Ur» 618. 36.Iahrg. BezugSvretS: KiertsiiLhrl. 10.50 ML, monatL SJX Mt. fret ins Saue, voran»-ahlbuc. Pokt» bsiuq MonotlitS 3J0 DU, nfU Ra» stsliung�edüdr. Unter ftrtmbirai fixe Demichiand und Ocftertetd)• Unflom 6.75 3IL, für das übrige Ausland 10,75 Md. bei täglich einmal. RufttfUung 1,73 Sri. �soflicftcaurtgai nehmen an SänematL Solland. �urembutg, SAweden u. die SdimcpL Eingetragen In die Vs!i-Rrimngs-Pretslitie. lTet„ScraSrts" mit der Sonntags» teilage ,93oU U-Reif erschein! wochen- täglich vveiuial. Sonntag» einmal. Telegrauim-Adreff» „Sozialüemolrai varv»". Abend-Ansgabe. ISPksnn'g� Nerlinev VolKsblstt w Zentralorgan der rozialdemokratlfcben Parte» Deutfcblands «nzeiaenpreiS t SU achtgeipalten» S!oupareille»«lle UBet 1Ä) M., Teuerung szuschlag S0% Un, eigen", da» teil» gebtudte Wort 76 Psg.(juläffig zwei fettgedruckte Weite), lebe» weitere Wort SO Psg. Stellengesuche und Schlafstellen anzeigen da» erste Wort «5 Psg.. irde» weitere Wort«0 Psg. Werte Über 15 Buchstaben zählen für zwei Werte. Tenernngszuschlag 50V» Familien■ Anzeigen, politildje und gewerkschaftliche Seieins• Anzeigen 1,60 Mi. die Felle. Anzeigen für die nächste Rümmer müssen bis 5 Ahr nachmittag» im Saupigeschüft. Berlin SW 88, LindenlKahe 3, abgegeben werden.(Sebsfnet von 9 Uhr fr ich bis fi Uhr abend«. Neüaktion unü Expeüttion: EW. 6$, Liaöenstr. Z. »ernivreriier: Amt Mnrrnvla«. Otr. t.1» i»«— tZl V7. Mittwoch, den 3. Dezember 1313. Vonvärts-Verlag EW. HL, Linöenstr. 3. ffrrnfvrecher: Amt Morittplnh. Nr. ll?»F— St. Die Antwortnote. Dein deutscheu Vertreter in P a r r S ist am 2. Drgember folgende Note zugegangen: „Tie haöeti am 27. Noveiirber cht Schreiben über die Heim- jdjaffung der deutschen Kriegsgefangenen an mech fecidjiet, das eine Reihe von Behauptungen enthält, deren schnei- ender Tort nicht ausreicht, um ihre Unrichtigleit zu der- decken. Ganz allgemein hatte Deutschland in der Kriegsgefangenen» frage nur ein in dem von ihm unterzeichneten Friedensvertrag formuliertes Recht, nämlich auf Begann der Heimschaffung mit dem Tage der Inkraftsetzung des Vertrages, die auf den endgültigen Austausch der Raüsilattonsurkunden folgt. Jede Ab- weichung von diesen Bestimmungen, die für die VertragSteAe Gesetz sind, ist eine Vergünstigung. Die Behauptung, die Gefangene« feien schuldlos und für die KricgSvorgäuge nicht verantwortlich, hält übrigens der Prüfung nicht stand, Ihre Note erklärt, die französische Regierung habe zuerst am JO. August 1919 und später aus SSi�ch der deutsche» Kohlenlieferungen oder bei der Zahlung einer Million an das Rote Kreuz als Sühne für die Ermordung des Sergeanten Manheim i» Berlin bestimmte Verpflichtungen hinsichtlich der früheren Heim» schaffung der deutschen Kriegsgefangenen übernommen. Dies« drei- fache Bchaupiung entbehrt der Begründung. Riemais ist die fr an» zostsche Regierung ein« eigen« Verpflichtung in der Frage einge- gmigen, die zur Zuständigkeit der Gesamtheit der Per» oündeten gehört«. . Die Erklärung vom 39. August, die aus Gründen der R e» s ch- lichleit und nicht gegen etwaig« Zugeständnisse von dentscher Seite den Entschluß der Vcvbündcten verkündet hat, bai Jnkrast» treten des Friedensvertrags hinsichtlich der Hermschaffung der Ge- fangenen vorzudatieren, tst später erfolgt, als die Besprechungen über die Kohlenfrage und diejenigen üb« den Sergeanten Man» heim, die dabei jedenfalls ein« vollauf befriedigende Lösung dadurch gefunden haben, daß die französische Regierung der Heimschaffuug zugestimmt hat. Diese Erklärung ist n i ch t zwischen der französischen Regierung und der deutschen Regierung nt der Form eines aus.Verhandlungen h«vorgcgangenen Versprechen» vereinbart worden. Es ist dies eine humanitär« Erklärung aller Verbündeten über hie Ge» samthcit der von ihnen gemachten deutschen Gefangene». Die Er- klärung verkündet: L Den sofortige» Beginn her Heimschaffuug. Die mögliche Unterbrechung dieser wohlwollende» Politik für den Fall, daß die deutsche Regierung und da» deutsch« Volk nicht alle die Berpflichtuugen au» dem Waffrustill- stände, der sie bis zur endgültige« Ratifizierung des Vertrage», bindet, erfülle« sollte.' Gemäß diesem einheitlichen Beschluß der Verbündeten hat die Heimschaffung sofsiet begonnen und ist mehrere Monate lang durch die Rückkehr der deutsche« Gefangene» aoL England, Amerika und Belgien verwirklicht worden. Wiederum gemäß der Erklärung vom Lv. August wutb« die Heimsendung der Gesangenen eingestellt wegen der Verletzungen. der Nichterfüllung und der unvollständigen Erfüllung der Bcdin- gungen deS Waffenstillstandes durch die deutsche Regierung. Das Verspreche« und die Drohung, die von der Gesamtheit der Alliierten aus freien Stücken ausgesprochen wurde, find hiernach strikt ausgeführt worden. Durch die Not« vom 1. November sind der deutschen Regierung ihre Verstöße gegen die beim Waffenstillstand vom 11. November 1918, gerade vor einem Jahre. übernommenen Verpflichtungen vorgehalten worden. Sie wurde von den Maßnahmen und Strafen unterrichtet, die vorgesehen find, um die volliommene Durchführung der im Friedensvertrag nicht erneuerten Waffen still st andsbedingungen zu sichern. Die französische Regierung verfolgt keine auf die Zurückhaltung der Kriegsgefanaenen gestützte Politik und bedient sich ihrer nicht alS Druckmittel. Sie hält sich lediglich an die Bestimmungen des Vertrages, und wenn die im Monat August eingeleitete wohl» wollende Maßnahm« nicht bis zu End« durchgeführt wurde, so ist dies ausschließlich auf die Verstöße der deutschen Regie- rung gegen ihre eigenen Verpflichtungen zurückzuführen. Die Verantwortlichkeit Teutschlands für die Berzögeruag in der Heimschaffung der deutschen Gefangenen ergibt sich unmittelbar und schlagend aus der Tatsache, daß auf die Note de? Alliierten vom 1. November keine Antwort erteilt wurde und daß die dcut» scheu Vertreter, nachdem sie zur Regelung der Arbeit der zur Au». fiihrung des Friedensvertrages eingesrntr« Kommissionen«ach Paris entsandt waren, zwei Tage nach ihrer Ankunft wieder nach Berlin zurückberufen wurde«, obwahl daS Datum und da» Verfahren für die Prüfung der aufgeworfene» Fragen im E i u v e r, n ehmtit mit diese» Delegierten festgesetzt worden wäre«. Die deutsch« Regierung ist es, die fich der Frage der Kriegs- gefangenen zur v Erregung der deutschen öffentlichen Meinung gegen dir Alliierte» und ganz besonders gegen Frimkreich. gu bedienen sucht; die» wird durch die Tatsache erwiesen, daß di« Konferenz die Ratifikation und Jntrastfetzung de» Friedensvertrags, der auch für de» Zeitpunkt der demnächstigen Rückkehr der Gefange- bleibt nen maßgebend ist. anf den 1. Dezember festgesetzt Haff«. Anstatt sich an den in Aussicht genomm tuen Abichlußoerhandlun- g e n �u beteiligen, hat die deutsch« Slegierung eine dilatorische �verzögernde) Haltung eingenommen und in emem un er trag- l i ch e n Ton ein« Erörterung über die Heimschaffung der Gesänge- nen eröffnet, obwohl eS in khrer Macht stand, daß diese sogleich,»ach Ende vorige» Monats, d. h, nach wenige« T«gr», heimkehrten. Der hiniwlteitde llharatter dieses Vorgehens und die i« der Ratifi- kation durch daS eigeue Verhalte» Teutschlands eingetretene Verzögerung lassen die volle Verantwortung für daS Verbleibe« der Gefangenen in Frankreich, wo sie übrigens nicht nur human, sondern mit Wohlwollen brlandclt werden, auf Deutschland zurückfallen. Ohne auf die(im übrigen der Richtigstellung bsdürfetrden) Ve schon sehr Hobe Arbeitssäbigkeit war sür den sortwäkrend anwachsenden Beirieb im Telearapbenweien nicht bin- reichend, und so ging man dazu über, die Leitzingen mehriack ans- zunutzen, und zwar zunächst dadurch, daß man den Fernschreiber zum ioq. Gegensprechen einrichtete. Man stellte hierzn an jedem Ende einer Leitung zwei Apparate aus, so daß man an beiden Stellen dauernd geben und gleichzertig empianpen kann, io daß also auf erner Leitiin.i immer ein Telegramm von K nach k und eines z» alercher Zeit, obne jedoch da« andere,».»stören von B nach A geht. Aus diese Weift eizrelte man schließlich eine Uebermutlungs- leistnna von etwa 1800 Worten«n der Stunde. So sonderbar zunächst anck dieft Entdeckung erschien, daß man auf eizrer Leitiing. also mittels eines Dradies gleichzeitig zwei ganz verschiedene Telegramme ienden kann, io stellt- man bald srst daß dies noch bei weitem nicht die Grenze de« Möglichen darstellt. Es Wurden zahlreiche Einrichtungen geschaffen, mit deren Hilft' sich gleichzeitig iech» verschiedene Telegramme in ern-r Richtung über- Mitteln lassen, ja sogar bei Einrichtung zum Eegensprechen die doppelte Anzahl, alio 12 verschiedene Telegraiiime, ohne daß Störnngen in der Buchstabenausnobme bäuffg vorkommen. Jntmelhin sind die für solch« Massennbeimiiilung von Tele- grarmnen notwendigen Apparate und Einrichtungen von besonder« schwiermer Konstiuttion und vieftach nicht absolut betriebssicher. An« diesem Grunde bat sich die Technik euiem neuen Apparat zu- gewandt, dem die Znkunsl geboren w>rd: dem Schnell- telegravben. Mit ftrner Hille ist es möglich, die Zeichen mit noch viel größerer Geschwindigkeit in den Droht zu schicken, al« dies de» Bedienung de« Tastei« selbst durch die aeübieste Hand geschehen kann. Die Moisezeicken werden bei Meie» Apparaten zunächst in einen Popierstreiftn gelocht, woraus man bieten Streiten durch den Sender lauftn läßt,'o daß am anderen Lertnng«ende der Pavlerstreiftn rnrt den Moiftzeichen binausichießt. die dann e>n Mann mit der Schere in die einzelnen Telegtamme zerschneidet und den Abschreibern gibt. Aber telbft die mit diesem Apparat erreichte Geschwindigkeit de« Telegraphieren« ist durch die Erfindung de« Siemensschnell- kernschreiberS noch überboten worden. Bei diesem Arwarat wird da« Telegramm ebenfglls>n einen Pap er- streifen gelocht, jedoch nicht mebr rn Morftichrist, son- dern in Gestalt von drei Reibet, von Löchern, von denen die übereinander stehenden immer einen Buchtloben oder«in Zeichen bedeuten. Die LeistungSiähigkeit übersteigt käst da» vralliiche Be- dütint«. denn der Sender nimmt den Lochst eisen mit solcher Ge- schwindigkeit aus. daß er in der Minute tund 700 Buchstaben an die Gegenstation sendet. Wird er. wie das bei ftbr starkem Ber- kehr ge'chiehr. auch noch zum Gegensprecken eingerichtet, dann läßt sich seine Leistung nochmals last veidoppeln. Der Apparat ist aber auch außerdem noch imstande, bei Bedarf da« Telegramm an der Empfangsstation nicht nur in gedruckten Worten,'andern wiederum al» Lochstreifen eischeinen zu lassen, so daß es bei weiten Strecken nur in den Anichlußapparat aesteckl werden braucht. der es sofort selbsttätig»nd fehlerlos weiterteleqravbtert. Mag dreftr Schnelliernschreiber technisch auch zunächst nickt mebr zu übertreffen sein, so sinnt man dennock aui weitere Verbesserungen m der Nachrichtenübermittlung, die bei möglichste, Ersparuna von Materialien den wachsenden Aniorberupgen gereckt werden körnren. Ein ungebeiier weites Feld eröffnet sich dei Er- findertättgkeit gerade jetzt aui dem Geb-ete ber Fnnkentele- v r a p h i e und ihres praktischen AnSbaueS. Die dent'db« Reicks- postleitung beabsichtigt die Einrichtung der drabtlo en Telegropd'e bereit» in der olle, nächsten Zeil zunächst zwücken Berlin und de» größeren Städlen. wobei diese als Leitstellen gedeicht sind. und wiederum mit Fiinkcnstellen kleineier Städte verbunden weiden sollen. Für die von Bcldn ausgebenden Funksprüche ist außerdem die Errick-ung von Empictugsstelleit vorgesehen,»eck denen somit von der ReichSSauptsiadt anstelle der vielen Einzel« Meldungen nur mehr enie ennioe Nachrrck» ausgegeben wird, die dann im gleichen Wortlaut an ollen Empfanas'iellen ankgenommen werden kann. Die Zukunft erst wird zeigen, ob die Schnellickteiber- telegrophie mittel« de« Drahtes von der drabtloftn Nachrichten- Übermittlung verdrängt werden»der neben ihr bestehen bleiben wird. Sn ,partdßetio)?e�. Wir muffen uns noch einmal mit der Person Albert Baumeisters beschäftigen. Als geistiger Vater der ge- samten Enthüllungskanipagne verdient er eine etwas� nähers Würdigung. Wenn Baumeister bestrebt gewesen wäre, ge- schäftliche Verfehlungen der Leute aufzudecken, als deren Ge- schäftsführer er jahrelang fungierte, so würde ihm das niemand verübeln. Er hat aber von vornherein die Sache darauf an- gelebt, einen poliiisclzen Skandal hervorzurufen wofür wir hinlängliche Beweise haben, und namentlich führende Parteigenossen in den Ruf der Korruption zu bringen, obwohl er, Baumeister, am besten wissen niußte, daß für einen solchen Vorwurf jede wirkliche Unterlage fehlte und daß derartige Anschuldigungen überhaupt erst einen Anschein von Glaubwürdigkeit bekommen könnten, wenn ein langjähriger Parteigenosse wie Bannte ifter sie mit seinem Na- inen deckte. Wie raffiniert und bewußt parteischädigend Baumeister bei dieser Sackze vorgegangen ist, das zeige folgender Vorfall: Als am vergangenen Freitag die Fortsetzung der Aussprache über das Friedinannsche Tuberkukoseheilmittel aus der Tages- ordnung stand, rief am Morgen B a u m e i st e x bei dem u«- abhängigen Abgeordneten Dr. Weyl, der aus der Rednerliste eingezeichnet war, telephonisch an und erzählte ihm. er könne ihm Mitteilungen mackzen, durch die der Kultus- minister Haenisch der Korruption überführt und gestürzt werden könne. Seiner langen Rede kurzer Sinn war etwa der, daß Haenisch— durch Parvus korrumpiert— Fried nur nn die Professur verliehen habe. Es zeigte sich aber, daß die Fraktion der Unabhängigen von der perlonlichen Lauterkeit des Genossen Haenisch eine höhere Meinung hatte, als der „Parteigenosse' Baumeister. Die unabhängige Fraktion war der Ansicht, daß dem Baume istenchsn Geschwätz an sich kein Wert beizumessen sei. Nur weil die Beschuldigung durch einen Parteigenossen HaenisÄs erhoben sei, solle Wcyl die Anfrage stellen, was an der Behauptung wahr sei. Wetzl tat das auch in korrekter und loyaler Form, worauf Genosse Haenisch die im„Vorwärts" wiedergegebene. Antwort erteilte. Tnmit war Baumeisters Wirken aber noch nicht erschöpft. Nach dem Rezept„doppelt genäht hält besser", hatte sich Bau- meister mit denselben Mitteilungen auch an den deutsch- nationalen Svreckzer des Tages, den bekannten Antisemiten Werner, gewandt. Aber selbst dieser konnte sich nicht entschließen, der Baumeisters chep Denunziation Gewicht beizumessen, auch er. hatte eine höhere Meinung von HacnischS Ehrenhaftigkeit als„Pariemenosse" Baumeister. Die Vorgänge sprechen für sich selbst. ffaenistb unö Sie„Glocke�. In der„Freiheit" hatte sich Dr. Rudolf B r e i t s ch« i d gegen den KultuS-nimster Genossen Haenisch wegen dessen Tätigkert für die„Glocke" gewendet und dabei Haenisch als einen„Ange- stellten der Firma Helphand-Sklarz" bezeichnet. In einer länge- ren Zuschrift an die„Freiheit" stellt Genosse Haenisch fest, daß er niemals Angestellter der Firma Helphand-Sklarz gewesen ist, sondern vielmehr Redakt en-r J>cr Glocke. „Diese", schreibt HaÄissch,„erschien in dem Verlag für Sozialmissenschaft, der mit oen übrigen Geschäften der Herren Helphand und Sklarz meines Wissens nicht daS gering st e zutun gehabt hat.. i Die Redaktion der„Glocke" habe ich ausschließlich unter meiner persönlichen Vtiranttvortngg und nach rein sachlichen Gesichtspunkten geführt. Niemals,. ist von Herrn Dr. Helphand oder auch von Herrn Sklarz. der meines Wissens gar kein Sozialdemokrat ist, auch nur der leise st e Versuch gemacht worden, die Haltung der.„Glocke" irgendwie mit ihren geschäftlichen Interessen zu verquicken. Ich � brauche gewiß der Redaktion der„Freiheit" nicht erst zu versichern, daß jeder solche Versuch bei mir auch von vornherein zur Aussichtslosigkeit verdammt gewesen wäre. Das wird gewiß sehr gern auch Herr Albert Baunieister be- stätigen, dxx während de« größten Teil« meiner Redaktions- tätigkeit Geschäftsführer der„Glocke" gewcseu ist." Haenisch weist dann noch darauf hin, daß die Lösung seiner Beziehungen zur„Glocke" keineswegs erfolgte, weil er etwa in Im Leifingcheater spielt man jetzt Bernard Shaws .Pygmalion". Ein« saftige Komödie mit manchem Körnlein Herz und so vielen Pfunden Verstände», daß sich alle Augenblick.- ein höchst fröhliche» Rad der Berw'inderung im Köpft des Zuschauers herumdreht. Und wie daS nach all den gräßlichen, anspruchsrallen, hilflosen Rieten dieses Tl�aterwinterS mit einer brillanten Technik. mit einer derb ansitzenden Moral und einer echten Clownerie ge» zimmert ist. die Europas alleeernsteste Sanertöpft nnrwirit. Ja, man kann ein zarterer Fobier. ein Akrobat des GehirnS und gle-ch- zeitig ein strammer Proletarierfreund seni. Dann gelingt e« sogar, eine Verlobung und eine Partie zustande zu bringen, die zwar unter dem bürgerlicher, Trauhimmcl endet, aber im Londoner Strasiendreck beginnt. Rur Shaw ton nee e» wagen, da� Blumenmädrl vorn Pflaster bis zur eleganten Dame in fünf Akten hinauszuschleudcrn. Ihm glaubt man und nicht den Opcreltenschreib.-rn. die gleiches versuchen. Narrheit durch Narrheit tvtsicher geheilt. Grob auf Grob, ober Verstand auf Verstand. Kein Kompromiß, nur Wahrheit, wenn auch aufpolternde. Tllla Durienx ist jetzt das Mädel von der Srraße da» den Philosophen um den Verstand bringt, weil ihm der Verstand so grab gewarh'en ist. Ssi freut sich selber an der Ssiurtigkeit ihrer Alisgabe. Sie seuerwerkt, sie radebrecht daS Londoner Straßenkind erst böbrnakisch und hernach immer wieder mit dem Stich ins Varo- dicrende. Nur nichts ernstnehmen! Man lvielt dieses Stück am Leffingtbeater auch sonst mit entzückender Munterkeit. Flka Grü- ning al» Mutter und' Lad» Fein melodisch, weich jungalt. weißhaarig/ lieblich Aeinz Saliner al» Menschenhekehrer und inbi- vidualisti'cher Lluerkops, picht nur Bernpivant vom alten Schlag, sondern auch ein 5l"ger. ein aeziemend sprühender, aus der Tor- Heft sn die große Leiden'-siaft fenr.o» hineinstolpe-nder Kumvan. Der Müllkuftcker und S-tteneeter-ner Dorli'tle ist Eugen Klapftr«. Fdiot und Süktes»nd Vgrndist von Empfindung und Ausdauer. Georg Schnell hilft bei aller Seiterkett erfahren mit. rn. b. Do?«Mntersemefer an»er Brnftner NntnersttSt. flneeWkst 1200 Porleliinaen nennt de« eben erM-emenec Beiliner VorTefimn«. nerieilbnis i»r da« kurze Winterjemeiter der Universität, da« nur vom Famiar bis Mörz donern wird. Für de« wmpsongSoyeiib beS Vereins„Verliner 9:rfffc«. ber mn Sent-abend. den 6. Dez.. abends ß'/, Ubr. verbunden mit Konzert im Berliner Ratbau'e stattfindet, bat Bllrgeimelfter Dr. Relcke einen Prolog gedichtet. DcS Titelblatt des Konzeitprograrrm« Ist von Anglist E a» l. Büraernefv und Vil-j-crsifirrtf. Die Dadaisten werden tbre Vor. in'ttaaS-Peranstnllnna Soni-taa, den 7. Dez., vorwittaaS 11'?, Nbr. In der »Tlidüne- wiede'.chalen. stdofienlltck lädt man nun aber da« Piidllknm «elbst mitipiele».!?arum losten bloß die beloldeten Epaßinocher da» Recht baben.? öpse zu zir'chlaaei, k! Man aktiviere die LubSrer xu ichcv'eriichrm Mitwirken I) Zlrbeitergk'anfl. Am Sot vakend. den IL. Dezbr.. abends 7'?. Uhr, veranstoltet der Eesaneveicln.Norddeutichc Echleiic", desic» Cdormeitter Frttz Ludwig ist, an» Anlaß ietne« SO i ä 6 r i g e n B e» (leben« im ftonzerffafli der Hochschule lür Mnstt ein Festkonzert. Äroftpolnisches Musen« heißt fortan da» itatser-WÜheim-Musem» w Voje». her weiteren Mitwirkung in der Redaktion irgend etwas ttnefectt» Softes sehe. I» einer Nachschrift erklärt dazu Dr. Rudolf Breitscheid: Ich habe nicht behauptet, daß Haenisch mit den jetzt so lebhast besprochenen Geschäften von Parvus-Stlarz etwas zu tun gehabt habe. Nicht nur weil ich dafür keinen Beweis besitze, fondern vor allem, weil ich dem gegenwärtigen Minister iür Wifsenschaft, Kunst und Volksbildung aus verschiedenen Gründen so etwas nicht zutraue. Breitscheid bestätigt Haenisch weiter, daß er ihn nach wie vor für einen sauberen Menschen halte, er halt eS aber für unwahrscheinlich, daß ParouS sich bei seinen publizistischen Unter- nehmungen nur vom reinen Idealismus hätte leiten lafferr. zinson der Steuer unkdiegt? ferner bei denseuigsn ErwerhS- untern eh mengen, deren Anteilserträge selbst der Steuer unterliegen, sofern sie nachweislich mindestens seit Beginn des letztverflossenen Geschäftsjahres ein Fünftel der gesamten Aktien, Kuxe, Gcnußschcine oder Anteile einer anderen ErwerbSgesellfchaft in Besitz haben, für die auf die Anteile des anderen Unternehmens entfallenden Kapitalerträge. Ferner ist zum Schutz de: kleinen Rentner in da? Einkommensteuergesetz eine Vorschrift aufgenommen, wonach die Kapitalertragssteuer zu dre: Vierteln aus die Einkommen» steuer angerechnet wird, wenn der Steuerpflichtige mehr als 60 Fahre alt oder erwerbsunfähig ist, sein Einkommen nicht mehr als S000 M beträgt und entweder nur aus KupitalzinS oder aus Kapitalerträgen in Verbindung mit Wartegeldsrn, Ruhege- hältern. Witwen- und Waisenpensionen und anderen Bezügen für frühere Dienstleistung oder Berufstätigkeit fällt. DaS Gesetz soll am 1. März 1320 in Kraft treten. LortSauer üe? Hamburger verhanölungen. tDrabkberickt unteres Hamburger Korre'pondenten.) Entgegen anders lautende» Meldungen haben die Berhandlnngen auf den Bullenwcrkc« noch nicht z« einem Ergebnis ge° führt. Die Berhandlungeo werden fortgesetzt. Handgranate« als Agrarier schütz" Zu dem in Nr. 652 unter dieser Spchmarke erschienenen Artikel teilt uns der Arbeitgeberver- band Friedeberg mit, daß die Soldaten zum Schutz der arbeitS» willigen Russen angefordert wurden. Ferner seien die»depu- taten* Kühe nicht mit Gewalt von der Weide in' den Stall zurückgetrieben worden. Die erst« Kran im Unterhaus. Bei der Ersatzwahl in Plh- month wurde Gräfin Astor. Mitglied der Regierungspartei, wählt. Sie ist amerikanischer Herkunft. Groß'-Berün Wiener Hilfswoche. Vom Magistrat Scköneberg wird uns geschrieben: In Schöne- berg werden Lebensmiirelspenden in den Sammelstellen, die in den städrischen höheren. Mittel- im» Bolksichulen eingerichtet sind, vom 4. bis 10. Dezember täglich von 3—11 und von 3— ö entgegen- genommen? Geldspenden in städtischen Kasten von 9—1.' Sen- düngen durch die Post sind zu richten an die Stadthauptkaste Berlin-Schönebcrg. Postscheckkonto Berlin 737L. Auf dem Abschnitt bitlen wir zu bemerken:»Wiener Hilsswoche*. lieber die Spenden werden an den Sammelstellen Empfangs- bescheinigungen ausgestellt. Mit Rücksicht auf die außerordentlich groß« Notlage in Wien »nd Deutschösterreich hoffen wir, daß uniere Bevölkerung sich trotz der Knappbrii im eigenen Hause an der Spende beteiligen wird. Mackensen in Berlin. Zur Begrüßung Mackensens hatten sich 2000- 8000 Menschen in und vor dem Anhalter Bahnhof versammelt. Eine Militärkapelle, die mit einer Ehreukompagnie und-Eskadron auf dem Bahnsteig aufmarschiert war, spielw emen Jägeimarich. Es wurde Hoch und Hurra geschrien. Dann spielte die Kapelle »Terilschland. Deutschland über alles." DaS Publikum sang nicht mit. Die Kundgebung war rein persönlicher Natur uud hatte weder alldeutsche noch parteipolitische Färbung. Di» Klcidcrtzertvertungsgescllschaft besteht weiter. Bon der K. V. G. trnrd uuS geichrieben: Uniere Notiz über da? Ende der Reichsbetleidungssielle ist vieftach falsch ouigefaßt worden. Seit Sonnabend macht sich eine Ueberiilllmig der Räume der K. B. G. bemerkbar, weil die Kauflustigen der Meinung sind, daß mir der Auflöiung der ReichsbelleidungSstelle auch die Ä. V. G. aufgelöst wird. Dies ist nicht der Fall. Es»fr im Gegenteil, wie wrr rrsabren. beabsichtigt, die außerordentlich nützliche Einrichtung der Kleiderveriorgung für mrnderbemittelie Einwohner Eroß-Bcriins beizubehalten._ Ein Ranbüverfalk in der Wohnung befchästrgt die Charlotten» buvger Kriminalpolizei. Ein Fräulein 2. H. aus der Kurfürsten- stvaße hatte angezeigt, daß sie ein Brillantenhalsband z» verkaufen beabsichtige. Daraufhin erschienen gestern abend gegen 6 Uhr zwei junge Männer, die vorgaben, das Schmuckstück kaufen zu wollen. Während der Verhandlungen jedoch entrissen sie es ihr plötzlich uud entflohen dann, der eine unter Zurücklassuag seines Hutes. Arotz der Hilferufe dnr Beraubten gelang es nicht, die flüchtigen Räuber festzunehmön. Beide sind etwa 23 vis 25 Jahre alt. Ter eine ist mittelgroß und kräftig hebant, hat e n gesundes volles Gesicht mit dicker, anicheinend geschwollener Nase, blaue Augen und dunkcMcndcs. linksgescheiteltes langes Haar und trug einen blau- grauen Facketranzug, braun« Leder gamaschen. braun«, innen ge- fütterte Lederhandschuhe und einen grauen Velour?, ut mit schwär- zem Bande, den er im Stich ließ. Der zweite ist über mittelgroß und schlank, hat schwarzes Haar und trug einen dunklen lieber- zieher und einen dunklen, weichen Hut. Auf die Wiederbeschaffung des Schmucks, der 30 000 M. wert ist. hat d'e Beraubte eine Belohnung von 6000 M. ausgesetzt. Es handelt sich um ein Brillanter?- kollier, das an einer Platinkette ein« große Vollperle trägt. Berlin für Wie« k Wien in Todesnot. Die Notnilfe der Re!»shaiwlitadt leitet ein: ein.Künstler- Elite-Abend' der am Miilifloch, den 10. Dez., im Marmottaal des.Zoo' statnlndet. Allererste Künstler laben bereits ibre Mitwirkung zugesagt. Der Kartenoerkaus fvan K bis LO Mail', findet bei Bote u Bock, sowie bc! Wertbeim statt.— Am Sonnabend, den 20. Dez.. nackmiltae« 8 Uhr. veranstaltet das Deutsche Q p e r n b a u S»IS Lülislrerl für die Wiener Kinder eine Austührima von Hnmverdir.cks.Hänlcl und Erctcl'. Da» gesamte Personal bat aus jede Entschädigung verzichtet. Die t5e!amlk!nnahme deS Eintrittsgeldes am Sonnabend, den 6. Dez., stellt die Kunstausstellung d« r F e I d. grauen in der Akademie der Künste den notleidenden österreichischen Brüdern zur Verfügung. Die TSoblsabrtsansstellnng in, Schöneberger chenen Ratdause, die mit dem 4. Dezember ihr Ende erreicht und sich eines regen BcsuckeS erfreute, bat in mancherlei Beziehung belehrend und über, engend gewirkt. in erster Linie öder die Wii tung des AlkobolgenusleS auf Körper und Geist des einzelnen und leine Schädigungen am VoltSganzen. Hm Anlchsttß an d e Ausstellung findet am 5. Dezember, abends 8 Uhr. im Feiisaal der ComeniuS-TchnIe. strankenstr. 10, ein Vc! trngkabend statt. Herr Dr. Karl D i! ker, der Direktor de§ ErzsehimgSbelwS.Cmdcnbot* m Lichtenberg. wird über. A I k a 5 o l n o t, u g e n d n o i. VolkSnot' ivrechen. Karlen zu 20 Pf. in der Ausstellungshalle im neuen Rathaufe und am Saaleingang. AdmiralStheater. Freitag:„Die letzten Menschen". Piovbon-Tbcater-Llchtsptele. Potsdamer Szr. 80.Lilli', nach dem Roman von �olnnilie MaröS.— Tuimttr, 12:»Die Pflicht zu leben' mit Reinhold Schünzel und Hanne Bttnkmaim. Groft-Bcrliner Lebensmittel. Verlin. Am 4.. b. und S. De,, wird auf><-LUer-Kranktttkgrten frische Vollmilch nicht ausgegeben. Als Ersatz am 4. Dezember eine Flasche neun- prozenlige dänische Fetimilch sS,7b Mark). Pan ow. Ab Mittwoch ein Päckchen Milchsützlpeise(St). Retniltendors. 2 Päckchen Süßstoff(A-Packung) ilO). Wtttcua». Ab Freita: 150 Gramm Erbsen(101). 125 Gramm Beichkaf«(102), 260 Gramm amerilanifcheS Roggenmehl(W 24). Vorträge, Vereine und Versommlunaen. Bund ehemaliger Kriegsgesaugeuer. Mitgliederoerfammlung Freitag 7'/, Uhr bei Schmidt, Michaeliirchitr. 28. Ausnahme neuer Mit- glieder.-«olkshochschule Wilmersdorf. Sonntag 7 Uhr m der Vittoria» Luiien-Schule, Gasteiner, Eoe Uhlandstratze, S. AolkSabend. Dr. Schneider spricht über Leben und Wirken Gottfried Kellers. Frl. Us« LangerhanS liest g«» seinen Werten vor._ HeweckschHsbtwEimg Ein Duell zweier öoazen. Das„Hamburger Echo" veröffentlicht im Auszug einen P. W. unterzeichneten Artikel vom Metallarbeiterverband Hamburg, der sich gegen den Oberbonzen Urbans der ,,U n i o n" richtet. Es heißt da: ,Ln Nummer 176 der.Kommunistischen Arbefterzeitung"' lesen wir unter„Ardeiterunionft„P. Wagner besorgt die Ge- schäfte des Kapiials. Auf den Artikel selbst will ich nicht eingehen, aber wegen der schlechten Auffassungsgabe Urbans und seiner vier Genossen wollen wir wenigstens die gröbsten Fehler in seinem Ar- rikel revidieren." Es wird dann in sehr auSfühÄicher und ziemlich ausfälliger Weise der Verlauf einer Betriebsversammlung in Bramfeld ge- schildert. Der Kommunist Urbans hatte dar: als Referent, der U.-S.-P.-Gcnoffe Wagner als Korreferent gesprochen, und zwar hatte Urbans zum Austritt ceuS den Gewerkschaften, insbesondere dem Metallarbeiterverband, aufgefordert, Wagner war ihm cnt-. gegengerreten. Die Diskussion war nickt zu End« gekommen, sie sollte in eine? zweiten Versammlung fortgesetz: werden. Statt diese abzuwarten, hat Urbans in der ,A. Ä.-Z." den Kampf mit der Feder fortgesetzt, worauf Wagner ihm nun gleichfalls mit der Feder entgegentritt. Er schreibt:„Was fuhrt« Urbans in feinen, von der Entwicklung de? modernen Arbeiterbewegung keine Ah� ming habenden'halbstündigen Referat(!) in der ersten Versamm- lung und feinem halbstündigen Schlußwort in der zweiten Per- sammlung ans? Etwa folgendes:„Das Herz der Produttion stecke. nicht mehr in den Villen, sondern in den Betrieben. Die Ver- bände in den Betrieben arbeiteten gegeneinander, die Gewerkschaften hätten in den Kafirzehnten nur kleine Ver- besserungen herausgeholt und seien nur Unterstützungsvereine geworden. In den Gewerkschaften beschließe der Vorstand. Die U.�.-P.-Bonzen(!) haben auf ihrem Verbandstag es auch nickt fertig gebracht, die Gelder zu sperren. Nichts fei anders geworden. Darum rmiS aus den Gcwerkschai- ten. hinein in die 10»Pfenn ig-Union! In der ILMiennig-Organisation beschließt die Masse und nicht die Bon-' zen. Im Schlußwort: Der Deutsche Meiallardeiierberband sei kaputt. Jedes Mitglied müsse einen Tagelohn abführen! Gewiß könne man den Sozialismus nicht von heute auf morgen einf.übren. Durch Akrordarbeit stärke man das Kapital. Wagner ist kein revolutionärer Kämpfer, er päppelt den Kapitalismus hock usw. usw. Darum heraus aus dem Mctallarbetterveroand, hinein � in die 20-Pfennig-Uniyn. (Allerseits Gelächter bei den 70 Gewerkschaften und Klatschen hei den vier LS-Pfennig-Unionisten.)" Wer versucht, offen und versteckt unsere Kampfesorganisalion zu zerstören, der hekommt Pfeffer und Dresche wieder zurück(!), daß d'ft Schwarte knackt.(!) Man soll uns aber dann nicht kommen und schreien: Terror— Terror! Und wenn Phrasenhelden tom men, wie Urbans einer ist, der als Referent da- VrrSchen stair- melt:„Ich bin schon Sozialist seit 1012, aber weil ich in Preußen Lehrer war und hätte gemaßregelt werden können und zwei kranke Schwestern hatte, konnte ich mich nickt eber als Dezember 1013 der Sozialdemokratie anschließen'(!), dem geben wir die Schlag?. die er versucht, nach uns zu führen, doppelt und dreifach zurü«. Wie orakelt dieser Dezembersichrer? In der Union entscheidet die Masse— im Metallarbctterverband bestimmen die Bonzen. Dieser famose Führer scheint nickt im„Echo" und auch nicht in der „Volkszeitung" gelesen zu haben, daß zwei Massenversauimlungen der organisierten Metallarbeiter beschlossen haben, durch Urab« stimmung in den Betrieben über den Tarif und die gefällten Schiedssprüche des Hamburger SchlichtungsausschusseS,� an deren Zustandekommen auch ein Kommunist(Unionist) alS Beisitzer mit- gewirkt hat(!), zu enischeiden. Wir betonen nochmals, wir werden jeden, der unier Vor- spiegelung falscher Tatsachen seinen Phrasenruf losläßt, genau so derb auf die Hühneraugen'treten(!), wie dem Obmann der Unio- nisten Gusche! mit seinem großen Guschcl(!), der sich im März ISIS danach sehnte, zweiter Bevollmäcktigter des Metallarbeiterverbandes zu werden, und dem Dezembersozialisten und Schul- meister Urbans.. Vor bO-Pfennig-Unionisten(das ist der Höchstpreis) kriechen die frcigcwerkschaitlich organisierten Metallarbeiter nicht irr das Mauseloch hinein."- P. W." Der von dem Unabhängige« P. Wagner gegen den Unio- nisten Urbans angewendete derbe Ton bat eine gewisse Be- rechtigung, ihm liegt eine begreifliche Entrüstung über das sonimiinislische Treiben gegen die Gewerkschaften zugrunde. Uns scheint indessen, daß die Unabhängigen einen guten Teil schuld daran trogen, wenn die Kommunisten jetzt eine solche gegen die Gewerkschaften gerichtete Hetze betreiben. Diese zersetzende Tätigkeit ist lediglich die verschärfte Fortsetzung der vorher von den Unabhängigen selbst betriebenen Wühltz- reien. Denn wer selbst in der maßlosesten Weise die breite Masse der Gewerkschaftskollegen gegen alte in der Organi- sationsarbeit ergraute Führer aufpeitscht, mit allen Mitteln der Demagogie gegen dieselben ankämpft, muß in dem jetzi- gen Treiben der Kommunisten notwendig die Frücht« seiner eigenen Taten sehen._ Streik der Angestellten in der Chemnitzer Metallindustrie. Nack einer Privatdcpesche'des..Vorwärts" aus Chemnitz sind die Angestellten der dortigen Metallindustrie am heutigen Tage in den Streik getreten, weil die Unternehmer ihren Forderungen gegenüber ein zu geringes Entgegenkommen zeigten. Bei den'Angestellten besteht die Auffassung, daß es sich um ein VerschlePpangSmanöver der Unternehmer gegen- über dem angestrebten Tarifvertrag handelt. * Zentralverbnvd der Angestellte», Fachgruppe 8, Sektion» fliechi«. -mwaNSongeiiellte). Verinnimltnig. DolwrrStap. den 4 Dezember, abend» Ubr, in der Neucn Pbil&imnoni«, Köpenicker Straße 06/97. Tagesordnung: Uiiiei« Tattirerhandlungen.— Fachgruppe 17, Sektion o(Ange- stellte der Schokoladen- und Koiiflturenbranche), 4. Dezember, abends Tl. Her.', im Schultlieitz, Neu« plakobitr. 24,25.— Fachgruppe 12, Sektion ä <®InS. Keramik), öfientliche Veiianimlunq. 4. Dezember, abends 7 Uhr, in der Neuen Philharmonie, Köpemckcr Strecke 06(97.—(stugendgruppe) Bai sammlung tcr Vertrauensleute am 4. Dezember, abends T«/. Udr. in den Musikeriölen, Koiter-Wilbelm-Slra''« Z>. Vortrag aber SozialiSnrus. — Fail gri ppe 14s tCduuraie. Mechanik und VeiwandteS), Mitgliederver- sammlung am 4. Dezember, abends 71/, Udr, in den SopSiensälen «Virchowlaal), Topbienttrafie 17/18 Wichtige Tagesordnung. Wahlen. Unser Tarif.— Fachgruppe 15s. A.-E-K,-Konzcrnl Veriammiuna der A-E.-K.-Fgbriken einschließlich Friediich-KarlUjer am t. Dezember, abend» 7 llbr, im Musiker-Vereii ShanS, Kaijer-Wilbeim-Strrße 31(großer Saal). Wichtig« Tagesordnung. Wahlen.— Bezirk Steglitz. Am 4. Dezember, abends'/jS Uhr. im»Schloßpark�. Schlotzstraße. Mit- gliedertierlainmlung. Wichtige Tagesordnung. Tentichcr Wertmeister-Brrband. Tie Kollegen der Schuhwaren. und Schäilosi bttten werden gebeten, ftch umgehend iii der Bezir ksgelchäftS- stell«. Berlin. Slralauer Str. 56. von 0—5 Uhr persönlich zu melden. Beriammkung aller Angestellten der Galdschrankkodrite» und Kchloficrcien am Freitag, den 5. M.. im Rosentbaler Hos, Rofenthäler Straße 11/12, zwecks Besprechung deS neuen Tarifvertrages. Die Reichsemkommsnfteuer. Mit der Vorlegung des Gesetzentwurfs einer Reichs- einkommensteuer wird ein neuer Abschnitt in der deutschen Eicuergeschichte angebahnt, da hiermit das Ksrnwerk der ganzen direkten Besteuerung in die Hände des Reiches übergeht. Durch die neue Steuerordnung wird der E i n h e i t s- gedanke im Reich wesentlich gestärkt und das Reich auf eine viel stärkere materielle Grundlage gestellt. Unter deii Begriff des Einkommens entfallen alle Einkünste auS Grund- besitz, aus Gewerbebetrieb, aus Kapitalver- mögen und aus Arbeit, sowie sonstige Einnahmen ohne Rück- ficht darauf, ob es sich um einmalige oder wieder- kehrende Einkünfte handelt oder aus welchen recht- kicken oder tatsächlichen Gründen sie dem Steuerpflichtigen zugeflossen sind. Es gehören demnach zum steuerbaren Ein- kommen alle Einkünste, die nicht ausdrücklich im Gesetz davon ausgenommen sind. Steuerpflichtig ist nur der den Betrag von 1000 M. übersteigende Teil des steuerbaren Einkommens. Einkommen unter 1000 M. bleiben steuerfrei. Die Einkommensteuer beträgt: für dl« ersten angesanasnen oder vollen 1000 M. des steuerpflichtigen Einkommens tO Proz. von da ob für die nächsten angesangenen oder vollen 1000 M. des steuerpflichtigen EinkozNmens.......... kl Proz. von da ab für je weitere 1000 SR. deö stesserpflichngen Einkommens bis... IL 000 SU. e»böhl sicv bei Tarif um je 1 Proz. bis zu 24 Proz. von da ab für je weitere 2000 M. steuer» pf! chligen Einkommens bis..... 26000 M. erböhl sich der Tarif um je 1 Pewz. bis zu 29 Proz. von da ab für je weitere SOOO M. steuerpflichtigen Einkommens bis..... 40 000 M. erhöht sich der Tarif um je 1 Prez. bis zu 34 Proz. von da ab für je weilere 5000 M. steuer» Pflichtigen Einkommens bis..... 90 000 Pk. erhöht sich der Steuersatz um je t Proz. bis 44 Proz. von da ab für je weitere lOlOOM. stcuer- pflicklcken Einkommens bis..... 140000 M. erböhl si» der Steuersatz nm je 1 Proz. bis 49 Proz. von da ab iür je wertere 20 000 M. steuer- pflichliaen Einkommens bis..... 200000 M. erhöht sich der Treuersatz nm je 1 Proz. bis 62 Proz. von da ab für je weitere 80 000 M. steuer- Pflichtigen Einkommens bis..... 260 000 M. erhöht sich der Steuersatz um je 1 Proz. bis 64 Proz. von da ab für je weitere' 40000 M. steuer« vflichNaen Einkommens bis..... 800000 M. erhöht sich der S'eueriatz»in je 1 Braz. bis 66 Proz. yon da ab für je weitere 60000 M.'steuer- pflichrio.en Einkommens bis..... 600000 M. erhöbt sich der Sieueriatz um j? IProz. bis 69 Proz. Für weitere Beträge über 600 000 M. be- trägt der Steuersatz....... 60 Proz. Bei außergewöhnlichen Belastungen darf eine E r- Mäßigung eintreten, die bei Einlomnien bis zu lOOOO SR. bis 50 Proz, bei Einkommen bis zu 20000 M. bis zu 25 Proz. beträgt. Aus außergewöhnliche Belastungen gelten solche, die durch Unterhalt und Erziehung der Kinder, durch Verpflichtung zum Unterhalt nnttelloser Angehöriger, durch Kraukheit. Körperverletzung, Unglücksfälle oder durch besondere Au'wendung in Haushalten infolge der Erwerbs- tätigkeit der Ehefrau verursacht werden. Bezüglich der Steuererklärung ist darauf hinzu- weisen, daß für alle Personen mit einem steuerbaren Ein- kommen von über 3000 Mark die Deklarationspflicht bestebt. plack dem Entwurf soll das RrichSeinkommensteuergesetz bei gleichzeitige? Außerkraftsetzung der Landes- einkommen st eu ersähe mit dem l. April 1920 in Krait treten. Bis zur Veranlagung nach den neuen Vorschriften soll die Staats- und Gemeindeeinkom men steuer weiter erhoben werden, die nach der letzten landcsrccht- lichen Einkomnienstcuerveranlagung zu entrichten war. An der Reich sratssitznng am letzten Sonnabend stimmten die Vertreter Badens, Bayerns und Hessen gegen das Gesetz._ Die Kapitalrentensteuer. Der Nationalversammlung ist neben anderen Gesetzentwürfen auch der Entwurf eines KapitalertragssteuergesetzeS zugegangem Der Zuhält des Gesetzentwurfes über die Kapitalertragsstauer lst kurz-olgender: Von den Erträgen auS Kapitell vermögen wird eine Reichs- steuer erhoben. Nicht als Kapitalanlagen im Sinne des Ge- setzeS gellen solche Summen, die bei unverzinslichen Prä» mienanleihen Über den Nennwert hinaus zurückgezahli tvee- den. Bon der Steuer sind befreit alle Kapitalerträge, die den ösfenb- lichen Sparkassen und den Trägern der reiehigejetzliehen Sozialversicherung zufließen, weiter Zinsen von Hypotheken und Grun-dschubden, Darlehenszinsen und Diskontbeivägs, soweit dieselben Lebens-, Kapital- und Rentenvsrsichewungsunternehmungen zufließen, wie solchen Unternehmungen, we der Anschaffung und Darlelhiing von Geld dienen, m\i Svarkassen. Banken. Bankiers, Hypothekenbanken, Schiffpfandbriefbanken, öffentluh-rechtliche Kreditanstalten, Kredi tgenosjen schaften, Finanzierm'.gSinst.tute. Da die Steuer eine Ertragssieuer ist, so kommt ein Abzug von Sckvidenzinsen oder W e r b u n g S i-o st e n n' ch t in Be- irack! Nur von dGi Erträgen der ausländischen Kapitalanlagen kann die auf dem Ertrage ruhende AuSlandSsteuer abgezogen werden S-euerpilichtig ist der Gläubiger der Kapitalerträge nur 'bei den auf ine Prämienreserven entfallende» Zinsen. T i e Steuer beträgt ly v H. Eine Erstattung der Steuer kann aus Antrag erjojgen be' Zeichnern von deutjcheu K r i e g ser n l e i h e n, die nachweislich zur Zeiehnung oder zur Aufrechterhaliung des Besitzes gezeich- neter Kriegsanleihen Darlehen aufgenommen haben, rnsoweit. daß nur der Ueberickuß der Äriegsanleihezinsen über die Schuld- Dcc Prozeß Klarloh» Nntsr starkem Andiang des PublikmnS begann heute, Miti. A noch, vor dem Kriegsgericht der Aeichswebehrigode 30 die Verhandlung gegen den Oberleutnant Otto SKarloh tlen Vorsitz führte KriegsgenchtSrott Welt, während die Tn klage von KriegegericktSrat Meyer vertreten wurde. Um Z Ubr eröffnete der Vorsitzende die Verhandlung und vereidigte zu- nächst das aus Offi-ieren und Dlcmiffchfta gebildete Richter- koll egium ÄlS Verteid:ger MarlohS fungieren die Rechts- anwälte Fritz Grünspach und Kikatih. Nach dem Aufruf der Zeugen erfolgte die Verlesung der Anklage. Hiernach wird Oberleutnant Marl oh von der Araftivagenalmlung 30 zur Last gelegt: 1. Am 11. März 1619 in Berlin vorsätzlich Mensche» getötet, die Tötuno abtr nicht mit vcberlegung ausgeführt und durch di?- selbe Handlung durch Mißbrauch seiner Trenstgewalt einen Un- tergebenen zu einer von demselben begangenen, mit Strafe be- drohten Handlung vorsätzlich bestimmt zu haben, indem er dem Offizierstellberireter P e n t h e r d�n Befehl gab, 30 Angehörige der Volts-Ddarine-Tivision zu erschießen, obwohl die Voraus- > setzungen für die Zuläsiigkeit des WaffengebrauchZ nicht vorlagen und indem Pencher den Befehl ausführte. 2. Wird Oberleutnant Marloh beschuldigt, sich am 2. Juni 1919 in Berlin von seiner Trupps eigenmächtig entfernt und vorsätzlich ferngeblieben zu sein, und zwar im Keldc länger als sieben Tage, indem er auf die ibm heimlich hinterbrachte Nachricht, stellte sich später, als die Frelwilligenkormationen gegründet wur- den, zur Verfügung, um. wie er angibt, dem Vaterlande in so ernster Zeit zu Helsen. Er kam nach Berlin und wurde in die ' Streifkompagnie des Oberleutnants v. Kessel beim Regiment j Reinhard eingereiht. Vorsitzender: Ist Ihnen bekannt gewesen, daß Angehörige �der Reichswehr von Mitgliedern der Volksmarinedivision miß- handelt worden sind?— A ng e kl.: Dafür habe ich Beweis.- Nicht nur bei der Truppe herrschte Erbitterung gegen die Volksmarine- diviston, sondern auch von Vorgesetzten wurde betont, daß dies« Leute sich gegen das Gesetz vermngcn.— Vors.: IlnMLlicherweise handelte eS sich bei den Vorgängen in der Französifchenstratze um anständige Elemente der Volksmarinedivision. dreiviertel Jahren nicht auf alle Ehrzelherten genau besinnen, ich habe zuviel durchgemacht.— Der Vorsitzende erörtert dann mit dem Angeklagten an der Hand eines Planes dt« Oertlichkeit in der Französische« Straße, insbesondere die Stellen, wo die Mitglieder der VolkSmarinedibifio'N festgenommen wurden, wo die Maschinengewehre aufgc- � stellt waren und wo die Leute erschossen worden sind.— Auf die Frage des Vorsitzenden, warum Marloh bei jenem Borfall in Zivil war, erklärt der Angeklagte, daß sei zu dem Zweck geschehen, daß seine Verhaftung bevorstehe, B-rlw verließ, nach Frankfurt a. Main und von da nach SüddeutschlRnd fuhr, sich zwei Monate in M e r Z b u r g bei Ueberlingen am Bodcnsee aufhielt und am 1. September auf der Reife nach dem Osten in Leipzig fest. genommen wurde. 8. Wirst die Anklage Marloh vor, daß er am 2. Juni 1919 in Berlin durch eine fortgesetzte Handlung, gemein- schastlich mit anderen.Personen, d'-ei inländische öffentliche Urkunden fälschlich augefertigt habe, indem er zusammen mit an- de«n Personen Formulare zu einem KriegSva nglisten- � au S z ug, einem RoSke-AuSweiS und einem anderen Aus- weis, nachdem sie mit den gefälschten Namen»v. Klaehr". ..Brchmer", und„ton Schweinitz" unterzeichnet tvaren, auf den Namen Hauptmann a- D. Maergner ausfüllte, mit Stempeln � des 1. Garde-Re. Kessel überreicht worden fei und in dem die Aushebung des Kassenlolals der B. M. D. in der Französischen Straße schon für den Abend des 10. März angeordnet war.— Marloh erklärt, von diefemi Befehl Kenntnis gehabt zu haben. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er sonst noch Befehle über Behandlung der Festgenommeneu oder über deren Ablieferung erhalten habe, erklär Marloh. daß nach dem Aussteile des Oberst Reinhard die Gefangenen nach Moabit gebracht werden folllen. Marloh sagt dann aus, daß er sowohl aar 10. wie am 11. März seinen Leuten Instruktionen gegeben habe, die sich auf den erwähnten amtlichen Erlaß, den N o s k e° E r l a ß. und die Befehle der Garde- Kavallerie- Schützen-Divifion stützten. Er habe seinen Leuten erklärt, daß erschossen werden sollte, der mit der Waffe angetroffen oder sich widersetzen würde, desgleichen, wer bei Plünderungen betroffen würde. Diesen Befehl habe er gegeben, um seinen Leuten zu zeigen, daß es ernst sei.— Der Vorsitzende hält dem Ange- klagten vor, daß die Zeugen in der Voruntersuchung nichts davon ausgesagt hättsn. daß ihnen dieser Befehl gegeben worden sei, auch Plünderer zu erschießen.— Ma r l o h: Ich kann mich jetzt nach weil die Matrosen glauben sollten, er sei der Zahlmeister L i e tz a u, der ihnen die Löhnung auszuzahlen hätte. Bei der Schilderung der Vorgänge in der Französischen Straße sagt Marlöh dann weiter aus: Ich bin mit meinen Leuten, etwa 50 Mann, auf zwei Lastautos bis zur HodwigSkirche gefahren und habe dann in der Dunkelheit das Haus besetzen lassen. Die ersten Matrosen kamen gegen 8 Uhr. Zuerst kamen sie einzeln, dann zahlreicher.— Vorsitzender: Ist Ihnen bekannt, das Härder, der zwei Pistolen bei sich führte, auch einen Waffenschein hatte?— Der Angeklagte: Das weiß ich nicht. Die Leute mit Waffen hatten teilweise einen Waffenschein der Kommandantur Mir war aber bekannt, daß nur der NoZis-ÄuSweiS oder der rote Ausweis zum Waffentragen berechtigte. Einer der Matrosen, der Waffen 'bei sich führte, war im Besitz eines solchen Ausweise? und er ist auch nicht erschossen worden. Wie dir Festnahme der einzelnen Personen vor sich gegangen ist, kann der Angeklagte nicht angeben. Er er- klärt aber, daß etwa 20 Prozent heftigen Widerstand leisteten. Heftig widersetzten sich chrer Festnahme etwa 8 bis 10 Personen, vier weitere hatten Schuhwaffen bei sich. Diese Leute, etwa 13 Mastn, wurden in der Dunkelkammer festgehalten. Marloh beiont, daß er unter den damaligen Umständen den Be- griff„Waffen" dahin habe auslegen müssen, daß auch Dolchmesser und äljnlichs Messer als Waffen anzusehen waren. Etwa 75 Proz. der Festgenommenen seien im Besitz derartiger Messer gewesen.— Vors.: Wohin haben Sie diese Waffen abgeliefert?— A n g e k l.: Meinem Vorgesetzten, Oberleutnant v. Kessel. Um 11 Uhr, sagt Marloh weiter aus, waren etwa 150 Matrosen festgenommen, um 12 Uhr 300. Kurz vor 12 Uhr habe er den Befehl gegeben. keinen Matrosen mehr hinein zu lassen, da er sie nicht mehr unterbringen konnte.„Ich verfügte bei dem Unternehmen über 59 Mann. Ich konnte auch nicht mehr Leute zu der Streife ge- brauchen. EL war ein Fall, in dem ich mich auf jeden einzelnen Mann verlassen mußte." (Fortsetzung in der Morgenausgabe.) Mus aller Welt. Wie die englische Parteipresse Leser wirbt. Das linkssosialistische einzige große Tageblatt der englischen Arbeiterichaft, der„Daily Herald", rst, nachdem er im Kriege eingegangen war, wieder er- standen. Er hat eine Auflage bis zu 500 000 erlebt und man will eine be'ondere Ausgabe davon im industriellen Norden Englands herausgeben. Das Blair arbeitet mit eigenailigeu Mitletn: ein sehr nn, fangreicher Sponte»l, viele innerengliiche Nachrichten, Bilder von CbampionS und Tagesberühmlheiten. In der Nummer vom 18. November finden sich u. a. folgende Bilder: Le'uch eines arabischen Prinzen in einer. Belfosier Spinnerei, der fchwerkranle Jockey de? Königs von England und das Töchterchen des amen- kaniichcn Abgeordneten CorliS-Nolan(das von der belgischen Königin geküßt wurde). von 300 Hark an « 1- n. 2-Sto-EinrfcMifflp Bar oder Kredit! Möbel-Gross j Ä*** Große Franklnrter Str. 141 . Inralldcnstr. 5, tlng, Aokerstr. Zefeliingsbedlngungcn r«ch Wunsch. QrcSte RCcksicbt hei ArDcjislossticelt u. Krankheit Krlcessnle'he u. Scarclr.lae. nehme In Zahionr, ftf. aastet! 3»Slr.'£eKj I. jngWg«, i-'Iiff It. Preist. E. Degener, Ostseefifchcrel, Sminmüiiie ia. Sott. che»» Mit' unter recht peinlich ist es, wenn man Fremdwörter hört ohne sie zu verstehen. oder gar gebraucht und falsch aussnricht. Erlösung bringt Osk. Kresses neues glänzend empfohlenes Freiiidwürterbucli enth. ca. IS 000 Fremdwörter mit genauer Verdeutschung und Aussprachebezeichnung, ferner über VOO Vornaraen mit Angabe d. Bedeutung. Bezug geg. 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