Nr.619. 36.Iahrg. Bezugspreis: vicrteljährl. 10,50 iJU„ monatL 3,50 MI. frei ins Sans, ootaus zahlbar. Postbezug. Monatlich 3,50 MI. exkl-Zu- flcUuiigsgebühr. Uiliee Kreuzband für Neutschland und Oesterreich- Ungarn k,75 MI. für das übrig- Ausland lv.7ö Ml., bei täglich einmal. Zustellung S.75 Rk. Postbestellungen nehmen an Dänemarl, Solland, ünremburg, Echweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Poft-Zeitungs-Preisliste. Oer.Vorwärts� mit der Sonntags- bellags.Boll u. Zeit" erscheint wochcn- «ägiich zweimal. Sonntags einmal. Telegralmn-Adrefse: �Sozialdemokrat Berlin-. Morgen-Ansgabe. Nerlinev Nolksbleitt �ISpksnnis) Anzeigenpreis: Die achtgeivaltene NonpareMezeile lostet ILO M., Teuerungszuschlag 00«/> �kleine Auzeigeu-, das ictt- gedruckte Wort 75 Pfg.(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 50 Pfg. Stellengesuche und Cchlafftellenanzcigen das erste Wort kö Pfg. ledes weitere Wort 40 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Es gibt wohl keinen Menschen in Deutschland mehr, der an die großen Worte von Gerechtigkeit glaubt, mit der die Chefs der Hauptmächte der Alliierten den Waffenstillstands- und den Friedensvertrag umkleidet haben. Vielmehr ist bis in die letzte Hütte die Ueberzeugung gedrungen, daß es der Wille der ehemaligen Feinde Deutschlands ist, das deutsche Volk zu zertreten und zu versklaven. Die Note Clemenceaus spricht in ihrem Schlußsatze von dem noch nicht gebesserten deutschen Gewissen. Das deutsche Gewissen hatte sich in Gefaßtheit mit der Niederlage Deutschlands abgefunden.„Der Ausgang des Krieges hat uns ins Unrecht gesetzt und wir wollen mit aller unserer Kraft gut machen, w a L wir schuldig sind." Das war die Grundstimmung des deutschen Volkes. Wenn sich diese Stimmung durch fort- gesetzte Schikanen und Beunruhigungen seitens der Entente und namentlich durch die gehässige Politik in der Kriegs gefangen enfrage immer mehr verliert, so ist das nicht deutsche Schuld, es ist die Schuld der Entente! Es scheint, daß man die Stimme der Empörung im deutschen Volke absichtlich verstärken will, um immer neue Vorwände zu ungerechter Bedrückung zu haben. Macchiavelli lehrt, daß man den unterlegenen Gegner entweder so behandeln muß, daß man in ihn einen guten Nachbar haben kann, oder daß man ihn vernichten muß und ausrotten. Wer in Deutschland ist sich im Zweifel, welche der beiden Maximen die Entente befolgt? In der letzten deutschen Note ist ausgesprochen, daß die Entente unsere Kriegsgefangenen für alle Sünden der deutschen Regierung büßen lassen will. Jede Note, die aus Paris kommt, zerrt immer wieder neue Beschwerden gegen die deutsche Regierung herauf,«sind sich die Alliierten, die den Völker- bund als Instrument des ewigen Weltfriedens geformt haben, klar, welche Saat man groß zieht, wenn man ein zahlreiches Volk gewaltsam ins Elend stößt und jeden Versuch, das Leben zu retten, brutal unterdrückt? Die Note über die militärischen Streitkräfte Deutschlands ist eine Ergänzung der Maßnahmen, die in Deutschland den Glauben an den schroffen Vernichtunngswillen der Entente immer mehr gefestigt haben. Wenn man den Friedensvertrag advokatorisch-knifflich auslegen will, dann könnte man der Entente vielleicht das formale Recht zusprechen. Daß diese den Friedensvertrag aber loyal unter Berücksichtigung der eigenartigen Verhältnisse in Deutschland auslegt, kann nicht angenommen werden. Sie muß durch ihre zahlreichen Militärmissionen in Deutschland und durch ihren umfangreichen Nachrichtendienst genau unterrichtet sein, auf� wie schwachen Füßen angesichts der drückenden Not, die auf dem Volk lastet, die öffentliche Ordnung und Sicherheit in Deutschland steht. Man kann für anormale Zeiten nicht mit dem Schutz rechnen, der in uormaleu Zeiten ausreichend war. Die starke Lockerung der öffentlichen Moral macht besonders starke Schutzmaßnahmen notwendig. Die Entente muß genau wissen, daß wir nicht mehr mit dem früheren Grcnzüberwachungs- und Polizei- personal auskommen können und daß auch die 100000 Soldaten, die man uns lassen will, die Lücken nicht auszufüllen vermögen, die jetzt gefüllt werden müssen. Die Einwohner- wehren und das System der Zeitfreiwilligen wie die Polizei- truppen sind Organisationen, die nian notdürftig als M i n- d e st b ü r g s ch a f t e n für die öffentliche Ordnung neben dem kleinen Söldnerheer in Deutschland geschaffen hat. Putschabsichien, die ernst zu nehmen sind, bestehen in den rechtsstellenden wie in den linksstehenden politischen Kreisen. Je schwächer die Schutzkräfte der Republik sind, desto stärker müssen die Segel der Hoffnung jener Kreise schwellen. Wenn diese sich stark genug fühlen werden, ist die Umsturz- g e f a h r und damit natürlich der B ü r g c r k r i c g in un- mittelbare Nähe gerückt. Was die Entente gegen eine all- deutsche Regierung unternehmen würde, ist uns klar. Klar auch sind uns ihre Schritte, die sie nach dem Vorgang in Rußland gegen eine bolschewistische Regierung unternehmen würde. Das Verhalten der Entente, dxr blinde Haß und Vernichtung'swille treiben Teutschland der Verzweiflung immer stärker i» die Arme. Sie scheint nicht zu ahnet!, welch gefährlichen sozialen Bazillus sie in ganz Europa züchtet. Ahnen sollte sie wenigstens, daß ein zerrüttetes und verelendetes Deutschland Die öotschaft Wilsons. Washington, 2. Dezember. Präsident Wilson erklärte dem Kongreß, daß der Friedensvertrag später in einer befände- ren Botschaft besprochen werden wird. Er gibt allgemeine Ratschläge für die jetzigen Maßnahmen zur Bekämpfung der hohen Preise, der unruhigen Stimmung in der Arbeiterwelt und des Radikalismus sowie zur Zurückführung des Lebens der Ration auf Friedeusgruudlage. Außerdem empfiehlt Wilson ein« Neuregelung der Zölle und wenn die Bereinigte» Staaten ihre Ausfuhr, für die Europa jetzt nicht iu Gold zahlen könnte, beizubehalten wünschten, so müßten sie die Einfuhr er- leichtern. In der Botschaft werden alle Bestrebungen der Ar- beiter in sehr sympathisck>er Weise besprochen. Zum Schluß richtet Wilson an alle diejenigen, die die Reformen durch U n o r d- nnng und Revolution zu stören suchen, ein Wort ernster W a r«> u n g. Laut Preßbureau Radio forderte Präsident Wilson in seiner Botschaft an den Kongreß ein endgültiges Programm zur Herbei- führung einer Besserung der Lage in der Arbeiterwelt. Er erklärte, das Recht des einzelnen zum Streik bleibe unangetastet. Es be- stehe jedoch ein alle überragendes Recht, nämlich das Recht der Re- gierung, das gesamte Volk zu schützen und ihre Macht gegen die Herbeisührung eines Krieges anzuwenden. Tic im Völkerbund niedergelegten, die Arbeiterfragen betreffen- den Grundsätze böten den Weg zum Friede» und zur Bersöhnung der Jndustrir. An rinrr anderen Stelle der Wilson-Botschaft heißt es: Die neue Welt, in der wir leben, ist voller Hoffnung und Aussichten für das amerikanische Geschäft, wenn wir nur die Borteile, die sich uns bieten, ergreifen. Der Krieg hat unserer Abgcsondcrtheit ein Ende bereitet und uns eine ernste Pflicht und Bcrant- wortung übertrage«. Der Handel der Bereinigten Staaten muß sich auf dem Weltmärkte ausdehnen. Die Botschaft Wilsons schweigt sich über den Punkt, der das Interesse der ganze» Welt auf seine Botschaft konzentriert hatte— über den Frieden— aus. niemals die Hoffnungen wird erfüllen können, die sie mit der Verivendung deutscher Produktionskrast für den Ausgleich der europäischen Kriegsschäden gelegentlich der Fricdensver- Handlungen ausgesprochen hat. Die militärische Note. Dem deutschen Vertreter in Paris ist folgende Note der Alliierten und Assoziierten Negierungen vom 1. Dezem- her zugegangen: „Alle bis heule eingegangenen Nachrichten besagen über- einfrimmend, daß die deutsche Regierung seil einiger Zeit die Entwicklung ihrer militärischen Streitkräfte vorbereitet und ver- wirtlicht. Außer der Reichswehr werden unter dem Namen„S i ch e r- heitspolizei" stehende Streitkräfte geschaffen, die sämtliche Kennzeichen und den Wert auserwählter militärischer Streitkräfte haben. Diese Streitkräfte werden von Stäben befehligt und verwaltet, die aus militärischem Personal zusammengesetzt sind. Die Formalionen haben sonach, obschon sie dem Mini- sterium des Innern unterstellt sind, einen Charakter, der ihrer angeblichen Bestimmung als Polizei widerspricht. Ihre Aus- stellung verstößt gegen Artikel 162 des Vertrags. Außerdem bildet Deutschland unter dem Namen„Zeitfreiwillige" und„Einwohnerwehr" Reserven, die Kontrollversamm- lungen und militärischen Uebungen unterworfen und mit Waffen- und Munitionslagern versehen sind. Ti0 wideriprichi das den einfachsten Grniidiätze» von Recht und Billigkeit.(Anhaltender Beifall rechts und im Zeiitr.) Eine vollkommene BeziehungSlosigkeit des Staates zur Kirche mützte zum Schaden des Staates ausschlagen.(Lebhästes Sehr richtig! recht« und im Zentrum, lebh. Widerspruch links.) Di« Religion ist die geborene Hülcrin des Gemeinssnns.(Widerspruch links.) In den vergangenen Monaten ist nicht der Gemeinfiim, sondern der KlassenegolsmnS an der Arbeit gewesen, der eine Klassenherrschaft wie küher, nur mit vertauschten Rollen, erstrebte. (Lebhafter Beifall rechts, andauernde große Unruhe links.) Di« polizeistaatlichen Beschränkungen der Kirche müsien fallen. (Mmister Haenisch stimmt zm) Von der Weltanschauung der Bor- rednerin und ihrem Schulprogramm trennt unS eine unüberbrückbare Kluft. Die Erziehung wird bestimmt durch die Auffassung des Lehrers von Sinn und Ziel dcS Menschenlebens. Wer sie im Jenseits� findet, wird sich mit den hier vorgetragenen pädago» gischen Auffassungen nicht einverstanden erklären können. Unsere Auffassung wollen wir niemand aufdrängen, aber sie uns auch von keinem anderen beeinträchtigen lassen.(Unruhe links.) DaZ erlragen wir nicht I Jeder soll diese Dinge nach seiner Fasson schiedlich-friedlich regeln. Mit der Reichsverfassung soll ernst ge- macht und nicht als einzelner Begriff doppelt und dreifach unter- strichen herausgenommen werden. Wir wollen die Gegensätze nicht vertuschen, sondern mit aller Ehrlichkeit auskämpfen, weil wir wissen: der Wahrheit gehört schließlich der Sieg.(Lebhafter Beifall im Zentrum.) Abg. V.Rade(Dem.): Gegenüber der Forderung herrscht bei den Mehrheitssozialisten ein merkwürdiger JndifferentismuS. Die Verantwortung des Staates in der Trennungsangelegenheit ist sehr groß. Die finanzielle Regelung muß jetzt vorgenommen werden. Die Ablösung geschieht aber nicht durch die Grausamkeit der Plötzlichen, völligen Streichung des Kirchenhaushalts, wie das die Unabhängigen verlangt haben. Die LoSlosung muß unter Wahrung der kirchlichen Rechte vor sich gehen. Trotz der Tren- nung wünschen wir, daß Wechselbeziehungen zwischen Staat und Kirche weiter bestehen. Die Kirche darf aber keine Parteipolitik treiben. Häufig hat man jetzt schon Angst in die Kirche zu gehen, weil man dort nur politischen Zank hört. Nach der Trennung von Staat und Kirche ist die Gefahr der Vergewaltigung gegeben. Der Staat hat die Pflicht, dem vorzubeugen. Jede falsche Be- Handlung des Kirchenproblems dient zur geistigen und morali- fchen Entwurzelung der Menschen. Abg. D. Klingemann(Dnatl. Vp.): Die Generalsynode darf nicht außer Kraft gesetzt werden. Bei kirchlichen Wählen müssen Entkirchlichte ausgeschlossen sein. Wir haben in Preußen einen Kultusminister, der keiner Religionsgemeinschaft angehört. Wo soll da das Verständnis herkommen? Wir wollen eine freie Kirche, die nach Durchführung der Trennung ihre eigenen Wege gehen kann. Minister Haenisch: Eine allgemeine Aussprache über das Verhältnis zwischen Kirche und Staat zu entfesseln, liegt mir fern.'Im Interesse der Koalition ist es besser,, nicht daraus einzugehen. Gegen manche Bestimmungen des Schul- und Kirchenkompromisses habe ich leb- hafte Bedenken gehabt. Nachdem er aber Geltung erlangt hat, erkläre ich ihn mit denkbar peinlichster Loyalität durchzuführen. (Beifall im Zentrum.) In der religiösen Erziehung ihrer Kinder sollen die Eltern völlige Freiheit haben. Dr. Lauscher hat gegen- über einer wüsten und widerwärtigen Hetze in der Zentrums- presse festgestellt, daß meine Rede in Maria Laach ein hohes Anerkenntnis der Bedeutung jener religiösen Stätte darstellte. Ich bin kein Atheist und wenn ich es wäre, würde ich keine Propaganda damit treiben. Eine unmittelbare Einwirkung auf die Ausgestaltung des kirchlichen Wahlrechtes durch die Generalsynode für die kommende devfassunggebende Kirchenversammlung steht der Regierung, weil es sich um eine innerkirchliche Frage handelt, nicht zu. Die Landesversammlung kann aber dem Kirchengesetz, wenn es in einer sie nicht befriedigenden Fassung von der Generalsynode verabschiedet wird, die Bestätigung ver- sagen. Die Regierung empfiehlt den kirchlichen Organen drin- gend die Berücksichtigung der Wünsche der kirchlich freier ge- sinnten Mehrheit der evangelischen Bevölkerung.(Beifall.) Abg. Dr. Bölitz(D. Vp.): Aus Gründen der Agitation können wir uns darüber freuen, daß der Minister durch seine Erlasse einen allgemeinen Wirrwarr angerichtet hat. Die Durch- führung der Demokratie im Schulwesen bis in seine feinsten Verästelungen scheint uns vollkommen unmöglich. Abg. Prelle(D.-Hannov. P.): Sozialismus ist keine Religion. Die christliche Kirche hat unsere Kultur auf die Höhe gebracht. Abg. Dr. Lauscher(Zentr.): Der Minister hat mit der Be- merkung, ich hätte nicht genügend Rücksicht auf die Koalition ge- nommen, den Kriegspfad beschritten. Verbindliche Worte und Versicherungen könnte uns nicht zufrie- den stellen. Es ist für uns unerträglich, wie die Kirche aus ihrer bisherigen Position Schritt um Schritt verdrängt wird.(Beifall im Zentrum, Unruhe links.) Gegen eine solche Schul- und Kirchenpolitik werden wir uns aus religiösen und GewisseuSrück- sichten zur Wehr setzen.(Beifall im Zentrum.) Abg. Richert(D. Vp.) trat für völlige Autonomie der Kirche ein. Donnerstag, 11 Uhr: Weiterberatujig. Schluß 7,20 Uhr. jchi vorzuforgen, ist weife und vorieilhafi, it Ihnen jetzt bei uns noch eine ganz gewattige Auswahl zur Verfügung steht, fodaß jedem Wunsch Erfüllung werden kann. 2 praktische Weihnachtsgeschenke Vornehmer plüfchmantet aus gutem, weichen Velour ca. �20 cm lang unh ganz gefuttert SQO: * Jugendliche Jacke von außerordentlich flotter Wirkung au« apart gepreßtem Plüsch mit schmucken, Surt und hübschen Taschen 135. Königflraße 33 Chausseestr. 113 Km Vahohol Meccmdcrpla� Stettin« Lahatzsi Frisch clnjjerrolTen: Gebrannter Kaffee, Kakao, Schokoladen: Wan-Eta, Holländischen 1) rissen, div. Schweizer Schokoladen. Erbsen, weiße Bohnen, Perlbohnen, Bananentnehl, Maismehl, diverse Pfefferkuchen. 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Sonnt, j; Prinzessin vom Nil. Frledr.-WIlhPlmnt.Th. t1/, uhr Greteben. Kleines Theater. 7v,u:DieiiiiftertJirtEFraD Kl. Ki('lhauM. u! Albine nndAujnst oder; Freut Euch d. Lebens Kominchn Oper 7'/, u. Liebeszanber. Stg. 31/.: bchaarzwaldmädel. I.untsplplh&us' Arnold Rleck in: uhr: Der GroSslaili-KsvaliBr Xletropol-Theater. 7 Uhr: Sybill Sonntag 3U.: Charleys Tante mit Thielschcr Ofeaen Operetten hnns. fv,u. Die Dame vom Zirkus. Srhiller-Thcnt. f'harl. uhA Her ßund der Jugend. Thallit-Thcater ■nu v.-. Die Därrisclie Lielie. Tb. am VoUendorfplnta ZV«: Zar und Zimmermann. 7V« Uhr: JDcr-f/eX�cJTdßfe Theater des Weatenn TV, u.: Die Freu illi kemelig Sonnab. 4; Max und Moritz. Sonnt)'/«: Die lustige Witwe, Theater d. PHedncKifttadt 7%ü.: vier Einakter. Wallner-Theater uil? Eine Ballnacht. StgL�/« Oeisham.MiaWerber Residenz- Theater. Täglich V,8 Uhr: Evchen Humbreclit. Sonnab. 4; Häntel und Oretel. Sonntag 4 Uhr: Der gute Rul. Mittwoch 4 U.: Rotklppdien. Trianon-Theater. Täglich'/rf Uhr: MALksrscke. Von Ludwig Fulda. Sonnab. 4: Max und Moritz. Sonnt 4: Der LcbensBchliler. Mittwoch 4: Schneewiitchen. Caslno- Theater Lotfarlngerstr. 37. Tägl.'/,« U.; Scbniepeis Lene Berliner Volksstück I 3 Aufl. Vorher erstkl. Spezialitäten. Viktor Lfizek I. d Op. Sketch wBrwUcht.'> Stga«/,: Ein saubere« Kleeblatt Winter- Gatten Uhr; >* Rauchen gestntteti Theam, am Kottbuter T.r Ti-L Monnplsti 14 81«. Jed. Abend?>/, ühi Siüs-SMnser V fu.m. Mitgl. der Stefhner Sänfler. ksoDuL Dchni Sthi rrmaa PreiselTOll »hend- Progrimni l Klad ireil• Rsncbi u gestattet iiGtngen-.foBzati. Reg. T ic Uhr Voiverkl U- 11', u. 4— a Uhr Neue* Programm t Reiehstiall.-Ttieater 7>,, Uhr u. Eenntag nachm. 3 Uhr: Stettin. Sänger ndchm.ermitn.Pt Reichshdllen»S.: DSnhoH-Brettl. Volksbühne a.1»�!. 7V, Uhr: Paul Lange und Tora Parsberg. Lessing-Theater Direktion; Victor Bamowskv 7; Frl.Julle. Der grüne Kakadu (Durieux, Servaes, Fischer, Klöpfer, Veidt). Freitag 7: Peer Cynt. (Grünlng, Lossen, Sarvaes, Lind, Loos). Sonnabend und Sonntag 71/,: Pygmalion. (Durleux.Orüning, Hartmann, Heinich, Klöpfer. Salfner, Schnell, Gien.) Deutselies Kiinstler-Tlieater Allabendlich 7Vj- Cyprlcnne (Leop.Konstantin, Kurt Götz.) Walhalla-Theater. 7»/, Uhr: Das Gesetz. Theater Dir.: James Klein Friedrichstraße 218 1 7 /j SonnLSV, n. 7'' DnilbertreSüieiies Abott& Partner i Humorist. Akt Hann! Garden Trapezkünstlerin Lo Kittay der weltberühmte Gedankcnflber- trager, macht jed. Menschen willenlos. Zum I.Male a. ein. Varid�bühne 2 Bennos Exzentriker !4 Rougbys I 1 Fliegende Akrobaten 1 Gadbin's Todessprung aus der V. Etage Bernhard Trio Gymnastiker Klara Berat Illusionstänze 3 Salvano | Komische Radfahrer I Circasjfusci Donnerst., 4. Dez., ab. 7'/,: Die SeMensfahrt a. Motorräd. an steil.Wand sowie d. übr.Dez.-Progr.l! aXSÄE Morgen Freitag u. Dtg„9.i keine Circon-Vorst, nur Boxkinnte. Einlass: 6. u. 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Wunden: Löhmungen, sowie Sinderlahmung; Stoff- wechsetlrontheiten, Zuckerlrankheit usw.— Freiwillige briefliche nnd mündlich» Aver» lennungen früher behandelter und geheilter Patienten, die angaben, vor der Behandlung in unserer Anstalt anderweitig ohne Erfolg bc- handelt worden zu sein: i. Frau TN. Richter, Ber- lin-Moabit, Waldstraße SZ. Lungenleiden, Blut» \ nrmnt, TIervenschwache geheilt.— Z. Herr Georg Heinrich. Baumschulenweg, Baumschulen- straßc 29, II. Lungenleiden geheilt.— S, Frau tü. Blödorn, Söpenitl, Auguste-Vitloriastraße 24, herz-, Leber- n. Rierenleiden wiederholt ge- , beffert.— 4. Herr S. Enste, Restaur,. Ehnr- lotteubnra, Hnitenftr. 12, Ehronischer Mittel- l ohrlatarrh geheilt.— 5. Frort Grünberg, wei- l ! hensee, Lindenallee S. Von schwerem Asthma l I befreit.— 6. Frau M. Aoske, Berlin, Nollenaorf» straß» ist, I. Rheumatismus geheilt.— 7. Herr >-—..------------- Ringstraße 52a.| wiederholt erFrau E. hodorff, 1 Ilerven- n. Knochen- Frau prenh, luten in vier . rau O. herz- Feurigstraße Öl. Eiternd«| E. Ehrharöt. Gr.-Lichterf'.-ldc. gEhrouischeo hüffgelenNeideu »lgreich behandelt.— S, Frc ertin, Zlolberger Str. 26/2g Iterve Hantentzündung geheilt.— 3, F pantow, Damerowstr, S4. Lnngenbli Tagen vollständig geheilt.— ZV. Fra mann, Schöneberg. Feurigstraße Öl Fistel noch Bliuddarmoperotion lt. He!-----_'»MW Herr E. Ritter. Friedenau, Sponh I Don SniegeleuNetden geheilt.— 12. 6(56. trau V. Sohrmoser, Perlin, Brestauer Str. Z. Alle» Zbjahriges Herzleiden gehellt.— 13. Herr M. Anhner, Reiniltendors.wcst. Autonienstr. 8, Rieservereiterung geheilt.— 14. Frau h. Hagel, Sachsenhaafen der Oranienburg i. Marl Auterl.- Blutungen u. Rervenleiden geheilt.— 15. Frau Ww. Arltschler, Berlin, Mariendurger Straße 45. i varmgeschwnlsl geheilt.— 16. Frau des Herrn änspeltor» O. Heinrich, Berlin-Friedrichsselöe, logerviehhof. Von Geb.- Suielring geheilt. 1— 17. Herr Erich Bort, Berlin. Haveidcrgcr Sit. 15. Don Rieten- und Blasenleiden, Wassersucht, allgem. g roher Schwache geheilt.— 16 Frau Restaur. Hering, Berlin. Schönhauser Allee 67. Don I Basedowscher Rranlheit gehellt.— 13. Frau E. Popp, Berlin-Lichtenberg, Gärtnerstr. 10. Bon chron. Leiden, Herzschwäche und' Berftopsnng geheilt.— Herr lt. Sehlubih, Berlin, Caprwi- straße 24. Bon Gestchtstupus geheilt: vorher mit Radium erfolglos behandelt.— 21. verr A. hell- wig. B.-Borsigwalde, Ernststr. 25. Don Magen- goslhwuilt. Vor topf?iag und Zleroensdiwach« geheilt,— 22 Herr Milchhönbicr Srtert, Berlin, Greisenhagener Straße 26. Von gichtisch-rheumu- «sehen Schmerzen in Bein und Fußaclenl g«. heilt.— 26. Herr Gastwirt E. Michaelis, Ehar- lottenbnrg, Nullsir. 87. Bon chronischem Leber- leiden und Gelbsucht geheilt.— 24. Frau«. Rnorr. Berlin-Lichtenberg. Schanlweberstr.02. Von her, schwache, Leberunschwellung geheilt.— 25. Sohn Paul des Weichenstellers Herrn Wilhelm haffner, Berlin-Weslend, Dcamtenhau». Don schwerem Beinleiden geheilt. Bein sollte ab» > genommen werden. IgWU- Briefliche Origwal-Anerlennnngen von NN» geheilter Patienten stehen im Wartezimmer der Anstalt ans Wunsch zur Einsicht!— Getrennte Behandlungsräume für Damen und Herreu!— Sprech, und Behandluugszeit: 6—1, 4— J'/j Uhr. Sonntag und Feiertag: 3—1 Uhr." heUanstaltsbesther Professor P. Mistelsky approbiert im Ausland Berlin SÜO Iii, BrUckenstraße 10b am Bahnhof Jannowitzbrücke. SMAICn K Preisausschreiben. M Weit über hunderttausend Verse sind auf unser 5000,— Mark-Preisausschreiben eingegangen. Eine große Anzahl hiervon haben Prämien-Anspruch. Die ursprünglich ausgesetzten 5000,— Mark reichen bei weitem nicht aus, alle guten Verse zu prämiieren.— Wir haben uns daher entschlossen, die ausgesetzten 5000,— Mark auf 6000,— Mark zu erhöhen und zwar 200 Trostpreise ä 5,— Mark.— Gegen unsere Bedingung sind auch eine Anzahl Vierzeiler eingegangen. In Anbetracht, daß sich darunter ganz besonders gute und originelle Verse befinden, werden wir diese mit einer Extra-Prämie bedenken. In einigen Tagen beginnen wir mit der Veröffentlichung der prämiierten Verse. KRISCH GESELLSCHAFT m.. BERLIN. •M 9«- H i BtiBonten Vellen NOliM.?arÄ?i;«Ä.3~.J5 MDMMMMMM C. A. HERPICH SOHNE BERLIN W LEIPZIGER STRASSE 9-11 oo Vornehme Mass-Schneiderei für Herren Grosse Auswahl in modernen haltbaren Stoffen OO Herren-Wäsche und Unterzeuge Morgen- u. Schlafanzüge:: Woll. Socken:: Krawatten Steife und weiche Hüte Promenadengamaschen:: Reisedecken:: Sportjacken Schals Mützen:: Regenmäntel Augen aufl T ä g 1 i ah von 10-6 Uhr bin ich zu finden in Berlin W, Krausenstr. 56-58, Zimmert pt.(Hotel) wo ich— wie bekannt'— allerhöchste Preise zahle für alte Gebisse. Gewihnl. Platin-Zalm nicht unter M. 6,10 Platln-Stltt- u. Plattensühue bl. M.IOO.— (nach Gewicht) Platin Gramm M. 110.50 M bis) 72M VOOliEBe Berlin. Zigaretten Pro Mille von SR. 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Durch den Krieg ist unser gesamtes Transportmaterial der« mähen heruntergewirtschaftet worden, dah eine Reparatur daS Vielfache der früher notwendigen Zeit in Anspruch nimmt. Dazu kommt, daß wir daS beste Maschinen» und Wagen- Material an die Entente abliefern muhten. Der Mangel a n K o h l e tut sein übrige?, um ein schnelles Gesunden unseres Transportwesens zu verzögern. Trotzdem dürfen natürlich die maßgeblichen Stellen kein Mittel unversucht laffen. um den Leuten, die oft mehrere Stunden am Tage fahren müffen, um zu den Arbeitsstätten zu gelangen, dies« Fahrt nicht zur Lual werden zu laffen. Von den Arbeitern der Schwartzkopffwerke in Wildau wird lebhait Klage darüber geführt, daß sie die ein- stündige Fahrt im völlig überfüllten Zuge zurücklegen müffen. Die Ursache ist darin zu suchen, dah viele Abteile zerschlagene und manche überhaupt keine Fenster« scheiden aufweisen. Dah dies« Abteile bei dieser Witterung, vor allem wenn eS schneit und regnet, nicht benutzt werden, ist nur verständlich. Ein Beschwerdeiührer schreibt unS:.Sollte die Eisen bobndirektion kein GlaS haben, um die fehlenden Scheiben zu er« setzen, so könnte sie doch wenigstens die Oeffnungen mit Brettern oder sonstigem Material verschliehen.'— Hoffentlich trägt man diesem sehr bescheidenen Wunsche recht bald Rechnung. Die Arbeiter, die an der Strausberger Strecke wohnen und in Berlin arbeiten, klagen darüber, dah der um b*1 Uhr früh von Fredersdorf abgehende Zug fast täglich mit grohen Ve-rspätungen in Berlin eintrifft. Den Leuten entstehen dadurch natürlich grohe Unannehmlichkeiten mit den Unternehmern. Die an dieser Strecke liegenden Gemeinden wollen sich beschwerdeführend an den Minister wenden. Auch aut der Anhalter Strecke bestehen recht unliebsame Zustände. Für die in Jüterbog, Luckenwalde, Trebbin ui'w. wohnenden Arbeiter, die in Berlin beschästigt sind, kommen morgens zwei Züge in Betracht, die fabrplanmähig um 6 Ubr bzw. 7.47 in Berlin eintreffen. Seit der BerkehrSsperre ist der Frübzug ausgefallen. Eine Eingabe der Trebbiner Arbeiter an die Eisen- bahndireltion Halle um Beibehaltung dieses Zuges oder Eittlegung eines BendelzugeS von Jüter- bog nach Berlin war erfolgto«. Der einzige noch verkehrende Zug ist natürlich kolossal überfüllt und kommt häufig mit so grohen Verspätungen in Berlin an, dah eS den Arbeitern kaum möglich ist, vor 0 Uhr ihre Arbeitsstätten zu erreichen. Dagegen verkehren in der Zeit von 6—0 Ubr abend? drei Personenzüge von Jüterbog nach Berlin. Da in den meisten Betrieben die Arbeitszeit um 7 bzw. 7l/t Uhr beginnt, ist e? dringend notwendig, in den Morgenstunden wieder zwei Züge ver- kehren zu laffen. Wir hoffen, dah dieser kleine Hinweis genügt, um die Behörden zu vcronlaffen, nach bestem Können wenigstens die gröbsten Uebelstände abzustellen. Die Trausrfeier für Paul Marx. Im städtischen Krematorium an der Gerichtsstrahe fand am Mittwoch vormittag 1l Uhr die Trauerfcier für den verewigten Volsitzenden de« ReichSvei bände« der deutschen Preffe, Paul Marx, statt. Am Sorge sprachen: B-rlagSdirektor Georg Bernhard im Nomen des NeichsverbandcS, Dr. Mübling für das Verlag«- hau» Scherl. Dr. Michaeli«, für den Berein Berliner Preffe, Freiherr von Biedermann' für den Bezirksverband Berlin- Brandenburg im Reichsverband der deutschen Presse. Sodann er- griff Ministerialdirekior Rauscher, der im Namen der Reichs- regierung und ihrer Preffeabteilung«inen Kranz am Sarge nieder- gelegt batic. das Wort, um dem Manne, der in all keinem hervor- ragenden Wirken und Schaffen, seine Persönlichkeit immer io ganz in den Hintergrund treten lieh, dah die grohe Oeffenllichkeit ihn kaum kannte, den Zoll ehrenden Gedächtnisses darzubringen. Nach weiteren Gedächtnisreden versank der Sarg unter den Klängen de« Haendelschen.Largo" in die Tiefe. Geldspenden für Deutschösterreich. Die Gesandlschaft der Republik Oesterreich bittet alle, die ihr nmitlelbar für die bedränglen VoliSgenoffen in Deuischösterreild Geldbetrag« zukommen laffen wollen, diese beim Bankhause McndelSiodn& Co., Berlin W 60. Jägerstr. 49/60, aus da« Konto .Hilfsaktion für Oesterreich' einzuzahlen. Ueber alle solche Einzahlungen wird von der Gesandtschaft quittiert werden. Das Cornelius-PalaiS eröffnet und geschloffen. DaS kurze Dasein von etner Nacht hotte«in neues Vergnüpungslokal der Lebewelt im alten Westen Berlin». Während an anderen Stellen Inhaber gröberer Räume Zwangseinquartierung aufnehmen und sich auch Umbauten zur Schaffung von Wohnräumen gekallen laffen müffen. kam ein Herr Perleberg auf den Gedanken, trotz aller Wohnungsnot die Prächteliche Villa in der Corneliusstrahe 8 zu einem VergnügungSlolal umzugestalten. Im ersten Stock schuf er mit einem grohen Kostenaufwand einen prächtigen Spiegel- iaal und Barräume. Den zweiten Stock richtete er als Heim für einen Trabrennklub ein. Da« Ganze nannte er CorneliuS-PolaiS. Zum EröffnungSabend hatte er zahllose Ein- ladungen an ihm geeignet erscheinende Kreiie ergeben laffen. Gegen 600 Verionen folgten der Einladung. Unter den Gäsieu sab man neben nam b a fte n Herren auS der Finanz- und Hanchelswelt auch reichlich viele Damen der Lebe- weit. ES gab auserlesene Speisen und Getränke in Hülle und Fülle, allerdings zu entivrechend hohen Preisen. Für die Unterhaltung sorgten eine Musikkapelle, Rezita- torem Sänger und Sängerinnen und ein Tänzer- paar. Die Gesellschaft selbst huldigte in dem Spiegelsaal eifrig der Tanzkunst. Die Eröffnungsfeier gestaltete sich zugleich zur Schluhfeier. Der Polizeipräsident von Berlin hatte für das Vorgehen des Herrn Berleberg kein Verständnis und schloh ihm gleich nach der ersten Nacht fem Lokal._ Wohin mit dem Müll? Die Schwierigkeiten der Müllbcseitiguna babe« in den Groh- städten immer mehr zugenommen. Groh-B-ilin muh bei täglich '/» Kilogramm Müll pro Kopf eine tägliche Müvmenge von zwei Millionen Kilogram« beseitigen. Für die B e r st a d tl i ch u n g der Müllabfuhr ist auch die Frage.wichtig, welche Art der Müllbeseitigung und Müllwerwevtuna sich am meisten empsieb't. Die Hauvlschwierigkeit /besieht jp iür die Groh- siSdte in dem Transport nach auherhalb.' Gesiern hielt im Berliner Stadtverordneiensaal der Schöneberger Stadtbcmrat Schiller einen durch Lichtbilder unterstützten Vortrag über Müll« abfuhr und Müllverbrennung, der einen Weg zur Lösung zeigen ivollte. Er verwarf Lagerung auf Abladeplätzen als iür die Grohstädte zu kostspielig und gesundbeit»- widrig. Diese Mängel besteben auch bei Sortierung de« Müll» und Trennung de« noch Verwertbaren von dem Unverweribaren. Die Verarbeitung de« Müll« zu Düngemitteln schein» dem Redner gleichfall« nicht da» für Grohstädte richtige Verfahren zu sein. Er trat ein für Verbrennung des Müll«. Die dabei gewonnene Wärme ist zur Erzeugung elektrischen Stroms zu verwerten. Bei MMverbrenunng würde Groß-Berlin jährlich 9200 Waggon« Steinkohle sparen. Au« den lehr bedeutenden Schlackerückständen laffen sich Bausteine herstellen, die bei dem jetzigen Baustoffmangel sehr willkommen wären. Nach den früheren Miherfolgen der versuche mit Müll- Verbrennung haben die letzten Jahre grohe Fortschritte in der Müll- verbrenniingStcchnik gebracht. Banrat Schiller hält daher die Lösung dieier Frage jetzt für leicht. Schöneberg ist dabei, eine MüllverbrennungSanstalt zu bauen.— Luch Berlin mutz sich nächsten« über diese Frage entscheiden._ Die ersten Weihnachtsbäume stnd da! Aus dem Platz hinter dem Steuerhäuschen Hai stch auch in diesem Jahr der Grohmarlt für Weihnachtsbäume aufgetan. Soweit da« Temvelhofer Feld an dieser Stelle nicht von den neuen Lauben« und Gemüsegärten beansprucht tst, werden, wie in früberen Jahren, die Wagenladungen mit Christbäumen, mit Kieiern, Rot- und Weihfichten abgeladen, vom kleinen Bäumcken bis zum pier Meter hohen stolzen Riesenbaum für Säle und Maffenbescherungen. Die Preise stnd vorläufig weit höher als im vorigen Jahre. Großfener kam am Mittwoch au« noch unbekannter Ursache in Treptow zum Ausbruch. Es brannte an der Schlefifchen Brücke nahe der Spree die landwirtschaftliche Maschinen- bauanstalt von Karl Beermann G. m. b. H. A« die freiwillige Feuerwehr an der Brandstelle ankam, stand dort schon ein aroher Schuppen vollständig in Flammen. Diese hatten reiche Nahrung gesunden und gefährdeten die angrenzenden Gebäude. Mit vier Schlauchleitungen griff dje Feuerwehr, unterstützt von der Berliner Feuerwehr, tatkräftig und mit solchem Erfolg an, dah die übrigen Betriebe und Räume der grohen Fabrik unberührt blieben. Der Schuppen mit Inhalt konnte leider nicht mehr gerettet werden. Der Schaden soll bedeutend sein. 40 Jahre Parteimitglied. Die Genossin AugusteMakowiak. Eb rrlottenburg, Spohie-Tharloiten-Str. 21». die Dienstag 71 Jahre alt wurde, konnte zu gleicher Zeit aus eine vierzigjähriae Mitglied- schast in der Partei zurückblicken. Die Jubilarin ist in ihrem früheren Wirkungskreise in Magdeburg besonder« rührig für die Partei gewesen, aber heute noch arbeitet sie für die Partei, soweit die« die Kräfte zulaffen. Wir wollen hoffen, dah unser Veteran auch noch da» fünfzigjährige Jubiläum erleben möchte. Der diesjährige BorwärtS-Abreißkalcndrr ist trotz der stark er- höhten Auflage bereit» vergriffen, so daß neue Bestellungen nicht mehr angenommen werden tönnen. Kommnnalisterungen in den Vororten. Nachdem die Gemeinde Friedenau die Kohle über- sorgung der Einwohnelschaft in eigene Regie genommen hat. ist jetzt von den Lichtenberger Stadlvel ordneten ein Antrag an den Magisttat eingegangen, der die sofortige Uebeinahme der Milch-, Holz- und Kohlenversorgung der dortigen Bevölkerung in eigene Verwaltung bezweckt. Die Stadlverordnelen werden stch schon in ihrer nächsten Sitzung mit dieser Angelegnheit beschästigen. Von dm in Betracht kommenden Gewerbetreibenden ist eine lebhafte Protestbewegung gegen diese Kommunalisierung eingeleitet worden.— In- Neukölln wird die städtische Kleiderveriauisstelle erweitert, die sich bei der dortigen Bürgerschaft gut eingeführt hat, und ebenso hat die Stadtverwaltung bedeutende Mittel zur Herstellung städtischer Möbel ausgeworfen. Charlottenburg. Neue Stadtverordnete. Nach den Stadtrats- Wahlen und der dadurch erfolgten Mandatsniederlegung der Stadt- verordneten Gebert. Marzahn. Profeffor Dr. Krüger, Panschow, Groh. Klick und der Mairdalsnieder legung Frau Hedwig Hcyl sind auf Grund der bestehenden Wahlvorichläge als Ersatzmänner in die Charlottenburger Siadtverorduetenveriammlung eingetreten: für Gebert: Oberpostschaffner Theodor Noack lSoz.), für Marzahn und Prostffor Dr. Krüger: Fabrildirrktor Ludwig Neuhous und Frau Anna Cbarlotle Lindemann sBürgerlichs. für Frau Heyl, Panschow und Groh: Frau Christine Huber, Rektor Emil Köhler und Kaffendirektor Paul Müller(Deutsche Volkepartei) und sür Klick: Schriftstellerin Frau Luiie Kautsky(Unabh.). Neukölln. MandatSaiederlegnnz. Der Stadtv. M. Siever» (Unabh.s hat sein Mandat zur Stadtverordneienveriammlung nieder- gelegt, an seiner Stelle wird der Arbeiter P. Lieder in der nächsten Sta dtverordnc tenvers ammlung eingeführt werden. Lichtenberg. VolkSzählangSergeini«. Nach dem setzi vorliegenden Ergebnis der Volkszählung waren in Lichtenberg ortSanwesend: 1449�6 Personen(68489 männliche»nd 76497 weibliche). AIS .vorübergehend abwesend' wurden 2996 Personen(1871 männliche und 1424 weibliche) festgestellt, so dah laut Volkszäblunq die Ein- wohnerzahl am ZählungStagr 147 981 Personen betragen hat. Deutscher Tanz uud Deutsches Lied. Ueber diese« Tbema wird 1. Kapellmeister Eduard Mörike vom Deutschen Opern Hause aus Veranlaffung de» L. ichtenbergel städtis chen VolkSunter- baltungöauSschufseS am 8. Dezember.?>/, Ubr abends, im Festwale de« Realgymnasiums an der Parkaue einen Bortrag mit Tanzeinlagen. Volksliedern und Erläuterungen am Klavier halten. Mitwirkende: Fräulein Grete Margot, Ballettmeisterin am Friedrichtheater in Deffau und Fräulein Berta Hrllwing, Solo- tänzerin am Deutschen Overnhau'e. Karten im Vorverkauf sind in der städtischen Schirlabteilung. RathauSstr. 10. Baracke II und den mit Plakaten versehenen Geschäften zu haben. Eintrittspreis: 1.50 Mark. Potsdam. Ein schrecklicher Unglücksfall ereignet« sich im Haus« Hoditzstrahe 17. Die Brieiträgeriran Leuchtmann hatte ihr ieck« Wochen altes Kind in ein Körbchen unmittelbar in die Nähe de« Ofen» gesetzt, der stark überheizt war. Als die Fran gegen Mittag von ihrer Arbeit heimkehrte, fand sie da« Kind als Leiche vollständig verkohlt vor._ Grok-BerNner Lebensmittel. Berlin. Frische Vollmilch wird vom 4. bis 6. Dezember auf die Ltr.- Krankenkarten nicht ausgegeben. Dafür am 4. eine Flasche dänische Feümilch.— Für in der stell vom 1. Dcz. ISl l biZ 30. Nov. 1914 geborene Kinder gelanat in der Zeit vom 20. bis 30. Dez. gegen besonderen Bezug«- ichein eine Dose Malzertintt zur Ausgabe Die Bezugsscheine gelangen in der Zeit vom 6. biS 8. Dez. bei den Brotkommisflonen zur AltSgabe. Grsß-Serlkner partelnachrlchten. Parteifunktionare, Betriebs««nd Beamtenvertrauens- leute, Arbeiterräte der S. P. D. Heut« S Uhr, im„Patzenhofer Ausschank" (früher Pvcktranerci), Fidicinstr. 2/3: Allgemeine Funktionär- Versammlung. Tagesordnung: Der Kamvf gegen die Reaktion«nd die Einlgkrit der Arbeiterklasse. _• Der Bezirksvorstand. SI. C.chl«. ichreiber«. 6. Ja. Ihre iFrau.— M. L. 43. 1. La. 2. Zweiiechalt. 3. Wenden Sie sich an einen Rechtsanwalt.— St. 67. Kommen Sie In die Sprech stnnde, Veranlagung mitbringen.— A. Z. 100.'/.Ihres Einkommens, bei Bedürsiigkeit Ihrerseits weniger.— Ö. Wir kaufen lausend sümilicht rohen Felle nnd zahlen siir gute Kaum 6,— M. pro SHIit evtl. auch noch mehr. 20/6 PttachpaUcb Ä Co., Wallstr. 21/28 Fette Gänse FW. 10,8511. Fette Kustgänse.. 12.50„ Fette Enten M 8.85., Fette Kastenten« 11,50„ Tasche, Belle-Alllancestr. 9S u.Charlonenbg�kals.Pri«ilr.43 isolierten Kupterdraht, Litzen und Wachsdraht, kaaft höchstzahlend* Ingenieurbureau Schllchtlng Berlin W 8 Llnk&craBe 18 TeL: LQtzow 3703 und 8318 ßueiniaadlong Vorwärts G. m. be Ha Bsrlln SW. 88, LlndcaitnBa 3 Eine �randlegende Schrift de» Sozialismiis: UM Engels, Die Entwicklung: des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft 6. 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Prcuß, toenuneustt. 16.* All M MMll Iltlö lljckliAll bMlttll ergeht die Einladung zu 14 öffentlichen Versammlungen am Sonntag, den 7. Dezember l l vormittags pünktlich 10 Uhr- mit der Tagesordnung: „Beamtenschaft nud Reaktion" Beamte, Ihr sollr wieder das willfährige Vorgespann für den verfahrenen Karren der Reaktion bilden. Denkt itu die Unterdrückung. Denkt an die Kriegslciden. Denkt an die Rechtlosigkeit unter dem alten Regime. Wollt Ihr. dasi es wiederkehrt? Erhebt Enre Stimme! Zeigt Euch als freie Männer! Erscheint in Massen! Die Versammlungen finde» in den nachstehenden Lokalen statt: Habels Brauerei, Am Tempel- hofer Berg 8. Zentral-�feftsäle, Alte Jakobstraße 32. Bötzow-Brauerei, Prenzlauer Allee 242. Patzenhofer- Brauerei, Moabit, Turm-, Ecke Stromstraße. Kliems Festsäle, Hasenheide 14-15. Prachtsäle deS Ostens, Frank- surter Allee. Funkes Restaurant, Triftstr. 63 Pankow, Realgymnasium, Kisfioger Straße 12. Charlottenburg, Schillertheater, Festsaal. Grolmanstr. 70—72. Wilmersdorf. Oberrealschule am Hindenburgplatz. Tchöneberg, ComeniuS- Schule, Frankeustr. 10, Ecke Eisenacher Straße. Für Spandau. Potsdam und Cöpenick werden die Lokale au den Anschlagsäulen und im„Bor- wärtS" bekanntgegeben. ES werden sprechen: die Mitglieder der Nationalversammlung Börschmann, Giebel, Hellmann, Kotzur, Kronen. Krüger, Molkenbuhr, Steinkops. Die Miiglieder der Landesversommlung Heller, Jaqurt, Lüdemann, Ncumann- Allenstein, Nettmant�Z Königsberg, Neumann- Magdeburg. Außerdem die Kollegen Hübner, Matern, Noack, Woywod. . Ter Einberufer. Zeutralwerbeausschust für Beamte Bezirksverband Grost-Berliu. 3i/i9 Sozialdemokratische Partei Deutschlands._ Bund der technischen Angestellten und Beamte». Fachgruppe 0. ülllMM-«.SWM-llMWle »rettag, den 5. vezember, abend»» Ahr. la den Zeakrat-Aeftsalen, Alle Zalobstr. 30/32; AvgeWtev. fotPle Oes Aufüöjtspetjonöls. Tagesordnung: 7 Ter einzureichende Tarifvertrag. guttitt habe»»ollegen de, beiden Organisationen gegen vorjeigung ihrer Mitgiiedsbitcher bzw. Ausweis?. des am ö. August 1818 in Berlin- Reinicken- dorf verstorben enZimmermann» Uarl Muller. verheiratet gewcsen mit Auguste geborene Ebel, verstorben am 21. April 1899, wollen sich melden beim Generalvormund»arevl«,, Verlin-Neinlcleenaoet. Usuvt» »ir»Se«, Zimmer lg. 1173S» JUteQebisse Ms 1000 ZK. „Empor" ZWe 4.60 Vis 75 E Gold, Silber, PlaUaa kauft Frau Mtl. gionskirch. AWMe Lrts-S««M Zellis-VlUiim. Ordentliche Ansschustfitzung am Montag, 33..Dezember. abeodo T Ahr, im Sieftau. tont von Uoczyet, Berlin- Pankow, Ztreuzstr, 3/4. Tagesordnung: 1. Nerlefung der Niederschrift über die letzte Sitzung. 2. Wahl des Rechnungsau»- fchusses zur Prüfung der Iahresrechnung ftir ISIS. 3. Abänderungsanträge zur Dienstordnung. 4. Abänderung der Kassen- saüuna. o. Verschiedene Kafscnange- legenhettcn. Die Serren Vertreter der Arbeitgeber und der Berficher» ten werden gebeten, pünktlich zn erscheinen. 280/4 Ein Ausweis wird denfelden noch zugesandt werden. vor Dorstand. Olks Aihmann, Vorsitzender. ProMtfr-GeDOSsenselialt für Melall-aJolzbearbeitong Groß-Berlln«.0. m.b.H. Slufkerordentlichr am Montag, den 3S. Dezember, 4 Uhr nachm., in den gentral- F-sts-le». AU« Zalobstr. 32. Tagesordnung: 3. Vericht über die Lage der Genossenschaft a) finanzieller Teil b) technischer Teil. 1 Bericht und Anträge der Untcrsuchungskommission. 3. Bericht und Anträge der Satzungslommission. 4. Anträge. Senosscuschaftsduch legitimiert »AU- Pünktliche» Erscheinen i«d«» einzelnen Genossen dringend erforderlich. 47Zd k Der AutslchUrat t Scvwinzer, Schal lert Der Vorstand i Jflkoby, Haeck, Mmn Mfifte Zigaretten Lille Itirtra llavWbalk 83,12 überseeisch, lose und pakrttert. I L Katzensteio& Co., Wallstrafie 28. g-ntr. III 70. » Produktioos-Absatz-Konsu m senoKeaichatt. E. G. m. d. H. Durch GeneralversammlungsbeschluB vom 13. Nov. 1919 iit die Führung der Geschähe dem Genossen Karl Schmidt und Fritz Aueibach gemeinschaftlich abertraeen worden. Die Vollmacht des Genossen Ed. Paul Larisch, Berlin, L'rbanstr, 5. ist erloschen., Aufsichtsratsmitglieder sind die Genossen: Vorsitzender Wilh. Zabel, Charlottenburg, Kaiserin-Augusta-Allee 51, III, Heinrich Knoll, Charlottenburg, Kirchstr. 15 I, Willi Weidig, Charlottenburg. Kaiserin-Augusia- Allee 62 IV, Hugo Richter, Fichtenau, MoltkestraBe, Otto Neumann, Charlottenburg. Könlgin Elisabeth-Str. 6 a III, Ma- Kröger, Charlotienburg, Sickingenstr. 39 III, Albert Tischler, Charlottenburg, Ufnau- straile 14 III, Karl Ärenz, Berlin, Biflcherstr. SS III, Albert Garske, Berlin, Rostocker Str. 8. Das Bureau der„Empor" befindet sich Charlottenburg, Schillerstr. 87 II. Sprechst. des Vorstandes; Dienstag und Freitag von 4— 6 Uhr..., � 131 10 Als Syndikus der„Empor* Ist Herr Justizrat and Notar Rieh. Berg, Berlin, Friedrichstr. 47 I, bestellt. Der Autsicbtarat Der Vorstand Zabel. Schmidt, Auerbach. Neukölln, ich solide» Rrntenhaus . hr 1912. Oson-Heizuna. Micien M. 17 300 Preis M. 243000. Anzahlung M. 35000. 3.Zimmer. wohnaag wird für Säuser srel. �Villielm perhvttT, Mar tin-I�nthep-Straße H3. Nollendorf 35�1. Tegel. Uninweldar am Bahnhof habe ich solid gebaute, Rentenhau» sofort preiswert zu verkaufen, vsoa- Heizung. 1-3 Rim. Mieten M. 9 100, fteigerung». lähm. Preis M. 122 000. Anzahlung M. 22 000. «roher reeller Ueberschust. 100 Quadratmeter Garten mit Odstbäumen vorhanden. �Vilkelrn perl�vltT, Martin-Lather-Straße 83. Nollendorf 3521. Trauringel DUKATENGOLD 900 5 14 kar. Gold 585 gestempelt, 8 kar. Oold ST von Zl. 29,75 an. Verkauf direkt an Private I° Goldwaren« Fabrik � ��Hjünskodt ny.? Berlio, Uohrenstraße 16 �edÄ«� l Alcxanderatraße 14a, nahe JannowitzbrUcke.' Kottbuser Damm 24. 1 Chorlottenburg, Stuttgarter Platz 5, Taoenlzienstr. i. H SchBneberg;, Grunewaldstraäe 15. 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Growittbrot wird nicht aus Mehl, sondern nach dem patentierten Groß'schen Teig- bereitungsverfahren direkt aus dem Getreide— Roggen oder Weizen — in der hygienisch vollendetsten Weise hergestellt. Nach gründlichster Reinigung und Befreiung von der äußeren unverdaulichen Zelluloseschicht wird das Getreide unmittelbar zu Teig verarbeitet und in jeder üblichen Brotform verbacken. In ihrer Auswertung auf den Nährwert, die Bekömmlichkeit und den Wohlgeschmack sind die überraschenden Erfolge des Verfahrens durch amtliche Gutachten erster wissenschaftlicher Sachverständiger festgestellt,— Das Plakat ist in erster Linie für die Brotniederlagen bestimmt. Auszug aus den Bedingungen des Wettbewerbes. E» werden fünf Preis» k M. 300,— für die fünf von den Preisriehtem ausgo- wkhlten Arbeiten und überdies M. 500,— für die ans diesen fünf von der Direktion der VoUbrot-Verwertnngs-Gesellschaft zur Äusführung bestimmte Arbeit ausgesetzt. Die Entwürfe müssen mit der Aufschrift„Wettbewerb für Plakate" vorsehen, bis zum 2. Januar 1920, nachmittags 1 Uhr, bei der Direktion der Vollbrot-Ver- wertungs-Gesellschaft, Berlin W 62, Kleiststr. 31, abgegeben oder nach Ausweis des Poststempels bis nachmittags 1 Uhr des 1. Januar mit dieser Anschrift portofrei bei der Post aufgegeben worden sein. Die Preisrichter, die frühestens am 7., spätestens am 17. Januar 1920/ 9 Uhr vormittags, zusammentreten, entscheiden mit Stimmenmehrheit endgültig über die Zuteilung der Preise ohne nähere Abstufung. Welche dieser fünf Arbeiten den Extrapreis von M. 500,— erhalten soll, bestimmt die Direktion selbständig und verpflichtet sich, diese Arbeit auszuführen und zu verwenden. Die ausgewählten fünf Arbeiten gehen mit allen Rechten in das Eigentum der Vollbrot-Verwcrtungs- Gesellschaft über. Die Vollbrot-Verwertungs-Gesellschaft hat ferner an allen eingegangenen Entwürfen das Recht der öflentlichen Ausstellung und das Recht der Abbildung im Rahmen einer zusammenfassenden Veröffentlichung über den Wettbewerb. Die Preisträger sind verpflichtet, zur Ausführung verlangte kleine Aenderuneen kostenlos vorzunehmen. Das Urteil des Preisgerichts wird durch Yexöfientlichung in der Fresse bekanntgegeben. Prelsrichler x Das Preisnohteramt ist von folgenden Herren freundlichst übernommen worden: 1. Herrn Kunstmaler Panl Schenrlch, Berlin. 2. Herrn Dr. Jlax Oaborn, Schriftsteller, Berlin. 8. Herrn Kunstmaler Paul SIniinel, Berlin. 4. Herrn Dr. liefmdArfer, Schriftsteller, Berlin. 5. Herrn Stadtrat(itrosB, Direktor der Vollbrot-Verwertungs- Gasell- sohaft, Berlin. Der vollständige Wortlaut der Bedingungen wird jedem Künstler durch uns auf Wunsch kostenfrei zur Verfügung gestellt. .21/1 OasCIirisliispnibleiii MI! SfflÄ'SJIS.fJ"1 In einer eltsn orlenteliechen Bibliothek ist ein Dokument gefunden werden, dnf finn genau mitteilt, wer Jesae Christu» wer t ein Bondeibmder des Essfterbnndee. einer Ast Preimeuwvorelnigung. Es ist der Bericht des Ältesten dieses Bandes In Jerosslem en den Ältesten in Älezendriea. Ein chriitlicbor Priester versnobte bei der Entdeckung des Dokument ca vernichten, de sich die gensen mystischen Wandergeschicbtra Sur einmal gen« natürlich erklären. Die Verniehtang geteng Ihm aber nicht. Dieser histoHscbe Bericht ist In« Dantsehe Obersetst worden, mit •inera Vorwort ttber Pontina"Pilatus neub*art>eitet von Ferd. Schmidt. Kein Denkender wird das Werk unbefriedigt aae der Hand legen. Preis M, Z%_ tehäa M febaadea M, 3,—, Nachnabiac 60 Pft mehr. Höcherkateiog gratis,' QU Grosser Bücherkatalog gratis durebr Albrecht Donath, Verlag, Leipzig 42. I 1"Cer Ganze Wbhmmqs- Emrichtunqren stilgerechte Speisezimmer Herrenzimmer Vohnzimmer SChlAfii'mmer farbiqe Küchen Ledersofas. 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Metallkontor, �„ÄT/for138 1 Otts reinem orientalischen Tabak 16VV Stüä v. 226 M. an, Verlin O*7, Alexanderstr. 22, 9—5 Uhr Ausgang 7 iJUttMII. (Schluß auö der Abendausgabe.) Bors.: Haben Sie festgestellt, daß die Leute Dum�Dum-Geschosse bei fi-b batten? A n g e k l.: ES war unzweifelhaft L-Munition mit abgeknipster Spitze. M a r l o h schildert dann weiter seine Lage gegenüber den Ge- sangene»: Ich halte bereits 150 Gefangene und mußte vorstchtig fein. Ich telephonierte deshalb gegen 11 llhr an die dritte Streif« kompagnie und bat um Hilfe. Um 11,30 Uhr etwa kam Leutnant Schröter, der mir extra folgenden Befehl überbrachte:»Mit Schlappheit und Weichherzigleit kann man hier nichts machen. Ich soll energisch durchgreifen." Vors.: In wessen Austrag sagte das Leutnant Schröter?— A n g e k I.: Im Auftrag des Oberst Reinhard. Der Be« fehl ließ miw so klug wie zuvor. Ich stand mit meinen 50 Mann einer vielfachen Uebermacht gegenüber. Ich war damals über- zeugt, daß die Matrose« als Verbrecher anzusprechen seien. Da die Gefangenen unruhig waren, gab ich zwei Besehle: Es wird kein Wort gesprochen. Es darf keine Bewegung gemacht werden. Es wäre leicht ge- Wesen, uns zu überwältigen. Dann bekam ick außerdem noch Meldungen, daß sich Leute auf der Straße ansammelten, die eine feindliche Haltung annahmen.— Vors.: Wer brachte Ihnen die Meldung?— A n g e k l.: Ein Offizier der Telegraphen- truppe. Marloh schildert dann weiter, daß nach 11 Uhr Verstärkungen eintrafen, die ihn unterstützten.— Vors.: Haben Sie bemerkt, daß die Matrosen zusammensprachen und unruhig wurden?— Angekl.: Trotz meiner Befehle babe ich noch sprechen gehört.— Vors.: In einer Menge, die drei Stunden auf einem Platz steht, muß doch schließlich Bewegung hineinkommen. Oberleutnant Marloh erläutert dann in ausführlicher Weise, weshalb er «ine Musterung der Matrose« vorgenommen habe. Er erklärt:»Ich musterte diejenigen aus, die intelligent aussahen und infolgedessen eine Meuterei in die Wege leiten konnten." Vors.:.Hoben Sie nicht bedacht, daß inancker Arbeiter heute mehr verdient als ein Professor? Erklären Sie. wie Sie die Leute absonderten." Angekl.:„In der Dunkel- kammer befanden sich etwa 13 Personen, etwa 80 befanden sich in einem Zimmer, das nach dem Hofe hinaus log." Vors.:„Hatten Sie bei der Musterung schon etwas Bestimmtes vor?" Angekl.: „Nein, ich wollte lediglich die Ausgemusterten nach Moabit bringen. Dann kam Leutnant W e h m e y e r zu mir. Er sagte: „Sie sollen löv Mann erschießen". � V o r f.:.Sie haben früher den Befehl Wehmehers genauer präzisiert." Angekl.:„Jawohl, Wehmeyer, der mein Vetter ist. sagte, Du sollst erichleßen, soviel Du kannst; ich sollte 150 Mann erschießen. Das machte mir zur traurigen Pflicht, viele Menschen zu erschießen, widrigenfalls ich mich schweren Un« gehorsamS im Felde schuldig gemacht hätte." Vors.:.Was haben Sie denn zu W-Hmeyer gesagt?" Angekl.:„Ich war seelisch tief erschüttert und habe irgend etwas gesagt." Vors.:.Sie solle» zu Wehmeyer gesagt haben:„Was, 150 Mann erschießen? Du bist wohl verrückt." Angekl.:.Das ist wohl möglich. Ich mußte also nun Erschießungen vornehmen. Eine Verhandlung an Ort und Stelle war unmöglich. Ich hätte losen können, aber 150 Mann erschießen, das war zu viel. Ich wollte nur 30 Mann nehmen. So entschloß ich mich, unter den 80 Abgesonderten zu wählen. Vors.:„Nun kam doch Hauptmann Gentner?" Angekl.: Jawohl, Hauptmann Gentner kam zu uns und erklärte, unter den Gefangenen seien 80 Leute der Reichsbankbciatzung. für die er bürge. Ich sagte mir, Hauptmann Gentner könne doch unmöglich wissen, wer von den Leuten unschuldig war. Vors.: Wieviel Mann haben Sie nun zusammen mit Hauptmann Geniner auSge- sucht? Angekl.: Etwa 50. Es blieben also 30 Mann übrig. Ich ließ 13 Leute aus der Dunkelkammer herüberbringen, die mir als die allerfchlechtesten erschienen. Ich rief nun den rest- lichen 30 Mann zu. ob sich jemand von der Reichsbankbesatzung darunter befinde. V o r ß: Der erschossene Kuntze hat doch aber zu der Reichsbankkoinpagnie gehört und ist erschossen worden. Angekl.: Das bedauere ich. Dann hat der Mann nicht meinen Ruf gehört. Vors.: Gentner hat doch zu Ihnen gesagt: Es ist gut. daß ich zur rechten Zeit ge- kommen bin, um die Erschießung zu verhindern. Sie, Angeklagter. sollen gesagt haben: Es ist schade Herr Hauptmann, daß «le gekommen sind, sonst hätte ich die Schweinehunde alle erschieße« lassen. Hauptmann Gentner hatte am Tage zuvor noch die Reichs- bankbesatzung entwaffnet und von der Direktion eine Prämie erhalten. Angekl.: Das wußte ich nicht. Uebrigens konnte G-ntner auch nicht wissen, was die Leute in den Freistunden machten. Vors.: Gentner begrüßte doch einen davon, Lieh- n er. gab ihm die Hand und sagte: Gott sei dank, daß Sie noch leben und daß ich Ihnen helfen konnte." Angekl.: Ich bat Hauptmann Gentner, Leßner auszusondern. Vors.: Hauptmann Genlner bat sodann, die Leute frei zu laffen. Sie haben aber geantwortet. Sie haben gebundene Befehle. Zu den Erschießungen selbst erklärt der Angekl.: Ich fragte Offizierstellvertreter Penther, ob er die Erschießungen ausführen wollte. Ich tonnte dazu keinen O'fizier, sondern nur einen erfahrenen alten Soldaten gebrauchen. Vors.: Wußten Sie, daß Penther am Tage vorher von Spar- t a k i st e n ergriffen, an einen Laternenpfahl gebunden und miß» bandelt worden war? Angekl.: Nein, das erfuhr ich erst später. Ich sagte Penther, er solle 15 Mann nehmen und die Erschießungen ausführen. Ich als Führer mußte bei den Gefangenen bleiben. Vors.: Haben Sie aus dem Fenster nach dem Hof zu hinuniergerufen: .Wollen Sie nun diesen Befehl ausführen oder nicht?" Angekl.: Nein, ich paßte auf die Gefangenen auf, bis die ersten salven fielen.— Vors.: Haben Sie das Jammern der Leute gehört?— Angekl.: Ja. ich halte den Be- ichl zu den Erfchteßungen nicht bekanntgegeben, um nicht unmenschlich zu sein. Nach den ersten Salven ertönte furcht- b a r e s G e s ch r e i.— Vors.: Und nach den Salven kam S ch n e l l fe u e�r?— Angekl.: Etwa zwei bis drei Minuten. V ors.: Sie haben also dann über die Vorgänge einen Be- richt autgesetzt?— Marloh: Den ersten Bericht habe ich zu- samme» mit dem Staatsanwalt Zumbroich abgefaßt, der mir ,n kameradschaftlicher Weis« half. Der Bericht enthielt die volle Wahrheit. Er umfaßte eine bis anderthalb eng mit Maschinen- schrift g-ichriebene Seiten.— Vors.: Wo ist der Bericht ge- blieben?— Angekl.: Ich hah« ihn an meine vorgesetzte Stelle abgeliefert.. Wenn ich nicht irre, habe ich ihn Oberleutnant von Messel gegeben. Wo er geblieben ist, weiß ich nicht. Vors.:«le haben noch einen zweiten Berich! gemacht?— An- geklagter: Mitte März bat mir Oberleutnant v. Kessel er- klärt, da« ,m Swatsintercffe a«S memem�ersten Bericht der Hin- wer» auf die Befehl« meiner Vorgesetzte« wegfallen müßte. Das mutzte ich ,m vaterländischen Interefie auf mich nehmen. Ich sträubte mich erst gegen dieses Ansinnen, gab dann aber nach, und habe dann mit Oberleutnant v. K e n e l den zweiten Bericht gemacht. « Ii-■ erklärte ich, daß ich die Erschießung aus eigener Entichließung ans Grund des NoSke-ErlasseS vorgenommen habe. V o r s. E» ist also dann noch em dritter Bericht $ Marloh. angefertigt worden, der sich bei den Akten befindet?— Angekl.: Warum weiß ich nicht. Er ist von Staatsanwalt Weißmann im Beisein von Oberst Reinhard und mir angefertigt worden." Vors.:„Vor der Unterzeichnung dieses dritten BerichiS sollen Sie eine markante Aeußerung getan haben, die gegenüber dem- Obersten Reinhard, als Ihrem Vor- gesetzten, immerhin auffällig war." Angekl.:„Darüber, daß dieser dritte Bericht nicht der Wahrheit entsprach, war ich sehr erregt und habe mich in der Erregung zu der Aeußerung hin« reißen lasten: „Es ist eine Gemeinheit, aber ich will es tun!" Im weiteren Verlauf der Vernehmung richtet der Vorsitzende an den Angeklagten die Frage wann und von welcher Seite man an ihn mit der Aufforderung zur Flucht herangetreten sei. Angekl.: Seit Milte Mai drängte Oberleutnant v. Kessel be- ständig zur Flucht. Er erklärte, daß es im vaterländischen Interesse liege, wenn ich durch meiue Flucht eine Verhandlung unmöglich mache, und daß mein Aufenthalt in Berlin gefährdet sei. Ick weigerte mich entschieden, die Flucht zu ergreifen. Vors.: Dann soll Sie der in der„Freiheit" erschienene Artikel„Gute Zeit für Mörder" in größte Unruhe versetzt haben? Angekl.: Der Artikel hat mit meiner Fluckt nickt daS geringste zu tun. Ick habe mick vor Altentaten nickt gekürcktet und mich frei in Berlin bewegt, allerdings mit einem Revolver in der Tasche. Mein Wunsch war es. recht bald eine Verhandlung herbeizuführen und meine Unschuld darzutun. Vors.: Wer hat Sie davon verständigt, daß Sie durch Kriegs- gerichtSrat Meyer in Ihrer Wohnung verhaftet werden sollten?" — Angekl.: Ich möchte den Namen dieses Herrn, der mit der Sacke-wenig zu tun hat, nickt nennen, aber ick möchte darauf hin- weisen, daß ich verschiedenen Personen gegenüber immerfort ge- äußert habe, nicht entfliehen zu wollen. Oberleutnant v. Kessel redete mir dauernd zur Flucht z«, und beeinflußte auch in dieser Hinsicht seinen Onkel, den Pfarrer Rump. Ich hübe in jener Zeit die schwersten Stunden meines LebcnS durchgemacht und bin dann endlich am 2. Juni gegen meine Ueberzeugung entflohen. Oberleutnant v. Kessel bat mir LegitimationSpapicre und 5000 Mark übergeben. Auf Befragen des Vorsitzenden erklärt Marloh, daß er der Ueberzeugung gewesen sei, daß diese Legiiimationspapiere mit Wissen der Regierung ausgestellt worden seien, und daß er sich deshalb nicht bewußt gewesen sei, durch ihre Verwendung sich einer Urkundenfälschung schuldig gemacht zu haben. Er bestreitet auch unerlaubte Entfernung und be- hauptet, daß er von Oberleutnant v. Kessel beurlaubt worden sei. Vors.: Halten Sie noch heute die Erschießung derMatrosen objektiv für gerechtfertigt? Mar- loh: Es tut mir leid, daß unter den Erschossenen sich auch Unschuldige befunden habe«. Für schuldig halte ich die Leute, die mit der Waffe in der Hand angetroffen wurden, die sich widersetzt oder der P l ü n d e r u n g schuldig gemacht hatten. Eine Vernehmung an Ort und Stelle war ganz unmöglich. Ich fühle mich vollständig gedeckt durch den Befehl des Obersten Reinhard, nach dem ich 150 Mann erschießen sollte. Bis zu dem Augenblick. wo Leutnant Wehmeyer mir dieien Be'ehl überbrachte, habe ich gar nickt daran gedacht, jemand erschießen zu lassen. Auf Borhalten des Vorsitzenden erklärt Mailoh. er habe nichts davon gewußt, daß die Matrosen zur Löhnung beordert worden waren. Die medizinische» Sachverständige« verneinen im wesentlichen, daß der Angeklagte eine abnorme geistige Störung aufweise und demgemäß der§51 bei ihm vorliege, jedoch sei er ein erregbarer Mensch, bei dem berücksichtigt»oerden müsse, daß er infolge seiner schweren Verletzungen nicht mit der gleichen Ruhe und mit demselben Grade der Ueberlegung wie ein anderer handeln könne. ES folgen die Zeugenvernehmungen. Der ehemalige Personalchef d:r V.-M.-D., Karl HalweS, sucht den Nachweis zu führen, daß die erschossenen Zahlmeister nicht nur daS Reckt hatten, Waffen zu tragen, sondern geradezu gezwungen waren, ihren Leuten nicht ohne Waffe gegenüberzulreten. Bis zum 5. Mär, habe sich die V.-M.-D. nicht offiziell am Kampf gegen die Regierung beteiligt. Bielmehr habe jeder Angehörige einen„Verpflichtungsschein" unterzeichnen müssen, laut welchem jeder Mann entlassen war, der gegen die Regierung kämpfte. Der Zeuge habe Klawunde vorzustellen versucht, daß man die V.-M.-D. ordnungsmäßig löhnen u«d entlasten müßte, um sie nicht den Kommunisien in die Arme zu treiben. Klawunde habe jedoch ab- gewehrt mit den Worten:„Ach lassen Sie das doch, die Leute sind doch alle Spartakisten." Der Kommandant der R.-S.-W., Müller, hatte nur Genehmigung, die Löhnung bis zum 7. aus- zuzahlen. Die Besatzung der Reichsbank verlangte aber weitere Löhnung und eine lOtägige Kündigungssrist. Ich sagte den Manschaften telephonisch:„Kommt zum Löhnungsappell in die Französiiche Straße." Vors.:„War das nickt ein Spiel mit dem Feuer, nachdem die Division aufgelöst war?" Zeuge:„Ich habe jedem geraten, keine Waffen zu tragen. Aber ich sagte, sie sollten alles Eigentum der V.-M.-D. mitbringen. So kamen auch einige Leute mit Waffe». Am Telegraphenamt sperrten fünf Oifi- ziere die Straße. Ich ging nun um den Häuserblock herum, fand jedoch wieder eine Sperre und kam Nicht durch." Vors.:„War das später als 12 Uhr?" Zeuge:„Nein. Bato daraus hörte ich scharfes Feuer. Ich fragte einen Freiwilligen, ivaS los sei. Der Mann sagte mir: Um 12 Uhr erwarten wir einen Fliegerangriff auf das Haupttelrgraphenamt. Vors.: War denn der Appell von irgendeiner Dienststelle, zum Beispiel der Kommandantur, genehmigt? Zeuge: Offiziell von der Kommandantur nicht. Aber der Kommandeur Müller arbeitete mit der Kommandantur. Ich war lediglich BefehlSüber- mittler. Vors.: Hat Müller eine militärische Dienststelle von dem Appell benackrichiint? Zeuge(nach einigen Besinnen): Nein. Der ehemalig- Keminandaut der Republ. Soldotenwchr, Müller, berichtet, wie die V. M. D. aufgelöst wurde, nachdem ein- zelne Teile sich als unzuverlässig erwiesen hatten, und daß er mit dem KorpS Lüttwitz Verhandlungen aufgenommen hatte, um die ordnungsmäßige Entlassung in die Wege zu leiten. Ich ließ den Leuten irritteile>n, daß sie ihre rückständigen Löhnungen am 11. März in der Französischen Straße abholen könnten. Eine Gefahr sah ich in dickem Appell, der im Zentrum der Stadt unter den Augen der Behörden stattfand, nicht. Ich konnte übrigens auch nicht an- nehmen, daß so viele Menschen dort zusammenkommen würden. Ich habe die Ereignisse am 11. März als den Uebergriff einer«roderen Befehlsstelle angesehen. Vors.: Da Sie dem Korps Lüttwitz unterstanden, hätten Sie die Kommandantur von dem bevorstehen- den Appell brnachrichsizen müssen. Ich stelle fest, daß das nicht geschehen ist und Herr Müller eigenmächtig gehandelt hat. Der Vorfitzende hält dann Müller vor, daß er Waffenscheine für Mitglieder der V. M. D, so für Halwes, unterschrieben habe. Der Zeuge entschuldigt sich damit, daß daS Zahlmeffterpersonal Passierscheine gebraucht habe. Vors.: Es ist damals eben von verschiedenen Stellen übereinander hinweg verfügt worden. Der ehemalige Stadtkommandant Klawunde schildert, wie er nach der Französischen Straße gerufen wurde: Aus dem Flur stan» den die Gefangenen m zwei Gliedern die Treppe hinauf und riefen: „Herr Kommandant, helfe« Sie nutz, wir sollen erschossen werden!" Ich ging dann die Treppe hinauf und stellte mich Oberleutnant Marloh vor. Er äußerte sich auch: „Ich habe Erschießungen vorzunehmen." Ich enigognete erregt, daß er so etwas nicht tun dürfe. Marloh antwortete, daß es sich um Plünderer und Verbrecher handele. Ich erwiderte ihm jedoch, er müsse in diesem Falle eine ordentliche Gerichtsverhandlung ein- leiten. Darauf wurde inir die Antwort:..Ich handle auf Befehl." Ich Hatto den Eindruck, daß Oberleutnant Marloh dre Erschießungen auf Befehl vornehmen wollte, und ich hatte das Gssfühl. als ob Marloh unter einem Zwange handele.' Er war aufgeregt und der Schweiß lief ihm herunter. Ich sagte ihm:„Wie können Sie nur schießen lassen?" Darauf ant- wartete er mir:„Ein Teil der Leute bat sich zur Wehr gesetzt, ein anderer Teil hat geplündert." Am Abend des 11. März ging ich zum Rrichswehrminister Noske und beantragte Untersuchung wegen des Vorfalles in der Französikchen Straße. Ich verlangt« weiter. daß die Freiwilligeirtruppen zurückgezogen würden. Das versprach auch Noske innerhalb 48 Stunden zu tun. Nach einigen Tagen bat ich den Kriegsgerichtsrat Kurtzig zu mir und ich l>eß von ihm den Antrag auf Einsetzung einer Untcrsuchtingökommission formu- lieren. Eine Antwort habe ich jedock auf diesen Antrag nicht be- kommen. Der Vorsitzende stellt auS dem Protokoll fest, daß Ober- leutnant Marlob auf den Einwand des damaligen Stadtkoniman- danten, er dürfe keine Erschießungen vornehmen, geantwortet habe: „ES herrscht Standrecht!" Zeuge: Jawohl, das ist richtig Rechtsanwalt G rün spach: Sie haben also Noske- am se!b:n Tage von den Ereignissen benachrichtigt? Haben Sie dem Minister auch mitgeteilt, daß Marlob Ihnen gesagt hat. er handle auf Bc- fehl? Haben Sie den Eirtdruck gehabt, daß Noske von den Er- schießungcn schon wußte? Schließlich muß es auch auf einen Menschen Eindruck machen, wenn er hört, daß mitten in der Stadt soviel Leute erschossen worden sind? Zeuge: Noske bot auf mich nicht den Eindruck gemacht, daß er etwas wußte. Rechtsanwalt Grünspach: Haben Sie den Bescheid bekommen, daß eine UntersuchungSkomm'ssion eingesetzt ist? Zeuge: Rein. Donnerstag Wciterverhandlung. Unabhängiger Parteitag. (Schluß aus der Abendausgabe.) In der Debatte über Taktik und Programm führte Tif- inann- Frankfurt a. M. aus: Man könne nicht warten, bis der letzte Proletarier über die Ziele des revolutionären Sozialismus aufgeklärt sei, sondern wenn der Augenblick gekommen sei, dann ran, ohne Rücksicht auf die Macht.(Beifall.) Der Redner pole- m-isierte dann gegen die Tätigkeit Cohns im Untersuchungsausschuß. Ein Redner wünscht eine Rätebibel oder einen RätskatcchiSmus! Oskar Cohn erklärt, er habe gehofft, daß dieser Parteitag die Einigung deL Proletariats bringen werde, aber es sei viel Wasser in den Wein gegossen worden. Wie wolle man auf die Dauer, ohne Stützung auf die Mehrheit in Zukunft sich behaupten? Nur auf dem Wege der Diktatur zu regieren, sei dauernd einer Minderheit unmöglich. Wir würden dann die Diktatur mit all ihren Schreite» wieder erleben, die nur auf dem Wege von Gewalttat zu Gewalt!»«, von Mord zu Mord vorwärts kommen würde.(H u- hu- Rufe.) Der Radner erinnerte dann an das ftirchibare Schauspiel:n Ruß- land, wo zu den Verfolgten der Sowjets heute mich tüchtige Sozia- listen gehörten, die seinerzeit sogar auf ieiten der Zimmerwalder standen und heute gemeuchelt würden. Die Einigung sei ja nicht nötig mft den Führern der Sozialdemokratie, sondern mit den hinter ihnen stehenden Massen.(Beifall.) Falsch ist eS immer, die Sünden der KriegSPolitik hervorzuheben.(Zuruf: Ahal) Unsere Aktion kommt dadurch in Gefahr, zu erstarren. Sünden sind während des Krieges hüben und drüben begangen worden.(Unruhe.) Es gibt auch bei uns Leute, die einmal geschwärmt haben, daß Belgien preußische Pro- Piltz werde, die ihre Direktiven nicht bloß von Noske, sondern so- gar von Generalstabsoffizieren holten. Mancher schwört heute stir die Internationale, der während des Krieges ganz andere nationale Auffassungen hatte.(Sehr wahr!) Was die Angriffe wegen seiner Verhandlungen mit Scheide mann, Noske und sogar Major v. Gilsa anlange, so könne er nur sagen, daß es keineswegs ein Techtelmechtel gewesen sei. Denn diese endeten zumeist mit einem Kuß. aber er könne versichern, daß er Scheidemann keinen gegeben habe.(Heiterkeit.) Die Verhandlungen haften sich ledig- Uch um den Fall Sklarz gedreht, in den ja leider auch eine Reihe Führer verwickelt seien. Kühne» habe gegen ihn, den Redner, die Zeichen Worte gebraucht wie Hclfferich. Allerdings sei damals Helfferich auch von den bürgerlichen Zeitungen daraufhin ein „leichtfertiger Verleumder" genannt worden.(Unruhe. Hört, hört.) Weiter wolle' er gegen den Genossen Köhnen nichts. sagen, denn dieser sei bei den Kommunisten in der gleichen Berva-iimnis, wie er. Der Redner will lieber auf seinem bisherigen Standpunkt ver- harren.(Zurufe:„Bei Scheidennann und Noske!") Cohn(erregtft Hiegen solche Vorwürfe m.ßte ich doch wirklich geschützt sein. Nach meiner ganzen Vergangenheit stehe ich außerhalb des Verdachte.. die polftifche Methode der Scheidemann und Noske für richtig zu halten.(Beifall.) Redner spricht zum Schluß die Ueberzeugung aus, die Partei werde in wenigen Monaten einsehen, daß mft allen vernünftigen und anständigen Mitteln für eine Einigung des Prolc- tariats gewirkt werden müsse. Dr. Hilferding: Es wäre verhängnisvoll, wenn wir die Meinung aufkommen ließen, daß Republik und Demokratie, solange nicht die Diktatur erreicht ist. gegen die Reaktion nicht mit den Zähnen und Hörnern verteidigt werden müssen.(Sehr wahr!) Redner wende: sich gegen einen Artikel des Dr. Geher und wirft diesem Gehässig- leiten vor. Ohne daß Personen genannt sind, sind doch die Führer deutlich bezeichnet worden, denen vorgeworfen wird, daß sie hinter dem Rücken der Partei anders. handeln, als sie öffentlich schreibe», und daß sie die Geschäfte der Rechtssozialiste« besorgte». Wenn Geyer meint, daß wir Theoretiker unsere Forschur.gSfreiheit enrschränkcn lassen wurden, so ist er schief gewickelt. Wir virwahren unS da- gegen, daß in der Partei, diese Hetze gegen die Wissenschastler ge- macht wird.(Stürmische Zustimmung.) Geyer scheint sich die Rolle aneignen zu wollen als Wächter der Uneinigkeit des Proletariats. Jetzt ist die Zeit zur Einigung noch nicht ßi- kommen. Ich erwarte sie nicht von Verhandlungen, sondern von einer bestimmten politischen Situation. Diese Situation wird sich, wenn den rechtssozialistischen Arbeitern klar geworden ist, daß ihre Führung verderblich für die proletarisch: Bewegung ist, und wenn sie diesen Führern den gebührenden Fußtritt gegeben haben werden, zeigen.(Stürmischer Beifall.) Die nächsten Wahl«! werden den Zusammenbruch der rechtssozialistischen Politik bringen, s Erneuter Beifall.) Eine Politik, die die Entscheidung auf die nächste Zu- kunfr einstellt, dürfen wir nicht rmtmachen. Wir dürfen das Proletariat nicht in die Lage bringen, eine schwere Niederlage zu er- leiden. Ein Aderlaß wie 1871 wäre das schlimmste für die Internationale.(Sehr rickftgl und Unruhe.) Wohin kommen wir. ivenn wir nur einer Richtung hier frei die Meinung äußern lassen Geyer darf nicht das Recht haben, sein« Meinung als die einzig revolutionäre Hinz l stellen und die anderen mit dem Ausschluß zu bedrohen.(Teilweiser stürmischer Beifall.) Fleißner-DreSdcn meint, der Parteitag habe gezeigt, daß die rochtSsozialistischen Hoffnungen und Träume nicht in Erfüllung gehen werden. Kühne«? Cohn hat gegen mich so gesprochen wie«in Rechts- anwalt vor Gericht, wenn er einen Zeugen der Gegenpartei herab- setzt. Es ist etwas anderes, ob man mit den gehetzten und verfolgten Objekten der bürgerlichen Demokratie zusammenkommt oder mit den Spahn, Eftöber und Scheidemaun verlehrt. Obwohl Cohn gewußt hat, daß Scheidemann in der Schwaig tu dam Auto deS SNarz herumfuhr, hat ihn ta? nicht abgehalten, weiter mit Scheide- marrn zu verkehren. Der Parteitag mag entscheiden, ob es würdi- fiet ist, sich mit Verfolgten der Revolution zusammenzufinden, als mit den Lumpen der Revolution.(Stürmischer Beifall.) Siepers-Reukölln wünscht, die Politik so einzustellen, daß links von der Partei keine Existenzberechtigung mehr sei. (N a ch m i t t a g Z s i tz u n g.) Oskar Cohn hatte in seiner Polemik gegen Kühnen auch an- gedeutet, daß es in der Partei einen Kriegsberichterstatter gebe, der nach dem Diktat des l�rosten Gencralstabs gearbeitet habe, und hatte daraus geschlossen, das- manche Leute erst in der Revolution umgelernt hätten. Er sehe sich so führte Cohn aus, gezwungen, zu erklären, daß er sich geirrt habe. Allerdings sei Stöcker kurze Zeit auch als Kriegsberichterstatter im Großen Hauptguartier tätig gc- Wesen. Er sei dann aber ausgeschieden, weil er sich dem Diktat der Obersten Heeresleitung nicht habe fügen wollen. Damit seien die daran geknüpften Bemerkungen hinfällig geworden. Köhncn-Halle wandte sich heftig gegen Cohn und lehnte es ab, mit Cohn in einen: Atemzug genannt zu werden, da Cohns Ver- Handlungen irrii Scheidemann und Noske doch deutlich erkennen ließen, daß er lieber mit den Nutzniestern der Revolution als mit den Verfolgten der Revolution zu tun haben wolle.(Große Unruhe.) Eichhorn bezeichnete es als eine erfreuliche Erscheinung, daß die Debatte fast völlige Uebcreinstimmung des Parteiiages in den beiden großen entscheidenden Fragen, nämlich Rätesystem und Dil- tatur. ergeben habe Nur über die Einignngssrage bestände noch Ungekläriheit, tatsächlich gebe es keinen Kampf gegen die Einigung des Proletariats won irgendeiner Seite. Es handele sich nicht darum, sondern um die Cinigurig der Parteien. Wenn mar: sich mit Scheidemann und No�ke einigen wolle, dann könne man sich ehenso gut mit den Demokraten, und dem Zentrum zusammentun. Die. Frage sei also, wie. man ohne Scheidemann und Noske mit der durch sie irregeleiteten Gefolgschakt zur Einigung gelangen könne, und bier müsse die Ausklärung mit allen Mitteln einsetzen, damit sich die Mehrheitssozialisten nicht weiter fortgesetzt durch Zulauf vou rechts her, aus dem kleinen Bürgertum und der Beamten- schast. in verhängiüsvoller Weise verstärkten. Dr. Kurt Geyer: Cohn hat den Versuch gemacht, feine Politik zu verbergen durch persönliche Angriffe. Die Wahl Cohns zum Fraktionsvorsitzenden hätte seinen Verhandlungen nach rechts ein besonderes Relief gegeben. Vor.dem Sklarz-Skastdal hat er mit diesen Leuten verhandelt, obwohl er wußte, in ioelchem SumpOsic sich befanden. Mit Cohn streite ich mich nicht. Wir können nicht verhandeln, sondern müssen noch mehr den erbitterten 5:ampf gegen die alte Partei führen: so stellen w-r uns die Einigung des Pro- lctarials vor. Allerdings geäen die Reaktion von rechts wird das deutsche Proletariat sich zur Wehr setzen müssen— aber ohne diese Situation dem Proletariat, wie Hilferding es tut, das Ziel setzen; das würde die Schwungkraft unterbinden. Damit bringt man nur Verwirrung in die Masten. Krätzcr-Kiel verweist daraus, daß die Kommunisten die Unab- bärigigen täglich aus das lebhafteste bcschimvfen. Sie sudheu die Gewerkschaften zu zerschlagen. Mit dieser Partei könne es keine Verbindung gehen. Brasj-Remscheid spricht, wie andere Redner schon vorher, seine Unzufriedenheit mit der Haltung Hilferdings in der„Freiheit" aus. Nachdem noch einige andere Redner, u. a. Lcdebour, �gesprochen hakten, trat Schluß der Besprechung ein. Nach einem Schlußlvort von Crispien wurden die Leitsätze einer Redaktionskommission überwiesen und die Verhandlungen auf Donnerstag früh 9 Uhr vertagt._ Hewerkschaflsbewegung Wider Treu und Glauben. In der Aussichtsratssitzung der Kleinbahnen Gardclegen— Neu- haldcnSleben-� Weferlingen und Calbe a. d. M.— Gardelegen— Wit- tingen kam es unter dem Vorsitz deS OberregierungsratS Bollert- Magdeburg ani 39. Oktober zwischen Arbeitgebern und Arbeit- nehmern zu einer Einigung, wodurch der bis dahin währende Streik beigelegt wurde. Aach dem Protokoll wurde zwischen den Vorständen und Aufsichlsrätdn der obengenannten Bahnen einerseits und den Beamten- und Arbeitcr-Ausschüssen andererseits'folgendes vereinbart: An einmaliger Beschaffungsbeihilfe sollen gewährt werden: an unverheiratete Beamte 500 M.. an verbeiratetete Beamte 700 M.. an jedes Kind 100 M., an unverheiratete Arbeiter 150 M., an ver- heiratete Arbeiter 250 M., an jedes Kind 100 M. Die Kleinbahn Reuhaldensleben— Gardelegen— Weferlingen kam den Verpflichtungen nach, die Kleinbahn Calbe a. d. Milde— Garde- legen— Wittingen dagegen nicht. Wie uns nun vom Arbeiter- und Beamten-Ausschuß der Kleinbahn Gaidelegen usw. berichtet wird, erklärten der Betriebsleiter Hasenmeyer als Protokoll�ihrer dieser Sitzung sowie der LandeSbaurat Linsenhoff in Merseburg nach Auf- nähme der Arbeit den Beamten und Arbeitern, der Ausichtsrat der Kleinbahn Calbe— Gardelegen— Wittingcn sei nicht beschlußfähig gewesen. Der Landrat von Gardelegcn, Geh. Reg.-Rat v. Alvens- leben, welcher den Vorsitz iiu Aussichtsrat in beiden Bahnen führt, hat sich im Laufe deS Monats November die größte Mühe gcgebeu, den Beamten und Arbeitern zu ihrem Rechte zu verhelfen. Ties scheiterte jedoch immer am Entgegenkommen deS Landesbaurats Linsenhoff in Merseburg als Mitglied des Aufsichtsrates, der zu den Sitzungen trotz Einladung nicht erschien. Herr Geh. Reg.-Rat von AlvenZleben hat. da ihm diese Wirtschast nicht mehr zu behagen scheint, den Vorsitz als AusstchtLratSyorsitzender niedergelegt. Die Beamten und Arbeiter bedauern dies um so mehr, da wieder ein einsichtsvoller Regierungsvertreter durch das vollständig un- soziale Handeln eines einzelnen nicht mehr vermittelnd helfen kann. Die Angestellten und Arbeiter sehen sich in ihren Erwartungen nach einer würdigeren und der Zeit entsprechenden Vergütung bitter getäuscht. Dieses Verhalten des Herrn Landesbaurats Linsenhvff ist um so verwerflicher, als die Aktionäre genannter Bahn nach wie vor gute Dividenden erhalten. Wenn der Betrieb der Bahn eine erneute Störung erleidet, so ist das lediglich dem unsozialen Ber- halten der Betriebsleitung zuzuschreiben. Untern eh m erriistuugen. Wie unser S ch w e i z e r Berichterstatter drahtet, beruft der Schweizer Arbeitgebcrverband auf den 12. und 13. d. MtS. einen Kongreß nach Bern ein. um über eiue gemeinsame Aktion gegen neue Teuerungsforderungen der Arbeiter zu beraten. Es sei eine befristete Masse naussperrung beabsichtigt._ Teuerungszulage der Krankeukassenangestelltcn. Die Krankenkaffenangestellten erhalten gegenwärtig eine inonat- liche Teuerungszulage von 125 M. ber einem JahreSgebalt bis 4500 M. und 100 bei höherem JahrcSgehalt. Die Angestellten forderten eine Festsetzung der Teuerungszulage auf 250 M. für männliche und 200 M. siir weibliche Angestellte ohne Rücksicht auf die Höhe des Gehalts. Da eine Verständigung mit de» Kasten- vorständen nicht zustande kam. machte daS Tarffschiedsgerichl folgen- den Vergleichsvorschlaq: Für Verheiratete mit 2 Kindern 250 M., für Verheiratete ohne Kinder 200 M.. für männliche Ledige 175 M., für weibliche Ledige 150 M. Diese Zulagen sollen am 1. Januar in Krafl treten und bis zum 81. März, dcni AblaufStermin des Tarifs, gelten. Eine am Mittwoch abgehaltene sehr stark besuchle Versammlung der Kranken- kassenangestellreu nahm Stellung zu diesem Vorschlage. Die Branchenleitung empfahl in Uebereinstimmung mit den Vertrauens- Männern die Annahme desselben, da doch jetzt wohl kern Kollege an einen Streik denke und Lei der Neuberalung des Tarifs eine günstige Regelung getroffen werden kpnne, die Annahme des Vor- 'cklags olio nur ein bis Ll. März laufendes Provisorium bedeuten würde.— Nach längerer Diskuifion wurde der Vergleichsvorschlag gegen wenige Summen angenommen. Forderung einer Wirtschaftsbeihilfe. Die Angestellren im ReichsverwertungSamt haben vor einiger Zeit die zuständige Stelle um Gewährung einer Wirtschaftsbeihilfe ersucht. Die Augestellten berufen sich auf einen am 24. Juli mit der Reichsccgierung abgeschlossenen Bertrag, der die Grundgehälter der verschiedenen Kategorien der Angestellten festsetzt und bestimmt, daß neben den Grundgehältern Teuerungszulagen nach den für Beamte und Lohnangestellle höherer Ordnung in den Reichs- und Staatsbehörden geltenden Grundsätzen zu zahlen sind.— Da die Beamten eiue Beschaffungsbeihilse bekommen haben, halten die An- gestellten ihre Forderung, die sie bereits Ende August eingereicht haben, für berechtigt. Das Finanzministerium steht dagegen— wie aus der mit der Arbeitsgemeinschaft geführten Korrespondenz hervorgeht— auf dem Standpunkt, daß die Beschaffungsbeihilfe nicht gleichbedeutend sei mit Teuerungszulage und deshalb der Ber« trag auf die gestellte Forderung nicht zutreffe. Da die Gehälter der Angestelllen vielfach die Gehälter der Beamten überschreiten, fei die Gewährung einer Beschaffungsbeihilse an die Beamten not- wendig gewesen. Bon diesem Standpunkt liinne nicht abgewichen werden, tveil sonst erneut llnruhe unter die Beamten getragen würde, tvaS im StaatSiiiteresie vermieden werden muffe. Die Angestellten haben beantragt, daß das im Vertrag vorgesehene Schiedsgericht über ihre Forderung entscheiden soll. Seit der Stellung dieses Anrrages sind mehrere Wochen vergangen, aber die Regierung hat ihre Beisitzer zum SchiedSgerickr noch nicht er- nannt, es ist also noch nicht abzusehen, wie die Angelegenheit enden wird. Dieser Sachverhalt wurde am DieuStagnachmittag in einer masienbast besuchten Versammlung der Angestelllen des Reichs- verweriungSamts vorgetragen. Es wurde betont, der Hinweis auf die angeblich hohen' Gehälter der Angestellren sei unzutreffend, denn die große Mehrheir der Angestellten beziehen Gehälrer, die einschließlich der Teuerungszulagen durchschnittlich 670 Mark siir männliche, 390 M. für weibliche Angestellte betragen. Einstimmig wurde folgende Resolution angenommen: Die kaut- männischen und technischen Angestellten deS ReichSvcrwertungSamtS fordern unbedingt die Bewilligung der Wirtschaftsbeihilfe und Auszahlung derselben bis spätestens 12. Dezember. Die Angestellten fordern die Beihilfe unter Berufung auf daö vertragliche Reckt und auf nicht wegzuleugnende wirtschaftliche Notlage.Mitteilungen deS Finanzministeriums, die einigen AuSschußmngliedern zugegangen sind, wollen einen gewiffen Gegensatz zwischen Beamten und Angestellten kon- struieren. Diese AuSführuuaen werde» euischieden zurückgewiesen, ganz besonders aber wird schärfster Widerspruch erhoben gegen die unverantwortliche Darstellung des Finanzministeriums, wonach die angeblich außerordeuilich hohen Gehälter der kauimäunischen und technischen Angestellten die Bewilligung einer Wirtschaftsbeihilfe ausschließen sollen. Die Angestellleuvertreter werden beauftragt, unter Hinzuziehung der Gewerksckaüen bei allen geeigneten Stellen vorstellig zu werden damit den Angestellten aller Reichsministerien endlich die ihnen zustehende Wirtschaftsbeihilfe ausgezahlt wird. Zur Lohnbewegung der Seifenarbeiter. Für die Seifeuarbeiier Berlins, als Gruppe des Fabrikarbeiter- Verbands fand am Montagabend im Gewelkichaftshause eine Branchenversammlung statt. Aus dem Bericht des Branchenleiters Poch geht hervor, daß nunmehr auch für die Seifenbranche ein Rahmentarif geschaffen wurde, wie er in der chemischen Industrie bereits besteht. Der Rahmentarif bringt erhebliche Ver- besserungen. insbesondere in der II r l a u b s s r a g e. Die Löhne sollen bezirksweise geregelt werden und haben in dem Be- zirk 3, zu dem auch Berlin gehört, Verhandlungen-zwischen der Lohukommission und den Fabrikanten siattgefundeu. Die Löhne in der Branche waren bisher die»edenkbar niedrigsten. Auch die jetzt festgelegten Löhne reichen bei weitem nicht au§, um anch nur den bescheidensten Ansprüchen Rechnung zu tragen. Die Erhöhung für die männlichen Arbeiter beträgt pro Stunde M. 0,75, die Löhne der weibliche» Arbeiter sind bis vierzig Pfennig pro Stunde erhöbt. Wenn die Forderungen nickt VtloS durchgeführt wurden, so liegt das nicht an der Tarifkomniisfion, die im vollsten Maße ihre Schuldig- teil getan hat. In der Diskussion wies der Gauleiter Bennewitz darauf bin. daß den Umernebmern gesagt worden sei, daß ab 1. Januar 1920 die Löhne un, 15 Pf. zu erhöhen sind. Die Unternehmer der Seifeniudustrie müssen damit rechnen, daß die Arbeiterschait der Branche nach dem 1. Januar darauf dringen wird, daß die 15 Pf. mehr bezahlt werden. Eine Resolution, die der Lobnkon, Mission und der Verbands- leitung volles Vertrauen ausspricht, wurde einstimmig angenommen. Tentscher TranZPortarbeiter- Verband. Sektion 5. Packer, Lager-, Transportarbeiter usw. ouS den Groß-Berlmer Metallbetrieben. Am Sonnabend, den 6. Dezember 1919, abends 5 Uhr, im Gewerffchasts- hauS, Engclufer 14/15, Saal 1, Fortsetzung der vertagten Vertrauens- mälmer-Konserenz. Funktionär karte legitimiert. Sektion 5. Bezirk Ober« und Nieder schönewcide, Johannisthal, Baumichulcnweg uslv. Freitag, de« 5. De- zember, nachmittags 3 Uhr, im Lokal Pamp, Obcrschönoweidc, Wilhelmincn- hosstr. 43, Bezirköoertraucnsmänner-Konserenz. Zentral-Berband der Fleischer. B e z i r k S p a n d au. Freilag, den 5. Dezember, abends 61'.. Uhr, Mitglieder-Versammlung, Altec Rats- kcller, am Markt.— Bezirk Reinickendorf-Tegel Freiiag, de» 5. Dezember, abends 7 Ubr. Lokal Pähl, Reinickendorf, Prooinzur. 113. Deutscher Hutarbeiterverband. Am Freitag, den 5. 13., abends 5 Uhr, Versammlung aller Stroh- und Damenhutarbeitcr und-mVeitenunen im Gewerkschaftshaus, Saal 1. Lindström, Hauptwerk. Rückständige Streikunterstützung der Kollegen wird nur bisjaorniabend, den 6. IL. 19 im-ireiklokal von Rauter, Große Franlsmler«tr. 10, in der Zeit von 10—5 Uhr ausgezahlt. Spätere An- spräche werden nicht berücksichtigt. A. E. G. Hennigsdorf. Sämtliche«och außenstehenden Kollegen melden sich am Freitag, den 5. 12. in ihren stmklokalen. Nichterscheinen hat Verlust der Streikunterstützung zur Folge. Silüungsversnstaltungen. Ein Goetbeabend findet als dritter künftlerilcher Mcisterabend deS BezirksblldungSauSjchusseS am kommenden Sonntag, abends 7 Uhr in der Aula des GvmnastumS zum grauen Kloster, Kloften'tr. 74. statt. Mit- wirkende: Max Grunwald(Vortrag: Goethe und die Meister). OSkar Ludwig Brandt und Margarete Biandt-Jacoby(Rezitation), Frau Therese Bai das (Gesang),- Frl. Herta Gultmann am Klavier. Einlaßkarten a 1,— M. sind noch an folgenden stellen zu haben: Vorwärts- Buchhandlung, Lindenstr. 2, BezirkSsckietariatBcllevueikr. 7(Zimmer 15), Zigarrengeschäst Horsch,'Engel- user 15, ZLollsteiu, Lietzinannftr. 5, v. III. Jugenöveranftaltungen. Zentraljugendhcim. Lindenstr. 3. 2. Hos links 3 Treppen. Heute abend 7 Uhr Vortrag: Die Akkumulation des Kapitals. Slbt. Südwest. Dortselbst Mitgliederversammlung. Slbt. Gesundbrunnen. Lokal Pose, Koloniestr. 15, heute 7 Uhr Mit- gliedcrversammlung. Abt. Schönhauser Vorstadt. Jugendheim Gemeindcschule Sonnen- burger Sir. 20 heute abend Bortrag: Der Gcschichtsnntcrricht in der Volksschule. Abt. Neuköllu. Jugenobeiin Münchener Str. 52, heute abend Vor- trag: Erzicdung zum LebenSkamvs. Abt. Lankwih. Eemeindeschule, Scydlitz- Ecke Derflinzerstraße, beute abend Spielabend. Abt. Marieufelde. Heute abend Dorsltr. 54 Mitgliederversammlung. Abt. Ntederschöneweide. Jugendheim Eemcindeschlste Berliner Str. 31. heute habend DiSlnsfionSabend. Abt. Tegel. Jugendheim Bahnhosstr. 15, heute abend Vorstands- sitzuiig. « Vorträge, Vereine und Versammlungen. Zentralverband der Angestellten. Bez. Wilmersdorf— Halens«— Schmargendorf. Monalssitzung am 8. 12.'1,8 bei Wagemann. Berliner Straße 33. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung.— Bund der Vortragsabend. Die neue Schule.—„Wie leicht man ins JrrcnhaiiS kommen kann.« Hierüber sprechen um Freitag. I'l, Um. Luisenftädl. Oberrealichule, DreS- dencr Str. 113, die Abgg. Georg Davidsobn und Adolf Thiele, Arzt Dr. Winsch, Rechtsanwälte Dr. Händel und Dr. Bruno Jjaac und Redakteur Paul Estner._ Mus aller Welt. Slavische Brüder. Der polnische Dichter Chmutny, von dem der tschechische Redak« teur Heitel behauptet hatte, er sei tschechischer Renegat, antwortet darauf im polnischen Teschener Tageblatt wie folgt: Auf dieien schamlosen Betrug, der nur der Feder eines tsckeckti'chen Banditen würdig und gegen mtck mit vollem Be- wußtsein geschleudert worden ist, erwidere ich öffenlltch: Ick bin ein echter Pole, von einer polnischen Mutter und einem polnischen Vater, war nie ein Ttchccke. aber Zeit meines Lebens fühlte ich Abscheu vor der tschechischen Uniittlichkeit und Heim- t ü ck e, empfand Verachtung gegen die Tschechen, die unverschämte Verbrecken am polniscken Volke des Teickcner Landes verübten, denen aber bald das Ende bevorsteht, wie ick fest, glaube. Polen erkannte schon gut den bis ins Mark ver- dorbenen und nicktswürdigen Charakter der Tschechen, dieser Preußen des heutigen Europa. Polen wird eS v e r st e h e n, der t'chechischen Bestie den Schädel in Stücke zu schlagen, welche das polnische Volk Schlesiens quält! Aber es irren sich die verschiedenen Heitel, wenn sie vermuten, daß wir ihre betrügerischen Methoden nicht kennen und ihre noch hinter- listigeren Absichten. Das jchlesische Teschener Land wird der Knochen sei», an dem die tschechische B e st t e ersticken wird. .Lieben wir uns" ist das Wort, das auf polnischen Feit« lichkeiten immer den Höhepunkt der alkoholischen Freude-darstellt. Beschlagnahmte russische Rubclscheinc. Auf dem Bahnhof C ü str i n- N e u st a d r wurde ein russischer Offizier angehalten, der einen Rubel schätz von ungefähr 5 Millionen nach dem Baltikum transportieren sollte. Die Rubelscheine sollen angeblich seinerzeit in Potsdam gedruckt worden sein. Der Offizier entzog sich durch die Flucht seiner Verhaftung. DaS Geld verfiel der Beschlagnahme. Nix dcitsch. Im Prager Gemeuederat hat der Bürgermeister eine Aufvage der deutsöheu Gemeirrdercrismitglieder, ob nunmehr die Wiederambvingung deutscher Firmentafeln gestattet sei, verneint. da er die Wahrung des tschechischen Charakters als seine heilige Pflicht'betrachte. Berantw. siir den redaktion. Test: Arwe Zickler, Charlotteiiburg: für Anzeigen: Th. Slockc, Perlin. Verlag: Borwärts-Verlag®. m. b. Berlin. Druck: Bor- warts-Buchdruckerei u. Perlagsanftalt Paul Singer u. Co. Berlin, Lindenstr. 3. Hier»» t! Beilagen. r Fabriken- Werkstätten, Wohnungen, Geschäftslokale usw. Wohnungsinstallatlonen auf Wunsch gegen Amortisation. D Technische Ratschläge(Zngenietzkbesuch) kostenlos|,J Ausstellung von Beleuchtungskörpern jeder Art Kommandantenfiraße 6VSo am OSnhoffplcch. M Stadtabteilung der Auerlicht-Gesellschaft, Derlin CH?.|J lfloiherstraße s/12«s« Fernsprecher: Alexander 1443-1447 ''S/#/-