Nr.6lS. SS.Zahrg. Bezugspreis: «iertellShrl. t0�0 Ml. monat!.»LS MI. j«> in» S>ou».»oraus:üt)ti>ac. Post- be�uA Monatlich 3,50 Ml. exN. 3u- fttIl'.mct»(ttbUbt. Unirr Kreuzband tstr Deutichland und Oesteereich- Ungarn «,7ä Mt. illr da, iidrigk Äuoland t0,75 Ml. bei l-iglich einnial. Zustellung 8,7 ä Ml. Postbektellungen nehmen an Dänemart, volland,'turemdurg, Echweden u. die Schweiz. Eingeirageu in die Post-Zeilung«-Prei»listt. Der.Porworl»� m» der Sonntag«» beilag?»Boll u. Zelt" ericheinl wachen- tägliw iweimal. Sonntag» einmal. Abend-Ansflabe. Teteg ramm-ÄSrest« �azlnIN-iMntrni S«elU»�. berliner Polliölilcitl Zcntralorgan der fcztaldemokratlfchen Partei Deutfchlanda Anzeigenpreis: Die achigelvalten« Nonpareillezeil« lostet IM» M,, Teuerung»zuschlag«0°/� »»lein« Anzeigen", da» lett- gedruckte Wort 75 Psg. szuliisstg zwei fettgedruckte Wortes, jede» weiter« Won 50 Psg. Stellengesuche und Schiasstellenanzetgen da» erste Wort 65 Psg. lede» weitere WoN 40 Psg. Worte über l5 Buchstaben zllliien«iir zwei WoNe. Teuerungszuschlag 50°/» Famtlien- Anzeigen, politische und gewertschastliche Verein»- Anzeigen 1,80 Mt. die Zeile. Anzeigen illr die .nächst» Rummer müssen bi» i> Ahr nachmittag» im Hauptgeschäst. Berlin 63B Sit, Lindenstrahe 3, abgegeben «erden»«öffnet oon» Uhr früh bi» t Uhr abend». Neüaktion und Expedition: SD. öS. Linöenstr. Z. üerniprerchert Ami Tliorinpla», Rr.>.»l itV-, l.>l!t7, Dienstag, den Ä. Dezember IvlÄ. vorwärtseverlog G.m.b. h., SD. öS, Linüenstr.3. �ernilirrcher:«m» MorlNviati. Str. Iir äZ— S4. Eine neue Hefangenennote. kautskps Such im fiuslanö. Die„Pol. Porl. Nachr." veröffentlichen eine Zuschrift von „sehr ernster parlamentarischer Seite", die wegen der vor- zeitigen Perösfentlichung des Buchs von Kautsky im Ausland geg-n den Kreis uin Kautsky heftige Anklagen erhebt. Tie Sache selbst ist, wie wir schon sagten, ein schlimmer Skandal. Kautsky war seinerzeit amtlich mit der Heraus- gäbe der deutschen Akten über den Kriegsausbruch betraut. Nach seinem Rücktritt ging der Auftrag auf Professor Scksücking und Graf Montgelas über, die in ständigem Einverständnis mit Kautsky die Veröffentlichung vorbereiteten. Jetzt plötzlich, unmittelbar vor der Veröffentlichung dieser Akten, ericheint als Beilage der J£imes" und des „N i e u w e n Rotterdams chen Courant" ein Buch Kautskys, in dem der Akteninhalt auszugsweise mitgeteilt und kritisch verarbeitet wird. Wir glauben bestimmt, daß Kautsky mit den geschäftlichen Machensckiaften, die zu dieser vorzeitigen Veröffentlichung führten, nichts zu tun hat und daß er sie oerurteilt. Denn über das grob Unzulässige dieses Vorgangs kann gar kein Zweifel bestehen. Kautsky hat in amt- sicher Eigenschaft den Akteninhalt früher als andere kennen gelernt. Er, mockste Saraufhin seine eigene Publikation vor- bereiten, durfte sie aber nicht verwerten, solange die Akten nickt allgemein bekannt waren. Durch die vorzeitige Veröffentlichung ist er nun in eine peinliche Lage geraten, an der er. wie wir bestimmt glauben, persönlich unschuldig ist. denn wir können unmöglich annehmen, daß er absichtlich Grundsätze verletzt hat. die für jeden anständigen Publizisten etwas ganz Sclbstverständl:ck?cs sind. Versuche, die vorzeitige Auslandsveröffentlichung zu ver- teidigcn. scheinen uns ganz aussichtslos. Deswegen aber braucht man nickst aus den Lein, derer zu kriechen, die die erwünschte Gelegenbeit ausnützen um die Form für die Sache zu nehmen und das ganze Beweist hemo zu oerichieben. Es handelt sich doch nicht um die Schuld Kautskys oder seines ge- schäftlich beflissenen Verlages an der zu frühem Vcröfsent- lichung, sondern um die Schuld am Weltkrieg. Akten bleiben Akten, und die persönliche Meinung Kautskys über das. was sich aus ihnen ergibt, bleibt beachtenswert, auch wenn sie skandalöicrweise vorzeitig ins Ausland verhökert war- den ist. Man möge also diel? Verbökerung so scharf, wie es sich gebührt, oerurteilen, dann aber mit ruhiger Lbjektivität an das Studium der Akten und des Buches über ste herantreten. Der Versuch, durch verwuliche Stim- Miingsmache das klare Urteil über sie zu trüben, ist zu durch- sichtig, als daß er nickst von jedermann durchschallt werden sollte. An seinem Gelingen haben nur diejenigen Interesse, die nicht wollen, daß sich das dcutickie Polk der geschichtlichen Wabrheit bewußt wird. In der deut'ckmationalen Presie wedeln verschiedene Füchse heftig mit den Schwänzen. Angeblich auS Entrüstung über den..KautSky-Tkandal". in Wirklichkeit aber, um ihre Spuren zu verwisckten. Das soll ihnen nicht gelingen! Reaktionärer Angriff auf Major Kaupkjcb. Nom Neickitzweheoiinisterium wird tnitgeteilt: Bo« uttrurrcklbsirstrnden Kreisen Wied stark argen Major K a»p i sch Stimmung gemacht. To dal der sattsam bekannte Obers! Z« a n e r vor einigen Tagen einen Brief an Major Kauvijch gcrichp t, in dem er ilin„im Interesse seiner OjsizierS- e b r c" um Aubkunst ersuch», ob er tatsächlich„T ch e r g e n- d i e n st c" gegen diejenigen Kameraden leistet, die für die B a l t e n- fache tätig sind. In einem Antwortschreiben hat Major Kaupisch diese Aiiwliese gebührend znriiikgcwirsen. Das» nicht nur in den eben bezeichneten Kreisen eine öuherst merkwürdige Auf. f a s s u n g über die Tätigkeit de« Majors Kaupisch herrscht, son- drrn auch anscheinend unter den Angehörigen der Baltikum�Truppen selbst pie hrstigsie Mißstimmung gegen Major Kaupisch herrscht, geht aus einem gegen diesen Offizier geriäjtrtrn tätlichen Angriff hervor, de« sich vor einigen Tagen in der Neichsstraßr in Char- sotten l> u rq abspielte. Major Kaupisch wurde am 28. November, abends, bei einem Zpaziergong mit seinem TSchtrrchen von drei Zivilisten annespevchen, noch seiiirm Nomen gefragt unb, als er lich als ven stleiiichir i erkennen gab. mit den Worten attaiklerl:..Ich komme aus»cm Baltikum und soll Sie in die presse haue n." Majoi.Kaupisch entging zwar durch gewandte Abwhe dem beabsichtigten Anschlag, vermochte aber nur einen der drei An- greiser b»ech den vorgehaltenen Nrvolvee an der Ilncht zu hiiidera. Auch diesem letzten der vngrrifrr gelang es schließlich, Um die Zrettaffung der deutschen. Dircktco Nachrichten auS Paris zufolge hat sich der Fünferrat erneut mit der Frage des RücktranS» porteS der deutschen Kriegsgefangenen de- schästigt und eine Note entworfen, die Montag abend der deutschen Friedrnsdelcgation überreicht werden sollte und wahrscheinlich schon am Dienstag in der Ententrpresic ver- öffentlicht wird. Nach dem„T e m p S" soll die Note in sehr klaren und genauen Ausdrücken gehalten sein, was sich eigentlich von selbst verstehen sollte, aber angesichts der Erfahrungen schon ein bemerkenswerter Vorzug ist. von üer Vulkanwerst. BlShe? ist eine Entscheidung in der Frage der Ardelter- entlassung der V u l k a n w e r s t in keiner Richtung gefallen. Ein Teil der Arbeiterschaft hatte Montag in einer Bersamm- l»ng beschlossen, eine abwartende Haltung einzunehmen. Die Versammlung verlief durchaus ruhig. Dienstag findet eine Versammlung im Gewerkschafts- hause statt, die gleichfalls zur Frage der Kündigung Stellung nehmen wird. Die Verhandlungen zwischen den Arbeitervertretern und der Vulkanwerft werden fortgesetzt. In der Stadt ist alles ruhig. Der Arbeiterrat in Hamburg steht auf dem Stand- Punkt. daß den gekündigten Arbeitern keine Streik- u n t e r st ü tz u n g ausgezahlt werden kann. Durch passive Resistenz eineS Teils der Arbeiterschaft sei ein Arbeiten auf der Werft unmöglich geworden, so daß die Kündigungen zu Recht erfolgt seien._ Neue 5rieöensverhanölungen fn dorpat. .Poliulen" meldet au« Revat, datz beute in Dorpat die Friedensverhandlungen zwischen E st l a n d und Sowjet, N i, ß l o n d wieder aufgenommen werden. Die bolschewistische Delegation unicr Führung des Ingenieur« Kr assin ist bereit« Sonntag in Dorpat eingeirofien. der estnische Autzenminifter Poöka ist am Sonntag abend nach Dorpat abgereist. Man erwartet, dost diesmal bestimmt ein Waffen» st i l l st a n d als Bo> läujer des Friedens tcklusl es zustande k ornrnt. Estland wüniw» unter allen Umständen Frieden mit der Sowjel-Regierung und will diesen auck abschließen» selbst wen» Lettland und Litauen sich ablehnend verhalten sollten. Litwinow erklärte m einer Unterredung mit einem Per- treter der.Dailh Herald". Soiojittrußland verfolge keine rm» perial istischen Ziele. Die Rand st aalen würden nicht ge» z w u n g e n wenden, bei Rußland zu bleiben; auch Sibirien sei darin vollkommen frei. Litwinow sagte, die Sowjetregierung fei gezwungen, einen Weg zu gehen, der zwischen Kapitalisuiu« und Kommunismus liege. Ein vollständiger Kommunismus sei«ur möglich, wenn sich die übrigen Länder aus die gleiche Wirtschaft«» grundlage steNten. Wenn Rußland seiner Zeit voraus sei, so werde es zum Kapitalismus zurückkehren müssen. Jetzt sei die gute Gelegenheit zu Verhandlungen da. sich durch die Flucht zu entziehen, da Major Kaupisch mit Rücksicht aus sein«bn de g l r i t e u d e« S> a d vou der Schußwaffe keinen Gebrauch machen wollte. Major Kaupisch konnte feststellen, daß mit de» drei An» greifern noch zwcj Uniformierte in Verbindung standen, die ebensalls sofort die Flucht ergriffen. Abgesehen von der Bedrohung, die sich in der gewählten Ars deS AustragS persönlicher Differenzen kundtut, beleuchtet der Nebrrfall von drei und mehr Rowdies gegen einen mit seinem Kinde spazicrcngrheilden Offizier, der nichts getan h«t als seine Pflicht, den moralischen Tief» stand dieser Burschen. Da? Attentat beleuchtet noch etwas mehr als die Roheit einiger Rowdys, in Perbindung mil dem Briese des Obersten Bauer de- leuchtet es das freche und unvecschämle Treiben der R c a t t l o n, die vor keinem Mittel zurückschreckt, um die Anord- nungen der republikanischen Behörden zu durchkreuzen und die Ltiizier« der Armee mittel« des Ehrenkodex allen Sy- st e m s. der längst abgcschasit sein sollte, zum II n g e h o r- s a m»nd zur Pflichivergessenheit z» verleiten. Wir.vermifsen in der Mitteilung des Reichchrefirministeri'.imS jede Schlußfolgerung: Was geschieht z. B. mit Oberst Bauer, der einen Offizier wegen seiner treuen Pflichterfüllung schwer beleidigt? Wird der Reichswehrminister gegen OberslBanerwegenBeleidigungiindBerleitung zum Ungehorsam Strasantrag stellen? �ferner: Da» wird geschehen, um die Stellung de« verdiente., Major» kaupisch zu festigen? Wir haben schon vor Zachen ei» reaktionäre» Kesseltreiben gegen Major Kaupisch festgestellt. Damals sahen wir nach Ansicht deS Reichs- Wehrministeriums nicht» als Gespenster. Jetzt haben sich die Ge» spenster in recht greifbarer Form am hellichten Tage auf der Straße gezeigt. Schließlich und vor allem: Major Kaupisch war bis vor kurzem Führer der etwa L500 Mann starken Wachabteilung bei der Kommandant u r, der einzigen durch und durch re- publikanifch gesonnenen Truppe, die wir noch in Berlin haben und die auch sachlich Vorzügliches geleistet hat, namentlich bei Be- lämpsung der Baltikumschieber. Dies« Truppe soll, wie wir er- fahren, zum l. Januar aufgelöst werden. Merkt da« ReichswehrministeriuM jetzt vielleicht, wessen Geschäfte e« damit besorgt?! Saumekftersche Lugen. Albert Baumeister fährt fort, seine Korrespondenz an die Presse zu versenden und sie dadurch besonders interessant zu machen, daß er Geschichten über den„Vorwärts" auftischt, die von A bis Zer st unken underlogen sinid. Natürlich geschieht dies alles im„Parteiinteresse". Einige beson- ders dreiste Lügen nageln wir hier fest: In seiner Ausgabe vor» 29, November behauptet Baumeister, e8 sei in der„Vorwärts"°Nedaktion wegen des Falles Sklarz zu„hitzigen Auseinandersetzungen" gekommen. Glatter Sensationsschwindel. Es hat keinerlei hitzige Auseinandersetzungen bei uns gegeben. Die ganze Rsdaktion war sich vielmehr vom ersten Augenblick darüber einig, daß voll- ständige Klarstellung aller Anschuldigungen auf gerichtlichem Wege unbedingt zu fordern sei, daß die Redaktion ferner keine Ursache Hab«, irgendwie Herrn Sklarz zu decken, daß aber bezüglich des Vorwurfs der Korruption gegen führende Parteigenossen das Material keinerlei wirklichen Beweis erbringe und daß daher derartige Angriffe bis zum Beweis des Gegenteils schärfsten» zurückzuweisen seien. Ferner behauptet Baumeister in derselben Ausgabe, lvir hätten von Sklarz uns über g ebenes Material veröffentlicht. Eine neue Lüge. Wir haben kein Schriftstück veröffentlicht, das uns von Sklarz zugegangen war. Von dieser Seih« erhielten wir überhaupt nur e i n Schriftstück zugeschickt, nämlich den Brief eines Angestellten des Verlages für Sozialwissenschast, der Baumeister schwerer gesckjästlicher Verfehlungen beschuldigte. Wir haben die Verösfentlichung abgelehnt. In seiner Ausgab« vom 1. Dezember setzt Baumeister den Lügenfeldzug gegen den„Vorwärts" fort. Er behauptet u. a. von der Redaktion: Ihr(der Redaktion) erster Akt nach der VeröffenMchuwg durch die L.L.-Korrespondenz war eine Sitzung mit dem Parteivorstand, in der allen Ernstes von gewichtiger Seite der Vorschlag gemacht wurde, bei den Besitzern des Materials dieses beschlagnahmen zu lassen. Diese Sitzung der Reidaktwn mit dem Parteivorstand ist einPhantasieerzeugnis Baumeisters. Sie hat niemals stattgefunden. Der Parteivonstand hat sich — ohne Zuziehung der Skedaklion— zum ersten mal am 1. Dezember(Montag) mit dem Fall Sklarz beschäftigt. Selbstverständlich ist der Vorschlag, das Materal zu beschlagnahmen, von keinerSeitegemacht worden I— Ferner schreibt Baumeister: Der.VorwärlS' weiß, daß ich alle» tat. UM Veröffeni- lichungen zu verhindern und die Sache durch ein Forum von Parteigenossen zu erledigen. Der„�Vorwärts" weiß, daß Baumeister alles getan bist, danrt die Sache nicht durch dieses Forum von Parteigenossen erledigt werden konnte. Er selbst n>ar als H a u p t z e u g e vor dieses Forum geladen, bliebaberzu allgemein er U e b e r r a sch ii n g aus und entschuldigte sich mit einer Krankheit, von der tags vorher und tags nachher niemand etwas wahrgenommen hat. Der„Vorwärts" weiß, daß Bau- meister selber dritten Personen gogonüber die Ausrede der Krankheit hat fallen lassen und als wirk- lichen Grund seines Ausbleibens genannt hat, daß er, Bau- meftter, Sklarz damals Geld schuldig gewesen sei. wobei sich allerdings ftsort die Frage erhebt, wie Bau- meister bei denselben Mann Schulden haben konnte, den er offen' lich zu enthüllen im Begriff stand. Aber noch mehr! Die Konferenz vom 27. September hat von Baumeister verlangt, daß er als Urheber der An- gr'sfe einen Brief an Sklarz schreibe, worin er diese Angriffewiederholen sollte, damit Sklarz wegen der Belwuptungen Klage erheben könnte. Dieser Beschluß foITfe Bc, irm eistcr K«rch den Adg. Davidsohn Mermifteft werden� Baumeister hat niemals den von der Konferenz verlangten Brief geschrieben. So sehen Baumeisters Bemiihungen aus, den öffentlichen Skandal zu verhindern! Im übrigen weiß die Redaktion des„Vorwärts" aus eigener Anschauung zur Genüge, welche Beziehungen fahre- lang zwischen Baumelster einerseits und Sklarz-HelpW» an- dererseits bestanden. Danach mag sich Baumeister seine Frage, loa nim wir uns nicht an ihn wenden, selber becmtworten. Wir wenden uns an Baumeister so wenig um Auskunft wie an Sklarz. Wenn wir im Interesse de? Raumes und der Leser auf die anderen Baumeifterschen Behauptungen ähnlichen Kalibers nicht eingehen, so ist daraus nicht etwa zu schließen, daß wir ihre Richtigkeit anerkennen. Rur würde es Seiten erfordern, den Wust von Verdrehunsen und Entstcllmwen aufzuhellen.— Einstweilen stellen wir fest, daß Baumeister „im Partennteresse" Sch w i n d e l n a ch r i cht c n über den „Vorwärts" und den Partechorstand in die bürgerliche Press« lanciert._ Stesikwge in Sitts?fe!ö. Die AcrhnnÄlunz'n»Mischen den Arbeitgedera und Arbeit» nchmrrn werde» fortgesetzt. Im Bittrrseldrr Ncvier ist olleS ruhig. Ter Andrang ddr tzl r b e t t S w t l l l g e n zu den Arbeitsstätten mar heute, Dienstag,»och gröster als gestern. So sind z. v. in der Grube Leopold mehrere hundert Arbeite» eingefahren. ES besteht begründete Autsich», daß e« In«Ken schwebenden Fragen zu einer Einigung zwischen Arbeitnehmer» und Arbeitgebern kommrn wird. Schäfer nennt sich einen Schurken. In der Wilmersdorfer Stadtverordnetenveriomnilung in der vorigen Woche halte Dr. Müffclniauni»en weiden löiinen, daß in Deutschland außer den fremden Kommtssionen auch noch Deutsche vorhanden find. Die Kinofeuche.<59 kann, e» darf nicht mehr so werter gehen. Es nützt nicht», den Kops in den Sand zu stecken und vor der Ge- fahr die Augen zu schließen. Unser VolkiÜörper ist wirtschaftlich stech und krank. Aber die Filmindustrie lebt, blüht und gedeiht auf ihm wie ein echter Pa- rasit. Hunderttausende haben kein Licht— die Kino» erstrahlen Abend für Mend in feenhafter Helle. Unser Eisenbafmbersehr stockt aus Mangel an Kohlen. Untere Jndustr-ebetneb« stocken— au» Mangel an Kohlen. Unsere Wohnungen stnd kalt. Ader in den Kino» ist e» warm, traumhaft mollig und warm. Und wäh- rend der Bau von Bahnen, die Arbeit der Zementfabriken stockt, und mit dem Bau von Wohnungen nicht begonnen werden kann, sind für die Kinos, die neu gebaut werden, Baumaterialien genug vorhanden. Und nun droht die Kinoseuche in ein neue», akutes Siadium zu treten. Da» Kino droht, di« großen Säle mit Beschlau zu belegen. tri kennen zu kernen. Der Vorwurf, daß wir mit einem Komm- nisten verhandelt haben(Zuruf: Entsetzlich!) ist ganz unberechtigt. I ch bin zufällig auch dabei gewesen, e* war gar keine Verhandlung. Es tennzeichnet aber die Kamp>„weise, o.e jetzt von jener Seile beliebt wird, daß man diesen harnrtos«! Vor- gang in dieser Wesse vorbringt. Der Genosse Levy hatte stch an die.Leipziger Volkszeitvng" gewandt, und wir hahen dann i n der Wohnung des Genossen Geyer mit noch drei Par- : eigeneisen eine Besprechung. Genosse Simon, Ihre Ausfas- sung ist kehr eng und beschränkt, wenn man uns verbieten will, mit einem Kommunisten, man er auch der ZentraNeitung der K.P.D. angehören,'i«n Potrei Interesse zu sprechen. Da» ganze Brim- boriuiii zerfließ» in Nichts. Dr. Golm hebt beroor, daß da? besonders Kennzeichnende sei, daß hier verhandelt worden sei mit einer Partei, die un? täglich beschimps«. Es handelt sich bei dieser ganzen Sache um ein« Frage des Takle» und der Takitk- Ein Redner aus Kiel macht darauf aufmerftsm. daß auch noch andere Treibereien vor dem Parteilag stattge- fundeii hoben Sein NedaktinnStolleae. von dem man ftrtumlich annahm, daß er auf dein linken Flügel stand, Hobe Briefe. erhalten, in denen e» heißt, daß die Genossen der II. S. P. auf dem Boden des Bekenntnisse» der Diktatur flehen und nicht wollen. daß dst' Parlei nach rechts gedrängt werde, Auskunft über die Stimmung in Kiel baben trollten, da ihm mitgeteilt worden sei, daß die Parteigenossen in Kie! Neigung nach rech!» Hütten. Die linksstehenden Genossen in Kiel sollten daher mit ihnen in Per- Hindling stehen. Unterzeichnet war der Brief: Mit Porieigrutz Ihr Kurt Geyer.(Gelächter und Lärmss Es scheint, daß die Parteigenossen derartiges für zulässig halten. Es ist eine Ge- meinbeit, wenn man uns als rechtsstehend bezeichnet. Dr. Geyer-Leipztg: Genosse Cohn hat kein« Legitimation. un» Vorwürfe zu macken. Er stand in Fühlungnahme mit kom- Petenten Führern der Rechtssozialisten und Hai sich in der Natio- mrlversammlung uin den Posten eines Vorstandsmitgliedes t»e- worden.(Hört, hört!) Mein Brief ist erklärlich angesichts des Treibens im Lande, die Partei mit den R e ch t» s o z i a l i n e n zujammenzubringen. Niemand lann mich hindern, meine Met- nung zum Ausdruck zu bringen, sonst würde man die Meinung»- kreiheit unterbinden,(Zustimmung und Widerspruch.) Dißmann-Franksurt a. M. tritt den Ausführungen Geyers entgegen. Er bemängelt mich den schon vorher von Simon zur Sprache gebrachten Vorgang, daß man aus dem Parteitag für einen Antrag Strecker mit falschen Angaben Unter- schrlfsten gesammelt Hab«. Dt« Mitglieder hätten der Parteileitiine von der Bafprechung mit Dr. Levualtcn des Genossen Cohn verurteilte er eb'nso, wie da? der anderen. Wir beklagen e». daß in unserer neuen Partei solch« Treibereien vorkommen. Wir baben auch Briefe geschrieben in der alten Partei, aber das geschah im Kampf gegen eine andere Weltanschauung.(Lebhafte Zurufe und Unruh«. t Tißmnnn(in heftiger Erregung mit der Faust auf den Tssch schlagend): Wir sind genau so Revolutionäre?(Stürmischer Beifall und Lärm.) (Schluß in der Morgenausgabe.) das Pro�eamm öer bclflrififcen Sozialiften. Auf dem anßerordentkichrn sozialistischen Parteitag, der sich» wie schon bekanntg-gebeu, mit nnsserordenllich großer Mekrheit (ttstsi gegen lS2 Stimment für die Teilnahme der Sozialisten an der Rcgicrung ausgesprochen hatte, gab vor Beginn der Lcrband- lungen Bandernetde des P r» g r am m bekannt, auf da» stch dir Parteien geeinigt Hutten. Daö Programm lautet in seine« .vrsentllchru Punkten: Allzemeinci, gleiches Wahkrecht für all- Männer, die da» 21. Lebensjahr überschritten habrn, Abschaffung»der Demo- kratlsierung de»?enat», Herabsetzung der Militär» dlenstzrit, Fortentwicklung der sozialen Grsetzgebans, Ab- schassung de» Arttlel» Zill de» Gesetze» gegen da» Verbot de« Streikrechts, Ncgteulcntiernng der Heimarbeit, Verwaltung der Eisenbahne» durch ein autonomes Regime und Fartentwicklnng de» Unterrichts. Die belgisthrn E-Ztitliste,, treten als» mit einem ausirrordent- ltch maßvollen und zntückhalteitden Programm in die Ne- girrunz ein. luiw Iii»,», ,„>>»»,»»»«-, HUI.._U"JJU................""F-- 03 sind nur wenige große Säle, die für Volkdkonzerte und Ähnliche Veranstaltungen, die für politische und andere große öftentliche Versammluimen in Frag- kommen. Diese wenigen großen Fule sollen nun in Kinos umgewandelt werden. Mit dem schönen Saal der Brauerei!jricdrichs''ain soll der Anfang gemacht werden. Geld spielt natürlich leine Rolle. ES wird ungefähr da» Doppelte geboten von dem, was der Pächter bisher bezahlt hat und die Häksle mehr, als er ad 1. Januar bezahlen soll. . Diese Gefahr trssst alle polilischen Parteien gleichmäßig und nicht minder die großen Vereine, die die Kunst(Gesang usw.) im Volke pflegen. ES wird daher Zeit, daß die Arbeiterschaft sich»m diese Dinge bekünimerl. Dieser Kampf muß gsmeinsam geführt werdcri. Wir wollen jetzt Taten sehen. Dt« Eozialisierung oder Kommunalifierung läßt sich au» Mangel au Mitteln augenblicklich nicht ermöglichen. Doch hat unsere Fraktion in der Nationalversammlung«inen Weg gezeigt, der sofort gangbar ist: durch die RcichSkohlenstelle muß ein all- gemeine» Berbo: gegen Eröffnung neuer Kino» ergehen, solange wir aus den Schwierigkeiten der Kohlenversorgung nicht heran» sind. Dieser Weg muß gegangen werden. Da» sind wir unserem Volk, unserer Jugend Wrnldsg. Um un» die Säle zu erhalten, sehe ich keine andere Möglich- keit, als die wenigen großen Säle, die wir noch hoben, i�u kominu« nolisteren. An den Von neuer Säle ist augenblicklich ja nicht zu denken. Darum müssen wir uns die schon oder noch vorhandenen Säle zu erhallen suchen. Gewiß, da» Objekt ist nur klein, so daß man fast spotten könnte, daß wir nur zu solchen kleinen Soziali- sterungSversuchen den Mut hätten. Aber die Sache ist dock zu ernst, als daß wir un? durch Spott zurückschreckeil lassen dürfen. Gerade weil der Gegenstand nur klein ist, wird er finanziell weniz Schwierigketten macken. Und der kulturell- Wert, der aus ihm erwächst, ist doch unendlich groß! In diesem Kampf stehen Mehrheitssoziolisten und Unabhön» flig« Schulter an Schulter. Hosscu wir, daß ei ihnen in gemein- arner Arbeit geliligt, unser Volk vor dem Weitergreifen der Seuche zu schützen. Kurt H e i I b u t. „Die im Schatten leben", das bekannte Grubeuarheiter-Drame Einil Rosenow», bikdel seit gestern den Spielplan des Rose- theoters. Die Aufführung war achtunggebietend, alle Rollen wur- den so trefflich gemeistert, daß es eine Ungerechtigkeit wäre, die eilte oder dft ander« hervorznchoben. Scholl und Nnnch, da« oolltifch-Nterailtche Kabarett im trotzen SchaxlpielbauS, Hai als Muwlrlende für das Eröffiiunaspropramm oer- pstichiet:«erirud Eyloldt, flränz« Noloff, Hans isunttt mann. Kiabund, Kiliiaki Waniienbem,. Hans Twardowski. Die Teple stammen von Tneo- bald ligec. Klabuiid. Waller Mehring. Wangeiibeim. fterner wir» etu ootiliiaes tllcaiioiielleiilptrl(Ktzaren und Delorationen von Ecorge tS.og, Leituna Waldemar Becker) voigelllhrl und ein KarrikaturenlUm. gezeichnet von Waller Trier. »eber sexuelle tzinkklärnng spricht Magno» Htrschleld am 4. d M.. adend« st, 8 Uhr, tu der Äuta, Hallesche Str. LH im iitullrag« de» .PoliSkrait-Bundes". sin»! SS Ktione« für«in Bild. f,n der Aukiion der Galerie de» Herz.i'Z« von Hamilton wurde>ür ein Gemälde von Romnev(»Die Söhne des Grasen von veckdorss') der unerhörte Preis von 6M0000 Franken be- »ahU. Da» Bild ging nach iUneritn. Em Schweizer Aufruf. Ter Tck>we:-er Bundesrat hat an die Regierung der am JH'eg bojMligkn Staaten einen Stuf ruf zugunlten aller noch nicht «utiassenen Kriegszefangenen �richtet, in dem ti «. a. heißt: G-leitet von einem höheren, humaniiüren Interesse, haben ncuerltch über hundert Mitglieder de« Schweizer NationalrateS einen Antrag, dem sich der Rat mit Einmütigkeit anschloß,«inge, bracht� der den Bundesrat ersucht., bei den interessierten Regie- rungen Schritte zu unternehmen, um eine möglichst schnelle Heimschasfung der fern von ihrem»Zaterlande zurückgehalte» r i! Kriegsgefangenen zu erlangen. Heute ist die Mehrzahl der £; fer des Krieges ihrem Lande wiedergegeben worden.' Aber es ist ei» tief betrübender Gedanke, daß ein Jahr nach Tbichlnß dcS Waffenstillstandes Hunderttausende von Gefangenen weiterhin in Ungewißheit und Qual den Augenblick ihrer ErlSsung er.osrtea. Der Bundesrat verkennt in keiner Weise die Schwierig- kei'.rn technischer Art, die auch jetzt noch der Heiwschaffunz einer großen Zahl von Gefangenen hinderlich sind. Aber in welchem Lande immer diese Gefangenen noch zurückgehalten werden und welche» auch die Gründe der unbegrenzicn Verlängerung ihrer Gs» fangenschaft sein mögen, so mutz dies bei ihnen und ihren Famüien bittere Enttäuschung und tief« seelische Be, d? i! ck u n g hervorrufen, und eine wahre sozial« Gefahr löunte sich aus dem Geisteszustand« ergeben, der Hunderttausende c-'-r solchen Prüfung unterworfenrx Männer unheilbar zu er- fassen droht. ?.!, Berücksichtigung der laut bekundeten Gefühle der Parla» n»? n t e uno de» Schweizer Volke», getreu den humanitären Bestrebungen, welche den Bundesrat stet» gegenüber allen Kriegsgefangenen geleitet haben, glaubt er. bei Anbruch de» Winter? noch«lnmal die hochherzige Ausmerksamkeji der verschiedenen Re- gierungen auf die traurig« Lage der noch nicht befreiten Gesänge» neu hinlenken und an sie die inständige Bitte richten zu müssen. alle» zu tun. was in ihrer Macht steht, um endlich den allzulangen seelischsn und- körperlichen Leiden dieser KriegSopf-r«in Ziel zu sehe-, fsiim Notenwechsel über die Rückkehr der deutschen Kriegs- gefangenen schreibt dir„Neue Zürcher Zeitung-: Es mutz das ruckha.tlose Bedauern darüber ausgefprock�n werden, daß die Heimkehr de? 400 000 deutschen Kriegsgefangenen durch DiS. !u ivncn ,n Paris weiter verzögert wird, während die anderen all, lerten Länder ihre Gefangenen längst freigaben. Menschlich- keitsgefühle sollten Frankreich davon abhalten, die deutschen Gefangenen als politisches Druckmittel auszunützen. Ein weiteres Zögern in dieser Humanitären Frage würde Frankreich schlecht anstehen und die g»te moralische Position, die Deutschland trotz aller Einwände einnimmt, nur noch befestigen. Mitteilungen auS Versailles zufolge wird sich der Papst bei der Friedenskonferenz gleichfalls für die Kriegsgefangenen der« wenden. Amnestie. Unter dem alten Regime war eZ den Beamten unmöglich, frei ibr» Meinung ,u äußern. Auch ihnen bat nun die Revolution da« &,oalitionSrecht gebracht. Wir wissen, daß eine große Zahl von Beamten, namentlich die untcren und mitilcren. den Gebauten der Revoluiion mit Begeisterung aufgegriffen Häven. S'.e haben sich dafür eingesetzt, b-i der Beamiensckasi dahin zu wirken, daß ein neuer Geist in du verwaliungsiö»p»r einziehe. Diese Be- Linien, die in disiem Sinne gewirti haben, gilt«s, bor Matz, regelnngon zu schützen, da» ist der Lestgedank« eines G e- setzentwurfZ, der von der sozialdemokratischen Fraktion bei der Preußischen LandeSversammlung eingebracht ist. Im§ l bestimmt da« Gesetz die Niederschlagung aller D i f z i p l i n a r v« r s o b r e n und Untersiichiiiigqn mege» solcher Dienstvergeben. die vom v. November ISIS bis zum anm, utrain. Weizenmehl(58�). 1 Tose Vaizextiatt issr Kinder im 7.— IS. Lebe»»- jähre iE). 950 Nramm Vaisniehi. ISO Gramm itiraupenmrbl, 150 Gramm Sag», ISO Gramm Teigwaaren. 3öO Gramm ausländ. Kartosselstärlemehl 250 Gramm auöiönd. HtUiensrüchte. Gresi-Ssrlw.sr partesnachrlchten. «. Abteil, ing. Zahlabende Viitwoch 7ff» Ndr: 1S5. u. 124. Vez. bei Reim. Urbanlir. 2S! 125.. 12k. u 128. Vcz. bei Schmvldt. Halen»eid- SS: 127. u. 129 Bez. bei Bcch. Üldadstr. Sil; 131., 132. u. l»4. B-z. bei Drogge, Piess enbüchsir. S9; 13Z. Bez. bei Rodde, Tiefienbachslr.!IK; INS. u. INS. Bez. bei Vogt. Voppitr. 8; 187.». 1L8 Bez. bei Echürtler. Gräietlr. 8. L4. Bbt. Mittwoch, k Uhr: stlngblailvk�reiluiig in lolgcndeii Lokalen: Z!ö4ner, ßswmanuelkjrchstr. SS. S'chmanherz, Naugarder Str. 3.— starten zum Närchenabend am?. Dezember bei der Gen. Hunsched«, Greis«wald«r Stroh« 1S2- wchl 123. Dahlem. MNNaoch 7 Uhr bei Schilling. Könlgin-Luiie-Stroh« 42, Vitglieverueriammlung. Tagesordnung! Ortsausschuß, Einwvhnenvehr, KivigungSsragen. Eggersdorf. Zahlabend Mittwoch ff,8 Uhr t» �lwdenhos'. Gäste «Mkomrnen.__ VortrZge, Vereine und Versamminngen. »und religkvser So,»tollsten in der Slssabethschule. Koch'tr. KS. Ge. Misse Tr. Sl» er;.Sin» die chrssiltchen Einwand« gegen die Gozialdemo. krati« berechiiat?' Genosse v. H a r n a ck:»Unser« Wüniche an di« lozia- iiilischen P. ileun.' S«güM 8 Ubr.— Berltner Iverriii zur ASroe. rung der Sittiichtrit. Oesteniliche Versammlung Donneritag, 8 Uhr, im ehemaligen Herrenhaus, Festlaol, Obergejchoi,. Leipziger Str. 3:»Di« Risorvt der Sittenpolizei-. Vouragende! Dr. med. SIuidc, Anno Papprth. Frei« Auölpraäe. ttiairilt frei.— Bund dor 2Iusla»dsbeu»!chen. Donneiölag b Uhr. in der Sladlballe im Stadihaiist, Berlin, Klosterstrahc. Ecke Elralaner Sirab,, Vmapimiuna der- reichSdeutichen Fiüchilinge aus britischem Gebiet.— Ardetirr-Sel-achklnd, ssivt. Osten ipie« DonnerS- tag, 7 Uhr, bei Lemble, vadiimi». 20, Oeblschläaer über dl« Schach- bewegung. Gälte williommen.— Bichtbiideruortra» von Herer. Bau- rot«Willer-Lchöiuderg über Müllabiuhr und Mülloci brennung! Wniwoch, « Uhr, Bertiner Aalhau«, Sladwerordnetensstzungssaal. Neue Methoden öev gewerkschkstiichen Erziehung. Wiederholt haben wir auf da» Mißverhältnis verwiesen, da» sich aus der sprunghaften Entwicklung der deutschen Gewerkschaften und der relativ langsamen Durchdringung dieser neu gewonnenen Mitglieder vtit den Idee» und Kampfmethoden der Areiterllasse ergibt. Do gewaltige Massen geistig zu erfassen, sie zu brauch- hären Streitern für den methodischen und zweckbewußten Kampf vorzubereiten, ist ein Werk, an dem sich die Tüchtigkeft de» A» beiterführer» und-erziehers erproben kann. Je mehr ein solcher Führer ausgerüstet ist mit dem geistigen Rüstzeug der soziasistisch«:, Welianschauung, je tiefer er die Wirt- schaftlichen und geschichtlichen Züsaminenhänge der Wirtschast er- faßt, desto besser wird er die seltwierigcn Verhältnisse unserer Zeit beurteilen können. Wer indessen nur im Flugsand revolutionärer Ereignisse die Fähigkeiten zum Führer gesunden hat, wird die großen Schaven der neu gewonnenen Kampsgenossen nicht ein- führen können in die großen Entwicklungsgedanken de» Wirtschaft- liehen Werden«, durch die allein die Verschlungcnheff unserer Wirtschaft und die Voraussetzungen ihrer Umwandlung uu sozia- listischen Sinne gewertet werden können. Welch große? Maß geistiger Verwirrung unter den Massen an- gerichtet werden kann, ist uns gerade in den letzten Monaten hin- länglich zum Beivußtsi'in gekommen. Wenn eS möglich war, in weiteren Kreisen der Arbeiiersckiaft die Auffassung zu verbreiten. daß nur durch möglichst geringe ArbeitSleistusigen die kapitalistische Wirtschaft beseitigt werden könne— ein« Auffassung, die leider heute sogar bei kommunalen Arbeiten praktisch betätigt wird—, so ist da» ein DetixiS für die grenzenlose Verwirrung im ökono- mischen Denken gewisser Kreise überhaupt. War die Sabotage de? Arbeit predigt, übt ein Verbrechen an der gesamten Volkswirtschaft. und wer gar die von den Kommunen ausführenden Arbeiten durch Sabotage in» unendliche verteuert, betrügt seine eigenen Volk». genossen nicht nur, sondern schändet auch den Gedanken de» kommunalen Sozialikmu». Völlig verirrte Menschen zu einer höheren Einsicht zu bekehre«. soll da» Werk des Arbeiterführer» sein. Daß die Verwirrung einen so ungeheuren Grad erreiche« konnte, hat nicht zuletzt seinen Grund in der Art, wie zahlreich« in der revolutionären Zeit emporgekommene Arbeiterführer gerad« die Selbstsicherheit der unwissenden Klassengenossen feierten. S» kam e». daß die wirklichen Führer de» Proletariat», deren geistige« 0«in«mZ der Vergangenheit in die Tegenwart ragt, geradezv au»« gesckaltet wurden für diese hohe ErziehungSmission. Wir fürchten, doh«» mit den aus die Verwirrung der Arbei- termossen gerichteten ErziehungSpraktiken»och nicht zu End« ist. In dieser Aufsassung werden wir bestärlt, wenn wir die unter der Leiliing Richard Müller» stehende„Metollarbeiter-Zeitung" verfolgen. Wie sehr dieser Mann, der in einer großen Bersamm- lung der Angestellten von einem bekannten unabhängigen Redner erst kürzlich als ein S ch a u k e l p o l i t i k e r gekennzeichnet wurde, unfähig ist, seine Klassengenossen zu erziehen, beweist er geradezu in jeder Nummer der„Metallarbeitcr-Zeitung". Er, der an der steigenden Zerrüttung des Wirtschaftsleben» insofern nicht ganz unschuldig ist, al» er das Proletariat durch seine infame Hetze in die unsinnigsten Kämpfe getrieben hat, stellt jetzt Betrachtungen über den bevorstehenden katastrophalen Zusammenbruch an. Da« mit will er die Leser glauben machen, als ob der Zusammenbruch nur deshalb erfolgte, weil die von ihm propagierte Räteregierung nicht zur Tat geworden ist. Bus der gleichen Höh« ökonomischer Einsicht steht ein Artikel„Das wirtschaftliche Räteshstem", worin dieser Mann weiter den Gedanken propagiert, al» ob die Möglich. kcit vorhanden sei,«in« sofortige völlige Umwandlung der kapi» tolistischen und sozialistischen Produktionsweise herbeizuführen. Für Ihn ist lediglch die Sabotage de» Unternehmertum» am Pro« duktionsprozeh schuld, wenn wir wirtschaftlich noch nicht weiter gekommen sind. Die tausend anderen Hindernisse der internatio- nalen wirtschaftlichen Wechselbeziehungen stören den Rätefanatiker Müller nicht. Er sieht nicht, daß Deutschland wirtschaftspolitisch noch völlig abgeschnürt ist von der übrigen Weltwirtschast. Die Hervorkehrung solcher und vieler anderer Gesichtspunkte könnte diesen neuen Heileapostel für die radikal« Richtung al« ungeeignet erscheinen lassen. Heute ist e» möglich, daß ein solcher Wirrkopf sein gefährliche» Epiel der„Volksaufklärung' treiben kann, denn die Zahl derjenigen, die diese» Ziel klar erkennt, ist im Vergleich zu der großen Masse der neu in die Organisation Aufgenommenen zu gering. Die Phrase de» NadikaliSmu» triumphiert vielleicht noch eine länger« Zeit über den Gedanken aufbauenden Wirken». Wir würden e» bedauern, wenn die organisierte Arbeiterschaft erst durch unermeßlichen und nicht wieder gut zu machenden Schaden klug werden sollt«. Großer Munü— klekne Taten. Im IlnibildungSprozeß der Gewerkichasten will den Räte- sanaiikern nicht» mebr glücken. Zwar gelingt e» ihnen noch immer, dank der Gle'-bgültigleit der großen Masse der gewerlichaftlick or- ganisiemn Mitglieder, hier und da einen verdienstvollen Bngcstell« ten zu beteiligen und durch einen„Veifechter de» unverfäl'chien RateiyitemS' zu ei letzen, aber damit ist die Tätigkeit der wahren Nevoliitionme auch io ziemlich errchgpit. Der Metallarbeiterstreik hat aller Wclt gezeigt, mit wieviel Opfern solche Experimente be- zahlt werden müssen. Zur Nachabmung reizt die Taktik der Rusch und Konsorlen wahrlich nicht! da sich nun aber die neuen Gewerl« schaflSstrategen auf».Umbilden' gelegt haben, sangen auch kleine Strategen an, im graphischen Gcweibe die.Bonzen' zu ent» fernen und durch.klassenbewußte' Arbeiter zu ersetzen, die jede Tarrpoliiik ablehnen. Am widerwärtigsten gebärden sich einige Radikale zurzeit bei den Berliner Buchdruck.'rei- Hilisarbeitern. Am Schlüsse dieie» Iabre» läiift der Vertrag zwischen den HrliSarbeitern und den Unternehmern ab. Was ist natklr sicher at« daß eine verantwortungsvolle Leitung kein Mittel unversucht läßt. zunächst auf dem Verbandluugswege zu einer annehmbaren Einigung zu kommen. Dieie felbstverständlichc Pflicht geiöllt den Nadikalinstr» in der OrtSverwallung Berlin ganz und gar nicht. Einer ihrer eifrigsten Wortführer, der Unabhängige und Mitglied de« Haupt- Vorstände». Herr Krumrei, fordert fortgesetzt in Wort und Schrift aus, jede Tarifpolitik mit den Unternehmern abzulehnen, die Ar- | beitsgemein'chasten abzulehnen und auf dem Wege de» rcvolutio« � nären Räiesystem» den Kapitalismus de» Lande» zu verweiicn. Alle diejenigen, die nicht auf Krumreis Boden sieben, sollen keine Funktion im Verbände ausüben, sie find.Verröter am klasien« i bewußten Proletariat'. Solche Floskeln könnte man noch hin- � nehmen, wenn sie au» dem Munde von Leuten kämen, die ihre ganze Persönlichkeit seit Jahren in den Dienst der gesamten Mit- gliedschoft stellten. Sie stehen jedoch solchen Personen schlecht an, die, um nicht eingezogen zu werden, wäbrend de» Kriege» den Be- ruf verließen, um sich von den Uniernchmern für die wichtige Ar- beit de» Granatendrehen» reklamieren zu lassen. Die Berliner BuchdruckereibiltSarbeiter haben allen Brund, sich solche Vertreter einer neuen Taktik etwa» genauer anzusehen. Da» Wort:.Auf die Fäuste müßt ihr ihnen leben, nicht aus« Maul', sollte auch für die BuchdruckereihilfSarbeiter Geltung haben. Oder glaubt man eiwa nun, da die.Avantgarde der Revo- lutionäre', die Meiallarbeiler, kür geraume Zeit nicht jn« Feuer zu bringen ist, da» ZeitungSgewerbe vorschicke» zu können? Für die Ideale eine» Krumrei die Verhandlungen scheitern zu lassen, weist- die besonnene Mitgliedschakt weit von sich. Sollten jene Apostel etwa mit dem Gedanken eine» Generalstreik» im ZeitungSgewerbe schwanger gebn. dann ist e« unier« Pflicht, solchen Demagogen schnell und gründlich da» Handwerk zu legen. streik au«, ectonnte aber an, daß Kwf« a«4«tzrkststee Befaegwoiip gehandelt habe und deshalb keinen Tadel verdien«. Die Differenzen«It dem Unternehmer Rirfchtck, Patzenhosgr Bierhallen, Friedrichstr. 134, Brunnen- und Stralsunder Straßen- Ecke sowie„U 9", Schönhauser Allee, sind durch friedliche Verhand- lungen mit der unterzeichneten Organisation beigelegt. Herr Nieschick erkennt die Organisation an, zahlt die tariflichen Löhne und wird für die Zukunft bei Bezug von Arbeitskräften nur der städtische, paritätisch« Arbeitsnachweis in Anspruch genommen. Verband der GastwirtSgehilfen. OrtSverwaltung Groß-Berlin. Bund der technischen Angestellte« und Beamten. Ort»verwoltung Berlin-Nordost: Ordcniliche Monaisvertlimmluiig ain Mittwoch, den:t. Dezember,'Iß Uhr abend». Im.GreisSwaider Hol', GreifSwatder Str. 43. �unktionZrversammlung der Handelsarbeiter. Eine am Montag abgehaltene Funktionärversammlung der Sek- tion l de» Transportarbeiterverbandes nahm einen Antrag an. der den Hauptvorstand ersucht, im Januar nächsten Jahre» ein« Reich»- s konfcrenz der Handelsarbeiter einzuberufen, die sich hauptsächlich beschäftigen soll mit der Frage der Arbeitsgemeinschaft— über die> der Haupivorstand mit den Unternehmern m Verhandlung steht—, ferner mft der Frag« de- Tarifvertrages, die ja mit der Arbeit»- gemeinfchaft in ZufcnnmenhHng steht, und endlich soll anch die Frage der Beruf»- oder der Betriebsorganisation besprochen werden. Ueb«r den Metallarbeiter st reik referierte Klose. Nachdem er di« Vorgeschichte und den Verlaus de» Streik» ein- gehend besprochen hctt«, rechtfertigte er seine Haltung in der Ge- werkschoftSkommission zur Frage de§ Generalstreiks. Er habe gegen den Generalstreik gestimmt. Das habe zwar nicht im Willen seiner Austtraggeber gelegen, aber semer Ueberzeugung entsprochen. , Er würde für den Generalstreik gestimmt haben als die 80 Ver- j sammlungen verboten wurden, auch dann, als die Maschinisten i und Heizer in den Streik einbezogen wurden. Aver unverontwort- ' lich wäre e» gewesen, eine» Generalstreik zu beschließen in einer Situation, wo auf Kampfbegeisterung bei einem sehr großen Teil der Arbeiter und maßgebenden Gruppen der Arbeiterschaft nicht zu rechnen war und selbst bei den Metallarbeitern die Streikstimmung schon erheblich nachgelassen hatte und Arbeitswillige sich nach den Betrieben drängten. Wegen der um%10 Uhr eintretenden Lichtsperre konnte nur ein Diskussionsredner zum Wort kommen. Er sprach sich ztoar für den entschiedenen gewerkschaftlichen Kampf auch durch den General- parteinachrichte«!. Gegen die reaktionären Umtriebe. Di« Kreisvorstandssitzung der Sozialdemokratischen Partei de» Kreises Solingen be hißte sich u. a. mit den anläßlich der Hinden- burg-Ludendorff-Anwesenbeit in Berlin abgespielten reaktionären Umtrieben. ES wurde eine Entschließung angenommen, in der ei heißt: .Die bergischen Vertreter der sozialdemokratischen Arbeiterschaft erheben den schärfsten Protest gegen den reaktionären Rummel, der sich in Berlin abgespielt hat. Die Versammlung verlangt von der Regierung, daß die Vollmachten de? parlamentarischen ÄuSsckuisseS zur Untersuchung der Kriegsschuld fester umgrenzt und die Schul- digen rücksicktslos zur Rechenschaft gezogen werden. Die Kund- gedungen gegen diesen Ausschuß bergen nicht nur eine nationale, sondern internationale Gefahr in sich, sie sind geeignet, im Aus- lande den unbegründeten Eindruck zu erwecken, der deutsche Militarismus stelle immer noch eine Gefahr ftir den Frieden der Welt dar; vom nationalen Standpunkt aus ist diese Kundgebung olS ein Versuch zum gewaltsamen Sturz der bestehenden republikanischen Verfassungsform anfzustssen, weShalb die Versammlung die Regie- rung aussondert, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln rück- sichtSIoS gegen die realnonären Putschisten vorzugehen. Ferner erheisch« e» di« Sicherheit eine« wirklichen Volksstaate», daß alle reaktionären Elemente— befinden sie sich nun in RegierungS- ömtern oder in militärischen Stellen— restlo» beseitigt wenden. Schließlich appelliert die Versammlung an di« gesamte Arbeiter- schaft. endlich eine Einheitsfront zu schaffen zur Verteidigung der errungenen reiherten.'_ Hus oller ivelt. Die Wiener Menschenfleischtragödie geht nun, wie un» au» Wien gemeldet wird, ihrer Aufklärung entgegen. Ein« Frau hatte auf einer AblagerungSstätt« nach Obst gesucht. Sie fand dabei Fleischstücke, die sie für junge» Schweinefleisch hielt. Eine Wäscherin, die an dem Suchen beteiligt war, setzte ih-rem Lebensgefährten drei- mal einen Braten von diesem Fleisch aus den Tisch. Er hat dieses Gericht auch verzehrt. Dem Bruder dieses Mannes kam da« Fleisch aber verdächtig vor und er brachte etwa» davon zur Polizei. Die Untersuchung Hai ergeben, daß es tatsächlich Fleisch eine« jungen Menschen ist. Verantw. tflr den rebnttlon. Teil! Artar itilklee, Tbarlottenbur«: flle Anleinen! Th. Stocke, Berlin. Beriaq! Borwürw-Verl-n G. m. b. d.. Berlin. Druck: Bar- lvarts.Buckdruckerei u. BcrIaiisllnNalt Paul Singer II. Co. Berlin. Lindcntlr. 5. M. örksluMel» WUMlenderg. Einladung zur ordcnttichen Sitzung de» Ansschusses zu Mittwoch, der» 10. V«- zember IBIS, abend» 7 Uftr, un(tagenlotal zu Berlin- Lichtenberg. MagdalcneaIlr.lS�. Tagesordnung: 1. SSatii des Rechnung«-Aueschusse» zur Prlliuna de« Rechnungsabschiusie« iuriois 2. Vorlegung des Boranichlcg» für da» Jahr I!Ki> und Be- fchliiBlaflang darilber. 3. Acnderuug der§§ 2 und 20 der Dienstordnung. 4 Aallenangelegeiiheite». Der Vorstand. 280 2 ß. S t i( e I, Vorich ender. Ein-z Fieiidentag Waschlag mit dem patentierten, voltkommei. telbstiätlv arbeitenden„Lieblss" Damp)- Wasch-Aniomaten. det Jöuernn Arbciiszelt, Arbeits loi.a, Seife und Feueruug er- stA wart und in jedem Raum für W Ott- und Kücheunerd benutz B bar ist, ohne Jede Bedienung. V QröBte Schonung der Wäsche,*>. Die Ansehaflnng wird evtl. auch V durch bequeme Zahlurgsweise erlelchlert. Preis ie nach OröBe. Näh. d. Preis). V. m. Ahbiid. gratis Ziakvaschgefaße zu Fabrikpreisen „Li e big»" Dampf. Wasch« Automalen-Zentralc. Berlin-V»,. oiersdart. Hohenzollerndamm 27a. 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