Kr.MÄ. SSHahrg. (20 Pfennig� Bezugspreis: BlttteljäfjrL 10,50-JDU.. monolLS�O®t. frei ins youe, voraus zahidar. PoO- i'eiug l Monatlich 8�0 Ml. exkl.!?:!- ftcllungsgedühr. 1!>ii« Aro'izband für Deutschland und Oesterreich- Ungar» 0,75 Zllk., siir das übrige Ausland 1 0,75 Ml., bei töglich einmal. Zustellung S,75 Ml. Poftbestellungcn nehmen an Dänemarl, Solland, Luxemburg. Echwedeu u. die Cchweiz. Eingeircgm in die Poft-Zeiwngs-Preisiiste. Der„Bormärts� mit der Sonntags- bcilage«Volt u. Zeit" erichcini Wochen- täglich zweimal. Sonntags einmal. Zelegramm-Adreffw „SojidlHemolrat Dcclia". W 4 Vevlinev VolksblAtt Anzeigenpreis: Die achtgefpaltene Nonnorcillezeile tostet ILO M,,Teuerungszufchlag«oe/» .Nleln« Anzeigen-, das>eti- gedrultle Wort 75 P'g.(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitete Wort 50 Pfz. Stellengesuche und Schlasftellcnauzeigen das erste Won 05 Pfg. jedes weitere Wort 40 Pjg, Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teueruugszu'chlng 50°> Familien-Anzeigen, politisch« und gewerljchaitliche Bercins- Anzeige» 1,00 Ml. die Felle. Anzeigen für die nächste Nummer niüfsrn bis 6 JJijr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin EW OS, Lindeultrasie S, abgegeben werden. Eröffnet von S Uhr früh bis 6 Uhr abends. Zmtraiorqm der fozSaldcmohratlfdhcn Partei Dcutfcblands Neöaktion und Expedition: SW. öS, Ltndenste. Z aeruwrecher: Amt Morivpla«, Nr.»!»»S0— Vonvärts-verlag G.tn.b. h., SW. öS, Lmdenstr. Z. Krrnsprccher: Amt Moribplap. Nr. 11753—54. ebnet /in die deutsche /irbeiterschast! Genojsinnen unü Genossen! Die furchtbare Not, unter der das deutsche Volk seufzt, ist die Folge des schrecklichen Krieges. Die Schuld an dem Kriege fällt zum weitaus gröszten Teil auf die i m v e r i a l i si i s ch e Politik, die in allen Ländern betrieben worden ist. In Deutschland waren die Konservativen und Nationalliberalen, die Alldeutschen, die VaterlandSpnrteiler und wie sie sich sonst noch genannt staben mögen, die Träger des Unperialismus. Soweit die Schuld am Kriege aus deutscher Seite liegt— und es kommt leider ein gerüttelt Maß voiz Schuld auf Deutsch- land!— tragen also diejenigen Politiker und Parteien die Verantwortung, die sich jetzt„national" und„deutschnational" nennen, in Wirklichkeit aber nichts anderes sind als die Kon- servativen und Nationalliberalen von früher. Die Kriegsschuldigen sind es, die auch Sie Verantwortung tragen für das jetzige FriedeuSelend. Noch ist nicht abzusehen, warnt das deutsche Volk sich wieder wird s a t t e s s e n können, wann es sich wieder an» ständig kleiden und Schuhwerk zu erträglichen Preisen beschassen kann. Es fehlt unS an Rohstoffen aller Art, ebenso an Kohlen, an Brot, Fett, Fleisch und Kartoffeln, Unsere Mark ist im Auslände nur noch wenige Pfennige wert, so daß für die Ausländer unsere Warenpreise spottbillig, für uns selbst aber unerschwinglich hoch sind. In der Tat kaufen denn auch die Ausländer Deutschland auf. Deutschland ist durch die Schuld der„Ratio- n a l e n" ein hungerndes und darbendes Hettelvolk geworden. Sobald das Volk über die Schuld im klaren ist. sobald es also die ganze Wahrheit erfahren haben wird, sind die schuldigen Parteien für alle Zeiten gerichtet und erledigt. Das wissen die Herren, die sich zu Helfferich und Ludendorf gesellen und den Feldmarlchall H i n d e n- bürg a l S K u l i s s e zu benutzen suchen, sehr wohl. Des- halb ivollen sie mit allen Mitteln die Wahrheit vertuschen. Nicht der Krieg soll die Not und das Elend verschuldet haben, sondern die Revolution. Dabei war die Revo- lution nur die unausbleibliche Folge des Krieg? elend s und des vollkommenen wirtschaftlichen und militärischen Zu- sammeubruchs. begannen Not und Elend für daS deutsche Volk etwa er st am 9. No> wein der 1918? Nein! und tausendmal nein! Jahre- lang hat das belogene und betrogene Volk i m Kbiege schon die Qualen des Hungers erlitten. Die jetzige Regie- r u n g. der man die Schuld an den entsetzlichen Zuständen zuschreiben niöchte, ist im Grunde genommen nichts anderes als die K o n k u r s v e r w a l t e r i n des alten, durch die Schuld der früheren Geivalthaber zusammZngebrocheueu Deutschland.! Wo in aller Welt hat man jemals die Dreistig- keit gehabt, die Konkursverwalter siir den vorausgegangenen Bantrott verantwortlich- zu macheu? Die verlogene //' nationale" Politik der„kaisertreuen" soll auch nach dem Kriege und tt a ch der Revolution fort» gesetzt werden. Die nationalen Redner und Schriftsteller stellen die Dinge so dar, als wenn die von ihnen vertretenen Parteien für alle die Nahrungsmittel und Rohstoffe, die unS fehlen, sorgen könnten. Denn>vaS anderes bedeuten sonst die Vorwürfe gegen die seitherigen Revolutionsrcgieriingcn, daß sie das Volk nicht zusriedenstellen könnten! Die Kaisertreuen, die die republikanische Verfassimg ablehnen, die republikanische Regierung stürzen wollen, haben gerade in den letzten Wochen eine sehr leb- haste Agitation entfaltet. Die Straß enkund- gedungen in Berlin aus Anlaß der Anwesenheit Hindenburgs, das rege Treiben der vielen Ein- wohnerwchren, das Verteilen der W a f f c u an die Gutsbesitzer und viele andere Anzeichen mehr macben es uns zu Pflicht, die Arbeiterschaft in Stadt und Land zur Wachsamkeit und zur entschlossenen Sammlung der eigenen Kräfte aufzurufen. Parteigenossen! Tretet sofort überall in die Einwohnerwehren ein! Die Waffen in der Hand eines reaktionären Bürgertums sind eine Gefahr, in der Hand unserer Parteigenossen sind sie die Garantie für den Bestand der Republik. Wenn dem Ein- tritt von Arbeitern irgendwelche Schwierigkeiten gemacht werden, so meldet eö uns sofort. Die Regierung fordern wir auf: 1. den Belagerungszustand aufzuheben, um die notwendige Bewegungsfreiheit im Kampfe gegen die Reaktion zu schaffen; 2. die Kriegsdokuniente schnellstens zu her- öffentlichen, um dem Volke volle Klarheit zu verschaffen über die verbrecherische Politik, die zum Kriege geführt hat. Jeder Versuch, die Republik zu stürzen, wird zwar an dem geschlossenen Widerstand der deutschen Arbeiterschaft scheitern, aber jeder solcher Versuch würde kostbares Menschen- blut kosten und ein Spiel mit der Einheit Deutschlands be- deuten. e Genossinnen und Genosie»! Die Situation ist er ff st er denn je zuvor.- Immer neue Verpflichtungen legt uns die Entente aus, immer schwerer wird die Last, die wir tragen sollen. Durch die Zurückhaltung unserer gefangenen Soldaten güält Frankreich nahezu jede einzelne deutsche Ftmilie in grausamer Weise. Käme zu allen diesen Leiden auch noch die alte Unfreiheit unter der Herrschaft des preußischen Jiniker- Uims, so wäre das unerträglich, und die Anarchie müßte die unausbleibliche Folge sein. Dem muß entgegengearbeitet werden. Wir müssen und wolleu dir jnnge Republik� schützen und die Temotrafic sichern, ans daß wir auch dem isozialiS- mus die Wege ebnen! Seid pflichtbewußt. Nehmt im ganzen Lande den Kampl ans gegen die Reaktion. Veranstaltet V e r s a m m' l u n g e n im größte n Umfange, wie es in Berlin iliid anderen Orten Deutschlands bereits geschehen ist und weiter geschehen wird. Stärkt die Organisationen und werbt neue Leser für die Parteipresse! Berlin, den L9. November 1919. der vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutsdstands. Die umstrittenen öetriebsräte. Nach sicbenwöchentlichen hartnäckigen Ansein- andersctzungen, die 43 Sitzungen erforderten, hat der sozial- politische Ausschuß der N a i i v n a t v e r s a in m- l u n g in der Freitagabendsitzung den Gesetzcntivurf in e r st e r Lesung beendet. Der zweiten Lesung werden nur un- wesentliche Korrekturen hauptsächlich redaktioneller Art vorbe- halten bleiben. Der Meinungsstreit zwischen den MehrheitS- Parteien wird kaum mehr solche Schärfen annehmen, wie dies in den letzten Wochen der Fall>var. Kein einziges Gesetz, das die Nationalversammlung bc- schäftigte, war so umstritten wie der Entwurf über die Be- tricbsräte. Denn hier handelte es sich nicht mehr um Fragen der politischen Demokratie, in welchen Demokraten und Jen- truncSleute mehr oder weniger cindeniig mit der Sozialdemo- kratie marschieren; hier handelte es sich auch nicht um Tages- fragen, die nach parteipolitischen Zweckmäßigkeitsgründen ent- schieden werden. Der Gesetzentwurf über die Betriebsräte ist ein großer Versuch, die Stellung der Arbeiter und Angestellten im Betrieb von Grund aus zu verändern und die von den Arbeitnehmern in der Revolution bereits erkämpfte Stellung dem Unternehmer gegenüber zu s a n k t i o»i e r e n. Der Entwurf ist der e r st e und bedeutsamste Schritt zur Demokratisierung der W i r t s ch a s t. Die Sozialdemokratie ist eine Partei, die im wesentlichen von proletarischen Schichten getragen wird. Unsere Stellung zu dem EnUvurf war daher klar vor- gezeichnet. Wir brauchten nicht zu konipromiiseln mit der eigenen Ueberzeugung. Anders jedoch lag die Sache bei dem Zentrum und den Demokraten, deren Anhängerschaft ein Konglomerat der verschiedensten sozialen Volksschichtungen darstellt. Es ist ein offenes Geheimnis, daß in den Fraktionen der beiden bürgerlichen Mchrheitsparteicn die schwersten Gegensätze ausgekämpft werden mußten, die natürlich auch ihre Wellen in die AuSschußiitzuiigen hinüber, oarfen und Zusammenstöße mit der Soziutdeiuotratie auslösten. Machten uns Zentrum und Demokraten die Zustimmung zu dem Gesetz unmöglich, so war damit jedegsalls die Koalition gesprengt, die nach Lage der Dinge für die deutsche Republik und noch mehr für die deutsche Wirtschaft eine L e b e u s n o t w e n d i g k e i t ist. Parteipolitisch hätten ivir damit vielleicht vieles gewonnen. ?Iber in den Schicksalsstuiiden eines großen Volkes hat das Parteiinteresse hinter das Lebensinteresse der Gesamtheit zu- rückzutreten. Wir haben den Konflikt nicht gesucht. aber in den. entbrennenden Konflikten blieben wir s e st und drängten auf die Einlösung dessen, was die Verfassung den Arbeitern und Angestellten versprach. Das Gesetz dürfte keine R ü ck w ä r t s r e v i d i e r u n g dessen sein, was die Arbeiter und Angestellten der großen Industrie in der Praxis bereits gewonnen haben. Nach links hin war unsere Situation klar, einfach und leicht. Es ist nicht>v a h r, daß wir aus Furcht vor den Unabhängigen parlamentarische Krisen heraufbeschworen hätten. Wir>vichen nur nicht vom Boden des Entwurfes ab. der ja auch die Billigung der b ü r g e r- l i ch c n Regierungsmitgliedcr gefunden hatte. Wir hatten gar keine Veranlassung, deshalb umzufallen, um den anderen Mehrheitsparteien innerpolitischc Schwierigkeiten zu ersparen. Und vor den Unabhängigen brauchten wir gerade in der Frage der Betriebsräte wahrhaftig keine Furcht zu be- kommen. Diese braven revolutionären Spießbürger brachten uns auch nicht ein einziges Mal in die Zwickmühle: sie nahmen an den oft leidenschaftlichen Kämpfen im Sozial- Politischen Ausschuß etwa so viel Anteil wie der Mann im Mond. Von den 127 Abändernngsanträgcn stammt kein einziger von ihnen. Mit Ausnahme von zivet oder drei Erklärungen schwiegen sie sich vollständig aus. Bei den w i ch t i g st e n Abstimmungen war oft nie- m a n d von ihnen da. Ihre Horchposten wechselten in jeder Sitzung, kamen in der Regel eine Stunde zu spät oder gingen eine Stunde zu früh. Ein solcher Rivale um die Gunst der Arbeitermassen kann der sozialdemokratischen Mehrheitspartei wirklich nicht gefährlich werden. Die parlamentarische Generalstreiks. t a k t i k nützt den. Arbeitern noch weniger, iv> e die wirtschaftliche T o t str ei kS st r a t e g i e. Befolgten wir die Taktik der Unabhängigen, so käme statt eines brauchbaren Gesetzes der verhängnisvollste Wechselbalg heraus, zum Schaden der Arbeitermassen. Die wesentlichen G r n n d z ii g e des RegiemugSentlvnrfS sind in den Beratungen des sozialpolitischen Attsschtisses n n- v e r!o i s ch t geblieben. Eine nennenswerte Verschlechte- r u n g des Entwurfs ist durch die Zähigkeit der sozialdemo- kratiichen Ausschußmitglieder verhindert worden. Die entscheidenden Differenzp unkte wurden mit beiderseitigem guten Willen überbrückt. Manche Unebenheiten des Entiourfs wurden durch Umgruppierung des Ausbaues und redaktionelle Arnderungen beseitigt. Den wenigen Konzessionen, die wir machen mußten, stehen gleichwertige Berbesienmgen gegenüber. Es waren im wesentlichen fünf g r o ß e T i, s e r e n z- punkte, die zu Zusammenstößen führten: die Stellung der A n g e st e I l t e n innerhalb der Betriebsräte, die Gliederung und die Summe der Aufgaben, die Stellung der Betriebs- rätc in der Landwirtschaft, im Handel und im Klein- und Mittelbetrieb sowie die Beteiligung der Betriebsräte in den A u f s i ch t s r ä t e u und die Vorlegung der Bilanz. Mit Ausnahme des letzten Punktes wurden die übrigen Streitfragen durchweg im Sinne de? Entwurfs gelöst, was freilich nicht ohne heiße Kämpfe abging. Daß Angestellte und Arbeiter besondere Betriebsräte bilden, zur Durchführtmg ihrer eigenen Angelegenheiten in gemdnsamen Angelegenheiten aber gemeinsam beraten, ist nur eine andere Um- schreibnng der im Regierungsentwurf vorgesehenen Gruppen- bildting. Daß die AbtÄlungsräte verschwunden sind, ist eher ein Vorteil als nachteilig. Mit der Aenderung des Aufbaues in Angestellten- und Arbeiterbetriebsräte nmßten die Aus- gaben beider spezialisiert werden, was ohne Schädigung Haider Gruppen geschehen ist. Soweit die Bildung von Be- triebsräten in der Landwirtschaft, im Handel und in den Klein- und Mittelbetriebe u in Frage kommt, sind die Be- stimmungen des Entwurfs im ganzen erhalten geblieben. Nur eine unwesentliche Verschiebung des Stärkeverhältnisses zwischen Angestellten und Arbeitern im Betriebsrat mußte in Kauf genommen werden. Ter Kampf um die Beteiligung der Betriebsräte im- A u f s i ch t s r a t führte xu einem Sieg der Verteidiger des Entwurfs, Das Einspruchsrecht bei Entlassungen und Einstellungen ist durch ein Kompromiß gewahrt, das den Betriebsräten den nottvendigen Einfluß sichert. Der sozialdemokratische Versuch, die Altersgrenze für das aktive und passive Wahlrecht gegenüber den Bestimmungen des Entwurfs herabzusetzen, hatte keinen Erfolg. Um eine Lebensfrage handelt es sich hier jedoch nicht. Die Beschränkung, daß nur Betriebe von löst Angestellten oder 500 Arbeitern zur Vorlegung der Bilanz verpflichtet sind, kann unsere Billi- gnng nicht finden. Wir werden in der zweiten Lesung den ernsten Versuch machen müssen, hier weötere erhebliche Kon- Zessionen zu erhalten. Daß der Entwurf bzw. die Au-schußbeschlüsse umwälzend auf die Wirtschaft wirken, beweist schon der S t u r m l a u f der llnter nehmer aller Industrie, Handels- und Land- nnrtschaftskreise. Das Gesetz wird den gegen Lohn und Ge- halt ArbeitenderttMni ersten Male eine wirklich gesicherte Existenz geben. Es befreit ihn aus der Will- k ü r und den Launen des Unternehmers und seiner Hand- langer. Es gibt ihm die Möglichkeit, seine sozialen und wirtschaftlichen Jsgteressen mit ganz anderem Nachdruck zu vertreten als ehcdeTn. Es sichert ihm auch den notwendigen Einfluß auf die Produktion selbst, in die er kontrollierend und fördernd einzugreifen in der Lage ist. Das Gesetz wird gewiß nicht alle Wünsche der Arbeiter und Angestellten regem und befriedigen. Im Bergbau und der Schwerindustrie werd es nicht viel Neues bringen und lniiter schon Errungenen teilweise Zurückbleiben. Aber die ungeheure �Bedeutung dss Gesetzes liegt nicht darin, was es an Einzelheiten für die einzelne Berufsgruppe bringt, son- Hern was es>d«n breiten Arbesterschichien in der Industrie, im Handel und in der Landwirtschaft bringt, die die Macht noch nicht haben, das zu erkämpfen, was in der Schwerindustrie und im Bergbau in Machtkämpfen erzielt worden ist. Und-der zweite große Gesichtspunkt des Gesetzes ist der, daß er Mindestforderungen verwirklicht, den Berufsorganisationen aber das wuisdrückliche Recht gibt, üb er das gesetzlich Gewordene hinaus weitere Forderungen durchzusetzen, wenn sie dazu eben stark genug sind. Es wird niemandemetwas genommen, vielen aber vieles gegeben, das sie aus eigener Macht heute und morgen nicht hätten erreichen können. Das Gesetz über die Betriebsräte wird daher k e i n D b- i ch Inf? des Demokratisierungsprozesses in der Wirtschast sein, sondern ein erfglgverheißender Anfang, hinter dem allerdings auch-die Tatkraft der Arbeiterin äffen frehen muß, wenn das Vollziel erreicht werden soll. Nikol. Osterroth. «.Allerhöchste" Ranöbemertungen. Tie von Karl Kautsky im Auftrag der Regierung zusammengestellten A I t en überdenKriegsausbruch sollen demnächst offiziell veröffentlicht werden. Ausländische Blätter aber wie die.Times" und de/„Nieuve Rotterdamsche Eourant" sind schon jetzt in der Lage, ausführliche Auszüge ans ihnen zu veröffentlichen, die zum Teil schon wieder nach Berlin zurücktelegraphiert worden sind. Diese Ver- Höker ung amtlicher Schriftstücke an Länder mit besserem Valutastand macht einen außerordentlich beschämen- den Eindruck. Es ist zu hoffen, daß man die Quelle dieser Indiskretion entdecken und ein für allemal verstopfen wird. Nachdem nun die Akten im Ausland bruchstückweise be- kannt geworden sind, ist es höchste Zeit, sie offiziell zu ver- öffentlichen, damit sie als ganzes betrachtet und kritisch de- leuchtet werden können. Nach Kostproben, die uns der„Lokal- Anzeiger" vorsetzt, scheinen sie für den Exkaiser schwer b e l a st e n d zu sein, besten aufgereizte Hanswursterei sich im Juli 1914 wieder einmal auf einem Gipfel befunden hätte. Zu solchen Zeiten entwickelte der„Allerhöchste" eine fieberhafte Geschäftigkeit in der Abfassung geistreicher Randbemerkungen auf amtlicken Schriftstücken, und von solchen wimmeln denn auch die Akten des Kriegsausbruchs:„Jetzt oder nie!" „Den Sandschak räumen, dann i st d e r K r a w a l l da!" Dann schreibt der Sohn einer englischen Mutter:„Urgemein und mephistophelisch, aber echt englisch".„Verlogenes und gewissenloses Krämervolt". Usw. ins Unendliche mit echt wil- helminischer Grandezza. Als aber„der Krawall" da war, verlor der Aller- höchste so den Kopf, daß er nock neun Stunden nach der Kriegserklärung nach Rußland ein„Willy" unterschriebenes Telegramm an„Nihi" sandte, in dem er ihn inständig bat, doch seine Truppen ja nicht über die deutsche Grenze rücken zu lassen. Aus der Kaiserposse war aber schon die Völker- tragödie geworden, und jetzt wäre es dem Verbannten von Amerongen sicher viel lieber, es wäre in der Alternative, die er sich selber gestellt hatte, bei dem„Nie!" geblieben. Es scheint aber, daß die Kautsky- Akten für das deutsche Volk eine furchtbar ernste Lehre enthalten, wohin es von seiner Monarchie geführt worden ist. Ihre voll- ständige Kenntnis sollte dem deutschen Volke nicht länger mehr vorenthalten bleiben._ §älschung Nr. 1! Von der Korrespondenz B. S. wird in der Sache Sklarz ein Brief verbreitet und von der bürgerlichen Presse mit mehr oder weniger höhnischen Bemerkungen abgedruckt, der den Genossen Scheidemann kompromittieren soll. Die Korre- spondenz B. S. behauptet dazu, daß die Echtheit des Briefes vom Unterzeichner dem Abgeordneten Davidsohn gegenüber nicht bestritten worden sei. Der Brief, der au Georg Sklarz gerichtet sein soll, hat folgenden Wortlaut: .Bei der Versorgung einer Behörde mit Lebens- und Genußmitteln kommt es mit den noch herrschenden schwierigen Beschaffungsverhältnissen ganz besonders darauf an, daß der Be- bürde für die vorgenommenen Einkäufe keinerlei Verstöße gegen die wirtschaftlichen Gesetze rind Bestimmungen borgeworfen werden kann. Ohne llebemetung dieser lasten sich aber so gut wie gar leine Waren aus den Schlupfwinkeln bervorlocken. Es muß deshalb eine Firma, die über die geeigneten eigenen Lager- räume verfügt und auch die Verantwortung über die dort lagernden Waren trägt, betraut werden. Der Inhaber dieser Firma muß zu der Behörde in einem nicktbeamteten Verhältnis stehen und in strafrecht- licher Beziehung für die getätigten Einlause dieBerantwortung über- nehmen. Dieie als Versorgungsstelle einzurichtend« Firma darf also nicht der t» Frage kommenden Behörde unterstchen und auch nicht im Dienstgcbäude ihren Sitz haben. Nur so lassen sich viele Unregelmäßigkeiten vermeiden. Für die Leiter und da» Personal ließe sich auch ohne Aussehen eine besondere Verkaufs- stelle einrichten, in welcher sie jederzeit noch ihren Privalbedarf an Lebensmitteln in bequemer Weise decken können, wodurch sie wiederum in die Lage gesetzt werden können, übermäßige Arbeits« leistung zu verrichten." Unterschrift: gez. Scheidemann. Hierzu teikt uns Genosse Scheidemann mit, daß dieser Brief von AbisZ gefälscht ist. Ein solcher Brief ist niemals von Scheide- manngeschriaben worden. Scheidemann hat auch Davidsohn gegenüber die EchtheitdeS Briefes nicht zugestanden, sondern in der mehrfach erwähnten Sitzung führender Part e.i genossen mit Davidsohn den Brief für eine Fälschung erklärt. Es handelt sich hier also um eines der dielen gefälschten Schriftstücke, die in dem sogenannten„Material" der Sonnen- selb und Baumeister vor der desagten Konferenz festgestellt worden. Wir sind gespannt, wann die Herren Enthüller mit ihrer nächsten Fälschung herausrücken werden. Ein Punkt bedarf der sofortigen Aufklärung: Wie ist eS möglich, daß dieser Brief, nachdem seine Echtheit von Scheidemann gegenüber Davidsohn bestritten worden ist, in das Große Schauspielhaus. Tie Eröffnung des ZirknStheatcrs. Bon Max Hochdorf. Von den Kreis des Riesenzirku» wird ein Segment herausge- schnitte». Dort baut ein kühner Mann die mächtig bewegliche Drehbühne. Aber schon der Boden dieses alten dramatischen Schau- platze? rückt weit zur Grundebene vor, in deren Eand einstmals August fich zu lollern pflegte. ES laufen in diese« Ge- lande, das dem Spichs vorbehalten bleibt, aus beträcht- ! icher Höhe Stufen hinab. Man kann auf diesen kräftig vor- springenden Treppen kauern, hüpfen, tanzen, taumeln. kriechen und trotzdem unabhängig sein von der eigentlichen Bühne. So darf. waS ewstmal» in einer Fläche nur und höchstens zwischen einem Wald von Kuliffen geschah, jetzt in buntere Bewegung ge- raten. Da« alteHaus war ein Zirkus mit der ausholenden Kuppel. Verdeckte Lichter spenden heut von borten ihr Licht auf die bOOv Menschen, die sich hier vereinigen können. Wird eS dunkel, io flimmert in der Kuppel ein Sternengewötbe auf. Noch ist zu be- merken, daß von Decken, Brüstungen und Säulenwölbungen ein Ge- zacke künstlicher Tropfsteinbildungen absickert. So wirkt viele« Phantastische zusammen, um den Eintretenden festzuhalten und aus ttirgewohnte» vorzubereiten. Er sitzt ans den Stühlen des alten Zirkus, doch die ernste, nur zu roh gestrichene Verkleidung der Bühne, das milde Licht und die aus vorhandenen Formen sehr klug neu gemodelte Großartigkeit sagen: Feierliches wird fich er- eignen. Dann erhellt sich der ganze Raum, den nur das Sternen- finnament überspiübte. Im rosasarbenen Lichtkegel liegt der helle- rnsche Wächter, au« dein eS morgensuchend emporllingt. als die . O r e st i e" des A e s ch Y l o S beginnt. Hier ist sofort etwas Be- denklicheS zu bemerken: Das meist« Licht in diesem neuen Theater kommt au« den Scheinwerfern, die unter der Kuppel bedient werden. Man sieht und man hört sogar da? Geschiebe der farbigen Scheiben. Und das Farbengeschmettere de? Lichtkegels wabert allezeit zu auf« fällig in das Gesicht und das Gewimmel der Schauspieler. Da« Geheimnis des Nachthimmels leuchtet stille und wohl stimmend, ob- wohl die Technik aus dem Tiugeltangel geborgt wurde. Aber der Tag in all seinen Lichtern wird nur von der jeden Augenblick spürbaren Maschine gespeist. Hier scheint vorläufig die ErfindungS- kraft de« Bühnenmeister« arg eingedämmt. Aber schnell wird sichtbar, wie reich und aufregend jetzt die Be- wegungen deS Künstlers spielen können. Klhlämnestra schien ehemals an Starrheit gefesielt. da sie nur auf der Palastschwelle stand, um dem Streitwagen des heimkehrenden Gatten heuchlerisch eiilgegeirzugurcen. Jetzt ist es bedingungslos tu ihre Macht ge. geben, daß sie die Stufen bis zur Fahrebene hinuiuersteigt. Sie deginnt ihren Schritt au« dem Palaste soft rhythmisch, als wenn pe der Last eine« Kothurns gehorcht«. Dan»«i» paar Schritt« nur abwärts, und drefe« Schwanken, dieie« sackte Beugen zu einer wirklichen Tiefe, dieses Heranholen und Hinauflocken des Gemahls der zum Tode geht, das gewinnt rein au» dem Räumlichen eine neue, sehr starke Beredrsamkeit. Oder das Hinunter« hüpfen der Klhtämnestramägd«, unl Agamemnon den Purpur zum Heimweg hinzuschütten. Oder das immer wieder dicht vor den Augen des Zuschauers betonte Zandern der auiwärtSschreiten« den Kassandra. Weil sie nicht in eine Ferne abgerückt ist, sondern mitten aus den geängsteten Zuschauern fortwandert, bringt die un- mittelbare Nähe in ihr sichlbareS Wesen eiwaS geheimnisvoll Dauerndes, das sehr lange und trogisch, sehr quälend anhält. Eben schien fi««in kolligeS Jungfrauengreuel. Auf der kargen Strecke ihres Wege«, die au« der Tiefe über die Orchestra in das Düster de» abschließenden Palastes führt, wechselt in ihrem Gesicht hundertfacher Ausdruck. ES wird möglich, mit Hilfe des Lichtes diese« Geficht greisenhaft auSzubuchlen. Die Gruben in ihrem Handrücken und in dem Ansatz der Ellenbogen werden bemerkbar, und sekundenweise kann über ihre Haut ein flechtiges Aussatzrot hin- gleiten. Sinnbild begleitende Nebenmacht, die der Dichtung sonder- lich hilft, wird das alles. In solcher malenden Mannigfaltigkeit ist das noch nie gewesen./ Die Gräßlichkeit de? Endspiel« der.Eumeqiden" wahrhaft zu erwecken, das war immer Max Reinhardts Traum. Jetzt endlich wagt er es vollkommen. Denn nun befitzt er die drei Gründe, die er braucht: Die Eben« in der Ties«, die Orchestra. auf d«r fich die gemarterte Mannheit deS Orest hinaufwindet. und endlich, noch um Turmeshöh über die eigentliche Bühnenfläche den Wolken nahegebracht, den Sonnenfitz des Apoll. Gerade da« Bühnenbild der Eumentden, das ungeheuer waghalsig schien, litt trotz allem noch an einer zu großen Schüchternheit des RsgiffeurS. Hier sollten, wenigstens bedünkt eS mich so, die Fabel- haftigkeit und das Märchen grenzenlos werden. Das Eumeniden- gewürm, das im Staub, beinah am zitternden Herzen der Zu- schauer» liegt, muß noch gräßlicher, noch viel schwerer ein Alb« drücken sein, Apoll dagegen sollt« den Ueberfluß des Strah« lenden, den er jetzt aussendet, noch um ei» Gewaltiges überblenden. Die Erlösung vom niederen Wirllichkeitsdroma zum Drama der Einbildung. da« Himmel und Erde ohne Schrecken verknüpft, könnte von dieser Bühne kommen. Oder kommt von der Bühnentechnik überhaupt keine geniale Dichtung? Kann nur die Dichtung dem Bühnentechniler erst die Gedanken bc- freien und anzünden? Man staunt nämlich in diesem neuen Theater sehr häufig, aber man ftagt fich auch nicht selten: Wo ist der Nachfahr de« Hellenen, der solch- Millionenpracht verdien,«? Die Schauspieler brauchen in dem neuen Hause nicht heiser und lungensüchtig zu werden. Die Stimmen tragen leicht und gm. Die oieltönige Musik der Menschenchöre braucht nicht ins Posaun ierend» hinaufgedröhnt zu werden. Die einzelnen Stimme» dürfen menschlich bleiben. Und diese Freude der Künstler, du nicht ant«.tzl-s««ätz»ad er- schnell«» die Oeffentlichkeit kommb mit der Behauptung, die Echtheit sei Davidsohn gegenüber n i ch t bestritten worden. Es scheint uns sehr wünschenswert, daß Gen. D a v i d s o h n sich hierzu äußert. Eme Erklärung Scheiüemanns. Genosse Scheidemann üllersendet uns folgende Zeilen zur Veröffentlichung: „Aus der Diebstahls- resp. Unterschlagunqsaffäre Sonnen- seid soll unter allen Umständen ein politischer Skandal gemacht werden, indem außer mir auch andere bekannte Sozial- demokraten ersäuft werden sollen. Abgesehen von dem Schaden, der augenblicklich durch eine nicht ungeschickt eingeleitete Hetzkantpagne entsteht, wird und kann, gleich- viel vor welchem Forum die Affäre verhandelt wird, nichts Kompromittierendes für Sozialdemokraten heraus- kommen, denn es existiert meines Wissens nichts, was das Licht der Oeffentlichkeit zu scheuen hätte. Gcsäiäitsreisen, die ich inkognito in das Ausland unternommen haben soll, sind alberne Phantasiegebilde. Alle Auslandsreisen im.Krieae habe ich im Austrage des sozialdemokratischen Parteivorstandes gemacht. Wie lächerlich manche der offenen und versteckten Ver- dächtigunaen sind, zeigt z. B. die Behauptung in der„Zukunft", daß ich 4, 6 oder 8 Wochen, lang im Souvrettahausc. dem „Millionär-Hotel" von St. Moritz, gewohnt hätte. Ich bin in meinem Leben dreimal in St. Moritz gewesen, alles zusammen höchstens 9 oder 10 Tage. Daraus werden allmählich acht Wochen „bei diesem Valutastand". Dr. H e l p h a n d. mit dem ich s e i t mehr als 20 Jahren gute Kameradschaft halte, ihn achte und als einen geradezu genialen Politiker schätze, hat, was M aus seinem eigenen Munde im Sommer dieses Jahres er- fuhr, das Souvrettahaus noch niemals betreten. Aber: Verleuknde nur fest drauf los, etwas bleibt doch hängen. Ich habe den dringenden Wunsch, daß die Angelegenheit so schnell und so gründlich als möglich geklärt wird. Von jedem anständigen Menschen sollte dann aber auch erwartet werden dürfen, daß er bis dahin mit seinem Urteil zurückhält."_ Neue Anschulüigungen gegen Sklarz. Zu dem gegen Georg Sklarz eingeleiteten ErmitlclungSver- fahren teilt die Korrespondenz B. S. mit. daß bei der StaatSan- wallfchaft eine Anklageschrift eingereicht worden ist, die auch von mehreren Mitgliedern der Nattonalberiammlung unterzeichnet sein soll, in der die V e r h a f t u n g des Sklarz verlangt)v:rd, weil er in Berlin nicht gemeldet sei und keine eigene Wohnung befitze. Offiziere deS Freikorps Dohna behaupten nach der gleichen Quelle, Material in Händen zu haben, aus dem hervorgebe, daß Sklarz nicht lediglich die Regierung unterstützt, sondern im März des JahreS versucht habe, sich eine Rückversicherung bei einem etwaigen Regierungswechsel zu schaffen und Truppen für eine kommunistische Regierung zu werben. Insbesondere habe er den ersten sowie einen späteren Kommaneanlen der Truppe„Reichstag" zu veranlaflen gesucht, nicht für die Regierung einzutreten, sondern neutral zu bleiben. Dann soll er Waffen und Munition, wie er ausdrücklich betonte, gegen die jetzige Regierung sich zu verschaffen gesucht vaben. Die Namen der Ge« währSmänner für diese Behauptungen werden nicht genannt. Wir können zu diesen Anschuldigungen keine Stellung nehmen, da die betreffenden Vorgänge uns ebenso unbekannt sind wie die Person des Herrn Sklarz, der niemals der sozialdemdlratischen Partei angehört hat. Wer Sklarz ist, welcher Art seine Geschälte und sein sonstiges Treiben waren, das muß das gerichtliche Ver- fahren ergeben. Wir haben in der ganzen Sacke von An'ang. an einen scharfen Trennungsstrich gezogen zwischen den Beschul- digungen gegen Sklarz und solchen gegen sübrendePartei- genossen. Nur die letzteren haben politisches Interesse. Siechtum fürchten muffen, half zu bedeutendem\ Swwunge. Nennen wir bor allem die neue Tat des Fräulein Straub, die Klytämnestra war. Ihre Stimme ist gewaltig. Sie ist ebenso gefügig wie MoissiS Canlilene. Dabei gerät sie ins Lrisischettde, ohne daß sie mit hetierem Gekrächze sündigt. Malerisch-ist ihre Stimme. Sie vermittelt unmittelbar ganz unverhoffte Bilder. Die Geschmeidigkeit, die ihr äußerlich abgeht, wird durch die Gabe dieser Stimme wettgemacht. Sie redet und wirkt geradeaus auf den sehenden Sinn. Und noch eines: ihre Technik übertrifft olle Sprechtechnik der Schauiptelerinnen. Spielt Fräulein Fern im Deutschen Theater die Kosiontro, so strömt von vornherein aus ihr eine mythisch großartige Hysterie. Frau Heim» mußte sich überschreien, um die lastende Uebersinn- lichkeit der Seherin zu bewältigen. Fräulein Fein war die einzige, die man nicht in das Ricientheater hineinzwingen sollte. Täu'cht nicht alles, ist sie eher in den Kammeripleleit heimisch. MoiiiiS Orest war ans allein Gut geschmiedete Pracht. Cr nnge weniger als Opfer der Erynnien, er stuize sick obgeriiener in seine Tobsucht hinein, damit der Ausstieg zttm Paradiso Apollonis die allerlauterste Steigerung eine? Menschen werde. Höchst rührend. ein auch körperlich wundervoll auferstandenes und tönende» Bild des Altertums war Ludwig Wüllner. der Füarer der Greise. Man spielte vor Ministern, dem erlauchtesten der deutschen Dichter und einem beinab volkstüniltchen Olymp, der Max Retn- Hardt gebührend ehrte und feiernd beklatschte. Heinrich Leopold Wagners �KinSesmoröeria�. Residenz-Theater: Evchen Hu in brecht. Der ElsSflcr Heinrich Leopold Wagner, der zwei Jahre älter als Goethe war. veröffentlichte 1776 sein Trauerspiel von der Ktnd-Smörderin Evchen Humbrechl.„Einige philofophtich p ütend« Kosmopoliten" sollten nach dem-rnsthasten Wunsch der Vorrede untersuchen, ob da» Spiel auch in.delikaten, rugendlallcnden Zeiten auf unseren sogenannten gereinigten Bühnen mit Ehren erscheinen dürste." Also sürckrete der Poet, daß ihm Moral und Polizcr ge« sährlich werden könnten. Er fürchlere mit Recht, man lönnte den Jüngling verrufen, der Evchen �.umbrecht in einem tttle-inen Hause sündig werden läßt, um fie aller Pein der Iungirau Muner aus- zuliefern, ihre Hände bis zum Kindesmord zu lenken und ichUeylich die Arme an das strenge Ariminalgerickt zu nberaebe». Wagner mußte auch den Vorwuri der beabsickttigren Gemeinhert ecMnoen. Er mußte auch mehr als ein Jahrhundert durch vre Lncraturge clucht« als ein Dieb laufen. Hatte er doch zu SIraßburg Goethes Freund- schaft genossen. Aber man ist beut« der Ansicht, daß Wagners Evchen und Goethe« Gretcheir Schwestern des S»rcktals nud, ohne daß die Kameraden sich mit Schuld und Strafe belegen konnten. Man war aus die Tragödie der KindeSmordertn eden lehr ein« gestimmt, und der Straßburger Lttetal polterte eijcrttb lutrtlidjlcits- getreu tit die Mordsgeschichte hinein; so getreu, daß man sein Stück nicht in Deutschland, sondern in der Kunst- und Wurnnadt Preß- bürg ,um erstenmal aufführte, und daß LetsingS Bruder, ein sehr fleißiger und-»ständiger Journalist, das Unglück SocheuS mit aller- Never die®efdB5fte deZ Herrn Sklnrz würde, wie sie auch immer liegen, niemals die groge Ausregung der Oeffenllichkeit enlstanden sein, wenn nicht von Anfang an behauptet worden wäre, dag flibrende Parteigenossen aus das schwerste durch diese kompromittiert icten. Diese letzte Behauptuug ist zwar oft aufgestellt, aber nie- mal S bewiesen worden. In welcher Arthier gearbeitet wurde. das zeigt die an anderer Stelle aufgedeckte Fälschung eines angeblichen Briefes von Scheidemann. Gerade den oben wiedergegebenen Anschuldigungen gegenüber mutz auf dos stärlste betont werden, dag sie zwar Stlarz belasten, aber— selbst als absolut richtig unterstellt— nicht im mindeste» sührende Parteigeuvssen oder Regieruugsmitglicdcr kompromittieren. Das schlimmste, was aus ihnen gefolgert werden könnte, wäre, dast einzelne Personen sich von Sklarz hätten düpieren lasten. Dar- aus lieste sich der Vorwurf falscher Menschenbeurteilmig erheben, aber niemals der Vorwurf unehrenhafter Hand- l u n g S w e i s e. Den elfteren Vorwurf aber hätten die Betleffenden jedenfalls zusammen mit der alten Negier» ng zu tragen, von der jetzt behauptet wird, dast fie schon 1317 von ParvuS und Sklarz bezüglich ihres KohlengeschästS nm Dänemark hinters Licht geführt worden sei und die jedensalls lange vor derNe- v o l u t i o n die Sklarzschen Unternehmungen gefördert hat. In der Angelegenheit ist ferner von einigen Blättern die Be- bauplmig aufgestellt worden, dast Georg Sklarz seine Reise ans Grund eine« PnsteS des Auswärtigen Annes ausgeführt habe. Wie wir vom Answärligen Amt erfahren, ist die Angelegenheit dort uniersuckit worden. Die Untersuchung hat ergeben, daß das Aus- wärtige Amt dem Georg Sklarz keinen Paß ausgestellt hat. Der Reichswehr mini st an den wiederholt in der Presse die Frage gerichtet worden ist, ioaZ er zur Verfolgung und Aufklärung des sogenannten Falles Sklarz veranlasst habe, teilt mit: Das mir zugängig gemachte Material wurde von mir a n demselben Tage dem Staatsanwalt zugeschickt. Bei Aussprach« mit dem Reich�justizminister und dem zuständigen Dezernenten im preußischen Justizministerium habe ich die Per- sicherung erhalten, dass jede gesetzliche Möglichkeit ausgenützt wird, um eine gründliche Aufklärung herbeizuführen. Granting über öie Einigungsfrage. Fn der ersten begreiflichen Aufregung über das verwerfliche Attentat auf Hugo Haase hat Branting im .Socialdemokraten" auch Regierung und Mehrheits- Parteien an der Tat verantwortlich gemacht. Darauf 'vurde ihn, in einem Artikel der.Deutschen Allgemeinen Zeitung" entgegengetreten. Nunmehr zieht Branting seinen Burwurf zurück und schließt seinen Artikel mit folgenden Sätzen: .Die„Deutsche Allgemeine Zeitung" hat dagegen durch- auS Recht, wenn sie sagt, daß es ein gemeinsames und all- gemeines Interesse sein müsse, die Entwicklung in ruhigere Bahnen zu lenken. Gegen sogenannten„tätlichen RevolutionismuS", wie er in diesen Tagen sich in verschiedenen Ländern breit macht, vertritt tn dieser Hinsicht der deutsche MehrheitssozialiSmuS eine starke und eine verant iv ortungsbo wußte Taktik, die die inter- nationale sozialdemokratische Bewegung weiterhin.» i ch t e n t- Kehren kann. Aber wir möchten wünschen, daß sie bald- möglichst in einer neuen geeinten deutschen So- z i a l d e m o kr a ti e vertreten werde, die von jeder der beiden Fraktionen das B e st c nimmt. waL sie zu bieten hat." Wir find mit diesen Worten BrantingS durchaus einverstanden und möchten nur wünschen, daß auch die„Fr ei- heil" diesen Artikel eines neutralen Sozialisten ihren Lesern mitteilt. An uns liegt es wahrhaftig nicht, wenn die Hoff- nung Brantings noch nicht zur Tatsache geworden ist. ......—————————— band Süssigkeit und verlegener Verlogenheit milderte. Auf der Bühne hieU sich dann ein wenig diese Verballbornung. Evchen ist eine MeygerZlochter. Ihr Verführer ist ein Leut- nant. Demnach gibt es Anlast, nun die Ungerechtigkeit der Klassen tüchtig durchzuhecheln. Es trete» denn auch sehr abgefeimte Spitz- buben von adligen Oifizieren ans. Der Metzger Humbrecht, ein Sprechgefährte des allen MustluS Miller, ist nur viel- gröber, viel gemeiner, viel unflätiger in seiner wohlbegründeten Ausbäumung. Sr redet ehrlich, aber vollgespickt mit krampshaster Kloyigleit. Und et ist ein tzauSlyrann auch da, wo er sanfter sein sollte. Daher ist es lein Wunder, daß ihm die Melzgerin, die ihren Leichtsinn mit dem Tode büstt, ein Schnippchen ichlägt, um der Tochter eine Freude zu verschaffen. Dast nun die Tockiter Evcken dabei so elendiglich abschliestt. ist surchrbar. Dazu kommt noch, dast die Geletze gegen solche Kindesmörderinnen bestialis» find. Die Gs- Ktze nagen nicht nach den Ursachen der Verzweiflung, sie stellen nur die Tat fest und bestimmen den Henker. Darum wird am Schlnsse der Tragödie gegen die Gesetze aufgemault. Also wird auch in�Saztale hineingestochen. Im Resrdcnztheater, wo man mehr als das entblötzte Menschenherz die weniger edlen, aber desto runderen Organe liebt, spielte man jene Verballhornung, die EvchenS Tragödie mit Kuss. Verlobung und einer SsilP-Toler-Mitgift beendet. Man spielt« in einem recht verwahrlosten Etile, ganz auf moderne Realistik eingestellt und vergessend, daß man nicht nur daS Kostüm, sondern auch feinere Schwingungen einer Vergangenheit achten muss. Rur Fräulein K ä t.e Dorsch war ein Evchen, dem jede Regung, jede Zartheit deö Blickens und auch die grosse gewaltsam verhalle»« Tragik gelang. Hermann Vallentin, Rosa Valetti, Paul Biensfeld und Erich Kai ser-Titz verwechselten daS Jahr !77Z mit dem Jahre 1319. Sie spielten das Wagncrsche Stück, als wenn t/» sich um den„Gucen Ruf" von Sudermann, dem heutigen Hausheiligen, handelte. Fräulein Limburg gar beneideie all die Freudenmädchen, die heute über die Berliner Bühnen wandeln, und sie zog sich noch waghalsiger aus, als es gegenwärtig in der Königgrätzer Strasse und im Kleinen Schauspielhaus ge- schreht._ Max H o ch d o r f. Der Bildhauer Fritz Schaper, den die Nochrufe bezeichnend eine»„Berliner Bildhauer" rnniren,»st gestern. 78 Iah"? alt, gestorben. Seine junge Zeil siel in die Aer« wirtschaülichen Auf, bliihcns, die dem Kriegsmilliardenzustrom der siebziger Jahre folgte. Er kam aus dem Steinmetzenberuf uod wurde damals einer der betriebsamsten Statuenbildner der Hauptstadt des neuen Reiches. In allerlei plastischen Darstellungen von preussischen und deutschen Fürsten, Generälen und Geisteshclden hat er seinen An. teil an dem, traS in jener nun überholte» Epoche schliesslich zur .Teprmalseuchc" ausartete. Doch ist er keineswegs einzureiben in dw Masse des bloss fabristereiröen DurcisscknUts''einer Zeit. Er war ein Nachfahre der klassizistisch ldoa!,fi«re>'den Schule Rauchs, voll Vorliebe für Historische» und zugleich ein Urderaang zu realisti- schen Zielen, eine Zwischenstufe von Rauch zu Begas, ein nach har- vronisch ruhiger Schöndelt trachtender ernster und freudig gestimm- »er Schafser. Das Goeihedenkmal im Tiergarten, das auS den siebzig«� wahren stammt, und der Schleiermacherkopf an der Drei. k?ltigkei!skirche sind erste Stüch' unter den vielen in Berlin auf- gaste Werken Schavcrs. Sie zeigen, was sein Geschleckt dem inneren Leben abgeu-in nen konnte, und wenn wir beut« deutlich die Grenzen fühlen, die diesem Li»nv«n gesteckt waren, so drückt sich darulaas, wie schhr ein neues Geschlecht zene Kunst in g-schichtl'ch abgeschlossen« Fernen twängte. Kepktalsthiebungen in englischem Ächte. Tie„Times" vom 13. d. M. beschäftigt sich mit der Frage, wie Auslandsdeutsche zur Steuerleistung herange- zogen lvevden können. Sie macht dabei Mitteilungen, die aus mehr als einem Grunde das weitgehendste Interesse in Deutsö�cmd verdienen. Wir zitieren nach der D. A. Z.: Nach Nuftauchen des Gerüchtes von der Heranziehung der im Auslande lebenden Deutschen zum Reicksnotopfer suchen viele in der Schweiz ansässige Deutsche ihr Vermögen ,.zu verschweige n". um dadurch dein Zugriffe der deutschen Behörden zu entgehen, die möglicherweise bei der Eintreibung durch die Entente, der diese im Auslande einkommenden Beträge zur Aufrechnung auf die Kriegsentschädigung angeboten werden sollen, indirekt unterstützt würden. Ein besonders krasser Fall der Verschleierung sei ein Dw r- le h e n von d 0 Millionen Mari, das ein angeblich Schweizer Konzern der Hüttengesellschast„B o ch u m" ge- geben habe. In Wirklichkeit feie» jedoch die„Schweizer" Gläubi- ger der deutschen Aktionäre Angehörige der Familie Becker, der Hauptcigcntümer der„Bochum". Unsere Leser werden sich der Artikel erinnern, in denen wir zu den immerhin bemerkenswerten Machenschaften des Stahlwerks Becker Stellung nahmen. Erst versuchte diese Gesellschaft, die ja die Aktienmajorität des Bcchuiiler BergwerlsvercinS hat, der Oeffentlichkeit einzureden, die Arbeiter hätten die Zeche in den Tod gestreikt. Jetzt melden sich auf einmal reiche Verwandte der beut- schen Familie Becker in der Schtvciz als Geldgeber für die Zeche „Präsident". Woher stammt ihr Vermögen? Wie kommt es nach der Schweiz? Sie zahlen in billigein deutschen Geld, bekommen dafür billige deutsch: Kohle, an der sie Riesensummen verdienen, und leisten ihren Vettern finanzielle Freundschaftsdienste. Die Re- gierung hat daS Abkommen mit der Schweiz genehmigt. Tressen die Angaben der„Times* zu— und daS muh erst einmal:o«hge- prüft werden—, so hat s i e alle Ursache, dieser unerhörten Schiebung, die einen dauernden Kapitalabstrom nach sich zieht, ein Ende zu machen. Auch so ist schon zu hoffen, dass der Oberste Rat der Tntente den deutschen Kapitalslüchtlingen auf den Leib rücken wird. Schreibt doch die„Times" weiter: „Das Interesse der Entcnie-Länder, der deur- schen Regierung sind nickst zuletzt der anständige» Elemente im industriellen und f i n a uz iellen Leben der neutralen Staaten seien einig in der Suche nach Mitteln, die Milliarden ins benachbarte neutrale Ausland ent- wtschter deutscher Vermögen für die Zwecke der nach dem Versailler Vertrag vorgesehrnen Kriegsentschädigung nutzbar zu machen, ES wäre auch unsererseits nur zu wünschen, dass die Entente Massnahmen trifft, um das steuerpflichtige verschobene Kapital im Ausland- erfassen zu helfen. Anders kommen wir nie in dl« Lage, dem Friedensvertrag auch nur annähernd gerecht zu werden. Jen Deserteuren deS Kapitals aber wäre es mir zu gönnen, wenn sie trotz aller verzweifelten Anstrengungen, dem deutschen Steuerfiskus zu entgehen, nun dem interalliierten Gerichtsvollzieher in die Hände fallen. Jrauenkonferenz öer U. S. p. Am heutigen Sonnabendvormittag trat im Leipziger Volk», Hause die Frauenkonferenz der U. S. P. D. zusammen, an der etwa 233 Vertreterinnen teilnehmen. Luise Zieh widmete zunächst Haase einen Nachruf. Sie sagte dann, die Entstehung der U. S. P. sei notwendig geworden, als man die unangenebnre Opposition aus der alten sozialdemokratischen Partei herausgedrängt habe. Wäh- rend des Krieges habe leider nur illegale Propaganda getrieben loerden können, die grosse Opfer gefordert habe. Mehr als MOtck) Personen. Männer und Frauen, seien in Schutzhaft genommen, in Gefängnisse und Zuchthäuser geworfen worden und haben grosse Opfer an ihrer Gesundheit gebracht. Nach der Revolution hatten die RcchtSsozialisten den unerhörtesten Verrat am Sozialismus be- gangen und die Früchte der Revolution völlig zunichte ge- macht.(!) E? sei ober zu hoffen, dass die Zeit nicht mehr allzu fern sei. wo die Anhänger der U. S. P. die Führung in die Hand bekommen(vor nichts haben sie grössere Angst I Red.) und endgültig die.Ketten abstreifen werden, mit denen das Proletariat gefesselt sei. E r i s p i e n betont� dass die Fraucnkonfevenz keine besondere Organisation sei. sondern vielmehr die Aufgabe halx, im Verein mit der Partei zu wirken. Die Ausdehnung de» Wahlrechts auf d>e Frauen habe zunächst für die Partei u n g ü n st i g gewirkt, da die bürgerlichen Frauen sich bei den Wahlen sehr stark beteiligt haben, die revolutionären Frauen nicht. Pflicht der revolutionären Frauen sei eS deshalb, in ihren Kreisen für elne regere Teil. nähme an den Wahlen zu agitieren, damit die nächsten Wahlen für die U. S. P. günstiger ausfallen. Zu Vorsitzenden in der Konferenz wurde» Frau Zietz und Frau Nehmitz gewählt. Frau Zietz referierte sehr ausfuhrlich. Die größte Schande der sozialistischen Regierung, die 15 000 r«vo- luticmäre Männer und Frauen hingeopfert habe, sei nicht nur, daß sie sich dem Sozialismus widersetze, sondern sich direkt zum Schildträger deS Kapitalismus und d-r lebendigen Verkörpe- rnng der Reaktion(!) gemacht habe. Grösser als ihre Schuld sei nur noch die furchtbar« Dummheit der RcchtssoMisten, die den Tag der Abrechnung zu fürchten hätten. Tie Kriegervcreinshäuser und Einwohnerwehren starrten von Waffen, und alle Tage explo- diere in den Bürgerhäusern die Munition. Besonder» schmerzlich war der Vorwurf, die Sozialdemokraten träten für di« s ch>v a r z- rotgoldene Fahne ein. tnährend die Behauptung, die So- zialdemokratie sei für die Beibehaltung der Todesstrafe eingetreten, den Beweis dafür liefert, wie fett Luise rbr Wäglein mit Lügen schmiert. Sie kam darrn auch auf den Fall Sklarz zu sprechen. Man versteht Politik mit Geschäft zu verbinden und die Machtstellung auSzuniisscn, ein BoNvnrf, per.Herrn Eichhorn sicher sehr gekränkt hat. In der Debatte legte dann eine Vertre- tcrin von Mecklenburg gegen die mehrheitSsozialistische Regierung ihre? Heimatlandes loS. die offenbar NoskeS Lorbeer«, nicht schlafen lassen.(Siehstc, Leuß, da hat ihm schon!) Brutaler denn je gehe man dort gegen die Revolutionäre vor. In einer Versammlung, die letzthin mit Waffengewalt aufgehoben wurde, sei«, die teilnehmenden Frauen dazu gezwungen worden, sich von einem Wagenknecist b!S auis Hemd ausziehen z» lassen. Alf ein« Genossin sich geweigert babe. auch die letzte Hose«allen zu lassen, habe es geheißen:„Herunter mit ihr!"....Frau Wurm beklagte das geringe Interesse der unabhängigen Frauen an ihrer Zeitschrift. Frau Giese bedauerte, dass die letzten grossen Streits in» Wasser g« sollen seien, weil die Frauen der Streikenden ihren Männern mürrische Gesichter gezeigt und diese in die Fa. brike» zurückgetrieben hätten. Fron Krinatb bedauert«, dich Frau Zietz hier den Hai) gepredigt habe, während die Frauen doch die Liebe predigen sollten. Es gebe ihr jedesmal einen Stich in» Herz, wenn von den RechtSsozialisten al»„Verrätern" g«. svrochen werde. Nach Annahm« mehrerer Resolutionen, u. a. für die Weltrevolution, wurden die Verhandlungen auf Sonntag vertagt._ Ablehnung öer Ententeforöerungen? Wie die..Deutsche Allgemeine Zeitung" zu melden weiß. ist die R e i ch s r e g i e r u n g fe st e n t s ch l os s e n, in de: Frage der?iblieserung der 400000 Tu. Docks, Bagger und SchiffSmat�rial nicht nachzu- geben, weil die Erfüllung dieser Forderung Deutschlands wirtschaftliche Existenz schlechterdings unterbinden würde. Unannehiffbar sei auch für die Rcichsregierung die Klausel des Protokolls, noch der Frankreich jederzeit in Deutschland militärisch einrücken darf. Nach englischen Meldungen erwartet die Entente die Annahme der neuen Forder ungen bis zum 5. D e z e m b e r.__ die Matrosen von Scapa ßlow. Die Seeleute, di« die deutsche Flotte in Scapa Flow ver- »ichtet habe» und gogewvärtig im Lager bei Ostwostry interniert sind, verlangen, daß man sie nach Teutschland entlasse wie die übrigen deutschen Gefangenen. Sie haben sich am Dienstag zu widersetzen versucht und in den Streik treten wollen.' In- dessen haben sie beim Herannahen von Truppe nabteilungen ihre Tätigkeit wieder aufgenommen und sich seither ruhig verhalten. Die flnöeren erwägen. Die schwere Hungersnot, unter der Wien leidet, hat Deutschland zu sofortiger tatkräftiger Hilfeleistung veranlaßt. Ungarn hat in gleicher Weise sich bereit erklärt, aus den ungarischen Bestände» Tcutschösterreich zu ernähren. Ter Fünfcrrat der Entente jedoch hat diesen Vor- schlag der ungarischen Regierung dem zuständigen AuS- schuß überwiesen..._ Italien vor ernsten Sorgen. In den italienischen Blättern spiegelt sich eine recht düstere Beurteilung der inneren Lage Italiens. Tie Regierung scheint nicht darauf rechnen zu können, daß im Parlament die seinerzeit durch den König arfolgte Ratifikation deS Friedenövertra- g e s voll b e st ät i g t wird. Man sucht deswegen nach einem Ans- weg, nach einem Kompromiß, in dem die Regivrung sich verpflich- tea soll» eine entschiedene Initiative zur Sender ung deS FriedeneoertrageS zu ergreifen. Die bevonstehrnde Eröffnungssitzung der Kammer soll mit einer vom König zu verlesenden Rede cingeloitet werden, die wichtige wirtschaftliche und politische Reformen, darunter auch die Verleihung deS Stimmrechts an die Frauen, ent- hakten wird. Heber die Lösung der Adriafrage wird noch nichts EntschvidendrS gesagt werden. Wie„Messagero"-mitteilt, beabsichtigen die Sozialisten beim Erscheinen des Königs vor der Kammer antimou- archische Demonstrationen. Sie wollen beim Ein- tritt deS Königs sitzen bleiben und Hochrufe mit dem Gesang der Internationale beantworten: ferner sollen allo Beifallskundgebungen der Mehrheit durch Hochrufe auf e>e Revolution und das sowjetistische Rußland gestört werde». Doch werde es während der Sitzung sicher zu wetteren Zwischenfällen kommen. Wie man auch die Sache ansehe, die Re- gierung stehe vor Ereignissen von außerordentlicher Schwere, da sie nicht als indifferente« Zuschauer den Dingen ihren Lauf lassen könne. Man habe noch die schwache Heffnung, daß die Sozialisten auf eine Teilnehme an der Sitzung verzichten. Geschehe das nicht» so würbe die Regierung zu erwägen haben, ob die Rode nicht besser durch einen königlichen Kommissar verlesen werde, doch frage es sich, ob der König einen derartigen Vorschlag annehmen werde. Entente-Ultimatum an Rumänien. AuS Paris wird gemeldet, dass der Füm'errat der rumäuffchen Regierung mitzuteilen beschlaffen hat, tyjss diese�hie Antwort aus die letzte Not« der Alliierten den Ententevertretern in Bukarest spätestens am 2. Dezember übermitteln muß. flrbeitslofenberatunn in Mashin?ton. Von der Internationalen Arbeitskonferenz wird durch Funk- sprach gemeldet: Der AuSschussbericht betreffend A r b e i t Skos ig k eit wurde sechs Stunden lang eingehend beraten. Alz einzige Abänderung wurde der Zusatz angenommen, daß eurapmsche und nichieuropäische Vertreter in gleicher Weist berechtigt sein sollen, a» der in Aussicht genommenen Konferenz über Auswanderung teilzu- nehmen. Die Versuche, hie Verhandlung über die Arbeitslosigkeit und über die Konvention betreffend die gegenseitige Gewährung von Rechten an fremde Arbeiter aufzuschieben, wurden ver« eitelt, auch wurde der Antrag abgelehn-t, den Völkerbund zu er- suchen, die bessere Verteilung der Wettrohmaierialien zu erörtern. Der Antrag Gemmills(Südafrika), die Anzahl d-er Vertreter der europäischen Staaten in der Kommission betreffend Arbeiter- auS Wanderung auf die Hälfte der Gesamtzahl der Mitglieder zu beschranken, wurde lebhaft erörtert, aber schliesslich angenommen. Gemmill hatte ausgeführt, dass der europäische Standpunkt sehr ver- schieden von dem Standpunkt derjenigen Länder sein würde, welche die Einwanderer aufzunehmen hätten.'Di« Schiveiz brachte sodann einen Abänderungsantrag ein. in dem verlangt wurde, die Erörte- rung über die Konvention betreffend gegenseilige Gewährung von gleichen Rechten an die fremden Arbeiter dem geschäftsführenden Ausschluss zu überlassen._ Konflikt zwiscken Amerika unö Mexiko. Nach„Nieuwe Notterdamsche Eourant" melden„Central NewS" aus Washington: Tie Bereinigten Staaten haben ein Ultima. tum an Mexiko«bgejchickt, die amerikanische Armee und Flotte sind bereit, die Forderung nach Freilassung Jenkins durchzusetzen, kleine politische Nachrichten. Die Telrgrapbcnuniv� dätie öetiurhe einen Mörder gefangen. Ott« sollt« er beißen, Pizefeldwebel soll!««r iein. Frau Luxemburg sollte er ermordet haben und«in Geständnis war auch schon da. In H a n n o v e r, wo die Ente geboren ward, gibt eck keinen Ott«, der verhastet worden wäre, Dize ge- Wesen wäre, gemordet hätte, geständig gewesen wäre— Grnnd genug, die Meldung für zweifelhaft zu halten. Ter Branbenbiirgisch« Provinzmllaiidtag. Nachdem alle Wahlen der Stadt- und Landkreise zum Brandenburgischen Provinzialland- tag aus Grund der Verbälimswahl durckgesühtt worden filid, ergibt sich nach der Parteizugehörigkeit der Ävueordneten folgende Zusammensetzung des neuen Provinziallandiageö: 33 Deutschnauoiiale, 1 Deutscher Volksparteiier, 19 Demokraten. 91 allgemein Bürgerliche, 13 ohne Angabe der Partei(mefftenS Bürgermeister). 47 Sozialdemokraten und 15 Unabhängige, zusammen 146 Abgeordnete. Den 62 Sozialisten stehen demnach 84 bürgerliche Abgeordnete gegenüber. Die neue italienische Kammer. Di« endgültigen Ergeb- Nisse der Wahlen tarnen: LweiaU 170(bisher 310), Radikale 39 (bisher 78), katholische Volkspartei 100(bisher 27). Republikaner 8 (bisher 17). Sozialisten 153(bisher 52), Resormjozialisteu 27(unverändert). GewerkschaflsbttvMW Streik und Revolution. Jmn ersten Male werden die Zahlen für die Kriegs- und Revo- lutionsstreiks des Jahres 1V18 der Dcffentlichkeit bekanntgegeben. Kach einer eingehenden Darstellung in dem Novembcrhcft des Reichs- Arbeitsblattes sind im Jahre lSl8 nicht weniger als 772 Arbeiter st reiks in gewerblichen Betriebe» gemeldet worden; darunter Sgl wirtschaftliche und 24 t politische Streiks. Von ihnen sind 7396 Betriebe betroffen und davon 4686 völlig zum Stillstand gebracht worden. In den betroffenen Betrieben waren 2 476V82 Arbeiter beschönigt. Die Höchstzohl der gleichzeitig Streikenden belicf sich aus 1 304 236. von denen 379116 in wirtschaftliche, 923 129 in politische Streiks verstrickt waren. Berücksichtigt man nur die RevolutiönSwochen vom 7. bezw. 9. November bis zum Schluff deS Jahres, so ist festzustellen, daff in diesen Wochen 273 1163 wirtschaftliche und 99 politische) Streiks ausgebrochen find, durch die 3725 Betriebe in Mitleidenschaft ge- zogen wurden und an denen sich 724286 Arbeirer beteiligten.— Die Mehrzahl der Streiks entiälll auch in dem Berichtsjahre wieder auf den Bergbau(394) und die M a s ch r n e n i n d u st r i e(139); verschieden ist jedoch in diesen beiden Getverbegruppcn die Ver- teilung auf die wirtschaftlichen und politischen Streiks; iir der elfteren Gruppe fanden 239 wirtschaftliche und 65 politische, in der letzteren dagegen 72 wirtschaftliche und 198 polnische Streiks statt. Nach Ländern geordnet, trifft die Höchsizahl der Streiks mit 134 auf die Provinz Schlesien; es folgen Rheinland mit 124, Provinz Brandenburg mit 119, Westfalen mit 193 Streiks, — Die Dauer der Arbeitskämpfe betrug durchschnittlich 4 Tage- eS gingen im ganzen durch die Streiks 5 217 982 Tage verloren, von denen wiederum 3 248 143 ans die Kriegsmonate und der Rest von 1969 837, das heißt fast 2 Millionen auf die neun Revolutionswochen entfielen. Der einzelne Srreikbeteiligte verlor durch die Streiks während der Kriegemonate des Jahres 1918 etwa 3,69 Arbeitstage gegenüber einem Kriegsdurchschnitt von nur 8,93. Diese Angaben zeigen die einschneidende Bedeutung der Streiks in das Wirtschaftsleben der Gesamtheit wie des einzelnen. Wahr- scheinlich wäre unsere wirtschaftliche Lage nicht so verzweifelt, wenn ein Teil der Arbeiterschaft nicht im Neberschwang der Revolutions- zeit geglaubt hätte, die neue Zeit mit allerlei politischen Streiks begrüßen zu muffen. Eine viertelmilliön Mitglieder des Gemeinde» orbeiterverbandes. Einen gewaltigen Aufschwung im ersten Jahre nach der Revolution hat der Verband der Staats- und Gemeinde- arbeiter zu verzeichnen. Während die Organisation am 1. November l918 40981 Mitglieder zählte, war deren Zahl am 1. November 1919 auf 254 348 gestiegen. Das Tätig- keitsgebiet des Verbandes erstreckte sich im Vorjahre auf 214 Filialen, nunmehr ist ihre Zahl auf 341 angewachsen. So gewaltig der Zuwachs der Mitglieder in diesem einen Jahre ist. so ist doch noch ein großes Stück Arbeit zu leisten, um alle Berufsangehörigc der Organisation zuzusühren. Die Voraussetzungen dafür, das freie Koalitionsrecht für die staat- lichen und kommunalen Arbeiter, sind durch die Umwälzung gegeben. Hoffentlich wird die Organisation in nicht allzu- ferner Zeit die erste halbe Million Mitglieder buchen können. Drohender Streik in den Konditoreien. In einer sehr stark besuchten Versammlung der Berliner Konditorgehilfen am 28. November wurde dazu Stellung ge- nommen, daß die Arbeitgeber die am 3. November von dem Schlichtungsamt festgesetzte Teuerungszulage abgelehnt hatten. Die Anerbietungen, die die Arbeitgeber gemacht hatten, gingen weit darunter und sollten erst gezahlt werden, wenn der Magistrat d i e Hoch st preise ausheben und mehr Mehl und Zucker liefern würde. Die Versammlung war auf das höchste empört und drohte teilweise recht stürmisch zu werden. Den an- wesenden Arbeitgebern wurde von den verschiedensten DiSlusstonS- rednern an rech« drastischen Beispielen vorgerechnet, daß sie wohl in der Lage seien, diese Teuerungszulage, ja noch höhere Löhne zu zahlen. Die Organisationsleiiung hat mehrmals versucht, erneme Verhandlungen herbeizuführen und wurden ihr endlich dieselben zu Montag, den 1. Dezember, zugestanden. Die V-rsammlungs- leitung ersuchte, das Ergebnis dieser Verhandlung abzuwarten. Es wurde ein« Resolution angenommen, worin betont wird, daß un- bedingt an den Beschlüssen des Schlichlungsamtes festgehalten werden soll. Verhalten sich die Arbeitgeber weiter ablehnend, so sollen in einer am 4. Dezember abends 7 Uhr bei Schulz, Kölligs- graben 2, stattfindenden Versammlung die weiteren Maßnahmen beschloffen werden._ Augestelltenstreik bei der„Berliner Hausfrau". Wie uns gemeldet wird, sind die Angestellten des Deutschen Druck- und Verlagshauses. Verlag der„Berliner Hausfrau�, Linden- stratze 26, gestern Sonnabend einmütig in den Streik getreten, weil ihnen die Einführung deS abgeschlossenen neuen Buchhändler- t a r i f e S verweigert worden ist. Der Angestclllenausschuß wurde von der GeschästSleitung brüskiert. Die Leserinnen der„Berliner Hausfrau' werden gibeten, den Kampf um das tarifliche Recht zu unterstützen._ Gencralversammlung der Gemeindearbeiter. Der Verbanid der Gemeinde- und Staatsarbeiter, Zahlstelle Berlin, hielt am Freitag, den 28. November, in Boekers Festsälen, Weberstraße, seine Generalversammlung ab. Es galt die Stellung- nähme der Gewerkschaftskommission zum Generalstreik zu behan- deln oder, wie Polen s ke, der den Bericht übernommen hatte, sagte, über die Stellungnahme der eigenen Delegierten zu sprechen. Die Ausführungen von Polenske bewegten sich in dem- selben Sinne wie das von uns in Nr. 384 des„Vorwärts" be- sprochene Referat bei den Vertrauensmännern der Gasarbeiter. Besonders lebhaft wies der Redner darauf hin, daß gerade die Ge- nieindearbeiter alle Ursache hätten, geschloffen und einig zu- sammenzustehen, auch wenn sie in politischeib Fragen nicht einer Meinung sind. Nichts sei verwerflicher und schädlicher als die Wühlereien derjenigen, welche die Organisationen sprengen wollen, um Betriebsorganisationen an ihre Stelle zu setzen. In Zeiten, wo die Arbeiterschaft auf politifchem Gebiet gespalten fei, bleibe die Gewerkschaft der einzige Halt für die Arbeiter. In der Diskussion nahm L a g o t s ch i n s k i in längerer Rede einen ent- gcgcnaesetzlen Standpunkt ein. Er verteidigte das Verlangen der Metallarbeiter nach dem Generalstreik und meinte, die Forderung, daß ihnen die andern Gewerkschaften zu Hilfe kommen sollten, war ein heiliges Begehren, denn es galt den Schub ihrer Organe, ihrer Vertrauensmänner, die von den Metallinduftricllen gemäß- regelt werden sollten. Der Generalstreik sollte sich hauptsächlich gegen die Regierung wenden. Diese sollte gezwungen werden zu zeigen, ob sie zugunsten der Arbeiter ihre Machtmittel in die Wag- schale werfen wolle oder nicht. Redner äußert sidft noch dahin, daß ein Streik, der nicht auch die lebcnswichtig.en Betriebe um- fasse, auf die Metallindnstriellen gar keinen Eindruck gemacht haben würde. Daß der Metallarbeiterstrerk ein solches Ende neh- men mußte, komme daher, weil so viele Leute mitreden konnten, die ganz andere Interessen hatten. Der folgende Redner L e u s ch sagte: Von der dritten Wocke an war der Streik politisch. In der„Freiheit" ist man für die Diktatur des Proletariats eingetre- ten, aber bei der Ilhstimmung über den Generalstreik waren die U.S.P.-Leute Scheinfozialisten. H o f f m a n n betonte, daß nicht die Arbeiter, sondern die Metallindustriellen den Kampf gewollt haben weil sie die Zeit, wo die Arbeiter noch uneinig sind, rasch dazu benutzen wollten, um sie niederzuschlagen. Nachdem nocb verschiedene Redner für und gegen gesprochen und namentlich der Leiter der Versammlung mit eindrucksvollen Worten darauf ver- wiesen, daß die Delegierten im Namen von 43 999 Mitgliedern z i sprechen hatten und deshalb Verantwortungsgefühl nötig ist, rech- nete Polenske im Schlußwort mit seinen Gegnern ab. Besonders verwies er darauf, daß ein Mißlingen eines solchen Generalstreiks wohl doch ein Unglück sei. Man könne nicht einfach nach einigen Tagen sagen: Nun gehen wir wieder in die Betriebe hinein. So gehe das dann nicht, sondern Tausende von Arbeitern bleiben dann auf der Straße liegen. Dabei würden selbstverständlich die Or- ganisationen schwer leiden. Eine von den Lichienberger Kollegen eingebrachte Resolution, welche die Mandatsniederlegung dar Ge- werkschastskommissionsdelegierten, die nicht auf dem Boden deS revolutionären Rätesüstems stehen, fordert, wird mit übergroßer Mehrheit abgelehnt. Ein anderer Antrag der Lichtenberger Kolle- gen fordert, daß den Metallarbeitern 23 999 Mk. zur Unterstützung überwiesen werden. Hierzu teilt Hoffmann mit, daß die Gewerk- schaftskommission einen Aufruf erlassen will. Bis jetzt hätten die Gemcindcarbeiter schon 63 999 Mk. abgeliefert. Das sei nicht be- sonders viel, aber andere Gewerkschaften hätten noch weniger ab- geliefert. Er schlage vor, zu warten, bis der Ruf an die Organi- sation ergangen sei. Ter Antrag wurde darauf mit sehr großer Majorität abgelehnt. Eine Resolution des Werkes Gitschiner Straße, die besagt, daß die Gewerkschaft mehr zur Kampforgani- sation ausgebaut werden soll, und daß es heißen müsse: nicht her- aus aus der Gewerkschaft, fondern hinein!, wird einstimmig an- genommen. Bom Zcntralverband deutscher Post- und Tclegraphrnbedien- steten(Sitz Berlin) erhalten wir zu der Richtigstellung des Herrn Referenten im Reichspostministerium. K n ä n e r, in Nr. 698 de? „Vorwärts" eine längere Erwiderung, der wir folgendes entnehmen:. Zunächst behauptet Herr Knöner, unser Verband habe dem Reichspostnrinisterium die Forderung unterbreitet,„allen Lohn- empfängern" die Bezüge zu erhöhen. Das iü zwar richtig, aber nicht erschöpfend! Wir haben vielmehr auch für die un- t e r e n Beamten, gehobene wie nicht gehobene, eine sünfzigprozenifge Erhöhung der Gehälter und der Teuerungszulagen gefordert. Warum verschweigt Herr Knöner diese Tatsache? Weiter behauptet Herr Knöner, unseren Vertretern sei ketn ablehnender Bescheid erteilt worden. Das mag formell zutreffend sein, in der Sache aber ist es völlig unzutreffend. Oder muß es nicht etwa als eine Ablehnung betrachtet werden, wenn die Aufnahme der Verhandlungen über Forderungen, die sich ihrer Natur nach auf die Bezüge der unteren Beamten, der Stunden- und Tcrgelohncmpfänger im ganzen Reichspoftgebiet erstrecken mußten, abhängig gemacht werden sollte von dem Ausfall des Schiedsverfahrens für eine einzelne, noch dazu örtlich begrenzte Gruppe von Bediensteten, nämlich der Berliner Postau shetfer? Und wie ist es zu bezeichnen, wenn die Verwaltung, nachdem sie von unserem Verbände 6 Wochen un, Massig um Festsetzung eines Verhandlungstermins angegangen und zuletzt mit aller Entschieden- heit darauf hingedrängt worden ist, jetzt plötzlich mit der Gegenforderung hervortritt, wir sollten jetzt ebenso toi e andere Or- ganisationen.zunächst Mmtelvcrträge zu Tarifvereinbarungen vor- legen? Weiß er nicht, daß die Durchbcraturig dieser Alantelver- träge Monate in Anspruch nehmen müßte— Äonate, die mit den heutigen Bezügen durchzuhalten den untertzn Bediensteten einfach � ganz ummöglich ist. da sie nicht noch längsr und noch ärger am Hungert nchc nagen können?! Tie Angestellten der Lederwirtschaft bersamimekten sich am 26. November, um Stellung zu iiehnmi zum neuen Entwurf des Tarifvertrages. Wendlanb vom Zeutralverband der Angestellten kritisierte die gogetuvärtiye Staffelung der Monatsgehälter, ebenso ihre absolute Unzulänglichkeit. Gleichzeitig begründete er den von der Tariftominisfion des Zentralvervandes aufgestellten neuen Tarifbertragseutwurf. Die allergrößte Bedeutung im Tarifvertrag verdient das Mitbestummungsrecht, das im laufenlden Tarifvertrag völlig vernachlässigt worden ist. In der Äusivrache wurde von einem Branchenkollegen mitge- teilt, in welcher Weife noch heute deutschnationale Angestellte gegen die freigewerkschaftlichen Kollegen kämpfen. Ein Gewerkschafts- bündler stellte den Antrag, neben dem Zentralverband auch den Gewerffchaftobund mit der Vertretung des Tarifvertrages zu be- auftragen. Deuigegeitübcr wurde fast einstimmig die folgende Resolution angeiwarmette „Der Zeutralverband der Angestellten wird beauftragt, den uc der heutigen öffentlichen Versammlung sür die Angestellten der Lederwirtschaft vorgelegten und genehmigten Enttvurf eines Tarif- Vertrages sofort dem Arbeitgeberverband einzureichen mit der For- derung. die Tarifverhandluugen binnen 8 Tagen beginnen zu lassott."_ Holzarbeiter. Mitglieder- Versammlungen. Tischler. Bezirk Osten U und Nordosten: Montag, t. Dezember IStS, nachmittags 4»/» Uhr, in den „ComeniuS- Sälen», Memeler Straße 67.— Norden, Roientbaler und Tchöntiaufcr Vorstadt: Dienstag, den 2. Dezember 1919, nach«, ö Uhr. bei Büttner, Schwedter Straße 2ZI24. Vertrauensmänuer-Versammlunge«. Dienstag/ den 2. Dezember 1919: Maschinenarbeiter, Bezirk Weistensee: Nachmittags 4',', Uhr, bei Schweiger, früher Krüger, Charlottenburger Straße, Ecke Gultav-Ädolf- Straße.— Knopfarbeiter: Nachmittags 3 Uhr bei Marcinkowski, Michael- kirchiiraße 24.— Sadentifchler: Abends 7 Uhr bei Merkmann. Große Fran'silrler Straße 16. Für alle übrigen Branchen und Bezirke am Mittwoch in den bc- kannlcn Lokalen. Freitag, 12. Dezember, abends 7 Uhr, Tcwerkschastshaus, Engelufer 13 lGr. Saal): Ordentliche General- Beriammlung. Tagesordnung: 1. Gesbäslsbericht vom?. Vierteljahr: 2. Wahl«incS Angestellten; 3. Wahl einer Preßtommijsion sür die Holzarbeiter-Zeitimg; 4. Anträge. Antrüge find bis spätestens 4. Dezember an das Bureau einzureichen. Zentralverdaud der Angestellte«(Facbgruppe 16, Sektion b(Buch- druckereien). Versammlung Montag, den 1. Dezember, abends 7 Uhr, im „Englislbcn Hos', Alexanderftr. 27c. Fachgruppe 17, Sektion»(Kolonialwaren. Butler und Delikatessen). Dienstag, den 2. Dezember er., abends 7stz Uhr, Soitionsversammlung in den Armindallen, Kommaiidantcnstr. 58/39. Tagesordnung: ltlujbau unserer Organilation. AngrftclltenauSschüsie der Kricgsorganisationen k Um zu dm Neuwahlen zuin Arbeitsausschuß ein Zusammengehen der freigewerkschasttich organisierten Kollegen herbeizusühren, findet am 1. Dezember, mittags 12 Uhr, in den Räumen des Zelt 3, Qnersaai. In den Zellen(neben dm: Wahllokal), eine Vorversanimiung statt. Der Zeutralverband der Angestellten (Sektion der Kriegsgesellschaslen) ersucht zu dieser Versammlung die An- gestelltenauSschüsse der KriegSorganisanone:!. vollzählig anwesend zu sei». Kuorr-Bremse. Sämtliche ausgelperrlm Kollegen, orgawfierte und auch unorganisierte, melden sich am Montag von 10—12 Uhr bei Bunge (Streiklokat) zwecks Ertra-Unterstützung. Wer sich später meldet, bekomm: nichts. Fnvalideiüarte mitklingen. Fnbrikarbeitcrvcrbaod. Montag, den 1. Dezember, abend« ff, 7 Uhr. im.Rosmthaler Hos-, Rosenthaler Str. 1!,12: Funktionsir-Kon- serenz derchemischen Industrie. Teiseuarbeiter. Am Montag, den 1. Dezember, nachm. ff,7 Uhr, im Gewertschastsbaus: Branchenversammlung der Eeisenarbeiler. In dieser Versammlung wird die Tariskomntisiion Bericht erstatten über die Taris» Verhandlungen: es ist daher vollzähliges Erscheinen crs oröerüch. Mitglieds- buch des Fabrikarbellerverbandcs legitimiert. Gerichtszeitung. Schmiergelder. Am Sonnabend wurde das Urteil in dcm Schnriergekderpvozeß gegen Holthaus und Genossen gefällt. Lei der Strafabmessung hat das Gericht berücksichtigt, daß eine Hand- lung, wie sie von Holthaus begangen ist, ein- außerordentlich er- helbliche Verletzung von Treu und Glauben darstellt und die öffcnt- lichen Interessen erheblich schädigt. Das Gericht erkannte gegen ihn auf die höchst zulässige Geldstrafe von 3999 M. Außerdem lvutden zunächst 16 233 Bkark als dem Staate versallen erklärt. Feldntann und Victor wurden zu je 2999 M., S ch a e f e r zu 1999 M. Geldstrafe verurteilt. Ms aller Welt. Hochwasser in der Niederlaufich. Infolge des Witterungsumschlaqes haben die einzelnen Fluß- läufe der Lausitz einen derartigen Zuwachs erhalten, daß man de- reitS Ueberschwemmungen zu verzeichnen hat. In Spremberg sind von der Spree eine Anzahl Strecken unter Wasser gesetzt und der Verkehr erheblich gefährdet worden. Der Sprem- berger Pegel zeigte gestern einen Hochwasserstand von 2,89 Meter gegen 2.19 Meter am Bortage. Auch die Neisse mit ihren Nebenflüssen führt erheblichen Hochwasserstand und hat bereits neu- errichtete Brückenstege fortgerissen. ZSetternuSsichteu sie« das mittlere Noeddeutschlaud bis Montag mittag. Zunächst vielfach heiter, zeitweise nebelig, in den Tagesstunden ziemlich mild, später im Weste» wieder zunehmende Bewölkung tmd verschiedentlich etwas Regen. Veraniw. für den redaktion. Teil: Aetnr ftickler. Charlottenburg: sür Anzeigen: Th.«locke, Berlin. Verlag: Vorwärts-Berlag(6. m. b. S.. Berlin. Druck: Aar- wllrts-Buchdruckerei u. Berlagoanstalt Bau! Einger u. Co. Berlin. Lindenstr. 3. Hierzn 4 Beilagen. Leipziger Strafte Könlgstrafte Rosentl&aler Strafte Morttzplatx Seidenstoffe Bourrette Frotte, iq» Blusen und Morgenröcke........... Meter Blusenstoffe, ÄtÄ oo» len und mittleren Farbe«........... Meter Fialbseid. JLlätist, Lampen. TQTS tdürme, bunt gemustert.■.Meter fci*/ Kleider~ Stoff e Ullstein- Schnittmuster in allen vier Geschäften Kreppön, bedruckt, bellgrundlg Meter 9� Baumwoll-Musseline In groker Marter- AmwaU...... Meter* � Blusenflanell, Ch....... 1650 Kammgarn, 55 Nadelstreifen u. Karos, reinwollene, 139 l« Röcke und KostOme, ca. CO1 .Meter OO 00 00 Kostümstoffe,~ »cbledenen Farben, ca. 139 cm brett..Meter ÜO Rdnwoll. Mantelstoffe ingroSer Ausvrahl! 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März 1919 in Berlin vor sätzlich Menschen getötet, die Tötung aber nicht mitUeberlegung ausgeführt zu haben, und durch dies.'lbe Handlung durch Mißbrauch seiner Dienstgewalt einen Untergebenen zu einer von demselben begangenen, mit Strafe be- drohtrn Handlung vorsätzlich bestimmt zu haben, indem er dem Offiziersstellvcrtreter P e n t he r den Befehl gab. folgende An« gehörig? der BollS-Martnedivision zu erschießen: Lieya«, IakobowSln, Härder, Cicgfriry Scholz, O'ipbe, KöSner, Weber, Mörb«, Ferbitz, Lewitz, Pusssan. Anton Hinoe, Hermann Hin he. Alfred Hiny», Maß» tertnrz, Kuhle, Deubert, Bonczvch Brun» Lewin, Hugo Lewin, Brand, Handwobl, Zießke, Tehn, Biertbmrel, Zühlsdorf, Nanneberg, Ulbrich, Kubner und Pobanh. D'r zweite Teil der Anklage richtet sich gegen Oberleutnant Marloh. weil er sich am 2 I:mi 1019 in Berlin von seiner Truppe entfernt' und läniger als sieben Tage fortgeblieben ist, in- dem er sich ans die ibm heimlich hinterbrachte Nachricht, daß sein« VerHast unq bevorstehe, nach �«„ikfurt n. M. flüchtete, von dort nach süddeulschland luhr und sich zwei Monate m MeerS- bürg am Bodens?« aushielt. Auf einer Reise nach dem Osten wurde Marloh dann am l. September in Leipzig festgenommen. Der dritte Teil der Anklage stützt sich darauf, daß Marloh am 2. Iuli.in Berlin in Gemeinschaft mit anderen Personen drei in- ländi'ch? öffentlich« Urkundenangefertigt bab«, um sie zur stzluch» zu benutzen. Marloh wird hier zur Lasi aelegt, daß er einen Ro'kc- und einen anderen Ausweis mit den gefälschten Namen v. Klaebr, Brehm er und v. Schweinitz unterzeichnete urtd auf den Namen eine? HanpimannS a D. Maergner ausfüllte. Der Erschießung liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Antana März brachen in Berlin Nn rußen aus. in dcpen Verlauf geae« die RegfernngöbbßäSüt'N.?. k 1->e.�eHus.dTSwKmaS-N?jA Teile der, im November 1918 gegründeten Volks-Marinedivifion aeaen dfeRegierung Partei ergriffen und gegen sie kämpften. Di�r Amstand führte nm 7. März d. I. zur Auflösung der V.'l??-Mgrinedsbifion. v'-leichgeiiig wurde die Entwaffnung aller Anaebörfgen der Vollks-Marinodivinon befohlen. Auslösung und Beßebl der Entvxisftumo wurden öffentlich bekannt ge. gcb'n. Trod d'�fer scharftn Maßnahmen machten sich indessen schon in den erkten Taten na�t dem 7 März Bcs�'ssnnmut bemerkbar, welche offenbar auf eine Neubildung der Volks-Marinedivisson binzielien. Von ossen Seilen gimteu dmn(Generalkommando der Ah'üfung Lgstwitz Nachrichten zu daß Angebörige der ebemasigen Volks- Mari rwdiviüon in und um B-mkin Versammlungen ab- hielten. Der Personalchef der Volks-Marinedivisson Hälfe? wurde mehrfach ausaeforderi. an solchen Versammlungen tealzu- nebmen. Am 10. März erhielt das Generallommando die Mit- teilung. daß Mitglieder der Volks-Marineldirision beabsichtigten, sich ta�s darauf in den Kassrnräumcn der VolkS-Marinedivision. ftran- zösi übe, Straße 32. einzufinden, um ihre Löhnung in Emptang zu nehmen. Ein solche« Unternehmen erschien aber um so dreister, gl? seil dem 9. März Belaaerunasznssand herrschte, unreß welchem Versammlungen schon an sich schlässhin verboten sind, ch egenmaß- nebmen waren also geboten Die Brigade Reinhard wurde von dem anaehst-p-en LähnuuaSanv.'ss benachrichtigt und folgender Brigade- b e f e b l von dieser erlossen; .Am 11. März, ab 3 Uhr vormittag», findet stfanzSsische otraße 82 durch die Kvssenverwallung der R. S. W. Löhnung». appess der Mitglieder der 3. M. D. statt. Die stireitvilligenbrigade Beinheod trägt Sorge, daß bei dieser Gelegenheit möglichst viele Mitglieder der 5. M. D verhaktet werden.' ?n.Ausführung dtese» Befehls erkundete Oberleutnant Mar- loh im Laufe de» 10. März die Oertlichlest Eine besonder« I n- struktion für da» Unternehmen war ihm nicht erteilt.— Er erhielt nun einen vom Obersten Reinhard unterschriebenen Au»- weis und traf alle Vorbereitungen seihst ändig. Er nntereichiet« am Abend de» 10. die zur Teilnahme befohlenen Angehörigen der 3. Slretfkomvngni« über ihr Verhalten und den Zweck des Unter- nehmen». Der angebliche LöbnungSappell sei eine Heim-Ii che, auf Neubildung der S. M. D. hinzielende unzulässige Vereinigung; es komme darauf an, sie zu sprengen und möglichst viel« An- gehörae der ö. M D. festzunehmen. Diejenigen Mitglieder der». M. D.»ber. hie«tt«äffe» e« getroffen würden oder ihrrr Festnahme Widerstand eatzegensetzte», sollten sofort an Or» und Stelle erschossen werden. Diese Instruktion wiederholte M. auch am Morgen de» II. März. Als um Uhr vormittag» der als Ordonnanz zum Zahlmmster- geichäftSzimmer kommandierte Bcckczerwinsko in der Französischen Straße erschien, um die Bureauräume aufzuschließen, trat ihm im rechten Flügel des Hinterbous?« der Gefreite Scherbart mit dem Ruf«»Hände hoch!' und schußbereitem Revolver entgegen. B. ge- horchte und wurde dem Oberleutnant Marloh vorgeführt, der ihm sagte:»Da haben Sie Glück, daß Sie heute ohne Waffen gekotn- men sind, sonst wären Sie suis ch.' B. wurde noch einem Vorder- räum de» linken Flügels de» Hauses geführt uvt> dort bewacht. In ähnlicher Werf« wurden die anderen Ordonnanzen> de» Zahl- meistergeschäftSzimmer», Hildebrandt und Ratz sonne die Kassen- ! beam'.en Osterzahlmeister Ltetzau und der Zahlmeister JalubowSki ! und FeuenverkSmaat Herder festgesetzt. Diese drei letzteren und eine vierte nicht ermittelt« Person in Matrosenunisorm waren mit iSchutzwaffen versehen. Sie wurden nach EnNvassnung sofort von den übrigen Festgenommenen gesondert und in einer Dunkel- kammer hinter der Küche im linken Flügel de» Hause» unter- gebracht. In dieser Dunkellammer wurden außerdem diejenigen Angehörigen der 3. M. D. festgesetzt, welche sich der Festnahme widersetzt hatten. Die Matrosen erschienen nach und nach, einzeln oder in kleinen Trupp» und ergaben sich infolgedessen der bewaffneten Uebermackst ohne weitere» In einzelnen Fällen kam es zu Widersetzlichkelten. In solchen Fällen wurden die sich Wehrenden ahme Lärm überwältigt, unter dem Ruf„Dunkel- kammer!' von Raum zu Raum weiterbesörderl und schließlich dort eingesperrt. Schließlich befanden sich dort lS, oder 13 Mann. Werbliche Personen in vcgicitung der d.-M.-D.-Leute wurden im rechten Flügel des erste» Stockei festgehalten, um sie im Jntcr- esse der Geheimhaltung von der Verbindung mit der Außenwell abzuschneiden. Den Festgenommenen wunden Taschenmesser, dar- unter Dolchmesser. Feuerzeuge und Geldbeträge von 100 M. ab- genommen, um auch für später die Möglichkeit der Gegeinoehr und von B e st e ch u n g» v e r j u ch« n auSzuschließen- Jnzwifchen begann Oberleutnant Marllih angefichl» der stin- big wachsenden Zoljl der festgenommenen Personen unruhig zu werden. Als die Zahl der Festgenommenen auf etwa IVO ge- stiegen war, wandte er sich gegen ll Uhr vormittag« telephonisch an d'« dritte Streiflompagni« der Brigade Reinhard und bat um Verstärkung, die ihm auch in Aussicht gestellt wurde. Um Itsh Uhr vormittags etwa waren 200 und bald daraus 300 Per- sonen festgenommen. Noch mehrere Male wurde lelephonisch dringend um Verstärkung gebeten, indessen ließ diese immer noch auf nch warten. Viel« Augenzeugen der in den nächsten Stunden sich abspie« lenden /Ereignisse belunden, daß in der Tat Marloh« Lage seh» gefährlich gewesen sei. Die Festgenommenen standen dicht an- einander gepfercht in den vorderen Räumen deS linken Flügels im ersten Stock de? HaufeS. Ein M.-G. war zwar so aufgestellt, daß es in die Mass« der Verhaftetet� hineiirfchießen konnte. Indessen hätte tt»mch Ansicht vieler Augenzeugen nur einer still- sckjövcigcNden Verltändigung unter den Festgenommenen und des Bxrspiel» weniger beherzter Männer bedurft, um da» lsh Meter entfernt siebende M.-G. hintenüber zu kippen und dann gemein- sam gegen Marlok)» kleine Schar vorzugehen. Angesicht» des Um- stände», daß letztere dem Gegner um da« Fünffach« unterlegen und in den engen Räumlichkeiilen auch gar nicht in der Lag« war, sich zu entfalten, wäre mithin nach Marloh» und anderer Ansicht bei energischem Handeln der Festgenommenen«in harter und in seinem Erfolge zum inindefteu zweifelhafter Kamps zu befürchten gewesen. Di« Lage Marloh« wurde überdies noch dadurch be- sorgnisemgender, daß sich nach seiner und anderer Zeugen de- stätigten Angaben unter den Festgenommenen ein« llnruhe,«in Flüstern und eine Unzufriedenheit bemerkbar machte, welche die Möglichkeit einer Meuterei näherrückte. Nm nun die Masse der Festgenommenen einzuschüchtern, die schlechteren und besseren Elemente unter ihnen zu trennen und dadurch zu verhindern, daß die Unzufriedenheit um sich griff, lieh Märldj sämtliche Festge- nammenen mit Ausnahme der wegen Führung von Waffen oder Widerstande» in der Dunkelkammer festgesetzten l2 di» 13 Mann einzeln an sich»orüberseste», musterte jeden scharf, richtete Fragen an ihn und entschied dann, ob er nachlinlSzor großen Masse zurücktreten oder nach recht« in«inen besonderen Raum übergeführt werden solle.. Dabei ließ Marloh als schiechtere Elemente insbesondere solche Leute treten, welche ihm durch neu«, besonder» gutsitzende Anzüge aufsielen oder Wertstück« wie Uhren. Kellen, Ring«, Arm- bänber an sich hatten und den Eindruck machten, als ob sie geplün- dert hätten. Inzwischen waren während der Musterung zwei Be- f«lil»empfänger der Brigade Reinhard bei Marloh eingetroffen. Einer der telephonischen Anrufe war an Leutnant Schröter dahin übermittelt, Marlohs Lage sei bedrohlich, er bäte dringend um Verstärkung,©ch. machte hiervon Oberleutnant v. Kessel, dem Führer der Streiskompagnie, Meidung, der ihn zum Oberste« Reinhard schickte. Schröter betrat zuerst da» Zimmer de» Hauptmann»». Steuden, de« Adjutanten' deS pberste« Reinhard,«nd teilte dort die Bitte Marloh» Reinhard mit, der im Anschloß daran fragte:„Sind von den festgenommenen Matrosen schon Leute erschossen?' Leutnant Schröter:„Soviel ich weiß, nicht.' Oberst Reinhard:„Grhrn Sie zu Marloh und machen Sie ihn ans den bekannten Befehl Noske» aufmerksam. Sagen Sie ihm, daß er eücksichfsloS durchgreifen und, fall« nötig, s»f»rt von der Waffe Gebrauch wachen soll«.' In Ergänzung diese» Befehl» fügte Oberst Reinhard noch Hinz«, daß die ganze La»» energische» Hoadela erfordere und daß nur»»tt Welchherzigkril und Schlappheit nicht mehr durchkomme. Reinhard bat Leutnant Schröter dann, ohne sein« Wörde itt die Form eines Befehl» ga kleiden, er solle Msrloh auf diesen Ge- sicht»punft besonders hinweisen. Sch Lütten des Räume« leicht veiniieden werden.— H. 1«. t. Nein. Wenden Ste sich an da« Polizeipräsidium in Berlin, event. vorher an den Pollzeipräsideulct, in Neukölln. 2. Nein. 1 1 BERLIN C Sfianieun- Str. 16 Gekündet 1815 BERLIN C KSnigstr. 11-14 Damenwäsche Schürzen N* 45. Kleiderrock kräftigem«nc- jierten Wintcratoff, io dunk'en Farben Nf. 46 Kleiderrock au« kräftigem Stoff, •cbwara, marine- blau oder braun 1 a�hcmJ» Medapol* x ro3tick«iei-Ein- o. 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Jacken- futtcr»reu u«lienb. 29.75 Cröpe de ckinc 100 cm Mem,----- 47.00 b 88.00 Seiden-Foulard 90 cm berlt, Md. 38.00 b. 63.00 Rtppvelvet 70 cm Vieler..... 39.00 l» 48.00 Mantelvamt 75 cm Meter..... 59.00 b. 95.00 AatrackaopliMck 110-125 cm Meter....85.00 b. 125.00 Küftumatolfe 130 eaa Meter.... 19.50 b 55.00 Bluvemtoflc»eetreift oder kanerte 00-130 cm Meter..... 19.75 b. 59.00 Reinwollene Kleider- itoffe eifitelbig, 100 130 CM Meter..... 21.00 b. 68.00 Ball- und GesellscLafts- (toffe 80- 1 20 cm Meter..... 19.50 d 65.00 Mantelatofle 13®- 140 cm Meter..... 20.00 b. 89.00 2.4.50 2.9.00 Damcn-Sticfcl und Halbfchuhc/ Hcrrcn-Siicfd/ Pantoffel und Hausfchuhe \ '. �-. l Bekanntmachung Gemäß Z 2 de» Gesetze» vom 29. August 1919(R.-G.-Bl. Seite 1491) und mit Zustimylung des Zehner-Ausschusses der Nationalversammlung wird eine Spar• Prämienanleihe im im Betrage von 5 Milliarden Mark hiermit laut untenstehenden Bedingungen zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. L Die Köhe der Änleihe betrZqt 5 MiMardm. rückzahlbar Kmerhalb von 80 Iahren Kntt Tilgungsplan<3 MUlwrden während der ersten 40 3ahr« und 2 Milliarden während der letzten 40 Jahre). U. Die Anleihe wirb w 5 Millionen Spar-Prämienstücken, dat Stück zu M 1000, ausgegeben und ist in 5 Reihen, dt« mit Lit A, B, C, Di E bezeichnet werden, ein- aeterlt.. Jede Reih« enthält 2S00 Gruppen(von 1 bis 2500) und jede Gruppe 400 Rummern(von l bis 400). III. Di« Anleihe gelangt unter folgenden Bedingungen zu? Zeichnung: I. Für jedes Spar-Prämienstück von Äl. 1000 sind als Gegenwert M. 500 In 5°/, Deutscher Retchsanlethe mit Zinsscheinen, fällig am 1. April oder K. Juli 1920, zum Nennwert(siehe Ziffer 2 der untenstehenden ZetchnuugS« bedtngungen) und Nl 500 tu bar einzuzahlen. 2. Die Zuteilung erfolgt entsprechend der Köh« der Zeichnung; jedoch»erden die kleinen Zeichnungen von l btS 5 Stück vorzugsweise berücksichtigt. Z. Gewinnverlosungen finden zweimal jährlich am 2. Januar und l. Infi statt (die erste Gewinnverlosung ausnahmsweise im März 1920, der nähere Jett- Eunki wird noch bekanntgegeben): b« jeder Gewinnverlosung werden 2500 Gewinne b Betrage von M. 25 000 000 gezogen. Gewinnplan: 4. Die TllgungSauslosungeu finden jährlich am 1. Juli statt. Aus jedes zweite getilgte Spar-Prämienstück entfällt ein mit de« Jahren wachsender Bonus von M. 1000 biS M. 4000. TilgvngSplan: M. 50 für jedes verflossene Jahr. Di« Gesamtzahl der Stück«, aus die ein Gewinn und Bonus entfällt, somit 2 900 000, d. h. SS"), der Zahl der Spar-PrAmtenstucke. beträgt 5. Ein mit eine« Gewinn laut Gewinnplan gezogene« Spar-Prämienstück nimmt auch an den späteren Gewinnzichungen bis zu seiner eigenen TilgungsauSloiunq texL Die Auszahlung der laut Gewinnplan entfallenden Gewinn« erfolgt unter Abzug von lOo/o. 6. Die Gewinne werde« 2 Monate nach der Gewinnverlosung(erstmalig jedoch am 1. April 1920), die TilzunaSsummen, einschließlich der Zuschläge und deS Bonus, am 29. Dezember j. J. gegen Vorlage deS Stückes ausgezahlt. 7. Vom Beginn deS 20. Jahres ab steht dem Besitzer deS Stückes das Recht zu, die Rückzahlung desselben jeweils zum End« des ZahreS bei Jnnehalrung der KündlgungS- fnst von emem Jahr zum TilgungSwerL d. h. zum Nennwert samt den zuftehSNden Zuschlägen von M. 50 für jedeS verflossene Zahr, unter Abzug von lO�o zu verlangen. RückzahlmtgStabelle � eines Stückes von M. 1000 bei Tilgung und Kündigung. S. Sollt« vor Ablauf von 10 Jahren«ine neu« gleichartige Spar-Prämienanlekhe � zur Ausgabe gelangen, so haben die Inhaber der Spar-Prämtenstücke dieser Anleihe das ZeichaungSvorrecht. Steuerbegünstigungen der Spar-PrLmieaanleihe: ») Befreiung eines Besitzes bis zu 25 Stück von der Rachlaststeuer und bezüglich d«seldea Stück« von der Erbanfallfteuer. Keine Nachlaß- oder Erbanfallsteuer für die auf de« Namen Dritter bei der Retchsbank oder anderen vom ReichSminift« der Finanzen noch z» benennenden Stellen aus 5 Jahre und mehr oder auf Todesfall Hinterlegtin Stück«(bis 10 Stück für jede einzeln« dritte Person). d) Der VennögenSzuwachS, der fich ans dem Befitze der Anleihestücke gegenüber dem bei der Erwerbung der Stücke anzunehmenden VermSgeas- wert« ergibt, unterliegt nicht der Besiysteuer(VermögenSzuwachSsteuer). Der Ueberschuß deS VeräußerungSwetteS über den Tilgungswert bleibt frei von der KapitalerttagSsteaer. c) Die dem Besitzer der Stücke auf Grund der vorstehenden Bestimmungen unter III, 3, 4 zustehenden Leistungen sowie der aus dem Verkaus der Stücke erzielt« Gewinn unterliegen im Gewinnjahre weder der Einkommensteuer noch der KapitalSertragSfteuer. ck) Bei jeder Art der Besteuerung werden die Prämienstücke bei«wer Stückzahl bi« zu 50 Stück höchsten« zum Neuuwert, vom 20. Zahr« ad zu» KündigungSwertt bewertet. Zeichnungsbedingungen: 1, Annahmestellen. Zel»mmq«9»lle» find M« gWASfcrnf und die 1» offiziell«« Zeichmmg«. prolvetr aufgeführte« Seldrnftuut«®i« Zetchuunge« tön»«» ade» Much durch Vee- »tttluug jehe» Baut, jede« Dautwrch t«»— Sparlage uu»«rrdttge—»«»,chaf« «rtolgru. Belchmwsen Werdeu von Montag, den 10. November bis Mittwoch, den 3. Dezember 1919, mittags 1 Ahr «utgeaeugeuomme«. Frfitzerer A«ich«»UO«fchl>t bletdt»orbehalte«. 2. Zeichnungsvrets. Der Pret« für Itdes Spar-Prämieuftück beträgt R 1000. Viervo» find « M. 5U0 w b*t* Veutfcher Retchsanlrth« zum Reanwert berechnet und M. SOV w bar z» deaiettden. v»«tt Januar— InU-Ilnf«« ausgefiatteten Netchsanlelbefiacke find«it Zin«fcheine« fällig am I. Juli 1920, dt« mit AprU—Vllober Zinsen ausgefiatteten Stück»»t« Zmsschetnen. fälltg a« l April 1920. einzureichen. Den Einlieferen« von 50A) Retchsanleih« mit April— Ottober- Knsschetne« werden auf ihr« aUen Anletb«« Stückzinsen für 90 Tage— 1,25•/» vergütet. 3r Sicherheitsbesteüung. Bei der Zeichnung bat ieder Zelchner ein« Sicherheit van jy»/, des gezeichneten Betrages mit M. lOi) fitt lebe» peämleastuck» da» z» hiulertege». Berllo, du Novemd« ISIS. Die Ar« de« 4. Zuteilung. Dt« ZuteNung findet tunfichfi bald nach dem ZelchniMgSschfuß fiatt. Verteilung bestimmt das NetchSfinanzministenum. 5. Bezahlung. Die Zeichner find verpfilchtet, dt«»ug-ieilw. Beträge dt» zum �D«,emd«r d. � zn begleichen Dt« Begleichung hat bei dertentgen Stelle zu erfolge«, bei der di« Zeichnung angemeldet worden ist. �. Sollen 5'-/» Schuld duchforderungen zur Begleichung»««-»d«« we�>«n. so ist sogleich»ach Erhalt der Zuteilung ew Antrag«ss Ausretchung»»« Schuldonsschrewimgen an d.« Nnch«. schulven Verwaltung, Berit» 8W 68, Orantenstraß« 92,»«. zu richten Der Antrag mutz nne» auf die Begleichung der Spar-Prämtenstücke hinweisenden Bermert enthalten und svätefien« am 20 Dezember d. I. bei der Retch«schuld.'n>'erwalmng eingehen. Vordrucke zu tvwe« An. träge« mit Formoorschriste» find bei alleu Zeichnung«- und Vermittlungsstellen zu haden. Daraufhin werden Schuidverschreibunzen. die nur zur Begleichung von Spar-''p7aunenüü-ten geeignet find, ohne Zmsboge« ausgereicht Di« Ausreichuna erfolgt geoührenfrei und oorton« als Reichsdtenstsach«. Dies« Schuldverschreidunge» find spätestens bt« zum 20. März 1920 de» in Adtatz 1 genannte» Zeichnung«, oder Vermittluagsftell« einzureichen. 8. Ausgabe der Stücke. Die Ausgab« der Prämien stücke erfolgt t» Februar>9»! Schnfi»- huchgläudiaer erhalte« erforderlichenfalls bt« z«r erste» Gewinnverlosung im Mar»»- S vure««ia(ea �äSSSSSSSC�j yn*ipw ß E FL IN* 20 elj-ene Ocechafte in Berlin and In den Vororten: \u a— 1" �■*--------. QrunewaldstraSe 47 Friedenau: Rhelnstraße 21 Halenseer Kurfflrstendamm US Potsdam: Brandenburger Strafe 26 Spandau 1 Neoandorfer Straäe I W, Am Karlsbad 15 N., Friedrichstrnße 105c N., Bronnenstrate 171 NO. Große Frankfurter Straße 94 NW., Rathenower Str. 5 W, Potsdamer Straße 5 Wn Kurfürstendamm 25* S, Kottbuser Damm 55 SW, Balie-AIIIanceplatz 2 W., Tauen tzienstraße 6 W., Martin-Luther-Str. 97 Charlottenburg: Berliner Straße 137 Wilmersdorfer Straße 73 Steglitz: Albrechtstraße 1 Schflnebcrg: Hauptstraße 31 Ziier in hie Vemegung will, bteucht Die Kunst der Rede Inhal!: Die Architllhtr des Vortrages.— Di, Dechni! de, Sprechens.— Frei» Z!ede.-Debaite- zwischen» ruf.— Reden im Freien. Degen Nachnahme oder Eiufendg. von 8 Mart durch den «uechlar. verfug. Berlin SW Ii,«ernbnrger Str. 15 iß eletk. LooitXVL Scblalzlmmer Joseph DreyfnS Kurfürsteadamm 213 Stcinplatz 5388.* Ptiotoapparate Prismenbrinokels kauft zu günstigen Preisen Steckei- mann, Potsdamer Str. 135. J. F. ABmann BultergroBhandlung 42 Detailgescltffte in Berlin und Vororten Berliner Sitzmöbel- Industrse (I m. b. H. BerllnCZ, NeuePromenad.t Eckhaus am Bahnh.Börse. Eigenes erstkl. Fabrikat. 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Wenn ich in der Straße gebe und einen Menschenauflauf sehe, klopft mein Herz vor Angst. daß meine Mutter darunter sein könnte____ Es hilft nichts, daß der Verstand mir sagt: du hast ja deine Mutter vor zehn Minuten zu Haute gelassen.... Warum ängstigst du dich denn, du Narr?— Habe ich in der Zeitung gelesen, daß eine Frau im Alter meiner Mutter gestorben ist, dann kann ich die ganze Nacht kein Auge schließen.___ Schwarbe Gedanken guälen mein Hirn, ich finde keine Ruhe, bis ich sie am nächsten Morgen wieder umhergehen sehe. Wir wohnen in demselben Hau»,— meine Mutter im Erd- geschoß. ich eine Treppe höher. Jeden Abend, bevor ich nach oben gehe, schaue ich zu ihr hin- ein, setze mich zu ihr an den Ofen und höre sie an, und höre genau dasselbe, was ich gestern und vorgestern gebort habe. Sie sei den ganzen lieben Tag herumgelaufen und habe nichts geleistet..... Ein Grobian, den sie ausgesuchr hat. habe sie be- leidigt..., ihre Füße sind vom vielen Gehen geschwollen... alles sei so teuer und sie verdiene so wenig in den teuren Zeiten- Wenn der Vater leben und das sehen würde.... Ich kenne die Litanei auswendig, dennoch kann ich mich mchl enrschließen, in mein Zimmer zu gehen und mich zur Ruhe zu be- geben, bevor ich ihr Klagelied vernommen habe. Manchmal, wenn ich im Bett liege und nicht schlafen kann. guält mich das Gewisien: »Du bist ein erwachsener Mensch, hast gesunde Hände und Füße, bist nicht blöde.... Wie, kannst du nur so gelasien zusehen, daß deine Mutter sich so abplagr?... Siehst du denn nickt, wie blaß ihr Antlitz wird, wie ihr Haar sich immer weißer bleicht? Und ihre er- schrockenen Augen, in denen eine Welt zerstörter Hoffnungen liegt? Siehst du nicht ihren schleppenden Gang... Sie kann mit Mühe gehen... Warte nur... noch ein vaar Tage, ein paar Wocken, ein paar Jahre... dann ist eS zu spät, dann wirst du ihr nicht mehr hellen können... Dein Herz wird voll Reue sein,«S wird weinen und zittern und sich nach einem Wort von ihr sehnen. Du wirst in dunkler Nacht ihre Stube suchen und sie nicht finden könncn- Am Tage, wenn du durch die Straßen gehst, wirst du dich schämen- lau: zu weinen. Das fteudige Menschengelächter, daß man an Sommerabenden beim Spazierengehen vernimmt, wird dich zur Verzweiflung bringen/ Aber ich rechtsernge mich vor mir: Was kann ich tun? Wie kann ich ihr helfen? Ick bin ja selbst hilflos.... Aber der Ge- danke, daß ich eines TageS vielleicht imstande sein würde, ihr zu helfen und«S dann zu spät wäre,«rschreckr mein Herz so sehr, daß lick beschließe, mir sofort das Lebe» zu nehmen, falls meiner Mutter etwas zustoßen sollte... Da steigt eine Stimme in mir auf und ruft mir zu: „Habaha!... Dir selbst wirft du nichts antun!, Du wirst weiterleben und zuschauen, wie man sie ins Giab legt, wirst aus ihren abgehärmten Leichnam mit eigener Hand Erde werfen...* Vielleicht wird es an einem Herbstabend sein,— ein schwerer, sternenloier Himmel wird herunterblicken und sehen, wie du mit noch einigen anderen Menschen vor ihrem Grab auf dem Friedhof stehst. Die Bäume werden sich wiegen, die Blätter werden, vom Wind getrieben, herunterfallen. Du wirst die Augen schließen und im Rauschen des Wmdes die junge Stimme deines BriideichenS hören, der das Sterbegcbet hersagen wird... Er wird zu Gott bitten, daß ihr wenigstens die andere Welt beschieden sein möge. Zu Gott bitten?— Wer gab Ihm das Recht, einen Menschen zu schaffen, den Er mit allen Leiden und allem Mißgeschick der Welt beschwert hat. den er leinen hellen Tag erleben ließ und den er schließlich, nachdem er ihn alles Leid und alle Bitterkeit des Lebens bis ins Mark der Knochen hat fühlen lassen, einfach in ein finsteres Grab steigen ließ? Wo ist da Gerechtigkeit? „Du bist doch kein Narr/ sagt eine Stimme in mir,.die Ge- rechtigkeit waltet oben wie unten/ „Aber gibt cS denn keinen Lobn', schreit wild und verzweifelt mein junge» Herz.„Wird meine Mutter nicht wenigstens einmal im Leben an nur Freude erleben?... An mir ihrem Blut, von dem sie jahrelang nur Kummer und Sorgt empfunden, dem sie in ihren traurigen Wiegenliedern am liebsten die Sterne vom Himmel heruntergeholt häite, den sie in die heiligsten, reichsten Träume em- wiegte, die das Leben bot. Wenn ich einst berühmt und glücklich bin, wenn die Menschen mich in den Himmel preisen und mit den teuersten Blumen be- kränzen, wenn die Mädchen meinen Namen süß mrd sehnsuchtsvoll flüstern werden... soll dann meine Mutter nicht mehr sein? „Kindischer Egoist/ lacht etwaS in meinem Innern.„Ich dachte, du bältest genug Menschen kennen gelernt und genug von der Welt gesehen...�Glaubst du denn wirklich daran, daß du das alles erleben wirst?... Hababa! Blumenkränze, Ruhm, Glück___ Es ist Zeit, daß du diesen Wahn aufgibst... Betteln wirst du gehen... Dein Kopf wird auf harten, fremden Steinen liegen. du wirst«S für ein Glück halten, wenn man dich im Wartesaal die Nacht wird verbringen lasten, wirst die trüben Hängelampen an- starren und die Kellnerinnen, die am Büfett müde und schläfrig die Kaffeetasien für die Durchreisenden abspülen,... In deinem Ohr werden die Namen der fremden Städte klingen, die der, Schaffner mit langgedchnter Stimme, mit der grellen Glocke dazwischen klingend, ausruft. Ein kalter Wind, der aus der draußen herrschenden Finsternis durch die offen gebliebene Tür eindringt, wird dich umsangen und dir einen Stich rn den Rücken versetzen.... Halb schlummernd, halb wachende Reisende werden plötzlich auf- springen, ihre Bündel erfassen und in die tiefe Nacht hinausstürzen. Irgendwo draußen wird ein langer Zug stehen und sie auf- nehmen... Du aber bleibst allein in dem trüben, leeren Wartesaal zurück.. Die Kellnerinnen legen sich, das Büfett wird geschloffen, die Hängelampen werden ausgelöscht,— du wirst in der Finsternis die Augen nicht aufhallen können und wirst an deine Mutter denken.... Dann wird dir der Gedanke lomrnen: Eigentlich ist in diesem Leben jeder allein. Man wandelt blind dahin... Zuweilen geschieht es, daß man in eine Grube fällt.... Kann man sich aus eigener Kraft auftaffen, so ist eS gut. denn Einer kann und will dem Anderen nicht helfen.... Hat man aber nicht die Kraft, sich auf« zuraffen, so bleibt man ewig liegen/— Während meine Gedanken mich so quälen, blickt tiefe Finster- niS durch daS Fenster.... Ich liege im Bett. Während ich die Decke über meinen Kopf ziehe, bore ich plötzlich unten in der Gaffe schnelle Schritte, und ein freches Gelächter, wie von gefallenen Mädchen.— »» » Ich will»och mehr von meiner Mutter erzählen, denn ich fürchte, daß ich es später nicht mehr kann... Vor einigen Wochen suckte ich sie wie gewöhnlich gegen Abend, bevor eS ganz dunkel wurde, auf und glaubte sie in der Küche am Herd anzutreffen, den Kopf auf die Hand gestützt, in Gedanken versunken, oder über ihre Sorgen klagend oder schließlich zuhörend. wie mein Bruder ihr die Zeitung vorlas. Aber ich war nicht wenig erstaunt, als ich die Kücke leer an. traf. Ich ging in die Stube und vernahm dort verhaltenes Schluchzen. Meine Mutter lag im Bett. Ich stürzte erschrocken auf sie zu. „Mamanju, was ist dir? Was fehlt dir? Warum weinst du?� Meine Mutter oniwortete leise, eS fehle ihr nichiS, nur sie müsse weinen, um sich daS Herz zu erleichtern.... Manchmal weine ,es sich von selbst, ohne Grund.... Ich ließ mich auf dem Betlrand nieder, nahm ihre Hand und plauderte mit ihr über gleichgültige Dinge, damit sie sich ein wenig ausheirere und die trüben Gedanken vergeffe. Aber plötzlich brach meine Mutter das Gespräch ab und sagtet „Mein Jüngchen, ich will dir etwaS erzählen... Mein Moiele las mir ans der Zeilung vor, wie ein Graf auf der Straße verunglückt war und das Blut aus seinen Wunden in Strömen floß... Er lag allein, kein Mensch kam ihm zu Hilfe... Das Blut rann und rann. Endlich kam ein Mann, doch konnte er ihm nicht helfen. Da hörte man ein Auto nahen. Der fremde Mann gab dem Chauffeur ein Zeichen und bat ihn, den Verunglückren mitzunehmen und ins Krankenhaus zu bringen. Als aber der Chauffeur den blutüberströmten Mann am Boden liegen sah, fuhr er weiter, weil er sein Polster nicht mit Blut beflecken wollte. Inzwischen floß WS letzte Blut aus den Wunden des Verunglückten und er stärb in einsamer Nacht auf der Straße/-- Nun verstand ich, weshalb. meine Mutter weinte, lfm sie zu beruhigen, sagte ich, daß nicht alles wahr sei, was in den Zeitungen stand... Ich wollte nicht, daß sie den letzten Glauben an die Menschen verliere'— »« « Meiner Mutter Hönde sind zart und weiß, aber wenn sie. fi« ausstreckt, zillern sie, weil sie so schwere Lasten tragen mußten. Dre Finger find ohne Ringe. Wenn sie meinen Kopf berühren und mein Haar streicheln, da hätte ich die edelsten Sailen und weichsten Töne aus meinein Herzen reißen mögen, um sie zu einem Ring zu• flechten und ihn an ihren Finger zu stecken... Manchmal lehne ich meinen Kopf an ihren Kopf. Wenn ich ihre Hände fühle, steigt eine Scham in mir auf, denn trotz meiner jungen Jahre ist mein Haar spärlich. Doch meine Mutter tut, als, bemerkte sie es nicht und redet leise von vergangenen Jahren.— Em heimliches Gefühl hält mich zurück, sie zu bitten, daß sie mir wie einst Lieder vorsinge... Seit Jahren sehne ich� mich, sie zu hören, seit Jahren suche ich sie bei fremden Müttern, die ihre Kinder in armen Stübchen in den Schlaf singen... Aber ver« geblich l Es sind nicht dieselben! Manchmal suche ich sie in den Augen schöner Mädchen, die an Sommerabenden in den Hauptstraßen der Stadt spazieren geben, ich suche sie bei jungen, blassen Kindern mit schmalen Gesichtern und tiefen dunklen Augen, während sie über die ersten Rätsel dieier Welt nachdenken und ihre unschuldigen Augen zum Himmel er- heben und in den Sternen ihr Glück suchen.... Ich such« sie in den groben Händen der Arbeiter, die. den Schlaf in den Augen. morgens nach den Fabriken rennen, während der Nebel noch über der Stadt liegt. Ich sehe sie und kann sie nicht finden.... Aber ich fühle sie in der Ferne. Ein einziges Mal noch möchte ich sie von meiner Mutter hören. ein Mal will ich sie noch darum bitten... ich fürchte nur, e« könnte m spät wurden. M Photographisefaes Atelier Spezialität: Kinder-Aufnahmen und Vergrösserungen > Well\na.ct\la auftrage Jelaal erbeten!—— Weihnachtseinkäufe macht man schon jetzt am besten und möglichst in den Vormittagsstunden, Unsere grossen Vorräte bieten heute noch jedem die Möglichkeit, seine Wahl leicht bei uns zu treffen Damen-Kleidung ÄUS Stoffen rviciaeirocice ja praktischen Parbcn Sportjacken Stoflc,,.fl.0"! Wintermäntel �nV�. T!"*™ I Tlefav aus Bicken Stoffen. aparte UiSier pdasons.............. Jackenkleider Seidene Kleider-Röcke acidero« Verirbeitnni 3950 7900 9800 16500 19500 15000 4900 15000 165oo 1980° 235oo 175oo Pckwarcn Alaskafuchskragen....... 980° 1950° Alaskafuchsmuffen....... 850° 1350° Karin-Kragen............. 4950 590° Kaninfuchs kragen........ HS00 1350° Kanin-Muffen............. 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Selbstverständlich mutzte jeder Spender die Brotmarken durch das Wort.Wien' unverwertbar machen Für die Summe der abgelieferten Marken könnte die Reichsgetreide- stelle weiteres Mehl nach Wien schicken. UebrigenS sollte man Leuten, die bestimmten Personen in Wien etwas zuwenden wollen, die Möglichkeit geben, mit denSammeltran sparten Pakete hinzuschicken, was sonst nicht möglich ist. Selbst wenn cS möglich wäre, würde die Sicherheit des Eintreffens einzelner Pakete recht zweifelhaft fein. « An>der Berliner Universität hat sich eine Kommission für das deutschösterreichische Hilfswerk gebildet. Sie fordert alle Studierenden aus, in den Annahmestellen, die im Uni- versitätsgebäude und den übrigen Instituten bekannt gegeben werden, entbehrliche Brotmarken, für die Mehl nach Oesterreich geliefert werden soll, sowie Geld zum Ankauf von Lebensmitteln abzuliefern. Märchenabenöe für große unü kleine kinöer. Die Weihnachtszeit rückt heran, die Zeit der Sehnsucht und Erwartungen. Die schönen Sagen vom Knecht Rupprecht, von Frau Holle und andere werden lebendig. Besonders die Augen der Kinder leuchten auf, denn es ist ja ihr Land— das Märchenland. Wie oft wird uns erzählt von der guten alten Zeit niit ihrer Spinnstuben- und Schummer stundentraulichkeit. Während drauxen der rauhe Nord heulte und der Schnee ans Fenster schlug, Inisterte im Ölen das lustige Feuer und verbreitete im Zimmer eine wohlige, erwartungsvolle Stimmung, lind dann Hub die Urahne oder Großmutter zu erzählen an und führte die großen und kleinen Kinder, die ihr lauschten, hinein in das Reich der Feen und Kobolde. Dann blitzten die Augen der Kleinen, sie träumten von dem goldenen Märchenwunderland. Diese Zeit ist längst vorbei. Die trauliche Spinnstube gehört der Vergangenheit an? die moderne Großstadt mit ihrem Wohnungselend bat sie unbarinberzig verdrängr. Auch das knisternde Feuer paßt schlecht zur Kohlennot unserer Tage und für die wohlige Märchenstimmung ist kein Raum mehr. Das Elend der Zeit, das Hasten und Jagen des Erwerbslebens haben die alte Herrlichkeit für immer verscheucht. Doch mag jene Zeit auch verrauscht und verklungen sein, die Erinnerung an Märchen und Sagen ist geblieben. In den Wochen vor Weihnachten lebt sie in aller Herzen auf und besonders die Kinderherzen sind dafür empfänglich. Da will nun der Bildungsausschuß unseren Proletarierlindern, in deren Leben besonders gegenwärtig wenig Sonnenschein hinein- leuchtet, eine Freude bereiten und Märchen abende für Kinder veranstalten. Die Veranstaltungen beginnen in den nächsten Tagen und werden laufend im.Vorwärts' bekanntgegeben. Besonders unsere Frauen werden darauf aufmerksam gemacht und gebeten, ihren Kindern die Teilnahme daran zu ermöglichen. Die Einlaßlarten kosten für Kinder 30, für Erwachsene 60 Pf. Die erste Märchenvorlesung findet am kommenden Sonntag, 7. Dezember, nachmittags ill3 Ilbr, in der Aula des Königstädtischen Lyzeums, Greifswalder Str. 24/26, statt. Karten sind zu baben beim Genossen Oberg, Z70., Elbinger Sir. 49, den Genossinnen Hunschede, NO., Greifswalder Str. 126, R. Wollstein, NO., Lietzmannstr. 5. Eine„etwas verzögerte" Erledigung. Sollen wir alle von Kriegsteilnebmern, Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen uns immer noch zugehenden Klagen, daß die Auszahlung ihres Entlassungsgeldes oder die Erledigung ihrer Rentenansprüche sich verzögert hat, hier wiedergeben? Dann bliebe uns zur Berücksichtigung der großen Zahl anderer Ansprüche, die täglich an eine Zeitimg gestellt werde», wirklich kein Raum mehr übrig. Lehrreich, ist es aber, von Zeit zu Zeit einen be- sonders schlimmen Fall dem Urteil der Offemlichkeil z» unterbreiten. Da meldet uns z. B. ei� Mann, daß er am 3. Dezember 1918 bc- helfsmäßig entlassen wurde, ober noch heute nach vollen zwölfMonaten auf Zahlung seines Entlassung«- geldes und Aushändigung leineSMilitärpasfes warten n, u ß. Bei der Entlafiung wurde ihm geiagt, feine Papiere würden von der Militärbehörde eingeholt werden. Nach- von heute, üen 36. November, ab ist Sie Telephon-Nummer unserer NachtexpeSition geänSert. Nach 5 Uhr abenüs ist die Nacht- expeüitisn ües„vorwärts" unter folgenüer Nummer anzurufen: * �rnt Moritzplatz Nummer 151 65 ❖ dem er fast ein halbes Fahr(!) auf ein Lebenszeichen von ihr der- geblich gewartet hotte, ging er endlich zuni Beziriskommando. Man lief umher und suckle und fragte und gab ihm endlich de» Be- scheid, die Papiere müsse er selber von seinen! letzien Truppen- teil einholen. Er schrieb dorthin und bekam unrerm 9. Juli die Antwort, daß„die Erledigung sich infolge der vor- liegenden umfangreicken DemobilmachungSarbeiiLn etwas verzögern dtir'le." Tiefes.etwas' klang sehr tröstlich, aber leider sind ieit- dem schon wieder fast fünf Monate hingegangen, ohne daß es zu der veriprochenen Erledigung gekommen wäre. Inzwischen hat der Mann im August ans dem BezirkSkommando bescheinigt, daß er nichts mehr zu beanspruchen bar. Dabei wurde ihm in Aussicht gestellt, daß er.in 14 Tagen' sein Geld und seine Paniere in Häilde» baben werde. Ais er nach weiteren vier Wochen ichriftlich mahnte, kam erst ein Fragebogen„zum Zweck der Feststellung der zliständigen Dienststelle'. Den füllte er aus, aber die.etwas vcr- zögerte Erledigung' ließ weiter auf sick warten. Als ihm Anfang November wieder mal die Gelduld riß und er eine neue Mahinilig schickte, erhielt er zum zweiten Mal denselben mit „Eilt sehr'.' bezeichnenden Frageboacn zu»och- madiger A n S f ü l l» n g. ES gehört tvirklich eine Lamms- geduld dazu, sich iolche Wirtichasr länger gefallen zu lassen. Wir glauben nicht, daß dieser Fall zivölfmonatigen Wartens, noch zu überbieten ist._ Selbstmord eines Hauptmannes. Im Tiergarten wurde iz� der vergangenen Nacht ein Mann von etwa 33 Jahren mit durch- schossener Schläfe tot aufgehrndon. Bei dein Toten fand man Rezepte von Aerzten in Königsberg und Danzig. die auf den Nennen eines HaupttnanneS von Wobeser lauten? auch sein weißes Oberhemd ist von Wobeser gezeichnet. Die Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem Scha»Hause gebracht. Die städtische Boltsbadcanstal». Garteiistlage, ist vom t. Dezember ab von 8 Uhr früh bis 8 Uhr abends geössnet. Treptow- Sternwarte. Sonntaa. 3 Uhr:.Kristoph KolumbnZch 5 Uhr:„ÄuS Giowladtmauern in den Schwarzwald"! 7 Ubr:„Europäische und erotische Jagden": Dienstag, 7 Uhr:„Astronomie mit dem Opernglas und lleincn Fernrohren"(Vortrag mit Lichtbildern von Dir. Dr. Archen- hold). Sonnabend. 6 Uhr:„Das Bcniec Oberland". Reinickendorf. Berkauf von Bekleidung und Schuhwaren des WirtichaslSaiiiies indem cbemaligen Stahlwerk Becker. Flotleustr. sd. Vcrlansazeit täglich von 3—3 Uhr, Freitag und Sonnabend von 8—6 Uhr nachniittags._ Grost-Berliner Lebensmittel. Berlin. Aus die Ncichsfleischlarte 1 Psd. ausländisches Gefrierfleisch. Vharlotteuburg. Löv Gramm JnlandSmarmclade(57), 250 Gramm ausländische MaiSfabrikate(üb), 150 Gramm Haserilockcn(101), 150 Gramm Suppen(102), 150 Gramm Reis(103). 1 Päckchen Puddingpulver ober rote Grübe(268), Lgp Gramm Teigwaren(5). lim Monat November für Kriegsbeschädigte, die 30 Proz. und mehr erwerbsunfähig und, je 1 Psd. Weizeugiietz, Hasernährmittel, Graupe» und Teigwaren.— Für schwangere Frauen vom 4. Monat ab je 2 Psd. Keizengriev und Zwieback und eine Büchse kondensierte Milch mir Zucker, sür Kinder im 1. Lebensjahre 750(Siumm inländische Hafernührmitteh im 2. Lebensjahre 500 Gramm inländische Hasernährmittel. Marieudorf. Freihändig: ausländisches Pflaumenmus(4,40 M. je Psnnd). Personen, die versäumt haben, sich mit den Abschnitten 96/07 zum Bezüge von Kunsthonig anziimcldcn. können denseloeu in den Ge- meindeläden in Empiang nehmen. Verlaus von Montag bis Donnerstag. Pclionen, die das 60. Lebensjahr überschritten haben, können einen Äe« zugschcin, der zum Empfang von>r-onderzuivcisungon berechtigt, erhalten. Die verausgabten Bezugscheine sür Personen, die das 70. Lebensjahr ober- schrillen haben, bchaUcn ihre Gültigkeit. Personen, die noch nicht im Be- sitz dieses Scheines sind, köimen ihn gleichsalls in Empsang nehmen. Ans- gäbe der Scheine von Montag bis Donnerstag im Ratbans, Zimmer 23. Wilmersdorf. 7 Pfund Kartoffeln. 3 Stück Sunpenwürsel aus t02 <0,39 M.j. 250 Gr. Maisguetz aus 90(1,45 SN.). 60 Gr. Margarine aus Q22. Frischgebackenen Siels mit dem Ausdruck.Lrottommijsion V b' (O50 Gr 2,50 M.). Für werdende Mütter im 4. bis 6. Monat 3 Dose» kondensierte Vollmilch, 1,80 M. je Dose. Die Ausgabe der Bezugscheine erlolgt im Lebensmitlelamt Zimmer 5. Für Kraule: Eier aus 49. Dem- nächst sür Slinder und sür ältere Leute WeihnachlSzebäck: Für Sünder im 4. bis 14. Lebensjahre(geb. 1. 10. 1905 bis 30. 9. 1915) 1 Psund Pscsser- nüsse G 40 Ml und sür Personen von 65 Jahren und darüber(geb. 1. 10. 1854 oder früher, 2 Pakete Zwieback zu 0,88 M. Bezugscheine— Brot. kommissioncn von Mittwoch bis Sonnabend gegen Geburt-- oder Taus- � Neukölln. Infolge eingetretener Verzögerung in der Anfuhr gelangen die angecündigten Teigwaren sowie Marmelade in dieser Woche zur Aus- gäbe Aus die Abichiiiite 49a— g 7 Pfund Karlofscln. Fettration 30 Gr. Butter und 60 Gramm Margarme(Abschnitt Q 22 der Einsuhrzusatzkarto). Freihändiger Verkauf von getrockneten slarwftetscheiben(Psd. 0,80 M.) u, den städtischen Berkalljsstcllen... Brill. 1. bis 7 Dezenter: 150 Gramm Teigwaren(10-2). Für Kriegsbeschädigte 1 Psd. Haserflocken(11). Für werdende Mütter und Kinder st, Psd. Reis(14). st, Psd. Feldzwieback(lö), st, Psd. grüne Erbien (5), 1 Psd. ausländische Haferflocken(4), 1 Pfd. Kartoijelwalzmchl(5). Für Leute über 60 Jahre 250 Gramm Haserflocken(6). Eine Buchse Malz- extrakt(7) An Stelle der anSfallendcn Kartoffeln 400 Gramm Groß- brot(49c— g). Freihändig Rotkohl, Acpsel, Eipulver usw. wie in der Vor- Woche. Friedrichshagen. 70 Gramm Maismehl(67), 75 Gramm Gersten- flocken und 40 Gramm Maismehl(68). Grsß-Serliner paeteinachrichten. Große öffentliche 5rauenversammlungen Dienstag, de» 2. Dezember, abends 7>/z Uhr. Berlin: Sckulaula, Müller«, Ecke stiaße. Schulaula, Tilsiter Str. 4/5. Schulaula, Wattstr. 16. Trift- Bockbrauerei, Fidicinstr. 2,3. Handwerkerichule, AndreaSstr. 1. Schulaula, Hobenlohesir. 10'11. Schulaula, Bochumer Str. 8a. Bororte: Eharloktenburg: Bolkshaus, gr. Saal, Rossnensir. 4. Karlshorit-Friedrichsfelde: Anla des Realghmnai., Treskow-Allce. Steglih-Laiikwib: Aula der Oberrealschule, Elisenstr. 3/4. Niederichöneweide: Schulaula, Berliner Str. 31. Reinickcildors-Lst, Rosenthal: Lokal Diekatz(früher Kuhrmann), Haupistr. 32. Schönebcrg: Aula der Cbanrissvschule am Barbarossaplatz. Lichtenberg: Schulaula Siegfricdstraße. Weisiensee: Aula des Realgymnasiums, Bölk-Promenade. Wildau- Zeuthen:.Kasino. Wilmersdorf, Friedenau, Schmargendorf: Aula BiSmarckghmna« sium. Pfalzburger Straße. Tagesordnuiig: Die Wohlfahrtspflege in der Republik— Referenten; Gen. D r. Caspari(Dir. des Jugendanites Neukölln), Genossiii Emma Graste(M. d. P. L.). Genossin Barbara Gott- Hufe n(M. d. P. L.), Genossin Gertrud Hanna,(M. d. P. 8.1, Aenossiu Martha Hoppe, Genosfe Walter Israel, Genoisin Else I n q u e i(M. d. P. L), Genossin Meta Kraus(Ref. im Preuß. Minist, f. Lolkswohlfakrt), Genosse Robert Meise(Lehrer), Genosse Alfred Mo eg liw. Genossin Adele S ch r e i b e r-Krieger, Genosse Walter Stein, Genossin Hedwig Wachenheim, Ge- nosse Dr. Wegscheidel:-Zieglcr(M. d. P. L), Genossin Antoni W o b l g e in u t h(M. d. P. L.), Genosse Emil U n g e r. Friedrichshagen. Zentral- Feftsäle(Jnh. Schröder)(kleiner Saal), Friedrichstraße. Refereniin: Genossin L o d a h l(M. d. N.): Die Stellnng der Frau im neuen Deutschland. Marieildorf. Schulaula, Knrfürstenstr. 53/54. Res. Genossiu Todenhagen: Die Stellung der Frau im neuen Deutschland. 34] Montrose. Detektivroman von Sven Elvestad. XXIII. Husarenweg 28. Der Mann kam durch den Garten von dem südlichen Eingang, dem Tor, das dem Mayonnaise-Niettel zugekehrt war und das Detektiv Keller hinter sich offen gelassen hatte. Als der Laufende aus dem Schatten der Bäume trat und der Sonnenschein auf feine Gestalt fiel, sahen die beiden Polizeibeamten, daß Metall auf seiner Brust glänzte. „Uniform', sagte Krag. .314', vervollständigte Keller. „Richtig,' rief Krag,„jetzt erkenne ich ihn auch. Er scheint es furchtbar eilig zu haben.' .Etwas Wichtiges mich sich ereignet haben,' sagte Keller, »sehen Sie nur, wie er läuft. Er wirbelt eine ganze Staub- wölke auf.' _ Es dauerte nicht viele Minuten, bis der Schutzmann den großen Garten durchellt hatte. Diese Zeit benutzten die beiden Detektive, um sich über ihn zu unterhalten, als ob sie Zu- schauer bei einem Wettrennen seien. Beide waren aufs höchste gespannt, welche Nachrichten der Schutzmann bringen würde, aus alter Gewohnheit aber verbargen sie ihre Spannung unter gleichgültigen Worten. Als der Schutzmann nähergekommen war, sagte Krag: „Es ist ja derselbe, der an dem Morgen, als das Drama anfing, hinter den Verbrechern herlief. Es ist natürlich nicht passend, in einer so ernsten Sache zu scherzen, aber sieht es nicht aus, als ob er die ganze Zeit hinter der Lösung des Rätsels hergesagt sei und jetzt resultatlos zum Ausgangs- Punkt zurückkehrte? Bravo, 314, was bringen Sie uns für Neuigkeiten?' Schutzmann 314 blieb vor seinen beiden Vorgesetzten stehen und meldete stockenden Atems folgendes, was den beiden Detektiven wirklich einen Schock gab: ..Habe zu melden... einen Mord... einen Mord... auf dem Husarenweg Nr. 28." Krag und Keller fuhren in zdie Höhe und riefen wie aus einem Munde:# "Das ist Arnold Singers HauS I" Tatsächlich hatte das neue Verbrechen in der Wohnung des verhasteten Gartenarbesters stattgesunden. Und der. der diesmal vorr Mörderhand gefallen war, war Charlie— Clary Singers Bruder. O Was den beiden Detektiven zuerst zu denken gab, war der Umstand, daß 314 ausgeschickt ivordcu war, um den verdächtigen Menschen,_ den sie das Gefängnisgesicht nannten, cinzufangen, und daß er nach� einiger Zeit zurückkehrte und von einem Mord berichtete. Es war darum nicht zu verwundern, daß sie das eine mit dem andern in Verbindung brachten, und als die drei Männer im Auto saßen, das sie in sausender Fahrt nach dem Husarcnivcg 28 brachte, fragte Keller seinen Unter- gegebenen: .Laben Sie das Gefängnisgesicht zu fassen bekommen?' „Nein," antwortete der Schutzniani,,„er entkam mir in den engen Gassen in der Nähe des.Vergoldeten Pfaus'.' Der Schutzmann berichtete: „Fast hätte ich ihn erwischt, als er aber in dem Mayon- naise-Viertel untertauchte, entkam er mir. Sie wissen, wie leicht es ist, sich dort zu verbergen, Ivo die dunklen Torwege so dicht nebeneinander liegen, wie Rattenlöcher in einem alten Speicher. Nachdein ich eine Weile dort herumgeschlichcn ivar. erfuhr ich von einem Kollegen, der von cinem Patrouillen- dienst zurückkehrte, daß eine Gestalt von dem Aeußeren des .Gefängnisgesichtes' sich just durch die Himmelsgasse geschlichen hatte, wo der.Vergoldete Pfau' liegt. Da ich wüßte, daß dieser Mensch im Pfau zu verkehren pflegt, nahm ich sofort ein Auto und fuhr dorthin. Als ich aus dem Auto stieg, wollte das.Gefängnisgesicht' sich gerade aus dem Tor des.Vergoldeten Pfaus' schleichen. Mich sehen und wieder in das Tor zurückspringen war eins. Und ich hinter ihm her." Als der Schutzmann, der offenbar ein gründlicher und zuverlässiger Mann war, in seinem Bericht bis hierher gekommen war, versuchte er, trotz des Rüttelns des Autos, etwas auf einem Stück Papier aufzuzeichnen. Krag aber hielt ihn davon zurück. „Ich verstehe." sagte er,„Sie wollen uns einen Riß von der Lage des.Pfaus' aufzeichnen, aber wir wissen schon Bescheid. Durch das Tor komint man auf einen Hof, voll von altem Gerumpel. Treppen, Ecken und Winkeln." Ter Schutzmann nickte. „Dann werden Sie auch begreifen." sagte er.„daß eS dem Kerl ein Leichtes war, sich vor.mir zu verbergen. Es dauerte zebn Minuten, bevor ich feststellen konnte, daß er über eine Planke entkommen war, die de» Hof des Pfaus von dem nächsten Hof trennt. Dieser Hof ist tvcnn möglich noch winkliger und schmutziger als der erste. Und von diesem führt abermals ein enger Gang zu den Resten eines alten Gartens, und von dort aus gelangt man wieder zu einem neuen Wirrwirr von Hinterhöfen und Bauplätzen, die au die kleinen Arbeiterwohnungeu auf den Husarenweg grenzen. Auf diese Weise kann man, wenn man all diesen Winkeln und Gängen folgt, durch die ganze stinkende Häuser- masse gelangen, die die Hinimelsgasse von dem Husarenweg trennt— jedenfalls wenn man genügend Lokalkenntnis be- sitzt. Und das. schien mein Manu zu haben, wie ich leider zugeben muß." „Das scheint ein Weg für Verbrecher zu sein,' bemertte Keller bitter, indem er seiner eigenen Niederlage gedachte, „aus demselben Wege sind gestern schon zwei Mörder ent- kommen." Der Schutzmann fuhr fort: „Als ich schließlich auf dem Hinterhof zum Husarenweg Nummer 28 stand, konnte ich nur noch feststellen, daß das .Gefängnisgesicht' schon längst entkommen sein mußte. Meine Nachforschungen in dem Gewimmel der Hinterhöfe hatte min- bestens eine Viertelstunde gedauert." Krag, der die Zeit näher feststellen wollte, fragte: „Sind Sic sicher, daß das, Gefängnisgesicht fünfzehn Minuten Vorsprung hatte?" „Mindestens," antwortete der Schutzmann, indem er überlegte.„Vielleicht waren es sogar zwanzig Minuten. Und nachdem ich eS festgestellt hatte, gab ich die Verfolgung auf. Da trat aber etwas ein, was mich auf die Spur des neuen Verbrechens brachte. Wie ich bereits gesagt habe, be- fand ich mich auf dem Hinterhof zu dem Hause Nummer 28 auf dem Husarenweg. Während ich noch stand und über- legte, ob ich zum ,Veigotdeten Psau� zurückkehren sollte, um wenigstens etwas über das, Gefängnisgesicht zu er- fahren, geschah etwas ini höchsten Grade Uebcrraschendes. Eine Frau, die ganz verstört schien, zeigt sich plötzlich in einem der offenstehenden Fenster des Hauses, streckt die Arme aus und ruft herzzerreißend um Hilfe. Es war eine junge und schöne Frau, die mit allen Anzeichen äußersten Entsetzens drauf und dran war, sich aus dem Fenster zu stürzen. Ich lies näher und sah die Ursache ihrer Verstörtheit: Auf dem Sofa im Zimmer lag die Leiche eines ermordeten Mannes.' »Und die Frau war Clary Singer?" fragte Krag. „Ja," anrivortete der Schutzniaim,„und der Ermordete war ihr Bruder. Jetzt aber sind wir am Ziel, meine Herren« hier ist Husarenweg Nummer 28." tFortj. folgt.) 21.«Bf. Heute 9 MBr tmS Msutaa. unchmütagZ 5 Nhr, FtugBIatt, derbreitmig. Ausgabe bei Sonnabend, Elbinner Sir, 12. 3G.«. 27. Abt. Di-ustaq. abends 7 Ubr. Versammlung im„Rosen. tbaker Hof. Nosentbal-r Str. 11,12, Vortrag des Genosse» Michaelis über: »IloniumgenoisenickajlZiveieu", 37., 38., 41. Abt. sMoabit und Hansaviertel.) Der s?rauenabend sZllt am Montag wegen der öffentlichen Versammlung am 3. Dezember in der Schulaula Sochumer Str. 8, ans, 33. Zlbt. Heute vormittag 9 libr Nugbiattverbreiwng und Ein- ladungen zur?rau»n»ersammlung abzuholen bei Kleinert, Levetz»«., Ecke Iagowilraffe, 42., 43., 4K., 47.». 48. Abf. Heute 9 Uhr: Flugblattverbreitung von den detannten Bezirkslokalen aus, 4K. Abf. Montag, 7 Ubr, bei Groll. Hennigsdorfer Str, 10, Sitzung der YarteifunltionSre und BetriebSverfranensleute, Wsrbeansseffnst für Post nnd Delegrapbie. Eoimtag, vormittnas 10 Ubr, in der Aula des?»isen(Mninaimm?, Turiner-, Eck? Wilsnacker Siratze. Versammlung, Tdcma:„Was bat die Veamtenschast von der Ne- volution erwartet f Ret,; Gen S t e i n k o v t Ales mutz zur Siege lein.— Nednerkursus jeden Sonntag, vormittags 9 Uhr, im E aal 13, Belleduestr, 7, Tl.— Für die Angestellten de» H a u b t- T« I e< graVhenamtS Montag. 7 Nhr, im Büraerhelm, VAU Schönhauser Strotze 28. Tertzimmlung. Genosse H a tz 3. Vortrag über den Sozialis- muS, Gäste willkommen, Vnehdntckerci-Hilfsarbeifer»nd-tdilfSirrbeitevlnnen, d>« ans dem Boden der S. B. D. slede», Mittwoch, nachmittags i'!, II Hr. im Schultheitz. Nefiaurgnt, Neue Fakovsir, 25, Versammlung. Vortrag des Genoffen Tiomase Oraanisationssrageu. Ziersammlung aller auf dem Noden der D. V. D. flehenden Schuhmacher Mittwoch, nachmittags 5 Nhe, in der Weberstr. 2t. Er- scheinen dringend erjorderlich. Mitgliedsbuch legitimiert. Gchwerbörtgcngrnvpe. Mittwoch, 7 Ilbr, In der Taubtiummen- Schule Marknsslr. tS, Hos links 2 Tr.. Versannnlimg. Tagesordnung: 1. Di« soziale Bedeutung und die Bekämpsung der Ohrenleiden Ol. Teils, 2. LassalleS Arbeiterprogramn». Viclhörer ist aillgestellt. Schwerhörige Parteigenossen, Gewerffchastler»nd VorwnrfSIeser find herzlichst eingeladen, S.-P.-D.« Aktionsausschud der 3l-G. G< Betriebe. Bis aus weiteres jeden 1. DienStag des Monats, machmittags!> Ubr, Zusammen- kuifft der Obleute bei Schünemayn, Luilenstr. 46.(1. Sitz», ig: Dienstag, 2. D ezcmber.) An jedeni 8. Dienstag im Monat Versammlung aller Ber« trauenSIcutc und aller aus dem Boden der S. P, D. stehenden Kops- und Handarbeiter um S vbr in der Aula des Sovbien- Gymnasium«. Wein- meiilerstratze Ib.(1. Sitzung: Dienstag, 16. Dezember.) Mitgliedsbuch legitimiert. Bergmann- Werke, Berlin. Montag nachmittag 4 HKr bei Groll, HennigSdorscr Str. 10, Sitzung tämilichcr Funktionäre, die ans dem Boden der S. P, D, stehen. Jede Werlstott und jede« Bureau mutz vertreten lein. Sl. G. G., Ackerstrafie. Montag nachmittag 4 Uhr Sitzung samt- licher� Funktionäre, die aus dem Boden der S. P. D. stehen, bei Krüger, Eck« Schering- und Husfitenstratze. Osram-Konzern. Mittwoch 5 Uhr: Zusammenkimst aller ans dem Boden der S. P. D.■ stehenden weiblichen»nd männüchen Angestellten. Vortrag des Gen. Jng. Ehricke über„Die WeltwirtschastSlage". Nachdem wichtig« Besprechungen, Bollzähliges Erscheinen aller. Wilmersdorf. Heule 7 Uhr 3. K n n st a b e n d ln der Aula der Hindenburgoberrealichule, am Seepark 36. Karten am Saaleingang. Neukölln. Mittwoch. 7 Uhr. in Kliems kleinem Saal. Haienheide 18, öffentlich« Fraucnver>i!mmlung. Resercnlin: Frau Dr. Wegscheidel. Tage«- ordnung: 1. Die politische Lage. 2. Dislussion. Marirndors-�iidendr, Bon einigen Genossen Ist«in Gesang- verein gegründet worden, der seine UebungSstunde jeden Freitag von li,S bis V,10 Uhr bei Hilgert. Markndorf, Ehausieestr. 280, abhält. SangeSlustige Parteigenossen werden gel«ten. sich dort einzufinden. Sicht enberg. Montag von nachmittags 5 Uhr all wichtige Flu j 6 lattoer breitung von den Zahlabendlolale» au«. Dienstag 7 Uhr in der Aula. Schule Siegsrtedstratze, öfsentliche Frauenvcr, s a m m l u n g. Reserentin: Genosfin Wohlgemuth, Mitglied der Nationalversammlung. Friedrichsjelde. Für Kriedrichsieide und Karlshorst am Dienstag Tlf Uhr in der Aula, Treslowallee: Oessenltiche Frauenversamnrlung. Reserentin Bohm-Echuch. Gleichzeitig wird den Genossen die Be< nntziing der ioz. Bibliothek enipsohlen. Äücherausgabe täglich von 6 bis 7!. FSrael ist erschienen und wird aps Wunsch kostenlos versandt. Dir verweisen gleichzeitig uns das Fnserat in der porliegeuden Nummer. Praktische Geschenke bringt der WeihnachtSkotalog der Firma Heinrich F o r d a n. Markgrasenstr. 84—88, welcher soeben zur Ausgabe gelangt ist. Trotz der leider Herrichenden Warenknappheit zeigt uns diese illustrierte Preislist«»Ine große Autwabl an Wäsche teder Art. Belleidung sür Damen, Herren und Kinder, Kleiderstoffen, Pelz- und vovwaren, feinen Weitzwaren, Handschuhen, Schirmen, Korsetten, Kissen. Decken, Borhängen, Teppichen, Kleinmöbeln usw,, bei denen die Haupt- Merkmale gute Oualltät und angemessene,: Preis find. Der Katalog wird aus Anfordern überallhin kostenlos und porlosrei verschickt. tZL«!nn.�u87ux a«r 14 Preuss.-Sildc!.(240. Preuss.) Klassen-Lotterie 6. KUuss 20. 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Gewinne au 3000 U 1034 7027 12419 48244 47789 67533 74193 79607 83326 91796 92712 93188 101988 110091 112247 119233 122094 122773 129784 131883 134307 140537 186787 158233 161855 171883 173427 174318 190249 206074 209294 214262 213723 221557 ISO Gewinne zu 1000 M O?7 4208 15041 19131 19328 21237 27691 29799 38117 33293 34741 37849 43132 43319 40632 47980 51277 61600 63654 66132 70759 71258 74436 75458 78514 73880 83623 87001 92953 93580 105432 112485 112563 123364 123673 125077 127�29 130757 131723 134038 143253 146743 153390 183323 154102 154389 160747 161532 169049 173462 179967 185093 187252 190881 190805 194973 198707 198310 200430 205165 209283 216907 228215 230028 233171 148 Gewinne tu 500 51 318 6385 12561 18350 25993 275:8 32922 37814 42208 44540' 50131 54728 56292 68913 63002 09459 71684 76160 76265 70927 79188 80324 88282 93103 93200 97308 102497 107272 109303 126544 128352 129063 130500 138449 139550 139930 142035 146646 146984 148702 161468 131715 186487 168563 187917 187871 189858 175230 175945 178790 179149 181983 185225 188799 190043 182385 192622 196810 199237 200421 201637 204556 211710 213770 215981 217328 313879 219412 219448 221898 222773 228350 228816 220699 In der UBebralttagsziehung wurden Gewinne über 210 Mark gezogen. 2 Gewinne eu 30000 M 88558 4 Gewinne zu 6000 M 41724 84158 84 Gewinne zu 3000 M 4047 10358 12630 13833 15487 24536 32063 43045 63798 88881 67314 69542 71983 74368 76856 84893 36400 87109 82010 110740 121874 130470 132374 140317 146401 150964 184611 173510 17689? 178327 180799 180879 185704 189774 197000 206610 207054 207903 208863 228461 228912 230368 132 Gewinne zu 1000 M 863 8688 14638 19112 22403 25033 28785 89780 42901 80441 62378 63478 64068 66885 66951 87444 73089 73112 78773 77308 77958 79421 86395 98249 93498 99489 103169 108222 106981 106643 112843 117888 118717 12278» 133121 133428 142319 144430 148548 154315 160251 183457 165403 170003 170945 173044 173178 173479 175203 178379 180666 181328 137200 199997 210355 213368 213596 215293 217080 221220 223233 226332 228034 228913 231147 233949 229 Gewinne rn 800 M 1792 4398 5495 11225 17760 21317 21468 93931 24405 24959 25131 25398 30075 30788 31651 32437 32779 83000 83772»4392 38028 30963 39503 40238 41899 43128 44435 44077 47401 81122 51536 52891 53670 61992 62089 63744 64538 64843 87104 68637 70335 70396 71108 78815 79435 80880 82210 84168 86960 87624 88038 00282 03506 97819 100030 108121 109167 109345 110367 111706 116009 121848 124032 126065 129329 131001 132433 133173 133290 134833 134886 138036 138488 144211 146337 140406 160445 160452 101401 184069 187133 168109 169776 156294 178282 178524 180033 132359 182708 183839 184136 187573 189462 191315 194838 197773 300425 200843 303802 209838 210622 210783 213409 219005 220882 221223 223871 224227 225272 238139 230308 232184 256232 Weihnachts-Geschenke "O 1 W 1 y-s vn Ii\WaL«c3K«clde 4 4. 65.- In reiner �"1 Q_ I 3 I L J O 1 i In Crepe die cWnc 95.- Wolle v�/Vw/. v>— � SeidervJupons........ 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Auch nach Beginn der Arbeiten der Kommission wird der Abtrandpori übrigen» noch geraum« Ze-n erfordern Die Zahl der verdrängten Familien, deren Mobiliar der Be- fürdcrung harrt, ist schon jetzt auf 20— 80 000 zu schätzen. Danach wrrd man damit zu reckmen haben, dast die Abwicklung de» gesanuen AdlianSport» einen Zeitraum von etwa einem Jahr beansprucht, auch wenn e» gelingen sollt«, wöckientlich etwa 100 Wagen mit Möbeln über den Rhein zu bringen. ES ist zu hosten, dast die Flucht- linge in der Aussicht aus endlich« Wiedererlangung ihrer Möbel die nicht gering« Geduld aufzubringen wissen werden, die sie hier» nach di» zur Wirbererlangung noch � werden üben müssen. Vive ls krance! S» werden die Estah-Üithrlnger mit rrhhhter Begeisterung rufen, wenn sie hören, daß Frankreich vom Jahrgaag 1919 nur di, Elsaß. Lothringer einzieht. Am Ib. Januar sollen ffe aus fünf Monate in di»— natürlich ganz unmilitlirischc»— Kasernen Frankreich» einziehen. Hoffentlich könne» ffe bi» dahin grnng französisch, um stch nicht de» Zorn der völkerbrsrctrndr» �5ou-okl�" z iznziehen. ÖKiiä. SrWüÄ'ösli. löMdm «Riltmeifter All«»demaiigen de, BaiaUiim» N» nichl wegen UnzuverUi/"''——------ k— hierrnn aulgi' bei der Inen, gefordert. Int igfsigleu eniiafsen wurden, werden ich di, IviUesten» St. Dezeinder IVWD' AdKiiNllvgsflelle iv sißioni(DeMevtzev) ichrtflUch zu meiden (Snind; Certrllung de» schwar>en Fond»««gaben Tag de, SInirlN»' und der Sniiaffung bei weicher Kompagnie Theiill getan und genaue jegige Adreg«. l'Utv�viei'unxen »«iven 1« ilurrrr ran»>cNr> müg dcdll odne Se, ulidiüruncen. eniternl I. kr»,». , ecke veigtuad« Vieie laiue m Krdndan' du� ern nna»iunlden Itlie re»-!.en. Sprecdsi!-s Snnnl w— I.-zu-kunl, nu,».) L. taltörnt r. 1 47,£ iccnai v,-— it n.,— r'. ö»"!- 1'"»■...ww.—..........•• Im letzten jähre über tOOü Tätowierungen entlernt Nur ft Marli monawilcrt 8 MMM Humoristlsä-.Hausischay NlimiwtimHiiHiiiminiiiiHuuumMiitiiniimiiimii laMtalü? IXSkLlW WH 1,_____________ Sa mmlua»»er dWedtegen Schelf m mit 1500»tldcni,"_ M- 41.40 etnjcht 3 n d, 1 1 t TM, Iromme Sdrltnc. Adentenee eines Iunganellr». stlnpS, der ifl• Herr and gran Ät arr 3i Itijen Bildn NN gobf.od, De, es.dimeio»dn dt« p-itNnIarG»,• Hidei! n»• PIHtz»nd pwm. Ztaldai» LSdiaett» vane gtlnclnS LNdeim Zinlchs SeMdi»«,»,»!, mt lenrät. Dn JlWetjuU. Om, JlnN WIN et».?tirtch aütn», dm iich i» Asrmot und At«liallun, an d» .,Hnmanstljchrn0an«Ichad''«stchllchl, «inen S«>amlumlana d. SSO S.mti 400(chraj-u. tot» Add chrfch- ack. 3 n b o II t. Tfr delltqe Anto�uS»o, päd. a■ Hans flucfebntv der UngldtkStad,■ Das Ituf-mN• t>«« Sab am Samstagodenb Die fßijn. DlüUerStinbtet• Dn t�dirfldaU- T Ii JJrlfr©annirotbun vdee die chiene, Schnalen d«l«inen t a».t4(«fchw».t_____....... 00H«cd. it.. 41.40«inlchl. Zruenmgsz »nd©chnnr en usch-�iidetdogen NunterdunI£Au< leateren Z W.rle« di, t« sich adaes d losten Dn Uturfttleb©titln und©ein- tzeenach- dettnet u,d OrnfifS ,1-S Dllhetm iivfch» 1'edenSi... I Helfen Pennann. Adoli und Ltto Ziöldeck«. Mtl uleien zum Ted NU- de. Med, meöffenil�te» Älldee, und VildeeKelti-tckien. Glider gestdichten) t'edenSwergl-n nsn feine» Ctflbrim?uf ISflVtdsie, ©runden»ettai f: d- of tt dl« Z»dl(rnrr De Ii,»z,„de, täglich»» © pe. chnedenuti- der.ega gei- u. tu gnißgelt Worten geworden ß id Karl Block, Buchhanölg., Berlin GW6S,Kochstr 9- Postscheck?. T0749� Lede der d» d. vomm- pei es(Beide Hatrio. lungen wird gegen A"TTJ>1 ngl n i u{ e m in e« Vconofszodl»o,. nur mo atttch 7 Mark) Bestellschein Aneschnel»»». rnN>>vt»�?S«4, chml. tu»Ifenem Leiet-mschla» 3ch deOeNe drnnnN taut Nnreige m>»UeewSlto� de, Sri Suu. d S tu»-*,rl «(»<. S-riln©W 4».t»chfi.» Slibett*»«Ich'»»UMM chnichch«, I-ue» Wilden» Sufch geschmaenov gedun»», z, 41�0«. ein fchUeNilch'TeunungS tufchiag gegen Won»-idiungrn»»» 1 Ei.tt fßi eine»n beiden©ammlungen»der 7 Morl fue beide©. mmlunuen «nßid SrißtiungSee, Tiililmilitii Wnuflilff.ilkiiiWftTTWl'.ifnlhViTlfRiMT�stflsTlfTrrirfmni il»i imliiMm u iiii f i n m tili Ä Nicht hinten Tum hraucht die H Clus fr au ein zuk a u yen�s*- DER GCXAPE WEG IST PER beste, Holländische Hülsenfrüchte Holltnilisdie braune Bohnen Pfi2,95« Holländische grüne Erbsen Pfd.�! Holländische Kapuziner Erbsen ML, 75. Markenfrei/ '"iimuiinnrriTnnn"iTTi[l „„»»..■„»»niitmnm,; BMumriMiavi'ilft mm .firiiien, Otto Reichelt Ernst Ladewig O.F.Assmann ßatterh. Union. G. M. a. H. ßutterh. Lorclcv Q. M. B. H. � ibS. Filialen in G röss- �erCin. PELZMXNTEL aus Persianer, Seal-Bisam, KoHnsky, Fohlen und Saal Electiio. Qrofc Kostämferagen «eil K.rlwe l«0 M MA U 44 U Hermann Engel Mite 6S6M..530 SI. 3501 Landsberger Str. 85, 86, 87. 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Anfang 6Vt Uhr. Direktion Max Reinhardt Ueutaches Theater. 7v.: Jaakobs Tranm. Mtg. 7>>,: Jaakobs Tranxss. Kasnmeraplele. 2V, Uhr: FrQhllngs Enraehea 8 U: Mtg. TV«: BDchse der Pandora. /-8 Uhr: Sie# Montag: Sie. Dienst; Liselott ▼. d. Mola Mittwoch: Sie. Donnerstag: Sla. Freitag: Llselott ▼. d. rtols Sonnabend: Sie. Sonntag Nachm.: Dia Ehra Abends: Sie. Montag; Sie. Berliner Theater Nachm. 3; Die tolle Komless. 7 Uhr; Bummel' Studenten Oentrnl-Theivter vi. uhr. Die Fascliinnslse. Dontaches Opernhana II Uhr: Slnfonie-Kontert. t uhr= la Travlata. Die Tribüne UVi: Vorm.-Veranat..dsda". i Uhr: Lud«. Hardt: ErgötxL OeKblchten. TV. Uhr:.lZIü ViUMg." Eden-Theater 8 Uhr; Prinzessin rom NIL T'tl.:„ü. 4. W. 0." Eriedr.-WlItarliuat.Th. p/. uhr: Gretchen. Ulelnea Theater. ZV« Uhr: Kammelbllttchcn. 7v,u:Die unbEriliiile Fran KI. Schnnsplelhuns. £!? Albine nndAajast oder: Freut Buch d. Lebens Komlaehe Oper ZV« Uhr: Schvarzwaldmädel. 7 Vi u.: Liebeszanber. Loatapleihaua i'h Uhr: Das Stiftimgsfest. Arnold Ricck in: K. DerGroUstailMaiallfir Metropol-Tbeater. Z: Charlets f ante m T hielscher 7 Uhr: Sybill Neuen«perettenhnn». Z>/, Uhr: Die keusche Susanne. 7v.u.:DieDsniefon! Zirkus. Behlller-Theat. Charl. 3 Uhr: Wie es euch gefiliu �VerscliwßrungiiesFiESCD T lt« Ii a-Tli e n t er 1 Uhr: Polnische Wirtsohaft. tv. u.. Difi närrisefeE Liebe. Tb. am XollendorfpUit* 3V, Uhr: Die Puppe. TV. Uhr: J)er&cflge!lTe&t Theater den Wcntens 12 Uhr: Matinee„Anita". av. Uhr: Die lustige Witwe. 7./.U.: Die FrMiffiBEFineliii Theater d, Prledrlchstadt vi. u.: vier Einakter. Waliaer-Tkaater 5>/,i deisha mit Mia Werber Ä?- Eine Ballnacbl Volksbühne 3 Uhr: Der SchwarzkQnstler. VI. Uhr: Paul Lange und Tora Parsberg. Montag Vf. Uhr: Predigt In Lltnuen. Lessino-Theater Direktion: Victor Barnowsky. 3 Uhr; Der rote Hahn. VI. Uhr: Robert Frank. (Lossen, Abel, Loos, Fischer.) Montag 7; Früulcln Julie. Der grüne Kakadu. (Durieux, Servaes, Fischer, Klöpfer, Veidt). Dl»nst.7,i I.Male(Neueinst.); Pygmalion. (Durieux, Grüning, Hartmann, Helnlch, Klöpfner, Saliner, Schnell, V alier.) Mittwoch 7'/,: Pygmalioa. Donnerstag I: Fräulein Julie. Der grüne Kakadu. Pteltag 7: Peer Oynl. (Ortinlng, Lossen, Serrae», Loos) Sonnabend bis Montag T�; Pygmalion, DEslsthES KilnsIlBr-TTiEalEr 3 Uhr: Dies irae. Allabendlich T/. Cyprianne, (Leop.Konstantin, Kurt OÖtz.) Residenz- Theater. Nachm. 4 Uhr, kleine Preise: Der gute Ruf. Täglich t, ,8 Uhr: Evclieii HumbrecM. Käthe Dorsch. Paul Blensfeldt, OlgaLlm urg.Panl Bildt.Rosa Valetti, Herrn. Böttcher, Paula Levermann, Erich Kaiser-Titz, Herrn. Vallentin, MaxZielzer, Dora Paulsen. Mittwoch 4 U.: Rotkäppchen. Trianon-Theater. Nachm. 4 Uhr, kleine Preise: Der Lebensschfller. Täglich Va8Uhr: Jttasberade. Mittwoch 4: Schneewittchen. Rose-Theater. 3 Uhr: Kabale und Liebe. T1/. Uhr: Das Gesetz. Walhalla-Theater. ZVs Uhr: Das Gesetz. 7Vi Uhr: Am goldenen Horn. Caslno- Theater Lothringers tr. 37. Tägl.!/.8L'.: Schniepels Lene Berliner Volhsstück!. 3 Autz. Vorher erstkl. Spezialitäten. Viktor Lltzek i. d. Dp. Sketch „Erwischt." StgJ1/,: Ein sauberes Kleeblatt iPOLLO TlfEATEK FrledrichstraBe 218| Dir.: James Klein j 7 1/1 Sonnf.8V,n.7 2! DI» grobe Varletd- Auistattungs- Schau Die Welt imiahre 2CC0! Unter anderem: Modenschau- und{ Potsdamer Platz im Jahre 20001 l!Entfiletztel8ehiii.-| VorslEÜ.ni.il.REVüE.1 12 Varielß-SEnsat. Lo Kittay der weltbarQhmte 1 Gedanken Übertrager I Ferner: Gadbln's Todessprung ans der 5. Etage. Sonnt ZV,(.Erwachs. 1 Kind Irell VEMderFr.Yolksbtilioei! Sonntag, ben 80. Stooemtak nachm. 2 Uhr: Schouspiethau»: Maria Stuart Rachut. S Uhr: RolkabÜbne:».SdiwargSktstlet Lesstna-Theater: Der rot» Hohn. Künftler-Thenter: Die» Irne. SchMer-Th. Tharlottenburg: Wie e« euch nesiillL Th. b. West.: Die luftig« Witwe. Friebr..Wih«ImsL Thj Zugend. Bolhbühn«: Wochentag» abend« Mk L bis 8. Dezember: Paul Lang« n. Tora Parsberg. Predigt in Litauen._ P assage- Tlieater Unter d.LlDdea 22/23 Dir. M. So II m an. 2 2 Semation. Filmdrama In t Akten. Dagny Servae*, Bernhard QOtzke, Q. A. Semmler. AuBerdera ein intereas. Lnitspfel In 2 Akten. Thtaiar ans tlottbsecr lor. T«L; Murinpl&ts 14 814. J�l. Abttid 7>f> Uhr: litt-SSnger t ebua. VltaL dar BMUbar tlnger, idauiL nobm 8 Uhr «nnU PrslsafrolL nd.prtanuami 1 Khid Irell• Banehi s geatatUt _____..j-HMtart. Bog: T." Ohr. VeiTerkl 11- IV, w 4» Uhr. Neuen Programm 1 Winter- Garten. H.-MteiB Vorbteil». Z'/, Uhr Kleine Preise. Kind d. Hälfte I II» mir Variete» Splelplaa. Itai�hengestaitetl�� Blütlmer- Orchester Lülzowstr. 76: BlüthnersoaL mn Konzert. Dir.: Paul Sckelupilug. SoL: Dr. M. ailaihnrt(Klnv.) iieielisiia]!.-Ttiealer 71/, Uhr u. Sonntag nachm. 8 Uhr: nachm.ermiiß.Pt Relch.hallen-S: l'hnholi-Breltl. , GermanitPrachlsile C. Richter, N 4, Chausseestr. 110. I led. Sonntg. Hoflm. INordd. Singer. Beg. "d.Vorst.6,d.Konz5'', Nachd. Fam.-Kränz- chen.lmweiBenSaal >», 4 Uhr ab: flr.BiH. Bxxxzmxaxnnc Kabarett Braunes Diele AlezanderBtraÜe 55. DlrekL; Karl Hclmlus. »iisszsxxxxrxsif Margot Fried Allred Packe Zlaha Beyrell Spiro» Horwllx.Duell Die groficDichterscblacht Carl SMUir/ Paul Förtttr Am Flügel: Haas Sagawe Wacbeotaga T«ad »V, Ukr Madame Dubarry Not» Nesri la dtr Titelrolle Ragte: Broat Labksck Vonrerkauf 12—1 Uhr (Aas dor Tlata) ■ akaaipl»! adt GUen Richter Regier»aun> Jaeoby Ein IM«Im flefansnls Lastsplel alt Harry Lladtka Emil Jannlnoa Com neumann \ 1b Laetsplel Der Klapper� storchverband Hoeh dem Komen T*. Feder T. Zohalttx» Maxha■ Pttm Begier Carl Frooltch ■«■atlsaal Mde Wörner Teufelchen (2) Seh«a■ r»(Haepfte.) 9er SaleerensirWng Zweiter TeM mit p»»e W«g«nar Lyda Salmoaava Begla: Roohua Oll— a (55 ▼•taberaewog 18— 17 Dar Dlab* Im Prack D»t»ktty-8»kaa»pl«l mit Laats Ralph (� KaeAxsemdaaaa Die Dame mit dem schwarzen Handschuh K Bin Ikeateeiee-Beama alt Titele Dorren „Sie Herrin der Kell" DM 6. Dezember ■bDiitf«• Uhr in den Ufa-Lichtspielen Tauentzlenpalast Ab S. Daiamberi T nid«»/. Ukr j Vorverkauf 11 bis 1 Uhr [ JHEATER MomTZPLATZ Sit Biesen erfolg Ullis Ehe. Anterdem Veras Ellersncht. Kasseneröffnun« 2 U. Anfang 3 Uhr. ildinlnls-Palast.1 Altabendllcb 8 Uhr: OieWje Poppe 1 8 U. Mel»t»r-S. Köthenerstr.»8 HARDT Myaoua Morgooatera, Märchen.—*12 Scbauapie'l. Portr.i Pallenberg, Molssl, VV egener, uassermann, Kay Bier, Waßmann, Schildkraut usw.— Abendkasse. Meistersaal:' Freitag, IB. Dez., Wlederholg. Rilke-Abend. LasligEs: Ä* Großrs Sdicnfpiflljatis Direktion: Max Reinhardt. Für alle Vorstellungen gelangen Plätze aller Art an der Theater- lasse(von 10-2), bei A.Wertheim u. im Znvalidendank zum Verkauf U CS tn (43 QJ C � Philharmonie. Freitag. 5. Dezember, TVi Uhr: .» £ "o Klingler-Quartett Artur Schnabel Klav.-Quintett F-moIl, Brehms; Klav.-Qulntett C-dur. PfiUner: Quint Et-dur I.BIasinstrum. u. Kla», Mozart. Karten M. 2, 4, b, 8. Philharmonie. Sonntag, 7. Dezbr., nachm. 4 Uhr: III. Klassisches SonnKoo«rth,n" Wüllner| Ansorge Mcta■ Gertrud Zlotnlcka i FIscber-Maretzkl Kompositionen T. Brahrat.| Karten 4, 8, 2, t M. | Kartf. ob. Vcranst. b.Dote& Bock, Wenbcim u.a.d.Abdk. =C rt ■n 3 CO 3 8 C o C/l ca pi "am ZOO OnulMllth letzter Top MADAME DUBARRY Honen!-3 Uhr Hörnen! Uraufführung da« Unlon-Fllms der Ufa Die Puppe toü Haan« Krlhr und Ernit Lubltsch «ft Ossi Oswalde r. Reff«: Ernst Lubitsch� persönliches Auftreten BALLETT CHARELL AkfMchloMCB«, ptnktlich beglaQeodeVorttellQnf VlkrDid der VorBttllaBg kein EIbIbbb Venrertcaitf 18x1.71-1(ohne Aufschlas) ry\SPVpü LOTTE P RITZEL ÄVS S T E LLVNG-B Hl ERiEDMAT�N'WEBER BVDAPESTER1STR18» Circasjfysch St 2 Von(„ Z>/, o. Vh Uhr Nichm. 1 Kind frei. Mlrchenpantomlme t AsehenbrödeL Abend« 7»/, Uhr: „Aphrodite" In beiden Vomfelllinxen> Da« Sch!ag©r«Prc jr* Dienstag, U n. Frtg. S. 12.; Internat Bozkämpie. Potsdamer Str. 38 Urantllhnsas Bruno Kastner In Artistentreue Tunastr. 12 In Schütten des Geldes mit Harry LIedtke Kfite Dorsch. 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S8a, SSb, 84, 4«, 50, 63«, 65. Die Aenderung tritt mit drm 1. Dezember 1910 in«rast. Dntdtremplat« diele» Nachtrage» futb im ftaffnüotal erhältlich. 280/1 Bertin- Cidlterfelbt, den 29. November 1919. Der Vorstanb. Rclnhold Modrack, Borsitzender. Gebisse stutzahne dt»»o,— Platin Ooid u. Silber in leder Form BBP* b8ch»t« Preis«. kantt Linke BI0chcr8t.40porL2ii>«j. B.li'j und gut kaufen Siehur b. Ftohmana Tf ftelze ■•jeder jlrt Skunks, Marder, Alifka-. b'au- und krcuzf&chtc, Herren pclK,Sportpelze, sowie Dimen-Pelsntantel. Elg Fabrikat, daher billig. Reparaturen nach neuesten Modellen.• J.Poczter.K'Är Kottbusar Damm 18. Bitte a. Hausnummer acht waren»s gros Einzelverkauf C; w e alljährlich s. Ml Ilgtt Preisen Pelzmäntel'fSS. S. Schlesinger Seile 8ßiügstr.|]0H'uT" Kein Laden, 2- Stock Bltl«feoanaa(FlraaO| und naasnasiBer lI Äl""""(ä Ktöbel liefert xexen bar und auf Teilzahlung zu mllilgen Preisen. 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