmusiker beschäftigt gewesen, ist eine böswill. Verleumdung, Gesangverein Freiheitsklänge 1. = Gesangverein( Mitglied des A.- S.), 12 Jahre bestehend, sucht zweite Bässe. Uebungsstunde Mittwochs 9-11 Uhr bei Brüß, Lothringerstr. 41. 27766 Kunstmann, Uhrmacher, 27836 Charlottenburg, Wallstr. 103. 8 Stuben, Küche, Klos. 2c. 450 M. 250 M. 2 " " 1 230 " W # 2758b 100 m. Kaftanien- Allee 69. 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Die Abrechnung, wenn Mäntelschneider Werkstellen und von zahlungsunfähigen nächst ehrte die sehr gut besuchte Versammlung das Andenken man sie als solche bezeichnen darf, sei höchst mangelhaft gegeben. Privatkunden vorgetragen, wurde laut Antrag der Punkt„ Beder kürzlich verstorbenen Genoffin Agnes Wabnih und des Die Ausgaben befagen: für das Herbergs, Einbringe, Kontroll- richterstattung vom Verbandstag" von der Tagesordnung abgeVereinsmitgliedes Wilhelm Hoffmann in der üblichen wesen u. s. w. 3600 M., nichts weiter. Die Einnahmen: setzt, wegen vorgerückter Zeit. Es erfolgte nur noch die AbWeise und hörte hierauf einen Vortrag des Genossen Dr. Luy von ca. 3000 beitragspflichtigen Gewerbetreibenden( der Innung rechnung vom Weihnachtsvergnügen. Die Einnahmen betrugen " Die Entwickelung des Sozialismus." An der Diskussion angehörig und nicht angehörig), à 8 pGt. der Gewerbesteuer 332,30 M., die Ausgaben dagegen 159,75 M., somit verblieb ein des hochintereffanten Vortrages betheiligten sich die Genoffen und à 50 Pf. von den nicht Gewerbesteuer- Zahlenden= 3600 m. Ueberschuß von 172,55 M. zu verzeichnen. Zum Schluß wurden Apelt, Wagner und Tschernig. Da Vereinsangelegen- Dieses die ganze Abrechnung. Weiter unterwirft Redner den die Anwesenden aufgefordert, die in nächster Woche stattfindende heiten nicht zu erledigen waren, so erfolgte nach Beendigung der Innungs- Arbeitsnachweis und deren Herbergswesen einer friti- Versammlung der Gruppe:" Bekleidungsindustrie" recht zahlreich Diskussion der Schluß der Versammlung. schen Beleuchtung. Aus allem ging hervor, daß alle diese Wohl- zu besuchen, es handelt sich um die endgiltige Nominirung der Eine Bezirksversammlung, einberufen vom Verband fahrtseinrichtungen mit dieser Benennung im direkten Wider: Kandidaten zum Gewerbegericht. aller in der Metallindustrie beschäftigten spruch stehen. Der Kollege Pfeiffer fügte ergänzend MißDie Reinickendorfer Genoffen hielten, da ihnen in ihrem Arbeiter in Berlin und Umgegend, tagte am Montag instände über Herbergswesen und Lehrlingsunwesen der Innung Orte jetzt fein Lofal zur Verfügung steht, im Wedding- Kasino am Sanssouci. Genosse Timm referirte über den Werth der Ar- hinzu. Zur Illuſtration des letzteren führte er einige Sonntag eine Versammlung ab. Der Andrang zu derselben war beiterschutz- Geseze unter lebhafter Zustimmung der Versammlung. Paragraphen eines Lehrkontrakts an, die allgemeine Entrüstung ein außerordentlicher, so daß schon um 10 Uhr das Lokal durch In der hierauf folgenden Diskussion wurde von verschiedenen hervorriesen. Nach§ 1„ verpflichtet sich der Schneidermeiſter... die Polizei gesperrt wurde. Der Reichstags- Abgeordnete Artbur Seiten beklagt, daß zum Schuße der Arbeiter in den Fabriken .. das Schneiderhandwerk so zu lehren, daß er dereinst fait so gut wie nichts geschehe; dieses treffe bei den Firmen sein Fortkommen dadurch begründen kann, und ihm auch alles Stadthagen gab in seinem Vortrage über:" Polizei, Lumpen und Brausewetter" eine Kritik des bekannten Prozesses vom Bernhard Joseph, Rietschel u. Henneberg und Neue Berliner mitzutheilen, was zum Schneiderhandwerk gehört."§ 2. Die 8.- 9. Mai d. J. Ohne in eine Debatte einzutreten, stimmte die VerMessingwerke ganz besonders zu. Die Kollegen wurden wiederum Lehrzeit wird auf 3/2 auf einander folgende Jahre, und zwar fammlung einer Resolution zu, in welcher gegen die Art der aufgefordert, sich der Gewerkschaftsorganisation anzuschließen, in festgesezt."§ 3." Der Vater des Lehrlings hat kein Lehrgeld zu Prozeßleitung, wie sie Herr Brausewetter beliebt, Protest erhoben jeder Fabrik Vertrauensmänner zu wählen, durch welche die in zahlen. Das Aufnahme- und Losgeld hat der Vater des Lehrwurde. Der Vorsitzende Duchateau theilte mit, daß durch ten Fabriken und Werkstätten vorhandenen Mißstände der lings nur zu tragen."§ 4." Die Beköstigung während der Behr den Landrath die beiden Beamten, welche ohne Anlaß die MinderDeffentlichkeit unterbreitet werden können. Betreffs des Bier- eit geschieht vom Vater, für Bekleidung hat der Vater zu sorgen, jährigen bei der Maifeier entfernt hatten, rektifizirt worden sind. boykotts wurde verschiedentlich Klage geführt, daß von den für Schlafstelle sorgt der Vater."§ 5. Die Reinigung der Wäsche Rosenfeld, der Obmann der Lokalkommission, richtete die liegt dem Vater ob."§ 9. ,, Die Verpflegung und Heilung einer etwaigen Kollegen sehr viele die Beschlüsse der Arbeiterschaft nicht achten. Krankheit während der Lehrzeit liegt dem Vater ob. Bei einer Mahnung an die anwesenden Berliner Genossen, unter Es wurde deshalb den Kollegen nochmals die strenge Durch- länger dauernden Krankheit hängt es von dem Ermessen des allen Umständen zu berücksichtigen, daß in führung des Boykotts zur Pflicht gemacht. Reinickendorf jest augenblicklich tein Saal Lehrherrn ab, ob er diese Zeit auf die Lehrzeit anrechnen wolle " Die Privilegien durch§100f der Gewerbe- Ordnung oder nicht. Die Beiträge zur Krankenkasse bat der Vater allein 3u baben ist und wenn möglich, den Ort gänzlich zu meiden. und wie sich die Innung ihre Wohlfahrtseinrichtungen zu tragen."§ 10. Geht der Lehrling wegen Krankheit oder aus von den Schneidern bezahlen läßt," lautete das Thema, mit eigenem Antrieb aus der Lehre, so darf derselbe ohne welchem sich am 5. September in den Arminhallen eine Verbands- Bewilligung des Lehrherrn bei feinem andern Meister Versammlung der Schneider und Schneiderinnen beschäftigte. Vor oder Lehrherrn desselben Gewerbes die Lehre fortsetzen, und Eintritt in die Tagesordnung gedachte Kollege Haase der drei zwar mit Genehmigung seines Vaters, so verpflichtet sich kurz hintereinander aus dem Leben geschiedenen Verbands- hiermit der Vater des Lehrlings an den Lehrherrn.... eine Die Redaktion ftellt die Benuzung des Sprechsaals, soweit der Raum dafü abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen mitglieder, der Kollegin Agnes Wabniz und der Kollegen Entschädigung von 150 M. sofort zu zahlen." Als einzige Gegen- Intereffes zur Verfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Wilhelm Hoffmann und Paul Käcks. Die Versammlung ehrte leistung für die 3½½jährige Ausbeutung feitens des Lehrherrn erhält Inhalt desselben identifizirt zu werden. das Andenken ihrer Mitglieder durch Erheben von den Plätzen. der Lehrling nach§ 4 Abs. 2:„ Nur Mittagbrot und Nach- In der Versammlung der Freien Vereinigung der KaufNunmehr referirte Kollege Timm über obiges Thema. Unter mittags Kaffee für die Dauer der Lehrzeit." Im Anschluß hieran leute" vom 6. September 1894 in den Arminhallen", erklärte Beifall der Zuhörer beleuchtete er die Bedeutungslosigkeit der fügt Pfeiffer noch einige andere Beispiele von Lehrlingsausbeuterei Kollege Bluhm, daß meine Behauptung, die sozialdemokratische Befähigungsnachweis- Bescheinigung und kritisirte die den Innungen hinzu. Kollege Danzig führt einen Fall an, in dem zwei Fraktion hätte im Reichstage gegen das Krankenversicherungsverliehenen Extraprivilegien, welche allen fortschrittlichen Ein- Brüder beisammen wohnen, der eine Schneider, der andere Gesetz gestimmt, nicht den Thatsachen entspräche. Demgegenüber richtungen ein nicht unbedeutendes Hemmniß bilden, z. B. die Tischler ist, und sogar der Bruder des Schneiders, der verweise ich auf die im Auftrage der Fraktion herausgegebene, Innungs Schiedsgerichte den Gewerbegerichten. Weiter ver- Tischler mit 50 Pf. Zahlungsaufforderung bedacht im Verlage des Vorwärts" erschienene Broschüre Die Thätig untheilt Redner die durchaus unklare Formulirung hinsichtlich wurde. Schulze liefert ebenfalls einen Beitrag zum feit des deutschen Reichstages von 1890-1893". Der Artikel Arbeitgeber und Arbeiter bei fast allen sozialpolitischen Lehrlingswesen, hier muß der Lehrling 5 Jahre lernen( umsonst Krankenversicherung" erstreckt sich von Seite 93-97 und steht Gesezen, mit Ausnahme der Wahlemrichtung zu den Gewerbe- arbeiten). Verschiedene Klagen seien wieder aus der Herberge auf Seite 96: Wir stimmten gegen das Gesetz". Dies zur gerichten. Bei allen bilden die Hausindustriellen das Schmerzens zur Heimath" ertönt: Ein von der Wanderung ermüdeter Steuer der Wahrheit. find. Seinerzeit fümmerten sich wenige darum, als Kollege schlief während des unvermeidlichen Gebetes ein und wurde Berlin, den 7. September 1894. in einer Versammlung Protest dagegen erhoben werden sollte, sans façon hinausgeworfen wegen ungebührlichen Betragens " Sonntagsplauderet. " Spredtlaal. " " Alfons Borchardt. ob jeder lüfternen Zote das Publikum mit sicher ge- haft als Kunstpflege beweihräuchern läßt, alljährlich auf's schultem Verständniß in helles Gewieher ausbricht, dann neue mit hunderten von Menschenschicksalen, wie man mit reibt sich der geniale Unternehmer listig schmunzelnd die Aepfeln jonglirt; unerbittlich, erbarmungslos und vers Der Direktor eines Berliner Theaters, das zumeist der Hände. Sein Weizen blüht; und die sich für ihn prostituiren knöchert. Und nicht blos die nachschaffenden, auch die schaffenden Pariser Halbweltmuse geweiht ist, hält während einer müssen, ihrer wartet ein Bettel- und Schandgeld. Selten Künstler zappeln so häufig in den Fängen der Zwischens Bühneuprobe Parade ab über seine neugeworbenen Heer dringt aus diesen Kreisen des geistig arbeitenden Proletariats händler. Die Praktiken des Kunsthandels lehren es; und schärfer schaaren. Erfüllt vom Feldherrn- und Majestätsbewußtsein, die volle Wahrheit in die Deffentlichkeit. Manchem fröre vielleicht, als manche ästhetisch- philosophische Abhandlung, das ihm so besonders zu Gesichte steht, mustert er mit das Herz im Leibe, wenn er die ganze, schreckliche Wahr- erzählen die Schuldbücher mancher unserer Generalagenten Falkenaugen seine Truppen. Für erbarmungswürdigen heit erführe; die heiter obenauf schwimmen auf den Ge- davon, wie ein Dichter in Abhängigkeit geräth und wie Lohn haben sie sich dem Unternehmer zur Verfügung wässern, getragen von der Gunst des Glücks, der man dann den freieren Flügelschlag seines Könnens gestellt, Männer und Mädchen, und wenn ihnen der Protektion oder das eigene überragende Talent die niederhält. leibliche Mangel naherückt, so müssen sie sich mit Hoff- ficht und zählt jedermann; die Hunderte aber, die Man fabelt so gerne von der Elastizität der Künstlernungen auf eine bessere Zukunft nähren. Ein Futter, bei ertrinken, die sieht und zählt niemand. Je höher auch auf seele. Thörichte Romantik sieht im Künstler den Bürger dem niemand noch üppig geworden ist. Während die Garde der dem Gebiet der gesammten Kunstpflege die monopolifirende einer anderen Welt, der nach völlig anderen Gesetzen Fünfzig- Mark- Männer aufmarschirt so ungefähr stellt sich Gewalt des Großkapitalismus anschwillt, desto verheerendere walte und schaffe, als die übrige Menschheit. Man das Monatshonorar für das Proletariat des Künstlerthums- Wirkungen übt sie. Je mehr sich die Macht des Zwischenhandels ruft ihn zu: Erhebe Dich über die materielle während sie voll Sorge, ob sie in Gnaden bestehen werde, vergrößert, in je wenigeren Händen sich die Großagentur, Noth! Man pocht bei ihm auf ein Heldenthum, dessen sich vor dem Generalgewaltigen präsentirt, legt der Gebieter das Geschäft in Menschenwaare vereinigt, desto furchtbarer man selber mit keiner Faser fähig wäre und will die feine hohe, hohe Stirn in düstere Falten. Wie er die Front sind die Opfer, die von der edlen Gemeinsamkeit der Händler Wechselwirkung durchaus nicht begreifen, die von der abmarschirt, sieht sein Soldatenblick, der Frack einer seiner und Unternehmer verschlungen werden. Ein langes, langes materiellen Noth unablässig und unabänderlich auf den Fünfzig- Mart- Mannen sei nicht nach tadellosem Schnitt ge Rapitel ließ sich darüber verfassen und nicht in loser Charakter und die Schöpfungen des Künstlers übergeht. baut. Ein heiliger Zorn fährt in seine Glieder; hochauf Plauderei läßt es sich erschöpfen. Auch die Kunst hat ihre Und welch' andere Einflüsse müssen den Künstler vers wirbelt er den schneidigen blonden Schnurrbart und in Steservearmee der Ueberzähligen auf die Straße Geworfenen; bittern, der just noch mit prometheischem Troß in der Brust väterlich überlegenem aber gebieterischem Ton lädt er den und zur materiellen Noth gesellt sich unbarmherzig das das gegenwärtige Weltgebahren betrachten kann! Wie Miffethäter vor die Front. Mann," herrscht er ihn an, moralische Elend. Die Männer zahlen mit ihrer Würde werden mitunter die Zeichen ehrender Anerkennung ver Mann, Sie tragen die Uniform eines vornehmen Justituts, und ganze Frauenschaaren mit ihrer Ehre. Was heißt theilt! Es siegt, wer sich zum Günftling zu machen weiß. vergessen Sie das nicht! Wahren Sie die Würde Ihres da Vertrag und Recht? Spinnengewebe ist's, das Dem Dichter, der dem Machthaber zuzurufen versteht: Du Amtes und dieses Hauses! Bei mir muß jeder Mann so der Unternehmer mit einem kräftigen Athemzug entzweis herrscht aus eigenem Recht, du weißt die Truppen im Feld equipirt sein, daß er sofort die feinsten Elitefefte im Kour- reißt. Wie viele Existenzen mochte z. B. schon der Anfang und die Schiffe auf dem Meeere zu lenken, du begreifft, saal oder im Ballhaus besuchen könnte. Wie angegossen muß dieses Theaterjahres in Berlin niedergedrückt oder vollends was der Kunst frommt und dem Wissen", wird die goldene der Frack sitzen; der Mann halte auf einen guten Residenz- niedergeschlagen haben? Die Werbetrommel lockt, Ver- Kette um den Hals gehängt. Der Künstler, der schneider, und wenn er sich das Geld dazu sprechungen sind so wohlfeil. Den treibt es hinaus aus den Herrschenden nur bewundernd naht, wird ausgezeichnet. stehlen sollte." Niedergeschmettert durch das Donner provinzialer Enge. Der andere sieht frische Ruhmeskränze In Berlin tagt gegenwärtig ein Preisrichter- Kollegium; eine mort des Kommandeurs, wagte der Gescholtene einen Ein- vor sich. höchst traurige Versammlung. Sie soll die Künstler bewurf und stammelte: Halten zu Gnaden, aber das Stehlen Der Unternehmer winkt. Der Agent treibt zu. Kontrakt zeichnen, die auf der diesjährigen Kunstausstellung den gehörte bisher nicht zu meinen Gewohnheiten. Zu den formulare sind so billig und dann: Sie sichern dem Besitzenden Preis verdienten. Frau Vilma Parlaghi, die schöne meinigen auch nicht," erwiderte der Direktor mit Nach die Vorzugsrechte. Agent wie Unternehmer wissen wohl, sie Ungarin, soll mit der großen goldenen Medaille prämiirt druck und hoheitsvoll, das war nur eine gebräuchliche locken so viel Kräfte an sich, daß unmöglich eine Unterkunft werden. Die Preisrichter meinen zwar, der Preis Redensart. für alle gefunden werden könne. Aber sie werben immer sei unverdient; aber Frau Vilma Parlaghi hat Diese kleine Szene ist nicht etwa eine Karrikatur, die zu, frivol, gewiffenlos. Schon ist die Liste der Neu- ein Kaiserbildniß ausgestellt, daß das Entzücken von mir ersonnen worden wäre. Getreu, wie sie hier geworbenen über alle Maßen voll. Drei- und viermal der höfischen Gesellschaft bildet; und höfische Etia Wie wird wiedergegeben wurde, spielte sie sich vor wenigen Tagen überzeichnet haben die, die ihre Arbeitskraft einsetzen und flüsse drängen auf die Preisrichter ein. ab. Ete leuchtet tief in die Seele des bürgerlichen Unter- nun beginnt das Paschawert, die Auslese aus dem Ueber die Entscheidung fallen? Das beschäftigt die Berliner nehmerthums und wenn er sich das Geld dazu stehlen sollte." fluß. Die Wenigen besorgen das Geschäft der Auswahl, Künstlerschaft. Die übrige Welt wird sich nicht den Kopf Eine treffliche Redensart und sie ist lebhaft im Schwang die Vielen unterliegen einem hochnothpeinlichen Verhör. daruin zerbrechen. Die Preisrichter haben nur das Recht, bei den Arbeitgebern, die ihre Kunstsklaven züchten. Es ist Einer findet Gnade vor seinem Herrn und Richter; die vorzuschlagen, wer prämiirt werden soll. Die Bestätigung nichts Neues, was der erwähnte Bühnenleiter gesagt hat, anderen mögen getrost ihren unnüßen Interimsvertrag ist dem Kaiser vorbehalten. Die Jury hat früher schon aber selten wurde es mit so offenherzigem Zynismus zerreißen und gehen. Nicht einmal der Trost bleibt ihnen, manchen Künstler vorgeschlagen, den der Kaiser aus der ausgesprochen. Was in unvorsichtiger Laune hier nackt die Deffentlichkeit als Zeugen für ihre Fähigkeit anzurufen. Liste strich, um einen anderen an seine Stelle zu setzen. und brutal enthüllt wurde, das wird so ziemlich aller Orten Von den Proben werden sie fortgeschickt als unbrauchbar, So wurde der Marinemaler Salzmann preisgekrönt. Warum auf unseren vielgerühmten Kunststätten gepflegt. Außen das war in diesem Jahre keine vereinzelte Ausnahme, sollte so nicht auch Frau Parlaghi zur großen Medaille hui, innen pfui! Tausende um Tausende häuft der geniale das ist kein tendenziös entstelltes Bild. Nach kommen? Man möge sich nur daran gewöhnen, die Berliner Unternehmer aufeinander, Ordensband um Ordensband Dußenden werden fie fortgejagt ins Ungewisse. Was ihrer Kunstprämien etwas wie die Verleihung von Orden anfliegt ihm zu, als Anerkennung gekrönter Häupter; wenn harrt, ist in vielen Fällen ein Winter voll Grauen, zusehen, nicht wie eine Anerkennung, die der Künstler von die Muse in seinem der Prostitution sich vor- voll Entbehrung und Arbeitlosigkeit, voll Bettelei und noch Künstlern empfängt. nehmen Institut häuslich niedergelassen hat, wenn Schlimmerem, und so spielt Geschäftswillkür, die sich prozenAlpha. Kur- Bade- Anstalt und Massage bon H. Mania, Brunnenstr. 16. Dampf- und Heißluft- Kastenbäder, Wannen- und medizinische Bäder. Fuß-, Arm- und einzelne Glieder- Bäder ohne den ganzen Körper zu strapaziren. Lieferant und Masseur sämmtlicher Orts- Krankenkassen und freien Hilfskaffen. 54482* Dienstag und Freitag von 1 hr ab nur für Damen. 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Der Vorstand. 246/3 Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Bezirks- Versammlungen: für das werkthätige Volf. Herausgegeben von Emil Rosenow. Verlag des Sächsischen Verlagshauses ind ( Carl Hoffmann) Hainichen i. S. Unter Mitwirkung von Friedrich Thieme( Jena), Minna Kautsky( Wien), Leo Norberg( Wien), Bertha v. Suttner ( Schloß Hartmannsdorf), A. Otto- Walster( Dresden), Ernst Brausewetter( Berlin), Edmund Schröpel( Brünn), Georg Gärtner( Nürnberg) und vielen Anderen. Uebersetzungen aus der Litteratur aller Länder, darunter von Zola, Daudet, Maupassant, Kristofer Janson, A. Strindberg, Björnson, Korolenko, Dostojewsky u. f. w. Die erste Serie erscheint augenblicklich in 60 illustrirten Lieferungen à 10 Pf.( 24 Seiten auf gutem Papier). Jede Woche ein Heft. hochelegante geschmackvolle Einbanddecke.) Westen und Südwesten: nagben, September, Bormitt. 10 Uhr, Auch in zwölf Monate bänden à 60 Pf.( 120 Seiten, 5 Illustrationen; Norden: bei H. Werner, Bülowstraße 59. Montag, den 10. September, Abends 8/2 Uhr, bei Kelle, Schönhauser Allee 28. Montag, den 10. September, Friedrichsberg und Rummelsburg: Abends 8 Uhr, bei Peters, Rants und Schillerstraßen- Ecfe. Tagesordnung in allen Versammlungen: Vortrag. Diskussion. Berbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Tendenz des Werkes ist: den volksvergiftenden Colportageroman, welcher in hunderttausenden von Exemplaren auf den Markt gelangt und unendliche Verwüstungen in der Volksseele anrichtet, zu verdrängen und durch eine prinzipielle Romanliteratur zu ersehen, die das lichung der Jdeen und Einrichtungen der bürgerlichen Klasse. Das Werk ist vor allen Dingen für indifferente und Frauen- Kreise geschaffen und wandelt die Bahnen der modernen Literaturströmung und des Sozialismus. Moabit: Sonntag, den 9. September, Vormittags 9 Uhr, bei Lange, Volk zum Denken erzieht, fich aber freihält von liebedieneriſcher BerherrStromstraße 28. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Kollegen der Werkstatt Herrgesell, Wilhelmshafenerstraße, sind besonders eingeladen. Brauche der Bodenleger: Sonntag, den 9. Geptember, Vormittags 141/ 20* 10 Uhr, bei Schöning, Stallschreiberstr. 29. Besprechung über Lohn- und Arbeitsverhältnisse. Nichtmitglieder haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Bund der geselligen Arbeiter- Vereine Berlins n. Umgegend. General- Versammlung Fam Sonntag, den 16. Septbr., Vorm. 10 Uhr, Annenstr. 16: 1. Kassenbericht. 2. Statutenberath. 3. Aufn. neuer Vereine. 4. Bundesangeleg. Pünktliches Erscheinen Aller nothwendig. 93/4 Genossenschafts- Bäckerei für Berlin und Umgegend. ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.) Donnerstag, den 20. September 1894, Abends 8 Uhr, im Saale der Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Ordentliche General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung. 2. Borlegung der Bilanz. 3. Beschlußfassung über Mitgliedschaft. 4. Wahl eines Aufsichtsrathsmitgliedes. Rothe Mitgliedstarte legitimirt. Die Bilanz pro 1893/94 liegt von heute ab in unserem Komtoir, Müllerstr. 34, zur Einsicht aus. Der Vorstand: L. Freytag. H. Grashold. 88/6 Deutsch. Schneider- u. Schneiderinnen- Verband. Dienstag, den 11. September, Abends 8½ Uhr, in Hoffmann's Festsälen, Oranien- Straße Nr. 180: Grosse Versammlung.. Tages- Ordnung: 1. Die Verhandlungen auf dem Verbandstage in Erfurt und deren Ergebnisse. Referenten: Kollegen W. Schulze und J. Timm. 2. Diskussion. Bei den wichtigen Verhandlungen, namentlich der Konfektionsverhältnisse, ist es Pflicht aller Kollegen und Kolleginnen zu erscheinen. Der Vorstand. 218/8 Achtung! Gruppe Bekleidungsindustrie! Dienstag, den 11. Septbr., Abds. 8½ Uhr, im gr. Saal der Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Große öffentliche Versammlung der Schneider, Schuhmacher, Kürschner, Sattler, Tapezirer, Handschuhmacher, Lederzurichter, Färber, Textil- und Wäsche- Arbeiter. Tages Ordnung: Die bevorstehende Erfahwahl zum Gewerbegericht und definitive Aufstellung der Kandidaten. Die Arbeiter der genannten Branchen werden ersucht, in dieser Versammlung recht zahlreich zu erscheinen. Der Ausschuß. J. A.: L. Pfeiffer. Rixdorf. 138/6 Sozialdemokratischer Verein Vorwärts. Dienstag, den 11. September, Abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Kummer, Berlinerstraße Nr. 136: Große Versammlung. 略 Tagesordnung: 1. Vortrag über:„ Die technische Revolution." Referent: Genoffe Dr. Lux. 2. Diskussion. 3. Stellungnahme zur Arbeiter- SanitätsKommission. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. NB. Billets zur Urania" werden in der Versammlung ausgegeben. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 272/3 Von 8 Mart. 5 M. an " BillighterDetailverkauf für deutsche u. engl. eiserne Bettstellen u. Matrahen, Fabrit mit Dampfbetrieb. E. Sass. Detailverfauf nur köpenickerstr. 127, Hof pt. Illustr. Preiskourant gratis und franko. Sonntags geöffnet. Aus dem Inhalt der ersten Serie heben wir hervor: Frühlingsstürme! Gin Arbeiterroman in zwei Theilen von Emil Rosenow. Es ist ein Stück moderner Arbeiterbewegung, welches uns in diesem überaus flott und spannend geschriebenen Roman vorgeführt wird, dessen größter Vorzug der ist, daß sein Verfasser weiß, was er will und vor allen Dingen ein prinzipielles Buch geschrieben hat. Gleich einem frischen fräftigenden Winde durchweht die sozialdemokratische Weltanschauung daz Wert, ohne sich aufdringlich oder gesucht zu zeigen. Wenn einmal der Verfasser in der Schilderung seiner Individualitäten eine Pause macht, hört der Leser die moderne Arbeiterbewegung vorüberfluthen. Er sieht die Arbeiter im Lohnkampfe mit einem übermächtigen Kapitalisten und sieht, wie es ihnen schließlich gelingt, ihn im politischen Kampfe zu stürzen. Es ist lebendige Gegenwart, die sich uns in diesem Roman zeigt. Nach Sibiren verbannt! Erzählung aus dem Leben der russischen Buchhandlung Borwärts Beuthstr. 2, Berlin SW. prſtebenden 00 or Gewerbegerichts- Wahlen Zu den bevorstehenden empfehlen wir: Gewerbegerichts- Gesch. Textausgabe mit erläuternden Anmerkungen, einer Uebersicht des Inhalts des Gesetzes und alphabetischem Sachregister. Preis: Geb. 50 Pf., Porto 5 Pf. Bloße Tertausgabe: Preis 10 Pf., Porto 3 Pf. Die deutschen Arbeiter und das Gewerbegerichts- Gesch. Von Max Schippel. Preis 15 Pf., Porto 3 Pf. Nach einer geschichtlichen Stizze des Gedankens der Gewerbegerichte folgt eine eingehende Kritik des deutschen Gesetzes auf Grundlage der Forderungen der deutschen Arbeiterklasse im Vergleiche zur Willfährigkeit der Regierung gegenüber den Wünschen der reaktionären, lebensunfähigen Innungen. 274/14 Soeben erschienen und durch uns zu beziehen: Reise nach Jcarien. Bon E. Cabet. Aus dem Französischen überseht von H. Everbed. Eleg. geb. M. 2,50, Porto 30 Pf Eine alte deutsche Feuer- Vers.- Gesellschaft sucht für Berlin u. die Provinz thätige Haupt- u. Spezial- Agenten. Hohe fortlaufende Bezüge event. auch festes Gehalt werden zugesichert. Offerten unter 0. P. 2 nimmt die 2192* Expedition entgegen. • Verlag von F. Fontane& Co. Soeben erschien: Lassalline. Schauspiel in drei Atten von G.Bolle. Vierte Auflage. · Preis 50 Pfennige. Achtung! Bahnersatz, auch Theilzahlung, wöchentlich 1 Mart. Guckel, aufiber Blaz 2. 2634b Gesellschaft von Friedrich Thieme. Bei Veröffentlichung in Arbeiterblättern hat diese ausgezeichnete Darstellung russischer Willkürherrschaft ungetheilten Beifall gefunden, so daß wir mit dieser, vom Verfasser durchgesehenen und verbesserten Buchausgabe vielen Wünschen entgegenkommen. Die Schicksale der Mitglieder des Bundes der Freimüthigen, der unglücklichen Familie Sidorski, des charakterstarken Felix Volkhofsky vermögen jeden Leser zu interessiren. Namentlich die Schilderungen der russischen Judenverfolgungen, des Unter suchungs- und Verschickungssystems auf administrativem Wege, die Greuel der Gefangenschaft in Sibirien und der Zwangsarbeit in den Minen von Kara find meisterhaft gegeben. Dabei hat sich der Verfasser von sensationellen Uebertreibungen ferngehalten, so daß sein Buch durchaus lebenswahr ist. Roman aus dem Wiener Leben von Leo Norberg. Großstadt- Romane sind viele geschrieben worden, deren Verfasser ihre Unfähigkeit Charaktere und wirkliche Volkstypen zu zeichnen, durch selbstgefällige Hervorkehrung ihrer Lokalkenntnisse zu verbergen suchten. Der Verfasser aber, der längst einen Namen von literarischem Klang hat, fennt Wien wirklich. Er kennt nicht nur die„ Gesellschaft", er kennt das Wiener eben. Und so schildert er uns Typen. Adelige Nichtsthuer, deren Beschäftigung der Sport ist, raffgierige Kapitalisten, blasirte Lebemänner, die genußsüchtigen Damen der Bourgeoisie die ganze Wiener Gesellschaft" fin de siècle. Daneben sehen wir das zertretene Proletariat in feinem Kampf um die Existenz. Gleich der Beginn des Romans, der Gerüst einsturz an einem Neubau, aus dessen Trümmern man die Proletarier mit zerschmetterten Gliedern hervorholt, hat ernsten sozialen Hintergrund. Dabei zeichnet sich der Roman durch eine außerordentlich lebhafte Sprache aus und ist höchst aktuell. Die Drohnen der Gesellschaft! Roman von Kristofer Janson. Die Kinder des Millionärs. Autor. Uebersehung v. Ernst Brausewetter. Der berühmte norwegisch- amerikanische Schriftsteller ist in deutschen Arbeiterfreisen fast unbekannt. Er hat als Wanderlehrer und Vorkämpfer Novellist und Dramatiker in den Bahnen Björnson's. Obiger Roman ift für die sogenannten Volks- Hochschulen gewirkt und wandelt als Lyriker, eines seiner besten Werke, um nicht zu sagen sein bestes Werk. Es spielt in Minneapolis in Nordamerika und zeigt uns die Uebermacht eines strupellofen tapitalistischen Parvenüs und die völlige Rechtlosigkeit der breiten Voltsmassen. In spannender Weise wird hier die Frauenfrage, die Frage der geistigen Erziehung der Jugend, die Arbeiterfrage in freiheitlichem Sinne behandelt. Ein gewaltiges, packendes Wert, welches bei dem Leser einen tiefen Eindruck hinterläßt. Außer diesen Romanen veröffentlichen wir noch Beiträge von obengenannten Mitarbeitern und mußtergiltige ebersehungen aus fremden Zungen. Arbeiterbibliotheken und Vereinen ist die Anschaffung zu empfehlen. Kein gleichartiges Wert ist so reichhaltig wie das unferige. Anstatt des theuren und dabei werthlosen Kolportage- Schundromans sollte man in allen Arbeiterhütten die Romanbibliothek für das werkthätige Volk lesen. Bu haben in allen Buchhandlungen und bei allen Kolporteuren Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz. 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