Nr.6v2.36.Iahrg. Bezugspreis: Vi-rt-Ijährl. 10�0 Sit, monaSLS�O Bit frei ins Haus, voraus zahlbar. Post- bezug: Monatlich 3,30 Bit,«xkt gll- stellungsgebllhr. Unter Kreuzband filr Deutschland und Oesterreich-Ungarn k.7ö Mt, für das übrige Ausland 10,73 Mt. bei täglich einmal. Zustellung 8,75 Mt Postbestellungen nehmen an Dänemart Holland, Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Poft-Zeitungs-Preisliste. Der„Vorwärts* mit der Sonntagsbeilage„Volt u. Zeit* ericheint Wochen- täglich zweimal. Sonntags einmal. Morgen-Ausgabe. IZpksnnis) Telegramm-Adresse: »Sozialdemokrat verliu*. Derliner Volksblatt Anzeigcl�reiS: Die achtgespaltene Ilonvareillezeile lostet 1�0 M,, Teuer mrgszuschlag 60°, v »kiloine Anzeigen-, das fett- gedruckte Wort 75 Pfg. lzulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 50 Pfg. Stellengesuche und Echlafftellciianzeigen das erste Wort 85 Pfg., jedes weitere Wort tO Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50%. Familien■ Anzeigen, politische und gewerkschastliche Vereins» Anzeigen 1,60 Bit die Zeile. Aiizcigen für die nächste Nummer müssen bis S Ahr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlw SW 68, Lindenstraste 3, abgegeveu werden. Geöffnet»ou 0 Uhr jrüh bis ö Uhr abends. 2entralorgan der rozialckmokratlfcbcn Partei peutfcblands Reüaktion und Expedition: SW. 6$, Lindenftr.?. Fernsprecher: Amt Moritzplan» Nr. tälvv—»SRtt?. Dienstag, den ÄS. November 1S19. vorwärts-verlag G.m.b. h-, EW. 08,£inden|itt. 3. Ferusprrcher: Amt Moriiiplast, Nr. 117 53— 51. Der Kampf um öm die Luxuswaren-Umsatzsteuer. Nach den Beschlüssen der Kommission der Nationaldrr- sammlung soll das zur Beratung stehende Umsatzstenergcsctz neben einer allgemeinen Umsatzsteuer von i1!-, Broz. eine L u x u s M a r e n u m s a tz st e n e r enthalten. Tiefe Steuer soll 15 Proz. betragen und beim Hersteller der Waren, also in einem Stadium erhoben werden. Ivo die Ware in den Zirkulationsprozest eintritt. Nach den bisherigen Er- fahrungen bei der Steuerabwälzung kann damit gerechnet werden, dast die Steuer meist in doppelter Höhe ans der Ware liegen wird, wenn sie an den Verbraucher kommt. Anderer- seits kann nicht in Abrede gestellt werden, das; der Steuer- Hinterziehung, dem Schiebcrtuni und dem Schleichhandel Tür und Tor geöffnet würde, wenn diese Steuer erst am Ende der Warenzirkulation, also im Klcinvcrkauf erhoben würde. Soll das Reich zu der Steuer kommen und soll verhindert wer- den, daß wieder nur der legitime Handel Steuern einbringt. der Schicberhandel aber frei ausgeht, dann mutz, obwohl große Bedenken dagegen sprechen, die Luxuswarcnninsatzstcncr beim Eintritt in die Warenzirkulation erhoben werden. Wenn man aber weis;, daß auf dem Wege der Ware vom Erzeuger zum Verbraucher die im Warenpreis steckende Steuer bei jedem Warenumsatz eine inimcr größere Hohe erreicht, so muß nian natürlich äußerst vorsichtig fein im Aussuchen der Gegenstände, die der Luxuswaren- Umsatzsteuer unterworfen werden sollen. Die Regierungsvorlage hatte im§27 d je Waren zusammengefaßt, die als Luxuswaren gelten sollten und für die eine beim Kleinhandel zu erhebende erhöhte Umsatz- steuer von 15 Proz. erhoben werden sollte. Hier hat nun die Regierungsvorlage nach zwei Richtungen hin eine V e r- schärfung erfahren. Erstens ist die Liste der Luxuswa'ren erheblich vergrößert worden, und zweitens wird die Steuer nicht erhoben, wenn die Ware in den Verbrauch übergeht, sondern wenn sie in den Handel geht. Die Be- fürworter einer reckst großen Liste von Luruswaren begrün- beten ihren Standpunkt damit, daß in der höheren Bestene- rung der von den Reichen gekauften Waren eine Art sozia- lor Ausgleich geschaffen werden solle für die Umsatzsteuer auf Lebensmittel. Ich halte eine über den wahren Luxus hinausgehende Luxuswarenumsatzsteuer für ein völlig un- taugliches Mittel eines solchen sozialen Ausgleichs. Denn wenn der Begriff Luxus zu weit gesteckt wird, danix erfaßt man auch Gebrauchsgegenstände der breiteren Volks- masse und belastet auch die. zu deren Beruhigung die Luxus- warenumsatzsteuer erhoben werden soll. Ein Beispiel mag das zeigen. In dem ß 20 der Regierungsvorlage war vorgesehen, daß auf Waren, deren Verbrauch man als höheren Auf- wand ansah, eine erhöhte Unisatzsteuer von 10 von Hundert erhoben werden sollte. Darunter befanden sich neben vielen anderen Waren auch Textilware n und Hüte. Folgende Positionen führte die Liste der Vorlage auf Seite 2L— L3 an: Meterware: Spitzenstoffe und Spitzen, Stickereien. gemusterter Tüll; Posamentierwaren; Gespinnstwaren mit auf- genähter Arbeit aus pflanzlichen oder tierischen Spinnstoffen aller Art: steuerpflichtig bei lleberschreitung eitles ge- wissen Entgelts für 1 Meter. Andere Gewebe, ganz oder überwiegend aus Seide, K u n st s e i d e oder Wolle; Brokatstoffe, Samt oder Plüsch, samt- oder plüsch artige Gewebe, steuer- pflichtig ohne Rücksicht auf die Höhe des Entgelts. Abgepaßte Stücke aus Stickereien. Gespinnstwaren niit aufgenähter Arbeit, Spitzen uiid Spitzenstoffe. P o- samentierwaren. gemusterter Tüll, steuerpflichtig bei lleberschreitung eines bestiuimten Entgelts für ein Stück. Sonstige fertige Gegenstände ans Spinnstoffen, ganz aus Seide, Kunstseide, aus Samt oder Plüsch, samt- oder Plüsch- artigen Geweben, steuerpflichtig ohne Rücksicht auf die Höhe des Entgelts. Fertige Gegenstände aus anderen Gespinnsten, steuer- Pflichtig bei ll e b c r s ch r e i t u n g eines bestimmten Eni- gelts. Hüte: lackierte aller Art» Hüte ganz oder teilweise auS Seide, Kunstseide, aus Samt. Plüsch, samt- oder plüschartigen Geweben; Hüte aller Art mit Spring- federn, steuerpflichtig o h iv Rücksicht auf die Höhe des Entgelts. Andere Hüte steuerpflichtig bei Ucberschrei- � u n g eines bestimmten Entgelts für ein Stück. Im Ausschuß der Nationalversammlung ist bisher noch leine Entscheidung darüber gefallen, ob und welche iiU Kompromiß In Amerika wird ein lcidcnschastlicher, zäher Kampf um den Friedensvertrag geführt. Tic demokratische Partei hält in ihrer Mehrheit ihrem erkrankten Chef Wilson, dem Vater des elenden Fricdcnswcrkcs, die. Treue. Ihr Wortführer ist der Senator H i t ch c o k. Dem gegenüber stehen die R c p u b l i k a n e r. deren Haupt im Kampfe gegen die Bestimmungen des Völkerbundvcrtragcs � und des Friedensvertrages, der Senator L o d g c, eine Anzahl Von Demokraten an sich zu ziehen gewußt hat. Ter Streit geht tief. Wenn die seitwärts stehenden Demokraten hinter Lodgc bleiben, der auf jeden Fall ans Annahme der Vorbehalte besteht, kommt der Friedensvertrag für Amerika tatsächlich zu Fall. Tic Vorbehalte schließen in einer ganzen Reihe von Fällen dje Teilnahme Amerikas an den Bc- stimmungen des Völkerbnndsvertragcs und des Friedensver- träges aus, sie durchlöchern diese Verträge. Inzwischen bemüht sich Hitchcok, die Situation dadurch zu retten, daß er e i n K o m p r o m i ß versucht, durch das die bei Lodge stehenden Demokraten zur alten Mehrheit zurück- geführt werden sollen._ Eftnische Offensive gegen Petersburg. Aus R e v a l wird gemeldet, daß infolge des Regierungs- Wechsels in Estland die Verständigungspolitik gegenüber der Moskauer Sowjetrcgierung aufgegeben worden ist. Das neue Sammlungsministerium unter Führung von Jean Tönnison tritt für einen energischen K a m P f gegen die V o l s ch e w i st e n ein. Die ersten Wirkungen der Kursänderung machen sich bereits in einem besseren Ver- hältnis zwischen Letten und Esten bemerkbar. D i e En twaffnung der Jtldenitsch- Armee wurde r ü ck g ä n g i g g c m a ch t. I» Reval wird behauptet, daß der lettische Lberstkoiumandicrendc General Laidoner eine Ofscnsibe gegen Petersburg vorbereitet. Das lettische Heer befinde sich in vorzüglicher Verfassung. Tic Truppen sind gut diszipliniert und durch englische Lieferungen mit Geschützen, Munition und Ausrüstung ausgezeichnet ver- sorgt. Tic Nordwcst-Armcc soll reorganisiert werden und dann an dem geplanten neuen Fcldzug teilnehmen. Dänische Arbeite? für öeutsche Kinüer. Ter dänische Minister S t a u n i n g hat auf das Telegramm des Reichskanzlers auö Kopenhagen folgende Antwort gesandt: Habe Anfcnthaltecrlaubnis für eine neue Anzahl beut- scher Kinder hei dänischen Arbeitern für die nächste Zeit erwirkt. Es ist den dänischen Sozialisten eine Freude, an der Heilung der vom Kriege geschlagenen Wunden mitwirken zu können. von den vorstehend angeführten Textil- und Beklcidungs- waren der Luxuswarenumsatzsteuer unterstellt werden sollen. Gesagt muß aber werden, daß zu meiner nicht geringen lleberraschung, trotz der enormen Verteuerung dieser Waren, große Neigung besteht. Textilien von einer gewissen Preisgrenze a b unter die H e r st e l l c r st e u e r von 15 Proz. zu stellen. Gerade in der Bekleidung, so wird gesagt, soll ein großer Luxus getrieben werden, und der Mann in der groben Lodenjoppe würde es nicht verstehen, sagen die Befürworter des Steuer, wenn nian den Mann im Frack o d e r S in o- k i n g nicht höher versteurc. Ballkleider, Abendmäntel, Spitzenhosen, Dicnstbotenhauben. Stickcreitaschentücher, Frisier- inäntel und andere Bekleidungsstücke, ebenso gewisse Hüte, be- sonders solche aus Samt. Plüsch und Seide, sollen mit der hohen Steuer von 15 Proz. belegt werden. Nun soll nicht bestritten werden, daß in der Vergangen- heit viel sogenannter KleiderluxuS getrieben worden ist. Das war aber bei den früheren niedrigen Preisen für Tcxtilen ein billiges Vergnügen. Heute kostet der primitivste Anzug fünf- bis sechsmal mehr wie da- m a l s ein Smoking. Dazu kommt, daß nach dem großen Stcuerabfluß, der nun kommen wird, bei den heutigen hohen Preisen für Textilien eine allgemeine Einschränkung in der Anschaffung von Luruswaren eintreten wird. Aber ganz abgesehen von alledem: Will in a n nicht unsere ganze Konfektions-, Hut- und Putz- Warenindustrie einfach glatt totschlagen. dann darf manBekleidungsgegcn stände nicht der Luxus st euer unterwerfen. Denn was wird, wenn ein fertiges Bekleidungsstück von einer geivisseu Preisgrenze ab, oder ohne Rücksicht auf die Höhe deS Preises mit 15 Proz. der Umsatzsteuer belastet wird? Er wird nicht mehr im Laden g e k a u s t. Angenommen, ein Abend- mantel bis zu 500 Mark unterliegt nur der einfachen, der mit 550 M. aber der erhöhten Umsatzsteuer von 15 Proz. Da kommt eine Steuer von 82 M. hinzu. Der werden viele Käufe- rinnen ans dem Wege gehen dadurch, daß sie sich den Stoff und die Zutaten kaufen und eine Schneiderin ins Hans nehmen, die den Mantel herstellt. Und so wie in diesem Falle wird es in allen anderen Fällen gehen. Der Konfektionär, der Hutmacher, das Putzgeschäft, sie alle werden hinsichtlich der mit der hohen Steuer belegten Artikel die bittere Erfahrung machen, daß sie keinen Umsatz haben. Statt Luxus- waren zu verkaufen, bekommen sie Verlust- bringende Ladenhüter. Viele Damen werden sich nicht mehr die teuren garnierten Hüte kaufen, sondern die Zutaten und die Garnierung werden sie entweder selbst be- sorgen oder durch eine Putzmacherin besorgen lassen. Nun kam man und sagte, dieser wirtschaftlichen Ver- nichtung der Ladenbesitzer und Hersteller könne man vor- beugen, wenn man auch die Meterware der hohen Steuer unterwerfe. Bei der vielseitigen Verwendnngs- Möglichkeit solcher Meterware ist das eine Unmöglichkeit; es sei denn, daß man auch den Verbrauch solcher Meterware zu einem einfachen Kleidungsstück mit der Umsatzsteuer von 15 Proz. belegen will. Es ist selbstverständlich, daß sich in der sozialdemokratischen Fraktion kein Mensch findet, der einer solchen Steuer zu- st i ni m e n würde. Es kann nur gesagt werben, daß man sich bei dieser Luxussteuer schon auf die>v i r k l i ch c n Luxuswareu be- schränken muß, und daß man alles zu unterlassen hat, wodurch deuischeOualitätsarbeituntcrhohe G e l d st r a f e gestellt wird. Das geschieht, wenn man die besten Fertigprodukte unserer Hut- und Konfektionsindustrie unter eine so enorme hohe Fabrikatsieucr stellt. Bei den hohen Preisen f ü r d i c R o h st o f f c der Bekleidungsindustrie müssen wir b e- strebt sein, in das fertigeProdukt durch unsere kun st fertige Arbeit einen recht hohen Wert zulegen. Da müssen wir unsere Oualitütsindustrie e li t- wickeln und dürfen darum nicht Gesetze machen. durch die wir dieser Industrie im Inland den Markt für Qualitätsware entziehen. Hermann Krätzig. fiusnahmezuftanö in SiÄerfelö« Unter Beruiung auf ihre Ärbeitkwilligkcit hatten Vertrete? der Arbeiterschaft deS Anilinwerks in Wolfen bei Biiiei- feld verlangt, daß am Vußiage, einem gesetzlichen Feicitage, der Betrieb weitergeführt werden solle. Die Werkleiiung hatte dies mit Rücksicht auf die gesetzlichen Bestimmungen über die Sonntagsruhe nicht gestatten können. Darauf drang eine viel- hunderitopsige Menge in das uinfriedete Besitztum des DirettocS und zwang diesen unter Drohungen, die A r b e i l s st ä t t e n freizugeben. Das Ermtitelungsverfahren gegen die Haupt-- beteiligten ist im Gange. Zur Unterstützung der Ztvilbebörden bei Wiederherstellung der Ordnung haben jetzt Truppen der Reichswehr- brigade ISsFreiwilltgen-LandeSjäger-Korps) Wolfen besetzen müssen. Daraufhin trat die Belegschaft des AntlinwerkeS Wolfen in den Ausstand und verlangie die Zurückziehung der Truppen und die Aushebung deS gerichilichen Hastbefehls gegen den Rädelsführer Haar. Ohne jeden Grund ist die Belegschaft des Wertes Elektro I westlich Bilterfeld, auf dein ein Teil der Lichtver- sorgung Berlins beruht, ebenfalls in den Ausstand, mit dem sie schon seit mehreren Tagen gedroht hatte, getreien. Dadurch ergibt sich die Ge'ahr des Ersanscns der Grube und eine schwere Bc- drohung der Kraftlieferuug an die Reichöhaupiftadt. Unter dieien Umständen sah sich der militärische BeschlShaber genötigt, den A u S n a h in e z u st a n d über den Kreis B i t t e r s e I d zu ver- hängen, wozu er bereits am 21. November durch den Reichs- Präsidenten und den Reichswehnninister ermächtigt war. Keine Gefährdung der Kraftbeliefcrung Berlins. W. T. B. nieldet: Bei der großen Bedeutung, die die B i t t e r f e l d e r Werke, insonderheit das dortige Fcrnkraftwerk, auch für Berlin haben, ist es unbedingt erforderlich, daß dort alle Arbeitsstvrungcn vermiede» werden. Da sich in letzter Zeit etliche grundlose Meinnngsver- schicdenhiiten zwischen den Betriebsleitern und einem Teil der Arbeiterschaft zeigten und da Anzeichen dafür sprechen, daß solche Meinungsverschiedenheiten zu Gefährdungen dieser l e b c n S w i ch- tigen Betriebe führen könnten, werden, soweit dies crsorder- lich ist, alle notwendigen Maßnahme» getroffen. ES bleibt im übrige» zu hoffen, daß die Arheiterschaft von sich aus die notwendige Arbeitsdisziplin festhalten brziehnngswrisc wieder zu gewinnen wisse« wird. vor einer neuen Regierungskrise? Tie Beratung des BetriebSrätegesetzes im Ausschuß hat die K o a l i t» o u aufs neue erschüttert. Schon bei dem Eintritt der Demokraten in die Regierung bestanden wegen ihrer Stellungnahme zum Betriebsrätegesetz Schivicrigkeiteu, die das Zusammenkommen der Koalition sehr in Frage stellten. Die Demokraten wehren sich dagegen, daß dem Arbeiter ein Einblick in die Bilanzen der Unter- nehmungen gewährt werden soll. Sie befürchten daraus allerlei Ztachteile, die vor allem auf dein Gebiete der Kon- kurrenzfähigkeit liegen sollen. Nach den« jetzigen Stand der Verhandlungen kam: mit Sicherheit auf ein Kompromiß zwischen Zentrum und Sozial- demokratie gerechnet iverdcn. Die Haltung der Demo- f raten ist nach wie vor zweifelhaft. Sicher scheint aber, daß das Betriebsrätegesctz wenigstens im Ausschuß mit den Stimmen der Sozialdemokraten und des Zentrums an- genommen wird. Es besteht aber trotzdem Hoffnung, daß die Demokraten sich noch in letzter Stunde von der Not- wcndigkeit dieses Gesetzes überzeugen lassen und somit eine Regierungskrise vermieden wird. Tie demokratische Fraktion befaßte sich Montag abend in einer Sitzung mit dem Betriebsrätegesetz. Ein Beschluß über die Stellung der Partei wurde jedoch nicht gefaßt. tzdfferich berichtigt... Getreu dem gewohnten Gebrauch, Politik im Sinne des Z 11 zu machen, berichtigt Herr§ elf f er ich weiter: 1. Es ist unrichtig, daß Dr. Helfferich von Moskau aus irgeudwelckie.Angsttelegramine"' an das Auswärtige Amt gerichtet hätte. Richtig ist vielmehr, daß Dr. Helfferich von Moskau aus mit Nachdruck gegeu die Zusatzverträge zum Brester Frieden Stellung genommen und eine Politik des scharfen Ab» rückens von den B o l s ch e lv ist e n empfohlen hat, eine Politik, die den deutschen Vertreter erheblich größeren persönlichen Gefahren aussetzen muhte, als die von Berlin befohlene Politik des guten Einvernehmens mit den Bolschewiften. Also keine Angst telegrainme. Er nennt sie„Telegramme im Sinne der Politik des scharfen Abrückens von Moskau". Gcschmacksache. 2. Es ist u n r i ch t i g, daß Dr. Helfferich sich bei irgend- einent Mitglied der Bolschewlstenrcgierung nach der Zu» verlässigkeit der— übrigens schon vor seinem Ein- treffen— zum Schutze der Botschait gestellten Lettenwoche er- k u n d i g t habe. Richtig ist vielmehr, daß die Sowjet- regierung, nachdem in der Nacht zum t. August ein zweimaliger Angriff auf das Botschaftsgebäude versucht worden war, miZ eigenem Ermessen die Wachen verstärkte, und zwar durch Rotgaldistcu, deren notorische Untuverlässigkeit allerdings Anlaß zu Ausstellungen bei der russischen Regierung gab. Wer hier nicht sieht, daß der zweite Satz den ersten be- richtigt, soll sich sein Schulgeld wiedergeben lassen. Wir hätten Herrn Helfferich für klüger gehalten. 3. Es ist unrichtig, daß Dr. Helfferich sich bei seiner Abreise nach Berlin„seinen Zug nach einem anderen Bahn- hos schicken ließ als den, den er in der Moskauer Presse bekannt- machen läßt." Richtig ist vielmehr, daß Dr. Helfferich in der Moskauer Presse überhaupt nichts bekannimachea ließ und mit dem gewöhnlichen Kurierzug vom Moskauer Hauptbahnhof abfuhr. Schön. Wenn wir also behauptet hätten, daß die Be- nachrichtigung der Moskauer Presse als amtliche V c r- lautbarung geschehen wäre, müßten wir berichtigen. Wir sind auch gern bereit anzunehmen, daß die Information von der Waschfrau des Portiers der deutschen Botschaft ausge- aangen ist, um so mehr, als sie sich bestätigte. Herr Helfferich ist voni„richtigen" Bahnhof abgefahren, wo irr- tümlich der Zug stand, der nach dein„eigentlichen" Bahnhof, wo Herr Helfferich wartend saß, hätte hinkommen sollen. Herr Helfferich hat dann allerdings den Mut besessen, auf freundliches Zureden hin eine Autofahrt an? hellichten Tage— es war die erste und letzte— zu wagen. 4. Es ist unrichtig, daß Dr. Helfferich gegen die ohne seine Mitwirkung gegebene offizielle Darstellung der Gründe seiner Abreise von Moskau und die daran geknüpften Kommen- tare im August 1918 geschwiegen habe. Richtig ist vielmehr, daß auf das Verlangen Dr. Helsferichs der Staatssekretär des Auswärtigen Amts durch das Wolffsche Telegraphenbureau vom 28. August 1918 sine Erklärung veröffentlichen ließ, in der aus- drücklich festgestellt wurde, daß Dr. Helfferich Moskau nicht aus eigener Initiative, sonder» auf ausdrückliche Weisung des Staats- sekretnrS v. Hinbe verlassen hat: daß er serner es mehrfach ab- gelehnt hatte, die Verlegung der Botschaft lediglich aus Gründen seiner persönlicheu Sicherheit vorzunehmen; daß schließlich die Verlegung der Botschaft von Petersburg nach Plcskau nicht von Dr. Helfferich, sondern von dem Staatssekretär v. Hintze befohlen worden ist. Was haben wir behauptet? Nicht, daß Herr Helfferich aus eigenen Stücken laufen gegangen sei, wohl aber, daß man in Berlin die Notwendigkeit erkannte, Herrn Helffe- r i ch in? Interesse des Ansehens der deutschen Diplomatie?v i e d e r nach Hanse zu lassen. Welche Behauptung wir a.n frechtcr halten. Die Ziele öer Reaktion. Angesichts dcS unerwarteten Echos, das die reaktionären Demonstrationen und Provokationen gegen den UntersuchungS- ausschuß in den Arbeitermassen ausgelöst haben, kommt die rechtsstehende Presse wieder auf ihre alte Taktik zurück, zu versichern, daß niemand in Deutschland an Reaktion denke. Aber die Lügenhaftigkeit dieser heuchlerischen Versicherungen läßt sich doch nicht ganz verbergen und tritt mitten zwischen den beruhigenden Redensarten immer wieder an die Ober- fläche. So kann sich der Berliner„Lokal-Anzeigcr", der während des Krieges ein Hauptorgan der Schtverindustric wurde und jetzt eins der übelsten alldeutschen Hetzorganc darstellt, in einem Artikel, der das Bestehe:? einer Reaktion krampfhaft leugnet, doch folgende Sätze nicht versage??: Rühmen sich die Maßgebenden von heute, in Weimar die freieste aller Verfassungen zur Welt gebrach? zu haben, so konnte sich auch die Reichsverfassung von 1871 schon unter den modernen Völkern durchaus sehen lassen; wir haben uns ihrer wahrlich niemals zu schämen gehabt. Wer früher, aut ihrem Boden stehend, in„reaktionärem" Sinn tätig war, dessen Anstrengungen waren lediglich darauf gelichtet, das G leichgewicht zwischen Regierung und Bolls- gewalt in diesem oder jenem Punkte zu verschieben, eis? Beginnen, das ganz und gar nicht zur Unterdrückung des VolkSwillenS zu führen brauchte. Wer dagegen, auf dem Boden der beutigen Verfassung stehend, für die„Reaktion" ein- tritt, für den handelt es sich lediglich darum, out Grund der bösen Erfahrungen, die wir schon jetzt mit der völligen Unter- ordnung der Regierung?« unter die Volksgewalt gemacht haben, einen vcrnunftgculäßercn Zustand der Dinge herbeizuführen. Der reine, völlig u n b e s ch r ä» k t e Parlamentarismus, wie er jetzt in Teutschland aufgerichtet ist, kann lediglich den radiko- len Parteiführern zur Genugtuung gereichen, weil damit ihre wichtigste Programmforderung in Erfüllung gegangen ist. In diesen Worten liegt ein ungeschminktes Bekenntnis zur Rückwärtsrevidierung der Verfassung. Die von?„Lokal-Anzciger" so hochgepriesene Verfassung von 1871 bedeutete die Aufrechterhaltung des Obrigkeits- st a a t e s mit bescheidenen konstitutionellen Verzierungen. Das Wesen dieser Verfassung besteht darin, daß die Volks- Vertretung gar keine Mitwirkung bei Einsetzung oder Ab- setzung der Regierung hatte, deren Bestand allein auf„aller- höchstem Willen" beruhte. Lediglich bei der Abfassung der Gesetze hatte die Volksvertretung ein bescheidenes Mibcst?mmungsrecht, wobei sie aber in positivem Sinne nicht gegen die Regierung durchsetzen konnte, daß alle iXeichstagSbeschlüsse. falls sie der Regierung nicht paßten, vom Bundesrat in den Papierkorb versenkt wurden, was sehr häufig geschah. Die Stellung des Reichs- tages war in jeder Beziehung untergeordnet, er hatte kein Budgetrecht, er hatte nicht das Recht, sich aus eigenem Antrieb zu versanimetn usw. In diese Rechtlosigkeit der Volksvertretung will uns die Reaktion nach eigenem Eingeständnis tvieder zurücksteuer??— und da bestreitet sie noch ihr Vorhandensein!____ warum denn? Die rechtsstehende Presse wird nicht müde zu versickiern, daß die Verhandlungen des Untersuchungsausschusses für sie einen glänzenden Verlauf??eh???en. Jetzt hat der Verein der Deutschen Volksparte? in Dresden eine Entschließung angenommen, die sofortige Einstellung der Tätigkeit des Untersuchungsausschusses verlaugt und gleichzeitig ihr t i eff c s B e d a i: e r n über den Gang der bis- herigen Verhandlurlgen ausspricht. In der MitglieÄ'cha/t der rechtsstehenden Parteien scheint man danach das Ergebnis doch ivesentlich anders zu beurteilen, sonst würde man kaun? auf schleunige Einstellung der Verhandlungen dringen. Streikpropaganda bei öen Christlichen. Der Christliche Eisenbahnerverband hielt am 21. in Essen eine Versammlung ab. in der über die schwebend>n Tarifverhandlungen gesprochen wurde. Es wurde be- schlösse», daß die Verhandlungen umgehend erledigt werden müsien. In der Versammlung wurde für den Streik propagiert. Die Ausführungen fanden stürmischen Beifall. Ein Redner wie« darauf hin, daß, wenn am 1. Dezember die Verhandlungen nicht erledigt sind, dir Räder still stehen würde». Der Landtagsabgeord« nete Cloft. der die Versammlung auf die bedenklichen Wirtschaft- lichen Tatsachen hinwies, wurde niedergeschrien. verzögerter Abtransport von Kriegsgefangenen. Die Reichszentral stelle für Kriegs- und Zivil- gefangene teilt mit: Obgleich die Heimkehr der in Indien befindlichen deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen seitens der englischen Regierung bc- reits vor einiger Zeit grundsätzlich genehmigt worden ist, verzögert sich der Abtransport leider immer noch durch Schwierigkeiten, die bei Beschaffung des geeigneten Schiffsraums zu überwinden sind. Inzwischen ist die britische Regierung durch die übliche neutrale Vermittlung gebeten worden, die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, daß aus Gründen der Menschlichkeit den durch jahrelange Gefangenschaft körperlich und sselisch aufs äußerste niedergedrückten deutschen Kriegs- und Zivrlgefangenen in Indien bis zu ihrem Abtransport in die Heimat möglichste Freihe:t der Bewegung und sonstige tunlichst weitgehende Erleichte- r u n g ihres Loses gewährt wird. Die Einrichtung der Dampfer für die Heimschaffung der Ge- fangenen aus Japan wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, so daß sich der Abtransport erst im Dezember und Januar ermög- lichen lassen wird. Verhaftung amerikanischer Offiziere in öer Schweiz. (Drahtbericht unseres Baseler Korrespondenten.) Wegen Vornahme richterlilher Amtshandlungen in einem großen BetrugSiall zum Nachteil Amerikas durch Kriegs« lieferungen wurden in Zürich zwei amcrikiuiische Offiziere verhaflet und deren Dokumente beschlagnahmt. Zwischen der Schweiz und Amerika schweben deswegen diplomatische VerHand- l u n g e n. Der schweizerische Bundesrat hat sämtliche Ausweisungen deutscher und italienischer Arbeiter nach einem Protest deS schweize- rischen Gewerlschai:§bundeS sistiert. Gegen öle Verhetzung öer Schuljugend. Von Oberlehrer Dr. Erich Witte. Bei der Besprechung des Falles Leonhard in der Preußischen Landesversammlung sagte der Minister Haenisch, daß er mit aller Schärfe gegen die Schulleiter vorgehen wolle, welche die Jugend in deutschnationalem Sinne verhetzen. Diese Verhetzung kann aber nicht nur durch Teiiioustratioiien geschehen, sondern auch im Unter- richt selbst, der doch im Geiste der V L l l e r v e r s ö h n u n g(Ar- tikel 143 der deutschen Neichsverfassung) gegeben und parteipolitisch neutral sein muß. Tie Lehrer sollen nach einer soeben erlassenen ministeriellen Verfügung jede unmittelbare oder mittelbare Beeinflussung ihrer Schüler nach irgendeiner parteipolitischen Richtung hin streng vermeiden. In Betracht kommt hier besonders der Unierricht in der Geschichte und ver Staatsbürgerkunde. Wo hört aber Staats- bürgerkunde auf, wo sängt Parteipolitik an? Darüber sind die Ansichten verschieden. Jeder Lehrer ist der Ansicht, daß sein Unter- richt objektiv ist. Mancher Alldeutsche verschanzt sich hinter der Lehrfreiheit. Wie ich als Mitglied der Deputation für die äußeren Angelegenheiten der höheren Schulen Berlins weiß, ist es' vorge- kommen, daß ein Oberlehrer im Unterricht für den Völkerbund eintrat, sich also zu den Anschauungen der Mehrheit des deutschen Volkes bekannte und sich deswegen mit manchen seiner deutsch- nationalen Kollegen so entzweite, daß schließlich seine Versetzung beantragt wurde. Es ist also wie im Kriege. Wollte damals jemand einen Aufsatz im Sinne der Politik des Reichskanzlers ver- öffentlichen, so wurde ihm dies oft von der Militärzensur nicht gestaktet. Es müßten daher von dem Ministerium in einer besonderen Verfügung Richtlinien für den Unterricht in G e- schichte und Staatsbürgerkunde gegeben werden. Dies ist um so nötiger, als immer noch die alten Geschichtsbücher benutzt werden. Am Schlüsse der Verfügung müßte der Minister sagen, daß er große Achtung vor denjenigen Lehrern habe, welche es nicht mit ihrer Ueberzeugung vereinbaren können, in dem angegebenen Sinne zu unterrichten, und daß er bereit sei, ihnen Gewissens- konsiikte zu ersparen. Sie sollten daher ihrer vorgesetzten Behörde davon Mitteilung machen, damit sie in anderen Fächern unterrichten oder an eine andere Schule versetzt werden könnten. In diesem Falle würde die jetzige Regierung immer noch rücksichtsvoller als die alte handeln, die jeden absetzte, der sich zur Sozialdemokratie bekannte, selbst dann, wen» dies außerhalb der Schule geschah. Ein Berliner Direktor sagte in einer Versammlung des Berliner Philologenvereins:„Wenn wir setzt verdammen würden, was wir früher verherrlicht haben, und jetzt verherrlichen würden, was wir früher verdammt haben, würden wir mit Recht von unfern Schülern verachtet werden." Ich verstehe dies durchaus, aber so wie bisher geht es auf keinen Fall weiter. Es muß das schwer« Problem gelöst werden, das der Minister Haenisch durch die Frage ausdrückte:„Wie kann man die Jugend politisch bilden, ohne sie gleichzeitig parteipolitisch zu verhetzen?" Impressionistische Phantasiekunst. Bei Gurlitt(Potsdamer Straße 113) sind graphische Arbeiten von Corinth ausgestellt. sowobl Einzelblätter als auch die zusammenhängenden Zvklen des AB C" und der„Offenbarung Johannis". Unter den bildenden «ünsteir gilt die GriffeUunst mit Recht als diejenige, die dem Künstler die freieste Bewegung gestattet. Aller Erdenschloere und tausend technischer Hemmungen ledig, kann er sich in das Reich der Phantasie schwingen und seinen Mörchenträumen die reinste Ge- staltung geben. Vorausgesetzt, daß seine Phantasie in Märchen- ländern heimisch ist und seine Liniensprache die Fähigkeit besitzt, Uebersinnliches auszudrücken oder wenigstens im freien Spiel der Laune sich»nelodisch und anmutig zu tummeln. Wird ein eingeschworener Impressionist, dessen künstlerisches Streben stets darauf gerichtet war, die Welt in ihren äußeren ErscheinungSGrmen klar und restlos zu erfassen. diese Fähigkeit besitzen? Die Erfahrung lehrt, daß dieses nur bei ganz wenigen Auserwählten der Fall ist— ich nenne Max Klinger und Ludwig v. Hofmam:—, und die Ausstellung bei Gurlitt lehrt. daß Corinth zu dielen AuSerivählten nicht gehört. Bei der Griffel- kunst im höchsten Sinne einer Phantasie- und Stilkunst kann nie der Natureindruck das Material sein, au« dem der Künstler gestaltet. Selbst da, wo Natureindrücke die erste Anregung zum Schaffell ge- geben haben, müsien sie in der selbsttätigen Phantasie eine lolche Reihe von Umwandlungen erfahren, daß das Resultat eine voll- kommen freie, von allen irdischen Schlacken gereinigte Schöpfung ist. Zu solchen Höhenflügen ist der kraftvolle, aber schwerblülige und schwerfällige Naturalist Corinth nicht berufen. Seine Blätter, die die Buchstaben des Alphabetes spielerisch umranken oder zu den literarischen Visionen der Apokalypse ein Gegenstück in linearer Phantastik geben wollen, bleiben im besten Fall ausdrucksvolle Naturstudien und suggestive Impressionen, die mit allen Wurzeln im nüchternen Erdreich haften, ans dem auch die kräftigsten und mühevollsten Anstrengungen sie nicht zu erlösen vermögen. Bei Gurlitt hängen neben den graphischen Arbeiten einige ältere Oelgemälde CorinthS— darunter die mächtige„Versuchung deS heiligen Antonius"—, die den Beweis liefern, was dieser Künstler auf seinem eigentlichen Gebiet zu leisten vermochte. Wenn wir aber die Gedächtnisausstellung durchwaudern, die man im Künstlerbaus(Bellevuestraße' 3) für den verstorbenen Martin Brandenburg veranstaltet hat. so gewinnen wir nichts als den traurigen Eindruck eines von Anbeginn und durchweg verfehlten KüustlerlebenS. Ein Mann, der vorzügliche Akte und leidlich stimmungsvolle Landschaften zu malen verstand, dem aber jede Spur freier selbständiger Ein- bildungskrast mangelte und der sich trotzdem Zeit seines Lebens darauf versteifte, ein Phantasietünstler sein zu wollen, er ver- schmähte es, seine eigentliche nicht übermäßig starte Begabung zu pflegen, und versuchte krampfhaft alles Mögliche,� um zu dem in- brünstig erstrebten Ziel zu gelangen, daS seinen Fähigkeiten uner» reichbar war. So gibt er nie Kunst aus erster Hand, sondern stets AnempfundeneS, das mit überheiztem falschen Pathos oder ver» zierter und verzuckerter Grazie vorgetragen wird. Hat man beim Phantasietünstler Corinth den immerhin imposanten Eindruck eines tanzenden Elefanten, so schwebt mir hier das tragikomische Bild de? dämonischen DorsschulmeifterS vor Augen, der abends vor das Tor geht, mit ein Paar umgebundenen Schwanenslügeln dem schwindenden Abendrot nachfliegen will und bei jedem Sprunge in die Lust mit grotesken Kapriolen auf die Erde zurückplumpfl. Dr. John Schrkowski. Die drahtlose Telephonie in ihrer neuesten Entwicklung und ihren physikalischen Grundlagen auch dem Laien zu zeigen, hatten sich zwei Ex?>erimeiitalvorträge zur Aufgabe gemacht, die der durch seine populär- wisjenschastlichen Vorlesungen bekannte Physiler P a u ck im Institut für Meereskunde veranstaltet. Während der erste Vortrag sich hauptsächlich mit der Einrichtung und praktischen Vorführung von Tonsnnken- Stationen befaßte, stand im zweiten Vortrage ein neues kleines elektrisches Wunder im Bordergrunde. die sogenannte Glühkathodenröhre, eine Art Metallsaden-Lampe mit drei Elelcroden. Vermittelst ihrer kann der die Lampe durchfließende Strom durch einen außen mit ihm verteltelen zweiten Strom ge- steuert oder geregelt werden, und zwar in der Weise, daß seine Aenderungen den Schwankungen des ihm aufgedrückten Stromes, selbst wenn dieser unendlich schwach ist, völlig entsprechen. Durch diese Eigentümlichkeit hat die Kalhodenröhre in der Telesunken- »echni! eine io vielseitige Verwendung gefunden, daß der drahtlose Rachrichlenverkehr dadurch geradezu in völlig neue Bahnen gelenlr worden ist. Der Vortragende zeigte an praktischen Versuchen, wie gewaltig die Verstärkung der Empfangssignale ist, die sich durch die Kathoden- lampe erzielen läßt. Durch eine kleine Rahmen-Antenne von etwa 1 Meter im Quadrat, die über jedem Schreibtisch bequem Platz hat, kann man in Verbindung mit einem Röhrenverstärker die Funk- spräche sämtlicher europäischen Großstationen abhören. Besonders eindrucksvoll war es, al» der Experimentator mit einem noch kleineren Rahmen von etwa 30 Zentimeter Durchmesser ein aus den Huth'schen Telefunken-Laboratorien in der oberen Wilhelmftraße drahtlos gesandtes Gespräch abhören ließ, daß so laut und deutlich war, daß es noch in einiger Entfernung vom Empfang?» telephon gut zu hören war. Die ungedämpfte» elektrischen Schwingungen, wie die drahtlose Telephonie sie erfordert, werden gleichfalls durch Kathoden-Röhren erzeugt, wie durch eine große Reihe interessanter Experimente dargeian wurde. Ueber die bisherigen Erfolge und die verkebrSiechnische Bedeutung der drahtlosen Telephonie haben wir bereits wiederholt berichtet. Jedenfalls mußten auch die experimentellen Darbietungen der beiden Vorträge bei allen Hörern die Ueber, eugung erwecken, daß die drahtlosen Nachrichtenmittel im Berein mit ihren älteren metallenen Schwestern berufen sind, den Nachrichtenverkxhr aiif eine solche Höbe zu bringen, wie es kür einen schnellen Wiederaufbau unserer wirt- schaftlichen und politischen Verhältnisse dringend nötig ist. Ernst BarlachS Drama„Der tote Tag"(in Beilin durch Kayßl-r« gestaltende und schwunggebende Vorlesnng bekannt) wurde im L e i p z i g e r S ch a u s p i e l h a u S auf der Bühne erprobt. Trotz der eingehenden Arbeit Friedrich MärnerS blieb der PublitumS- erfolg aus. Die Tragödie schöpft aus dem Triebleben primitiver Menickheit und zeigt WesenSzüge, die auch dem Bildhauer Barlach eigen find. Tbeatcrchronik. Di« Neueinstudierung von Gerhart Hauptmanns Märchen.Und Pippa taiizt" un Deutschen Tbeater ist au, den 6. Dezember verschoben worden.— Im Kleinen Tbeater wird nach dem Luftsviel.Die Neuvermählten" an Stelle der erkrankten Dorothea AIdu das von Maro Zimmermann geleitete Kinderballett tanzen. Bortrane in»er Urania. Am Donnerstag und Sonnabend wird Enmia K o t t m a n n einen neuen Vortrag„Im Schwarzwald' halten. Am Mittwoch spricht Dr. Paul I es er ich an der Sandzahlreichcr Licht. Wlb« über„Nahrungsmittelsalschimgen in und nach der Kri-gSzeU". Wettervorhersage. Ueber dieses Thgma spricht(mit streichen Licht- blldern) Dr. V. Engelhardt am 21. November, abends 7'/, Uhr. ,m großen Hörsaal der Treptow-Sternwarte. �.. «us»er Republik der Wissenschastr». In die RechtSwissenschast. liche Fakultät der Universität Frankfurt a. SR. wurde R-chlSanwalt lÄcnoije Dr. H. Sinzheimer zum ordentlichen Honorarprojejjor sür Ärt>«U«rrecht beruse». die Rache für Scapa Zlow. Amtlich wird mitgeteilt: Ministerialdirektor von S i m s o n, der heute morgen ouZ Paris zurückgekommen ist. hat dem Kabinett über seine Pariser Verhandlungen Bericht erstattet. Seine Rückkehr erfolgte, weil in der Angelegenheit der Flottenversenkung von Scapa Fl»« neue Informationen nötig geworden sind. Alle Kombinationen? als hinge die Abreise des Herrn von Simson mit der Haltung des amerikanischen Senats zusammen, sind völlig gegenstandslos. Deutschland hat kein Interesse an der Verzögerung, sondern am Abschlug des Friedens. Damit werden auch die Andeutungen hin- fällig, als bedeute die Abreise des Herrn von Simson einen Ab- bruch der neuerlichen Verhandlungen. Herr von Simson holt sich also neue Instruktionen. Die Alliierten haben beschlossen. Deutschland dafür bühen zu lassen, daß England die waffenstillstandswidrig statt im neutralen Hafen im Hafen von Scapa Flow internierten deutschen Schiffe nicht so überwacht hat, als es nötig ge- Wesen wäre. Es steht zweifelsfrei fest, daß die deutschen Seeleute in Scapa Flow keinerlei Verbindung mit Deutsch- land hatten, daß sie die Schiffe aus eigenem Entschluß ver- senkt haben, daß England keinerlei Maßnahmen ergriffen hatte, um die von ihm internierten Schiffe in der erforder- lichen Weise zu schützen— dennoch soll Deutschland mit der Wegnahme der für die eigene Schiffahrt unbedingt not- wendigen Bagger-, Docks und anderen Einrichtungen b e- straft werden. Es tut sich die Frage auf, ob wir harmlos und gut- mütig und willig uns das letzte Hemd selbst vom Leibe ziehen und hingeben, oder ob wir eine Grenze im Auge haben, an der wir starr und unbedingt nein sagen. Es kann keinen: Zweifel mehr unterliegen, daß unsere Gegner beschlossen haben, nicht einen Frieden im Sinne einträchtigen Nebeneinanderlebens herzustellen, sondern uns um jeden Preis zugrunde zu richten. Tittoni zurückgetreten. Aus Rom wird gemeldet: Der italienische Außenminister T i t t v» i ist sowohl als Minister wie als Borsitzeuder der italienische» FriedenSdelegation zurückgetreten. Zu seinem Nachfolger ist Senator Srialoja ernannt worden. Innerpolitisthe Neuorientierung in Frankreich. _ In den Wandelgängen der französischen Kammer finden seit Witag Borbesprechungen statt, Sie auf die Verschmelzung der ein- zeliven politischen Gruppen zu zwei großen Parlamentär!. schen Blocks nach englischem Muster abzielen. Nach einem Havasbericht sollen auS den zahlreichen Fraktionen der Kammer eine demokratisch« und eine gemäßigte(toisiervativc) Partei ge- bildet werden. Den Demokraten sollen sich die unabhängigen So- zialisten, die Sozialradikalen, die Radikalen und die Linksrepubli- kaner anschließen, in der gemäßigten(konservativen) Partei wollen sich die Prvgressistcn und Liberalen(das heißt die nationalistischen Parteien) vereinigen. Die Verwirklichung dieses Planes ist erst beim Wiederzusammentritt der Kammer in Angriff zn nehmen, 'veil eichgültige Beschlüsse erst gefaßt werden können, wenn wieder alle Deputierten in Paris oitwesend sind. Grtsfremüe Arbeiter. Aus München wird uns geschrieben: Arbeit ist die Losung, die uns init Recht von allen Einsichtigen täglich als einzige Erlösung aus der jämmerlichen Gegenwartslage gepriesen wird. Erscheint es da nicht wie Höh,:, daß täglich in Deutschland Hundert«, vielleicht Tau sende von Arbeitswilligen aus ihrer Arbeit und ihrem Erwerb gerissen itnä> einem unsicheren Geschick preisgegeben werden, nur weil der Ort ihrer Arbeitsstätte nicht zugleich ihre HeimatSgemeinve ist! Die betreffende OrtSbehörde schreibt einfach an den Arbeit- geber:„Sie haben dies« und dies« Arbeiter oder Arbeiterinnen mit nächstem Kündigungstermin zu entlassen, da nicht ortscngehörig.' Rtlamationen der Firmen, daß die Betroffenen besonders tüchtige und eingeübte Kräfte sind, werden ohne weiteres abgewiesen. Ein besonders nettes Stückchen hat sich eine hiesige Behörde geleistet, die auf die Bitte eines Chefs, ihm doch seine Arbeiterinnen zu lassen, da der städtische Arbeitsnachwels ihm aus wiederholtes Ersuchen keine Facharbeiter schicken konnte, um die überrwinmenen Aufträge zu bewältigen, kategorisch erwiderte,„die Firma möge dann eben nicht mehr Aufträge übernehmen, als sie Arbeitskräfte habe!" Ist das nicht ein« verständnislose Beschränktheit der zuständigen Stelle, die ans Verbrecherische grenzt bei der heutigen Lage unseres Ar- bettsmarktes? Und der gleiche Fall, der dem Berliner oder Dresdener Arbeiter in München geschieht, trifft den Münchner in Berlin und trifft Tausende im ganzen Land. Wäre es da wicht eine Lösung, auf die vielleicht nur darum noch keine der leitenden Stellen verfallen sein mag, weil sie so verblüffend einfach ist: Nämlich— Listen- a u S t a u s ch. Schön, ihr habt in Berlin 2000 Münchner, tüchtig und geschickt an ihrer Arbeitsstelle, die herausgerissen, in ihrer Heimat vielleicht Wochen und Monate nach einem neuen Erwerb suchen müssen, außerdem mit den U-bersiedlungskosten belastet werden und mit ihrer Heimfahrt die überfüllten Eisenbahnzüge noch mehr belasten — behaltet sie in Berlin, wenn die Stadt München sich verpflichtet. dafür 2000 Berliner, denen das gleiche Schicksal droht, in ihrer ArbeitLfdelle zu lassen! Thekla Siorra. Der neue Kurs. Wir erhalten folgende Zuschrift: Auf die Bekanntmachung deS Reichsfinanzministeriums meldete ich mich zum Lehrgang zur Ausbildung von Reichs- finanzbeamten. erhielt auch Bescheid, daß ich zum Kursus zugelassen sei und mich in der UniversüSt zu melden hätte, wo alle« Nähere bekanntgegeben würde. Leider mußte ich dort die betrübende Erfahrung machen, daß die Kurse täglich von 9—1 Uhr stattfinden, dadurch wäre ich genötigt, meine Stellung auf- zugeben. Da ich kein Vermögen besitze, um zirka fünf Monate aus der Tasche leben zu können, war ich genötigt, meine Be- Werbung zurückzuziehen, ähnlich dürfte eS vielen Kollegen aus Handel, Industrie usw. ergangen sein. Ich frage nun: Sollen die vermögenslosen KursuSteilnehmer die Erwerbslosenfürsorge in Anspruch nehmen, oder gedenkt das ReichSsinanzministerium den Betreffenden ihr bisheriges Einkommen für die fragliche Zeit zu zahlen? War keine Möglichkeit, den Kursus in den späten Nachmittags- oder Abend st unden abzu- halten? Das Reichsfinanzministerium mußte sich doch darüber klar sein, daß eS heutzutage für vermögenslose Leute aus Bank, Handel usw. ein Unding ist, b Monate ohne Einkommen durchzuhalten. Ich habe daher die Auffassung, daß diese Stellen lediglich ehemaligen Offizieren und Militäranwärtern offen gehalten werden sollen— oder sollten Sinekuren für Kapitalisten geschaffen werden? kleine politische Nachrichten. Ter Untersuchungsausschuß über Belgien. Der parlamenta- rische Untersuchungsausschuß beschloß, vorerst das gesanrtc Anklage- Material.der Entente über Belgien, soweit es durch Kauf möglich ist, zu beschaffen, vor allem das Welbbuch der französischen Regie- rung, das in Deutschland nur in ganz wenigen Exemplaren vor- handen ist. Sodann soll bei der Sichtung des Gesamtmaterials erst entschieden werden, welcher Punk: zuerst zur Verhandlung gelangen soll. Welche Zeugen zur Vernehmung gelangen werden. hängt davon ab, ob mit dem Franktireurkrieg, den Deportationen oder den Zerstörungen begonnen wird. RauS mit den Preuße»! Das Münchener Polizeipräsidium sieht in Uebereinstimmung mit der bayerischen Regierung und den militärischen Behörden, die bis zum 1. Dezember die BefeblSgewalt haben, jeden Nichrbayern, also auch Deutschösterreicher, als Ausländer an und schiebt sie ab. So werden z. V. auch gegen 1000 preußische Studenten München verlassen müssen. Ein überflüssiges Verbot. Wie die„Welt am Montag* mitteilt, wollte Andreas Latzko am Sonn tag mittag aus seinen tväh- rend des Krieges verbotenen antimiltarrstischen Schriften vorlesen. Die Vorlesung wurde unter Berufung auf» den Totensonntag verboten. Dies« Verfügung erscheint uns recht überflüssig; unseres Erachtens sollte die Rücksicht auf Totensonntag, Bußtag usw. über- Haupt nur so weit gehen, daß jede Störung des religiösen Empfin- dens der Bevölkerung unmöglich gemacht, im übrigen aber möglichst wenig in andersartige Veranstaltungen eingegriffen toerden. Der Zensor im Rheinland. Die„Leipziger Volks- z e i t u n g* ist in der belgischen Besatzungszon« ohne Angabe von Gründen aus unbestimmte Zeit verboten worden. „Brich dem Hungrigen dein Brot." Zu dem in Nr. 076 unseres Blattes unter obiger Spitzmarke mitgeteilten Bericht aus Schwelm wird uns geschrieben, daß es sich um eine Tagung der Prodi n- zial-, nicht der Kreissynode gehandelt habe. Die Mehr- belieferung mit Fleisch sei auf ein„Versehen* des LcbenSmittelamtö zurückzuführen. Von der Beschlagnahme durch den Arbeiterrat sagt die Erwiderung übngenS kein Wort. Vielmehr bestätigt sie die echt christliebe Aeußerung aus einem der ersten Kriegsjahr«, man solle, wenn der Magen knurre, ein Glas Wasser trinken — ein jedes Glas sei ein S ch u ß für einen Engländer— dahin, daß sie die Aeußerung als die einer— wissenschaftlichen Autorität erklärt. Na also! Im übrigen hoffen auch wir— wie die einsendende Provinzialsynode—, daß die Blätter, die unseren ersten Artikel abgedruckt haben, von dieser Bestätigung ausführlichen Gebrauch machen werden. ID. verbanöstag öer Lithographen unö Steinörucker. Magdeburg, 22. November. Vierter Berhandlungstag. In der Diskussion über die Neuordnung des Statuts sprachen Wurtzel(Hamburg), Rebholz(Köln), Peter(Hannover), Rüther (Leipzig), Ulrich(Hamburg), van Dyk(Hamburg), Hensel(Frank- furt jt. M.). Pritschow(Dresden) und andere. Es wird beschlossen, die Staffeltarife abzulehnen und die 26wöchige Karenz- zeit auszuheben. Der Antrag Hamburg auf Liquidierung der In- valiben- ud Witwenkasse wird abgelehnt; es wird beschloffen, die Unterstützung bis zum Lebensende zu gewähren. Die Kommission wird nach diesen Richtlinien das Statut beraten. Zum nächsten Punkt:„Unsere Aufgaben in der neuen Zeit" spricht Haß(Berlin): Die Revolution hat die Aufgaben vergrößert. Die Gewerkschaften stehen noch heute auf dem Boden des Klassen- kampfes.» Zur Führung dieses Kampfes müssen die Gewerkschaften erhalten bleiben. Der Kamps geht jetzt um Mitwirkung und Mitbestimmung, um die Betriebsdemokratie. Die Tarifpolitik war ein Schritt dazu. Die einzelnen Gewerffchaften müsse» sich zum graphischen Jndustrieverband zusammenschließen, um die Kampf» kraft zu stärken. Jetzt liegen die Satzungen des Graphischen Bundes vor, die die Grundlage zun: gemeinschaftlichen Zusammenarbeiten bilden sollen. Die Satzungen de? Graphischen Kartells sind die Richtlinien für die Zusammenarbeit der örtlichen graphischen Ver- waltungsstellen. Es würden jetzt die Forderung der Verkürzung der Arbeitszeit und die Forderung einer Teuerungszulage für das ge- samte graphische Gewerbe gemeinsam vertreten toerden müssen. Bei dem Entwurf des Betriebsrätegesetzes wäre es besser gewesen, wenn die Regierung großzügiger gehandelt hätte. Die Be- triebsräte dürfen jedoch nicht die Grundlage zu neuen Organ:- sationen bilden, wie es die Vertreter des Graphischen Blocks wollen. Diese Leute lassen sich von rein parteipolitischen Jnter- essen leiten. Sie haben sich meistens nie mit Gewerkschaftöpolitik beschäftigt. Das Rätesystem der Filmgewerkschaft ist überholt. Die „Metallarbener-Zeitung* ist nach der Neuwahl rein politisch ge- worden. Die Weiterftihrung dieser Taktik ftihrt zur Zerstörung selbst der größten Gewerkschaften. Wir müssen daran arbeiten, die Arbeiter von Trugbildern zu befreien. Wir müssen daran mit- arbeiten, daß die Betriebsräte weitgehendste Rechte bekommen, daß sie aber auch nur im Einvernehmen mit den Gewerk- sch asten arbeiten. Auf diese Weise können wir sehr viel dazu beitragen, die Einführung des Sozialismus zu beschleunigen. (Beifall.) Alb recht(Berlin) führt« als Korreferent aus: Wir fordern den Umbau der Gewerffchaften zu kampfkräftigen Jndustrieorgani- sationen. Der Weg deS Verbandsvorstandes ist zu schwierig. Die Bildung des Graphischen Bundes ist ein Angstprodukt der Verbands- vorstände. Wir brauchen Massenorganisationen. Eine Betriebs- demokratie bringt uns doS Betriebsrcitegffetz nicht. Die Mitbe- sirmmung der Arbeiterschaft in allen Fragen ist notwendig. Die Arbeiter müssen in der Mitarbeit reif werden. Mr fordern das weitgehendste Mitbe st immungsrecht für die Mit» glieder, das jetzt durch die VerbamdSboamten beschnitten wird. Dem Rätegedanken müssen wir das Gute abgewinnen.(Sehr richtig.) Der Graphische Block hat den Gedanken des Jndustrieverbandes indirekt gefördert. Wir wollen keine Zersplitterung der Gewerkschaften, aber die Ausdehnung der Rechte der Mitglieder.(Beifall.) S e i tz(Buchdrucker): Beide Vorredner wollen im Endziel da?- selbe. In diesen unruhige» Zeiten müssen wir langsam und mit Bedacht arbeiten. Von dem Graphischen Bund werden wir ganz von selbst in den Graphischen Jndustrieverband hineinwachsen. Ein Angstprodukt ist er durchaus nicht. An der Mitarbeit der Buch- drucker soll es nicht fehlen. Die ArbeitSzeitverkürzuiig werden auch wir fordern.(Bravo.) Puch er(Hilfsarbeiter): Die Hilfsarbeiter sind so gewachsen, daß sie jetzt im Graphischen Bund mitarbeiten können. Den Zu- sammenhalt der graphischen Arbeiter müssen wir auch in den ein- zelneu Betrieben fördern.(Beifall.) Luther(Buchbinder): X ie Notwendigkeit des Zusammenschlusses erkennen auch wir an. Di- heutigen Verhandlungen geben nrir die Zuversicht, daß wir auf dem Wege dahin sind. Die Meinungsverschiedeuheitcu werden jich mehr und mehr ausgleichen. Die Debatte beschäftigt sich vorwiegend mit dem Betriebsräte- gesetz und dem Jrtdustrieverbarid. Es wird zum Ausdruck gebracht, daß der Entwurf des BetricbSrätcgesetzes den berechtigte:: Forderungen der Arbeiter nicht entspricht. In die Aussprache greift auch K u o l l, Mitglied der Generalkommission, ein, der in eindringlicher Weise daraus hinweist, daß Deutschland in all seinem Handeln abhängig fei von dem Willen der Entente. Durch Schlußantrag wird die Debatte, die sich über den ganzen Tag erstreckt, beendet. Die Verhandlung wird dann alif Senntagvormittag vertagt. Fünfter Bcrhandlnngstag. Zum Schlußwort erhält als erster A l b r e ch t(Berlin) da? Wort: Wir tonnen den Graphischen Bund nicht als ersten Schritt zum Graphischen Jndustrieverband ansehen.. Der Verbandstag muß die voritegenden Satzungen des Bunde« verwerfen und den Berbandsvorstaiid beauftragen, neue Verhandlungen zur Bildung des Jndustrieverbandes in die Wege zu leilen. Die deutiche Revolulion war ein Zusammenbruch des Alten, aber deshalb ist auch dos Neue so schlecht. Die Einberufung der Nationalversanim» lung war eine reaktionäre Tat. Wenn alle Arbeitslosen eingestellt werden, wird sich die Produktion genügend beben. Die Wahlen in Frankreich lassen sich erst beurteilen, wenn die Stimmenzablen vor- liegen. Das Betriebsrätegesetz mutz ausgebaut werden bis zum Aeußersten, damit der Sabotage der Unternehmer entgegengewirlt werden kann. Haß(Berlin): Zwischen dem Korreferat und dem Schlußwort deS Kollegen Albrecht liegt ein wesentlicher Unterschied. Er ha: alle politischen Gegensätze hervorgekehrt. Die Resolution Albrcchr können wir nicht annehmen. Sie will die Anerkennung der Politik des Graphischen Blocks. Wir können Krastmeiertun: nicht mitmachen. Uns genügt der Graphische Bund auch nicht. Wir haben aber erreicht, baß in absehbarer Zeit im gesamten graphischen Ge- werbe eine gemeinsame Gewerkschaftspolitik ge- trieben wird. Wenn wir den Graphischen Bund verwerfen. stehen wir vor dem Nichts. Die Arbeiterichaft muß zum Karnpr erzogen werden. In diesem Stadium der Entwicklung können wir die Unternehmer nickt ausschalten. Lenin hat selbst in Rußland das kapitalistische System wieder einführen miissen. Die Betriebs- räte können sehr wohl die Betriebsdemokratie durchfühlen, die den Sozialismus vorbereitet. Kn o l l(Berlin): Gegen die Unternehmersabotage sind Vor« kehrungen getroffen. Es ist unverständlich, daß die Gewerlschaflen sich noch so wenig mit der Frage„Friedensvertrag und Arbeiterklasse* beschäftigen. Redner weist dann nach, daß die Erfüllung des Friedensvertrages die Errungenschaften der Revolution ernstlich ge- iährden würde. Nur eine einige und geschlossene Arbeiterschaft kann das Aergste Verbindern. Eine Resolution Albrecht(Berlin) wird gegen 1s Stimmen abgelehnt. Die Resolution des Verbandövorstandcs fordert den Zusammenschluß der Gewerffchaiten zu� Industrie- verbänden und erklärt, daß der Verbandstag die Bildung deS Graphischen Bundes n»r als ersten Schritt dazu billigen kann. Weiter wird gefordert, daß die Betriebsräte weitgehende gesetzliche Rechte zur Durchführung der Betriebsdemokratie erhalten und daß der Verbandsvorstanv für die als Betriebs- oder Arbeiterräie täligen Kollegen'WeiterbildungSmöglichleiten schaffen soll. Diese Resolution wird mit allen gegen 8 Stimmen angenommen. Hänlein(Berlin) spricht über „Die Internationale und unsere Stellung". Der Krieg hatte die Internationale unserer Organisation zum Zu- sammenbruch, gebracht. Das Internationale Gewerkschafjsbureau wurde während des Krieges nach Amsterdam verlegt, die Organiia- tionen der Ententeländer schufen später in Paris ein gesondertes Bureau. Während deS Krieges fanden verschiedene Konferenzen statt, die sich mit den Arbeiterforderungen bei den Friedcnsver- Handlungen beschäftigten. Die internationale Arbeiterschaft muß sich in der gewerkschaftlichen Internationale zusammenfinden zur Versöhnung. Die Wiederaufnahme des internationalen AuSkunfrs- wesenS wird sich erst nach und nach durchführen lasten. ES ist dringend zu wünschen, daß der internationale Kongreß die Er- starlung deS BersöhnungSgedankenS zum Ausdruck bringt und neue Zukunslsarbert leistet.(Beifall.) Rebholz(Köln): Die Aus- führungen deö Kollegen Knoll über den Friedensvertrag können wir verstehen, denn wir fühlen im besetzten Gebiet die Härte des SiegerS. Man ist bei uns der Auffassung, daß bei Nichterfüllung deS Friedensvertrages das Rheinland und Westfalen dem Reiche verloren gehen. Diesen traurigen Talsachen müssen wir inS Auge sehen. Die Besatzungsbchörden hindern uns an der Ausübung unserer gewerkschaftlichen Tätißkeit. Dabei verfahren die Engländer und Amerikaner noch nach« sichtiger als die Franzosen und Belgier. Wir brauchen die Internationale, van Dijk(Hamburg): Die Wieder- aufnähme der internationalen Beziehungen wird schwierige Arbeit erfordern. Die deutsche Arbeiierichast muß dabei vom Aus- land unterstützt werden. Sillrer(Berlin): Der neue Zusammen- schluß der Internationale ist eine dringende Notwendigkeit ge- worden. DaS Sekretariat muß in ein neutrales Land verlegt werden. Zum Internationalen Kongreß sollen sämtliche Länder eingeladen werden. RöllofS(Holland): Unser Beruf muß die internationalen Beziehungen vor allein ausnehmen. Die deutschen Kollegen werden von den holländischen Kollegen auch finanziell unterstützt werden.(Bravo.) Deutschland muß auch in Zukunft der Sitz der Internationale bleiben, denn Deutschland wird in unserem Beruf die sührende Stellung wieder einnehmen. DaS Schluß- wort hat H ä n l e i n(Berlin): Bisher konnten wir die internalionaleir Berichte über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse wegen der unsicheren Weltlage nickt zusammenstellen. Dem Kollegen RöllofS danken wir für die uns zugesagte Unterstützung. Wenn einsolcherGeistdic ausländischen Bruderorganisationen beherrscht, dann brauchen wir um die Zukunft nicht bange zu sein. Eine Resolution, die die Freigabe der in Frankreich befindlichen Gefangenen fordert und die internationale Arbeiter- schafl zur Unterstützueg dieses Befreiungswerkes aufruft, wird einstimmig angenommen. Zun, internationalen Kongreß wird der Verband zwei Vertreter delegieren. Nach der Mittagsvause teilt der Verbandstag in eine längere Aussprache über die Neueinstellung von Verbandsbeamten ein, an der sich eine große Anzahl der Delegierten beteiligt. Es lvird Deutsche Spar- prämienanlethe 1$ 1$ ' jährlich 10 mal Hauptgewinne 1»000»000 Mark Erste Gewinnzkehung im Marz 7 9 2 0 BcfiSroiTeM, für Leipzig einen Beamten anzustehen. Der Haupt» borstand wird durch zwei Beamte verstärkt. Für die Gaue Frank- furt a. M. und Nürnberg wird je ein Gaubeainier angestellt. Die Gehaltssätze der Verbandsbeamten werden neu geregelt. Die Verhandlungen werden darauf auf Montag früh verlagt. HewerklihaflsbewMng die Werbetremmel öer Syndikalisten. Dieser Tage wurde ein in Flugblatlform gehaltener Sonder- obdruck aus dem.Syndikalist" verbreitet, mit dein die neue Ge- werkichastsrichlung Proselytcn zu werben hofft. Es ist eigentlich falsch, wenn man vom Syndikalismus als von einer neuen Richtung spricht; sie ist eine längst überwundene Strömung, die lediglich in dieier Zeit der größten Begriffsverwirrung in den Reihen des Pro» letariats auf neue Tage zählt. Denn daß die geschulte Arbeiter- klaffe zu einer überlebten Form der Organisation zurückkehren und stch erneut längst abgetaner Schlagworte bedienen sollte, wird selbst der revolutionäre Stürmer unserer Tage nicht annehmen wollen. Rückfälle in überlebte Epochen kann es für den mit dem EntwicklungS- gedanken vertrauten Gewerkschaftler nicht geben. WaS Wunder, wenn die zu neuem Leben aufgerufenen Cyn- dikalisten sich zunächst an die durch den letzten Streik verärgerten Metallarbeiter wenden und deren Mißstimmung gegen ihre Streik» leilung für die neue Organisationsform auszunutzen suchen? .Diese radikalen Phrasendrescher," heißt eS in dem Flugblatt, die nur ihr Parteisüppchen kochen wollen, die die Gewerkschaften als Anhängsel ihres politischen Irrglaubens benutzen, um damit ein parteipolitisches Staatswesen zu etablieren, können es nicht ehrlich mit der Befreiung der Arbeiterklasse meinen." Und daß die Syndikalisten die Beschlüsse des Stuttgarter Ver- bandötages nicht als den Inbegriff radikaler Weisheit betrachten, geht aus folgendem Erguß hervor: Was hat man nicht alles den Metallarbeitern vor..Stuttgart" versprochen? Was ist gehalten worden, wie ist das Resultat? Mehr SelbstbestinimungSrecht, mehr Milbestin�niungSrecht, man würde den Rkeiallarbeiterverband umforinen zu einer Kampf- organisation usw. usw. usw. WaS hat man nach Hause gebracht? Eine wunderbare Resolution snicht einmal neu, aber da» würde ja nichts schaden, in der von der Erweiterung statutarischer Rechte. Selbst- und MilbestiinmungSrechten und anderen schönen Dingen die Rede ist, loarde einstimmig angenommen. Am S. Verhandlungstage bei der Statutenberalung fehlte die vor- geschriebene Zweidrittel-Mehrbeit. Während es früher einer dreimonatigen Anmeldung eine? Streike? beim Hauptvorstand bedurfte, genügt jetzt schon eine einmonatige Anmeldung. Früher wurde dann die Sanktion ohne weiteres gegeben. Jetzt in einer revolutionären Zeit, von einer.oppositio» nellen, revolutionären unabhängigen Führer- schaft' geleithammelt, wird erst dann die Erlaubnis erteilt, ivcnn die Arbeiter alle SchlichtungsauSschüffe, alle ÄchiedsgerichiSverfahrcn und sonstige vorgeschriebenen VerHand- lungssormen durchkrochen haben. Diese Statutenänderung wurde einstimmig angenommen. Auch ein Erfolg! Die Metall- arbeiter können zufrieden sein, sie können ruhig schlafen, die .Führer" werden wachen. Muß das immer so bleiben?" Das Flugblatt schließt mit der Aufforderung zum Austritt au? den Zentralverbändcn. Daß die Syndikalisten mir ihrer aufge- wärmten HeilSlchre nennenswerte Erfolge erzielen werden, ist nicht zu befürchten. Aber schon die Tatsache, daß sie die von den Unab- hängigen betriebene GewerkschastSpolitik als geeignete Reklame für ihre schnurrigen Ideen betrachten, sollte zu denken geben. Schon wieder eine neue Wirtschaftsvereinigung? Es hat den Anschein, als ob gewisse Leute den augenblicklichen Zeitpunkt für außerordentlich geeignet hallen, um sich in den Kreisen der Angestellten— in Form von Gründunzen Wirtschaft- licher Vereinigungen— zu betätigen. ES geht unS heute ein Flugblatt zu, unlerzcichnet von den Herren Karl Götz, Berlin KO, Vircbowstr. 2, Alfons Berger, Berlin 0, Ricderbarnimer Str. 20, Bruno Freiberg. Berlin. Petersburger Str. 7S. Neinhold Krause, Berlin. Lichlenberger Str. 3, worin dieselben unter der Firma.Wirtschaftliche Vereini« gung der kommunalen Hilfskräfte Groß-Berlin" die Angestellten auffordern, gegen Zahlung einer EinmltSgcbühr von 1 M. sowie eines Monatsbeitrage» von 1 M. dieser obengenannten Vereinigung beizutreten. ES wird dann weiter versichert, daß die Aufgaben dieser Vereinigung darin bestehen sollen, in der Hauptsache bei event. Krisen die Lahmlegung der lebenswichtigen Betriebe zu vermeiden. Sicher eine hochwichtige Aufgabe.-- Ferner werden den Behntretenden die Beschaffung billiger Lebensmittel sowie in pekuniärer Zwangsloge Unterstützungen in Form von Vorschüssen versprochen. Jedenfalls geht aus diesem Programm helvor, daß diese Herren sehr vielseitig sind und wir warnen unsere Kollegen davor, derartige» Leuten ihre Unterstützung auch nur im geringsten zuteil werden zu lassen! ES ist Aufgabe der Berufsorganisationen, für die wirtschaftlichen Interessen der Angestellten einzutreten, so daß sich Neugründungen derartiger„Vereinigungen" von selbst erübrigen. Vom Standpunkt dieser Zwecklongkeit anS gesehen, drängt sich einem unwillkürlich die Ueberzeugung auf, als hätten es die Gründer dieser.Vereinigung" dringend nötig, sich selbst eine neue Einnahmequelle zu schaffen! Zentralverband der Angestellten. Fachgruppe H. Hausangestellte heraus! Dieser Tage wurde eine Nachricht über.Abbruch der Tarif- Verhandlungen mit den Hausangestellten" von einigen Blättern ver- ösientlicht. Die Hausangestellten werden am Donnerstag, den 27. November, abends 7V<> Ubr, in einer öffentlichen Versammlung im„Schwarzen Adler" m Schöneberg, Hauplstr. 1/4, zu dieser Meldung Stellung nehmen. Den Vortrag hat die Abgeordnete der Preußischen Landesveriammlung. Frau Luise Köhler, übernominen. Wir bitten alle Kreise, die mit Hausangestellten zusammenkommen, sie auf diei'e Versammlung aufmerksam zu machen. Weiter bitten wir, darauf zu verweisen, daß auch die Hausangestellten unbedingt Mitglied ih�er gewerkschaftlichen Organisation, des Zentralverbandcs der Hansangestellten Deutschlands, iverden müssen.— Anineldungen können Engeluser 10 pari, erfolgen. Zenlralverband der Haus- angestellten. Ortsgruppe Berlin SO 16, Engelufer 19 pari. Eine Versammlinig sämtlicher Arbeitnehmer der Schultheipbetriebc Groß-Berlins erhob schärfsten Protest gegen die bis jetzt so unge« nügende Zuteilung von Gerste an die Mälzereien und Brauereien. Die Versammelten sind der Ansicht, daß eine weitere Benachteiligung dieser Gewerbe die Stillegung ganzer Betriebe bedeutet. Die Eyistenz der Brauerei- und Mälzereiarbeiter sei dadurch stark pe- sährdet und würde, wenn eine bessere Zuteilung von Gerste nicht bald in Angriff genommen wird, den völligen Verlust zahlreicher Vrauereiorbeiterexistenzcn bedeuten. Die Versammelten ersnchen die zuständigen amtlichen Stellen, dringend mit genügender Belieferung der Betriebe mit Braugerste zu beginnen, um größte Not und Elend den Brauereiarbeitcrn zu ersparen. Bezüglich der A u s s e tz u n g wegen Arbeitsmangels verlangen 1. die Versammelten in erster Linie, daß olle Geschäfts- inhaber und Hausbesitzer ihre Arbeitsstätte räumen; 2. daß alle Kollegen der auszusetzenden Gruppen, die ein Vermögen in Höbe von 2o 000 M. haben, bis zum Eintritt eines besseren Geschäftsganges beurlaubt werden. Sollte bei Arbeilnehinern zu Absatz 1 die Existenzmöglichkeit fehlen, so trifft für diese Absatz 2 z». Des weiteren gelangre eine Resolution zur Annabme. in welcher die Veriammelten mit aller Entschiedenheit gegen die immer frecher sich gebärdende Reaktion Stellung nehmen und von der Regierung energisches Vorgeben gegen jene Kreise fordern. Des ferneren werden die Kopfarbeiter ersucht, ihren Anschluß au den allein sür sie in betracht kommenden Zentralverband der Angestellten zu suchen. Der Tarifvertrag für die gesamte Lcdcrwirtschast liegt nunmehr gedruckt vor. Demnach erhalten HandelshilsSarbeiter über 20 Jahre pro Woche mindestens 108,— M., Packer und Hausdiener in der Bodenlcderbranrbe 12o,— M.. weibliche Arbeitskräfte 73 Prozent dieses Grundlohnes, Sortiererinnen in den Lederahfall-Geschäften 63.— M. Wochenlohn. Der genaue Wortlaut des Tarifvertrages wird in der Versammlung Mittwoch abend 6 Uhr im Königstadt- Kasino ausgegeben. Angestelltenftrcik in Gelsenkirchcn. Die Angestellten in der In- dusirie in Gelsenkirchen stehen seit dem 20. November im Streik wegen Gehalisforderungen. Die Arbeitgeber drohen mit Stillegung der Betriebe. Zentralverband der Nngeitellte». Fachgruppe 9. Angestellte der Lederwirtschast. Oeffentliche Versammlmig am 26. Napeutber 1919, abends 71;, Uhr. im Alexandriner, Mexandrinenstr. 37a. Tagesordnung; Bas soll unS der neue Tarisoerirag bringen? Deutscher DrauSvörtarbeiterverband tZektiou 5. Transport-, Lagerarbeiter«sw. der Berliner Metallindustrie). Für unsere noch nicht zur Einstellung gelangten VerbandsmitgUeder sind zum Kontrollieren ikirsr Streikkarte nachgcnannte Stempelstellen eingerichtet, in denen d:e Kontrolle einen um den anderen Tag zu erfolgen hat: Stempelstelle 1: Nonncndamm, Restaurant Lenz, Teqser Weg: Stempelstelle 2: Cbarlotlen- bürg, Zweigbureau Rosinenstr. 4, Seitenflügel I; Stempelstelle 3: Moabit, Restaurant von Fritz Pilz, Rosiocker Straße 27; Slcmvclstcllc 4: Norden, Nestaitrant von CaruS, Boltalte. 37: Stempelstelle 5: Nordwest, Restaurant ZatrcwSk, Pappelallee 33; Stempelstelle 6': Süden-Zentrum, im Bureau Engeinser 14/13. Zimmer 26. Die Streikgeidauszahlmig erjolgt am Frei- tag, den 28. November, in der Zeit von 19 bis 3 Uhr im Gewerklchasts- haüs. Saal 3, und im Zweigburcau Eharlottenburg, Rosinenstr. 4,«eilen- flügel 1 Tr. Mitgliedsbücher resp. Mitgliedskarten und die Streikkontrollkarte sind zum Zwecke der Slreiigeldbercchnung am Mittwoch abznqeben. Die Sektionsleitung. tsiisenbahner. beachtet das heutige Inserat. Deutscher Hutarbeitervelband. Achtung. Putzmache rinnen! Heute, Dienstag, den 23. November, abends 7Y, Uhr. im Gewerkichasts- dauS. Engeluser 15, Saal I: Versammlung aller in der Putzbranche Bcschästigten. Tagesordnung: Bericht über die Tarisverhandlungen in der Putzbranche. Achtung, Borstg! Mittwoch nachmittag 4 Uhr findet die übliche Aus» Zahlung in den Meldestellen statt. Verbandsbuch ist als Legitimation mit- zubringen. Obleute- Arbeiterrätc. Arbettärausschuft des SiemenStnnzcrns der Z. P. D. Am Mittwoch nachmittag 31/, Uhr Konserenz im Lolal „Zur Echicusc". Dahnbos Jungsernheid» Erscheinen dringend uotwcndiM Verantw. für den redaktlon. Teil: Art»! zickler. Charlottenburg: sür Anzeigen: Vertag: Vorwärts-Orrlag G. m. b. H., Verlin." Th. Stacke. Verlin. wiirts.Buchdruckerei u. VerlagzaustaU Paul Singer u. __ Hterz» 1 Beilage. Druck: Vor- Co. Berlin, Liudenstr. ii. Wir bitten yfy Sie in Ihrem eigenen Inteeeffe von ihrem Buchhoodlor zu verlangen Der Diez des Satten Roman von Peladan G«T» e*M S.—, caM.Xl.—(m« lO�Btackii.-Ao&cU.) Giorg Jrf.ülier'Verla.g T�lünchen eihnachts-Einliäufe l?itten wir recht zeiti g vorzunehmen! Handschuhe Für Kamen gestrickt, einfarbig............ 5"5 gestrickt, einfarbig, mit buntem Rand 850 gestrickt, reine Wolle.......... 975 Trikothandschuhe halb mit Futter 1450 Glacästepper, weiß, m. 2 Druckknöpfen 1 550 Ziegenleder, schwarz, m.2Druckknopfenl550 Glaceleder, weiß, mit schwarzer Aufnaht, 2 Druckknöpfe.......... 17 Glacestepper, schwarz, mit breiter weißer Aufnaht, 2 Druckkaöpfe... 19� Ziegenleder, farbig, m72 Druckknöpfen 1950 FUr Herren gestrickt, einfarbig............ 575 gestrickt, bunt 6� T rikothandschuhe�arbig, m. Druckknopf 1 2 FUr Kinder Strickhandschuhe.......... 300 gestrickte graue Handschuhe...... 490 gestrickte grautz Handschuhe mit angerauhter Manschette.......... 525 aaMiBJBMUM Herren-Kleidung Herren- Anzüge, moderne Machart, Sakko mit aufgesetzten Taschen. OTfC Rückengurt, Hose mit Umschlag, in verschiedenen Farben................ t Winter-Ulster, teils Sport-Form, teils mit Jünglings-Ulster.375 185 125 Gurt gearbeitet...... 490 275 175 Loden-Mäntel, imprägniert, in oliv, braun Winter-Paletots, marengo, zwei- und grünfarbig...... 225 185 138 reihige Form mit Samtkragen.... 400 Herren-Beinkleider 105 80 44 Herren-Artikel Herrenbeinkleider aus weißen, sehr haltbaren Stoffen........ 19. 73 Sportkragen weiß Pique...... 5.50 Strickbinder......... von 10.50 an Selbstbinder offene Form 9.73 10.50 Hosenträger baltbares Gurtband mit Gummibiesen............ 5.73 Parfilmerie Hartspiritus, große Dose..... 250 Handschuhe aus Frottierstoff.... 225 Handschuhe aus Frottierstoff 300 450 Gummi-Schwämme........ 1600 Bürstengarnitaren 4800 5900 IIS1'0 V orhemden farbig Zephir..... 5.3® Gummibandhosenträger von 9.30an Kragenschoner....... vonl5.30an Herren- Sport- und Reisemützen............. von 6.50 an Schwedenmützen für Knaben............ von 5.w an •Abteilung Parfüms in Geschenkpackung 473l 53®t Nagelpflege- Garnituren Stck. 800, 11°°. 28°°. 40°° Weihnachts-Nippesl50, 225, 4°°,73° igagyffiiaHHg�— g— h Schirme Damen- und Herren-Schirm baumw.Taffel m. fester Kante, Natur- Stocksortiment...............""" 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ES ist erstaunlich, wie viele man noch davon fleht, obgleich sie den Augen nur recht schleckte Dienste leiste» im Vergleich zn den weiiaiiS gefälligeren und besseren gewölbten Punl- torik-Gläsern. Daran haben zum Teil allerdings die Kranken- kaffen sequi!), die sich immer noch nicht entschließen konnten, diese weitaus� besieren, allerdings auch teueren gewölbten Punktorik- Gläser ihren Mit- gliedern zu liefern. � Ist es da eilt Wunder, wenn diese alten flachen Augengläser heute schon de« Beinamen der Krapken- lassen- Gläser tragen? Welckier Menich von gc- sundem Urleil wird sich durch Tragen solcher Gläser noch dem Verdacht aussetzen wollen, er sväre für einen persönlickien Gebrauchsgegenstand, der außer- dem noch bestiminr lst, den Ehrenplatz mitten in seinein Gesicht einzunehmen, ganz allein aus das Wohlwollen seiner Kranleniasie angewiesen. Dazu kommt noch, daß mit diesen Gläsern noch erhebliche Unzuträglichkeiten verbunden sind. Die Ränder stehen bei den geraden Gläsern viel weiter von den Augen ab. als die Gläsermitten. Dies sieht nicht nur wirklich unschön auS, sondern die Augen find genötigt, beim Blicken durch den Rand sich anders anzupassen, als beim Sehen durch die Milte, denn die Wirkung eines Brillenglases ändert sich erheblick mit der größeren Entfernung vom Auge. Da nun die Augen sowohl beim Umherblicken als auch beim Lesen fortwährend ihre Stellung ändern, so müssen sie auch ihre Anpassung an das GlaS jeweilig ändern. Dies bedingt eine erhöhte Anstrengung und somit vorzeitige Ermüdung der Augen, also eine unnötige Ueberlastung. Aber nicht bloß mehr Ruhe hat daö Auge unter den gewölbten Pnnltorik-Gläsern, sondern sie inachen unzwetselhaft auch einen besseren Ein« druck. Sie verleiben dem Gesicht etwas Gefälliges. ja sie machen geradezu ichöner, wie eben alles Zweck- mäßige. ES iit eine Kunst, die beim Optiker Ruhnke besonders gepflegt wird. fedemGesicht ein gefälliges Glos anzupassen. Damit ist nicht allein der korrekte sogenannte örthozentniche Sitz gemeint, aus den wird bei Optiker Ruhnke unter allen Umständen der größte Wert gelegt, sondern jene Harmonie, die durch Form und Größe erzielt werden kann, die aber einem Antlitz den Ausdruck von etwas Eigenem zu verlethen vermag. Tie unklare Erkenntnis, daß ein gut geformtes, kleidsames Augenglas einen sozusagen gebildeten Ausdruck zu verleihen vermag. Hai wohl viel dazu beigetragen, daß unreife Jüng- liiiae so gerne Augengläser trugen, ohne solche zu benötigen. Wer aber Gläser tragen muß, der sollte auch nicht rückständig damit sei» und jetzt noch die veralteten Krankenkaffengkäser tragen. Sie kleiden nicht und taugen wenig. Wer aber gut angepaßte geschmackvolle Augengläser und dazu leicht und richtig sitzende Fassungen hoben will, der scheue auch die Mebrausgoben nicht und verschaffe sich recht bald bei Optiker Ruhnke in seinen unte- aufgeführten 22 Groß-Berliner Geschäften die von ihm fabrizierten Punktorik- Gläser, die kleidsam und paffend sind.., Ilm unnötige Rachsragen zu vermetden, folgen nachstehend unsere Geschäftsadressen: O: Am Alexanderplatz, Am Sprite lnrarkr.>3: Leipziger Straße 113. Friedrichstr. 193». Linkstr. 1.0: Frank» surter Allee 14. S: Kottbuser Damm w. JS; �n- validenstr. 164, Jnvalidenstr. 1 17. Chauffeestr. Schönhauser Allee 81. griedNchstr.106. 8W. Belle- Alliancestr. 4. NW: Friedrich, tr. 1�0. 80. Oramen- siraße 44. C h a r l 0 t t e n b u r g: Joachimsthaler Straße 2 Tauentzienstr. 15. Friede n a u: Rhein- straße 18. Wilmersdorf: Berliner Str. 132-133. Schön eberg: Hauptstr. 21. Neukölln. Berg- straße 4. Nr. 602 ♦ 36. Jahrgang Seilage öes vorwärts Dienstag, 25. November 1010 Deutsche Nationalversammlung. 117. Sitzung, Montag, 2 4. November, 1 Uhr. Am Regierungstisch: Erzberger. Das Haus ist sehr schwach besetzt. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Interpellation Arn- stadt(Dnot.). H e i n z e(D. Vp.) betr. die bedrohliche Gestaltung der Grnährungssrage infolge der schlechten Witterungsverhältnisse» Ein Regierungsvertreter erklärt, daß der Reichs- wirtschaftsminister die Interpellation wahrscheinlich am n ä ch st e n Sonnabend beantworten werde. Die Neichsabgabenorünung. Die zurückgestellten Abstimmungen können wegen der schtvachen Besetzung des Hauses noch nicht vorgenommen werden. Ter Präsident erklärt aber, daß er in Zukunft darauf nicht mehr Rücksicht nehmen werde. Die Beratungen werden darauf beim dritten Abschnitt: Fi- nanzämter, fortgesetzt. Danach bestimmt der Reichsfinanz- minister den Sitz, den Bezirk und den Geschäftsumfang der Finanz- ämter.\ Abg. Siehr(Dem.) bringt Beschwerden aus dem Osten, beson- ders aus Ostpreutzen, vor. Ein Rcgi.'ruiigsvertreter sagt Berücksichtigung dieser Wünsch« zu. Nach§ 22 haben Gemeinde-, Ortspolizei und sonstige Orts- behörden den Finanzämtern Hilfe zu leisten, soweit dies zur Er- sparung von Kosten oder Zeit ztveckmäßig ist. Abjp Brodauf(Dem.): Die Gemeinden wissen noch nicht, in welcher Weise sie in Anspruch genommen werden. Wenn die Ge- meinden nicht herangezogen werden, so haben sie für eine große Zahl ihrer Beamten keine Beschäftigung. Unkerstaatssekretär Morsle: Im welchem Umfange die Ge- meinden mit den öffentlichen Steuergeschäften befaßt werden sollen, läßt sich jetzt noch nicht überblicken. Bei§ 152, der besondere Vorschriften für die Bewertung von Grundstücken bringt, verlangt Abg. Ludcwig(Dem.) die Gleichstellung der Grundstücke mit Viehzucht und Obstbau mit landwirtschaftlichen Grundstücken. Ein Regicrungskommissar schließt sich der Auffassung an,� daß die Grundstücke gleich zu betverten seien. Zu Z 172, der das Erscheinen des Steuerpflichtigen vor dem Finanzamt behandelt, verlangt ein Antrag Düringer(Dnat.), daß den, Steuerpflichtigen schriftliche Mitteilung zugehen müsse, worüber er verhört werden soll. Unterstaatssekretär Moesle erklärt, daß' die schriftliche Mit- teilung eine Erschwerung des Geschäftsgangs bedeute. Der Antrag Düringer wird gegen die Stimmen der Linken angenommen. Die zurückgestellten Paragraphen 5, 11 und 14 werden darauf mit unwesentlichen Aenderungen angenommen.—§ 189 handelt von den Anzeigcpflichtcn. Danach haben öffentliche und private Banken dem Finanzamt, in dessen Bezirk sich ihre Niederlassung befindet, ein Verzeichnis ihrer Kunden mitzuteilen und die bis zum 39. Juni und LI. Dezember jeden Jahres eintretenden Zugänge des Kündende- standeS anzuzeigen. Die Anzeigepflicht beschränkt sich auf Kunden, die im Inland einen Wohnsitz oder dauerndest Aufenthalt haben oder Deutsche sind. Das Kundenverzchchnis ist nach dem Stande vom 39. Juni 1919 aufzustellen und mit den Zugängen bis zum 31. Dezember 1919, spätestens am 3l. März 1929, einzureichen. Die Zugangslistcn sind jedesmal spätestens am 31. März ein- zureichen. Die Zugangslisten sind jedesmal spätestens drei Monate nach Ablauf des Halbjahres einzureichen. Kunde im Sinne des Gesetzes ist, wer bei der Bank Wertsachen, ein verschlossenes Depot, ein Schließfach, ein Guthaben oder ein laufendes Konto hat. Als Banken gelten auch Sparkassen sowie alle Unternehmungen, die geschätz�mäßig Bankgeschäfte betreiben oder Wertsachen verwahren. Die Vorschriften gelten auch für Hinterlegungsstellen, Postscheck- ämter und Schuldbuchverlvaltungeir. Der Reichsfinanzminister kann Erleichterungen von diesen Vorschriften gewähren. § 189 wird unverändert angenommen. Zu§ 1L1, der von der Beistandspflicht der Behör- den und berufsständischen Vertretungen handelt, liegt ein deutsch- nationaler Antrag vor. Die Verbände und Vertretungen von Be- triebs- oder Berufszweigen von der Betstandspflicht auszunehmen, da die Heranziehung der Bcrufsverbände eine unnötige Belästi- gung, ja sogar Beunruhigung der Verbände bedeute. Reichsfinanzminister Erzberger: Di« Reichsfinanzverwaltung beabsichtigt nicht, die Gewerkschaften unter diesen Para- graphen zu stellen.— 8 191 wird gegen die Stimmen der Deutsch- nationalen unverändert angenommen. Bei 8 194. nach dem die Gewinnung und Herstellung von der- steuerbaren Erzeugnissen dem Finanzamt angemeldet werden sollen, wünscht ein sozialdemokratischer Antrag, daß auch�der Handel mit solchen Erzeugnissen unter diese Bestimmung fällt. Abg. Jungnickel(Soz.): Auch der Umsatz muß unter die Steuer gestellt werden. Die Befürchtung, daß es zu einer unbequemen polizeilichen Kontrolle kommen könne, teilen wir nicht. Dagegen würde die Annahme unseres Antrages dem Reiche große Summen zuführen. Abg. Pohlmann(Dem.): Wir sind der Meinung, daß die Er- wettcrung, die der Antrag vorsieht, beim Umsatzsteucrgesetz erledigt werden kann. Reichfinanzminisier Erzberger: Ich bitte dem Antrag zuzu- stimmen. Im Westen sind große Oantitäten englischer Zigaretten nach Deutschland hineingebracht worden. Man spricht von 4 Milli- ardcn Mark. Wir müssen in der Lage sein, den Kleinbandel mit Zigaretten genau kontrollieren zu können. Der sozialdemo- kratische Zusatz wird angenommen. 8 295, der von dem ErmittlungS- und Fesisetzungs- Verfahren handelt, wird nach unwesentlicher Aussprache mit geringfügigen Aenderungen angenommen. 8 299 handelt von der Heranziehung dritter Per- s on en zu einer Auskunft bei der Ermittlung von Steueransprüchen gegen bestimmte Personen. Ein Antrag Burlage(Z.) will das Finanzamt ermächtigen, in den Fällen des 8 489(Auskunftspflicht der Banken) durch Stichproben festzustellen, ob die Angaben steuer- pflichiiger Kunden zutreffen. Abg. Ludcwig(Dem.) lehnt für seine Fraktion den Antrag ab. Abg. Jnngnickel(Soz.): Wir wollen die Geheimhaltung be- seitigen. Wenn wir aber immer wieder zurückschrecken, werden wir dieses Ziel nicht erreichen.— Der Zusatz zu 8 299 wird an- genommen. Ebenso der ganze Paragraph in der veränderten Fassung. Nach 8 219 sollen, wenn der Steuerpflichtige kerne ausreichende Aufklärung geben kann, Schätzungen stattfinden. Im Falle der Schuld des Steuerpflichtigen ist gegen die Schätzung nur die Be- schwerde an das Landessinanzamt zulässig. Ein Antrag Burlage (Z.) will diese Bestimmung auch auf den Fall der Verweigerung einer eidesstattlichen Versicherung ausdehnen. Der Antrag zu 8 219 wird angeniKnmen. Bei§ 212 beantragt Abg. Simon-Schwaben(Soz.), bei Neuveranlagungen auch die Erbschafts st euer in Betracht zu ziehen. Der Antrag wird angenommen. Abg. Taucher(Zentr.) beantragt eine neue Bestimmung, wonach sin R e ch t s i r r t u m in Steuersachen als Strafausschließungs- grund gelten soll. Abg. Braun- Franken(Soz.): Wir sind selbstverständlich f ü r diesen Antrag, denn gerade die Nichtbesitzenden kennen häufig die Gesetze nicht, da sie durch ihre geringere Schulbildung gegen- über den Besitzenden benachteiligt sind. Wir beantragen aber diese Bestimmung auf d r e i I a b r e zu beschränken. Während dieser Zeit wird aus der Praxis die Kenntnis des Gesetzes auch in weitere Volksschichten dringen. Der Anirag Taucher wird angenommen, die Beschränkung auf drei Jahre nach Inkrafttreten deS Gesetzes gegen die Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt. Abg. Katzenstein(Soz.): Den Unbemittelten, der wegen einer geringen Steuerhinterziehung bestrast wird, trifft die Mindeststrafe von 59 M. sehr hart. Wir heantragen daher, diesen Mindestsatz auf 20 M. zu ermäßigen. Der Antrag wird angenommen. Der Reit des Gesetzes wird angenommen. Zum letzten Para- graphen, 8 459, beantragt der Ausschuß eine Entschließung, außer dem Reichsrat auch noch einen ständigen Ausschuß von 19 Mit- gliedern der Nationalversammlung an der Schaffung derAusführungs- bestimmungen der Reichsgesctze zu beteiligen. Abg. Katzenstein(Soz.): Wir beantragen, statt Reichsgesetze, nur Reichs st euergesetze zu sagen, sonst ist der Ausschuß mit Arbeilen überlastet. Nuterstaatssekretär Moesle legt Verwahrung dagegen ein, daß das Finanzressort auf diese Weise unter ein Ausnahmerecht gestellt wird.. Abg. Katzcnstein(Soz.) beantragt, die Abstimmung über die Resolution bis zur dritten Lesung auszusetzen. Das Haus beschließt nach diesem Antrag. Damit ist die zweite Lesung der Reichsabgabenordnuug erledigt. Das Haus vertagt sich. Dienstag 1 Uhr: Anfragen, Gesetzentwurf über die Abänderung des Belagerungszustandes. Schluß 9.39 Uhr. Grolfcberlw Haut ihm! Wilhelm Liebknecht hat diesen Ruf einmal kennzeichnend für die Berliner Zuhälter genannt— damals, als ihm in Leipzig ständig Leibeszefahr von nationalistischen Rohlingen drohte und als schließlich mal auch seine Wohnung von verhetzten— im Parteikampf zwischen Eisenachern und Lassalleanern verhetzten— Arbeitern mit Steinen beworfen und eines seiner Kinder in der Wiege fast getroffen worden wäre. Der Vorfall in der sonntägigen U. S. P.- Versammlung im Gewerkschastshause erfordert doch noch ein paar Worte. Ein Mensch, der in einer öffentlichen Versammlung steno« graphiert, soll aufgeklärten Berliner Arbeitern schon verdächtig sein? Kann irgend jemand verlangen, daß Reden in einer öffentlichen Versammlung geheim bleiben sollen? Kann nicht das Stenographieren der Uebung dienen? Kann es nicht eine Liebhaberei sein? Und wenn der Mann sogar ein Spitzel wäre und man ihn schon photographieren will, warum behält ihn dann der Vorsitzende nicht so lange unter seinem Schutz? Mit welchem Recht wilder durchsucht und werden ihmLichtbilderweggenommen? Der Vor- sitzende einer öffentlichenU.S.P.-Versammlung ist sicherlich ein bewähr- tes Parteimitglied, ein in seinen Kreisen bekannter Vertrauensmann. Ihm steht dafür, daß er den„Verhafteten" einer Gruppe von Roh- lingen anheimfallen ließ, keine Entschuldigung zur Seite. Es ist das besondere Pech der U. S. P., daß sich ihr solche Elemente an- heften; sie und besonders ihr Berliner Organ sind daran leider nicht unschuldig, denn niemals mißbilligen sie solche Exzesse Nicht- uniformierter, desto mehr aber ihre Abwehr. Wir wären auch gar nicht überrascht, wenn die„Freiheit" dies» zur Reinigung des öffent- lichen Lebens bestimmten Zeilen in eine Solidaritätserllärung mit Spitzelei umfälschen würde, aber das wäre, mit der freieren„Frei- heit" gesprochen,„schleimiger Lügendreck". Tie„Schönheitsabende" in der Motzstrasze. Der Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung unzüchtiger Bil- der und Schriften, hat sich über die Vorgänge in der Motzstraße folgendermaßen geäußert: Das Treiben des Reimersschen Ehepaares wird inr Publikum allgemein damit motiviert, daß es sich hier um Ausnutzung intimer Vorgänge zw einer schamlosen Art deS Geldvcrdienens handelt, das ist jedoch nicht der Fall. Die Reimcrsschen Eheleute sind ein jung verheiratetes Ehepaar aus guter Familie, das»sich in einer g ü n- st igen Vermögenslage befindet, also auf einen solchen Er- werb absolut nicht angewiesen ist. Nach Ansicht des Krimiualkom- missars v.- Vehr handelt es sich hier um einen fast einzig dastehen- den Fall von krankhafter Veranlagung. Die Eindrücke, die er so- wohl bei dem„SchönheitSabend" selbst, als auch währsnld der Vernehmung der Verhafteten. erhielt, brachten ihn zu der Ueberzeu» gung/ daß die Eheleute Reimexs sexuell nicht normal sind. Beide zeigten bei dem Verhör keine Spür von Reue odex Bedrückthcii, sondern bekannten sich frei zu ihrer.perversen Veranlagung, das heißt zu einer Schaustellung ehelicher Intimitäten vor freuchcn Leuten. Wie weit diese krankhaste Verirrung führte, geht auch daraus hervor, daß Reimers die obszönen Bilder nicht nur der- kaufte, sondern auch an Freunde und Bekannte einfack?. verschenkte, um ihnen eine Freude zu bereiten. Das ganze Verhalten der ver- hafteten Eheleute, die sich übrigens zärtlich lieben, zeigt soviel Merkmale von Anormalität, daß man sie, ohne damit Klassenjustiz zu üben, eher dem Psychiater, als dem Strafrichter überweisen müßte. Es wäre dringend erwünscht, daß nicht nur die Krimi- nalisten sich mit diesem interessanten Fall weiter Leschäfftgen, sou- dern daß auch medizinische Sachverständige sich zu dieser Frage Montrose. 29j Detektivroman von Sven Elvestad. Der nächste Tag brachte mehrere unerwartete Ereignisse. Die Polizei hatte an diesem Tag eine gute Presse, dank der Verhaftung von Arnold Singer, was die Zeitungen als eine gute Detcktivtat bezeichneten. Die Journalisten hielten nicht mit ihrer Meinung zurück, daß man hier wahrscheinlich den Hauptverbrechcr der Bande gefaßt habe. Im übrigen waren die Zeitungen voll von Bemerkungen über das Pri- vatleben von Abb6 Montrose, auf das man nicht den ge- ringsten Schatten werfen konnte. Man pries seine wissen- schaftliche Gründlichkeit, seine Wohltätigkeit und seinen Fleiß, und bedauerte, daß ein unsanftes Schicksal diesen angcsehe- neu Gelehrten allzu zeitig hingerafft habe. Den Mord, der an Strauß, dem verrückten Professor begangen worden war, hatten bisher nur vereinzelte Zeitun- gen gebracht. Man hatte den Zusammenhang zwischen diesem Mord und dem Verbrechen in Abb6 Montroses Bibliothek noch nicht recht kapiert. Eine der Zeitungen berichtete jedoch, daß der Ermordete als Gartenarbeiter in Ubb6 Montroses Garten gearbeitet habe und knüpfte daran eine poetische Bemerkung. Sie schrieb: „Es ist, als ob ein mystischer Tod die Menschen verfolge. die in diesem Frühjahr das Lenzesbrausen in Abbä Man- troses Garten erlebt haben. Erst wurde der Abb6 selbst eines Nachts getroffen, als die Bäume in ihrem ersten zarten grünen Flor standen. Daraus suchte der Tod einen der Ar- beiter heim, der sein Teil dazu beigetragen hatte, den Garten für den Einzug des Frühlings empfänglich zu machen. Wird die Todesiense noch mehr niedermähen, bevor der Garten in seiner vollen Pracht steht.. Merknnirdigerweise beschäftigte Asbsörn Krag dieser poetische Erguß, als er am Morgen durch die schmiedeeiserne Gitterpforte den Garten des Abb6 betrat. Im Laufe der letzten vierundzwanzig Stunden hatte der Frühling dort große Fortschritte gemacht. Das Laub war dichter und saf- i'ger grün aeworden, und ein milder Südwind strich langsam durch die Bäume, mit jenem unvergleichlichen Frühlings- brausen, das die Gemüter der Menschen mit sehnsuchtsvoller Wehmut füllt und sie die Enge und Unbarmherzigkeit. des Lebens intensiver empfinden läßt. EtwaS geheimnisvoll Tönendes lag in dem einförmige� Gesang dieser Jahreszeit. Krag dachte an den Mann, de- jetzt verschwunden war, der aber sonst zur Frllhjahrszeft unter diesen Bäumen gelust- wandelt hatte, und es war ihm, als ob er in einer mystischen Ahnung etwas von der Seele des Rätsels in dem Sausen der Baumkronen hörte. Es war, als ob eine geheimnisvolle Stimme, die von weit her kam, hier auf ihrer stillen Wände rung eingefangen ward und tönenden Ausdruck bekam. Ter Duft des sprießenden Gartens erinnerte ihn an die über- triebene und perverse Blumenpracht in dem elenden Zimmer des verrückten Professors: und wieder Ivar es ihm, als ob der Blumenduft ihm die unbarmherzige Vision von Kirchhof und Tod näher brachte... Kein Mensch war in» Garten, der Frühling breitete sich in seiner Alleinherrschaft und Fülle von der tiefen schwarzen Erde bis zu den höchsten Baumkronen. Als Asbjörn Krag sich der Wohnung des Abb6Z näherte sah er, daß noch alles wie am vorhergehenden Tage war, als er das Saus verlassen hatte. Noch hing das zerschlagene Fenster schief in seinen rostigen Angeln, und unten auf dem gelben Sand blitzten die Glasscherben wie Silber in der Sonne. Krag ging durch die breite Haustür und beaab sich zur Bibliothek, wo ebenfalls noch alles unberührt stand. Er machte eine Runde durch die Zimmer und betrachtete die ver- schiedenen Gegenstände, die mit dem Verbrechen im Zusam- menhang standen: den zerschmetterten Schrank, die nmge- worfenen Stühle, das zerbrochene Tintenfaß und all die kleinen Gegenstände, die während des Kampfes durchein- ander geworfen waren. Er untersuchte auch die Blutspuren, die hier und dort zu finden waren: auf dem Teppich, dem Schreibtisch und— mit heimtückischer Deutlichkeit— auf dem weißen Feld. der Tür. Schließlich bammelte er alles in einem lleberblick, als ob er durch das schweigende Zimmer, dessen Verstörtheit eine abgebrochene aber gewaltsame Bewegung verriet, eine Vorstellung von dem Geschehenen erlangen wollte. Eines wurde ihm klar— daß der Kampf, der liier ausgekämpft worden war, ein.Kamps aiff Leben und Tod gewesen war, Stühle hatten als Waffen gedient, Tinte floß wild umher, die zahlreichen Blutspaven deuteten darauf, daß Messer in Tätigkeit gewesen waren... Aber, dachte Krag, indem er einen Gedankengang vollendete— Arnold Singers Anzug hatte keinen Riß. keinen Blutfleck gehabt. Darauf ging der Polizeibeamte an die Ausführung seiner eigentlichen Absicht: Er untersuchte alle Schlösser und es wurde ihm sofort klar, daß seine Annahme betreffs der Schlüssel, die er in dem Zimmer des verrückten Professors gefunden hatte, richtig gewesen war. Es war Abbv Mon- troses Schlüsselbund. Dieser Umstand bestätigte die Mit- schuld des verrückten Professors: wahrscheinlich hatte er sich beim Kampf der Schlüssel bemächtigt, oder auch... und bei diesem Gedanken erbebte Krag— oder auch gehörte dieses Schlüsselbund zu den Gegenständen, die der entführte Abb6 Montrose, tot oder lebendig, bei ffich getragen hatte. Krag hat bald den Schlüssel zur Haustür gefunden, er fand auch die Schlüssel zu den anderen Türen, zum Bücher- schrank, Schreibtisch, Kleiderschrank, sogar zur Küchentür, zum Weinkeller und zum Treibhaus. Vier Schlüssel aber blieben übrig, deren Verwendung er sich nicht erklären konnte. Es war ein Palschlüssel mit dem Stempel, Nummer 22 47», ein gewöhnlicher Haustllrschlüssel, ein Schrankschlüssel(oder Schnbladenschlüssel) und ferner ein kleiner, kunstvoll geschmic- deter Schlüssel, dessen eigentümliche Form verriet, daß er zu einem wertvollen alten Schrein gehörte. � Asbjörn Krag löste diese vier Schlüssel von dem Bund. behielt sie in der Hand und betrachtete sie lange. Sie über- zeugten ihn davon, daß es ein Geheimnis gab, das sich nicht auf die zerstörte Bibliothek und den frühlingsbrausenden Garten allein beschränkte. Krag hatte sich mit dem Schlüssel in der Hand in einen Lehnstnhl des Abbäs niedergelassen. Von seinem Platz auS hatte er Aussicht über den Garten und den breiten Kiesweg, der von dichten Bäumen beschattet, zum Treibhaus führte, dessen blitzendes Glasdach zwischen den Bäumen sichtbar war. Er fühlte den kalten Stahl der Schlüssel zwischen seinen Fin- gern und hatte ein klares instinkrives Gefühl, daß, wenn er diesen kalten Stahlschlüsseln folgen könnte, wohin sie gehörten, er � ztun Kern, zur Lösung des Geheimnisses durchdringen würde... Er würde an eine Tür komiyen. die Tür mit diesem Schlüssel öffnen— und was würde ibn drinnen er-- warten? Ein Toter? Ein Sterbender? Ein Lebendiger, ein Glücklicher? Wieder war es der Verschwundene, der ibn beschäftigte, der unerträgliche Gedanke: Warum ist der Abb6 mit fortgeschlevpt worden, warum ist er nicht hier? _ Da erreichte ein schwacher Laut aus dem Garten sein Ohr. Er blickte ans. Zwischen den Bäumen zeigte sich eine menschliche Gestalt, die sich gleichsam aus dem Schatten löste. Die Gestalt kam näher. Es war ein schwarz gekleideter Herr von priesterlichem Aussehen, der sich der Bibliothek näherte, und. indem er aus dem Schatten trat, in starker Sonnenbeleuchtung auf dem gelbeu Sand stand.(Forts, folgt.) «tciTjcr Sutzerten. NcberauZ interessant-»var die Znsammenseßnng des PubliZums, das die Polizei in der Motzstraße vorfand. Unter den Anwesenden befanden sich ein Pfarrer, ein Arzt, mehrere Kaufleute, einige Monteure und Dreber sowie vier verheiratete Arauen aus guter bürgerlicher Gesellschaft. Auf der Spur der Licbenwaldcr Mörder. Vei ibren Ermittelungen zur Aufklärung des Raubmordes, der an der Rentierfrau Bergemann verübt wurde, fand die hiesige Kriminalpolizei eine Spur, die nach dem Westen Berlins führte. Die Ermittelungen ergaben, daß hier am Freitag abend um 7 Uhr an der Ecke der Nollendorf» und Ziethen- ft r a ß e drei Männer mit einem Einspänner hielten und herum» fragten, wo sie ihr Gespann wohl unterstellen könnten. Sie er> zählten verschiedentlich, daß sie seit 5 Uhr früh unterwegs seien. Sie gingen dann in den Bouiilonkeller von Loh- mann. Hier bot einer von ihnen dem Kellner Lew an- d o w S k i das Pferd zum Kauf an. Später fand sich dann ein Mann in der Gegend, der mit den Leuten auch um das Pierd bandelte, in der Annahme, daß es sich um ein redliches Geschäft handele. Die Kriminalpolizei beschlagnahmte Pferd und Wagen und foricht nun nach den Männern. Einer von ihnen nannte sich Arbeiter Karl Brückner und erzählte, daß er bis jetzt in Reitwein bei LebuS gearbeitet habe. Der zweite, der sich für einen Grobichmied Willi Schmidt ausgab, will in Berlin gearbeitet haben. In Gesprächen erwähnte er, daß seine Mutler hier in Berlin wohne. Brückner ist 1.S6 Meter groß, hat ein ge- sundeS, volles Gesicht und einen Anflug von dunkelblondem Schnurrbart und trug einen abgeschabten, hellgrauen Militär» niantel mit der Nr. lS auf den Achselstücken. Er ist etwa 2L Fahre alt. Der zweite, ein Mann von etwa 25 Jahren, ist etwas größer, etwa 1,75 Meter und bartlos, hat ein hageres Gesicht und einen etwas gebückten Gang. Auf der linken Hand hat er zwischen Daumen und Zeigesinger eine Tätowierung, die ein von einem Pfeil durchbohrtes Herz darstellt. Alle, die über die drei verdächtigen Männer irgend etwas mitteilen können, werden ersucht, sich bei Kriminalkommissar Lehnerdt im Polizei- Präsidium, Hauöanruf 601, unverzüglich zu melden. Ob die Namen, die die Männer angaben, richtig find, steht sehr dahin. Der Kellner, der mit dem einen wegen Verkaufs des Pferdes unter- handelte, wurde wegen Verdunkelungsgefahr einstweilen in Gewahrsam genommen._ Wegen rineS Deckenernsturzes wurde die Berliner Feuerwehr am Montag nach der Berliner Maschinenbau A.-G., vormals Schwartz- kopff& Co.. Chausseestr. 88 alarmiert. Dort war infolge einer U e b e r l a st u n g der Decken mit Meisingplatten die Decke des ersten Stockwerks und dann die des Erd- geschosses in den Keller gestürzt. Anfänglich befürchtete man den Einsturz des OuergebäudeL auf dem 3. Hofe. Diese Befürchtung traf rzicht zu. Es konnte auch bald festgestellt werden, daß Menschenleben nicht in Gefahr schwebten. Sämtliche in dem gefährdeten Oucrgebäude tätigen Gespanne hatte man rechtzeitig gewarnt und hatten sich in Sicherheit gebracht. Im Keller sah es natürlich sehr wüst aus. Wegen weiterer Einsturz- gefahr mußte die Unfallstelle abgesperrt werden. Nach einem Einbruch erschossen wurde in der vorvergangenen Nacht ein 2t Jahre alter, aus Elbing gebürtiger Arbeiter August Frisch- m u t. Er wurde in der Amsterdamer Str. 26 auf friicher Tat überrascht und entfloh. Als er auf wiederholten Anruf nicht stand, gab der Beamte einen Schuß auf ihn ab und traf ihn in die Brust so schwer, daß er im Paul-Gerhardt-Stift bald nach der Auf- nähme starb. Der Leiter det Cöpenicker städtische« Werke Klccmann, der wegen verschiedener ihm zur Last gelegten Versehlungen verhaftet worden war, ist jetzt aus der Haft entlassen worden, nachdem die Untersuchung abgeschlosien ist. Die angestellten Ermittelungen haben ergeben, daß von den gegen Kleemann erhobenen Befchuldi- gungen nur ein Fall hat feststellen lassen, auf welchen hin ha, Anklage erhoben werden können. Es handelt sich hierbei um den Bertauf von Glühstrümpfen an die Auergesellschaft, der Kleemann einen Verdienst von 24 000 M. eingebracht hat. Auf dem Stiftungsfest deö Brauerei- und Mühlenarbeiter- Berbandes am IS. d. MtS. im GewerkschaftSbaus wurden ein Manlchettcn- knops und eine lederne Damcnhandtasche gesunden z abzudolen bei gritz Kortz, Slvlpische Str. 8; bezüglich der veilorenen Eintrittstarten wird Frau Riemer um ihre Adresse gebeten, Jörn, Arbellerrat der Schultheiß- Betriebe. Ter Tauenüieu-Palast der Ufa, die früheren Tauenh ien-Palast- Lichtspiele, erössnet am S Dezember den neuen Betrieb mit dem May-FUm- ZylluS.Die Herrin der Welt-. Neukölln. Volkshochschule. Vlelfachen Wünschen entsprechend werden die Spracklurse um weitere 5 Doppelstunden fort- gesetzt. Die Kurse finden von nächster Woche an zu denselben Stunden und an den gleichen Tagen in der Realschule, Boddin- slraße 34/4l, statt. 1054000 M. ErwerbSlosenunterstiitzung wurden im Monat Oktober von der Stadt an die diesigen Erwerbslosen bezahlt, was einer täglichen Ausgabe von 30000 M. entspricht. Ter Lichtbildervortrag»Hans Huckebeiu" wird vom Jugendamt noch einmal am Mittwoch. 5 Mr. in der Aula der 1. Gemeindeschule wiederbolt. Eintrittsgeld 10 Pfennig. Der Vortrag ist bestimint jür Kinder im Aller von 6 bis S Jahren. Groff-Berliner Lebensmittel. Berlin. Milch wie am 24.— 3 Päckchen Milchsüßspeise(P). Lichterlelde. 300 g Kartoffelmehl aus Nr. lOl und 102 der Lebensmittelkarte bis zum 2S. November. Inland. Mllchsüßspellen, Bohnen mll Fell(Port u. BeanS) in den hiefigen Kolonlalwarengclchäslen. Ausländ. Dörrzwiedctn in den Kolonialwaren- und Gemüsegeschästen. 7 Pfund Kartoffeln. Groß-öerliner parteknachrichten. Z. Zlbt. Alle Bezirke jenleit der Potsdamer Bahn hli zum Halleschen Tor am Mittwoch 7'/, Uhr: Zahlabend bei Dittschlag, Schöneberger Str. 18. Referent: Rüben. Bezirke 36, 37, 38, 39 und 40 im Lokal Lützowufer 20 am Mttwoch, abend? VI, Uhr. 4. Abt. Morgen abend VI, Uhr im Natlonalhof, VAowstr. 37: Zahl« und Diskutierabend. Referent: Genosse Dr. Caspari. 5. Abt. Heute abend 7>/, Ubr, bei Kcuwer, Hagelkerger Str. 20»: Frauenobend. Vortrag des Genoklen Heilbutt. 8. Abt. Die Zahlabende finden in diesem Jahre noch wie bisher statt. IL. Abt. Mittwoch abend 7 Ubr Zahlabend bei Hentschel, Naunyn- slraße 38, Rüge. Walbemarllr. 22, Schugat. Muskauer Ztr. 23, Krause, Marionnenvlatz 22, Weißer, Wrangelltr. 22. Fröhlich, Muskauer Str. t. 13. Abt. Mittwoch abend 7 Uhr Zablabend bei Stein, Buckower Str. 1, Niesvodziani, Brandenburgstr. 54, Treppen, Alexandrinenstr. 134, Kastan. Gillchiner Str. 62. 14. Abt. Mittwoch abend 7 Uhr Zahlabend bei Radtke, Neue Jakob. straße 1, Krieger. Engeluser 13. 15. Abt. Mittwoch abend 7 Ubr Zahlabend bei Krüger, Langestr. 25, Janz. Walluertheaterstr. 44, Großmann. Weberitr. 24». L7. Abt. Heute Ssszunq der Bezirlssübrcr und BetriebsvertrauenZ- leute, abends VI, Uhr bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11/ Ecke Arkonaplah L8. Abt. Morgen abend Vi, Uhr: Zahlabend In den BczirlSlokalen. Für die Bezirke 243» und 2t3b im Lokal C b o r i n e r Str. 5 2 Lt». Abt. Mittwoch abend 7 Uhr Zahlabend'bei Fenlel, Danziger Str. 25, Dannert, Schliemannftr. 24, Burg, Prenzlauer Allee 189, Blase, Dunkcrstr. 9, Rockhaus, Schliemannitr. 39. 3L. Abt. Mittwoch abend 70, Ubr Zablabend bei Heubeck, Schönhauser Allee 65, Blesssn, Stargarder Str. 3, Katter, Gleimstr. 45. 33. Abt. Morgen abend 7'/, Ubr: Zablabend bei Haack, Swine- mündcr Sir. 53. Gabriel, Dcmmincr Str. 15, Gillwald, Putbuser Sw. 24, Schraevel, Grüntbaler Str. 13. 34. Abt. Mittwoch abend 7 Uhr Zablabend bei Goldbach. Vineta- platz 7, Obialo, Stralsundcr Str. 11, Fiel, Putbuser Str. 5, Opitz, Ber- nauer Str 13, Greulich, Gartenstr. 46. 3«. Abt. Zablabend: Mitiwock. abends>/, 8 Uhr, bei Dumte, Acker- straße 2; Töll, Bcrgstr. 72; Bärwalde, Schlegelsir. 8; Beirau, Pflugftr. 1 und Boyenstr. 19. 37 Abt. Morgen abend VI, Uhr: Zablabend bei B. Heimann, Stepbanstr. 5: P. Tfchammer, Raihcnower Str. 74! G. Borges, Lehrter Straße 18/19. 38. Abt. Mittwoch abend 7 Uhr Diskulsionsabend bei Trümper, Fllmsbnrqer Str. 3, Fahnlg, Spenerstr. 20, Schäfer, Hinderffnftr. 1. Schöneberg. Heute abend 71/, Uhr, in der Aula der Schule in der Feurigktraße: Frauenversammlung. Vortrag des Gen. R a b e n o w über Wohliahrtspflege. Wilmersdorf. Heut« abend 8 Uhr: Mitgliederversamm- l u n g in der Aula des IV. Lyceums, Weimarischestraße, Ecke Mainzer Straße. Friedenau. Mittwoch, 7fl, Uhr, in der Aula des Gymnasiums am Maybachplotz: Mitgliederversammlung. Gen. Stampfer: Was ist seit dem 18. November 1918 geschehen? Lankwin. Mitgliedervei sammlung Mittwoch abend 8 Uhr, Restaurant Hermann Pichl, Kaiicr-Wilhelm-Sir. 34. Lichtenberg. Zu einer wichtigen Parlelarbeit treffen sich die Genossen und Genossinnen am Donnerstag, nachmittags 5 Uhr, in solnenden Lokalen: 2. Viertel: Stöber, Junastr. 29; Schulz, Finowstr. �10; Tegtmeicr, Kronprinzenltr. 13; Brunn. Odcrstr. 1. 3. B i e r t e I: Fröhlich, Sonntag- straße 23; Schulz. Lehnbachstr. 22; Neander. Boxhagen«. Ecke Holtelftraße.— 1. Bier tel:Die Genossen beieiligen sich im 3.Viertel.— Die Märchenabende finden jeden Mittwoch, pünktlich 4 Uhr, in den Schulen: Marktstraße, Sieg- fricdstraße, Lückstratze und Kronprinzenstraße statt. Oberschöneweide. Morgen abend V/, Uhr, im Lokal von Drake, Wilhelminenhos-, Ecke Klarastraße: Mitgliederversammlung. Grünau. Morgen abend 8 Uhr bei Madeh, Friedrichstr. 3.: Mit- gliederveriammlung. Borsigwalde. Mittwoch 8 Uhr: Frauenleseabeud bei JaschenSli, Neue Ernststr. 5. S. P. T.-Werbeausschuft der Angestellte«. Waren- und Kauf- Häuser, Textilindustrie und Handel, Holz, und Möbelindustrie, Chemische Industrie und Handel. Brauereien, Tabalindustrie und-Handel, Zeiiungen, Buchbandel, Buckdruckereien. In diesen Berufen tätige PaUelgenossen werden dringend gebeten, sich zur Mitarbeit zur Versügung zu ilclleu und ihre Adressen sowie die ihrer BerusSlollcgen, welche Parteigenossen sind, einzusenden. Bereinigung sozialistischer Lehrer und Lebrerinnen. Vicktige Sitzung der a. P. D.-Fraktwn Mittwoch abend 6 Uhr, Gemeindeschule Hinter der Gamisonlirche, Zimmer 26. Erscheinen dringend nötig. Jugenüveranftaltungen. Zentralverband der Augeftellten. Jugendiettion, Abteilung Osten. Dienstag, den 25. November, abends 7'/, Uhr. Versammiung in den.An- dreaS-Fefisälen", Andreassir. 21. Vortrag deS Herr» Dr. Lier über.Darwinismus-, Niedcrfchöncweide. Jugendfreunde und-Freun- d i n n e ir I Heute abend 7 Uhr findet in der Gemeindeschnle Berliner Straße die Eröffnung des Jugendheims, verbunden mit einem Unier- haltungSabend, statt. Die Parteigenossen werden gebeten, ihre schul ent- lassencn Söhne und Töchter daraus ausmerksam zu machen. Vorträge, Vereine unü Versammlungen. Zentralstelle für Ginignng der Sozialdemokratie. Mittwoch 7 Ubr: Versammlung im istesiaurant Amboß, Lausitzer Platz 7. Gäste willkommen. Tozialistische Tkudentenpartei. Der öffentliche Borlrag von K. A. Wiltsogei urid Rudolf Leonhard:.Die Ausgabe des deutscher- Studenten in der Gegenwart' findet am Mittwoch 7 Uhr in der Universität, Aud. 122, statt.— Oeffentliche Sport-»nd Turnerversommluug. Mittwoch abend 7 Uhr spricht in der Schulaula, Zieinickendorf-Oit, Panlower Allee. Gen. Hildesheimer über:»Arbeiter- oder BollSsport— Der Friedensvertrag von BersailleS ist der Inhalt einer Vorleiung von Dr. O. Stillich an der Humboldt- Hochschule, Mittwochs. 8— 9'/„ Georgen- slraße 80/31. Beginn: 26. November.— KriegSgefangenenaliteitung deS ReichSbundcS der KrtegsbeschSdigten, Ortsgruppe Schöneberg. Versammlung am Donnerstag, abends 7>/, Uhr, in der Aula der Hohen- zollernschule, Belziger-, Ecke Eisenacher Straße. Wetterauösichten für das mittlere Norddeutschland bis Mittrvoch mittag. Mild, zeilweise ausklarend, jedoch überwiegend de- wölkt, mit öfter wiederholten leichten Regensällen und ziemlich siischen, südwestlichen Winden. Gerlchtszeitung. Plündernde republikanische Soldatenwehr? Die Plünderung eines Herrengarderobengeschäfts in der Brunnenstraße während der Märzunruhen hatte vor dem außerordentlichen Kriegsgericht des Landgerichts I ein Nachspiel. Wegen Plünverns bzw. Landfriedens- bruchs war der Schlosser Hans Funke angeklagt.— In der Nacht zum 5. März d. I. sammelte sich vor dem an der Ecke der Brunnen- und Bernauer Straße gelegenen Kleidergeschäft von Schachmann eine Menschenmenge an, die zum Teil in Militärlastwagen angekommen war. Die großen Schaufen st er scheiden wurden eingeschlagen und Stoffe sowie eine Unmenge fertiger Anzüge auf die Straße geworfen und von der dort harrenden johlenden und schreienden Menschenmenge auf- gerafft und weggeschleppt. Wie der Geschäftsinhaber, der seinen Schaden auf über 100 000 M. beziffert, bekundete, hätten sich bei der Plünderung auch Mitglieder der»Republikanischen Soldaten- wehr" beteiligt. Auch der Angeklagte behauptete, daß er einen Anzug, den ihm ein Soldat der„Republikanischen Soldatenwebr" zugeworfen habe, aufgenommen habe und damit weggelaufen sei. — Der Anklagevertreter beantragte 1% Jahr Gefängnis, während Rechtsanwalt Friese als Offizialverteidiger mit Rücksicht auf die Jugend und bisherige Unbescholtenbeit die Mindeststrafe für aus- reichend hielt. Das Gericht nahm ebenfalls an, daß der Angeklagte durch böse Beispiele älterer Leute verführt worden sei und erkannte auf die gesetzliche Mindeststrafe von 6 Monaten Gefängnis. Geschäftliche Mitteilungen. Stiefelkönig. DaS bekannte Schuhhaus, Jnh. H. Klausner, in der Friedrichstr. 131, zwischen Weidendammer Brücke und Oranienburger Tor, hat z.Zt. wieder ein großes Lager eleganter und preiswerter Stiefel. öriefkatten der Redaktion. Jeder für den Briefkasten befümmlen Anfraae füge man eine» Buchstaben und«ine Nummer bei. Brieflich« Buotunil wird nicht erteilt. Eilige An- fragen trage man in der Juristischen Sprechstunde. Lindcnstr. 8, L Hof par- lerre links, vor. Schrirtstücke und Verträge sind mitzubringen. Sprechzeiten der juristische» Sprechstunde: Montag, Mittwoch und Freitag 2—5 Nhr; Dienstag und Donnerstag 3—6 Uhr; Sonn- abend 3—5 Uhr. 1888. P. T. Wenden Sie sich an den Verlag»Der Nawrarzt'. SV7 61, Tcmpelhoser User 22.— G., Reukölln. Bund der technisch- industriellen Beamten, I7W Werststraße 7.— A. K. 8. Zeitschrift jür Binnenschiffahrt, Verlag Rudolf Mosse, Berlin. tjszvitiii.Aus�UL der 14 Preoss.-Södd.(240. Preuss.) Klassen-Lotterie S. Kluse 15. ZlehaDgsUg 24. Kovernber 1819 lof jols gnogs.s tfamioer itsd».et»I«I«ll höh« Ueirtan« fslhlln, ■ad nrmr]• etmsr»af dl« I-»»» gleicher Sa mm er u daa heldoa AbteUaaraa 1 aad 11 (Ohne Gewähr.)(Ksclidruek Terboten.) In der VonnitingezIebaDg wurden Gewinne Uber 2(0 Hark gesogen. 2 Gewinne zu 15000 II 120747 4 Gewinne zu bUUO ir 64437 47984 70 Gewinne zu 3000 M 722 17130 27646 407» 48054 53323 64330 60453 73628 83030 88501 105879.10875, 1167W 117214 129341 140283 143463 149973 158421 18/088 167278 169952 191604 19223,7 198768 200620 203205 203834 205088 205343 222885 224702 225937 230372 158 Gewinne zu 1000 M 2375 6760 10925 11589 13201 18607 21099 21629 21983 29022 29706 29773 33011 33830 38707 38939 43155 43809 4*T463 49678 60133 69386 69705 59943 01788 66411 76034 76477 76706 77322 81821 90479 96702 100999 101120 103615 108290 109445 109848 111127 112840 113157 116871 123510 128203 123739 132542 132733 133075 13340,, 136772 137885 130050 144250 149470 149534 161358 153630 154437 15-15» 169773 160327 163921 171297 171510 172197 177365 173981 179881 181830 132485 182998 193875 212221 217484 217923 228156 228847 232753 192 Gewinne zu 500 M 184 5034 10968 15929 19395 37806 44238 46949 40535 50315 60545 61698 62549 65300 67981 57988 59852 616280 82-87 64758 65370 88364 72621 73579 79903 82371 82534 84698 89935 94963 96079 99885 101860 109371 109764 110039 113003 113037 117013 110293 119417 121744 122943 123628 12553» 129539 120819 130090 132-80 133953 136622 137258 139125 142201 143064 147981 149481 161433 15X821 153359 154391 155518 157348 153731 1S9019 M5220 167965 171143 1-2490 176587 178775 178544 182922 190920 196289 200739 202373 202640 205607 506756 209044 210041 211995 202962 215296 215835 215981 216743 218920 219352 222883 225271 326031 228114 228872 230783 In der Kecbirittegsziebung wurden Gewinn« über 240 Mark gezogen. 2 Gewinne zu 40000 it 107641 2 Gewinne zu 10000 M 90557 8 Gewinne zu 6000 M 63918 84538 99858 152-08 63 Gewinne zu 3000 II 1013 18810 20384 30879 31809 34188 34768 35311 60919 84542 70724 80511 02413 94139 108573 lOSWa 1150-3 115997 122331 131571 133959 153999 167618 170267 170426 174680 181025 18-351 137305 195459 200241.......... 1-8 Gewinne zu 1009 it 708 4933 8790 10049 10254 11928 18405 25403 25214 27207 27444 27559 30156 31977 32026 34855 37732 40300 44204 48151 49358 52495 53570 57985 55210 64925 85023 87592 70557 75952 79514 59442 85926 87594 85744»5415 95431»7715 99052 99574 103757 104539 107425 105323 110509 111211 115780 113135 116735 116778 117435 117932 119926 120375 124313 127027 130683 132679 136586 136391 138322 138337 142772 143524 151275 152276 158493 154331 155250 159954 153724 167327 168372 159431 171713 174590 178-21 181079 191878 204663 205436 207863 209746 215961 218949 220097 220674 224381 226591......... 212 Gewinne zu SCO M 1120 4608 8619 12890 14478 17968 19347 20388 20937 21434 23738 23283 82203 33456 83620 36158 38102 38385 36460 39018 44520 40004 43318 50862 63062 68546 68389 61870 84110 643-3 65030 65453 65578 88303 70019 71233 77112 78470 70499 81308 81387 82591 84085 85263 87903 90095»2052 92575 93044 93418 94444 95417 98858 99579 105625 110437 11-554 118700 120958 122332 123489 124492 126781 127470 131984 13250t 134020 142860 145049 146538 152203 153073 154513 15-339 157450 150390 161540 183568 171050 172069 178513 173999 180095 187932 191942 192311 193210 196525 105257 196279 196993 199993 200282 200732 204055 297312 205991 210374 212994 220318 220385 221804 224109 228004 230307 231664 Effektvoit und stnomspapend Violetta. Anfang 7 Uhr. SÜhaQspielhans. Maria Stuart. Anfang Uhr. P I rek tion Max Reinhardt. Deutsche« Theater. Jaakobs Traum. Mittw.T1/]; Jaakobs Traum. Ii aram erspiele. u�rJie BficfisederPaniiora ■Mittw.?1�: Frühlings Erwachen Theater 1. d. KMggrStzerStraße V'jS u.: Schloß Wetterstein Mittw.: Schloß Wetterstein Donst.: Schloß Wetterstein Freitag: Bin Traumspiel Sonnb.: Schloß Wetterstein Komotahaus 7 Uhr: SiC. Mittwoch: Sie. Donnerstag: Sie. Freitag; LUelott r. d. Pfalz Sonnaoend: Sie. Berliner Tlieater 7.10 u.: Bummel« Studenten ÜtintraT�h eater 7Va Uhr; Vit fSNtliSM. Deutsche« Apcrnhaua 7 uhr: He neöcrnisfls. Die Tribüne ?>/- Uhr;„» JGdcn-Tfaeater Ttl.:„U.A.W.fi" Friedr.-Wilhelmst.Tta. 7'/. uhr: Bretchea. Kleine« Theutep. 7>/z: Die Neuvermäbiten. Hieiauf: Kinder-Ballett, Ballctrmstr. M.Zimmermann Kl. Schauspiel hau«. u�iiMReundADlast oder: Prent Buch d. Lebens K.omiHclie Oper 7v. u: Liebeszauber. Lnstnplelhans Arnold Rleck in: Jh'fJsrGroSstaiMavalier iletropol-Theater. 7 übr: Sybill Keues Operettenhau«. 7i/,u.:DlBDiie?üBZlrtiis. Schlllcr-Theat. Chart. �VerseM-isiftesFtesco Thalla-Thcatcr Vit U. Th. am NoHeudorfplat« O'/tU.: Die beiden Kiingnbcrg. vi, Uhr: jycrttcfföG&ti&ft: Theater de« Westeu« w.u.: Die Frau liflEenneün Mittwoch I: Max und Morlti. Sonnt. 12 U.: Matinee„Anita". Theater d. Prledriobatadt vi, u.: Sciatteaspfeie. Wal In er-Th cater üh? Eioe Balinacht. Residenz- Theater. Tgl.SU. Heute z. 819. Male: Oas isre IM. von Hermann Sudermann. Mittwoch 4 U.: Rotkäppchen. Sonnb. 4: Hinsel und Orctel. Sonntag 4:»er gute Raf. Triaaoa-fbeater. Täglich>jyS Uhr: Von Ludwig Fulda. Mittwoch 4: Schneewlttcbea. Sonnabend 4: Ascheabrbdel. Sonnt 4: Per Lebenischiler. Rose-Theater. 71/2 Unr: Das Gesetz. Walhalla-Theater. VI, Uhr: Am goldenen Horn. ßlaner Sssrafan Russische Kleinkunstbühne Büiowstr. 6. r�sÄeSoskauLBerDn Russ. Ballett nnd ValalaTka. 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APOLLO THEATER 1 Friedrichs trabe 218| Dir.: James Klein 1 1'1' Sonnt.3>/,u.7 Kur noch iies.Monat Die große VarietC- Ausstatttings- Schau Die Welt im Jahre 2000! Unter anderem: Modeoschao u. ! Potsdamer Platz im Jahre 2000 Blockade-Ballett! 1 10 Ikarier z.Pferde 4 Urbans Senta Söneland | Lanbertz-Panlsen| Locie Blattner Alex Stamer. | Sonnt 3Vi(.Erwachs. I I Kind freit Iieiofasliafl.-Tiie&ter Vj, Übe n. Sonntag i nachm. 3 Uhr: Stettin. SäBöfir nadim.ermSß.Pr RtichstzaLnt-S.: DSntaoH-Brettl. P assaye- Theater Unter d. Linden 22/23 Dir. M. S o 1 1 m a n. 2 Wligeii2 Ergreifendes Drama In 6 Akten nach dem gleichnamigen Werk von Franz drillparzer. Hauptrolle: fiane Kaidt Wilhelm Klitsch. Lustspiel in 3 Akten. Hauptrolle; faul fteidemann. sAstrai Theater- Lichtspiele CbaasseestraQe 16. 25. bis 27, November« Die Liebschaften der Käthe Keller i.5A. v. Rlch.Skowronnek mit Reinbold SchQnzel. Fränl. Zahnarzt Lustsp.i S Akt. m. Mla May. Kflustler-KapeUe. hsü Anfang; 7 Uhr. StKRtnsr.u-sv Da« hervorragende | Novemberprogramm; Anfang; 7 Uhr MM LH.«MM 5K. Um Sonnecsfog. 2T.»ooemßct. Vj®»hr: Zum 25. €d)to0 Male: Wetterftem. Schauspiel in 3 Akte» von Front webeNab. yonpfboesfeller; Maria Ocka. Hanna Ralph, Johannes Riemann. Werner Hollmann, Ernst Dern» bürg, Felix Roffert, Paul Rihkopf, Hugo Bauer, SL A. Römer, John Rappeport._ USA rägl. P/t, Sles,31/,u.V/t U.: Schlager über Schlager! Kopfrutsch M den CirensraiiE Todesmotorrad fahrt an gteller Wand. Die lästigen Holländer. BJaSSB i W ommen Sil Sie werden staunen S 1 ir-Paiasi Liandsberg;. St. 30 am Alexanderpl. SehBnlt.EMblinem. I.Zentr. Künstleriscne Leitung: Fritx LiotRe-Hof er Intimer Ballsaal i Eleganter Barbetrieb 1 Rhein. Winzerdiele I w.?'/* Großer Ball mit ersten Kabarett- nnd Tanzeinlagen, u.a. der urkomische Haaa Schucb u. d. gr. November-Progr. 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November im Krankenhaus Friedrichs- Hain verstorben ist. Da« Porbild, das uns unser Si lilhriges Mitglied gegeben hat, wird ihm bei uns stets ein treues Sc- denken bewagren. Der Vorstand. Die Beerdigung findet morgen Mittrooch, nach- mittags Z>/- Uhr, auf dem Georgen»Kirchhof, Lands- berger Allee, statt. 59/4 ' Export und Import 0. m. d. H. Berlin WS7, Bülowst.64, liefert* ständig Zigarren, Zigarillos, Zigaretten, Rauch-, Schnupf- u. gar. echten Kautabak zu niedrigsten Engros-Tagespreisen. Elektromotöre Gleichstrom:: Drehstrom Kauft[• InpieorliureauSeiiiicbiJitg Berlin W», Unkstr. 10. Tel. LQtzow 3705 und 8518. leinMer beseitigt DÄsHaussalbe jed. HautausschU FlechL. Hautjuck., bei. Beinscbad., Krarapiadern der Frauen It. dergl., in Originaldosen 6 25. 9.75 erhältlich in der „Elefanten-Apotheke" Berlin 213, Leipziger !!!Geld!!! >ür jede Wertsache. Höchste An- taufspreise für Pfandscheine, Brillanten. Eoldgegenstände, Teppiche, Biicher usu>. iVolii. Friedr!cbsir.4I III. Ecke Kochstr. 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