605. 36.Iahrg. Bezugspreis: Sit-t-ljPzrl. 10,50-Kt, mcnail.»� El ' frei tes ißous, voraus, ah Idar. Piv> h-iMz Moaailich Sm> Ml.«jH-Su» neUuazsgsbllh� Uajnr ftrrjjbanb für Cruifölstib unb Oeitsmitf• Ungarn ti,75 3K1. für las übrige Ausland 10,T59Rt,het täglidi einnd.Su'tetUmr; K 7Z Mt. Pofibeftellungal ttebuien an idäaemsai Holland, lluxeinkurz, «äch-vedrn u. die«chwelz. Eingetragijt ül dl« Vofi-?eiiuuzs-Pref«iiff». trvrrirdnet«naulsschlltz zur V' uig der Neu- wähl dck OberbürgermeitlerS iha: unsere � den Genossen Scheidemanr, ali ftauDiboien borgefchIOBen. Jr:-t sich d e- re«tt vor mehreren Äschen deren.•'' daZ ihm angebotene Amt anzunehmen. Seine Wahl in Mer, da u niere Partei die Mehrheit in der Stadtvertretung i-N. u:n« autzer- gewöhnlich stark besuchte Parteiversammlung hat.�s-se Mitiei» lang mit großer Freude rrufgenommen. Genosse Scheidemann ritt in der Nati?ua!.ersamm- luug den Wahlfrei?' Kassel. Er wird das Mandat rs Wunsch der Kasseler Porteigenossen beibehalten. Bis zu seiner Wahl in den Parteivorstand war er Stadtverordneter in Kassel, mutzte dieses Slrnt aber infolge der llebersiedelung nach Berlin niederlegen. In parteigenöisischen Kreisen ist es befannt, wie ungern unser Genosse damals von Kassel wegging. Ächon I9ll hatte er die Abiichi, nach seiner .Heimatstadt zuriickznfebrea. Der Ausbruch deS Krieges fesselte ihn an die Reichslravvtstadt. Es mag in diesem Zusammeubang erwähnt werden, datz Genosse Scl)eidemann nicht nur ein geborener, sondern auch ein freudiger und treuer Kurhesse ist. Schon vor Iahren ist eine Sammlung lustiger Jugendgeschichten im Kasseler Dia- lekt auS seiner Feder erschienen und ein neues Buch dieser Art befindet sich eben unter der Druckpresse� Da S�cheidemaui? dem Parlament erhalten bleibt, brau- chen wir zu unserer Genugtuung ein Abschiedslied nicht an- zustimmen.-__| die Enthüllung. Unter Her Ueberschrist„Hinter den 5lulissen der Glocke" setzt die Korrespondenz Ii. S. ihre angeblichen„Enthüllungen" über den Fall Sklarz fort. Als Gewährsmann wird von ihr bezeichnet..der sozialdcniokratischc Redakteur A. Bau- m c i st c r, der längere Zeit in leitender Stellung in der R e d a kti o n der„Glocke" war". Nach unserer genauen Kennt- nisnohme der Ding? ist diese Bezeichnung irreführend. Baumeister mar niemals Redakteur der„Glocke", sondern er nxir der kaufmännische Geschäftsführer deS Verlages für Soziaüvissznschaft. Die Angaben Baumeisters bebreffen die autzer dem Ver- lag für Sozialwisseuschaft, für den Parous Zuschüsse in Höhe von 1' 400 090 Mark gegeben haben soll, kaufmännische Ge- schäfte vpn Parvus und Sklarz, die wir hier schon zum Teil erwähnt haben, wie die Kohlenlieferung nach Dänemark, den russischen Kalender und die Wach- und Schlietzgesellschast. Auch die Geschenke von Sklarz an Emil Eichhorn werden er- wähnt und ein Dankschreiben des letzteren wird im Wortlaut abgedruckt. Neu erwähnt wird ein Geschäft von Sklarz mit ausransstcketen Heeresautomobilen. Die verwickelten Privatgeschäfte der Herren Sklarz und Parvus entziehen sich unserer Beurteilung. WaS an den Be- hauptungen Baumeisters wahr ist, wird sich in der g e r i ch t- lichen Verhandlung der ganzen Angelegenl�eit her- ausstellen. Der für uns wesentliche und springende Punkt, nämlich die zuerst aufgestellte Behaupwng, daß führende Parteigenossen der sozialdemokratischen Mehrheite- Partei durch die Angelegenheit kompromittiert seien, daß ste in irgendeiner anfechtbaren oder mißbräuchlichen Weise un- reelle Geschäfte gefördert hätten, wird auch in diesen neuen „Enthüllungen" in keiner Weise belegt. Ein abge- druckteS Schriftstück von Otto Wels, der. als Volkskommissar für den. öffentlichen Sicherheitsdienst am 12. November 1918 Me von Sklarz gegründete Wach- und Schlietzgescllschaft kon- zessioniert hat, ist absolut einwandfrei und es wird n'rgeud! behanplet, daß Wel§ dafür trgendöiüö Gegenleistung empfangen habe.- Im übrigen halten wir mit Rücksicht auf das bevor- stehende GerichiSv Erfahren zurzeit jede ausführliche Erörterung der Angelegenheit für überflüssig. Tie Korrespondenz U. 8. behauptet, es habe sich ein parlamen- tarischer Ausschuß Zur Untersuchung des Falles Sklarz ge- bildet, dem u. a. Chefredakteur Nuschke, Georg TaviMobn usw. angehören. Uns ist davon nicht? bekannt. Jedenfalls werden die angegriffenen Parteigenossen eine Erledigung der gegen ste erhobenen Beschuldigungen auf dem Wege deS o r d c n t- lichenGerichtsverfahrens bzw. vor einem Gerichts- Hof. der die Befugnisse eines ordentlichen Ge- r i ch t s be s i tz t, mit allen Mitteln anstreben. Fälschungen als„Material". Dem Sieduktcur eines Berliner MittagMattes gegenüber hat Genosse Scheide man» sich ausführlich über die erhobenen Kor. r ubtio n Jteichi! Ibign ngen geäußert. Aus seinen Ausführungen helfen ivir hervor, daß die Konferenz, die auf Veranlassung David- sohns am 7. September das Material geprüft hat, sich einstimmig auf den Standpunkt stellte, daß sie es bebaute, sich stundenlang mit einem, solchen„Dreck" befaßt haben zu müssen. Scheidemann bespricht drei Schreiben, HI« in dem Material angeführt sind und stellt fest, daß diese drei Schreiben„durchaus einwandfreie Handlungen der Minister darstellen, die noch jetzt der Möglichkeit einer Kontrolle unterliegen und jede, auch dt« peinlichste Prüfung vertragen". Ueder das übrige Material sagt Scheide. mann: D-e angeführten drei Schreiben stich aber daS einzige Echte an dem ganzen Material. Alle» andere ist zum Teil er. löge«, zum Teil verfälscht, und«• ist nicht einmal geschickt ge. logen und geschickt gefälscht worden. Was soll mau zu Brharp- tungen sagen, wie denen, daß Herr Sklarz mir aus den Namen eines Herrn Philipp gefälschte Pässe nach dem Auslande besorgt habe, oder das; ich eine Belohnung auf die Ermordung Karl Lieb- knccht» ausgesetzt hätte. Solche LächenltzKkeften f.chicn sich von selbst. ES sind aber in dem Material auch Briefe van mir cnt- halten, die von A bis Z gefälscht sind, Briefe, d'e'ch nie ge- ichrieben habe und auf denen meine Unterschrift in s» plnmpcr Weise nachgemacht wvrdrn ist, daft die stsälschumz für jede« fosoit erkennbar ist. Es ist also begreiflich, daß die Konferenz vom 7. September keine Veranlassung g-chrlt hat. sich mit dem Material zu beschäftigen. ES liegt also bereits jetzt der Beweis dar, daß in der Sache gegen unsere Parteigenossen mit dem Mittel der Fäl« s ch u n g gearbeitet worden ift> Das wirft ein weiteres bezeich- nendes Licht auf die?«„Enthüllung", die- mix einer Millionenunter. schlagung dez HauptklägerS begönne» hat. von öen Spaltpilzen. Die Zentrale der„Kommunistischen Partei" ant- wortet in einem Ausruf„An unsere Parteigenossen' aus Auslassungen des Hamburger KommumstenblattcS. da» sich be- banntlich gegen die Zentrale der Kommuniftifchen Partei-gerichtet hatte. An dem Aufruf heißt eS: Sie tdie Partei) hatte darüber zu«jsscheidmi, ctb unsere Partei überhaupt«ine Partei, ob sie eine lonirrmtriftifche insbesondere bleiben wollte, oder ob sie sich auflösen sollte in ein Sammelsurium syndikalistischer Ortsgruppen, die planlos, ohne Einheit, ohne Geschlossenheit, jede um ihren Kirchwvm herum die„ökonomische Revolution" macht.... Ob Syndikalismus oder Kommunismus, haZ war die lkraac. Die Partei hat ihr Urteil gesprochen, die Hamburger Syndikalisten mögen ihre Schrullen für sich. treiben. In der Partei baden st« nicht? zu suchen. Da? ist deutlich genug! In dem Bericht der..Kommunistischen Istätekorrefpondenz" wird gesagt, den Führern sei schon seit der Frankfurter Konferenz klar gewesen, daß der unüberbrückbare Gegensatz in den taktischen Fragen ein Ausfluß der Unüber- Sarbusse und Sie hollänüische gute Sitte. Von einem Flamen wird uns geschrieben: Wie in Deutschland, so wurde auch in Holland BarbusseS un- sterbliches Werl sofort, nachdem eS in Frankreich erschienen war. in Uebersetzung herausgegeben. Die Zeitungen bracknen groß« Lobes- artikel und Auszüge auS„Da? Feuer", und in allen Kaffeekränzchen. Gefellstbasten und KlubS, ja, selbst in den Kreisen der Händler und Makler wurde über diesen Franzosen und sein Wert ige- sprochen. Der Verleger machte außerordentlich gute Geschäft« und war selbstverständlich bereit, sofort auch jede« andere Werk diese« sensationellen Schriftstellers an den Mann zu bringen... Aber e« begab fich, daß da» nächste Werk Batbusse«„Die Hölle" hieß und etwa« durchaus anderes beschreibt, als was in den Schützengräben vorgekommen ist,>va« natürlich die angenehmste Lektüre ist süt Leute, die durch den Krieg„gemacht" worden find, ober keine Schützengräben gesehen haben. Barbnsie beschreibt in diesem Werke die Allmacht de» Fleische«... und siehe!... da« Ministerium für öffentliche Angelegenheiten im Haag laS dieses Wert und fühlte feine Tugend gefährdet. Bei einem Buchhändler, der gestand» zu wissen, wa» in dem Buche steht, wurde der ganze Vortal beichlag- nahmt... und gegen den Künstler wurde auf dem Weg« über den Buchhändler die Versolgung eingeleitet wegen Gefährdung der be- kannten und berühmten, weit über die Grenzen Holland« binou» gepriesenen bolländiichen guten Sitten, die von der gleichen Güte sind wie die Oualrtät seiner Kwatta-Schokolade, seine« Schiedomer Genever« und seines Haarlemet Oels. Aber die Justiz holte fich eine Blamage. Der Staatsanwalt mußte in der öffentlichen Sitzung selbst zugestehen, daß seine moral- retterische Geste ihn und die Justiz ein wenkg lächerlich gemocht habe. Er sand einen recht schmackhaften Ausdruck:„Die Justiz bat tn dieser Sache nicht immer Lob geerntet l"... Ra, da« ist ibm wobl zu glauben. Der mit einer so gebrechlichen Tugend auS» gerüstete SraatSawolt Herr Del Eampo war der einzig« von seiner Sippe in ganz Holland gewesen, der es gewagt hatie, Barbusse zu verfolgen. Kein einziger seiner Kollegen Hai seine moralichützende und tugendhüterische Geste nachgemacht, obwohl er ständig daraus gewartet und seine ganze Hoffnung darauf gesetzt hatte. Und nun sollte der Prozeß dennoch durchgesetzt werden... Und der ehrsame Herr Staatsanwalt mußte gegen Batbuffe vom Leder ziehen! Er stand mit dem ganze» Gericht vor einem sehr pem» lichen Gericht, aber ryit dem Mute, der allen tugendhaften Menschen eigen ist. suckle er eine gute Miene zu dem sehr bösen Spiele zu machen, und fing an zu beteuern, wie ungeheuer gefährlich die Hölle— nämlich die von Barbuffe— für die holländische Jugend sei. Zwar wagte er nicht anzunehmen. daß sich Borbusle absichtlich mit dem Schreiben von Pornographien belustigte, über frotzdem... einige' Seilen des Werte« seien so realistisch geschrieben, daß eS... wenigsten« für da« tugendhasl» Holland... zu kraß fei oder zum mindesten als zu kraß erscheinen könnte.... Und dann kam da« Schrecklichste!... Barbusse habe zu sehr gegeben, wo« in ibm steckte.... Herr Del Eampo glaubte damit was ganz Entieyllche« zu sagen, etwas, da« gleich einer Handgranate wirken und Barbuffe und alle seine Bücher. auch, seine künftigen, vernichien würde.... Als ob«in Schrift- steller, ein Künstler— wie e« vielleicht ein Staatsanwalt ferrig bringt, zuerst feine Menschlichkeit ablegen müßte, bevor er daran geht, ein Werk zu ichreiben, daß er ein Lügner werden und geben müßte, wa» nicht in ihm ist. Wenn Herr Del Campo ein wenig nachgedacht hätte, hätte er auch gegen einen gewissen Mose« vor- gehen müssen, der ein skandalöses Buch.„Ginesis" geuonnt, geschrieben hat. da« genau dasselbe Tdema wie Barbusse«, Hölle" bebandelt, den Fluch gegen die Allmacht deS FleticheS. die der Verfasser be- kämpft mit ratender Verzweiflung und grenzenloser Hoffnung«- lofigkeit... Justiz und Kunst!... Mit anderen Worten: ha« Leben und der Tod. Denn Kunst»st Leben von heule... manchmal auch Leben der Zukunft, und Justiz ist in unserer Gesellschaft noch immer die Motalrrät von gcstetn... die Moralität von Leuten, die aus den Friedhöfen liegen... Dorum spielt, wie Herr Del Eampo he- zeugen kann, die Justiz nicht immer die schönere Röll«. Die LolkSh-chschulsrag«. Ueber die Volkshochschule ist noch- gerade genug und übergenug geredet und geschrteben worden. Vir gehen jetzt daran, sie praktisch zu gestalten und dadurch Erfahrungen für ihren lüiFrigen Ausbau zu sammeln. Da darf und soll un« eine kleine Schrift al« Fühmin dienen, die soeben im.BotwärtS"- Berlage ericheint:„Die volk«hoch schul« rm neuen D« u t s ch l a n d" von Dr. M o x A p e l.(38®. Preis 1.60 M.) Sie unterscheidet sich insofern grund'ätzlnd von den meisten Schriften zur vollshochlchulftage, al« sie sich im wesenrliilen aus dre Praxi» beschränkt und hier wertvolle«, sofort zu verwerten- de« Material bietet. Ihr verfasier steht seit lv Jahren al» Dozeni in der volkshochschulbrwegung und hat sieben Jahr« lang die „Freie Hochschule Berlin" geleitet, er kann alio wirklich au« prakrischet Erfahrung heraus, nicht nur auf Grund allgemeiner Erwägungen sprechen. Jeder, für den die volkthochsaule mehr ist plS ein utopistricheS Ideal, sollte d,e bier gegebenen Ratschläge für die Lebraebiete(Abschn. S). die Lehrmethode(Ad- schnitt 4) dir Zusammensetzung de« Lehrkörper« und die Organisation zu verwerten suchen. Auch da« ausführliche Verzeichnis erprobter BorlelungStbemen wird sicherlich allen praktisch in der Bewegung Tätigen außerordentlich willkommen sein. L. «ndrtaS Lahk, wollte au, Totensonntag auS seinen Werken, die zu den stärksten Protesten gegen die KriegSbatbarei gehörten, vortragen. Diese Veranstaltung wurde letder mit Rücksicht aus den Tag verboten. Latzko brachte dann da« Donntags-Progromm am Montag in einer Versammlung der Berliner Ortsgruppe der Deutschen F r i e d e n S ge s e l l scka ft im Eafö Austria zum Vortrag. Tie Versammlung nahm Gelegenheit, gegen das er- gangene Verbot ihre Entrüstung auszusprechen. Ein einstimmig gebilligter Protest wendet sich gegen die Auffassung, daß die Veranstaltung der Stimmung de« Tage« nicht gerecht geworden wäre. Gr sagt:„Die von Herrn Latzko vorgetragenen Dichtungen ' h r u ck h a r? e- k der m n b«>« u>« n eine Danderausstellung guter Iuaend. und voNSschrtsten. Di» Bucher werden am StuSllkllungtorte unier lachgemStzer Beratung verkauft. Max Klinger ft auf Antrag der Vbiellunn für«rchiteftw- feiten» der Teckiiistden Hochschule in keriw-Charlotlenbura al»„dem tudrenden Meister der Schwester künste- die Würde eine» Shrendoktor.JugenieurS ver. liehen worden. Tdrodor Linduer. der Hallenier H-iktoriker, heflen Name durch ei», neunbändige WeUgeschicht« tn wettere Kresse getragen wnrd«, ist 7» Jahre alt geslorbeu. Ttuhl ftt nachdrücklichster SSctfe dafür verwendet, von Frank- reich die Heimbeförderung der deutschen Gefan- gengen bis zum kommenden Weihnachtsfest zu erwirken. Englanüs ägyptische Sorge. Am OberhauZ schilderte Lord Curzon die Lage in Aegypten. Die Bewegung habe wirtschaftliche Grünide und sei Haupt» sächlich der Verteuerung der Lebenshaltung zuzuschreiben. Aber diese Agitation werde politisch ausgeschlachtet und die ausländi» schc« Sozialisten zögen daraus Vorteil(?>. Die Regierung habe alles getan, um berechtigten Ansprüchen der Arbeiter gerecht zu werden, indem si« ihnen besser« Arbeitsbedingungen zuge. sichert hätte. Andererseits hätten die Nationalisten immer auf Unterstützung durch eine Großmacht gehofft, aber Frankreich fdaS ist siel Red.) und die Deremigten Etaaien hätten die enghsche Schutzherrschaft über Aegypten anerkannt und Italien habe versprochen, sie anzuerkennen: sie sei übrigens Bestandteil des Frieden». Vertrages" mit Deutschlands und daher von> allen seinen Unterzeichnern anerkannt. Lord Milner habe den Auftrag, «ine autonome Regierung zu bilden, die Aegypter aber mißachteten dies« Plane. Von einer Annexion Aegyptens Hab« man wohlweiS- lich abgesehen, da die bloße Schutzherrschaft den politiscken Forde- rungen und Fähigkeiten der Aegypter, sich selbst zu regieren, bessere Aussichten eröffnet habe. Auch unter der geplagten Verfassung würden die Ratschläge und die Hilfe Großbritanniens immer »ützlick sein. Bei ihrer Ausarbeitung würden alle Parteien b e. fragt werden. Der Frieden?,, vertrag" mit der Türkei werde nicht zur Lösung der ägyptischen Frag« beitragen; die politischen Beziehungen zwischen der Türkei und Aegypten gehörten der Per» gangenheit an und Aegypten dürfe wicht» mehr von der Türkei hoffen, welch/ die englische Schutzherrschaft über Aegypten im Friedens.dertrag" werde anerkennen müssen. Gegegenüber den letzten Unruhen m Aegypten müßten die ägyptische und die eng- listbe Regierung dem Gesetze Achtung verschaffen, die Ordnung sichern und-die Urheber aller Verbrechen bestrafen. Lord Curzon rief die gemästigten Aegypter auf. Großbritaomien bei der Erfüllung semer Aufgaben zu unterstützen. Aber auch die Gemäßigten werden ihr Volk für der Vormund- schest entwachsen Haltens Verhandlungen über da? BetriebSrätcgesetz. Die Abstimmung über den strittigen Paragraphen d«S BetriebSrätegefetzes, die Mittwoch vormittag im Ausschuß für diese? Gesetz erfolgen sollte, ist zurückgestellt worden, da die Kompromißverhand» lungcn zwischen den drei Mehrheitsparteien noch nicht zum Ab- schluß gelangt sind. Von demokratischer Seite ist ein neuer Kom- promißantrag dem Ausschuß bisher noch nicht vorgelegt worden. Dagegen hat in der Beratung NeichSarbeitSm'inister Schlicke mit« geteilt, daß er noch vor Weihnachten das angekündigte Gesetz gegen die wilden Streiks und über die Einführung o b I i g a t o r i» scher Schiedsgerichte der. Nationalversammlung vorlegen werde. 1 Industrie unö hanöel. Börse. Die Stimmung an der Börse war� zwar fest, doch beaobachtete die Spekulation mit Rücksicht auf die Verschleppung der Friedens» Verhandlungen und die Not« Clemenceaus hinsichtlich der Ge- fangenenfrage größere Zurückhaltung, so daß ein nennenswerte» Geschäft sich nicht entwickeln konnte. Balutapapiere ver- kehrten ungefähr aus letztem Stand. Am Montanmarkt waren Hobenlohe begehrt und fest, während Phönix, Lothringer Hütte, Mannetmannröhren-Werke und Oberschles. Eisewbahnbedarf Aurseinbußen erlitten. Schiffahrtsaktien waren gleich» falls etwa» schwächer. Elektrowert« dagegen begehrt und fefl. Ueberwiegend höher gingen sodann Rüstungswerte um. H e i m t s ch e Banken blieben vernachlässigt. Von heimischen An» leihen gewannen die dreiprozentigen ReichSanleihen 1 Proz. GroßGerlw Tie KriegSbefchSdigre«««d der Schnee. Uns wird geichrieben: Wäre dem Ma>i'strot von Berlin bei der Wegräumung der gewalligen Schneemassen nicht der Wettergoit zu H'Ife gekommen, er bäite mit»einem Aufruf an dl« Hausbesitzer sicher ein klägliches Fiasko erlitten. Ein großer Teil der Hausb«. sitzer bat zur Säuberung der Bürger st erge au» nicht einen Finger gerüb«». Nachdem Tauwetter«ingetreten war. wurde auch noch n»tS stniernommen. Roch am dritten Tage mußt« man an verschiedenen Stellen auf den Bnrgersteigen bi» zu den Knöcheln im Schnee waten, der sich inzwiichen in einen ungeheuren»Matich" verwandeli kalte. Als e» dann gefroren baite, fand man an Stelle des.MaifcheS" eine böckerige Eisbahn vor. War da» Paisieren der Bilrgersteige ,» einem derartigen Zustande für einen geiunden Memchen schon iehr schwer, so war es iür die vielen Krie rSbeinbeschädigien fast unmöglich, jg sogar lebenSgeföhr- lich geworden. Ich konnte mich als Beinamputierier 14 Tage lang nicht auk die St, atze wa-en. Wie verbittert iba» da wird, wenn man Tag für Tag eine iol»« Rücksichtslosigkeit erleben muß. kann si» wobl jeder vorstellen. Ist ya» der Dank des Vater« lande»?. Oder glauben die Herren, daß au» die un« noch er- baltenen Glieder für ein paar lumpige Mark als Egtschädigung feil sind? Eine Frage lei noch erlaubt: Sieht denn untere Polizei der« ortige Zusiände nickt und worum schreitet si« nicht dagegen ein? Dir Srieg«be'chädigten fordern, daß h,«x rückI,cht»loS zu- gegriffen wird. Zum Schluß nock ein? Bitte an die Eltern: Prägt den Kindern "n. oaß sie die Bütgersteige nicht zum Schlitten- fahren und Schlittschuhlaufen benutzen. Erschwer» denAriegstnvaliden ibren ohnehin schon schweren «rrsten, kämpf nicht noch mehr! _ Für Wien. Ein Ehepg!»:«ms Pankow erklärt sich in einer Zuschrfft bereit, pro Woche aus 100 Gramm Brot z-ug-unsten des notleidenden Wien zu verzichten. Wenn sich in Berlin 100 000 Leute dazu bereit fänden, io wären diese 10 000 Kilogramm schon eine erhebliche Hilfe zur Linderung der Not. Dazu kämen dann noch die anderen Siädre Deutschlands. P rat lisch ließe. sich die Hilfsaktion sehr leicht durchführest,«dem die betreffenden Ab- schnitte der Brolkarte ,mit einem estisprechenden Vermerk ver- sehen werden. Wie groß die Not in Deutschösterreich ist, zeijft die Nachricht, daß sogar in km reinen Ba-ucvnland Oberöfterreich hie Mehlration bis zum Eintreffen ausländischer TranS- port« gekürzt werden muß. Tie Gastwirte gegen die neue VeleuchtungScinschrSukung. Die neue Verordnung des Kohlenverbandes Groß-Bcrlin, wonach zum Zwecke der �ohleriersparsparung in den Gastwirlschastrn. Cafes, Hotelrestauranls usw. AaS und Elektrizität zu Beleucht-ungs- zwecken nach Ü'A Uhr abend» mchi mehr oenoendet werden dürfen, hat in allen Kreisen' deS GastwirtSgliwerbeS größte Bestürzung und Deunruh lgu-ng hervorgerufen. Äls erste Organisation hat sich der Verdano der Gast- und Schankwirte für Berlin und die Provinz Brandenburg in seiner einer sehr srarl besuchten Delegierten- Versammlung am Tienstag mit der neuen Verordnung beschäftigt. linier lebhafter Zustimmung bezeichnete der Verbandspräsident Otto Strauß-Berlin o.« Verordnung als eine draknische Maßregel, die wiederum nur die mittleren und kleienn Betriebe schwer treffen würde, die � nicht in der Lage gewesen seien, sich Vorräte an Er- satzbrennstoffen zu beschaffen wie die großen lapitalkrästigeii Be> triebe. Für B-eblin sei eine derartige einschneidende' Verfügung nickst durchführbar. Der Polizeipräsident Eugen Ernst habe selbst zugegeben, daß man die- BevSlkerung einer Großstadt unmöglich zu so früher Stunde ins Bett schicken kann. Die Versammlung .erhib schärfsten Protest gegen die neue Beschränkung und beauf- tragte den Vorstand, sofort alle geeigneten Schritte gegen die Ver» ordnung zu nehmen. Eine große GcrstwircSversammlung, die am Freitag, den 28. November, nachmittag» 2 Uhr. in der Philharmonie, stattfindet, wird ebenfalls zu der Frage Stellung nehmen. ( Ter»«störte Herrenabend. Die Zentralstelle zur Bekämpfung üstzüchtiger Bilder und Schriften beim Berliner Polizeipräsidium hatte in Erfahrung gebracht, daß gestern ein„Herrenabend" des Berliner SchvimmllubS„Germania" stattfinden sollte, zu dem jedermann Zutritt erlangen töruite und vor einem großen Kreis solcher Gäste ganz grob unzüchtige Vorführungen und Darstellungen gezeigt würden., Genauen Aufschluß darüber gab das„Geheim- Programm", das von Gemeinheiten in Wort und Bild strotzte. Der- Sitzungssaal war streng geheim gehalten, doch gelang«s der Polizei, festzustellen, daß dafür der„Alaue Saal" der Arminhallen in der Kommondantenstr. 65/50 ausersehen war. Als Eintrittspreis war auf der Einladungskarte 1,M M. für jede Person verzeichnet. Er- hoben wurden jedoch 6 M. und von den Gästen bezahlt. Ungefähr 400 Personen, durchweg Herren, hatten sich eingefunden. Di« Kriminaloolizei drang in der zehnten Abendstunde überrascheich ein und unterbrach die Vorführungen. An Ort und Stelle wurde zur Festste lluiig der Persönlichkeiten geschritten. Alle Vorführenden uich die Leiter de»„Herrenabends" wurden festgenommen. Sieben Stockwerke tief abgestürzt. Auf dem Grundstück Treb- biner Str. 5, auf dem sich die Fabrikräume der Gesellschaft für Markt» und Kühlhallen befinden, war der 63 Jahre alte Helfer Hermann Eichler vom Mahbachufer 16 auf einer vierzehn- sprossigen Leiter nach einem Motorraum übenden siebenten Stock des Fahrstuhlschachtes gestiegen. Von dort stürzte er, wahrscheinlich infolge eines Schwindelan falles, ab, fiel in den Fahr- stuhlschocht hinein und blieb auf der Decke des im Erdgeschoß stehenden Fahrstuhls tot liegen. Alkoholvergiftung eines Achtzebiiiiihrigen. Der 18 Jahre alt» Arbeiter Max Kiener t aus der Wöhlertstr. 15 wurde gestern im Bette liegend tot autgefunden. Die Aerzte der RettungS- wache in der Eichendorff- und Lindower Straße stellten fest, baß der Tod wahrscheinlich infolge Alkoholvergiftung einge- treten ist. Kienert haste große Mengen Spirituosen getrunken. Ein falscher Arzt tr�bt seit sechs Wochen in Be-lin ollerband Schwindeleien. Ein eiwa»4 Jahre alier Mann, der sich Dr. Günther, Dr. Weber oder Dr. Bruns nennt, führt in Geschäften und besseren Gastwirtschaften vorgespiegelie Ferngespräche, durch di« er zum Schein einem Kiankenhauie miiteilt, daß er n'chl komme» könne, und anordnet, die Schwester möge selbst alles Nötige veranlassen. Als Grund seiner Verhinderung gibt er an, daß er eine günstig« Gelegenheit habe. Morphium zu kaufen, und deshalb erst später kommen könne. Wenn er den Hörer wieder angehängt bat und scheinbar im Begriff steht, zum'Abschluß de« Kefchäfies zu ichreiteu, entdeckt er plötzlich, daß er nicht genug Geld bei sich bat. und diliet nun die GeschnslSinbaber. ihm mit dem Fehlenden auf k»>,e Zeit auszubel'en. /Die Geickäfisleute. die durch da» Ferngespräch sicher gemacht sind,en ohne Eisen bohnfrncht auf 155 000 M. Tertauft werden soll der Torf, da Fracht, Fuhrlohn und Arbeitslöhne hinzu- kommen, für die Einwohner bis zu einem Einkommen bis 5000 M. für 10,70 M. der Zentner. Der Torf ist trocken gekauft, die Preise sind deshalb so hoch, weil die Händler alles versuchten, um den Be- sitzern noch höhere Preis« zu zahlen, trotz Höchstpreisgebots. Hroß-Serliner parteinachrickten. Tempelhoi. Donnerstag'/� Ubr: Lefientliche Versammlung. k5en. Franz Krüger: Für Republik und Demokratie.„Nieder mit der Reakito» I" erscheinen aller Mitglieder Pflicht. FriedrichShagen. Heute Tl, Uhr Sri Sckolz, Frledrtchitr. 81; Mitgliederversammlung und Zablab-nd. Bericht von der ÄreiSlonserenz. Vereineangelegenheiitn und Veffchiedene-, Wilmersdorf. Sonntag 7 Uhr: L. K u n st a b e n d In der Aula der Hindenburg-Oberiealichuie, Am Seevark. Mitwirkende: Marie Schramm < Violoncello). Paul Schramm sKiavier), Emanuel Zcllm fBiolinei. Ein- laßkarlen einschl. Programm K Pj. im Parteibmeau, Easlemer Str. IL, und am Saaleinganz._.. Hilüungsveranftaltungey. Steglitz. An die Parteifunktionäre in den westlichen Vororten richtet Unterz-ichneter die dringende Bitte, nickt in der Weide.mbeit für die Sozialistische Bildungilckule zu erlahmen sVorott Steglitz, Realschule, Am Slubenrauckplatz. Aula, Beginn b. bzw. 8. 0lanuar, 7 Hin) und zur Teilnahme vennlichtende Anmeldungen unter Angabe de» KmsuZ so bald wie möglich gelangen zu lassen an Artur Stahl. Berlin-Zteglitz, R'ngstr. 7, Gartenbaus III.—- Ter erste Kmfus bebandelt.Sozialistische?chul- und ErziebungKsragen'(vderlchrer Drn Karlen), der zweite.Praktisch« Boiks- wirtichast'(Redakteur Erwin Harth>. Jeder Kursus 4 M. Vorträge, Vereine und Versammkungen. Arbeiter Ganiartter.Vl'Ud. Bezirlsversammlung am Donnerstag l'l, Ubr: Bezirk Osten. Licktenberg. bei Pielcubagen. Sch-niwebe.. stratze 60; Bezirk Westen, Schöneberg, bei Hacndel, Vo-.bergitr. tl. Donristenvcretn»Tie Naiurfreunde�. Sonntag: 1. Wildpark, Lienewitz, Potsdam. Potsdamer Fe�nbhi. 6 30.. L. Fübrung durch das Trachienmujcum. Trefs 10 Ubr Klostersir. 86. Gäilc willkom nen. Deu: scher Moniftrubund. Freilag?ff, Ub> im Ly�eum-Klu»'. Lützowpiatz 8, Vortrag von Herrn Meurer. Thema:.DaS deutsche Arbeitsproblem.'__ HsverkschastsbeuMmg der Metallarbeiterstreik. Eine sehr stark besuchte Versammlung der auf dem Boden der S. P. D. stehenden Mitglieder de« Metallarbeiter- Verbandes tagte am Dienstag im Germaniasaal in der Chausseestraße.— Der Referent Haböck schildert« eingehend die Vorgeschichte rnd den Verlauf des Streiks. Seine Ausführungen zeigten, daß es der neuen Ortsverwaltung darum zu tun war. du.ch eine neue Taktik zu zeigen, daß sie etwas anderes leisten könne w:e die alte Verwaltung. So haben denn die neuen Männer mit unverantwortlicher Leichtfertigkeit den Streik ins Werk gefetzt, bei dem die Bestimmungen dcS Statut» bei den Ab- stimmungen in den Betrieben gröblich vevletzt wurden. Die Slim- mimg- der Mehrheit der Metallarbeiter war durchaus nicht für den Streik. Ter Redner kennzeichnete die schwankende Haltung der Streikleitung, die, obgleich sie wußte, daß durch die Fortsetzung det Streiks nicht mehr erreicht werden konnte, nicht den Mut fand, den Kollegen den Abbruch de» Streiks zu empfehlen. Der Redner kam zu dem Schluß: Ter Kampf ist nutzlos geführt worden, denn was hinsichtlich der Lohn- und Arbeitsbedingungen schließlich erreicht worden ist, daZ hätte aus der Grundlag« dei alten Kollektivabkommens auch erreicht werden können. Ja, nach den jetzt geltenden Vereinbarungen haben die Kollegen, die den Betrieb wechseln, in vielen Fällen mit einer Verschlechterung de» L-hnS zu rechntn. Da» war bei dem alten Kollektidabkommen nicht der Fall. Nachdem der so leichtfertig in Werl gesetzte Kampf einen anderen Verlauf genommen hat, als feine Veranstalter gehofft haben, suchen sie ander« für den unglücklichen Ausgang verantword- lich zu machen. Da» alle» mutz un» veranlassen, aus unserer Zurückhaltung herauszutreten.� Auf der anderen Seite befindet man sich jetzt in einer sehr ungünstigen Situation. Man sucht die erschütterte Position mit allen Mitteln zu halten. Di« Ortsverwaltung hat jetzt beschlossen, daß nur solche Kollegen als Funktionäre gewählt werden dürfen, die auf dem Boden de» Stuttgarter Verbandstages stehen. Die Wahl de» Kollegen Cohen in di« Leitung der chirurgischen Branche ist al» ungültig erklärt worden, weil angeblich in der betretenden Versammlung kein« Mitgliederkontroll« stattgefunden haben soll. So sucht man sich unbequeme Kollegen vom Halse zu halten. All« diese Vorkommnisse machende« uns zur Pflicht, im Verbände unser« Anschauungen zur Geltung zu bringen, damit in der Organisation wieder ein anderer Wind webt.(Lebhafter Beifall.) Büchel sagte, die Berliner Kollegen könnten vielleicht er- wägen, ob sie nicht den Ausschluß der Streikleiter bean. tragen wollen, weil dieselben in unverantwortlicher Weise di« Interessen bei Gesamtverbandes geschädigt haben, was doch nach dem bekannten Rundschreiben de» Verbandsvorstandes ohn« weiteres anzunehmen ist. Der Redner beantragte folgende Resolution: Di« Versammlung erklärt nach eingebender Würdigung aller bei diesem Kamvf in Fr.-ge kommenden Verbältnisse, daß, abge- seben von der Leichtfertigkeit, mit der dieser Streik begonnen wurde, wirtschanliche Kämpfe in der Weise, wie eö in diesem Falle aeickreben ist. nicht gerührt werden oürsen. Die Versammlung siebt auf dem Standpunkt, daß da? im Frühjahr d. I. abgeschlossene Kollektivabkommen bei richtiger Anwendung in Zusammenfassung aller Kräfte für die Metall- arbeit er Berlins«ine Grundlage war. die Lohn- und Arbeit»- be-dinglingen der imrischütlicken Lage entsprechend zu gestalten, ohne daß dag Kollektidabkommen gekündigt werden brauchte. Die Maßnahmen, die vo» der Streikleitung während des SireikS getroffen worden sind, zeigen, daß man sich dort i» keiner Weife an die klaren Bestimmungen d«? Statuts gehalten, sondern in krassester Weise dagegen verstoßen bat. Die» wird bewiesen durch das bekannt« Rundschreiben de» neuen Vorstandes, worin derselbe mit größtem Nachdruck auf die Junehaltung der statutarischen Bestimmungen dringt, da sonst der Verband Gefahr läuft, zusammenzubrechen. Es kann also festgestellt werben, daß di« Leiter de» jetzt beendete« ÄttlN iest ÄerÄNt! tu die öeS KÄrvöß! haben. Deshalb spricht die Bersammlung der Leiiunst des Streiks . für die hierdurch bewiesene mweramtvartliche� Leichtfertigkeit ihr ' schärfstes Mißtrauen aus. Gräber verurteilte das Verhalten der Streikleitung. Sie Hab« Schiffbruch erlitten, weil sie keine Ahnung von getverkschäft- � licher Taktik hat. Ger icke gab eine scharfe Äenu�eichnur.g der Persönlichkeit V«S Bsvoll mäch i igten Rusch, dessen Wejen er an einigen Beispielen als im höchsten Grade unaufrichtig hinsrellre. Als es sich vor dem Streik um die Stellungnahme zum Schiedsspruch handelte, erschien Rusch in dir Branchenversammlung der Drücker und erklärte, wer petzt zum Streik blase, in dem Augenblick, wo die Unternehmer den Kampf wollen, der begehe ein Verbrechen an der Arbeiterschaft. Zwei Tage später beging Rusch selbe: dieses Verbrechen, indem er sich an die Spitz? d«r Leitung des von ihm für aussichtslos gehaltenen Streiks stellte.(Sehr richtig.) Aui dem Wege zur tSeneralderiammlung, die zu dem Er- gebnis der letzten Verhandlungen Stellung zu nehmen hatte, er« kläxcte Rusch ei�em Kollegen, der Streik sei beigelegt. In der Gtneralversamlnlung aber hatte Rusch nicht den Mut. für die Bei, ltgung des Streiks ernzutrefön. In ähnlicher Weise sprachen noch andere Redner über da? Verhalten des Sireikleiters Rusch. Tann beschlost die Versamm-. kung wegen der vorgerückten Zeil sich zu vertagen und die AuS« spräche am 10. Dezember im Lehrerbereinshause fortzusetzen. � Cohen bemerkte, wenn die Ortsverwaltung sein« durch- aus korrekt und nach dem seit Jahren herrschenden Brauch vollzogen« Wahl zu? Branchenleitung als st n g ü l t i g erklärt«, nachdem ihm bereits die««gitimationskarte zur Generakversamm- lung erteilt war. so sei des RätesiS Lösung die, dast am Sonn- tag eine Generalversammlung stattfinde, von der man iHn fernhalten wolle. Auf den Einwand von S--P.-D.. Mitgliedern der Ortsverwaltung sei zwar erklärt worden, man habe keine Angst vor Cohen, freue sich sogar auk eme Auseinandersetzung mit ihm. Wer hiermit stehe doch der Beschlust der Otisverwaltung in Widerspruch. Er habe natürlich wie alle Kalle- gen der S. P. D. nicht d?« Absicht, zu stänkern, aber die Wficht habe er allerdings, in der G s n er alver f« mm lu ng zu reden, unt ungesunden Zuständen, die sich. in der Organisation entwickelt haben, mit Nachdruck- entgegenzutreten. Nur der, der die Kritik zu fürchten hat.habe Ursache, ihn von der Eeneralver- sammlung fernzuhalten. Wir wollen die einheitliche Organisation, nicht nur in der äustercn Form, sondern ihrem geistigen Wesen nach. Nur so kann sie ihre Äufgaben erfüllen.(Beifall.) AngesteNtenstrei! im Jndustriebezirk. Wie bereit; gemeldet, stehen die in der Industrie tätigen An- gestellten in Gelsenkirchen seit dem 20. November im Streik. Ausständig. sind insgesamt 1450 Werkmeister, Techniker und kauf- männische Angestellte. Dieser Angestellrenstreik wird sich wahr- scheinlich aus da? ganze rheinisch-westfälische Industriegebiet aus- dehnen und unter Umständen auch die kaufmännischen und tech, Nischen Zechenbeamten einbeziehen, wenn die in Münster unter Vorsitz des Reichskommissars Severing stattfindenden Be- fprrchungen nicht die die Angestellten befriedigende Lösung der ganzen Frag? bringen sollten. Ter Streik dreh: sich rnn die Anerkennung eines von den An- gestellten beantragten BerusSzruvoentartfeS. dcr drei große Haupt- gruppen mit etwa'15-— 30 Kategorien von Angestellten vorsieht. Ächtung, Stukkateure! In der Be: sammlung am 24. November wunde be-chlossen, daß die Stuktaieure in aäen Betweben der Siucksirmen Werkstatt- bespvechuttZen abhalten, in denen die Wahl von Baudeoutierien zu erfolgen hcu. Die Wählen müssen bis zum 13. Dezember stattfinden. Der ge- wählt« Kollege hat den Arbeitgeber von seiner Wahl in Kenntnis zu setzen, desgleichen auch die Sektionsleitunz.- Did Sektionsleitung. Angestellte der izirost-Becliuer Lederwirtfchaft. Ein Teil der Arbeitgeber der Groß-Berliner Le-derwirtschast büachtst auch heut? noch nicht die tariflichen und gesetzlichen Beirim- mungen über die Arbeitszeil. In den Schuh- und Lederwaren- Engrosgsschäftsn ist tariflich sin« wöchentliche Arbeitszeit von 46 Stunden vereinbart worden. In den Betrieben der Scbuh- und Lsberwarenindchtvi« besteht die gwetzliche Arbeitszeit von 48 Stunden. AIS Entschädigung für diese wöchentliche Mehrleistung von 2 Arbeitsstunden soll den Angestellten der Lederwarenindustri« ein halber freier Tag im Monat gewährt werden. Trotzdem gibt es heut« noch eine ganze Reihe von Firmen, die sich an diese Arbeitszeiten nickst haltem Wir ersuchen die Angestellten der Groß- Berliner Lederwirtschast, die Firmen, die die oben Angegebenen Ar- Seitszeiten nicht'beachten, umgehend dem Zentralverband der An- gestelltsn, Berlin GW. 61, BÄeall-aneestr. 7— 10, Fachgruppe 9, naMhast zu machen. Die Hilfsarbeiter der Reichs- und Staatsschuldenverwaltung hielten am Dienstag in den Zentralhestsälen eine sehr gut besuchte Betriebsversammlung ab.' Zurzost sind' die Gehaltssätze' diefur Ar- Ssitergouppe sehr gering. Es würde liK'M. alS'Akfangs-'ünd zirka 300 M. als Hochftaehalt bezeichlwt. Die Verwaltung erklärte sich gegenüber der Forderung auf. Erhöhung der Gehalver nur bereit, den weilllichen Htlssavbeitern eine monatliche Zulage von 65 M„ den männlichen HilsSM-be.ibern ein? solche von 75 M. zu bewilligen. Die Versämnrlung scheiß der Vdröciltung pinige Sorgen be« rÄtet zu hs««, man vexsuchte sie zu hintertreiben durch vier BetriebSversammrunzen, die am Vorznittag eiirberufen witrdsn und über die Tnn-vhm?'der JüpeKtchrsiffe abstimmen sollten. Zur Be« ÄnskuffmiK der Htlfsarbsiier hast« die Verwaltung in jede dieser Versammlungen einige der vorgesetzten Beamten beordert. Daß.aber die Verwaltung überhaut't solche Beeinslussung versuche:, konnte, kommt daher, daß in dies?:. Verrieben die Gewerkschafrsbewegung eins noch vechärrniSmäßig junge Erscheinung ist., Allgemein wurde beioui, daß die Zugesnindnisse der Verwal- iung zu gering seien und alles verrncht werden müsse, um weiter« Verbesserungen� zu erlangen. Allerdings war man sich auch klar darüber, daß die Bewegung erschwort wird durch die Kollsgon, die als Mitääranwärrs: darauf warten,"in die Reihen der Beamten einrücken zu können, und auch erschwert wird durch die Kolleginnen, deren Griftenz durch den Vater gesichert ist. Mit Zweid rittel-Mehr- heit wurde folgende Resolution angenommen: Die am 25. November in den Zenrralseitsälen versammelten angestellten Hiltsarbeiter der Reichs- und � Tmotsschuldenverwaltung nehmen mit Entrüstung davon Kenntnis, daß b-�üglich der gerechten Forderungen der An- gestellten die Reich?- und Staat sichuldenverwaltung einen ab- lehnenden und pen'ch&pxendeu Standpunkt■ eiunimnü. Die Versammelten lehnen eS ab, sich den Vorschlägen der Berwaltung und des Präsidenten zu unterwerfen, beauftragen vielmebr den Angestelltenausschuß, un:er Zuhilfenahme der freigeworkschaftlichen Or- ganisation in Verhandlungen einzütrettn und die dem Schkichtunas« ausschuß eingereichten Lohnsätze als Grundlage zu benutzen. ?.üosittn>ltume»icnorbeiter. Für die Vertreu-nsleute stnd Fabrik- aus'chüsse findet heute im Reichenberger Ho', Rcichenberger Str. 147.«ige wichtige Besprechung statt, bei der alle Bctrieve oertreten fem müssen. Die Branchenversammümg am DonnerSIag beginM schon um 5 Uhr'nicht wie angekündigt ö Uhr). Wir bitlen das zu beachten. Ebewutige strastfalirer der Fahrbereitschaste« und Stroh«»- koutrolle. Donnersiag, 27. November. nacbmittagS 2Ubr, im Lokal.Zun! Leuchüurm", BIückie>strah°, Ecke Fontane- Promenade- Versammlung. Bekanntgabe des Termins der Auszahlung der BeschaffungSbeibilfe. Deutscher TranSvortarbeiter-Bcrbcmd. Angestellte der Schokoladen., Konfitüren.. Zuckerwa-e»- Industrie und Handel. Donnerstag, abends 8 Npr: Versammlung. Neue Philharmonie. CöpeniSsr Str. S6/S7. Bericht von den Terv> ««.chandümgen. Zentralverdand der Aug«stellte». Fachgruvve 12, Sektion ü ((Silas, Keramik). Besprechung- der Ob- und VeitrauensieM« Donnerstag, den 27. Nov., abends 7 Uhr, m HavcrlandS Festfalen, Neue Friedrichstr. Tagesordnung: Tmifangelegenheven.— Fachgruppe 18(Afa-Angestellte). Bersammwna Donnerstag, den 27. Nov., abends 6 Uhr, im„Englischen Hos", Aleranoersw. 27o.— Fachgruppe 10/11. Sektion g sDamenwäichc, Schürzen, Uuterröcke). Oeffeniltche Versammlung DonneiStag, den 27. No- oember, abends 0'/, Uhr, im Schulthein-AuS'lbank, Reue Jakobftr. 24/25.' Tagesordnung: Das Ergebnis der Tarisverchandlunaen.— Fachgrupe 7. «eilüm a und b(Waren«, Kaufhäuser und SpezialgeschSIte). Mitglieder- verjammlung aller Angestellteacusschüffe der Fachgruppe 7 Frettag. den. 28. Nov., abendS 7 Uhr, in den Musikersälen, Kaiser-Withelm«Str. 81. flus aller Welt. Oberfchlesifche Banditen drangen in das Gchühsnhaus in Ujeft ein. Sie überwältigten den Wirt, streckten ihn mit 2 Revolver- schüffen nieder und töteten ihn vollends durch Messersistbe. Den Kindern geläng es, sich zu verstecken. Die Ehefrau deS�Ge- töteten flüchtete über anstoßende Dächer, um Hilfe' aus der nächst- liegenden Mühle herbeizuholen. Jnzw:sck>en hellten die Räuber alles Wertvolle mitgenommen und darauf das Weite gesucht. Ein. zweiter Raubmord wurde in Anhalt tm Kreise Pleß ausgeführt; 12 Banditen sind daran beteiligt, Großer Fadrikbraud. Die Zuckerfabrik M. B. Teller in Esdlev in Böhmen ist abgebrannt. Schaden 15 Millionen Kronen. Die Fabrik war auf eine Erzeugung von 500 000 Mster--Zemner einge- richtet, hatte tm Kriege aber nur 200 000 Meter-Zentner jährlich erzeugt. Die Lager mit ungesähr-100000 Meter-Zentner Würfel- zucker sind, gerettet. Etwas faul im Staate. Der schwedische Minister des Jnucru Schone und der Kultutmmister Rhden haben ihre Abschiedsgesuche eingereicht inkolge von Angriffen der Presse wegen Beteiligung an der Aktiengesellschaft SvrnSk Import, welche ungenießdars Lebensmittel nach Estland verkauft haben soll. Erdbeben. Nach Beobachtungen der Erdbebenwarte Fugenheim und anderer Stationen befindet sich de? Herd des verheerer- den Erdbebens vom 18. Npvember abends in Kleinasisn, in de: Gegend von Smvrno, vielleicht auf einer der zahlreich der Küste vorgelagerten Jnsgln. Die Stadt der Analphabet»». Ter sozialistische Warschauer ..RoSotni!"(Arbeiter) stellt in einem längeren Artikel fest, daß Warschau die Hochburg de» Analphabetentums ist. Bon rund. 180 000' schulpflichtigen Kindern besuchen nur etwa 80 000, also etwa ein Sechste! chie Schule. N. Beraniw. für den redaktian. Teil:«rt« stickle», Charloitnibur»: für Anz««-»: Th.(älaät, Perlin. Bcrlag: Bvrwärts-Verlag G. in. p. k>., Berlin. Druck: Bor- wärla-Buckidruckerei u. Bcrlaasanitalt Paul Sinner u. Co. Berlin, Linbensrr.$■ Bureaubedarfsartikel Cladden mit Register Geschäftsbücher Cebr.ScherfcT«!" Amt MorMrplatz Nr. 3481, 3482, 3483.> Qßhneeniäßt«niunz u. Ldereu» n:obUu«nd. 5,« 0 N. »sr plelckieiiieen innerlick. Nur «»ichtl'S Eleltart»» Blut- S-da-dl-: «,SO Otto IteleäJ«!, Berlin 4S, Eiranbahneireses< Hnhla- fianos Bockatlf t» ZePrMuazazin vi«, mintt-t».»7/1». tfSfT Ankauf-MW? nsn Uhren, Perlen, Biillasten. yckchste prrlfe.• Gr Schliephacke, Zriavetchstr. 210, Ecke Kochstr. BertrauewZvolle Auswust. ivreoli, vruuuauftr. rs.' Kcchtsbeiftand| Dresdener Str. III Aafganp?. SmerbiBigite ProzezfÜhr. Slfl- menten-, Ehesche idunas-, Straf- sachen-Beobacht. Ermmelungev. Kaninfelle,' ynseu-.Ziegen. u.«chfeU». wildware tauft zu höchsten Tagespreilen fedes Quantum Sodett Mdk. Berlin, Motzstr. S8. Lil�m- SSM Idealer prauenschntE!*j (mccktvinisch anerkannt) Protpekle und Broschüren gegen Einsendung von 50 Pf. erhältlich, Waller Krickstadt. Vergond. 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