Nr.607.36.Ilchrs. Bezugspreis: SiMttliäbtU 10�0 ltumatL3J» M. fr« ws Haus, voraus zahlbar. Post- dezuz� Monatlich ZA> Mt, oxv. stelluugsgibühr. Unter Kreuzbaud für Teutschland und Oesterreich-Ungarn 675 Mi. fstr das übrige Ausland lü.75Mch> bei täglich einmal. Zustellung 8,75 Ml. Pokbestellungen nehmen an D-nemarh Holland, Luremdurg, Schweden u. die Schwei». Eingetragen in die Poft-Zeitungs-Preisliste. Der.Vorwärts" mit der Donntag»- deilag?„Boll u. Zeit" erichetnt Wochen- täglich zweimal. Sonntag, einmal. Abend-Ansgabe. Teiegramm-Adreffe: �Zozioldemalrai Verl in". berliner Nolksbleltt ( 15 Pfennig) Anzeigenpreis: DK achtgefvaltene Nonvareillezeile lostet 1,80 M, Teuerungszuschlag 00°/» .ftleine Anzeigen", das lettgedruckte Wo« 75 Pfg.(zulässig zwei fettgedruckte Worte), scdee weiter« Wo« 50 Pfg. Stellengesuche und Schlafltellcnanzeigen das erste Wo« 65 Pfg., ledcs weitere Wo«<0 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen Mr zwei Wo«e. Teuerungszulchlag öoe/x. Familien- Anzeigen, politische und gewerischastliche Vereins- Anzeigen 1,60 Ml. die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis S Ahr nachmittags im Sauptgeschäst, Berlin SW 68, Linden strahe 3, abgegeben «erden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis' 5 Uhr abends. �entralorgan der rozialdcmokratirchoi Parte» D�utfchlanda Neöaktion und Expedition: SW. öS, Lindenstr. Z. «VerufDredier: Amt Moriuplan, Rr. lü 7!>0— K»!»7. vorwärts-verlag G.m.b. h., SW. bS» Lindenstr. Z. Kerirsvrrcher: Amt Mortttvlat,. Nr. I l 7 liS— M. der Enthüllungs- Zelözug. Die L. L.-Korrespondenz setzt die Veröffentlichungen aus' dem Material der Herren Sonnenfeld und Baumeister fort. Wir haben inzwischen Gelegenheit gehabt, das ganze Material, von dem eine große Anzahl Abschriften bereits zu kursieren sche nen, einzusehen und können danach voraussagen, daß die Veröffentlichungen in- der bisherigen Art wohl noch eine ganze Weile fortgesetzt werden. Wir können aber ebenfalls sacjen,' daß die Veröffenklichungen desunsbekannten Materials -i- und wir glauben nicht, daß noch anderes existiert— nicht das mindeste ergeben werden, was ge- Sigmet wäre, irgendeine Korruption bei f ü h.r-e nden Parteigenossen, die sich in hohen 5Ve g ier u n g s ä m t e r n befinden oder befunden haben, festzustellen. Soweit in diesem ganzen „Material" Schriftstücke produziert werden, die diesen An- schein erwecken könnten.- beruht dies lediglich darauf, daß die Umstände, unter denen die Abfassung dieser Schriftstücke er» folgte, in völlig fa-l scher Weise dargestellt wurden. Das gilt beispielsweise gleich von den heute publizierten Schriftstücken, die das Geschafftes Herrn Sklarz mit russischen antibolschewist' scheu Kalendern betreffen. Sklarz hat für die ÄuÄuhr dieser Kalender nach Rußland, wie aus' den Schrjftslückeii hervorgeht, die Unterstützung der Behörden- er- haljen, in einem Falle ist diese von Scheidemann angeordnet worden, weil die Ausfuhr nach Rußland im Reichsinteresse liege. Schon' gestern hat Scheidem-ann in de?„B. Z." fest- »estellt.idaß es sich bei der gonzen Sache lediglich um die Fort- sührung eines von der alten Regierung begonnenen UnterneHwcftK handelte. In der Tat begann die Herstellung der�Knlendcr schon im Jahre 1917, alio zu einer Zeit, wo iStlarz� unmöglich auf die Unterstützung einer Re- gierung� Scheidema»n' rechnen konnte! Ueberhaupt ist fest- zustellen, daß der: größte Teil der Sklarz-Helphandsck>en Ge- schälte, Ederen-Charakter hier völlig dahingestellt bleibe, so z. B. die Kohlenlieserung nach Dänemark gegen-Eintausch von Lebensmitteln zurZeit und unter Billigung der alte» Regierung und des alten Systems er- folgte. Waren diese Geschäfte unreell, was wir nicht be- urteilen können, und was aufzuklären Sache der kommen. denGerichtsverhandlungen sein wird, so fällt ihre Zulassung sicherlich nicht der Repichlik, sondern dem alten System- zur Last, das sich der Sklarz-Helphandschen Ver- mittlüng in Auslandsgeschäften vollauf zu bedienen gewußt hdt..Die rechtsstehende Presse hat also nicht den mindesten Anlaß,, hier von einer„republikanischen Korruption" zu schreiben. Falls hier überhaupt etwas Unerlaubtes vorliegt. so würde das alte System in mindestens der gleichen Weise belastet sein. Was aber bedeutet überhaupt de? Vorwurf der Korrup- tion? Er bedeutet, daß für amtliche Handlungen m a t e- rielle Gegenleistungen angenommen worden seien. Das wird'in dem uns bekannten Material allerdings be- hauptet. Aber es ist auffällig, daß man bei den jetzig lien Veröffentlichungen, nicht wagt, diesen Vorwurf öffentlich zu wiederholen. Diese wer- den vielmehr— abweichend von dem„Material"— so vor- stckitig gefaßt, daß den angegriffenen Personen möglichst keine Gelegenheit zur Klage gegeben wird. Warum geht hier den Enthüllcrn plötzlich der Mut aus? Das einzige, was letzt behauptet wird und was allerdings kein Mensch bestreitet. isf daß einige Männer der Regierung mit Sklarz m f r e i/n d- schaftlichem Verkehr gestanden und ab und zu die Gastfreundichast seines Hauses genossen haben. Freundschasts- dienstc des Herrn Sklarz haben auch andere Leute in Anspruch Die Pläne ö'Mnunzios. Di« südslawische Regierung sagt in einer Note nach Paris, daß (8 zu einem Kampfe kommen werde, falls d'jlnnnnzio auf Spallato marschieren sollte. Dir südslawischen Gesandten in Paris, London und Wasdingtou werden den Regierungen mitteilen, daß es jeden Augenblick zum Kriege zwischen Italien nnd Südslawien kommen tünne. Dem Korresvondenten des„Daily Expreß" gegenüber äußerte sich d'Annunzio mit folgenden Worten:„Morgen könnte ich, wenn ich wollte, an der Spitze von KOO 000 Manu gegen Rom mar« , chieren und ich werde es tun, sobald ich es iür gut befinde. Der neuen italienischen Kammer gehöre» 13k Sozialisten an gegenüber 373 Mitgliedern der anderen Parteien, darunter 82 Katho- likcn. Diese erscheinen als neue Partei» weil bisher das päpstliche „non expcdir die Klerikalen von den Wahlen fernhielt, Die italienische Heercsdirnstpflicht wird ans 8 Monate herab- ««setzt. Nach dem„Avant!" wird von d'Annunzio und sein:« Frei- willigen cinHandstreichgegenTriest vorbereitet. In dieser (ohnehin zu Italien gehörenden) Stadt soll d'Annunzio ein mili- tärischeb Zentrum Italiens errichten wollen. Iuüenitsch hat genug. DaS Finnlondische Prcsscburean teilt mit, daß Glaseaapp zum Kommandanten der russischen Nordwestormee ernannt wordcn ist. Die Armee wurde nach ibecm Ucbcrtritt auf cstländischeS Ge- biet unter e st l ö n d i s ch e S Oberkommando gestellt. Judenitsch i hat- seine Befuznilse niedergelegt und bleibt nur noch Brr- tretet der„Aczirrung" KoltschakS. Der soziallstische„Daily Herald" will au« amtlicher Londoner Quelle eine Bestätigung der Washingtoner Nachricht erhalten haben, daß- in Wladiwostok ein Aufstand gegen Kolt» schal ausgebrochen fei. Dieser sei weniger auf bolschewistische Umtriebe al« ollf die allgemeine Unzufriedenheit über Koltschaks militärische Rückschläge zurückzuführen. Aus Mitan sind in Tilsit mehrorr AlüchtliagSzüge ein- getroffen. Tie Flüchtling? lagen zwei Tage lang in Schaulea fest. Sie waren 5 Tage lang unterwegs nnd wurden unterwegs von deutschen Soldaten verpflegt. Die Flüchtlinge' kamen in sehr schlechter Bersassung an und wurde« nach dem Gefangonenlager Heilsberg(Ostpreußen) writerbesördert. Dir Reaktionsprrsse, die am lautesten nach Rettung der Baltikumtruppen rief, schreit jetzt, man habe den Litauern Eisen- bahn- und Kriegsmaterial überlassen. Es handelt sich um Material, das nicht mehr zu retten war. Seine Uebcrlassung bildet einen Bestandteil des BertrageS, der bin Truppen das Davonkomme« ermöglicht. Angriffe schwacher Ntanischer Kräfte östlich nnd westlich Schaulen fatore Zerstörungen der Telegraphen- und Fernfprechleitungen dauern an. Im Bahnbetriebe sind nennenswerte Störungen nicht eingetreten. örüüer von gestern. Ter„Ostwrsttrlegraph" meldet aus Agram:„Dir Belgrader Regierung hat drei größere militärische Expeditionen zur Nirdrnverfuug deS montenegrinische» AufstandeS beschlossen. Der Einmarsch der serbischen Truppen soll von drei Seiten aus ge- schrhrn, von�Cattaro, Trebinje und Nilschitich. Zwei der serbischen Truppenabteilungen sind bereits in Montenegro einmarschiert. Es kam zu blutige» Kämpfen mit den Montenegrinern. Gegen Zurückhaltung öer Kriegs- gefangenen. - Die H»«a nitä protestiert gegen dir Festhält»»« der deutschen KriegSgesangrnr» durch Frankreich unter der Begründung der Nichterfüllung der Wafsru st instand sbedingungrn durch Deutschland. DaS Blatt sagt, auch B r l g iv n und Eng- l p n d hätte» das gleiche Recht, sich über diese Nichlersüllung zu de- klagen, hätten aber nichtsdestoweniger die Krirgsgefangruen frei« gegeben. Nur Frankreich wolle sich dieses Zwangsmittels nicht berauben und gebe dadurch Deutschland Gelegenheit, sriue Wirtschaft- lichen Schwierigkeiten auf die Zurückhaltung der Kriegsgcsaugenen zu schieben. Es sei nicht klug, die alldeutsche Bewegung aus diese Weise zu stärken und der deutschen Regierung nur noch die Wahl zwischen BolschiwiSmuS oder Wirderhrrsttl- lung de» Monarchie zu lassen. —.-..®--,«. Fe........————... mark mitbringen ließ, was die„Freiheit" ganz in dir X-rpnung smoet, während sie sich glcichzeitg darüber entrüstet. daß Noske in der seinem Amtssitz benachbarten Sklarzschcn Wohirung eine Zeitlang zu Mittag gegessen lut. notabene zu einer Zeit,-wo er von seiner Familie getrennt in Berlin'sein Amt verwalten mußte, und es für ihn nicht gerade angenehm gewesen wäre, öffentliche Lokale zu besuchen. Daraus daß ein Regierungsmitglled einmal bei Sklar, zu Mittag gegessen oder sein Automobil benutzt hat, eine Korruption zu folgern, ist geradezu kindlich. Zumal, da keinem einzigen eine irgendwie unkorrekte Regier ungs Handlung vorgeworfen oder nachgewiesen werden kann. Gerade die-all-, deutsche Presse, die sich tobend entrüstet, weil der oder jener! einmal von Sklarz eingeladen wurde, sollte sich doch einmal daran erinnern, in welcher Weise ihr angebeteter W i l» h? l'm n.' sich selber bei allen möglichen.Leuten zu Gast ge- laden hat. namentlich dort, wo. er eine Befriedigung seiner leidenschaftlichen Jagdvassion, vermutete!| Der aanze Enthüllunasfeldzug fchtet sich dadurch daß man nickt waat, mit den privat verbreiteten Behauptungen jetzt an die Dessentlichkeit zu kommen. WanOn erklären die..Enthüller" nicht öffentlich, was sie seit Wochen unter der Hand verbreitet haben? Wenn man jetzt- nicht die Behauptung der Bestechlichkeit gegen Scheidemann� Eberl, Nooke»sw. offen zu widerholcn wagt, so beweist das. dqß die Enthüller selber eine gerichtliche Klarstellung der ganzen Angelegenheit, die die ganze Seifenblase zum Platzen bringen würde, ängstlich zu vermeiden bemüht sind. Sie wissen, warum. Von feiten der angegriffenen Parteigenossen wird trotzdem alles geschehen, um eine restlose Klärung des Sachverhalts lserbeizusühren. Wie aufgeschnitten wird. In dem„Enthüllungsmaterial" spielt unter anderem auch ein„kostbares Qelgemälde" eine Rolle, das Noske von Herrn Sklarz als Geschenk für angebliche Gefälligkeiten abgenommen haben soll. Wie es sich damit verhält, geht aus folgender Zu» schrift des Zeichners A. M. Cay an die„B. Z.". hervor: „Auf Ersuchen deS ehemaligen Chefredakteurs der„Volks- wehr", Herrn Colli» Rotz, zeichnete ich den Reichswehr- minister, und das Porträt war zur Reproduktion in der Zeitung„Die Volkswehr" bestimmt. Der Rcichswehvmin-ister Noske gewährte mir eine halbstündige Sitzung in der Reichs- kanzlei. Ich zeichnete Herrn Noske in der kurzen Zeit, die mir zur Benfügung stand, und da das Porträt sehr ähnlich wurde, auherte sich der Reichsivehrminister mir gegenüber sehr - schmeichelhaft, und da ihm das Porträt sehr gut gefiel, machte ich es ihm zum Geschenk, So verhält es sich mit dem„kostbaren Oel- gemälde", das lediglich«ine einfache Kohlezeichnung darstellt." Also das Oelbild ist eine Kohlezeichnung, die obendrein zum Zweck der Vervielfältigung hergestellt wurde. Geschenkt hat np nicht Herr Sklarz. sondern der Künstler, der sie gemacht hat. ein ganz harmloser Vorgang.— Sonst aber ist alles richtig I_ Sieölungsfrage und Lanöesversammlung. Am 11. August d. I. ist das Reichssiedelnngsgesetz in Kraft getreten, das die innere Kolonisation umfassender ge- stalten und in ein schleunigeres Tempo bringen soll. Im September, gleich nach Beendigung der, kurzen Sommer- ferien. hat die preußische Regierung der Landesversammlung den Entwurf zum Aussührungsgesetz vorgelegt. Seit etwa zwei Monaten berät der TiedeliingsmiSschitß die Vorlage. hat aber nur die erste Lesung beendet. Diele wurde so gründ- lich gestaltet daß von sozialdemokratischen Rednern mehrfach der Vorwurf der Verschleppung erhoben wurde. Die zahl- reichen Anträge der Tentschnationalen und ihre Reden waren weniger geeignet, die Siedelnng zii fördern, als vielmehr die Interessen des Großgrundbesitzes zu schützen, wie überhaupt die Ausschußberatungen stch nicht so sehr um die Förderung der Siedelung und die möglichst günstige Gestaltung der Lage der Kleinsiedler drehten, als darum, wie der G r o ß g r u n d- besitz, der das Siedelungsland hergeben soll, am besten vor Schaden bewahrt werden könnte. Einige Aenderungen der Vorlage in diesem Sinne wurden auch in der ersten Lesung, meist mit Hilfe des Zentrums, zum Teil auch der Demokraten, besckzlossen. . Am Montag, den 17. d. M.. nachmittags 5 Uhr, sollte die zweite Lesung beginnen. Da zu dieser Zeit aber im Ple- n»m noch ein dentschnationaler Redner sprach, vertagte der Ausschuß die Beratung der offenbar minder wichtigen Siedelungsvorlage bis zum 28. November. Dadurch wird es nunmehr sehr zweifelhaft, ob die Vorlage noch vor den Weih- nachtsferien zur Verabschiedung gelangt. � Und das, obwohl in den Ausführlmasbestimmungen des Reichssiedelungsgesetzes vorgeschrieben steht, daß die Landlieferungsverbände bis zum 1. Dezömber d. I. gegründet sein müssen. Diese Vorgänge lassen das Bekenntnis gewisser bürgerlicher Parteien zur inneren Kolonisation in einem recht eigen- artigen Lichte erscheinen. Erfolg öer Verkehrssperre. Nach dem letzten amtlichen Bericht des Reichskohlenkom- missars haben die Haldcnbcstände an der Ruhr und in O b e r s ch l e s i e n in der ersten Hälfte des Monats November eine erhebliche Abnahme erfahren. Während am 1. November an der Ruhr rund 832 990 und in Oberschlesien 793 999 Tonnen lagerten, bezifferten sich die Haldcnbestände am 15. November an der Ruhr nur noch auf rund 759 99<) Tonnen und in Oberschlesien auf 586999 Tonnen. Sie sind somit an der Ruhr um 82 999 und in Oberschlesien um 117 999 Tonnen, das heißt um insgesamt 299999 Tonnen zurück- gegangen. Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt, daß cs in letzter Zeit gelungen ist, in erhöhtem Umfange Lastkraftwagen zur-Entlastung der Eisenbahn heranzuziehen. Bis- her stand dieser Maßnahme die außerordentliche Knappheit an� Betriebsstoff entgegen. Das Reichswirtschafts- m i n i st e r i u m hat nunmehr erhöhte Mengen zur Verfü- gung gestellt. Mit diesen Mengen wird eS zunächst möglich sein, die bereits im Besitze der Kraft-Verkehrsämter und Kraft- VerkehrKgesellscktaften befindlichen Autos voll in Betrieb zu letzen. Das R e ich s scha tz m i n i ste r i u m hat ferner 400 mit Gummi bereifte Lastkraftwagen überwiesen, für die gleichfalls die erforderlichen Betriebsstoffe vorhanden sind. Sollte es sich ermöglichen lassen, noch weitere Mengen an Be- triebSstoff freizulassen, so werden weitere iOO Wagen eingesetzt werden. Die Wagen sollen in erster Linie für die Beförderimg von Kartoffeln und Kohlen verwendet werden. Selaserungszoftanö in Sitterfelö. Der Belagerungszustand für de« Mtierfeu er Revier ist nicht. wie die„Freiheit" behauptet, auf„Ersuchen' eiuct Snbrildirektvr» erfolgt, vielmehr auf Grund eingehender ürch dezrünteter Berichte der zuständigen Etellvn und deren ordnuugvgirnZtzen Anträgen. sPrzh lullen. Er macht nicht mehr mit. Nachdem dieser s Zln den Frauen ist's, in Massen zu erklären:„?on � Eckstein gefallen— so wird später in den Schullefebüchern zu lesen unserm Wenigen wollen wir noch etwas abgeben. Jeder nev > sein—. zerbröckelte der ganze Bau. Die deutsche Republik ging � zichte auf eine Schnitte Brot, eine einzige Schrippe die Woche, , elend zugrunde.( und die Regierung sende die so ersparten Mengen nach Herr Mohull macht das einfach so. Er veröffentticht im Anger- 1 Oesterreich, rette Wien vor dem Hungertod!" durger.KreiSblatt"— Angerburg liegt tief in Ostpreußen— eine Gibt das arbeitende Volk.Berlins solch' ein Beispiel. Strafantrag gegen öie �eeshest�. ' Der Erste Staatsanwalt hat gegen den-verantwortlichen Redakteur der„Freiheit' wegen Beleidigung des Ersten Staats- anwalts Weihmann und des Staatsanwalts Inmbroich, enthalten in der Mimtagausgabe des Blattes. Itrafantrag ge- stellt.— Die„Freiheit' halte die beiden Staatsanwälte schwere: Verletzungen threr Amtspflicht im Fall Marloh beschuldigt, ihnen sogar direkte und wiflentliche Begünstigung der Täter vorgeworfen. Offenlegung öer Personalakten. Auf die kürzlich mitgeteilte Anfrage der Genossen Scheidemann und Sicinkopf in der Nationalversammlung wegen Offenlegung der Personalakten der Beamten hat die Regierung durch ihren Ver- . treter folgende Antwort erteilen lassen: „Die in der erwähnten Pressenotiz dargelegte Stellungnahme zu der Frage der Einsichtnahme in die Personalakten ist n i ch t von einer Reichsstelle erfolgt. Die Verhandlungen über diese An- Gelegenheit schweben vielmehr zurzeit noch Das ReichStabinett wird in allerkürzester Frist endgültig zu der Frage Stellung nehmen. Gemäß dem Beschlüsse des Kabinetts werden �amtliche Reichsbehörden mit entsprechender Anweisung über die Einsichtnahme in die Personalakten versehen, auch werden die Regierungen der Länder entsprechend verständigt werden." Bezüglich der noch immer ausstehenden Amnestie für die Disziplinarvergehen der- NeichSdeamten wurde von der Regierung folgendes erklärt: „Ein Gesetzentwurf über die Gewährung von Straf- fveihctit und Strafmilderung in Disziplinarsachen ist dem Reichs- rat behufs Erteilung der erforderlichen Zustimmung v o r g e- legt. Die Einbringung des EldfebentwurfeS an die National- Versammlung wird in allerkürzester Frist, erfolgen." Wir hören weiter, daß sich der H a u p t a u S s ch u ß der Nationalversammlung rn den nächsten Tagen mit einer Reihe Be- amtenfragen von grundsätzlicher Bedeutung, deren Er- örterung bei der Etatsberatung nicht erledigt werden konnte, be- fassen wird._" «kine Anfrage. Der deutschnationale Abg. Warmuth hat in der National» Versammlung folgenden Antrag eingebracht:.Nach einer Mit» teilung deS.Berliner Tageblatt" �Morgenausgabe vom S. November ISIS) ist ein gewisser Karl Helmhake, der im Oktober 1014 als Freiwilliger bei einem Berliner Garderegiment eingetreten war. im Frühjahr ISIS durch seinen Kompagniesührer in bestialischer AMse zu Tode gemartert worden. Der Sachverhalt ist am '20. Mai 1919 durch den Vater deS Heimhole dem Kriegs» Ministerium überreicht worden. Ist die Regierung bereit, den Sachverhalt mitzuteilen' und gegebenenfalls, was geschehen ist, um das verbrechen der Sühne zuzuführen?"_ Der Zusammenbruch in Przptullen. Ludendorff und Helfferich sammeln in Berlin die Schulsugend zum tödlichen Streiche gegen die Regierung. Aber wehe, es stehen mit ihnen Männer auf, vor deren Heldentaten, wenn auch nicht di« Erde, so aber doch die deutsche Sprache zittert. DaS Liefe vom braven Mann« wird eine neue Strophe bekommen. Werden m Zu- kunft die berühmten Männer von König Artus' Tafelrunde genannt, io wird ein neuer nicht vergessen werden: Herr Motzull auS Annonce: Ich mache der Gemeinde Przytnllrn bekannt, das? ich mein QrtSka ssenrenbanten.«nd Stenercrheberamt vom 1. Dezember 1919 niederlege. I ch lasse mich von den jetzt eingesetzten Beamten nicht kontrollieren, dazu sind mir die viel z« klein und ich diel zu sein. Motzull, Ortskassenrendant und Etcuererheber in Przytnllen. Sicherem Vernehmen nach sind in Pczytullen bereits zwei Deputationen eingetroffen. Eine von Kastans Panoptikum, die andere von dem abgesetzten Schuldirekwr aus Wilmersdorf. Dieser will den„viel zu feinen" Motzull in seine neuzugründende Protest- schule aufnehmen, wo mehr Wert auf deutschnationale Gesinnung als auf eifrigen Schulbesuch gelegt wird. Du aber, jämmerliche Regierung, hebe dich von hirmen, Ter große Motzull aus Przhtullen schlägt dich in die Flucht. Zrauenhilfe für Wien! Wir werden um den Abdruck folgenden AulrnfS gebeten: Nicht, weil Wien meine Geburtsstadt, Oesterreich die Heimat meiner Jugend, die wehmütige Erinnerung an Schön- heit, Güte, warme Menschlichkeit ist, spreche ich. Ich tue es, weil wir Frauen nicht schweigen können zu dem Kinder- mord. dem Elend, dem Hungertod in Wien. Gerade w i r können es nicht, die wir gleichem Schicksal so nahe waren, vielleicht noch sind. Auch in Berlin mußten Kinder dahinsiechen aus Unterernährung, körperlich und geistig zurückbleiben, auch hier ging der Tod durch die Rethen der Säuglinge, starben die Mütter, ergriff die Tuberkulose immer neue Opfer. Wir haben ihn nicht vergessen, den Kohlrübenwinter 1916/17, wo die Kartoffeln fehlten, jedes Brotschnittchen ab- gezählt wurde. Wir haben nicht vergessen, was gerade die Millionenstadt erdulden mußte, während manche Landgebiete in Süd und Nord so schlimmen Mangel nicht kennen lernten. Wir entbehren auch heute. Denn für die weitesten Kreise sind all die verlockenden Dinge unerschwinglich, ein bloßer Schau- fensteranblick. Gerade auS dieser Entbehrung heraus müssen wir das ins Grauenhafte gesteigerte Schicksal unserer Schwester- stadt doppelt mitfühlen. Hier dumpf getragene Not— dort Aufschrei des Jammers. Hier langsam zersetzende Unter- ernährung, dort nagender Hunger I Hier eist zu Wenig, dort Nichts, das nackte NichtS! Frauen, Mütter, Genossinnen, wir müssen helfen. Kein Anderer tut es, nur wir können eS. so arm wir sind. StetS fand ich bei den Armen die größte Gebefreudigkeit, das Scherflein der Witwe in hundertfacher Gestalt. Ich sah bedürftige Wöchnerinnen versorgt durch die Hilfsbereitschaft besitzloser Nachbarinnen, kümmerliche Kinder beschenkt durch die Güte armer Hausbewohner. Ich entsinne mich des mutier- losen Kleinen, den der- rohe Vater, der tagsüber dem Hause fern war, von früh morgens bis spät nachtS ausschloß, ohne Nahrung, ohne warme Kleidung auf die Straße zwang. Bitterarme Frauen deS Hauses, die ihren eigenen Kindern die Bröckchen Nahrung, die ärmlichen Lumpen absparen mußten, schützten den Mißhandelten monatelang vor dem Untergang— bis der Kinderschutzverein davon ersuhr. Wien ist solch ein unglückliches, mißhandeltes Kind, von Allen verlassen. Wollen wir hinter jenen Frauen zurück- stehen? Fragt nicht, wer zum Unterhalt verpflichtet? Fragt nicht, wer geben könnte und es doch nicht tut? Laßt es die mit ihrem Gewissen abmachen, falls sie eins haben. Wir müssen dem Ruf der Menschlichkeit folgen, der aus uns tönt.'>>- I Hier ist das Opfer dann darf keiner im Reich mehr Fiurren. am sühlbarslen. Mag die Presse der Entente, mögen ihre Staatsmänner, sie alle� die ja nur den Krieg führten um der Gerechtigkeit und Kultur willen, und die schonungslos ganze Völker dem f ungertode überantworten, höhnen:»Sehe das heuchlerische eiUschland, es schreit um Hilfe und hat doch Ueberfluß, wie könnte es sonst noch abgeben?" Laßt die Unbelehrbaren! Es gibt Völker und in allen Völkern Menschen, die uns verstehen werden. Und die Gc- schichte wird diele opferwillige Tat in ihre Wcigschale legen, gegenüber der'Wagschale mit den„Deutschen Greueln" I Den Wienern aber wird diese Hilfsbereitschaft nicht nur Nahrung des Leibes geben, auch Brot der Seele. Auch das brauchen die schuldlosen Opfer einer Welt von Haß. Sie werden fühlen, daß eS noch Menschen gibt. Die Armut, die mit der Verzweiflung teilt, ist ein wunderbares Beispiel der Religion des Sozialismus. Adele Schreiber. Die Hilfsaktion für Wien. In Nebereinssimmüng mit der'ReichZregierung haben die Abgg. Löbe(Soz.), Trimborn(Z.), v. Payer(Dem.), Schultz(Dnat.) und Heintze(D. Vp.) folgenden Antrag eingebracht, der auf der l�ageSordnung für heut«, Donnerstag, steht: Angesicht? der Hungersnot in Teuischöstenoeich ersucht die Nationalversammlung die Reichsregierung, trotz der Notlage iq Deutschland 1. den Teutschösterreichenn, insbesondere der Stadt Wien, mit Mehl auszuhelfen, damit dei Hunger nack Brot durch deutsche Hilfe gelindert wird. Zu diesem Zweck ist die für den Verbraucher festgesetzte deutsche Mcblral-.cm für vier Wochen um je insgesamt 209 Gramm, crsso wöchentlich von 1750 auf 1700 Gramm zu kürzen; 2. eine privat« Hilfsaktion znrninsten der Hungernden in Deutschösserveich unverzüglich ins Werk zu fetzen. Daß die Unabhängigen diesen Antrag nicht unterzeichnet haben. soll seinen Grund darin finden, daß sie zwar auch für di« HilfSaktio� sind, sie aber ntckii durch Abzug von der Brotkarte verwirklichen wollen. Die zuständigen Stellen meinen jedoch, daß ohn« diese Regelung de? Zweck nicht erreicht würde. Nach Abzug der Selbstversorger sind in Deutfchlanfe rund vierzig Millionen Brotkartenbesitzer vorhanden. Deutschösterreich wird also wöchentlich 2 Millionen Kilogramm Mohl erhalten. Die Meldungen über Angriffe halbverhungerter Eisenbahner auf den Zug der holländischen Kinderhilfe bei seinem Eintreffen in Wien werdest dementiert. Der Kommandant des HilfSzugeS, Over-' leutnant Houtmann, hat der LagerhauSdirektion gegenüber sein volle» Einverständnis und feine Zufriedenheit lvit dem Vorgange bei der Entladung ausgesprochen. Mörüerzentrale regierte. Im Budapester Terroristenprozeß wurde»der die Ermordung des pmsioniertru Posttassrudirektor« Alexander Hollo» und seine« Sohne« Staatssekretär Alexauder Holla»»erhandelt. Beide wurden am Ostermontag»acht««l» Geisel« verhaftet. Während der Urbrrführunz WS Gefängnis wurden sie von den sie begleitende» Terroristen erschösse« und dir Lerche« iu die Donau grworfr«. Der Sommaudant der Terroristengruppe Josef Cseruy erklärte, e» hätte den Auftrag gehabt, 409 Geif-ln ver. haften zu lassen. Er habe bloß beföhle«, dcnjruigcn niederzuschießen, der einen Fluchtversuch mache. Angeklagter Terrorist MeSzaroS erklärte, daß Terrorist Lazor ihm befohlen habe, dir beide« Hollau zu erschieße». Beide wur- de« au« User der Donau geführt. Lazar, MeSzaroS»nd noch rw dritter Terrorist stellte« sich hinter sie und tötete« sie mit je einem Cln Ausflug. Bon Ernst Preczawg. Vor kurzem war ich in der Urania. Wandert: durch de» Weltenraum. Hab die Sonne, den Mond, MarS, Jupiter, Saturn imfe so weiter besucht. Sah alte Welten absterben und neue au» den Spiralnebeln sich zusammenballen. Bilder waren da, aus dsnen zahllose Sonnen iuA Planeten wie riesig« Schafherden erschienen; sie ttaben und drehen sich'in schwindelnder Eile durch den unendlichen Raum, krabbeln ümein- ander wie wildgewordene Ameisen. Die Erde ist ein winziger Punkt. Ein Floh aus der Leinwand. Unsere Sonne ein leuchtender Maikäser. Jedes ein winzige» Individuum. da» ebenso gut fehlen könnt« in dem Schwarmgewimmel. Die anderen würden'doch gleichmütig durch den A et her tanzen. Wie sich die Mückenwolke wenig darum bekümmert, ob eine oder zehn oder hundert Mücken fehlen bei ihrem Spiele im Licht. Rot erscheint uns der eine Stern, gelb oder bläulich der andere. Auch Welten altern und werden gtzau. Noch der Jugendröte kommt die Gelbsucht d-S Alters. Sie kriegen Falten und eine schlaffe Haut, werden griesgrämig and bekommen Warzen und Pocken; das Herz erkallet, und gelegentliche eruptive Ausbrüche zeugen von dem cholerisch gewordenen Temperament./ Koperniku», Kepler, Newton. Herschel, Secchi und ander« stellten sich vor— kleine Menschenwesen mit hohen Stjrnen und forschenden Augen. Grübler, die sich bemühten, da» Universum im Hirne einzusaugen und einen Sinn in den sinnlosen Kreislauf der Nebel- Produkte zu dringen. Auch Marconi wurde, ein wenig satirisch, er- wähnt, weil er kürzlich drahtlöse MarStelegramme gespürt haben will. Der Gedanke, daß auf oll den Welten menschenähnliche Wesen teben. die ungefähr so wie wir gebaut find, ebenso finnreich und weise wie wir ihr Dasein abspinnen, ist tief erschütternd. Da aber die gleiche Malerte sich nach dem Zeugnis der Spektralanalyse tn der ganzen großen Schafherde der Welten wiederholt, liegt die Be» fürchtung nahe, daß auch die Bewohner der verschiedensten Aether- inseln im allgemeinen aas demselben Teig gebacken sind wie wir Erdbewohner. Gleiche Ursachen, gleiche Wirkungen. Das würfe« also heißen, daß die Wesen auf den andere� Sternen einander auch mit schönen Phrasen und Handgranaten bombardieren, sich die Schädel einschlagen, vor den erschütternden Dramen ihrer Kientöpfe sipannunygeladen anstehen und nationale Parteien besitzen, di« ihrer Intelligenz dadurch Ausdruck geben, daß sie Wesen verhimmeln, die sie in den tiefsten Sumpf geführt haben. Stellt man sich diesen rmtitcr, wiefeer auferstehenden Götzen- glauben als Allgeist vor, der über den Welten schtocbt und ihre Ge- schicke lenkt, so entschwindet dem freieoeu Geiste jede Zuflucht». Möglichkeit. Wohin, großer Gott, soll er? Wohin kann-r? Auf de« Welten, die noch im Glühen des Entstehens sind, verbrennt er sich die Füße. Auf den ausgestorbenen Erden blüht ihm nicht? als der chronische Schnupfen. Die bewohnten Welten aber? Wer weiß denn, ob die berühmten MarSkanäl« nicht vielleicht Schützengräben sind? Auch der Ring, de» Saturn bedeutet möglicherweise eine strategische Einkreisung. Wenn aber die Sterne selbst vom Fieber de» Hasse» bewegt werden— wo im Universum wäre der frisfeliche Punkt, die Harmonie? Auf dem Monde, sagt mancher. Aber der ist fertig. Seinen Pockennarben nach, di: wahrscheinlich Granattrichter sind, hat er seine letzt« Kraft in einem Mondkrieg verpulvert. Trotzdem sah ich auf einem Gipfel de» Rrnggebirge» Archimede» zwei ibensche»ähnliche Wesen stehen und dachte: Ihr Glücklichen! Friede um Euch! Aber möglicherweis: waren e» nur ein paar Fliegen flecke aus der pholographischen Platte. Eine krittsche Würdigung Kurt EiSner» hat unser alter Adolf H e p n e r bei Oswin Gebbert in München erschienen lassen. Diese Schrift zur Geschichte der Revolution in Bayern ist schon deshalb wertvoll, weil sie da» Urleil eine» Manne» entwickeli. der ein halbe» Jahrhundert Arbeiterbewegung in reaer Beteiligung erlebt, die Massen in allen Stufen des Handeln» kennengelernt und unzählige Einzelne auf ihrem Wege beobachtet hat. Diese Ersahrungen geben Maßstäbe, die jedem Urteil über neue Begegnungen und Begebenheiten Sicherheit vermitteln, und da» kommt auch dieser Schrift zugute. Hepner kritisiert Eisner al« SlaotSlenker.»Es enthält keine Geringschätzung de» Manne», wenn ich darstelle, daß ihm die Rolle eine» Staatsoberhauptes.nicht lag', obwohl er als „Politiker" manche bedeutenden Eigenschaften befaß, die vielen der berühmtesten GtaatSmänber abginge« und abgehen." EiSner fei in seiner politischen Mission nicht nur geicheitert cm seiner Romantik, die eine der Zierden seiner schöngeistigen Arbeiten war, sondern an seinen neuen Freunden. Hepner fügt dem die Ansicht hin. zu:„Einigung' der Arveiterfraktionen ohne völlige Klärung der Punkt«, die sie bisher geschieden haben, bleibt wertlos." Di« Schrift (sie kostet 80 Pf.) sei der Beachtung empfohlen. ge, Die Zerlegung der At»«e. Dem bedeutendsten englischen Radiumforicher Ruiheriord ift e» gelungen, den Stickstoff, den die Chemiter zu den Grundstoffen zäbien. zu zerlegen, und»war in Heliumgaö und Wosierstoff. Der Verfall chemlfcher Atome ist ie't der len'ationellen Entdeckung des Radiums durch Frau Curie ljetzt Piof. in Warschau) bekannt geworden. Alle radioaktiven Elrinenie schleudern bei der Explosion ihrer Atome Heliumaiom«(die Alpha- strahlen) au»; aber dielen Zerfall können wir nicht wtsikürlich de- e'nfluffen. er vollzieht sich nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit. Rutberford benutzte nun die gewaltig» Wucht der bei der Explosion radioaktiver Stoffe fortgeschleuderter Heliumatome, um d»e»low- de» Snckiloffs zu zertrümmern. Dieses ist»ine Tat von ungeheurer Tragwsfte, vergleichbar der Entdeckung der galvanischen Elektrizitätserzeugung durch Bvlia. die das elektrisch» Zeitaller einleitete. Wir stehen am Anfang einer neuen Wiffenschcfft, einer nenen. Wunderwerke schaffenden Technik. Aber diele Entdeckung bedeutet auch eine» mächtigen Schrill in der Sntwickelung unserer Aellanschauuug. Da» frühere System von 80 unteilbaren G-undstoffrn oder Elementen war vom pdUo- sovhiichen Standpunkt durchaus unbefriedigend. Wie das seit in unserer Sinnlichkeit(im Sinne KantSs verankerte Geietz der Kau- ialität un>er ganze» Erkennen beherrickt, so drängt uns da« pon innen strahlende Licht unseres Verstandes zur«nnabme einer einzigen Uimateiie. Sriechiiche Philosopden bauten oui.dirser Denk« Notwendigkeit thre Systeme oui; die moderne experimentelle Forschung näherte sich ihr stuienwciie. Der erste Schult war die Entdeckung des natürliche» Systems der Elemente, welches die Ver- wandtschait aller Grundstoffe dartat, dann fand man diesen inneren Zusammenhang aufs glänzendste durch die Entdeckung der radro- aktiven Stoff« beftäiigt, und nun zerlegt Ruiheriord einen dreser sogenannten Grundstoffe, den Stickstoff, in zwei andere. Zkaver Scharwenka: Kein Zweifel, dieser rhythmische und melo- bisch« Klang, dieses Hexameter-Ende weist von selbst auf einen Künstler, einen Musiker. Ernen der krästrgsten und beweglichsten zudem, die Berlin hat. Den Tag, da er vor 50 Jahren zum erstenmal in der Smgakafeenti« auftrat, feierten in demselben Raum Schüler und Freunde serner Kunst durch den Vortrag von Liedern und Kammerwerken. Man lobt mit Recht und spielt mit anhaltendem Erfolg sein B-Moll-Konzert. von fernen sonstigen kleineren Klaviersachen find die polnischen Tänze nrhrnensweri. von Ensembiewcrken sein Klavierquartcit. und seine gewandt gelchne- bene Oper.MatcrSwrntha' könnte auch hegte noch de» Beifalls sicher sein. Al» Pianist und als Lehrer de» Klamersprels ist er an der Kullakschen Akademie, in Deutschland und Amerika ,etzt seit Jahrzehnten als Mitdirektor de» Klindworth. Scharwenka- Konservatorium» ebenso bedeutend wie ol» Ensemdicspieler(„Pro. fessorcn-Trio's. In allen Etappen seine» erfolgreichen Künstler- leben« hat er al» eigener starker Mensch dagejtanvcn und hat sich auch um die Verbreitung unbekannterer ausländischer Musik verdient gemacht. Der Moderne steht er fremd gegenüber, seine Er- ftndung und feine formale Begabung erhalten ihre Direktiven von den Klasiikern und Romantikern. Ein gerader, vollwertiger Musiker, ein Pädagoge von wirklich erzieherischer Begabung, dem seine Schüler llnd Schülerinnen mit Begeisterung anhangen. K. S. Da» Große SchantpiellianS wird mmzen erSlwet Zur Sröffnnng ift ein Buch eischienen das- Aullätze über dic Entipiltiung. die wnnterilchen Zilie, den Bau dleier Bübne rnttäll Bolin öllei. PintbuS. Oatenclener. Dert, Brandl, Poelzlg u 0. baden Auliätze belaei eucrt. Für die.v r«»> e bat Ernst Stern die iirchltcttlmiichk AnSgestaliuna der BuKn>' getronen. Di« Eböre lrurdcn von Bertbold Heid einstudiert D-n erlien orstibrer dal Ludwig WnIIner übcrnonimei?. Der Abonnentenstamm belaust sich bereit» aus rnelie al» 130000 Personen. Da» volltllch-llterorikche Kabarett»Scholl nnb Rauch- st» Grosien EchauliPtelh-uS-wird Ansang Dezemdcr erösfnel. Tveater. Fm Rosetdeater gelangt am 1. Dezember, ab-rid»"Vi Nist, ffmU NosenowS Drama.Die im Schatte» leben zur iin.nauf- fithrung.-, Herbert Enlenberg liest am t. Dezember in der Kunsthvndlung Fritz Guriitt, Polsdomer Sir. U3. vor getadenein Bubstkum Dichtungen aus dem neuen Novellenband»Der Bankrott Europa»'t. Tie Tadaisten werden Sonntag oorm. 11 Uhr In der ,Jr(fi3nc* n. a. rinnt von Rtchord �ülletibcd vcii�ftlrn �.rlit:. leMamc* h« r* n* 1. m* w ,1 m".® a b ii• Aur LMttüdruna bringen. Schuh. Auf die Fraxe des PrMieitte«, rS tt keine GewlffenS. b i s f.e gehabt Hab«, weil er Unschuldige ermordete, erklärte MeS- zaros, er habe befürchtet, daß Lazar ihm ein Leid zufüge, wenn er nicht gehorche. Ter pensionierte Nichter Tzlavet uud der pensio- nierte Staatssekretär Karacson, welche gleichfalls am Ostermontag nachts als Geiseln verhaftet und mit demselben Lastauto abgeführt wurden, wie dir beiden Hollan, geben an, daß sie sich im Auto mit dem Gesicht nach abwärts niederlegen mußten, beschimpft und mit Gewehrkalben mißhandelt wurden. Ein Protest. Au» dem Gefangenenlager C a m b r a i geht unZ folgender Protest zu, den wir ungekürzt wiedergegeben: UnZ kam heute ein AuZschniitt aus einer unbekannten deutschen Zeitung in die Hände. Aus diesem geht hervor, daß am 17. Mai d. in den„JtzeKver Nachrichten" ein Artikel von einem gewissen A. W. erschienen ist, in dam die Mehrzahl der deutschen Kriegs- gefangenen als Vaterlandsverräter bezeichnet Wirt). Der betreffende A. W. wünscht sogar, man möge die Kriegsgefangenen noch länger in ihrer„freiwillig erwählten" Gefangenschaft lassen. Wenn schon der Artikel an sich genug Entrüstung bei uns hervor- gerufen hat, so finden wir es«noch unverständlicher, daß eine beut- sche Zeitung es wagt und wagen darf, eine» devart-ig beleidi- genden Artikel in ihren Dpalten wiederzugeben. Obgleich wir- der Anficht sind, daß der Verfasser des betreffen- den Abschnitts nicht die Leistungen und Entbehrungen eines Front» soldaien persönlich kennengelernt hat, wenden wir unS doch entschieden gegen diese Verdächtigung, zumal Leute unter unS find, die vier Jahre in vorderer Linie gestanden und den Feind von un- serer Heimat ferngehalten haben. Selbst wenn bedauerliche Ein- zelfälle von Pflichtvcrgessenheit vorgekommen find, so ist bei weitem kein Grund vorhanden, die Allgemeinheit zu be- schimpfen, die für ihr« Pflichterfüllung die schweren s e e- I i s ch e n und körperlichen Leiden der Gefangenschaft erK dulden und noch jetzt, ein Jahr nach dem Waffenstillstand, die Hei- mat, Freiheit und Familie entbehren mutz. Im Namen unserer Kameraden zeichnen M. Schrapel. R. Drehmann. O. Köbler. R. Lampe-Bischer. &■ Thiede. W- Engelmann. A. Junghans. M. Petzoid. Welz. . Liberia. Fr. Trennwolf. Kleine politische Nachrichten. D»s Wirtshaus an der Lahn. Das Disziplinarurteil gegen den Studenten Lemmer wird vor seiner Bestätigung von den Aufsichtsbehörden noch gründlich geprüft werden. Wann beginnt aber das Disziplinarverfahren gegen den Schmähprofessor Träger? Tie Reichsrifenbahn. Die einzelstaatlichen Regierungen, ein- schließlich Preußen und Sachsen, haben sich m der kürzlich abgehaltenen Porbesprechung damit einverstanden erklärt, daß die Staalsbahnvcrwaltungen nicht erst am t. April 1921. wie eS in der Verfassung vorgesehen ist, sondern schon am 1. April 1929 auf das Reich übergehen. Ostseeschtffahrt. Die Ostseestation teilt mit: Di« aenerelle Handelsfreiheit zwischen deutschen Häfen und der deutsche» Ostseeküste ist von der alliierten Wasfcn'tillstc.ndskommission für Segelschiffe und Motorsegelschiffe bis zu 100 Brufto-Reg.-Tonnen genehmigt worden. Wie großmütig! Deutschland nicht iu den Sölkerbund!„Daily Ehronicle' schreibt, daß der Bericht des Pariser Korrespondenten der„New Jork Sun", man sei in britischen Kreisen genergt. Deutschland infolge der Weigerung der Vereinigten Staaten sofort zum Völkerbund zuzulasien. nicht den Tatsachen entspreche. In gutunterrichteten Kreisen sei man der Anficht, daß keine Möglichkeit bestehe. Deutschland sofort zum Völkerbund zuzulassen. Ein derartiger Be» schluß könne von der Versammlung des Völkerbunde» nur mit Stimmeneinheit gefaßt werden, und eine derartige Ber- sammlung werde nicht früher stattfinden, als etwa 2% Monate nach dem Inkrafttreten des Friedensvertrages. Znöustrie und tzanöel. Börse. Die Börse war heute durchweg fest gestimmt, wobei teilweis« auf di? neiren EisenpreiSerhöbungen, teils auf die Erleichterung der Ostseeblockade hingewiesen wurde. Durchweg bevorzugt waren wieder Kolonialpapiere«n Zusammenhang mit der Verschlechte- rung deS MarkkurseS. Besonders begehrt waren Dchantung, die 2S Proz.. Anglo-Suano. die 22 Proz., und Deutsch-Uebersee. die etwa 27 Proz� gewannen. Gefragt waren namentlich auch South- west-Asrica, während von amerikanischen Bahnen Ea>vda«inen neuen HöchstkutS erzielten Am Montanmarkt waren die Kurse durchweg leicht gebessert, ebenso zeigte sich für Schis- fahrtSiktien Kambcgehr. während RüstungSpap-sxrx wenig verändert waren. Heimische Anleihen lagen füll. . GroßSerün Charlotten bürg ohne Elektrizität. Wie vorauszusehen war, hat die Verwaltung der städtischen cr.ektrizitötsnerl« in Cbarlottenburg heute früh 6 Uhr ihren Be- trieb eingestellt. Sämtliche Bestände an Kohlen sind soweit auf. gebiaucht, bah es nur noch möglich ist. für den heutigen Tag öaS st. dusch« Kronkenbaiis Testend, die Postämter l und 2, sowie die Ctablkorptlosien im Rathaus und im Bahnhof Westend mit Licht zu versorgen. Jegliche Vers»rguag der Privotlndustr« sswie der Häuser mit �Irktrischm Strom hat ausgehSrt. Reckt unangenehm wulde vor allem auch d,e Einschränkung im Straßcnbahnbmieo empfunden, namentlich auf den Linien nach SiemenSstadt. In- fölgedesen hcrrsckte heute aus der ohnehin schon überlasteten Ringbabn- und Vorortstrecke nach Fürstenbrunn ein gefährlicher Andrang. Die Notwendigkeit der Betriebseinstellung de? Charlottenbur- grr Elektrizitätswerks hat sich, wie unv von der Direktion de» Werkes mitgeteilt»ird. einmal daraus ergeben, daß infolge des trüben Tet'erS der letzten Zeit der Bedarf an elektrischem Lich, sich außerordentlich erhöht hat. was wiederum einen vermehrten Verbrauch an Kohlen zur Folge hatte. Während im Monat Oktober durchschnittlich 120 Tonnen Kohlen verbraucht wurden und Ansang November lägl'ch etwa lW Tonnen, steigerte sich der Kob c,'verbrauch vom 10. Novcmkier auf ISO. 169, 170 Tonnen bis aus 183 Tonnen am 16.November. J» den letzten Tagen stieg der Kohlenverbranch weiter bi» aus 200 Tonnen pro Tag und hat in den letzten 24 Stunden vor der Stillegung d«S Werke« sogar 2S0 Tonnen betragen. Um 12 Uhr mitternachts war nur noch ein Koblenbestand von 120 Tonnen vorhanden. Dieser vor- rat reicht aber nur noch dazu, die unumgänglich notwendigen Siio» iicierungen durchzuführen, so daß im übrigen der Betrieb eingestellt werden milßte. Daß Eharlottenl'urger Elektrizitäts- werk bat täglich den Bedarf und seinen Bestand an Kohlen der zuständigen Kohlenstclle gemeldet, so daß d,ese Behörde über die Sachlage hält« unterrichtet sein müssen. Das war aber offenbar nicht der Fall, denn es scheint, als ob diese täglichen Meldungen nicht b-S zur zustündigen Stelle gelangt sind. Aber noch arff einen zweiten Mangel in der Organisation der für die Kohlen- Versorgung zuständigen Stelle weist die Leitung des Charlotten- burger Elektrizitätswerke? hin. Eine große Zahl von K«hnla düngen Kohlen, die seit Oktober dem Werk zugewiesen und avisiert worden waren, sind bisher nicht s i n Z e t r o f f e n, und es war bor «Hern nicht einmal möglich, den iL e.r b l e i b dieser Kähne festzu stillem Dieser letztere Mißstand erschniert natürlich die rechtzeitige Versorgung lebeuSwichtiger Betriebe arißerordentlich Diese Lücke in der Organisation müßte schleu- «igst ausgefüllt werden. Der Reichskohlenkommissar teilt hierzu mit: Am 16. d. M. verfügte das Eharlottevburger Elektrizitätswerk über einen Koblenbestand von 1460 Tonnen, der nach dem bis dahin üblichen TogcSverbrauch für 10 Tage gereicht hätte. Das Anschwellen des KoblenverbrauchS von diesem Tage an von 13ö auf 153 Tonnen ließ immerhin ein« Versorgung auf mindestens 6 Tage gesichert erscheinen. Dies? Berechnung ist, dann aber durch das plötzliche ungewöhnliche Steigen de? Strombedarfs und auch dadurch zu- nickte gemacht worden, daß für das Charlottenburger Werk be- stimmt« Kohlensendungen infolge der ungünstigen Witterung nicht eintrafen. Am heutigen Donnerstag Morgen ist. ein kleiner Kahn mit 70 Tonnen Kohlen bei dem Charlottenburger Elektrizitäts- werk eingetroffen. Der Kohlenkommissar bat ferner heute morgen die Beschlagnahme von in Berlin liegenden Kohlenkähnen zu- gunsten des Charlcttenburger Werkes verfügt. Falls diese Liefe- rungen bis Mittag erfolgt sind, kann noch heut« abend der Be- trieb wieder in vollem Umfange aufgenommen werden. Wie wir in letzter Min»te erfahren, ist ein Kahn mit 180 Tonnen für Spandau bestimmt nach Cbarlottenburg dirigiert worden. Mit diesem Ouantum will man die Nachrbelcucbtung aufrechterhalten. Solkien inzwiscken weitere Kohlenmengen nicht eintreffen, so müßte denn mergen früh genau so wie heute der Betrieb auf das allernot- wendigste wieder beschränkt werden. Erohe Bauerfvlge in Niederbarnim. Als Gesamterfolg der Bautätigkeit im Kreise Niedcröarnim im Jahre 191S wird den N. P. N. midgeteilt: In geschlossenen Sied- lunge» ist ein Zuwachs von 547 Wohnungen, an Einzelbauten von 5� Wohnungen in 406 Häusern, von denen 254 Eibsamilien-, 141 Ziveifamilien., 11 Vierfamilien- und 2 SechSfamilienhäuier sind, zu verzeichnen. Von den Wohnungen entfallen auf Stein- väuser 497, auf Lehmhäuser 39, Holzhäuser� 7 und Schlackenbeton- bäus«r 40. DezugSfähig fertiggestellt werden noch in diesem Jahre in den Siedlungshäusern etwa 100, in den Einzel- Häusern annähernd 500. zusammen also 600 Wohnungen, während im nächsten Frühjahr di? restlichen 530 Wohnungen bezogen werden sollen. Dem Bedarf gegenüber ist diese Zahl immer noch recht u n- genügend weil der Zu'ammeizflub rvn Menschen in Groß-Berl!» die Peripherie ungeheuer belastet.. denkt man aber die Leistung cnt- sprechend dem Veilmltnis der' Einwohnerzahl von fi-.eis und Reich vervielfacht, so müßlen heute 70 00, im nächsten Frühjahr 130 000 neu« Wohnungen in Deutschland zur Verfügung stehen, tixnin— überall ebensoviel gebaut worden wäre wie in Niederbarniin. Besonders beachtenswert erscheint die Tatsache, daß die Ein- zelhäuier nahezu rbstlos fertiggestellt wurden, wäihrenb die Siedlungen im Rückstand geblieben sind. E« widerspricht dies der heute herrschend gewordenen An- n»hme, daß die Förderung der Bautätigkeit in geschlossenen Siede- lungen, besonders die Baustoffversorgung, wesentlich erleichtert werde. Der Kreis Niederbarnim als Teil des WohnungSverbawdes Groß- Berlin war nicht genötigt, die staatlichen Kostenzuschüsse für jedes Unternehmen einzeln zu erwirken, sondern Halle an dem Pauschiatz von 80 Millionen Mark tcil� der dem WohnungSvcrbande übertragen war. Für geschlossene, Siedelungen entfallen auf den Kreis 12 Mil- lionen Mark. Es wurden aber außerdem noch 4�- Millionen Mk. bereitgestellt, um am i. November 1919 noch mindestens, wertere 250 fertige Wohnungen nachweisen zu können.- ES ist aelungen. die einzelnen Zuschüsse jedock» io herabzudrücken.daß statt der ge- forderten 250 Häuser rund 400 fertig geworden sind. Eine Zentralausgleichsstelle beim Reichsministerinm des Innern. Wie die P. P. N. erfahren, ist beim RcichSministertum deS Innern»ine Zentralausgleichsstelle ins Leben geruien worden, deren Tätigkeit daraus gerichtet ist, die überzähligen Be- amten deS HeereS. der Marine, der Sämtziruppen, deS Reichs- kolonialnrinist�iumS und der Le«>>SverwaItung für Elsaß- Lothringen in anderen Stellen der Reicks- und Staatsbehörden und, soweit möglich, auch bei KrciS- und Kommunalbebövden unterzu- bringen: Bei der großen Iah! der verfügbaren Kräfte muß die Zentralausgleichsstelle sich zunächst in der, Regel nur aus die Ver- mittlnng zwischen den abgebenden und den ausnehmenden Behörden beschränken. Di« Reichszentrale der Arbeitsnachweise und die ZentralauSgleichSstelle des ReichSministcriums des Innern arbeiten gemeinsam. Die bereits bestehende Verbindung mit dem Dentschen Beamtenbund und seinen Organisationen wird weiter ausgebaut. TvaS vom neuen Mehl zn erwarten ist? Dies« Frage erörterte in einer Versammlung der Berliner DäckerzwangSinnung der Professor Reu mann von der staatlichen Versuchsbäckerei. Nachdem die Ausmahlung des Ge- treibe? von bisher 94 Proz. auf nur 82 Proz. herabgesetzt ist. dürfe man hoffen, daß daS neu« Mehl sich besser verbacken lassen wird. BiSber lasse allerdings auch daS 82prozen>ffgc Mehl noch viel zu wünschen übrig', und das Bäckevgewerbe werde da- mit vielleicht noch üble Erfahrungen macl-en. Ein völlig be- friediget- de? Mehl sei von der ZwangSwirffchast überhaupt nicht zu erwarten. Rötig sei freilich, daß das Backverfabren geändert. vor allem mehr Sauer genommen und das Sauer kühler gehalten wird. Die Brotau»beuie iverde sich nach Ab-ua des Ver- lustcS wahrscheinlich auf 134 Proz. stellen, d. h. auf 134 Kilogramm Brot bei Berwenduna von 100 Krioorainm Med!, and als Spiel- räum für etevaiges Mindergewicht könne man 40 bis 50 Gramm pro Brot von 2000 Gramm crls ausreichend-weben.— In der Diskussion erklärt« ein Vertreter der R e i ch S.� e tr e i d e st e l l'e, daß gerade die Bäcker, wenn wir schon heute die ZwanpSwnrffchaft nicht mehr hätten, sehr böie daran wären. Bei der Mehllcue- rung die wir dann hätten, würde die Wut der Bevölkerung sich oeaen die Bäcker werden, ilr bekümmert darum, daß nicht diese die Schlildiaen sind. Zu Professor Naumanns Bemängelung des neuen Mehl« wies dieser Rcdner darruf bin. daß die Mühlenbetriebe und ihr Personal noch nickt wieder cnri die neu« Ausmahlung eingeübt seien Im übrigen habe man d'« S'-rffe für vorschrfftSwidrige Au». modlung setz, aus 3 M. pro 100 Kilogramm vorichrfftNvidriaen Mebl, erhöht. Zur Fraoe der Brotousbeute und de« Minder- gewicht, erwähnte der Vertreter der ReichS-etr-eide-üelle. daß bei der OSvrozertiger. Avswahlu>rg die Brotousbeute cwiz ausserordent- lich(rfchtrwnft h-rbe, zw'''chen 108 bis 134 Proz.. und daß M i n d e r. aew'St« weil scher 50 Gromru. oft über 100 Gramm, über l'O Gramm, ja bis SOO Gramm teff-e hellt worden leien Ein anderer Redner behauvtete daß selbst daS 94prozentiae Mehl besser hätte fein können wenn nickt gerade das beste Mehl gestohlen und de» Bäckern gewöhnlich nur ich! echtes geliefert worden wäre. Im Namen des Königs. Das Amtsgericht zu König, wurterhai»'«» spricht noch immer Recht im„Namen des Königs" Auf Vorladungen prunkt noch die Floskel an» der vorrevolutionären Zeit. Daß zwecks Papicrerspar- ni» noch fei« alten Bcrdrucksormular« verwendet werden, leuchtet un» durchaus ein. Daß aber noch die Tinte gespart wird, um da» eine Wörtchen.König»" durchzustreichen und durch„Staates" zu ersetzen, will uns denn doch als sehr übertriebene Sparsamkeit dünken, die schärsstens zu rügen und im Interesse der Oeffentlich» seil schleunigst einzustellen ist._ Eintritt in die Reichswehr. Beim ReichSwehrministertum gehe» dauernd Gesuche von jungen Leuten ein, die unter Heber- nähme der durch den Friedensvertrag vorgeschriebenen 12jähriaen Verpflichtung in die künftige Wehrmacht eintreten wollen. Diese Gesuche sind verfrüht und an die unrichtige Stelle gerichtet. Erst muß das neue. Reichswehrgesetz erlassen sein, dessen Ausführungsbestimmungen sägen werden, wo sich Annahmestellen für Freiwillige befinden. Die Todeskahrt auf dem Trittbrett. Schon wieder hat die Eifenbahnfahrl auf dem Trittbrett einem jungen Menschen daS Leben gekostet. Der 19 Jahre alle Arbeiter Georg Müller aus der Schulstr. 56 fiel in der Nähe des Bahnhofs Wedding von dem Tritt. brett eine? NordringzugeS und erlitt dabei so schwere Verletzungen am Kops, daß er schon auf dem Wöge zur Rettungswache verstarb. Flucht des Messerstechers Bennewitz aus Tegel. Der berüchtigte Messerstecher Richard Benirewitz, der sich noch seiner Entlassung aus dem Zuchthouse im November V I. auf den planmäßigen Scheck- schwindel- legte, ist aus dem Gefängnis zu Tegel mit noch zwei Straf- gefangenen ausgebrochen. B. betrieb den Scheckschwindel zusammen mit einem Buchhändler Otto Wernicke, indem sie harmlose Kassen« boten ansprachen und diese baten.� für sie«inen Scheck einzulösen oder eine Rechnung einzuziehen. Weil diese stets über seh-«.-oh« Beträge lauteten, so ließ sich derjSchwindler von den jungen arg- lose» Boten oder Botinnen, die sich den Ztebenverdienst nicht ent- gehen lassen wollten, zu seiner Sicherheit Beträge bis zu 50*? M. und mehr geben. Di« Schecks erwiesen sich natürlich stets ei? ge. fälscht, und wenn die Betrogenen an der verabredeten Stelle er- schienen, waren die Scbw'vdler nicht anwesend. In mehr als nic.cz ig Fällen konnten die beiden Gauner, als sie endlich ergriffen wurden. überführt werden. Trotzdem alle drei Gefangenenkleidung trugen, hat man bisher von ihnen noch kein« Spur gefunden. Zwei Man» erschossen. Gestern nacht näherten sich zwei Man. ner bell Posten des Reichswehrregiments Nr. 30 zu Fürstenwolde und versuchten diese zu bestechen, um mit ihnen gemeinsam die Regimentskasse zu berauben. Als die Männer merkten, daß die Posten nicht da-rnif eingingen, ergriffen sie die Flucht. Die Posten schössen daraus und tötete« beide. ES sind dies der Arbeiter Kleinberg und Maurer Ludwig. „Freiherr von R»kmke" nannte sich ein Schleichhändler, der gestern von der Neuköllner- Kriminalpolizei unschädlich gemacht. wurde. Tor angebliche Freiherr erschien von Zeit zu Zeit in Reu. kölln und machte dort große Abschlüsse in Fleischwaren. Er fuhr mit gefälschten militärischen Ausweisen ständig von Elberfeld nach Neukölln kauff« im Westen Fleischwaren aller Art ein und ver. kcru-te sie hier wiede? tnit entsprechendem Gewinn. Die Geschäft« warfen soviel ab. daß er vornehm austreten konnte. Er nannte sich überall„Freiherr von Ruhnke", ist ab-"r in Wirklichkeit der 27 Jahre alte Schlosser Richard Ruhnke, auS der Thüringer Str. 33 zu Neukölln._ Gross-Berliner LebenHmitte!« Wittenau. Ab Freitag: 2V0 Gramm MaiSsabrikate(" 96/97). 160 Graun» tüllenfi ü-iite(98), 150 Gramm Erbsen- und«ohnenmehl �99), 126 Sia i.« WürzkS,«(100)._ Groß-öerliner parteinachrichten. Temvelbof. Die am Donnerstag abend'/,L Uhr geplante SffcnMch« Vnwmmluna findet«irti» liatt. Marteuselde. Ocss ntlicke Frauennerlammlung Freitag 7'/» ubr bei Moldcnhaurr(srüber Gcnclr), Bcrlmer Straße. Res.: Geuossin Todcnhageu: .grauenrecht und Frauenpflcht I" vortrage, verekae unA Versammknnaea. Bund wzialtßitcher Handel- und Gewerbetreibender. Freitaa, 7ff, Udi: Nußti oi drntl'che Gcncrawcrsammlung bei Ziegler, Malte,, matt 7/8. Neuwahl de» Vorstandes. HelverkschaflsbewkWng Das öambusrohr als Schlichtuagsmittel. Ein ganz besonders vornehmer Charakter, der A m t S- Vorsteher und Gutsbesitzer Wichmann auS E l i h s t a l bei Deutjch-Eylau. hat bei dem Schl�chtungsauS- schuh in Deutsch-Eylau folgende Visitenkarte abgegeben: SchlichtungSauSschuß Deuffch-Eylau. Am 2. November erhielt ich durch die Post eine Vorlegung: „In Sach.n mit Ihren Arbeitern wegen Schlichtung von Arbeits- - streitigkeitvn werden Sie zur Vernehmung auf Freitag, he» 7. November, mittags 11� Uhr. rm Bürgermeisterzimmer vor- geladen." Diese Vorladung ist wahrscheinlich irrtümlich an mich gelangt. Arbeitsstreitigkeiten bestehen zwischen mit und meinen Leuten nicht, und wenn sie beständen, würde ich als Brotherr dieselben schlichten. Meine Leute, auf- gehetzt durch einen gewissenlosen Halunken,»er- langten von mir eine Nachzahlung, die ihnen angeblich aus einem Rormaldertrag zustehen sollte. Die Verträge, die ich mit meinem Leuton vor Martini 19 abgescPosssn, sind für m i ch a l l e i» maßgebend und bestehen zu Recht. Diese Verträge habe ich gehalten, sogar darüber hinaus, meinen Leuten pro Fa- milie, in Anbetracht der Teurung eine TeurungSzulage von 100 M. pro Familie gemacht. Meine Leute verweigerten mir darauf die Arbeit und war ich gezwungen, sie mit Gewalt a» die Arbeit zu bringen. Nachteilige Folgen sind daraus nur für meine Leute entstanden, was dieselben auch eingesehen haben. Sollte es ein sogenannter Arbeiter- selretär nochmals unternehmen, Unfrieden unter mein« Leute zu säen und derselbe mir in die Finger fallen, so würde ich ihm mit meinem BambuSrohr eine Lektion erteilen, die ihm die Lust für derartig gewissenlose Handlungen benimmt. Ich habe 12 Jahre mit meinen Leuten in Ruhe und Frieden gel. in und werde diesen Frieden durch solche Schufte nicht stören lassen. Leute, die dummerweis« einem Verband ange- hören, werden in Zukunft von mir nicht mehr in Wohnung und Arbeit genommen. Gern hätte ich persönlich Ihnen mein« Ansicht über Normalvertrog und Arbeiter sekretär« ausgesprochen, dock? h- mich der eingestellte Personenverkehr daran. » Ergebenst gez. W i ch m a n n. Amtsvorsteher und Gutsbejiper. Amtsvor�teher sollen nach Ansicht de? gemeinen Memne» in ihrem Boreich dafür sorgen, daß die von der Regierung er- lasffmm Gesetze und Vergrdnungcn befolgt werden. Tiefer Amtsvqrsteher der demokratffcklen Republik fcheint nicht nur keine Ahnung von den erlassenen Verordnungen zu liaben, sondern hulöigt als„Brotherr" Anschauungen, wie sie viel- leicht auf einer Sklavenfarm in die Praxis umgesetzt werden. Wir brauchen wohl nicht besonders verlangen, daß dieser beamtete Prügelheld, der e'n Hohn für jedes demokraffiche Empfinden ist, aus seinem Amte schleunigst bejeitigt wird. \ Vater Staat als Arbeitgeber. Isa? schreibt unZ: Tie außerplanmäßigen Techniker beim 1 Vt» etlichen MatepialprüfungSaint in Dahlem beziehen Gehälter 1 pon 1500 bis 2600 M., wnzu noch die gesetzlichen Teuerungszulagen � uslo. kommeiu Es ergibt sich hieraus, daß unverheiratere Techniker mit abgeschlossener ftachlckmMldnng monatlich 2 83 . Mark(Gehalt uad Teuerungszulage) und berbeiratets Tech- «2er mit 1 Kind nach ISjäßriger Dienstzeit 461,67 M. beziehen, wovon noch die Bcrträge für die Angestelltenversicherunz abgeht. Mehrfache Bemühungen des BeamtenauZschusseS, für vie weiblichen KriegShllfSkräste Kriegsbeschädigte einzustellen. sind bisher ersolgloS geblieben, da die im MaterialprüfungSamt heute noch tonangebenden Geheim rät- Vvllständig reaktionär find und einer dieser Herren sich geäußert hat, die Kriegsbeschädigten sollen dabin geben, wo sie früher beschäftigt gewesen sind. Nun sind zum 31. Dezember IMö zwei männlichen Angestellten ihre Stellungen gekündigt worden, da angeblich für dieselben keine Beschäftigung mehr ist. Trotzdem der Lcanwenausschuß die Kün- digung männlicher Personen abgelehnt und zunächst die Entlassung der weiblichen Kriegshilfskräfte gefordert hat, sind von dem Direktor des Amts die Kündigungen aufrechterhalten worden. Die ganze Angelegenheit läuft scheinbar auf eine Machtprobe der Direk- tion hinaus, die durch ein Entgegenkommen dem BeamtenauSschuß gegenüber glaubt, ibiZu Einfluß V winden zu sehen. Vielleicht interessiert sich der vorgesetzte Herr Minister, Genosse Harnisch, oder einer der Genossen in der preußischer. LandeS- versammlung für dieses Amt. Gelegenheit hierzu gibt ja die bevor» stehende Etatberatung._ Drohender Konflikt in de« Konditoreien. Vom Verband der Bäcker und Konditoren wird uns geschrieben: Um die Gtrcitpunkte wenn möglich aui friedlichem Wege zu schlich- imt, sieht Her Verband der Bäcker und Konditoren vorläufig von einer Erwiderung auf die Zuschrift der Arbeitgeber in der heutigen Morgenausgabe des„Vorwärts" ab. Mißstände im Schwesteruberufe. In einer am 26. d. M. im Berliner GewerkschaftShaUS tagen- den Versammlung de» weiblichen Pflegepersonals der Groß-Ber- liner Krankenanstalten referier� Frl. Friedrich vom. Verband der Gemeinde- und Staatsarberter über den.Berufskampf der Krankenpflegerin". Fn längeren, sachlich gehaltenen PlusffiHnm- ;en fchilierae die Redner in die soziale Rücksrändigkeit im Pflege-, be. . anders atber im Schwesternberuf. Die aufopfernde Tätigkeit der Schwestern wird heute noch in der schlimmsten Weis- ausgebeutet. Die Entlohnung der Säbwesterw steht oft in keinem Verhältnis zur Dauer der Tätigkeit, die noch immer 12 bis 18 Snrndsn am Tage beträgt. Tie personliche Unfreibeit wird, trotz Revolution und Republik, in der rigorosesten Weise durchgerührt. Tank dem großen Einfluß, den dre Oberinnen und die leitenden Aerzie auf die Schwestern auszuüben imstande sind, wage« es letztere nicht, Materlak« bon der Rsdnerin des näheren hrfeuchiej wurde. Die Diskussionsredner waren mit der Rednerin einig darin, daß nur eine einflußreiche. Organisation den Schwestern aus ihrem Dilemma heraushelfen kann. All�mein wurde die Ansicht vertraten, daß der grohen Nusbeutung der schlbeftern in den Privatanstalten entgegen- gerrete« werden kann, indem man mit der Sozialisierung dieser 6st zweifelhaften Jnstikuve Ernst mach:. Allgemeinverbindlicher Tarif für das Lastsuhrgewerbe. Der zwischen dem OriSverband Berlin der Arbeitgeber in den Transport», Handels- und Verkehrsgewerben, dem Deutschen Transportarbertervecband, Bezirksverwaltung Grotz-Berlin, und der Fuhrheneninnung zu Berlin am 23. August 1910 abgeschlossene Tarifvertrag zur Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer im Lastfuhrgewerbe wird gemäß ß 2 der Ver- ordnung vom 23. Dezember 1918 für die Orte Berlin, Charlotten. bürg, Wilmersdorf, Schmargendorf. Friedenau, Steglitz, Schöneberz, Südcnde. Tempelhof, Neukölln, Treptow, Friedrichsfelde, Lichtenberg, Hohenschönhausen, Weißensee. Heinersdorf, Pankow, Nieder. schonhausen, Reinickendorf und Plötzensee für allgemein ver» bindlich erklärt. Die allgemeine Verbindlichkeit begann mit dem 15. Oktober 1919. Zentrakverband der Angestellte» kFachgrnppe 4d(Krankkn- k asscnangesiellte).?lm Freitag, 23. d. M.: VertrauenSmännersitzung pllnkt- lich sl.4 Ubr im Restaurant Gottlieb, Oranienstraste. Ecke Kommandanten- straße. Tagesordnung: verbrmdlungcn mit dem Kaffenvcrband betreffend Teuerungszulagen, gebe Kasse mutz vertreten sein. Deutscher DranSPortarbriterverband. Sektion B. Transport-, Lagerarbeiter usw. der Berliner Meiallindustrie. Am Sonnabend, den 29. d. M., abends 6 Uhr, im ,K«wertschastsba»S. Engrluser 14/15, Saal 1: Acutzcrst wichtige Vrrtraucnemännerkonferen». ES ist Pflicht eines jeden Kollegen, bestimmt zu erscheinen. Funltwnärkarte legitimiert! Wertmeifterverband für das vuchbindergewerbe. Sonnabend. 29. November, Mitgliederversammlung im Schulldeitz, Neue Jakodstr. 24. Unsere Verschmelzung mit dem Deutschen Verlmeisterverband, Rescrenl: Kollege Rothe vom D. W.-V. Mus aller Welt. Tschechoslowakische Willkür. Nm 0. d. M. kam«ine Eskorr- aus der Militärstation Bistritz bei Neuern zu unserem Genossen Josef Pritzl in Chudiwa(Böhmerwald). Nach der Mitteilung der Frau, ihr Mann sei in einer Wahlangelegenhsit in Klattau, erUärte der Führer der Eskorte, dast sie hier seien, um den Z u ch t si i e r mitzunehmen. Die Frau verwehrte die Mitnahme des Zucht» stieres» da er weder requiriert noch verkauft fei. Der Führer wies einen Zetrel vor, den er dem mitgekommenen Mitglied der Geu'eindevertretung zum Lesen gab. Die Frau verwies auf das Boen die bestehenden Verhältnisse öffentlich auszutreten. Nur da. G e se tz, aus dem hervorgeht, daß ohne Wissen und Zustimmung , ein« Organisation besteht, sind die Verhältnisse bessere gewor»| d«S Beschers kern Zuchtvieh reqstmert werden darf und betonte, den. Ein' großes Hemmnis bei Verbesserung der bestehenden Ver- daß.sie den Zuchtit, er nicht wegnehmen lasse, zumal die beiden Hältnisse ist die Tatsache, daß ein großer Teil der Schlvestern aus falschem Stolz sich den frcigewerkschaftlichen Organisationen fern- hält und sich den sogenannten Standesvereinen anschließt. Diese find jedoch nicht in de? Lage, die Mißstände zu beseitigen. Ale Folgeerscheinung der schlechten Zustände ist eine große Srerblich» seit im Schtvesternberuf zu verzeichnen, die auf Gruna statistischen im Orte befindlichen Zuchlstier« krank seien. Trotz der Weigerung der Frau ging der Führer in den Stall, befahl dort, den Stier loszubinidsn und wegzuführen. Der gleichfalls an- tvesende Sohn.Pritzls erklärte nochmals, daß der Stier ohne Zu» summung des Eigentümers nicht weggeführt»erden dürfe, worauf die Soldaten auf Befehl des Führers mit den Bajonetten auf den Lohn losgingen, ihm de« Rock zerstachen und sodann ch« und seine Mutter binden und in den Arrest führen wollten. Da» öei äußerte sich der Führer de: Eskorte, daß sie„nunmehr jeden Monat kommen und ein« Kuh holen" werden..— In Brand bei Plan wurde unser Genosse Thomas Eheim am 1. d. M., als er um 10 Uhr abends vom Gasthaus nach seiner Wohnung ging, auf der Straße von rschecho-slowakischen Soldaten angehal- ten. Als er stehen blieb, beschuldigten sie ihn, daß er sie beschimpft habe. was. er in Abrede stellte und arretierten ihn. Sheim schrie um Hilfe, worauf ihm ein Soldat gleich ins Gesicht schlug und dos Schreien verbot. Tann schleppten ihn die Soldaten außer« halb des OrteS, untersuchten ihn noch Waffen und als sie keine fanden, schlugen sieben bis acht Mann mit dem Gewehrkolben so lange auf ihn ein, bis er zu Boden sank. Als der Ueberfallene zu sich kam, schlug einer der Helden ihn neuerdings nieder. Nach dem borliegenden ärztliche« Zeugnis hat Eheim sechs Verletzun- gen am Kopfe und«ine an der rechten Schulter erlitten. Das Gutachten sagt, daß der Patient lebensgefährlich verletzt und ei« mehrwöchiges Krankenlager vorauSzusvhen ist. �« Schiebende Funker. Drei Soldaten der Kattwoitzer Funken- abteilung wollten eine komplette Funken st ation nach Polen verschieben. Dafür sollten 80 000 M. gezahlt wer- den. Die Polizei konnte die Schieber in Gleiwitz vor Ausführung des Planes festnehmen.-# Zu dem schweren Raubüicrfall bei Pleß wird noch gemeldet, daß 12 Banditen, die mit Schußwaffen und Blendlaternen aus- gerüstet und vollständig vermummt waren, sich an dem Heber- iall beteiligten. Sie drangen durch die Küche in die Stube ein, zwangen die Insassen, in den Keller zu steige« und unter fortwährenden Drohungen mit Erschießen zuzusehen, wie die Banditen alles durchwühlten, Geld und Schmucksachen an sich nahmen und von den gefundenen Eßvorräten noch tafelten. Bei der Flucht der Banditen schoß der«ine die Frau des Besitzer» nieder und verletzte eine zweite Person erheblich. Di« Raub- -Überfälle beginnen sich in letzter Zeit sehr zu häufen. Die„iiatlo- witzer Zerrung" spricht die Vermutung aus, daß polnische Jnsur- Mten, die mit Waffen zurückgekehrt seien, daran beteili lnd.— In einen Saal in Hcchenbirken, in dem gerade eine A schiedsscier stattfand, wurde von einer noch nicht ermittelten Per- fon eine Handgranate geworfen, wobei außer erheb» lichem Sachschaden 7 Personen teilt schwer, teils leichter verletzt wurden. Strttzenbahnungllick in Budapest. Zehn Leute, ist« auf den Trittbrettern eines Budapcster Straßenbahnwagens fuhren, wur- den durch ein vorbeifahrendes Lastfuhrwerk vom Trittbrett g«. rissen. Drei sind schwer verwundet. Amerikanische StrrikvraxiS. Die Grudenarbeiter in Tarney» tnlle, Nordamerika, die sich geweigert hatten, die Arbeft wieder aufzunehmen, wurden durch Soldaten zusammentzetrie» . b e n und ins Gefängnis gckworfen. ! Kurze Justiz. Aus El Paso in Mexiko meldet Reuterk General Philipp Angeles, einer von Villa» Unterführern, ist von den Streitkräften CarranzaS gesangen genommen worden. Er wurde nach kurzer Gerichtssitzung hingerichtet. Lerantw. für den redaktion. Teil:«eine gickler, Tliarloitenbarg! fllr Anzeigen! Th. Stocke. Berlin. Vorlag: Borwörto-Verlag S. m. b. ö., Berlin. Druck: Vor- wSrto-Buchdruckcrei u. Verlgaoanftalt Paul Singer u. Co. Berlin, Lindenftr. S. Mööel md JeornpL Wohnuooaelnrfctrlunoen Herren'-' u. Speifez Immer Wotxn- xl. Schlafzimmer Hervorraoend sdiOn und prelaverf InalleoPxeislaoen«.StUartea Kluwseasei und Sofa« In Gobelin und Leder KompleKer E nridruragen. daner «fefa viele OelepenneltsKaufe M. MarRlewlcx Stoffe für Herren-Anzfige, Damen-Kostüme. TO et« 30,-, 40.-,60,-,8a- TO. loch lleeTand Srrtrandtrnstr. 20-21.* SV«»kons-WM von Ulu-eii, Perlen, Brillanten. «Schfl» preis».• Q. Schliephacke, Arirvrtchftr. 210. Ecke«ochstr. 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Rellurna ?«» e nachmittags 4 bis T Ulli 122.5