Nr.6()6.36.Iahrg. Bezugspreis: Bierteljährl. 10 jO äKU mcnotL ZLO Mi. frei ins Haus, voraus zahlbar. Poll- bezut� Monatlich 3» Ml» e?ELRu> ftellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn k,?ö Ml, siir das Übrige Ausland lst.7S MI., beitäglich einmal. Zustellung 8.75 MI. Poftbestellungcn nehmen an Dänemarl, Holland, Luremdurg. Schweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Post-Zcitungs-Preisliste. De:..Vorwärts" mit der Sonntags- beilaze»Boll u. Zeit" erscheint wachen- täglich zweimal. Sonntags einmal. Morgenausgabe. s ) Telegramin-Adrifle: �Sozialdrmoiral vorlin». Nerlinev VolksblAtt AnzcigcuprciS: Die achtgespaltene Nonparcillezeile kostet ILO M., Teuerungszuschlag 80°/» �Kleine Anzeigen-, das fett- gedruckte Wort 7ö Pfg.(zuISssig zwei setlgedrucktc Worte), jedes weitere Wort SO Psg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort bö Psg» jedes weitere Wort 40 Psg. Worte über 15 Buchstaben zählen siir zwei Worte. Teuerungszuschlag SlKo. gamilien■ Anzeigen, politische und gewerkschastliche Vereins-Anzeigen ILO Ml. die Zeile. Anzeigen jür die nächste Nummer wüsten bis S Ahr nachmittags im Hauntgeschiijt. Berlin 69ß 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden, kbcöffnet von 9 Uhr srllh vi» S Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokratifchen parte» Deutfcblands Neöaktion und Expedition: SM. HS, Linöenstr. 3. aeruwrecher- Amt M-rinplav, Nr.»ZilSv— IStS7. Donnerstag, den£7. November 1919. vorwärts-veriag G.m.b. h., EN). HS, Lindunstr. 3. Fernsprecher: Amt Dtoritsplat?, Nr. H7 53— 54. Oeutfthlanö wehrt sich. Die ReichsveKierung hat auf die letzte Kriegsgefangenen-Note der Entente mit folgender Note geantwortet: Auf die am 21. November in meine Hand gelangte Note vom 13.?tovember betreffend Heimfchnffung der deutschen Kricgsge- faogenen aus Fraulrelch beehre ich mich. Eurer Exzellenz im Auf- trage metner Regierung folgendes mitzuteilen: 1. Die französische Regierung stellt die Behauptung auf, sie habe niemals etwas anderes versprochen, ils die Bestimmungen des Friedensvertrages zu erfüllen. Sie hat ansehe meud ihre amt- Ii che durch die Agcnce Havab am 20. August 1919 veröffentlichte Bekanntmachung vergessen. Diese Bekanntinachung lautet: „Nm s» rasch wie möglich die durch den Krieg verursachten Leiden zu mindern, haben die alliierten und assoziierten Mächte beschlossen, den Zeitpunkt beb Inkrafttretens des Friedensver- tragcS mit Deutschland, soweit er die Heimschaffung der deutsche» viefangenen betrifft, vorzudatieren. Tie Arbeiten der Heimschaffung(Operations«te repatrüient) werden so» fort begiuuen, und zwar unter Leitung einer internationalen Kommission, drr nach Jntraft- set'uug des Vertrages ein deutsch er Vertreter beigegeben werden soll. Die alliierten und assoziierten Mächte weise» aber ausdrück- lich daraus hin, das, diese wohlwollende Haltung, aus der die deut- scheu Soldaten so große Borteile ziehe,, werden, nur dann von Dauer sein wird, wen» die deutsche Regirrung und das deutsche Volk alle ihnen obliegenden Verpflichtungen erfüllen." Tie französische Regierung behauptet selbst nicht, daß sie dies« Zusage zuruckgenmnnren habe, weil die deutsch« Regierung oder das deutsche Volk die ihnen o&licgcnöen Berpflichtuirzen nicht erfüllt hätten. Eine solche Zurücknahme hätb: ja zum mindesten auch der deutschen Regierung mitgeteilt werden müssen. Vielmehr leugnet üie französische Regierung einfach, irgendein Versprechen abgegeben zu haben." Diese widerspruchsvolle Haltung ist um so unver- ftörtdlicher, als die Erklärung vom SS. August nicht etwa ein freies Zugeständnis war, daS aus Gründen der Men schlick, keit erteilt wurde, sondern die Gcgeulcistuug für Zugeständnisse, zu denen die französische Regierung die deutsche Regierung dadurch veranlaßt hatte, daß sie ihr ein Entgogentommcn in der Kriegsgefangenen. frage versprach. Eö handelte sich dabei einmal um üie Kohlenlieferungen und zweitens um den Fall des Sergeanten Manheim, 1. Bei den Pariser Verhandlungen über die Lieferung von Kohlen an Frankreich wurde dem deutschen Vertreter am 22. August crrlärt, Deutschland werde für seine Wünsche in der Kriegs- gesangencnfrage kein Gehör finden, che mit den Kohlenlieferungcn begonnen sei. Sobald diese Lieferungen eingesetzt hätren. werde die Entente in dieser Frage weites Eni- g c g e n k o m m c n zeigen. 2. Im Falle des Sergeanten Manheim hatte die Deutsche Re- gierung die Zahlung der unter Androhung militärischer Zwangs» maßnahmen der Stadt Berlin auferlegten Buße von einer Million Franken abgelehnt. Darauf wurde ihr von autorisierter französischer Stell« nahegelegt, die Angelegenheit durch ein Eirtgsgenkommcn aus der Welt zu schaffen: in diesem Falle werde Marschall Foch seinen Einfluß für dir alsboldige Rücksendung der deutschen Kriegs- gefangenen einsetzen. Auch in Paris wurde zur selben Zeit der Fall Manheim mit der Kriegsgesangenensrage in Verbindung gebracht. Als der deutsche Vertreter am 20. August, nachdem der sofortige Be- ginn der Kohlenlieserungen zugesagt war, mit Beziehung auf die voransgegangene Zusage die Bitte aussprach, alsbald in die Verhand» langen über die Heimschaffung der Kriegsgefangenen einzutreten, wurde dies�zwar mit dem Bemerken versprochen, daß ihm der Ministerpräsident. Herr Clemenceau, in den nächsten Tagen dar- über schreiben werde. Zugleich aber bat ibn der französische Per- treter, sich für die Zahlung der im Falle Manheim verlangten Million einzusetzen, da die Erledigung dieser Angelegenheit dem Ministerpräsidenten Herrn Clemenceau sehr am Herzen liege. In Berlin wurde dann�die Vereinbarung getroffen, daß der Betrag von einer Million Franken der französischen Regierung für das Rote Kreuz zur Verfügung gestellt werde, daß innerhalb einer Woche nach der Zahlung die im Artikel 215 des Friedensvertrages vorge- sehene Kommission zur Regelung der Heimschaffung der Krieg?- gefangenen zusammentreten, und daß dies durch die Agencc Havas bekanntgegeben werden solle. Als die Einsetzung der Kommission sich verzögerte und der deutsch� Vertreter in Paris an die Erfüllung des Versprechens mahnte, wurde ihm am t8. September mitgeteilt, die Kriegsgefan. ie«eufrage se, erledigt, die Transporte nach Teutschland würden von jetzt ab ununterbrochen lausen. Zuerst kämen die Kriegsgefangenen aus England, dann die aus Amerika, zuletzt die aus Frankreich an die Reihe. Deutsch-französische Verhairdlungcr, über diese Transporte seien nach Auffassung des Ministerpräsi» inten, Herrn Clemenceau unnötig. Die französische Rogierung wird hiernach nicht bestreiten kön- nen, daß Deutschland vor Monaten durch erhebliche Opser üas binüenüe versprechen von ihr erlangt bat, die Heimschaffung der Gefangenen nicht bis zu dem im Friedensverträge bestimmten Zeitpunkt aufzuschieben, sondern sofort damit zu beginnen. Tie Note vom 15. November beschränkt sich nicht darauf, die Verpflichtung zur sofortige» Hcimschassung der Kriegsgefangenen zu bestreite», sondern legt ausführlich dar, aus welchen Gründen die französische Regierung auch n i ch t g e w i l l t ist, f r e i w i l l i g vor Inkrafttreten des Friedensvertrages mit der Heimschaffung zu beginnen. Die Ausführungen stellen ein Verzeichnis aller Beschwerden dar, welche die franzönsche Regierung gegen Deutschland erheben zu können glaubt. Tie Kriegsgefangenen sind es, an die sich die französische Regierung wegen dieser Beschwerden hält. Im Widerspruch mit den Grundsätzen des Edelmuts und der Menschlichkeit, die die französische Regierung stets als ihre Mcht- schnür bezeichnet, müssen also Schuldlose für die vermeintlichen Verfehlungen der deutschen Regierung büßen und alsGviseln dafür haften, daß die franzüsiichen Wünsche erfüllt wevdeu. Diese Politik muß nm so schärfer verurteilt werden, als di» Be- hauptung, daß die Kriegsgefangenen in materieller und morali- scher Hinsicht durchaus gut behandelt werden, leider nicht den Tatsachen entspricht. Sie stehen nach wie vor unter der Herrschaft des Kriegsrechts, das mit erbarmungsloser Strenge gehandhabi wird. Kleidung und Unterbringung reichen vielfach für die kalte Jahreszeit nicht aus. Zum Till sind Sic Kriegsgefangenen noch von dem Verkehr mit der Heimat ab- geschnitten. Angesichts der klaren Sachlage, die durch da» Versprechen der französischen Regierung geschaffen ist, könnte ein weiteres Eingehen aus diesen Teil der Note überflüssig erscheinen. Um keine falschen Eindrücke entstehen zu lassen, hält es die deutsche Regie- rung jedoch für angebracht, folgendes dazu zu bemerken: L Tie deutsche Regierung hat nicht, wie es nach der Note scheinen tonnte, abgelehnt,, die Konsequenzen daraus zu ziehen, daß sie ihre Unterschrift unter die Bestimmungen des Friedensvertrages über die Herausgabe der wegen eines Verstoßes gegen die Kriegs- gcsetze angeklagten Personen gesetzt hat. Vielmehr hat sie unter Anerkennug ihrer vertraglichen Verpflichtungen ans die Schmie- r i g k e i t c n. die sich der Ausführung dieser Bestimmungen ent- gegen stellen, hingewiesen und, ohne einen sönnXichen Antrag zu stellen, die Alliierten und assoziierten Regierungen gebeten, ihrer seitTs z u erwägen, wie sich der von ihnen verfolgte Zweck auf anderem Wege erreichen ließe. Uebrigens hat sie diesen Schritt getan, ehe die Note der alliierten und assoziierten Regierungen vom 2. Siovember in ihre Hand gelangt war. 2. In der Note wird gefragt, wie sich wohl die Bewohner der zerstörten Gebiete damit abfinden würden, wenn die dort niit den dringendsten AufräMNuugsarboiten beschäftigten Kriegsgefangenen vor dem im Friedensvertrag bestimmten Termin die Arbeit ausgeben und Frankreich verlassen dürften. Die deutsche lltegierung kann nicht glauben, daß diese Fraze in dein Sinne zu bsautworten ist, wie es die Note zu verstehen gibt. Sie ist vielmehr überzeugt, daß die französische Bevölkerung ein Herz für das Elend der Kriegsgefangenen hat und es trotz der eigenen Rot vorziehen würde, wen» sie die Freiheit zurückerhielten, statt in hartem Lronöienst für Handlungen büßen z« müssen, für die sie leine Berantwortung trifft. 2. Von maßgebender französischer Seite ist seit dem 11. Juli wiederholt feierlich versichert worden, daß die Krieg?- gefangencnfrage nicht mit der Frage des Wiederaufbaus der zer- störten Gebiete verquickt werden solle. Daran, daß noch immer kein endgültiges Abkommen über die Bereitstellung deutsche: Zi» vilarbeiter zustandegekommen ist. tragt die deutsche Reg'crunz keine Schuld. Sie hat sich gleich nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages bereit erklärt, deutsche Arbeitskräfte rür den Wiederaufbau zu stellen und hat in den sich an- 'Äließenden Zierhandlungen eingebende Vorschläge über die Art ihrer Verwendung gemocht. Gleichzeitig wurden im Inland die bereits vor Unterzeichnung des Vertrags begonnenen Vorberei- tungen zur Entsendung der Arbeiter auf das eifrigste gefördert. Die französische Regierung ist darüber auf dem Laufenden ge- halten worden. Die deutsche Regierung bedauert, daß es trotz ihres wiederholten Ersuchens der französischen Regierung nicht möglich gewesen ist, eine endgültige Erklärung über die deutschen Vorschläge abzugeben und die Abschnitte zu bezeichnen, in denen die Wiedcraufbauorbeite» von deutschen Arbeitern ausgeführt werden können. 4. Nicht verständlich ist der Vorwurf, die deutsche Regierung habe alle vorläufigen Maßnahmen zur Erleichterung der Ausfüh- rung der Friedensbedingungcn in Schleswig und Oberschlesien abgelehnt. Die Vorbereitungen zur Ausführung des Friedens- Vertrags in dem schleSwigschen A b st i m m u n g S g e b i e t sind von der deutschen Regierung in jeder Weise erleichtert worden. Zwischen ihr und der internationalen Kommission, die während der Abstimmung die Verwaltung übernehmen soll, haben eingehende Verhandlungen staltgefunden, bei denen über alle wc- sentlichen Fragen Uebereinstimmung erzielt wurde. Beauftragte der Kommission sind bereits jetzt mit Genehmigung der deutschen Regierung im Abstimmungsgebiet tätig. Was Oberschlesien belrisst, so ist die deutsche Regierung auf den Wunsch der alliier- ten und assoziierten Regierungen, eine Militärkommission zur Untersuchung der Lage dorthin zu entsenden, bereitwillig einge- gangen. ES ist zur Genüge bekannt, daß auch nach den Fest- stellungen dieser. Kommission die Schuld an der Ausstand»bewe- gung im Monat August und somit an den Leiden, die sie notwen- digerweise für die Bevölkerung zur Folge hatte, nicht der deutschen Regierung zur Lust zu legen ist. 5. Die deutsche lliegierung weist die Aeschuldigung zurück, biß sie planmäßig die Erfüllung der Bestimmung des Wasfenstill- standsabkommens verzögert habe. Deutschlanü hat fein �eußerftes getan, mn den unerhört schweren Anforderungen, die durch dieses Abkom- men gestellt wurden, gerecht zu werden. Die deutsche Regierung verzichtet darauf, hier die vielen schweren Ucbcrgriffe und Gr- walttatcn zur Sprache zu bringen, durch die das Wakfenstillstailds- abkommen von ihren Gegnern verletzt worden ist. Sie weiß, dok ihre Stimme jetzt un gehört. verhallen würde. Eine spätere, gerechter urteilend« Zeit wird den Spruch darüber fällen, von welcher Seite mit größcrem Recht Klage geführt werden kann. 6. Auf die Angelegeuheit der Versenkung der Kriegs- schisse in Scapa Flow wird von anderer Stelle ausführlich eingegangen werden. Auch die Frage der Räumung der b a l t i- scheu Provinzen braucht hier nicht behandelt zu werden, da sie zur Zeit von der Interalliierten Kommission unter Führung des Generals Niessel einer Prüfung unterzogen wird, deren Er- gebnis abzuwarten ist. 7. Bei dem Vorwurf, den die Note rvezcn der..zweideutigen bis jetzt aufrecht erhaltenen Artikel" der deutschen R e i ch s v c r- f a s s u n g erhebt, handelt es sich um eine längst erledigte Angelegenheit, in der die deutsche Regierung alles getan hat, waS die alliierten und assoziierten Regicrungen von ihr vcr- langt hatten. 8. In der Note wird endlich bchaupiet, die deutsche Regierung betreibe in der ganze» Welt mit ungeheuren Mitteln eine unab- lässige Propaganda gegen die Alliierten. Tie deutsche Regierung kann nur ihr Befremden darüber aussprechen, daß solche Märchen Glauben sindeii und�der Aufnahme in ein amtlicoes Schriftstück für würdig erachtet werden. Sie hofft, daß die alliierten und assoziierten Regierungen ihre Aufmerksamkeit dadurch nicht von der Kriegsgesangenensrage ablenken lassen, die mit jedem Tage ernster und dringlicher wird und in der Teutschland auf das Mit- gcfühl aller zivilisierte,, Bölker rechnen z», können glaubt. Hureau üer �rbeitskoaferenz. Tie ,.D. Allg. Ztg." meldet: Tos Bureau der internationale Arbeitskonscrenz wird sich auS 12 ZiegicrungSmitglicdern, 6 Arbeii gebern und 6 Arbeitnebrnein, zusammensetzen. Regierung? Vertreter werden von Belgien, Frankreich, Großbrtanniei Italien, Japan, Teutschland, her Schweiz, Spanien, ülrgentiniei Kanada, Polen und vorübergehend von Dänemark an Stell Amerikas, bis dieses offiziell der Konscoenz beigetreten ist, entsende Als Vertreter der A r b e i t n e h m e r g r u p p e wurden gewählt Jouhaux-Frantrcich, Stuart Bmming-England, Oudcge est-Ho lla.it Lindeguist-Schweden, ein noch zu bestimmender deutscher Tele gierter und vorübergehend an Stelle des Vertreters der Vereinigte Staaten der Kanadier Draper. Aus der Gruppe der Arbestgebe werden von England, Frankreich, Italien, Belgien, der Tscheche slowakei und vorübergehend an Stelle des amerikanischen Vor treters von Dänemark Delegierte gestellt. Tie Ernennung gilt fü drei Jahre. Von der Konserenz wurde sofort an die deursche Rc gierung ein Telegramm mit der Bittc gerichtet, die Ramcn de deutschen Vertreter bekanntzugeben. Zittere Lehren. Die letzten hier eingetroffenen Pariser Blätter enthalten Mar noch nicht die endgültigen Ergebnisse der allgemeinen Kammerwahlen, und die Stimmenverteilung in den einzelnen Wahlkreisen ist darin noch nicht lückenlos angegeben, doch läßt sich das Bild, das ich am vergangenen Donnerstag an dieser wtelle entwarf, soweit ergänzen, daß man namentlich die von der französischen Parteileitung begangenen taktischen Fehler mit einigen konkreten Angaben riachtveisen kann. Geradezu haarsträubend sind freilich die bereits vielfach erwähnten Un- gerechtigkeiten des neuen französischen Wahlsystems gewesen. die sich an der Hand von zwei besonders krassen Beispielen dokumentieren lassen. In der Pariser Bannmeile, die einen einzigen Riesen- Wahlkreis bildete mW vierzehn Abgeordnete zu wählen hatte, lag das Bs ich Amis der Stimmen des„Nationalen Blocks" zu den sozialistischen Stimmen etwa 13: 11. Nach dem oeut- schen Versah ren, welches trotz einiger Mängel zugleich das einfachste und das gerechteste Proportionalsystem der Welt sein dürfte, hätte die dort aufgestellte Liste Longuet sechs Sitze erhalten; sie erhielt aber keinen einzigen! In Unterelsaß(Straßburg Stadt und Land) ist bei 8 zu wählenden Vertretern das Stimmenverhältnis der beiden Gruppen ungefähr 7: 3 gewesen, außerdem erhielt noch die radikale Lists etwciS über 12 000 Stimmen. Bei uns hätten die Reaktionäre 4 bis 3 Sitze erobert, die Sozialisten 3 und die den Demokraten eirtsprcchenden Radikalen vielleicht einen. Wiederum gingen aber unsere Genossen(mit den früheren Reichstagsabgeordneten Peirotes und Georges Weill an der Spitze) völlig leer aus I Man könnte ähnliche Fälle spaltcnlang anführen, doch dürfte man nach diesen beiden Proben über die merkwürdige Auffassung, die die bisherigen gesetz- gebenden Körperschaften Frankreichs von dem Proporz hatten, sattsam unterrichtet sein. Weniger bekannt aber dürfte die Tatsache sein, daß gerade die sozialistische Partei einen hervorragenden A n t e i l an dieser Mißgeburt'besitzt. Sie war es, die, an sich mit Recht, das frühere Versahren erbittert bekämpfte und nicht ruhte, ehe es beseitigt war. Da sie aber, angesichts des Widerstandes des Senats und einer starken radikalen Minder- best in der Kammer, das ideale Proportionalsnstem nicht durchsetzen konnte, ließ sie sich auf Zugeständnisse ein, und von einem Kompromiß zum anderen kam man schließlich zu diesem Monstrum von Widersinn und Ungerechtigkeit. Vorsitzender des Wahlreformausschusses war. der R e ch t s s o z i a l i st Alexandre V a r e n n e, der als einer der Haupturheber der schließlich zum Gesetz gewordenen Reform angesprochen werden kann und dem Longuet am vorigen Dienstag im „Populaire" diese Vaterschaft mit zornigem Hohn vorgeworfen hat. DaS war nach der Wahl, aber noch in den Sterbetagen der vorigen Kammer nwr von verschiedenen Seiten ein letzter Vorstoß gegen das neue Wahlsystem unternommen worden, an dem sich auch einige weitblickende Sozialisten beteiligten. Die übrigen Genossen aber folgten diesen Kassandren nicht und halfen, entsprechend den Mahnungen Varennes, diesen Vorstoß abzuwehren! Ich erwähne diese Tatsache nur deshalb, weil auch hier ein Beweis der maugelhaften taktischen Führung der sranzösi- schon Partei liegt. Mögen unsere französischeu Genossen noch so sehr und mit Recht das neue Wahlsystem als die Ursache ihrer Niederlage anklagen— es ist zum Teil eine Selbst- anklage, die sie da erheben. Freilich hatten sie nicht die schier unglaublichen Koali- tivnen vorausgesehen, die sich unter Ausnutzung dieses Listen- systems am Vorabend des Wahlfel'dzuges gegen sie bilden sollten. Daß zum Beispiel der frühere Sozialist Mille- r a n d, der erst zu Beginn des Jahrhunderts die Jnternatio- nals verließ, um während der Pariser Weltausstellung von 1000 als Handelsininister zu höchsten Ehren zu gelangen, und der als Antiklerikaler bis jetzt wenigstens dem Namen nach als Sozialisftsch-Republikaner gelten konnte, sich unter der Vormundschaft des früheren Anbimilitaristen Gustave H e r v 6 mit antisemitischen Nationalisten wie Barräs, dem Admiral Bienaimä und Galli ver- binden würde, und daß diese eine Liste sich unter anderen noch durch vier„Republikaner" jüdischer Abstammung er- ganzen würde— ja. wer konnte ein solches Maß von politischer Gesinnungslosigkeit in einem einzigen Pariser Wahlkreis vor aussagen? Hatte also die Partei, trotz ihrer fast grenzenlosen und berechtigten Verachtung der französischen Bourgeoisie, das moralische Niveau ihrer Gegner am Ende doch überschätzt? Vielleicht— aber bei einiger Voraussicht hätte sie sich denken können, daß ihre Parole eines bis in seine äußersten Kon- seauenzen getriebenen Klassenkampfes, nämlich die b o l s ch e» w i st i s ch e Parole der Diktatur des Proletariats, derartige Wunder, wie die Koalition Millerand-Barrds-Jgnace-Galli usw., vollbringen würde. Den berühmten Alormruf Gam- bettas üher den Klerikalismus paraphrasiercnd, rief zu Beginn des Wahlkampfes der greise Arthur Meyer im „Gcmlois" den ängstlich gewordenen Spießern zu:„Der Bolschewismus, daS ist der Feind!" Und da übte das Schreckgespenst Lenins auch in der Gestalt des vornehmen Weltmannes Longuet und des zahmen Skeptikers Anatole France seine wunderbare Wirkuug aus: der Pariser Erz- bischof, Kardinal Amette, und der für sämtliche Qualen der Hölle überreife eingefleischte Atheist Herva gaben den sich bildenden Listen des„Nationalen Blocks" ihren gemein- s a m e n Segen.... Diese bei einem solchen Wahlsystem doppelt und dreifach gefährlichen Koalitionen zu vermeiden, wäre eine elementare taktische Vorsichtsmaßregel gewesen, wollte man der Sache des eigenen wie des internationalen Sozialismus praktisch dienen und nicht vor allem ein theoretisches Be» kenntnis zu einem neuen Glauben ablegen, von dem es nicht einmal feststeht, ob er mit Sozialismus etwas Gemein- sames hat. Aber die neue Mehrheit der französischen Partei, deren Idealismus zwar über jeden Zweifel erhaben ist, aber offenbar von einigen russischen Flüchtlingen beemftußt und mißbraucht wird, zog es vor. die Sowjetlehre nicht allein gegen die Bourgeoisie, sondern sogar gegen die eigene Parteiminderheit zu verkünden. Wie diese moxinialistische Methode auf die Bourgeoisie wirkte, haben wir an obigem Beispiel gesehen. Welche Folgen sie in der eigenen Partei hatte, habe ich hier, ettva acht Tage vor der Wahl, in einem Aufsatz„Parteispaltung in Frankreich?" angedeutet, und ich mußte, leider, mehr recht behalten, als ich es damals selbst vermutete. Gewiß, ein Teil der Minderheit hatte sich gefügt: Renaudel, der ausge- sprochene Antibolschewist, ging dennoch unter der radikalen Parteifahne nach Toulon kandidieren und siel— zufällig— durch: Albert Thomas, der Sozicckpatriot, in Paris zwar nicht wieder aufgestellt, ging ebenfalls nach dem Süden— o Ironie des politischen Schicksals!—, in den Wahlkreis von Jaurds, und wurde geuxiblt. Die ebenfalls am äußersten rechten Flügel stehenden Genossen des ehemals besetzten Gebiets von Lille-Rmrbaix-Tourcoing. Jules Guesde, Delory. JnghelZ usw., haben einen der wenigen durchschlagenden Erfolge ihrer Partei errungen, obwohl— oder vielmehr weil sie alles andere als Bolschewisten sind. Und in Paris, in dem traditionellen Hexenkessel aller sozialen Leidenschaften, in dieser vermeintlichen Hochburg der radikalen Strömungen? Da hatten sich ja. wie ich seinerzeit erwähnte, die Antibolschewisten der Partei, gleichwohl ob wiederanfgestcllt oder nicht, von der Partei getrennt und eigene Listen aufgestellt. Es waren zumeist wenig bekannte Männer, zum Teil alte Arbeiter und Gewerkschaftler, so der greise Mützenmacher Dejeante, der seit etwa 30 Jahren Bellcville, ein mncS Arbeiterviertel im Nordosten der Hauptstadt, vertritt, und der frühere Maurer Lauche. Die Partciblätter schrien Zeter und Mordio, Verräter wurden sie beschimpft, Verräter, wer ihnen seine Stimme geben würde. Und das Ergebnis: in dem zweiten Pariser Wahlkreis erhielten sie etwa 23000 Stimmen — Lauche wurde gewählt—(die offizielle Parteiliste 50000. drei wurden gewählt), in dem dritten Panser Wahlkreis sogar zirka 43000 Stimmen— alle drei„Abtrünnigen", Levasseur, Rozier und Aubnot, wurden gewählt—(die offizielle Partei- liste dagegen nur etwa 42000 Sttmmen mit ebenfalls drei Gewählten). Ich führe dies nicht an, etwa um einen Disziplinbruch zu verherrliche», der uns gerade in den Kram passen könnte, — und betone sogar nebenbei, daß sich einige dieser Rechts- sozialisten dem Versailler Friedensvertrag gegenüber höchst unsozialistisch und unanständig benommen haben,— sondern weil es typisch ist für die vollständig falsche Einschätzung der wahren Stimmung ini eigenen Volke durch die französische Parteileitung. Denn was waren diese 23000 bzw. 43 000 Stimmen, die die Dissidenten erhielten? Sicherlich keine bürgerlichen Stimmen, da eS sowieso in jenen Kreisen bürgerlich-radikale Liften gab; eS waren zweifellos Stinimen von Arbeitern, die ihren alten Abgeordneten treu bleiben wollten und sich auf deren Urteil in Sachen des Bolschewismus verließen, wahrscheinlich meist ältere Parteigenossen und Gewerkschaftler, die feit Luzern erkannt hatten, daß das Rätesystem auf die Zertrümmerung der Gewerkschaften hinzielt. Auch hatten sich, bezeichnender- weise, bekannte Grwcrlschaftsführer, so der Sekretär der Nahrungsmittelbranche Savoie, öffentlich für die Dissidenten- liste eingesetzt. Hätten die neuen Parteiführer unter dem Vor- wand des„reinen Klassenkampfes" die Dinge nicht auf die Spitze getrieben und alte Kämpfer nicht aus der Partei geradezu herausgeekelt, dann hätten die Sozialisten fast 73 000 Stimmen in dem einen Wahlkreis(gegen Millcrand- Barres und Co.) und sogar über 83 000 Stimmen in dem anderen Wahlkreis(gegen die entsprechende Blockliste) und an- statt je drei Mandate, mindestens je sechs Mandate er- halten. Bedarf es noch weiterer Beweise für die falsche Ein- schätzung der Ansichten der eigenen Massen durch die unent» wegtcn Klassenkämpfer der französischen Parteiführung? Nur noch zwei Einzelheiten: das Wahlgesetz gestattete die Streichung einzelner Namen durch die Wähler und deren Ersetzung durch andere. Nun. obwohl Longuet, die Seele der radikalen Richtung, an der Spitze seiner Liste aufgestellt war, erhielt er am wenigsten Stimmen vo» allen 14, zum Teil sehr un- bedeutenden Kandidaten seiner Partei: genau 3132 Stimmen weniger als der am besten abschneidende Genosse seiner Liste! Und der berühmte Hauptmann S a d o u l, der direkte Mitarbeiter Lenins, der wenige Tage' vor der Wahl von einem Kriegsgericht in contumaciam zum Tode verurteilt wurde, stand vor der Wahl an e r st e r, nach der Wahl an zwölfter Stelle auf der Partciliste! Dieses dürfte wohl genügen, um die verhängnisvollen Irrtümer unserer französischen Genossen zu beleuchten, die ich bereits, ohne Kenntnis dieser Einzelheiten, am vorigen Donnerstag festgestellt hatte. Dafür hat mich die„Freiheit" mit persönlichen Liebenswürdigkeiten bedacht. Sie sprach von„dummen Sckzimpfereien auf unsere französischeir Genossen, weil sie sich aus den Boden des reinen Klassen- kampfes gestellt hätten". Ich schätze den Idealismus und die Anständigkeit der Richtung Longuet viel zu hoch, als daß ich sie jenwls beschimpfen möchte, und beklage es nur, daß diese anständigen Genossen sich durch einen verkehrt angelegten Idealismus zu den deutschen Unabhängigen hingezogen fühlen. Mit dieser Theorie des reinen Klassenkampfes haben die Unabhängigen die Einheitsfront des deutschen Pro- letariats gegen die deutsche Bourgeoisie zertrümmert und durch einen parallelen Irrtum haben die französischen Sozia- Otto Srann. Lan Jxiedrich Stampfer. Es war einmal ein Lunge, mit dem ich spielte, der aus ineinen Knien ritl— zehn Jähre später ging er, kaum siebzehnjährig, frei- willig ins Feld, ehe er einundzwanzig war, wurde«r in Frankreich begraben. Jetzt liegt ein dnnkelroter Band vor mir: Otto Braun: Aus nachgelassenen Schriften eines Frnhvollendeten derausgegcben von Julie Pogelstein. �Deutsche Vcrlagsanstalt, Stuttgart und Bertin.) Otto Braun tvac der Söhn Heinrich und L i l y Brauns, der Nesse Adolf Brauns und Viktor Adlers. Die Frische einer glück- llchen Kinderzeit vereinte sich mit einer Frühreife des Geistes, die fast beängstigend wirkte. Beängstigend zu sehen, wie dieses Knaben» Hirn die reichen Bildungsmöglichkeiten, die ihm von allen Sellen zuströmten, gierig in sich einsog. Nichts gefährlicher als die Ent- Wicklung von Wunderkindern, nichts trostloser als' ein Mannesalter, daS die Hoffnungen der Jugend enttäuscht. Ich habe mit Zagen und Zweifeln dieses Buch in die Hand genommen, das mit Tage- buchblättern eines Zehnjährigen beginnt und mit letzten Aufzeich- nungen vor dem jähen Tode endet, ich habe e-i in tiefer Erschütterung aus der Hand gelegt, denn eL hat mir die Keime einer außer- mdeirtlichen Persönlichkeit enthüllt, deren Aufstieg mir jetzt so sicher scheint wie die Lahn eineö Gestirns... Vorbei! Dieser Junge hatte sich vorgenommen, ein Staats niann zu werden. DaS Studium der Literatur, der Kunst und der Philo- sophie, die er schönheits- und wiffenShungrig in sich aufnimmt, sollte nur die erste Vorbereitung für die politische Laufbahn sein, der das weitere Studium dienen sollte. Er trieb Poesie, wie man sie im achtzehnten Jahrhundert trieb, als Schule des jugend- lichen Geistes, und wenn sich auch unter seinen nachgelassenen un- gleichen Versen Zeilen befinden, deren sich auch ein Großer rächt ui schämen brauchte, so glaube ich doch nicht, daß ein. Dichter aus ihn, geworden wäre. Dazu war sein Wille zu stark, der ihn zu anderen Zielen hinlenkte. Otto Braun war Demokrat und Sozialist. DaS war das geistige Erbteil, das ihm aus seinem Elternhause zuwuchs. Aber mit höchster Spannung verfolgt man, wie dieser Knabe und Jüngling das ihm von selbst Gegebene nicht einfach übernimmt, sondern erarbeitet und umschaffend aus sich selber neu hervor« bringt. Seine politischen Ansichten, die da und dort durchilingen — da? Literatische, überwiegt—, haben daher ein starke persön- liche Note, Ergebnisse selbständigen Denkens treten zutage, die in ihrer Präzision verblüffen. Der Bierzehnjährige verrät Einsichten, die den deutschen Machthaber, als sie in den Krieg gingen, gefehlt haben; auf Grund volkswirtschaftlicher Betrachttingen über die Wirkungen einer englischen Seesperre kommt er 1911 zum Schluß, baß ein Weltkrieg für Deutschland unglücklich enden nrnsse, da eine ausreichende Ernährung des Volkes dann nicht mehr möglich sei: In dieser Lage würde jeder nach Möglichkeit für sich selber zu sorgen und chne Rücksicht aus die KesimrHett kaufe» und bezahlen. Man darf als sicher annehmen, daß, wenn die Preise immer noch mehr gestiegen sein werden, dann eine Revolution kommen muß." Wer diese Aussichten schrecken ihn nicht,«in paar Tage später schreibt er: „Wir find heute sicher in einer Zeit d:S Uebcrganges, in einer suchenden, auioritätslosen, zerriffenen, ungcformten, chaotischen, einer wunderbaren Zeit, nicht wunderbar an sich als Gegebenem, vom Standplmkt des Beschauers aus, sondern wunderbar unerhört als'I ein d,«18 JorderndeS. Kein Zeit wüßte ich mir, in der so diel neue Tore aufzureißen, so viel zu kämpfen, zu schaffen, zu zerstören, zu zertrümmern und dann neu zu bauen wäre als in dieser unserer Zeit." Sein« Augen halten sick an der schier nnemneßlichen Literatur, die in den L00 Seiten des Büches zitiert und kritisiert wird, nicht blind oder kurzsichtig gelesen. Wie scharf sie wirkliches Leben beob» achten konnten, geigt z. fB. ein Brief an die Eltern aus dem Felde vom Herbst ISIS: „Die Hinneigung der Soldaten zur Sozialdemokratie ist doch im»vesentlichen negativ. Wut auf die gesamte verrottete bür- gerliche Gesellschaft, Wut auf alle Daheimgebliebenen, ans alle? zu Hause überhaupt. Von Staatsschöpferischem sehe ich vorläufig nichts. DaS einzige Element ist das Gefühl eine? neuerwachten Souveränitätsbewußtseins. Jeder einzelne ist erstaunlich selbständig und seine? Wertes sicher geworden. Ich fälle durchaus kein Urteil, ich konstatiere nur. Wenn das Heer heimzieht, ist das Selbstgefühl deS Volkes ungeheuer befestigt. ES steckt ein gewaltiges Ausmaß von Können dahinter, ein großes Wissen um die Macht. Diese Riesenkomplexe nngebändigter Kräfte gilt es zu erkennen und zu leiten, um diese Massen zu produk- tivem Tun aufwärts zu führen. Ihr könnt versichert sein, meine Eltern, daß ich genau weiß, wie sehr diese Zukunft der Männer bedarf, und daß eS mein tiefer Wunsch ist, an dieser Zukunft schaffend mitwirken zu dürfen." lind wieder«in paar Tage daraiff: „Groß und glühend wie nie ist mein Wille. Ich habe unbe- dingt vor, viele Jahre nach dem Kriege tiefem Studium zu widmen und so allmählich für das öffentliche Leben zu reifen. Sollte ein unßgünstiges Schicksal diesen Plan zerstören und mich vorzeitig aufs Forum zerren, so würde ich dies als Ver- nichtung meiner größten Hoffnungen bezeichnen." Genie ist Fleiß selten ward diese Lehr« so tief erfaßt. selten so in die Praxis umgesetzt. Freudiges Selbstbewußisein und bescheidene Selbsterkenntnis vereinen sich. Da ist keine Spur von naseweisem Dreinrede« und Befferwiffenwollen. Wai man der Jugend sonst gern zugute hält, das Kraftgcnialische. der ungeber. dige Sturm und Drang fehlt. Man hört es brausen, niemals poltern. War das ei» Mangel? War eö ein Kennzeichen einer werdeuden seltene« Harvtonie der Personlichkett? DaS Schicksal hat und die Antwort«ruf diese Frage verweigert, Ich aber frage: Wiebiel junge Menschen gibt es in unserer Demokratie, die mit den gleichen Kräften deS Geistes und des Sha- r akters den gleiche« Zielen zustreben wie der früh gefallene Otto Braun? Sind die Ledenden imstande, uns diesen Verlust zu er- setzen? Sind sie eS, dann soll an diesem frühen Grabe nicht gc- klagt werden! Vielleicht Hilst einem oder dem: andern das Buch Otto Brauns auf den rechten Weg, uiiib für ihn sollen dann auch diese Zeilen hier geschrieben seiiu Nicht jedem jungen Menschen ist ein so reiches Leben gegeben, wie es ihm beschieden war, man- cher muß sich viel schwerer«rwerbe-n, was ihm aus dem Bildung:-- reichtum seiner Umgebung mühelos zufloß, aber jeder kann von ihm lernen, daß nur rastlose geistige Arbeit die körperliche aus ihre« Ketten befreien kann. Hütte der Weltkrieg uns keine jungen Menschen übriggelassen, die imstande sind, diese Lehre zu beher- zigen, dann entließen uns die letzten kurz vor dem Tode geschtie» denen Worte dieses Buches ohne Hoffnung:„G-3 ist s o schön: die Zukunft ganz undurchsichtig, und man kann sich allerhand bunte Farben und Zauderlandschaften hineinmalem" Heil den Jungen, Kräftigen, die jenseits der Verwüstung ein Zauberland der Zukunft erblicken und tätig dahinstreben. die bereit find, sich im Ganzen zu erschöpfen, als Führer von Gleichen dennoch F üh r e r. die begreifen, daß meufchliche Größe nichts an. deres ist als Kraft der Ticiistbarlcit an einer großen Menschheus- fache! Otto Braun hattt das so gut begriffen, daß auch die Alten von ihm lernen können!_____ Die»uSstellung der Handzeichrnrnge«. Heute werden in den ehemalig»» Fesiräumen deS Beritner Kronprinzenpalais die neuen Handzeichnungsräume eröffnet. Im ersten Raum, einem Oberlickniaal, find 100 Handzsichnungen von» Ende de« 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart aufgehängt. Es folgt ein Lesesaal, in dem die wichtigsten Kunst Zeitschriften aufliegen werden, dann der Studiensaal, in dem die Besucher sich die Mappen mit Zeichnungen vorlegen lasten können und endlich ein Ausstellung«- und VorrragSfaal.— CS wird damit endlich ein Teil der dringend notwendigen Reformen in unserem MuseumSwesen verwirklicht werden. Hoffentlich wird»imt auch in den anderen Museen Ernst damit gemacht. To« Düsseldorfer Schauspiekhaus soll am Ende des laufenden Spielzeit wieder von Luis« Dumont und Gustav Lindemann über- nommen werden, denen die Vereinigten Stadttheater Düsseldorfs übertragen werden sollen..., Das Künstlerpaar hatte seinerzeit die Leitung niedergelegt. weil es in Konflikt mit dem Personal gerate« war. Eine Posse von Älatzbrenner, betitelt.Die Lmtgfta« von vrl«. ans-, wird im Künstlerdanl am 3. Dezember, vachmUtags, zi.qmnten der Förderung junger Maler, Btldhaner. S-Srljtstell«. Mwcker imb Sabticr.. kün stier in den Räumen de» Klubs.Bü�e n� Arlw. Hardenbergs 'Nahe 21—23, ausgeführt. Auch die Tänzerin Niddy Impekoven wirkt an dem Abend mit. ,Jw Tollhnvle« nennt sich ein Buch de« Arbeiterdichter! A rt nr Z i ck l e r. das dieser Tage Im.L° r U>-rtS---md er. ichüttcrndeS Erleben«nler den zelsseSgestörte» Cpleru des Srugefl zum hat listen dazu beigekraven, dasz' ihre eigene Arberkerklasse der brutalsten bürgerlichen Reaktion nunmebr vielleicht auf Jahre hinaus ausgeliefert ist. Die„Humanitä" verkündet, fast froh- lockend, einen Zuwachs von 8 Proz. der Stimmen seit 1914. Roch 6 Kriegsjahren 8 Proz.! Es hieße den französischen Ge- nassen einen schlechten Dienst erweisen, wollte man ihnen ein- reden, sie befänden sich auf dem richtigen Wege. Diese Art niedriger Schmeicheleien überlassen wir getrost der„Frei- bcit", die dafür einige blutrünstige Schmähartikel gegen Noske und Scheideniann als Gegenleistung in der„Humanitö" und im„Populairc" zum Abdruck bereit finden wird. Wir gehen indessen unseren schweren Weg des vlan- mäßigen Wiederaufbaues Teutschlands auf sozialistische? Grundlage und mit sozialistischen Endzielen zum gemeinsamen Stichen des deutschen und des französischen Proletariats. Leider ist uns dieser Weg durch das franzö- fische Wahlergebnis alles andere als erleichtert worden. Und deshalb wäre es unverantwortlich, wollten wir aus internationaler Demagogie es unterlassen, die Lehren dieses sicherlich nur vorübergehenden Rückschlages der französischen Sozialisten zu ziehen, und die schweren taktischen Fehler verschtoeigen, die drüben begangen wurden, und die wir von ollen Seiten aufgefordert werden, unsererseits zu wiederholen. Victor Schiff. « Basel, 25. November. iEig. Drahtbericht des„Vorwärts".) Der m Paris gewählte diffidente Sozialist Arthur Levasseur schreibt in der„Heure" über den für die offiziellen Partsilisten schlechten WahIauZfoll:„Die unverständliche Haltung der sozia- listischen Partei seit eimgen Monaten und während der Wahl- brmpiuzue ist es gewesen, die ihr jetzt diese a u f s e h e n e r r e g e n d e Niederlage verschafft hat." Um üie Volksernährung. Am Mittwoch wurde in der Nationalvsrfannnlung der Kampf um die Zwangswirtschaft von neuem misgefochten. Anlaß dazu gaben zwei Interpellationen der Rechten und des Zentrums über die Ernährungslage, auf die der Reichswirtschastsminister Schmidt in eingehender Rede erwiderte. Es kam zu einer scharfen Abrechnung mit denjenigen Landwirten, die in verantwortungsloser Weise durch passiven Widerstand die Durchführung der ZlnangS- Wirtschaft sabotieren und, unbekiimmert um die Notlage des Volkes mrd um die politischen Folgen einer matzlosen Preis- steigerung für Lebensmittel, unausgesetzt die Aushebung der Zwangswirtschaft fordern. Die Zusage einer Preiserhöhung für Zucker und die bis- her geübte Gewährung von Lieferungsprämien beweist, daß die Regierung durchaus geneigt ist, den Wünschm der Landwirte nach höheren Preisen entgegenzukommen, soweit daö im Interesse des Volksganzen möglich ist. Würden jedoch die Fesseln der Zwangswirtschaft ganz und gar gesprengt und die Preisbildung dem freien Markt überlassen, so er- I)alten wir gerade in den wichtigsten Lebensmitteln Preise, die hinter den Schleichhandelspreisen nicht allzu sehr zuiück- bleiben. Wenn der Reichswirttchastsniimster dem Volke zuruft:„Wir müssen uns durchhungern", dann kann die Londw'rtschaft nicht daran denken, ggnz ohne Opfer davon zu kommen. Wollte sie wenigstens jetzt das Matz von Verantwortung tragen, das ihr die Pflicht gegen- über der Volksgemeinschaft auferlegt, so würde sich auch über Preiserhöhungen reden lassen, die nicht auf Kosten des Ver- brauchers zu gehen brauchten. Daß die Landwirtschaft das tun will, hat sie bisher nicht bewiesen. Dann mag sie sich auch nicht beklagen, wenn ihr Polizeiorgane das von ihren �Zeugnissen abjagen müssen, waS sie der großstädtischen Be- volkerung verweigern. Wenn der Deutschnattonale Semmler mit einem 9. No- vember der Landwirtschaft drohte, so ist das in neuer Form die alte Drohung mitdemLieferungs streik, der der Tat bei Aufbebung der Zwangswirtschaft erfolgen wurde, solange die Preise den Agrariern nicht hoch genug sind. Schon jetzt ist es ja gute Gepflogenheit geworden, daß die Landwirte in der Erwartung von bevorstehenden Preis- steigerungen Getteide zurückhalten. Dadurch wurden ja die Lieferungsprämien nötig. Wenn auch keinesivegs verkannt werden soll, daß die Landwirte sich durch die Entwertung des Geldes und die Verteuerung der Produktionsmittel in einer schwierigen Lage befinden und ein gewisser Anreiz für die Extensidwirtschaft besteht, so muß doch immer betont werden, daß die Mangelwirtschaft sich mit freiem Handel nicht ver- tragt. Darum muß die Zwangswirtschaft aufrecht erhalten bleiben. Darum kann es auch nicht geduldet werden, daß die Preise für Brot dieselbe Entwicklung durchmachen wie die Haferpreise. Diejenigen Landwirte, die den Ernst der Er- nahrungslage für das ganze Volk ohne einen Seitenblick aus thren Geldbeutel Durchschauen— und es gibt auch nach solche—. werden sich dem Zwange der Uebergaugswirtstfuft mgen und damit zu ihrem Teil an dem Wiederanfhau Deutschlands mitwirken._ Unabhängifle Mitarbeit�. Der unabhängge Abgeordnete Dr. Cohn erklärte bei der allgemeinen Besprechung der zweiten Beratung der Reichsabgabenordnung, seine Fraktion werde, wie u® es im Ausschuß schon getan habe, auch im Plenum nach Maglichkeit an der Verbesserung des Gesetzes arbeiten. Dieses Versprechen hat seine Fraktion vollauf eingelöst. Sie hatte sich nämlich an der AuSschutzberatung n i ch t b e t e i li g t, vielmehr hatte die Abg. Frau Agnes zeitweilig, aber nicht regelmäßig sich als Z u h ö r e r i n je- doch nicht als Mitarbeiterin an den Ausschußverhandlungen beteiligt. Nicht anders vollzog sich die„Mitarbeit" der Unab- hängigen bei der zweiten Beratung im Plenum. Sie bestand nämlich darin, daß in letzter Viertelstunde Abg. Cohn einige Worte gegen den Generalpardon sprach. Hoffentlich benutzen die Unabhängigen ihre ausgeruhten Köpfe, um alle die„Verrätcreien" nachzuweisen, die unsere Genossen in mühevoller Mitarbeit auch bei diesem Gesetz be- gangen habe» sollen. Wer schläft, sündigt bekanntlich nicht. ?m Aeichen üer Ausschüsse. Der Betriebsrätekouflikt. Der Ausschuß der Nationalversauimlung für daö Betriebs. rä-tegesetz gelangte heute noch nicht zur Entscheidung über die siinmgen Paragraphen. Ter Vorfitzende Abg. Weinhansen(Dem.) iproch sie Hoffnung auS, daß cS möglich sein werde, eine Sini» «ung unter den Regierirngsparteien zu erzielen. Arbeits uiimstcr Tchtiik machte Wttleikmge» über die pevorßehonde der Rälesrage. llehcr den Ausbau bcs RelchSwlri» schaftörats könne noch nichts Bestimmtes gesagt werden. DaS Gesetz über die RcirhSarbeiterräte sei so weit gefördert, daß es kurz nach Ncujähr vorgelegt werben könnte. Die Arbeiter» reite würden allgemein eine beratende Funktion haben und an der Arbeitsverinittlung mitarbeiten. Die G e!v e r k» schaften sollten dadurch nicht ausgeschaltet werden. Weiter kündigte der Minister ein Gesetz über ein obligatorisches Schlichtungsverfahren an, das zur Verhinderung von Streiks dienen soll. Eine Vorlage über Einstellung und Beschäftigung der schwer be schädigten Kriegsteilnehmer liege bereits dem Reichsrat zur Beschlußfasiuug vor. Unter Aussetzung der strittigen Artikel wurden die sonstigen Aufgaben der Betriebsräte� beraten und entsprechend den gestellt«, Anträgen angenommen. Unter andern wurde folgender Antrag der Zentrumspartei einstimmig angenommen: „Bei Kriegsbeschädigten und Unfallbcschädigten ist für eine ihren Kräften und Fähigkeiten entsprechend« Beschäfti- gmig durch Rat, Anregung, Schutz u rd Vermittlung bei dem Ar- Zeitgeber und den Mitarbeitern tunlichst Sorge zu tragen." Angenommen wurde mit einer unerheblichen Aenderung Ar- tikel'67, wonach der Betriebsrat in Betrieben mit über 100 Arbeitnehmern an einem Tage oder mehreren Tagen der Woche eine regelmäßige Sprechstunde einrichten kann, in der �die Arbeitnehmer Wünsche und Beschwerden vorbringen können. Soll die Sprechstunde innerhalb der Arbeitszeit liegen, so ist es mit dem Arbeitgeber zu vereinbaren. Das Reichsnotopfer. Der Aueschuß der Nationalversammlung für das NeichSuotopfer nahm beut« den Bericht über die B e- schlüss.e der beiden Ausschußlefungen entgegen. In diesen L«- sungen war beschlossen worden, die Abgabepfticht der Reichs- b a n k und der Kirchen wieder aufzuheben. Abgabefrei bleiben außerdem die politischen Parteien. Die Abgabe- freiheit der Sparkassen ist dagegen auf solche beschränkt »oorden, die nur dem eigentlichen Sparverkehr dienen. Di« Bestim- niungen über die Abgabefreiheit des HauSratS sind dahin e r- we i ter t worden, daß vor dem 31. Juli 1914 erworbene Gegen- stände aus edlen? Metall mit geschichtliche it.. kimstlerischcm oder wissenschaftlichen Wert gänzlich abgabefrei, Edelsteine, Perlen usw., soweit sie vor dem 31. Juli 1014 erworben sind und ihr Ge- finntwert 20 000 M. übersteigt, nur mit 10 Proz. ihres Wertes her- angezogen tvenden, während solche mit einem niedrigeren Werte völlig abgabesrei bleiben. Dem Vermögen des Abgabe- Pflichtigen sind Beträge, die er oder seine Ehefrau nach dem 31. De- zember 1910 zu Schenkungen an Vertoandte in gerader Linie verwendet hat, hinzuzurechnen, jedoch nur insoweit, alS der Bedachte auS der Schenkung am Stichtage noch bereichert ist. Den Schenkungeli stehen gleich freiwillige Zuwendungen unter Leben- den, soweit der Bedachte durch sie aus Kosten deS Zuwendenden nmt dessen Willen bereichert wird. Die Uebernahme von Gegen- leistungen steht der Annahme einer Bereicherung insoweit nicht entgegen, als eS sich dabei um nichtgeldwerte Leistungen handelt. Von der Hinzurechnung sind ausgeschlossen fortlaufende Zuwendungen zum Ztoecke des angemessenen Unterhalts oder der Ausbildung des Bedachten, ferner Zuwendungen, die auf Grund eines gesetzlichen Anspruches des Bedachten ge- macht worden sind, sowie übliche Gelegenheitsgeschenke. Zuwendungen im Werte von weniger als 1000 M-, sosern nicht die Absicht der Abgabeersparung anzunehmen ist. und Zn. Wendungen, von denen die Beteiligten glaubhaft machen, daß sie nicht in der Absicht der Hinterziehung von Steuern er- folgt sind. Von dem Vermögen sind abzuziehen bei den Abgabepflichtigen mit einem steuerbaren Vermögen von nicht mehr als 100 000 M., die keinen Anspruch' aus Pension oder Hinterbliebenenfürsorge haben: a) im Alter von 45 bis 00 Jahren e i n V i e r t e l, b) im Alter von über 00 Jahren ein Drittel des steuerbaren Ver- mögens bis zu 50 000 M. Für das überschießende Vermögen ermäßigt sich die Abgabe- freiheit zu a) auf ein Fünftel, zu b) auf ein Viertel. Dies« Vergünstigung tritt nicht ein, falls die ganz« Abgabe zinslos g e st u n d e t wird. Für die Veranlagung der Vermögensabgabe wird das Ver- mögen der Ehegatten zusammengerechnet, sosevn sie nicht dauernd voneinander getrennt leben. Außer Berechnung bleiben bei Genossenschaften und Gesell- schaften dieser Art die PensionS-, StistungS-, Bildung«- und ähnliche Fonds; bei den RevisionS- und ähnlichen Hcmptverbän>den das VerbandSvcrmögen; bei den für Genossenschafts- wie GeschäftSan- gestellte bestehenden Unterstützung?- und PensionSkassen das diesem Zweck gewidmete Vermögen. Abgabepflichtig ist nur der den Betrag von 5000 M. übersteigend« Teil des Vermögens. Soweit das Vermögen von Ehe- gatten zusammengerechnet ist, ermäßtgt sich das abgabepflichtige Vermögen um weitere 5000 M. Vergeblicher Appell. Unter der Ueberschrift„Ein vergeblicher Appell an da» An- standsgcfilhl" entrüstet sich die„Freiheit", daß wir eine Berichtigung der unabhängigen Reussischen Regierung nicht abgedruckt hätten. Sie schreibt, der Appell an da» Anstandsgefühl des„Vor- wärt?" sei erfolglos geblieben, was zn erwarten war. Leider ist diese schöne moralische Entrüstung umsonst vertan Denn in Nr. L7S deS„Vorwärts" von, 12. November habe» wir unsere» Lesern den sachlichen Teil der Berichtigung durchaus exakt zur Kenntnis gebracht unter Fortlassung lediglich einiger polemischer Bemerkungen, die nicht in den Rahmen einer preßgdetzlichen Berichtigung gehörten.— Wir würden nun unsererseits den Appell an die.Freiheil" richten, in Zukunft keine verleumderischen Beschuldigungen mehr leichtfertig in die Welt zu schicken, wenn wir nicht von vornherein wüßten, daß dieser Appell an das Anstandsgefühl sicher ganz vergeblich sein wird._ Englische Konkurrenzpolitik. England beginnt die gegenwärtige geringe Beteiligung Deutschlands am Weltmartt auszunützen, um sich aus allen Weltmärkten eine absolut feste Position zu verschaffe». In England soll, wie eine Meldung aus London besagt, eine Organisation gegründet werden, die unter dem Rainen „Ttis Overs ca's Service"(Ueberscedienst) von dem Bund der englischen Fabrikanten, dem 18000 Firmen angeschlossen sind, ins Leben gerufen wird. Sie soll der Förderung des englischen Handels dienen. In jedem Lande will man ständige Muftcrlager und besondere Handelöageuture« aufrichten. Damit hofft man, die Kon- turienz der anderen Staaten zugunsten Englands erfolgreich bekämpfen zu können. Immerhin ist man in England, namentlich gegenüber der billigen japanischen Konkurrenz einigermaßen beunruhigt. Der englische Handelsminister Geddes mußte dieser Tage eine Anfrage über das kämpfung der Schleuderkonkurrenz beantworte». Er glaubt, daß sich die englische Industrie gegenüber der billig arbeitenden japanischen auch ohne Amvendung des Dumping durch ihre bessere Qualität durch- setzen werde. Seine Ausführungen iXaugen fedoch nicht sehr i vertrauensvoll. j Kapitulatlonsabsichten öe? SowsetteglsruKss Aus Moskau wird gemeldet: In einer Geheimsitzunz tri roten Vollzugsrats begründete Lenin seine Bemühungen, mit den Alliierten zu einer Verständigung zu gelangen. Er gab un- umwunden zu, daß der Sowjetregierung nur der Untergang odcr die Kapitulation bleibe, wenn die erhoffte Weltrcvolution sich nicht in allernächster Zeit verwirkliche. Lenin sprach sich sodann für die Kapitulation aus, betonte aber, daß diese nicht unbedingt völlige und widerspruchslose Unterwerfung zu bedeuten brauche. Man werde versuchen, einen Frieden zu erhalten, der in seinen Grundzügen sich an den von Brest-Litow ök anlehne, mit dem Unterschied, daß die Randstaaten eine größere Selbständigkeit er- halten. Lenin erklärte,' daß T r o tz k i den gleichen Stand- Punkt vertrete. Vahle» in Ungarn. Die ursprünglich auf den 2l. Dezember angesetzten Wahlen zur ungarischen Nationalversammlung sind durch eine Regierung.:- Verordnung auf den 25. Januar verlegt worden. Wilsons Taktik. Die zwiespältige Haltung des amerikanischen Senats in der Frage der Friedensratifikation bat Wilson in eine schwierige Situation gebracht. Aber nicht nur Wilson selbst, sondern auch alle anderen politischen Kreise empfinden die Unmöglichkeil der gegenwärtigen Lage. Wie jetzt verlautet, will Wilson, der bisher der Angegriffene ist, den Spieß umdrehe», und den Senat auf die K»ie zwingen. Für den Fall, daß der Senat die für den ganzen Friedensvertrag gefährlichen Vorbehalte aufrecht erhält, will Wilson eine Gesetzesvorlage über erhöhte Rüstungen einbringen. Es scheint jetzt auch schon sicher, daß der Senat vor die Alternative gestellt wird, entwcdcr eine neue Hecreövorlage anzunehmen»der den Friedenövertrag zn schlucken wie er ist. Diese Taktik Wilsons macht jetzt schon Eindruck und man glaubt in Washington, daß Wilson doch eine Mehrheit im Senat jür sich finden wird._ Kleine politische Nachrichten. Gegen die Auslieferung der Bagger. Der Vorstand de- Deut- schen Transportarbeiterverbandes, der die Jntec- essen der Seeleute und Schiffer vertritt, hat in einem Schreiben an den Internationalen Gewerkschaftsbund in Amster- dam aus die katastrophalen Folgen hingewiesen, die aus de» neuen Forderungen der Entente über eine Auslieferung von 400 000 Tonnen an Schwimmdocks. Baggern usw. für diese Berufs � gruppen entstehen würden. Gäbe Deutschland diesem Verlangen nach, dann würde die durck» den Versailler Vertrag bereits hervor- gerufene Arbeitslosenzahl sich um weitere Zehntausende Seeleute, Schiffer usw. noch vermehren. Em ähnliches Schreiben hat in dieser Angelegenheit der Vor- stand des Allgemeinen deutschen Gcwerkschafts- b u n d e s an den Internationalen Gewerkschafts- bund in Amsterdam gerichtet. Ausbleiben der Gefängenenpakete nach Frankreich. Seit einiger Zeit häufen sich die Beschwerden über das Ausbleiben von Paketen, die an unsere Gefangenen in Frankreich abgesandt sind. In einzelnen Lagern tocrden Hunderte mrd Tausende von solchen Sen- düngen vermißt. Die eingeleitete Untersuchung hat ergeben, deß die Vermutung, die Pakete würden von der deutschen Post nicht mehr weiter befördert, unzutreffend ist. Die Pakete sind sowohl auf deutschem, wie auch nach einem Bescheio der schweizerischen Poswerwaltung an den deutschen Hilfsausschuß des Gefangenenlagers Seeres-Carpentraö auf schweizerischem Gebiete stets regel- mäßig weiter befördert worden, müssen also irgendwo auf franzö- stschem Boden in der Beförderimg aufgehalten morden sein. An die französische Poswerwaltung ist das dringende Ersuchen gerichtet worden, für die schleunigst« Zustellung der noch ausstehenden Sen- düngen an die Gefangenen zu sorgen. � Tie AuSsaugung Deutschlands. Unser Kölner Parteiorgan schreibt: Der geringe Stand der deutschen Mark ermuntert die Ausländer nicht nur zu großen Warenkäufen in Deiusch-- Land, sondern sie reizt sie auch zu großen Kauft u an deutschein Grund und Boden. Im linksrheinischen besetzten Gebiete werden ftist täglich große Ländereien zu enormen Preisen von Holländern angekauft. In Köln selbst haben schon Ausländer- zahlreiche Häuser zu beträchtlichen Ueberpreisen an sich gebracht. Dies bedeutet nicht nur die Abhängigkeit vom Auslande, sondern treibt auch die G r u n d st ü ck S- und H ä u s e r p r e i s e in den betreffenden Gebieten noch weiter beträchtlich in die Höbe. Rhci- nifche Abgeordnete haben die Reichsregierung auf diese En!- Wicklung aufmerksam gemacht, indem sie um schnelle Abhilfe baten. l Dumpinggesetz(Be- auf dem Weltmartt) politisihe /lufklämng ist heute mehr denn je das Gebot der Stunde. Lärmend sucht die Reaktion von rechts sich erneut Geltung zu verschaffen. während die Reaktion von lsnks immer wieder versucht, durch Putschtaktik die Arbeiterschaft auf die Straße zu treiben, um hier„revolutionäre Politik" zu machen. Beiden Extremen gegenüber, die eine gleich große Gefahr für das deutsche Volt sind, verfolgt der„Vorwärts" getreu seiner feit Jahrzehnten befolgten Politik einzig und allein diejenige Politik, die im Interesse der werktättgen Bevölkerung geboten ist. Er läßt die Reaktion, getreu den sozialistischen Grundsätzen, nicht au-.> dem Auge und wird es als seine vornehmste Aufgabe ansehen, in noch größerem Maße als bisher durch Wort und Bild politische Aufklärung in die breiten Massen des Volkes zn tragen.„Vorwärtö"-Leser, sorgt für Aufttärung, werbt mehr als je für Euer Blatt! Folgender Zettel ist ausgefüllt an die Expedition deS „Vorwärts", Verlin SW 68, Lindenstr. 8, zu senden. Ich abonnier« ab l. Dezember den„Vorwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage„Boll und Zeit' in Groß-Berlin täglich ziveünal frei ins Haus für 3,50 Mk. monatlich. Außerhalb Groß-BerlinS Wohnende wollen beim Postamt ihres Wohnortes bestellen. Name Wohnung vorn— Seitenflügel— Quergebäude . Straße Nr- Treppen. Bei wem? Schlußtagung öer Lithographen unö Steinöeucker. Magdeburg, den W. November. Siebenter B erhandln ngStag. ES stehen noch„Mgemeine Anträge" zur Beratung. Die An- rechnung von Beiträgen der Kriegsteilnehmer wird abgelehnt. Die Ausschreibung einer Extrasteuer wird dem Hauptvorstand und der Gauleiterkonferenz überlassen. Der Sit? des VerbandsvorstandcZ und der Redaktion bleibt Berlin, der ZentralauSschufe wird nach Hamburg verlegt, die Prehkommission hat ihren Sih in München. Die Neuwahl der Vcrbandsangcstelltcn ergibt: Verbandsvorsitzender H a ß, Hauptkassierer B r a l l, Sekretäre Lange, H e r b st und Hänlein. Als Redakteur wird Ronager(Leipzig) ge- wählt. Der nächste Verbaudstag wind in Nürnberg stattfinden. Der bisherige Verbandsvorsitzende S i l l i e r gibt einen kurzen Rückblick über die kampfesreiche Verbandsgeschichte. Mit dein Wunsche, daß die Gewerkschaften trotz der politischen Meinung»- kämpfe eine geschlossene Kampfesfront bleiben mögen, schloß er seine mit starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen. Wyk (Stockholui) gibt seiner Freude Ausdruck, daß es ihni vergönnt war, den Verhandlungen beizuwohnen und wünscht der dcunchen Kollegenschaft, daß ihr alle hier gefaßten Beschlüsse zum Segen gereichen mögen. Die schwedischen Kollegen verfolgen alle Vor- gonge in Deutschland mit großem Interesse. Es ist dort'gelungen, fast alle Berufskollegen zu organisieren. Er hofsr, daß für die gesamte Arbeiterschaft bald wieder eine bessere Zeit anbrechen möge.(Beifall.) Mit einigen Ausführungen des Lorsitzenden Eichen müller findet die Tagung ihr Ewde. GewersschoflsbewMng Hetmkfthafiliche Aufgaben unö kampfmethoöen nach öer Revolution. lieber dieses Thema sprach vor zirka 500 auf dem Boden der S. P. D. stehenden Krankenkasfenangestellten am Dienstag Franz Krüger. Der Redner führte etwa folgendes aus: Wenn wir heute Stellung nehmen zu den wichtigsten, die Arbeiterschaft inter- essierendcn Fragen, so müssen wir die Voraussetzung prüfen für den wirtschaftlichen und politischen Befreiungskampf der Arbeiterklasse. Die Hauptfrage ist jetzt, ob man an die Stelle der kapi- talistifchen die sozialistische Wirtschaftsordnung setzen soll oder nicht. Durch die Kennzeichnung dieses Gegensatzes ist nicht nur der Unterschied zwischen den bürgerlichen und den sozialistischen Parteien, sondern auch zwischen bürgerlichen und sozialistischen Arbeiter- und Angestclltenorganisationen gegeben. Tie selbstän- digc Organisation der Arbeiter ist erst eine Folge der Wirtschaft- lochen Entwicklung. Es ist durchaus kein Zufall, daß wir getrennte politische und wirtschaftliche Organisationen in der Arbeiterbewe- gung haben. Die politische Arbeiterbewegung hat möglichst die Interessen des ganzen Volkes wahrzunehmen, sie versucht, möglichst alle Kreise der Bevölkerung zu erfassen. Sie hielt früher die Er- ring-ung des allgemeinen und gleichen Wahlrechts für ihr erstes Ziel, während sie jetzt in der Verteidigung der demokratischen Er- rungenschaften ihre vornehmste Aufgabe erblickt. Die Gewerkschaften dagegen haben die Gegenwartssorderun- gen der Arbeiterschaft zu vertreten, sie erfassen dieselben beruf- lich und teilweise örtlich gegliedert. Selbstverständlich haben sich auch die Gewerkschaften politisch betätigt, aber die Partei- Politik war in ihnen stets ausgeschaltet. Man hatte nie Mit- glieder lediglich auf Grund ihrer Zugehörigkeit zu einer politischen Partei zu Mitgliedern minderen Rechts gemacht. Redner weist an der Entwicklung der Hirsch-Dunckerschen Gewerkschaften nach, daß wirtschaftliche Organisarioiwn, die sich auf den Boden bestimmter politischer Parteien stellen, nicht de» ihnen gestellten Aufgaben ? brecht werden konnten und können. Der wirtfchafiliche Kampf, oll er erfolgreich durchgeführt werden können, erfordert eben völlige Einigkeit aller Beteiligten. Durch den Krieg wur- den die Gewerkschaften naturgemäß geschwächt und erst später gewannen sie wieder größere Bedeutung. Dann aber wurde der Streit über die Bewilligung der Kriegskredite in die Gewerkschaf- ten hineingetragen und schwächte deren Kampfkraft außerordentlich. In diesem Zusammenhange detont Redner, daß er noch heute voll für die KricgSpolitik der Gewerkschaften eintritt. Die Revolution brachte die Erfüllung großer gewerkschaft- licher Ziele, die Einführung des gesetzlichen Achtstundentages, Auf- Hebung aller Beschränkungen des Koalitionsrechts. Die Wieder- cinstellung der Kriegsteilnehmer wurde gesetzlich geregelt, die Rechte der Betrjebsausschüsse ausgebaut, vor allem wurde aber die Rechtsverbindlichkeit von Tarifverträgen ausgesprochen. Die leicht errungenen und großen Erfolge der Gewertschaften nach der Revolution waren auch begründet in der geringen Wider- standsfähigkeit des llnternehmertums. TaS mußte nicht- geschulte Gewerkschaftsmitglieder zur Unterschätzung der Wirt- schaftlichen Schwierigkeiten führen. Die Schulung der neugewon- neuen Mitglieder wäre erste Pflicht der Gewerkschaften gewesen. Statt dessen wurden diese in den Richtungsstreit innerhalb der po- Iii tischen Arbeiterbewegung gerissen. Hier zwang sie die Notwen- digteit, Partei zu nehmen; der Mangel an Sachkenntnis und Er- fahrung ließ sie denjenigen nachlaufen, die durch radikale Phrasen ühnen am meisten versprachen. Redner geht nun auf die Frage der Sozialisierung ein. Die Revolution war eine politische Umwälzung, sie zu einer so- zialen zu�machen. wird erst Aufgabe der allmählichen Entwicklung sein, die bewußt zu fördern unser Ziel sein muß. Run sind Leute am Werke, die die revolutionäre Energie zum Faktur in der GewertschaftÄbewegung machen, und damit die Streiks immer mehr auf das politische Gebiet schieben. Politische Streiks sind nie Sache der(Gewerkschaften, in solchen kann und darf es keine Pflicht zur Uebung von Soli- darität geben. Alle diese Streiks»vnrden getragen von einem S v st e m von Gewalttätigkeiten. Auf diesem Boden blühen und gedeihen die verschiedenen Rätesysteme. So notwendig die Arbeiter- und Soldatenräte in der Revolution waren, sie waren nur ein Notbehelf, denn die Arbeitexschafl hatte sich längst ganz andere Organe der Mitbestimmung geschaffen. Das Räte- system soll auch nicht der gesamten Arbeiter, das Mitbestimmungsrecht geben, sondern soll ein bestimmte Gruppe zur alleinigen Herrscherin machen. Die Betriebsorganisation muß den Betriebsegoismus zur höchsten Blüte entwickeln. Bisher waren verantwortliche Personen die Führer in den Gewertstbaften. Die Betriebe können aber bei der bestehen- den Fluktuation nicht der Rahinen für eine Organisation sein. Diese Politik zur Verwirklichung der Betriebsorganisation muß in ihrer letzten Konsequenz zur Zertrümmerung der Ge- werkschaften führen. Da muß von uns alle» aufgewendet werden, um das zu verhüten. Wir haben lange gesäumt, aber es ist noch nicht zu spät! Halten tvir fest an dem alten Gedanken der politischen Neutralität der Gewerkschaften und der alten freiwilli- gen gewerkschaftlichen Disziplin! Nicht der Preis einzelner Augen- blickSersolge ist unser Ziel, fondern das Vorwärtsschreiten auf dem großen Wege zur Befreiuilg der Arbeiterklasse. Dringendste Aufgabe miserer Genossen muß es aber fein, sich überall für die Erfüllung unserer Forderungen einzusetzen!(Anhaltender Beifall.) Folgende Resolution fand einstimmige Annahme: „Die am 22. 11. Ig im großen Saal des Klubhauses vcrsam- melten Angestellten der Groß-Berliner Krankenkassen lehnen die Rätediktatur und die Betrieb sorganisation als nicht gewerkschaftliche Kampsorganisation a b und fordern die Kollegenschaft aus, im Sinne der alten be- währten gewerksckmfiltchen Grundsätze, OrganisattoliSformen und Kampsmethoden in der Arbeiterbewegung mit vollen Kräften zu wirken." Die Erhaltung der Arfcciterräte. Mit diesem Thema beschäftigten si-b am Mittwoch abend vier vom Deutschen Eisenbahnerverband einberuiene öffentliche Ver- sammlungen. In den Germaniaiälen sprach K o tz u r. in der Habel- schen Brauerei der Bevollmächtigte Schulz, im Restaurant Drachenburg der Bevollmächtigte Knebel und in den Musiker» iälen B r ä u n i n g aus Frankfurt a. M. Nach längerer Debatte wurde in sämtlichen Versammlungen nachstehende Entschließung an« genommen: „Die heute tagende Eiscnbahnerversanunlung nimmt Kenntnis von den reaktionären Bestrebungen, die den Eisenbahnern das erkämpfte Mitbestimmungsrecht illusorisch machen sollen. Die Versammelten sind fest entschlossen, dem den schärfsten Widersrand entgegenzusetzen und mit allen Mitteln für die durch die Revolution errungenen Rechts einzutreten. Sie protestieren gegen die von verschiedenen Interessenten, Parteien und Wirtschaftsvcrbänden geplanten Ver- ichlechterungen de» BetriebsräregesetzeS. die geeignet sind, weite Kreise de»'erwerbstätigen Volkes zu beunruhigen und das Wirt- schattöleben großen Erschnrterungen auszusetzen. Für die Eisen« bahner ist darüber hinaus eine Regelung zu treffen, wie sie von der Generatversammluiig der D. E. V. in Jena beschlosien tvurde. Die dort festgelegten Bestimmungen sind der Durchführung des Tarifvertrages zugrunde zu legen. Die Versammlung bcau'tragt den Lerband-vorsiand, geineinsam mit dem Zentralrat für die Richt- linien zu wirken."_ Zu dem drohenden Koufiikt i» den Konditoreien, worüber der „Vorwärts" in seiner Nr. 593 Mitteilung machte, sendet uns der Vorstand der Konditoreninming eine Erwiderung, in der er betont, daß die Kouditoreibesitzer in ihren Sitzungen die geforderte Lohn- erböhung mir kleinen Abweichungen bewilligt hatten. Wie die Bäckermeister die Erhöhung der Löhne von einer Erhöhung der Brot- preise abhängig gemacht hätten, so auch die Kondiloreibesitzcr von eine: Aufhebung der Höchstpreise. Es wird in der Zuschrift in Abrede gestellt, daß die Konditoreien jetzt noch größere Gewinne erzielen. Seit Oktober erhielte» sie nur noch da» halbe Zuckerquantum bei reichlicherem und besser bezahltem Personal. Wenn auch jetzt noch einzelne Konditoreibelriebe sich nicht an die Verordnungen hielten, so könne man das nicht verallgemeinern. Die Kouditoreibesitzer hätten ein lobhaftes Interesse daran, daß sich zwischen ihnen und den Gehilfen erträgliche Verhältnisse heraus- bildeten._ Achtung! Straßenbahner, Hochbahncr, Achtung! Freitag, den L8. d. M.. abends 7'/,: Drei große Versa mm< lungeir Für die Bahnhöfe: t, 6, 7, tf, 12, 16 und 16a in den Germarna- Prachlsälen, Chausteeslr. 110.— Für die Bahnhöfe: 2. 4, 5, 10, II, 13. 14, 17,£0 und litoM nebst S und H Siit! in der Bockbrauer ei. Temvelhojer Berg, Fidicinstrahe.— Für die Bahnhöfe: 3. 19, 22, 24 und Stadt nebst L und II Xvrcl in den Mupler-Sälen, Kai!«r-Wilbeliu-Str. 3l. Tages- o r d u u» g: Tic Maßregclimg der Funktionäre im Betriebe der Großen Berliner Straßenbahn und unsere Stellunchiahme. Die Werlstätten und Plätze fchließeu sich den am nächsten liegenden Versammlungslokalen an. Mitgliedsbuch legitimiert! Siemens& Halste(Blockwert). Berfammlung aller im Betrieb tätigen und außenstehenden Funktionäre und Ausschußmitglieder, Frcilag um 7, 5 Ilhr bei Müller, Siemcusstadt. Sonnabend norm. 1t Uhr: Auszahlung der Strelkunicrstützung. Für die Kollegen, welche in Arbei t stehen, nach Schluß der Arbeitszeit. Zenrralverbaud der Aiigestelllen, Fachgruppe 7, Sektion a und b Waren-, Kaujhäuscr und Spezialgeschäfte): Mitgliederversanimlung aller AngestelltcnauSschüsse der Fachgruppe 7 Freitag, den 28. November, abends 7 Uhr, in den Musikersälen, Kaiser-Wilhclm-Str. 3t. Fachgruppe 18, S e l t i o n c. Angestellte der Gold- und Silber- waren-Engros- und FabrikatiouSbetricbe. Brauchcnocrsammlung am Freitag, den 28. November, abends 7 Uhr. in den Armmhallen, Kommundantei!- straße 58—53. Tagesordnung: Warum haben die Branchenkollcgcn noch einen Tarifvertrag? Nach dem letzten Urteil des OberlandesgerichtZ erhielt mein Anwalt den Auftrag, nochmals Revision beim Reichsgericht einzulegen. Trotz mehrmaliger Aufforderung meinerseits hat der Anwalt die Revisionsfrist versäumt und zwar„aus Versehen seine» Bureau- Vorstehers". Wenn man daran denkt, daß man für die verschiedenen Gerichte einen besonderen dorr zugelassenen Anwalt benötigt, da„Anwalts- zwang" besteht, wird es verständlich, daß ich bis jetzt rund 700V Dt. Kosten bezabtt Habs, bei einem Gehalt von 150 R. monatlich bis zu meiner Elnberufung. Wenn nun auch der letzte Anwalt vielleicht regreßpflichtig ist, so kommt hierfür nur der Ersatz eines Teils der Unkosten in Bc« tracht. Damit ist aber meine Ehe nichr geschieden, und der Anwalt kann mir nicht die Frau abnehmen, von der ich seit 6 Jahren ge- schieden sein mochte. Ist in diesem Falle der LuwaltSzwang nicht eine RechtSver- Weigerung— sogar eine Vergewaltigung der Bevölkerung, zumal nur der Anwalt Revision einlegen kann? Also der Mandant ist dem Anwalt aus Gnade oder Ungnade vollkommen ausgeliefert. Diese wunde Stelle muß unbedingt aus dem Gesetz verschwinden. Eine weitere Folge dieses„Versehens" des Anwalts ist, daß die früheren Scheidungsgründe infolge Rechtskraft des ersten Urteils in dem zweiten Verfahren alS selbständige ScheidungSgründe nicht mehr vorgebracht werden können. Soziales. Ein Beitrag zum Anwaltszwang. Uns wird geschrieben: Ans die in Nr. 501. 513 und 567 des „Vorwärts" veröffentlichten Artikel möchte ich folgenden traffen Fall als„Auswuchs" des Anwaltszwanges zur Kenntnis der hier- für maßgebenden Stellen bringen: In jedem EhescheidungSprozeß besieht bekanntlich der Anwalts- zwang. Ich führe einen solchen Prozeß s eit sechs Jahre»; das Land- gericht, das Oberlandesgericht, das Reichsgericht und abermals da» Overlandesgericht waren damit beschäftigt. Sroß-Serlmer Partemachrichten. BetricbSvcrtraoensleutc, Parteifunktionäre, Arbeiterräte der S. P. D. heute abend k Uhr im ÄriegervercinShaus, Chanssecstr. 94, allgemeine Fraktionc Versammlung. TageS- ordnung:„Was wird mit dem Betriebsrätegesetz?" Wir bitten alle Funktionäre, au dieser Versammlung teilzunehmen. Mitgliedskarte und Auswciskartc vorzeigen. Ter Bezirksvorstand. Angestellte in Industrie und Handel des Bezirks Moabit. Versammlung Freitag abeud 7 Uhr im„Patzenhoser"(Miitetsaay, Turm- straße, Ecke Stromllraße, Zungsozialistische Bereinigung(S. P. D). Heute'/.8 Uhr im Saal der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3: 1. Ausbau der Jung- sozialistischen Lereiniauug. Res,: Gen. Berg er. 2. Jungfozialisten und Jugendbewegung. Ref.: Gen. Albrecht. 3. Aussprache. Gäste will- tomineu. BSerbcausschust int Post- und Telegraphie. Sonntag, Bs. Uhr dornüllags: Versammlung für sämtliche PostaugesteUte des diW.-ÄmtcS im Gvnm asium, Tunn- Ecke WilSuacker Straße.— Für die weibliche» Angestellte». Heute abend 7st, Uhr Aula de» Sophien-Rcalgymnastums, Steinstr. 29: Versammlung. Gäste' willkommen.— Der e d n c r- k u r s u s findet wieder regelmäßig jede» Sonntag vormittag 9 Uhr statt. 18. Abt. Freitag abend lli„ Uhr: Sitzung der Lezirlssührer und BctriebsverlrauenSlcute bei Tiedke, Lirauer Sü. 5. Ebarlottcnbnrg. Die Parteigenossen, welche dem neu gegründeten Gesangverein der S. P. D. noch bell: eleu wollen, werden gebeten, ihre Adresse an K. Schulz, Kirchstr. 3ö/."4, gelangen zu lassen. Lichtenberg. Heute nachmiltag 5 Uhr treffen sich die Gcnosstmicn lmd Geuolscn zu w:chtiqer Parteiarbeit in solgenden Lvkaieu: 2. Viertel: Stöber, Jungslr, 29; Schulz, gmowstr. 10: Tcgtmeyer, Kronprinzenstr. 13; Brunn, Oderstr. 1. 3. Viertel: Fröhlich. Sonn.Iagstr. 28; Schulz, Lenbachitr. 22; Ncander, Boichageii- Ecke Holteistraßc. 1. Viertel: Die Ge- nosfcu beteiligen sich im 3. Viertel. Niederschönbauien. Morgen abend 7''. Uhr iin.AilbelmShoi", Kaiser-Wilhelm-Straße Ecke Eicherislraße: Mitgliederversammlung. Mit, gliedsbuch lcgilmiier!!_ vortrage, vereine und Versammlungen. Zentralstelle für Einigung der Sozialdemokratie(Abt. Nord- O st). Mitgliederversammlung bei Beier, Bützowstr. 23, Ecke Woldenbcrger Straße. Abend» 7>/. Uhr.— Moabit. Heute abend 7st. Uhr Mitglieder- veriammlung bei Butenhof, WilSuacker Str. 36. VorstandSwahl, Bericht über die Hauplversammluiig uuo die EinigungSvcrbandlungen. Einen Lbstabend verbunden mit einer O b st a u S st e I l u u g ver- anstaltcl die Deutsche Gartenbau-Gescllschajt am Freitag, abend» 6 Uhr, i» der Landwirlichastliche» Hochschule, Jiivalidenstr. 42. Zur Beschickung find Liebhader, Züchter und Händler elngeladeu. Zugelassen sind alle Arten von Herbst- und Wiiltcrobst nach eigener Auswahl, Verpackung und Aus- bau. Willkommen sind aber auch konserviertes Obst in Gläsern oder als Dörrobit, Gelees und Marnieladensrüchte aller Art. Im Anschluß hieran sollen Erörterungen über das wichtige Gebiet der Schädlingsbekämpfung stattsinden.— Das Konzert im Fcitiaal des Rathauses am Sonnabend, den 6. Dezember, au» Anlaß des EmpsangSabcnds des Vereins »Berliner Preise" steht nunmehr in seinem künstlerischen Inhalt sest. Es wirken mit: Das Klingler-Ouartctt lPros. Karl Klinglcr,'liichard Heber, Fridolin Klinglcr, Max Baidner), Lola Ar»! de Padilla, Heinrich und Katharina K»l o t h c. EintritlSlarten ä 30 Pf. bei Bote& Bock, A. Werthcün und in der Geschästsstellc dcZ Vereins. Maaßenstraze 15, I <10—4 Uhr).— Für alle Heimkehrer lvrost- Berlins veranilaltet die Reichsoer einigung ehemaliger Kriegsgefangener unter Mitwirkung des belannieu Blüthu er- Orchesters und namhafter Berliner Solisten am Sonnabend, den 29. Nov., abds. 7>/.. Uhr. ein lünst- lrrisch erstklassiges Begrüßmigskonzert in der Schultheiß- Brauerei(srüber Unions- Brauerei), Hascnhetde Ll/36. Eüitrittslarlen im Vorverkauf zum Preise vou 2,— M. find bei der NeichSvcremigung, Lindenstr. 35 und bei der OrlSgruppe Berlm, Schloßplatz 1, zu haben: jür Neuivlln in der Restauration Schimmelpsennig, Hermannstraße und in der Restauration Lichtenstein, Bergstraße: für Sch'oiieberg bei Pscrdelämper, Känigsweg 13: für WilmerS- dors bei Kassierer Rogge, Holstemische Straße 34; für Eharlottenburg bei Walsers, Grolmanuslr. 41, bei allen Ortsgruppen-Vorständen Groß-BerlinS, sowie qu der Adelidtasse. Berai.tw. für den redaktion. Teil: Artur Zickler, Charlottenburg! fllr Anzeigen: Tl».©lockt, Berlin. Bering: Vorwürts-Berlag(8. m. b. H., Berlin. Druck: Bor- wärts-Buchdruckrrcl u. Verlagoanstalt Paul Singer u. Co. Berlin, Lindeuftr. 3. Hierzu 2 Beilagen. 5». WMVWOTMWWtf Wir bltt«. Li- in Ahrem eigenen Anterelle . von Ihrem BacKhändler zu verUn�ca 1 Abenteuer der vielgeliebten Fslime Roman von Ewald Gerbard Sc el ig er Gab. M 9.—. c«b. 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Zur Beschaffung der Futtermittel empfiehlt sich Ablieferung der städtischen Haushaltungsabfälle unter Gegenleistung durch Rückgabe von Schweinefleisch. Besonders ver- wickelt liegt die Arbeiterfrage. Die Linke hat früher mehr- fach betont, dag der Zuckerrübenbau für deutsche Arbeiter zu müh- sam sei.(Hört! hört!) Wundern Sie(zur Linken) sich nicht, wenn Sie keinen Zucker bekommen!(Große Unruhe links.) Wir verlangen ausländische Arbeiter. Die Landarberter müssen fortan alle Partei st reitigkeiten beiseiteschieben(große Unruhe bei d«n Soz.), damit das deutsche Volk nicht«in Opfer parteiagitatorischer Verranntheit wird. Furt mit der Zwangswirtschaft! Ein 9. November der deutschen Landwirtschaft muß unter allen Umständen vermicdcn werden.(Große Unruhe links. Lebhafter Beifall rechts.) Herold(Z.): Die erste Forderung, die erhoben werden muß, fst die Heraussetzung der Arbeitszeit. Die notwen- digen Arbeiten müssen ausgesührt werden. Die Preise für die Pro- dukte müssen so bemegen werden, daß die Produktionskosten gedeckt weichen. Wir müssen einen seßhaften Arbeiterstand auf dem Laude heranziehen. Die öffentliche Bewirtschaftung für Brot- getreide wird zunächst noch aufrechterhalten werden müssen, ebenso für Milch und Butter, da sonst die Preise für die Er- nährung ins Ungcmeffcne steigen würden. Beim Hafer könnte man eine völlige Freigabe in Erwägung ziehen. Die freie Be- wirtschaftung der Kartoffeln scheint noch Nicht angängig zu sein. Man muß aber jetzt schon Mindestpreise für die Kartoffeln der nächsten Ernte festsetzen, um die Produktion zu steigern. Am ehesten erscheint die trei» Wirtschaft beim Vieh angebracht. Mit dem Paunicnsystem sind wir nicht einverswndeir, da es nur Per- ärgerung bringt. Die Hauptsache ist, d e inländische Produktion zu steigern. Reichswirtschaftsminister Schmidt: Die ungünstige Witterung hat sehr schädlich gewirkt, so daß d'e Ernte in diesem Jahre erst außerordentlich spät eingesetzt hat. Trotzdem waren wir an- fänglich in der Lage, Kartoffeln in der vorgesehenen Menge zu ver- teilen. Erst als die W a g e n g e st e II u n g stockte, mußte die Zu- teilirng beschränkt werden. Wir haben für die Lieferung eine SchnclligkeitSprämie ausgesetzt. Es hat aber sogleich eine Agi- tation begonnen, und die Landwirte wurden aufgefordert, die Kartoffeln nicht abzuliefern, (Unruhe recht?) bevor die Zwangswirtschaft ausgehoben würde. DaS wäre aber für die Versorgung von großem Nachteil gewesen. In Ostpreußen. zum Teil auch in Westpreußen find viel Kartoffel» erfroren. Günstiger sieht es iu Pommern aus. Was die BerkchrSsperre anbetrifft, so habe ich diese Maßnahme schon vor Monaten für ge- boten gehalten. Jeder Mangel a» Kohlen und Lebensmitteln übt eine tiefgehende Wirkung auf unser Wirtschaftsleben aus. Es ist unbedingt nötig, unseren Güterverkehr mehr auszugestalten, weil wir sonst einen geordneten Wirtschaftsbetrieb und eine geordnete Lcbensmittelversorgnug nicht aufrecht erhalten können. Welmen Erfolg hat nun die Verkebrssperre. die bei der denkbar ungünstigsten Witterung einsetzte, gehabt? Der Erfolg war, daß im Ruhrgebict von den angeforderten 80 006 Wagen über 70000 g e st.e l l t werden konnten. Das Ergebnis der Verkehrssperre ist aber noch nicht befriedigend, denn die Bestände an Kohlen sind in einzelnen Bezirken noch immer viel zu hoch, als daß ich sagen könnte, der Abtransport sei überall in anSreichendenr Maße erfolgt. Wir müssen mit unserem Transportwesen auf eine höhere Lristungs- sähigkeit kommen, sonst erleiden wir einen Zusammenbruch unserer ganzen Wirtschaft. Die Zuckerrüben haben unter dem Frost nicht so sehr gelitten wie die Kartoffeln: Es wird jedenfalls gelingen, noch einen großen Teil der Zuckerrüben zu retten. Die Ernte ist aber jetzt außer- ordentlich erschwert und wir müssen darauf bedacht sein, einen besonderen Anreiz zu geben, daß die Zuckerrüben auch zu Zucker verarbeitet werden können. Wir müssen auch alles daran setzen, die Produktion zu erhöhen, und es läßt sich daher nicht vermeiden, daß der Zucker preis erhöht wird. Für die fehlenden Kartoffeln werden wir Ersatzmittel geben müssen, und zwar ist in Aussicht genommen, Kartoffelwalzmehl zur Ver- teilung gelangen zu lassen. Außerdem werden wir den notleidenden Gemeinden noch Mehl zur Verfügung stellen. Bei dem gegen- wärtigen Valutastande ist der Einkauf von Brotgetreide im Auslande fast unmöglich. Wir müssen aus der heimischen Ernte für absehbare Zeit unseren Bedarf decken. Diein« Herren(nach rechts). Sie versündigen sich schwer am Volke, wenn Sie das Brotgetreide verfüttern. In loeiten Kreisen der Landwirtschaft wird leider der Ernst der Situation noch nicht genügend beachtet.. Ich werde mit außerordentlicher SckKrse gegen alle die vorgehen, die die gesetzlichen Bestimmungen übertreten und Brotgetreide verfüttern. Der Abg. Dr. Semmler hat seine Rede auf der Forderung der Freigabe der gesam- ten Zwangswirtschaft aufgebaut. Die Erfahrungen mit dem Hafer machen mich sehr mißtrauisch. Es ist bedenklich, die Freigabe des Hafers für die nächste Zeit auf- rcchtzuer halten, weil mir mitgeteilt loorden ist, daß die Ge- fahr bestellt, daß der Landtvirt Hafer im Uebermaß anbaut, mit der Aussicht, daß für den Hafer im nächsten Jahr der enorm hohe Preis weiter bestehen bleibt. Die Landwirte haben kein Recht da- zu. mit diesen hohen Preisen weiter zu rechnen. Wir wollen ver- suchen, möglichst viel Getreide aus unserm Lande herauszuholen, um uns von größeren Einkäufen vom Auslande zu befreien; wenn der Bund der Landwirte und der Landbund sich den Aufgaben der Allgemeinheit in erforderlichem Maße unter- ziehen würde, dann sähe es erheblich besser in unserm Vatcrlande ans. lSchr richtig? links.) Der 9. November wird doch in irgend- einer Form wiederkehren, wenn wir in noch größere Ernährung»- schwierigkeijen kommen. Unseoe Ernte an Brotgetreide, Haser und Gerste pro Hektar ist durchaus in normaler Entwicklung, sie schivankt nur mtsprechend den Witterungsverhältnissen. Dem Rückgang der Anbaufläche in Getreide und Zuckerrüben steht eine Zunahm« der Anbaufläche der durch den Preis begünsugten Produkte, besonders der Oelfrüchte, gegenüber. Die Aenderung der Slnbauf lache der Kartoffel in der Kriegszeit ist nicht so erheblich, dagegenist der Ertrag der Kartoffelernte zurückgegangen. Der jetzig« Erzeugerpreis für Kartoffeln von 20 M.(das ist der Klein-verkmfspreio im Handel. D. R.) ist doch recht ansehnlich. In der Vichwirtschaft haben wir jetzt den Ansang zu einem Wiederrnifftieg, die Tendenz einer Auftoärisbewegrnrg, die, wie ich annehme, auch anhalten wird. Aehnlich ist es in der Schafzucht, und in der Schweinehaltuirg haben wir eine ganz erhebliche Zu- nähme.— Uebermäßige, ungesunde Preise wirken zerstörend auf den Beirieb, insonderheit aus die Landwirtschaft. In den über- mäßigen Preisen liegt ein Anreiz zum Ausverkauf der Landwirt- fchaft. Tie Düngcllüttclfrage ist eine Breniistoffragc. Thomas m e h l könnten wir vom Auslände einführen, aber nur zu ungeheuren Preisen?-dagegen muß nian große Bedenken hegen. Ebenso ist die Kalifrage eine Kohlenfragc. In der Lösung der Landarbciterfrage werden wir natürlich große schwierig- feiten haben. Anständige Arbeiterwohnnngen, bessere Löhne usw. müssen da helfen. Frühere Unterlassungssünden rächen sich eben jetzt. Vor allem läßt sich eine solche große Umgruppierung der Arbeiter von der Stadt aufs Land nicht mit einem Male durch- sübreil. Wir müssen nach Möglichkeit den Kleinbauernstand begünstigen. Hoffentlich wind auch das Siedlungs- gesetz eine Besserung in der Landarbeitersrage herbeiführen. Der Landwirt muß sich den Forderungen der neuen Zeit anpassen und ein besseres Verhältnis zu seinen Arbeitern herstellen. Von der Not der Städte kann sich der Landwirt überhaupt keine Vorstellung machen.(Unruhe rechts.) Wohin wir mit der freien Wirtschast kommen würden, zeigt die gegenwärtige Gänsewirtschaft. Gerste, Hafer und anderes Kraftfutter, das für die Gänsemast ver» wandt worden ist, geht tatsächlich dem Volte und namentlich den Kindern verloren, denn Gänse können sich nur reiche Leute leisten.(Lebhafte Zustimmung.-) Gerste kann ich nicht freigeben. Sie ist zu ErnähruugSpräparaten besonders für Kinder unentbehrlich.(Lebhafte Zustimmung.)_ Sie(zur Rechten) fordern Gerste und Kartoffeln für Schweine.(Sehr richtig! rechts.) Jawohl! Sehr richtig! Natürlich müßten wir mehr Schweine und mehr Fleifch haben. Aber was soll unser Volk mit Schweinebraten, wenn cä'tein Brot und leine Kartoffeln be» kommt?(Lebhafter Beifall.) Wir müssen uns durchhungern. Dafür gibt es keinen aitdeven Weg als ine Zwangsioirlschaft.(Leb» hafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) In einen» Volk, das sich?»icht selbst ernähren kann, ist die freie Wirtschaft einfltch unmöglich.(Lebhafter Beifall links, Widerspruch rechts.) Das Hans tritt in die Besprechung der förmlichen Anfrage« ein. Abg. Wachhorst de Wente(Dem.): Die Sperre des Perso» nenzugverkehrs hat leider nicht in gewünschtem Ausmaße gewirkt. Unseren hartgeprüsten Brüdern in Wien müssen wir zu Hilf« kommen.(Beifall.) Tic Landwirte, die rechtzeitig� ihre Kartoffeln auS der Erde gebracht haben, bekommen 2 M. weniger für den Zentner als diejenigen, welche erst die Frühdruschprämie einstecken und sich auch sonst wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen wissen.(Sehr richtig!) Die Preise, die die Regierung den Landwirten für Schlachtvieh bezahlt, sind zu gering. Ungezählte Mengen Vieh werden in Ausnutzung unserer schlechten Valuta ins Ausland ver» kauft, vor allem Holland.(Höri! Hört!) Der Gedanke, daß nur die Aufhebung der Zwangswirtschaft uns helfen kann, gewinnt in der deutschen Bevölkerung immer mehr an Boden. Abg. Frau Lodahl(Soz.): An dem Erfrieren der taufende Zentner Kartoffeln sind die Großgrundbesitzer schuld, weil sie nicht für zweckmäßige Verladung gesorgt haben.(Großer Lärm rechts!) Die Gutsbesitzer kömien sich nicht über Arbeitsunlust der Land» arbeiter beschwere»».(Lärmender Widerspruch rechts!) Wenn Sie (zur Rechten) die Arbeiter besser behandeln n-ürden, dam» würden Sie auck» auf größere Arbeitsivilligkeii rechiren könne»».(Andau- ernder Lärm rechts.) Tie extensive Wirtschaft uiuh vermieden »»»erden und läßt sich vermeide»»,»vcnn Produzenten und Konsumen» ten»uirklick» Hand in Hand arbeiten. Dann muß cd möglich se»n, die ii»tcnsieve Wirtschaft durchzuführen. Ausgaben nir die Einfuhr ton Nahrungsmitteln könne»» wrr uns nicht leisten. Wir n»us- sen zu erreichen suchen, uns auf eigenen» Land zu ernähren. Dazu könnte»n>s auch unsere Industrie helfen. Allein es fehlen uns Rohstoffe. Koblen und außerdcn» leiden wir au einer Berkehrskrn«. Wenn die Arbeiter die hohen Preise nicht zahlen können, die von den Landwirt«»» verlangt Vierden, darf man sich»»»cht wunde»m, »veun Streiks entstehen. Die bisherigen Erfahrungen n»»t der Auf» Hebung der Zwangswirtschaft stehen schlecht. Die Regierung muß die schärfsten Maßnahmen ergreifen, damit mehr Milch in rie Städte kommt. Wo sollen die Industriearbeiter herkommen, wem» wir in den Städten teinen Nachwuchs mehr haben. Wen« d« Städte besser beliefert werden, steigt die Arbeitskraft, das hat im»»» in den letzten Monaten gemerkt, als amerilamich« Lebensrmttel unter die Arbeiterschaft verteilt wurde»».(Zur Rechten:) Verurteilen Sie die Industriearbeiter nicht, sondern denken Sre a» Ihre eigenen Sünden, Sie haben ihrer genug.(Zuruf der Rechte»»: Nicht so viel wie Sie!) Die Lmidarbeiterschaft muß anständig behandelt und entsprecheiid entlohnt werden.(Von der Rechten: Un» erhört!) Ich stelle fest, daß Sie(zur Rechten) es als unerhört be- zeichnen, wenn man verlangt. Landarbeiter gut zu behandeln. (Lebhafter allhaltender Beifall link?.) Abg. Tusche(D. Bv.): Ick mächte nicht»»» den>ron der Vor. rednerin verfallen. Dazu zeigte sie kehre Spur von cruster Sach» l.'nntnis. Es»vurde nur gehetzt. Wir»tollen alles tun. um die Not der städtischen Bevölkerung zu lindern. �, Das' Haus vertaat sich auf Donnerstag 1 Uhr: Dritte Lesung der Reichiabgabenordnuiig, Gemeinsamer Antrag aller Parteren über die Hungersnot in Deut scho st erreich. Weiter- beratunn der Interpellationen über die Ernährungsfrage, Antrag Arnstadt(Dnat.) auf Schaffung von Ausschüssen für Bevolkerungs» politik und WohnungSpolitik. Schluß nach 6 Uhr.___ Montrose. 81] Detektivroman von Sven Elve st ad. -Ja, Ihnen, warum aber kommt er nicht selbst?" „Das wsiß ich nicht," antwortete Dr. Wide,„ich habe einen Brief von ihm bekommen." Während der Jurist emeu Brief aus seinem Taschenbuch nahm, konnte Krag kaum seine Neugierde beherrschen, troll» dem unterließ er es nicht, alter Gewohnheit getreu, einen Blick auf das Kuvert zu werfen, bevor er den Brief entfaltete. Es war ein ehiftiches graublaues Geschäftskuvert, aber es uxir sehr zerknittert und schmutzig, als ob es durch viele und nicht sehr reine Hände gegangen sei. Das Kuvert hatte keine Freiinarke, der Portostempel auf der Rückseite aber zeigte, daß der Brief von Dr. Wide mit Strafporto ausgelöst war, was der Jurist auf Krags Frage bestätigte. Krag zog den Brief aus dem Kuvert und entfaltete ihn. Es war ein gewöhnlicher viereckiger liniierter Bogen. Auch er war zerknittert. Krag las halblaut: „Lieber Freund l Teile der Polizei mit, daß ich lebe und mich von meiner Arbeit zurückgezogen habe, um mich eine Zeitlang ii» Ruhe besonderen Studien widmen zu kötmeu. Dein ergebener Freund Montrose." Nachdem Krag diese wenigen Worte genau gelesen hatte, steckte er den Brief wieder ins Kuvert und fragte: „Darf ich den Brief behalten?" „Ja," antwortete Dr. Wide,„ich glaube kaum, daß Moni» rose etwas dagegen einzuwenden hätte." „Ist der Brief sicher von dem Wbs selbst geschrieben?" sagte der Detektiv. „Darüber kann ganz»ind gar kein Zweifel herrschen." antwortete Dr. Wide.„AbbE Moniroses Handschrift ist so charakteristisch, daß man sie unmöglich mit einer anderen ver- wechseln kann. Was halten Sie im übrigen von dein Brief?" „Er ist so überraschend gekommen," sagte Krag,„daß ich noch nicht Zeit gefunden habe, mir eine Meinung darüber zu bilden. Eines aber ist gewiß, daß dieser Brief die Sache nicht vereinsacht, sondern sie im Gegenteil noch viel geheimnisvoller macht. Ter Brief gibt Ausschluß darüber, daß Abbe Montrose gestern noch am Loben war, er gibt aber keinen Aufschluß darüber, ob er heute noch lebt." „Sollte es möglich sein," murmelte Dr. Wide unruhig. „Warum aber meinen Sie—" „Weil der Brief betoeist," antwortete Krag,„daß Abb6 Montrose nicht mehr Herr über seilte Handlungen ist. Ich glaube kanin, daß ich fehlgehe, wenn ich zu behaupten wage, daß er in der Gewalt anderer Menschen ist." Während der Detektiv sprach, hatte er das Kuvert auf- merksam studiert. „Dieses Kuvert erzählt viel," sagte er.„Wollen Sie hören, was es erzählt—" XXI. Die fünf Teufel. Asbjöm Krag schob seinen Stuhl ai» den Schreibtisch und legte Kuvert und Brief vor sich hin. Auch Dr. jur. Thomas Wide rückte interessiert näher. „Beachtei» Sie. daß sowohl Brief wie Kuvert sehr zcr- knittert sind und das Kuvert gleichzeitig sehr schmutzig ist. Ich nehme an, Herr Doktor, daß die Papiere bereits so aus- sahen, als sie in Ihren Besitz kamen?" „Das können Sie ruhig annehmen," antwortete der zierliche Recht sgelehrte lachend.„Ich wi»rde sehr erstaunt, als ich dielen schmutzigen Brief bekam und Abb6 Montroses Handschrift erkannte. Man könnte glauben, daß der Brief aus einem Kohlengeschäft abgeschickt sei." „Oder von einem Kohlenhändler besorgt worden ist," fügte Krag hinzu,„denn die Post pflegt Briefe derartig nicht zuzurichten. Indessen lege ich Gewicht daraus, daß der Bogen selbst nicht schmutzig ist, dagegen ist er ebenso zerknittert wie das Kuvert. Mit anderen Worten, der Brief ist übel zuge- richtet worden, seit er in die Hände desjenigen gekommen ist, der ihn besorgen sollte. Der Brief ist ans der Annahmestation C 4 gestempelt, was bedeutet, daß er in einen Postkasten im Zentrum der Stadt geworfen und aus dem Postamt gestern nachmittag um 4 Uhr abgestempelt worden ist. Ferner ist er B 37 abgestempelt." „Sehr richtig," sagte Dr. Wide.�„Mein Kontor liegt im Postbezirk B und der Brief lag zwischen meiner Post, als ich heute morgen ins Kontor kam." „Ein anderer bemerkenswerter Umstand ist der," fuhr Krag fort,„daß der Brief unfrankiert ist. Bringen wir dieses mit dem schmutzigen Kuvert usw. in Verbindung, dann kom- men wir zu dem einfachen Resultat, daß der Brief von einem diebischen Straße njinrgen in den Postkasten geworfen ist, der das Portogeld behalte»» und den Brief unfrankiert abgeschickt hat. Eines können wir jedenfalls als sicher annehmen, daß nämlich Abb 6 Montrose selbst einen Brief nicht in solchem Zustand abgeschickt hat." „Undenkbar, ganz imdeukbar," antwortete Dr. Wide und schüttelte seinen hübschen Kopf. „Andererseits will es mir auch undenkbar erscheinen, daß Mb 6 Montrose einen so tvichtigen Brief den Händen eines kleineil schinntzigen Jungen anvertrauen würde, der ihn auf solche Weise behandKu konnte. Ueberhaupt muß die außerordentliche Wichtigkeit des Briefes das entscheidende Moment bei unseren Schlußfolgerungen bleiben. Ich möchte die para- doxe Behauptung aufstellen, daß der Brief so wichtig ist, daß er"nicht hätte abgeschickt werden dürfen." Dr. Wide lachte, „Was meinen Sie damit," fragte er. „Ich meine, daß,»venu Abb6 Montrose an» Leben ist, eS für ihn von größter Bedeutung sein müßte, seine Freunde und die Polizei hiervon iu Kenntnis zu setzen. Das aber würde am sichersten dadurch geschehen, daß Montrose selbst käme und sagte: Meine Herren, ich bin nicht tot, ich bin springlebendig. Nach dem Brief zu urteilen, scheint er sich über das außerordentliche Aufsehen, das sein Verschwinden geweckt hat, völlig im klaren zu sein. Mag er seine ungestörte Arbeitsruhe auch noch so sehr lieben, so muß er doch begreisen, daß er seiner selbst wegen den Skandal, der seinen Namen be» droht, niederschlagen piiißte. Das aber tut er nicht mit so einem Brief, der nicht einmal Ausschluß darüber gibt, wo er sich befindet. Sieht es Abb6 Montrose ähnlich, ans diese Weise aufzutreten? Sie kennen ihn ja, sieht es»hin ähnlich?" „Ganz und gar nicht," antwortete Dr. Wide,„im Gegen» teil, ich kenne niemanden, der seinen Ruf so hütet, wie mein Freund Abbe Montrose, niemand,- der sich mehr fürchtet, Sensation und Aufsehen zu erregen. In einem Fall wie diesem, würde er sicher selbst zur Polizei geeilt sein." „Und da er es nicht tut," sagte Krag,„können wir als sicher annehmen, daß nieine erste Annahme richtig ist, nämlich, daß er nicht kommen k a n»», weil er nicht Herr über seine Handlungen ist— daß er sich mit anderen Worten in der Ge» walt gemeiner Schurken befindet, die ihn in irgendeiner W» ficht mit Drohungen dazu getrieben haben, diesen Brief zu schreiben. Nehmen wir ferner an, daß Abbä Montrose irgend» wo in der Lorstadt, oder noch wahrscheinlicher, ein gutes Stück außerhalb der Stadt gesangen gehalten wird, so haben wir damit auch die Erklärung iür das beschmutzte Aussehen des Brieses. Denn in diesem Fall hat einer der Banditen ihn bei sich getragen und in der Stadt in einen Postkasten ge» worfen."(Forts, folgt.) Srkefkasten der Reöaktlon. P. K. 188«. Der Kreis Karthaus kommt ohne Abstimmung zum Polnischen Staate— M. C. 5. Ueber den Aufenthalt der Kinder hat der unschuldige Teil, in diesem Falle also der Mann, zu bestimmen. Eine anderweite Regelung kann das VormundlchastSgericht treffen. Der Vater der Kinder ist in erster Linie unterhaltspflichtig,— L. Z.!i!S8. Sie sind z« desonderen Beiträge« nicht verpflichtet, haben nur die in der Kasse allgemein seftgesetzten Beiträge zu entrichten,— Rgr. IVO. J. Abwarten, 2. Wenn Sie sich mit dem Vermieter einigen, Anzeige an das Miels- einigungSamt, L, Za. t. Ja. S, Keine.— A. V. 100. 1. Leider nicht. 2. SchlichtungsauSschuß Groß-verlin, Schlegelslraße.— M. H. SÜSS. Ja.— P. C. 100. Falls Sie am 1. Dezember 1013 bereits Beschästi- gung hatten, sind Sie zur Nachzahlung sür die ganze Zeit verpflichtet.— — E. P. 1857. 1. Borläufig nicht. 3. Nein. 3. Warten Sie ad, bis Ihre Gallin eine Veranlagung erhält 4. Ja, und zwar Einspruch inner« halb 28 Tagen von der Zuteilung ab gerechnet beim GeschästSsührendcn Ausschuß der Berliner Stadtshnode, Neue Friedrichftr. 69, unter Hinweis aus den Erlaß der Preußischen Regierung vom 13. Dezember 1918.— K. 38. Ja, falls Ihre Frau nicht ebenfalls Entkommen hat. Antrag an die OrtSkrankenkaffe der Stadt Berlin. I. H. 75. 1. Ja. 2. Nein. Sie muffen klar sehen, um Ihren Berus wirklich gut ausfüllen zu können, um Ihre Erholung voll zu genießen und um eine richlige klare Vorstellung von der Welt zu erhalten! Dazu müssen Sie gut« Augen haben— oder gut passende Gläser tragen! 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Frankfurter Alle» 14 NInnaltdenstraff« 117 » ooi SteUmer Bahnhof. Brllntlcnburglkäxr inai�fneniktzer-Oereln iB. d. D. B.) Sitz Berlin. Am 24. d. M. oerschied an den Folgen einer Ope- rarion unser llede» Mit- glicd, der Linolypesetzer Kart Ehlers aus Schleowlg Im 40. Lebensjahre. Wir werden few An- deuten in Ehren halte». Die Beerdigung findet am Freitag, den 23. d. Bi., nachm. Uhr, von der Leichenhalle des Marien- dorfcr Frledhofs aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ' � 0er Vorstand. Sozialdemaürat. Verein Berlin(S. P. D.). 12. Abteilung. Am 22. November verstarb nach llviacrer schwerer Kranlheit unsere Ecnosstn. Frau Sastwirt Johanna Weißer, geb. Frltfch. Die Beerdigung findet! heute nachmittag 2 Uhr S oon der Leichenhalle des I > Einmaus-Kirchhof aus statt.! i Rege Beteiligung wird j erwartet. Der Abteilungsleiter. Ipssislsrist Dr. med. Kocben. 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Berichterstatter: Kollege D i t t m e r. Eintritt nur gegen Vorzeigung der Legiltmationo karte und de« Mitgllebokmchm. W/2 vi» Orf»verwalh,ng. „Aufbau und Werden" esellschnft für praktische Bolksansklärnng. Freitag, den 28. November: II. praktischer Teil des Bortragszntlus de« Herrn Wilhelm NSllenburz, ehem. Lektor .VUanz-Aufbun und StritiC'. in der Aula de» \7.— Beginn des I. Vortrage, abend» 5 Uhr. de, l Vortrage») um (Sheffield University), übet:„73 Sophien-Lyzeum», W-lnmeift-rftr. Ende VI, Uhr. Beginn de« Ii. 2 Sespcechung und Zergliederung der OUnnjen einer Bcauetdi und chemischen Fabrik 16/17.— Beginn de» I. Vortrage, abend» 6 Uhr. Bortrage»(Wioderhoi'" s Uhr. Ende gegen 10 Uhr. UND an Hand praktischer Beispiel« und Darstellungen, unter besonderer Berllckstchtigung der durch da» Betriedorüteaesetz an die Arboiterschast gestellten Anforderungen. Um pünktliche» Erscheinen wirb bringend gebeten. Siskusflon und Frdgebeantmortung.,..!------- Sin tritt frei- WS Bekanntmachung. mmt Mb«. Da die auf Freitag, den 21. November, angesetzt, Mit- giiederversammlung insolge un- vorhergesehener Verhinderung de» Vorsitzenden nicht statt- finden konnte, werden die Mit. alieder der Städtischen Sterbe- lasse hiermit ,u der am Freitag, den 5. Dezdr. ILIO, abendv 6 Uhr im Rathau», gimmer 109, 2 Treppen(Eingang Iüden- stratze), siatistndenden ordentlichen Mifgliedernersamwlnng eingeladen. 222/12 Tag esordnun?: 1. Bericht' de» Vorstand«» über die Vermögenslage der Kaste. 2. Entlastung de» Vorstan- des. 3. Sleuwabl von» Belsttzern In den Borstand der Städt. Sterbekasie. i. Neufestsetzung der Vergütung de» Rendantcn. Berlin, don22Novbr. 1919. Der Vorstand der Städtischen Dterbekasse. AiüerlL__ >M8ben günst. Einkauf Speine-, Herren» n. Wchlaf- Zininier, Küchen DOHN.Weinnieisterstr.S unweit Pfandkammer. Elekttomotore Gleicbstrora:: Drehstrom kauft f* IngeniearjiürEau ScWicMiig Berlin WO, Unkslr. 10. 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Mittwoch 4: Schneewittchen. Rose-fheater. � TU, Utr: Das Gesetz. Walhaila-Tbsater. VI, Uhr: Am goldeaea Born. Blauer Ssarafan Russische Kleinkunstbühne Blilewstr. 6. rDüsLRevuhefioskaiii. Berlin Russ. Ballett und Balalaika. Vorverkauf Theaterkasse 10—1, ab 5 abds. u. an. der Theaterk. Werthelm, Leipz.S. Casino- Theater Lothriogeratr.82. TägI.V«8U.: Schniepels Lene Berliner Volksstück i. 3Aufz. Vorher erstkL Sperialltäten. Viktor Ltlzek i. d. Op. Sketch �Brwlscht." Stg.31/,: Ein sauberes Kleeblatt Volksbühne JÄil T'/.uhr: Predigt in UtauED. Lesslng-Tbeater Direktion: Victor Barnowskv. 7; FrIJuIle. Der grüne Kakadu (Durieux, Servaes. Fischer, Klöpler, Veidt). Freitag 7; Peer Cynt. (Qrünlng, Lossen, Servaes, Loos.) Sonnabend 7: Fräulein Julie. Der grüne Kakadu. Sonntag V/,: Robert Frank. (Lossen, Abel. Loos, Fischer.) Deutsebes Künstier-Theater Allabendlich 71/,: Cvprlenne. (Leop.Konstantin, Kurt OOtz.) APOLLO THEATER Friedrichstraße 218 1 Dir.: James Klein I T1 Sonnt. Z>/,u. 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Fortsetzung von L I L L I Zum 1. Male: Lillis Ehe. Nach dem Roman von H Jolanth. Marba. Aoßerd.t'raullührung: Veras Eifersucht Lustspiel m 2 Akten. «N 8» K ü astler h a uV. 8 Uhr Onab. 29, Sonot. 80. Nov. w r TU« i Waldorf oteBock,Werth.KOsth.l l-o Vertrauensvolle Auskunft in vorkommenden Fällen Hebamme Witwe fliehe Berlin, Marti«- Luther-Stf. 8, Ecke dohenstaufenstr, IbW Großes Schochichons Direktion: Max Reinhardt. Für alle Vorstellungen gelangen Plätze aller Art an der Theater- lasse(von 10-2), bei A. Wertheim u. im Invalidendank zum Verkauf strnIß.n/,IO Uhr: SchelnwerferbeleuclitunK. Vorverkauf Theaterkasse Wadiszewski, Königstr. 20/21, Zentr. 5432, 10-7 u. an d Kasse des Lehrervereinshauses ab 4 Uhr.„VorwätW-Abonnenten erh. Prel«ermäBlgung Uebersinnliches Wahres und Unwahres Uber die Rätset des Seelenlebens. Erlebtes und Erfahrenes zu einem allgcmcin-verständ- tichen Vortrage gefügt von dem bekannten Forecher ROLANDO Spiritismus(Eine spiritistische Sitzung auf der Bühne) Vom Träumen/ Der Traum vom Sierben/ Wahrtriumc Seelenwandcrung/ Doppelgängertum/ Hellsehen/ Oedankenübertragung/ Prophezeiungen/ Mud. Hellseher (Mit hier noch nicht gezeigten Experimenten.) Rolando hat In Deutsch'and viele Hundert dieser Vorträge gehalten, die selbst in kleinsten Städten wie Prenzlau.Stargardetc. nachweislich 6 mal und noch öfter vor ausverkauften Häusern wiederholt werden mußten. I, Dez.?>/, LTtr, Kammersäfc, Belle-Alltancesfr. 5. 2.„ 7';, ,, Klletn. Peetsäle, Hasenhelde II. 4.„ 7Vi ,, Kllem. Pestsäle, Hasenheide IL Karten zu 6, 5, 4, 3, 2 M bei Bote& Bock, A.Werthe!m und Abendkasse. 409b* 'AM ZOO Nur bis November MADAME DU BARRY loa Ab Mon}ag,den 1. 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Richter, Ber- lin-Moabit, Waldstraße 83. Lungeuleideu, Slul- 1 ormul, Rervenschwöchs geheilt.— 2. Herr Ge- j org Heinrich. Vaomschulenweg, Baumschule»- straße 23, II. Lungenieiden geheilt.— 3. Freu E. Blüdorn,«rSpenick, Auquste-Biktoriasirahe 24. Herz-, Leber- u. Nierenleiden wiederhol» ge- l bessert.— 4. Herr ti. Enste, Restaur., Ehar.! lolteuburg, Huttenstr. 12. Chronischer Mittel- ohrkatarrh geheilt.— 5. Frau tSrüuberg, wei- j | heufee, Lindenallee Z. Von schwerem Asthma j besrei».— S. Frau Hl, Zafte, Berlin, Nollendors- straße 40, I.»henmatlomns geheilt.— Z. Herr C. Ehrhardt, S-rorr. Beriin-Lichtenberg, Scharnweberstr. 62. Aon j Herzschwitche. Lebcronschwellung gehell«.— 25. Sohn Paul de« Weichensteller« Herrn Wilhelm Oessaer, Berlin-Westend. Beamtenhau». Von| schwerem Seinleiden geheilt. Bein sollte ab-| genommen werden. Das Olirisiusprclilem gelost! 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Das Nachrichtenamt dcS Berliner Magistrats schreibt: Demnächst wird eine vom Hauptausschuh der Erwerbslosen- sürsorge Groß-Berlin gebildete paritätische Kommission, welcher Vertreter der Handels- und der Handwerkskammer, öffentlichen Arbeitsnachweise, der Gewerkschaften, der Erwerbslosenfursorge- behördsn und der Erwerbslosen Gross-Berlins angehören, zuscrm- mentreten, um solche Erwerbslose, für die zurzeit in ihrem zu- letzt ausgeübten Berufe keine Arbeitsgelegenheit vorhanden ist, anderen, zurzeit an AoboitSmangel leidenden Bcrufszweigen nach Maßgabe ihrer persönlichen Eignung hievfür zuzuführen. Für sämtliche in Groß-Bcrlin im Wege der Erwerbslosenfürsorge un- terstützten Personen findet zu diesem Zweck zurzeit eine Bestands- ausnähme darüber statt, welchen Beruf sie erlernt und welchem Beruf sie bor Eintritt ihrer Erwerbslosigkeit angehört haben. Die Gründe des Berusswechsels werden gleichfalls geprüft. Geeig- netenfalls werden die Erwerbslosen den Spezialarbeitsnachweisen der Berufszweige zur Arbeitsvermittlung zugeführt, in denen Bedarf an Kräften vorliegt. Die limleitungskommisfion wird ständig tätig sein und ein reiches Arbeitsfeld haben. Arbeitgeber, die irgendwelche Arbeits- gelegenheiten zu vergeben haben, deren Anmeldung beim öffent- lichen oder Verbandsarbeitsnachweis aber bisher unterlassen haben, werden gebeten, nunmehr die Anmeldung nachzuholen. Bei angemessener Entlohnung, als die in der Regel die Tariflöhne an- zusehen sind, wird sich voraussichtlich jeder Bedarf an Arbeits- kräften schnell decken lassen. Tie Klagen über Nichtausnutzung in Groß-Berkin bestehender Arbeitsgelegenheit müssen einmal ver- stummen, wenn die Grotz-Berliner Arbeidgeber die berufenen Ar- beitSnachweife in den Stand setzen, den Arbeitslosen überhaupt Arbeit anzubieten. Für die Besetzung aller angemessen entlohnten Stellungen durch Vermittlung der Arbeitsnachweise wird die UmleitungSkom- Mission Sorge tragen. Es sei im Zusammenhang damit betont» daß die Erwerbslosenfürsorgebchörden bestimmungsgemäß nur arbeitswillige Personen unterstützen dürfen. Jedem Erwerbslosen. der die Uebernahme einer angemessen entlohnten, seiner körper- lichen und sonstigen Veranlagung entsprechenden Arbeit verwei- kiert, wird die Erwcrbslosenunterstützung entzogen. Personen, die freiwillig ohne triftige Gründe eine Arbeit aufgeben, erhalten ebenfalls kein« Erwerbswsenunterstützung. Wir erwarten, daß die Anwendung der letzten Bestimmung nicht rigoros, sondern äußerst tolerant ge Hand habt wird. Wenn man„erst- Hilfe" braucht! � Ein«� ZeitungsauSträgerin erlitt in einem Hauie der König- grötzec Stiaße auf der Treppe einen Sturz, weil die Stufen mit Messingschieiien bewehrt waren, und brach dabei ein Fußgelenk. Die von einem. Hausbewohner um Hilfe angerufene Rettungs- st e l I e am Tempelhofer Uter antwortete, es könn?3 biS4 Stunden dauern, bis der Krankenwagen einträfe. Infolgedessen mußte die Frau in einer Drosibke nach ihrcr in der Fürstenslraße gelegenen Wodiiung gebra-bt und bis in das vierte Stockwerk hinaufgetragen werden. Der heimkehrende Eher.iann glaub'«, weil Eile not tat, nicht erst nach einem Kassenarzt suchen zu sollen, sondern nahm den erstbesten Arü in Anspruch. Später ergab sich, daß die All« gemeine Ortskrankenkasie Berlin. zu der die Frau gebärt, anderer Meinung war und dre Herbeirufung des fremden Arztes bemängelte. Inzwischen hatte aber ein Kassenarzt, der am Tage na» dem Unfall gebolt wurde, die Uebersührung in ein Kranken- haus angeordnet. Der Ehemann ging zu der Rettungsstelle in der Adalbertstraße, durch deren SSennitiluiig beim B et t« n n a ch- weis, und erkundigte sich, wo noch ein Bett frei fei. Dein Heil- gebilfen wurde auf feine telcpboniiche Anfrage baldigster Bescheid Versprochen, aber noch nach einer Stunde wartete er darauf. Aus nochmalige Anfrage meldete sich zunächst niemand, aber nach einer weiteren Viertelstunde batte ein erneuter Anruf den Erfolg, daß der Bescheid kam, im Virchowkrankenbau» sei ein Bert frei. Also von der Fürstenstraße nach dem Virchowkranken» haus! Nun galt es wieder, einen. Krankenwagen zu be- schaffen. Die �uskunit lautete, mehrere Stunden könnten darüber vergehen. Ter Ehemann, der jetzt auf eigene Kosten einen Krankenwagen heranschoffen wollte, bat den Angestellten der Rettungsstelle, ihm einen privaten'Unternehmer zu nennen. Bedauernd antwortete der Angestellte, er dürfe kein privates Institut empfehlen. Erst auf dem Polizeibureau erfuhr der Etiemann die Adresse eine« Privatinstituis am benachbarten Eliiavetbuser. Der Unternehmer selber setzte sich nun mit dem UrbankrankenhauS in Verbindung und— erhielt foiort die Snt« wort, daß dort noch ein Bett frei fei. Die Verunglückte wurde dann imverzüalich dorthin gebracht. Diese Ersahrungen zeigen, daß weder der seit langem be- stebende Beltennachiveis dcS Magistrats, noch der am 1. Oktober dieses Jahres auf den Groß-Berliner verband für Rettungswesen übergegangene Krankeniransport sicher funktioniert. Da erscheint uns denn doch die Elliertigkeit des Verbots, auf Privatinstitute blnzuweisen, nicht ganz unbedenklich. Wäre es nicht besser ge« weien. hiermit zu warten, bis der eigene Betrieb so weit war, daß man sich aus ihn verlassen konnte? Den Schaden bat von der Unvoll�ommenheit des Betriebe» nicht der verband für Reltungswesen, sonderu der Kranke, der ihm in die Hände fällt. Das„WohlwoNe»r" des Regierungspräsidenten. In Nr. vgg berichteten wir, daß der die Lehre rgehalts« reg e l u n g betreffende Erlaß de« Minister» für Wis- feni tftaft. Kunst« und Volksbildung den Gemeinden de» KrerieS Teltow durch den Landrat in einer Fassung mitgeteilt worden ist. bei der wichtige Stellen fehlten. Weggelassen t"'?' 0'"weiS des Minister« auf die für die Gemeinden besiehend« Möglichkeit, den Lebrperionen bei vorhandener Not außer- ordenliiwe Unterstützungen zu geben, und die an die Regierung«- prästdenren gerichtete Mahnung, bei der Bestäiigung solcher Be- schlüsse der Schulverbände möglichst w o b l w o l l e n d zu ver- fahren. Jetzt hören wir. daß diese Weglossung nicht durch den Londiat des Kreise« Teltow bewirkt worden, sondern schon bei der Regierung zu Potsdam erfolgt ist. Es ist also die Regierung zu Potsdam, bei der von.Wohlwollen' für die Lehrerschaft eine Rede zu sein scheint._ Die Gehaltsreform der Lehrpersone«. Der Berliner Magistrat beschäftigte sich gestern mit der Re- form der Lehrergehälter. ES wurde folgende Gruppeneinteilung heschlafsen: Gruppe IIb(Lehrer an den Gemeinideschulen, Meister an der Tischlerschule, Meister und Meisterin an der höheren Textilfach- schule, wissenschaftliche und Fachlehrer an den Gemeindeschulenl 7000— 0700 M.. Gruppe IIa(Lehrer an den städtischen Anstalten, Torschul-, Turn-, Gesang- und Zeichenlehrer an höheren Lehran- stalten. Gewerbe- und Handelslehrer, Werklehrer, Lehrer an Ly- S«en und Realschulen, Mittelschullehrerinnen und ordentliche Lehrerinnen an Lyzeen u. a.) 7200— 10 200 M., Gruppe Ic(Technische Lehrer an den Handwerkerschulen, Gcwerbesaal, Tischlerschule. Mere Teztilfachschule, Fortbildungsschuldirigenten, Rekloren u. a.) LOOO— 11 900 M., Gruppe Ib(Oberlehrer an den höheren Schu- len, Oberlehrerinnen, Jnspizientin des weiblichen Handarbeits- Unterrichts) 9000— 13 200 M., Gruppe Ic(FortKikdungsschuldirek- toren, Oberturmvart, Direkwren der Taubstummen-, Blinden- und Tischlerschiil«, Rektoren und Rektorinnen an Mädchenmittel- schulen, Odevlehrer und Oberlehrerinnen 8 Jahre nach Anstellung) 10 000— 14 500 M. Den Stadtverordneten wich noch im Lwitfe dieser Woche eine entsprechende Vorlage zugehen. 0 Lehrfilme. Die Wunder des Films zu Lehrzwecken auszunutzen, sind die Vorkämpfer der Kinoveredelung seit langem bemüht. Was auf diesem Gebiet bisher geleistet worden ist, wurde gestern in einer von der Union-Film-Aktiengesellschast(Ufa) veranstalteten Sonder- Vorstellung für den Groß-Berliner AuSschuh zur Be- kämpfung der Schundliteratur gezeigt. Nein, der Film braucht wirklich nicht das Gift zu sein, zu dem gewinnsüchtige und gewissenlose Unternehmer ihn verfälscht haben. Manche der Lehr- filme, von denen man eine Auswahl vor uns abrosten ließ, waren so fesselnd, daß sie auch das BchürfniS nach Unterhaltung voll- kommen befriedigen konnten. Gezeigt wurden Naturwissenschaft- liche, landwirtschaftliche, technische, medizinische Filme, auch Auf. klärungsfilme über Geschlechtskrankheiten und ihre Folgen und ein Ausbildnugsfilm über die Säuglingspflege. Sensation erregten die sogenannten Zeitlupenaufnahmen, dt« schnellste Bewegungsvor- gänge durch verlangsamt« Wiedergabe in ihre Bestandteile zer- legten. Man konnte da Zirkus- und Rennpferde in den ver- schiedensten Gangarten aufs genaueste studieren. Man sah auch einen in seiner Verlangsamung geradezu komisch wirkenden Box- kämpf und konnte die überraschende Beobachtung machen, daß bei der in gewöhnlicher Wiedergabe so entsetzlich aussehenden Prügelei die meisten Hiebe— vorbeigingen. Die medizinischen Film« sind nicht nur für die Hörsäle der Universität, sondern.auch für ge- meinverständliche Vorträge überaus wertvoll. Sie klären in an- schaulicher Weise über Entstehung und Verlauf von Krankheiten auf und steigern mit dem Verständnis auch die Bereitwilligkeit zu vor- beugenden Maßnahmen._ Kleberfreude«. Postvaketmarken zu 1,22 M. gibt tt immer noch nicht. obwohl die Erhöhung der Postgebühren, bei der der Mindestbeirog für die Paletbesörderung auf 1.22 M. stieg, schon im August be- schlössen wurde und am 1. Oktober in Krasl getreten ist. Einer, der genötigt ist. am Wochenschluß Hunderte von Pakeikarten zu frankieren, schreibt uns, daß er diesem Tag jedesmal mit Grauen entgegensteht. Jede Karte muß mit mindestens zwei Marlen— zu 1 M. und zu 22 Pf.— beklebt werden, oit ober gestaliet sich die Klebearbei: noch umständlicher, weil dir Marken zu 1 M. und zu 25 Pf. ausverkauft find und dann Markrn zu noch kleineren Beträgen genommen weiden müssen. Solcher Markenluxus be- deutet nicht nur eine in dieser Zeit der Papiernot doppelt tadelnS- werte Papierverschwendung, fondein erfordert neben dem erheblichen Zeit- und Kraftaufwand der Kleberet auch noch eine tüchtige Portton Kleister. Denn die Marken kleben jetzt bekanntlich sebr schlecht,— viel schlechter alS die Geheimräie aus ihren Posten tu den Ministerien Einschränkung des Charlottenburger Ttrahenbahn- betriebes. Infolge KohlernnangelS müssen die Städtischen TlektrizitätS- werke in Charlottenburg voraussichtlich am 27. November die Strom- liefcrung für die Straßenbahn einstellen. ES werden dadurch chie Kantstraße, die Neue Kantstrahe, die Strecke nach Siemcnsstadt so- wie der Kaiserdamm und Heerstraße ohne Betrieb sein. Folgende Linienverkürzungen und Umleitungen find hierduvch erforderlich: Die Linien 80 und 81 verkehren anstatt durch die Kantstraße durch die Hardenberg, Bismarck-, Schloßstraße. Linien 93 und 05 sowie 33 verkehren nur bis Zoologischer Garten über Joachims. thaler Straße, Kuafürftendamm, Lauentzien-, Nettelbeck- bzw. über .Kurfürster.-. Hardenbergstraße. Lim« P fährt anstatt durch die Kant-, Leibnitzstraße durch die Mlmersdorfer und Berliner Straße. Linien II und D verkehren nur bis Sophie-Charlotte-Platz vom Osten kommend. Linie 24 verkehrt nur bi« Savignyplatz vom Osten kommend. Linien 62, 162� und 00 fahren nur bis Pariser Straße vom Osten kommend. Linie 164 verkehrt nur bi« Luisen- platz. Linie 18 fährt nur bis Beusselstvaße, Moabit, vom Osten kommend._% Eine ungewöhnliche Härte bedeutet— so schreibt uns ein Leser — die Neugestaltung der Wochensahrkarte für die in Berlin arbei- tende Bevölkerung der welter entfernt gelegenen Vororte. Der Preis einer Wochenkarte für die 23 Kilometer lange Strecke Freders- darf— Schl e f i fch e r Bahnhof betrug früher einschl. Stadt, und Ringbahnbenutzung, 2 M a r k. Die neue Karte kostet bis Schlesisliwo Bahnhof 4,6 0 Mark, jede weiter« Statton ent- sprechend mehr.' Dafür hat man den Vorteil, 7 Tage in der Woche zu fahren. waZ aber in der Praxis sehr selten vorkommen wird». da die meisten Anwohner der Ostbahnstrecke noch eine halbe Stunde Weg bis zu.ihrer Wohnung haben und froh sind, diesen Wog nach oftmals zwei« und mehrstündiger Fahrt in ungeheizten Wagen an 6 Tagen bewältigt zu haben. ES wäre sehr angebracht, bei derartig weiten Strecken den Fahrpreis nach*!u anstatt f/m der Monatskarte umzurechnen. DcS weiteren: Di« Gültigkeit der Karte erstreckt sich von Man- tag bis einschl. Sonntag jeder Kalenderwoche. Dadurch fällt die bisherige Vergünstigung der vierzehntägigen Gültigkeitsdauer, die sehr im Interesse der Arbeitslosen bestand, fort. Der Arbeitslose ober derjenige, der an einigen Tagen der Woche aus- setzen muß. wird durch dies« Bestiuimung ganz besonders hart getroffen. Hier wird sich ja eine Aenderung schwieriger ge- stalten, doch wäre dieAuSgabe vonA rche i te r r ü ck fa h r k a r t e n, wie solche bereits für die m �Berlin wohnenden Laubenkolonisten Geltung haben, in Erwägung zu. ziehen. Die Karten losten nach dem neuen Tarif oom Schlefischen Bahnhof bis Fredersdorf 0,60 M., ein Preis, der als annehmbar bezeichnet werden kann. Sparkasse der Stadt Berlin. Da« Kuratorium hat mit Zu- stimmung des Magistrats beschlossen, vom 1. April 1020 ab den Zinsfuß für Sporeinlagen von 3»', auf3v. H. her- abzufetzen. Die Gründe für diese Beschlußfassung sind baupt- sächlich in der Steigerung sowohl der per'önlichen als auch der sächlichen Berwoltungskosten zu suchen. Wiederholt mußten der allgemeinen Wirtschaftslage entsprechend die Gebälier der Angestellten erhöht werden.— Vom 1. April!020 ab wird die tägliche Ver- zinsung bei der Berliner Sparkasse eingeführt und dabei einem lange gehegten Wugsch der Sparer Rechnung getragen. Im Postverkehr zwischen dem unbesetzten Deutschland und der Rheinpfal, sind folgende Erleichterungen eingetreten: 1. höhere Wertangabe als 100 M. ist nicht mehr allein bei Pa- keten mit barem Geld und Wertpapieren, sondern auch bei Pa- keten mit anderem Juhalt zulässig. 2. Zeitungen und Zeitschrif- ten. deren Postvertrieb nicht gestattet ist, sowie Bücher und Bro- schüren können als Drucksachen oder in Postpaketen aus dem un- besetzten Deutschland bezogen werden, ausgenommen solche Druck- erzeugnisse, deren Einfuhr von der Besatzungsbehörde bereits ver- boten ist oder noch verboten werden wird. Für die zum OberpostdirektionSbezirk Trier gehörigen Kreil» Berncastel, Bitburg, Daun. Prüm, Wittlich, Saarburg(Bz. Trier», Trier Stadt und Land hat die französische Besatzungsbehörde fol- gendes angeordnet: Die Einfuhr aller Zeitungen, Zeitschriften, Broschüren und Bücher ofinc vorherige Prüfung ober Genelprü- gung ist gestattet, soweit nicht ein ausdrückliches Verbot einzelner derarttger Druckwerke bereits besteht oder später ergehen wird. Durch die Posi dürfen jedoch nur solche Zeitungen und Zeitschriften vertrieben werden, deren Bezug durch die Post französi- scherseüs besonders genehmigt worden ist. Der Bezug aller anderen Zeiwngen usw. darf nur durch Vermitt- lung von Buchhandlungen und Z e i t u n g s a g e n- turen im besetzten Gebiet und nur in Postpaketen oder als Drucksache erfolgen. i Staats- und Selbstverwaltung betitelt sich eine neue Zeitschrift, die im Verlag von Gersbach u. Sohn erscheint. Die Schriftleitung hat Regicrungsrat Dersch vom Reichsarbeitsministeriuin über- nomine n. Unter den Mitarbeitern sinden wir bekannte Namen der Kommunal- und Sozialpolitik, so den Genossen Sinz- h e i m er, Rechtsanwalt Baum, Mogistratsrat Landsberger, Dr. Pott Ijo ff. Die ersten Nummern enthalten Serienartikrl über die Verfassung und die neuen Steuergeietze, über ArbeitSnach- weis, Wochcnhilfe, Erwerbslosenfürsorge. Bodenrccht. Die Zeit- schrift will abseits aller Parteipolitik den Tausenden von Männern und Frauen, die durch die werdende Demokratisierung der Ver- waltung in die Staats- und Selbstverwaltung eingetreten sind, ein Führer sein und ihnen das Sichzurechtfinden in den alten und neuen Vorschriften des öffentlichen Rechts und der Verwaltung erleichtern. „Immer mit der Ruhe", llns wird geschrieben: Am 6. August sandte ich an das Eisenbahn-VerkebrSamt II, Berlin, Invaliden- straße. eine.unbenutzte' Fahrkarte Berlin— Hamburg mit der Bitte um Rückgabe des dafür verauslagten Betrages. Am 2l. September schrieb ich dleierhatb nochmals. Am 23. Oftober reklamierte ich wegen einer weiteren Fahrkarte Berlin— Hamburg unter Einsendung der bescheinigten Fahrkarle. Bis zum heuligen Tage bin ich weder im Besitze des rechtlich mir» zustehenden Geldbetrages noch irgendeiner Aeußenmg der Behörde. Welche schwerfälligen Zustände müssen aus diesem Amte herrschen, wenn eS nicht möglich ist, innerhalb eines Vierteljahres eine absolut klarliepende Angelegenheit zu erledigen, die in jedem kaufmännischen Unternehmen fünf Minuten in Anspruch nehmen würde. Sind denn der vorgesetzten Behörde diese Zustände nicht be- kannt. und weshalb schafft sie keine Abhilfe? Wenn schon solch einfach liegende Sachen einer io langen Zeit zur Erledigung bedürfen, wie lauge mag es da wohl dauern, bis ein etwas schwierigerer Fall erledigt ist? Trotz Kohlcnnot und Winterkälte! Ein Charlottenburger wollte einem anderen Kohlenhändler zugewiesen werden. In der zweiten Halste des September beantragte er das bei der K o h l e n st e l I e Groß-Berlin unter Bei'ügung seines Ausweises. Nach vier Wochen, in denen er ohne Nachricht geblieben war, schickte er einen Mahnbrief. Er wies auf die eingetretene Kälte hin und bat. ihm wenigstens den Ausweis zurückzuschicken. Nach weiteren 14 Tagen vergeblichen Wartens mabnte er nochmals in einem eingeschriebenen Brief und wiederholte seine Bitte um Rückgabe des Ausweises. Inzwischen sind wieder anderthalb Wochen hingegangen, ohne daß Bescheid eingetroffen wäre. Wie ist es möglild, daß trotz Kohlen- not und Winterkälie die Kohlenstelle so lange auf Erledigung eines Antrages warten läßt? Wegen DoppelmordeS verhaftet wurde der 18 Jahre alte Kellner Johann Kofalowst«. Am 2. Januar d. IS. wurde in Alt- Dagnowen die 73 Jahre alte Elgenlümerin B i a l l u ch mit ihrer 10 jährigen Enkeltochter auf beftialiiche Weift ermordet. Der Täter war unter Mitnahme einer ganzen Menge Sachen flüchtig geworden. Unter dem dringenden Verdacht der Täterichaft wurde von dem Untersuchungsrichter in Lück der Kellner Äosakowsli gesucht. ES war bekannt geworden, daß er sich wieder in Berlin aushalte, und die Beamten kamen auch bald auf seine Spur und nahmen ihn in der Brunncnstraße fest. Der Verhaftete leugnet entschieden, der Gesuchte zu sein, da er aber bereits früher schon mit der hiesigen Polizei zu tun gehabt hat, wurde er einwandfl ei erkannt. Wer über ihn Auskunft geben kann, wird gebeten, sich an Kriminalkoinmissar» Tegtmeyer, Zimmer 89 des hiesigen Polizeiprüsidlums, zu wenden. Eine Viehzählung findet am 1. Dezember statt. Sie erstreckt sich, wie bisher, auf Pferde lohne MilUmpseide). Rindvieh, Schafe, Schweine, Ziegen und sicdervich(Gänse. Enten und Hühner). In Pieußen weiden, wie bisher, auch dieTrur- und Perlhühner gezählt. «Die Zählung erfolgt durch Beamte der Schutzmamischast. Falls ein Zähler nicht erjch ei neu sollte, ist mündliche Anzeige des Viehbestandes in der Zweigstelle des Statistischen Amts der Stadt Berlin, Burgstr. 8, 2 Trevgcn, bis zum 4. Dezember zu erstatten. Die Ergebnis!« der Bicbzähtung dürfen nur zu statisttlchen Arbeiten, jedoch nicht zu Steuerzwecken btnutzt weiden. Heber die den Btehbefttz des Einzelnen betresteuden Nachrichten wird das Amts geheim- n i«' gewahrt. Wer vorsätzlich eine Anzeige nicht erstattet oder wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wlid mit Gefängnis bis zu S Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 10000 M. bestraft; auch kann Vieh, dessen Vorhandensein verschwiegen worden Ist, im Urteil al» sür.dem Staate verjallen' erklärt werden. Boltsbuud zum Schutze der deutschen Kriegsgefangenen. Die BmiteSIeitung hat anlässtich der neuen, die Herausgabe der Gefangenen betreffenden Note der Entente Bertreter der LandcSgrupven de« Boll«. bundes zum Schutze der demschen Kriegs- und Zwtigesanqenen. der Reichs« Vereinigung ehemaiiger Kriegsgefangener lind des Bundes deutscher Frauen zur Seirciung der Gefangenen zum 30. zusammenberusen, um Stellung zu der neuesten Note zu nehmen. Für Siedler wiid aus Veranlassung des LandwirtschastSministeriumS in diesem Wintersemesler der Landwirlsibasllichcn Hochschule zu Berlin (Dienstags von 6—7 Uhr abends, Hörsaal ö) eine bienenkundliche Bor« lening, zunächst über Bieneliznchlbctitebsledie, gehallen werden. Mit der AbbaUung der Vortesungen ist Dr. Armbruster vom Katscr-WUHetUl- Jnslitul sür Biologie zu Berlin-Dahtem betraut. Schöncbcrg. VvlkSbi'cherct. Nächster Vortrag Freitag 8 Uhr im Lesesaal. EberSstr. v. Tschcnlschcr:.Ucber nalurivssseiischastliche Literatur'. Friedenau. Gemeindevertretung. WaS ist wichtiger? Die Sicherftellung der Volksernährung für den Winter oder das Schul- und Verenlsturnen? Ueber diese Frage entspann sich in der letzten Gemcindev�rtretersitzung zwischen..Rechts' und.Links' eine leb- haste Auseinandersetzung. Der Schösse Genosse Friedet hatte m Ermangelung anderer geeigneter Lagerräume zur Aufbewahrung eintreffender Lebensmittel, besonders Reis usw., bei dem Direktor des hiesigon Gymnasiums die Ueberlassung der Turnhalle beantragt und auch durchgesetzt. Da große Mengen dieser Waren ziemlich überraschend im Laufe der nächsten Tage geliefert werden sollten, hatte Genosse Friedet, der als LebenSmitteldezernent zu solchen not- »vendigen Beschlagnahmen durchaus befugt ist, bei der Erledigung dieser dringenden Angelcgenheii den Schöffe»! v. W r o ch e m als Vorsitzenden dcS Kuratoriums für die höheren Schulen— mau danke— nicht erst um Erlaubnis gefragt, sondern einfach mit dem Schilldirektor verhandelt, der ja auch volles Verfügungsrecht über die Räume der ihm unterstellten Anstalt hat. Dieser kleine Formfehler gab dem Schössen v. Wroclwm Anlaß zu recht wenig kollegialen und nicht sehr sachlichen Ausfällen gegen seinen Kollegen im Gemeinde- Vorstand, unseren Genoffen Friedet. Von der rechten Seite des Hauses wurde ein Antrag eingebracht und begründet, daß Turn- hallen grundsätzlich nicht zur Lagerung von Lebensmitteln hcrge- geben werden sollten, so daß also die Erlaubnis des Schuldirektors zurückzuziehen sei, da die Schuljugend und die Turnvereine ihre Turnhallen während des Krieges lange genug diesem Zweck geopfert hätten. Die Annahme dieses Antrages hätte zur Folge gehabt, daß etwa 30 000 Zentner Lebensmittel plötzlich„obdachlos' geworden wären. Nachdem von sozialdemokratischer Seit« warnend auf diese Gefahr hmgewief« worden war« wurde der Antrag der Rechts- Jwrleleri juiüdflejogen unS in See Weise abgeänderk cingeSeaN und angenommen, dag die Turnhalle nur dann zur Laqeruna von Lebensmitteln herangezogen werden solle, tvenn andere Lagerräume nicht vorhanden seien. Ter Wenosse Ka m r o w s ki nahm die Ge- legenheit wahr, der rechten Seite seine Anerkennung auszusprechen für die Sorge, die sie sich mache, dag den Turnvereinen auch ja die Turnhallen erhalten blieben. Vor dem 9. November sei leider in den Kreisen der Rechtsparteien wenig Verständnis für das„Volksturnen" vorhanden gewesen, sonst hätte man wohl kaum den Arbeiterturn- vereinen nachhaltig iimner wieder die Turnhallen veriveigcrt. Niederschönhausen. Aus der Gemeindevertretung. Für unsern nach Frankfurt a. M. verzogenen Genossen Alb. Äi ü l l e r wurde Genosse Fritz Otto als Geineindeverordneter eingeführt. Ans eine von unfern Genossen gestellte Anfrage betreffend E n t- fernung der Kaiserbilder aus den Klassen- und Lehrer- zimmern der Schulen erklärte der Bürgermeister, das; dies eine Angelegenheit der Schulen sei, denen es überlassen bleiben muß, die Angelegenheit im Sinne des Ministererlasses zu regeln, er stellte uns die Beschwerde bei der Regierung anHeim. Für die gärtnevische Ausschmückung eines Ehrendenkmals auf dem hiesigen Straßenbahnhos für die gefallenen Straßen- bahner werden Mg M. bewilligt. Ein Antrag auf Auflegung einer Kohlenkundenlifteder Gemeinde vom 1. April 1920 ab wird von den gesamten Bürgerlichen gegen die Stimmen der beiden sozialistischen Fraktionen abgelehnt. Wegen Ersatz geliefer- ter erfrorener Kartoffeln soll Rücksprache mit dem Laubrat ge- lwmuien werden. Wegen des engbegrenzten Raumes sollen künf- big bei den öffentlichen Sitzungen der Gemeinde- Vertreter nicht mehr als 42 Zuhörer zugelassen werde ru Das Grundgehalt der ein st weilig angestellten Lehr- kr äste wird auf 1360 M. erhöht, wozu die üblichen Zulagen hinzukommen. fsede kriegshinterbliebene hilfsbedürftige Familie soll unentgeltlich 8 Zentner Holz erhalten. Ebenso werden denselben, vorläufig für 3 Mo- nate, freie ärztliche Behandlung und Medikamente zugesichert und für die Linderung außerordent- licher Notfälle 3000 M. bereitgestellt. Den wirtschaftlich in Not geratenen Personen soll durch Lieferung von Raummeter Holz geholfen'werden, wozu 12 000 M. bewilligt werden. Zur Erledigung wird eine Oglkdrige Kommission gewählt. Die Einrichtung einer B a d e st u b e im Armenhaus wird beschlossen. Für die Beschaffung von 3400 Paar Stiefeln werden die beantragten Kosten bewilligt. Dem Haus- arzworein wird für Jahr eine monatliche Beihilfe bon 100 M. zugesichert. Die Verfügung des Landrats, 500 M. für Erteilung des katholischen Religionsunterrichts in den Shulen in den Etat einzustellen, wird abermals ab g e- lehnt. Buchholz. Ein schneidiger Gemeindevorsteher. Tie letzte Ge- meindevertretersitzung zeigte wieder einmal, daß sich der Ge- meindevorsteher Wahnke durchaus noch nicht an die�neuen Vex« hältnisse gewöhnen kann oder will. Er sagte selbst, daß er immer noch der kleine König ist und an seiner Macht festhalte. Dex Sitzungssaal war von den Zuhörern dicht gefüllt, denn es stand als 1. Punkt die Auflösung des kommunalen Abbeiterrats auf der Ta- gesordnung. Vor Eintritt in die Tagesordnung verlangte Ge- -ineindevertreter E b e r t sSoz.) das Wort zu einer Erklärung, was der Gemeindevorsteher als unzulässig ablehnte, ebenso einen Dring- lichkeitSantrag, der als letzten Punkt„Verschiedenes" auf die Ta- geSordnung setzen wollte. In der Diskussion wurde vom Genossen Voigt das Aktenmaterial über den Arbeiterrat verlangt, auch dieser Wunsch wurde abgelehnt, Genosse E b e r t präzisierte dar- auf die Stellungnahme dex sozialistischen Fraktion, wonach allge- mein die Astbeiterräte nach Durchführung der demokratischen Wah- len ihre Pflicht erfüllt hätten und ihre Aemter niederlegen könn- ten. Leider sei das in Buchholz noch nicht � möglich, da der Gemeindevorsteher kein Vertrauen besitze und sein Amt nicht im Sinne der Mehrheit der Gemeindevertretung ausübte. Als Amts- Vorsteher habe er fast nichts gegen Wucher und Schleichhandel un- ternommen, sondern alles dem Arbeiterrat überlassen, der bisher alles ehrenamtlich leistete und nur Lohnausfälle liquidierte. Wer übrigens das provokatorische Benehmen Mahnkes in der Sitzung beobachtete, kann sich ein Bild machen, wie wir dann wieder behandelt werden würden, wenn der Herr Gemeindevorsteher wie- der Alleinherrscher ist. Ganz im Ton eines Feldwebels auf dem Kasernenhof schnauzte der Gemeindegewaltige einen soziakdemo- kratifchen Gemeindevertreter bei einem Zwischenruf an:„Sind Sie ruhig oder ich schließe die Sitzung!" Nachdem Genosse Voigt sich diesen Ton verbeten hatte und gegen das Auftreten MahnkeS protestierte, schloß der kleine König ine Sitzung zum Zeichen dafür, däß er die Macht besitzt und auch ausnützt. Die Entrüstung dar- über war unbeschreiblich. Mit solch eiKein Gewaltmenschen, der jede ersprießliche Arbeit sabotiert, kann eine sozialistische Mehrheit nicht arbeiten. Unsere Bemühungen, denfelbenzu beseitigen, sind leider nach einjähriger Dauer bisher ohne Erfolg geblieben. Hoffentlich sieht die Aufsichtsbe- Hörde recht bald ein, daß es so nicht weiter gehen kann. Birkenwerdcr. Vor vollbesetztem„bürgerlichen" Zusibauerraum ging am Montagabend im hiesigen Rathause die Wahl des neuen Gemeindevorstebers vor sich. Die Amtszeit des bisherigen Ge- meindevorsteherS K ü h n ist am 15. Dezember d. I. abgekauten. Vorher fand noch eine öffentliche, erregte Gemeindevertrelersitzung mit dem einzige» Puntl der Tagesordnung:„Nochmalige Aussprache über die Wahl des neuen Gemeinde- Vorstehers" statt.— Bon 122 Bewerbern wurden se-bS derselben zur engeren Wahl gestellt, von hiesigen Bewerbern unser Genosse Jung und der bisherige Gemeindevorsieher Kühn, der sich wieder zur Wahl stellte. In der kurz vorher stattgehabten Kommissionssitzung zog unser Genosse Jung seine Bewerbung zu- rück.— Ehe man zur Wahl schritt, legten die zwei Genossen der S. P. D., die zwei Genossen der U. S. P. und ein Vertreter der Beamtenpartei, Lehrer Mügg-, insofern energischen Protest gegen die Wahl ein, als durch die noch nicht erfolgte Einführungeines mehrheitSsoziali st i scheu Gemeindevertreters und eines unabhängigen Schöffen der sozialdemo- kratifchen Partei zwei Stimmen verloren gingen, wonach, wenn die Einführung erfolgt wäre, ein Verhältnis von 6: 7 zu unseren Gunsten entsrunden wäre. Infolge der freiwilligen Niederlegung seines Amtes' als Gemeindevertreter hatte unser Genosse Krüger vom bisherigen Gemeindevorsteher da? Versprechen erhalten, die Neuwahl de? Gemeindevorstehers nicht eher vorzunehmen, als bis der nachfolgende Gemeindevertreter eingeführt sei. Diese« ist nicht geschehen! Da man diesem Protest und noch einem weiteren, der verlangte, daß die übrigen vier Bewerber sich vorerst der Ge« meindevertretung vorstellten, von bürgerlicher Seite nicht stattgab, verließen die Sozialdemokraten und mit ihnen Herr Lehrer Mügge den Sitzungssaal. Der bisherige kinservative Gemeindevorsteher Kühn wurde schließlich durch die sechs im Sitzungssaal verbliebenen Bürgerlichen erneut zum Gemeindevorsteber gewählt. Gegm diese Wahl wird Protest erhoben werden. Potsdam. Dir Gebäude der.KriegSschule werden in Kürze dom Staat anderweitige Verwendung finden und find— wie verlautet— zur Aufnahme des R e i ch S aa: ch i v s bestimmt. Groft-Berliner Lebensmittel« Paukow. SSO Gramm Marmelade(96). voramnrldmiz für HiMen- früchte(100) bis 30. d. M._ WetterauSftchten für da» mittlere Skorddeutfchlaud bi» Freitag mittag. Ziemlich kühl, zeitweise aufklarend, jedoch über- wiegend bewöllt, mit öfters wiederholten, im östlichen Binnenlande noch nielfach starten, sonst geringen Niederschlägen. Hilöungsveranstaltungen. vezirksbildungSansschust Groß-Berlin. Sonntag, den 30. Nov., nachmittags 3 Uhr, im„Kleinen Schauspielhaus", Hardenbergstrahe, Ecke Fasanenslraße, nochmals Ausführung des Schnitzlerschen Schauspiel« „Liebelei". Karten zu 1.65 M.(einschl. Garderobe und Theaterzctlel) sind in den Zcitungsspeditionen, Buchhandlung„Vorwärts", Lmdenstr. 2, und bei Horsch/ Enqcluscr 12, zu haben.— Der Kursus über„Praktische Volkswirtschaft", Vortragender Erwin Barth, wird am Montag 7 Uhr in der Aula des KönigstSdtischen Gymnasiums, Elisabethstr. 57/58, sortgesetzt. Steglitz. Kombinierte Sitzung de» BildungS- und FrauenauSschusseZ Sonnabend 8 Uhr bei Stentschke, Dunlher- Ecke Florastratze. tsevlnn.�usrvz der 14 Preuss.-Siidd.(240. Preuss.) Klassen-Lotterie E. Klasse 17. ZioLungstog 23. Korernber 1919 Auf Jod« fteefme Namraer(lad nrel gluleh keha(itwlant fefall«, «ad airu]o«lau auf dl» Loa» rlelabsr Sa»»,» ta daa beidaa Abtellaaaoa I«ad II (Ohne Gewthr.)(Nachdruck rertoten.) In der Yormittagsziebung wurden Gewinne Uber HO Mark gezogen* 2 Gewinne zn 10000 M 294970 8 Gewinne zu 6000 M 13084 132854 171259 230121 58 Gewinne zu 3000 II 1194 20998 41014 63120 63350 78767 79703 79740 80236 88290 89575 63977 94037 100852 112480 113168 133675 134111 135819 133204 151607 179256 182825 188269 199087 200742 202247 216715 222757 123 Gewinne zu 1C00 31 3714 5898 7438 13967 14018 14377 18283 22963 23862 48983 47760 49305 49554 51443 51520 61925 62565 69793 61933 79792 80249 108138 118094 122341 133597 135546 137688 160541 162920 153218 164656 156465 137654 171460 171738 178277 176903 180278 182387 182791 183773 183478 190078 195585 199421 199489 200007 208178 208291 211598 213291 213934 217957 218470 219253 220453 230977 223446 224995 225083 228162 230938 232392 233371 194 Gewinne zu 600 M 747 1327 6752 10214 10385 11640 14604 20889 23045«081 1 31521 32872 34881 38175 38168 3-3338 39215 40973 42889 45111 48150 46281 48106 43780 49393 61293 52079 52183 65637 65875 80287 62887 65240 70847 75896 76918 77248 80892 82820 91944 93139 94313 94351 95112 95683 97853 98983 102313 107059 108533 115436 122078 126284 131404 132508 132811 133420 136647 145111 151150 154275 154890 180833 161403 106793 174085 174850 178394 181651 183047 183851 137263 191549 194757 197912 199392 20059« 206429 206313 207421 209737 209932 211340 211480 211838 212294 313401 213671 215551 219921 228301 226304 227937 228574 230903 232924 233003 In der NachmiUagatiebnng wurde.. Gewinne Aber HO Hark gezogen« 3 Gewinne zu 15000 M 193310 2 Gewinne zu 10000 M 212912 t] 6 Gewinno zu 5000 M 90321 145212 181737 72 Gewinne zu 3000 JI 7990 20638 22595 24323 29430 32-92 34338 36572 32796 38053 40183 41214 61920 62264 73493 75153 77267 86845 93751 100093 102008 103478 131124 135913 143150 149136 157885 186750 16-733 169454 175853 178451 199170 199517 206978 233449 183 Gewinne zu 1000 Jf 7047 110510 11819 11812 12751 14374 19401 22590 23038 28135 27823 23370 31924 34157 37163 38515 41333 44380 40382 47239 61182 67222 53788 69112 60010 62063 62781 68553 70290 71735 77343 81408 03156 84754 80719 87905 87947 91863 93054 94938 95758 93035 99254 193034 103633 116138 121727 122121 322184 128383 129378 129615 132147 137892 145592 143407 153344 159939 189934 171908 172182 172361 177723 178892 181391 182114 183222 196182 196380 203167 203230 204151 211410 213618 217226 219482 220302 220437 224993 223204 228513 230401 231649 233552 190 Gewinne zu 600 M 4531 7587 0449 12143 13078 13827 28257 29641 30130 32213 31041 41321 47092 49387 49633 62109 52702 63829 64584 64940 62241 82850 80114 70944 73084 76712 79228 79275 81637 81901 82850 86765 83640 91220 92841 03570 94224 94390 97583 97673 119647 120339 120863 121233 122332 123047 123532 124522 124538 101169 105081 108182 110762 112052 113232 115417 116230 118165 119647 120389 120853 121283 122882 123047 123532 125532 124538 129171 129965 140170 142833 142181 147026 155283 137202 159408 181144 181768 162190 184548 167003 189478 175040 177669 183221 186537 100201 192567 198014 193349 199233 298788 210583 211014 212078 213121 218733 223170 225976 226977 233042 233045 233068 Aufruf! Die Deutsche Spar-Prämienanleihe liegt zur Zeichnung auf. Diese Anleihe bietet dem deutschen Sparer ganz neue Möglichkeiten der Kapitalsanlage. Sie gewährt dem Zeichner die Aussicht auf große Losgewinne ohne jede Gefährdung des Einsatzes. Die Spar-Prämienanleihe schont und begünsilgt die Kriegsanleihen und erleichtert zugleich der jetzigen Generation die Last der Reichsschuld. Das gute Gelingen dieser ersten deutschen Friedensanleihe wird das Vertrauen in die Entwicklung unseres Wirtschaftslebens im Znlande und im Auslande befestigen und die notwendige Einftchr von Lebensmitteln und Rohstoffen fördern. An das gesamte deutsche Volt in Stadt und Land richten wir daher die Aufforderung, durch Wort und Tat für dieses Ziel zu wirken. Die neue Anleihe bedeutet einen wichtigen Schritt zum Wiederaufbau unserer gesamten Volkswirtschaft. Wer zeichnet, gewinnt und spart! Der Ausschuß zur Förderung der Deutschen Spar-Prämienanleihe Berlin W 9, Budapester Straße 5 Franz von Mendelssohn, Präsident der Handelskammer zu Berlin Vorsitzender LiniversitätSprofessor Dr. Felix Bernstein, Göttingen RegierungSrat Dr. Schippel, Berlin i 1. stellvertretender Vorsitzender 2. stellvertretender Vorsitzender Oberbürgermeister Dr. Ackermann, Stettin/ Professor Dr. H. Albrecht. Paul Paecker, Chefredaiteur der„Deutschen Tageszeitung", Berlin ienrat Eduard«rnhold, Berlin, riftlichen Eewerstchasten, Berlin- ..------- P., ■■■■__________ WWU..______________ nn _______„_________->es Reichsnueschusse» der deustchen Landwirtschaft/ Gcneraldireltor Heinrich Brückmann. Berl>n�'«liraerüiei«er Brume», Cassel/ Gedeimral«udve, Prändent der Aeltesten der Anuftnannschast von Berlin/ Zeiningsverleger flatl Busch jun., Wattenscheid, Iustizrnt Dr. Haas E rüger, Anwalt des Allg. Deutschen Genossenlchaslsverbandes, Berlin Dietrich, M. d. Seneralverband der der drutschen Raiffeisengenoffenschnsten. Prenziau,—.........—..........———».— z,-»,,..-..------..-..„,..._ �- Preukischen Siaatsbank, Berlin/ Obervostfekretär Dsmicheit, nom Verband mittlerer Reichspoft- und Telegraphenbeamten/ Prof. Dr. Hans Dorn, Direktor der Deutschen Ledensnersicherungsdant„Armnna", Veritn-Dahi�m t Dr. Otto Driese», Ehariottenburg/«Seh. Kommerzienrat Philipp v. Eichborn, Präsident der Handelskammer Breslau/ Verlagsdudlbändier Georg Llsner, Borsipender de, Veebande» der ffachpresse Deutschlands>�tädis!kreIä'r Herminghau«, Hörde' 1 Kommeizienrai' Henmaun, Präsident der H-ndelslämmer Käntgsderg""gommerzienrät Theodor----------_ verein»/ Earl Ioerger, i. Fa. Delbrück, Schickler& Co., Berlin/ Bantdireitor Wilhelm Zoette», Essen. I Zohaunfe», Vorsitzender des Reichs-Landarbeiier. und Bauernrat»/ Leo Zoseod-?- Vorst�der de» Iournailften- und Schristst-ller- verein» Urheberschutz, Berlin/ Stadtrat Iursch, Direktor der Deutschen Girozentrale, Berlin/ Wirklicher Geheimer Rat Just, Vorsitzender des Verbandes deutscher Beamtenvereine( steinath, Geschäftsführer de, Ieniralverdande» de« demichen Großhandel«, Berlin/ Sparkassendlrettor stettler, Witen-Ruhr/ v. Kiew, Berdanb der deutschen Gewerkereine/ Oberlehrer Koch, Glogan/ Geheimer Kommmerzienvat Kapetzk, Lizeprändeni der Handelskammer zu Berlin/ E.«orthan», Direktor des Hauptverbandes deutscher gewerblicher Genossenschatten' Paul Krebs. Borsitzender des deutschen Lehrerverbandes für Rational.Stenograpbie, Berlin/«ommerzienrat Ernst Ladenbnrg, Präsident der Handels- kammer Frankfurt am Main/ Ewdienaisessor Dr. Lamp, Hirsd,berg/ Bankier Landau, Berlin, Bankier Loeb, i. Fa. Mendelssohn ftCo„ Berlin/ Siegfried M»nasse, Vorsitzender de» B-rem» reisender Kausteule, Berlin/ Mankleww. Direktor der Deutschen Bank, Berlin/ Paul Marz, Vorsitzender des Reichsverbandes der Deutschen Presse, Berlin/ Frau Henriette May, Berlin-Wilmersdorf/ Geheimer Studienrat Direktor De, Rellman», Vorsitzender de« Bertrelertages der Prenß. Philologenvereine, Berlin/ Oberbürgermeister Dr. Mitziass, Geschättsstihrer des deutschen Städtetage»/ Rektor Müller, Schatzmeister de» deutsdien Lehrerverein»/ Moritz Müller, Chefredatteur und Herausgeber oer Zeitschrift„Die Hanse", Hamburg 20/ Sparkassenrendant Rehring, Schwerte/ Beigeordneter Dr. Odenkirchen, Herne/ Hans Ostwald, Letter der Arbeitsgemeinschaft für staatsbürgerlich» und wirtschaftliche Bilduna, Berlin/ Kommerztt"' rai Pinkn», Vizepräsident der Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin/ Dr. Pinner, Handelsredattcur de»„Berliner Tageblatt»/ H. Plate, Borsitzender de» deutschen Handwerk»- und«ewerbekammertage». Hannoner/ Sparraii-N direktor Pluto, Bochum/ Bankier Richard Pohl, i. Fa. Hardy& Co.. Berlin/ Geheimer Kommerzienrat Joses Bsch-rr, Präsident der Handeiskammer, München/ Direktor Dr. Quiering. Reich-verw-rtuna-amt, Berlin/ Stabtkmmer-r Dr. Rabbow, Stettin/ Präsident Earl R aHardt, stellvertretender Vorsitzender des Reichsverbandcs des deutschen Handwert«, Berlin/ 8. Ravenö, Präsident de« Zentralverbandes de» deuttchen Großhandel«, Berlin/ germaoa Reckradors,»eschäftsfllhrer der Werbedienft G, nuH,, BerliN'München/ Friedrich Rewhart, Direktor der Mitteldeutschen Creditbank, Berlin/ Reusch, Landesbanidi""*—" Richard Riel, Borsiuender des Kleinhandelsausschusse» der Handelskammer zu Berlin/ Major Ott» Romberg, 1. Direktor de«-»"bsarbetts-Rachweises iür Oisiz.,.-, Beamten und Lehrer(Sitz Berlin)/ Julius Roseaberger, Direktor der Tommerz, und Disrontoöank. Berlin-Haindurg/ Frl. Rüdiger, Borswende de. Berein» stellvertretende Borsitzende de» Bundes denttcher Frauenvereine, Berlin/ De, Salomonfohn, Geschäftsinhaber der Disconiogesellschatt. Berlin/ Dr. Schacht, Direktor! Scheüch, Berlin/ Joseph Schmidt, Seschäitsiührer de» Reichs-Landarbeiter- und Banernrales Schtleider, Dortmund/ Direttor Moritz Schnitze, Mitteldeutsche Privatbant A.-S., Magdeburg i. Fa. S. Bleichroeder, Berlin/ Direktor Schwarz, Laudwimchastliche Zentral-Darlehnskaffe" Dr. James Siauin, Bizepräsident der Handelskammer zu Berlin/ Berner Sinn, GeschLftss Präsident der Braunschweigischen Staatsbank(Leihhausaniialt)/ Dr. Ulrich, Snnditti« der He der Discontogesellschaft, Berlin/ Dr. B-rmbald, Ministerialdirettor im Vreußischen Laudm,.......... Schwerin i. M./ Dr. Wessel» Präsident des Reichsbürge�ats. Berlw/ Gewerkschattsseiretär Billenl-era,-----------....---------—„--------... S. Li tute». Königsberg/ Geheimrat Prof. Dr. Julia» Wolf. Berlin/ Dr. L. Zach, Handelsredakteur der„Germania", Berliib ..r tw-i-.---- Sester« Unterschriften werde» später veröffentlicht. MM"-■